Klöckner & Co Center of Excellence GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jörg Oliver Kaib seit 4.11.2024 | Geschäftsführer |
Oliver Dr. Falk seit 23.8.2024 | Geschäftsführer |
Björn Franke seit 11.4.2024 | Prokura |
Hasso Haibach seit 1.12.2023 | Geschäftsführer |
Suntke Herlyn seit 20.10.2023 | Prokura |
Volker Ossa seit 20.10.2023 | Prokura |
Alexander Wenzel seit 20.10.2023 | Prokura |
Andreas Schulz seit 13.6.2023 | Prokura |
Peter Welter seit 10.2.2023 | Prokura |
Roland Schubert seit 17.10.2022 | Prokura |
Alexander Ebinger seit 19.7.2022 | Prokura |
Dieter Engel seit 19.7.2022 | Prokura |
Alexander Oberg seit 19.7.2022 | Prokura |
Ralf Schmid seit 14.9.2021 | Geschäftsführer |
Katja Hoebel seit 2.2.2021 | Prokura |
Moritz Fischer seit 6.6.2016 | Prokura |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Klöckner & Co SEDuisburgJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Your partner for a sustainable tomorrowGESCHÄFTSBERICHT 2022KENNZAHLEN
KONZERNUMSATZ
KONZERNABSATZ
An unsere Aktionäre FAKTEN 2022Standorte ~150 Mitarbeiter ~7.300 Hauptlieferanten ~50 Produkte ~200.000 Kunden >90.000 Umsatz 9.379 MIO. € Umsatz Kloeckner Metals US 4.427 MIO. € Umsatz Kloeckner Metals EU 3.332 MIO. € Umsatz Kloeckner Metals Non-EU 1.619 MIO. € EBITDA 417 MIO. € vor wesentlichen Sondereffekten Absatz 4.679 Tt Digitaler Umsatz 44 % im 4. Quartal 2022 BRIEF AN DIE AKTIONÄRESehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, meine Damen und Herren,das Jahr 2022 stand im Zeichen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der furchtbares Leid für viele Menschen mitten in Europa bedeutet. Die daraus resultierende Energiekrise sowie steigende Inflationsraten, geldpolitische Maßnahmen der Notenbanken und volatile Kapitalmärkte haben weltweit zu einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld geführt. Trotz dieser angespannten geopolitischen und makroökonomischen Ausgangslage haben wir bei Klöckner & Co im abgelaufenen Geschäftsjahr ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Für das Gesamtjahr 2022 konnten wir den Umsatz um 26 % auf 9,4 Mrd. € deutlich steigern und ein operatives Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten von rund 417 Mio. € erwirtschaften. Vor dem Hintergrund eines positiven Konzernergebnisses von 259 Mio. € mit einem Ergebnis je Aktie von 2,54 € werden wir der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 40 Cent je Aktie vorschlagen. Die Basis unseres Erfolgs bildet der Fortschritt bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths". Trotz des weiter herausfordernden Umfelds haben wir zahlreiche Maßnahmen vorangetrieben und dabei konsequent ein Ziel verfolgt: Klöckner & Co soll zum führenden One-Stop-Shop für Stahl, andere Werkstoffe, Ausrüstung und Anarbeitungsdienstleistungen in Europa und Amerika sowie zum Vorreiter einer nachhaltigen Stahlindustrie werden. Dank gezielter Initiativen und getragen von unserem starken Team konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr entscheidende Fortschritte in allen vier Bereichen Customer Growth, Leveraging Assets & Partner Network, Digitalization & Value Chain Automation sowie Operational Excellence erzielen. Wir haben unsere Rolle als Vorreiter einer nachhaltigen Stahlindustrie gestärktBei Klöckner & Co betrachten wir die Dekarbonisierung der Stahlindustrie als strategische Chance für uns und unsere Kunden. CO 2-reduzierte Stahl- und Metallprodukte sind ein wichtiger Hebel für unsere Kunden auf dem Weg zum emissionsfreien Wirtschaften. Wir legen unseren Fokus auf das Angebot nachhaltiger Produkt- und Servicelösungen. Ein zentraler Baustein in der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist der Start unserer neuen Marke "Nexigen®", unter der wir unser Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen bündeln. So erleichtern wir unseren Kunden die verlässliche Beschaffung CO 2-reduzierter Stahl- und Metallprodukte sowie die vollständige Transparenz über den CO 2-Fußabdruck ihrer bei uns gekauften Produkte - von der Rohstoffgewinnung bis zur Produktion ("Cradle-to-Gate"). In Verbindung mit einem umfassenden Angebot an Logistik- und Zirkularitätslösungen sowie Sustainable Advisory Services (SAS) unterstützen wir Kunden zusätzlich beim Aufbau nachhaltiger Lieferketten. Die ersten Tonnen CO 2-reduzierten Stahl haben wir im September 2022 an unseren langjährigen Kunden Mercedes-Benz ausgeliefert. Je Tonne Stahl lagen die Emissionen von der Rohstoffgewinnung bis zur Produktion bei unter 500 kg CO 2 - das sind 80 % weniger CO 2 pro Tonne Stahl als bei der Hochofenroute. Ein handfester und messbarer Fortschritt! Seitdem sind bereits weitere namhafte Kunden wie Siemens hinzugekommen, die in ihren Industrien als Vorreiter der Nachhaltigkeit gelten. Doch unsere Nachhaltigkeitsambitionen sind nicht allein auf Stahl begrenzt. Durch die Zusammenarbeit mit Outokumpu, dem weltweit führenden Anbieter von nachhaltigem Edelstahl, können wir nun auch CO 2-reduzierten Edelstahl anbieten. Das erste dieser Coils wurde mit 92 % weniger CO 2-Emissionen produziert als bei herkömmlichem Edelstahl und wird damit in der neuen Edelstahl-Kategorisierung von Klöckner & Co in der Top-Kategorie "Prime" geführt. Mithilfe der Kategorisierungen für Karbonstahl, Edelstahl und Aluminium können unsere Kunden die CO 2-Bilanz von Produkten einfach und zuverlässig erkennen und vergleichen. "Bei Klöckner & Co betrachten wir die Dekarbonisierung der Stahlindustrie als strategische Chance für uns und unsere Kunden." Guido Kerkhoff VORSITZENDER DES VORSTANDS (CEO) Um den Aufbau nachhaltiger Lieferketten zu unterstützen, haben wir unser Angebot im Bereich CO 2-Klassifizierung weiter ausgebaut und nutzen dabei gezielt unser Know-how im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Materialien und Technologie. Inzwischen können unsere Kunden sich den individualisierten CO 2-Fußabdruck, den sogenannten Product Carbon Footprint, für nahezu jedes der 200.000 Klöckner-Produkte berechnen und "mitliefern" lassen. Diese Kennzahl erfasst sämtliche Emissionen des Produkts bis auf das Kilogramm genau und wird mithilfe des vom TÜV SÜD unabhängig zertifizierten Nexigen® PCF Algorithm ermittelt, der eigens von Klöckner & Co in Kooperation mit der Boston Consulting Group entwickelt wurde. Was mich besonders stolz macht: Im Dezember 2022 wurden wir für die nachhaltige Transformation unseres Unternehmens mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 in der Kategorie "Transformationsfeld Klima" ausgezeichnet. Der Preis honoriert unsere umfassenden Nachhaltigkeitsaktivitäten und ist Beleg für unseren erfolgreichen Kurs als Pionier einer nachhaltigen Stahl- und Metallindustrie. Diesem Anspruch wollen wir auch mit Blick auf unsere eigene Geschäftstätigkeit gerecht werden: Als erstes Unternehmen weltweit wurden alle unsere CO 2-Net-Zero-Ziele im regulären Verfahren nach neuesten Standards der Science Based Targets initiative (SBTi) als wissenschaftlich fundiert anerkannt. Wir haben unser Produktportfolio mit Übernahmen in Nordamerika und Europa ausgeweitetDie angekündigte Übernahme von National Material of Mexico (NMM) durch unsere US-Tochtergesellschaft Kloeckner Metals Corporation (KMC) im vergangenen Jahr ist ein wichtiger strategischer Schritt. Er trägt zur Stärkung unserer führenden Position in der Stahl- und Metalldistribution sowie im Stahl-Service-Geschäft in Nordamerika bei. Unsere Kunden erhalten damit zukünftig Zugang zu Stahl, Aluminium und Edelstahl direkt vor Ort in Mexiko. Weiterhin treten wir durch diese Übernahme in den exklusiven Markt für Elektroband ein. KMC und NMM ergänzen sich hervorragend: sei es bei der regionalen Abdeckung, den Kundensegmenten oder auch insbesondere mit Blick auf die starke Position von NMM im Automobilsektor. Zudem ist Mexiko mit seiner Nähe zu den USA und dem hoch qualifizierten Arbeitsmarkt vor Ort überaus attraktiv für Klöckner & Co. Darüber hinaus ist Nordamerika weiterhin ein wichtiger Produktionsstandort für Automobilhersteller weltweit. Um der steigenden Nachfrage, unter anderem an Elektroautos und Transformatoren, nachzukommen, ist davon auszugehen, dass die Anzahl der dort hergestellten Fahrzeuge in Zukunft steigen wird. Als kombiniertes Unternehmen sind wir bestens positioniert, um diese Nachfrage zu bedienen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Ausbau unserer Präsenz in Nordamerika ist die Stärkung unserer Partnerschaft mit dem US-Stahlhersteller Nucor. Dafür investieren wir als exklusiver On-site-Partner auf dem Gelände des neuen Nucor-Stahlwerks in Brandenburg, Kentucky, in eine Anlage zur Grobblechbearbeitung. Nucor Brandenburg wird ein hochmodernes Elektrostahlwerk, in dem Schrott zu neuen Grobblechen für Offshore-Windkraftanlagen und andere Infrastrukturprojekte recycelt wird. Mit der Investition treiben wir die Entwicklung nachhaltiger, innovativer und komplexer Lösungen für die gesamte Lieferkette voran und erweitern unser Dienstleistungsangebot. Die Stärkung der Partnerschaft mit Nucor sowie die angekündigte Übernahme von NMM ermöglichen es uns, von den geplanten Investitionen der US-Regierung in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu profitieren. Auch in Europa haben wir unser Angebot mit selektiven Akquisitionen erweitert. Mit der Übernahme der Unternehmen Hernandez Stainless GmbH und RSC Rostfrei Coilcenter GmbH durch unsere deutsche Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service sind wir in die Verarbeitung von Edelstahl eingestiegen und haben unser Produkt- und Serviceportfolio damit erheblich ausgebaut. Wir haben uns auf die Digitalisierung der internen Prozesse fokussiertDigitalisierung und Automatisierung sind wichtige strategische Schwerpunkte, bei denen wir im vergangenen Jahr ebenfalls gut vorangekommen sind. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir weitere Initiativen aufgesetzt, mit denen wir unsere IT-Landschaft im Konzern vereinfachen, harmonisieren und modernisieren. Diese Initiativen schaffen die Voraussetzung für die weitere Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen zwischen Verkauf und Anarbeitung und sollen in unserem Lager und im Vertrieb unsere betriebsinterne Effizienz steigern. Durch mehr Transparenz in der Lieferkette verbessern wir zudem die Einkaufserfahrung für unsere Kunden, etwa durch eine Echtzeitverfolgung ihrer Bestellungen. Daraus ergibt sich für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu kleineren Mitbewerbern. Um auch in Zukunft innovative, digitale Lösungen zu entwickeln, werden wir kloeckner.i als unseren Digital Innovation Hub noch stärker mit dem operativen Geschäft verbinden und die interne Zusammenarbeit mit anderen Bereichen intensivieren. Wir haben den Kulturwandel für mehr Innovations- und Zukunftsfähigkeit weiter vorangetriebenWarum gibt es Klöckner & Co? Was ist die Basis unserer Identität? Diese Fragen haben wir uns und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im vergangenen Jahr gestellt und die Antworten in unserem Purpose-Statement zusammengefasst: "We partner with customers and suppliers to deliver innovative metal solutions for a sustainable tomorrow." Im nächsten Schritt konzentrieren wir uns darauf, den Purpose weiter in die Realität umzusetzen. Dazu gehört auch, unsere bestehenden Unternehmenswerte als Eckpunkte unserer Kultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Um zu prüfen, wie unsere derzeitigen Werte angepasst werden sollten, um unserem Purpose gerecht zu werden, haben wir ein Projektteam mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen und Ländern gebildet. Dabei verlieren wir wichtige Faktoren der Zusammenarbeit nicht aus den Augen. Besonders am Herzen liegt uns die Sicherheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es macht mich stolz, dass wir auch im vergangenen Jahr erfolgreich unsere Sicherheitsperformance verbessern und unsere Gruppenziele übertreffen konnten. Im kommenden Jahr werden wir unsere Mission "keine Unfälle im Unternehmen" weiterverfolgen. Denn eines ist sicher: Jeder Unfall ist einer zu viel. Wir haben das Jahr 2022 als starkes Team gemeinsam gemeistertDas Jahr 2022 wird meines Erachtens als Zäsur in die Geschichte eingehen. Mit unserer Strategie haben wir bei Klöckner & Co die Voraussetzungen geschaffen, damit unser Geschäft die aktuellen Krisen gut überstanden hat. Auch für zukünftige Krisen sehen wir uns gut aufgestellt. Als Team haben wir im vergangenen Jahr Resilienz bewiesen und gleichzeitig maßgebliche Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie erzielt. Das ist nicht selbstverständlich und dafür danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich. Sie sind die Wegbereiter für die digitale und nachhaltige Transformation unserer Industrie, an der wir bei Klöckner & Co täglich arbeiten. Außerdem danke ich unserem Aufsichtsrat für die anhaltende Unterstützung. Nicht zuletzt bedanke ich mich bei Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihr Vertrauen in das Handeln unseres Managementteams und in unser Unternehmen.
Ihr Guido Kerkhoff, VORSITZENDER DES VORSTANDS VORSTANDJohn GanemMITGLIED DES VORSTANDS (CEO AMERICAS) Geboren 1969, Mitglied des Vorstands seit dem 1. August 2019 und bestellt bis zum 31. Juli 2025. Als Chief Executive Officer Americas (CEO Americas) ist er für das operative Geschäft im Segment Kloeckner Metals US verantwortlich. Dr. Oliver FalkMITGLIED DES VORSTANDS (CFO) Geboren 1962, Mitglied des Vorstands seit dem 1. August 2019 und bestellt bis zum 31. Juli 2025. Im Vorstand verantwortet er als Chief Financial Officer (CFO) die Bereiche Corporate Accounting/ Governance & Finance Transformation, Corporate Controlling, Corporate Taxes, Corporate Treasury, Facility Management und Internal Audit. Bernhard WeißMITGLIED DES VORSTANDS (CEO EUROPE) Geboren 1965, Mitglied des Vorstands seit dem 1. Juni 2021 und bestellt bis zum 31. Mai 2024. Als Chief Executive Officer Europa (CEO Europe) ist er für das operative Geschäft im Segment Kloeckner Metals EU und den Bereich Strategic Procurement verantwortlich. Guido KerkhoffVORSITZENDER DES VORSTANDS (CEO) Geboren 1967, seit dem 13. Mai 2021 Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE und bestellt bis zum 31. August 2026. Er verantwortet die Gesamtkoordination der Vorstandsarbeit sowie funktional die Bereiche Corporate Strategy/M&A, Group HR, Pensions & Insurances, Investor Relations, Internal & External Communications, kloeckner.i (einschließlich Group IT), Legal & Governance / Risk / Compliance und Sustainability. Zusätzlich ist er für die operative Steuerung des Segments Kloeckner Metals Non-EU verantwortlich. BERICHT DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat nahm die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben auch im Berichtsjahr mit der gebotenen Sorgfalt wahr. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig beraten, überwacht und sich von der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit sowie Zweckmäßigkeit seines Handelns und seiner Maßnahmen überzeugt. Soweit dies angezeigt war, hat sich der Aufsichtsrat hierbei externer Experten und entsprechender Studien bedient. Wo es nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung geboten war, hat der Aufsichtsrat - jeweils nach gründlicher und sorgfältiger Prüfung - Beschlüsse gefasst. Hierzu gehörten insbesondere auch die nach der Satzung und/oder der Geschäftsordnung für den Vorstand zustimmungspflichtigen Rechtsgeschäfte und Maßnahmen; der Aufsichtsrat hat die danach erforderlichen Zustimmungen nach ausführlicher Erörterung jeweils erteilt. Der Aufsichtsrat war in sämtliche Angelegenheiten von grundlegender Bedeutung zeitnah eingebunden. Hierzu hat der Vorstand den Aufsichtsrat in und zwischen den Aufsichtsratssitzungen über die Planung, die Geschäfts- und Finanzlage sowie über alle für die Gesellschaft und den Konzern wichtigen Geschäftsvorgänge informiert. Regelmäßig wurde in den Sitzungen des Aufsichtsrats über die allgemeine Wirtschaftslage, die Branchensituation, die Geschäftsentwicklung des Klöckner & Co-Konzerns und seiner Segmente, die wesentlichen Steuerungsgrößen sowie über die Kursentwicklung der Klöckner & Co-Aktie berichtet. Ferner wurden dabei die Risikolage, das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die Compliance (inkl. Datenschutz und Informationssicherheit) erörtert. In der Septembersitzung wurde u. a. die Unternehmensstrategie ("Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths") in besonderer Ausführlichkeit behandelt. Die Unternehmensstrategie und deren Umsetzung waren im Berichtsjahr zudem Gegenstand weiterer ordentlicher Aufsichtsratssitzungen. Dem Aufsichtsrat lagen dabei jeweils umfangreiche Unterlagen vor. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich im Plenum und in den Ausschüssen intensiv mit den Berichten und geplanten Maßnahmen des Vorstands auseinandergesetzt und diverse Anregungen gegeben. Auch zwischen den Sitzungen fand ein regelmäßiger Informationsaustausch statt. Kern der schriftlichen Berichterstattung des Vorstands war auch im Berichtsjahr das detaillierte monatliche Board-Reporting. Unabhängig davon hat der Vorstandsvorsitzende, zumeist gemeinsam mit dem Finanzvorstand, den Aufsichtsratsvorsitzenden in monatlich stattfindenden persönlichen Gesprächen über die aktuelle Geschäftsentwicklung, besondere Themen und anstehende Entscheidungen informiert, diese mit ihm erörtert und das weitere Vorgehen abgestimmt. Organisation der AufsichtsratsarbeitDer aus sechs Mitgliedern bestehende Aufsichtsrat weist ausschließlich Anteilseignervertreter auf. Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat zwei Ausschüsse gebildet: ein Präsidium und einen Prüfungsausschuss, jeweils besetzt mit drei Mitgliedern. Mitglieder des Aufsichtsrats sind Prof. Dr. Dieter H. Vogel (Vorsitzender), Dr. Ralph Heck (stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. Tobias Kollmann, Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh, Uwe Röhrhoff und Ute Wolf. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats weisen langjährige Erfahrung in Führungs- bzw. Kontrollgremien verschiedener Unternehmen auf und decken das Aufgabenspektrum der Gesellschaft mit ihren Kenntnissen insgesamt sehr gut ab. Das Präsidium besteht aus Prof. Dr. Dieter H. Vogel (Vorsitzender), Dr. Ralph Heck und Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh. Das Präsidium übernimmt in Personalunion die Aufgaben eines Personalausschusses und eines Nominierungsausschusses. Den Prüfungsausschuss bilden Ute Wolf (Vorsitzende), Prof. Dr. Dieter H. Vogel und Uwe Röhrhoff. Ute Wolf erfüllt als unabhängiges Mitglied im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Expertise auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung die Anforderungen eines sogenannten "Financial Expert". Die Anforderungen an den besonderen Sachverstand der Mitglieder des Prüfungsausschusses gemäß dem Kodex und dem Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität sind erfüllt. Weitere Ausführungen zum Prüfungsausschuss finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung in diesem Geschäftsbericht. Die Ausschussvorsitzenden haben in den Plenumssitzungen regelmäßig und umfassend über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen berichtet. Soweit gesetzlich zulässig, sind einzelne Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen worden. Der Vorstand ist in die Arbeit des Aufsichtsrats eng eingebunden. An den Sitzungen des Aufsichtsrats nahmen sämtliche Mitglieder des Vorstands teil; an den Sitzungen des Präsidiums nahm der Vorstandsvorsitzende teil (mit Ausnahme der außerordentlichen Präsidiumssitzung im Dezember, an der auch der Finanzvorstand und das für das Amerikageschäft verantwortliche Vorstandsmitglied teilnahmen); an den Sitzungen des Prüfungsausschusses nahmen der Finanzvorstand und der Vorstandsvorsitzende teil. Im Rahmen seiner Sitzungen tagte der Aufsichtsrat regelmäßig auch ohne den Vorstand. In den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 1. März 2022 und am 28. Juli 2022, zu denen der Abschlussprüfer als Sachverständiger hinzugezogen wurde (Erörterung des Jahres- und Konzernabschlusses bzw. Erörterung des Halbjahresfinanzberichts), wurde ein entsprechender Beschluss des Prüfungsausschusses gefasst, dass die Anwesenheit der vorgenannten Vorstandsmitglieder als erforderlich erachtet wurde. Zudem gab es in der Sitzung vom 28. Juli 2022 einen Tagesordnungspunkt für die Beratung mit dem Abschlussprüfer ohne den Vorstand. Die Mitglieder des Aufsichtsrats informieren sich eigenverantwortlich über aktuelle bzw. fachliche Themen und nehmen in dem Zusammenhang auch ihre Aus- und Fortbildung wahr. Dabei werden sie von der Gesellschaft unterstützt, insbesondere werden Auslagen für externe Fortbildungsmaßnahmen in angemessenem Umfang übernommen. Zudem findet für neu gewählte Aufsichtsratsmitglieder ein "Onboarding" statt. Im Rahmen dessen besteht neben einem umfangreichen Informationspaket und den rechtlich gebotenen Belehrungsdokumentationen auch die Gelegenheit zum Austausch mit dem Vorstand und ggf. einzelnen Zentralbereichsleitern. SitzungsteilnahmeIm Geschäftsjahr 2022 tagte das Aufsichtsratsplenum insgesamt siebenmal. Zusätzlich sind zwei Beschlussfassungen im schriftlichen Verfahren erfolgt (betreffend die Zustimmungen zu einer Akquisition sowie zu einem Beratervertrag). Das Präsidium tagte im Berichtsjahr viermal und der Prüfungsausschuss fünfmal. Von den Sitzungen des Plenums fanden sechs (pandemiebedingt im Januar zwei Sitzungen, März und Juni sowie aus organisatorischen Gründen im September und Oktober) als Videokonferenzen statt. Eine Sitzung wurde in Präsenz abgehalten (Dezembersitzung). Aus den vorgenannten Gründen fanden auch zwei Sitzungen des Präsidiums (im März und September) als Videokonferenzen statt und zwei Sitzungen (im Dezember) als Präsenzsitzung. Die Sitzungen des Prüfungsausschusses fanden viermal in Form von Videokonferenzen statt: Planmäßig zur Erörterung des Halbjahresfinanzberichts beziehungsweise der Zwischenmitteilungen vor ihrer jeweiligen Veröffentlichung sowie - aufgrund der COVID-19-Pandemie - auch die Sitzung im März. Die Sitzung im Dezember fand in Präsenz statt. Bei der Sitzung des Plenums am 1. März 2022 war ein Mitglied verhindert, bei den außerordentlichen Sitzungen des Plenums am 21. Januar 2022 sowie am 28. Oktober 2022 fehlten jeweils zwei Mitglieder. Abgesehen davon nahmen alle Aufsichtsrats- und Ausschussmitglieder im Geschäftsjahr 2022 an sämtlichen Sitzungen teil (vgl. Empfehlung D.7 des Kodex). Die Präsenzquote für alle Aufsichtsratssitzungen einschließlich der Ausschusssitzungen lag demnach bei 92,8 %. Die Sitzungsteilnahmen im Berichtsjahr sind nachstehend detailliert und individualisiert tabellarisch dargestellt. Die Übersicht finden Sie auch auf der Website der Gesellschaft unter https:// www.kloeckner.com/de/konzern/aufsichtsrat.html.
Sitzungsinhalte und Beschlussfassungen des AufsichtsratsIm abgelaufenen Geschäftsjahr befasste sich der Aufsichtsrat regelmäßig mit der Geschäftslage, der Strategieumsetzung und -fortentwicklung, Governance-, Risk- und Compliance-Themen sowie Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten. Die Berichterstattung zu laufenden Projekten einschließlich der Konzernfinanzierung war ebenfalls Gegenstand mehrerer Sitzungen. Nachdem im von der COVID-19-Pandemie bestimmten Geschäftsjahr 2021 das beste Ergebnis des Konzerns seit dem Börsengang im Jahr 2006 erzielt werden konnte, war die Geschäftsentwicklung des Gesamtkonzerns im Berichtsjahr 2022 wesentlich von den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie dem geldpolitischen Kurswechsel der Notenbanken als Reaktion auf die steigenden Inflationsraten beeinflusst. Der Konflikt in der Ukraine führte in der ersten Jahreshälfte zu erheblichen Preissteigerungen im Markt. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres setzte jedoch eine deutliche Preiskorrektur ein, die das operative Ergebnis des Konzerns im zweiten Halbjahr negativ beeinflusste. Die Auswirkungen konnten durch ein konsequentes Net Working Capital-Management und eine aktiv forcierte Bestandsreduktion abgemildert werden. Auf die Nachfrageseite haben sich die weiterhin bestehenden Lieferengpässe bei Halbleiterprodukten für die Automobilbranche sowie das sich im Laufe des zweiten Halbjahres verschlechternde makroökonomische Umfeld negativ ausgewirkt. Zentrale Themen der Sitzungen des Aufsichtsrats waren - neben der Entwicklung der Markt- und Geschäftslage - insbesondere die Weiterentwicklung der aktuellen Strategie ("Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths"), die weitere digitale Transformation und der Aufbau von nachhaltigen Geschäftsmodellen. Im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung konnte der "Kloeckner Assistant" im Berichtsjahr in seinen Kernfunktionen erweitert werden. Fortschritte konnten auch beim Aufbau nachhaltiger Geschäftslösungen erzielt werden: Neben der erfolgreichen Prüfung und Anerkennung der CO 2-Reduktions-Ziele von Klöckner & Co durch SBTi (Science Based Targets initiative) und der weiteren deutlichen Reduzierung der CO 2-Emissionen ist hier vor allem der Ausbau des Geschäftsfeldes mit nachhaltigen Kundenlösungen zu nennen. So konnten im Berichtszeitraum durch zahlreiche Partnerschaften und die Einführung der Dachmarke Nexigen® bereits erste Mengen an CO 2-reduzierten Produkten an Kunden ausgeliefert werden. Die umfassenden Nachhaltigkeitsaktivitäten von Klöckner & Co wurden mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 in der Kategorie "Transformationsfeld Klima" ausgezeichnet. Ferner erfolgten im Berichtsjahr zwei strategisch relevante Akquisitionen. Mit der Übernahme von National Material of Mexico wird die führende Position von Klöckner & Co in Nordamerika gestärkt werden. Ferner hat Becker Stahl-Service sein Angebotsportfolio um die Verarbeitung von Edelstahl durch den Erwerb zweier Service-Center in Deutschland erweitert. Die Entwicklung des Aktienkurses im Berichtsjahr wurde durch den Aufsichtsrat durchgehend verfolgt und analysiert sowie im Rahmen der Sitzungen mit dem Vorstand diskutiert. Die internationalen Kapitalmärkte standen im Berichtsjahr maßgeblich unter dem Einfluss des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der damit verbundenen Energiekrise und einer sehr hohen Inflation, in deren Folge es zu deutlichen Zinsanhebungen sowie negativen Auswirkungen auf die Konjunktur kam. Diese Entwicklungen und die hieraus resultierende Sorge vor einer möglichen Rezession beeinträchtigten den Aktienmarkt insgesamt und auch den Aktienkurs von Klöckner & Co. Dieser lag zum Jahresende unter dem Schlusskurs des Vorjahres. Auch die Finanzierungsseite wurde durch den Aufsichtsrat eng begleitet. Nach Ansicht des Aufsichtsrats ist die Konzernfinanzierung nach wie vor als diversifiziert, solide und ausgewogen anzusehen. In Bezug auf das Fälligkeitsprofil wurde im Berichtsjahr das europäische ABS-Programm - mit kleineren technischen Anpassungen - bis 2026 verlängert; zuvor war es im Frühjahr 2022 erhöht worden. Auch die US-amerikanische ABL-Fazilität konnte im Rahmen eines "Amend & Extend"-Prozesses zu verbesserten Konditionen bis 2027 verlängert und zudem am Ende des Geschäftsjahres erhöht werden. Für den Syndizierten Kredit und die bilateralen kommittierten Linien in der Schweiz waren im Geschäftsjahr 2021 jeweils Verlängerungen bis ins Jahr 2025 vereinbart worden. Zu den nennenswerten Themen der einzelnen Aufsichtsratssitzungen: Im Januar 2022 fanden zwei außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats (am 10. und 21. Januar 2022) statt. Diese standen im Zusammenhang mit einer vom Vorstand vorgestellten zustimmungspflichtigen Finanzierungsopportunität, die aber vom Vorstand schlussendlich nicht weiterverfolgt wurde. In seiner Sitzung am 1. März 2022 billigte der Aufsichtsrat u. a. den Jahres- und Konzernabschluss 2021 der Gesellschaft sowie den nichtfinanziellen Konzernbericht und den für das Geschäftsjahr 2021 erstellten Abhängigkeitsbericht. Des Weiteren verabschiedete der Aufsichtsrat die Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung 2022 der Gesellschaft einschließlich des Vorschlags zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022. Der Vorschlag an die Hauptversammlung für die Wahl zum Aufsichtsrat war zuvor als eigener Tagesordnungspunkt besprochen worden. Zudem wurden Vorstandsthemen (Tantieme 2021, Anpassung des Anstellungsvertrags von Bernhard Weiß, Geschäftsverteilungsplan) erörtert und diesbezügliche Beschlüsse gefasst sowie die aktuelle Markt- und Geschäftsentwicklung und die Unternehmensstrategie diskutiert. Weitere Themen waren die Konzernfinanzierung sowie die Setzung neuer Zielgrößen für den Anteil von Frauen in Aufsichtsrat und Vorstand. In der Aufsichtsratssitzung am 1. Juni 2022 wurde vor allem die sich anschließende Hauptversammlung der Gesellschaft vorbereitet, die aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie erneut als virtuelle Hauptversammlung ohne Anwesenheit der Aktionäre stattfand. Daneben wurde die aktuelle Markt- und Geschäftsentwicklung erörtert. Zudem gab der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu verschiedenen zustimmungspflichtigen Geschäften (u. a. Änderung und Verlängerung der US-amerikanischen ABL-Fazilität). In der Sitzung des Aufsichtsrats am 19. September 2022 standen die Geschäftsentwicklung und die Unternehmensstrategie (einschließlich möglicher M&A-Opportunitäten) im Vordergrund. Weitere Themen waren u. a. Vorstandsangelegenheiten (Vertragsverlängerung Guido Kerkhoff), die Beauftragung einer externen Vorprüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts sowie Aufsichtsratsangelegenheiten und Governance-Themen (Implikationen der Änderungen des Kodex im Berichtsjahr, Änderung der Geschäftsordnungen für Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss, Qualifikationsmatrix für die Aufsichtsratsmitglieder, Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats). Auf der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats am 28. Oktober 2022 wurde die aktuelle Geschäftsentwicklung diskutiert und es wurden die sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Preisentwicklungen, Inflation, drohende Rezession) und deren Herausforderungen und diesbezügliche Handlungsoptionen und Gegenmaßnahmen besprochen. In seiner Sitzung am 13. Dezember 2022 befasste sich der Aufsichtsrat neben der Geschäftsentwicklung und der Implementierung der Unternehmensstrategie insbesondere mit der Unternehmensplanung und dem Budget für das Geschäftsjahr 2023 (inkl. der drei Folgejahre). Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzung bildeten Corporate-Governance- und Aufsichtsratsthemen (Entsprechenserklärung, Selbstevaluierung des Aufsichtsrats, Qualifikationsmatrix für den Aufsichtsrat) sowie Vorstandsthemen (Festlegung der Tantiemeziele für das Geschäftsjahr 2023, Zielvergütung für das Geschäftsjahr 2023). In dem Zusammenhang wurde auch beschlossen, den Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022 inhaltlich durch den Abschlussprüfer prüfen zu lassen. Zudem wurde der jährliche Bericht zu GRC-Themen (Governance, Risk and Compliance) erörtert. Ferner erörterte der Aufsichtsrat die im Berichtsjahr erfolgte Ausschreibung für die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2023 einschließlich der diesbezüglichen Empfehlung und Präferenz des Prüfungsausschusses und fasste Beschluss über den bevorzugten Kandidaten. Schließlich wurden dem Aufsichtsrat verschiedene zustimmungspflichtige Transaktionen vorgestellt (Erhöhung der US-ABL-Fazilität, Verlängerung des europäischen ABS-Programms, Verlagerung eines Standorts in Schottland, Erwerb von National Material of Mexico einschließlich eines diesbezüglichen Beraterauftrags). Die vorgestellten Transaktionen wurden diskutiert und erhielten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Im schriftlichen Verfahren wurden darüber hinaus im Berichtsjahr zwei Beschlüsse über zustimmungspflichtige Geschäfte gefasst: Am 4. Juli 2022 betreffend eine Unternehmensakquisition (Hernandez Stainless und RSC Rostfrei Coilcenter) sowie am 28. März 2022 betreffend einen Beratervertrag. Bericht aus den AusschüssenPräsidium: Das Präsidium tagte 2022 insgesamt viermal. Standard-Tagesordnungspunkte waren mit Ausnahme der außerordentlichen Sitzung im Dezember dabei in allen Fällen die Geschäftsentwicklung, ein Update zur Strategie sowie die Tagesordnung der nachfolgenden Aufsichtsratssitzung. Gegenstand der Präsidiumssitzung am 1. März 2022 waren zudem Vorstandsangelegenheiten (Tantieme 2021, Anpassung des Anstellungsvertrags von Bernhard Weiß, Geschäftsverteilungsplan) sowie die Nominierung für die anstehende Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 1. Juni 2022 und die Setzung neuer Zielgrößen für den Anteil von Frauen in Aufsichtsrat und Vorstand. In seiner Sitzung am 19. September 2022 beschäftigte sich das Präsidium u. a. umfassend mit der Unternehmensstrategie. Weitere Themen waren Aufsichtsratsangelegenheiten (Implikationen der Änderungen des Kodex im Berichtsjahr, Qualifikationsmatrix für die Aufsichtsratsmitglieder, Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats) sowie Vorstandsangelegenheiten (Vertragsverlängerung Guido Kerkhoff). Am 12. Dezember 2022 fand eine außerordentliche Sitzung des Präsidiums statt. Deren Gegenstand war der beabsichtigte Erwerb von National Material of Mexico durch die Kloeckner Metals Corporation. Dieser wurde unter verschiedenen Aspekten ausführlich diskutiert mit dem Ergebnis, die Transaktion dem Aufsichtsratsplenum zur Zustimmung vorzulegen. In der regulären Sitzung am 13. Dezember 2022 wurden u. a. Corporate-Governance- und Aufsichtsratsthemen (Entsprechenserklärung, Selbstevaluierung des Aufsichtsrats, Qualifikationsmatrix für den Aufsichtsrat) sowie die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensstrategie und das Budget 2023 besprochen. Zudem erörterte das Präsidium Vorstandsangelegenheiten (Festlegung der Tantiemeziele für das Geschäftsjahr 2023, Zielvergütung für das Geschäftsjahr 2023). Prüfungsausschuss: Der Prüfungsausschuss tagte insgesamt fünfmal. Bei der Sitzung am 1. März 2022 befasste sich der Prüfungsausschuss vor allem mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2021 der Gesellschaft sowie mit dem nichtfinanziellen Konzernbericht und dem für das Geschäftsjahr 2021 zu erstellenden Abhängigkeitsbericht (jeweils auch mit dem Prüfer). In derselben Sitzung beriet der Prüfungsausschuss über die Empfehlung für den Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 und bereitete die Beauftragung des Abschlussprüfers durch das Plenum vor. Einen Bedarf, dem Aufsichtsrat über den gesetzlichen Prüfungsauftrag hinausgehende Prüfungsschwerpunkte für den Abschlussprüfer zu empfehlen, sah der Prüfungsausschuss nicht. Ferner wurden die erwartete Reaktion des Kapitalmarkts auf die Jahreskennzahlen 2021 sowie Governance-Themen (Internes Kontrollsystem, Risikomanagement, Compliance, Datenschutz und Informationssicherheit) besprochen. In den Sitzungen am 26. April 2022, 28. Juli 2022 und 27. Oktober 2022 wurden jeweils die Entwürfe des Halbjahresfinanzberichts bzw. der Zwischenmitteilungen vor der jeweiligen Veröffentlichung erörtert (im Fall des Halbjahresfinanzberichts auch mit dem Prüfer). Der Prüfungsausschuss gab im Rahmen der Diskussion Hinweise und Anregungen. Zudem wurden die jeweils erwarteten Reaktionen des Kapitalmarkts behandelt. Schwerpunkte waren ferner die Entwicklung der Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns sowie die Marktsituation und insbesondere die Entwicklung der Stahlpreise im Berichtsjahr. All dies wurde jeweils anhand der Berichte des Vorstands und der wesentlichen Kennziffern mit dem Finanzvorstand und dem Vorstandsvorsitzenden diskutiert. Des Weiteren wurden anlässlich der Zwischenberichterstattung regelmäßig weitere Themen behandelt, insbesondere solche der Governance (Internes Kontrollsystem, Risikomanagement, Compliance, Datenschutz und Informationssicherheit) sowie die ausschussinterne Aktivitätenliste. In der Sitzung vom 26. April 2022 beschloss der Prüfungsausschuss zudem, die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2023 auszuschreiben. Über den Stand des Ausschreibungsverfahrens wurde in den Sitzungen am 28. Juli 2022 und am 27. Oktober 2022 berichtet. In der Sitzung im April wurden außerdem die Qualität der Abschlussprüfung aus Sicht der Gesellschaft sowie in einem Follow-up zur Sitzung im Dezember 2021 nochmals die Prüfungsfeststellungen von Internal Audit für das Geschäftsjahr 2021 erörtert. In der Sitzung am 13. Dezember 2022 wurden vor allem Governance-Themen mit Bezug zur internen Kontrolle (Internes Kontrollsystem, Risikobericht, Internal Audit Findings 2022 und Prüfungsplan 2023) und IT-Sicherheit sowie der jährliche Bericht zu GRC-Themen (Governance, Risk and Compliance) behandelt. Zudem wurde in Bezug auf die Ausschreibung für die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2023 über die finalen Präsentationen und Angebote beraten und anschließend über die in diesem Zusammenhang dem Aufsichtsrat vorzulegende Empfehlung (zwei Vorschläge mit einer Präferenz) Beschluss gefasst und der Bericht über die Ausschreibung besprochen. Schließlich wurden der Status der Abschlussprüfung 2022 und die Qualität der Abschlussprüfung aus Sicht des Prüfungsausschusses diskutiert. Auch ausschussbezogene Themen sowie die Notwendigkeit der Erstellung eines Abhängigkeitsberichts für das Geschäftsjahr 2022 wurden besprochen. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss im Berichtsjahr in allen seinen Sitzungen mit den durch den Abschlussprüfer bzw. dessen Netzwerkgesellschaften erbrachten Nichtprüfungsleistungen, einschließlich deren Genehmigung. Der Prüfungsausschuss beriet sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Corporate Governance und EntsprechenserklärungAufsichtsrat und Vorstand haben am 13. Dezember 2022 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben, die den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich ist. Danach entspricht die Klöckner & Co SE bis auf eine Ausnahme allen Empfehlungen des Kodex. Weitere Informationen zur Corporate Governance enthält dieser Geschäftsbericht auf den Seiten 88 ff. Die Entwicklung der Empfehlungen und Anregungen des Kodex und ihrer Umsetzung wird von Vorstand und Aufsichtsrat fortlaufend beobachtet. Bei Bedarf findet eine Beteiligung an den entsprechenden Konsultationsverfahren statt. Umgang mit InteressenkonfliktenIn Bezug auf den Aufsichtsrat sind im Berichtsjahr keine Fälle von Interessenkonflikten aufgetreten, mit denen sich der Aufsichtsrat zu befassen hatte. Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2022 einschließlich des Abhängigkeitsberichts sowie des nichtfinanziellen Konzernberichts; Erstellung des VergütungsberichtsDer Jahresabschluss der Klöckner & Co SE für das Geschäftsjahr 2022 sowie der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht sind von dem durch die Hauptversammlung gewählten und durch den Aufsichtsrat beauftragten Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Jahresabschluss der Klöckner & Co SE und der zusammengefasste Lagebericht für die Klöckner & Co SE und den Konzern wurden nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte gemäß § 315 e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Prüfungsberichte sowie weitere Abschlussunterlagen einschließlich des nichtfinanziellen Konzernberichts nebst Prüfungsbericht lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor; Gleiches gilt für den Abhängigkeitsbericht und den diesbezüglichen Prüfungsbericht. Die Unterlagen wurden sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Plenum des Aufsichtsrats ausführlich behandelt. Hierbei wurden bezogen auf Jahres- und Konzernabschluss insbesondere auch die in dem jeweiligen Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) einschließlich der vorgenommenen Prüfungshandlungen diskutiert. Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen teilgenommen, über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und Fragen beantwortet. Der Vorstand war bei diesen Sitzungen (nach entsprechendem Beschluss des Aufsichtsrats bzw. Prüfungsausschusses) ebenfalls anwesend bzw. vertreten, wobei der Prüfungsausschuss vor seiner Bilanzsitzung bereits ohne den Vorstand mit dem Abschlussprüfer (insbesondere zum Jahres- und Konzernabschluss) beraten hatte. In der den Jahresabschluss feststellenden Aufsichtsratssitzung am 3. März 2023 hat die Vorsitzende des Prüfungsausschusses über die Behandlung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts durch den Prüfungsausschuss berichtet. Zum Risikofrüherkennungssystem hat der Abschlussprüfer erklärt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen - insbesondere zur Errichtung eines Überwachungssystems - in geeigneter Weise getroffen hat und dass das Überwachungssystem in der Lage ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Gleiches gilt im Hinblick auf das nach § 91 Abs. 3 AktG zu implementierende Interne Kontrollsystem und Risikomanagementsystem (jeweils einschließlich des Compliance-Management-Systems). Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer und die Erläuterungen der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses der Gesellschaft sowie des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts durch den Aufsichtsrat sind - so auch die Empfehlung des Prüfungsausschusses - keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 3. März 2023 gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der in dem Geschäftsbericht enthaltene Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022 wurde gemäß § 162 Abs. 1 AktG gemeinsam durch Vorstand und Aufsichtsrat erstellt und durch den Aufsichtsrat in der Sitzung im März 2023 beschlossen. Er wurde zudem durch den Abschlussprüfer inhaltlich geprüft. Diese Prüfung ergab keine Beanstandungen. Im Rahmen seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat auch den im Geschäftsbericht (in dem gesonderten Abschnitt "Nachhaltigkeitsberichterstattung") enthaltenen nichtfinanziellen Konzernbericht geprüft, der gemäß § 315 b HGB zu erstellen war. Diese Plausibilitätsprüfung des Aufsichtsrats umfasste insbesondere die folgenden Aspekte: (i) die Überprüfung der Prozesse in Bezug auf die Datenerhebung, die Bestimmung der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (KPIs) und die Darstellung von Risiken und Konzepten in der nichtfinanziellen Konzernerklärung, (ii) die Aktualität der im Berichtsjahr ergriffenen Maßnahmen sowie (iii) das EU-Taxonomie-Reporting. Bei der Prüfung wurde der Aufsichtsrat durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, unterstützt: Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, wurde mit einer Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts zur Erlangung begrenzter Sicherheit beauftragt und hat einen entsprechenden Bericht erstellt, dem Aufsichtsrat vorgelegt und über ihre Tätigkeit mündlich gegenüber dem Aufsichtsrat berichtet. Der Bericht der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, sowie der nichtfinanzielle Konzernbericht wurden sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Plenum des Aufsichtsrats ausführlich diskutiert und verprobt. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, zustimmend zur Kenntnis genommen und ist nach seiner eigenen Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass der nichtfinanzielle Konzernbericht den bestehenden Anforderungen genügt und keine Einwendungen zu erheben sind. Der gemäß § 312 AktG zu erstellende Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde vom Abschlussprüfer nach seiner Prüfung mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht geprüft. Abhängigkeitsbericht und Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden am 3. März 2023 in Prüfungsausschuss und Plenum ausführlich behandelt und mit dem Abschlussprüfer erörtert; der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind - so auch die Empfehlung des Prüfungsausschusses - gegen den Abhängigkeitsbericht einschließlich der Schlusserklärung des Vorstands keine Einwendungen zu erheben. PersonaliaDie personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Klöckner & Co SE ist im Geschäftsjahr 2022 unverändert geblieben. Die personelle Zusammensetzung des Vorstands der Klöckner & Co SE ist im Geschäftsjahr 2022 ebenfalls unverändert geblieben. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen der Klöckner & Co SE und aller Konzerngesellschaften für ihren engagierten Einsatz und die geleistete Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Duisburg, 3. März 2023 Prof. Dr. Dieter H. Vogel, VORSITZENDER AUFSICHTSRATAufsichtsratProf. Dr. Dieter H. VogelGeschäftsführender Gesellschafter der Cassiopeia GmbH, Düsseldorf (Vorsitzender) Dr. Ralph HeckVorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh Prof. Dr. Tobias KollmannInhaber des Lehrstuhls für Digital Business und Digital Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen Prof. Dr. E.h. Friedhelm LohUnternehmer, Eigentümer und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Stiftung & Co. KG, Haiger Uwe RöhrhoffSelbstständiger Berater und Aufsichtsratsmitglied Ute WolfFinanzvorständin der Evonik Industries AG, Essen
1) Financial Expert im Sinne von § 100 Abs.
