Stammdaten

Register
Amtsgericht Wiesbaden HRB 30652
Vorher
Blitz F16-74 GmbHStromer BidCo GmbHSofian BidCo GmbHCOBEX GmbH
Eingetragen
10.9.2016
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von keramischen Erzeugnissen für sonstige technische ZweckeHerstellung von Kautschuk, Kautschukmischungen und Halbzeug daraus
Gegenstand
die Herstellung, Be- und Verarbeitung, der Vertrieb von sowie der Handel mit Carbonerzeugnissen aller Art, insbesondere industriellen Erzeugnissen aus natürlichem und künstlichem Kohlenstoff und Graphit sonstigen Werkstoffen und Produkten auf der Basis von Kohlenstoff oder Graphit, sowie allen im Zusammenhang mit diesen Erzeugnissen herzustellenden oder zu gewinnenden Stoffen und sonstigen Produkten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dennis Böttjer
seit 10.2.2026
Prokura
Alexander Loscher
seit 10.2.2026
Geschäftsführer
Piotr Jaskierski
seit 10.2.2026
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Tokai Carbon Co., LtdJPN
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.100 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Tokai COBEX GmbH

Wiesbaden

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und Lagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die Tätigkeit der Tokai COBEX GmbH, innerhalb der Tokai COBEX Group, ist als Hauptverwaltung auf die Administration, die Geschäftsentwicklung, die Optimierung der Fertigungsstrukturen sowie den weltweiten Vertrieb von kundenspezifischen Produkten, Lösungen und Anwendungen an verschiedene Industrien in den Bereichen Primäraluminium, Roheisen, Siliziummetall sowie andere Ferrolegierungen ausgerichtet.

Unsere Produkte (insb. hochwertige Kathoden, Kohlenstoffelektroden sowie Hochofenauskleidungen) zeichnen sich vor allem durch hohe Strom- und Wärmeleitfähigkeit, Hitze- und Korrosionsbeständigkeit sowie geringem spezifischen Energieverbrauch (SEC in kWh/kg Al), hoher Stromausbeute (current efficiency in %) und hohe Lebensdauer aus. Auf Basis unserer Materialkompetenz bei Kohlenstoff und Graphit werden die Produkte von unseren Tochterunternehmen Tokai COBEX Polska sp.z.o.o., Polen und Tokai COBEX Savoie SAS, Frankreich (im Folgenden kurz "Tokai COBEX Savoie") in insgesamt vier Produktionsstätten in Polen und Frankreich hergestellt.

Die Muttergesellschaft der Tokai COBEX GmbH ist die Tokai COBEX HoldCo GmbH, Wiesbaden. Die oberste Muttergesellschaft ist die Tokai Carbon Co., Ltd., Japan.

Unternehmenssteuerung

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Führungsstrukturen und Führungsgrundsätze der Tokai COBEX GmbH leiten sich von den identischen Grundsätzen der Tokai COBEX Group in Abstimmung mit der obersten Muttergesellschaft, Tokai Carbon Co., Ltd., ab. Diese basieren auf Leitprinzipien, die die Regeln der Zusammenarbeit und die Verantwortungsebenen für das strategische als auch das operative Geschäft festlegen. Übergeordnetes Ziel ist die Umsetzung einer nachhaltigen, übergreifenden und profitablen Wachstumskultur. Diesem Anspruch folgt auch die unternehmensinterne Steuerung der Tokai COBEX GmbH. Hierzu gehören monatliche Berichterstattungen an die Vertreter des Gesellschafters, regelmäßige Sitzungen der Geschäftsführung des Unternehmens sowie Management-Kommunikationsforen, monatliche Jahresprognosen und Berichte sowie unmittelbar damit verknüpfte SollIst-Vergleiche, einschließlich etwaiger Abweichungsanalysen. Daneben steuern und überwachen Führungsebenen mit Investitionsprojekten beauftragte Lenkungsgruppen sowie definierte Aufgabenkomplexe wie Personalfragen, Sicherheit, Compliance und Umweltschutz.

Entscheidende Frühindikatoren für den erwarteten Verlauf des operativen Geschäfts der Tokai COBEX Gruppe sind zum einen die tatsächliche oder prognostizierte Entwicklung wichtiger Absatzmärkte, zum anderen der Auftragseingang (Bestellungsbestand und Auftragsausblick) und die entsprechenden Kapazitätsauslastungen in den Tochterunternehmen.

Finanzielle Ziele

Die wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen des Unternehmens sind die Umsatzerlöse, das EBITDA sowie die Liquidität (Bankguthaben). Sämtliche Handlungsaktivitäten und Maßnahmen sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens sind an den finanziellen Zielen ausgerichtet.

Forschung & Entwicklung

Unsere Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur in unseren Tochterunternehmen in Polen und in Frankreich bietet gute Bedingungen für unsere internen Forschungs- und Entwicklungsprojekte. In den Laboren und Pilotanlagen sowie durch Kooperationen mit externen Partnern wie der AGH - Wissenschaftlich-Technische Universität in Krakau, Polen (Akademia Górniczo-Hutnicza im. Stanisława Staszica w Krakowie) und verschiedene technische Kollaborationen mit Kunden und Technologiegebern (bspw. Hydro Aluminium in Norwegen oder auch NEUI in China) erfolgt die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien, die mittel- und langfristig zur Umsatzsteigerung mit neuen bzw. weiterentwickelten Produkten und zu einer Verbesserung der Kostensituation sowie Marktpositionierung beitragen sollen. Das Entwicklungsportfolio umfasst sowohl Produkte und Verfahren, die mittel- und langfristig in den etablierten Produktbereichen zum Einsatz kommen, als auch Projekte, die neue Geschäftsmöglichkeiten für die Tokai COBEX Group eröffnen.

Für den Schutz des geistigen Eigentums umfasste das Patentportfolio des Unternehmens 244 Patente und Patentanmeldungen (VJ: 240) in 24 Patentfamilien (VJ: 24) sowie neun eingetragene Marken (VJ: sechs) zum 31. Dezember 2023. Es wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine neuen Erstanmeldungen von Patenten eingereicht.

II. Wirtschaftsbericht

Konjunkturverlauf 2023

Weltwirtschaft 2023 durch Krisen und hohe Zinsen spürbar belastet

Die Weltwirtschaft hat sich 2023 nur leicht von der Pandemie erholt. Negativfaktoren waren die restriktive Geldpolitik, das Auslaufen der zuvor stimulierenden Pandemie-Fiskalpakete, eine höhere Verschuldung und Wetterextreme. Belastet haben außerdem die geopolitischen Krisen und das Decoupling, d.h. die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragmentierung der Welt. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Vorjahr waren die Preise für Energie, Rohstoffe, Vorprodukte und Lebensmittel weltweit drastisch gestiegen. Dieser Inflationsdruck ließ 2023 zum Jahresende hin nach. Die wichtigsten Notenbanken haben ihre straffe Geldpolitik trotzdem fortgesetzt. In diesem Umfeld war die Industriekonjunktur schwach. Mit einem Plus von nur 0,9 % wurde die Industrieproduktion weltweit kaum gesteigert (2022: +3,2 %, 2021: +7,7 %). Laut dem IWF ist die Weltwirtschaft 2023 mit +3,1 % nach +3,5 % im Vorjahr moderat gewachsen. Die Industrieländer legten dabei nur um 1,6 % zu (2022: +2,6 %), die Schwellen- und Entwicklungsländer um 4,1 % (2022: +4,1 %).

China hat Ende 2022/Anfang 2023 die zuvor strenge Null-Covid-Politik vollständig aufgegeben, und die Notenbank hat die Zinsen zur Stabilisierung der Konjunktur gelockert. So blieb die Industrieproduktion mit einem Anstieg um 4,6 % robust. Trotzdem hat sich die Wirtschaft nur langsam erholt, belastet u. a. durch die anhaltende Krise im Bau- und Immobiliensektor. Chinas Wirtschaft ist 2023 letztlich um 5,2 % gegenüber dem pandemiebelasteten Vorjahr gewachsen (2022: +3,0 %). Die strukturell dynamisch wachsende Wirtschaft in Südostasien (ASEAN-5) hat sich weiter von der Pandemie erholt (+4,2 %). Indien, das bevölkerungsstärkste Land der Welt, ist ebenfalls sehr kraftvoll gewachsen (+6,7 %). In Brasilien blieb das Wachstum mit +3,1 % moderat.

In dien Industrieländern war die Entwicklung 2023 uneinheitlich. So sind die USA konjunkturell sanft gelandet. Mit einem Wachstum von 2,5 % war die Wirtschaft überraschend widerstandsfähig, obwohl die Notenbank den straffen Kurs mit vier Zinserhöhungen fortgesetzt hat. Die US-Industrieproduktion stagnierte (+0,2 %) und die Kapazitätsauslastung ging zurück. Während Japan bei weiter niedrigen Zinsen mit 1,9 % nach 1,0 % stärker gewachsen ist, kühlte die Dynamik in Kanada deutlich ab (+1,1 % nach +3,8 %). Großbritannien (+0,5 %) und der Euroraum (+0,5 %) traten weitgehend auf der Stelle. Dabei konnten Frankreich, Spanien und Italien zwar schwächer als im Vorjahr, aber immer noch moderat zulegen. Aber Deutschland rutschte mit einem BIP-Rückgang um 0,3 % in die Rezession (2022: +1,8 %). Im Euroraum sank die Industrieproduktion um 2,4 %.

