Verwaltung von Wohngrundstücken, Wohngebäuden und Wohnungen für Dritte
Puraglobe GmbH
Hauptstraße 30, 06729 Elsteraue, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jürgen Leopold Hund seit 20.11.2025 | Geschäftsführer |
Alois Dr. Virag seit 23.12.2024 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Puralube Inc. | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Puraglobe Holding GmbHElsteraueKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2021
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2021
Konzerneigenkapitalspiegel für 2021
Konzernanhang für 2021I. Allgemeine Hinweise Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Zur Klarheit und Übersichtlichkeit des Konzernabschlusses haben wir einzelne Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Die für einzelne Positionen geforderten Zusatzangaben haben wir in den Anhang übernommen. Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden. II. Registerinformationen Das Mutterunternehmen ist unter der Firma Puraglobe Holding GmbH mit Sitz in Elsteraue im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer HRB 214092 eingetragen. III. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss umfasst neben der Puraglobe Holding GmbH, als Mutterunternehmen, die nachfolgend aufgeführten Tochterunternehmen:
Die Muttergesellschaft verfügt bei sämtlichen Tochtergesellschaften unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte. Die Konzerngesellschaften befassen sich im Wesentlichen mit der Entsorgung, Sammlung, Zwischenlagerung und Aufbereitung von Altölen, Emulsionen und anderen Stoffen und mit der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen sowie der Technologie- und Anlagenplanung. IV. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a. F.) zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung vorgenommen. Für Zukäufe nach dem 1. Januar 2010 wird die Neubewertungsmethode angewandt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung bei Erwerb der ITAP GmbH zum 1. September 2018 wurde der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 27 als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Die Abschreibung erfolgt über die geschätzte Nutzungsdauer von zehn Jahren. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse innerhalb des Konsolidierungskreises wurden eliminiert. V. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Realisations- und Imparitätsprinzip werden beachtet; Vermögensgegenstände sind höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie Sach- und Finanzanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen bewertet. Planmäßige Abschreibungen erfolgen nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear und zeitanteilig. Bei den Anlagen im Bau werden Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung deren Herstellung verwendet wird, gemäß § 298 Abs. 1 i. V. m. § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB in die Anschaffungs- und Herstellungskosten einbezogen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 (bis zum 31. Dezember 2017 EUR 150,00) sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 (bis zum 31. Dezember 2017 EUR 150,00) bis EUR 1.000,00 (die nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft worden sind) wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 Prozent p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Die wesentlichen Abschreibungssätze im Konzern betragen:
Die Nutzungsdauer der Lizenzen entspricht der jeweiligen vertraglichen Nutzungsdauer. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungspreisen entsprechend dem aktuell zutreffenden Lieferantenmix am Bilanzstichtag aktiviert. Die fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden gemäß § 298 Abs. 1 i. V. m. § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB aktiviert. Sofern erforderlich, wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten und angemessenen Gewinn vorgenommen. Die Waren wurden zu Einstandspreisen oder sofern erforderlich zu gegebenenfalls niedrigeren Absatzpreisen entsprechend dem aktuell zutreffenden Kundenmix am Bilanzstichtag aktiviert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten abzüglich der Wertabschläge für Einzelrisiken und für das allgemeine Kreditrisiko bilanziert. Sofern unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr bestehen, werden diese abgezinst. Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bilanziert. Investitionszulagen und -zuschüsse werden passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände verteilt. Die Zuwendungsgewährung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, deren Nichteinhaltung zur Rückzahlung führen kann. Das Rückzahlungsrisiko wird als gering eingeschätzt, da die Einhaltung der Zuwendungsvoraussetzungen zu erwarten ist. Die Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Anwartschaftsbarwertmethode ermittelt und auf den Barwert abgezinst. Hierbei werden diese unverändert unter Verwendung der "Richttafeln 2018" G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der von der deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,87 % p. a. (Vj. 2,30 %) gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Rentensteigerungen werden unverändert mit 2 % berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt EUR 245. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen von 2 % p. a.) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenz bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwertes aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Währungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Davon-Vermerke Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. VI. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Konzernanlagenspiegel dargestellt. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von TEUR 0,05 auf Finanzanlagen (Zinscap) an. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen TEUR 3.308 (Vj. TEUR 2.634) Forderungen gegen den Gesellschafter. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind keine (Vj. TEUR 57) sonstigen Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr mehr enthalten. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus noch nicht beantragten Energiesteuererstattungsansprüchen in Höhe von TEUR 1.046 (Vj. TEUR 1.048), Vorsteuerforderungen gegen die Finanzbehörden in Höhe von TEUR 1.309 (Vj. TEUR 373), Forderungen aus beantragten Quellensteuererstattungsansprüchen TEUR 606 (Vj. TEUR 606), vertragliche Forderungen gegen eine Investitionspartner TEUR 411 (Vj. TEUR 0) und Erstattungsansprüche für Ertragsteuern TEUR 304 (Vj. TEUR 498). Weiterhin sind debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 147 (Vj. TEUR 29), Forderungen gegen den Minderheitsgesellschafter TEUR 83 (Vj. TEUR 82), Forderungen mit Ratenzahlungsvereinbarung TEUR 59 (Vj. TEUR 65) und noch nicht beantragte Rückerstattung für Konzessionsabgaben und Netzentgelte in Höhe von TEUR 30 (Vj. TEUR 36) enthalten. Die Vorsteuerforderungen betreffen zu TEUR 509 (Vj. TEUR 358) im Folgejahr abziehbare Vorsteuerbeträge. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Die Guthaben bei Kreditinstituten enthalten Guthaben in Höhe von TEUR 56 (Vj. TEUR 90), welche auf zweckgebundenen Sperrkonten angelegt sind. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält ein Disagio (Unterschiedsbetrag zwischen dem Ausgabe- und Rückzahlungsbetrag). Dieses resultiert aus dem bestehenden Konsortialdarlehen. Zum Stichtag sind TEUR 1.332 (Vj. TEUR 952) bilanziert. Das Disagio wird über die Laufzeit der zugrunde liegenden Verbindlichkeit linear abgeschrieben. Das Disagio aus vorherigen Darlehen wurde zum Zeitpunkt der Darlehensablösung erfolgswirksam in Höhe des bestehenden Buchwerts aufgelöst. Aktive latente Steuern Latente Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:
Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 28,08 % bzw. von 31,84 % (Organkreis der Puraglobe Holding GmbH) zugrunde gelegt. Auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 7.072 wurden latente Steueransprüche aktiviert. Daneben bestehen gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 384 und körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 1.033, für die eine Steuerentlastung innerhalb von fünf Jahren nicht erwartet wird. Für diese wurden keine latenten Steuern angesetzt. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital von TEUR 5.500 entspricht dem bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten. Die Gewinnrücklagen resultieren aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Die Anteile anderer nicht beherrschender Gesellschafter entfallen auf die Minderheitenanteile von 10 % an der Baufeld Mineralölraffinerie Duisburg GmbH & Co. KG, Duisburg. Sonderposten für Zuwendungen Der Sonderposten betrifft Investitionszulagen gem. § 2 InvZulG und Investitionszuschüsse (Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" sowie Umweltinnovationsprogramm). Die Auflösung der Sonderposten erfolgt grundsätzlich über die Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände. Die Auflösung der Sonderposten erfolgte planmäßig in Höhe von TEUR 1.569 (Vj. TEUR 1.574). Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen betreffen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und nicht abziehbare Vorsteuern. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Altlastensanierung, ausstehende Lieferantenrechnungen, CO 2 -Zertifikate, Prämien, nicht genommenen Urlaub, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Jahresabschluss- und Steuerberatungskosten, variable Lohn- und Gehaltsbestandteile und Archivierungskosten gebildet. Bei der Rückstellung für Altlastensanierung handelt es sich um Sanierungsverpflichtungen für ein kontaminiertes Grundstück in Duisburg. Verbindlichkeitenspiegel (TEUR)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (1) Die Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen in Form einer erstrangigen Gesamtgrundschuld in Höhe von TEUR 61.900 zur Absicherung von Darlehen, der Verpfändung der Geschäftsanteile aller wesentlichen Tochterunternehmen und gegenwärtiger und zukünftiger Wertpapiere und Bankguthaben. Weiterhin besteht eine Sicherungsübereignung für die Waren des Vorratsvermögens und des wesentlichen Anlagevermögens (Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge) sowie Globalzessionen wesentlicher Konzerngesellschaften über sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Ansprüchen aus etwaigen Versicherungsforderungen. Darüber hinaus besteht eine gesamtschuldnerische Haftungsgarantie gegenüber den Finanzierungspartnern des Konsortialdarlehens für die Erfüllung aller Verpflichtungen der Kreditnehmer des Puraglobe Holding Konzerns sowie für die Übernahme sämtlicher Kosten, Verluste oder Verbindlichkeiten der Finanzierungspartner sofern eine Verpflichtung der Kreditnehmer unwirksam, unrechtmäßig oder nicht durchsetzbar wird. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (2) Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter betreffen vier nachrangige Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 22.969 (Vj. TEUR 22.378). Diese Gesellschafterdarlehen treten im Rang nach den Ansprüchen der Konsortialfinanzierungspartner entsprechend der Darlehensbelassung- und Rangrücktrittsvereinbarung zurück. Wir verweisen auf den Abschnitt Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber anderen verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 123 (Vj. TEUR 1.290) betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sonstige Verbindlichkeiten (3) Die in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen Verbindlichkeiten aus Leasing in Höhe von TEUR 334 (Vj. TEUR 445) sind mit dem entsprechenden Vermögensgegenstand des Anlagevermögens besichert. VII. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Nach Absatzmärkten
Nach Tätigkeitsbereichen
Von den Umsatzerlösen wurden Mineralölsteuern in Höhe von TEUR 1.162 (Vj. TEUR 735) abgesetzt. Sonstige betriebliche Erträge Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszulagen und -zuschüsse, Erträge aus Versicherungserstattungen, Erträge aus Weiterbelastungen an Dienstleister, Erträge aus Sachbezügen, Erträge aus der Währungsumrechnung, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus der Herabsetzung der Einzel- und Pauschalwertberichtigung, Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen und aus der Wertaufholung außerplanmäßiger Abschreibungen aus Vorjahren und Erträge aus der Erstattung von Lohnfortzahlungen. Es sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.113 (Vj. TEUR 221) enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Wertaufholung außerplanmäßiger Abschreibungen auf Anlagevermögen aus Vorjahren (TEUR 329), aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 263), aus dem Abgang von Anlagevermögen (TEUR 143) sowie aus der Herabsetzung von Pauschal- und Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 111). Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Instandhaltung, Fahrzeugkosten, Frachten, Rechts- und Beratungskosten, Mieten und Leasingaufwendungen, Mietnebenkosten, Versicherungen, Werbe- und Reisekosten, Abfallbeseitigung, Gebühren und Beiträge, Porto, Telefon und Datenübertragung, EDV-Aufwendungen, Verkaufsprovisionen, Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, Aufwendungen für die Wertberichtigung von Forderungen sowie sonstige Aufwendungen. Die Aufwendungen für Vorjahre betragen TEUR 665 (Vj. TEUR 641). Diese betreffen im Wesentlichen Nachberechnungen von Dienstleistungen des Gesellschafters TEUR 282, Wertberichtigungen und Ausbuchung von Forderungen (TEUR 202), Nachberechnungen von Beratungsleistungen (TEUR 62), Aufwendungen für Medienbezug und Abwasser (TEUR 58) sowie Nachberechnungen EEG-/KWK- und Off-shore Umlagen (TEUR 39). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten unter Anwendung des gewichteten Konzernsteuersatzes ermittelte latente Steueraufwendungen (Vj. Steuererträge) aus der Veränderung latenter Steuern in Höhe von TEUR 1.798 (Vj. TEUR 559). Es wird auf die Erläuterungen des Abschnitts Aktive latente Steuern verwiesen. VIII. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlägt vor, den Bilanzgewinn des Mutterunternehmens in Höhe von EUR 14.409.191,20 in das neue Geschäftsjahr vorzutragen. IX. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt TEUR 9.036. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Bestellobligo für erteilte Investitionsaufträge TEUR 1.036 sowie Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen, Leasingverträgen, Wartungsverträgen und sonstigen Verträgen TEUR 8.000. Die Miet-, Pacht- und Leasingverträge haben eine Vertragsdauer bis maximal 2030. Derivative Finanzinstrumente Angaben zu Finanzinstrumenten (zum beizulegenden Zeitwert bilanziert):
Die zinsbezogenen Geschäfte betreffen Zinscaps. Zur Ermittlung des Marktwertes (beizulegender Zeitwert) des Zinscaps wurden standardisierte Zinsderivate und Standardrisikomodelle für die Preisapproximation zugrunde gelegt. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen wurden nicht durchgeführt. Ausschüttungssperre In Höhe von TEUR 455 ergibt sich für die Puraglobe Holding GmbH aus der Aktivierung von latenten Steuern eine Ausschüttungssperre. Haftungsverhältnisse Für Verbindlichkeiten einer US-amerikanischen Schwestergesellschaft gegenüber einer Leasinggesellschaft besteht eine Garantieerklärung der Puraglobe Holding GmbH über maximal TUSD 3.404. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus der Garantieerklärung für die Verbindlichkeiten der Schwestergesellschaft gegenüber der Leasinggesellschaft wird aufgrund der guten Ertragserwartungen der betreffenden Schwestergesellschaft als gering eingeschätzt. Mitglieder der Geschäftsführung Geschäftsführer des Mutterunternehmens waren im Geschäftsjahr:
Gesamtbezüge der Geschäftsführer Die Bezüge der Geschäftsführer des Mutterunternehmens für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 1.161 (Vj. TEUR 947). Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
Prüfungs- und Beratungshonorare Das Honorar des Abschlussprüfers des Konzerns für das Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:
Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Die Möglichkeit zur Befreiung von der Verpflichtung, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen, wurde gemäß § 264 Abs. 3 HGB für die nachfolgenden Tochtergesellschaften in Anspruch genommen:
Konzernverhältnisse Der Konzernabschluss der Puraglobe Holding GmbH zum 31. Dezember 2021 wird beim Bundesanzeiger eingereicht und kann im zentralen Unternehmensregister eingesehen werden. Der Konzernabschluss der Puraglobe Holding GmbH wird in den Konzernabschluss der Puraglobe Holdings LLC, Wayne (PA), USA, Vereinigte Staaten, als höchste Konzernspitze einbezogen. Der Konzernabschluss der Puraglobe Holdings LLC ist ausschließlich in den Geschäftsräumen am Sitz der Gesellschaft in Wayne (PA), USA, Vereinigte Staaten, erhältlich. Es finden keine weiteren Publikationen statt. X. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung Die gezahlten Zinsen betragen TEUR 4.097 (Vj. TEUR 1.629), die gezahlten Ertragsteuern TEUR 820 (Vj. TEUR 1.267) und die erhaltenen Zinsen TEUR 3 (Vj. TEUR 57). Im Geschäftsjahr hat der Konzern Ertragsteuererstattungen in Höhe von TEUR 538 erhalten (Vj. TEUR 1.144). Die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen betreffen im Wesentlichen mit TEUR 1.376 das Projekt HyRes, mit TEUR 1.859 das Projekt Gruppe III HL1, mit TEUR 1.658 die Verlängerung der UOP-Exklusivlizenz Lizenz und die Anschaffung von Katalysatoren mit TEUR 1.058. Zum Stichtag waren die Investitionen für die Verlängerung der UOP-Exklusivlizenz in Höhe von TEUR 7.075 noch nicht zahlungswirksam. XI. Nachtragsbericht Die Puraglobe-Gruppe hat über die Puraglobe Services GmbH mit notariellem Kaufvertrag vom 2. März 2022 100 % der Geschäftsanteile an der Nagel Altöl- und Sondermüllentsorgung GmbH mit Wirkung zum 28. Februar 2022 erworben. Am 24. Februar 2022 begann zwischen Russland und der Ukraine eine militärische Auseinandersetzung. Hierzu wird auf die Ausführungen im Lagebericht unter dem Teil Prognosebericht verwiesen. Im Februar 2022 wurde darüber hinaus der Beschluss gefasst, das Investitionsprojekt HyLube3 zu starten. Gegenstand des Projektes ist die Errichtung einer dritten HyLube SAT Raffinerie am Standort Elsteraue. Die Anlage wird gegen Ende 2023 den Betrieb aufnehmen.
