Beteiligungsgesellschaften
Hanwha Advanced Materials Germany GmbHLiquidiert
92345 Dietfurt an der Altmühl, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Joung Myung Lim seit 6.7.2021 | Liquidator |
Seho Oh seit 12.9.2019 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Hanwha Advanced Materials Europe, s.r.o. | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Hanwha Advanced Materials Germany GmbHDietfurtJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022A. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung A.1. Allgemeine Angaben Die Firma der Gesellschaft lautet Hanwha Advanced Materials Germany GmbH i.L. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Nürnberg unter HR B 27980 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Dietfurt. Die Geschäftsleitung befindet sich ebenfalls an diesem Ort. Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft. In 2020 haben zwei wesentliche Kunden ihre Absicht kommuniziert, ab Mitte 2021 die bisher von der Gesellschaft gefertigten Produkte von anderen Lieferanten fertigen zu lassen. Die Geschäftsführung hat daher beschlossen, die operative Geschäftstätigkeit der Gesellschaft einzustellen und ab Mitte 2021 den Produktionsbetrieb stillgelegt. Anschließend wurde die Liquidation der Gesellschaft am 21. Juni 2021 beim Handelsregister angemeldet und dort am 6. Juli 2021 eingetragen. Daher wurde der Jahresabschluss gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB wie im Vorjahr unter Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Die Vorjahresangaben zu der Gewinn- und Verlustrechnung unterliegen eingeschränkter Vergleichbarkeit, da diese ausschließlich Aufwendungen und Erträge des Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2021 enthalten. Sämtliche absehbaren Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einstellung des Geschäftsbetriebes (Mitte 2021) sind bereits im Jahresabschluss und Lagebericht zum 31.12.2020 berücksichtigt. A.2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit wurden bereits im Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2019 außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, damit die Buchwerte bei Einstellung der Geschäftstätigkeit (Mitte 2021) den erwarteten Liquidationserlösen entsprechen. Darüber hinaus wurden erforderliche außerplanmäßige Abschreibungen im Rumpfgeschäftsjahr zum 30. Juni 2021 vorgenommen. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen waren im Geschäftsjahr 2022 nicht erforderlich. Die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse wurde zu Herstellkosten vorgenommen. Diese umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der zugehörigen Gemeinkosten. Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs wurden nicht berücksichtigt. Die Bewertung entspricht den Grundsätzen der §§ 255 Abs. 2 und 253 Abs. 4 HGB. Niedrigere Liquidationswerte wurden berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit den Nennwerten bilanziert. Erkennbare Einzelrisiken wurden durch Wertberichtigungen ausreichend berücksichtigt. Niedrigere Liquidationswerte waren nicht zu berücksichtigen. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nennwerten bilanziert. Niedrigere Liquidationswerte waren nicht zu berücksichtigen. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden gebildet für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit in Folgeperioden darstellen. Die Aktivierung erfolgte, da der Ansatz auf dem Abschluss gegenseitiger Verträge basiert, bei denen Leistung und Gegenleistung ihrer Natur nach zeitraumbezogen sind, aber zeitlich auseinanderfallen und die Verträge trotz Einstellung des Geschäftsbetriebs erfüllt wurden. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in der Höhe ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet. Dies beinhaltet auch die erforderlichen Rückstellungen, die aus der Einstellung des Geschäftsbetriebs resultieren, auch wenn diese erst nach dem Bilanzstichtag begründet wurden. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt worden. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und für steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Eine sich ergebende Steuerbe- und -entlastung wird mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Aufgrund der Liquidation der Gesellschaft wird nicht mit einer künftigen Steuerentlastung gerechnet. Über den Saldierungsbereich hinausgehende aktive latente Steuern werden daher nicht angesetzt. A.3. Angaben zur Bilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 ist im als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel dargestellt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurde zu Herstellkosten vorgenommen. Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs wurden nicht berücksichtigt. Abwertungen auf niedrigere Liquidationswerte wurden in Höhe von TEUR 155 berücksichtigt. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Abfindungen und für drohende Verluste aus der Beendigung von Verträgen im Zusammenhang mit der Einstellung des Geschäftsbetriebs gebildet. Art, Umfang und Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel.