5 AktG.
Klöckner & Co am KapitalmarktKLÖCKNER & CO-AKTIEISIN DE000KC01000 - WKN (Wertpapierkennnummer) KC0100 Börsenkürzel: KCO Bloomberg: KCO GR Reuters Xetra®: KCOGn.DE AKTIENKURSENTWICKLUNGDie internationalen Aktienmärkte wurden im Jahr 2022 im Wesentlichen von den makroökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der Inflationsentwicklung und den geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken beeinflusst. Im ersten Halbjahr 2022 entwickelte sich der Kurs der Klöckner & Co-Aktie zunächst deutlich positiv und erreichte am 25. März 2022 den Höchststand von 13,30 € und damit das höchste Niveau seit über zehn Jahren. Im weiteren Verlauf des Jahres waren die Kapitalmärkte vor dem Hintergrund der hohen Inflationsraten, der notenbankpolitischen Maßnahmen sowie der erhöhten gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten von starker Volatilität geprägt und der Aktienkurs gab deutlich nach. Am 12. Oktober 2022 erreichte die Klöckner & Co-Aktie ihren Tiefststand von 6,93 €, bevor sie sich zum Jahresende wieder deutlich erholte. Am 30. Dezember schloss die Aktie bei einem Kurs von 9,24 €. KENNZAHLEN ZUR KLÖCKNER & CO-AKTIE
1) Für das jeweilige Geschäftsjahr.
2022: Vorschlag an die Hauptversammlung am 17. Mai 2023.
PERFORMANCE KLÖCKNER & CO-AKTIE IM VERGLEICH ZU DAX®, SDAX® UND INDEX PEERGROUP (WERTE INDEXIERT)
Im Geschäftsjahr 2022 verlor der Kurs der Klöckner & Co-Aktie rund 14 % gegenüber dem Wert zum Vorjahresende. Der Referenzindex für die Klöckner & Co-Aktie, der aus Peergroup-Unternehmen besteht ("Index Peergroup"), verlor im Berichtszeitraum ca. 13 % an Wert. Dieser Index bildet die Aktien-Performance von mit Klöckner & Co vergleichbaren Unternehmen ab und basiert auf den Unternehmen thyssenkrupp, Salzgitter, Arcelor Mittal, Voestalpine und Swiss Steel sowie Reliance, Olympic Steel und Ryerson. Die Indizes SDAX® und DAX® sanken gegenüber dem Vorjahr um 27 % bzw. 12 %. In der gemeinsamen Rangliste für DAX®-, MDAX®- und SDAX®-Werte der Deutschen Börse AG vom Dezember 2022 belegte Klöckner & Co beim Kriterium Freefloat-Marktkapitalisierung den 114. Platz und in der Kategorie Börsenumsatz den 93. Platz von insgesamt 160 Unternehmen. MARKTKAPITALISIERUNGDie Marktkapitalisierung betrug zum Ende des Berichtszeitraums rund 921 Mio. € nach 1.069 Mio. € am 30. Dezember 2021. MARKTKAPITALISIERUNG(in Mio. €)
WERTENTWICKLUNG DER KLÖCKNER & CO-WANDELANLEIHEIm September 2016 hat die Klöckner & Co SE eine Wandelanleihe mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einer Stückelung von 100.000 € je Anleihe platziert. Das ausstehende Nominalvolumen betrug zum 31. Dezember 2022 141 Mio. €. Zu den Zeichnern gehörten, wie vorgesehen, ausschließlich institutionelle Investoren. Die Anleihe wird im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse (Open Market, ISIN DE000A185XT1) gehandelt und ist mit einem Kupon von 2,00 % p. a. ausgestattet. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf 14,82 € festgesetzt und zuletzt im Zusammenhang mit der Dividendenzahlung 2022 auf rund 12,18 € angepasst. Die Erlöse aus der Emission verwendete Klöckner & Co für allgemeine Unternehmenszwecke. Im Juli 2022 hat Klöckner & Co einen Teil der Wandelschuldverschreibung mit einem Nominalvolumen in Höhe von 7,1 Mio. € zurückgekauft und anschließend eingezogen. STAMMDATEN DER KLÖCKNER & CO-WANDELANLEIHE
Zum 30. Dezember 2022 notierte die Wandelanleihe 2016 bei rund 99,29 %. WANDELANLEIHE 2016
HAUPTVERSAMMLUNG 2022Am 1. Juni 2022 fand die 16. ordentliche Hauptversammlung der Klöckner & Co SE statt. Vor dem Hintergrund der auch im Berichtsjahr anhaltenden COVID-19-Pandemie und zum Schutz vor Gesundheitsgefahren für alle Beteiligten wurde die Hauptversammlung erneut rein virtuell ohne physische Präsenz der Aktionärinnen und Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten durchgeführt. Diese Entscheidung vom Vorstand wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf Basis des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie getroffen. Die gesamte Hauptversammlung konnte über einen Livestream im Online-Service auf der Klöckner & Co SE-Internetseite unter https://www.kloeckner.com von allen Aktionärinnen und Aktionären verfolgt werden. Über den Online-Service hatten sie zudem die Möglichkeit, sich für die Hauptversammlung anzumelden, die Abstimmung vorzunehmen und im Vorfeld Fragen an die Gesellschaft zu übermitteln. Zusätzlich wurde die gesamte Hauptversammlung vollständig live auch öffentlich auf der Internetseite übertragen. Die Reden des Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Dieter H. Vogel und des Vorsitzenden des Vorstands Guido Kerkhoff sind weiterhin dort abrufbar. Insgesamt stimmten über 60 % des stimmberechtigten Grundkapitals ab. ANALYSTENKREISAuch im Jahr 2022 zeigten Finanzanalysten ein starkes Interesse an Klöckner & Co. So beobachteten zehn Analysten die Klöckner & Co-Aktie während des Berichtszeitraums. Insgesamt wurden rund 100 Research-Berichte zur Aktie veröffentlicht. 25 % der Wertpapierhäuser empfahlen unsere Aktie zum Ende des Jahres zum "Kauf", 50 % der Häuser gaben die Empfehlung zum "Halten" und 25 % empfahlen den "Verkauf". Auf unserer Internetseite bieten wir unter der Rubrik "Investoren/Aktie/Analysten" stets eine Übersicht über die aktuellen Analystenempfehlungen zur Aktie. Folgende Banken und Wertpapierhäuser analysierten die Klöckner & Co-Aktie im Geschäftsjahr 2022:
AKTIONÄRSSTRUKTURUm die Aktionärsstruktur und die internationale Verteilung der Investoren zu ermitteln, gab das Investor Relations-Team auch im Jahr 2022 regelmäßig Analysen in Auftrag. Mithilfe der Auswertungen konnten eine zielgruppengerechte Investor Relations-Arbeit sowie eine effektive Roadshow- und Konferenzplanung durchgeführt werden. Rund 96 % der Investoren wurden im Februar 2023 identifiziert. Der Anteil institutioneller Investoren betrug ca. 60 %. Rund 26 % des Grundkapitals wurden von Privatanlegern gehalten. AKTIONÄRSTRUKTUR DER KLÖCKNER & CO SE
GEOGRAFISCHE VERTEILUNG DER IDENTIFIZIERTEN INSTITUTIONELLEN ANTEILSEIGNER DER KLÄCKNER & CO SE
Gemäß Stimmrechtsmitteilungen war mit zwischen 25 % und 30 % die SWOCTEM GmbH (Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh) zum Jahresende unser größter Aktionär. Danach folgt die Rossmann Beteiligungs GmbH mit zwischen 5 % und 10 % (Stimmrechtsanteil aus Aktien und Instrumenten) sowie The Goldman Sachs Group, Inc., die Union Investment Privatfonds GmbH, Claas Edmund Daun und Dimensional Holdings Inc. mit jeweils zwischen 3 % und 5 % (Stimmrechtsanteil aus Aktien und Instrumenten). OFFENE UND KONTINUIERLICHE KOMMUNIKATIONFür Klöckner & Co sind ein offener und kontinuierlicher Dialog mit allen Kapitalmarktteilnehmern und eine transparente Finanzkommunikation gleichermaßen wichtig. Unsere Reporting- und Investor Relations-Tätigkeiten sowie die Kapitalmarktperformance wurden bei dem renommierten deutschen Kapitalmarktwettbewerb "Investors' Darling", der von der HHL Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Bankhaus Berenberg sowie dem manager magazin vergeben wird, honoriert. Nachdem wir bereits in den Vorjahren gute Platzierungen erreichen konnten und im Jahr 2021 Zweiter wurden, hat Klöckner & Co im Jahr 2022 den ersten Platz im SDAX® belegen können und wurde damit als Unternehmen mit der besten Finanzkommunikation in diesem Börsenindex ausgezeichnet. Insgesamt erreichte Klöckner & Co die beste Platzierung unter allen Unternehmen, die nicht dem DAX® zugehörig sind. Neben der (virtuellen) Hauptversammlung, auf der unsere Aktionärinnen und Aktionäre die Möglichkeit hatten, umfassende Informationen zum Unternehmen zu erhalten, haben Mitglieder des Vorstands sowie des Investor Relations-Teams private und institutionelle Investoren auf einer Vielzahl an Konferenzen und Roadshows in Europa und Nordamerika über die aktuellen Geschäftsentwicklungen und über die Zukunftschancen des Konzerns informiert. Zusätzlich haben wir viele Einzelgespräche mit Teilnehmern am Kapitalmarkt geführt. Im Fokus der Gespräche standen vor allem das operative Geschäft des Klöckner & Co-Konzerns, die Umsetzung unserer Konzernstrategie sowie die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf das operative Geschäft sowie den Stahlmarkt. Ein Teil der Investor Relations-Aktivitäten fand pandemiebedingt in Form virtueller Formate wie Video- und Telefonkonferenzen statt. Unser Internetauftritt ist ein zentraler Bestandteil unserer Kapitalmarktkommunikation. Auf der Investor Relations-Internetseite https://www.kloeckner.com/de/investoren.html werden alle wichtigen Informationen rund um die Klöckner & Co-Aktie sowie die Wandelanleihe in digitaler Form veröffentlicht. Sie umfassen u. a. Finanzberichte, Unternehmens- und Kapitalmarktpräsentationen, den Ausblick auf die Entwicklung zentraler Steuerungsgrößen, den Finanzkalender sowie aktuelle Daten zur Kursentwicklung der Aktie. Es besteht die Möglichkeit, mit einem interaktiven Tool unsere Aktie und zentrale Finanzkennzahlen zu analysieren. Darüber hinaus veröffentlichen wir alle relevanten Inhalte zur Hauptversammlung. Interessierte Kapitalmarktteilnehmer können Klöckner & Co auch auf Twitter und LinkedIn folgen, um Beiträge zu aktuellen Themen unseres Unternehmens, unserer Aktie und der Kapitalmarktstory zu erhalten. Über aktuelle Entwicklungen der Klöckner & Co SE halten wir unsere Aktionärinnen und Aktionäre sowie weitere Interessenten auch per E-Mail auf dem Laufenden. Gerne können Sie sich über ir@kloeckner.com auf den Verteiler für Unternehmensinformationen setzen lassen. Das Investor Relations-Team freut sich auf Ihre Fragen oder Anregungen und steht Ihnen jederzeit gerne zum Austausch per Telefon, E-Mail oder Brief zur Verfügung. Kontakt Investor Relations Telefon: +49 (0) 203 307 2295 Fax: +49 (0) 203 307 5025 E-Mail: ir@kloeckner.com KONZERNLAGEBERICHTZusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022der Klöckner & Co SE1. Grundlagen des Konzerns1.1 KonzernstrukturDer Konzern gliedert sich in drei operative Segmente: Kloeckner Metals US, Kloeckner Metals EU und Kloeckner Metals Non-EU. Zentrale Funktionen, die keinem Segment zugeordnet sind, und Konsolidierungsmaßnahmen werden separat unter Headquarters and Others ausgewiesen. Das Grundkapital der Klöckner & Co SE beträgt unverändert 249,38 Mio. €, eingeteilt in 99,75 Mio. voll stimmberechtigte, auf den Namen lautende Stückaktien. Die Aktie der Klöckner & Co SE ist seit dem Börsengang Ende Juni 2006 im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. 1.2 Geschäftstätigkeit/GeschäftsmodellKlöckner & Co ist weltweit einer der [größten produzentenunabhängigen] Stahl- und Metalldistributoren und eines der führenden Stahl-Service-Center-Unternehmen. Wir fungieren als Bindeglied zwischen Stahlerzeugung und -verbrauch. Durch unsere Unabhängigkeit von Stahlherstellern profitieren unsere Kunden von unseren vielfältigen nationalen und internationalen Beschaffungsmöglichkeiten bei weltweit rund 50 Hauptlieferanten. Unsere entscheidenden Wettbewerbsvorteile sind Größeneffekte im globalen Einkauf, unsere umfangreiche Produktpalette, der Kundenzugang über ein weit verzweigtes Vertriebs- und Distributionsnetzwerk sowie verschiedenste Anarbeitungsdienstleistungen. Unser globales Netzwerk erstreckt sich über 13 Länder mit Schwerpunkten in Europa und den USA und ermöglicht unseren Kunden den lokalen Zugang zu rund 150 Lager- und Anarbeitungsstandorten. Durch die hohe Verfügbarkeit unserer ca. 200.000 Produkte können unsere Kunden auf eine eigene Lagerhaltung weitgehend verzichten. Unser Kundenportfolio umfasst über 90.000 zumeist kleinere bis mittlere Stahl- und Metallverbraucher, vorwiegend aus der Bauindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Transportindustrie, sowie weitere Metallverarbeiter. Wir bieten unseren Kunden eine optimierte Gesamtlösung von der Beschaffung über die Logistik bis hin zur Anarbeitung einschließlich individueller Belieferung mit 24-Stunden-Service und setzen dabei auf eine zunehmende Digitalisierung und Automatisierung dieser Prozesse. So haben wir verschiedene digitale Applikationen und Tools im Einsatz, um unseren Kunden und Partnern ein breiteres Spektrum an Stahl- und Metallprodukten sowie Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Dieses digitale Angebot entwickeln wir stetig zusammen mit unseren Kunden weiter. Darüber hinaus sehen wir bedeutsame Opportunitäten in der Transformation hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen und bieten unseren Kunden bereits heute CO 2-reduzierte Lösungen in den Bereichen Werkstoffe, Anarbeitung, Logistik, Zirkularitätslösungen und umfassende Beratungsleistungen im Bereich nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen, um ihnen den Aufbau einer nachhaltigen Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Unsere rund 7.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich täglich mit ihren Qualifikationen und ihrer Leistungsbereitschaft für die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden ein. Rund 70 % unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dabei in Europa beschäftigt und rund 30 % auf dem amerikanischen Kontinent. Der Markt der lagerhaltenden Distribution und der Stahl-Service-Center ist sowohl in Europa als auch in Nordamerika stark fragmentiert und wird von Groß-, Regional- und Lokalhändlern bedient. In Europa verfügen wir über einen geschätzten Marktanteil von rund 9 % und in den USA von rund 6 %, womit wir jeweils zu den [Top 3 bzw. Top 2 der Distributoren und Stahl-Service-Center] gehören. 1.3 Unternehmensstrategie[Unsere Strategie - "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths"Bei der Umsetzung unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" konzentrieren wir uns im Wesentlichen auf vier Hebel: Customer Growth, Leveraging Assets & Partner Network, Digitalization & Value Chain Automation sowie Operational Excellence. Mit der Strategie knüpfen wir an die Stärken an, die wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, und nutzen sie für den nächsten evolutionären Schritt auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft von Klöckner & Co. Wir wollen für alle Stakeholder unseres Unternehmens Mehrwert schaffen. Unsere Kunden und Partner sollen von nahtlos integrierten, digitalisierten und automatisierten Prozessen profitieren. Mit Blick auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern wir eine Kultur der Eigenverantwortung und Zusammenarbeit, vermitteln Kompetenzen für die Zukunft und geben ihnen Raum zur Weiterentwicklung. Für unsere Aktionärinnen und Aktionäre bedeutet unser Einsatz für ein höheres Profitabilitätsniveau zugleich den Einsatz für den nachhaltigen finanziellen Erfolg ihrer Investition in Klöckner & Co. Darüber hinaus wollen wir einen positiven Beitrag für die Gesellschaft sowie für unsere Umwelt leisten. Wir wollen Klöckner & Co als führenden One-Stop-Shop für Stahl, andere Werkstoffe, Ausrüstung und Anarbeitungsdienstleistungen in Europa und Amerika etablieren, das digitale Geschäft stärker mit dem physischen verbinden und unser internes sowie externes Netzwerk fortlaufend optimieren. Ineffizienzen in der margenschwachen Stahl- und Metalldistribution entstehen nach wie vor hauptsächlich durch lineare Lieferketten und mangelnde Transparenz. Indem wir Drittanbieter einbinden und Kernprozesse digitalisieren als auch automatisieren, können wir bestehende Ineffizienzen in der Wertschöpfungskette eliminieren und unsere variablen Kosten erheblich reduzieren.
Customer GrowthWir wollen die Erwartungen unserer Kunden stets übertreffen und ihnen maximalen Nutzen bieten. Indem wir uns konsequent auf ihre Bedürfnisse ausrichten, möchten wir die höchste Kundenzufriedenheit in der Branche erreichen. Dafür bedarf es eines breiteren Produkt- und Serviceportfolios sowie einer größeren regionalen Abdeckung. Mit der vereinbarten Übernahme von National Material of Mexico bauen wir das Geschäft in Nordamerika aus und erhöhen unsere Präsenz in Mexiko, einer für unsere Automobil- und Industriekunden wichtigen Region. Wir möchten als One-Stop-Shop ein zeiteffizientes, branchenführendes Nutzererlebnis realisieren, dadurch unsere Kundenbasis vergrößern und den Umsatzanteil bei bestehenden Kunden (share of wallet) steigern: Kunden kaufen mehr bei uns und mehr Kunden kaufen bei uns. Leveraging Assets & Partner NetworkZur Steigerung der Effizienz wollen wir unsere Partner tiefer in interne Prozesse entlang der Wertschöpfungskette einbinden und gleichzeitig unser Netzwerk sowie die Nutzung von Ressourcen durch eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit optimieren. Zudem wollen wir neue Partner an Bord holen, deren Produktangebot und Kompetenzen das Kernportfolio von Klöckner & Co ergänzen. Digitalization & Value Chain AutomationAufbauend auf unserer Vorreiterrolle in der Stahlbranche werden wir das große Potenzial der Digitalisierung weiter ausschöpfen und erweitern sie auf die Ebene der Automatisierung. Wir entwickeln innovative Lösungen und digitalisieren unsere internen Kernprozesse weiter. Durch eine umfassende Prozessintegration mit einem sehr hohen Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad können wir die Prozessgeschwindigkeit und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ein nie da gewesenes Niveau heben. Unser Ziel heißt "Zero Touch", also Wertschöpfung mit minimalem manuellen Aufwand. Unsere interne KI-Lösung Kloeckner Assistant hat im Berichtszeitraum ein Umsatzvolumen von über 1,3 Mrd. € abgewickelt und ist ein etabliertes Werkzeug bei der automatisierten Angebots- und Auftragsbearbeitung. Operational ExcellenceUm unseren Kunden maximal effiziente Lösungen und den bestmöglichen Service bieten zu können, arbeiten wir unablässig an der Verbesserung unserer Abläufe. Unser Anspruch ist Exzellenz. Indem wir Ineffizienzen in unseren internen Prozessen eliminieren, sorgen wir für bessere operative Ergebnisse und mehr Profitabilität. Wir erhöhen weiterhin die Exzellenz im operativen Bereich sowie im Vertrieb durch Prozessautomatisierung, mehr Transparenz bei Kosten und Abläufen, datenbasierte Entscheidungsfindung und organisatorische Maßnahmen. Corporate ValuesUnsere Werte bilden das Fundament für unsere Strategie: Wir setzen uns für Mitarbeiterbefähigung, Sicherheit, Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit ein. Diese Werte bestimmen jeden Tag unsere Entscheidungen und unser Handeln, intern wie extern. Ein motivierender Führungsstil, die Befähigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Förderung einer Innovationskultur durch selbstbestimmtes Handeln, Talententwicklung und Leistungsanreize bilden die Basis, auf der wir unsere Innovationskraft stärken, Chancen ausloten und neuen Unternehmenswert schaffen können. Um in einem Umfeld ständiger Veränderungen erfolgreich zu sein, verbessern wir kontinuierlich unsere Organisation und werden agiler sowie flexibler. Wir übernehmen Verantwortung in Bezug auf Umwelt, Sicherheit und unsere Gesellschaft. Diese Verpflichtung dient uns als Maßgabe für all unsere Handlungen und Entscheidungen. Durch höchste Sicherheitsstandards sorgen wir für ein sicheres Arbeitsumfeld, das unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützt. In Bezug auf Integrität sind wir ein transparentes, authentisches und modernes Unternehmen und halten unsere Versprechen ein. Wir zeigen Verantwortung und Engagement für unsere Entscheidungen und Handlungen und pflegen eine Kultur des offenen Umgangs mit Fehlern. Unser "Purpose", unsere grundlegende Daseinsberechtigung oder die Beschreibung dessen, was wir tun, um Wert für unsere Stakeholder zu schaffen, beschreibt, was uns bei Klöckner & Co verbindet und zeigt unsere positive Rolle in der Gesellschaft. "We partner with customers and suppliers to deliver innovative metal solutions for a sustainable tomorrow." Mit den Maßnahmen im Rahmen unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" führen wir unser digitales und physisches Geschäft weiter zusammen und heben es auf die nächste Stufe. So wird Klöckner & Co bis 2025 zum führenden One-Stop-Shop für Stahl und weitere Werkstoffe, Ausrüstungen und Anarbeitungsdienstleistungen in Europa und Amerika. NachhaltigkeitsstrategieNachhaltigkeit steht im Mittelpunkt unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths". Wir betrachten unsere dezidierte Nachhaltigkeitsstrategie aus einer übergreifenden ESG-Perspektive (Environment, Social, Governance: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und integrieren sie strategisch.
Wir sind der Überzeugung, dass insbesondere Innovationen, Technologie und neue Geschäftsmodelle eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation der Stahlindustrie ermöglichen werden. Im Rahmen unserer Konzernstrategie arbeiten wir daher als Pionier einer nachhaltigen Stahlindustrie daran, innovative Geschäftsmodelle aufzubauen, indem wir für unsere Kunden ein umfangreiches Angebot von nachhaltigen Kundenlösungen schaffen. Durch die Erweiterung unseres Produkt- und auch Dienstleistungsspektrums ergreifen wir die strategische Chance, das neue, attraktive Geschäft mit nachhaltigen Lösungen im Geschäftsmodell zu verankern. Wir sehen die Transformation als einzigartige Wachstumsmöglichkeit - nicht erst in der Zukunft, sondern bereits heute. Unter der Dachmarke Nexigen® bündeln wir gruppenweit unser Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen und bieten transparente CO 2-reduzierte Lösungen in den Bereichen Werkstoffe, Anarbeitung, Logistik, Zirkularitätslösungen (sogenannte Closed Loops) und umfassende Beratungsleistungen im Bereich nachhaltiger Kundenlösungen (Sustainability Advisory Services) an. Damit erleichtern wir unseren Kunden schon heute die verlässliche Beschaffung von CO 2-reduzierten Stahl- und Metallprodukten und ermöglichen ihnen über intelligente Software-Lösungen vollständige Transparenz über den CO 2-Fußabdruck ihrer eingekauften Produkte. Um unsere Kunden beim Aufbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten optimal zu unterstützen, haben wir Bewertungsskalen für unsere CO 2-reduzierten Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumprodukte entwickelt. Unsere Skalen beruhen auf internationalen, wissenschaftlich basierten Standards und kategorisieren die CO 2-reduzierten Werkstoffe anhand ihrer zertifizierten Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Anarbeitung ("Cradle-to-Klöckner Exit Gate"). Sie dienen als Orientierung und sind ein Vergleichswerkzeug bei der Bestimmung des CO 2-Fußabdrucks von Endprodukten für Kunden. Durch zahlreiche Partnerschaften bieten wir unseren Kunden CO 2-reduzierte Stahl- und Metallprodukte bereits heute an. Bis 2025 sollen dann über 30 % und bis 2030 über 50 % des Gesamtangebots von Klöckner & Co aus den beiden Kategorien mit dem niedrigsten CO 2-Fußabdruck, "Pro" (< 700kg CO 2 /t) und "Prime" (< 400 kg CO 2 /t), stammen.
Darüber hinaus stellen wir unseren Kunden seit Jahresbeginn 2023 für nahezu unser gesamtes Produktportfolio den individualisierten CO 2-Fußabdruck eines einzelnen Produkts, den Product Carbon Footprint oder kurz PCF, zur Verfügung. Damit können Kunden verlässlich, transparent und einfach einsehen, wie das CO 2-Profil eines bei Klöckner & Co gekauften Produktes aussieht. Mit dem "Nexigen® PCF Algorithm" haben wir ein innovatives Tool entwickelt, dessen automatisierte PCF-Berechnungsmethodik vom TÜV SÜD zertifiziert wurde. Der "Nexigen® PCF Algorithm" richtet sich bei der Berechnung des Product Carbon Footprint nach dem international anerkannten Greenhouse Gas Protocol sowie der ISO 14067, ref. 14040 und 14044, und kalkuliert im Rahmen dieser Standards die "Cradle-to-Customer Entry Gate"-Emissionen des Produkts. Unsere Kunden erhalten so Informationen darüber, in welchem Umfang die Klöckner-Materialien zur Reduktion des CO 2-Fußabdrucks ihrer Geschäftsaktivitäten und ihrer eigenen Endprodukte beitragen können, und sind in der Lage, die aufgelaufenen CO 2-Emissionen ihres Produkts über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Auslieferung zum Werkstor des Kunden ("Cradle-to-Customer Entry Gate") verlässlich in ihre Emissionsberechnung zu übernehmen.
Für unseren Einsatz in Bezug auf die Dekarbonisierung der Stahlindustrie wurden wir mit dem renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 im Transformationsfeld "Klima" ausgezeichnet. Dies zeigt, welchen Stellenwert die von uns angestoßene Transformation hat und dass Klöckner & Co auch extern als Vorreiter einer nachhaltigen Stahlbranche wahrgenommen wird. Neben den strategischen Chancen, die wir in der nachhaltigen Transformation der Stahlindustrie sehen, übernehmen wir Verantwortung für die Reduktion unserer eigenen Emissionen sowie die der uns vor- und nachgelagerten Lieferketten. So haben wir die Reduktion von CO 2 -Emissionen als nichtfinanzielles Ziel für die variable Vergütung des Vorstands, des gesamten ersten Managementlevels unterhalb des Konzernvorstands sowie weiterer Führungskräfte auf den Leveln zwei und drei aufgenommen. Als erstes Unternehmen weltweit wurden unsere CO 2-Net-Zero-Ziele von der Science Based Targets initiative (SBTi) im regulären Verfahren nach neuesten Standards als wissenschaftlich fundiert anerkannt. Damit bekennt sich Klöckner & Co dazu, die Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2050 auf Net Zero zu senken. Wir konzentrieren uns auf konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Emissionen und arbeiten eng mit Kunden und Lieferanten zusammen, um dieses Ziel zu erreichen. Da es sich hierbei um einen kontinuierlichen und langfristigen Prozess handelt, kompensieren wir zusätzlich zu unseren Reduktionsmaßnahmen unsere gesamten Scope 1- und 2-Emissionen, ohne diese jedoch zu verrechnen. Damit sind wir bereits heute CO 2-neutral.] 1.4 SteuerungssystemFinanzielle SteuerungsgrößenDie bedeutsamsten Kennzahlen zur Steuerung des Geschäfts von Klöckner & Co waren im abgelaufenen Jahr der Absatz, der Umsatz, das operative Ergebnis (EBITDA als Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Impairments und Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) und der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit. Diese zentralen Kennzahlen wurden auf Ebene des Gesamtkonzerns und der Segmente ermittelt und überwacht. Der Absatz stellt eine wesentliche Steuerungskennziffer im Distributionsgeschäft dar, mit der das Wachstum des Kerngeschäfts überwacht und die Auslastung, die für die Personal- und Maschinenplanung wichtig ist, beziffert wird. Im Rahmen unserer Strategie bauen wir unser Geschäftsmodell zum führenden One-Stop-Shop weiter aus. Demzufolge soll auch unser Umsatz mittelfristig ein höheres Niveau bei geringerer Schwankungsintensität erreichen. Dazu überwachen wir stetig unsere Umsatz- und Margenentwicklung. Die wichtigste zentrale Steuerungsgröße für die Ergebnislage ist das operative Ergebnis (EBITDA) bzw., sofern wesentliche Sondereffekte (bspw. größere Restrukturierungsprogramme, signifikante nicht operative bzw. periodenfremde Effekte) vorliegen, das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten. Die Überleitung des EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten zum EBITDA einschließlich wesentlicher Sondereffekte ist in Abschnitt 2.5 dargestellt. Im Stahlhandel ist die Anlagenintensität eher gering, die Mittelbindung im Net Working Capital (Summe aus Vorratsvermögen und Kundenforderungen abzüglich Lieferantenverbindlichkeiten) aber sehr hoch. Diese Mittelbindung ist neben dem operativen Ergebnis primärer Treiber des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit. Dieser Cashflow bildet daher eine objektive Grundlage für die Messung der Performance der Geschäftstätigkeit. Neben diesen bedeutsamsten Steuerungsgrößen verfolgen wir auch weitere wesentliche Kennzahlen. Der Rohertrag ergibt sich aus der Differenz von Umsatz und Wareneinsatz und ist somit ein Indikator für die Wertschöpfung des Unternehmens. Aufgrund des zeitlichen Auseinanderfallens von Einkaufspreis- und Verkaufspreisfixierung verfolgen wir unterstützend die Preisentwicklung auf den Beschaffungsmärkten intensiv. Die Kapitalrendite (ROCE - Return on Capital Employed) berechnet aus dem Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum durchschnittlich eingesetzten Unternehmenskapital (Capital Employed) die Rendite des Unternehmens auf das eingesetzte notwendige Unternehmenskapital. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Differenz aus Finanzverbindlichkeiten und Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten) stellen eine bedeutende Kennziffer im Rahmen des Finanzmanagements des Unternehmens dar. Die Veränderung der Netto-Finanzverbindlichkeiten reflektiert darüber hinaus die im Unternehmen erwirtschafteten Barmittel. Auch die Kapitalmärkte berücksichtigen die Verschuldung bei der Ermittlung des Unternehmenswertes. Entsprechend überwachen wir das Gearing (Netto-Finanzverbindlichkeiten / Eigenkapital), das Eigenkapital und den Leverage (Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA) fortlaufend. Diese Kennzahlen sind die Grundlage für Managementprozesse und Entscheidungsfindungen auf strategischer und operativer Ebene, beispielsweise auch für Investitions- und Akquisitionsentscheidungen. Über die Entwicklung dieser Kennzahlen wird im Kapitel "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage" berichtet. Nichtfinanzielle SteuerungsgrößenWir sind der Auffassung, dass auch nichtfinanzielle Ziele unterstützend zum Unternehmenserfolg beitragen. Für die Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in unserem Unternehmen haben wir daher entsprechende Initiativen ergriffen (z. B. das gruppenweite Programm "Safety 1 st"). Ziele der Maßnahmen sind die Gewährleistung sicherer Arbeitsplätze, die Reduzierung von Arbeitsunfällen und die Vermeidung von Unfallkosten. Als Steuerungsgröße setzen wir die Kennzahl "Lost Time Injury Frequency" (LTIF) ein. Diese ist definiert als Anzahl der Unfälle / Anzahl der Arbeitsstunden x 1.000.000. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stahlindustrie übernimmt Klöckner & Co gesellschaftliche Verantwortung und nutzt zugleich die strategischen Chancen, die sich aus der Dekarbonisierung ergeben. So wurden Klöckner & Co's CO 2-Net-Zero-Reduktionsziele, als erstes Unternehmen weltweit, im regulären Verfahren nach den neuesten Standards der Science Based Targets initiative (SBTi) als wissenschaftlich fundiert anerkannt. Damit stimmt der Konzern seine Geschäftstätigkeiten auf wissenschaftsbasierte Ziele ab, um durch geeignete Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C beizutragen. Als einen Zielbeitrag zu diesem globalen Ziel beabsichtigt Klöckner & Co bis zum Jahr 2030 eine 50 %-Reduktion von Emissionen, die direkt beeinflusst werden können, zu erreichen (Scope 1 und 2). Um die Transparenz und Effizienz unserer Lieferketten zu erhöhen, stellen nach wie vor die Digitalisierung und Automatisierung eine Grundlage für Wachstum und langfristige Profitabilität im Unternehmen dar. Im Jahr 2022 haben wir zwei Unternehmensziele zur Digitalisierung definiert. Durch den Einsatz unseres Kloeckner Assistant und die Nutzung der Onlineshops und Kontraktplattformen soll der Anteil der digitalen Umsätze am Gesamtumsatz kontinuierlich gesteigert werden. Als weitere Messgröße für den Erfolg der Digitalisierung im Unternehmen haben wir den Automatisierungsgrad im Vertrieb definiert, der den Anteil der rein digitalen Erfassung und Weiterleitung der Kundenaufträge ohne manuelles Eingreifen misst ("Zero Touch Orders"). Einen weiteren Faktor unseres Unternehmenserfolges stellt für uns die Mitarbeiterzufriedenheit dar. Sie führt in Zeiten eines Mangels an qualifizierten Fachkräften zu einer langfristigen Bindung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unser Unternehmen und beeinflusst damit die Arbeitsleistung und Produktivität unserer Unternehmensprozesse positiv. Aus diesem Grund ermitteln wir im Rahmen unserer jährlichen konzernweiten Mitarbeiterbefragung die Mitarbeiterzufriedenheit und leiten bei Bedarf konkrete Verbesserungsmaßnahmen ab. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenWirtschaftliches UmfeldGesamtwirtschaftliche SituationLaut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wuchs die globale Wirtschaftsleistung im Berichtszeitraum um rund 3,4 %. Insgesamt stand die Weltwirtschaft im Jahr 2022 weiterhin vor großen Herausforderungen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die darauffolgende Energiekrise, insbesondere in Europa, die anhaltenden Engpässe in den globalen Lieferketten sowie die Kombination aus hohen Inflationsraten und stark steigenden Zinsen führten zu einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In der Folge wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gebremst. Darüber hinaus haben die COVID-19-Ausbrüche in China und die damit einhergehenden Mobilitätsbeschränkungen im Rahmen der Zero-COVID-Strategie die Weltwirtschaft weiter belastet. Insgesamt haben sich die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaftsleistungen in den meisten Ländern im Jahresverlauf jedoch abgeschwächt. In der Eurozone stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Berichtszeitraum laut Schätzungen des IWF um 3,5 %. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundenen zunehmenden Kürzungen bis hin zur Aussetzung der Gaslieferungen hatten aufgrund der starken Abhängigkeit von russischem Öl und Gas erhebliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung. Durch die Limitierung der allgemeinen Energieversorgung wurden die bestehenden Spannungen auf den Rohstoffmärkten zusätzlich verschärft und die Energiepreise stiegen massiv an. Die Ungewissheit bezüglich der Energieversorgung sorgte für anhaltenden Druck auf die Unternehmen und führte zu einer schwächeren Verbrauchernachfrage. Um die hohe Inflation zu bekämpfen, hat die Europäische Zentralbank den Leitzins deutlich angehoben. Die Wirtschaft der USA wuchs im Jahr 2022 laut IWF um nur 2,0 % gegenüber dem Vorjahr. Im Berichtszeitraum wirkte sich u. a. das inflationsbedingt sinkende verfügbare reale Einkommen erheblich auf die Konsumausgaben der privaten Haushalte aus. Zudem sorgten höhere Zinssätze als Folge des entschlossenen geldpolitischen Kurswechsels der US-amerikanischen Notenbank für eine Abschwächung der inländischen Nachfrage. Insbesondere der private Wohnungsmarkt kühlte sich deutlich ab. Weiterhin war die US-Wirtschaft von einem nach wie vor angespannten Arbeitsmarkt mit historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen gekennzeichnet. In China konnte die Wirtschaft laut Schätzungen des IWF im Berichtszeitraum um 3,0 % wachsen. Dies stellt das niedrigste Wachstum seit mehr als vier Jahrzehnten dar, mit Ausnahme des von der COVID-19-Pandemie beeinflussten Jahres 2020. Anhaltende Pandemieausbrüche, die strikte Lockdowns in zahlreichen Metropolen und Provinzen zur Folge hatten, und eine sich zuspitzende chinesische Immobilienkrise haben die Wirtschaftstätigkeit des Landes deutlich beeinträchtigt. Um dem entgegenzusteuern und angesichts relativ moderater Inflationsraten beschloss die Chinesische Zentralbank im August den Leitzins zu senken.
Quelle: Internationaler Währungsfonds, Bloomberg, teilweise vorläufige Schätzungen. Branchenspezifische SituationIm Jahr 2022 ist die globale Rohstahlproduktion nach Angaben des Weltstahlverbands (World Steel Association) im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % auf 1.832 Mio. Tonnen gesunken. Das Produktionsvolumen in der Europäischen Union sank um rund 10,5 %, in den USA um rund 5,9 % und in China um rund 2,1 %. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen Folgen, wie Sanktionen und verschlechterte Produktionsbedingungen durch höhere Energie- und Rohstoffpreise sowie anhaltende Unterbrechungen der Lieferketten, hatten Einfluss auf den globalen Stahlmarkt. Russland und die Ukraine hatten vor dem Konflikt zusammen einen Anteil von rund 5 % an der weltweiten Stahlproduktion und waren bedeutende Exporteure. Der Konflikt ließ die Stahlpreise temporär stark ansteigen, bevor ab dem zweiten Quartal schließlich eine deutliche Korrektur einsetzte. Stahlproduktion
Quelle: World Steel Association (Stand: Januar 2023), teilweise vorläufige Schätzungen. 2.2 BranchenumfeldKUNDENBRANCHEN DER KLÖCKNER & CO SE NACH UMSATZIm Geschäftsjahr 2022 war die Bauindustrie mit einem Anteil von 31 % die umsatzstärkste Kundenbranche von Klöckner & Co, gefolgt von der Fertigung und dem Maschinen- und Anlagenbau mit einem Umsatzanteil von 24 %. Drittgrößte Kundenbranche war die Automobilindustrie als Teil der Transportindustrie, die insgesamt 13 % Anteil am Umsatz hatte.
2.3 Entwicklung KernabnehmerbranchenBauindustrieNach Schätzungen von Oxford Economics wuchs die Bauindustrie in der Eurozone im Jahr 2022 um rund 2 %, wobei der gewerbliche Bausektor einen stärkeren Zuwachs verbuchen konnte. Im Jahresverlauf wurde die europäische Bauindustrie von den Preissteigerungen und dem sich verschlechternden makroökonomischen Umfeld beeinträchtigt. Da die Inflation das verfügbare Realeinkommen der Verbraucher verringerte und sich die Straffung der Geldpolitik in höheren Hypothekenzinsen niederschlug, sank die Nachfrage nach Wohnimmobilien. Zeitgleich stiegen die Kosten für Baumaterialien und Löhne. In den USA schrumpfte die Bauindustrie mit rund 11 % gegenüber dem Vorjahr deutlich, wobei der private Wohnungsbau weniger stark schrumpfte. Steigende Rohstoff-, Energie- und Materialpreise sowie höhere Bauzinsen setzten der US-amerikanischen Bauindustrie erheblich zu. Maschinen- und AnlagenbauDer Maschinen- und Anlagenbau wuchs im Berichtszeitraum nach Schätzungen von Oxford Economics in der Eurozone und den USA um rund 3 %. Insbesondere die Auswirkungen der angespannten Energiemärkte als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und die gestiegenen Finanzierungskosten sowie eine damit verbundene gesunkene Investitionsbereitschaft der Unternehmen wirkten sich dämpfend auf den europäischen Sektor aus. In den USA wurde der Maschinen- und Anlagenbau negativ von stark gestiegenen Finanzierungskosten beeinflusst, konnte jedoch insgesamt von einer Entspannung der globalen Lieferketten sowie vollen Auftragsbüchern profitieren. AutomobilindustrieDie Entwicklung des globalen Automobilmarkts war im Berichtszeitraum von kriegsbedingten Unterbrechungen in den Lieferketten, steigenden Inflationsraten und von einem weiter anhaltenden, im Jahresverlauf jedoch deutlich abnehmenden Halbleitermangel geprägt. Der Automobilabsatz in Europa ging im Jahr 2022 laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) leicht um rund 4 % zurück und lag somit weiterhin unter dem Niveau von vor der Pandemie. Die Verkäufe auf dem US-amerikanischen Markt hingegen lagen mit rund 8 % deutlich unter Vorjahresniveau. In China konnte der Automobilabsatz gegenüber dem Vorjahr um ca. 10 % deutlich gesteigert werden. 2.4 Vergleich des tatsächlichen mit dem im Vorjahr prognostizierten Geschäftsverlauf des KonzernsDie im Geschäftsbericht 2021 dargestellte Prognose für den Berichtszeitraum 2022 basierte auf der Annahme einer deutlichen Nachfragebelebung. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte im Geschäftsjahr 2022 erhebliche Auswirkungen auf die weltwirtschaftliche Entwicklung sowie den internationalen Stahlmarkt und ließ die Stahl- und Metallpreise stark ansteigen. Diese korrigierten sich im Laufe des Berichtszeitraums deutlich. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und dessen Auswirkungen war die globale Wirtschaftsleistung im weiteren Jahresverlauf von einem sich deutlich verschlechternden makroökonomischen Umfeld geprägt. Der erneut auftretenden Materialknappheit im Stahlsektor zu Jahresbeginn begegneten wir zunächst mit einer entschlossen verfolgten Margin over Volume-Strategie. In Verbindung mit dem sich im Jahresverlauf signifikant verschlechternden gesamtwirtschaftlichen Umfeld wurde die Stahlnachfrage deutlich gebremst, worauf wir insbesondere in der zweiten Hälfte des Berichtszeitraums mit einer aktiven Reduktion unserer Bestände reagierten. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der Absatz entgegen der prognostizierten deutlichen Steigerung auf Konzernebene im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. In den Segmenten Kloeckner Metals US und Kloeckner Metals Non-EU zeigte sich ein deutlicher Rückgang des Absatzes. In dem Segment Kloeckner Metals EU hingegen konnte der Absatz leicht gesteigert werden und von einer sich fortsetzenden graduellen Entspannung des Halbleitermangels, insbesondere in der Automobilindustrie, profitieren. Der Umsatz stieg auf Konzern- sowie Segmentebene gemäß unseren Erwartungen deutlich an und lag getrieben durch ein durchschnittlich höheres Preisniveau bei 9,4 Mrd. € nach 7,4 Mrd. € im Vorjahr. Für das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten auf Konzernebene prognostizierten wir für das abgelaufene Geschäftsjahr einen deutlichen Rückgang, nachdem im Geschäftsjahr 2021 mit 848 Mio. €, insbesondere preisgetrieben, ein außergewöhnlich hohes Ergebnis erreicht werden konnte. Im Berichtszeitraum konnte trotz des äußerst herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds auf Konzernebene ein ausgesprochen starkes EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten in Höhe von 417 Mio. € erreicht werden, was einem deutlichen Rückgang im Vorjahresvergleich entsprach. Weiterhin rechneten wir für das Geschäftsjahr 2022 mit einem sehr deutlich ansteigenden und signifikant positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit nach -306 Mio. € im Vorjahr. Durch unser konsequentes Net Working Capital-Management und unsere aktiv forcierte Bestandsreduktion im Laufe des zweiten Halbjahres konnte, wie erwartet, ein außergewöhnlich positiver Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 405 Mio. € erreicht werden.
"Konstant" entspricht einer Veränderung von 0-1 %, "leicht" von > 1-5 % und "deutlich" von > 5 %. 2.5 Ertrags-, Finanz- und VermögenslageAuswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die UkraineIm Geschäftsjahr 2022 war die Geschäftsentwicklung des Konzerns wesentlich beeinflusst durch die makroökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Konflikt sorgte für temporäre Lieferengpässe auf dem Stahlmarkt und ließ die globalen Stahl- und Metallpreise kurzfristig stark ansteigen. Die Preise korrigierten sich jedoch im Laufe des Berichtszeitraums deutlich. Weiterhin verschärfte der Konflikt bestehende Spannungen auf dem Rohstoffmarkt und hatte stark steigende Energie- und Rohstoffpreise im Berichtszeitraum zur Folge. Dies belastete das makroökonomische Umfeld und insbesondere energieintensive Industrien. Weiterhin befeuerten die gestiegenen Preise die Inflation, was Zentralbanken dazu veranlasste, die Leitzinsen deutlich zu erhöhen und die Geldpolitik zu straffen. Trotz der Herausforderungen im Berichtszeitraum konnte das Unternehmen durch ein konsequentes Net Working Capital-Management, eine Margin over Volume-Strategie zu Jahresbeginn und eine aktiv forcierte Reduktion der Bestände im zweiten Halbjahr ein starkes operatives Ergebnis erzielen. BEDEUTSAMSTE STEUERUNGSKENNZAHLEN GEMÄSS DRS 20Die bedeutsamsten Kennzahlen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Geschäftsjahres 2022 stellen sich - wie im Steuerungssystem auf Seite 37 beschrieben - wie folgt dar. Wir weisen darauf hin, dass der Konzernabschluss in Euro aufgestellt wird. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.
ÜBRIGE WESENTLICHE KENNZAHLEN
*) OPEX = aktivierte Eigenleistungen zzgl.
sonstiger betrieblicher Erträge ./. Personalaufwand
./. sonstiger betrieblicher Aufwendungen.
