Stammdaten

Register
Amtsgericht Kiel HRB 4086 KI
Vorher
Raytheon Marine GmbHRaytheon Anschütz GmbH
Eingetragen
2.9.2004
Branche
Herstellung von elektrischen Mess-, Kontroll-, Navigations- u. ä. Instrumenten und VorrichtungenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Gegenstand
die Forschung, die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb und die anwendungstechnische Beratung auf dem Gebiet von nautischen Navigations-, Steuerungsund Missionssystemen (insbesondere Marinebedarf) sowie von anderen feinmechanischen, optischen, elektrischen und elektronischen Geräten jeder Art. Der Vertrieb und die anwendungstechnische Beratung erfolgen insbesondere unter Verwendung des Warenzeichens ,,Anschütz".

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Graßmann
seit 11.9.2023
Geschäftsführer
Andreas Weidner
seit 11.9.2023
Geschäftsführer
Niels Möller
seit 11.9.2023
Geschäftsführer
Thomas Harlander
seit 11.9.2023
Geschäftsführer
Stefan Köhler
seit 7.1.2021
Prokura
Andreas Dr. Mues
seit 17.12.2012
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
62.67%
Dagmar Hilde Karla Anni Alwine Ingrid Murmann
26.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Anschütz GmbH (vormals: Raytheon Anschütz GmbH)

Kiel

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht 2021

I. Grundlagen der Gesellschaft

Die Raytheon Anschütz GmbH (Ran) betreibt die Forschung, die Entwicklung, die Herstellung, den Vertrieb sowie die anwendungstechnische Beratung auf dem Gebiet von nautischen Navigations- und Steuerungsinstrumenten.

Um den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendet die Geschäftsführung den Umsatz als zentrale Steuerungsgröße. In Ergänzung hierzu nutzt die Gesellschaft zur Führung des operativen Geschäfts den Auftragseingang. Der Auftragseingang, beziehungsweise Auftragsbestand, ist ein wesentlicher Indikator der zukünftigen Geschäftsentwicklung.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliches und branchenbezogenes Umfeld

Nach der Finanzkrise in 2008/2009 ist der globale Markt für IMO (International Maritime Organisation) Neubauten weiter auf einem extrem niedrigen Niveau. In 2013 verzeichneten die einschlägigen Marktanalysten (Clarkson Research, siehe Tabelle) noch einen Anstieg auf ca. 3200 Neubauten, in 2014 ergaben sich ca. 2300 Neubauten, in 2015 ca. 1900 Einheiten und in 2016 ca. 800 Einheiten, ein Rückgang von ca. 60%. Im Jahr 2017 und 2018 wurden ca. 1350 bzw. ca. 1400 Neubauten registriert, dies hätte eine Trendwende einleiten können. Leider sind die Neubauzahlen in 2019 und 2020 noch nicht einmal auf diesem niedrigen Niveau geblieben. Daraus resultierte auch für unsere Gesellschaft eine deutlich reduzierte Nachfrage, bezogen auf das langfristige Mittel von ca. 2000 Neubauten.

Diese Reduzierung des Marktes für Schiffsneubauten setze sich in 2021 nicht weiter fort. Die Neubauzahlen waren in 2021 weiter auf einem niedrigen Niveau, konnten sich aber dem langfristigen Mittel von ca. 2000 Neubauten pro Jahr wieder annähern.

Die Corona Pandemie hat zudem zu Beginn des Jahres 2020 zu einer Weltwirtschaftskrise geführt, welche die Transportnachfrage zumindest vorübergehend signifikant reduzierte, in 2021 zeigten sich erste Erholungstendenzen. Auch die Begleitumstände der Pandemie wie Reiserestriktionen, Werftschließungen oder gestörte Lieferketten haben das Jahr 2021 weiter beeinflusst.

Contracting Scenarios - Annual Contracting Number of Ships Per Year

Year History Low Case Base Case High Case
2009 1,450
2010 2,976
2011 1,963
2012 1,639
2013 3,194
2014 2,355
2015 1,925
2016 822
2017 1,366
2018 1,431
2019 1,299
2020 958
2021   1,603 1,603 1,603
2022   1,354 1,358 1,359
2023   1,386 1,656 1,953
2024   1,245 1,614 1,932
2025   1,372 1,844 2,167
2026   1,459 1,921 2,224
2027   1,336 1,876 2,151
2028   1,526 1,900 2,173
2029   1,593 2,037 2,341
2030   1,621 2,190 2,514
2031   1,845 2,223 2,476
Avg. 2009-2020 1,782
Avg. 2021-2031   1,486 1,838 2,081

** Anzahl der Neubauaufträge für seegehende Schiffe weltweit

Quelle: Clarksons Research

Die infolge der Pandemie gestörten Lieferketten haben die Raytheon Anschütz GmbH zum einen durch Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten oder bei Zukaufteilen für Programme beeinflusst. Zum anderen haben die gestörten Lieferketten und die damit einhergehenden hohen Frachtraten dazu geführt, dass Schiffe so optimal wie möglich eingesetzt worden sind und der Verkauf von Ersatzteilen eine positive Entwicklung genommen hat.

Die Sicherheitslage hat sich global entscheidend verändert. Die Expansionsbestrebungen von Russland und der begonnene Krieg in der Ukraine haben zu einer Rückbesinnung der Fähigkeit zur Landesverteidigung innerhalb der NATO-Staaten geführt. Die in der deutschen Politik vollzogene Kehrwende und der angekündigte Sonderetat zur Stärkung der Bundeswehr der Bundesregierung wird diesen Weg weiteruntermauen.