A.4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
B. Sonstige Angaben B.1. Haftungsverhältnisse und Außerbilanzielle Geschäfte Leasingverträge Zweck: Leasing von Kfz. Die Vorteile aus den betreffenden Leasingverträgen bestehen in der geringen Kapitalbindung bei gleichbleibenden Nutzungsmöglichkeiten. Ein weiterer Vorteil der Leasingverträge besteht im fehlenden Vermarktungsrisiko am Ende der Leasingzeit. Risiken werden in diesen Vertragsgestaltungen aus den tatsächlichen und potenziellen Abflüssen liquider Mittel über die Vertragslaufzeit gesehen. B.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Miet- und Leasingverpflichtungen betragen TEUR 11 und sind innerhalb eines Jahres fällig. B.3. Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Hanwha Advanced Materials Europe s.r.o, Chlebovice, Tschechien, die als Muttergesellschaft einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Die Hanwha Advanced Materials Europe s.r.o. ist wiederum eine Tochtergesellschaft der Hanwha Corporation, Seoul/Korea, die als oberste Konzerngesellschaft den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der Hanwha Corporation ist auf der Internetseite der Gesellschaft (www.hanwhacorp.co.kr) veröffentlicht. B.4. Mitarbeiter Im Berichtsjahr wurden durchschnittlich 4 Mitarbeiter beschäftigt. B.5. Organe der Gesellschaft Im Berichtsjahr hat nur der Liquidator Bezüge erhalten. Auf die Angabe wird daher unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Am 14. Juni 2021 wurde Herr Joung Myung Lim zum alleinigen Liquidator bestellt. B.6. Honorare des Abschlussprüfers Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers betrifft ausschließlich die Abschlussprüfung und beträgt TEUR 30. B.7. Nachtragsbericht Im Geschäftsjahr 2020 wurde die ordentliche Abwicklung des Geschäftsbetriebs der Gesellschaft beschlossen. Die Liquidation der Gesellschaft wurde am 21. Juni 2021 beim Handelsregister in Nürnberg angemeldet und dort am 6. Juli 2021 eingetragen. Im Hinblick darauf sind bereits im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert von Sachanlagegütern berücksichtigt und für die voraussichtlichen Kosten Rückstellungen, insbesondere für die vorzeitige Beendigung von Anstellungsverträgen und langfristigen Vertragsverhältnissen, gebildet worden. Am 14. Juni 2021 wurde Herr Joung Myung Lim zum alleinigen Liquidator bestellt. Zwischen dem 20. April 2021 und 25. Juni 2021 erfolgten mehrere Einzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Anteilseignerin in Höhe von insgesamt 43,5 Mio. EUR. Mit dieser finanziellen Ausstattung hat die Gesellschaft sämtliche Bankdarlehen, Darlehen verbundener Unternehmen getilgt sowie fällige Zahlungen insbesondere für Abfindungen an Mitarbeiter geleistet und damit alle wesentlichen Verbindlichkeiten im Jahr 2021 getilgt. Eine finanzielle Abhängigkeit der Gesellschaft in Bezug auf die geordnete Liquidation liegt aufgrund des, über die Tilgung aller wesentlichen Schulden hinausgehenden, überschaubaren Liquiditätsbedarfs für die Liquidation, welche die Gesellschaft aller Voraussicht nach selbst leisten kann, nicht vor. Seit dem zweiten Halbjahr 2021, im Jahr 2022 und bis zur Aufstellung dieses Jahresabschlusses wurde die geordnete Liquidation der Gesellschaft betrieben. Die Liquidation ist zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses noch nicht abgeschlossen. Die Gesellschaft ist zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses unverändert Eigentümerin der Grundstücke und der Produktionsgebäude am Standort in Dietfurt. Sämtliche technischen Anlagen und Maschinen und die wesentliche Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie der Vorratsbestand sind veräußert. Alle wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus der operativen Geschäftstätigkeit sind beglichen. Die Liquidation erfolgt insoweit planmäßig, so dass davon ausgegangen wird, dass eine geordnete Liquidation nach Veräußerung der Grundstücke und der Produktionsgebäude am Standort in Dietfurt planmäßig im Jahr 2024 erfolgen kann. Der Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine im Februar 2022 hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und die geordnete Liquidation der Gesellschaft.
