Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 102496
Eingetragen
14.9.2007
Branche
Herstellung von pharmazeutischen GrundstoffenHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen ErzeugnissenGroßhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Gegenstand
Forschung und Entwicklung, die Herstellung und Produktion, die Verteilung und der Vertrieb, das Marketing, der Import, der Export und der Re-Export von pharmazeutischen Produkten (pharmazeutischen Fertigarzneimitteln, pharmazeutischen Wirkstoffen und Zwischenprodukten).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Holger Montag
seit 3.1.2019
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Micro Labs LimitedIND
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Micro Labs Limited
India
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Micro Labs GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis zum 31.03.2024

Lagebericht

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis zum 31.03.2024

Zusammenfassung und Erläuterungen zum Geschäftsverlauf

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Micro Labs GmbH erneut außergewöhnliche Erfolge verbuchen. Der Umzug in moderne Büroflächen wurde erfolgreich abgeschlossen und gleichzeitig wurde ein neuer Rekordumsatz von 147,9 Millionen Euro erzielt, begleitet von dem Verkauf von 15,3 Millionen Packungen. Dieser Erfolg war jedoch nicht ohne Herausforderungen zu erreichen. Besonders spürbar waren Lieferengpässe für wichtige Arzneimittel, die bereits im Winter 2022 begannen und sich im gesamten Jahr 2023 fortsetzten. Diese Engpässe wurden durch verschiedene Faktoren verursacht, darunter eine erhöhte Nachfrage nach Erkältungsmitteln und Antibiotika infolge der Corona-Pandemie sowie der Rückzug einiger Hersteller aus dem Markt aufgrund gestiegener Energiekosten. Zusätzlich gab es aufgrund der Rabattverträge für die meisten generischen Wirkstoffe ohnehin nur noch Anbieter aus zwei bis drei Konzernen, da die minimalen rabattierten Preise nur bei sehr großen und gut geplanten Mengen profitabel sind. Der Ausfall einer Charge ist kaum zu kompensieren, und das Risiko, bei plötzlich geringer Nachfrage Ware vernichten zu müssen, möchte kein Unternehmen eingehen, da dies besonders für kleinere Unternehmen existenzbedrohend sein kann.

Zu diesen strukturellen Herausforderungen kam hinzu, dass die Versorgungslage im Winter 2023 stark davon abhing, wie genau die Hersteller den Bedarf an Arzneimitteln prognostizieren und ob sie ihre Produktion und Lagerhaltung entsprechend ausrichten konnten. Micro Labs konnte jedoch durch vorausschauende Planung und langjährige Beziehungen zu Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausreichende Mengen an Wirkstoffen für wichtige Präparate wie Amoxicillin, Amoxicillin + Clavulansäure und Ezetimib sicherstellen. Diese kontinuierliche Verfügbarkeit bildete letztendlich die Basis für den Erfolg des Unternehmens im Berichtsjahr.

Trotz der widrigen Umstände und der Herausforderungen durch gestiegene Energiepreise und Lieferengpässe konnte sich Micro Labs als äußerst wettbewerbsfähiges Unternehmen behaupten und weiterentwickeln. Dies wird auch durch die positiven Ergebnisse und Entwicklungen in diesem Bericht unterstrichen. Das überdurchschnittliche Wachstum im Vergleich zu anderen Unternehmen der Generika-Industrie ist ein Beweis für die professionelle Teamarbeit im Unternehmen.

Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre Zusammenarbeit im vergangenen Geschäftsjahr, die wesentlich zum Erfolg von Micro Labs beigetragen haben.

1. Grundlagen der Gesellschaft und Geschäftsmodell

Die Micro Labs GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Micro Labs Ltd. mit Sitz in Bangalore, Indien. Die Micro Labs Ltd. ist ein internationales forschendes Pharmaunternehmen, das bis heute inhabergeführt ist. Das Unternehmen, das 2023 sein 50-jähriges Jubiläum feierte, wurde 1973 als vollständig integriertes Pharmaunternehmen gegründet. Zu den Erfolgsschlüsseln von Micro Labs zählt die komplette Wertschöpfungskette von der Forschung und Entwicklung über die Produktion nahezu aller pharmazeutischen Darreichungsformen bis zum Marketing und Vertrieb. Dieser Vorteil gegenüber dem Wettbewerb sichert Micro Labs auch zukünftig eine schnelle Marktpräsenz zu günstigen Preisen in erstklassiger Qualität. Durch ein präzises Qualitätsmanagementsystem sichert Micro Labs die Einhaltung der Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung. Durch die sogenannte GMP (Good Manufacturing Practice bzw. Gute Herstellungspraxis) ist die höchste Produktqualität zur Sicherheit für die Patienten gewährleistet.

Die Micro Labs Gruppe ist bereits heute weltweit in über 65 Ländern mit über 15.000 Mitarbeitern und 17 eigenen Produktionsstätten aktiv. Die globale Stärke erstreckt sich von Asien über Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika bis nach Europa. Über 300 Wissenschaftler in exzellenten Forschungs- und Entwicklungszentren sind spezialisiert auf die Entwicklung bioäquivalenter Generika für essenzielle Therapiegebiete wie Kardiologie, Diabetologie, Neurologie, Infektiologie, Schmerz und Ophthalmologie.