Dies führt international voraussichtlich zu einer weiteren Belebung des Marineschiffbaus, zusätzlich zu den bereits bekannten großen Neubauvorhaben, die sich bereits in der Planung und Realisierung befinden. Ferner ist nach Einschätzung der Geschäftsführung mit einer steigenden Nachfrage nach kleinen Kampfschiffen und konventionellen U-Booten zum Einsatz in küstennahen Gewässern zu rechnen. Die Auftragsbestände insbesondere im U-Boot Bau sind derzeit auskömmlich. Allerdings werden neue Marktteilnehmer den Kostendruck erhöhen und zunehmende Lokalisierungsverpflichtungen reduzieren die Anteile pro Boot.

2. Geschäftsverlauf

Die Raytheon Anschütz GmbH hat im Jahresverlauf 2021 die Organisation der Hauptgeschäftsbereiche verändert. Dabei wurde der bisher bekannte Aufbau nach ziviler und militärischer Nautik abgelöst und durch eine Struktur ersetzt, die sich an den wichtigsten Kundengruppen und Kernprozessen ausrichtet. Die neue Organisation umfasst auf der einen Seite das strategisch Geschäftsfeld (SGF) Produkte mit den strategischen Geschäftseinheiten (SGE) Products & Partner und Customer Service & Refit und auf der anderen Seite das strategische Geschäftsfeld Programme mit den dazugehörigen strategischen Geschäftseinheiten Submarine, Naval Surface Combatants, Integrated Mission Solutions und Integrated Bridge Systems. Im Zuge dieser Organisationsänderung wurde auch das Kennzahlensystem auf die neue Struktur angepasst.

Im Bereich der SGF Produkte konnte ein Auftragseingang von ca. € 52,5 Mio. und ein Umsatz von € 49 Mio. erzielt werden. Damit konnte der selbstgesteckte Plan für Auftragseingang und Umsatz übertroffen werden.

Die SGF Programme hat einen Auftragseingang von ca. € 51,8 Mio. erzielt und liegt damit hinter den Erwartungen. Die Stornierung eines bereits gebuchten Auftrages und der Verlust eines Großauftrages in der europäischen Industrie konnte nicht vollständig kompensiert werden. Gleichzeitig konnte das Jahr mit € 47,5 Mio. Umsatz abgeschlossen werden, so dass der Auftragsbestand des langfristigen Programmgeschäftes gesunken ist.

3. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich ein Gesamtumsatz von € 96,6 Mio. (Vorjahr € 91,1 Mio.). Damit konnte an das Umsatzniveau von 2019, dem letzten Geschäftsjahr vor Corona, wieder angeknüpft werden.

Die Exportquote, bezogen auf den Gesamtumsatz, lag bei 75% (Vorjahr 73%).

Die Gesamtleistung, bestehend aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderung und anderen aktivierten Eigenleistungen, erhöhte sich nur sehr leicht von € 93,8 Mio. auf € 94,5 Mio. Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung in Höhe von 39,4% (Vorjahr 32,5%) ist stark erhöht. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung reduzierte sich auf 51,6% (Vorjahr 54,7%).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr verblieben. Die leichte Reduktion ergibt sich unter anderem aus Veränderungen im Bereich der sonstigen Rückstellungen.

Die Garantieaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2021 nach behobenen Problemen in einer Produktlinie auf einem zufrieden stellenden Niveau, haben sich aber im Vergleich zum Vorjahr etwas erhöht. Für freie Forschung und Entwicklung wurden € 6,8 Mio. aufgewendet (Vorjahr € 7,3 Mio.). Etwa ein Drittel der Aufwendungen werden für die Produktpflege des bestehenden Portfolios aufgewendet. Weitere Schwerpunkte sind Weiterentwicklungen in der bestehenden Produktbasis, die im Zusammenhang mit neuen Standards der IMO im Bereich Navigation stehen und somit zulassungsrelevant für die kommerzielle Schifffahrt sind.

Als Sondereffekt sind Materialqualitätsprobleme innerhalb eines Programmes zu nennen, die erhöhte Aufwendungen im Programm aber auch neue Rückstellungen für Schadensersatzforderungen und Nacharbeiten nach sich gezogen haben.

Insgesamt ergab sich ein Jahresfehlbetrag von € 7,44 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag € 2,9 Mio.). Der weitere Rückgang des Jahresergebnisses basiert im Wesentlichen auf dem zu niedrigem Umsatzniveau sowie der erhöhten Aufwendungen im Programmbereich, teilweise kompensiert durch reduzierte Personalaufwendungen.

4. Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage der Gesellschaft ist unverändert zum Vorjahr wesentlich durch Anlagevermögen, Vorräte und Lieferforderungen im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von nautischen Navigations- und Steuerungsanlagen sowie sonstigen Geräten bestimmt. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt aus eigenen Mitteln.

Die Investitionen Sachanlagen erhöhten sich im Berichtsjahr, während die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände leicht zurück gingen. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen in den Bereichen der Datenverarbeitung, der Werksanlagen und der Fertigung.

Die Vorräte reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um € 2,5 Mio., dabei reduzierten sich die fertigen Erzeugnisse um € 1,3 Mio.

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um € 1,1 Mio. gesunken. Bei einem Jahresfehlbetrag von € 7,4 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag € 2,9 Mio.) verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 14,7 % (Vorjahr 23,4 %).

5. Mitarbeiter

Die Zahl der fest eingestellten Mitarbeiter reduzierte sich zum 31.12.2021 auf 536 (Vorjahr 549). Die Gesellschaft unterhält seit mehreren Jahren ein Arbeitsschutzmanagement und Umweltschutzmanagement System. Beide Systeme unterliegen der regelmäßigen Auditierung (vgl. zur ISO Zertifizierung).

Die Gesellschaft fördert die interne Frauengruppe "For Women from Women", die sich zum Ziel gesetzt hat, eine Kultur zu fördern, die Frauen ohne Hindernisse für den Erfolg unterstützt, schätzt und stärkt. Sie will dazu beitragen, weibliche Top-Talente, zu gewinnen, zu binden und Perspektiven zu schaffen. Gleichzeitig soll ein Bewusstsein geschaffen werden für eine gendergerechte Kommunikation und eine Stärkung der Vernetzung und Synergien zwischen Frauen im Betrieb erreicht werden.