Stahlindustrie 2023:

Stagnierende Stahlerzeugung und höhere Überkapazitäten im Weltmarkt, Europa 2023 weiter zurückgefallen

Der Weltstahlmarkt stand auch 2023 unter dem dämpfenden Einfluss der hohen Inflation und Zinsen, sodass die Nachfrage von wichtigen Kundenindustrien weiter abgekühlt ist. Die Bauindustrie, vor allem der private Wohnungsbau, litt stark. Investitionen in die Infrastruktur und die Erholung der Automobilindustrie haben den Markt jedoch stabilisiert. Laut Vorabschätzung der WSA (World Steel Association) nahm die Stahlnachfrage 2023 damit weltweit sogar um 1,8 % auf 1.814,55 Mio. Tonnen zu (2022: -3,3 %). Regional blieben die Trends stark gegenläufig. Ein Wachstumstreiber war China (+2,0 % nach -3,5 % im Vorjahr), das mit knapp 52 % die Hälfte des globalen Stahlbedarfs ausmacht. Außerhalb Chinas stieg die Stahlnachfrage um 1,6 %. So ist der Stahlbedarf in Indien (+8,6 %), der Türkei (+19,0 %) und in Mexiko (+6,6 %) kräftig gewachsen. Zuwächse verbuchten auch Südostasien (ASEAN-5) mit +3,8 % und Südkorea mit +3,3 %. Dagegen blieb die Nachfrage in Nahen Osten (-3,5 %) und in den westlichen Industrieregionen schwach. So schrumpfte der Mark in den USA um 1,1 %, in Japan um 2,0 % und Westeuropa (EU 27 + Großbritannien) um 5,1 %. Erneut waren die Einbußen in Deutschland (-10,0 % nach -8,8 % im Vorjahr) und Italien (-7,2 % nach -5,6 % im Vorjahr) sehr stark.

Unter diesen Marktbedingungen stagnierte die Weltstahlproduktion 2023 mit 1.888,2 Mio. Tonnen (2022: 1.887,6 Mio. Tonnen). In China hielten die Stahlerzeuger angesichts der verhaltenen Nachfrage, u. a. vom Bausektor, ihre Produktion konstant (+0,1 %). Ihr Anteil an der Weltstahlproduktion lag bei 54,0 %. Außerhalb Chinas war die Rohstahlproduktion mit 869,1 Mio. Tonnen ebenfalls kaum verändert (-0,1 %), wobei Indien, die globale Nummer 2, die Stahlerzeugung massiv um 11,8 % gesteigert hat. Unter den weiteren Top-10 der stahlproduzierenden Länder haben 2023 Russland (+5,6 %), Südkorea (+1,3 %) und der Iran (+1,8 %) den Output erhöht. Die USA bewegten sich weitgehend auf dem Level des Vorjahres (+0,2 %). Einbußen gab es dagegen in Japan (-2,5 %), der Türkei (-4,0 %), Brasilien (-6,5 %) und Deutschland (-3,9 %). Insgesamt sank die Stahlproduktion in der EU um 7,4 %. Der Nahe Osten (+1,3 %) hat etwas mehr produziert als vor Jahresfrist.

Die weltweit verfügbaren Rohstahlkapazitäten sind nach aktuellen OECD-Daten 2023 um 2,3 % auf 2.498,6 Mio. Tonnen gewachsen. Damit setzte sich der Ausbau im fünften Jahr in Folge nennenswert fort. Der absolute Zuwachs allein aus 2023 von rd. 57 Mio. Tonnen entspricht in etwa dem Kapazitätsbestand Brasiliens oder Deutschlands. So sind die Überkapazitäten im Weltmarkt auf knapp 611 Mio. Tonnen gestiegen, die Auslastung der Anlagen ging weiter auf 75,6 % zurück (2022: 77,2 %, 2021: 80,9 %). Afrika, Südostasien und der Nahen Osten treiben den Ausbau wie auch China und Indien. In diesen zwei größten Stahlerzeugungsländern stehen zusammen 53 % der aktuellen globalen Kapazitäten zur Rohstahlerzeugung. In Nordamerika (+1,8 %) und vor allem der EU (+0,1 %) sind die Investitionen in den Ausbau verhaltener. Während Asien sehr stark in traditionelle Hochöfen investiert, liegt der Fokus in den wachstumsschwächeren Regionen auf Elektrostahl (Lichtbogenöfen) und innovativen, emissionsarmen Technologien.

Aluminiumindustrie 2023:

Angebot 2023 stärker gewachsen als die Nachfrage, Europas Hersteller noch ohne Rückenwind

Obwohl das globale Konjunkturumfeld überwiegend schwach und krisenbelastet war, ist der Aluminiummarkt 2023 weiter gewachsen. Allerdings hat sich die Aluminiumnachfrage verhalten entwickelt, weil die Belebung der Konjunktur in China nach Aufhebung der Pandemiebeschränkungen eher verhalten blieb und die Nachfrage in Europa und den USA als Folge der gestiegenen Zinsen schwach war. Vor allem die Abschwünge in Chinas und Europas Bausektoren hatten die Aluminiumnachfrage belastet. Anderseits war der Aluminiumbedarf in grünen Sektoren von der Elektromobilität bis hin zu Solarzellen sehr lebhaft, vor allem in China. Auf die LME-Notierungen wirkten sich neben der Konjunkturschwäche und geopolitischen Risiken auch hohe russische und indische Lagerbestände belastend aus. Russisches Aluminium unterlag 2023 keinen Sanktionen. Nach Angaben der Weltbank sind die Aluminiumpreise 2023 um 16,6 % auf durchschnittlich USD 2.256/Tonne gesunken. Zugleich dürfte die Nachfrage 2023 leicht zugelegt haben, wenngleich langsamer als das Angebot. Unterjährig formulierte Prognosen zur Aluminiumnachfrage waren bereits zurückhaltend (z.B. Al Circle +1,7 %).

Laut den Daten des IAI (International Aluminium Institute) wurde die Produktion von Primäraluminium 2023 weltweit um 2,2 % auf 70,6 Mio. Tonnen ausgeweitet. Dabei wurden 80 % des Gesamtanstiegs von rd. 1,5 Mio. Tonnen allein in China erzeugt (+3,1 %), das mit einen Anteil von 59,0 % am globalen Output mit großem Abstand die dominierende Herstellerregion ist. Außerdem wurde die Aluminiumproduktion im sonstigen Asien (+1,8 %) und in der Golf-Region (+2,4 %) gesteigert. Dagegen verbuchte die Region Russland/Osteuropa (-1,6 %) Einbußen. Während auch Nord- (+4,1 %) und Südamerika (+13,8 %) zulegen konnten, fiel die Produktion in West- und Mitteleuropa um 6,9 % auf 2,7 Mio. Tonnen zurück. Im Vorjahr hatten die Hersteller in Europa als Folge der immens höheren Stromkosten und des Margendrucks substanzielle Teile ihrer Produktionsanlagen stillgelegt, die 2 % der damaligen globalen Kapazitäten ausmachten. Eine Kehrtwende blieb 2023 aus. Dafür fehlten die Anreize, denn das Wiederanfahren stillgelegter Anlagen ist ein langwieriger und teuer Vorgang.

Aluminiumhersteller investieren i. d. R. mit Blick auf den prognostizierten mittelfristigen Bedarf. Für die kapital- und energieintensiven Anlagen werden deshalb üblicherweise zunächst Kapazitätsüberhänge aufgebaut, in die Nachfrage und tatsächliche Produktion dann sukzessive hineinwachsen. Weil die globale Nachfrage 2023 hinter dem Produktionsanstieg zurückblieb, ist der Aluminiummarkt weltweit jedoch in einen Überschuss gelaufen. Die Rohstoffanalysten von ING beziffern den Angebotsüberhang im Jahr 2023 auf rd. 800.000 Tonnen. In den beiden Vorjahren war der Markt noch durch Defizite geprägt, d.h., die Nachfrage war volumenmäßig höher als die Produktion.

Siliziumindustrie 2023:

Weltmarkt für Siliziummetall auch 2023 mit gegenläufigen Entwicklungen auf den Endmärkten

Die industrielle Erzeugung von Siliziummetall ist energieintensiv. Sie beginnt in elektrischen Lichtbogenöfen durch Schmelzen unter extremer Hitze, gefolgt von einer hydro-metallurgischen Veredelung. Vorprodukte sind Quarzsand und Quarzkies. Im Berichtsjahr 2023 dürften die Hersteller von den niedrigeren Energiepreisen im Vergleich zum Vorjahr profitiert haben. Die Endmärkte sind breit gefächert, wobei die nachgelagerte Produktion von Aluminiumlegierungen und die Herstellung von Silikonen und Silanen die größten Anwendungen sind. Diese werden durch die Endmärkte Automobil, Bau und Elektronik getrieben. Siliziummetall wird außerdem für die Herstellung von Polysilizium benötigt, das die wachstumsstarken Endmärkte Solarenergie (Photovoltaik, PV) und elektronische Halbleiter (u. a. Mikrochips) bedient. Im Berichtsjahr haben sich diese Segmente zum Teil stark gegenläufig entwickelt.

So haben die Aluminiumhersteller ihre Produktion weltweit um 2,2 % gesteigert. Dagegen geriet die Bauindustrie 2023 als Folge gestiegener Zinsen in wichtigen Regionen der Welt unter Druck. So sind Chinas Bauinvestitionen drastisch eingebrochen, im Wohnungsbau nominal um 9,6 %, im Wirtschaftsbau je nach Segment um bis zu 16,9 %. In Europa stagnierte die Bauproduktion (EU +0,1 %), wobei der robuste Tiefbau den Rückgang im Gebäudebau kompensiert hat. In den USA konnten die Bauausgaben 2023 aufgrund hoher Investitionen in die Infrastruktur sogar um 7,0 % zulegen, obwohl der Wohnungsbau in den Abschwung geriet (-5,6 %). Unterstützt durch historisch niedrige Modulpreise befand sich die Solarindustrie 2023 im Boom. Nach einer Schätzung der Experten von BNEF (Bloomberg New Energy Finance) dürften 2023 weltweit PV-Anlagen mit einer Nennleistung von 413 GW neu installiert worden sein, ein Zuwachs von 58 %. Der Halbleitermarkt litt andererseits unter der konjunkturell gedrückten Nachfrage nach Smartphones und PCs. Nach Angaben von Gartner ist der Branchenumsatz 2023 nominal um 11,1 % gesunken.

Überblick über den Geschäftsverlauf 2023

Im Einklang mit der Vorjahresprognose sind die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 deutlich um 68.797 Tsd. EUR auf 522.869 Tsd. EUR angestiegen.

Dies ist bedingt durch einen deutlichen Anstieg der Verkaufspreise, ausgelöst durch die wesentlich höheren Energiekosten in Europa und Rohstoffpreise gegenüber dem Vorjahr. Diese Preissteigerungen haben einen Rückgang bei den Verkaufsmengen überkompensiert.