Dietfurt, den 29. Juli 2024 Der Liquidator Joung Myung Lim Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar - 31. Dezember 20221. Grundlagen 1.1 Geschäftsmodell Die Hanwha Advanced Materials Germany GmbH i.L. ("die Gesellschaft") ist ein mittelständisches Unternehmen der Automobilzulieferindustrie mit Standort in Dietfurt. Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Hanwha Advanced Materials Europe s.r.o. mit Sitz in Přiborská Frýdek-Místek, Chlebovice, 739 42 Tschechische Republik. Die Gesellschaft ist Teil der Advanced Materials Sparte ("Hanwha Advanced Materials Gruppe") des international agierenden Konzerns der Hanwha Solutions Corporation mit Firmensitz in Seoul, Korea ("Hanwha Solutions" oder "Hanwha Solutions Gruppe"). Hanwha Solutions wiederum gehört zur Hanwha Corporation, Seoul, Korea. Kerngeschäft der Gesellschaft war die Herstellung von akustisch wirksamen, thermoplastischen Funktionsteilen in Leichtbauweise für die Automobilindustrie. Die Hanwha Advanced Materials Gruppe stellte des Weiteren Halbzeuge wie sogenannte "glassfiber mat reinforced thermoplastics" (GMT), "lightweight reinforced thermoplastics" (LWRT) sowie "expanded poly propylene" (EPP) her, um damit weltweit Funktionsteile zu entwickeln und herzustellen. 1.2 Liquidation der Gesellschaft Im Jahr 2020 hatten zwei wesentliche Kunden ihre Absicht kommuniziert, ab Mitte 2021 die bisher von der Gesellschaft gefertigten Produkte von anderen Lieferanten fertigen zu lassen. Die Geschäftsführung hat daraufhin beschlossen, die operative Geschäftstätigkeit der Gesellschaft einzustellen und ab Mitte 2021 den Produktionsbetrieb stillgelegt. Die Liquidation der Gesellschaft wurde am 21. Juni 2021 beim Handelsregister angemeldet und dort am 6. Juli 2021 eingetragen. Am 14. Juni 2021 wurde Herr Joung Myung Lim zum alleinigen Liquidator bestellt. Zwischen dem 20. April 2021 und 25. Juni 2021 erfolgten mehrere Einzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Anteilseignerin in Höhe von insgesamt 43,5 Mio. EUR. Mit dieser finanziellen Ausstattung hat die Gesellschaft sämtliche Bankdarlehen, Darlehen verbundener Unternehmen getilgt sowie fällige Zahlungen insbesondere für Abfindungen an Mitarbeiter geleistet und damit alle wesentlichen Verbindlichkeiten im Jahr 2021 beglichen. Eine finanzielle Abhängigkeit der Gesellschaft in Bezug auf die geordnete Liquidation liegt aufgrund des, über die Tilgung aller wesentlichen Schulden hinausgehenden, überschaubaren Liquiditätsbedarfs für die Liquidation, welche die Gesellschaft aller Voraussicht nach selbst leisten kann, nicht vor. Seit dem zweiten Halbjahr 2021, im Jahr 2022, im Jahr 2023 und bis zur Aufstellung dieses Jahresabschlusses wurde die geordnete Liquidation der Gesellschaft betrieben. Die Liquidation ist zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses noch nicht abgeschlossen. Die Gesellschaft ist zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses unverändert Eigentümerin der Grundstücke und der Produktionsgebäude am Standort in Dietfurt. Sämtliche technischen Anlagen und Maschinen und die wesentliche Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie der Vorratsbestand sind veräußert. Alle wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus der operativen Geschäftstätigkeit sind beglichen. Die Liquidation erfolgt insoweit planmäßig, so dass davon ausgegangen wird, dass eine geordnete Liquidation nach Veräußerung der Grundstücke und der Produktionsgebäude am Standort in Dietfurt planmäßig im Jahr 2024 erfolgen kann. 1.3 Ziele und Strategien Die Hanwha Advanced Materials Gruppe begründete ihr Wachstum maßgeblich durch die Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Fahrzeughersteller Hyundai/Kia in Asien. Durch Zukauf der US-amerikanischen Azdel-Gruppe im Jahr 2005 wurde sowohl der Marktanteil in Nordamerika ausgebaut als auch die Halbzeugherstellung (LWRT und GMT) in das Portfolio ergänzt. Damit ist die Hanwha Advanced Materials Gruppe in der Lage, von der Materialentwicklung über die Herstellung von Funktionsbauteilen die gesamte Wertschöpfungskette abzubilden. Mit der Gründung eines Produktionswerkes in Tschechien im Jahr 2007 betrat die Hanwha Advanced Materials Gruppe den europäischen Markt. Durch die Übernahme der Geschäftsanteile an der Hanwha Advanced Materials GmbH, Dietfurt, (ehemals Heycoustics GmbH) im Jahr 2015 baute die Hanwha Advanced Materials Gruppe ihre Präsenz in Europa weiter aus und fokussierte die Entwicklungsaktivitäten auf die Bedarfe bestimmter deutscher sogenannter Original Equiment Manufacturer (OEM). 