Der Aufsichtsrat hat 3 Mitglieder und davon sind 2 Frauen. Dies entspricht der momentanen Zielgröße. In der Geschäftsführung ist das Bild anders gelagert. Da es sich bei der Geschäftsführung um einen alleinigen Geschäftsführer und kein Gremium handelt, sind aktuell 0 von 1 Mitgliedern weiblich. Dieser Anteil entspricht auch dem Zielwert des Frauenanteils in der Geschäftsführung, da der Aufsichtsrat momentan keine Veränderungen in der Geschäftsführung plant. Die zweite Führungsebene besteht aus 9 leitenden Angestellten, davon im Berichtszeitraum eine Frau. Die Gesellschaft strebt an, den Anteil von Frauen in der zweiten Führungsebene auf 25% zu steigern.

III. Risikobericht

1. Risikomanagement

Die Gesellschaft ist durch die international ausgerichtete Geschäftstätigkeit in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von nautischen Navigations- und Steuerungsanlagen sowie sonstigen Geräten naturgemäß einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die durch ein bestehendes Risikomanagement so weit wie möglich reduziert werden. Allgemeinen operativen Risiken wird, wie schon in Vorjahren, bereits bilanziell durch eine vorausschauende verlustfreie Bewertung von Vorräten und Lieferforderungen sowie durch die Bildung von Rückstellungen für insbesondere Garantieverpflichtungen, Rückbau- und Austauschverpflichtungen Rechnung getragen. Das eigentliche Risikomanagement wird in der Finanzabteilung von Ray-theon Anschütz nach von der Geschäftsführung festgelegten Grundsätzen durchgeführt. Die Finanzabteilung betreibt dieses Risikomanagement in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Unternehmens. Im Einzelnen gilt folgendes:

Devisenkursrisiko

Raytheon Anschütz ist international tätig und dadurch Risiken im Devisenbereich ausgesetzt, die durch Grundgeschäfte in verschiedenen Fremdwährungen (d. h. Nicht-Euro-Währungen) entstehen. Diese Währungsrisiken im Exportgeschäft können grundsätzlich nur teilweise, z.B. durch Kurssicherungsgeschäfte oder durch möglichst hohe lokale Anteile der Kosten - abgerechnet in Auftragswährung -, abgefangen werden.

Liquiditätsrisiken

Raytheon Anschütz hat in den zurück liegenden Jahren einen sehr guten Cashflow realisieren können. Für zyklische Schwankungen im Cashflow, wie sie in der Branche typisch sind, stehen der Gesellschaft ausreichend eigene Liquidität sowie zusätzlich Kreditlinien im Raytheon-Konzern zur Verfügung.

2. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Die für den Export wichtigen Euro-Wechselkursverhältnisse zum US-Dollar, britischem Pfund und zum japanischen Yen können für die Gesellschaft Chancen und Risiken ergeben. Bisher ist das Unternehmen in der Lage, sich gegenüber amerikanischen und japanischen Wettbewerbern mit dem weltweiten Service-Netz, der Produkt-Performance und der Produktzuverlässigkeit als Argumente für eine wettbewerbsfähige Life-Cycle-Cost Betrachtung durchzusetzen. Absatzrisiken, die durch Währungsschwankungen entstehen können (insbesondere EURO/USD/GBP), werden falls möglich angemessen durch Devisentermingeschäfte abgesichert.

Branchenrisiken und Chancen

Über den Verlauf der Schifffahrtskrise wurde im Branchenumfeld (1. Abschnitt) berichtet. Chancen ergeben sich aus dem Trend, Investitionen in einen Schiffsneubau über die Lebensdauer des Transportmittels zu betrachten. Hieraus ergeben sich neue Geschäftsmodelle, die eine Bereitstellung von Anlagen und Dienstleistungen über den Produktzyklus beinhalten.

Emissionsbeschränkungen in der Schifffahrt fördern Investitionen für den sauberen Einsatz von Schiffen beispielsweise durch Abgasreinigungsanlagen. Auch Maßnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs tragen zu dem Ziel der Emissionsminderung bei. Hier liefert das Unternehmen z.B. Autopiloten und Navigationsmerkmale, welche den Energieverbrauch in der Schifffahrt optimieren.

Umfeldrisiken und Chancen

Bezüglich der SGF Programme ergibt sich global eine andere Bedrohungslage. Der Bedarf territorialer Verteidigungsfähigkeiten nimmt zu und damit zieht der Defense Markt diesbezüglich an. Zudem wächst der Individualisierungsgrad militärischer, aber auch kommerzieller Anwendungsfälle von Navigationssystemen.

Innerhalb des strategischen Geschäftsfeld Produkte lassen sich Chancen und Risiken durch die geopolitische Verschiebung von Marktzugängen erkennen. Der fehlende Zugang zum russischen Absatzmarkt hat z.B. auf der einen Seite neue Kundengruppen ermöglicht, die eine Versorgungslücke von russischen Produkten schließen mussten, und auf der anderen Seite aber auch den Zugang zu Bestandskunden verhindert.

COVID-19

Weitere Risiken können sich aus den negativen Folgen des Coronavirus ergeben, z.B. auf den Produktionsbetrieb durch Erkrankung und Quarantänemaßnahmen bei der Belegschaft, Dekontaminationsaufwendungen, behördliche Einschränkungen, Lieferkettenproblemen, Reisebeschränkungen u.Ä.