Elsteraue, 10. Mai 2022 Die Geschäftsführer Andreas Schüppel Daniel Dylong Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2021Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue
Konzernlagebericht für 20211. Grundlagen des Konzerns Die Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue, als 100 %-Tochter der Puralube Inc. (Wayne, Pennsylvania, USA) verfolgt mit Hilfe der exklusiven Lizenzrechte an den HyLube™- und HyLube SAT™-Verfahren der Ingenieurgesellschaft UOP a Honeywell Company, Des Plaines, USA, zur Verarbeitung von Altöl und der Produktion von Basisölen für Europa und Nordamerika, eine Expansionsstrategie durch den Bau weiterer Raffinerien bzw. der weiter vertieften Veredelung der heutigen API (American Petroleum Institute) Gruppe II+/III Basisöle. Zur Erreichung dieser Ziele verfügt der Konzern über eine Struktur, die von der Projekt-identifizierung im In- und Ausland, dem Auffinden von Joint-Venture-Partnern, der Standortsuche sowie der technischen Implementierung, der Rohstoffbeschaffung, des Betriebs der Raffinerien und des Vertriebs der erzeugten Produkte bis hin zur Projektfinanzierung reicht. Die Tätigkeitsfelder der Beteiligungsgesellschaften der Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue, umfassen folgende Unternehmensbereiche:
Re-Refining Die Puralube GmbH, Elsteraue, eine 100%-Tochtergesellschaft der Puraglobe Germany GmbH in Elsteraue, betreibt zwei Raffinerien, die nach dem von UOP a Honeywell Company, Des Plaines, USA, lizenzierten HyLube™-Verfahren und die HyLube2-Anlage zusätzlich nach dem HyLubeSAT™-Verfahren arbeiten und hochwertige Basisöle der API Gruppe II+ und III herstellen. Die Puraglobe-Gruppe hält für beide Verfahren die weltweit exklusiven Nutzungsrechte. Umweltservices - Bereich "Altöl" Der Bereich "Altöl" der Baufeld-Gruppe sichert die Versorgung der Raffinerien mit dem Einsatzstoff Altöl durch das Sammeln und den weltweiten Einkauf von Altöl. Der Aufgabenbereich umfasst auch die Entsorgung von Ölschlämmen, Emulsionen, Öl-/Wassergemischen und Werkstattabfällen. Die Entsorgungsleistungen in Deutschland erfolgen durch eigene Tankfahrzeuge, die Zwischenlagerung in eigenen und gemieteten Tanklagern. Ingenieurdienstleistungen Der Bereich Ingenieurdienstleistungen umfasst den Geschäftsbetrieb der ITAP GmbH. Dieser erbringt fast ausschließlich konzerninterne Leistungen im Rahmen der Technologieprojekte der Puraglobe-Gruppe. Durch die Integration wurde die Voraussetzung geschaffen, alle HyLube-, HyLubeSAT- und HyRes-Projekte im eigenen Hause ingenieurtechnisch zu betreuen und somit das eigene Knowhow weiter zu verstärken. Die Hauptaktivität des Konzerns liegt dabei in der Sammlung und Aufarbeitung recyclingfähiger Altöle zu hochwertigen Basisölen für den Einsatz in der Schmierstoffindustrie. Die Puraglobe-Gruppe versteht sich dabei als Technologieunternehmen, welches innovative Produktionsverfahren entwickelt und anwendet. Das Knowhow im Bereich Engineering wird durch die ITAP GmbH, Bad Dürrenberg, vertreten. Alle Unternehmensbereiche tragen hierzu bei, so dass Projekte für den Bau weiterer HyLube™ Anlagen bereits angelaufen sind. Aus diesen Aktivitäten soll künftig ein erheblicher Ergebnisbeitrag generiert werden. Der über eine Schwestergesellschaft der Puraglobe Holding GmbH in den USA in Tampa, FL errichtete neue Produktionsstandort hat im November 2020 seine Produktion gestartet. An diesem Standort werden aus in Deutschland produzierten und über Rotterdam exportierten Gruppe III Basisölen der Puraglobe auf der Basis der durch einen Additivhersteller entwickelten Formulierungen, fertig formulierte Schmierstoffe unter Verwendung von Altöl für den US-Markt sowie in Bezug auf bestimmte Grades auch für den Weltmarkt hergestellt. Um den Anforderungen der Marktveränderungen gerecht zu werden, hat die Gesellschaft frühzeitig mit der Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur Verarbeitung des eigenerzeugten Heavy Fuel begonnen (HyRes™). Die Technologie gehört heute der Puraglobe und wurde weltweit patentiert. Die Anlage befindet sich aktuell am Produktionsstandort in Elsteraue im Probebetrieb, die erzielten Ergebnisse verbessern sich stetig. Der Konzern beabsichtigt, durch die Einführung dieses neuen Verfahrens die Abhängigkeit vom Altölmarkt zu reduzieren. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen Nach den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 um 2,7 % gewachsen. Zuvor war es im Jahr 2020 durch die Corona-Krise zu einem kräftigen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gekommen. Die Industrie litt im Betrachtungsjahr 2021 unter gravierenden Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten und konnte ihre Produktion, trotz guter Auftragsbücher, nicht wieder richtig hochfahren. Sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch die meisten Dienstleistungsbereiche konnten gegenüber 2020 merkliche Zuwächse verzeichnen, mussten aber pandemiebedingt zu Beginn und auch wieder gegen Ende des Jahres deutliche Einschränkungen ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten verkraften. Im Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe fiel das Wirtschaftswachstum etwas verhaltener aus. Im Baugewerbe ging die Wirtschaftsleistung 2021 gegenüber 2020 sogar leicht um 0,4 % zurück. 1 Die deutsche Wirtschaft konnte sich zwar nach dem Einbruch im Vorjahr erholen. Jedoch wurde mit dieser Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um rund 2,0 % niedriger. Die privaten Konsumausgaben stabilisierten sich 2021 auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Dagegen waren die Konsumausgaben des Staates auch im Jahr 2021 eine Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Der Außenhandel erholte sich 2021 von den starken Rückgängen im Vorjahr und lag damit nur noch leicht unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2021 von 44,9 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Somit zeigte sich der Arbeitsmarkt robust und nahezu stabil im schwierigen Umfeld. 2 Der Ölmarkt war im Betrachtungsjahr 2021 durch eine stetige Erholung gekennzeichnet. Dies folgte auf den drastischen Nachfragerückgang im Jahr 2020, als das Coronavirus die Weltwirtschaft schwer traf. Der Jahresdurchschnittspreis für die Europäische Leitrohölsorte "Brent" erhöhte sich deutlich auf 71 USD/Barrel Rohöl und stieg damit um 65 % gegenüber 2020. Hatte das Jahr noch mit einem Preisniveau von etwa 50 USD je Barrel begonnen so endete es mit Rohölpreisen von knapp unter 80 USD je Barrel im Dezember 2021. 3 Aufgrund dieses Preisverlaufs könnte man nicht vermuten, dass die Welt weiterhin von der Corona-Pandemie heimgesucht wurde und die Weltwirtschaft mit schweren Lieferkettenproblemen und hoher Inflation zu kämpfen hatte. Die wichtigste Ursache ist in Moskau und Riad zu finden, denn das Ölkartell OPEC+ stellte sich als unerwartet stabil und handlungsfähig heraus. Die Entscheidungen der OPEC+, das Öl-Angebot zu kontrollieren, trugen somit zur Erholung der Rohölpreise bei. Das Ölangebot blieb so in Lockdown-Zeiten knapp, so dass die Öllager weltweit immer weiter schrumpften. Dadurch wurde ein Preisrutsch in den nachfrageschwachen Monaten verhindert. 