1.4 Steuerungssystem Zur Steuerung des werbenden Unternehmens bedienten wir uns der Performance Größe EBITDA im Verhältnis zur Gesamtleistung in Prozent, des Free Cashflows und der Quote des bilanziellen Eigenkapitals am Gesamtkapital. Entwickelten sich die in der Unternehmensplanung zu Grunde gelegten Größen negativ, so wurde ein operatives Einlenken erforderlich. Die entsprechenden Maßnahmen wurden eingeleitet und umgesetzt. Mit Einstellung des Geschäftsbetriebs reduzierte sich die Steuerung der Gesellschaft auf die ordnungsgemäße Abwicklung, d.h. die Veräußerung des betrieblichen Vermögens, Einwerbung offener Forderungen und Ausgleich der Schulden. Die Liquiditätsplanung und -steuerung erfolgt, nach Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs, kurz und mittelfristig bis zur Beendigung der Liquidation als direkte Liquiditätssteuerung auf Basis der für die geordnete Liquidation notwendigen und geplanten Einnahmen- und Ausgaben. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2020 Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2020 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 5,0 % niedriger als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft war somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den Destatis-Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7 %. Die Corona-Pandemie hinterließ im Jahr 2020 deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Die Produktion wurde sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im Produzierenden Gewerbe teilweise massiv eingeschränkt. Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau, das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht, ging die preisbereinigte Wirtschaftsleistung gegenüber 2019 um 9,7 % zurück, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 10,4 %. Die Industrie war vor allem in der ersten Jahreshälfte von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen, unter anderem durch die zeitweise gestörten globalen Lieferketten. Nach Angaben des Sachverständigenrates belastete das schlechte außenwirtschaftliche Umfeld die deutschen Ausfuhren im Jahr 2020 deutlich. Die globale Ausbreitung des Corona-Virus hatte zu einer tiefen Rezession der Weltwirtschaft geführt. Für den Euro-Raum rechnete der Sachverständigenrat mit einem Rückgang des realen BIP im Jahr 2020 um 8,5 % und einem positiven Wachstum von 6,2 % im Jahr 2021. 2021 Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2021 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,7 % höher als im Jahr 2020. Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona-Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen. Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat. Die anhaltenden Lieferengpässe und die vierte Coronawelle bremsten die deutsche Wirtschaft spürbar aus. Die zunächst erwartete kräftige Erholung für das Jahr 2022 verschob sich weiter nach hinten. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um 2,0 % niedriger. Trotz der Zuwächse im Jahr 2021 hat die Wirtschaftsleistung in den meisten Wirtschaftsbereichen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. So lag die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe 2021 noch 6,0 % unter dem Niveau von 2019. Der Außenhandel erholte sich 2021 von den starken Rückgängen im Vorjahr. Deutschland exportierte preisbereinigt 9,4 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland als 2020. Die Importe legten gleichzeitig um preisbereinigt 8,6 % zu. Damit lag der Außenhandel Deutschlands 2021 nur noch leicht unter dem Niveau des Jahres 2019. Die Inflationsrate nahm noch einmal auf 3,1 % zu. Dabei spielten steigende Kosten, die mit den Lieferengpässen einhergingen, und auch die verzögerte Anpassung an die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise eine treibende Rolle. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,7 % 2021 auf durchschnittlich 5,3 % im Jahr 2022. 2022 Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 wachsen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. Der Außenhandel nahm trotz starker Preisanstiege im Jahr 2022 zu: Deutschland exportierte preisbereinigt 3,2 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Vorjahr. Die Importe legten gleichzeitig sehr viel stärker um preisbereinigt 6,7 % zu. Der Außenbeitrag dämpfte dadurch insgesamt das BIP-Wachstum. 