IV. Prognosebericht

Für 2022 werden im Bereich des strategischen Geschäftsfeldes Programme im Vergleich zu 2021 projektbedingt leicht höhere Umsätze erwartet. Die Umsätze basieren im Wesentlichen auf Ablieferungen für Projekte (Über- und Unterwasserschiffe), die sich bereits im Auftragsbestand für das Geschäftsjahr befinden. Der Umsatzanstieg der Programme wird begleitet durch einen wachsenden Absatz der Produkte. Beide Geschäftsbereiche haben auch in 2022 mit Lieferkettenproblematiken zu kämpfen und den daraus verschobenen Fertigstellungs- und Umsatzterminen. Diese Herausforderungen anerkennend, geht die Geschäftsführung von einem leicht wachsenden Umsatz aus. Der Auftragseingang soll sich im langfristigen Programmgeschäft deutlich erhöhen und auch im Produktgeschäft weiter anwachsen. Damit geht die Gesellschaft von einem wachsendem Gesamtauftragsbestand aus.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung der Gesellschaft ist weiterhin abhängig von den weltweiten kommerziellen und militärischen Schiffneubauaufträgen. Mit einer starken Erholung des Markts für Standardschiffe rechnet die Unternehmensleitung vorerst nicht. Wachstumschancen ergeben sich im Kundesegment der Spezialschiffe sowie des Marineschiffbaus.

Die Auswirkungen der weltweiten Lieferkettenproblematik und der Inflation sind auf unser Unternehmen sind noch nicht abschätzbar, können aber zu Schwierigkeiten durch die im Risikobericht geschilderten Vorgänge mit unmittelbarer Folge der Belastung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage führen. Ebenfalls könnte es Auswirkungen auf die Prognosegenauigkeit geben, da die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ebenfalls sehr deutlich davon betroffen sein können.

 

Kiel, den 18. Mai 2022

Michael Schulz, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
31.12.2020
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte 1.519.499,37 1.689.241,24
  1.519.499,37 1.689.241,24
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke und Bauten 5.990.170,90 5.887.978,83
2. Technische Anlagen und Maschinen 558.750,52 528.625,74
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.573.970,22 2.789.674,08
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 183.966,20 22.676,32
  9.306.857,84 9.228.954,97
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 758.152,27 758.152,27
  758.152,27 758.152,27
  11.584.509,48 11.676.348,48
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 12.644.712,97 12.635.679,84
2. Unfertige Erzeugnisse 14.032.977,20 15.478.742,52
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 6.652.320,27 7.958.833,00
4. Geleistete Anzahlungen 410.230,05 315.952,14
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -1.074.584,86 -1.209.482,10
  32.665.655,63 35.179.725,40
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.837.118,14 13.617.649,02
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr € 0,00; Vorjahr € 0,00)    
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.127.558,51 2.581.324,83
(davon gegen Gesellschafter € 0,00; Vorjahr € 0,00)    
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.572.414,87 2.115.903,47
  19.537.091,52 18.314.877,32
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 17.844.192,10 17.542.859,77
  70.046.939,25 71.037.462,49
C. Rechnungsabgrenzungsposten 76.044,70 79.539,93
  81.707.493,43 82.793.350,90

Passiva

   
31.12.2021
31.12.2020
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 14.634.000,00 14.634.000,00
II. Kapitalrücklage 10.103.883,32 10.103.883,32
III. Bilanzverlust -12.761.012,05 -5.319.022,21
  11.976.871,27 19.418.861,11
B. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 28.936.026,00 27.124.375,00
2. Sonstige Rückstellungen 36.153.820,38 28.387.155,72
  65.089.846,38 55.511.530,72
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 1.554.709,19; Vorjahr € 3.516.998,61) 1.554.709,19 3.516.998,61
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.239.260,95 2.161.543,04
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 1.239.260,95; Vorjahr € 2.161.543,04)    
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.633.257,09 1.573.679,99
(davon aus Steuern € 750.233,34; Vorjahr € 730.893,62)    
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 56.283,79; Vorjahr € 46.485,98)    
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 1.633.257,09; Vorjahr € 1.562.402,58)    
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr € 0,00; Vorjahr € 11.277,41)    
  4.427.227,23 7.252.221,64
D. Rechnungsabgrenzungsposten 213.548,55 610.737,43
  81.707.493,43 82.793.350,90

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
2020
1. Umsatzerlöse 96.661.152,25 91.102.040,94
2. Bestandsminderung/-erhöhung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -2.525.972,25 2.348.272,90
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 358.245,28 358.400,52
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.573.620,54 2.445.961,61
(davon aus der Währungsumrechnung € 960.379,22; Vorjahr € 825.235,34)    
  96.067.045,82 96.254.675,97
5. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 31.638.339,99 27.085.683,33
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 5.632.441,44 3.380.481,61
  37.270.781,43 30.466.164,94
6. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 38.428.019,69 40.050.391,30
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 10.368.443,02 11.305.750,33
(davon für Altersversorgung € 3.594.692,74; Vorjahr € 4.268.960,62)    
  48.796.462,71 51.356.141,63
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.019.765,62 1.983.558,85
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 13.999.921,08 14.199.027,40
(davon aus der Währungsumrechnung € 782.635,00; Vorjahr € 848.364,07)    
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.102,96 2.726,70
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 919.658,73 984.294,01
(davon Aufwendungen aus Aufzinsung von Rückstellungen € 824.687,04; Vorjahr € 916.391,86)    
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 452.590,89 119.744,94
12. Ergebnis nach Steuern -7.390.031,68 -2.851.529,10
13. Sonstige Steuern 51.958,16 54.405,78
14. Jahresfehlbetrag -7.441.989,84 -2.905.934,88
15. Verlustvortrag -5.319.022,21 -2.413.087,33
16. Bilanzverlust -12.761.012,05 -5.319.022,21

Anhang 2021

I. Vorbemerkungen

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 und 4 HGB.

Die Gesellschaft wird unter der Handelsregisternummer HR B 4086 KI am Amtsgericht Kiel geführt.