4 Weiterhin blieb durch die relativ erfolgreiche Eindämmung der Pandemie in Ostasien die chinesische Wirtschaft, als zweitgrößte der Welt, erstaunlich stabil. Mit den steigenden Rohölpreisen im Jahresverlauf 2021 kam es gleichzeitig seit Sommer zu stark steigenden Energiekosten für Heizöl, Gas und Strom. So hatten sich die Gaspreise im deutschen Großhandel zeitweise verachtfacht. Zum Jahresende 2021 lagen sie immer noch vier Mal höher als ein Jahr zuvor. Auch hier war eine politische Verknappung des Gasangebots ausschlaggebend. Gazprom lieferte weitaus weniger Erdgas als erwartet und ließ seine Speicher in Westeuropa schon im Sommer leerlaufen. 5 Auch im neuen Jahr 2022 werden die COVID-19-Entwicklungen ein wichtiger Treiber für den Rohölpreis bleiben. Im Herbst 2021 drückte die Omicron-Variante die Preise Anfang Dezember zwischenzeitlich auf ein dreimonatiges Tief von 66 USD je Barrel. Gleichzeitig, wie in 2021, werden die Förderentscheidungen der OPEC-Plus-Gruppe von großer Bedeutung sein. Der Bank of America zufolge wird der Rohölpreis bis Ende des 1. Halbjahres 2022 wahrscheinlich die Marke von 120 USD pro Barrel überschreiten. Darüber hinaus werden auch im Jahr 2022 und den Jahren danach weiterhin steigende Heizöl- und Gaspreise erwartet. 6
3 Vgl. Statistik Mineralölprodukte
(PURAGLOBE intern) aus wöchentlicher ICIS Notierung
Die deutsche Gebrauchtölrecycling-Branche hat nach den vorläufigen Berechnungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Jahr 2021 Mineralölprodukte im Umfang von rund 480.213 t erzeugt. Das ist ein Zuwachs um ca. 38.000 t zum Vorjahreswert. Die stärkste Produktgruppe stellte, wie schon in den Vorjahren, die Produktion von Basisölen aus dem Re-Refining mit rund 270.000 t dar. In dieser Produktgruppe gab es ebenfalls einen Anstieg von 6,1 % im Vergleich zu 2020. 7 Das Sammelaufkommen an Altölen lag in Deutschland im Betrachtungsjahr pandemiebedingt deutlich unter der Menge der Vorkrisenjahre (<2019). Aufgrund der vorläufigen Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über die Entwicklung des Schmierstoffaufkommens im Inland (2021) kann mit einer Altölmenge von ca. 375.000 t Altöl gerechnet werden. 8 Durch die großen Basisöl-Recycler wurde auch in 2021 wieder aufarbeitungsfähiges Altöl importiert. Eine offizielle Zahlenangabe zur Importmenge liegt derzeit noch nicht vor. Nach der Schätzung des BVA wird die Importmenge im Betrachtungsjahr 2021 wie im Vorjahr auch bei ca. 200.000 t liegen. In Deutschland lag die Schmierstoffnachfrage in 2021 nach den vorläufigen Angaben des BAFA bei rund 872.000 t. Somit war ein Anstieg um etwa 57.000 t zum Vorjahresniveau zu verzeichnen, was einer Änderung von rund 7 % entspricht. 9 Die Marktpreisentwicklung für Basisöl stellte sich im Betrachtungsjahr bedingt durch die Verknappung der Raffineriekapazitäten während der Corona-Pandemie und den steigenden Rohölmarkt (siehe oben) sehr positiv dar. Die durchschnittliche Notierung für Basisöle der API Gruppe I (SN150) stieg in 2021 von zunächst 590 EUR im Januar auf 1.065 EUR je t im Juli 2021 an. Anschließend kam es durch Sättigung auf der Angebotsseite zum Rückgang der Notierung bis auf 785 EUR je t im Dezember 2021. Auch die für das Marktumfeld der Puraglobe nun noch wichtiger gewordenen Notierungen für Basisöle der Gruppe III waren im 1. Halbjahr 2021 ähnlich stark gestiegen und blieben im Unterschied zur API Gruppe I auch im 2. Halbjahr stabil auf dem höheren Niveau bestehen. So stieg die Notierung für Gruppe III Basisöle (4cSt) innerhalb der ersten Jahreshälfte von 825 EUR im Januar 2021 auf bis zu 1.475 EUR im Herbst an und hielt sich hier bis zum Jahresende. 10 2.2. Geschäftsverlauf Die Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue, ist die Muttergesellschaft der Puraglobe Gruppe in Europa, bestehend aus den Teilkonzernen Puraglobe Germany GmbH, Elsteraue, und Puraglobe Services GmbH, München. Die Puraglobe Services GmbH ist die Muttergesellschaft für die Unternehmen der Baufeld-Gruppe. Die Puraglobe-Gruppe hat im Betrachtungsjahr in Summe rd. 80.000 t Basisöl produziert, womit ihr Anteil an der Gesamtmenge der Recycling-Basisöle in Deutschland rund 30 % betrug. Besonders zu erwähnen ist der hohe Anteil an Basisölen der Gruppe III, der in 2021 bei gut 52.000 t lag. Möglich wurde dies durch die Inbetriebnahme der 2. Gruppe III-Basisöllinie Ende 2020 am Standort Elsteraue.
8 Vgl. Bundesverband Altöl e.V.,
Altölkreislauf 2020
10 Vgl. Statistik Mineralölprodukte
(PURAGLOBE intern) aus wöchentlicher ICIS Notierung
Puraglobe ist es im Betrachtungsjahr gelungen, auch gestützt durch die günstigen Bedingungen auf dem Ölmarkt sowie die hohe Nachfrage im 1. Halbjahr 2021, den durchschnittlichen Verkaufspreis für Basisöle deutlich über dem Vorjahresniveau zu steigern. Außerdem wurden in 2021 ca. 18.000 t hochwertiger Gruppe III Basisöle über den Seeweg an den konzerneigenen Standort in Tampa, FL (USA) exportiert. Gleichzeitig konnte sich Puraglobe damit auch den amerikanischen Basisölmarkt erschließen, der in 2021 von einem mit Europa vergleichbaren Preisanstieg bei den Basisölen und im Schmierstoff-Fertigproduktemarkt geprägt war. Nach dem von der Corona-Krise geprägtem Geschäftsjahr 2020 konnte die Puraglobe-Gruppe in 2021 ein Rekordergebnis verbuchen. Getragen wurde das Ergebnis insbesondere von der Entwicklung der Absatzpreise. Die den Absatzpreisen zugrunde liegenden Notierungen stiegen insbesondere im ersten Halbjahr deutlich an. Im zweiten Halbjahr sind diese Notierungen, vor allem der ICIS, auf diesem hohen Niveau stabil verblieben. Dadurch konnten ganzjährig deutlich höhere Absatzpreise für Basisöle und für die Nebenprodukte im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. Diese Entwicklung ist zurückzuführen auf den Anstieg der weltweiten durchschnittlichen Rohstoffpreise, hier speziell vom Rohöl, im Zuge der Überwindung der Corona Krise und der weltweiten Lockdowns ganzer Volkswirtschaften in 2020. Die Nachfrage nach den Produkten des Konzerns stieg direkt im 1. Quartal des Geschäftsjahres an. Die Rohölnotierungen sind mit etwa 50 USD/bbl in das Jahr 2021 gestartet, im November haben sie das Jahreshoch von 86 USD/bbl erreicht und zum Jahresende schlossen sie mit etwa 78 USD/bbl ab. Die Kosten für die Rohstoffbeschaffung des Rohstoffes Altöl sind infolge dieser Kursentwicklung im Vergleich zum Vorjahr stetig gestiegen. Da die Altölkosten unterproportional zum Basisölpreis und den Nebenprodukten gestiegen sind, hat sich die Rohmarge des Kerngeschäftes des Konzerns absolut gesehen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Auch die Konzerngesellschaft Baufeld Mineralölraffinerie Duisburg GmbH & Co. KG, Duisburg, konnte in Folge der Marktentwicklungen im Geschäftsjahr 2021 ein um 1,1 Mio. EUR gestiegenes Ergebnis erzielen. Die Planung der Puraglobe-Gruppe für 2021 fußte auf einem Rohölpreis von 45 USD/bbl und entsprechend darauf ausgerichteten leicht überproportional höheren Absatzpreisen für Basisöle und Nebenprodukte im Vergleich zu den Altöleinstandskosten auf Basis der Marktentwicklungen Ende 2020. Die Puraglobe-Gruppe hat ihr Planziel in Bezug auf das EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Zuwendungen, Zinsen und Ertragsteuern) deutlich übertroffen. Die Puraglobe-Gruppe hatte am Ende des Geschäftsjahres 2020 die mit ihrem Bankkonsortium vereinbarten Finanzkennzahlen nicht vollumfänglich einhalten können. Ursache dafür war der Umstand, dass die Corona Krise in 2020 länger angehalten hatte als prognostiziert. Die angenommenen Ergebnisbeiträge für 2020 konnten somit nicht in dem geplanten Umfang realisiert werden. Dem Bankkonsortium hat die Puraglobe-Gruppe daraufhin am 4. März 2021 einen Waiver Letter gestellt. Diesem Antrag wurde vom damaligen Bankkonsortium unter bestimmten Auflagen die Zustimmung erteilt. Am 27. Oktober 2021 hat die Puraglobe-Gruppe zusammen mit einem deutlich reduzierten Bankkonsortium eine neue Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet. Diese Finanzierungsvereinbarung löst die davor bestehenden Finanzierungen ab. Sie führte auch dazu, dass die Puraglobe die in 2020 aufgenommenen "Corona Kredite" - den KfW Unternehmerkredit und den Kredit aus dem Programm Sachsen-Anhalt "Zukunft" vorzeitig und vollständig zurückführen konnte. Darüber hinaus sichert diese neue Finanzierung auch die liquiden Mittel für das weitere Wachstum der Gruppe, so insbesondere die Finanzierung des Investitionsprojektes HyLube3 sowie den weiteren Ausbau der Altölsammelorganisation. Die HyLube™ Anlagen der Unternehmensgruppe haben auch im Jahr 2021 sowohl quantitativ als auch qualitativ auf sehr hohem Niveau an der Kapazitätsgrenze produziert. Die Basis dafür bot die jederzeit gesicherte Rohstoffzufuhr. Das Produktionsziel wurde jedoch durch die verzögernde Inbetriebnahme einer Investitionsmaßnahme knapp verfehlt. Um die Marktchancen im Bereich der Gruppe III Basisöle noch weitreichender zu nutzen, hat die Puraglobe-Gruppe im Geschäftsjahr ein Investitionsprojekt zum weiteren Ausbau der Gruppe III Basisöl Kapazitäten (HyLubeSAT für HyLube1) weiter forciert und abgeschlossen. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2021 hat der Regelbetrieb der nunmehr zweiten Gruppe III Anlage begonnen. Damit ist die Puraglobe-Gruppe in der Lage, aus den eingesetzten Altölen ausschließlich Basisöle der API Gruppe III zu produzieren. Im Berichtszeitraum wurde aufbauend auf den Erkenntnissen einer Pilotanlage eine großtechnische Anlage zur Aufbereitung der im Raffinerieprozess anfallenden Schweröle fertiggestellt. Diese Anlage soll zukünftig dazu dienen, die heute produzierten Schweröle in der Raffinerie weiter zu verarbeiten. Der Inbetriebnahme Prozess wurde gestartet. Die erzielten Produktionsergebnisse verbessern sich weiter kontinuierlich, so dass auch für diese Anlage der Übergang in den Regelbetrieb in 2022 zu erwarten ist. Re-Refining Das Geschäftsjahr 2021 war von einer stabilen Produktionsleistung der Anlagen geprägt. Der Durchsatz konnte um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Produktion konnte qualitativ und quantitativ die Nachfrage voll bedienen. Im Berichtszeitraum wurde die Belieferung von Basisölen an das Schwesterunternehmen Puraglobe Syntainics LLC in Tampa, FL weiter ausgebaut. Damit hat die Puraglobe-Gruppe die Wertschöpfungskette weiter geschlossen. Seit dem Ende des Jahres 2020 werden durch die Puraglobe Syntainics auf Grundlage der in Deutschland produzierten Basisöle der API Gruppe III Schmierstoffe produziert und in den USA für den amerikanischen Markt verkauft. Die Umsatzerlöse der Unternehmensdivision "Re-Refining" sind aufgrund von positiven Preiseffekten von 66,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 94,3 Mio. EUR in 2021 um 27,5 Mio. EUR gestiegen. Der Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns erhöhte sich leicht auf 91 %. Umweltservices - Bereich "Altöl" Die Sammelmenge an Altölen konnte im Berichtszeitraum deutlich um 7 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Der Unternehmensbereich Altöl weist Umsatzerlöse in Höhe von 7,9 Mio. EUR (Vj. 6,8 Mio. EUR) aus und erreicht einen Anteil von 7,6 % (Vj. 9,1 %) am Gesamtumsatz des Konzerns. Ingenieurdienstleistungen Im Geschäftsjahr war die ITAP GmbH nahezu ausschließlich konzernintern tätig. 2.3 Lage des Konzerns 2.3.1 Ertragslage Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich im Geschäftsjahr um 29,3 Mio. EUR auf 103,7 Mio. EUR (Vj. 74,4 Mio. EUR). Die Ursache für den Anstieg ist vor allem auf die gestiegenen Absatzpreise im Vergleich zum Vorjahr und durch den wesentlich erhöhten Anteil an Gruppe III Basisölen an der Gesamtproduktion zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge auf 3,7 Mio. EUR (Vj. 3,0 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf höhere Erträge aus Kursdifferenzen aufgrund der Wechselkursschwankungen des USD und auf Erträge aus der Zuschreibung auf Anlagevermögen im Zusammenhang mit dem HyLube3 Projekt zurückzuführen. Die Materialeinsatzquote (Materialaufwand zu Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderungen zzgl. andere aktivierte Eigenleistungen)) hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,2 % von 48,5 % auf 48,7 % geringfügig erhöht. Die Erhöhung der Personalkosten ist durch die gestiegene Anzahl an Mitarbeitern sowie allgemeine Lohnanpassungen bedingt. So erhöhte sich die Anzahl der durchschnittlich im Geschäftsjahr Beschäftigten von 247 auf 254. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Umsatzerlöse verringerte sich von 19,3 % in 2020 auf 14,9 % in 2021. Die Abschreibungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Mio. EUR von 8,7 Mio. EUR auf 9,4 Mio. EUR infolge der Inbetriebnahme der Gruppe III Anlage der HyLube1. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen in 2021 18,8 Mio. EUR, das ist ein um 4,2 % höherer Betrag als im Vorjahr, in dem 18,1 Mio. EUR verbucht wurden. Der Anstieg ist im Wesentlichen verursacht durch um 0,3 Mio. EUR höhere Aufwendungen für Reparatur- und Instandhaltungen, um 0,8 Mio. EUR gestiegene Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten, um 0,5 Mio. EUR gestiegene Fahrzeugkosten, sowie erhöhte Ausgangsfrachten von 0,3 Mio. EUR, die im Zusammenhang mit den höheren Basisöllieferungen an das Schwesterunternehmen Puraglobe Syntainics stehen. Diesen Kostensteigerungen stehen 1,2 Mio. EUR an geringen Sonstigen Kosten gegenüber. Der Kostenrückgang resultiert dabei aus geringen Aufwendungen aus Kursdifferenzen sowie geringen Einmalaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr. Das Finanzergebnis (Zinserträge + Erträge aus Beteiligungen ./. Zinsaufwendungen) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Mio. EUR von -2,7 Mio. EUR auf - 4,5 Mio. EUR. Die Erhöhung ist durch höhere Zinsaufwendungen in den drei Quartalen des Jahres 2021 vor der erfolgten Umfinanzierung sowie durch die vollständige Auflösung des Disagios aus der abgelösten Finanzierung bedingt. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Steueraufwand von 3,2 Mio. EUR (Vj. Ertrag von 0,4 Mio. EUR) erfasst. Dieser ist vor allem durch das um 12,9 Mio. EUR höhere Ergebnis vor Steuern und die darauf zu bildenden Steuerbuchungen entstanden. Aufgrund der oben dargestellten Effekte wurden im Geschäftsjahr folgende Kennzahlen erwirtschaftet.