Im Bereich der Produktgruppe Kathode haben sich die Umsatzerlöse von 335.892 Tsd. EUR im Vorjahr auf 378.797 Tsd. EUR somit deutlich erhöht.

Im Bereich der Hochofenauskleidungen kam es, wie prognostiziert, ebenfalls zu einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse von 41.486 Tsd. EUR auf 51.451 Tsd. EUR.

Der Umsatz im Bereich der Kohlenstoffelektrode wurde erwartungsgemäß, aufgrund von weiterhin bestehenden Lieferbeschränkungen eines Wettbewerbers, sowie durch Preissteigerungen deutlich von 60.685 Tsd. EUR auf 77.866 Tsd. EUR erhöht.

Entgegen der Vorjahresprognose hat sich das Unternehmens-EBITDA von 17.949 Tsd. EUR auf 13.773 Tsd. EUR leicht vermindert. Das Jahresergebnis hat sich von 7.563 Tsd. EUR auf 3.066 Tsd. EUR vermindert. Der Rückgang des Jahresergebnisses ist primär bedingt durch die Buchung einer Einzelwertberichtigung in Höhe von ca. 4 Mio. aufgrund eines antizipierten Zahlungsausfalls eines Kunden. Trotz der partiellen Rückzahlung des in 2022 erhaltenen Darlehens der japanischen Muttergesellschaft i.H.v. 20.000 Tsd. EUR hat sich die Liquidität von 36.558 Tsd. EUR auf 36.679 Tsd. EUR entgegen der Prognose leicht erhöht. Dies ist primär bedingt durch eine erhöhte Zahlungsmoral der Geschäftskunden zum Geschäftsjahresende.

Ertragslage

Der Umsatz lag im Berichtszeitraum 2023 bei 522.869 Tsd. EUR (VJ: 454.072 Tsd. EUR). In diesem Berichtszeitraum wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 3.066 Tsd. EUR (VJ: 7.563 Tsd. EUR) erzielt. Der Anstieg des Umsatzes des aktuellen Geschäftsjahres resultiert aus erhöhten Umsätzen der Bereiche Kathode, Kohlenstoffelektrode und Hochofenauskleidungen, begünstigt durch Preissteigerungen. Der Materialaufwand, im Wesentlichen resultierend aus Weiterbelastungen der produzierenden verbundenen Unternehmen, stieg von 406.816 Tsd. EUR auf 473.063 Tsd. EUR aufgrund inflationärer Effekte im Bereich der Rohstoffe an.

Die sonstigen betrieblichen Erträge i. H. v. 4.818 Tsd. EUR sind im Vergleich zum Vorjahr (4.349 Tsd. EUR) weitestgehend unverändert und resultieren primär aus der Währungsumrechnung.

Der gesunkene Personalaufwand resultiert im Wesentlichen aus im Vorjahresvergleich niedrigeren Bonuszahlungen (9.310 Tsd. EUR; VJ: 10.266 Tsd. EUR)

Das EBITDA beträgt 13.773 Tsd. EUR gegenüber dem Vorjahreswert von 17.949 Tsd. EUR. Das EBIT weist im Berichtszeitraum 2023 einen Wert von 9.877 Tsd. EUR aus (VJ: 14.064 Tsd. EUR) auf. Beide Kennzahlen verminderten sich primär bedingt durch die Erfassung einer Einzelwertberichtigung in Höhe von ca. 4 Mio. aufgrund eines antizipierten Forderungsausfalls eines Kunden.

Das polnische und das französische Tochterunternehmen nahmen hohe Investitionsaufwendungen in 2023 vor, weswegen für das Geschäftsjahr keine Ausschüttungen beschlossen wurden.

Der Zinsaufwand beträgt im Geschäftsjahr 4.780 Tsd. EUR (VJ: 1.273 Tsd. EUR). Der Anstieg der Zinsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus dem Factoring im Zuge des Zinsanstiegs.

Der Jahresüberschuss des aktuellen Geschäftsjahres hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 4.497 Tsd. EUR vermindert.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Tokai COBEX GmbH beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 535.063 Tsd. EUR (VJ: 549.874 Tsd. EUR).

Das Anlagevermögen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 406.860 Tsd. EUR (VJ: 398.774 Tsd. EUR). Der Anstieg des Anlagevermögens ist hauptsächlich auf den Unternehmenserwerb der Novalum SA in Höhe von 11.948 Tsd. EUR zurückzuführen. Der Geschäfts- oder Firmenwert beträgt 10.508 Tsd. EUR (VJ: 14.011 Tsd. EUR). Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 wurden Abschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von 3.896 Tsd. EUR (VJ: 3.885 Tsd. EUR) getätigt. Diese Abschreibungen resultieren zum größten Teil aus den planmäßigen Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum 31. Dezember 2023 63.914 Tsd. EUR (VJ: 64.525 Tsd. EUR). Trotz der gestiegenen Umsatzerlöse ist das Niveau der Forderungen gleichbleibend, bedingt durch eine erhöhte Zahlungsmoral der Geschäftskunden zum Geschäftsjahresende.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden zum Bilanzstichtag mit 16.434 Tsd. EUR geführt (VJ: 40.182 Tsd. EUR). Der Rückgang stammt im Wesentlichen aus der vollständigen Begleichung einer Forderung gegen die Tokai COBEX Polska sp. z.o.o. resultierend aus einer Vereinbarung über die Übertragung von Herstellungsrechten.

Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände auf 10.999 Tsd. EUR (VJ: 9.407 Tsd. EUR) beruht im Wesentlichen aus einem Anstieg der Forderungen aus ausländischen Umsatzsteuervoranmeldungen auf 4.570 Tsd. EUR (VJ: 4.229 Tsd. EUR) und Ertragsteuerforderungen gegen das Finanzamt von 2.665 Tsd. EUR (VJ: 5 Tsd. EUR).

Die Guthaben bei Kreditinstituten betragen zum Bilanzstichtag 36.679 Tsd. EUR (VJ: 36.558 Tsd. EUR). Bei Zahlungsmittelabflüssen bedingt durch die partielle Rückzahlung einer Darlehensverbindlichkeit gegenüber der japanischen Muttergesellschaft von 20.000 Tsd. EUR sowie die getätigten Zahlungen im Zusammenhang mit der Novalum Akquisition i. H. v. 4.541 Tsd. EUR ist das Guthaben bei Kreditinstituten leicht angestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf eine erhöhte Zahlungsmoral der Geschäftskunden zum Geschäftsjahresende zurückzuführen.

Das Eigenkapital ist zum 31. Dezember 2023 mit 396.616 Tsd. EUR (VJ: 393.549 Tsd. EUR) verzeichnet. Die Veränderung resultiert aus dem Jahresüberschuss 2023 von 3.066 Tsd. EUR.

Die Eigenkapitalquote ist auf 74,1 % gestiegen (VJ: 71,6 %), was durch den Rückgang der Bilanzsumme sowie den Jahresüberschuss bedingt ist. Die Eigenkapitalrentabilität ist auf 0,77 % (VJ: 1,92 %) gesunken, bedingt durch den Rückgang des Jahresüberschusses.

Die Rückstellungen weisen zum 31. Dezember 2023 einen Wert von 14.568 Tsd. EUR (VJ: 18.941 Tsd. EUR) aus. Davon entfallen 3.965 Tsd. EUR (VJ: 3.804 Tsd. EUR) auf Rückstellungen für Pensionen und 10.602 Tsd. EUR (VJ: 4.791 Tsd. EUR) auf sonstige Rückstellungen, welche im Wesentlichen aus einer bedingten Kaufpreisverpflichtungen (Earn-Out-Verpflichtung) in Höhe von 6.739 Tsd. EUR aus dem Erwerb der schweizerischen Tochtergesellschaft NOVALUM SA resultieren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 117.059 Tsd. EUR (VJ: 129.356 Tsd. EUR). Es handelt sich hierbei um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 107.037 Tsd. EUR (VJ: 99.342 Tsd. EUR) sowie kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 10.022 Tsd. EUR (VJ: 30.014 Tsd. EUR) gegenüber der japanischen Muttergesellschaft. Der Rückgang ist primär bedingt durch eine Rückzahlung der Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 20.000 Tsd. EUR

Finanzlage

Der Finanzmittelbestand aus Guthaben bei Kreditinstituten (Liquidität) hat sich zum Bilanzstichtag auf 36,7 Mio. EUR (VJ: 36,6 Mio. EUR) erhöht.

Bei Finanzmittelabflüssen aus der Investitionstätigkeit (4.541 Tsd. EUR) für den Erwerb der schweizerischen Gesellschaft NOVALUM SA, sowie der partiellen Rückzahlung einer Darlehensverbindlichkeit gegenüber der japanischen Muttergesellschaft von 20.000 Tsd. EUR hat sich im Wesentlichen das verbesserte Zahlungsverhalten der Geschäftskunden zum Geschäftsjahresende ausgewirkt.

Zum 31. Dezember 2023 waren bei der Gesellschaft keine externen Bankdarlehen ausstehend.

Personal

Die Tokai COBEX GmbH beschäftigte Ende Dezember 2023 insgesamt 37 Mitarbeiter (VJ: 42).

Gesamtaussage zur aktuellen wirtschaftlichen Lage

Das in 2023 abgelaufene Geschäftsjahr betrachten wir als sehr erfolgreich vor dem Hintergrund einer verminderten konjunkturellen Nachfrage und den hohen Energiekosten in den Produktionsländern. Der Tokai COBEX GmbH ist es erneut gelungen, die wesentlichen Kostensteigerungen, auch bei den Materialaufwendungen, in die Preisgestaltung einfließen zu lassen. Bei unverändert sehr guter Liquiditätslage im zweistelligen Millionenbereich wird sich die Tokai COBEX GmbH auch weiterhin auf Wachstumspotentiale konzentrieren.