Von der Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses haben wir gemäß § 290 Abs. 5 HGB i.V.m. § 296 Abs. 2 HGB wegen der untergeordneten Bedeutung der Tochterunternehmen abgesehen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 ist nach den Bestimmungen der §§ 266 ff., 275 ff. HGB und § 42 GmbHG gegliedert. Die einzelnen Vermögens- und Schuldposten sind entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften bewertet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bewertet und nach der linearen Methode über 3 Jahre abgeschrieben. Soweit erforderlich, werden Abschreibungen auf den beizulegenden Wert vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt und nach der linearen Methode abgeschrieben. Den Abschreibungen liegen die steuerlich vertretbaren Sätze zugrunde, soweit diese im handelsrechtlich zulässigen Rahmen liegen. Die Nutzungsdauer liegt bei den Bauten bei 50, bei den Technischen und Anderen Anlagen zwischen 3 und 8 Jahren.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Bewertung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten am Bilanzstichtag unter Beachtung des Niederstwertprinzips nach der Durchschnittsmethode. Die Bewertung der Unfertigen und Fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. nicht gängige Vorratsbestände werden abgewertet.

Geleistete und erhaltene Anzahlungen sind zu Nennwerten bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nominalbeträgen unter Berücksichtigung von Wertberichtigungen angesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen worden.

Flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert ausgewiesen.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für anteilige Ausgaben aus der Zeit vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für Folgejahre darstellen, gebildet.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck zur Projected Unit Credit Method bilanziert. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2021 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,87 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Entgeltsteigerungen von 2,50 % und Rentensteigerungen von jährlich 1,75 % zugrunde gelegt sowie eine Fluktuation nach alters- und geschlechtsabhängiger Fluktuationstabelle von durchschnittlich 5,0 % unterstellt.

Die Verpflichtungen aus Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des zweckgebundenen, verpfändeten und insolvenzgesicherten Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.

Die übrigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen werden gesondert unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen. Erträge aus dem zu verrechnenden Deckungsvermögen werden mit den zugehörigen Aufwendungen aus der Aufzinsung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 Teilsatz 2 HGB saldiert.

Die Rückstellung zur Altersteilzeit wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung eines Zinssatzes von 0,30 % bei einer Restlaufzeit von zwei Jahren zur Projected Unit Credit Method bilanziert. Dabei wurden jährliche Entgeltsteigerungen von 2,50 % zugrunde gelegt.

Die Jubiläumsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung eines Zinssatzes von 1,35 % bei einer angenommenen durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt. Dabei wurden jährliche Entgeltsteigerungen von 2,50 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten werden zu Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Die auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs angesetzt, soweit die Entstehungskurse nicht niedriger waren (bei Aktivposten) oder nicht höher lagen (bei Passivposten). Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in die lokale Währung werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit den anteiligen Einnahmen aus der Zeit vor dem Abschlussstichtag, die Erträge für Folgejahre darstellen, bewertet.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge sowie auf steuerliche Zinsvorträge im Sinne des § 4h EstG i.V.m. § 8a KStG gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.

Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch gemacht und auf eine Aktivierung verzichtet.

Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 30,87 % zugrunde (15,82 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 15,05 % für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird.

Bilanzposition Differenz Handels- vs. Steuerbilanz Steuersatz Latente Steuern
T€ 30,87% T€
Pensionsrückstellungen 25.376 30,87% 7.833
Jubiläumsrückstellungen 498 30,87% 154
Altersteilzeitrückstellung 188 30,87% 58
Rückstellung A ustauschkugeln 37 30,87% 11
Rückstellung SGF Programme * 469 30,87% 145
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, EWB 77 30,87% 24
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 54 30,87% 17
Software -163 30,87% -50
    aktive Latente Steuerposition 8.192

SGF Strategische Geschäftseinheit

III. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in dem beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

2. Vorräte

Bei den von den Vorräten abgesetzten erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen betreffen T€ 0 (VJ T€ 0) solche von verbundenen Unternehmen.

3. Forderungen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 2.128 (VJ T€ 2.581) bestehen inhaltlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und haben kurzfristigen Charakter. Forderungen gegen Gesellschafter bestehen zum Abschlussstichtag nicht.

4. Guthaben bei Kreditinstituten

Unter den Guthaben bei Kreditinstituten wird ein Guthaben in Höhe von T€ 3.581 auf einem Anderkonto bei der JPMorganChase ausgewiesen und ist nicht frei verfügbar.

5. Latente Steuern

Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, so dass sich insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt.

6. Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt unverändert T€ 14.634. Die Geschäftsanteile werden von der Raytheon Deutschland GmbH, Freising, gehalten.

Im Eigenkapital ist ein Betrag von T€ 4.344 aus dem Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrt.

7. Rückstellung en für Pensionen

Pensionsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 55.901. Diese wurden mit Deckungsvermögen (Zeitwert T€ 24.651) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet, so dass nach Verrechnung eine Rückstellung in Höhe von T€ 28.936 bilanziert wird. Als Deckungsvermögen wurde eine an die begünstigten Arbeitnehmer verpfändete Rückdeckungsversicherung klassifiziert. Der Zeitwert entspricht dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsnehmers, die fortgeführten Anschaffungskosten betragen T€ 24.651.

Die Erträge aus dem Deckungsvermögen (T€ 416) wurden mit den Zinszuführungen (T€ 1.240) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Der sich ergebende Saldo von T€ 824 ist im Finanzergebnis unter dem Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthalten.

Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 1. Januar 2010 (BilMoG-Eröffnungsbilanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. Dezember 2009 von T€ 11.572. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung linear über einen Zeitraum von 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2021 wurden T€ 771 als sonstiger Aufwand erfasst. Unter Berücksichtigung des noch zum Bilanzstichtag ausstehenden Unterschiedsbetrags i.H.v. T€ 2.314 beläuft sich die Pensionsrückstellung auf T€ 28.936.

8. Sonstige Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen enthalten als wesentliche Posten Rückstellungen für Altersteilzeit, Ware ohne Rechnung, übrige Personalaufwendungen, Gewährleistungsverpflichtungen und für nicht einhaltbare Lieferverpflichtungen an einen Kunden in Venezuela.

9. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen wie im Vorjahr ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen.

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

2021 2020
T€ % T€ %
SGF Produkte 49.034 51 44.814 49
SGF Programme 47.485 49 46.114 51
Sonstige 142 0 174 0
  96.661 100 91.102 100

Von den Umsatzerlösen wurden 41 % im europäischen und 34 % im übrigen Ausland erzielt. Der Rest von 25 % wurde im Inland erzielt.

11. Sonstige betriebliche Erträge

Aperiodische Erträge bestehen in Höhe von T€ 159 und bestehen im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen auf Forderungen.

12. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind für die Zuführung zu Pensionsrückstellung T€ 771 enthalten.

13. Steuern

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Körperschaftssteuer und in Höhe von T€ 453 und betreffen Vorjahre. Laut vorläufiger Steuerberechnung fallen in 2021 keine Körperschafts- und Gewerbesteuer an.

14. Derivative Finanzinstrumente

Die Gesellschaft setzt ein derivatives Finanzinstrument (klassisches Devisentermingeschäft) ein, um Fremdwährungsrisiken in Britischen Pfund (GBP) entgegenzuwirken. Die Bewertungseinheiten mit den Grundgeschäften werden als Micro-Hedges gebildet.

Der Umfang der abgesicherten schwebenden Geschäfte beträgt per 31.12.2021 TGBP 19.860 und ist für T€ 21.709 abgesichert. Der Gegenwert am 31. Dezember 2021 zum Stichtagskurs beträgt T€ 23.587. Die Zeitwertdifferenz in Höhe von T€ 1.878 errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

Das derivative Finanzinstrument steht in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang zum Grundgeschäft. Es besteht somit kein bilanzierungspflichtiges Risiko, da

ein negativer beizulegender Zeitwert des derivativen Finanzinstrumentes eine positive Entwicklung des dazugehörenden Grundgeschäftes und

einer negativen Entwicklung des Grundgeschäftes ein positiver beizulegender Zeitwert des derivativen Finanzinstrumentes

gegenübersteht. Aufgrund der Einzelsicherungen und der Übereinstimmung aller wesentlichen risikobestimmenden Parameter zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft (Critical Terms Match) wird eine Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung von 100 % erwartet. Die Gesellschaft geht davon aus, dass sich die gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme voraussichtlich bis zum 10. August 2028 vollständig ausgleichen.

IV. Sonstige Angaben

15. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die bestehenden finanziellen Verpflichtungen aus Leasing-, Miet-, Pacht- und ähnlichen Nutzungsverträgen betragen zum Bilanzstichtag T€ 2.171 und haben Laufzeiten bis Dezember 2026. Das Bestellobligo beläuft sich auf T€ 21.580 und hat eine Laufzeit bis 2026. Auf verbundene Unternehmen entfallen keine finanziellen Verpflichtungen.

16. Abschlussprüferhonorar

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt T€ 48 und betrifft ausschließlich Prüfungsleistungen.

17. Mitarbeiterzahl

Im Jahresdurchschnitt wurden bei Raytheon Anschütz beschäftigt:

2021 2020
Entgeltempfänger 558 548
davon kfm. Angestellte 468 397
davon gewerbliche Angestellte 90 151
davon leitende Angestellte 8 8
Aushilfen (ohne Leiharbeiter) 17 11
  575 559

Anteilsbesitz

Anteil am Stammkapital
%
Eigenkapital
T€
Jahresergebnis
T€
Raytheon Anschütz Singapore Pte. Ltd., Singapur 100,00 3.721 628
Raytheon Anschütz Panama, S. de R.L., Panama City 99,00 3.849 789
Raytheon Anschütz Do Brazil Ltda., Rio de Janeiro 99,99 597 59

Zahlen zum 31.12.2021

18. Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Herr Michael Schulz, Schönkirchen

hauptamtlicher Geschäftsführer der Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

Gemäß § 286 Abs. 4 HGB wurde von der Angabe der Bezüge der Geschäftsführung abgesehen.

Aufsichtsrat

Kimberly Nicole Ernzen (Vorsitzende),

Naval Power at Raytheon Missiles & Defense, Vice President,Tewsbury/USA

Holly Chin

Naval Power at Raytheon Missiles & Defense, Senior Financial Analyst, Tewsbury/USA

Norbert Wiedemann

Betriebsratsmitglied und Arbeitnehmervertreter Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

Die Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder belaufen sich im Jahr 2021 auf insgesamt T€ 4.

19. Konzernabschluss

Oberstes Mutterunternehmen ist die Raytheon Company Inc., Lexington/USA, in deren Konzernabschluss die Gesellschaft einbezogen wird. Die Raytheon Company Inc., Lexington/USA, stellt den Konzernabschluss für den größten sowie kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser nach amerikanischem Recht aufgestellte Konzernabschluss wird bei der Securities and Exchange Commission, Washington/USA, hinterlegt.

20. Gewinnverwendung

Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

21. Nachtragsbericht

Im Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen. Der zunächst lokal begrenzte Konflikt entwickelte sich durch die kriegerische Aktion Russlands und die darauffolgend verhängten Sanktionen zu einem europäischen Konflikt.

Die Auswirkungen auf die Finanzlage der Gesellschaft können nicht verlässlich geschätzt werden.

Durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine ergeben sich für den Ansatz und die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 keine Auswirkungen.