In Deutschland operiert Micro Labs seit 2012 mit dem Firmensitz in Frankfurt am Main und der Erfolg steht auf starken Säulen. Durch Rabattverträge mit Krankenkassen profitieren GKV-Patienten bereits heute. Zudem stehen zahlreiche Produkte in der Pipeline zur bevorstehenden Neueinführung. Durch Vergabe von Lizenzverträgen eigener Entwicklungen wächst die Marktstärke von Micro Labs kontinuierlich. Zu den Zielgruppen der Micro Labs GmbH zählen Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser. Der Vertrieb der Micro Labs Arzneimittel erfolgt über den pharmazeutischen Großhandel. Als bedeutende Marktteilnehmer agieren die gesetzlichen Krankenkassen. Neben den öffentlichen Ausschreibungen von Rabattverträgen nutzen diese auch Open-House-Verträge, um zu steuern welche Rabattpräparate vom Apotheker an den Patienten abgegeben werden müssen. Das Ziel von Micro Labs ist es in den nächsten Jahren weiterhin erfolgreich an den Ausschreibungen der gesetzlichen Krankenkassen teilzunehmen und sowohl das verschreibungspflichtige als auch das apothekenpflichtige (OTC) Produktportfolio weiter auszubauen.

Auf Basis einer jährlichen Budget-Planung erfolgt die Unternehmenssteuerung. Unterjährig wird monatlich mit Hilfe eines standardisierten MIS-Reports an die Muttergesellschaft berichtet. Dieser Bericht enthält alle wichtigen finanziellen Kennzahlen und die monatliche Gewinn- und Verlustrechnung. Außerdem werden SollIst-Vergleiche und Abweichungsanalysen durchgeführt, um frühzeitig auf eine veränderte Geschäftslage reagieren zu können.

2. Marktsituation und branchenspezifisches Umfeld

Im Jahr 2023 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands rund 4,12 Billionen Euro, nominal ist das BIP also kräftig gestiegen. Dies liegt allerdings in der Inflation begründet, preisbereinigt ist die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr in eine Rezession gerutscht, das reale Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Krieg in der Ukraine, den steigenden Energiepreisen und der Rekordinflation fiel die ökonomische Regeneration im Jahr 2022 jedoch geringer aus, im Jahr 2023 kam es nun sogar zu einer Rezession.

Laut der Prognose der Bundesregierung wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 lediglich um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Damit befände sich Deutschland in einer Stagnation. Die Regierung rechnet für das Jahr 2024 mit einer erheblich schwächeren Entwicklung der Wirtschaftsleistung als noch im Herbst 2023 und korrigierte die Prognose um 1,1 Prozentpunkte deutlich nach unten. Die Auswirkungen der ansteigenden Preise im Energiesegment und allgemein der hohen Inflation sowie die allgemeine weltwirtschaftliche Schwäche, unter anderem bedingt durch die Folgen des Krieges in der Ukraine, belasten die deutsche Wirtschaft deutlich stärker als noch vor sechs Monaten angenommen. Auch für das kommende Jahr 2025 wurde die Prognose nach unten korrigiert.

Der Markt für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt allerdings als weniger konjunkturabhängig, so dass die allgemeinen konjunkturellen Entwicklungen für die Branche grundsätzlich eine etwas geringere Relevanz haben.

Generische Arzneimittel sind bei der Behandlung von chronischen wie auch akuten Erkrankungen in einer zunehmend alternden Gesellschaft und zunehmend hochpreisigen Arzneimittelinnovationen zur Erhaltung des Gesundheitssystems wichtig. Laut Branchenverband Pro Generika sind knapp 80 Prozent der in Deutschland verordneten Arzneimitteln Generika (in Tagesdosen). Der Anteil der Kosten an den Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) macht aber nach einer neuen Veröffentlichung nur knapp sieben Prozent aus. Laut Pro Generika ist der Generika-Anteil an der Versorgung in den vergangenen zehn Jahren weitergewachsen (von 67 auf 78 Prozent), der Anteil an den Arzneimittelkosten der GKV aber schrumpft stetig (von 16 auf knapp 7 Prozent). Generikaunternehmen sind die tragende Säule des deutschen Gesundheitssystems, denn sie machen die Arzneimittelversorgung bezahlbar. Nicht erst seit der Covid-19 Pandemie hat der zunehmende Kostendruck allerdings zu Marktverengung und fragilen Lieferketten geführt.

Die Pharmabranche unterliegt den rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen. Mit einer Reihe von komplexen Steuerungsinstrumenten, wie zum Beispiel Festbeträge, Herstellerzwangsrabatte, Zuzahlungsbefreiungsgrenzen und Substitutionsregelungen, wirkt der Gesetzgeber den steigenden Ausgaben im Gesundheitsbereich entgegen. Sehr hohe Einsparungen bei der Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten werden über Rabattverträge zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern erreicht. Dabei räumen die Pharmaunternehmen den Krankenkassen Rabatte für ihre Arzneimittel ein. Im Gegenzug sind Apotheker in der Regel verpflichtet, bei einem eingereichten Rezept ein wirkstoffgleiches Präparat abzugeben, für das ein solcher Rabattvertrag abgeschlossen wurde. Dies führt insbesondere bei Ausschreibungen mit einem bis drei Gewinnern zu einem massiven Preiswettbewerb.