Absatz und UmsatzIm Geschäftsjahr 2022 wurde ein Absatz von 4,7 Mio. Tonnen nach 4,9 Mio. Tonnen im Vorjahreszeitraum erzielt. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres haben wir infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie der strikten Zero-COVID-Strategie in China und der damit einhergehenden Angebotsverknappung bei hohen Stahlpreisen eine konsequente Margin over Volume-Strategie verfolgt. Im Verlauf des zweiten Halbjahres führte das allgemein verschlechterte makroökonomische Umfeld infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu einer generellen Nachfragereduktion bei Stahlerzeugnissen. Insgesamt betrug der Absatzrückgang des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr 4,1 %. Die Umsatzerlöse stiegen preisbedingt von 7,4 Mrd. € auf 9,4 Mrd. € und lagen mit 26 % deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Nachdem die Stahlpreise zum Jahresbeginn angestiegen waren, korrigierten sie sich im weiteren Jahresverlauf deutlich. Insgesamt lag das durchschnittliche Preisniveau des Geschäftsjahres in allen operativen Segmenten deutlich über dem des Vorjahreszeitraums. Währungsbereinigt lag der Umsatzanstieg des Gesamtkonzerns bei 18,2 %. UMSATZ NACH SEGMENTEN
PREISBEDINGTE UMSATZSTEIGERUNG BEI LEICHT RÜCKLÄUFIGER ABSATZMENGEDer von deutlichen Lieferengpässen gekennzeichnete europäische Stahlmarkt und die daraus resultierend gestiegenen Durchschnittspreise im Gesamtjahreszeitraum führten im Segment Kloeckner Metals EU trotz der deutlichen Preiskorrektur im Laufe des zweiten Halbjahres 2022 zu einer sehr deutlichen Umsatzsteigerung von 28,8 % (währungsbereinigt). Auch im Segment Kloeckner Metals US und Kloeckner Metals Non-EU führte die hohe Preisdynamik zu Beginn des Jahres, trotz der im weiteren Jahresverlauf rückläufigen Preise, zu einer insgesamt signifikanten Umsatzsteigerung im Gesamtgeschäftsjahr auf 4,4 Mrd. € (währungsbereinigter Anstieg von 12,2 % bzw. 0,4 Mrd. €) und auf 1,6 Mrd. € (währungsbereinigter Anstieg um 13,4 % bzw. 0,2 Mrd. €). ROHERTRAGSMARGE AUFGRUND ÜBERPROPORTIONAL GESTIEGENER BESTANDSPREISE UNTER VORJAHRDer Rohertrag lag mit 1.563 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (2021: 1.893 Mio. €). Diese Entwicklung ist auf überproportional gestiegene Bestandspreise zurückzuführen. In diesem Marktumfeld verringerte sich die Rohertragsmarge im Jahr 2022 um knapp neun Prozentpunkte auf 16,7 % (2021: 25,4 %). OPEXDie übrigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (OPEX) entwickelten sich wie folgt:
Die Vergleichbarkeit der OPEX zum Vorjahr ist aufgrund von Sondereffekten eingeschränkt. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 80 Mio. € um 28 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen mit 63 Mio. € auf höhere Erträge aus nicht wiederkehrenden Erträgen aus der Veräußerung mehrerer Immobilien zurückzuführen. Diese nicht wiederkehrenden Erträge waren im Geschäftsjahr 2022 um 36 Mio. € höher als im vorherigen Geschäftsjahr, was im Wesentlichen die Differenz zum Vorjahr erklärt. Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2022 618 Mio. € nach 598 Mio. € im Vorjahr. Währungsbereinigt zeigt sich eine Reduktion um 2,7 % auf 582 Mio. €, die im Wesentlichen auf Einsparungseffekte in den ergebnisabhängigen Gehaltsbestandteilen zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von 470 Mio. € auf 544 Mio. €. Währungsbereinigt beträgt die Erhöhung 9,7 % von 470 Mio. € auf 516 Mio. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf höhere Kosten für Transport und Verpackungen sowie auf gestiegene Preise bei Betriebsstoffen und Werkzeugen zurückzuführen. Insgesamt lag das EBITDA in Höhe von 481 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 879 Mio. €. ROHERTRAG UND BEREINIGTES EBITDA NACH SEGMENTEN
Das bereinigte EBITDA kann wie folgt auf das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten übergeleitet werden:
Der Rohertrag im Segment Kloeckner Metals US lag mit 662 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 847 Mio. €. Ursache hierfür ist die sich im zweiten Halbjahr 2022 korrigierende Erlöspreisentwicklung auf der Basis überproportional steigender Bestandspreise. Trotz einer konsequent verfolgten Margin over Volume-Strategie zu Beginn des Geschäftsjahres sank das operative Ergebnis vor allem auch aufgrund gestiegener Transport- und Logistikkosten im Vergleich zum Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2022 konnten ein EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten von 194 Mio. € und eine EBITDA-Marge von 4,4 % erzielt werden, die deutlich unter dem Vorjahreswert von 456 Mio. € bzw. einer EBITDA-Marge von 13,0 % liegen. Währungsbereinigt ergibt sich ein Rohertrag von 589 Mio. € und ein EBITDA von 172 Mio. €. Im Segment Kloeckner Metals EU ist der Rohertrag nach 652 Mio. € im Vorjahr auf 508 Mio. € gesunken. In diesem Segment konnten wir im ersten Halbjahr 2022 von überproportional steigenden Preisen in Verbindung mit einem disziplinierten Net Working Capital-Management profitieren. Infolge der Preiskorrektur im Verlauf des zweiten Halbjahres war der Rohertrag dieses Segments durch überproportional steigende Bestandspreise und Bestandsabschreibungen besonders belastet. Trotz Einsparungen in den ergebnisabhängigen Gehaltsbestandteilen führten vor allem die gestiegenen Kosten für Transport und Verpackungen sowie für Betriebsstoffe und Werkzeuge zu einer OPEX-Steigerung von insgesamt 23,3 Mio. €. Das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten belief sich auf 136 Mio. € nach 294 Mio. € im Vorjahr. Die EBITDA-Marge betrug 4,1 % nach 11,4 % im Vorjahr. Der Rohertrag für das Segment Kloeckner Metals Non-EU lag mit 393 Mio. € auf Vorjahresniveau. Trotz der makroökonomischen Herausforderungen lag die Rohertragsmarge mit 24,3 % nur leicht unter dem Vorjahreswert (2021: 29,2 %). Die OPEX-Aufwendungen sind in diesem Segment im Verhältnis zum Vorjahr durch inflationsbedingt gestiegene Personalaufwendungen und höhere Transport-, Verpackungs- und Betriebskosten jedoch im Vergleich zu den übrigen Segmenten moderat angestiegen, so dass auch das EBITDA mit 83 Mio. € in diesem Segment unter dem Wert des Vorjahres von 107 Mio. € lag. Infolgedessen betrug die EBITDA-Marge 5,1 % nach 7,9 % im Vorjahr. Das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten der Holding und der anderen Konzerngesellschaften lag bei 4 Mio. € (2021: - 8 Mio. €). ÜBERLEITUNG ZUM KONZERNERGEBNIS
Die Abschreibungen lagen mit 133 Mio. € über dem Wert des Vorjahres von 124 Mio. €, was im Wesentlichen auf in der Vergangenheit gestiegene Investitionen in allen operativen Segmenten zurückzuführen ist. Das EBIT lag bei 348 Mio. € nach 754 Mio. € im Vorjahr. Das Finanzergebnis liegt mit - 34 Mio. € deutlich unterhalb des Ergebnisses des Vorjahres (2021: - 17 Mio. €). Dies ist primär durch die im Jahresverlauf durchschnittlich höhere Verschuldung sowie den Anstieg des Zinsniveaus zum Jahresende bedingt. Darüber hinaus war im Finanzergebnis des Vorjahres ein außerordentlicher einmaliger Zinsertrag in Höhe von 8 Mio. € durch die Neubewertung der Fremdkapitalkomponente aus der Wandelanleihe 2016 enthalten. Das EBT belief sich auf 319 Mio. € nach 748 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Für 2022 ergab sich ein Steueraufwand von 60 Mio. € (2021: 119 Mio. €). Der kombinierte Steuersatz von 31,8 % blieb zum Vorjahr unverändert, während sich der effektive Steuersatz auf 18,7 % belief (2021: 15,9 %). Der Unterschied des kombinierten zum effektiven Steuersatz ist zum einen durch Steuersatzdifferenzen in verschiedenen Ländern sowie zum anderen durch die Nutzung von Verlustvorträgen im Vorjahr, auf die keine latenten Steuern aktiviert waren, begründet. Insgesamt konnte im Geschäftsjahr 2022 ein positives Konzernergebnis von 259 Mio. € nach 629 Mio. € im Vorjahr erzielt werden. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 2,54 € nach 6,21 € im Vorjahr. Finanzlage, Finanzierung, LiquiditätFinanzierung und FinanzmanagementDie Finanzierung des Konzerns wird zentral über die Klöckner & Co SE gesteuert. Die Liquidität der Konzernunternehmen stellen wir im Rahmen des konzerninternen Liquiditätsausgleichs durch zentrale sowie bilaterale Kreditfazilitäten sicher. Dabei wird in der Eurozone ein länderübergreifendes Cash-Pooling-System eingesetzt. Die zentrale Finanzierung stärkt unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Kapitalgebern und erleichtert die Umsetzung einer einheitlichen Finanzpolitik einschließlich der Begrenzung von Finanzierungsrisiken. Den durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bedingten Herausforderungen im Finanzierungsumfeld konnten wir durch die Diversifizierung unserer Finanzierungsinstrumente sehr gut begegnen. Wir verfügen über einen großen finanziellen Spielraum, den wir aufgrund unseres Geschäftsmodells vorhalten. Mit einem Portfolio von insgesamt rund 1,5 Mrd. € (exkl. Leasing) sind wir sehr solide aufgestellt, was auch die Vertragsbedingungen und Financial Covenants einschließt. Die Konzernfinanzierung erfolgt weiterhin durch den Einsatz eines Portfolios verschiedener Finanzierungsinstrumente, bestehend aus einer Wandelschuldverschreibung, einem ABS-Programm, einem Syndizierten Kredit, einer Asset-Based-Lending-Fazilität (ABL) und bilateralen Kreditvereinbarungen. Syndizierter KreditEin zentraler Bestandteil unserer Konzernfinanzierung ist der Syndizierte Kredit ("Revolving Credit Facility") mit einem Kreditvolumen von 250 Mio. € zum Bilanzstichtag. Im Dezember 2021 wurde im Rahmen einer Vertragsanpassung das Volumen des Syndizierten Kredits in Höhe von 300 Mio. € auf 250 Mio. € reduziert und das Instrument zu verbesserten Konditionen bis Januar 2025 prolongiert. Damit verbesserte Klöckner & Co das Fälligkeitenprofil der Konzernfinanzierung. Die Fazilität wird von einem Konsortium von acht Banken bereitgestellt. Die vereinbarten Finanzkennzahlen der Kreditbedingungen ("Financial Covenants") sehen unverändert vor, dass der Verschuldungsgrad ("Gearing"), der Quotient aus Netto-Finanzverbindlichkeiten und dem bilanziellen Eigenkapital abzüglich des Anteils von Minderheitsaktionärinnen und -aktionären und des Goodwills aus Unternehmenserwerben nach dem 23. Mai 2019, einen Wert von 165 % nicht überschreiten darf. Das so angepasste bilanzielle Eigenkapital darf 600 Mio. € nicht unterschreiten ("Minimum Equity"). Sollten die Financial Covenants nicht eingehalten werden, müssten die ausstehenden Beträge zurückgezahlt werden. Ziehungen wären dann wieder möglich, wenn die Kreditbedingungen erneut erfüllt werden. Die Financial Covenants wurden im Berichtsjahr eingehalten. ASSET-BACKED-SECURITIZATION-PROGRAMMESeit Juli 2005 betreibt der Klöckner & Co-Konzern ein europäisches ABS-Programm. Das Programmvolumen wurde im April 2022 von 220 Mio. € auf 300 Mio. € aufgestockt. Im Dezember 2022 hat Klöckner & Co eine vorzeitige Erneuerung des Programms zu unveränderten Konditionen unter Beibehaltung des Volumens von 300 Mio. € umgesetzt. Die Laufzeitverlängerung wurde im Januar 2023 wirksam und beträgt drei Jahre bis Januar 2026. Die vereinbarten Financial Covenants sind ebenfalls bilanzorientiert und entsprechen denen des Syndizierten Kredits. Das Programm wurde zum Stichtag mit insgesamt 159 Mio. € in Anspruch genommen. Die Financial Covenants wurden im Berichtsjahr eingehalten. WandelanleiheIm September 2016 hat Klöckner & Co eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 148 Mio. € bei institutionellen Investoren platziert. Der Kupon der Schuldverschreibungen wurde auf 2,00 % p. a. fixiert und die Wandlungsprämie auf 27,5 % über dem Referenzpreis bei Emission festgesetzt, was einem anfänglichen Wandlungspreis von 14,82 € entsprach. Der Wandlungspreis wurde zuletzt im Zusammenhang mit der Dividendenzahlung im Juni 2022 auf 12,1837 € angepasst. Die Laufzeit der Schuldverschreibungen beträgt sieben Jahre. Die Anleihebedingungen beinhalteten ein einmaliges Inhaberkündigungsrecht ("Investor-Put-Option") nach Ablauf von fünf Jahren zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen, wovon jedoch kein Inhaber der Wandelanleihe Gebrauch machte. Seitens der Emittentin konnte die Anleihe während der ersten fünf Jahre nicht vorzeitig gekündigt werden. Danach besteht die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung, sofern der Börsenkurs der Klöckner & Co-Aktie (über gewisse Perioden hinweg) 130 % des Wandlungspreises übersteigt. Im Juli 2022 hat Klöckner & Co einen Teil der Wandelschuldverschreibung mit einem Nominalvolumen in Höhe von 7,1 Mio. € zurückgekauft und anschließend eingezogen, wodurch sich das ausstehende Volumen auf 141 Mio. € reduziert hat. Aufgrund der Fälligkeit im September 2023 wurde die Wandelanleihe von den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. ASSET-BASED LENDING UND BILATERALE KREDITFAZILITÄTENDie Borrowing-Base-Fazilität (ABL) der Landesgesellschaft USA wurde ursprünglich im November 2020 vereinbart und im März 2022 von 330 Mio. USD (ca. 309 Mio. €) auf 450 Mio. USD (ca. 422 Mio. €) aufgestockt. Im Juli 2022 wurde die Fazilität vorzeitig zu verbesserten Konditionen und einer Laufzeit von fünf Jahren bis Juli 2027 erneuert. Im Zusammenhang mit der geplanten Akquisition von National Material of Mexico, S. de R.L. de C.V., Mexiko, wurde die Fazilität im Dezember 2022 unter Beibehaltung der Konditionen und Laufzeit von 450 Mio. USD (ca. 422 Mio. €) auf 650 Mio. USD (ca. 609 Mio. €) erhöht sowie der Bankenkreis von drei auf vier Banken erweitert. Die bilateralen Kreditfazilitäten in Höhe von rund 201 Mio. € wurden zum Jahresende 2022 (ohne Leasingverbindlichkeiten) mit 120 Mio. € in Anspruch genommen. Der Großteil unserer bilateralen Kreditlinien entfällt mit 160 Mio. CHF (ca. 162 Mio. €) auf die Landesgesellschaft Schweiz, die zum 31. Dezember 2022 mit 81 Mio. € in Anspruch genommen wurden. Die revolvierenden Kreditlinien mit drei Banken wurden zuletzt im Juli 2021 erneuert und von 130 Mio. CHF (ca. 132 Mio. €) um 30 Mio. CHF (ca. 30 Mio. €) aufgestockt. Daneben bestehen weitere bilaterale Kredite der Landesgesellschaften, die u. a. für die Finanzierung des Netto-Umlaufvermögens genutzt werden. LIQUIDITÄTSSTEUERUNG UND FINANZAUSGLEICHDer konzerninterne Finanzausgleich sowie die Liquiditätssteuerung im Konzern erfolgen durch ein länderübergreifendes Cash-Pooling-System. Ausgenommen sind unsere Landesgesellschaften in der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den USA, die über konzerninterne Darlehen oder eigene Kreditfazilitäten finanziert werden. Die Finanzierung unseres Konzerns einschließlich des erforderlichen Working Capitals für das laufende Geschäft der einzelnen Landesgesellschaften war im Jahr 2022 stets sichergestellt. FINANZIERUNGSSPIELRAUM UND NETTO-FINANZVERBINDLICHKEITENKlöckner & Co verfügt über Kreditlinien in Höhe von 1,5 Mrd. € ohne Leasingverbindlichkeiten. Wie nachfolgend dargestellt, wurden diese Instrumente zum 31. Dezember 2022 lediglich mit 0,6 Mrd. € in Anspruch genommen. FINANZIERUNGSVOLUMEN ZUM 31. DEZEMBER 2022(in Mio. €)
Die Finanzverbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen in Höhe von 165 Mio. € (2021: 156 Mio. €). KENNZAHLEN ZUR VERSCHULDUNGDie zur Konzernsteuerung eingesetzten Kennzahlen zur Verschuldung entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt: NETTO-FINANZVERBINDLICHKEITEN
Zum Ende des Geschäftsjahres lag das Gearing bei 30 % und damit deutlich unter dem für den Syndizierten Kredit sowie das europäische ABS-Programm maßgeblichen Höchstwert von 165 %. Der Leverage erhöhte sich leicht aufgrund des gesunkenen EBITDA von 0,9x auf 1,4x. Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für Klöckner & Co Zins-, Währungs-, Kredit- und Marktrisiken. Die Instrumente zur Sicherung und Steuerung dieser Risiken sowie deren mögliche Auswirkungen auf die Ertragslage sind im Konzernanhang im Rahmen der Erläuterungen zu den Finanzinstrumenten ausführlich beschrieben. Die Liquidität sichern wir sowohl durch ein stringentes Vorrats- und Debitorenmanagement als auch durch Einhaltung intern festgelegter Kennziffern. Den Umgang mit Risiken im Finanzbereich regelt eine konzernweite Finanzrichtlinie. Um Zins-, Währungs- und Marktrisiken abzusichern, werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese dienen ausschließlich dazu, Risiken im Zusammenhang mit Grundgeschäften abzusichern. Fremdwährungsrisiken in den Konzerngesellschaften werden regelmäßig zentral oder gegebenenfalls über dezentrale Devisenhandelslinien bei Banken mit einwandfreier Bonität abgesichert. Zinsänderungsrisiken überwachen und sichern wir, sofern vorhanden, ebenfalls zentral. ANALYSE DER KAPITALFLUSSRECHNUNGDie Kapitalflussrechnung spiegelt die Herkunft und die Verwendung der Geldströme im Geschäftsjahr wider. Eine detaillierte Darstellung der Kapitalflussrechnung als Bestandteil des Konzernabschlusses finden Sie auf Seite 198. Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelbestand stimmt mit den liquiden Mitteln in der Bilanz überein. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 haben wir durch konsequentes Net Working Capital-Management und eine aktiv forcierte Bestandsreduktion im zweiten Halbjahr einen deutlich positiven Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von 405 Mio. € erzielt (2021: - 306 Mio. €). Der Netto-Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Jahr 2022 34 Mio. € (2021: 60 Mio. €). Im abgelaufenen Jahr wurden Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 74 Mio. € erzielt (2021: 22 Mio. €). Die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich auf 81 Mio. € (2021: 85 Mio. €) und Auszahlungen aus der Akquisition in konsolidierte Tochterunternehmen und Finanzanlagen betrugen 28 Mio. € (2021: 8 Mio. €). Die Investitionen entfielen auf die Segmente wie folgt:
Der Free Cashflow war im Geschäftsjahr 2022 mit einem Betrag von 371 Mio. € deutlich positiv nach einem negativen Free Cashflow von 366 Mio. € im Vorjahr. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von - 249 Mio. € (2021: 249 Mio. €) enthält Mittelabflüsse aus den Dividendenzahlungen an Aktionäre der Klöckner & Co SE in Höhe von 100 Mio. € (2021: 0 Mio. €) und an nicht beherrschende Gesellschafter in Höhe von 10 Mio. € (2021: 2 Mio. €). Nach Tilgungszahlungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 43 Mio. € (2021: 47 Mio. €) erfolgten darüber hinaus Nettotilgungen der Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 91 Mio. € (2021: Nettoaufnahme 309 Mio. €). Ebenfalls im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit sind Auszahlungen aus der Prolongation bzw. dem Settlement von Währungssicherungsinstrumenten in Höhe von 6 Mio. € (2021: 11 Mio. €) im Rahmen der Konzernfinanzierung enthalten. VERMÖGENSLAGE, BILANZSTRUKTUR
*) Inkl. Vertragsvermögenswerte und
Bonusforderungen an Lieferanten.
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 betrug 3,9 Mrd. € und ist nahezu unverändert im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres (2021: 3,9 Mrd. €). Bei der Analyse ist zu beachten, dass die Veränderung der Bilanzposten Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung unserer ausländischen Tochtergesellschaften - vornehmlich unserer US-Aktivitäten - enthält. Bereinigt um diese Translationseffekte lag die Bilanzsumme um 3,5 % unter dem Vorjahreswert. Die langfristigen Vermögenswerte lagen mit 1.033 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (1.099 Mio. €). Während die Sachanlagen um 39 Mio. € anstiegen, lagen die immateriellen Vermögenswerte um 13 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Den Zugängen aus Investitionen in das Sachanlagevermögen (81 Mio. €) sowie den Zugängen aus dem Abschluss neuer Leasingverträge bzw. Verlängerungen bestehender Verträge (46 Mio. €) standen Abschreibungen von 107 Mio. € und Abgänge in Höhe von 3 Mio. € gegenüber. Der Wert der immateriellen Vermögenswerte hingegen reduzierte sich von 97 Mio. € auf 85 Mio. €, was in erster Linie durch planmäßige Abschreibungen bedingt ist. Der Rückgang der übrigen langfristigen Vermögenswerte (92 Mio. €) ist überwiegend auf den Rückgang des aktiven Überhangs des Planvermögens über die Pensionsverpflichtungen des Schweizer Pensionsplans zurückzuführen. Hierbei ist die Erfassung eines sich ergebenden Vermögenswerts der Höhe nach beschränkt auf den Barwert verfügbarer Rückerstattungen zuzüglich Verminderung zukünftiger Beitragszahlungen. Infolge der vorgenommenen Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen sowie aufgrund des deutlich verbesserten Marktumfelds waren die Buchwerte der meisten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag vollständig durch ihre Nutzungswerte gemäß IAS 36 gedeckt. In Frankreich und bei der Stahldistribution in den Niederlanden, Deutschland und Belgien sind jedoch die wirtschaftlichen Bedingungen weiterhin herausfordernd und somit die Buchwerte nicht durch ihre Nutzungswerte gemäß IAS 36 gedeckt (Vorjahr: Unterdeckung im Vereinigten Königreich sowie beim Stahldistributionsgeschäft in den Niederlanden). Detaillierte Informationen hierzu sind der Textziffer 16 (Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) im Anhang zu entnehmen. Das Net Working Capital entwickelte sich wie folgt: NET WORKING CAPITAL
*) Inkl. Vertragsvermögenswerte und
Bonusforderungen an Lieferanten.
Das Net Working Capital lag zum 31. Dezember 2022 bei 1.789 Mio. € nach 1.813 Mio. € im Vorjahr. Währungsbereinigt ergab sich eine Verminderung um 90 Mio. € bzw. 5 %. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Reduktion des mengenmäßigen Vorratsbestands durch eine aktiv forcierte Bestandsreduktion im zweiten Halbjahr zurückzuführen. Die liquiden Mittel lagen mit 179 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau von 58 Mio. €. Das Eigenkapital stieg von 1.827 Mio. € auf 1.968 Mio. €. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf das positive Konzernergebnis (259 Mio. €), die Umrechnung der Abschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften (59 Mio. €), die Dividendenauszahlung von 110 Mio. € sowie auf die Erfassung von versicherungsmathematischen Verlusten abzüglich darauf entfallende latente Steuern im sonstigen Ergebnis von 67 Mio. € zurückzuführen. Damit lag die Eigenkapitalquote mit 51 % (2021: 47 %) über dem Vorjahresniveau. Unter Einbeziehung langfristiger Fremdmittel betrug die Überdeckung des langfristigen Kapitals über die langfristig gebundenen Vermögenswerte 1.437 Mio. € nach 1.415 Mio. € im Jahr 2021. Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 759 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 817 Mio. € und entfallen mit 273 Mio. € auf bilaterale Fazilitäten, mit 159 Mio. € auf Ziehungen unter dem ABS-Programm, mit 139 Mio. € auf die Fremdkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibung und mit 24 Mio. € auf die syndizierte Kreditlinie. Der verbleibende Restbetrag in Höhe von 165 Mio. € betrifft Leasingverbindlichkeiten. Durch die Erhöhung der Zinssätze sind die Pensionsrückstellungen von 50 Mio. € im Vorjahr auf 38 Mio. € gesunken. BILANZSUMME 2022 3.859 (in Mio. €)
BILANZSUMME 2021: 3.878 (in Mio. €)
2.6 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageIm abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 war das operative Ergebnis (EBITDA) des Klöckner & Co-Konzerns trotz der makroökonomischen Herausforderungen ausgesprochen stark. Einhergehend mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine führte die geringe Materialverfügbarkeit auf dem Stahlmarkt zu einer erheblichen Preisdynamik mit einer zunächst äußerst positiven Erlöspreisentwicklung, die sich im Jahresverlauf wieder korrigierte. Bei zu Jahresbeginn überproportional steigenden Bestandspreisen verminderte sich die Absatzmenge zunächst durch diszipliniertes Bestandsmanagement bei entschlossen verfolgter Margin over Volume-Strategie. Infolge des verschlechterten makroökonomischen Umfelds im Verlauf des zweiten Geschäftshalbjahres führten Nachfragerückgänge und deutliche Preiskorrekturen sowie Bestandsabschreibungen insgesamt zu einer Verminderung des Rohertrags des Gesamtgeschäftsjahres 2022 im Vergleich zum Vorjahr. Trotz gestiegener Transport- und Logistikosten sowie der beschriebenen Herausforderungen konnte im Geschäftsjahr ein sehr positives Ergebnis erzielt werden. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit war im Geschäftsjahr im Wesentlichen durch das operative Ergebnis sowie die aktiv forcierte Bestandsreduktion im Rahmen eines konsequenten Net Working Capital-Management deutlich positiv. Unsere Finanzlage ist auch in Zeiten eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds weiterhin sehr stabil. Die Konzernfinanzierung basiert nach wie vor auf einem breit gestreuten Portfolio aus verschiedenen Finanzierungsinstrumenten. Durch vorzeitige Prolongationen der Finanzierungen konnten wir im Geschäftsjahr unseren großen Finanzierungsspielraum erhalten und sogar erweitern. Die Eigenkapitalquote ist mit rund 51 % zum Ende des Berichtszeitraums weiterhin sehr solide. 3. Einzelabschluss Klöckner & Co SE3.1 Erläuterungen zum Jahresabschluss der Klöckner & Co SEDie Klöckner & Co SE nimmt als Holding des Klöckner & Co-Konzerns die operative Führung des Konzerns wahr und koordiniert die zentrale Finanzierung des Konzerns. Wir weisen darauf hin, dass der Abschluss in Euro aufgestellt wird. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben. BILANZ DER KLÖCKNER & CO SE (KURZFASSUNG)
Der Jahresabschluss der Klöckner & Co SE ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des AktG aufgestellt. Die Vermögenslage der Klöckner & Co SE ist gekennzeichnet durch den Holdingcharakter der Gesellschaft sowie durch ihre Tätigkeit als zentrale Finanzierungsgesellschaft des Konzerns. Die Chancen und Risiken der Klöckner & Co SE entsprechen denen des Konzerns (siehe auch Kapitel "Risiken und Chancen") und wirken sich im Wesentlichen in der Bilanzierung der Beteiligungsbuchwerte sowie auf das künftige Ausschüttungspotenzial aus. Das Anlagevermögen entfällt nahezu ausschließlich auf Finanzanlagen. Dabei handelt es sich überwiegend um die Beteiligungen an den Führungsgesellschaften der nationalen und internationalen Landesgesellschaften und an einzelnen operativen Landesgesellschaften des Konzerns. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten mit 57 Mio. € (2021: 158 Mio. €) Forderungen aus Ergebnisabführungen. Der Rückgang des Überhangs aus den Pensionsverpflichtungen ist auf die Auszahlung von Pensionen aus dem Planvermögen, Bewertungseffekte des Planvermögens und einen Anstieg der Pensionsverpflichtungen aufgrund der inflationsbedingten Anhebung des Rententrends zurückzuführen, die nicht durch den Abzinsungseffekt aus dem höheren Zinssatz kompensiert werden konnten. Zum Stichtag ergab sich nach Saldierung der Planvermögen der Ausweis einer Pensionsrückstellung von 1 Mio. €. Zum 31. Dezember 2022 lag die Eigenkapitalquote der Klöckner & Co SE bei 84 % (2021: 82 %). GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER KLÖCKNER & CO SE (KURZFASSUNG)
Der Anstieg der Umsatzerlöse für 2022 betrifft überlassene Nutzungsrechte. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge ist überwiegend bedingt durch geringere Wertaufholungen. Im Vorjahr erfolgte eine Wertaufholung der in der Vergangenheit erfassten außerplanmäßigen Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts der Kloeckner Metals France Holding S.A.S., Aubervilliers, Frankreich, in Höhe von 32 Mio. €. Der Personalaufwand ist mit 30 Mio. € leicht gesunken (2021: 33 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 22 Mio. € im Wesentlichen aufgrund höherer Beratungsaufwendungen deutlich gestiegen (2021: 17 Mio. €). Im Berichtsjahr erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen auf den Beteiligungsbuchwert der XOM Materials GmbH, Berlin, in Höhe von 4 Mio. € (2021: 35 Mio. €), der Kloeckner Metals Belgium N.V., Harelbeke, Belgien, in Höhe von 8 Mio. €, der Kloeckner Metals Brasil Ltda., São Paulo, Brasilien, in Höhe von 2 Mio. € und der Kloeckner Metals France Holding S.A.S., Aubervilliers, Frankreich, in Höhe von 1 Mio. €. Das Beteiligungsergebnis der Klöckner & Co SE stammt aus Ausschüttungen und Ergebnisübernahmen von Tochterunternehmen. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betrafen die Becker Stahl-Service GmbH, Duisburg, die kloeckner.v GmbH, Berlin, sowie die Kloeckner Metals Germany GmbH, Duisburg. Die Erträge aus Dividenden betrafen die Debrunner Koenig AG, St. Gallen, Schweiz und die Kloeckner Metals Belgium, Harelbeke, Belgien. Im Geschäftsjahr wurden außerdem Verluste der Klöckner & Co Center of Excellence GmbH, Duisburg, und der kloeckner.i GmbH, Berlin, übernommen. Die Ertragsentwicklung der Klöckner & Co SE ist durch ihre Holdingfunktion maßgeblich von der Entwicklung und dem Ausschüttungsverhalten der Beteiligungen beeinflusst. Infolge der durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verschlechterten makroökonomischen Rahmenbedingungen lagen die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen zuzüglich sonstiger Beteiligungserträge mit 108 Mio. € deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus von 234 Mio. €, übertrafen jedoch die Planung des Vorjahres. Insgesamt wurde im Jahr 2022 ein Jahresüberschuss in Höhe von 73 Mio. € verzeichnet (2021: 188 Mio. €). Aufgrund des Ausschüttungspotenzials thesaurierter Gewinne in Tochtergesellschaften sowie geschlossener Ergebnisabführungsverträge erwarten wir für 2023 einen positiven Jahresüberschuss im niedrigen dreistelligen Mio.-€-Bereich zu erzielen. Infolge des deutlich positiven Konzernergebnisses 2022 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie auszuschütten. Den vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen vollständigen Jahresabschluss macht die Klöckner & Co SE über das Unternehmensregister bekannt. Interessenten können den Jahresabschluss am Sitz der Gesellschaft anfordern oder im Internet unter https://www.kloeckner.com abrufen. 4. Sonstige Angaben4.1 AbhängigkeitsberichtSchlusserklärung zum Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktGDie Klöckner & Co SE war im Geschäftsjahr 2022 ein von der SWOCTEM GmbH, Haiger, abhängiges Unternehmen im Sinne des § 312 AktG. Der Vorstand der Klöckner & Co SE hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält: "Wir erklären, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist." 4.2 Übernahmerechtliche AngabenBericht gemäß § 289 a, § 315 a HGB i. V. m. § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG und Art. 9 Abs. 1 lit. c) ii) SE-VerordnungZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALSDas gezeichnete Kapital der Klöckner & Co SE belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 249.375.000 €. Es war eingeteilt in 99.750.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie hat eine Stimme. STIMMRECHTS- UND ÜBERTRAGUNGSBESCHRÄNKUNGENBeschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen - auch durch Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern -, sind dem Vorstand der Gesellschaft nicht bekannt. Allerdings unterliegen die Vorstandsmitglieder einer Sperrfrist zur Veräußerung ihrer Eigeninvestment-Aktien. BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENDirekte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Klöckner & Co SE, die am 31. Dezember 2022 10 % der Stimmrechte überschritten, wurden der Gesellschaft nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) wie folgt gemeldet: SWOCTEM GmbH (Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh), Haiger, 25,25 % am 2. Februar 2016. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHENAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. STIMMRECHTSAUSÜBUNG BEI ARBEITNEHMERBETEILIGUNG AM KAPITALAktien, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klöckner & Co-Konzerns gehalten werden, unterliegen keinen Stimmrechtskontrollregelungen. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND SATZUNGSBESTIMMUNGEN ÜBER DIE ERNENNUNG UND DIE ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN UND ÜBER SATZUNGSÄNDERUNGENDer Vorstand der Klöckner & Co SE besteht aus einem oder mehreren Mitgliedern, die grundsätzlich vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden (Art. 9 Abs. 1 lit. c), Art. 39 Abs. 2 und Art. 46 SE-Verordnung; § 84 AktG; § 6 der Satzung sowie § 85 AktG für die gerichtliche Bestellung). Satzungsändernde Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen gemäß Art. 59 Abs. 1 SE-Verordnung grundsätzlich der Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, sofern das deutsche Aktiengesetz keine größere Mehrheit vorsieht oder zulässt. Gemäß Art. 59 Abs. 2 SE-Verordnung, § 51 Satz 1 SEAG i.V.m. § 19 Abs. 2 Satz 2 der Satzung der Klöckner & Co SE genügt jedoch für satzungsändernde Beschlüsse die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen, wenn mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist. Ausgenommen hiervon sind gemäß § 51 Satz 2 SEAG Änderungen des Unternehmensgegenstands der Gesellschaft, Beschlüsse über die grenzüberschreitende Sitzverlegung der Gesellschaft sowie Fälle, für die eine höhere Kapitalmehrheit gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist. Bei den Beschlussgegenständen, für die das für deutsche Aktiengesellschaften geltende Recht zwingend eine Kapitalmehrheit von drei Vierteln vorsieht, ist in der Klöckner & Co SE daher eine Mehrheit von mindestens drei Vierteln des vertretenen Grundkapitals erforderlich. § 21 der Satzung der Gesellschaft ermächtigt den Aufsichtsrat, bestimmte formale Änderungen der Satzung bei Bedarf selbst vorzunehmen. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCkZUKAUFENDer Vorstand der Klöckner & Co SE hat die folgenden Befugnisse zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien: Er ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 31. Mai 2027 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 49.875.500 € gegen Bar- oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 19.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zu erhöhen. Näheres regelt § 4 Abs. 3 der Satzung (Genehmigtes Kapital 2022). Er ist ermächtigt, bis zum 31. Mai 2027 einmalig oder mehrmals mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber oder Namen lautende Options- oder Wandelschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente zu gewähren und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 9.975.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu 24.937.500 € zu gewähren. Insofern besteht eine Ermächtigung zur bedingten Kapitalerhöhung um bis zu 24.937.500 € (Bedingtes Kapital 2022), die durchgeführt wird, soweit aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder deren Tochtergesellschaften aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 1. Juni 2022 ausgegeben werden, Options- oder Wandlungsrechte ausgeübt werden und/oder Wandlungen aufgrund von Wandlungspflichten erfolgen, sowie für den Fall einer Anpassung des Wandlungsverhältnisses in Bezug auf die Wandelanleihe 2016. Näheres regelt § 4 Abs. 7 der Satzung. Zudem besteht eine weitere Ermächtigung zur bedingten Kapitalerhöhung um bis zu 24.932.500 € durch Ausgabe von bis zu 9.973.000 auf den Namen lautenden Stückaktien (Bedingtes Kapital 2013), die jedoch nur durchgeführt wird, soweit sie zur Erfüllung von Wandlungsrechten der Inhaber von Wandelschuldverschreibungen dient, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 24. Mai 2013 unter Tagesordnungspunkt 6 von der Gesellschaft oder einem Konzernunternehmen begeben wurden (betrifft ausschließlich die Wandelanleihe 2016). Näheres regelt § 4 Abs. 6 der Satzung. Ferner ist der Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 1. Juni 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien im Volumen von bis zu 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 1. Juni 2022 oder - falls dieser Wert geringer ist - des im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Zusätzlich wurde der Vorstand ermächtigt, die eigenen Aktien auch unter Einsatz von Derivaten (Put-, Call-Optionen oder Terminkaufverträge) zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch die Gesellschaft oder durch Konzernunternehmen oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen ausgenutzt werden. Die Ermächtigung ist bis zum 31. Mai 2027 befristet. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS STEHENWenn eine Person oder im Sinne des § 2 Abs. 5 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) gemeinsam handelnde Personen direkt oder indirekt insgesamt mehr als 50 % der Stimmrechte der Gesellschaft erwerben, kann jeder einzelne Kreditgeber der syndizierten Revolving Credit Facility über derzeit insgesamt 250 Mio. € die Rückzahlung des von ihm gezeichneten Kreditbetrages verlangen. Auch das europäische ABS-Programm (derzeitiges Volumen: 300 Mio. €) sieht in diesem Fall ein Kündigungsrecht vor. Die Anleihebedingungen der Wandelanleihe 2016 gewähren im Falle eines Kontrollerwerbs den Anleihegläubigern unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, eine vorzeitige Rückzahlung des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener Zinsen zu verlangen. Ein Kontrollerwerb liegt gemäß Anleihebedingungen vor, wenn eine Person oder mehrere Personen, die abgestimmt handeln, mittelbar oder unmittelbar mehr als 50 % der Stimmrechte halten (nachfolgend Kontrollerwerb). Der jeweilige Anleihegläubiger ist außerdem im Falle eines Kontrollwechsels unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, sein Wandlungsrecht zu einem angepassten Wandlungspreis auszuüben. Gemäß den Anleihebedingungen der Wandelanleihe 2016 liegt ein Kontrollwechsel u. a. vor, wenn (i) der zuvor erwähnte Kontrollerwerb eintritt oder (ii) ein Pflichtangebot im Sinne des WpÜG veröffentlicht wird oder (iii) im Falle eines freiwilligen Übernahmeangebots im Sinne des WpÜG dem Bieter mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft zuzurechnen sind, sei es aufgrund von Halten oder Zurechnung von Stimmrechten und/oder bereits durch Annahme des Übernahmeangebots, wobei im Falle eines bedingten Übernahmeangebots ein Kontrollwechsel nur dann eintritt, wenn die Angebotsbedingungen eingetreten sind oder auf sie verzichtet wurde. Weitere Einzelheiten können den Anleihebedingungen der Wandelanleihe 2016 entnommen werden. Die Vereinbarung derartiger Kündigungsrechte ist vor allem bei der Einräumung und Gewährung längerfristiger Kredite marktüblich. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS MIT VORSTANDSMITGLIEDERN ODER ARBEITNEHMERINNEN UND ARBEITNEHMERN GETROFFEN SINDDie Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder der Gesellschaft enthalten keine Sonderkündigungsrechte für den Fall eines Übernahmeangebots oder eines Kontrollwechsels ("Change of Control"-Regelung). Virtuelle Aktienoptionen, die Führungskräften des Konzerns zugeteilt wurden, sehen eine Regelung vor, wonach sie im Falle eines Überschreitens der Kontrollgrenze von 30 % der Stimmrechte sofort ausübbar sind. 4.3 DividendenplanungDie Dividendenpolitik der Klöckner & Co SE sieht grundsätzlich eine Ausschüttung von 30 % des Konzernjahresüberschusses vor Sondereinflüssen vor. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, vom Bilanzgewinn der Klöckner & Co SE für das Geschäftsjahr 2022 einen Betrag von 39.900 T€ an die Aktionäre als Dividende auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 33.421 T€ in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der Dividendenvorschlag führt bei 99.750.000 dividendenberechtigten Stückaktien zu einer Ausschüttung von 0,40 € je Stückaktie. 5. Makroökonomische Perspektiven und wesentliche Chancen und Risiken5.1 Erwartungen WeltwirtschaftswachstumDer Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für das Jahr 2023 ein globales Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,9 %. Die Weltwirtschaft wird auch im Jahr 2023 weiterhin vor Herausforderungen stehen. So wird erwartet, dass die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die weltweiten Wirtschaftsaktivitäten weiterhin beeinträchtigten werden. Der Inflationsdruck dürfte anhalten, getrieben durch Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel, jedoch in deutlich geringerem Maße als im Vorjahr. Die rückläufigen real verfügbaren Einkommen in Kombination mit höheren Zinssätzen könnten die Verbrauchernachfrage nach wie vor bremsen. Die Normalisierung der Geld- und Fiskalpolitik zur Begrenzung der Inflation dürfte fortgesetzt werden, jedoch mit deutlich reduzierter Dynamik. Darüber hinaus ist die Entwicklung der bestehenden geopolitischen Krisenherde und Handelskonflikte ungewiss. Eine schnelle Normalisierung der globalen Lieferketten sowie deutlich sinkende Inflationsraten könnten sich indes stützend auf die Weltwirtschaft auswirken. Zusätzlich könnte die von der chinesischen Regierung initiierte Abkehr von der Zero-COVID-Strategie positive Impulse für die Weltwirtschaft setzen. Für die Eurozone rechnet der IWF für das laufende Jahr mit einer konstanten Entwicklung des BIP (+ 0,7 % gegenüber Vorjahr). Die Energiekrise in der Eurozone dürfte auch im Jahr 2023 weiter bestehen bleiben, da die geopolitische Neuausrichtung der Energieversorgung voraussichtlich nur langsam voranschreiten wird. Ein weiterer Anstieg der Gas- und Energiepreise und die Ungewissheit über die künftige Versorgung könnten sich negativ auf den Industriesektor bzw. die Industrieproduktion und insbesondere auf energieintensive Sektoren auswirken. Einige Branchen dürften hingegen von einem Rückgang der Lieferengpässe und großen Auftragsbeständen profitieren. Die Wirtschaft in den USA wird im Jahr 2023 gemäß Schätzungen des IWF voraussichtlich um 1,4 % wachsen. Vor dem Hintergrund einer hohen Inflation wird erwartet, dass sich insbesondere die Konsumgüternachfrage abschwächen wird. Weiterhin könnte die US-amerikanische Zentralbankpolitik angesichts hoher Inflationsraten Investitionen und Wachstum belasten. Des Weiteren wird erwartet, dass sich der angespannte US-Arbeitsmarkt abkühlt, was den anhaltenden Arbeitskräftemangel etwas mildern sollte. Für China prognostiziert der IWF im Jahr 2023 ein Wachstum von 5,2 %. Während sich die inländische Wirtschaft weiter erholen dürfte, könnte die Exportnachfrage aufgrund der schwachen globalen Konjunkturaussichten jedoch geringer ausfallen. Zudem könnte eine Verschärfung der Krise im chinesischen Immobiliensektor auf den Bankensektor übergreifen und das Wachstum des Landes stark beeinträchtigen. Die Unsicherheit im Immobiliensektor könnte sich auch auf den Privatkonsum und die Finanzen der Kommunen auswirken. Von einer weiteren Lockerung der Zero-COVID-Strategie könnte die chinesische Wirtschaft jedoch erheblich profitieren.