 

Kiel, den 18. Mai 2022

Michael Schulz, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungs-/Herstellungskosten
01.01.2021
Zugänge
Umbuchungen
Abgänge
31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
Entgeltlich erworbene Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte 14.121.401,99 319.108,20 0,00 24.841,25 14.415.668,94
  14.121.401,99 319.108,20 0,00 24.841,25 14.415.668,94
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke und Bauten 17.287.466,54 494.690,07 0,00 0,00 17.782.156,61
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.522.092,06 225.169,24 0,00 0,00 3.747.261,30
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.272.145,83 724.895,00 2.774,23 143.878,08 22.855.936,98
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22.676,32 164.064,11 -2.774,23 0,00 183.966,20
  43.104.380,75 1.608.818,42 0,00 143.878,08 44.569.321,09
III. Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 758.152,27 0,00 0,00 0,00 758.152,27
  758.152,27 0,00 0,00 0,00 758.152,27
  57.983.935,01 1.927.926,62 0,00 168.719,33 59.743.142,30
Abschreibungen
01.01.2021
Zugänge
Abgänge
31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte 12.432.160,75 488.850,07 24.841,25 12.896.169,57
  12.432.160,75 488.850,07 24.841,25 12.896.169,57
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke und Bauten 11.399.487,71 392.498,00 0,00 11.791.985,71
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.993.466,32 195.044,46 0,00 3.188.510,78
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.482.471,75 943.373,09 143.878,08 20.281.966,76
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  33.875.425,78 1.530.915,55 143.878,08 35.262.463,25
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00
  46.307.586,53 2.019.765,62 168.719,33 48.158.632,82
Buchwerte
31.12.2021
31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte 1.519.499,37 1.689.241,24
  1.519.499,37 1.689.241,24
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke und Bauten 5.990.170,90 5.887.978,83
2. Technische Anlagen und Maschinen 558.750,52 528.625,74
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.573.970,22 2.789.674,08
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 183.966,20 22.676,32
  9.306.857,84 9.228.955,97
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 758.152,27 758.152,27
  758.152,27 758.152,27
  11.584.509,48 11.676.349,48

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Raytheon Anschütz GmbH, Kiel, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Raytheon Anschütz GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Kiel, den 8. Juli 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

ppa. Martin Zucker, Wirtschaftsprüfer

ppa. Elin Lüdemann, Wirtschaftsprüferin

Beglaubigte Übersetzung aus dem Englischen

RAYTHEON ANSCHÜTZ GMBH, KIEL

PROTOKOLL

der AUFSICHTSRATSSITZUNG 15. November 2022

Dauer

Beginn 16:00 Uhr

Ende 17:15 Uhr

Teilnehmer:

Aufsichtsrat

Frau Kim Ernzen Raytheon Technologies, VP Naval Power
Frau Holly Jones Raytheon Technologies, Sr. Financial Analyst
Herr Norbert Wiedemann Arbeitnehmervertreter der Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

Weitere Teilnehmer

Herr Michael Schulz Geschäftsführer, Raytheon Anschütz GmbH, Kiel
Herr Martin Grassmann Chief Financial Officer, Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

1. Einleitung

Frau Ernzen als Vorsitzende eröffnet die Aufsichtsratssitzung und bittet Herrn Grassmann darum, das Protokoll der Sitzung zu führen.

Die Einladung und der PWC-Prüfbericht wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Voraus fristgerecht zur Verfügung gestellt. Es gibt keine Einwendungen gegen das Remote-Format dieser Aufsichtsratssitzung, die heute in Form einer Zoom-Videokonferenz abgehalten wird. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig.

Frau Ernzen bittet Herrn Schulz als Geschäftsführer darum, dem Aufsichtsrat den Bericht der Geschäftsführung zu erstatten.

Herr Schulz begrüßt die Aufsichtsratsmitglieder und erläutert die Aufgaben und Zuständigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder nach den deutschen Gesetzen und Vorschriften sowie die Berichtslinie von Anschütz innerhalb der RTX-Organisation.

Er erläutert außerdem das förmliche Verfahren für den offiziellen Abschluss des Geschäftsjahres 2021.

2. Bericht der Geschäftsführung

Herr Schulz erteilt Herrn Grassmann das Wort. Er erläutert den Jahresabschluss 2021, wie im Prüfbericht von PricewaterhouseCoopers aufgeführt. Herr Grassmann weist auf die Eigenschaften der Rückstellungen für Programme, Pensionsrückstellungen und BilMoG-Berichtigungen nach deutschem Recht hin und erläutert diese und klärt in diesem Zusammenhang über die Jahresabschlüsse der letzten fünf Jahre auf.

Darüber hinaus stellt er dem Aufsichtsrat wichtige Kennzahlen der Bestellungen, Vertriebszahlen, des Betriebsergebnisses und der Barmittel der RAn Group für 2022 vor. Zusätzlich erläutert er die Finanzentwicklung in 2022 und wie es dem Geschäft gelungen ist, die Bestellungen und die Vertriebszahlen zu verbessern, jedoch nicht den Gewinn und die Barmittel. Er gibt auch einen Ausblick auf 2023.

Der nächste Punkt wird von Herrn Schulz vorgestellt, der die aktuellen Herausforderungen aus Sicht des Geschäftsführers erläutert. Er stellt das weitere Vorgehen in Bezug auf das Dianca- Treuhandkonto und die notwendige Beteiligung von Herrn Schulz als Geschäftsführer an zukünftigen Entscheidungen vor.

Außerdem erklärt er die Notwendigkeit von Gesellschafterbeschlüssen als Teil des Entscheidungsprozesses in Deutschland.

Die neue RTX-Matrixorganisation führt zu erheblichen Herausforderungen und Frau Ernzen ordnet an, an Gina Cunnigham als einziger Vorgesetzter festzuhalten, die für das operative Geschäft zuständig ist.

Herr Schulz betont die Compliance-Herausforderungen bei Einhaltung der Standards und Richtlinien von RTX US und deutschem Recht, welches für Raytheon Anschütz GmbH die Hauptvorschriften enthält.

3. Beschlüsse

Herr Schulz gibt an, dass der Prüfbericht von PWC für das Geschäftsjahr 2021 erstellt wurde. Auf Grundlage dieses Berichts vom 8. Juli 2021 sollte der Aufsichtsrat dem Gesellschafter die Genehmigung für das Geschäftsjahr 2022 erteilen.