2023 und 2024 Die Weltwirtschaft hat sich trotz der anhaltenden Corona-Krise und trotz der Auswirkungen des Ukrainekrieges bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt im Verlauf des Jahres 2023 um 3,0 % gesteigert. Im Angesicht multipler Krisen stagniert die Entwicklung der deutschen Wirtschaft seit Jahresbeginn. Auch wenn die Inflationsraten im Jahresverlauf rückläufig waren, bei gleichzeitigem Anstieg des Lohnniveaus, konnte sich der private Konsum nur langsam erholen. Zudem haben, als Reaktion auf die hohen Inflationsraten, die Notenbanken mehrheitlich das Zinsniveau deutlich erhöht, was den deutschen Wohnungsbau und die Investitionstätigkeit im Allgemeinen stark belastet. Zudem mangelt es auch an nennenswerten Wachstumsimpulsen aus den globalen Märkten für die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Für das Gesamtjahr 2023 stellte das ifo Institut eine Schrumpfung der deutschen Wirtschaft um -0,3 % fest, wogegen in 2022 noch ein Wirtschaftswachstum in Höhe von +1,8 % erreicht wurde. Besonders kräftig schrumpfte die Wertschöpfung in der Industrie und der Bauwirtschaft. Gründe waren u. a. der Mangel an Aufträgen, der schneereiche Dezember und ein außergewöhnlich hoher Krankenstand. Die Kerninflationsrate sinkt zwar von 6,9 % in 2022 auf 5,9 % in 2023, liegt damit jedoch weiterhin deutlich über dem EZB-Zielniveau von 2 %. Die Kerninflationsrate wird mit 2,7% in 2024 und 2,2% in 2025 erwartet, da das ifo Institut davon ausgeht, dass die Energiepreise für die Verbraucher noch bis Ende 2025 sinken werden. Insgesamt sieht die OECD auch im Jahr 2024 Gegenwind für die deutsche Wirtschaft voraus. Die anhaltenden globalen Krisen, wie der Krieg in der Ukraine und der Nahost-Konflikt, belasten die Wirtschaften weltweit, jedoch ist insbesondere die deutsche Wirtschaft in einer schwierigen Phase. Die Energiekrise hat Deutschland mehr als andere Staaten getroffen, da die Industrie hierzulande einen wichtigeren Platz einnimmt und die Abhängigkeit von russischem Gas viel höher war als in anderen Ländern. Zudem verunsichert die Haushaltskrise der deutschen Regierung Unternehmen und Konsumenten gleichermaßen. 2.2 Geschäftsverlauf 2.2.1 Ertragslage Nachdem das Geschäftsjahr 2020 wiederum nicht zufriedenstellend war und zwei wesentliche Kunden ihre Absicht kommuniziert haben, ab Mitte 2021 die bisher von der Gesellschaft gefertigten Produkte von anderen Lieferanten fertigen zu lassen, hat die Gesellschafterversammlung am 14. Juni 2021 beschlossen, den Geschäftsbetrieb zu schließen. Zusammen mit den Kunden hat man sich auf die Stilllegung des Geschäftsbetriebs zum 30. Juni 2021 geeinigt. Bereits im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurden daher alle Aufwendungen im Zusammenhang mit der Betriebsschließung, einschließlich aller voraussichtlich noch zukünftig entstehenden Aufwendungen, und deren Auswirkungen auf die bilanzierten Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten durch die Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit entsprechend der Rechnungslegungsstellungnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer IDW RS HFA 17 berücksichtigt. Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr von TEUR 905 auf TEUR 0 zurückgegangen. Der Personalaufwand reduzierte sich wesentlich von TEUR 648 auf TEUR 419 insbesondere durch die Entlassung und die Freisetzung weiteren Personals. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 701 (Vorjahr TEUR 869) waren geprägt durch Recht- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 207 (Vorjahr TEUR 213). Im Vorjahr waren Mindererlöse aus Anlagenabgang in Höhe von TEUR 156 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2022 beträgt TEUR 1.243. 