III. Chancen- und Risikobericht

Risiken der Geschäftstätigkeit

Unsere Risikopolitik ist darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert zu schützen, nachhaltiges und profitables Wachstum zu fördern und finanzielle Zielgrößen zu erreichen. Ein zentraler Aspekt unserer Firmenstrategie ist, Chancen in den Märkten unser Kunden zu erkennen und systematisch für unser eigenes Firmenwachstum zu nutzen. Für die Kathoden steht der Aluminiummarkt im Fokus, für das Hochofengeschäft der Stahlmarkt und für die Kohlenstoffelektrode der Siliziummarkt.

Dabei werden alle wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen erst nach eingehender Risiko-Analyse und Bewertung getroffen. Um Wachstum und Profitabilität zu steigern, werden bewusst angemessene Risiken akzeptiert. Unüberschaubare oder unangemessen hohe Risiken gehen wir prinzipiell nicht ein. Diese Grundsätze sind integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.

Die Geschäftsführung der Tokai COBEX GmbH erörtert regelmäßig im Rahmen des Risikomanagementsystems quartalsweise identifizierte Risiken aus den Bereichen der Makroökonomie, den speziellen Industriegegebenheiten und des Wettbewerbs sowie an den Beschaffungsmärkten, der Logistik, Produktionsrisiken und politische Gegebenheiten.

Nachfolgend werden die Risiken in absteigender Reihenfolge der Wesentlichkeit angegeben:

Risiken bei den Absatzmengen und -preisen gegenüber den Planannahmen können sich aus einem abgeschwächten Wachstum als Folge von Verzögerungen in der erwarteten Bedarfsentwicklung ergeben. Durch Flexibilität in den Produktionsstätten können Kapazitäten kurzfristig zwischen den Produktgruppen angepasst und so etwaige Risiken an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Risiken bei den Absatzwegen können sich durch erhöhte Frachtkosten weltweit ergeben durch externe Einflussfaktoren wie die zuletzt beobachtbaren Angriffe der Huthi Rebellen auf Frachtschiffe, wodurch die Verschiffungsraten durch nötige Umwege allgemein gegenüber den Planannahmen steigen können. Die Tokai COBEX arbeitet mit mehreren Logistikpartnern zusammen, um solchen Anstiegen bestmöglich ausweichen zu können.

Ausfallrisiken für Kundenforderungen sind in unserem Kundenportfolio wegen der guten Bonität unserer Kunden eher unwahrscheinlich, werden jedoch durch ein konsequentes Debitorenmanagement kontrolliert. Drohende Ausfallrisiken werden gegebenenfalls durch Wertberichtigungen bilanziell berücksichtigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein solches Ausfallrisiko identifiziert und im Jahresabschluss reflektiert. Zur Steuerung der Kundenausfallrisiken verfügt die Tokai COBEX GmbH über eine Kreditmanagement-Organisation, die auf Basis einer globalen Kreditmanagement-Richtlinie alle wesentlichen Kreditmanagement-Prozesse initiiert sowie Kreditrisikomanagement-Maßnahmen einleitet und begleitet. Unter Würdigung der jeweiligen Einzel- und Länderrisiken werden Kundenumsätze teilweise oder ganz gegen Vorauskasse, Dokumenteninkassi oder Stellung von Akkreditiv getätigt oder durch Hereinnehmen von Sicherheiten besichert. Zudem arbeitet das Unternehmen mit einem Kreditversicherer zusammen und sichert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Kunden zum großen Teil über eine Warenkreditversicherung ab. Darüber hinaus betreibt die Tokai COBEX GmbH Factoring, durch das wesentliche Ausfallrisiken zusätzlich reduziert werden.

Der Volatilität auf den Energiemärkten und den Preisschwankungen bei unseren Hauptrohstoffen begegnen wir durch strukturierte Beschaffungskonzepte und den Abschluss mittel- und langfristiger Rahmenverträge. Durch Nachfrageüberhang kann es zu Preissteigerungen und einer angespannten Versorgungslage kommen. Engpässe bzw. Lieferverzögerungen könnten unsere Geschäfte negativ beeinflussen. Allerdings können Preisschwankungen bei unseren wichtigen Rohstoffen wie auch bei den Energiekosten negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben.

Mögliche Versorgungsengpässe bei den Energien werden auf absehbare Zeit nicht erwartet, nachdem sich Europa unabhängiger aufstellt, was sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts auch in gesunkenen Energiekosten widerspiegelt.

Nach dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 mussten russische Lieferungen des Rohstoffes Anthrazit auf anderen Märkten substituiert werden, unter anderem in China. Zudem ist China ein Absatzmarkt der Tokai COBEX GmbH. Die Entwicklungen um einen möglichen China-Taiwan-Konflikt betrachtet die Tokai COBEX GmbH eingehend und bewertet negative Auswirkungen auf den eigenen Geschäftsverlauf kurzfristig als begrenzt. Langfristige Auswirkungen eines solchen Szenarios auf das weltweite Geschäftsklima und den damit einhergehenden Konjunkturverlauf weltweit lassen sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts nicht verlässlich quantifizieren.

Aus heutiger Sicht und auf absehbare Zeit sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können.

Chancen der Gesellschaft

Durch langjährige Geschäftsbeziehungen zu einer breiten Kundenbasis, technische Kollaborationen mit Schlüsselkunden und stetige Produktverbesserungen und -erweiterungen sowie eine flexible Kapazitätsausnutzung bei den produzierenden Tochterunternehmen ist die Tokai COBEX GmbH bestens aufgestellt, um an den sich bietenden Chancen zu partizipieren. Aber nicht nur die verschiedenen technischen Kollaborationen bieten Chancen. Der Kampf gegen die Klimaerwärmung und die Herstellung der dazu benötigten Produkte bieten direkt und indirekt Chancen für Tokai COBEX GmbH.

Aluminium ist in den wichtigen klassischen Anwendungsmärkten wie Automobil, Luftfahrt, Bau, Verpackung oder Maschinenbau unersetzlich, aber auch in den Zukunftsmärkten bieten sich sehr gute Entwicklungschancen. Leichtbau und E-Mobilität, Recycling und Energieeffizienz sowie die additive Fertigung sind auf Aluminium angewiesen. Die Klimaziele und damit verbundenen CO 2 -Einsparungen sind nur mit Zuhilfenahme von Aluminium erreichbar. Unsere technischen Kollaborationen mit unseren Schlüsselkunden in der Produktgruppe Kathoden sind insbesondere in diesen zukunftsträchtigen Entwicklungen angesiedelt. Zum einen, um unseren Kunden mit unseren Produkten zu ermöglichen CO 2 -effizienteres Primäraluminium zu produzieren, aber auch um selbst CO 2 -freundlicher zu produzieren, was zukünftig einen Wettbewerbsvorteil für Tokai COBEX bedeutet.

Durch die Zugehörigkeit zu Tokai Carbon Co., Ltd., Japan, ist die Tokai COBEX GmbH in der Lage, zum Beispiel durch Anpassungen im Produktportfolio im Konzern schnell und gezielt auf die sich am Markt eröffnenden Möglichkeiten zu reagieren. Die Tokai COBEX GmbH bereitet den Einstieg in den Markt der E-Mobilität vor, indem ab 2024/25 mit einer weiteren Produktgruppe Graphitmaterial an Batteriehersteller für Elektrofahrzeuge geliefert werden soll. Die Elektromobilität ist eines der wachstumsstärksten Segmente weltweit. Das Transportwesen und insbesondere die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist zwingend, um die Klimaziele zu erreichen. Mit dieser weiteren Produktgruppe Graphite für die Batterieherstellung eröffnet sich ein Geschäftsfeld mit deutlichen Wachstumsraten.

IV. Prognosebericht

Weltwirtschaft bleibt 2024 risikobehaftet und kraftlos, Warten auf die Zinswende

Unter dem Einfluss hoher Risiken steht die Weltwirtschaft 2024 vor großen Herausforderungen. Erstens gibt es weder bei Russlands Angriffskrieg in der Ukraine noch beim Gaza-Konflikt Signale für eine tragfähige Entspannung. Eine weitere Eskalation dieser Konflikte bzw. Ausweitung auf andere Länder oder das Aufkeimen neuer Krisen sind nicht ausgeschlossen. Zweitens stellen die Folgen des Klimawandels mittlerweile ein substanzielles Risiko für die geopolitische Stabilität und Konjunktur dar. Drittens könnte eine weitere Fragmentierung der Welt die Lieferketten erneut stören sowie Handelssanktionen und Technologieembargos auslösen. In diesem Umfeld zeichnet sich für die Weltwirtschaft 2024 lediglich eine Fortsetzung des schwachen Wachstums ab. Sollten die führenden Notenbanken 2024 erste Lockerungsschritte einleiten, würde dies den Privatkonsum und die Investitionstätigkeit stimulieren, sodass auch die Industrieproduktion Rückenwind erhalten sollte. Im Januar 2024 ist die Produktion der Industrie weltweit um 1,2 % gestiegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert im Update vom Januar, dass die Weltwirtschaft 2024 um 3,1 % wächst. Verglichen mit der Herbst-Prognose (2024: +2,9 %) ist dieser Ausblick etwas optimistischer. Die Industrieländer wachsen demnach um 1,5 %, die Entwicklungs- und Schwellenländer um 4,1 %.

Dabei setzen die USA 2024 ihren Aufschwung mit +2,1 % langsamer als zuletzt fort. Zwar stützt der US Inflation Reduction Act die Konjunktur. Weitere fiskalpolitische Impulse sind im Wahljahr 2024 aber nicht zu erwarten. Andererseits hat die US-Notenbank Zinssenkungen in Aussicht gestellt, sofern die Inflation weiter zurückgeht. Große Industriestaaten wie Japan (+0,9 %) und Kanada (+1,4 %) dürften 2024 nur sehr verhalten wachsen. Für Südkorea rechnet die dortige Notenbank mit einer Belebung des Wachstums auf +2,1 % nach zuletzt +1,4 %. Da Großbritanniens Fiskalpolitik 2024 restriktiver wird, dürfte die dortige Wirtschaft kaum expandieren. Der Euroraum sollte die Konjunkturschwäche 2024 langsam überwinden, aber die Belebung ist mit voraussichtlich nur +0,9 % moderat. Deutschland hinkt dem mit einem Wachstum von nur geschätzt +0,5 % hinterher. Finanzpolitisch können kaum Akzente gesetzt werden. Nach dem Urteil Bundesverfassungsgerichts zur Schuldenbremse muss die Regierung ihre Fiskalpolitik neu ausrichten. Die erforderlichen Einsparungen führen zu Wachstumseinbußen.