Quelle: IWF, Bloomberg. Erwartete Entwicklung der StahlbrancheFür das Jahr 2023 prognostiziert der Weltstahlverband (World Steel Association) einen Anstieg der globalen Stahlnachfrage gegenüber dem Vorjahr von ca. 1,0 % auf 1.814,7 Mio. Tonnen. In der Europäischen Union inkl. des Vereinigten Königreichs wird ein Rückgang von 1,3 %, in der nordamerikanischen Freihandelszone (USMCA) ein Wachstum von 1,8 % und in Süd- und Mittelamerika ein Wachstum von 3,8 % erwartet. Für China geht der Verband von einer Stagnation der Stahlnachfrage aus. 5.2 Erwartete Entwicklung der KernabnehmerbranchenBauindustrieIn der Eurozone wird die Bauindustrie im Jahr 2023 nach Schätzungen von Oxford Economics um rund 1 % schrumpfen. Höhere Energiepreise könnten den Preisdruck in den Lieferketten weiter verstärken und die Bauaktivität verringern. Zusätzlich dürften sich die gestiegenen Finanzierungskosten als Folge des geldpolitischen Wechsels der EZB negativ auswirken. Positive Effekte dürften hingegen die Mittel des Next Gen EU-Fonds sowie neue Infrastrukturprojekte haben. In den USA wird für das Jahr 2023 ein Rückgang der Bauindustrie von ca. 5 % erwartet. Steigende Zinsen, die die Finanzierungskosten von Bauprojekten erhöhen, der anhaltende Arbeitskräftemangel und wachsende Kosten für Rohstoffe und Baumaterialien dürften den Sektor belasten. Die beschlossenen Infrastrukturprogramme der US-Regierung könnten hingegen stützend auf die US-amerikanische Bauindustrie wirken. Maschinen- und AnlagenbauDer Maschinen- und Anlagenbau in der Eurozone wird im Jahr 2023 laut Schätzungen von Oxford Economics um rund 1 % schrumpfen. Die hohen Energiekosten und die angespannte Energieversorgung dürften sich weiter dämpfend auf den Sektor auswirken. Ein erwarteter Wiederanstieg der Automobilproduktion im nächsten Jahr könnte bestimmten Segmenten des Maschinen- und Anlagenbaus zugutekommen, insbesondere auch Industriezweigen, die im Zusammenhang mit der Elektromobilität stehen. Weiterhin dürfte der europäische Maschinen- und Anlagenbau von vollen Auftragsbüchern profitieren. In den USA wird für den Sektor im Jahr 2023 ein Rückgang von rund 5 % erwartet. AutomobilindustrieDie europäische Automobilindustrie wird im Jahr 2023 nach Schätzungen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) um rund 5 % wachsen. Engpasssituationen in den Lieferketten, insbesondere bei Halbleitern, dürften weniger häufig auftreten und die Umstellung auf Elektrofahrzeuge sollte sich weiter fortsetzen. In Deutschland erwartet der VDA ein Wachstum von 2 %. Weiterhin wird erwartet, dass sich die hohen Auftragsbestände positiv auf die Produktion auswirken werden. Der Verband rechnet mit einem deutlichen Wachstum der deutschen Automobilproduktion in Höhe von 6 %. Für den US-amerikanischen Automobilmarkt wird ein Wachstum von 4 % und für China ein Wachstum von 3 % prognostiziert. Der mexikanische Automobilmarkt, in dem wir unsere Präsenz mit der Akquisition von National Material of Mexico erheblich stärken wollen, wird laut Schätzungen von Oxford Economics um rund 5 % wachsen. 5.3 Risiken und ChancenDas globale Wachstum verlangsamte sich zuletzt im Jahr 2022 aufgrund des nachlassenden Wiedereröffnungsschubs nach der in weiten Teilen der Welt rückläufigen COVID-19-Pandemie. Für das Jahr 2023 wird erwartet, dass das Wachstum der Weltwirtschaft auf 2,9 % sinkt. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Die Inflation bewegt sich derzeit auf dem höchsten Niveau seit vielen Jahrzehnten, auch wenn der Höhepunkt überschritten scheint. Die Zentralbanken verfolgen den seit langem restriktivsten geldpolitischen Kurs mit deutlich steigenden Zinsen. Zugleich wird die Fiskalpolitik gestrafft. Zudem wird in Europa durch die andauernde Energiekrise zumindest temporär eine rückläufige Nachfrage erwartet. Unklar sind hierbei in erster Linie der genaue Zeitraum und die Intensität der Wachstumsschwäche. Vor allem in den USA hofft man aber darauf, dass möglicherweise eine Rezession vermieden werden kann, nicht zuletzt wegen relativ niedriger Energiepreise im Vergleich zu Europa. Eine entscheidende Frage ist, ob es gelingt, die Inflation dauerhaft auf ein für die Zentralbanken akzeptables Niveau zurückzubringen. Ein anderer entscheidender Punkt ist der weitere Verlauf des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Derzeit rechnen alle Seiten mit einer längerfristigen Fortsetzung und konstruktive zielführende Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland erscheinen aufgrund der Forderungen beider Seiten derzeit kaum realisierbar. In einer baldigen Verhandlungslösung liegt aber mittelfristig auch eine Chance. Ein weiterer geopolitischer Faktor ist die zunehmende Rivalität der beiden Großmächte USA und China. Zudem ist unklar, inwieweit der Schwenk der chinesischen Regierung von der Zero-COVID-Politik hin zu einer weitgehenden Öffnung unter Inkaufnahme einer hohen Infektionsquote die globale Wirtschaft belastet. Eine unkontrollierte Ausbreitung birgt das Risiko einer Überlastung des chinesischen Gesundheitswesens, eines deutlichen Rückgangs des Wachstums der chinesischen Wirtschaftsleistung und erneuter signifikanter Beeinträchtigungen der globalen Lieferketten. Auf der anderen Seite besteht durch die Öffnung auch die Chance einer deutlichen Belebung der Weltwirtschaft, wenn die Ausbreitung der Pandemie die chinesische Wirtschaft nur in geringem Maße beeinträchtigt. RisikopolitikIm Rahmen unserer Geschäftstätigkeit ist es vielfach unumgänglich, Risiken einzugehen, um Chancen im Markt wahrzunehmen. Es ist somit unser Ziel, die Risikosituation des Unternehmens zu optimieren und nicht zu minimieren, da ansonsten Chancen nicht wahrgenommen werden können. Unsere Risikopolitik soll es uns also ermöglichen, Chancen unter Inkaufnahme von angemessenen Risiken wahrzunehmen, um nachhaltig zu wachsen und den Unternehmenswert zu steigern, ohne dabei unangemessene Risiken einzugehen. Risiko- und Chancenmanagement sind integrale Bestandteile unserer Führungsprozesse. Unser Risikomanagementsystem (RMS) wird durch das konzernweite Interne Kontrollsystem (IKS) sowie das Compliance-Management-System (CMS, siehe 7. Erklärung zur Unternehmensführung "COMPLIANCE" auf Seite 103) flankiert. RMS, IKS und CMS bilden, ergänzt um Datenschutz und Informationssicherheit, den Kern des Bereichs "Governance, Risk and Compliance" (GRC). Hier findet turnusmäßig ein intensiver Austausch statt, um durch eine enge Verzahnung und Zusammenarbeit möglichst viele Synergien zu heben. RisikomanagementsystemDie Identifizierung und Beurteilung von wesentlichen Risiken sowie vor allem ein frühzeitiges Erkennen und eine aktive Verringerung von potenziell existenzgefährdenden Risiken sind die vorrangigen Ziele des RMS. Erkannte signifikante Risiken überwachen wir durch unser Risikomanagement fortlaufend und können so ihren möglichen negativen Einfluss verhindern, verringern, transferieren oder begrenzen. Wir weisen jedoch darauf hin, dass auch angemessene und funktionsfähige Systeme keine absolute Sicherheit gewährleisten können, um Risiken vollständig zu identifizieren, zu steuern und damit die potenziellen negativen Auswirkungen gänzlich zu vermeiden. Sowohl unser RMS als auch unser IKS orientieren sich an allgemein anerkannten Standards. Hierzu gehören u. a. das Rahmenwerk des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) sowie die Ergänzung des Rahmenwerks, COSO ERM (Enterprise Risk Management), für ein unternehmensweites Risikomanagement. Die Dokumentation des im Gesamtkonzern implementierten RMS wird durch eine Risikomanagementsoftware unterstützt. Kontinuierliche Überarbeitungen des RMS haben zum Ziel, die Risikotransparenz und Informationsqualität weiter zu steigern und den zunehmenden Anforderungen gerecht zu werden. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des RMS und IKS wird regelmäßig prozessunabhängig geprüft indem durch die Interne Revision bzw. unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Teilsysteme von RMS und IKS auf Basis des IDW Prüfungsstandards 981 bzw. 982 geprüft werden. Zudem wird unser Internes Kontrollsystem regelmäßig auf Basis von sogenannten Control Self-Assessments der operativen Geschäftseinheiten und Zentralfunktionen sowie darauf aufbauenden unabhängigen Prüfungen durch die Interne Revision sowie das zentrale IKS Management geprüft. [Dem Vorstand liegen keine Hinweise vor, dass unser RMS und IKS im Wesentlichen nicht angemessen und wirksam gewesen wären. 1] Ungeachtet dessen unterliegt jedes RMS oder IKS inhärenten Beschränkungen, vor allem hinsichtlich der Wirksamkeit. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass trotz der Gesamtbeurteilung der jeweiligen Systeme als angemessen und wirksam nicht sämtliche Risiken vorab erkannt und mitigiert werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass nicht sämtliche Verstöße gegen definierte Prozesse präventiv oder detektiv durch die implementierten Kontrollen aufgedeckt und die resultierenden Fehler vermieden bzw. verhindert werden können. Risikomanagementorganisation und -verantwortlichkeitenAUFSICHTSRATÜberwachung der Wirksamkeit des Risikomanagements Prüfung der Risikoberichterstattung PRÜFUNGSAUSSCHUSSBeurteilung des Risikomanagements auf Gesetzmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie Bericht an Gesamtaufsichtsrat VORSTANDVerantwortlich für angemessenes Risikomanagement im Konzern RISIKOKOMITEEÜberwachung und Beratung ZENTRALES RISIKOMANAGEMENTRisikobewertung und Kontrolle, Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat RISIKOMANAGEMENT-FUNKTIONENRisikoeigner bzw. dezentrale Risikomanager: Identifizierung und Bewertung bzw. Kontrolle und Berichterstattung Der Risikokonsolidierungskreis umfasst den Gesamtkonzern. Die Organisation des RMS zielt darauf ab, dass das konzernweite Risikobewusstsein gefördert wird und die Effektivität sowie Effizienz des RMS gewährleistet ist. Zur Stärkung des Risikoverständnisses und der Risikokultur wird zudem seit Ende 2020 eine sowohl für alle leitenden Positionen als auch die direkt im Risikomanagementprozess eingebundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter obligatorische Online-Schulung zu den Grundlagen des Risikomanagements in den wichtigsten Sprachen im Konzern eingesetzt. Die Teilnahme wird regelmäßig überprüft. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das RMS, während der Aufsichtsrat die Wirksamkeit überwacht. Der Prüfungsausschuss wird durch regelmäßige Berichterstattung in den Prozess eingebunden und beurteilt darüber hinaus die Risikostrategie und das RMS. Die Risikoeigner identifizieren, bewerten und verantworten originär ihre jeweiligen Risiken und Maßnahmen. Hierzu gehört auch die Früherkennung und Bewertung von neuen Risiken sowie signifikanten Veränderungen von bestehenden Risiken, die zeitnah kommuniziert werden müssen. Die dezentralen Risikomanager haben als Bindeglied zwischen den operativen Unternehmenseinheiten und dem zentralen Risikomanagement eine Kontroll- und Berichterstattungsfunktion. Das zentrale Risikomanagement prüft, plausibilisiert und bewertet aus Gesamtunternehmenssicht die von den Risikoeignern identifizierten und bewerteten Risiken und erstellt die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat. Das Risikokomitee prüft die sich daraus ergebenden aktuellen Risiken kritisch und überwacht sowie berät das zentrale Risikomanagement. RisikomanagementprozessDer Risikomanagementprozess beinhaltet im Wesentlichen die folgenden sechs Bestandteile: 1. Die Identifikation der wesentlichen Risiken erfolgt strukturiert anhand einer Risikofeldermatrix, die entlang vordefinierter Risikokategorien die wesentlichen Risikofelder aufzeigt, um diese systematisch und einheitlich auf Länder- sowie Zentralbereichsebene zu erfassen. Risiken werden grundsätzlich hinsichtlich ihrer Auswirkung in einem Einjahreszeitraum sowie dem Planungszeitraum von in der Regel drei Jahren betrachtet. Die wesentlichen und potenziell bestandsgefährdenden Risiken analysieren wir auch hinsichtlich ihrer langfristigen Auswirkungen. Das Ergebnis ist ein Risikoinventar, das regelmäßig aktualisiert wird. 2. Die Bewertung der Risiken erfolgt zunächst auf Basis einer fünfstufigen Relevanzskala. Die Relevanz ist ein Ausdruck für die Gesamtbedeutung des Risikos und somit eine Verdichtung verschiedener Risikoaspekte, wie z. B. des Erwartungswerts, des realistischen Höchstschadens und der Wirkungsdauer eines Risikos. Die Relevanz klassifiziert die identifizierten Risiken und zeigt deren mögliche Auswirkung auf das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) - als eine unserer zentralen Steuerungskennzahlen - zum Zeitpunkt der Risikoanalyse und vor Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Bruttobetrachtung). Darüber hinaus erfassen wir auch Risiken, die sich nicht auf das EBITDA auswirken, aber auf Basis von vernünftiger kaufmännischer Beurteilung einen signifikanten Einfluss auf die Liquidität, das Eigenkapital oder den Jahresüberschuss des Konzerns haben, wie z. B. Zins-, Fremdwährungs- und Steuerrisiken oder beispielsweise für Akquisitionsrisiken mit der Folge von Impairment-Abschreibungen auf den erworbenen Goodwill. RELEVANZSKALA
Aufgrund der Unterschiede in der Größe sowie in der finanziellen Leistungsfähigkeit der einzelnen Gesellschaften werden konzernweit verschiedene Relevanzskalen verwendet. Die Aggregation für den Gesamtkonzern erfolgt auf Segmentebene anhand der identifizierten und bewerteten Einzelrisiken, die zu Risikogruppen und weiter zu Hauptrisiken entsprechend dem zugrunde gelegten Zielbezug (EBITDA) zusammengefasst werden. Identifizierte Einzelrisiken werden dabei auf ihre Wirkung hinsichtlich ihrer jeweiligen Hauptrisikopositionen sowie auf Wechselwirkungen untereinander betrachtet. 3. Wir bewerten sowohl Bruttorisiken (vor Maßnahmen) als auch Nettorisiken (nach Maßnahmen) hinsichtlich ihres möglichen Schadensausmaßes, in Anlehnung an die Schwellenwerte der Relevanzskalen, sowie ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten. Anhand des sich daraus jeweils ergebenden Erwartungswertes der maßgeblichen Nettorisiken können zum einen die Risiken priorisiert werden und zum anderen kann unter der Einbeziehung von Wechselwirkungen bzw. Korrelationen die Risikoposition der vorhandenen Risikotragfähigkeit des Konzerns gegenübergestellt werden. 4. Die Steuerung und Kontrolle der "bedeutenden", "gravierenden" oder "kritischen" Risiken muss durch die jeweiligen Risikoeigner erfolgen. Die Dokumentation wird sowohl durch die dezentralen Risikomanager als auch durch das zentrale Risikomanagement auf Konzernebene überwacht. 5. Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit des Konzerns erfolgt in enger Abstimmung mit den Zentralbereichen Corporate Treasury sowie Corporate Controlling zweimal im Jahr und gegebenenfalls darüber hinaus auch nach Bedarf. Der Fokus liegt hierbei sowohl auf der Ermittlung der vorhandenen Liquidität des Konzerns als auch auf der Verfügbarkeit von Eigenkapital zur Abdeckung der Risikoposition. 6. Die interne Überwachung dieser Abläufe erfolgt zweimal pro Jahr, parallel zur Erstellung des Risikoberichts, in einem konzernweiten Risikokomitee. Dieses Komitee setzt sich aus Vertretern der Zentralbereiche der Klöckner & Co SE sowie der operativen Bereiche zusammen und wird vom Finanzvorstand geleitet. Darüber hinaus überwacht der Aufsichtsrat als Kontrollorgan das RMS und prüft die Risikoberichterstattung. BerichterstattungDer Risikobericht dokumentiert halbjährlich die identifizierten Risiken. Ihn ergänzt das zentrale Risikomanagement bei Bedarf um eine Ad-hoc-Berichterstattung für kurzfristig neu auftretende wesentliche Risiken oder wesentliche Änderungen bereits identifizierter Risiken. Der Bericht geht sowohl auf Risiken des Gesamtkonzerns als auch die der operativen Segmente ein. Die Hauptadressaten sind der Vorstand und der Aufsichtsrat. Im halbjährlichen Turnus präsentiert der Leiter des zentralen Risikomanagements die wesentlichen Inhalte des Risikoberichts im Rahmen der Prüfungsausschusssitzung des Aufsichtsrats. Darüber hinaus berichtet der Finanzvorstand der Klöckner & Co SE regelmäßig in Prüfungsausschusssitzungen über die Entwicklung wesentlicher Risiken und Chancen. Des Weiteren erhält der Vorsitzende des Aufsichtsrats im Rahmen des monatlichen Jour fixe einen detaillierten Überblick über die Finanz- und Ergebnislage. Dabei werden u. a. auch die damit in Verbindung stehenden Risiken und Chancen erörtert. Wesentliche Merkmale des Internen Kontrollsystems[Unser IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Prozesse insbesondere hinsichtlich der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften auch unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Zielsetzung des IKS ist es, durch die implementierten Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu erhalten und Risiken überwachen und steuern zu können, so dass die Erreichung der Unternehmensziele gewährleistet werden kann. In Anlehnung an das international anerkannte Modell der drei Verteidigungslinien ("Three Lines of Defense Model") müssen Risiken dort verhindert werden, wo sie entstehen. Daher liegt die erste Verteidigungslinie beim Management des operativen Geschäfts, das die jeweiligen Risiken steuert und kontrolliert. Da dies nicht immer vollständig möglich ist, gibt es zwei weitere Verteidigungslinien. Die zweite Verteidigungslinie wird durch Zentralfunktionen der Klöckner & Co SE dargestellt, die Risiken überwachen und auch aktiv zur Risikosteuerung beitragen. Neben dem zentralen Risiko- und IKS-Management sowie Corporate Compliance sind dies vor allem die Zentralbereiche Corporate Accounting und Corporate Controlling. Prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen übernimmt der Zentralbereich Internal Audit als dritte Verteidigungslinie. Er überwacht die Angemessenheit und Wirksamkeit der Prozesse und Systeme der ersten beiden Verteidigungslinien. 2] Darüber hinaus überwacht der Aufsichtsrat des Konzerns - insbesondere vertreten durch den Prüfungsausschuss - das interne Kontrollsystem. ELEMENTE DES RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENEN INTERNEN KONTROLLSYSTEMSIm Rahmen eines regelungskonformen Konzernabschlusses nach IFRS und eines Einzelabschlusses nach handelsrechtlichen Grundsätzen ist es das Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen IKS, alle wesentlichen Risiken zu identifizieren und angemessen zu steuern und zu kontrollieren. Zu diesem Zweck besteht ein konzernweit standardisiertes und harmonisiertes rechnungslegungsbezogenes IKS auf Basis einer konzernweit gültigen IKS-Richtlinie. Die Verantwortung für die Methodik und Konzeption liegt zentralisiert beim IKS-Management. Zu spezifischen rechnungslegungsbezogenen Risiken zählen komplexe und/oder nicht routinemäßig anfallende Buchungssachverhalte. Ermessensspielräume, die im Zuge des Erstellungsprozesses entstehen, bergen ein erhöhtes Fehlerpotenzial. Ein Beispiel sind Risiken, die sich aus derivativen Finanzinstrumenten ergeben können. Diese sind im Konzernanhang detailliert dargestellt. KONTROLLAKTIVITÄTEN ZUR SICHERSTELLUNG DER ORDNUNGSMÄSSIGKEIT DER RECHNUNGSLEGUNGUnsere wesentlichen Kontrollaktivitäten des Rechnungslegungsprozesses innerhalb des IKS stehen im Einklang mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und umfassen:
Den rechnungslegungsbezogenen Kontroll- und Managementsystemen sind durch Ermessensentscheidungen, fehlerhafte Kontrollen oder bewusste Umgehung durch kriminelle Handlungen Grenzen gesetzt. Durch die eingerichteten Prozesse und Kontrollen gewährleisten wir mit hinreichender Sicherheit, dass sowohl der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses als auch der des Einzelabschlusses im Einklang mit IFRS, HGB und den übrigen rechnungslegungsrelevanten Regeln und Verlautbarungen durchgeführt wurden. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich einer vollständigen und richtigen Erfassung aller Sachverhalte im Konzernabschluss kann naturgemäß nicht gegeben sein. Darstellung der EinzelrisikenIm Rahmen des RMS haben wir wesentliche Risiken nach Risikokategorien identifiziert und ihre Relevanz bewertet. Für potenziell bestandsgefährdende Risiken der Relevanz 3 (bedeutend), 4 (gravierend) und 5 (kritisch) haben die Risikoeigner sowohl das Bruttorisiko vor Maßnahmen zur Risikoreduktion als auch das Nettorisiko nach Maßnahmen hinsichtlich ihres jeweiligen Schadensausmaßes als auch ihrer jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmt. Im Folgenden stellen wir die Nettobewertung in einer Risikomatrix dar, die jeweils fünf Bandbreiten für die beiden Risikodimensionen umfasst. Risikomatrix
Risikoklassifizierung pro Risikokategorie
Dabei zeigt sich, dass unsere wesentlichsten Risiken insgesamt vor allem im Bereich der Marktrisiken, aber auch zunehmend im Bereich der strategischen Risiken liegen. Im Folgenden werden diese beiden Risikokategorien näher beschrieben. Anschließend erläutern wir für die weiteren Risikokategorien ihre jeweils signifikantesten Risiken. MarktrisikenDas gravierendste Risiko ist die weitere konjunkturelle Entwicklung. In Europa ergeben sich derzeit vor allem Risiken durch eine mögliche Eskalation im andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie damit einhergehend eine weiterhin hohe Inflation und eine Eintrübung des Verbrauchervertrauens und des Geschäftsklimas. Die US-Wirtschaft zeigt dagegen eine höhere Resilienz gegen die makroökonomischen Schocks und sollte trotz weiterer Zinsschritte der US-Notenbank mittelfristig sowohl von den deutlich niedrigeren Energiepreisen als auch von den umfangreichen Subventionsprogrammen der Regierung wie der "Infrastructure Bill" und dem "Inflation Reduction Act" profitieren. Unsicherheit besteht global insbesondere in China durch die schnelle Ausbreitung der Pandemie nach der weitgehenden Aufhebung der Zero-COVID-Politik der Regierung. Die möglichen Folgen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, die lokale Nachfrage und auch die globalen Lieferketten sind schwer abzuschätzen. Derzeit wird eine gedämpfte Erholung erwartet, aber eine zunehmende Dynamik der pandemischen Entwicklung in China könnte auch wieder zu restriktiven Maßnahmen führen. Wir begegnen den konjunkturellen Risiken durch eine möglichst breite Aufstellung in verschiedenen Kundenbranchen sowie eine geographische Diversifikation. Zudem beobachten wir die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und unsere Kundenbranchen sehr genau, um anhand von Frühindikatoren konjunkturelle und Branchenrisiken frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, um gegenzusteuern. Damit einher geht das signifikante Nachfrage- sowie Preisrisiko. Die derzeit relativ schwache Nachfrage und die große Unsicherheit auf dem Markt in Verbindung mit der negativen Preisentwicklung seit dem 2. Quartal 2022 führten bislang zu einer abwartenden Haltung, bei der die Kunden nur das kaufen, was sie brauchen, und auch Käufe aufschieben. Auch wenn eine Bodenbildung erkennbar ist, die Preise steigen und auch die Nachfrage eine Belebung erfährt, könnten die Preise wieder fallen, wenn ein unerwarteter exogener Schock den Markt treffen würde. In einem Szenario mit geringem Wachstum oder möglicherweise sogar einer Rezession könnten wir als Ergebnis negative "Windfall-Effekte" realisieren. Rückblickend waren nach einer Erosion der Stahlpreise bis Mitte des ersten Quartals 2022 über wenige Wochen Preiserhöhungen in Europa und den USA zu beobachten, welche durch massive Panikkäufe als Reaktion auf den Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hervorgerufen wurden. Gegen Mitte des zweiten Quartals setzte dann aber eine Preiskorrektur bis zum Jahresende ein. Nach dieser starken Korrektur ist das Potenzial für einen weiteren Preisverfall deutlich verringert, aber die sehr hohe Volatilität der Preisentwicklung in jüngerer Zeit verdeutlicht die Preisrisiken und die Bedeutung unseres disziplinierten Bestandsmanagements in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld. Wir veräußern den überwiegenden Teil unserer Produkte zu den jeweils am Markt herrschenden Tages-/Spotpreisen. Aufgrund einer Zeitspanne von bis zu einigen Monaten zwischen der Preisfixierung im Einkauf, der Lagerhaltung und der Rechnungsstellung für unsere Verkäufe unterliegen wir permanent einem Margen- und Bewertungsrisiko. Zu hohe Bestandspreise können die Ergebnislage bei rückläufigen Verkaufspreisen negativ beeinflussen ("Windfall-Effekt"). Im Rahmen der Abschlusserstellung kann es zudem erforderlich werden, den Wertansatz der Bestände zu Lasten des Ergebnisses zu korrigieren. Die Wechselbeziehungen bei der Preisentwicklung zwischen den weltweiten Märkten können durch Anti-Dumping-Maßnahmen und darüber hinausgehende staatliche Eingriffe wie die von der US-Administration verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sowie die ursprünglich als Gegenreaktion verhängten Safeguard Measures der Europäischen Kommission zumindest temporär beeinflusst werden. Allerdings einigten sich die USA und die EU darauf, die US-Strafzölle für EU-Importe sowie alle EU-Gegenmaßnahmen durch zollbefreite Quoten zu ersetzen. Andere Faktoren, wie z. B. starke Wechselkursveränderungen sowie sinkende Rohstoffpreise, könnten eine dauerhafte Preiserholung ebenfalls negativ beeinflussen. Durch die Auswertung von Trend- und Frühindikatoren sowie verfügbaren Prognosen reagieren wir möglichst frühzeitig auf Marktveränderungen, etwa durch gezielte Maßnahmen im Bestandsmanagement. Frühwarnindikatoren für den Stahlpreis sind im Wesentlichen die Preisentwicklungen von Eisenerz, Koks und Schrott sowie die im Markt befindlichen Lagerbestände. Ausgangspunkt für das Management des Preis- und Bestandsrisikos bildet ein fortlaufendes, sehr enges Monitoring der Preisentwicklung im regionalen, nationalen und internationalen Marktumfeld. Durch die länder- sowie produktbereichsübergreifende Einkaufskoordination können wir schnell auf veränderte Situationen am Einkaufsmarkt reagieren. So optimieren wir das Lieferantenportfolio und erreichen durch eine Bündelung Preis-, Mengen- und Konditionenvorteile. Die wesentliche Voraussetzung für die Einkaufskoordination bildet unser landesspezifisches Monitoring von Sortimenten, Nachfrage und Warenbeständen. Zudem werden regelmäßig Preistrends ermittelt, auf deren Basis mögliche Abwertungsrisiken für einzelne Produkte festgestellt werden. Sie fließen jedes Quartal in die Bestandsbewertung ein. Bestandsmanagement und Vorratsbewertung sind auch zentrale Bestandteile des wöchentlichen Berichtswesens, auf dessen Basis wir wesentliche Veränderungen schnell erkennen und notwendige Gegenmaßnahmen einleiten. Preisrückgänge können auch aufgrund der grundsätzlich weiter bestehenden hohen weltweiten Überkapazitäten in der Stahlproduktion drohen. Die Kapazitäten wurden im Jahr 2022 und werden auch im Jahr 2023 vor allem in den USA ausgebaut, so dass dort ein Ungleichgewicht zwischen Produktionskapazität und tatsächlicher Nachfrage bestehen bleiben könnte. Dadurch könnten die Preise und Margen immer wieder unter Druck geraten. Aber auch im Stahlhandel existieren beträchtliche Überkapazitäten und stellen ein mittleres Risiko für uns dar, da sie den Wettbewerbsdruck erheblich erhöhen. Die Märkte für Stahldistribution und Stahl-Service-Center sind stark fragmentiert, mit vielen kleinen und mittelgroßen Anbietern und nur selten beobachtbaren Marktaustritten. Wenn die Marktnachfrage sinkt, könnten die bereits bestehenden erheblichen Überkapazitäten beträchtlich zunehmen, was zu einem intensiven Preiswettbewerb sowie zu Preis- und Margendruck führen könnte. Dies würde sich jeweils negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Dem Risiko einer Zunahme der Überkapazitäten und der daraus folgenden weiteren Verschärfung des Wettbewerbsdrucks begegnen wir mit einer verstärkten Diversifizierung der Abnehmerbranchen, einer Verringerung der Abhängigkeit von Commodity-Produkten durch Erhöhung des Anteils höherwertiger Produkte und Dienstleistungen sowie einer Erhöhung des Anteils von Vertragsgeschäft. Zudem planen wir sukzessive den Anteil von Verkäufen von CO 2-reduzierten Produkten über unsere Marke Nexigen® als Differenzierungsmerkmal zu erhöhen und führen umfangreiche Effizienz- und Optimierungsmaßnahmen durch, um die betrieblichen Kosten signifikant nachhaltig zu senken. Strategische RisikenDie geopolitische Lage kann sich durch ihre Auswirkungen auf das Geschäftsumfeld in Europa und den USA signifikant negativ auf den Erfolg von Klöckner & Co auswirken. Der anhaltende Angriffskrieg gegen die Ukraine birgt ein erhebliches Risiko einer weiteren Eskalation. Auf einen militärischen Erfolg der Ukraine könnten eine stärkere Aggression Russlands und eine Verschärfung des russischen Energiekriegs mit Europa folgen. Ein Importstopp für kritische Rohstoffe aus Russland nach Europa könnte die Kundennachfrage und die Preisentwicklung erheblich beeinträchtigen und die weltweite Inflation weiter anheizen. Wachsende Spannungen im strategischen Wettbewerb zwischen den USA und China könnten sich zudem künftig noch weiter verstärken und sich möglicherweise auch auf Europa auswirken, z. B. durch eine mögliche Eskalation im Taiwan-Konflikt. Aber auch die derzeit fragile politische Lage im Iran kann sich verschärfen und die Stabilität in der Region gefährden. Darüber hinaus könnten politische Entwicklungen wie die zunehmende Polarisierung der politischen Lager, zusätzlich angefacht durch steigende Migrationsbewegungen, in vielen Ländern, zu einer Zunahme von gesellschaftlichen Konflikten, Gewaltbereitschaft und schließlich einer Beeinträchtigung des wirtschaftlichen Wachstums führen. Beispiele sind die Auseinandersetzungen zwischen Demokraten und Republikanern in den USA während der "Midterm"-Wahlen sowie die Gespräche zwischen den USA und Mexiko zur Kontrolle von illegaler Einwanderung oder die Wahl einer neuen, rechtspopulistischen Regierung in Italien und der Umgang vor allem mit Bootsflüchtlingen in der EU, zudem die nur knappe Niederlage der rechtspopulistischen Opposition in Frankreich und nicht zuletzt der gewaltsame Sturm auf den Kongress in Brasilien nach der Verweigerung der regulären Amtsübergabe des scheidenden Präsidenten. Solche Entwicklungen können die Wachstumsaussichten in für Klöckner & Co relevanten Regionen erheblich beeinträchtigen. Die daraus resultierenden Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlich relevanten politischen Entscheidungen und die Auswirkungen auf den globalen Handel und die Lieferketten könnten das Geschäftsklima und die geschäftlichen Entscheidungen bei Klöckner & Co in den relevanten Märkten belasten. Daher bewerten wir die zunehmenden geopolitischen und auch politischen Risiken derzeit als signifikante strategische Risiken für Klöckner & Co. Politische Risiken können Eigentumsrisiken z. B. bei ausländischen Direktinvestitionen, Transferrisiken durch Währungsrestriktionen oder auch operative Risiken durch Vertragsverletzungen zur Folge haben. Wir vermindern diese Risiken durch regionale und internationale Diversifikation sowie durch die Beobachtung politischer Ereignisse und eine Analyse der möglichen Auswirkungen für Klöckner & Co, um so weit wie möglich präventive Maßnahmen zu ergreifen. Ein weiteres signifikantes strategisches Risiko ist die hohe Volatilität der Energiepreise als derzeit wesentlicher Inflationstreiber sowie damit einhergehend die allgemeine Kosteninflation, z. B. von Logistikkosten und Lohnkosten. Die zunehmende Relevanz von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten, wie z. B. die CO 2-Bepreisung, könnte die Energiepreise weiter und nachhaltig in die Höhe treiben. Zudem können höhere Mautgebühren und sonstige Abgaben sowie erhöhte Arbeitskosten die Logistikkosten für die Stahldistribution deutlich erhöhen und eine Dezentralisierung der Lager erzwingen. Dem begegnen wir, indem wir unser Nachhaltigkeitskonzept weiter ausrollen. Hierzu gehören u. a. das Tracking und Monitoring der CO 2-Emissionen und Initiativen zur Optimierung des Fuhrparks sowie des allgemeinen Energieverbrauchs. Darüber hinaus entwickeln wir Kooperationen mit externen Logistik-Full-Service-Dienstleistern, optimieren unsere eigene Logistik und statten, wo möglich und sinnvoll, unsere eigenen Fuhrparks mit eigenen Fahrern aus. Zusätzlich hat sich Klöckner & Co zu ambitionierten Klimazielen bekannt und strebt an, die Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2050 auf Net Zero zu senken. Direkt beeinflussbare Emissionen (Scope 1-, Scope 2- und direkt beeinflussbare Scope 3-Emissionen) sollen schon bis 2040 auf Net Zero reduziert werden. Eine erneute Finanzkrise schätzen wir mittlerweile ebenfalls als ein signifikantes strategisches Risiko ein. Die erheblichen geld- und fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen der Wirtschaft in vielen Ländern im Rahmen der COVID-19-Pandemie sowie aktuell aufgrund der Energiekrise werden sukzessive zurückgeführt werden müssen. Bereits im vergangenen Jahr haben die großen Zentralbanken ihre Geldpolitik deutlich verändert und erhöhen die Zinssätze in aufeinanderfolgenden Schritten, um die Inflation einzudämmen. Eine weiterhin hohe Inflation könnte eine noch aggressivere Straffung der Geldpolitik erforderlich machen. Dadurch sowie durch eine zu aggressive Rückführung der Stützungsmaßnahmen könnten sich die finanziellen Bedingungen stärker als erwartet verschlechtern. Als möglicher Auslöser einer Finanzkrise ist aber auch eine Kombination aus z. B. einer Eskalation des Kriegs in der Ukraine, der Pandemie in China, Stress im Bankensektor, politischen Risiken, anderen signifikanten Änderungen in der Geldpolitik oder mit durch wachsende Staatsschulden bedingtem Stress sowie einer Immobilienblase denkbar. Dem Risiko von möglichen Verwerfungen an den Finanz- und Kapitalmärkten bzw. den daraus resultierenden Folgen für unser Unternehmen begegnen wir mit einer soliden Bilanzstruktur sowie einem diversifizierten Finanzierungsportfolio. Dies zeigt sich in der weiterhin sehr soliden Eigenkapitalausstattung und in den vergleichsweise niedrigen Netto-Finanzverbindlichkeiten in Relation zum Eigenkapital. Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit und die Bereitstellung der Liquidität sind über die zur Verfügung stehenden Net Working Capital-Fazilitäten gesichert. Darüber hinaus verfügten wir zum Jahresende 2022 über liquide Mittel in angemessener Höhe. Diese haben wir kurzfristig bei Kernbanken des Konzerns angelegt, die mindestens ein Investment-Grade-Rating aufweisen. Für die Kennzahlen verweisen wir auf den Abschnitt "Finanzlage, Finanzierung, Liquidität" im Wirtschaftsbericht des Geschäftsberichts. Die Klöckner & Co-Gruppe ist im Wesentlichen abhängig von den Entwicklungen in den Abnehmerbranchen Bau, Maschinen und Anlagen sowie Automobil. Darüber hinaus sind die meisten Produkte sogenannte Commodity-Produkte, die im Prinzip auch für alle Wettbewerber verfügbar sind. Hinzu kommt ein immer noch relativ hoher Anteil an Spot-Aufträgen. Daher ist das Unternehmen anfällig für Konjunkturschwankungen und erheblich von Ereignisrisiken wie einer Pandemie oder einem Krieg betroffen. Unter den für uns relevantesten Kundenbranchen ist vor allem die Bauwirtschaft momentan in einer schwierigen Situation. Die durch die Zinsanhebungen der Zentralbanken signifikant gestiegenen Finanzierungskosten erschweren zunehmend die Realisierung von gewerblichen Bauprojekten. Im für uns weniger relevanten privaten Wohnungsbau führt dies in noch größerem Maße zu einer rückläufigen Nachfrage und könnte sich weiter fortsetzen. Dem signifikanten Risiko der Abhängigkeit von der zyklischen Bauindustrie, dem Automobilzulieferergeschäft und dem Maschinen- und Anlagenbau begegnen wir mit einer verstärkten Diversifizierung der Kundenbranchen, z. B. des Energiesektors und hier insbesondere der erneuerbaren Energien, und Wachstumsinitiativen wie der kundenorientierten Portfolioerweiterung oder dem Ausbau des Partnernetzes in attraktiven Branchen sowie der Einführung von Zielpreissystemen. Zudem verringern wir unser Engagement im Bausektor und im CommodityBereich durch den Ausbau von margenstärkeren Produkten und des Dienstleistungsgeschäfts. Schließlich forcieren wir gezielt eine verstärkte Umwandlung von Spot- in Vertragsgeschäft, um die Volatilität der Marktpreise sowie der Marktnachfrage abzufedern. Auch der sukzessiv steigende Anteil von CO 2-reduzierten Materialien sowie unsere avisierte geographische Diversifikation im mexikanischen Markt und der damit einhergehende Markteintritt in den exklusiven Markt für Elektroband wird uns hier mittelfristig helfen. Jede Krise oder Marktschwäche eröffnet zugleich auch Chancen, u. a. auch die, attraktive Zielunternehmen zu erwerben. Erfolgreiche Übernahmen sind wichtig für das Wachstum und den Unternehmenswert. Die Nichterreichung der mit Übernahmen verbundenen Ziele stellt daher ein signifikantes strategisches Risiko insbesondere für die Unternehmensentwicklung und -leistung dar. Es besteht z. B. das Risiko, dass für ein Zielunternehmen zu viel gezahlt werden könnte. Dies würde die Erreichung der Unternehmensziele in Abhängigkeit von der Größe des Ziels und der Relevanz für den Geschäftserfolg gegebenenfalls erheblich erschweren. Daher ist der Ablauf von Akquisitionen, wie alle M&A-Aktivitäten, im Rahmen einer umfassenden M&A-Richtlinie geregelt, deren Einhaltung zentral überwacht wird. Bei der Auswahl der Akquisitionsobjekte gehen wir keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken ein. In der Regel liegt unser Fokus auf opportunistischen, eher mittelgroßen ertragssteigernden Übernahmen. Alle Akquisitionen durchlaufen vor dem Kauf eine ausführliche Prüfung (Due Diligence). Spätestens drei Jahre nach Erwerb führt der Zentralbereich Internal Audit eine Evaluierung durch. Darüber hinaus identifizieren wir neu entstehende Risiken aus bereits getätigten Akquisitionen in einem fortlaufenden Prozess, um schnell und angemessen auf sie reagieren zu können. Dennoch können wir das Eintreten von negativen Entwicklungen nicht völlig ausschließen, da die Geschäftslage der akquirierten Unternehmen in der Regel denselben strategischen Risiken unterliegt wie unsere übrigen Aktivitäten. FinanzrisikenDie unmittelbare Verfügbarkeit von Finanzierungsinstrumenten für Klöckner & Co war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit gewährleistet. Dies zeigt sich durch die Laufzeiten des Syndizierten Kredits (bis Januar 2025), des europäischen ABS-Programms (Verlängerung im Dezember 2022 bis Januar 2026) und der ABL-Fazilität in den USA (bis Juli 2027), die Ende 2022 auch signifikant im Volumen erhöht wurde. Dennoch könnten exogene Schocks unsere Finanzierungsmöglichkeiten beeinträchtigen. Auch die Qualität der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und damit das Volumen der möglichen Working Capital-Finanzierung aus dem ABS-Programm könnten wesentlich beeinträchtigt werden. Ebenso könnten allgemeine Marktentwicklungen die Verfügbarkeit von Kreditversicherungen für unsere Schlüssellieferanten verringern und im Extremfall unsere Bestellmöglichkeiten begrenzen. Allerdings betrachten wir diese Szenarien aus heutiger Sicht als geringes Risiko. Ein mittleres Risiko stellt das derzeit ungünstige Kapitalmarktumfeld dar. Wir erleben derzeit in den Finanzmärkten eine hohe Volatilität sowie eine gedämpfte Anlegerstimmung an den Euro-Hochzinsmärkten. Die Spreads und langfristigen Basissätze sind auf einem höheren Niveau als in der jüngeren Vergangenheit. Jede Neuemission, z. B. Anleihe oder Wandelanleihe, würde zurzeit einen sehr hohen Kupon erfordern, um die Nachfrage der Anleger zu wecken und eine erfolgreiche Platzierung zu gewährleisten. Diese Entwicklungen des Kapitalmarktumfelds beobachten wir sehr genau und richten unsere Finanzierungsentscheidungen danach aus. Ein weiteres mittleres Risiko aus finanzieller Sicht sind eine möglicherweise über mehrere Quartale anhaltende schwache Rentabilität sowie ein hoher Verschuldungsgrad, die zu einer Herabstufung der Konzernbonität führen könnten und damit Druck auf die Konditionen sowie gegebenenfalls auch Covenants ausüben würden. Dies könnte den finanziellen Spielraum verringern. Die hohe Rentabilität in den letzten zwei Jahren hat das Eigenkapital und die Bilanz gestärkt und die Stabilität der Kreditvereinbarungen und des Ratings unterstützt. Eine Rezession könnte sich negativ auf die Rentabilität auswirken. Vor allem mit unserer "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths"-Strategie setzen wir auf Maßnahmen, die auch die Rentabilität von Klöckner & Co nachhaltig verbessern sollen. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Maßnahmen, um den Anstieg der betrieblichen Kosten einzudämmen. Unser proaktives diszipliniertes Net Working Capital-Management hat zum Ziel, die Verschuldung so weit wie möglich zu kontrollieren und zu begrenzen. Zudem pflegen wir eine enge und offene Kommunikation mit unseren Kernbanken. Rechtliche, steuerliche und Compliance-RisikenDie Stahldistribution ist eine Branche, deren rechtliche Risiken grundsätzlich eher als geringer zu bewerten sind im Vergleich zu vielen anderen Branchen. Hier sehen wir derzeit keine hohen oder mittleren Risiken. Im Compliance-Bereich sehen wir unverändert, auch wenn es in den letzten Jahren keine Fälle gab, die Gefahr von Kartellrechtsverstößen als wesentlichstes Risiko an. Es besteht die potenzielle Gefahr, dass Vereinbarungen mit Wettbewerbern, z. B. hinsichtlich Preisabsprachen, Aufteilung von Märkten oder Vereinbarung von Produktions-, Einkaufs- und Angebotsmengen getroffen werden könnten. Allerdings sehen wir die Wahrscheinlichkeit aufgrund umfangreicher Maßnahmen sowie einer guten unternehmensweiten Compliance-Kultur derzeit als gering an, auch wenn das potenzielle Schadensausmaß relativ hoch sein könnte. Eine exemplarische Maßnahme zur Verminderung dieses Risikos ist neben Präsenzschulungen insbesondere ein konzernweites obligatorisches E-Learning-Tool. Dort werden u. a. die wesentlichen Inhalte unseres konzernweit und im Internet veröffentlichten Verhaltenskodex ("Code of Conduct") und compliancerelevanter Konzernrichtlinien insbesondere auch zum Kartellrecht vermittelt. Im steuerlichen Bereich ist die Änderung der Rechtsprechung bzw. der Verwaltungsauffassung hinsichtlich steuerlicher Sachverhalte ein wesentliches, aber nach unserer Einschätzung für uns insgesamt geringes Risiko. Aufgrund bestehender Richtlinien und Anweisungen wird unser Zentralbereich Corporate Taxes in die rechtliche Würdigung solcher Vorgänge im In- und Ausland einbezogen. Solche Veränderungen werden permanent beobachtet und dadurch frühzeitig identifiziert, um bei Bedarf rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung ergreifen sowie gegebenenfalls bilanzielle Vorsorge treffen zu können. Die derzeitige systematische und effektive Implementierung eines Tax-Compliance-Management-Systems in unseren Konzerngesellschaften soll Strukturen, Arbeitsabläufe und Sachverhalte im Unternehmen, die steuerliche Auswirkungen haben oder haben könnten, bewusst machen, kontrollieren und erforderlichenfalls eine Anpassung einleiten. Informationstechnische RisikenUnsere Geschäftsprozesse sind in hohem Maße von den installierten IT-Systemen abhängig. Hierzu zählen neben den administrativen Systemen insbesondere die Systeme in den Bereichen Beschaffung, Vertrieb und Logistik. Durch eine generell steigende Anzahl von Angriffen auf IT-Systeme durch Dritte, aber insbesondere auch durch die zunehmende Digitalisierung der Liefer- und Leistungskette und unserer Backoffice-Prozesse sehen wir unsere IT-Systeme Cyber-Risiken ausgesetzt. Darunter verstehen wir die Gefahren der nachteiligen Veränderung, des Verlustes, des Missbrauchs sowie der Störung der Verfügbarkeit von Daten und IT-Systemen sowie Datenrechtsverletzungen. Die Gefahr z. B. durch Viren, gezielte Hackerattacken, Unachtsamkeit oder vorsätzliche Falscheingabe bzw. Veränderung von Daten oder durch Ausfälle von IT-Systemen sehen wir als mittleres Risiko an. Dieser Gefahr der Schädigung durch Cyber-Risiken begegnen wir durch entsprechende Ressourcen und Know-how in unserer global strukturierten Klöckner & Co-IT mit einem eigenen Bereich, der sich im Schwerpunkt mit Cyber-Sicherheit beschäftigt. Zudem stellen ein zentraler Datenschutzbeauftragter sowie ein Informationssicherheitsbeauftragter sicher, dass, unterstützt durch lokale Verantwortliche, konzernweit die Angemessenheit und Wirksamkeit der entsprechenden Prozesse und Systeme gegeben ist. Darüber hinaus gibt es verschiedene technische und organisatorische Schutzmaßnahmen sowie Schulungen und Awareness-Kampagnen zur Prävention, z. B. zur Vermeidung von Systemstörungen sowie fahrlässigem Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch zu speziellem Schutz vor Cyber-Angriffen. PersonalrisikenKlöckner & Co ist als Dienstleistungsunternehmen stark von der Qualifikation und Erfahrung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängig. Der Wettbewerb um hochqualifizierte, einsatzbereite, engagierte Fach- und Führungskräfte ist in der Branche und in den Regionen, in denen wir tätig sind, sehr stark und hat sich weiter intensiviert. Ursache hierfür ist der zunehmende Fachkräftemangel auf dem Personalmarkt als wesentliches Personalrisiko im gesamten Konzern, der sich weiter verschärfen könnte. Die Bedeutung dieses mittleren Risikos wiegt aufgrund eines Imageproblems für gewöhnliche Berufspositionen in unserer Branche umso schwerer. Es wird immer schwieriger, insbesondere Lagerarbeiterinnen und Lagerarbeiter im Unternehmen zu halten und neue zu rekrutieren. Zudem hat sich die Verhandlungsposition der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deutlich verbessert, insbesondere in den USA, aber auch in verschiedenen europäischen Landesorganisationen. Unternehmen außerhalb unserer Branche sind zunehmend aggressive Wettbewerber um die knappen Arbeitskräfte. Hinzu kommt der Trend, dass geringqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mehr in ein reguläres Arbeitsverhältnis eintreten wollen. Wir begegnen dieser Entwicklung u. a. mit einer konzernweiten gemeinsamen Initiative mit dem Ziel, das Image der Arbeitgebermarke Klöckner & Co weiter zu verbessern und einen attraktiveren Arbeitsplatz und Karriereweg auch für geringqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzubieten. Zudem verfolgen wir intensiv die aktuellen Entwicklungen auf dem Personalmarkt und beobachten ganz genau die Marktentwicklung von Gehältern und Löhnen sowie von HR-KPIs wie z. B. Mitarbeiterfluktuation und Altersstruktur, um ein effektives Benchmarking zu ermöglichen und Trends zeitnah zu erkennen und schnell gegensteuern zu können. Weitere Maßnahmen sind eine zunehmende Automatisierung im HR-Bereich sowie verbesserte HR-Informationssysteme, um die Datenqualität und die Transparenz zu erhöhen. Darüber hinaus bietet Klöckner & Co mit dem Leadership Empowerment Program (LEMP) und dem Emerging Leaders Program (ELP) zwei Programme zur gezielten Karriereentwicklung von Führungskräften sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Potenzial zur Übernahme von Führungsaufgaben an. ESG-RisikenObwohl wir für Klöckner & Co vor allem Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit sehen, bringen die Bereiche der Umwelt (Environment), des Sozialen (Social) und der Unternehmensführung (Governance) auch viele potenzielle sogenannte ESG-Risiken mit sich. Insbesondere Umweltrisiken, aber auch Menschenrechtsrisiken rücken immer stärker in den Fokus, und zwar entlang der gesamten Lieferkette. Als Händler mit unserem Netzwerk aus vielen verschiedenen geographisch verteilten Standorten für die Anarbeitung und Distribution, durch das Vorhalten von Sicherheitsbeständen sowie durch eine Vielzahl von alternativen Lieferanten und Dienstleistern, mit denen wir kooperieren, können wir die damit verbundenen bereits sichtbaren Risiken, wie Extremwetterereignisse, z. B. Hurrikane an einigen Standorten im Südwesten der USA, aber auch Überschwemmungen oder große Trockenheit, z. B. Niedrigwasser in Flüssen im Westen Deutschlands, mitigieren. Aber dem Einfluss einer weiteren Zunahme der Frequenz solcher Ereignisse kann sich auch unser Kerngeschäft der Lagerhaltung und Logistik voraussichtlich nicht dauerhaft entziehen. Wir erwarten perspektivisch eine Zunahme der Relevanz dieser Risiken - auch und gerade für unsere Lieferanten und Kunden. Unserer Einschätzung nach könnte dies mittel- bis langfristig dazu führen, dass ESG-Risiken auf Konzernebene einen signifikanten Risikofaktor für uns darstellen. Daher beobachten wir die Entwicklungen mit Sorgfalt. ESG-Risiken werden im Rahmen der Risikoidentifikation und -bewertung systematisch erhoben, analysiert und im Rahmen der Risikoberichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert. Dabei unterteilen wir Nachhaltigkeitsrisiken in vier Risikofelder:
Unsere Maßnahmen zur Verminderung von Umweltrisiken und Menschenrechtsrisiken entlang des Beschaffungsprozesses orientieren sich zunehmend an den Kernanforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sowie entlang international anerkannter Standards und Richtlinien, bspw. von der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) sowie von der International Labour Organisation (ILO). Gesamtaussage zur Risikosituation des KonzernsDie Risikosituation im abgelaufenen Geschäftsjahr ist insgesamt stabil. Allerdings zeigt sich eine deutliche Verschiebung von im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Marktrisiken mit einer Normalisierung von Nachfrage und Preisentwicklung hin zu einer signifikanten Zunahme von strategischen Risiken. In einem weiterhin volatilen Marktumfeld wurden neu auftretende Risiken frühzeitig erkannt und, soweit erforderlich oder wirtschaftlich sinnvoll, geeignete Gegenmaßnahmen getroffen. Der Vorstand ist von der Wirksamkeit unseres Risikomanagementsystems überzeugt. Der Vorstand geht darüber hinaus davon aus, dass Klöckner & Co alle bei der Aufstellung des Abschlusses bilanziell zu berücksichtigenden Risiken angemessen bewertet und korrekt erfasst hat. Aufgrund der ergriffenen und vorbereiteten Maßnahmen - insbesondere zur Liquiditätssicherung - kann der Vorstand aus heutiger Sicht keine Risiken erkennen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Chancen und ChancenmanagementDas Chancenmanagement im Sinne von systematischer Identifikation, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Chancen verantworten das Management auf Länderebene sowie der Vorstand auf Basis unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths". Die Zentralbereiche unterstützen bei der Finanzierung und im Rahmen der Umsetzung sich auf Basis der Unternehmensstrategie ergebender Chancen. Daraus resultierende Projekte werden zusammen mit der Holding gesteuert und der Erfolg wird gemeinsam überwacht. Grundlagen für die Wahrnehmung von Chancen bei Klöckner & Co sind eine gesicherte Finanzierungsstruktur, ein effektives Einkaufs- und Bestandsmanagement, optimierte Vertriebsprozesse sowie ein Personalmanagement, das Innovationspotenziale fördert. Hinzu kommt eine konzernweit hohe Digitalisierungskompetenz, forciert durch die Bündelung unter dem Dach der kloeckner.i GmbH. Im Folgenden werden nur die wesentlichsten Chancen, die sich uns derzeit bieten, näher beschrieben. Da sich unsere Märkte dynamisch entwickeln und sich somit unser Unternehmensumfeld, aber auch Klöckner & Co weiterentwickeln, unterliegt naturgemäß auch unsere Einschätzung der Chancen Änderungen. Somit ist es möglich, dass sich dargestellte Chancen nicht mehr ergeben oder sich nicht realisieren lassen. Strategische ChancenIn den letzten Jahren konnte Klöckner & Co mit der digitalen Transformation voranschreiten und auch die Kostenstruktur wesentlich verbessern. Dies trägt zum Fundament für unsere Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" bei. Das Ziel dieser Strategie ist es, Klöckner & Co als führenden One-Stop-Shop für Stahl, weitere Werkstoffe und Anarbeitungsdienstleistungen sowohl in Europa als auch in den USA zu positionieren, indem wir unsere Vertriebs- und Beschaffungsfunktionen harmonisieren, Skalierungsmöglichkeiten vorantreiben, ausgewählte Dritte intelligent einbinden und unser Produkt- und Dienstleistungsangebot erweitern. Neben der digitalen Transformation und der Automatisierung von Prozessen entlang unserer Wertschöpfungskette stehen auch ein nachhaltiger finanzieller Erfolg sowie die Reduktion unseres Umwelteinflusses, des CO 2-Fußabdrucks und die Nutzung von Chancen in Verbindung mit nachhaltigen Geschäftsmodellen im Fokus unserer Strategie. Diese evolutionäre Strategie zielt neben operativer Exzellenz vor allem auf das Kundenwachstum und einen höheren Anteil an den Einkaufsvolumina unserer Kunden ab, das sogenannte "Share of Wallet". Hierzu nutzen wir verstärkt unsere Vermögenswerte und unser Netzwerk von ausgewählten Drittanbietern und bieten ergänzende Produkte und Dienstleistungen. Diese strategischen Ziele unterstützen wiederum unseren Fokus auf Nachhaltigkeit. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unser Standortnetzwerk weiter optimiert und Kosten in der gesamten Organisation abgebaut. Diese fortgeführten Maßnahmen zahlen sich durch eine verbesserte Ergebnissituation sowie geringere gebundene Mittel aus und verbessern auch nachhaltig unsere Ergebnisse. Mit einer höheren Profitabilität und einem gesteigerten Digitalisierungsgrad schaffen wir die Voraussetzung, um weitere Wachstumspotenziale zu realisieren, auch durch Übernahme einer aktiveren Rolle in der weiteren Marktkonsolidierung, wenn sich attraktive Chancen ergeben. Im Rahmen unserer Strategie suchen wir nach opportunistischen Akquisitionsmöglichkeiten in unseren Kernmärkten, um unser Geschäftsmodell in einer wertsteigernden Weise zu ergänzen, d. h. unser Wachstum zu fördern, unser Portfolio zu erweitern und unseren Marktanteil auszubauen. Im Jahr 2022 waren dies insbesondere die Akquisitionen von Hernandez Stainless GmbH ("Hernandez") und RSC Rostfrei Coilcenter GmbH ("RSC") in Deutschland. Hernandez bearbeitet Oberflächen durch Schleifen oder Bürsten und lagert rostfreie Flachprodukte. RSC ist auf das Abtafeln von Edelstahl-Coils spezialisiert. Durch diese beiden Zukäufe erweitert Klöckner & Co das Produkt- und Serviceportfolio im Edelstahlsegment erheblich und [stärkt somit seine Position als führender One-Stop-Shop sowie als Vorreiter für Nachhaltigkeit]. Weiteres Wachstum erwarten wir durch unseren vereinbarten Erwerb von National Material of Mexico ("NMM") durch unsere US-Tochtergesellschaft. NMM beliefert als ein führendes unabhängiges Stahl-Service-Unternehmen und Anbieter von Stahl, Elektroband, Aluminium und Edelstahl den Automobilsektor und weitere industrielle Endmärkte in Nordamerika. Das Unternehmen mit Sitz in Monterrey hat zehn Standorte in ganz Mexiko. Das Leistungsportfolio von NMM in der Anarbeitung umfasst u. a. Schlitzen, Ablängen, Richten, Multistanzen, konfiguriertes Stanzen und Kernbearbeitung. Durch die Übernahme von NMM kann Klöckner seine Präsenz und Position dort stärken, wo die bedeutendsten Automobil- und Industriekunden ansässig sind. Darüber hinaus stellt diese Akquisition eine attraktive Einstiegsmöglichkeit in den exklusiven Markt für Elektroband dar, der großes Wachstumspotenzial bietet. Elektroband, ein magnetisches Material, kommt bei Pkw-Elektromotoren und Transformatoren zum Einsatz und dürfte somit von weiteren Investitionen in erneuerbare Energien und der steigenden Nachfrage nach Elektromobilität in Nordamerika profitieren. Ziel dieses Zukaufs sind nachhaltiges Wachstum und die Stärkung unserer führenden Position in der Stahl- und Metalldistribution sowie im Stahl-Service-Center Geschäft in Nordamerika. Der Abschluss dieser Akquisition ist vorbehaltlich der kartellrechtlichen Prüfung und Freigabe durch die mexikanischen Behörden. Solche Akquisitionen müssen unsere Investitionskriterien erfüllen, die voraussetzen, dass die Akquisitionen wertsteigernd, finanziell umsichtig und von einer bestimmten Mindestgröße sind. Die Identifizierung, der Erwerb und die Integration von wertschöpfenden Unternehmen schafft Synergien und ermöglicht es, unser Produkt- und Dienstleistungsangebot zu erweitern, zu unserem Kundenwachstum beizutragen und unsere Vermögenswerte zu nutzen. Es bieten sich immer wieder Gelegenheiten, zu attraktiven Konditionen Zielunternehmen zu erwerben, die zu unserer Gesamtstrategie passen. Daher beobachten wir die Marktentwicklungen sehr genau und unterziehen Unternehmen mit einem strategischen Fit gegebenenfalls einer genaueren Prüfung, insbesondere auch hinsichtlich wertsteigernder Synergien. Klöckner & Co sieht sich im Rahmen der Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" auch in der Verantwortung, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren sowie nachhaltige Geschäftsmodelle aufzubauen und möchte somit zum Pionier einer nachhaltigen Stahlindustrie werden. Damit übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung und nutzen gleichzeitig die strategischen Chancen, die sich aus der Dekarbonisierung ergeben. Wir verankern dadurch nachhaltige Lösungen in unserem Geschäftsmodell und bauen ein nachhaltiges Produkt- und Dienstleistungsspektrum auf. Ziel unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist die Reduktion der direkt beeinflussbaren Emissionen auf Net Zero bis 2040. Unter direkt beeinflussbaren Emissionen verstehen wir Scope 1-, Scope 2- und direkt beeinflussbare Scope 3-Emissionen. Zudem verpflichten wir uns ebenfalls dazu, die nur indirekt beeinflussbaren Scope 3-Emissionen bis 2050 fast vollständig einzusparen. Damit verpflichtet sich Klöckner & Co entsprechend den neuesten Standards der SBTi (Science Based Targets initiative) dazu, die Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2050 auf Net Zero zu senken. Scope 1 und 2 beschreiben die eigenen Emissionen, die etwa durch die Auslieferung von Produkten mittels eigener LKWs an Kunden oder durch den eigenen Stromverbrauch entstehen. Um diese Emissionen zu senken, stellen wir nach und nach den zentralen Energieeinkauf auf erneuerbare Energie und unsere Fahrzeugflotte auf Antriebsmöglichkeiten wie z. B. E-Mobilität oder Wasserstoff um. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, haben wir z. B. in diesem Jahr die Verlader-Staplerflotte unserer Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service vom fossilen Antrieb auf Elektrobetrieb umgestellt. Ein anderes Beispiel ist die Umstellung unserer Werkstattlieferwagen an den Regensburger Standorten vom fossilen auf Elektrobetrieb oder auch die sukzessive Umstellung unserer LKW-Flotte im Vereinigten Königreich auf fortschrittliche Bio-Kraftstoffe mit einer Senkung der CO 2-Emissionen um bis zu 93 %. Zur Reduktion von Scope 3-Emissionen, die den Ausstoß klimaschädlicher Gase in der vor- und nachgelagerten Lieferkette meinen, sehen wir z. B. bei Geschäftsreisen von Inlandsflügen ab und weiten die Homeoffice-Möglichkeiten aus. Wir sehen die Nachhaltigkeitstransformation der Stahlindustrie vor allem aber als Chance, um unser Geschäft weiter auszubauen und die Margen zu verbessern. Unter dem Dach unserer neuen Nachhaltigkeitsmarke Nexigen®, unter der wir transparente CO 2-reduzierte Lösungen in den Bereichen Werkstoffe, Anarbeitung und Logistik, Zirkularitätslösungen und umfassende Beratungsleistungen im Bereich nachhaltiger Produkte sowie Dienstleistungen anbieten, helfen wir unseren Kunden nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die Transparenz für unsere Kunden erreichen wir durch eine Bewertungsskala von Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumprodukten. Durch die Kategorisierung auf einer sechsstufigen Skala können die Kunden anhand von Schwellenwerten nachvollziehen und vergleichen, wie hoch die CO 2-Emissionen der einzelnen Produkte sind. Die Skala beruht auf internationalen, wissenschaftlich basierten Standards und kategorisiert CO 2-reduzierten Stahl anhand der zertifizierten Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung bis zur Anarbeitung. Hierfür wurde Klöckner & Co im vergangenen Dezember mit dem renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Wir konnten auch bereits erste Mengen CO 2-reduzierter Stahlprodukte an große Industrieunternehmen wie Siemens oder Mercedes-Benz liefern und somit die Dekarbonisierung unserer Kunden vorantreiben. Darüber hinaus erweiterte Klöckner & Co unter Nexigen® das Produktportfolio um weitere CO 2-reduzierte Metallprodukte und konnte sich im Berichtsjahr erste Mengen von CO 2-minimiertem Edelstahl von Outokumpu sichern. Darüber hinaus kann Klöckner & Co in Zukunft voraussichtlich bis zu 250.000 Tonnen "grünen Stahl" von seinem schwedischen Partner H2 Green Steel beziehen und in die Produkt- und Dienstleistungspalette aufnehmen. Ferner stellt Klöckner & Co seit Jahresbeginn seinen Kunden für nahezu alle Produkte des Sortiments den individuellen Product Carbon Footprint (PCF) zur Verfügung. Dieser berücksichtigt alle angefallenen Emissionen eines Produktes von der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung an das Kundenwerkstor ("Cradle-to-Customer Entry Gate"). Die Berechnung erfolgt durch den eigens entwickelten und nach international anerkannten Standards zertifizierten Nexigen® PCF Algorithm. Dadurch erweitert Klöckner & Co sein nachhaltiges Produkt- und Dienstleistungsspektrum und kann sich noch stärker vom Wettbewerb differenzieren. Der Stahl- und Metallhandel ist nach wie vor durch eine Vielzahl von Zwischenhändlern und mangelnde Transparenz gekennzeichnet, was die Branche ineffizient macht. Die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung ist daher weiterhin ein wichtiger Hebel, um die Transparenz und Effizienz in unseren Lieferketten zu erhöhen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Strategie das Aufbrechen solcher Strukturen erleichtern, indem wir unseren Kunden als One-Stop-Shop einen einfachen Zugang zu komplementären Produkten und Dienstleistungen ermöglichen. Nachdem wir uns zu Beginn unserer digitalen Transformation auf die Schnittstellen zu den Kunden fokussiert haben, ist nun die Digitalisierung des gesamten Prozesses von der Bestellung bis zur Auslieferung an den Kunden in den Mittelpunkt gerückt. Die schrittweise Automatisierung der Teilprozesse ist nicht nur ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, sondern bringt Klöckner & Co auch weiter voran auf dem Weg, eine weitestgehende Automatisierung der Kernprozesse zu erreichen und damit die Möglichkeit der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells sicherzustellen. Dies erleichtert uns die Integration von akquirierten Unternehmen und eröffnet damit auch eine gute Grundlage für langfristige Profitabilität. Wir treiben unsere digitale Transformation seit mehreren Jahren konsequent voran. Maßgeblich bei dieser beschleunigten Entwicklung ist dabei vor allem der Kloeckner Assistant, mit dem wir unsere Vertriebsprozesse immer stärker automatisieren. In dem Berichtsjahr hat er Umsätze in Höhe von über 1,3 Mrd. € automatisch abgewickelt. Mittlerweile sind alle wesentlichen Gesellschaften in dieser globalen Klöckner & Co-Lösung integriert. Wir streben weiterhin an, unseren Beitrag zu leisten, um die Informationsasymmetrien in der Stahlindustrie sowie in angrenzenden Industrien durch digitale Vernetzung mit anderen Marktteilnehmern so weit wie möglich zu beseitigen und damit die Effizienz für alle Beteiligten deutlich zu erhöhen. Dadurch wollen wir erreichen, dass Klöckner & Co zukünftig die gesamte Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen auf allen Vertriebskanälen anbieten kann. Darüber hinaus möchten wir im höherwertigen Geschäft weiter organisch wachsen mit dem Ziel, die Ergebnisvolatilität zu reduzieren und unsere Profitabilität zu steigern. Wir erwarten dabei auch zusätzliche Impulse, um mit Hilfe der Digitalisierung und Automatisierung unser Geschäftsmodell zukunftsorientierter, wertschöpfender und weniger risikobehaftet auszurichten. Beispiele hierfür sind unsere Investitionen in 3D-Laser, um weiterhin höherwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können und den Kundenstamm auszubauen. Die Erweiterung unserer Kapazitäten für 3D-Laser auf europäischer Ebene trägt dazu bei, unser Netzwerk effizient zu nutzen. Neben einem 3D-Laser-Zentrum im Vereinigten Königreich und mehreren 3D-Lasern in Deutschland und den USA verfügen wir auch in Frankreich und den Niederlanden über 3D-Laser-Kapazitäten. Damit besetzen wir in Europa genauso wie in den USA erfolgreich eine Nische. Insgesamt zielen alle diese Projekte und Maßnahmen darauf ab, Synergien zu heben und die Organisation zu verschlanken, um Effizienzverbesserungen zu erzielen. Darüber hinaus möchten wir schneller auf Veränderungen im Marktumfeld reagieren können und neben der Digitalisierung und Automatisierung auch den Ausbau des höherwertigen Geschäfts noch schneller umsetzen. Durch das Center of Excellence in Finance & Administration werden darüber hinaus interne Administrationsprozesse harmonisiert und Strukturen verschlankt. Außerdem werden Beschaffungsstrukturen durch datengestützte Entscheidungsfindung und länderübergreifende Zusammenarbeit optimiert. Die Digitalisierung ist auch ein entscheidendes Element zur Reduktion des CO 2-Aussto-ßes, da die zukünftige Stahlnachfrage besser antizipiert und die Logistik noch emissionsärmer aufgebaut werden kann. Datenmanagement und Automatisierung minimieren Intransparenzen und ermöglichen ein effizientes Ressourcenmanagement, was langfristig die Umwelt schont. So entstehen Synergien durch Digitalisierung und Klimaschutz und fördern mögliche Innovationen in der gesamten Wertschöpfungskette. Operative ChancenUnsere Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" bringt auch zahlreiche Chancen durch Maßnahmen im operativen Bereich mit sich. So setzen wir unsere Digitalisierung und Automatisierung intern und extern weiter erfolgreich um. Extern konzentrieren wir uns auf die Verbesserung und Erweiterung von Kundenschnittstellenlösungen, von denen wir uns ein besseres Kundenerlebnis versprechen. Intern werden unsere Prozesse zunehmend digitalisiert und automatisiert. Wir wollen die Geschwindigkeit und Effizienz unserer Abläufe durch eine nahtlose End-to-End-Prozessintegration mit einem sehr hohen Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad erhöhen und datengesteuerte Entscheidungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg treffen. Dies schafft Möglichkeiten, den Bedarf an Betriebskapital zu reduzieren, was zu einer geringeren Volatilität unserer Rentabilität und zu Cashflow-Generierung führt. Im Rahmen unserer Strategie ist es unser Ziel, weiter zu wachsen und der führende One-Stop-Shop für Stahl, weitere Werkstoffe und Anarbeitungsdienstleistungen in Europa und Amerika zu werden. Um diesem Ziel einen großen Schritt näher zu kommen, haben wir unsere Digitalisierungs- sowie IT-Kompetenz in der kloeckner.i GmbH gebündelt und dabei auch grundlegend neu aufgestellt. Dies bietet den Geschäftseinheiten in den Regionen und den verschiedenen Funktionen, wie Vertrieb, Einkauf, Logistik, Produktion und Finanzen, einen zentralen Ansprechpartner für die Zusammenarbeit, der bei der digitalen Transformation des Geschäfts unterstützt und bei technischen Lösungen berät. Die kloeckner.i GmbH gliedert sich in die Kompetenzbereiche Strategy & Transformation, Solution Design & Delivery, Infrastructure & Service Management, Cyber Security und Business Relationship Management. Der Bereich Strategy & Transformation verantwortet die ganzheitliche und digital unterstützte Unternehmenstransformation. Im Fokus von Solution Design & Delivery stehen insbesondere die Programmierung unserer eigenen digitalen Technologien wie des Kloeckner Assistant oder anderer Automatisierungslösungen und deren Weiterentwicklung, aber auch Betrieb und Entwicklung unserer ERP-Lösungen. Über den Bereich Infrastructure & Service Management wird die globale IT-Infrastruktur betrieben und gesteuert. Cyber Security kümmert sich um die konzernweite Sicherstellung der IT Security. Business Relationship Management stellt mit einer Vielzahl von Expertinnen und Experten mit funktionaler Erfahrung über professionelles Projektmanagement sicher, dass die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Funktionen möglichst reibungsfrei funktioniert, Synergien gehoben und die Effizienz gesteigert wird. Hauptziel der kloeckner.i GmbH ist, Prozessoptimierungen zu erarbeiten und möglichst standardisierte Lösungen zu finden, um die Komplexität interner Prozesse sowie der IT-Landschaft zu reduzieren und dadurch einen höheren Automatisierungsgrad zu erreichen, damit wir uns noch stärker auf den Kunden und seine spezifischen Bedürfnisse fokussieren können. In diesem Zusammenhang haben wir mit global aufgesetzten Initiativen in diesem Jahr einen weiteren großen Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht. Die Ziele dieser Initiativen sind, die heterogene IT-Landschaft im Konzern zu vereinfachen, zu harmonisieren und zu modernisieren. Darüber hinaus sollen Prozesse zwischen Verkauf und Anarbeitung effizienter gestaltet werden und Prozesse im Lager weiter digitalisiert werden. Auch im Vertrieb sollen die Prozesse noch digitaler gemacht und nach Möglichkeit automatisiert werden. Zudem soll die Einkaufserfahrung für unsere Kunden verbessert werden, z. B. durch eine Echtzeitverfolgung der Bestellungen oder Transparenz in der Lieferkette. Durch eine modernere und homogenere IT-Infrastruktur und Systeme kann zum einen eine effizientere Arbeitsweise für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht werden. Zum anderen soll auch der IT-Support in den Lagern verbessert werden. Dadurch ergibt sich für Klöckner & Co ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern, die derartige Synergien nicht heben können. Auch wird damit ein schnelleres Wachstum durch Unternehmenskäufe erleichtert. Bewährte, effizientere Prozesse können zügig implementiert und erworbene Unternehmen so einfacher auf ein höheres Produktivitätsniveau gebracht werden. Der Kloeckner Assistant als ein digitales Produkt der kloeckner.i GmbH kann als KI-getriebene Applikation mittlerweile alle wesentlichen Anarbeitungsanfragen bearbeiten. In diesem Jahr kam das automatische Extrahieren relevanter Informationen aus unstrukturierten E-Mails als neue Kernfunktion hinzu. Wir arbeiten daran, im nächsten Schritt den Umfang der Bestellformate, die vom Kloeckner Assistant verarbeitet werden können, sogar auf Sprache auszuweiten und damit den manuellen Eingabeaufwand weiter zu reduzieren. Darüber hinaus optimieren wir die Software, mit der wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Vertrieb konzernweit Preisempfehlungen geben, um die tägliche Preiskalkulation zu verbessern. Unser Preissystem ermöglicht es uns, automatisierte, rationale Preisempfehlungen zu erstellen, die das individuelle Kundenverhalten widerspiegeln. Eine Preisgestaltung nach Kundengruppen, bei der Kunden nach Faktoren wie früherem Kaufverhalten, Produktbedarf oder Angebotsannahmequote kategorisiert werden, unterstützt unsere Preisentscheidungen. Diese Verbesserungen im Preisfindungsprozess ermöglichen es uns, datengestützte Preisempfehlungen für Produkte und Kundengruppen zu geben. Der somit zunehmend digitale Vertrieb wird es uns ermöglichen, noch schneller und effizienter zu werden, indem wir den manuellen Arbeitsaufwand bei der Auftragsabwicklung weiter reduzieren und die Menge der verfügbaren Daten erhöhen, um bessere datengestützte Entscheidungen zu treffen. Dies ermöglicht, das digitale Geschäft weiter zu skalieren. Neben unseren eigenen Aktivitäten in der kloeckner.i GmbH investieren wir weiterhin mit unserer Venture-Gesellschaft kloeckner.v über ausgewählte Venture-Capital-Firmen und auch direkt in Start-ups, die unsere Digitalisierungsstrategie mit disruptiven Ansätzen unterstützen. Die Digitalisierung bietet unserem Konzern auch Arbeitsmethoden und Werkzeuge von Start-up-Unternehmen, die es uns ermöglichen, in unserer Arbeitsweise agiler, schneller und effektiver zu werden sowie Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Zu diesem Zweck setzen wir diverse digitale Tools in den verschiedenen Landesgesellschaften ein. Ziel ist es, auf Basis solcher Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sämtliche Prozesse einfacher und effizienter zu gestalten. Wir sind z. B. auch dabei, harmonisierte Beschaffungsprozesse über unsere Regionen und Standorte hinweg zu implementieren, mit dem Ziel, die Daten aus unseren digitalen Systemen zu nutzen, um strategische Einkaufsentscheidungen zu treffen. Als Konzern haben wir uns durch die Digitalisierung auch operativ sehr schnell an die Anforderungen von "New Work", d. h. des Wandels der Arbeitswelt durch Globalisierung und Digitalisierung, angepasst. So haben wir z. B. sehr frühzeitig auf hybrides Arbeiten umgestellt, um für die aktuellen, aber auch zukünftigen für die Anforderungen einer veränderten modernen Arbeitswelt gewappnet zu sein. Dies sehen wir als einen wichtigen Bestandteil unserer Attraktivität als Arbeitgebermarke Klöckner & Co und damit als einen Wettbewerbsvorteil auf dem immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt um Fachkräfte und neue Talente. Im Rahmen der operativen Exzellenz sind wir ständig bestrebt, unsere Abläufe zu verbessern und unsere Rentabilität durch die Beseitigung von Ineffizienzen in unseren internen Prozessen zu erhöhen, um eine schlanke Kostenstruktur und eine intelligente Ressourcenzuweisung sicherzustellen. Im Rahmen unserer Bemühungen um eine schlankere Kostenstruktur haben wir unsere Kosten gesenkt, indem wir die Zahl der Vollzeitbeschäftigten, die Verwaltungsaufgaben wahrnehmen, verringert, die Automatisierung verbessert und unsere Prozesse in der gesamten Organisation vereinfacht haben. Außerdem setzen wir verstärkt datenbasierte Modelle für Geschäftsentscheidungen in Vertrieb und Beschaffung ein, um unser Nettoumlaufvermögen auszugleichen. Wir sind davon überzeugt, dass die Zentralisierung und Automatisierung der Logistik auch dazu beitragen wird, Ineffizienzen zu beseitigen und unsere Kosten zu kontrollieren. So verbessern beispielsweise Transportplanungstools die Logistikplanung auf der Grundlage von Daten und Routenverfolgung, um Routen und Stopps an Kundenstandorten zu optimieren. Unser Fokus in der Logistik hat sich in den letzten Jahren vor allem darauf konzentriert, unsere Lager mittels digitaler Prozesse papierfrei zu machen. Jetzt ist das Ziel, Effizienzgewinne auch verstärkt im Transportmanagement zu erreichen. Transportkosten sind ein großer Bestandteil der Logistikkosten und der Kosten in der Stahldistribution insgesamt. Daher steckt hier viel Potenzial in der Optimierung und der Kostenreduktion. Nach der Entwicklung eines kartenbasierten Transportplanungstools mit Routenoptimierer wurde darauf aufbauend mit den Logistik- und Transportleitern in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien und dem Vereinigten Königreich eine auf dem Planungssystem basierende App entwickelt. Diese erlaubt es den LKW-Fahrern zum einen, die einwandfreie Lieferung beim Kunden mittels einer digitalen Lieferbestätigung nachzuweisen. Zum anderen hilft sie, bessere Stammdaten für die Transportplanung zu gewinnen. So werden für die Transportlogistik wichtige Daten wie Verweildauer beim Kunden oder Reklamationen online dokumentiert und der Transportplanung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vertrieb schnell zur Verfügung gestellt. Der Tourverlauf wird online dargestellt und ermöglicht dadurch, auf kurzfristige Abweichungen zu reagieren. Das Nutzen von Chancen im Bereich der Prozessoptimierung ist somit ein weiterer wichtiger Bestandteil für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragssituation und auch das Thema Arbeitssicherheit hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. In den USA geht es im Rahmen der Effizienzverbesserungsstrategie in erster Linie darum, die Zusammenarbeit im Vertrieb und in anderen operativen Funktionen weiter zu verbessern, um unseren Kunden einen nahtlosen Service anbieten zu können. Hierfür wird in einer regionalen Struktur sichergestellt, dass der Kunde unser gesamtes Produkt- und Serviceangebot aus einer Hand erhält. Dadurch können wir produktübergreifend das volle Umsatzpotenzial des Kunden realisieren. Darüber hinaus setzen wir unser starkes Produkt-Know-how markt- und branchenspezifisch, abhängig von der Größe des Marktes, den Hauptwettbewerbern und den Kundenprofilen dazu ein, Kundenwachstum zu erzielen. Zur Differenzierung von unseren Wettbewerbern wollen wir unseren Kunden neben einem weiterhin breiten Produktportfolio vermehrt höherwertige Produkte und Services anbieten. Dabei stehen vor allem solche Kunden im Vordergrund, die aufgrund ihrer hohen vertikalen Integration mehr Potenzial bieten, ihnen erfolgreich und profitabel höherwertige Leistungen anzubieten. Zudem beliefern wir unsere Kunden vermehrt aus unserem Netzwerk und nicht nur von einzelnen Standorten. Damit können wir insbesondere gegenüber den kleineren und mittelgroßen Wettbewerbern ein breiteres Portfolio an Stahl- und Metallprodukten zur Verfügung stellen, ohne die Lagerbestände zu erhöhen. Im Einkauf werden wir unsere Größenvorteile im Vergleich zu vielen Wettbewerbern weiterhin konsequent nutzen. Wir versprechen uns durch eine starke Bündelung der Beschaffungsmengen auf Lieferanten, die entsprechende Konditionen gewähren, sowie eine intensive Nutzung globaler Einkaufsmöglichkeiten deutliche Skaleneffekte. In Europa und in den USA gilt dies nicht nur für den Werkstoffeinkauf, sondern auch für den Einkauf von Nichthandelsware und Dienstleistungen, um diese über Ländergrenzen bzw. Regionen und Standorte hinweg zu bündeln und zu optimieren. Gesamtaussage zur Chancensituation des KonzernsDie wesentlichste Chance für Klöckner & Co ist die Entwicklung hin zum führenden One-Stop-Shop für Stahl, andere Werkstoffe, Ausrüstung und Anarbeitungsdienstleistungen in Europa und Amerika, wie oben beschrieben. Zudem sehen wir eine weitere wesentliche Chance darin, auch bei der Nachhaltigkeit Vorreiter in unserer Branche zu werden und damit einen signifikanten Wettbewerbsvorteil zu erzielen, da wir hierdurch unsere Kunden in ihrem zunehmenden Bedarf an nachhaltigen Lösungen für ihr Geschäftsmodell optimal unterstützen können. Dadurch sowie durch die beschleunigte Transformation, unterstützt durch selektive Akquisitionen, sehen wir Klöckner & Co optimal aufgestellt, um die sich bietenden Chancen zu nutzen. 6. Prognosebericht des KonzernsNachdem das Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen durch die makroökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie durch die daraus resultierende Inflationsdynamik und die Gegenmaßnahmen der internationalen Notenbanken beeinflusst war, rechnen wir trotz weiterhin bestehenden gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen mit einer zunehmenden Normalisierung des globalen Stahlmarkts. Insgesamt rechnen wir mit einer stärkeren Nachfragedynamik in den für uns wesentlichen Absatzmärkten in Europa und den USA und demzufolge mit einem deutlich höheren Absatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022. Trotz der zu Jahresbeginn 2023 erneut gestiegenen Stahlpreise erwarten wir ein insgesamt niedrigeres Durchschnittspreisniveau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und dementsprechend ein deutlich niedrigeres Umsatzniveau. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 konnten wir durch ein konsequentes Net Working Capital-Management im Zusammenhang mit einer in der ersten Jahreshälfte positiven Preisdynamik ein starkes operatives Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten in Höhe von 417 Mio. € erzielen. Da eine Wiederholung der außergewöhnlich positiven Preisentwicklung des ersten Halbjahres 2022 nicht zu erwarten ist, rechnen wir zwar mit einem deutlichen Rückgang des EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten, vor dem Hintergrund der insgesamt erheblich verbesserten operativen Aufstellung, Unternehmenssubstanz und Profitabilitätsbasis erwarten wir jedoch, dass dieses auf einem relativ starken Niveau liegen wird. Nach der ausgesprochen positiven Cashflow-Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 rechnen wir auch für das laufende Geschäftsjahr 2023 mit einem signifikant positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, jedoch insgesamt deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus.
"Konstant" entspricht einer Veränderung von 0-1 %, "leicht" von > 1-5 % und "deutlich" von > 5 %.
Duisburg, 3. März 2023 Der Vorstand 7. Erklärung zur UnternehmensführungDie nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f Abs. 1 S. 1 und 315d HGB wird von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam abgegeben, wobei Vorstand und Aufsichtsrat jeweils für die sie betreffenden Teile zuständig sind. Die Erklärung zur Unternehmensführung enthält auch den Bericht über die Corporate Governance der Gesellschaft (vgl. Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex [nachfolgend auch DCGK oder Kodex]) 3 . Der Vergütungsbericht über das letzte Geschäftsjahr, der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG sowie das geltende Vergütungssystem des Vorstands gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG und der letzte Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Abs. 3 AktG sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.kloeckner.com abrufbar. Der Vergütungsbericht über das letzte Geschäftsjahr und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG sind zudem in diesem Geschäftsbericht enthalten. Entsprechenserklärung 2022 und Anwendung des Deutschen Corporate Governance Kodex§ 161 AktG verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE, jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und gegebenenfalls warum nicht. Auch im Berichtsjahr haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE mit der Erfüllung der Empfehlungen und Anregungen des Kodex befasst. Die letzte jährliche Erklärung wurde im Dezember 2022 abgegeben. Sie ist im Folgenden wiedergegeben und auch auf der Internetseite der Klöckner & Co SE zugänglich. Ferner sind dort alle bisher abgegebenen Entsprechenserklärungen dauerhaft verfügbar. Die Klöckner & Co SE hat - mit Ausnahme der unten aufgeführten Abweichung - seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 13. Dezember 2021 sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 20. März 2020, entsprochen. Die Klöckner & Co SE wird - mit Ausnahme der nachstehend aufgeführten Abweichung - zukünftig sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022, entsprechen: C.10: Gemäß Ziffer C.7 kann die Zugehörigkeit eines Mitglieds zum Aufsichtsrat von mehr als zwölf Jahren eine fehlende Unabhängigkeit von der Gesellschaft indizieren. Prof. Dr. Dieter H. Vogel gehört dem Aufsichtsrat seit dem 31. Mai 2006 an und ist dessen Vorsitzender sowie Vorsitzender des Präsidiums (als mit der Vorstandsvergütung befasstem Ausschuss). Obwohl der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft bei Prof. Dr. Dieter H. Vogel keine konkreten Anhaltspunkte für eine fehlende Unabhängigkeit sehen, wird vor dem Hintergrund der Empfehlung in Ziffer C.7 rein vorsorglich eine Abweichung in Bezug auf Ziffer C.10 erklärt. Nach der Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat ist die Tätigkeit von Prof. Dr. Dieter H. Vogel im Aufsichtsrat der Gesellschaft und in seinen Funktionen als dessen Vorsitzender sowie Vorsitzender des Präsidiums auch über die im Kodex genannte Dauer hinaus im Interesse der Gesellschaft. Der Wert von Prof. Dr. Dieter H. Vogel für die Arbeit des Aufsichtsrats dürfte unbestritten sein. Neben seiner fachlichen und persönlichen Qualifikation sowie seiner Erfahrung, insbesondere auch in der Leitung von Aufsichtsorganen, verfügt er aufgrund seiner langjährigen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat der Gesellschaft über eine besonders profunde Kenntnis des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen zudem - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der verschiedenen Personalwechsel im Vorstand in den letzten Jahren - ausdrücklich die mit der Person von Prof. Dr. Dieter H. Vogel verbundene Kontinuität. Überdies teilen Vorstand und Aufsichtsrat die hinter der Kodexregelung C.7 stehende Besorgnis eines mit zunehmender Zugehörigkeitsdauer steigenden Risikos von Interessenkollisionen in Bezug auf Prof. Dr. Dieter H. Vogel nicht. Der Aufsichtsrat prüft das Vorliegen von Interessenkonflikten bei allen seinen Mitgliedern kontinuierlich. Es ist bei Prof. Dr. Dieter H. Vogel bisher keine Situation aufgetreten, in der die Gefahr einer Interessenkollision bestand und es ist auch nicht ersichtlich, warum eine solche Gefahr allein wegen des Überschreitens einer bestimmten Zugehörigkeitsdauer angenommen werden sollte.