2.2.2 Finanzlage Aufgrund der anhaltenden Verlustsituation, der Einstellung der Produktion Mitte 2021 und der damit verbundenen Liquidation der Gesellschaft war die Gesellschaft zum Stichtag grundsätzlich auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um sämtliche zum 30. Juni 2021 bestehenden und künftig entstehenden Verpflichtungen zu erfüllen. Daher hat die Anteilseignerin durch die Abgabe einer unbefristeten Patronatserklärung mit Datum vom 18. November 2020 zugesichert, dass die Gesellschaft so finanziell ausgestattet wird, dass sie jederzeit ihre Verpflichtungen erfüllen kann und somit eine drohende Zahlungsunfähigkeit bzw. eine Überschuldung vermieden wird. Die Anteilseignerin hat zwischen dem 20. April 2021 und dem 25. Juni 2021 Einzahlungen in Höhe von EUR 43,5 Mio. in die Kapitalrücklage geleistet. Unter Berücksichtigung der geleisteten Einzahlungen in die Kapitalrücklage und der bei Erstellung des Abschlusses verbleibenden Vermögensgegenstände und Schulden wird die Gesellschaft in der Lage sein, die geordnete Liquidation der Unternehmenstätigkeit, ohne weitere finanzielle Unterstützung durch die Anteilseignerin planmäßig in 2024 durchzuführen. Die Rückstellung beinhalten zum überwiegenden Teil Beträge im Zusammenhang mit Erstellung und Prüfung der Jahresabschlüsse und Lagebericht bis zum 31.12.2022 in Höhe von TEUR 320 (Vorjahr TEUR 320). 2.2.3 Vermögenslage Die Bilanzsumme ist von EUR 12 Mio. auf EUR 10,8 Mio. gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen durch die Entwicklung der liquiden Mittel begründet. Die bisher auf den Bankkonten vereinnahmten Erlöse aus der Verwertung des Anlagevermögens konnten die weiterhin laufenden operativen Auszahlungen nicht vollständig kompensieren. Des Weiteren ist der Rückgang durch die Reduzierung der Umsatzsteuerforderungen um TEUR 206 auf TEUR 86 sowie den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Hohe von TEUR 126 auf TEUR 178 aus der Veräußerung des Anlagevermögens im Zusammenhang mit der Einstellung der Geschäftstätigkeit Mitte 2021 begründet. 2.3 Gesamtaussage Zusammenfassend ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31.12.2022 trotz der Entscheidung, die Geschäftstätigkeit einstellen zu müssen, zufriedenstellend, da diese sich im Einklang mit den Erwartungen befindet. Die Gesellschaft war vom 31. Dezember 2022 bis zur Aufstellung dieses Lageberichts im Juli 2024 in der Lage, die Liquidation geordnet durchzuführen. Die dafür erforderlichen Maßnahmen waren angemessen, die Gesellschaft war und ist mit ausreichenden finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet. 3. Prognosebericht Im Geschäftsjahr 2020 wurde die ordentliche Abwicklung des Geschäftsbetriebs der Gesellschaft beschlossen. Die operative Geschäftstätigkeit wurde am 30. Juni 2021 eingestellt. Die Liquidation der Gesellschaft wurde am 21. Juni 2021 beim Handelsregister in Nürnberg angemeldet und am 6. Juli 2021 dort eingetragen. Im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 wurden die Prognosen des Vorjahres für das Unternehmen für alle Kennzahlen erfüllt. Es wurden keine Umsatzerlöse erzielt und der Jahresfehlbetrag lag bei EUR 1,1 Mio.. Die liquiden Mittel betrugen, wie prognostiziert, EUR 3,6 Mio.. Es wurden keine neuen Bankdarlehen aufgenommen und es waren keine Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und verbundenen Unternehmen vorhanden. Die wesentlichen Parameter der nach dem Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 folgenden Geschäftsjahre, die für die Lage vor dem Hintergrund der Liquidation der Gesellschaft relevant sind, lassen sich wie folgt darstellen (ungeprüfte, vorläufige Werte bzw. Planwerte):
Der nach Abschluss des Liquidationsverfahrens verbleibende Bestand an liquiden Mitteln wird an die Gesellschafterin ausgezahlt. Der Abschluss der Liquidation wird nach dem Verkauf der Immobilie erwartet. Es wurden bereits Interessenten identifiziert und Verhandlungen geführt, jedoch bis zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts im Juli 2024 nicht erfolgreich abgeschlossen. Ab 2024 und bis zur Veräußerung der zuletzt verbliebenen Immobilie werden mit ca. EUR 40.000 monatlichen Kosten gerechnet. Diese kann die Gesellschaft voraussichtlich aus den ihr zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln selbst und ohne weitere Inanspruchnahme finanzieller Unterstützung leisten. 4. Chancen- und Risikobericht Der Gesellschaft stehen aufgrund der bereits erhaltenen Kapitaleinzahlungen voraussichtlich ausreichend liquide Mittel zur Verfügung, um eine geordnete Abwicklung und Liquidation des Geschäftsbetriebs eigenständig, ohne weitere finanzielle Unterstützung durch die Anteilseignerin, planmäßig in 2024 durchzuführen. Risiken und zugleich Chancen bestehen im Wesentlichen in der Verwertung des Anlagevermögens dahingehend, dass erzielbare Veräußerungserlöse von den für die Bilanzierung zum 31. Dezember 2019 geschätzten Liquidationswerten abweichen könnten.