11 Gemindert um die Auflösungen des
Sonderpostens (1,6 Mio. EUR; Vj. 1,6 Mio. EUR)
2.3.2 Finanzlage Die Finanzierung des langfristig gebundenen Vermögens erfolgt im Wesentlichen durch mittelfristige Verbindlichkeiten, Gesellschafterdarlehen und Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Sonderposten passiviert sind und entsprechend der Nutzungsdauer des geförderten Anlagevermögens aufgelöst werden. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Darlehen in Höhe von 50,7 Mio. EUR (Vj. 54,4 Mio. EUR) ausgewiesen. Sie sind variabel verzinst und im Dezember 2026 bzw. im Verlaufe des Jahres 2027 fällig. Die Puraglobe-Gruppe leistet die vertraglich vereinbarten Tilgungsleistungen. Die Unternehmensgruppe verfügt über eine zum Stichtag noch nicht in Anspruch genommene Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von 4,4 Mio. EUR. Die Linien sind variabel verzinst, durch Betriebsmittel besichert und zum 29. Januar 2027 endfällig. Darüber hinaus stehen Linien für Investitionsfinanzierungen in Höhe von 30,0 Mio. EUR zur Verfügung, deren Inanspruchnahmen aber an Bedingungen geknüpft sind. Der gesamte Darlehensrahmen beträgt 85 Mio. EUR. Der Unternehmensgruppe steht zum 31. Dezember 2021 eine freie Liquidität in Höhe von 7,7 Mio. EUR zur Verfügung. Diese setzt sich aus den liquiden Mitteln (3,3 Mio. EUR) und der nicht in Anspruch genommenen Betriebsmittellinie (4,4 Mio. EUR) zusammen. Die vertraglich vereinbarten Tilgungsleistungen werden durch die freie Liquidität und durch den erwirtschafteten operativen Cashflow, auch mithilfe der zukünftigen Wachstumsprojekte, im Prognosezeitraum zu jeder Zeit sichergestellt. Die Gesellschafterdarlehen haben eine Laufzeit bis 2024 und sind nachrangig in Bezug auf die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Gesellschafterdarlehen werden mit 2,35 bis 2,99 % p. a. verzinst. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 15,3 Mio. EUR (Vj. 3,0 Mio. EUR) und resultiert vor allem aus dem zahlungswirksamen Jahresergebnis. Die Schwankungen im Bereich Working Capital (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ./. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) wirken sich aufgrund des Aufbaus der Vorräte und der Forderungen negativ auf den operativen Cashflow aus. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -8,1 Mio. EUR (Vj. -14,6 Mio. EUR) und ist insbesondere durch Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr geprägt, die aber durch den Abschluss des Projektes Gruppe III für HyLube1 im ersten Quartal 2021 rückläufig ist. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt -7,8 Mio. EUR (Vj. +10,5 Mio. EUR) und betrifft Tilgungen der Darlehen in Höhe von -53,7 Mio. EUR sowie Zinszahlungen in Höhe von -4,1 Mio. EUR, welchen Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten in Höhe von 50,0 Mio. EUR gegenüberstehen. Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit war nahezu ausreichend, um sowohl die Auszahlungen für Investitionstätigkeit als auch die für die Finanzierungstätigkeit zu kompensieren. Der Finanzmittelfond reduzierte sich leicht auf 3,3 Mio. EUR (Vj. 3,9 Mio. EUR). Die wesentlichen Verbindlichkeiten des Konzerns bestehen in Euro. Die Liquidität war im Berichtsjahr jederzeit sichergestellt. Zum Abschlussstichtag deckten die vorhandenen liquiden Mittel die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten zu 6,5 % (Vj. 7,1 %) ab. 2.3.3 Vermögenslage Die Bilanzsumme beträgt 136,6 Mio. EUR (Vj. 122,8 Mio. EUR) und betrifft auf der Aktivseite mit 94,4 Mio. EUR (Vj. 89,2 Mio. EUR) im Wesentlichen das Anlagevermögen. Das Anlagevermögen hat einen Anteil von 69,1 % (Vj. 72,6 %) an der Bilanzsumme. Die Erhöhung des Anlagevermögens resultiert hauptsächlich aus höheren Zugängen in Höhe von 14,4 Mio. EUR und Zuschreibungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR, sowie Abschreibungen in Höhe von 9,4 Mio. EUR. Die Zugänge zum Anlagevermögen entfallen mit 9,0 Mio. EUR auf die immateriellen Vermögensgegenstände und mit 5,4 Mio. EUR auf das Sachanlagevermögen. Bei den Zugängen zu den immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um Kosten für den Kauf von weiteren HyLube Lizenzen, welche der Unternehmensgruppe das weitere Bestehen der Exklusivitätslizenz sicherten. In den Zugängen zum Sachanlagevermögen sind unter anderem bereits die ersten Planungskosten für das Investitionsprojekt HyLube3 enthalten. Das Anlagevermögen wird finanzierungsseitig zum überwiegenden Teil durch Sonderposten für Zuwendungen und mittelfristiges Fremdkapital sowie Gesellschafterdarlehen abgedeckt. Das Vorratsvermögen in Höhe von 13,1 Mio. EUR (Vj. 8,6 Mio. EUR) hat sich um 4,5 Mio. EUR erhöht. Gründe dafür sind die um 1,6 Mio. EUR erhöhten geleisteten Anzahlung auf Vorräte, 1,9 Mio. EUR höhere Bestände an fertigen Erzeugnissen und 1,1 Mio. EUR erhöhten Beständen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 0,7 Mio. EUR von 5,5 Mio. EUR auf 6,3 Mio. EUR korrespondiert mit den höheren Umsatzerlösen. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 3,9 Mio. EUR auf 12,1 Mio. EUR (Vj. 8,2 Mio. EUR) steht im Zusammenhang dem weiteren Ausbau der Belieferungen des Schwesterunternehmens Puraglobe Syntainics LLC mit Basisöl. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich von 3,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 4,3 Mio. EUR erhöht. Die Hauptursache dafür liegt in höheren Kostenabgrenzungen und gestiegenen Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen das Disagio aus den aufgenommenen Darlehen. Die Erhöhung des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens ist durch das um 1,4 Mio. EUR erhöhte Disagio infolge der Umfinanzierung der Unternehmensgruppe im Oktober 2021 bedingt. Die Reduktion der aktiven latenten Steuern in 2021 resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau von Verlustvorträgen durch das erzielte Jahresergebnis 2021. 2.3.4 Kapitalstruktur Der Konzern weist zum 31. Dezember 2021 ein Eigenkapital in Höhe von 24,6 Mio. EUR aus. Der deutliche Anstieg des Eigenkapitals um 7,0 Mio. EUR ist hauptsächlich durch den Jahresüberschuss verursacht. Der Rückgang des Sonderpostens ergibt sich aus den planmäßigen Auflösungen in Höhe von 1,6 Mio. EUR. Die Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Beseitigungs- und Rückbaumaßnahmen, ökologische Altlastensanierung, Ertragsteuern, ausstehende Lieferantenrechnungen, den Personalbereich und Jahresabschluss- und Beratungskosten sowie für noch zu erwerbende CO 2 -Zertifikate. Die Erhöhung der Rückstellung resultiert vor allem aus den Rückstellungen für CO 2 -Zertifikate, die aufgrund von geänderten gesetzlichen Vorschriften erstmals bilanziert werden mussten. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung haben sich darüber hinaus die Steuerrückstellungen infolge des im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegenen steuerlichen Ergebnisses um 0,9 Mio. EUR erhöht. Die Rückstellungen betragen insgesamt 9,3 Mio. EUR (Vj. 7,4 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten zum überwiegenden Teil die von einem Bankenkonsortium aufgenommenen Darlehen. Die Verbindlichkeiten sind von 54,4 Mio. EUR im Vorjahr um 3,7 Mio., EUR auf 50,7 Mio. EUR gesunken. Ursache dafür ist die geringere Inanspruchnahme der Betriebsmittellinie zum 31. Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 16,2 Mio. EUR mit 10,2 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 6,0 Mio. EUR. Ursache dafür sind die Verbindlichkeiten aus dem Kauf der Lizenzen. Darüber hinaus korrespondiert der Anstieg der Verbindlichkeiten auch mit den höheren Aufwendungen, z.B. den Materialaufwendungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 23,1 Mio. EUR (Vj. 23,7 Mio. EUR) sind im Vergleich zum Vorjahr durch die Zahlung damals ausgewiesener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen ein Konzernunternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises der Puraglobe Holding GmbH gesunken. Die Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten um 0,6 Mio. EUR auf 1,4 Mio. EUR (Vj. 0,8 Mio. EUR) ist durch höhere Verbindlichkeiten aus einbehaltenen Quellensteuern sowie Lohn- und Kirchensteuern begründet. 