Duisburg, 13. Dezember 2022 Der Aufsichtsrat Der Vorstand ANWENDUNG DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEXDie verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance) hat bei Klöckner & Co einen hohen Stellenwert. Sie ist auf eine nachhaltige Wertentwicklung ausgerichtet. Mit der Orientierung an den Empfehlungen und Anregungen des Kodex unterstützt Klöckner & Co das für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Ziel, das Vertrauen der nationalen und internationalen Anlegerinnen und Anleger sowie der Kunden, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung des Unternehmens zu fördern. Den Empfehlungen des Kodex in seiner aktuellen Fassung wurde im Berichtsjahr mit der oben genannten Ausnahme entsprochen. Die Anregungen des Kodex werden von Vorstand und Aufsichtsrat grundsätzlich nicht anders behandelt als die Empfehlungen. Sämtlichen Anregungen des Kodex in der aktuellen Fassung wurde im Berichtsjahr mit folgender Ausnahme entsprochen: Gemäß Anregung A.8 des Kodex sollte der Vorstand im Falle eines Übernahmeangebots eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, in der die Aktionärinnen und Aktionäre über das Angebot beraten und gegebenenfalls über gesellschaftsrechtliche Maßnahmen beschließen. Die Einberufung einer Hauptversammlung stellt - selbst unter Berücksichtigung der im Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) vorgesehenen verkürzten Fristen - eine organisatorische Herausforderung dar und bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen. Es erscheint fraglich, ob der damit verbundene Aufwand auch in den Fällen gerechtfertigt ist, in denen keine relevanten Beschlussfassungen der Hauptversammlung vorgesehen sind. Die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung sollte deshalb nur in angezeigten Fällen erfolgen. Im Hinblick auf die Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder ist auf Folgendes im Zusammenhang mit der Anwendung des Kodex hinzuweisen: Die Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder Dr. Oliver Falk und John Ganem wurden vor der Veröffentlichung des Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 geschlossen (die betreffenden Kodexregelungen wurden durch die Änderungen des Kodex mit der Fassung vom 28. April 2022 nicht geändert). Diese Verträge hatten eine anfängliche Laufzeit bis zum 31. Juli 2022. Da gemäß der Begründung zu Abschnitt G.I des Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 die Änderungen des Kodex nicht in laufenden Vorstandsanstellungsverträgen berücksichtigt werden mussten, galt für diese Verträge für die Dauer ihrer Laufzeit weiter der Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017. Diesem entsprachen die vorgenannten Vorstandsverträge. Mit Wirkung ab dem 1. August 2022 wurden beide Verträge im Rahmen der Verlängerung der Bestellung an die geänderten Vorgaben des Kodex angepasst und entsprechen seitdem allen Vorgaben des Kodex in der geltenden Fassung vom 28. April 2022. Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren AusschüssenDie Klöckner & Co SE ist eine europäische Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, deren Führungssystem gemäß der Satzung dem dualistischen System entspricht - vergleichbar mit der deutschen Aktiengesellschaft. Dieses dualistische System ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Beratungs- und Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Unternehmensinteresse eng zusammen. Ein vertrauensvoller, intensiver und kontinuierlicher Dialog zwischen den beiden Organen ist die Basis für eine verantwortungsvolle und effiziente Unternehmensführung. VORSTANDDer Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Dem Vorstand der Klöckner & Co SE obliegt die eigenverantwortliche Leitung des Konzerns und der Konzernholding unter Berücksichtigung der Belange aller Stakeholder. In dieser Funktion legt der Vorstand für die Segmente sowie die Holding und weitere Konzerngesellschaften die Ziele sowie die Strategien fest und bestimmt die Richtlinien sowie die Grundsätze für die daraus abgeleitete Unternehmenspolitik. Die Konzernstrategie legt er in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat fest. Die Leitungsaufgabe nimmt der Vorstand als Kollegialorgan mit gemeinsamer Verantwortung für die Geschäftsführung wahr. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstands unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Der Vorsitzende des Vorstands koordiniert die Arbeit des Vorstands, insbesondere organisiert und leitet er die Vorstandssitzungen. Der Vorstand ist u. a. zuständig für die Erstellung der Zwischenberichte/-mitteilungen des Unternehmens sowie für die Aufstellung des Jahres- und des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Klöckner & Co SE und des Klöckner & Co-Konzerns. Der Vorstand hat ferner dafür zu sorgen, dass Rechtsvorschriften, behördliche Regelungen und unternehmensinterne Richtlinien eingehalten werden, und darauf hinzuwirken, dass die Konzernunternehmen sie beachten (Compliance). Er sorgt ferner für ein angemessenes Risikomanagementsystem und Risikocontrolling; außerdem hat er ein Internes Kontrollsystem (IKS) eingerichtet. Risikomanagementsystem und IKS decken auch nachhaltigkeitsbezogene Ziele ab. Der Vorstand der Klöckner & Co SE bestand im abgelaufenen Geschäftsjahr aus vier Personen, die der Aufsichtsrat nach Maßgabe der SE-Verordnung, des Aktiengesetzes sowie der Satzung bestellt und abberuft: dem Vorsitzenden des Vorstands Guido Kerkhoff, gleichzeitig zuständig für das operative Segment Kloeckner Metals Non-EU, dem Finanzvorstand Dr. Oliver Falk, dem für das Segment Kloeckner Metals EU zuständigen Vorstandsmitglied Bernhard Weiß und dem für das operative Amerika-Geschäft (Segment Kloeckner Metals US) zuständigen Vorstandsmitglied John Ganem. Die Arbeit des Vorstands ist u. a. durch eine vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung mit Geschäftsverteilungsplan geregelt. Diese hat insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussmodalitäten sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstands zum Gegenstand. Sie enthält ferner Regelungen über die Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand die Zustimmung des Aufsichtsrats benötigt. Dies ist der Fall bei bedeutenden, risikoreichen oder ungewöhnlichen Geschäften sowie bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen. Die Geschäftsordnung sieht mindestens eine monatliche Vorstandssitzung vor, wobei im Regelfall monatlich zwei Vorstandssitzungen stattfinden. In ihnen koordiniert der Vorstand seine Arbeit und trifft gemeinsame Entscheidungen. Im Berichtsjahr fanden 24 Vorstandssitzungen statt. Ferner wurden sechs Mal Beschlüsse außerhalb von Vorstandssitzungen im schriftlichen Verfahren gefasst. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE berät den Vorstand und überwacht seine Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat stimmt der Jahresplanung und dem Finanzierungsrahmen zu und billigt - unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers - die Jahresabschlüsse der Klöckner & Co SE und des Klöckner & Co-Konzerns, den zusammengefassten Lagebericht und den von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam erstellten Vergütungsberichts sowie den nichtfinanziellen Konzernbericht und einen etwaigen Abhängigkeitsbericht und die Erklärung zur Unternehmensführung. Zudem befasst sich der Aufsichtsrat mit der Überwachung der Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien durch das Unternehmen (Compliance) sowie mit dem Internen Kontrollsystem, dem Risikomanagementsystem und dem Datenschutzmanagement. Der Aufgabenbereich des Aufsichtsrats umfasst weiterhin die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands, die Vorstandsvergütung sowie die Festlegung der Ressorts der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE besteht aus sechs Mitgliedern, die allesamt Anteilseignervertreter sind und grundsätzlich von der Hauptversammlung gewählt werden. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Prof. Dr. Dieter H. Vogel, als sein Stellvertreter fungiert Dr. Ralph Heck. Beide verfügen - wie die übrigen Aufsichtsratsmitglieder - über große Erfahrung in der Leitung bzw. Kontrolle von international tätigen Wirtschaftsunternehmen und über die zur Ausübung ihres Amtes notwendige hohe fachliche Qualifikation. Kosten für externe Fortbildungsmaßnahmen der Aufsichtsratsmitglieder werden in angemessener Höhe von der Gesellschaft übernommen. Die folgenden Aufsichtsratsmitglieder galten im Berichtsjahr als unabhängig im Sinne von Ziffer C.6 des Kodex: Dr. Ralph Heck, Prof. Dr. Tobias Kollmann, Uwe Röhrhoff und Ute Wolf. Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh ist zugleich Alleingesellschafter der SWOCTEM GmbH, die Großaktionärin der Gesellschaft ist, und damit als nicht unabhängig von einem kontrollierenden Aktionär anzusehen. In Bezug auf Prof. Dr. Dieter H. Vogel wird wegen seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat von mehr als 16 Jahren rein vorsorglich eine fehlende Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand erklärt, wenngleich der Aufsichtsrat kein Risiko von Interessenkollisionen sieht. Vielmehr ist die Tätigkeit von Prof. Dr. Dieter H. Vogel im Aufsichtsrat der Gesellschaft auch über die im Kodex genannte Dauer von mehr als zwölf Jahren hinaus (vgl. Ziffer C.7 des Kodex) im Interesse der Gesellschaft (vgl. dazu auch die weiteren Ausführungen in der Entsprechenserklärung). Unter den Aufsichtsratsmitgliedern befindet sich kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden; er stimmt mit dem Vorstand auch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft ab und erörtert mit ihm regelmäßig die Fortentwicklung und den Stand der Umsetzung der Strategie einschließlich Nachhaltigkeitsfragen. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Aufsichtsrats und leitet die Sitzungen des Plenums des Aufsichtsrats. Er führt bei Bedarf in angemessenem Rahmen Gespräche mit Investoren zu aufsichtsratsspezifischen Themen. Die Verhandlungssprache in den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen im Berichtsjahr war grundsätzlich Englisch, in den Sitzungsteilen ohne Teilnahme des Vorstands Deutsch; in den Ausschüssen wurde mit Ausnahme der außerordentlichen Präsidiumssitzung im Dezember durchgehend Deutsch gesprochen. Durch einen intensiven, kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat stets über die Geschäftspolitik und -lage, die Unternehmensplanung und die Strategie informiert. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat außerdem regelmäßig in schriftlicher und mündlicher Form zeitnah und umfassend. Kern der schriftlichen Berichterstattung ist das monatliche Board-Reporting. Es informiert über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und seiner Segmente. Auch die Entwicklung des Kapitalmarkts und die für die Klöckner & Co SE wichtigen makroökonomischen Indikatoren sowie die Bewertung der Unternehmenssituation im Branchenvergleich sind - ebenso wie die Entwicklung der Nachfrage und der Stahl- und Metallpreise - Bestandteil der Berichterstattung. Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die mit dem Vorstand vereinbarte Struktur des Board-Reportings. Sofern für erforderlich oder zweckmäßig erachtet, wurde bzw. wird diese entsprechend angepasst. In seinen Sitzungen erörtert der Aufsichtsrat regelmäßig die allgemeine Wirtschaftslage, die Branchensituation, die Geschäftsentwicklung des Konzerns und der operativen Segmente sowie die Kursentwicklung der Klöckner & Co-Aktie im Branchenvergleich. Weitere Ausführungen zu der Arbeit des Aufsichtsrats im Berichtsjahr finden Sie im Bericht des Aufsichtsrats in diesem Geschäftsbericht. Gemäß seiner Geschäftsordnung beschließt der Aufsichtsrat mit einfacher Mehrheit, soweit Gesetz oder Satzung nichts anderes bestimmen. Die Beschlussfassungen erfolgten stets einstimmig. SELBSTBEURTEILUNG DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat evaluiert und überprüft jährlich die Effizienz seiner Tätigkeit im Rahmen einer Selbstbeurteilung, alle zwei Jahre in ausführlicher Form. Da die letzte ausführliche Evaluierung im Geschäftsjahr 2020 durchgeführt wurde, fand im Berichtsjahr turnusmäßig erneut eine ausführliche Selbstbeurteilung statt. Diese erfolgte - ohne Unterstützung eines externen Beraters - in Form einer Kombination aus einem von den Aufsichtsratsmitgliedern zu beantwortenden ausführlichen Evaluierungsfragebogen und individuellen Gesprächen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern. Die Auswertung erfolgte durch den Aufsichtsratsvorsitzenden. Die Ergebnisse wurden in der Dezembersitzung im Präsidium und im Aufsichtsratsplenum besprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats erfordern Vorbereitung, Ablauf und Inhalt der Sitzungen sowie die Aufgabenaufteilung auf Ausschüsse und Plenum derzeit keine Änderungen. Die Aufteilung der Aufsichtsratsarbeit in strategische Überlegungen, Beratungs- und Kontrolltätigkeiten wird als ausgewogen angesehen. Thematisiert wurden ferner (i) die gestiegenen Anforderungen an die Aufsichtsratsarbeit und dass vor diesem Hintergrund die (seit 2013 unveränderte) Vergütung des Aufsichtsrats überprüft werden soll, (ii) die langfristige Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Stärkung der Aspekte Diversität sowie Internationalität in Bezug auf die USA), (iii) Inhalt und Turnus der Berichterstattung durch den Vorstand zur Digitalisierung und (iv) die Instrumente zur Überprüfung der Unternehmenskultur. Der Aufsichtsrat selbst berichtet jährlich in seinem Bericht an die Hauptversammlung (Seite 12 ff.) ausführlich über seine konkrete Tätigkeit und seine Arbeitsschwerpunkte im Berichtsjahr. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATSDie Arbeit des Plenums des Aufsichtsrats wird durch seine Ausschüsse ergänzt. Der Aufsichtsrat hat folgende Ausschüsse gebildet: einen dreiköpfigen Prüfungsausschuss und ein ebenfalls dreiköpfiges Präsidium. Das Präsidium fungiert zugleich als Nominierungsausschuss und Personalausschuss. Wegen der relativ geringen Zahl von Aufsichtsratsmitgliedern und der damit zusammenhängenden hohen Effizienz der Plenumsarbeit wurde auf die Einrichtung weiterer Ausschüsse verzichtet. Die Ausschussvorsitzenden berichten in den Plenumssitzungen regelmäßig und umfassend über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen. PRÄSIDIUMDem Präsidium gehören der Aufsichtsratsvorsitzende als Ausschussvorsitzender und sein Stellvertreter sowie ein weiteres Mitglied an. Vorsitzender des Präsidiums ist dementsprechend der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Prof. Dr. Dieter H. Vogel. Weitere Mitglieder des Präsidiums sind der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Ralph Heck, und Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh. Das Präsidium übt nach der Geschäftsordnung auch die Funktionen eines Personalausschusses zur Vorbereitung von Personalentscheidungen auf Vorstandsebene aus. Das Präsidium schlägt dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten zur Bestellung als Vorstandsmitglied vor und macht insbesondere Vorschläge zu deren Vergütung und insgesamt zum Vorstandsvergütungssystem. Zudem berät es über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand (siehe dazu ausführlich unter "Langfristige Nachfolgeplanung"). Daneben hat es die Funktion des sogenannten Nominierungsausschusses. Dieser schlägt dem Aufsichtsratsplenum geeignete Kandidaten für den Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vor. PRÜFUNGSAUSSCHUSSDer Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung (insbesondere der Vorauswahl, Beauftragung und Prüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Qualität der Abschlussprüfung, den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung) und der Compliance sowie mit der Vorbereitung der Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts und eines etwaigen Abhängigkeitsberichts durch den Aufsichtsrat. Ferner hat ihm der Aufsichtsrat die vor der jeweiligen Veröffentlichung vorgesehene Erörterung des Halbjahresfinanzberichts und der Quartalsmitteilungen mit dem Vorstand zugewiesen sowie die Vorbereitung der Entscheidung des Aufsichtsrats über die Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses. Der Prüfungsausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauscht sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtet dem Prüfungsausschuss hierüber. Der Prüfungsausschuss berät regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Im Berichtsjahr steuerte der Prüfungsausschuss zudem die Ausschreibung für die Abschlussprüfung ab dem Geschäftsjahr 2023. Hierfür bildete er ein "Steering Committee", bestehend aus Ute Wolf und Uwe Röhrhoff, das gemeinsam mit dem Projektteam bei der Gesellschaft das Auswahlverfahren durchführte. Die abschließende Entscheidung über die Empfehlung an den Aufsichtsrat nebst Mitteilung einer Präferenz traf der Prüfungsausschuss in seiner Sitzung im Dezember 2022. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Ute Wolf, ist eine unabhängige Finanzexpertin (sogenannter "Financial Expert") und verfügt über Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und Abschlussprüfung gemäß der Empfehlung D.3 des Kodex in der Fassung vom 28. April 2022. Neben Ute Wolf sind der Aufsichtsratsvorsitzende, Prof. Dr. Dieter H. Vogel, und Uwe Röhrhoff Mitglieder des Prüfungsausschusses. Die Anforderungen gemäß dem Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität ("FISG") und des Kodex werden nach Ansicht des Aufsichtsrats der Klöckner & Co SE erfüllt. Sämtliche Mitglieder des Prüfungsausschusses verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet "Abschlussprüfung" (d. h. besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Abschlussprüfung einschließlich der Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts). Ute Wolf und Uwe Röhrhoff verfügen zudem über Sachverstand auf dem Gebiet "Rechnungslegung" im Sinne des FISG und des Kodex (d. h. besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung):
Der Aufsichtsrat hat formaliter Ute Wolf als Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses benannt, das über Sachverstand auf dem Gebiet "Rechnungslegung" verfügt, und Uwe Röhrhoff als Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses, das über Sachverstand auf dem Gebiet "Abschlussprüfung" verfügt. Dies umfasst jeweils auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Die erforderliche Sektorenkenntnis ist (wie oben ausgeführt) bei Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss gegeben. SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSEDer Aufsichtsrat trifft sich jährlich zu mindestens vier, das Präsidium in der Regel zu drei ordentlichen Sitzungen. Der Prüfungsausschuss tagt im Regelfall jährlich fünfmal, mindestens jedoch viermal, davon dreimal zur Erörterung des Halbjahresfinanzberichts und der Quartalsmitteilungen. Die Gremien treten darüber hinaus bei Bedarf zusammen. Zu den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse liegen stets aussagekräftige Unterlagen vor. Im Berichtsjahr haben sieben Sitzungen des Aufsichtsrats, vier seines Präsidiums und fünf seines Prüfungsausschusses stattgefunden. KOMPETENZPROFIL/ZIELE FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS/ANFORDERUNGSPROFIL FÜR DIE AUFSICHTSRATSMITGLIEDERDer Aufsichtsrat ist gemäß Grundsatz 11 des Kodex so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen und die gesetzliche Geschlechterquote eingehalten wird. Der Aufsichtsrat hat sich hierzu ein Kompetenzprofil gegeben und konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benannt. Ziel des Kompetenzprofils ist es, dass der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit über Kompetenzen verfügen soll, die für die Aktivitäten der Gesellschaft wesentlich sind. Zu diesen Kompetenzen gehören u. a. Erfahrungen und Kenntnisse in der Führung eines großen oder mittelgroßen international tätigen Unternehmens, im Handel/Vertrieb, in der Digitalisierung/ dem Onlinehandel, in der Abschlussprüfung, im Rechnungswesen und in der Rechnungslegung (für Abschlussprüfung und Rechnungslegung einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung), im Controlling und Risikomanagement bzw. in internen Kontrollverfahren sowie auf dem Gebiet der Compliance und zu den für die Klöckner & Co-Gruppe bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen. Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats wird außerdem unter Berücksichtigung des Unternehmensinteresses Vielfalt (Diversity) angestrebt; dem Aufsichtsrat sollen daher auch Mitglieder angehören, die eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllen: (a) Sie sind weiblich; (b) sie haben ihren beruflichen oder privaten Lebensmittelpunkt in einem Land (außer Deutschland), das für die Klöckner & Co-Gruppe von besonderer Bedeutung ist; (c) sie sind jünger als 60 Jahre und (d) sie erfüllen die Kriterien des § 100 Abs. 5 AktG. Daneben sollte eine angemessene Zahl der Aufsichtsratsmitglieder nach der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat unabhängig im Sinne der Empfehlung C.6 des Kodex sein, wobei die Eigentümerstruktur zu berücksichtigen ist. Die Festlegung der angemessenen Anzahl trifft der Aufsichtsrat nach seiner Einschätzung und informiert hierüber in der Erklärung zur Unternehmensführung. In seiner Sitzung am 13. Dezember 2021 hat der Aufsichtsrat festgelegt, dass mindestens vier seiner Mitglieder unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand sowie mindestens ein Mitglied unabhängig von einem kontrollierenden Aktionär sein sollen. In seiner Beurteilung der Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder bezieht der Aufsichtsrat die in Empfehlung C.7 des Kodex genannten Aspekte sowie die in der Empfehlung der Europäischen Kommission vom 15. Februar 2005 genannten Kriterien mit ein (vgl. Anhang 2 zur Empfehlung der Kommission vom 15. Februar 2005 zu den Aufgaben von nicht geschäftsführenden Direktoren/Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Gesellschaften sowie zu den Ausschüssen des Verwaltungs-/Aufsichtsrats [2005/162/EG]). Ferner sollen die Aufsichtsratsmitglieder zur Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen. Dem Aufsichtsrat sollen ferner nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören und das Aufsichtsratsmitglied, das dem Prüfungsausschuss vorsitzt, muss unabhängig und darf kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft sein, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete. Schließlich sollen Aufsichtsratsmitglieder in der Regel nicht über ihr 75. Lebensjahr hinaus bestellt werden. Die Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat wurde auf 15 Jahre festgelegt. Das Anforderungsprofil für die Nominierung eines Aufsichtsratsmitglieds wird u. a. dadurch geprägt, welche der oben genannten Zielsetzungen und Kriterien auf Basis der jeweiligen aktuellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats vorrangig umgesetzt werden sollen. STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS UND DER ZUSAMMENSETZUNGSZIELE/UNABHÄNGIGE MITGLIEDER IM AUFSICHTSRATNach Einschätzung des Aufsichtsrats sind die oben genannten Kriterien und Zielsetzungen sowie das Kompetenzprofil des Gesamtgremiums durch die gegenwärtige Zusammensetzung des Aufsichtsrats erfüllt. Die Aufsichtsratsmitglieder verfügen über die als erforderlich angesehenen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen; die erforderliche Sektorenkenntnis des Aufsichtsrats in seiner Gesamtheit ist gegeben. Auf Basis einer im Berichtsjahr durchgeführten Selbstevaluierung, bestehend aus einer Selbsteinschätzung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder sowie anschließender Auswertung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden und Vier-Augen-Gesprächen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern, stellt sich der Umsetzungsstand in Matrizenform wie unten abgebildet dar (vgl. Empfehlung C.1 S. 4 des Kodex); diese Qualifikationsmatrix wurde durch den Aufsichtsrat in der Dezembersitzung 2022 finalisiert und in der Sitzung am 3. März 2023 auch formal beschlossen:
Nahezu alle der Aufsichtsratsmitglieder sind oder waren in Führungspositionen von international tätigen großen oder mittelgroßen Unternehmen tätig und bekleiden bzw. bekleideten unterschiedliche Aufgabengebiete, die Handel/Vertrieb, Abschlussprüfung, Rechnungswesen, Rechnungslegung, Controlling und Risikomanagement bzw. interne Kontrollverfahren sowie Compliance abdecken. Ebenso verfügt der Aufsichtsrat über die gemäß dem Kodex empfohlene Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen. Prof. Dr. Tobias Kollmann gilt zudem als ausgewiesener Digitalisierungsexperte. Auch das Diversity-Kriterium der Internationalität ist erfüllt (siehe hierzu Seite 102). Ute Wolf erfüllt als unabhängiges Mitglied im Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Expertise auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung die Anforderungen an den sogenannten "Financial Expert" (s. o.). Sämtliche Mitglieder des Prüfungsausschusses verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet "Abschlussprüfung" im Sinne des FISG und des Kodex. Ute Wolf und Uwe Röhrhoff verfügen zudem über Sachverstand auf dem Gebiet "Rechnungslegung" im Sinne des FISG und des Kodex. Der Aufsichtsrat hat formaliter Ute Wolf als Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses benannt, das über den Sachverstand auf dem Gebiet "Rechnungslegung" verfügt, und Uwe Röhrhoff als Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses, das über Sachverstand auf dem Gebiet "Abschlussprüfung" verfügt. Dies umfasst jeweils auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Die erforderliche Sektorenkenntnis ist bei Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss gegeben (vgl. dazu auch oben den Abschnitt "Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen"). Dem Aufsichtsrat gehört schließlich auch eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind gegenwärtig Dr. Ralph Heck, Prof. Dr. Tobias Kollmann, Uwe Röhrhoff und Ute Wolf unabhängig im Sinne von Empfehlung C.6 des Kodex (siehe hierzu Seite 92). Das entspricht der vom Aufsichtsrat festgelegten angemessenen Anzahl (siehe oben unter "Kompetenzprofil/Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats/Anforderungsprofil für die Aufsichtsratsmitglieder": Mindestens vier Mitglieder sollen unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand sein und mindestens ein Mitglied soll unabhängig von einem kontrollierenden Aktionär). Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh ist aufgrund der Qualifizierung der SWOCTEM GmbH als kontrollierender Aktionär als nicht unabhängig von einem kontrollierenden Aktionär anzusehen. Als nicht unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand i.S.v. Empfehlung C.7 des Kodex wird - rein vorsorglich (s. o.) - Prof. Dr. Dieter H. Vogel angesehen. Die diesbezügliche Vorgabe des Kodex, dass mehr als die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein sollen, ist mithin ebenfalls erfüllt. GESETZ FÜR DIE GLEICHBERECHTIGTE TEILHABE VON FRAUEN UND MÄNNERN AN FÜHRUNGSPOSITIONENGemäß dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (zuletzt 2021 geändert durch das Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen) hat (i) der Aufsichtsrat die Zielgröße für Frauen im Aufsichtsrat und Vorstand und (ii) der Vorstand die Zielgrößen für Frauen in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Der Aufsichtsrat hatte im Geschäftsjahr 2017 für Frauen im Aufsichtsrat eine Zielgröße von 16,6 % und für Frauen im Vorstand eine Zielgröße von 0 % festgelegt. Die Zielgrößen waren bis zum 30. Juni 2022 einzuhalten und wurden erreicht. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat neue Zielgrößen für Frauen im Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt, die bis zum 30. Juni 2027 einzuhalten sind: 33,33 % (d. h. bei sechs Mitgliedern zwei Mitglieder) für den Aufsichtsrat und 25 % (d. h. bei vier Mitgliedern ein Mitglied) für den Vorstand. Die neuen Ziele sind jeweils bis zum 30. Juni 2027 zu erreichen. Derzeit beträgt der Frauenanteil im Aufsichtsrat 16,67 % und im Vorstand 0 %. Der Frauenanteil lag bei Klöckner & Co sowohl zum 30. Juni 2022 als auch zum Ende des Berichtszeitraums bei 10 % auf der Ebene 1 und 0 % auf der Ebene 2. Gründe für die Nichterreichung waren die in der traditionell männerdominierten Stahlindustrie besonders stark ausgeprägte Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen sowie der hart umkämpfte Arbeitsmarkt für weibliche Führungskräfte. Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2022 den Zeitpunkt zur Erreichung der ursprünglich im Geschäftsjahr 2017 festgelegten Zielgrößen für Frauen in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands vom 30. Juni 2022 auf den 30. Juni 2027 angepasst. Die Zielanteile weiblicher Führungskräfte liegen weiterhin bei 33,33 % auf Ebene 1 und bei 20 % auf Ebene 2. Dabei umfasst die Ebene 1 üblicherweise Zentralbereichsleiterfunktionen und die Ebene 2 Abteilungsleiter-Funktionen. Um den Frauenanteil innerhalb des Unternehmens zu erhöhen, setzt Klöckner & Co auf eine strategische Karriereentwicklung für weibliche Talente. Neue flexible Arbeitsmodelle und Homeoffice-Regelungen helfen zudem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatem. Zusätzlich braucht es eine diverse Unternehmenskultur, die den Mehrwert von ganzheitlicher Vielfalt noch stärker erkennt und fördert. Daran arbeitet Klöckner & Co kontinuierlich. Der Vorstand ist fest davon überzeugt, dass innovatives Denken nur durch die Berücksichtigung verschiedener Perspektiven möglich ist. Die beschriebenen Maßnahmen und Initiativen haben noch nicht zu der Erreichung der angestrebten Frauenanteile geführt, auch weil die erhöhte Arbeitgeberattraktivität von Klöckner & Co für weibliche Talente und Führungskräfte am Arbeitsmarkt nicht in ausreichendem Maße bekannt ist. Daher ist eine Ausweitung der Employer-Branding-Aktivitäten für diese Zielgruppen vorgesehen. DIVERSITÄTSKONZEPTE FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATSDiversität spielt in der Personalpolitik von Klöckner & Co eine wichtige Rolle. Das gilt auch für die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Dieser Aspekt ist teilweise bereits gesetzlich (Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, s. o.) bzw. im Kodex geregelt. Das bei Klöckner & Co bestehende Konzept für die Diversität in Vorstand und Aufsichtsrat wird nachstehend dargestellt. DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS; ZIELE DES DIVERSITÄTSKONZEPTSDas Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt die nachfolgenden Diversitätsaspekte, wobei anzumerken ist, dass bei Neubesetzungen naturgemäß den Gegebenheiten des Personalmarktes unter besonderer Würdigung branchenbedingter Aspekte Rechnung zu tragen ist. Alter: Gemäß der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Vorstandsmitglieder in der Regel nicht über ihr 67. Lebensjahr hinaus bestellt werden. Ferner hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass bei Wiederbestellungen von Vorstandsmitgliedern, die im Zeitpunkt ihrer Wiederbestellung das 60. Lebensjahr vollendet haben, die Bestellung in der Regel jeweils auf ein Jahr befristet sein soll, wobei mehrmalige Wiederbestellungen zulässig sind. Hierdurch wird eine angemessene und ausgewogene Altersstruktur im Gremium erreicht. Geschlecht: Die Zielquote für den Anteil von Frauen im Vorstand folgt aus dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Sie beträgt derzeit 25 % (d. h. bei vier Mitgliedern ein Mitglied; siehe hierzu auch oben den Abschnitt "GESETZ FÜR DIE GLEICHBERECHTIGTE TEILHABE VON FRAUEN UND MÄNNERN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN" auf Seite 97). Bildungs-/Berufshintergrund: Der Vorstand ist nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zu ordnungsgemäßer Geschäftsführung verpflichtet. Aus dieser Aufgabe folgen die Anforderungen an den Vorstand als Gesamtgremium sowie an die einzelnen Mitglieder. Dies sind insbesondere Managementerfahrung und Führungskompetenz. Hinzu können sich aus der jeweiligen Position ergebende weitere Anforderungen kommen. Eine Diversität hinsichtlich der Bildungs- und Berufshintergründe folgt somit auch bereits aus den unterschiedlichen Aufgabenbereichen der einzelnen Vorstandsmitglieder. Sie ist nach Ansicht des Aufsichtsrats förderlich für die Arbeit des Vorstands. Internationalität: Ein weiterer Diversitätsaspekt ist die Internationalität. Diese kann bereits Teil des Bildungs-/Berufshintergrunds sein, sofern ein Vorstand Teile seines Berufslebens und/oder seiner Ausbildung im Ausland verbracht hat. Der Aspekt der Internationalität ist insbesondere vor dem Hintergrund der weltweiten Tätigkeit der Klöckner & Co SE mit Kernmärkten in Europa und Amerika zu sehen. Die vorgenannten Kriterien bzw. die dahinterstehenden Ziele sind dabei grundsätzlich bezogen auf den Gesamtvorstand zu verstehen, d. h., der Vorstand sollte sie als Gesamtorgan erfüllen. Eine Benennung konkreter Zielgrößen erachtet der Aufsichtsrat - mit Ausnahme der Zielquote für den Anteil von Frauen im Vorstand - aufgrund der Größe und Struktur des Vorstands als nicht sinnvoll. ART UND WEISE DER UMSETZUNG DES DIVERSITÄTSKONZEPTS FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDSDer Vorstand wird durch den Aufsichtsrat bestellt. Dabei ist der Aufsichtsrat aufgrund seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion, seines Dialogs mit dem Vorstand und insbesondere seiner Einbindung in die Strategie in der Lage, die strategische, wirtschaftliche und tatsächliche Situation des Unternehmens in seine Beurteilung miteinzubeziehen. Die Personal- und Nachfolgeplanung obliegt im Aufsichtsrat dem Präsidium als Personalausschuss, das dem Aufsichtsratsplenum entsprechende Vorschläge unterbreitet. Das Präsidium bzw. der Aufsichtsrat selbst tauschen sich - soweit die jeweilige Zusammensetzung des Vorstands es erforderlich erscheinen lässt - regelmäßig mit dem Vorsitzenden des Vorstands über etwaige geeignete in- und externe (Nachfolge-)Kandidaten aus. Für die Einzelheiten wird auf den Abschnitt "Langfristige Nachfolgeplanung" verwiesen. Bei der Nachfolgeplanung fließen - neben den übrigen Anforderungen an Persönlichkeit und Qualifikation und soweit es der Personalmarkt zulässt - auch die vorstehend beschriebenen Diversitätsaspekte für die Besetzung des Vorstands in die Entscheidungen des Aufsichtsrats ein. IM GESCHÄFTSJAHR 2022 FÜR DEN VORSTAND ERREICHTE ERGEBNISSENach Auffassung des Aufsichtsrats gewährleisten die derzeitigen Mitglieder des Vorstands insbesondere durch ihre Werdegänge und ihren jeweiligen Ausbildungs- und Berufshintergrund eine angemessene Diversität im Vorstand. Mit Blick auf die Internationalität kann etwa Bernhard Weiß auf zahlreiche internationale Stationen in verschiedenen Branchen in verschiedenen Erdteilen zurückblicken, hat neben Asien und Südafrika insbesondere auch viele Jahre in Frankreich in verschiedenen Führungspositionen gearbeitet. Mit John Ganem ist zudem bereits seit dem Jahr 2019 ein US-Amerikaner als Vorstand für das Segment Americas im Vorstand vertreten. Bezogen auf die Zugehörigkeitsdauer sind die Vorstandsmitglieder Dr. Oliver Falk und John Ganem seit 2019 und Guido Kerkhoff seit 2020 im Amt; Bernhard Weiß ist zum 1. Juni 2021 in den Vorstand berufen worden. Dabei verfügt Guido Kerkhoff aufgrund seiner vorherigen Tätigkeit bei thyssenkrupp über entsprechende Branchenkenntnisse und konnte sich im Rahmen der anfänglichen Übergabephase mit Gisbert Rühl eingehend mit der Klöckner & Co-Gruppe vertraut machen. Dr. Oliver Falk und John Ganem sind seit Jahrzehnten bei Klöckner & Co bzw. in den Konzerngesellschaften tätig, Bernhard Weiß war vor seiner Berufung in den Vorstand mehrere Jahre CEO der französischen Landesgesellschaft. Alle drei verfügen mithin über profunde Kenntnisse, sowohl bezogen auf die Branche als auch auf die Gegebenheiten im Klöckner-Konzern. Bezogen auf die Altersstruktur haben die Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Guido Kerkhoff und das Ausscheiden von Gisbert Rühl im Geschäftsjahr 2021 zu einer Verjüngung des Vorstands geführt. Die Verlängerung der Bestellung von Dr. Oliver Falk um drei Jahre bis zum Jahr 2025 und damit bis zu seinem 63. Lebensjahr erfolgte unter Berücksichtigung der weiter oben erläuterten Vorgabe zur Wiederbestellung. Mit Blick auf den Anteil von Frauen im Vorstand ist zwar die aktuell bestehende Zielquote von 25 % derzeit nicht erreicht. Allerdings wurde diese neue (und höhere) Zielquote erst im Berichtsjahr festgelegt (mit einem Umsetzungszeitraum von fünf Jahren, d. h. bis zum 30. Juni 2027) und es gab seitdem keine personellen Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands. Der Aufsichtsrat wird die neue Zielquote jedoch bei künftigen personellen Veränderungen im Vorstand entsprechend berücksichtigen. Nähere Informationen zu den Mitgliedern des Vorstands können den Lebensläufen auf der Internetseite des Unternehmens und der Kommunikation anlässlich der diesbezüglichen Entscheidungen des Aufsichtsrats entnommen werden. LANGFRISTIGE NACHFOLGEPLANUNGDie langfristige Nachfolgeplanung des Vorstands obliegt dem Präsidium und dem Aufsichtsrat und erfolgt gemeinsam mit dem Vorstand unter Berücksichtigung des Kompetenzprofils für den Vorstand. Das Präsidium diskutiert die langfristige Nachfolgeplanung in regelmäßigen Abständen und stimmt sie mit dem bestehenden Vorstand ab. Die langfristige Nachfolgeplanung berücksichtigt insbesondere die Unternehmensstrategie, die bestehende Zusammensetzung des Vorstands sowie den Aspekt der Diversität. Es werden grundsätzlich sowohl interne als auch externe Kandidaten für zukünftige Bestellungen in Betracht gezogen. Die internen Kandidaten setzen sich zusammen aus verschiedenen Mitgliedern der ersten Managementebene unterhalb des Vorstands (insbesondere CEOs und CFOs der Landesgesellschaften); diese bekommen regelmäßig Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse zu zeigen. Das Präsidium erstellt von Zeit zu Zeit Anforderungsprofile und auf deren Basis eine engere Auswahl von internen Kandidaten oder initiiert eine externe Kandidatensuche. In einem nächsten Schritt werden strukturierte Vorstellungsgespräche mit den Kandidaten geführt. Im Anschluss daran übermittelt das Präsidium sodann seine Kandidatenvorschläge an den Aufsichtsrat. Bei der Entwicklung der Anforderungsprofile und der Auswahl der Kandidaten kann sich das Präsidium externer Berater bedienen, falls es dies für notwendig hält. DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS; ZIELE DES DIVERSITÄTSKONZEPTSGemäß der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen dessen Mitglieder grundsätzlich über die zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Daneben ist unter Berücksichtigung des Unternehmensinteresses auch der Aspekt der Diversität zu berücksichtigen bzw. es wird angestrebt, einen in Bezug auf Alter, Geschlecht sowie Bildungs- und Berufshintergrund möglichst vielfältig besetzten Aufsichtsrat zu erreichen. Dabei wird das Anforderungsprofil für die Nominierung eines Aufsichtsratsmitglieds maßgeblich dadurch geprägt, welche der oben genannten Zielsetzungen und Kriterien auf Basis der jeweiligen aktuellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats vorrangig umgesetzt werden sollten (siehe hierzu auch den Abschnitt "KOMPETENZPROFIL/ZIELE FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS/ANFOR-DERUNGSPROFIL FÜR DIE AUFSICHTSRATSMITGLIEDER" auf Seite 95). Ferner ist den Besonderheiten des Unternehmens möglichst Rechnung zu tragen und es sind die Anteilsverhältnisse an der Gesellschaft angemessen zu berücksichtigen. Altersgrenze und Regelzugehörigkeitsdauer sollen zu einer ausgewogenen Altersstruktur beitragen, aber auch dazu, geeignete Kandidaten mit ausreichend Berufserfahrung sowie der persönlichen Eignung für das Amt zu finden und entsprechend zu halten. Ein weiterer Aspekt ist die notwendige Beständigkeit im Sinne einer kontinuierlichen Begleitung der Unternehmensentwicklung. Bezüglich der Beteiligung von Frauen an Führungspositionen hat der Aufsichtsrat im Berichtsjahr eine neue Zielquote von 33,33 % (d. h. bei sechs Mitgliedern zwei Mitglieder) festgelegt (siehe hierzu auch oben den Abschnitt "GESETZ FÜR DIE GLEICHBERECHTIGTE TEILHABE VON FRAUEN UND MÄNNERN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN" auf Seite 97). ART UND WEISE DER UMSETZUNG DES DIVERSITÄTSKONZEPTS FÜR DEN AUFSICHTSRATDie Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgt durch die Hauptversammlung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat unterbreitet hierfür Wahlvorschläge, die wiederum durch das Präsidium (als Nominierungsausschuss) vorbereitet werden. Dabei trägt der Aufsichtsrat den vorgenannten Diversitätsaspekten Rechnung - unter Berücksichtigung des Unternehmensinteresses und der Umstände des Einzelfalles (insbesondere der zur Verfügung stehenden Kandidatinnen und Kandidaten) sowie unter Beachtung der Vorgaben aus Gesetz, Kodex und Geschäftsordnung. Der Aufsichtsrat führt zudem regelmäßig eine Selbstbeurteilung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung umfasst. IM GESCHÄFTSJAHR 2022 FÜR DEN AUFSICHTSRAT ERREICHTE ERGEBNISSEMit Ute Wolf wurde die im Geschäftsjahr 2017 selbstgesetzte und bis zum 30. Juni 2022 zu erfüllende Zielquote für die Anzahl an weiblichen Mitgliedern im Aufsichtsrat in Höhe von 16,6 % erreicht. Die neue Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat von 33,33 % ist derzeit nicht erreicht. Sie wurde allerdings erst im Berichtsjahr festgelegt und sieht eine Umsetzungsfrist von fünf Jahren vor, d. h. bis zum 30. Juni 2027. Der Aufsichtsrat wird die neue Zielquote bei künftigen Entscheidungen zu Veränderungen im Aufsichtsrat entsprechend berücksichtigen. Mit Blick auf die Altersstruktur im Aufsichtsrat hat Prof. Dr. Dieter H. Vogel zwar die Regelaltersgrenze von 75 Jahren überschritten, und er ist auch seit über 15 Jahren Mitglied des Aufsichtsrats. Dabei ist - neben dem Umstand, dass es sich lediglich um Regelgrößen handelt - jedoch zu berücksichtigen, dass es in den Jahren 2015 bis 2018 umfangreiche personelle Veränderungen im Aufsichtsrat und in den letzten Jahren auch im Vorstand gegeben hat. Vor diesem Hintergrund ist die in Person von Prof. Dr. Dieter H. Vogel gegebene Kontinuität zu begrüßen - seine fachliche und persönliche Qualifikation dürfte außer Frage stehen. Ähnliches gilt für Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh, der ebenfalls die vorgenannte Regelaltersgrenze überschritten hat. Hier ist zusätzlich seine Stellung als Großaktionär zu berücksichtigen. Aus Sicht des Aufsichtsrats erfüllt seine Besetzung die gesetzten Ziele in Bezug auf die Diversität (vorbehaltlich der neu gesetzten Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat, die allerdings erst zum 30. Juni 2027 zu erfüllen ist). Die Mitglieder weisen insbesondere eine begrüßenswerte Mischung sowohl hinsichtlich der Branchen als auch hinsichtlich der Berufs- und Bildungshintergründe auf, wie sich auch ihren auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichten und jährlich aktualisierten Lebensläufen entnehmen lässt. Auch das Diversity-Kriterium der Internationalität ist erfüllt: Dr. Ralph Heck ist belgischer Staatsbürger und hat seinen ständigen Wohnsitz in der Schweiz, Uwe Röhrhoff war bzw. ist im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit und seiner anderen Mandate in verschiedenen Erdteilen tätig. Die Altersstruktur (52 bis 81 Jahre) und die Dauer der Zugehörigkeit im Aufsichtsrat (ca. 2 bis 16 Jahre - wobei Uwe Röhrhoff bereits im Zeitraum 2017 bis 2018 dem Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE angehörte) sind ausgewogen. Der Aufsichtsrat sieht daher gegenwärtig kein akutes weiteres Handlungserfordernis in Bezug auf die Diversität im Aufsichtsrat. Mit Blick auf die im Geschäftsjahr 2023 anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat wird der Aufsichtsrat bei der Entscheidung über seinen Vorschlag an die Hauptversammlung die beschriebenen Diversitätskriterien sowie das Kompetenzprofil bestmöglich berücksichtigen. HAUPTVERSAMMLUNGDie Aktionärinnen und Aktionäre der Klöckner & Co SE nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Die letzte Hauptversammlung der Gesellschaft fand am 1. Juni 2022 in Duisburg statt. Die Hauptversammlung wurde vor dem Hintergrund der auch im Berichtsjahr anhaltenden COVID-19-Pandemie als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Anwesenheit der Aktionärinnen und Aktionäre durchgeführt. Die Möglichkeit hierzu hatte der Gesetzgeber im Jahr 2020 nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie kurzfristig geschaffen und nach erstmaliger Verlängerung für das Jahr 2021 für das Berichtsjahr nochmals verlängert. Dies sollte die Abhaltung von Hauptversammlungen ermöglichen und zugleich Risiken für die Gesundheit der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der übrigen Beteiligten vermeiden. Die nächste Hauptversammlung soll am 17. Mai 2023 stattfinden. Die Gesellschaft hofft, dass dann keine Beschränkungen aufgrund der pandemischen Entwicklung oder anderer Ereignisse bestehen und eine Präsenzhauptversammlung abgehalten werden kann. Unabhängig davon prüft sie alternativ die Möglichkeit einer virtuellen Hauptversammlung gemäß dem neu erlassenen Gesetz über virtuelle Hauptversammlungen und beobachtet die diesbezüglichen Entwicklungen im Kapitalmarkt. Vorstand und Aufsichtsrat haben festgelegt, dass die Aktionärinnen und Aktionäre die Unterstützung und die Informationen erhalten, die Gesetz, Satzung und Kodex vorsehen bzw. empfehlen oder anregen. Die Einberufung zur Hauptversammlung sowie alle erforderlichen Berichte und Unterlagen veröffentlicht die Klöckner & Co SE auf ihrer Internetseite in deutscher und englischer Sprache. Die gesamte Hauptversammlung wird öffentlich live auf unserer Internetseite übertragen. Nach Abschluss der Hauptversammlung werden die Eröffnung der Hauptversammlung durch den Versammlungsleiter, die Rede des Vorsitzenden des Vorstands sowie der Bericht des Aufsichtsrats dort als Aufzeichnung zur Verfügung gestellt. MANAGERS' TRANSACTIONS (VORMALS: DIRECTORS DEALINGS)Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie natürliche oder juristische Personen, die in einer engen Beziehung zu den genannten Mitgliedern stehen, sind nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014 gesetzlich verpflichtet, Erwerbe und Veräußerungen von Aktien oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten, insbesondere Derivaten, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr in Summe 20.000 € erreicht oder übersteigt. Derartige Mitteilungen werden von der Gesellschaft unverzüglich veröffentlicht. Klöckner & Co übersendet der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einen entsprechenden Beleg; die Information wird an das Unternehmensregister zur Speicherung übermittelt. Die Meldungen sind zudem auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.kloeckner.com/de/investoren/rechtliche-mitteilungen/managers-transactions.html abrufbar. RECHNUNGSLEGUNG, ABSCHLUSSPRÜFUNGDie Rechnungslegung des Klöckner & Co-Konzerns erfolgt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Abschluss der Klöckner & Co SE wird nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt. Die Lageberichterstattung findet aus Gründen der Vereinfachung und Übersichtlichkeit in Form eines zusammengefassten Lageberichts zum Einzel- und Konzernabschluss statt. Die Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers erfolgt nach den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Wir stellen außerdem sicher, dass die Regelungen zur Unabhängigkeit des Abschlussprüfers beachtet werden. Der von der Hauptversammlung 2022 für das Geschäftsjahr 2022 gewählte Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer war die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin. Verantwortliche Prüfungspartner waren die Wirtschaftsprüfer Christoph Velder (seit 2018, fünf Unterschriften) und Ireen Mehdi Zadegan (seit 2022, eine Unterschrift). Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, (bzw. bis 2009 die KPMG Hartkopf + Rentrop Treuhand KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln) ist seit dem Geschäftsjahr 2005 Abschlussprüfer der Klöckner & Co SE (bzw. von deren Rechtsvorgängerinnen). Ein Wechsel des Abschlussprüfers gemäß dem FISG war wegen der für die Abschlussprüfung 2017 erfolgten Ausschreibung noch nicht erforderlich. Er soll aber für das Geschäftsjahr 2023 erfolgen (und damit ein Jahr früher als gesetzlich erforderlich). Vor diesem Hintergrund ist im Berichtsjahr eine Ausschreibung der Abschlussprüfung erfolgt. Weitere Informationen zum Vorschlag an die Hauptversammlung für die Wahl von Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 werden gemeinsam mit der Veröffentlichung der Einberufung zur Hauptversammlung 2023 auf unserer Internetseite https://www.kloeckner.com veröffentlicht. Der Prüfungsauftrag an den Abschluss- und den Konzernabschlussprüfer wird vom Prüfungsausschuss vorbereitet und nach Erörterung im Aufsichtsrat von diesem erteilt. TRANSPARENZDie Berichterstattung zur Lage des Konzerns und zu besonderen Ereignissen der Unternehmensgruppe erfolgt durch den jährlichen Geschäftsbericht mit dem Jahresabschluss, dem Lagebericht und weiteren gesetzlich vorgeschriebenen und freiwilligen Informationen. Weitere Elemente der Berichterstattung sind der Halbjahresfinanzbericht sowie die Zwischenmitteilungen nach dem ersten und nach dem dritten Quartal. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Jahresabschlusses finden die Bilanz-Pressekonferenz bzw. die Analysten- und Investorentelefonkonferenz statt. Zur Quartals- und Halbjahresberichterstattung führen wir Telefonkonferenzen für Journalisten, Analysten und Investoren durch. Ferner organisieren wir Veranstaltungen und zahlreiche Gespräche mit Finanzanalysten und Investoren im In- und Ausland sowie mit Journalisten. Die regelmäßigen Termine der Klöckner & Co SE werden in Form eines Finanzkalenders auf unserer Internetseite veröffentlicht. Zur zeitnahen, umfassenden und gleichberechtigten Information der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der Öffentlichkeit nutzen wir in erster Linie das Internet. Die im Rahmen von Konferenzen und Gesprächen mit Finanzanalysten und Investoren verwendeten Präsentationen werden zeitnah auf unserer Internetseite allgemein zugänglich zur Verfügung gestellt. Ferner publizieren wir bei Bedarf Pressemitteilungen. Darüber hinaus werden die die Klöckner & Co SE unmittelbar betreffenden Informationen, von denen angenommen wird, dass sie geeignet sind, den Kurs der Klöckner & Co-Aktie oder anderer von der Gesellschaft emittierter oder damit verbundener Finanzinstrumente erheblich zu beeinflussen, gemäß der Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014 bekannt gemacht (sogenannte Ad-hoc-Mitteilungen). Zur Handhabung solcher Vorgänge gibt es eine Konzernrichtlinie und einen internen Expertenausschuss (Ad-hoc-Komitee), der bei Bedarf externen Rat, insbesondere in Rechtsfragen, einholt. COMPLIANCEDas Einhalten von international gültigen Regeln und der faire Umgang mit unseren Geschäftspartnern und Wettbewerbern gehören zu den wichtigsten Grundsätzen unseres Unternehmens. Die Klöckner & Co SE ("Gesellschaft") sieht sich dabei nicht nur an gesetzliche und andere rechtliche Bestimmungen gebunden, auch freiwillig eingegangene Verpflichtungen und ethische Prinzipien sind integrale Bestandteile unserer Unternehmenskultur. Zur Sicherstellung der Compliance ist ein Managementsystem ("CMS") mit einer dazugehörigen Compliance-Organisation installiert. COMPLIANCE-ORGANISATIONDie Corporate-Compliance-Organisation der Gesellschaft besteht aus dem Chief Compliance Officer (zugleich Chief Governance Officer), dem Corporate Compliance Office ("CCO"), dem Compliance Committee und den National Compliance Offices ("NCOs"). Das CCO ist Teil der GRC-Organisation der Gesellschaft. Diese besteht aus den Fachbereichen Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit sowie Risikomanagement & Internes Kontrollsystem. Die Compliance Officer der NCOs informieren die lokalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen über die maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen und internen Richtlinien. Sie stehen als Ansprechpartner für Einzelfragen zur Verfügung. GRUNDELEMENTE DES CMSDas CMS der Gesellschaft gliedert sich in die Elemente: 1. Prävention 2. Aufdeckung 3. Berichte und Reaktion Die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des CMS wird regelmäßig sowohl durch den Zentralbereich Internal Audit als auch durch einen externen Sachverständigen (letztmalig Ende 2021) überprüft. PRÄVENTIONDie Prävention ist das wichtigste Grundelement des CMS. Es zielt darauf ab, eine Sensibilisierung für Compliance-Risiken innerhalb der Gesellschaft zu schaffen, aus der heraus Compliance-Risiken frühzeitig erkannt und vermieden werden. Zur Erreichung dieses Ziels kommen verschiedene Compliance-Instrumente zum Einsatz. "TONE FROM THE TOP" UND "NULL-TOLERANZ-AUSSAGE"Der Vorstand der Gesellschaft hat seine Haltung zu Compliance-Verstößen im "Tone from the Top", der auf der Internetseite und im Intranet der Gesellschaft veröffentlicht ist, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Gesetzesverstöße, insbesondere Kartellrechtsverstöße oder Verstöße gegen die Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung und zur Geldwäscheprävention, sowie Menschenrechtsverletzungen werden in keiner Weise geduldet und führen zu Sanktionen gegen die zuwiderhandelnden Organe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Geschäftspartner ("Null-Toleranz-Aussage"). COMPLIANCE RISK ASSESSMENTZur Erfassung und Bewertung möglicher Compliance-Risiken innerhalb der Schwerpunktbereiche führt das CCO regelmäßig Compliance Risk Assessments mit den Landesorganisationen durch. Dabei bewertet das CCO gemeinsam mit den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der jeweiligen Landesorganisation die individuellen Compliance-Risiken in Bezug auf Relevanz und Eintrittswahrscheinlichkeit für das konkrete Geschäftsmodell sowie mögliche rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf die Landesorganisation. Basierend auf den Assessments werden Vorsorgemaßnahmen getroffen und soweit notwendig Anpassungen an das CMS vorgenommen. COMPLIANCE-KOMMUNIKATION UND COMPLIANCE-PLATTFORMDas CCO nutzt zur Compliance-Kommunikation die Kollaborationssoftware Yammer und den chatbasierten virtuellen Arbeitsbereich Microsoft Teams. Dort werden Compliance-relevante Sachverhalte und Warnungen, z. B. vor aktuellen Fällen von Identitätsbetrug, publiziert. Ferner können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dort aus direkt auf die Compliance-Plattform zugreifen. Die Compliance-Plattform steht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung. Bei den im Einsatz befindlichen Modulen der Plattform handelt es sich um Anfragen und Genehmigungen ("Ask Compliance"), Geschäftspartnerprüfung ("Due Diligence"), Hinweisgebersystem ("Let Us Know"), den Compliance SharePoint und das integrierte Case Management Tool. Der Compliance SharePoint beinhaltet als sogenannter "Single Point of Truth" alle relevanten Compliance-Dokumente und wird zentral vom CCO administriert. VERHALTENSKODEX, RICHTLINIEN UND VERFAHRENSANWEISUNGENDer u. a. auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Verhaltenskodex ("Code of Conduct") enthält grundlegende Prinzipien und Regeln, die den Rahmen für unser unternehmerisches und gesellschaftliches Handeln bilden. Die Mitglieder des Vorstands und alle Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion und tragen eine besondere Verantwortung für die aktive Umsetzung dieses Verhaltenskodex. Darüber hinaus sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefordert, in ihrem Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung und Einhaltung dieser Prinzipien mitzuwirken und ihre Tätigkeit in unserem Unternehmen integer auszuüben. Im Interesse aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, wird in Richtlinien und Verfahrensanweisungen detailliert über zulässige Verhaltensweisen informiert. Die Landesgesellschaften veröffentlichen die Konzernrichtlinien und Verfahrensanweisungen in ihrem Verantwortungsbereich und ergreifen die jeweils notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der entsprechenden Anforderungen. COMPLIANCE-SCHULUNGENEin konzernweites Schulungsprogramm, das für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns verpflichtend ist, sensibilisiert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unseren Code of Conduct. Das Schulungsprogramm gliedert sich in verschiedene zielgruppenadäquate Module, die in regelmäßigen Abständen durch Auffrischungsschulungen aktualisiert werden. Die Zuweisung und die Erfolgskontrolle der Pflichtschulungen erfolgen in einem IT-gestützten Learning-Management-System. GESCHÄFTSPARTNERPRÜFUNG UND GELDWÄSCHEPRÄVENTIONUm Korruptionsrisiken vorzubeugen, hat die Gesellschaft strenge Kriterien für das Engagement von externen Vermittlern geschaffen, deren Integrität vor Vertragsabschluss unter Einschaltung eines externen Dienstleisters überprüft wird. Diese Prüfung wird risikoorientiert in regelmäßigen Abständen wiederholt. Alle Kunden- und Lieferantenbeziehungen werden gegen die für die Gesellschaft einschlägigen Sanktionslisten gescreent. Dabei setzt die Gesellschaft die Software eines externen Dienstleisters ein. Um Geldwäsche zu verhindern, hat die Gesellschaft Barzahlungen stark eingeschränkt. Die Einhaltung geldwäscherechtlicher Sorgfaltspflichten wird durch organisatorische Maßnahmen und IT-gestützte Kontrollen überwacht. INTEGRITÄTSSCREENING VON FÜHRUNGSKRÄFTENFührungskräfte der ersten drei Leitungsebenen und alle Organvertreter werden vor Einstellung bzw. Bestellung einem Integritätsscreening unterzogen. SUPPLY CHAIN COMPLIANCEWeitere Maßnahmen betreffen u. a. die Supply Chain Compliance. Die Gesellschaft sorgt für die Erfüllung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette von Rohstoffen aus Konflikt- und Hochrisikogebieten sowie die Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Güter mit doppeltem Verwendungszweck, sogenannte Dual-Use-Güter, sowie die einschlägigen außenwirtschaftsrechtlichen Vorschriften werden zentral, durch systemische Kontrollen in den IT-Systemen, überwacht. KAPITALMARKT-COMPLIANCEDie gesetzliche Regelung zum Verbot von Insidergeschäften und zu Eigengeschäften von Führungskräften wird durch eine sogenannte Insiderrichtlinie ergänzt, die den Umgang mit potenziell kursrelevanten Informationen und den Handel mit Wertpapieren des Unternehmens für Organmitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelt. Personen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Zugang zu Insiderinformationen erhalten, werden ab diesem Zeitpunkt entsprechend den Vorgaben der Marktmissbrauchsverordnung in ein Insiderverzeichnis aufgenommen. AUFDECKUNGEs besteht die Möglichkeit, Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße anonym an das CCO zu melden. Auf der Startseite der Plattform oder über die Internetseite der Gesellschaft können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch fremde Dritte Hinweise über mögliche Verstöße gegen unseren Code of Conduct melden. Darüber hinaus steht auch eine weltweit kostenlose 24/7-Telefon-Hotline zur Verfügung. Im Rahmen regelmäßiger IKS-Prüfungen, unter der Federführung von Internal Audit, werden sogenannte Compliance Audits durchgeführt, die Compliance-relevante Prüfungsfelder abdecken. Darüber hinaus werden anlassbezogene Compliance Audits gemeinsam mit Internal Audit, zum Teil auch unter Hinzuziehung fach- und sachkundiger Dritter, durchgeführt, um mögliche Compliance-Verstöße aufzudecken. BERICHTE UND REAKTIONDer Chief Governance Officer und der Leiter des CCO berichten regelmäßig an den Gesamtvorstand und den Aufsichtsrat der Gesellschaft über die aktuellen Entwicklungen zur Compliance im Konzern sowie in Eilfällen auch außerturnusmäßig. Ferner wird der für das Ressort "Compliance" zuständige Vorstandsvorsitzende durch die Berichterstattung zu den Compliance Risk Assessments und den Compliance Audits sowie im Rahmen von Compliance-"Jours fixes" und durch den Compliance-Jahresbericht regelmäßig über Compliance-relevante Sachverhalte informiert. In Übereinstimmung mit der "Null-Toleranz-Aussage" des Vorstands werden Compliance-Verstöße strikt verfolgt und sanktioniert. DATENSCHUTZDie Gewährleistung des Datenschutzes ist uns ein zentrales Anliegen und wir haben den Anspruch, den hohen und sich stetig weiterentwickelnden gesetzlichen Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten in jeder Hinsicht zu entsprechen. Vor diesem Hintergrund unterliegt unser Datenschutzmanagementsystem einem ständigen Überprüfungs- und Optimierungsprozess, der auch im Berichtsjahr fortgeführt wurde. So wurde nach der Auditierung des Datenschutz-Management-Systems der EU und des Vereinigten Königreichs sowie ausgewählter Risikobereiche ein spezielles Augenmerk auf das Aktualisieren und Nachschärfen unserer Datenschutz-Richtlinien gelegt. Gleichzeitig wurden für Klöckner & Co relevante datenschutzrechtliche Entwicklungen, insbesondere auch solche in den USA und der Schweiz sowie Brasilien, analysiert und entsprechende Handlungsbedarfe hieraus abgeleitet und initiiert. Des Weiteren erfolgte eine Neubewertung unserer Verträge mit Drittparteien - speziell derjenigen Verträge mit Drittstaatenbezug. Schließlich wurden unsere jeweiligen Datenschutzerklärungen, insbesondere hinsichtlich Transparenz, weiter geschärft. Diese sind auf einer eigens eingerichteten Datentransparenz-Internetseite auf unserer Homepage jederzeit abrufbar (https://www.kloeckner.com/de/konzern/datentransparenz.html). Der Konzerndatenschutz bildet eine eigenständige Abteilung im Bereich Governance, Risk & Compliance und stellt mit dem Konzerndatenschutzbeauftragten und lokalen Datenschutz-Managern die Einhaltung der EU-DSGVO sowie der lokalen Gesetze sicher. Der Konzerndatenschutzbeauftragte ist mit einer direkten Berichtslinie an den Vorstand ausgestattet. Ein rollierendes internationales Schulungsprogramm und eine breit angelegte Kommunikation von Datenschutzthemen über unser internes soziales Netzwerk, unser Intranet und unsere Schulungssysteme, ergänzt um eine klare Tone-from-the-Top-Kommunikation durch den Vorstandsvorsitzenden, gewährleisten ein hohes Maß an Datenschutzachtsamkeit und Bewusstsein bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG der Klöckner & Co SEFAKTEN 2022Lost Time Injury Frequency 5,8 (Zielwert für 2022 von 7,6) Gewinner Deutscher Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie "Transformationsfeld Klima" >1.000 Green Steel Experts Einführung von NEXIGEN als Dachmarke für CO 2-reduzierte Kundenlösungen Reduktion der Scope 1- & 2-Emissionen um 43 % gegenüber SBTi-Basisjahr 2019CO 2-Emissionen
>1.300 Kinder und Jugendliche durch soziale Projekte unterstützt >14.600 digitale Lerneinheiten in der Digital Academy absolviert Nachhaltigkeitsberichterstattung 2022 der Klöckner & Co SEIn der Stahl- und Metalldistribution zählt Klöckner & Co zu den weltweit größten Unternehmen, die nicht an einen Produzenten gebunden sind. Durch unsere Unabhängigkeit von Stahlherstellern profitieren unsere Kunden von einem zentral koordinierten Einkauf und unseren vielfältigen nationalen und internationalen Beschaffungsmöglichkeiten bei rund 50 Kernlieferanten - dazu gehören die weltweit größten Stahlproduzenten. Für unser Geschäftsmodell sowie aus unserem Selbstverständnis als Traditionsunternehmen heraus spielt verantwortungsvolles Handeln eine zentrale Rolle. Verantwortung bedeutet für uns, dass wir unser gesamtes unternehmerisches Handeln ethisch und sozial verantwortlich, umweltschonend und zugleich ökonomisch erfolgreich gestalten. Diese Grundhaltung haben wir in unseren konzernweit gültigen Klöckner & Co-Prinzipien und -Werten verschriftlicht. Sie ermöglichen ein gemeinsames Verständnis und geben eine konkrete Orientierung für unser tägliches Handeln. Das Thema Nachhaltigkeit entlang der Stahl-Wertschöpfungskette ist dabei von besonderer Bedeutung und ist Kernbestandteil unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths". Als Zwischenhändler und wichtiges Glied der Wertschöpfungskette sehen wir uns in der Pflicht, unsere Prozesse kontinuierlich zu verbessern, um die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit zu minimieren und die positiven zu maximieren. Eine besondere Bekräftigung unseres Nachhaltigkeitswandels nach innen wie außen hat unser Purpose bewirkt: "We partner with customers and suppliers to deliver innovative metal solutions for a sustainable tomorrow." Dies ist der Leitsatz für unser tägliches Handeln, er gibt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Orientierung und zeigt unseren Kunden und Partnern, worauf sie bei uns zählen können. Hieraus kondensiert sich auch unser Claim "Your partner for a sustainable tomorrow". Unsere rund 7.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich mit ihren Qualifikationen und ihrer Leistungsbereitschaft für die Bedürfnisse unserer Kunden ein. Wir bieten unseren Kunden Gesamtlösungen von der Beschaffung über die Logistik bis hin zur Anarbeitung einschließlich individueller Belieferung mit 24-Stunden-Service und setzen dabei auf eine zunehmende Digitalisierung und Automatisierung dieser Prozesse. So haben wir verschiedene digitale Tools und Portale im Einsatz, um unseren Kunden und Partnern ein noch breiteres Spektrum an Stahl- und Metallprodukten sowie Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Über unser Distributions- und Logistiknetzwerk von rund 150 Standorten in 13 Ländern, sowohl in Europa als auch in Nordamerika, bedienen wir über 90.000 Kunden. Unser Kundenportfolio umfasst zumeist kleine bis mittlere Stahl- und Metallverbraucher, aus der Bauindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Automobilindustrie, aber auch größere Abnehmer (für tiefer gehende Informationen zum Geschäftsmodell von Klöckner & Co siehe Seite 30 im Lagebericht). NachhaltigkeitsstrategieWir sehen uns in der Verantwortung in Bezug auf Umwelt, Sicherheit und unsere Gesellschaft. Diese Verpflichtung dient uns als Maßgabe für all unsere Handlungen und Entscheidungen. Durch hohe Sicherheitsstandards sorgen wir für ein sicheres Arbeitsumfeld, das unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützt. In Bezug auf Integrität sind wir ein transparentes, authentisches und modernes Unternehmen. Wir zeigen Verantwortung und Engagement für unsere Entscheidungen und Handlungen und setzen uns für eine Kultur des offenen Umgangs mit Fehlern ein. Mit den Maßnahmen im Rahmen unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" führen wir unser digitales und physisches Geschäft weiter zusammen und möchten es auf die nächste Stufe heben. So will Klöckner & Co bis 2025 zum führenden One-Stop-Shop für Stahl und weitere Werkstoffe, sowie Ausrüstungen und Anarbeitungsdienstleistungen in Europa und Amerika werden. Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt unserer Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths". Wir betrachten unsere dezidierte Nachhaltigkeitsstrategie aus einer übergreifenden ESG-Perspektive (Environment, Social, Governance: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und integrieren sie strategisch.