Der Umsatz für verschreibungspflichtige, generische Arzneimittel betrug für das GKV-Marktsegment im Berichtsjahr 6,64 Mrd. Euro (-0,53% im Vergleich zur Vorjahresperiode) auf Basis der Herstellerabgabepreise (Datenbasis: Insight Health, Datenstand März 2024). Unter den deutschen Generikaunternehmen belegt die Micro Labs GmbH mittlerweile den 11. Rang gemessen an der Absatzmenge im GKV-Marktsegment. (Datenbasis: Insight Health, Datenstand März 2024).

Ein weiterer für das Generika-Segment relevanter Baustein ist der Markt der privat Krankenversicherten. Im Jahr 2022 waren 54% aller Verordnungen für privat Krankenversicherte Generika. Durch neue Tarifmodelle wie beispielsweise das Generika-Preis-Modell und Beitragserhöhungen von durchschnittlich 3,7% im Jahr 2022 sind weitere Generika-Zuwächse im PKV-Segment zu erwarten. Der Umsatz für verschreibungspflichtige, generische Arzneimittel betrug für das PKV-Marktsegment im Berichtsjahr 1,1 Mrd. Euro (-0,3% im Vergleich zur Vorjahresperiode) auf Basis der Herstellerabgabepreise (Datenbasis: Insight Health, Datenstand März 2024). Aufgrund dieser Marktgröße gewinnt das PKV-Marktsegment zunehmend an Bedeutung für die Micro Labs.

3. Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023/2024

3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Micro Labs GmbH beläuft sich auf 86,96 Mio. Euro und ist gegenüber dem Vorjahr um 43,83% deutlich gestiegen (Vorjahr 60,46 Mio. Euro).

Aufgrund des Umzuges in die neuen Geschäftsräume und die damit verbundenen Investitionen stieg das Anlagevermögen um 43,25% auf 4,14 Mio Euro.

Die Vorräte erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 0,15 Mio. Euro auf 9,87 Mio. Euro. Der leichte Anstieg ist durch die höheren Absätze begründet und dient zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind insgesamt um 2,1 Mio. Euro gesunken.

Die liquiden Mittel sind deutlich um 27,5 Mio. Euro auf 47,95 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Diese Zunahme der liquiden Mittel ist hierbei gegründet durch den Anstieg des Umsatzes.

Die Rechnungsabgrenzungsposten stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht an.

Die übrigen Bilanzpositionen der Aktivseite entwickelten sich mit geringen Veränderungen.

Auf der Passivseite blieb das gezeichnete Kapital im Vergleich zum Vorjahr bei 0,50 Mio. Euro konstant. Der Jahresüberschuss in Höhe von 6,15 Mio. Euro wird mit dem Gewinnvortrag von 4,77 Mio. Euro aus dem Vorjahr kumuliert.

Die sonstigen Rückstellungen stiegen um 10,16 Mio. Euro auf 51,07 Mio. Euro. Der Anstieg der Rückstellungen steht vor allem im Zusammenhang mit gewährten Rabatten im Rahmen von Krankenkassenausschreibungen. Der Anstieg ist hierbei begründet durch eine Vielzahl neu abgeschlossener Rabattvereinbarungen, sowohl für das Bestandsportfolio als auch für die zahlreichen Neueinführungen.

3.2 Ertragslage

Im Berichtsjahr erzielte Micro Labs ein deutliches organisches Wachstum und gewann weitere Marktanteile hinzu. Daher hatte Micro Labs im abgelaufenen Geschäftsjahr einen enormen Sprung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu verzeichnen. Die Umsatzerlöse (netto) sind gegenüber dem Vorjahr um 10,36 Mio. Euro auf 48,71 Mio. Euro deutlich gestiegen. Der Umsatzanstieg ist durch eine Erhöhung der Marktanteile in Deutschland entstanden. Der Materialaufwand ist um 24,33% auf 29,84 Mio. Euro gestiegen.

Die Personalaufwendungen stiegen um 5,51% gegenüber dem Vorjahr, was im Wesentlichen auf Neueinstellungen zurückzuführen ist. Die Abschreibungssumme ist um 82,35% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Gründe hierfür liegen im Umzug in die neuen Büroräume und die damit verbundenen Neuanschaffungen.

3.3 Finanzlage

Die Liquidität der Micro Labs GmbH ist durch die laufende Geschäftstätigkeit gesichert. Die Finanzlage im Geschäftsjahr 2023/2024 entwickelte sich hierbei sehr positiv. Es erfolgt keine externe Finanzierung, sodass derzeit keine Kreditlinien bei Kreditinstituten eingerichtet sind. Die liquiden Mittel stiegen um 27,53 Mio. Euro auf 47,95 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Steigerung der liquiden Mittel ist auf den gestiegenen Umsatz zurückzuführen. Aufgrund der Zinswende am Kapitalmarkt, konnte die Micro Labs wieder positive Zinsen für das Guthaben bei den Geschäftsbanken in Höhe von 481 Tsd. Euro verbuchen.