Chinas Wirtschaft dürfte sich 2024 angesichts der ungelösten strukturellen Probleme mit einem Plus von 4,6 % laut IWF nur verhalten entwickeln. Für Südostasien, das eng mit Chinas Wertschöpfung verknüpft ist und dessen Ausfuhren auch stark vom Bedarf der Industrieländer abhängen, rechnet der IWF mit einem Wachstum von 4,7 % (ASEAN-5). Indiens Wirtschaft legt nach Einschätzung des IWF erneut mit einer hohen Dynamik zu (+6,5 %). Für Brasilien avisiert die Prognose aber nur ein sehr schwaches Wachstum von 1,7 %.

Prognose Stahlindustrie 2024:

Stahlnachfrage wächst 2024 erneut nur moderat, aber kräftiger Kapazitätsaufbau setzt sich fort

Die aktuellen Risiken (Gaza-Konflikt, Huthi-Terror am Golf von Jemen) haben bislang zu keinen Turbulenzen an den Märkten geführt. Per Mitte März 2024 notieren wichtige Inputpreise für die Stahlindustrie wie Erdgas um gut 20 % und Eisenerz um rd. 14 % niedriger als vor einem Jahr. Trotzdem sind die Stahlpreise Anfang 2024 mit einem Minus von knapp 4 % auf rd. USD 735 bislang relativ widerstandsfähig (Stand: 21.03.2024, LME Steel HRC NW Europe (Argus), 2 Months).

Die Perspektiven für die Kernabnehmerindustrien sind 2024 in Summe eher verhalten. So zeichnet sich für die Krise im Wohnungsbau noch keine Trendwende ab. Zwar rechnet der Industrieverband VDA mit einem Plus im Weltautomobilabsatz von 2 % auf gut 77 Mio. Pkw. Aber Maschinen- und Anlagenbau dürfte laut dem Branchenverband VDMA weltweit erneut nur stagnieren. Die WSA (World Steel Association) erwartet, dass die globale Stahlnachfrage um 1,9 % auf 1.849,1 Mio. Tonnen zunimmt. Dabei wird mit einer Stagnation in China gerechnet, d. h., dass die Nachfrage außerhalb Chinas kraftvoll um 4,0 % wachsen soll. So legt der zweitgrößte Markt, Indien, um 7,7 % zu, die ASEAN-5-Staaten um 5,2 %, die Türkei um 5,0 % und der Nahe Osten um 3,5 %. Zudem zeichnet sich für die Industrieländer eine Erholung ab. Laut WSA steigt die Stahlnachfrage 2024 in den USA (+1,6 %), Japan (+0,6 %) und Südkorea (+1,1 %) leicht. Nach den tiefen Einbußen der letzten Jahre wird für Deutschland (+10,6 %) und Italien (+4,8 %) eine spürbare Belebung im Jahr 2024 erwartet.

Bis Ende Februar 2024 wurde die Rohstahlproduktion laut WSA um 3,0 % auf rd. 307 Mio. Tonnen gesteigert, in China um 1,6 % und in Indien um 10,0 %. Kräftige Zuwächse verbuchten auch die Türkei (+34,5 %) und der Iran (+26,5 %). Japan (+0,8 %) und Südkorea (+0,2 %) sind leicht im Plus, aber Nordamerika (-2,2 %, davon USA -2,6 %) und die EU (-0,9 %) blieben im Abschwung, wobei die Hersteller in Deutschland auf niedrigem Niveau eine Erholung verzeichnen konnten (+4,6 %). Rohstoffanalysten rechnen für das Gesamtjahr 2024 mit einen leichten Anstieg der globalen Rohstahlerzeugung auf rd. 1,9 Mio. Tonnen (IKB). Das wäre ein Plus von nur 0,6 %. Trotzdem investiert die Branche in die Erweiterung ihrer Anlagen.

Die OECD geht davon aus, dass die Überkapazitäten den Weltstahlmarkt noch stärker belasten werden. So sollen 2024 brutto 65,1 Mio. Tonnen neue Kapazitäten entstehen, davon rd. 60 % in Hochofentechnologie. Mittelfristig (2024-2026) könnten die Kapazitäten zur Rohstahlproduktion laut OECD um bis zu 124,2 Mio. Tonnen wachsen (+5,0 % vs. 2023). Gut die Hälfte der laufenden und bis Ende 2026 geplanten Investitionen betreffen Indien und Südostasien. Dabei ist zu berücksichtigen, dass China massiv Stahlkapazitäten außerhalb des Landes aufbaut. So werden fast 90 % des geplanten Kapazitätsausbaus im ASEAN-Raum bis 2026 auf chinesische Hersteller entfallen. Zudem dürfte im Nahen Osten und Nordamerika (jeweils bis zu rd. 14 Mio. Tonnen) nennenswert investiert werden. Für die EU sind jedoch nur bis zu 4,3 Mio. Tonnen neue Kapazitäten zu erwarten. Tokai COBEX verfügt als einer der führenden Anbieter von Kohlenstoff- und Graphitauskleidungen von Hoch- und Reduktionsöfen für die Roheisenherstellung über eine sehr gute Marktposition, um von den Investitionen zu profitieren.

Prognose Aluminiumindustrie 2024:

Auch 2024 noch globale Überkapazitäten, grüne Anwendungen für Aluminium gewinnen an Bedeutung

Auf Basis der Daten des IAI (International Aluminium Institute) ist die Produktion von Primäraluminium in den ersten zwei Monaten 2024 weltweit um 3,3 % auf 11,2 Mio. Tonnen gestiegen. Dazu haben alle bedeutenden Regionen beigetragen. Chinas Output wurde um 3,6 % gesteigert, derjenige im Rest Asiens um 6,6 %. In der Golf-Region stieg die Produktion um 2,1 %. Zudem verbuchten die Hersteller in Südamerika (+5,6 %) und der Region Russland/Osteuropa (+2,8 %) Zuwächse. Erfreulich war darüber hinaus die Belebung in den westlichen Industrieregionen. So wurde die Primäraluminiumerzeugung in Nordamerika (+7,2 %) deutlich hochgefahren, und West- und Mitteleuropa (+1,6 %) hat sich zumindest leicht von den Verlusten im Vorjahr erholt.

Die Preise waren nach Angaben der Weltbank Anfang 2024 (Januar, Februar) im Mittel mit USD 2.186/Tonne etwa 9 % niedriger als am Jahresbeginn 2023 (1. Quartal) und lagen etwas unter dem Durchschnittspreis des Jahres 2023 von USD 2.256/Tonne. Allerdings zogen die Notierungen an der LME seit Anfang März leicht an. Damit wurde der Kursrutsch vom Januar 2024 um fast 10 % auf einen Tiefststand von gut USD 2.150/Tonne zu einem großen Teil korrigiert. Die weitere Preisentwicklung 2024 hängt von zahlreichen Faktoren ab, zum einen von geopolitischen Einflüssen wie dem Krieg in der Ukraine, dem Konflikt im Nahen Osten (Gaza, Rotes Meer) und den US-Präsidentschaftswahlen und zum anderen von den ökonomischen Kernfaktoren Konjunkturverlauf und Geldpolitik. So sind die Perspektiven für 2024 trotz hoher Risiken derzeit zwar leicht positiv, da sinkende Zinsen im Jahresverlauf die Nachfrage stimulieren könnte. Allerdings dürfte die Aluminiumindustrie auch 2024 unter Überkapazitäten operieren. Daher rechnen die Rohstoffanalysten von ING bei einem Jahresdurchschnitt von USD 2.260/Tonne (LME) mit weitgehend stabilen Aluminiumpreisen für 2024.

Die Nachfrage nach Aluminium wächst in normalen Jahren kontinuierlich gestützt auf die große Vielfalt an Anwendungsbereichen. Dabei machen der Transportsektor und die Bauindustrie etwa die Hälfte der Nachfrage nach Primäraluminium aus. Weitere wichtige Kunden sind u. a. Verpackungshersteller, die Luft-/Raumfahrt und die Verteidigungsindustrie. Immer wichtiger wird zudem der Einsatz bei Elektroautos und in der grünen Energieinfrastruktur. So ist Aluminium mit Anwendungen in der Wind- und Solarkraft, bei Batterien und Brennstoffzellen, der Wasserstoffproduktion und Hochspannungskabeln von sehr hoher Bedeutung für die Realisierung der Energiewende. Insbesondere diese "neuen", wachstumsstarken Segmente dürften die Nachfrage nach Primäraluminium in den kommenden Jahren strukturell treiben. Industrieexperten gehen aktuell davon aus, dass der Aluminiummarkt bis Anfang der 2030er Jahre weltweit um etwa 6 % pro Jahr auf US-Dollarbasis wächst. Diese Perspektive eines expandierenden Weltmarkts wird auch zukünftig die Investitionen in die Aluminium-Wertschöpfungskette treiben. Dabei werden die gesetzlich verankerten Klimaschutzvorgaben zur Dekarbonisierung die Investitionen in neue Kapazitäten und in die Modernisierung von Altanlagen prägen. Tokai COBEX beliefert als etablierter Zulieferer die weltweit führenden Produzenten u. a. mit Kathoden für die Schmelzöfen und wird somit an dieser Entwicklung partizipieren.