Wir sind der Überzeugung, dass insbesondere Innovationen, Technologie und neue Geschäftsmodelle eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation der Stahlindustrie ermöglichen werden. Im Rahmen unserer Konzernstrategie arbeiten wir daher als Pionier einer nachhaltigen Stahlindustrie daran, innovative Geschäftsmodelle aufzubauen, indem wir für unsere Kunden ein umfangreiches Angebot von nachhaltigen Kundenlösungen schaffen. Durch die Erweiterung unseres Produkt- und auch Dienstleistungsspektrums ergreifen wir die strategische Chance, das neue, attraktive Geschäft mit nachhaltigen Lösungen im Geschäftsmodell zu verankern. Wir sehen die Transformation als einzigartige Wachstumsmöglichkeit - nicht erst in der Zukunft, sondern bereits heute. Unter der Dachmarke Nexigen® bündeln wir gruppenweit unser Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen und bieten transparente CO 2-reduzierte Lösungen in den Bereichen Werkstoffe, Anarbeitung, Logistik, Zirkularitätslösungen (sogenannte Closed Loops) und umfassende Beratungsleistungen im Bereich nachhaltiger Kundenlösungen (Sustainability Advisory Services) an. Damit erleichtern wir unseren Kunden schon heute die verlässliche Beschaffung von CO 2-reduzierten Stahl- und Metallprodukten und ermöglichen ihnen über intelligente Software-Lösungen vollständige Transparenz über den CO 2-Fußabdruck ihrer eingekauften Produkte. Um unsere Kunden beim Aufbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten optimal zu unterstützen, haben wir Bewertungsskalen für unsere CO 2-reduzierten Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumprodukte entwickelt. Unsere Skalen beruhen auf internationalen, wissenschaftlich basierten Standards und kategorisieren die CO 2-reduzierten Werkstoffe anhand ihrer zertifizierten Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Anarbeitung ("Cradle-to-Klöckner Exit Gate"). Sie dienen als Orientierung und sind für Kunden ein Vergleichswerkzeug bei der Bestimmung des CO 2-Fußabdrucks von Endprodukten. Durch zahlreiche Partnerschaften bieten wir unseren Kunden CO 2-reduzierte Stahl- und Metallprodukte bereits heute an. Bis 2025 sollen dann über 30 % und bis 2030 über 50 % des Gesamtangebots von Klöckner & Co aus den beiden Kategorien mit dem niedrigsten CO 2-Fußabdruck ("Prime" und "Pro") stammen. Darüber hinaus stellen wir unseren Kunden seit Jahresbeginn 2023 für nahezu unser gesamtes Produktportfolio den individualisierten CO 2-Fußabdruck eines einzelnen Produkts, den Product Carbon Footprint oder kurz PCF, zur Verfügung.
Damit können Kunden verlässlich, transparent und einfach einsehen, wie das CO 2-Profil eines bei Klöckner & Co gekauften Produktes aussieht. Mit dem "Nexigen® PCF Algorithm" haben wir ein innovatives Tool entwickelt, dessen automatisierte PCF-Berechnungsmethodik vom TÜV SÜD zertifiziert wurde. Der "Nexigen® PCF Algorithm" richtet sich bei der Berechnung des Product Carbon Footprint nach dem international anerkannten Greenhouse Gas Protocol sowie der ISO 14067 ref. 14040 und 14044 und kalkuliert im Rahmen dieser Standards die "Cradle-to-Customer Entry Gate"-Emissionen des Produkts. Unsere Kunden erhalten so Informationen darüber, in welchem Umfang die Klöckner-Materialien zur Reduktion des CO 2-Fußabdrucks ihrer Geschäftsaktivitäten und ihrer eigenen Endprodukte beitragen können, und sind in der Lage, die aufgelaufenen CO 2-Emissionen ihres Produkts über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Auslieferung zum Werkstor des Kunden ("Cradle-to-Customer Entry Gate") verlässlich in ihre Emissionsberechnung zu übernehmen.
Für unseren Einsatz in Bezug auf die Dekarbonisierung der Stahlindustrie wurden wir mit dem renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 in der Kategorie "Transformationsfeld Klima" ausgezeichnet. Dies zeigt, welchen Stellenwert die von uns angestoßene Transformation hat und dass Klöckner & Co auch extern als Vorreiter einer nachhaltigen Stahlbranche wahrgenommen wird. Neben den strategischen Chancen, die wir in der nachhaltigen Transformation der Stahlindustrie sehen, übernehmen wir Verantwortung für die Reduktion unserer eigenen Emissionen sowie die der uns vor- und nachgelagerten Lieferketten. So haben wir die Reduktion von CO 2 -Emissionen als nichtfinanzielles Ziel für die variable Vergütung des Vorstands, des gesamten ersten Managementlevels unterhalb des Vorstands sowie weiterer Führungskräfte auf den Leveln zwei und drei aufgenommen. Als erstes Unternehmen weltweit wurden unsere CO 2-Net-Zero-Ziele von der Science Based Targets initiative (SBTi) im regulären Verfahren nach neuesten Standards als wissenschaftlich fundiert anerkannt. Damit bekennt sich Klöckner & Co dazu, die Emissionen in Scope 1 & 2 bis 2040 und in der gesamten Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2050 auf Net Zero zu senken. Unser Weg zu Net Zero basiert auf folgenden wissenschaftlich fundierten mittel- und langfristigen CO 2-Reduktions-Zielen:
1 Direkt beeinflussbare Scope 3-Emissionen:
Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten (3.3)
[nicht in Scope 1 und 2 enthalten]; im Betrieb anfallende
Abfälle (3.5); Geschäftsreisen (3.6); Pendeln von
Arbeitnehmern (3.7); nachgelagerter Transport und Vertrieb
(3.9).
Unser Ziel als Unternehmen ist die verifizierbare Reduktion der Emissionen unseres wirtschaftlichen Handelns. Da es sich hierbei um einen kontinuierlichen und langfristigen Prozess handelt, kompensieren wir zusätzlich zu unseren Reduktionsmaßnahmen unsere gesamten Scope 1- und 2-Emissionen, ohne diese jedoch mit unseren Reduktionszielen zu verrechnen. Zu den Dimensionen der Nachhaltigkeit zählen für uns neben der Ökologie auch die soziale Verantwortung und eine verlässliche Governance. Denn für Klöckner & Co ist ein auf ethischen Überzeugungen aufbauendes, verantwortliches Handeln die Basis für langfristigen Unternehmenserfolg und somit auch für Nachhaltigkeit. Den Bereich Soziales gestalten wir in Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Lieferanten und Kunden sowie unter Einbezug unseres gesellschaftlichen Umfelds. Arbeitssicherheit hat in unserem Unternehmen Priorität. In besonderem Maße engagieren wir uns für den Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierfür haben wir die Initiativen "Safety 1 st" und "Kloeckner Cares" ins Leben gerufen. Im Rahmen unseres sozialen Engagements fördern wir ganz gezielt Bildungsangebote in der Gesellschaft. Wir verpflichten uns zu einer verlässlichen Governance, beispielsweise durch Schaffung von Transparenz und Verbindlichkeit. Unsere verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle des Unternehmens zielen darauf, Vertrauen bei Geschäftspartnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, nationalen wie internationalen Anlegern sowie in der Öffentlichkeit zu schaffen. NachhaltigkeitsmanagementAls Traditionsunternehmen sieht Klöckner & Co es als seine Aufgabe, mittels langfristiger strategischer Ziele die eigene Zukunftsfähigkeit sicherzustellen. Dabei spielt auch die Verantwortung gegenüber internen und externen Interessengruppen eine wichtige Rolle, die aus der Größe und internationalen Präsenz unserer Geschäftstätigkeit erwächst. Um diese Beziehungen langfristig und verantwortlich im Sinne aller zu gestalten, bündeln wir alle relevanten Aktivitäten in einem unternehmensweiten Nachhaltigkeitsmanagement. Für den Bereich Nachhaltigkeit ist der Vorsitzende des Vorstands funktional verantwortlich. Für das Nachhaltigkeitsmanagement, die strategische Steuerung der Entwicklung nachhaltiger Geschäftslösungen, die Bündelung aller Nachhaltigkeitsaktivitäten sowie für die Erstellung des nichtfinanziellen Konzernberichts ist der Zentralbereich Strategic Sustainability zuständig. Das interne Sustainability Committee besteht aus Verantwortlichen der Zentralbereiche Strategic Sustainability, Investor Relations, Legal & Compliance, Group HR / Kommunikation und Risk Management. Es setzt die Eckpfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie und agiert bei der Umsetzung in enger Abstimmung mit den jeweiligen Segmenten und deren Fachbereichen innerhalb des Klöckner & Co-Konzerns. Zusätzlich zu der in unserem Sustainability Committee gebündelten Expertise nutzen wir gezielt die Innovationskraft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Über unser firmenweites soziales Netzwerk Yammer können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vorschläge vorbringen, die im Anschluss durch die Abteilung Strategic Sustainability und den jeweiligen Fachverantwortlichen bezüglich ihrer Durchführbarkeit evaluiert werden. Aufgrund der Bedeutung der CO 2-Reduktions-Ziele für unser Unternehmen wurden diese in die nichtfinanziellen Ziele des Vorstands für die variable Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2022 integriert. Zudem wurden diese erweiterten Ziele aus den Bereichen Reduktion der CO 2-Emissionen, Arbeitssicherheit, Digitalisierung und Automatisierung sowie Mitarbeiterzufriedenheit auf das gesamte erste Managementlevel unterhalb des Vorstands sowie auf weitere Führungskräfte auf den Leveln zwei und drei übertragen. Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und FairnessAls Pionier einer nachhaltigen Stahlindustrie haben wir uns konzernweit verschiedenen Standards und Initiativen angeschlossen, die unsere ambitionierte Selbstverpflichtung zeigen. Da wir einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, wollen wir durch die nachhaltige Ausrichtung unseres Unternehmens die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft aktiv vorantreiben. Durch diese freiwilligen Verpflichtungen zeigen wir unseren Anspruch und unsere Verantwortung. So sind wir beispielsweise Unterstützer der UN-Kampagne "Race To Zero" sowie der Kampagne "Business Ambition for 1.5°C" und der Initiative "Fair Company". Darüber hinaus leisten wir einen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals. Nichtfinanzieller KonzernberichtDie vorliegende Nachhaltigkeitsberichterstattung 2022 enthält den nichtfinanziellen Konzernbericht der Klöckner & Co SE gemäß § 315 b HGB der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates und der dazu erlassenen delegierten Rechtsakte sowie der im Abschnitt "EU-Taxonomie" des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts dargestellten Auslegung. Im nichtfinanziellen Konzernbericht stellen wir die für uns wesentlichen nichtfinanziellen Themen, gekennzeichnet durch eine hohe Relevanz für die Geschäftstätigkeit und ihre Auswirkungen auf die Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung, dar. Darunter fallen die Kapitel der Handlungsfelder Mitarbeiter, Verantwortungsvolles Handeln und Umwelt. Darüber hinaus berichten wir an dieser Stelle auch transparent über unser weiteres Engagement in Sachen Nachhaltigkeit in den Kapiteln der Handlungsfelder Digitalisierung und Kundenzufriedenheit. Über den Aspekt Sozialbelange berichten wir im Abschnitt Soziales Engagement im Kapitel Verantwortungsvolles Handeln. Berichtszeitraum für den nichtfinanziellen Konzernbericht ist das Geschäftsjahr 2022. Die Angaben umfassen, soweit nicht anders angegeben, alle vollkonsolidierten Gesellschaften des Klöckner & Co-Konzerns. Für die Erstellung des nichtfinanziellen Konzernberichts wurde kein Rahmenwerk genutzt, da wir unsere diesbezüglichen Informationen auch ohne Rahmenwerke strukturiert und stringent darstellen können. Bei der Klimaberichterstattung orientieren wir uns an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Unsere Berichterstattung werden wir mittelfristig gemäß der Corporate Social Responsibility Directive (CSRD) auf Basis der European Sustainable Reporting Standards (ESRS) durchführen. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde beauftragt, unseren Nachhaltigkeitsbericht, in dem der nichtfinanzielle Konzernbericht enthalten ist, für den Zeitraum 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit zu unterziehen. WesentlichkeitsanalyseDie Festlegung und Ausarbeitung der Themen für den nichtfinanziellen Konzernbericht finden im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements statt. Unser Nachhaltigkeitsverständnis umfasst sämtliche Bereiche, die zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs - und damit zur Zukunftsfähigkeit von Klöckner & Co - beitragen. Um sicherzustellen, dass wir in einem dynamischen Marktumfeld die für eine nachhaltige Zukunftsausrichtung wesentlichen Kernthemen vorantreiben, überprüfen wir die Berichtsthemen fortlaufend. 2020 haben wir eine ausführliche Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die Priorisierung der Themen resultiert aus der Geschäftsrelevanz (Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Innovation und Reputation) sowie den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit und der vorgelagerten Lieferkette auf Umwelt und Gesellschaft. Dabei wurden die Themen als wesentlich kategorisiert, die der doppelten Wesentlichkeit entsprechen. Die zusammengeführten Ergebnisse wurden mit dem Vorsitzenden des Vorstands abgestimmt, um eine für den Konzern ganzheitliche und umfassende Berichterstattung sicherzustellen. Die als wesentlich bewerteten Themen bilden die Schwerpunkte des vorliegenden Nachhaltigkeitsberichts. Die Gültigkeit der aus der Wesentlichkeitsanalyse 2020 formulierten Handlungsfelder und (wesentlichen) Themen hat unser Sustainability Committee auch für das Jahr 2022 diskutiert, validiert und verabschiedet. Die Berichtsthemen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Handlungsfelder und Berichtsthemen (wesentliche Themen farblich hervorgehoben)
Aus der Wesentlichkeitsanalyse nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz ergeben sich die folgenden sechs wesentlichen Themen für die Berichterstattung bei Klöckner & Co: Arbeitssicherheit und Gesundheit, Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kartellrisiken, Umweltauswirkungen der Logistik, digitale Transformation und Kundenzufriedenheit. Diese Themen bilden die drei Pflichtaspekte Arbeitnehmerbelange (Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Arbeitssicherheit und Gesundheit), Bekämpfung von Korruption und Bestechung (Kartellrisiken) und Umwelt (Umweltauswirkungen der Logistik) nach HGB ab. Die beiden Pflichtaspekte Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange sind nicht unter den sechs wesentlichen Themen, die sich aus der Wesentlichkeitsanalyse ergeben haben. Die beiden wesentlichen Themen Kundenzufriedenheit und digitale Transformation gehen über die Pflichtaspekte hinaus und sind konzernspezifisch. Aspekte, die über Pflichtaspekte hinausgehen, aber Ergebnis der Wesentlichkeitsanalyse sind, sind nach HGB wesentlich und Bestandteil der nichtfinanziellen Pflichtberichterstattung. Über die in der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Themen hinaus berichten wir auch über Themen, die für Klöckner & Co im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit von Bedeutung sind: Menschenrechte in der Lieferkette, Corporate Governance, faire Arbeitsbedingungen, demographischer Wandel sowie soziales Engagement. So gehen wir in der Berichterstattung auch auf die beiden Pflichtaspekte Achtung der Menschenrechte (Menschenrechte in der Lieferkette) und Sozialbelange (soziales Engagement) ein, die das HGB fordert. Darüber hinaus adressieren wir aufgrund der gestiegenen strategischen Bedeutung für den Konzern das Thema Nachhaltige Geschäftsmodelle und geben im Abschnitt Schonung natürlicher Ressourcen einen Einblick in die relevanten Umweltthemen für unser Unternehmen. Unser Nachhaltigkeitsmanagement orientiert sich an den fünf Handlungsfeldern Mitarbeiter, Verantwortungsvolles Handeln, Umwelt, Digitalisierung und Kunden. Diese bilden zugleich die Kapitel innerhalb dieser Berichterstattung. EU-TaxonomieIm Rahmen des "EU Green Deal" haben die europäischen Staaten sich 2019 darauf verständigt, die Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null zu reduzieren. Europa soll als erster aller Kontinente klimaneutral werden. Mit der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen nimmt die Europäische Union (EU) im Rahmen des "EU Green Deal" Unternehmen in die Pflicht, nachhaltiger zu wirtschaften. Anhand der EU-Taxonomie-Vorgaben müssen Unternehmen ihre Geschäftsaktivitäten prüfen und bewerten, ob und in welchem Umfang diese unter die Definition von "ökologisch nachhaltigem Wirtschaften" fallen. Hierfür wurden durch die EU sechs Umweltziele definiert: (1) Klimaschutz, (2) Anpassung an den Klimawandel, (3) nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, (4) Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, (5) Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, (6) Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme. Aktuell sind lediglich Aktivitäten für die ersten beiden Umweltziele der EU-Taxonomie, "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel", definiert. Für das Berichtsjahr 2022 ist erstmals der Anteil der taxonomiekonformen Aktivitäten ("alignment") zu berichten. Demnach sind Aktivitäten taxonomiekonform, wenn sie die nachfolgenden drei Kriterien erfüllen. Um einen Beitrag (substantial contribution) zu mindestens einem der Umweltziele zu leisten, muss die wirtschaftliche Aktivität den Kriterien für einen wesentlichen Beitrag entsprechen und darf keines der anderen Umweltziele wesentlich negativ beeinflussen ("Do not significant harm"). Darüber hinaus muss eine ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivität auch sozialen Kriterien entsprechen (Minimum Safeguards). Diese beziehen sich auf anerkannte Rahmenwerke wie die UN Guiding Principles for Business and Human Rights sowie die OECD Guidelines for Multinational Enterprises. Die EU-Taxonomie fokussiert sich zuvorderst auf Sektoren, die einen wesentlichen Beitrag leisten können und deren Transformation folglich einen materiellen Einfluss auf die Erreichung der genannten Ziele hat. Für die umsatzgenerierenden Wirtschaftsaktivitäten der Klöckner & Co SE liegen bisher keine Beurteilungskriterien vor. Damit ist eine adäquate Abbildung mangels regulatorischer Abdeckung unserer Aktivitäten gemäß der EU-Taxonomie nicht möglich. Daraus ergibt sich eine limitierte Repräsentativität und Interpretierbarkeit der Kennzahlen hinsichtlich Taxonomiefähigkeit und Taxonomiekonformität der von Klöckner & Co erzielten Umsatzerlöse. Wir erwarten, dass die dynamische regulatorische Entwicklung dazu führt, dass auch für unsere umsatzgenerierenden Wirtschaftsaktivitäten in Zukunft Kriterien festgelegt werden, die uns eine umfangreichere Berichterstattung ermöglichen. Bereits heute sind wir uns der hohen insbesondere strategischen Bedeutung von Nachhaltigkeit für unser Geschäft bewusst (siehe Seite 111 zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie). Über unsere Klimaziele und unsere nachhaltigen Geschäftslösungen berichten wir im Kapitel Umwelt ab Seite 138. IDENTIFIZIERUNG DER TAXONOMIEFÄHIGEN AKTIVITÄTENNach Betrachtung der potenziellen Hauptaktivitäten auf Basis der Produktgruppen und Services von Klöckner & Co sind wir zu der Einschätzung gekommen, dass gemäß des delegierten Rechtsakts C folgende Wirtschaftsaktivität zunächst taxonomiefähig ("eligible") ist:
Darüber hinaus hat Klöckner & Co die folgenden weiteren taxonomiefähigen Aktivitäten in Bezug auf CAPEX und OPEX identifiziert, die nicht im direkten Zusammenhang mit dem Produkt- und Serviceportfolio stehen:
Darüber hinaus wurden innerhalb unserer Geschäftstätigkeit weder in Summe noch einzeln taxonomierelevante Aktivitäten identifiziert. Eine Aktivität, die bisher nicht von der EU-Taxonomie berücksichtigt wird, sind nachhaltige Logistiklösungen im Rahmen des Recyclingprozesses. Hier engagiert sich Klöckner & Co mit unterschiedlichen Initiativen und hat neben den bereits existierenden umfangreichen Recycling-Aktivitäten in den letzten Monaten Projekte initiiert, die gemeinsam mit Projektpartnern einen geschlossenen Schrott-Loop bilden. Hierdurch wollen wir bereits frühzeitig den Grundstein für Geschäftsmodelle im Bereich der Zirkularität legen. Dabei wird der Schrott der Kunden direkt zum Metallproduzenten zurückgeführt. Dieser eineindeutig zuordenbare Schrott sorgt damit wiederum für eine Reduktion der negativen Klimaauswirkungen in der Metallherstellung, da dieser im Produktionsprozess das emissionsbelastete Roheisen ersetzt. Auf diese Weise setzen wir unsere stark auf Geschäftslösungen fokussierte Nachhaltigkeitsstrategie weiter konsequent um. ABLEITUNG DER KENNZAHLENDa für die wesentlichen Wirtschaftsaktivitäten der Klöckner & Co SE von der EU bisher keine Bewertungskriterien definiert wurden, ist der mögliche Umfang der EU-Taxonomieberichterstattung für unser Unternehmen sehr gering. Hieraus ergeben sich die im Folgenden genannten niedrigen Prozentsätze bezüglich Taxonomiefähigkeit und Taxonomiekonformität. Der Anteil aller taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten (Aktivität 6.6) am Gesamtumsatz belief sich für das Geschäftsjahr 2022 auf < 0,1 % des im Geschäftsbericht ausgewiesenen Gesamtumsatzerlöses (siehe Angabe [7] im Anhang zum Konzernabschluss). Investitionsausgaben ("eligible CAPEX"), die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse im Zusammenhang mit taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten beziehen, wurden entsprechend ihrer Anlagenklassen differenziert. Der Anteil der taxonomiefähigen Investitionsausgaben an den Gesamtinvestitionsausgaben von Klöckner & Co betrug im Geschäftsjahr 2022 25 %. Die Grundgesamtheit der Investitionsausgaben ergibt sich aus der Summe der in der Angabe (16) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Anhang zum Konzernabschluss ausgewiesenen Zugänge aus (a) Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten exklusive Goodwill, (b) Sachanlagen und (c) Leasingverhältnissen. Der Anteil der taxonomiefähigen Betriebsausgaben an den Gesamtbetriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie betrug im Geschäftsjahr 2022 ca. 4 %. Dabei umfassen die Gesamtbetriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie Wartungs- und Reparaturkosten, Gebäudesanierungsmaßnahmen, sowie Kosten aus kurzfristigem Leasing. Sämtliche taxonomiefähigen Investitionen betreffen Investitionen in Sachanlagen. Die Investitionen in die Aktivität 6.6 "Güterbeförderung im Straßenverkehr" erfüllen die technischen Bewertungskriterien aktuell aus verschiedenen Gründen nicht. Die darüber hinaus als taxonomiefähig identifizierten Aktivitäten stellen ausschließlich auf den Erwerb von Dienstleistungen und Produkten von taxonomiefähigen Tätigkeiten anderer Unternehmen im Rahmen von CAPEX (c) und OPEX (c) ab. Hier muss der Nachweis über die Taxonomiekonformität der Dienstleistungen und Produkte entsprechend von unseren Dienstleistern und Lieferanten erbracht werden. Bezüglich der hierfür notwendigen Informationen besteht allerdings keine ausreichende Transparenz. Eine abschließende Beurteilung der Taxonomiekonformität des ausgewiesenen CAPEX (c) und OPEX (c) ist daher nicht möglich. Vor dem Hintergrund der bestehenden Dynamik der EU-Taxonomie-Gesetzgebung weisen wir darauf hin, dass unsere Betroffenheitsanalyse in der Zukunft progressiven Anpassungen unterliegen kann. Die vollständigen Aufstellungen unserer taxonomierelevanten Angaben befinden sich am Ende des nichtfinanziellen Konzernberichts. RisikobewertungFür alle wesentlichen Themen nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wurde eine Risikobewertung vorgenommen. Dabei wurde untersucht, ob sich durch unsere Geschäftstätigkeit oder unsere direkte Lieferkette wesentliche nichtfinanzielle Risiken für die berichtspflichtigen Aspekte nach § 315 c HGB i.V.m. § 289 c Abs. 3 HGB ergeben. Bei der Untersuchung wurden die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und das Ausmaß der negativen Auswirkungen auf die Aspekte berücksichtigt. Es wurden dabei keine berichtspflichtigen nichtfinanziellen Risiken identifiziert. Weitere Informationen zu den durch uns identifizierten nichtfinanziellen Chancen und Risiken finden sich im Kapitel "Risiken und Chancen" des Lageberichts. TCFD-IndexDie vom Finanzstabilitätsrat der G20 (Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europäischen Union, der die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer repräsentiert) gegründete Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) hat einen einheitlichen Rahmen für die Berichterstattung über klimabedingte Risiken und Chancen entwickelt. Im Fokus steht die Offenlegung finanzieller Risiken, denen sich Unternehmen durch den Klimawandel ausgesetzt sehen. Klöckner & Co erachtet die Empfehlungen der TCFD als sinnvolle Erweiterung der Berichterstattung in Bezug auf klimabezogene Risiken und Chancen, um diese nachvollziehbarer offenzulegen. Der nachfolgende Index enthält eine Übersicht über Inhalte zu den TCFD-Empfehlungen. Der Index beinhaltet Verweise zu Textstellen mit Relevanz für die von der TCFD empfohlenen Kernbereiche Unternehmensführung (Governance), Strategie, Risikomanagement sowie Kennzahlen und Ziele. Zum aktuellen Zeitpunkt können noch nicht alle Empfehlungen detailliert umgesetzt werden.
Sustainable Development GoalsDie Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Ihr Kernstück bilden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Wir unterstützen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und ihre 17 Ziele. Die von den Vereinten Nationen definierten Ziele stehen zwar gleichberechtigt nebeneinander und bedingen sich gegenseitig - aber im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit haben einige der Ziele und Indikatoren eine besondere Relevanz für unser wirtschaftliches Handeln. Für diese Ziele sehen wir eine besondere Verantwortung und Einflussmöglichkeiten, die je nach Ziel unterschiedlich sind. Wir berücksichtigen den positiven Einfluss, den Klöckner & Co auf die Erreichung der Ziele hat. Die Ziele unterstützen wir, indem wir unsere Geschäftsabläufe und Dienstleistungen kontinuierlich verbessern und gleichzeitig negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit reduzieren sowie positive maximieren. Die hohe Relevanz für die Verfolgung insbesondere dieser Ziele spiegelt sich in unseren Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit wider. Die Handlungsfelder evaluieren wir regelmäßig und berücksichtigen dabei die Sicht interner und externer Stakeholder sowie die Auswirkungen unseres Handelns auf Umwelt und Gesellschaft. Sustainable Development Goals mit besonderer Relevanz für das Nachhaltigkeitsmanagement bei Klöckner & Co: Sicheres und gesundes Arbeitsumfeld
Eine wesentliche Voraussetzung für unseren Erfolg und eine nachhaltige Entwicklung sind die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Geschäftspartner. Mit unserem konzernweiten Programm "Safety 1 st" wollen wir den Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleisten, sichere Arbeitsbedingungen bieten und Gesundheitsrisiken minimieren. Klöckner & Co steht für sichere, faire und saubere Arbeitsstandards und Prozesse. Vor diesem Hintergrund nutzen wir die Kennzahl "Lost Time Injury Frequency" (LTIF), die die Häufigkeit arbeitsbedingter Unfälle, als nichtfinanzielle Steuerungsgröße abbildet. Als global agierender Konzern achten wir auf die Einhaltung der Menschenrechte sowie sozialer und ökologischer Aspekte in unseren weltweiten Lieferketten. Wir arbeiten grundsätzlich mit Partnern zusammen, deren Ansprüche gleichwertig sind und die diese auch bei ihren Lieferanten einfordern. Im Berichtsjahr haben wir unseren Verhaltenskodex für Lieferanten erweitert. Lesen Sie in den Kapiteln Umwelt, Mitarbeiter und Verantwortungsvolles Handeln mehr darüber, wie wir ein sicheres Arbeitsumfeld gestalten. Zukunftsfähige Beschäftigung basiert auf Vielfalt und hochwertiger Ausbildung
Klöckner & Co tritt für ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ein. Wir nutzen die unterschiedlichen Denkweisen, Erfahrungen, Perspektiven und Lebensstile für Innovationskraft und den langfristigen Erfolg im Unternehmen. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum wollen wir durch Diversität und Ressourceneffizienz vorantreiben. In Bezug auf Chancengleichheit ist uns auch die Einbindung von Frauen in Fach- und Führungspositionen ein wichtiges Anliegen. Wir haben uns konzernweit eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen zum Ziel gesetzt. Wir fördern angemessene und faire Arbeits- und Sozialstandards. Zusätzlich übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung - etwa durch Geld- und Sachspenden, Wissenstransfer oder persönliches Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erfahren Sie in den Kapiteln Mitarbeiter, Verantwortungsvolles Handeln und Digitalisierung mehr über die hochwertige Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Achtung der Menschenrechte und Sponsoringaktivitäten mit dem Schwerpunktthema Bildung. Aktiver Klimaschutz und Förderung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen
Klöckner & Co ist das weltweit erste Unternehmen, bei dem alle CO 2-Net-Zero-Ziele im regulären Verfahren nach neuesten Standards der Science Based Targets initiative (SBTi) als wissenschaftlich fundiert anerkannt wurden. Die Initiative hat zuvor schon unsere mittelfristigen Klimaziele bis 2030 als wissenschaftlich fundiert anerkannt. Durch die nachhaltige Ausrichtung unseres Unternehmens sind wir Pioniere in unserer Branche und treiben die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft aktiv voran. Wir setzen uns dafür ein, die Umweltbelastungen unserer eigenen Geschäftstätigkeiten zu verringern und verstärkt Elemente der Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Wir engagieren uns zusätzlich mit Klimaschutzprojekten auch in Ländern, in denen wir nicht geschäftlich tätig sind. Lesen Sie in den Kapiteln Umwelt, Digitalisierung und Kunden mehr über unsere Maßnahmen zur Emissionsreduktion und wie wir nachhaltige und digitale Produktlösungen sowie Dienstleistungen weiterentwickeln. MITARBEITERIm Handlungsfeld Mitarbeiter gehen wir auf die Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Hierunter fallen auch die für den nichtfinanziellen Konzernbericht wesentlichen Themen Arbeitssicherheit und Gesundheit, Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie darüber hinaus die Themen faire Arbeitsbedingungen und demographischer Wandel. Qualifizierte, motivierte und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Klöckner & Co die Grundlage, auf der Mehrwert geschaffen wird. Mehrwert für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unser Unternehmen und somit letztlich auch für unsere Kunden. Wenn wir die Motivation aller stärken, interne Talente fördern, neue Talente zu uns holen und langfristig an uns binden wollen, brauchen wir ein dauerhaft sicheres, unterstützendes, professionelles und von gegenseitigem Respekt geprägtes Arbeitsumfeld. Dies spiegelt sich auch in unseren Klöckner & Co-Prinzipien für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider, an denen wir uns in unserem täglichen Handeln orientieren und wofür wir die Verantwortlichkeiten klar benennen. Sie lauten: "Wir übernehmen Verantwortung", "Wir sind Mehrwertmacher", "Wir sind Teamplayer", "Wir entwickeln uns", "Wir sind Entdecker", "Wir sind Möglichmacher". Unsere Werte bilden das Fundament für unsere Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths": Wir setzen uns für Mitarbeiterbefähigung, Sicherheit, Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit ein. Ein motivierender Führungsstil, Befähigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die Förderung einer Innovationskultur durch selbstbestimmtes Handeln, Talententwicklung und Leistungsanreize bilden die Basis, auf der wir unsere Innovationskraft stärken, Chancen nutzen und neuen Unternehmenswert schaffen können. Um in einem Umfeld ständiger Veränderungen erfolgreich zu sein, optimieren wir kontinuierlich unsere Organisation und werden agiler sowie flexibler. Im Herbst 2022 haben wir erneut eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, an der nahezu alle Konzerngesellschaften teilgenommen haben. Die Ergebnisse sind im Vergleich zur Vorjahresumfrage weitestgehend stabil geblieben mit einer leicht positiven Tendenz. Die Teilnahmerate ist von 64 % auf 69 % gestiegen. Die höchsten Zustimmungsraten erzielten die Fragen, ob sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihren direkten Vorgesetzten respektvoll behandelt fühlen (88 %, 2021: 86 %), ob die direkten Vorgesetzten die Arbeitssicherheit des Teams am Arbeitsplatz sicherstellen (84 %, 2021: 83 %) und ob jeder weiß, wie er oder sie zum Unternehmensziel beitragen kann (83 %, 2021: 85 %). Fast drei Viertel (73 %, 2021: 76 %) würden Klöckner & Co als guten Arbeitgeber weiterempfehlen. Äquivalent zum Vorjahr sehen etwas über 10 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verbesserungsbedarf bei der Feedback-Kultur. Da die Befragung bis auf die Standortebene genau ist, können wir gezielte Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise im Umgang mit Feedback. Die Ergebnisse der Befragung werden dazu genutzt, ein konsequentes Change-Management umzusetzen. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung dienen als Grundlage für die Entwicklung neuer Maßnahmen im Bereich des Mitarbeitermanagements und der Kulturentwicklung. Förderung von Mitarbeiterinnen und MitarbeiternWeiterbildung ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Deshalb bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Fortbildung und persönlichen Weiterentwicklung an. Ziel unserer Maßnahmen ist es, die Qualifikationen und Fähigkeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig zu verbessern und weiterzuentwickeln sowie Talente aus den eigenen Reihen zu fördern. Insbesondere mit Blick auf den demographischen Wandel ist eine frühzeitige und langfristige Bindung von Talenten für den Unternehmenserfolg von zentraler Bedeutung. Die gruppenweite Mitarbeiterstrategie, unsere Klöckner & Co People Strategy, dient als Leitrahmen für zukunftsorientiertes Mitarbeitermanagement im Konzern. In den Landesgesellschaften werden die Maßnahmen unserer Klöckner & Co People Strategy von lokalen Personalabteilungen gesteuert und umgesetzt. Fortbildungsmaßnahmen nehmen bei Klöckner & Co einen hohen Stellenwert ein. Im Berichtsjahr wurden konzernweit über 51.000 interne Kurse in unterschiedlichsten Bereichen abgeschlossen. Der Großteil davon entfiel auf die Bereiche IT-Sicherheit, Compliance sowie Digital Skills Development im Rahmen der Digital Academy. Einhergehend mit dem hohen Stellenwert von Nachhaltigkeit in unserer Organisation, wurde ebenfalls ein E-Learning-Kurs zum Thema Verantwortung und Zukunftschancen angeboten. Zudem wurden im Einklang mit der Erstellung unserer Nexigen®-Klassifizierungen in unseren Landesgesellschaften mit über 1.000 Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern Trainings zu CO 2-reduzierten Stahl- und Metallprodukten durchgeführt. In Reviews (Mitarbeitergesprächen) erhalten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu vier Mal im Jahr ein Feedback zu ihrem Verhalten und ihrer Leistung und es werden individuelle Wünsche und Fortbildungsmaßnahmen in den jeweiligen Zielvereinbarungen festgehalten. Einen besonderen Stellenwert nehmen unsere internen Fortbildungsprogramme ein:
Konzernweit bietet Klöckner & Co Berufseinsteigern und Studierenden Tätigkeiten als Praktikanten und Werkstudenten an, damit sie Studieninhalte in die Praxis umsetzen und vertiefen können. Dabei folgen unsere deutschen Angebote den Qualitätsstandards der größten Arbeitgeberinitiative Deutschlands, der "Fair Company"-Initiative des Handelsblatts, zu deren Einhaltung sich Klöckner & Co jährlich von Neuem verpflichtet. Zusätzlich bieten wir eine Vielzahl von Ausbildungsplätzen und äquivalenten Programmen an, die jungen Leuten den Berufseinstieg ermöglichen und Klöckner & Co gleichzeitig den Zugang zu qualifizierten Nachwuchskräften sichern. In Deutschland lag der Anteil der Auszubildenden an unserer gesamten Belegschaft im Berichtsjahr bei 2,6 % (2021: 3,5 %). Arbeitssicherheit und GesundheitFür uns als Stahldistributionsunternehmen mit einem hohen Anteil gewerblicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Lagerstandorten hat das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheit eine wesentliche Bedeutung und ist ein wichtiger Bestandteil unserer SHEQ-Policy - unserer internen Arbeitssicherheits-, Gesundheits-, Umwelt- und Qualitätsrichtlinie. Ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld schützt nicht nur unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern unterstützt auch einen reibungslosen Prozessablauf. Neben den gesetzlichen Anforderungen wird das Thema Arbeitssicherheit bei Klöckner & Co auf verschiedenen Ebenen adressiert. Auf strategischer Unternehmensebene werden seit 2013 alle Aktivitäten im Bereich Arbeitssicherheit unter der Initiative "Safety 1 st" gebündelt. Mithilfe einer weltweiten "Safety Perception"-Umfrage im Jahr 2018 wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die die Basis für kontinuierliche Verbesserungen bilden. Das konzernweite Ziel unserer Initiativen und Maßnahmen im Bereich Arbeitssicherheit ist die konsequente Reduktion von Arbeitsunfällen, gemessen durch die Kennzahl "Lost Time Injury Frequency" (LTIF). Diese ist definiert als Anzahl der Unfälle / Anzahl der Arbeitsstunden x 1.000.000. Dabei berücksichtigen wir Unfälle bereits ab einem Ausfalltag. Die Entwicklung des LTIF ist fester Bestandteil der regelmäßig stattfindenden Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen, in denen ein monatliches Reporting durchgeführt wird. Der LTIF konnte im Berichtsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr von 7,0 3 auf 5,8 reduziert werden. Damit hat der konzernweite LTIF den selbstgesetzten jährlichen Zielwert von kleiner gleich 7,6 erneut deutlich unterschritten. Das Ziel für das Jahr 2023 liegt bei einem LTIF-Wert kleiner gleich 5,9. 4 Um im Konzernverbund einen regelmäßigen Austausch über das Thema Arbeitssicherheit zu gewährleisten, wurde ein globaler Arbeitskreis installiert, der sich aus den Fachverantwortlichen der Landesgesellschaften zusammensetzt. Dieser tagt mindestens drei Mal jährlich und ist für das Monitoring der Gesamtmaßnahmen sowie für die Koordination unserer Arbeitssicherheitsstrategie zuständig. Der Arbeitskreis berichtet direkt an die für das operative Geschäft zuständigen Vorstände. In allen wesentlichen europäischen Landesgesellschaften ist eine Arbeitsschutzzertifizierung, in der Regel nach den internationalen Standards OHSAS 18001 bzw. ISO 45001, bereits eingeführt. Daneben gilt immer ein konzernweiter Mindeststandard an Sicherheitsanforderungen, unabhängig davon, ob sich eine Landesgesellschaft um eine Zertifizierung bemüht. Auf Landes- und Niederlassungsebene arbeiten zudem die Arbeitssicherheitsteams der jeweiligen Landesgesellschaften kontinuierlich daran, das Unfallrisiko systematisch zu mindern und das Arbeitsschutzbewusstsein unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schärfen. Die Fachverantwortlichen der jeweiligen Landesorganisationen sind dabei für das regionale Ausrollen der beschlossenen Maßnahmen zuständig, führen Plausibilitätsprüfungen zu Unfallursachen sowie Risikoanalysen durch und koordinieren standortübergreifende Schulungen. In den einzelnen Niederlassungen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die lokalen Arbeitsschutzverantwortlichen für das Thema sensibilisiert. Dies geschieht beispielsweise über Fortbildungen und Schulungsfilme sowie über Visual Management, wie ausgehängte Poster. Zudem werden alle Besucherinnen und Besucher dazu angehalten, die Sicherheitsregeln zu befolgen. Anlässlich des jährlichen "World Day for Safety and Health at Work" der internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) wurde auf zentraler Ebene eine Posterkampagne mit dem Namen "Safety Heroes" zur Achtsamkeit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestaltet und den Landesgesellschaften zur Verfügung gestellt. In den Ländern selbst wurden ebenso Maßnahmen durchgeführt: So hat beispielsweise Kloeckner Metals Frankreich verschiedene Workshops zu den häufigsten Unfallursachen ausgerichtet.