3.4 Gesamtaussage

Die Geschäftsführung der Micro Labs GmbH beurteilt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2023/2024 als positiv. Die Steuerung des Unternehmens erfolgt im Wesentlichen über die Kennzahl des Umsatzes, der im Vergleich zum Vorjahr um 27,01% auf 48,71 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Der Jahresüberschuss konnte dabei im Vergleich zum Vorjahr um 64,7% gesteigert werden

Die Zielsetzungen der Micro Labs GmbH, den Absatz (+23%) und den Brutto-Umsatz (+26%) gegenüber dem Vorjahr signifikant zu steigern und sich im Generikasegment unter den Top 15 Pharmaunternehmen dauerhaft zu etablieren, wurden erreicht. (Datenbasis: Insight Health, Datenstand März 2024). Legt man die Anzahl der verkauften Packungen, die im Geschäftsjahr 2023/2024 in das GKV

Marktsegment verkauft wurden, dann steht Micro Labs mit über 15 Millionen verkauften Packungen in diesem Marktsegment auf Platz 11 aller pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland (Datenbasis: Insight Health, Kostenträger-Analyzer, Datenstand März 2024). Micro Labs hat es damit geschafft, sich in einem äußerst schwierigen Umfeld und in einer durch Lieferengpässe geprägten Zeit zu einem noch wettbewerbsfähigeren Unternehmen weiterzuentwickeln. Zu dieser positiven Entwicklung haben neben neuen Rabattvereinbarungen für das Bestandsportfolio auch die Vielzahl der Präparateneueinführungen beigetragen. Außerdem konnte das Unternehmen durch die Ergreifung von frühzeitigen Maßnahmen Lieferengpässe vermeiden. Neben den zentralen Indikationsschwerpunkten Neurologie und Schmerz wurde in den vergangenen Geschäftsjahren auch das Indikationsgebiet Ophthalmologie deutlich ausgebaut. Auch für das kommende Finanzjahr sind wieder fünf weitere Produktneueinführungen für das ophthalmologische Indikationsgebiet geplant. Die Augenheilkunde ist ein Segment des pharmazeutischen Marktes, das sich seit Jahren dynamisch entwickelt. Das ophthalmologische Marktsegment hat in Deutschland ein Umsatzvolumen bewertet nach Herstellerabgabepreisen von 1,15 Milliarden Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr signifikant um fast 10% gewachsen.

Durch die Einführung neuer Produkte, gepaart mit zielgerichteten Marketingmaßnahmen, wird auch zukünftig ein stetiges Wachstum sichergestellt. Für das gesamte Portfolio, das mittlerweile 57 Präparate und über 400 Pharmazentralnummern (PZN) umfasst, konnte das Unternehmen die Erfolge bei den Krankenkassenausschreibungen aus den Vorjahren bestätigen und weiter ausbauen. Um auch weiterhin ein stetiges Wachstum gewährleisten zu können und auch ein Stück weit unabhängiger von der Lieferfähigkeit des Mutterkonzerns zu werden, hat Micro Labs in den vergangenen Jahren seine Business Development und InLicensing Aktivitäten verstärkt ausgebaut. Seit einiger Zeit werden bereits 5 einlizensierte Produkte, die von anderen Lohnherstellern für Micro Labs hergestellt werden, erfolgreich durch die Micro Labs auf dem deutschen Markt vertrieben. Und auch in den kommenden Jahren stehen bereits zahlreiche In-Licensing Produkte zur Markteinführung in der Pipeline.

Durch die Steigerung der verkauften Packungen und der damit erzielten Skaleneffekte, war es im abgelaufenen Berichtsjahr, trotz steigender Inflation möglich, die Lagerhaltung und Distribution unserer Arzneimittel kostengünstig sicherzustellen. Mit Blick auf das Gesamtjahr 2024 sind aus heutiger Sicht die wirtschaftlichen Auswirkungen der anhaltenden Preissteigerungen für die gesamte Wertschöpfungskette (Fertigarzneimittel sowie Wirk- und Hilfsstoffe) allerdings noch nicht sicher abzuschätzen.

4. Chancen- und Risikobericht

Die Micro Labs GmbH ist bestrebt im Rahmen ihres unternehmerischen Handels, Risiken zu minimieren und vorhandene Chancen zu nutzen. Zu den bekannten Herausforderungen der gestiegenen Produktionskosten, Lieferengpässe und des Ukraine-Krieges sind nun noch zusätzlich die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten hinzugekommen. Diese aktuellen Entwicklungen werden fortlaufend verfolgt und dahingehend analysiert, welche möglichen Auswirkungen diese sowohl auf die Umsatz- und Absatzentwicklung als auch auf die Warenverfügbarkeit und den weiteren Geschäftsverlauf haben könnte.