Prognose Siliziumindustrie 2024:

Gute Wachstumsaussichten für die Endmärkte treiben den Bedarf an Siliziummetall strukturell weiter an

Einerseits unterliegen die Perspektiven für 2024 hohen Risiken und der zyklische Rückenwind seitens der globalen Konjunktur ist nur moderat. Andererseits dürfte die Nachfrage nach Siliziummetall in den wichtigsten Kundenindustrien mittelfristig strukturell weiter steigen. So zeichnet sich für Aluminiumindustrie in den kommenden Jahren ein robustes Wachstum von nominal rund 6 % pro Jahr ab. Der Weltmarkt für Silikone dürfte nach der Einschätzung von Branchenexperten 2024 trotz der gegenwärtigen Schwäche im Bausektor um 6,7 % zulegen. Die mittelfristigen Prognosen unterstellen ein durchschnittliches Wachstum in einer Spanne von 6,0 - 7,3 % pro Jahr. Zudem wird die Solarindustrie/Photovoltaik (PV) im Sog der globalen Energiewende auf einem dynamischen Expansionskurs bleiben. Die Branchenspezialisten von BNEF (Bloomberg New Energy Finance) rechnen für 2024 mit einem Anstieg der Neuinstallationen im PV-Weltmarkt von rd. 24 % auf 511 GW. Bis 2030 sollen die jährlichen Zubauten auf 727 GW steigen. Das wäre ein Volumenanstieg um 76 % gegenüber 2023. Außerdem sind die Aussichten für den Halbleitermarkt positiv. Nach dem Rücksetzer 2023 wird für das Jahr 2024 mit einem kräftigen Wachstum gerechnet (WSTS: +13,1 %, Gartner: +16,8 %). Die zunehmende Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz sollte den Halbleiternachfrage auch mittelfristig strukturell weiter beflügeln.

Vor dem Hintergrund des in Summe mittelfristig positiven Umfelds für die Endkundenmärkte, erwarten Branchenanalysten für den vorgelagerten Siliziummetall-Weltmarkt bis zum Anfang der 2030er Jahre Wachstumsraten im Bereich von +5,1 - 7,4 % pro Jahr. Tokai COBEX ist einer der weltweit führenden Produzenten von hochwertigen Kohlenstoffelektroden, die zur Herstellung von Siliziummetall in Schmelzöfen eingesetzt werden. Als Zulieferer und verlässlicher Partner der Siliziummetallindustrie ist Tokai COBEX sehr gut aufgestellt, um von diesem strukturellen Marktwachstum zu profitieren.

Prognose Geschäftsjahr 2024

Im Geschäftsjahr 2024 erwarten wir insgesamt einen deutlichen Rückgang (>10%) der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresniveau resultierend aus Kundenerwartungen an deutlich niedrigere Verkaufspreise, nachdem die Rohstoff- und Energiekosten in 2024 weltweit sinken und auch der Wettbewerb die Preise im Zuge dessen gesenkt hat.

Im Bereich der Kathode gehen wir von einem deutlichen Rückgang der Umsätze aufgrund von Preisminderungen sowie verminderter konjunktureller Nachfrage aus.

Für die Ofenauskleidungen erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse bei höherer Mengennachfrage.

Für die Umsätze im Bereich der Kohlenstoffelektrode prognostizieren wir einen deutlichen Rückgang bei verminderter Nachfrage und deutlichen Preisnachlässen.

Das Unternehmens-EBITDA sowie der Jahresüberschuss werden sich im laufenden Geschäftsjahr gegenüber 2023 deutlich vermindern, da dem Umsatzrückgang eine verzögerte Reduktionsanpassung der Kostenbasis gegenübersteht, insbesondere im Bereich der Energieversorgung.

Zum Jahresende 2024 wird im Vorjahresvergleich mit einem höheren Finanzmittelbestand gerechnet.

 

Wiesbaden, den 17. April 2024

Andrzej Hotlos

Dennis Böttjer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen für Software sowie Patente 700.212,03 980.975,01
2. Geschäfts- oder Firmenwert 10.508.253,18 14.011.004,64
11.208.465,21 14.991.979,65
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 410.007,58 496.740,03
2. Geleistete Anzahlungen 9.452,71 0,00
419.460,29 496.740,03
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 395.232.402,15 383.284.863,06
395.232.402,15 383.284.863,06
406.860.327,65 398.773.582,74
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 63.914.342,18 64.524.831,58
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.434.356,51 40.181.768,12
3. Sonstige Vermögensgegenstände 10.999.034,37 9.407.265,92
91.347.733,06 114.113.865,62
II. Guthaben bei Kreditinstituten 36.679.302,54 36.558.104,48
36.679.302,54 36.558.104,48
128.027.035,60 150.671.970,10
C. Rechnungsabgrenzungsposten 175.394,39 428.269,13
175.394,39 428.269,13
535.062.757,64 549.873.821,97

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.100,00 25.100,00
II. Kapitalrücklage 276.473.353,45 276.473.353,45
III. Gewinnvortrag 117.050.932,60 109.487.646,94
IV. Jahresüberschuss 3.066.324,78 7.563.285,66
396.615.710,83 393.549.386,05
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 3.965.495,00 3.804.080,00
2. Steuerrückstellungen 0,00 10.345.993,72
3. Sonstige Rückstellungen 10.602.091,98 4.790.729,18
14.567.586,98 18.940.802,90
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 166.190,66 1.777.618,89
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.634.951,06 4.469.074,74
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 117.058.966,29 129.356.041,22
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.422.547,82 866.512,17
davon aus Steuern: EUR 932.253,41 (VJ: EUR 225.686,46) 123.282.655,83 136.469.247,02
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.798,92 (VJ: EUR 0,00)
D. Passive latente Steuern 596.804,00 914.386,00
596.804,00 914.386,00
535.062.757,64 549.873.821,97

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

01.01.2023 bis 31.12.2023 01.01.2022 bis 31.12.2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 522.869.178,41 454.071.691,62
2. Sonstige betriebliche Erträge 4.818.296,97 4.349.114,96
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 4.402.817,73 (Vj. EUR 3.914.936,32)
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 473.063.093,06 406.638.332,07
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 204.386,61 177.365,08
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.913.774,13 8.811.048,67
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.396.138,77 1.454.586,82
davon für Altersversorgung EUR 777.128,76 (Vj. EUR 879.033,00)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.896.175,57 3.884.657,18
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 31.336.971,02 23.390.870,97
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 4.527.750,33 (Vj. EUR 3.711.869,99)
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 833.969,14 186.908,69
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 720.175,65 (Vj. EUR 159.687,50)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.799.832,24 1.273.112,95
davon an verbundene Unternehmen EUR 891.473,74 (Vj. EUR 13.991,67)
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 99.664 (Vj. EUR 88.712,00)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.844.748,34 5.414.455,87
10. Ergebnis nach Steuern 3.066.324,78 7.563.285,66
11. Jahresüberschuss 3.066.324,78 7.563.285,66

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Erläuterungen

Der vorliegende Jahresabschluss der Tokai COBEX GmbH ist nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt, somit erfolgte die Aufstellung gem. §§ 242 ff und 264 ff HGB in Verbindung mit § 267 Abs. 3 HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten ausschließlich und die Davon-Vermerke teilweise in diesem Anhang gemacht.

B. Registerinformationen

Die Gesellschaft ist unter der Firma Tokai COBEX GmbH mit Sitz in Wiesbaden im Handelsregister des Amtsgerichts Wiesbaden unter der Nummer HRB 30652 eingetragen.

C. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von drei bis dreizehn Jahren linear abgeschrieben.

Für den im Rahmen der Verschmelzung der ehemaligen COBEX GmbH, Meitingen, auf die ehemalige Sofian BidCo GmbH, Wiesbaden (jetzt Tokai COBEX GmbH, Wiesbaden) in Vorjahren entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert wird eine lineare Abschreibung über eine Nutzungsdauer von neun Jahren unterstellt. Die Nutzungsdauer von neun Jahren wurde aus einer nach handelsrechtlichen Grundsätzen nicht verlässlich schätzbaren Nutzungsdauer eines Geschäfts- oder Firmenwerts abgeleitet.

Die geleisteten Anzahlungen des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt, zu welchen auch die direkten Anschaffungsnebenkosten gehören, die mit dem Kauf verbunden und notwendig sind, um den Vermögensgegenstand in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Diese Anschaffungskosten werden um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern der anderen Anlagen & Betriebs- und Geschäftsausstattung liegen zwischen ein und dreizehn Jahren. Die Abschreibungszeiträume werden ausgehend von den in den steuerrechtlichen AfA-Tabellen angegebenen kürzesten Nutzungsdauern ermittelt, soweit nicht im Einzelfall Anhaltspunkte für eine abweichende betriebsindividuelle Nutzungsdauer vorliegen. Geringwerte Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 800,00 EUR werden in analoger Anwendung der steuerrechtlichen Regelung des § 6 Abs. 2 EStG im Zugangsjahr als Aufwand erfasst.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Vom Abschreibungswahlrecht bei voraussichtlich nur vorübergehender Wertminderung wird kein Gebrauch gemacht.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei Vermögengenständen des Anlagevermögens vorgenommen, wenn eine Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Wurde auf einen Vermögensgegenstand eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen, so wird, wenn die Gründe für die Abschreibung zu einem späteren Bilanzstichtag nicht mehr vorliegen, auf die fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen worden; das allgemeine Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung von 1 % (VJ: 1 %) auf die nicht einzelwertberichtigten inländischen und 1 % (VJ: 1 %) auf die nicht einzelwertberichtigten ausländischen Forderungen berücksichtigt.

Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nennwert bilanziert.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentensteigerungen von 3,00 % (VJ: 3,00 %) und 2,20 % (VJ 2,20 %) bzw. 1,00 % (VJ 1,00 %) sowie alters- und geschlechtsabhängigen Fluktuationswahrscheinlichkeiten, den Richttafeln Heubeck 2018 G sowie einem von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre von 1,83 % (VJ 1,79 %) ermittelt.

Vermögensgegenstände, die ausschließlich dazu dienen, Schulden aus Pensionsverpflichtungen zu decken und die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden im Geschäftsjahr mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen für diese Verpflichtungen saldiert. Es handelt sich im Wesentlichen um Treuhandvermögen in Form von Anteilen an Fondsvermögen.

Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtung saldiert und im Zinsergebnis ausgewiesen.

Steuer- sowie sonstige Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der Deutschen Bundesbank der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen bewertet, die wahrscheinlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen gültig sind. Die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung werden nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung eines aktivischen Überhangs unterbleibt in Ausübung des bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

D. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel als Anlage zu diesem Anhang dargestellt.