2.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren Die Gesellschaft orientiert sich bei ihrem unternehmerischen Handeln an klassischen ökonomischen Leistungskriterien. Langfristige Unternehmensentwicklung und Wachstum stehen im Vordergrund. Der Unternehmenserfolg wird anhand finanzwirtschaftlicher Kennzahlen gemessen. Hierzu gehören u.a. EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern), EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Zuwendungen, Zinsen und Ertragsteuern) und freier Cashflow. Die Hauptsteuerungsgröße ist dabei das EBITDA. Daneben werden produktionstechnische Kennzahlen wie Altölsammelmengen, Outputmengen und Stillstandzeiten der Raffinerien herangezogen. Als Unternehmen der Altölrecyclingbranche hat der Umweltschutz für Puraglobe eine sehr große Bedeutung. Es bestehen gültige Zertifizierungen für Qualitäts-, Umwelt und Energiemanagement (ISO 9001, ISO 14001, ISO 500001) sowie für Environmental Labels & Declarations (ISO TS 14021 (NSF)) und Carbon Footprint of Products (ISO TS 14067 (NSF)). Die Puraglobe-Gruppe ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb und hält diverse TÜV Zertifikate für die Herstellung und den Vertrieb von Grundölen aus gebrauchten Motoren- und Maschinenölen. Alle Produkte sind nach REACH registriert und erfüllen somit auch die von der EU vorgegebenen Regularien. Die Puraglobe-Gruppe ist in den Branchenvertretungen aktiv. Es bestehen Mitgliedschaften im GEIR - Groupement Européen de l'Industrie de la Régénération und der UEIL (Union Européenne de l'Industrie des Lubrifiants). Die Puraglobe Gruppe ist darüber hinaus im Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V. (UNITI) aktiv und stellt den Vizepräsidenten des Bundesverbandes Altöl e. V. (BVA). Die Unternehmensgruppe ist über das Tochterunternehmen Puralube Raffinerie 3 GmbH, Elsteraue, Mitglied in der Umweltallianz Sachsen-Anhalt. Puraglobe beschäftigt im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 254 Mitarbeiter, darunter 4 Auszubildende. Auszubildende erhalten in der Regel ein Angebot zu einer Übernahme. Im Jahr 2021 wurden alle Auszubildenden übernommen. 3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 3.1 Prognosebericht Für 2022 rechnet die Geschäftsführung mit weiter steigenden Verkaufspreisen für die erzeugten Basisöle gegenüber dem Niveau des Jahresendes 2021 und entsprechend einer weiter steigenden Rohmarge. Ein deutlicher Ergebnisschub wird durch die enge Verzahnung mit dem in 2020 in Betrieb gegangenen US-amerikanischen Produktionsstandort durch ein Konzernschwesterunternehmen erwartet. Durch die Produktion von finalen Schmierstoffen durch die Inbetriebnahme der diesbezüglichen Großanlage am Standort in Tampa, FL wird ein weiterer erheblicher Schritt in Richtung Standortsicherung des Standortes Elsteraue gegangen. Einen weiteren Ertragssprung erwartet das Management auch von den Ergebnissen der Anlage zur Verarbeitung der im Raffinerieprozess anfallenden Schweröle. Im bestehenden Geschäftsbetrieb hat die Geschäftsführung die notwendigen Maßnahmen zur Optimierung der Beschaffungs- und Produktionskosten identifiziert. An der Umsetzung der Maßnahmen, insbesondere im Hinblick auf die Konzentration auf das Kerngeschäft und die Stärkung der Altölbeschaffung wird konsequent festgehalten. Die Versorgung mit Altöl ist von starkem Wettbewerb gekennzeichnet. Sie wird aus Sicht der Geschäftsführung jedoch sichergestellt werden. Mit der weiteren Ausweitung des Beschaffungsnetzes und darüber hinausreichenden Maßnahmen zur Erweiterung der eigenen Sammlung wird die Rohstoffbasis weiter gestärkt. Die Puraglobe hat zu Erreichung dieser Maßnahmen deshalb am 2. März 2022 sämtliche Geschäftsanteile an der Firma Nagel Altöl- und Sondermüllentsorgungs GmbH, Lauffach-Hain übernommen. Diese Akquisition wird die Eigensammlung der Unternehmensgruppe deutlich ausbauen. Für die Folgejahre geht die Geschäftsführung von einem konstanten Marktumfeld auf einem höheren Niveau als in 2021 aus. Eine Stärkung der Marktposition der Puraglobe Gruppe wird, insbesondere nach dem Abschluss des Investitionsprojektes Gruppe III für die HyLube1-Anlage sowie des HyRes Projektes, erwartet. Diese Marktposition wird entwickelt auf Basis der hohen Qualität der Puraglobe Produkte im Zusammenhang mit dem im Vergleich zu Primärherstellern von Basisölen umweltfreundlichen und CO 2 -emissionsarmen Produktionsprozess. In der Planungsrechnung wird von einem konstanten Rohölpreisniveau für die Sorte Brent von 75 USD/Barrel ausgegangen. Dabei wurde ein Wechselkurs von 1,18 USD/ EUR berücksichtigt. Sollten sich jedoch die Rohölpreise über dem angenommenen Niveau bewegen, ergeben sich für Puraglobe entsprechend der vorhandenen Korrelationen zwischen den Rohöl- und den Nebenproduktpreisen weitere Ertragspotentiale. Darüber hinaus bestehen durch die erhaltenen und weiter angestrebten Produktfreigaben, verbunden mit den Marketingkonzepten, zusätzliche Ertragspotentiale. Bezüglich der Kostenentwicklung des Raffineriebetriebes geht die Geschäftsführung davon aus, dass nach Abschluss aller oben genannten Projekte die Effizienz des Produktionsprozesses durch deren Umsetzung und Anwendung weiter gesteigert werden kann. Aufgrund des Zukunftsbezugs der Planungsrechnung können sich bei Nichteintritt von Annahmen auch erhebliche Abweichungen zwischen Planung und tatsächlichen Ergebnissen ergeben. Ausgehend von diesen Annahmen hinsichtlich der erwartenden Preissteigerungen, den abgeschlossenen Investitionsprojekten innerhalb der deutschen und amerikanischen Teile der Unternehmensgruppe sowie einer erneuten vollen Auslastung der Produktion wird für die Puraglobe-Gruppe ein EBITDA für 2022 in Höhe von 33,1 Mio. EUR angestrebt. In der zweiten Hälfte des 1. Quartals 2022 sind die für die Puraglobe Gruppe relevanten Notierungen sehr stark gestiegen. Der daraus resultierende Anstieg der Absatzpreise für die Produkte der Puraglobe-Gruppe kann bei entsprechender Nachhaltigkeit zu einem Übertreffen des Planergebnisses für 2022 führen. Im Februar 2022 wurde darüber hinaus der Beschluss gefasst, das Investitionsprojekt HyLube3 zu starten. Gegenstand des Projektes ist die Errichtung einer dritten HyLubeSAT Raffinerie am Standort Elsteraue. Die Anlage wird gegen Ende 2023 den Betrieb aufnehmen. Die Investitionssumme dafür wird im höheren zweistelligen Millionen EUR Bereich liegen. Das zusätzliche Ertragspotential wird in etwa das Jahresergebnis 2021 verdoppeln. Hierzu wurden durch das Management bereits entsprechende Liefervereinbarungen geschlossen. Diese sichern den Verkauf der Produkte der HyLube3 für die nächsten 10 Jahre zu 100 %. Am 24. Februar 2022 begann eine militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. Die wirtschaftlichen Auswirkungen, die durch diesen Konflikt entstehen, könnten insbesondere durch das Durchbrechen von Lieferketten auch Auswirkungen auf die Puraglobe Gruppe haben. Insbesondere betrifft das die Lieferungen von Erdgas, welches für die Puraglobe als Medium eine wichtige Bedeutung hat. Darüber hinaus könnte es Auswirkungen auf die Beschaffung von Anlagenkomponenten und Ausrüstungsgegenstände ergeben. Die konjunkturelle Entwicklung in 2022 wird aber auch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen. Sollte es dadurch abermals zu "Lockdowns" ganzer Volkswirtschaften kommen, könnte das in Bezug auf die Ertragsentwicklung der Gruppe ähnliche Auswirkungen wie in 2020 nach sich ziehen, mit nachfragebedingten Preisreduktionen für Basisöle und der Nebenprodukte. Dieser Fall ist allerdings nach heutigen Erkenntnissen eher unwahrscheinlich. 