4.1 Chancen und Risiken bei der Beschaffung von Waren

Die Geschäftstätigkeit der Micro Labs GmbH wird maßgeblich geprägt durch die Ausschreibungen von gesetzlichen Krankenkassen und den damit verbundenen Marktstrukturen. Damit liegt der Schwerpunkt bei der Vermarktung von Generika-Arzneimitteln auf einem wettbewerbsfähigen Preis und der Kostenführerschaft. Da die Herstellung der vertriebenen Arzneimittel im Berichtsjahr zentral von der Konzernzentrale gesteuert wird, verfügt das Unternehmen, trotz gestiegener Herstellungskosten, weiterhin über günstige Kostenstrukturen, die auch in Zukunft das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen werden. Dennoch gilt es zu berücksichtigen, dass auch die zuletzt stabiler gewordenen Lieferketten nicht ohne Risiko sind. Allein die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und deren globale Auswirkungen sind derzeit noch nicht absehbar und können die globalen Lieferketten erneut strapazieren. Dennoch wird sich die Micro Labs GmbH auch weiterhin in Zukunft auf das Abschließen von Rabattvereinbarungen konzentrieren und sukzessive neue therapeutische Zielgruppen erschließen. Die geplanten Portfolioerweiterungen folgen hierbei einem strategischen Konzept, welches neben verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auch in Zukunft verstärkt rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel (OTC) für den Selbstzahlermarkt einschließen wird. Ein Schwerpunkt wird dabei auf dem Ausbau des Ophthalmika-Portfolios liegen. In Zukunft wird Micro Labs zu den bestehenden verschreibungspflichtigen Präparaten auch Präparate mit Hyaluronsäure für den Selbstzahlermarkt anbieten. Als generischer Ophthalmika-Spezialist kann sich die Micro Labs in Deutschland damit noch stärker von anderen generischen Unternehmen abgrenzen und klar als Partner für generische Ophthalmika bei allen Zielgruppen positionieren.

Die Micro Labs GmbH ist spezialisiert auf den Vertrieb von Fertigarzneimitteln und somit ohne eigene Produktion auf die Verlässlichkeit des fast ausschließlichen Lieferanten, Micro Labs Ltd., angewiesen. Aufgrund einer kontinuierlichen Überwachung können auftretende Lieferschwierigkeiten weitestgehend vermieden werden. Hierbei stehen die Fachabteilungen in ständigem Kontakt mit den Produktionsstätten. Dennoch können unerwartete Ereignisse jenseits unseres Einflusses zum teilweisen oder vollständigen Ausfall von Lieferungen von Waren führen oder dazu, dass eine rechtzeitige Lieferung nicht möglich ist. Daraus resultiert ein Risiko für die Micro Labs GmbH. Dieses Risiko ist mit Blick auf die weltumspannenden Lieferketten, des Ukraine-Kriegs und der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten allerdings nicht sicher abzuschätzen.

4.2 Chancen und Risiken bei der Lieferfähigkeit

Mit Blick auf die weltumspannenden Lieferketten, des Ukraine-Kriegs und den Entwicklungen im Nahen Osten kann es Ereignisse geben, die dazu führen, dass Lieferungen nicht rechtzeitig erfüllt werden oder sogar teilweise oder vollständig ausfallen. In solchen Fällen könnte es passieren, dass Micro Labs zeitweise nicht in der Lage wäre, die Lieferung von Fertigerzeugnissen in hinreichender Menge sicherzustellen. Dies hätte zur Folge, dass die Krankenkassen Strafzahlungen von Micro Labs aufgrund der Lieferunfähigkeit einfordern. Um dem Risiko von Vertragstrafen entgegenzuwirken, betreibt Micro Labs im Vorfeld einer Ausschreibungsteilnahme ein Risikomanagement, bei dem geprüft wird, ob die Warenversorgung im Zuschlagsfall sichergestellt ist. Außerdem hält Micro Labs einen Sicherheitsbestand an Warenreserven für die wichtigsten Schlüsselprodukte vor. Bei drohender und tatsächlicher Lieferunfähigkeit informiert Micro Labs die Krankenkassen Vertragspartner umgehend. Auch die Großhändler werden über die Wiederverfügbarkeit von Waren auf dem Laufenden gehalten. Diese Transparenz und der enge Kontakt zu den Kunden sorgen dafür, dass eine bestmögliche Versorgung der Patienten gewährleistet ist und Micro Labs von den Marktteilnehmern als verlässlicher Partner wahrgenommen wird.

4.3 Preis- und Kostenrisiken

Grundsätzlich ist der Generikamarkt durch einen zunehmenden Preis- und Margenverfall gekennzeichnet, der auf den zunehmenden Wettbewerb und auf die Rabattverträge zurückzuführen ist. Auch weiterhin werden, die in regelmäßigen Abständen vom GKV-Spitzenverband beschlossenen Anpassungen der Festbetrags- und Zuzahlungsbefreiungsgrenzen, zu einem zusätzlichen Preis- und Margenverfall führen. Außerdem ist der Markteintritt neuer Anbieter wahrscheinlich. Speziell für unsere Neueinführungen gehen wir von einem nachhaltigen Preisverfall für die kommenden Jahre aus. Darüber hinaus erwarten wir auch ein weiteres Absinken der Angebotspreise im Rahmen von Rabattverträgen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken hängt der Erfolg von Micro Labs unter anderem von der Fähigkeit ab, stetig und zeitnah neue Präparate einzuführen. Micro Labs hat dafür Strukturen und Prozesse geschaffen, um die Produktpipeline ständig neu zu befüllen.