Angaben zu Beteiligungen nach § 285 Nr. 11 HGB

Die Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2023 indirekt oder direkt mit mehr als 20 % an folgenden Gesellschaften beteiligt:

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Anteil am Eigenkapital
(%)
Eigenkapital 31.12.2023 (EUR) 1 Jahresergebnis 2023
(EUR)
Tokai COBEX Polska Sp. z o.o. Raciborz, Polen 100 343.847.107,89 54.174.986,77
Tokai COBEX (Beijing) Ltd. Peking, China 100 461.977,68 114.186,21
Tokai COBEX Savoie SAS Notre-Dame de Briançon, Frankreich 100 148.907.989,14 6.009.318,36
NOVALUM SA Venthône, Schweiz 100 12.389.870,58 -450.989,05

1 Die Werte für die Tochtergesellschaften wurden nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, ermittelt.

Der Zugang von 11.948 Tsd. EUR der Anteile an verbundenen Unternehmen im Bereich der Finanzanlagen resultiert aus dem Erwerb der schweizerischen Gesellschaft NOVALUM SA, welcher zu Anschaffungskosten angesetzt wurde.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Hiervon ausgenommen sind die Forderungen aus Finanzierung in Höhe von 15.000 Tsd. EUR (VJ: 15.000 Tsd. EUR), welche zum 30. Juni 2025 fällig werden und in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten sind.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Tokai COBEX Polska sp. z. o.o., Raciborz, PL 15.996 40.169
Tokai COBEX (Beijing) Ltd., Peking, CHN 0 1
Tokai COBEX Savoie SAS, Notre-Dame de Briançon, FR 415 12
Tokai Carbon Co., LTD., Tokyo, JP 23 0
Gesamt 16.434 40.182
Davon gegen Gesellschafter 0 0

Zum Jahresende sind Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr in Höhe von 1.432 Tsd. EUR (VJ: 25.182 Tsd. EUR) und Finanzierung in Höhe von 15.002 Tsd. EUR (VJ: 15.000 Tsd. EUR) bilanziert.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um 1.592 Tsd. EUR von 9.407 Tsd. EUR auf 10.999 Tsd. EUR gestiegen und enthalten im Wesentlichen die Forderungen aus ausländischen Umsatzsteuervoranmeldungen i. H. v. 4.570 Tsd. EUR (VJ: 4.229 Tsd. EUR), Forderungen aus Ertragsteuern i. H. v. 2.665 Tsd. EUR (VJ: 5 Tsd. EUR) und Forderungen aus Sicherheitseinbehalten aus Factoring i. H. v. 3.562 Tsd. EUR (VJ: 4.952 Tsd. EUR).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält die Vorauszahlungen für Aufwendungen des Folgejahres bzw. künftiger Perioden.

Eigenkapital

Das Eigenkapital ist zum 31. Dezember2023 mit 396.616 Tsd. EUR (VJ: 393.549 Tsd. EUR) verzeichnet. Die Veränderung resultiert aus dem Jahresüberschuss 2023 von 3.066 Tsd. EUR.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen zum 31. Dezember 2023 betragen nach Verrechnung mit dem Deckungsvermögen 3.965 Tsd. EUR (VJ: 3.804 Tsd. EUR). Die Pensionsverpflichtungen betragen vor Verrechnung mit dem Deckungsvermögen 6.116 Tsd. EUR (VJ: 5.445 Tsd. EUR) und beinhalten durch Treuhandvermögen in Höhe von 2.150 Tsd. EUR (VJ: 1.641 Tsd. EUR) gedeckte Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2.281 Tsd. EUR (VJ: 1.835 Tsd. EUR).

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert und den Anschaffungskosten des Deckungsvermögens beläuft sich auf 92 Tsd. EUR (VJ: 1 Tsd. EUR), abzüglich der passiven latenten Steuern unterliegen somit rund 63 Tsd. EUR der Ausschüttungssperre.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:

31.12.2023
Tsd. EUR
31.12.2022
Tsd. EUR
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden -2.281 -1.835
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 2.150 1.641
Verrechnete Aufwendungen -36 -33
Verrechnete Erträge 68 17

Die Anschaffungskosten des zu verrechnenden Vermögens betrugen 2.058 Tsd. EUR (VJ: 1.642 Tsd. EUR).

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB aus der Ausweitung des Zinsermittlungszeitraums von sieben auf zehn Jahre für Pensionsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2023 66 Tsd. EUR (VJ: 274 Tsd. EUR) und unterliegt einer theoretischen Ausschüttungssperre.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Ausstehende Rechnungen 6.885 256
Bonus 3.231 4.053
Nicht genommener Urlaub 164 143
Jahresabschlusskosten 104 70
Erfindervergütung 70 50
Rückstellungen für Altersteilzeit 51 90
Jubiläen 49 38
Sozialversicherung 17 37
Berufsgenossenschaft 12 20
Restrukturierungskosten 0 16
Sonstige Aufwendungen 19 18
Gesamt 10.602 4.791

Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen beinhalten einen diskontierten Erfüllungsbetrag aus bedingten Kaufpreisverpflichtungen (Earn-Out-Verpflichtung) in Höhe von 6.739 Tsd. EUR aus dem Erwerb der schweizerischen Tochtergesellschaft NOVALUM SA.

Die Rückstellungen aus Altersteilzeit i. H. v. 163 Tsd. EUR (VJ: 184 Tsd. EUR) wurden mit dem Zeitwert des Planvermögen i. H. v. 112 Tsd. EUR (VJ: 94 Tsd. EUR) saldiert und ergeben eine saldierte Rückstellung für Altersteilzeit in Höhe von 51 Tsd. EUR (VJ: 90 Tsd. EUR). Die Anschaffungskosten des Planvermögens betragen 116 Tsd. EUR (VJ: 108 Tsd. EUR). Erträge und Aufwendungen wurden im zweistelligen Eurobereich saldiert.

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 166 1.778
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 60 1.093
Restlaufzeit größer als ein Jahr 106 549
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre 0 135
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.635 4.469
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 4.635 4.469
Restlaufzeit größer als ein Jahr 0 0
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 117.059 129.356
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 117.059 129.356
Restlaufzeit größer als ein Jahr 0 0
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre 0 0
davon gegenüber Gesellschafter 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.423 867
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.423 867
Restlaufzeit größer als ein Jahr 0 0
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Tokai Cobex Polska sp. z. o.o., Raciborz, PL 81.063 80.366
Tokai Carbon Co. Ltd, Tokio, JP 10.022 30.014
Tokai COBEX Savoie SAS, Notre-Dame de Briançon, FR 25.776 18.690
Tokai COBEX (Beijing) Ltd., Peking, CN 198 269
Tokai COBEX HoldCo. GmbH, Wiesbaden, DE 0 16
Gesamt 117.059 129.356

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber der Tokai Carbon Co. Ltd. in Höhe von 10.022 Tsd. EUR handelt es sich um ein kurzfristig gewährtes Darlehen. Bei den übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich wie im Vorjahr um Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 642 Tsd. EUR (VJ: 116 Tsd. EUR) und Lohnsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 290 Tsd. EUR (VJ: 110 Tsd. EUR). Damit beläuft sich der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus Steuern auf 932 Tsd. EUR (VJ: 226 Tsd. EUR). Ferner beinhaltet der Posten eine kurzfristige Verbindlichkeit aus dem Erwerb der schweizerischen Tochtergesellschaft NOVALUM SA in Höhe von 486 Tsd. EUR.

Latente Steuern

Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus folgenden Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen:

Aktive latente Steuern in Tsd. EUR: 31.12.2023 31.12.2022
Pensionsrückstellungen und Vermögenswerte für Pensionen und ähnliche Rückstellungen 1.284 893
Übrige HB/StB Abweichungen 522 580
Passive latente Steuern
in Tsd. EUR
Beteiligungsbuchwert 2.403 2.388
Saldo (Passive latente Steuern) 597 914

Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein kombinierter Steuersatz von 31,93 % für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt.

Haftungsverhältnisse

Die Tokai COBEX Savoie SAS ist im Geschäftsjahr 2023 einen langfristigen Liefervertrag über die Lieferung von Abwärme eingegangen. Im Rahmen dieser Vereinbarung hat die Tokai COBEX GmbH im Namen von Tokai COBEX Savoie SAS eine Vertragserfüllungsgarantie zur Absicherung ihrer Verpflichtungen gegenüber dem Energiedienstleister abgegeben. Der garantierte Betrag beläuft sich auf 3.626 Tsd. EUR und verringert sich stufenweise jährlich bis auf 0 EUR im Jahr 2045. Zum Zeitpunkt der Erstellung, wird das Risiko der Inanspruchnahme als gering eingeschätzt, da im Zuge der Produktion der Tokai COBEX Savoie SAS ausreichend Wärme erzeugt wird, um die vertraglichen Verpflichtungen erfüllen zu können.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 2.084 Tsd. EUR (VJ: 1.832 Tsd. EUR). Der Betrag setzt sich aus Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen zusammen.

In allen Fällen handelt es sich um sog. Operating-Lease-Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt.

Außerbilanzielle Geschäfte

Im Rahmen der Finanzierung der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2020 ein Factoring-Rahmenvertrag abgeschlossen.

Im Rahmen des Factoring-Vertrages kauft der Factor Forderungen der Gesellschaft bis zu einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag mit einem Sicherheitseinbehalt. Es handelt sich um sogenanntes "echtes" Factoring, d. h. das Bonitätsrisiko geht auf den Käufer über, und die verkauften Forderungen werden bei der Gesellschaft ausgebucht. Zum Abschlussstichtag wurde das Gesamtvolumen nahezu vollständig genutzt.