Der Aufsichtsrat genehmigt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021.

Eine schriftliche Genehmigung wird an den Gesellschafter Raytheon Deutschland GmbH geschickt. Raytheon Deutschland GmbH wird einen Gesellschafterbeschluss über die Entlastung der Geschäftsführung fassen.

Der Aufsichtsrat bestätigt die Beauftragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, Kiel, mit der Finanzprüfung des Geschäftsjahrs 2022 zum 31. Dezember 2022.

Darüber hinaus einigt sich der Aufsichtsrat auf eine Sitzung pro Kalenderhalbjahr gemäß § 52 GmbHG in Verbindung mit § 110 AktG für die Jahre 2022 und 2023.

Eine schriftliche Genehmigung wird an den Gesellschafter Raytheon Deutschland GmbH geschickt.

Herr Schulz bittet die Aufsichtsratsmitglieder um Fragen und Anmerkungen, aber der Aufsichtsrat ist mit der Präsentation und den Erläuterungen zufrieden.

Frau Ernzen schließt die Sitzung um 17:15 Uhr. [Unterschrift unleserlich]

 

16. November 2022

Kimberly N. Ernzen, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Raytheon Anschütz GmbH1

1 Anmerkung der Übersetzerin: Im Original fehlt das Wort "Board" hinter "Supervisory", hier muss aber "Supervisory Board" gemeint sein. So übersetzt.

Die Richtigkeit und Vollständigkeit vorstehender Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche werden bescheinigt. Das übersetzte Dokument lag als Scan vor. Es ist vollständig übersetzt worden.

This is to certify that the translation from English into German above is true and correct. I was provided with a scan of the document to be translated. The document was translated in full.

 

Kiel, 13. Dezember 2022
Kiel, 13 December 2022

Heike Demme

Für die Gerichte und Staatsanwaltschaften des Landes Schleswig-Holstein ermächtigte Übersetzerin für die englische Sprache

Officially certified translator of the English language for the law courts and public prosecution services of Land Schleswig-Holstein

c/o Certrans GmbH, Strandstr. 15, 24159 Kiel, Germany

+49 (0)175 9319099

RAYTHEON ANSCHÜTZ GMBH, KIEL

MINUTES

of the SUPERVISORY BOARD MEETING November 15th, 2022

Duration

Start 16:00

End 17:15

Participants:

Supervisory board

Mrs. Kim Ernzen Raytheon Technologies, VP Naval Power
Mrs. Holly Jones Raytheon Technologies, Sr. Financial Analyst
Mr. Norbert Wiedemann Employee Representative of Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

Also participating

Mr. Michael Schulz MD, Raytheon Anschütz GmbH, Kiel
Mr. Martin Grassmann CFO, Raytheon Anschütz GmbH, Kiel

1. Introduction

Mrs. Ernzen as chairwoman opened the Supervisory Board Meeting and asked Mr. Grassmann to take the notes of the meeting.

The invitation and the PWC audit report were provided in advance and in time to the Supervisory Board members. There are no objections to the remote format of this Supervisory Board Meeting, today done by Zoom video conference. The Supervisory Board has reached the required quorum to adopt resolutions.

Mrs. Ernzen asked Mr. Schulz as Managing Director to present the management report to the Supervisory Board.

Mr. Schulz welcomed the members of the Supervisory Board and explained tasks and responsibilities of the Supervisory Board members according to German laws and regulations as well as the reporting line of Anschütz within the RTX organization.

Further he explained the formal procedure for the official closure of the business year 2021.

2. Management Report

Mr. Schulz handed over to Mr. Grassmann. He explained the financial statement 2021 as shown in the auditor report by PricewaterhouseCoopers. Mr. Grassmann pointed out and explained characteristics of program provisions, pension provisions and BILMOG adjustments under German law and enlightened the financial statements of the last five years in the same context.

Further he presented the 2022 key metrics of the RAn Group bookings, sales, operative income and cash to the board. In addition, he explained the financial development of 2022 and how the business manages to improve on bookings and sales but not on profit and cash.

Also an outlook to 2023 was given.

The next topic was presented by Mr. Schulz, who explained the current challenges from a Managing Director perspective. He outlined the way forward regarding the Dianca Escrow Account and the required involvement of Mr. Schulz as MD in future decisions.

Furthermore, he explained the necessity of shareholder resolutions as part of the decisionmaking process in Germany.

The new RTX matrix organization creates significant challenges and Mrs. Ernzen advised to stick to Gina Cunnigham as the only operational boss.

Mr. Schulz emphasized the compliance challenges between RTX US standards/policies and German law being the main regulation for Raytheon Anschütz GmbH.

3. Resolutions

Mr. Schulz stated that the auditor's report from PriceWaterhouseCoopers for the business year 2021 has been issued. Based on this report, dated July 8th, 2022, the Supervisory board should give the approval about the business year 2022 to the shareholder.

The Supervisory Board approved the financial statement as of December 31, 2021.

A written approval will be sent to the shareholder Raytheon Deutschland GmbH. Raytheon Deutschland GmbH will issue the shareholder resolution about the management discharge.

The Supervisory Board confirmed the assignment about the financial audit of the business year 2022, as of December 31, 2022 to the auditing company PriceWaterhouseCoopers, Kiel.

Furthermore, the Supervisory Board agreed on one board meeting per half calendar year in accordance with §52 GmbHG in conjunction with §110 AktG for 2022 and 2023

A written approval will be sent to the shareholder Raytheon Deutschland GmbH.

Mr. Schulz asked the Supervisory Board Members for questions and statements but the Supervisory Board was pleased with the presentation and explanations.

Mrs. Ernzen closed the meeting on 17:15.

 

November 16th, 2022

Chairwoman of the Supervisory of Raytheon Anschütz GmbH

Kimberly N. Ernzen

Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde am 15.11.2022 festgestellt.

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