Der Hauptkostenfaktor der Micro Labs GmbH ist der Materialaufwand. Auch für die fast ausschließlich konzerneigne Produktion kann zukünftig nicht immer davon ausgegangen werden, dass die Rohstoffpreise und dadurch auch die Fertigproduktpreise im Markt das aktuelle Preisniveau halten. Die extremen Preissteigerungen bei Energie sowie Roh- und Wirkstoffen könnten sogar die Arzneimittelversorgung gefährden. Denn Arzneimittel-Hersteller können nach bestehender Gesetzeslage (z.B. aufgrund von Festbeträgen, Rabattverträgen und vor allem dem Preismoratorium) im Regelfall keine Preisanpassungen für Arzneimittel, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, vornehmen. Dadurch gerät die Arzneimittelproduktion weltweit betriebswirtschaftlich erheblich unter Druck. Dieses Risiko ist mit Blick auf die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten allerdings nicht sicher abzuschätzen.

4.4 Gesamtaussage zur Risikosituation

Durch die Einbindung in den Micro Labs Konzern wird die Micro Labs GmbH auch weiterhin in der Lage sein, erfolgreich an Krankenkassenausschreibungen teilzunehmen, und uns auch gegenüber großen Anbietern wettbewerbsfähig zu positionieren. Dabei geht Micro Labs Risiken zurückhaltend ein und nutzt Geschäftschancen dort, wo sie innerhalb des stark regulierten Marktes mit geringem Risiko ausgeschöpft werden können. Diese Strategie zielt auf ein solides und gesundes Wachstum des Unternehmens ab. Die dargestellten Risiken sind als beherrschbar einzustufen. Es sind keine Risiken festzustellen, die die Fortführung des Unternehmens in absehbarer Zeit gefährden könnten. Außerdem hat das Unternehmen Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über sich abzeichnende Veränderungen der Risikosituationen Kenntnis zu erlangen und hierauf adäquat reagieren zu können. Aufgrund der guten Marktpositionierung und den Vorteilen, die sich aus der Konzernzugehörigkeit für uns ergeben, sehen wir insgesamt ein Chancenübergewicht für die zukünftige Entwicklung.

5. Prognosebericht auf das Geschäftsjahr 2024/2025

Das Geschäftsmodell von Micro Labs bleibt auch in Zukunft auf den Generikamarkt mit dem Fokus auf verschreibungs- und apothekenpflichtige Arzneimittel ausgerichtet. Damit wird das Unternehmen weiterhin in einer Wachstumsbranche tätig sein. Für den Generika-Markt sagen die Experten von IQVIA zwischen 2021 und 2025 eine durchschnittliche jährliche Umsatzsteigerung von 6,2% voraus. Ungeachtet dessen wird die Umsatz und Ertragsentwicklung des Konzerns jedoch auch im Geschäftsjahr 2024/2025 zum Teil gegenläufigen Einflussfaktoren unterliegen, da die konjunkturellen, regulatorischen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen von Jahr zu Jahr variieren können. Aufgrund der Lieferengpässe und des anhaltenden Krieges in der Ukraine wird auch für das kommende Geschäftsjahr wieder mit herausfordernden Bedingungen, insbesondere mit Blick auf die Warenverfügbarkeit, zu rechnen sein. Um die Lieferfähigkeit weiterhin gewährleisten zu können, werden die lokale Lagerbestände sukzessive erhöht. Zudem hat die Micro Labs im Rahmen ihrer Business-Continuity-Strategie umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Beispielsweise wurden die Produktionskapazitäten deutlich ausgeweitet, indem neue Produktionshallen gebaut wurden. Außerdem wird der gestiegene Margendruck durch die Rabattverträge die Bedeutung stärken, neue Präparate zu identifizieren und einzuführen, die nicht oder nur in geringem Maße durch die Krankenkassen ausgeschrieben werden. Zentraler Schwerpunkt wird hierbei der Ausbau des Portfolios im Ophthalmika-Segment sein. Ein weiterer Schwerpunkt wird der Auf- und Ausbau eines Betäubungsmittel-(BtM) Portfolios sein. Für die Lagerung und Distribution der BtM-Arzneimittel wurde bereits ein spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen beauftragt. Die erforderliche BtM-Erlaubnis, wurde von der Bundesopiumstelle des BfArM im Februar 2023 erteilt. Und im Oktober 2023 wurde zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte das BtM-Arzneimittel Tapentadol Micro Labs an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert. Aufgrund von umfassenden Marketing- und Vertriebsaktivitäten konnte der Marktanteil nach Absatz seit der Einführung auf 15% gesteigert werden (Datenbasis: Insight Health Kostenträger-Analyzer, Datenstand: März 2024). Zudem wird sich Micro Labs auch in Zukunft an den Ausschreibungsverfahren für Rabattverträge beteiligen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten und den Umsatz zu steigern. Zusätzlich wird der Fokus auf dem Kostenmanagement liegen, um Einsparpotentiale identifizieren und umsetzen zu können. Langfristig verfolgt Micro Labs das Ziel, die Marktanteile weiter auszubauen und das Unternehmen nachhaltig unter den Top 10 Pharmaunternehmen im deutschen Generikasegment zu etablieren. Insgesamt blickt das Unternehmen trotz der aktuellen Herausforderungen und der damit verbundenen gesamtwirtschaftlichen Risiken positiv in die Zukunft und rechnet auch im aktuellen Geschäftsjahr mit einer starken Wachstumsdynamik im Umsatz (+20%) als auch im EBITDA.