Darüber hinaus nimmt die Gesellschaft am Supply Chain Programm eines Kunden teil, in welchem die Gesellschaft regresslos ihre Forderungen an die finanzierende Bank des Kunden verkauft. Zum Abschlussstichtag wurde ein niedriger einstelliger Millionenbetrag dieses Programms in Anspruch genommen.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse
In Tsd. EUR
2023 2022
Nach Produktbereichen
Kathoden 378.797 335.892
Kohlenstoffelektrode 77.866 60.685
Ofenauskleidung 51.451 41.486
Spezialgraphite 11.739 10.833
Rohstoffhandel 804 567
Sonstige Produkte und Dienstleistungen 2.212 4.609
522.869 454.072
Nach Märkten
Inland 17.281 13.728
Ausland 505.588 440.343
1. Asien 275.112 233.368
2. Europa 75.041 79.361
3. Nordamerika 93.119 69.413
4. Südamerika 36.555 31.162
5. Afrika 17.397 20.169
6. Australien & Ozeanien 8.364 6.872
522.869 454.072

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 4.403 Tsd. EUR (VJ: 3.915 Tsd. EUR) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von insgesamt 238 Tsd. EUR (VJ: 252 Tsd. EUR). Davon entfallen 171 Tsd. EUR (VJ: 182 Tsd. EUR) auf die Auflösung von sonstigen Rückstellungen und 67 Tsd. EUR (VJ: 70 Tsd. EUR) auf sonstige betriebliche Erträge aus Vorjahren. Die sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres enthielten im Wesentlichen Erträge aus Bonuszahlungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. 42 Tsd. EUR sowie verjährten Provisionsrechnungen i. H. v. 14 Tsd. EUR.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Vertreterprovisionen in Höhe von 7.758Tsd. EUR (VJ: 7.009 Tsd. EUR), sonstige Dienstleistungen (u. a. IT und Kundendienst) von verbundenen Unternehmen 7.479 Tsd. EUR (VJ: 6.456 Tsd. EUR), Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 4.528 Tsd. EUR (VJ: 3.712 Tsd. EUR), Versicherungsprämien in Höhe von 1.014 Tsd. EUR (VJ: 673 Tsd. EUR) sowie Kosten für Rechts- und Steuerberatung, Abschlussprüfung und sonstige Beratung in Höhe von 1.227 Tsd. EUR (VJ: 1.047 Tsd. EUR).

Ferner sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 456 Tsd. EUR (VJ: 328 Tsd. EUR) enthalten, welche im Wesentlichen Versicherungen für das Vorjahr in Höhe von 118 Tsd. EUR (VJ: 55 Tsd. EUR), IHK-Beiträge für Vorjahre in Höhe von 107 Tsd. EUR (VJ: 67 Tsd. EUR), Bonusauszahlungen fürs Vorjahr in Höhe von 95 Tsd. EUR (VJ: 60 Tsd. EUR) sowie Bankgebühren für das Vorjahr in Höhe von 51 Tsd. EUR (VJ: 0 Tsd. EUR) beinhalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Bei den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen handelt es sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Darlehen an verbundene Unternehmen in Höhe von 720 Tsd. EUR (VJ: 160 Tsd. EUR)

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Der wesentliche Anteil der Zinsaufwendungen resultiert aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen (99 Tsd. EUR; VJ: 89 Tsd. EUR) und dem Factoring (3.239 Tsd. EUR; VJ: 846 Tsd. EUR). Der Anstieg der Factoringzinsen resultiert im Wesentlichen aus einer Umgliederung aus den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 528 Tsd. EUR. Die Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen belaufen sich auf 891 Tsd. EUR (VJ: 14 Tsd. EUR).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Körperschaftsteuer in Höhe von 1.485 Tsd. EUR (VJ: 2.999 Tsd. EUR) und Gewerbesteuer in Höhe von 1.673 Tsd. EUR (3.238 Tsd. EUR) enthalten. Die Körperschaftsteuer enthält Solidaritätszuschlag in Höhe von 77 Tsd. EUR (VJ: 155 Tsd. EUR). Es entfallen 5 Tsd. EUR (VJ: 28 Tsd. EUR) des Körperschaftsteueraufwands und 0 Tsd. EUR (VJ: 222 Tsd. EUR) des Gewerbesteueraufwands auf Vorjahre. Zudem enthalten die Steuern des Einkommens und vom Ertrag latente Steuererträge von -318 Tsd. EUR (VJ: -831 Tsd. EUR), sowie ausländische Quellensteuern i. H. v. 5 Tsd. EUR (VJ: 9 Tsd. EUR).

Ergebnisverwendungsvorschlag

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3.066 Tsd. EUR ab. Dieser Betrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

F. Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Andrzej Hotlos (Chief Executive Officer der Tokai COBEX Gruppe)

Dennis Böttjer (Chief Financial Officer der Tokai COBEX Gruppe)

Da nur zwei Geschäftsführer Bezüge von der Gesellschaft erhalten, wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB auf eine Angabe der Geschäftsführerbezüge verzichtet.

Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres 2023 beschäftigten Mitarbeiter:

Vertriebsangestellte 13
Verwaltungsangestellte 25
38

Konzernverhältnisse

Die Tokai COBEX GmbH ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Tokai COBEX HoldCo GmbH, Wiesbaden. Diese Gesellschaft ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Tokai Carbon Co. Ltd., Japan. Die Gesellschaft und die Tokai COBEX HoldCo GmbH werden in den gem. § 292 HGB befreienden Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Tokai Carbon Co. Ltd, Japan, einbezogen, die für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der japanischen Rechnungslegungsvorschriften (kurz: J-GAAP) aufstellt.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Tokai Carbon Co. Ltd, Japan, ist im Kanto Finance Bureau, 4-chome-6-15 Yushima Bunkyo City Tokyo veröffentlicht und in englischer Sprache auf der Homepage der Tokai Carbon Co. Ltd. sowie in japanischer Sprache im Electronic Disclosure for Investor's Network, Japan, einzusehen.

Die englische Version des befreienden Konzernabschlusses und des befreienden Konzernlageberichtes der Tokai Carbon Co. Ltd, Japan, wird noch im Laufe des Geschäftsjahres 2024 im Unternehmensregister offengelegt.

Im Vergleich zu den deutschen Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden ergeben sich im Wesentlichen nachfolgend erläuterte Abweichungen:

Ein Geschäfts- oder Firmenwert aus Unternehmenskäufen ist nach J-GAAP zu aktivieren und nur bei Wertminderung abzuschreiben. Bei einer Aktivierung nach HGB ist eine planmäßige Abschreibung vorgeschrieben.

Nach HGB und nach japanischem Recht sind auf alle zeitlich begrenzten Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuerbilanz und in der Konzernbilanz latente Steuern zu ermitteln (sog. Temporary-Konzept). Dabei ist derjenige Steuersatz zugrunde zu legen, der voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der temporären Differenzen - also in der Zukunft - gültig ist. Für Verlustvorträge dürfen nach deutschem Recht latente Steuern angesetzt werden, sofern eine Nutzung in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich ist. Nach japanischen Rechnungslegungsgrundsätzen sind aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge zu bilanzieren, sofern diese in Zukunft zu Steuerminderungen führen. Zudem sieht § 274 HGB für einen Aktivüberhang an latenten Steuern lediglich ein Aktivierungswahlrecht vor.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden nach J-GAAP unabhängig von ihrer Fristigkeit grundsätzlich mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Entsprechende Gewinne oder Verluste werden realisiert. Im deutschen Handelsrecht erfolgt dagegen eine Unterscheidung in Abhängigkeit von der Fristigkeit der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten. Beträgt die Laufzeit zum Abschlussstichtag mehr als ein Jahr, hat die Umrechnung unter Beachtung von Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungswertprinzip zu erfolgen. Währungsbedingte Werterhöhungen infolge einer Aufwertung der Fremdwährung dürfen wegen des Realisationsprinzips nicht ausgewiesen werden. Dagegen führen währungsbedingte Wertminderungen zur währungsbedingten Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 4 Satz 2 HGB.

Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden die Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangen sieben Geschäftsjahre nach § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Pensionsrückstellungen werden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst. Im Konzernabschluss nach J-GAAP erfolgen die Abzinsungen mit einem fristadäquaten Marktzinssatz.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr beträgt 142 Tsd. EUR, davon fallen 127 Tsd. EUR auf Abschlussprüfungsleistungen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ereignet.

 

Wiesbaden, den 17. April 2024

Andrzej Hotlos

Dennis Böttjer

Entwicklung des Anlagevermögens und der Abschreibungen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungskosten
In EUR 01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen für Software sowie
Patente 1.860.993,14 12.605,60 0,00 1.873.598,74
2. Geschäfts- oder Firmenwert 34.318.076,70 0,00 0,00 34.318.076,70
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 36.179.069,84 12.605,60 0,00 36.191.675,44
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 793.848,65 15.726,27 -8.491,01 801.083,91
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 9.452,71 0,00 9.452,71
Summe Sachanlagen 793.848,65 25.178,98 -8.491,01 810.536,62
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 383.284.863,06 11.947.539,09 0,00 395.232.402,15
Summe Finanzanlagen 383.284.863,06 11.947.539,09 0,00 395.232.402,15
Summe Anlagevermögen 420.257.781,55 11.985.323,67 -8.491,01 432.234.614,21
Abschreibungen
In EUR 01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen für Software sowie
Patente 880.018,13 293.368,58 0,00 1.173.386,71
2. Geschäfts- oder Firmenwert 20.307.072,06 3.502.751,46 0,00 23.809.823,52
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 21.187.090,19 3.796.120,04 0,00 24.983.210,23
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 297.108,62 100.055,53 -6.087,82 391.076,33
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 297.108,62 100.055,53 -6.087,82 391.076,33
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 21.484.198,81 3.896.175,57 -6.087,82 25.374.286,56
Restbuchwerte
In EUR 31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen für Software sowie
Patente 700.212,03 980.975,01
2. Geschäfts- oder Firmenwert 10.508.253,18 14.011.004,64
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 11.208.465,21 14.991.979,65
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 410.007,58 496.740,03
2. Geleistete Anzahlungen 9.452,71 0,00
Summe Sachanlagen 419.460,29 496.740,03
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 395.232.402,15 383.284.863,06
Summe Finanzanlagen 395.232.402,15 383.284.863,06
Summe Anlagevermögen 406.860.327,65 398.773.582,74

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Tokai COBEX GmbH, Wiesbaden

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Tokai COBEX GmbH, Wiesbaden, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Tokai COBEX GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 18. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kunz, Wirtschaftsprüfer

Berger, Wirtschaftsprüferin

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde am 08.05.2024 festgestellt.

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