Dietfurt, den 29. Juli 2024 Hanwha Advanced Materials Germany GmbH i.L. Joung Myung (Alex) Lim, Liquidator BESTÄTIGUNGSVERMERKBestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers An die Hanwha Advanced Materials Germany GmbH i.L., Dietfurt: Eingeschränkte Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Hanwha Advanced Materials Germany GmbH i.L., Dietfurt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Hanwha Advanced Materials Germany GmbH i.L., Dietfurt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkungen der Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die eingeschränkten Prüfungsurteile Im Hinblick auf die Prüfung des Nachweises und der Vollständigkeit der Vorräte, die im Jahresabschluss mit TEUR 474 ausgewiesen werden, haben wir keine Inaugenscheinnahme des Inventars vorgenommen, und an der körperlichen Bestandsaufnahme der Vorräte haben wir nicht beobachtend teilgenommen, da uns der Liquidator verspätet, d.h. nach der auskunftsgemäß durchgeführten Stichtagsinventur beauftragt hat. Alternative Prüfungshandlungen in Bezug auf den Ansatz der Vorräte haben wir nicht durchgeführt, da uns der Liquidator einerseits keine ausreichenden Aufzeichnungen vorgelegen konnte und andererseits sachkundige Personen zum Zeitpunkt unserer Prüfung nicht mehr zur Verfügung standen. Der Liquidator hat damit entgegen der gesetzlichen Pflicht zur Vorlage und Auskunft gemäß § 320 HGB keine ausreichenden Prüfungsnachweise erbracht. Für die Bewertung der Vorräte, die im Jahresabschluss mit TEUR 474 ausgewiesen werden, hat uns der Liquidator keine Aufzeichnungen zur Ermittlung der für die Bewertung angesetzten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgelegt und damit entgegen der gesetzlichen Pflicht zur Vorlage und Auskunft gemäß § 320 HGB keine ausreichenden Nachweise erbracht. Außerdem konnte uns der Liquidator keine angemessenen Nachweise bezüglich der Werthaltigkeit dieser Vorräte zum 31. Dezember 2022 vorlegen, was einen Verstoß gegen die gesetzliche Pflicht zur Vorlage und Auskunft gemäß § 320 HGB darstellt. Der Liquidator konnte uns keine ausreichenden Nachweise für die Periodenabgrenzung der Verwertungserlöse des zu liquidierenden Anlagevermögens zur Verfügung stellen. Insoweit war es nicht möglich, eine hinreichende Sicherheit über die zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen technische Anlagen und Maschinen in Höhe von TEUR 21 sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 134 und der korrespondierenden Abschlussposten (Mehrerlöse aus dem Anlagenabgängen in den sonstigen betrieblichen Erträgen, Mindererlöse aus Anlagenabgängen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) zu erzielen. Wir haben daher unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht eingeschränkt. Diese Sachverhalte beeinträchtigen möglicherweise auch die Darstellung des Geschäftsverlaufs im Lagebericht einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft sowie die Darstellung der Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung. Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere eingeschränkten Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts Wir verweisen auf die Ausführungen des Liquidators in den Abschnitten "A.1. Allgemeine Angaben", "A.2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", "A.4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung" sowie "B.7. Nachtragsbericht" des Anhangs und Abschnitt "1.2 Liquidation der Gesellschaft" des Lageberichts, welche den Beschluss zur Einstellung der Geschäftstätigkeit, die tatsächliche Einstellung des Geschäftsbetriebs im Juni 2021 sowie die Anmeldung zur Liquidation der Gesellschaft beim Handelsregister am 21. Juni 2021 und die darauf basierende Bilanzierung zu Liquidationswerten aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert. Verantwortung des Liquidators für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der Liquidator ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Liquidator verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Liquidator dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der geordneten Liquidation, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unternehmenstätigkeit tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Liquidator verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Liquidator verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wiesbaden, den 29. Juli 2024 International
Accounting Partner
gez. Dr. Schüler, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 29. Juli 2024 festgestellt. |
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