Der Prognosecharakter aller zukunftsbezogenen Aussagen kann dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den voraussichtlichen Entwicklungen abweichen.

 

Frankfurt am Main, den 11.06.2024

Bilanz

Aktiva

31.3.2024
EUR
31.3.2023
EUR
A. Anlagevermögen 4.139.284,80 2.894.727,30
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.318.872,80 2.879.057,30
II. Sachanlagen 820.412,00 15.670,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 820.412,00 15.670,00
B. Umlaufvermögen 82.565.371,46 56.979.177,09
I. Vorräte 9.872.977,15 9.719.783,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 24.744.455,72 26.842.867,48
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 106.250,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 24.638.205,72 26.842.867,48
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 100.214,66 149.860,20
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 47.947.938,59 20.416.525,77
C. Rechnungsabgrenzungsposten 229.432,00 154.380,02
D. Aktive latente Steuern 26.943,84 434.945,94
Summe Aktiva 86.961.032,10 60.463.230,35

Passiva

31.3.2024
EUR
31.3.2023
EUR
A. Eigenkapital 11.415.011,02 5.267.070,30
I. Gezeichnetes Kapital 500.000,00 500.000,00
II. Gewinnvortrag 4.767.070,30 1.034.262,14
III. Jahresüberschuss 6.147.940,72 3.732.808,16
B. Rückstellungen 55.451.197,36 42.994.093,01
C. Verbindlichkeiten 20.094.823,72 12.202.067,04
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.148,90 6.148,90
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 6.148,90 6.148,90
2. sonstige Verbindlichkeiten 20.088.674,82 12.195.918,14
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 20.088.674,82 12.195.918,14
Summe Passiva 86.961.032,10 60.463.230,35

Gewinn- und Verlustrechnung

1.4.2023 - 31.3.2024
EUR
1.4.2022 - 31.3.2023
EUR
1. Rohergebnis 18.922.602,66 14.770.154,71
2. Personalaufwand 2.221.498,96 2.101.741,92
a) Löhne und Gehälter 1.878.354,85 1.770.355,57
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 343.144,11 331.386,35
davon für Altersversorgung 1.058,24 1.068,60
3. Abschreibungen 308.556,80 170.738,50
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 308.556,80 170.738,50
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.840.311,11 7.073.312,70
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 286,73 1.701,18
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 480.992,82 6.161,09
davon Erträge aus Abzinsung 448,00 104,00
6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.884.555,22 1.696.983,04
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 428.074,94
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 408.002,10
7. Ergebnis nach Steuern 6.148.673,39 3.733.539,64
8. sonstige Steuern 732,67 731,48
9. Jahresüberschuss 6.147.940,72 3.732.808,16

1. Anhang für das Geschäftsjahr 2023/2024

I. Allgemeine Hinweise

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HR B 102496 eingetragen.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie Umsetzungsgesetzes (BilRUG).

Die Gesellschaft wies zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne der §§ 264, 267 III HGB auf. Größenabhängige Erleichterungen gem. §§ 276 und 288 HGB wurden teilweise in Anspruch genommen.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§§ 265 I 2, 266 ff. HGB) worden.

Für eine klare und übersichtliche Darstellung wurden die Ausweiswahlrechte im Anhang dargestellt.

Geschäftsvorfälle, die ursprünglich auf fremde Währung lauteten, wurden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag gem. § 256a HGB bewertet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Bilanzierungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Ansatzvorschriften der §§ 246-251 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Bewertungsvorschriften für Kapitalgesellschaften, §§ 268-274a, 276, 277 HGB, erstellt.

Die Bilanz wurde nach den Vorschriften der §§ 266 ff. HGB in Kontoform aufgestellt.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie in den Vorjahren die Gliederung nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

2. Bewertungsmethoden

Die Bilanzierung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung war die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen erfolgte die Abschreibung linear mit Nutzungsdauern von 10-15 Jahren für immaterielle Vermögensgegenstände und 3-10 Jahre für Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis EUR 800,00 wurden aus Vereinfachungsgründen entsprechend § 6 Abs. 2a EStG im Erwerbsjahr voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Waren erfolgte zu den Anschaffungskosten, soweit nicht ein niedrigerer Wert beizulegen war.

Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nominalwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wurde durch Bildung angemessen dotierter Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Flüssige Mittel wurden zum Nominalwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten zum Nominalwert bewertete Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Aktive latente Steuern werden für Steuerüberhänge zum Nennwert angesetzt.

Steuerrückstellungen werden für die voraussichtlich anfallenden Gewerbe- und Körperschaftsteuern gebildet und mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und wurden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig war.

Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

II. Angaben zur Bilanz

Nachfolgend werden die in der Bilanz zusammengefassten Posten gesondert erläutert. Soweit nichts anderes vermerkt ist, sind die Werte in tabellarischen Aufgliederungen in TEuro angegeben.

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt.

Anlagenspiegel zum 31.03.2024

Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von pharmazeutischen Produkten, Frankfurt am Main

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.04.2023
EUR
Zugänge Abgänge- Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.03.2024
EUR
Abschreibungen Zuschreibungen- vom 01.04.2023 bis 31.03.2024
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.876.426,74 381.884,20 738.479,70 210.243,20
619.287,00
2. geleistete Anzahlungen 1.530.867,06 268.174,50 0,00
-619.287,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 3.407.293,80 650.058,70 738.479,70 210.243,20
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 96.920,19 903.059,60 176.591,65 98.313,60
-2.976,14
Summe Sachanlagen 96.920,19 903.059,60 176.591,65 98.313,60
-2.976,14
Summe Anlagevermögen 3.504.213,99 1.553.118,30 915.071,35 308.556,80
-2.976,14
Buchwert 31.03.2024
EUR
Buchwert 31.03.2023
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.139.118,24 1.348.190,24
2. geleistete Anzahlungen 1.179.754,56 1.530.867,06
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 3.318.872,80 2.879.057,30
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 820.412,00 15.670,00
Summe Sachanlagen 820.412,00 15.670,00
Summe Anlagevermögen 4.139.284,80 2.894.727,30

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen mit einer Laufzeit größer einem Jahr. i. H. v. Euro 100.214,66 (Vorjahr: Euro 149.860,20).

3. Latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB. Diese entstehen durch steuerrechtlich niedrigere Abschreibungen bei den immateriellen Vermögensgegenständen als auch durch eine unterschiedliche Behandlung von Rückstellungen, wodurch ein aktiver Steuerüberhang entsteht. Der Steuersatz zur Berechnung der aktiven latenten Steuern beträgt bei den Differenzen der immateriellen Vermögensgegenstände 31,9 % und bei den Rückstellungen 31,9 %. Vom Ausweiswahlrecht der aktiven latenten Steuern wurde Gebrauch gemacht.

4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rabattzahlungen an Krankenkassen, Personalverpflichtungen (Urlaub), Vertragsstrafen, Aufbewahrungs-, und Abschlussprüfungskosten gebildet.

5. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen in TEUR dargestellt:

Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 31.03.20243 davon gesichert
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0 0
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.512 0 0 18.512 0
(Vorjahr) (11.217) (0) (0) (11.217) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6 0 0 6 0
(Vorjahr) (6) 0 (0) (6) (0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.577 0 0 1.577 0
(Vorjahr) (979) 0 (0) (979) (0)
davon aus Steuern 1.236 0 0 1.236 0
(Vorjahr) (968) (0) (0) (968) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0 0 0 0
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0) (0)
20.095 0 0 20.095 0
(12.202) (0) (0) (12.202) (0)

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch übliche Eigentumsvorbehalte des Lieferanten gesichert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von TEUR 12.417 gegenüber dem alleinigen Gesellschafter und verbundenen Unternehmen Micro Labs Ltd., Bangalore, Karnataka, Indian

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Über die aufgezeigten sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB hinaus sind keine weiteren für die Beurteilung der Finanzlage wesentlichen Verpflichtungen zu vermerken.

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von TEUR 1.663 sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Miet- und Leasingverträge TEUR 1.663
davon bis ein Jahr TEUR 118

III. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von Euro 699,84 (Vorjahr: Euro 154,69) enthalten.

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von Euro 1.058,24 (Vorjahr: Euro 1.068,60) enthalten.

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von Euro 448,00 (Vorjahr: Euro 104,00) enthalten.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist eine Veränderung von latenten Steuern in Höhe von Euro 402.002,10 (Vorjahr: Euro 428.074,94) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von Euro 286,73 (Vorjahr: Euro 1.701,18) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Vertragsstrafen in Höhe von Euro 2.080.741,27 (Vorjahr: Euro 2.136.106,22) enthalten.

IV. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres:

Hier wird auf die Ausführungen im Lagebericht verwiesen.

V. Sonstige Pflichtangaben

1. Konzernzugehörigkeit

Die Micro Labs GmbH wurde in den Konzernabschluss der Micro Labs Ltd., Indien einbezogen.

Die Micro Labs Ltd. stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Konzernkreis auf.

2. Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden 26 Angestellte und 2 leitende Angestellte beschäftigt.

3. Organe

Geschäftsführer:

Dintyala Venkata, Partha Saradhi, Bangalore

Ravindran, Meethale Edayath, Bengaluru

Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

4. Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Jahresüberschuss in Höhe von Euro 6.147.940,72 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

sonstige Berichtsbestandteile

 

Frankfurt, 19. Juni 2024

gez.

Geschäftsführung

Dintyala Venkata

Geschäftsführer

Partha Saradhi

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 04.09.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN

ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Micro Labs GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Micro Labs GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Micro Labs GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bayreuth, 25. Juni 2024

ECOVIS Wirtschaftstreuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Erich Drescher, Wirtschaftsprüfer

Matthias Hersch, Wirtschaftsprüfer

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