3.2. Risikobericht (Nettobetrachtung) Die Bewertung und Dokumentation der möglichen geschäftlichen Risiken erfolgt im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung an die Geschäftsführung. Negative Entwicklungen können dadurch zeitnah erkannt und Gegenmaßnahmen umgehend ergriffen werden. Für alle im laufenden Geschäft erkennbaren Risiken wurde, soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses Vorsorge getroffen. Ziel des Risikomanagements ist es, alle Risiken zeitnah zu identifizieren, Maßnahmen zu definieren und Entscheidungen zu treffen, um die Risiken zu beherrschen. Im Rahmen des Risikomanagements erfolgt eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen und der Geschäftsführung. Dazu sind feste Berichts- und Kommunikationszyklen von den Bereichen an die Geschäftsführung installiert. Daneben besteht stets die Möglichkeit einer Ad-Hoc Kommunikation. Finanzwirtschaftliche Risiken Dem Risiko der schwankenden Zinssätze in Bezug auf die vorhandenen Darlehen und der Auswirkung von Währungsschwankungen auf Absatzpreise wird aktiv begegnet, indem laufend optimale Alternativen bezüglich möglicher derivativer Finanzinstrumente analysiert werden. Zur Besicherung der aktuellen Darlehen wurde ein Zinscap abgeschlossen. Risiken bestehen grundsätzlich im Zusammenhang mit dem Erreichen bestimmter finanzieller Kennzahlen aus den Kreditverträgen des Konzerns, deren Nichteinhaltung zu einer Kündigung der bestehenden Kreditfinanzierung zum jeweiligen Quartalsende führen kann. Die Kennzahlen werden im Rahmen des Controllings sowohl ex-post als auch ex-ante überwacht, um jederzeit die möglichen Risikopotentiale zu erkennen und erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Im Rahmen der erfolgten Neuordnung der Unternehmensfinanzierung im Berichtszeitraum, wurde auch die Struktur der Finanzkennzahlen überarbeitet und deutlich reduziert. Ein bestehendes Liquiditätsmanagement mit wöchentlicher Liquiditätsvorschau und Debitorenmanagement hat die Aufgabe, die kontinuierliche Zahlungsfähigkeit des Konzerns sicherzustellen und kurzfristige Liquiditätsengpässe jederzeit aufzuzeigen. Durch dieses enge Monitoring sind die Risiken stark eingegrenzt. Bestandsgefährdende Forderungsausfallrisiken sind aufgrund eines aktiven Forderungsmanagements und der Kundenstruktur nicht zu erwarten. Mit der bestehenden Konzernfinanzierung über ein Konsortialdarlehen ist die Puraglobe Unternehmensgruppe mittelfristig finanziert. Aus der allgemeinen Geschäftsentwicklung sind keine wesentlichen Risiken erkennbar, während diese hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen nicht gänzlich auszuschließen sind. Operative Risiken Mit der Eigensammlung von Altöl in der Puraglobe-Gruppe ist der Konzern in der Lage, rund 35 % der Verarbeitungskapazität an Altöl zu hochwertigen Basisölen abzudecken. Die Geschäftsführung sieht trotz des leichten Rückgangs des Altölanfalls und der Marktgegebenheiten derzeit prinzipiell keine Risiken, die verbleibende Altölmenge mit der in der Unternehmensgruppe bestehenden Handelsorganisation einzukaufen, wobei allerdings das Risiko besteht, dass es temporär zu einer Unterversorgung kommen kann. Dem wird aber mit der kontinuierlichen Verbreiterung des Beschaffungsnetzwerkes und Maßnahmen zur Erweiterung der eigenen Sammlung sowie durch den vermehrten Einsatz von alternativen Rohstoffen in Form von Gruppe I Basisölen entgegengewirkt. Weitere Risiken bestehen grundsätzlich in der möglichen Schwankungsbreite der erzielbaren Marktpreise für Raffinerieprodukte und der Preise für Altöl als Einsatzstoff. Die Schwankungsbreite der erzielbaren Marktpreise ist unter anderem abhängig von den Rohölpreisen auf dem Weltmarkt, der Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und USD und der Nachfrage- und Preisentwicklung auf dem Schmierstoffmarkt. Hier prüft die Geschäftsführung permanent Absicherungsmöglichkeiten, um im Falle einer für die Unternehmensgruppe negativen Marktentwicklung gegenzusteuern. Die Puraglobe Germany GmbH, Elsteraue, hat ihre Kunden im Bereich des Vertriebs der Basisöle in Kern- und Spotkunden strukturiert. Mit den Kernkunden bestehen langjährige Lieferbeziehungen, durch die der Basisölabsatz als gesichert eingeschätzt wird. Für die Folgejahre schätzt die Geschäftsführung die in den Anfangsjahren bestehenden Risiken, im Bereich der Raffinerieproduktion wegen der sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelnden mechanischen Verfügbarkeit beider Anlagen, als sehr gering ein. Die Unternehmensgruppe hat bereits im Geschäftsjahr 2012 ihr Energiemanagementsystem derart erweitert, dass Risiken in Bezug auf Preiserhöhungen der Strompreise in Form von Erhöhungen von EEG-Umlagen oder Netznutzungsentgelten eingedämmt werden konnten. In Bezug auf die Ausgleichsregelungen nach §§ 63 ff. EEG hat der wesentliche Produktionsstandort in 2021 für das Kalenderjahr 2022 einen entsprechenden positiven Bescheid erhalten. Ferner wurden nach § 19 Abs. 2 Satz 2 Strom NEV die Kriterien für eine Begrenzung der Netznutzungsentgelte erfüllt und eine entsprechende Anzeige der Vereinbarung eines individuellen Netzentgeltes bei der Bundesnetzagentur ist eingereicht. Aufgrund der Ankündigung der neuen Bundesregierung die EEG-Umlage abzuschaffen, wird auch der Vorteil der besonderen Ausgleichsregelung nicht mehr bestehen. Bezüglich der Vergünstigung aus dem Strom NEV ist das Risiko der Rechtsunsicherheit eher als geringer als in den Vorjahren einzuschätzen. Die Puraglobe Gruppe arbeitet bereits an Konzepten sich in Sachen Energieversorgung deutlich unabhängiger aufzustellen. In diesem Zusammenhang könnte sich vor allem die HyRes Technologie als Schlüsseltechnologie erweisen. 3.3 Chancenbericht Der größte Ergebnishebel wird zukünftig in der engen Verzahnung des deutschen Produktionsstandorts, mit dem in 2020 in Betrieb gegangenen amerikanischen Produktionsstandort erwartet. Chancen ergeben sich für die Puraglobe-Gruppe aus einer Verbesserung des Marktumfeldes in Bezug auf die Basisölnotierungen und Notierungen des USD. In Bezug auf den Absatz ergeben sich durch eine verbesserte Produktplatzierung im Zusammenhang mit dem neuen Marketingkonzept Ertragspotentiale. Darüber hinaus wurden Produktdiversifizierungen identifiziert und deren Umsetzung weiter fortgesetzt, um bisher noch nicht vollständig erschlossene Nischenmärkte zu besetzen. Mit dem Ausbau der Produktion von API Gruppe III Basisölen bedient die Puraglobe den Trend zur Erzeugung von hochqualitativen Basisölen zur Erzeugung von Schmierstoffen, die den CO 2 -Ausstoß der damit bedienten Fahrzeuge stark absenken wird. Weitere Chancen bestehen für Puraglobe auch in der weiteren Hebung von Synergien und Effizienzen innerhalb der Unternehmensgruppe. So wurde der weitere Ausbau der Eigensammlung als ein zentrales Ziel zur Sicherung der Beschaffungsmengen und zur Optimierung der Beschaffungskosten festgelegt. Mit dem Abschluss der Investition in das Projekt HyRes rechnet die Puraglobe-Gruppe durch die Weiterverarbeitung des Rückstandstoffstromes mit erheblichen zusätzlichen Ertragspotenzialen im Vergleich zur aktuellen Vermarktung des Rückstandstoffstromes. Fortlaufend werden sämtliche Möglichkeiten zur Optimierung der Produktionskosten analysiert, identifiziert und umgesetzt. 4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Die Puraglobe-Gruppe hat im Berichtszeitraum Zinssicherung in Form eines Zinscaps betrieben. Das Risiko aus dieser Transaktion ist lediglich der Verlust der gezahlten Prämie von etwa TEUR 11.
Elsteraue, 10. Mai 2022 Die Geschäftsführer Andreas Schüppel Daniel Dylong Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2021Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers An die Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, ein-schließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Puraglobe Holding GmbH, Elsteraue, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Ein-wendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Ab-schlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufs-rechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzern-abschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegen-stehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungs-feststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Leipzig, den 10. Mai 2022 Grant
Thornton AG
Niclas Rauscher, Wirtschaftsprüfer Kathleen Hennig, Wirtschaftsprüferin Angaben zur Feststellung: Der Konzernabschluss 2021 der Puraglobe Holding GmbH wurde am 3. Juni 2022 festgestellt. |
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