3 Vorjahreswert angepasst.
Auch unsere operativen Abläufe werden kontinuierlich durch angepasste Einzelmaßnahmen optimiert. Das beinhaltet beispielsweise eine Reihe von Schulungsfilmen und ein "Safety 1 st-E-Learning", das fester Bestandteil des Onboarding-Prozesses bei neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist. Auch über unser internes soziales Netzwerk Yammer wird der besonderen Wichtigkeit des Themas Rechnung getragen. Themenrelevante Informationen werden regelmäßig konzernintern geteilt, was wiederum zu einer erhöhten Sensibilisierung beiträgt. Zugleich erinnern sich die Beschäftigten daran, stets auf die Sicherheitsvorkehrungen zu achten, und motivieren einander, weiterhin gute Leistungen zu erbringen. Unfälle sind immer vermeidbar und präventives Handeln ermöglicht uns im Vorfeld, Schaden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vom Unternehmen abzuwenden. Falls es dennoch zu einem Unfall kommt, analysiert der Arbeitsschutzverantwortliche diesen gemeinsam mit den Betroffenen in lokalen Teams, um Optimierungsmaßnahmen abzuleiten und eine Wiederholung systematisch zu vermeiden. Durch den Fachverantwortlichen der jeweiligen Landesgesellschaft erfolgt ein detaillierter Unfallreport über unser Meldesystem an den Arbeitsschutzverantwortlichen der Holding. Sollten sich Auffälligkeiten ergeben, wie beispielsweise eine Häufung ähnlicher Unfälle in einer Landesgesellschaft oder an einem Standort, werden zusätzliche Sondermaßnahmen eingeleitet. In den monatlichen Business Update Calls mit dem Vorstand, den Vorständen der Landesgesellschaften sowie mit Zentralbereichsleiterinnen und -leitern der Holding ist Arbeitssicherheit stets das erste Thema auf der Agenda. Das schafft ein kontinuierliches Bewusstsein auf oberster Führungsebene. Sicherheitsmaßnahmen während der COVID-19-Pandemie und hybrides ArbeitenDas höchste Gut von Klöckner & Co ist die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Beginn der globalen Pandemie durch COVID-19 Anfang 2020 haben der Konzern sowie die Landesgesellschaften regelmäßig Hygienekonzepte und Sicherheitsmaßnahmen entsprechend den Bedürfnissen und Anforderungen erarbeitet und je nach Verlauf der Pandemie immer wieder gelockert oder verschärft. Zu Beginn der Pandemie konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Klöckner & Co dank der fortgeschrittenen Digitalisierung wesentliche Teile ihrer Arbeit ins Homeoffice verlagern und das Geschäft weiter betreiben. Diese Entwicklung hat uns dazu bewogen, 2021 eine neue konzernweite Richtlinie zum hybriden Arbeiten zu verabschieden. Sie gilt als unser zukünftiger Standard zum nachhaltigen modernen Arbeiten: Jede und jeder, die oder der mobil arbeiten möchte, kann dies tun - soweit die betrieblichen Belange es zulassen. Wir empfehlen maximal drei Tage die Woche von zuhause zu arbeiten und zwei Tage im Büro vor Ort, einschließlich zweier fester Team-Präsenztage im Monat. Einen zusätzlichen Vorteil hat die neue Richtlinie zudem in Bezug auf den Klimaschutz. Durch den reduzierten Pendelverkehr unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verringern wir den CO 2-Ausstoß. Faire ArbeitsbedingungenFaire Arbeitsbedingungen bilden für Klöckner & Co die Grundlage für Motivation und somit die Produktivität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daher setzen wir uns für ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Arbeitsklima, frei von Diskriminierungen jeder Art, ein. Hierdurch wollen wir ein Umfeld für Leistungsbereitschaft und Kreativität schaffen. Für den Bereich Group HR, unter den auch die Festlegung und Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen fällt, ist der Vorsitzende des Vorstands funktional verantwortlich. Mit dem Code of Conduct haben wir uns unter anderem dazu verpflichtet, dass unsere Kolleginnen und Kollegen, Bewerberinnen und Bewerber sowie Geschäftspartner von uns Respekt erwarten dürfen und nach ihrer Qualifikation, ihren Kompetenzen und ihren Leistungen beurteilt werden. Wir respektieren die unterschiedlichen kulturellen, ethnischen und religiösen Hintergründe und verpflichten uns dem Gleichheitsgrundsatz. Die genauen Verhaltensregeln für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in unserem Code of Conduct auf unserer Internetseite www.kloeckner.com ausführlich dargestellt. Für das Management heißt das, kritische Situationen zu klären, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und damit für ein konstruktives und wertschätzendes Arbeitsklima zu sorgen. Um der Bedeutung gerecht zu werden, ist das Thema "Respektvoller Umgang miteinander" Bestandteil der gruppenweiten Compliance-Schulungen für alle Kolleginnen und Kollegen. Generell streben wir an, die Vielfalt unserer Belegschaft zu vergrößern und durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen, Lebensstilen und Werten die Kreativität und Innovationskraft des Unternehmens zu stärken. Da wir als international tätiger Konzern tagtäglich die Wünsche unserer Kunden in verschiedensten Ländern erfüllen möchten, benötigen wir starke Teams, die sich durch hohe Diversität auszeichnen. Hier sticht besonders unsere Digitaleinheit kloeckner.i heraus, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 28 unterschiedlichen Nationen beschäftigt sind. Um das Diversity-Management aktiver zu gestalten und in allen Dimensionen voranzutreiben, hat Klöckner & Co im April 2021 die Charta der Vielfalt unterschrieben. Der gleichnamige Verein ist die größte Arbeitgeberinitiative Deutschlands zur Förderung von Diversity in Unternehmen und Institutionen. Unabhängig von der Verortung in Deutschland sind die eingegangenen Selbstverpflichtungen konzernweit gültig. Diese beinhalten die Pflege einer respektvollen Organisationskultur, die Anerkennung von Vielfalt innerhalb und außerhalb der Organisation sowie die Umsetzung der Charta im internen und externen Dialog. Doch nicht nur die Vielfalt der Nationalitäten ist für Klöckner & Co ein wichtiges Anliegen, sondern auch die Gewinnung von Frauen für Fach- und Führungspositionen. Seit 2011 konnte der konzernweite Anteil von Frauen auf den Führungsebenen 1 bis 3 unterhalb des Vorstands bereits von 8 % auf 16 % (2021: 18 %) im Berichtszeitraum erhöht werden. Bis 2024 soll dieser Anteil weiter auf 21 % steigen. Wie erfolgreich unsere Konzepte zur Förderung von Frauen in Führungspositionen sind, zeigen die Top-Ten-Ergebnisse des "Frauen-Karriere-Index" der Jahre 2015 bis 2021, der regelmäßig durch die Barbara Lutz Index Management GmbH durchgeführt wird. Auch in der Erhebung von 2022, basierend auf objektiven Unternehmensfakten zur Förderung von Frauen in Führungspositionen, wurde Klöckner & Co erneut als ein Top-Ten-Unternehmen unter mehr als 200 teilnehmenden Unternehmen ausgezeichnet. VERANTWORTUNGSVOLLES HANDELNDas Handlungsfeld Verantwortungsvolles Handeln umfasst sowohl das für den nichtfinanziellen Konzernbericht wesentliche Thema Kartellrisiken sowie darüber hinaus die Themen Corporate Governance, Menschenrechte in der Lieferkette und das soziale Engagement von Klöckner & Co. Verantwortungsvolles Handeln wird bei Klöckner & Co ganzheitlich betrachtet. So wird es an dieser Stelle zwar als ein einzelnes Handlungsfeld definiert, könnte jedoch zugleich auch als Oberbegriff alle anderen Felder miteinschließen. Denn für Klöckner & Co ist ein auf ethischen Überzeugungen aufbauendes, verantwortliches Handeln die Basis für langfristigen Unternehmenserfolg und somit auch für Nachhaltigkeit. Das Einhalten von international gültigen Regeln und der faire Umgang mit unseren Geschäftspartnern und Wettbewerbern gehören zu den wichtigsten Grundsätzen unseres Unternehmens. Klöckner & Co sieht sich dabei nicht nur an gesetzliche und andere rechtliche Bestimmungen gebunden, auch freiwillig eingegangene Verpflichtungen und ethische Prinzipien sind integrale Bestandteile unserer Unternehmenskultur. Dazu gehören das im Januar 2020 mitunterzeichnete "Davos Manifest" zur nachhaltigen Wertschöpfung und das "Leitbild der deutschen Wirtschaft für verantwortungsvolles Handeln", zu dem wir uns im Mai 2011 bekannt haben. Integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur ist für uns das regelkonforme Verhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Geschäftspartner, das die Grundlage für unternehmerische Verantwortung bildet. Zentral ist für uns neben der konsequenten Achtung der Menschenrechte, gesellschaftlicher Verantwortung und Nachhaltigkeit auch die Einhaltung der Grundwerte und Prinzipien unseres Unternehmens. Diese haben wir in unserem Verhaltenskodex ("Code of Conduct") formuliert, der auf den Grundwerten
basiert. Die Einhaltung liegt in der direkten Verantwortung jeder und jedes Einzelnen und kann nicht delegiert werden. Regelkonformes VerhaltenAls internationaler Konzern mit einer Vielzahl von weltweiten Lieferanten- und Kundenbeziehungen möchte Klöckner & Co integres Verhalten und verantwortliches Handeln innerhalb des Unternehmens wie auch im Umgang mit seinen Geschäftspartnern sicherstellen und die Beziehungen verantwortungsbewusst gestalten. Unser Ziel ist es, korruptions- und kartellverdächtige Situationen grundsätzlich zu vermeiden und potenziellen Verstößen frühzeitig entgegenzuwirken. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist aufgefordert, im eigenen Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung des Klöckner & Co-Compliance-Programms mitzuwirken. Dabei gehört es zu den grundlegenden Prinzipien von Klöckner & Co, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Übereinstimmung mit dem jeweils geltenden Wettbewerbsrecht handeln. Wir bekennen uns zum freien Wettbewerb und zu den Empfehlungen der OECD-Konvention über die Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr vom 17. Dezember 1997. Zusätzlich ist Klöckner & Co bestrebt alle Antikorruptionsgesetze der Länder, in denen wir geschäftlich tätig sind, einschließlich des UK Bribery Act und des US Foreign Corrupt Practices Act, zu befolgen. Compliance-OrganisationUm die Einhaltung dieser Vorschriften zu unterstützen, nutzen wir ein Compliance-Management-System (CMS), basierend auf dem Rahmenkonzept der OECD zu den Grundsätzen der Corporate Governance. Es legt seinen Schwerpunkt unter anderem auf die Bereiche Wettbewerbsrecht, Korruptionsbekämpfung und Geldwäscheprävention sowie die Einhaltung von für Klöckner & Co relevanten Sanktionsvorschriften und Außenwirtschaftsregimen. Für die Weiterentwicklung, Steuerung und Umsetzung des Compliance-Management-Systems ist eine Compliance-Organisation zuständig, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig über die maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen sowie die internen Richtlinien und Verfahrensanweisungen unterrichtet und sie dahingehend schult. Die Corporate-Compliance-Organisation der Gesellschaft besteht aus dem Chief Governance Officer, dem Corporate Compliance Office ("CCO"), dem Compliance Committee und den National Compliance Offices ("NCOs"). Das CCO ist Teil der GRC-Organisation der Gesellschaft. Diese besteht aus den Fachbereichen Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit sowie Risikomanagement & Internes Kontrollsystem. Die Compliance Officer der NCOs stehen als Ansprechpartner für Einzelfragen zur Verfügung. Die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des CMS wird durch den Zentralbereich Internal Audit und einen externen Sachverständigen regelmäßig überprüft, letztmalig Ende 2021. PräventionDie Prävention ist das wichtigste Grundelement des CMS. Es zielt darauf ab, eine Sensibilisierung für Compliance-Risiken innerhalb der Gesellschaft zu schaffen, aus der heraus diese frühzeitig erkannt und vermieden werden. Zur Erreichung dieses Ziels kommen verschiedene Compliance-Instrumente zum Einsatz. Der Vorstand der Gesellschaft hat seine Haltung zu Compliance-Verstößen im "Tone from the Top", der auf der Internetseite der Gesellschaft und im #DigiDesk (Intranet) veröffentlicht ist, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Gesetzesverstöße, insbesondere Kartellrechtsverstöße oder Verstöße gegen die Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung und zur Geldwäscheprävention, sowie Menschenrechtsverletzungen werden in keiner Weise geduldet und führen zu Sanktionen gegen die zuwiderhandelnden Organe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Geschäftspartner ("Null-Toleranz-Aussage"). Das CCO nutzt zur Compliance-Kommunikation die Kollaborationssoftware Yammer und den chatbasierten virtuellen Arbeitsbereich Teams. Dort werden Compliance-relevante Sachverhalte und Warnungen, z. B. vor aktuellen Fällen von Identitätsbetrug, publiziert. Ferner können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dort aus direkt auf die Compliance-Plattform zugreifen. Bei den im Einsatz befindlichen Modulen der Plattform handelt es sich um Anfragen und Genehmigungen ("Ask Compliance"), Geschäftspartnerprüfung ("Due Diligence"), Hinweisgebersystem ("Let Us Know"), den Compliance SharePoint und das integrierte Case Management Tool. Der Compliance SharePoint beinhaltet als sogenannter "Single Point of Truth" alle relevanten Compliance-Dokumente und wird zentral vom CCO administriert. Compliance Risk AssessmentZur Erfassung und Bewertung möglicher Compliance-Risiken innerhalb der Schwerpunktbereiche des CMS führt das CCO regelmäßig Compliance Risk Assessments mit den Landesorganisationen durch. Dabei bewertet das CCO gemeinsam mit den Geschäftsführern der jeweiligen Landesorganisation die individuellen Compliance-Risiken in Bezug auf Relevanz und Eintrittswahrscheinlichkeit für das konkrete Geschäftsmodell sowie mögliche rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf die Landesorganisation. Basierend auf den Assessments werden Vorsorgemaßnahmen getroffen und soweit notwendig Anpassungen an das CMS vorgenommen. Des Weiteren werden in Zusammenarbeit mit dem Zentralbereich Internal Audit, im Rahmen der planmäßigen IKS-Audits, auch Compliance-Audits in unseren Landesgesellschaften durchgeführt mit dem Ziel, die Einhaltung der implementierten Compliance-Instrumente und -Regeln zu prüfen. Verhaltenskodex, Richtlinien und VerfahrensanweisungenDer unter anderem auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Code of Conduct enthält grundlegende Prinzipien und Regeln, die den Rahmen für unser unternehmerisches und gesellschaftliches Handeln bilden. Die Mitglieder des Vorstands und alle Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion und tragen eine besondere Verantwortung für die aktive Umsetzung des Code of Conduct. Darüber hinaus sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefordert, in ihrem Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung und Einhaltung dieser Prinzipien mitzuwirken und ihre Tätigkeit in unserem Unternehmen integer auszuüben. Im Interesse aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, wird in Richtlinien und Verfahrensanweisungen detailliert über zulässige Verhaltensweisen informiert. Die Landesgesellschaften ergreifen die jeweils notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der entsprechenden Anforderungen. Compliance-SchulungenEin konzernweites Schulungsprogramm, das für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns verpflichtend ist, sensibilisiert sie für unseren Code of Conduct. Das Schulungsprogramm gliedert sich in verschiedene zielgruppenadäquate Module, die in regelmäßigen Abständen durch Auffrischungsschulungen aktualisiert werden. Die Zuweisung und die Erfolgskontrolle der Pflichtschulungen erfolgen in einem IT-gestützten Learning-Management-System. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Konzern eintreten, werden im Rahmen des Onboardings mittels Präsenzschulungen und E-Learning-Programmen mit den Inhalten des Code of Conduct vertraut gemacht und unter anderem für Compliance-relevante Themen wie Antidiskriminierungsmaßnahmen, Kartellrecht, Korruptionsrisiken und Geldwäscherisiken sensibilisiert. Dabei teilen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst in verschiedene Zielgruppen ein, die daraufhin auf ihre jeweiligen Aufgabengebiete zugeschnittene Schulungen erhalten. Im Berichtszeitraum wurde das Training 1.920 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugewiesen. Über das Code-of-Conduct-Training hinaus müssen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmter Zielgruppen, insbesondere solche mit Kontakt zu Amtsträgern, Kunden, Lieferanten und Dienstleistern, zusätzlich zu Beginn ihrer Tätigkeit im Konzern das Compliance-Basis-Training absolvieren. Im Berichtszeitraum wurden 866 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Compliance-Basis-Training eingeschrieben. Ferner haben wir im Berichtszeitraum ein Compliance-Basis-Refresher-Training an 2.431 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgerollt, das sich schwerpunktmäßig mit der Auffrischung kartellrechtlicher Regeln befasst. KorruptionspräventionUm Korruptionsrisiken vorzubeugen, hat die Gesellschaft strenge Kriterien für das Engagement von externen Vermittlern geschaffen, deren Integrität vor Vertragsabschluss unter Einschaltung eines externen Dienstleisters überprüft wird. Diese Prüfung wird risikoorientiert in regelmäßigen Abständen wiederholt. Alle Kunden- und Lieferantenbeziehungen werden gegen die für die Gesellschaft einschlägigen Sanktionslisten gescreent. Dabei setzt die Gesellschaft die Software eines externen Dienstleisters ein. Um Geldwäsche zu verhindern, hat die Gesellschaft Barzahlungen stark eingeschränkt. Die Einhaltung geldwäscherechtlicher Sorgfaltspflichten wird durch organisatorische Maßnahmen und IT-gestützte Kontrollen überwacht. Führungskräfte der ersten zwei Leitungsebenen und alle Organvertreter werden vor Einstellung bzw. Bestellung einem Integritätsscreening unterzogen.
5 Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom
1. Oktober 2021 bis 30. September 2022.
Aufdeckung und BerichteEs besteht die Möglichkeit, Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße anonym an das CCO zu melden. Auf der Startseite der Plattform oder über die Internetseite der Gesellschaft können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch fremde Dritte Hinweise über mögliche Verstöße gegen unseren Code of Conduct melden. Darüber hinaus steht auch eine weltweit kostenlose 24/7-Telefon-Hotline zur Verfügung. Die Wirkung unseres CMS zeigt sich in den Zahlen. So haben wir keine schweren Verstöße gegen unsere Richtlinien verzeichnen können und auch bei 12 6 Prüfungen einzelner Geschäftsstandorte durch unser Internal Audit konnten weder Kartellrisiken noch Verstöße im Bereich Korruption und Bestechung festgestellt werden. Der Chief Governance Officer berichtet regelmäßig an den Gesamtvorstand und den Aufsichtsrat der Gesellschaft über die aktuellen Entwicklungen zur Compliance im Konzern sowie in Eilfällen auch außerturnusmäßig. Ferner wird der für das Ressort "Compliance" zuständige Vorsitzende des Vorstands durch die Berichterstattung zu den Compliance Risk Assessments und den Compliance Audits sowie im Rahmen von Compliance-"Jours fixes" und durch den Compliance-Jahresbericht regelmäßig über compliance-relevante Sachverhalte informiert. In Übereinstimmung mit der "Null-Toleranz-Aussage" des Vorstands werden Compliance-Verstöße strikt verfolgt und sanktioniert. Menschenrechte in der LieferketteKlöckner & Co SE und die Landesgesellschaften achten auf ethisch korrektes und regelkonformes Verhalten im Geschäftsverkehr. Dies betrifft sowohl unser eigenes Unternehmen als auch die vorgelagerten Teile unserer Wertschöpfungskette. Denn auch von den Beteiligten in unserer Lieferkette erwarten wir, dass sie dieselben Grundsätze befolgen. Wie in unserem Code of Conduct und darüber hinaus in unserer internen Konzernrichtlinie zum Thema Menschenrechte festgelegt, duldet Klöckner & Co keine Verstöße gegen die dort dargelegten Grundsätze. Zu diesen gehören neben der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der Menschenrechte insbesondere das Verbot von Kinderarbeit, jede Form von Zwangsarbeit, die Gewährleistung von Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns und der gesetzlichen Arbeitszeiten. Um diese Erwartungshaltung auch gegenüber unseren Lieferanten eindeutig zum Ausdruck zu bringen, haben wir im Berichtsjahr unseren konzernweit gültigen Supplier Code of Conduct grundlegend überarbeitet und dabei auch die Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes berücksichtigt. Unser Supplier Code of Conduct richtet nun einen noch stärkeren Fokus auf die Prävention menschenrechtlicher und umweltbezogener Risiken und formuliert unsere klare Erwartung gegenüber unseren Lieferanten, derartige Risiken im eigenen Geschäftsbereich und ihren Lieferketten aktiv zu ermitteln, zu bewerten und im Rahmen der bestehenden Einflussmöglichkeiten zu verhindern oder zu minimieren. Falls sich ein Lieferant weigert, unseren Supplier Code of Conduct anzuerkennen, und keinen eigenen, gleichwertigen Code of Conduct in seinem Unternehmen etabliert hat, wird er konsequent für den weiteren Einkauf gesperrt. Die Gleichwertigkeitsprüfung erfolgt durch das CCO. Ein besonderes Augenmerk liegt bei Klöckner & Co auf der umsichtigen und verantwortungsvollen Beschaffung von Produkten. Ein zentrales Ziel im Beschaffungsprozess ist es beispielsweise, sicherzustellen, dass die in unseren Produkten enthaltenen Mineralien nicht aus Konfliktländern stammen. Die Gesellschaft sorgt für die Erfüllung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette von Rohstoffen aus Konflikt- und Hochrisikogebieten sowie die Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Güter mit doppeltem Verwendungszweck, sogenannte Dual-Use-Güter, sowie die einschlägigen außenwirtschaftsrechtlichen Vorschriften werden zentral, durch systemische Kontrollen in den IT-Systemen, überwacht. Von besonderem Interesse sind dabei Konfliktmineralien wie Columbit-Tantalit (Coltan), Kassiterit (Zinnstein), Gold, Wolframit und deren Derivate, zu denen Tantal, Zinn und Wolfram zählen. Die jährliche Prüfung unseres Produktportfolios hat im Geschäftsjahr 2022 ergeben, dass < 0,1 % unserer Produkte Tantal, Zinn oder Wolfram enthalten können. Sollten unsere Kunden dafür einen entsprechenden Nachweis einfordern, nutzen wir bei allen betreffenden Lieferanten das "Conflict Minerals Reporting Template" der Responsible Minerals Initiative für die systematisierte Abfrage zur Herkunft von Konfliktmineralien. Wir erwarten, dass die Lieferanten die Konfliktmineralien gemeinsam mit ihren Lieferanten mindestens bis zum Hüttenwerk zurückverfolgen und sich für Standardberichtsprozesse einsetzen. Wir erwarten ferner von unseren Lieferanten, dass sie entsprechende Nachweise fünf Jahre lang aufbewahren und sie Klöckner & Co auf Nachfrage vorlegen. Sofern ein Lieferant den Nachweis der Herkunft der Konfliktmineralien nicht erbringt, wird er systematisch für weitere Einkäufe gesperrt. Gleiches gilt, wenn der Lieferant sich nicht zu den obigen Grundsätzen hinsichtlich der Herkunft von Konfliktmineralien bekennt. Im Berichtsjahr 2022 mussten keine Lieferanten aufgrund fehlender Nachweise gesperrt werden.
6 Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom
1. Oktober 2021 bis 30. September 2022.
LieferkettengesetzDas im Juli 2021 verkündete Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette betrifft ab dem Jahr 2024 auch Klöckner & Co. Es soll der Verbesserung der internationalen Menschenrechtslage dienen, indem es Anforderungen an ein verantwortliches Management von Lieferketten für bestimmte Unternehmen festlegt. Auch wenn wir erst im Jahr 2024 zu den verpflichteten Unternehmen im Sinne des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes gehören werden, haben wir bereits im Berichtszeitraum mit der Vorbereitung begonnen, um unseren zukünftigen Sorgfaltspflichten nachzukommen. Dazu gehört unter anderem auch die in diesem Bericht beschriebene Aktualisierung des Supplier Code of Conduct sowie ein Update unseres Beschwerdemanagementsystems "Let Us Know". Die Vorbereitungsmaßnahmen werden konsequent weiterentwickelt und weitere Instrumente zur Erfüllung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten entwickelt und unternehmensweit implementiert. Soziales EngagementWeltweit agiert Klöckner & Co in 13 Ländern, unterhält rund 150 Standorte und gibt rund 7.300 Menschen einen Arbeitsplatz. Daraus erwächst nicht nur eine Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für das jeweilige regionale Umfeld unseres Unternehmenssitzes und unserer Niederlassungen. Daher engagieren wir uns im direkten Umfeld unserer Unternehmensstandorte und tragen so unseren Teil zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen bei. Unser Ziel ist es, dass unsere finanziellen Zuwendungen denen zugutekommen, die sie wirklich benötigen. Da unsere Landesgesellschaften die individuellen Bedürfnisse in ihren Regionen am besten einschätzen können, führen sie ihre Spenden- und Sponsoringaktivitäten eigenständig durch. Einen Rahmen erhalten sie durch eine konzernweit gültige Verfahrensanweisung, mit der wir eine gemeinsame Ausrichtung des Engagements sicherstellen und gleichzeitig den individuellen Gegebenheiten unserer Märkte Rechnung tragen. Die Unterstützung ausgewählter Einzelprojekte aus Wissenschaft, Sport, Kunst und Kultur ist uns ein ebenso wichtiges Anliegen wie die kontinuierliche Förderung von Bildungsinitiativen und die Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, spenden wir grundsätzlich nicht an politische Parteien, Einzelpersonen, gewinnorientierte Organisationen oder Organisationen, deren Ziele den Grundsätzen unserer Unternehmensführung widersprechen oder unser Ansehen schädigen könnten. Das soziale Engagement bei Klöckner & Co besitzt hohe Priorität und wird daher in unmittelbarer Nähe des Vorsitzenden des Vorstands über den Zentralbereich Strategic Sustainability der Holding gesteuert und über das Corporate Compliance Office überwacht. Projekte und Anliegen werden in einer regelmäßigen Rücksprache mit dem Vorsitzenden des Vorstands erörtert. Vom sozialen Engagement - insbesondere dem in der Region - überzeugt sich der Vorsitzende des Vorstands persönlich, beispielsweise durch Besuche an Partnerschulen. Klöckner & Co verfolgt eine klare und langfristige Strategie bei der Unterstützung von gemeinnützigen Projekten in Deutschland: Wir möchten die Bildungssituation sozial benachteiligter Kinder in unserem direkten Umfeld nachhaltig verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentrieren wir unseren Beitrag auf lokale Bildungs- und Grundversorgungsprojekte, von denen möglichst viele Kinder und Jugendliche profitieren können. Unseren Fokus legen wir dabei seit mittlerweile über zehn Jahren auf die Stadtteilarbeit in Duisburg-Marxloh, das von einem hohen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund geprägt ist. Dabei kooperieren wir mit Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie weiteren regionalen Partnern. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Klavier-Festival Ruhr haben wir in 2012 das mehrfach prämierte Education-Projekt für die musikalische und künstlerische Förderung von Kindern entwickelt und mit zwei Schulen erstmals umgesetzt. Mittlerweile sind über 800 Kinder und Jugendliche aus fünf Schulen aus Duisburg-Marxloh beteiligt. Darüber hinaus gibt es seit 2021 ein Angebot für Kindertagesstätten, das inhaltlich eng auf die musikalische Grundlagenarbeit an den Grundschulen bezogen ist. Im Berichtsjahr hat Klöckner & Co außerdem das soziale Engagement für die gemeinnützige Programmierschule ReDI School of Digital Integration (ReDI School) bekräftigt und wird als Hauptsponsor das Kinder- und Jugendprogramm in Duisburg-Marxloh auch künftig unterstützen. Die Programmierschule hat sich seit der gemeinsamen Initiierung des Standortes Duisburg-Marxloh in 2019 sehr positiv entwickelt: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der teilnehmenden Schüler von 340 auf 500 gestiegen. Ungeachtet des starken Wachstums stehen die Förderung der Berufsintegration, das Erlernen von technischen Fähigkeiten und Soft Skills sowie der Aufbau von Medienkompetenzen weiter im Fokus des Kinder- und Jugendprogramms. Außerdem unterstützte Klöckner & Co das PlayTech Summer Camp, das im Berichtsjahr erstmals von der ReDI School in Kooperation mit der AWO-Integration Duisburg durchgeführt wurde. Im Rahmen des Camps hatten ukrainische Kinder die Möglichkeit, das kreative Potenzial von Programmiersprachen und anderen digitalen Technologien zu entdecken. Der Fokus lag dabei nicht nur darauf, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, technologiebasiert Deutsch zu lernen und ihre Medienkompetenz zu stärken, sondern auch darauf, einen Raum für entspannten Austausch sowie Spiel und Spaß zu schaffen. Klöckner & Co hat im Berichtsjahr zudem eine Fundraising-Aktion für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen, an der man sich mit einer privaten Spende zugunsten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) beteiligen konnte. Die Organisation unterstützt Menschen, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vertrieben wurden. Die Spendenaktion wurde von Klöckner & Co um 50.000 € aufgestockt und zusammen mit der Spende der Belegschaft an die UNHCR übermittelt. International setzt jedes Land im Rahmen unserer Spendenrichtlinie eigene Akzente. Unsere Landesorganisation in den USA arbeitet beispielsweise mit "Ronald McDonald House Charities" als nationalem Partner zusammen, einer gemeinnützigen Familien- und Kinderhilfsorganisation, die Familien mit kranken Kindern in Zeiten der Not hilft. Im Rahmen des "Kloeckner Cares"-Programms unterstützen die lokalen Tochtergesellschaften außerdem Organisationen in der Region, die sich um die Bedürfnisse ihrer Gemeinden kümmern. Das Programm dient auch als Möglichkeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich durch ehrenamtliche Arbeit für Bedürftige zu engagieren. UMWELTIn unserem Geschäft spielen nicht nur wirtschaftliche Kriterien eine Rolle, sondern auch die ökologischen. Im Handlungsfeld Umwelt befassen wir uns mit der nachhaltigen Transformation unserer Produkte und Services und den Umweltauswirkungen der Logistik, da wir dort einen großen Einfluss auf die Reduktion von Emissionen haben. Dies ist auch ein wesentliches Berichtsthema für Klöckner & Co. Darüber hinaus berichten wir in diesem Kapitel über Aktivitäten zum Aufbau einer emissionsfreien Wertschöpfungskette sowie die Schonung natürlicher Ressourcen. Umweltauswirkungen der LogistikDas Thema Umweltschutz ist ein wichtiger Bestandteil unserer SHEQ-Policy - unserer internen Arbeitssicherheits-, Gesundheits-, Umwelt- und Qualitätsrichtlinie. Diese internationale Konzernvorgabe deckt alle relevanten Umweltaspekte ab - von der Schonung natürlicher Ressourcen über den Einsatz erneuerbarer Energien bis zur Reduktion von Emissionen und Abfällen. Governance-Funktionen in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit fallen in die Zuständigkeit des Zentralbereichs Strategic Sustainability. Für den Bereich ist der Vorsitzende des Vorstands funktional verantwortlich. Die lokale Ausgestaltung liegt bei unseren Landesgesellschaften, die über konkrete Maßnahmen und Initiativen entscheiden. Ein Teil unseres Geschäftsmodells, das direkte Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist die Lieferung von Produkten an unsere Kunden mithilfe von LKWs. Eine zentrale Aufgabe im Handlungsfeld Umwelt ist für Klöckner & Co daher, die Umweltauswirkungen unserer Logistikprozesse entlang unserer Lieferkette zu minimieren. Eine qualitativ hochwertige Datengrundlage und die Digitalisierung sind dabei für die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen unerlässlich, denn sie sorgen für Transparenz und damit auch für nachhaltiges Handeln in der gesamten Lieferkette. Durch diese Supply-Chain-Optimierung können positive Effekte durch reduzierte Verschwendung bei Beschaffung, Disposition, Produktion, Verarbeitung, Transport und Logistik erzielt werden. Fehllieferungen sollen so vermindert und die Bestands- und Lagerkosten sowie die Anzahl an Transporten reduziert werden. Dabei wird grundsätzlich versucht, die Umweltauswirkungen der Logistik auf drei Ebenen entlang unserer Wertschöpfungskette zu beeinflussen: Wareneingang, interne Transporte sowie Auslieferung an unsere Kunden. Durch eine zielgerichtete Koordination von Lieferanten und Wareneingängen auf Ebene eins und durch ein besseres Bestandsmanagement auf der zweiten Ebene versuchen wir die internen Transporte zwischen unseren Standorten zu reduzieren. Dies geschieht beispielsweise durch eine optimierte Bestandsallokation und das stetige Überprüfen unserer internen Netzwerkstrukturen in den jeweiligen Landesorganisationen. Monitoring und Reporting von relevanten KPIs wie Transport, Lagerkosten oder Absatz geben Hinweise auf notwendige Netzwerkanpassungen. Diese Maßnahmen schaffen Synergien in der Anarbeitung und Kundenbelieferung. Unsere britische Landesgesellschaft Kloeckner Metals UK und unsere deutsche Landesgesellschaft Becker Stahl-Service sind zudem bereits an allen Standorten nach dem Umweltstandard ISO 14001 zertifiziert, der auch die Logistik berücksichtigt. Seit 2020 lässt sich Kloeckner Metals UK gemäß BES 6001 zur verantwortungsvollen Beschaffung zertifizieren und wurde in 2021 und 2022 mit dem gehobenen Standard "good" ausgezeichnet. BES 6001 ist ein unabhängiges Zertifizierungssystem, mit dem hergestellte Produkte als verantwortungsvoll beschafft, eingestuft und bewertet werden können. Es betrifft Unternehmensführung, Management entlang der Lieferkette sowie Managementanforderungen einer nachhaltigen Entwicklung wie z. B. soziale und wirtschaftliche Auswirkungen. Der spezialisierte Stahlverarbeiter Kloeckner Metals UK Westok hat den Gold-Standard der Steel Construction Sustainability Charter erreicht. Ziel der Charta ist es, Stahl als nachhaltige Form des Bauens weiter voranzubringen. Auf der dritten Ebene achten wir insbesondere auf die Effizienz unserer Auslieferungstouren. Maßgebend für eine effiziente Planungsqualität dieser Auslieferungstouren sind, neben der Einhaltung von Lieferterminen, auch die optimale Auslastung der LKWs und die wegeoptimierte Routenplanung. Bereits im Jahr 2017 haben wir daher mit der flächendeckenden Einführung von Transportplanungssoftware begonnen. Diese ist in unseren EU-weiten Landesgesellschaften bis auf Frankreich in Betrieb. Aus der Transportplanungssoftware lassen sich Daten gewinnen, mit denen wir den Kraftstoffverbrauch unserer eingesetzten LKWs verringern wollen. Dies kann beispielsweise die Vermeidung von Leerfahrten und die Optimierung von Auslieferfrequenzen beinhalten. Seit Anfang 2020 nutzen Kloeckner Metals Germany, Kloeckner Metals UK und Kloeckner Metals Benelux mit der ePod-App eine weitere Verbesserung der Logistikprozesse. In Frankreich wird die Lösung derzeit noch getestet. Die App unterstützt die Fahrer bei der Planung ihrer Auslieferungstouren und bildet die Grundlage für digitale Dokumentation und Transparenz entlang der Lieferkette. Bordcomputer geben den Fahrern unseres modernen Fuhrparks Rückmeldung über Fahrverhalten, Geschwindigkeit und Umdrehungszahl und helfen so, den Kraftstoffverbrauch der LKWs und damit den CO 2-Ausstoß zu verringern. Zusätzlich werden die Fahrer in Deutschland und im Vereinigten Königreich mittels Fahrtrainings geschult und erhalten regelmäßiges Feedback zu ihrem Fahrverhalten. Zusätzlich zu den bereits ausgeführten Effizienz- und Digitalisierungsmaßnahmen setzen wir auch auf einen langfristigen Wechsel unserer Logistikfahrzeuge von Verbrennungsmotoren zu nachhaltigeren Antriebsmöglichkeiten und Elektromobilität. In unserer Landesorganisation in den USA wurde 2022 bereits ein Pilotversuch mit einem Elektro-LKW durchgeführt. Bei unserer Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service ist im Berichtsjahr die Staplerflotte am Standort in Bönen von Verbrennungsmotoren auf elektrische Antriebe umgestellt worden, die für den Standort eine jährliche CO 2-Einsparung von ca. 100 Tonnen bedeuten. Kloeckner Metals UK hat im Berichtsjahr in 40 neue Lastwagen investiert, die zukünftig mit zertifiziertem hydrierten Pflanzenöl angetrieben werden. Insgesamt bieten die Fahrzeuge eine 90%ige Reduktion der CO 2-Emissionen entlang der gesamten Treibstoff-Lieferkette ("Well-to-Wheel") gegenüber herkömmlichen Dieselfahrzeugen. In 2022 wurden bereits 20 dieser LKWs in Betrieb genommen, Anfang 2023 werden weitere 20 LKWs zur Flotte hinzukommen. Mit diesen Maßnahmen erweitern wir unser Portfolio an nachhaltigen Logistikdienstleistungen und ermöglichen damit auch unseren Kunden den erweiterten Aufbau einer nachhaltigen Wertschöpfungskette. Nachhaltige GeschäftsmodelleAls erstes Unternehmen weltweit wurden unsere CO 2-Net-Zero-Ziele in 2022 von der Science Based Targets initiative (SBTi) im regulären Verfahren nach neuesten Standards als wissenschaftlich fundiert anerkannt. Das bedeutet, dass unser Reduktionspfad mit dem aktuellen Kenntnisstand der Wissenschaft konform ist und somit den Anforderungen des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 °C entspricht. Ein weiterer Schritt zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen wurde im Berichtsjahr durch die Veröffentlichung von Bewertungsskalen für unsere CO 2-reduzierten Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumprodukte unternommen. Unsere Skalen beruhen auf internationalen, wissenschaftlich basierten Standards und kategorisieren die CO 2-reduzierten Werkstoffe anhand ihrer zertifizierten Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Anarbeitung ("Cradle-to-Klöckner Exit Gate"). Damit schaffen wir für unsere Kunden Transparenz auf dem schnell wachsenden und undurchsichtigen Markt für CO 2-reduzierte Stahl- und Metallprodukte. Durch die Entwicklung dieser Klassifizierung wollen wir "Greenwashing" vorbeugen und können gemeinsam mit unseren Kunden klare Pfade zur zukünftigen CO 2-Reduktion definieren. Durch zahlreiche Partnerschaften bieten wir unseren Kunden CO 2-reduzierte Stahl- und Metallprodukte bereits heute an. Bis 2025 sollen dann über 30 % und bis 2030 über 50 % des Gesamtangebots von Klöckner & Co aus den beiden Kategorien mit dem niedrigsten CO 2-Fußabdruck, "Pro" (< 700kg CO 2 /t) und "Prime" (< 400 kg CO 2 /t), stammen. Die Bandbreite unseres CO 2-reduzierten Produktportfolios haben wir im Berichtsjahr unter der neuen Dachmarke Nexigen® gebündelt. Auf diese Weise bieten wir unseren Kunden transparente, CO 2-reduzierte Material-, Service- und Logistiklösungen, mit denen wir unsere Kunden beim Aufbau ihrer nachhaltigen Lieferketten unterstützen. Unter Nexigen® konnte in 2022 bereits die erste Lieferung von CO 2-reduziertem Stahl der Kategorie "Pro" und "Prime" an unsere langjährigen Partner Mercedes-Benz und Siemens getätigt werden. Für unseren Einsatz für die Dekarbonisierung der Stahlindustrie wurden wir mit dem renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 in der Kategorie "Transformationsfeld Klima" ausgezeichnet. Dies zeigt, welchen Stellenwert die von uns angestoßene Transformation der Branche hat und dass Klöckner & Co auch extern als Vorreiter einer nachhaltigen Stahlbranche wahrgenommen wird. Schonung natürlicher RessourcenIm Rahmen der Initiative "Kloeckner takes action 2040" setzt unser Unternehmen die Reduktion der Emissionen aus unseren Geschäftstätigkeiten und unserer Lieferkette an höchste Stelle in Bezug auf unsere Umweltaktivitäten. Unsere Scope 1- & 2-Treibhausgasemissionen lagen in 2022 bei 52,7 Tausend Tonnen CO 2e. Damit konnten wir bereits eine Reduktion der Scope 1- & 2-Emissionen um rund 43 % gegenüber unserem SBTi-Basisjahr 2019 erreichen und liegen aktuell auf einem Niveau, das nach unserem SBTi-Zielpfad erst für das Jahr 2028 vorgesehen ist. TREIBHAUSGASEMISSIONEN
7 Die "location-based" (im Sinne des GHG
Protocol) Emissionen betrugen in 2022 27,6 Tt CO
2e.
Ein wichtiger Hebel bei der Erreichung unserer Scope 1- & 2-Reduktionsziele ist der Einsatz erneuerbarer Energien. Viele unserer Standorte sind bereits auf Strom aus erneuerbaren Quellen umgestiegen. Im Jahr 2022 wurden dadurch bereits 58 % unseres weltweiten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen bezogen. Zudem haben wir im Berichtsjahr an unseren Standorten Neumarkt am Wallersee (Österreich) und Araucária (Brasilien) Photovoltaikanlagen installiert, sodass unsere Landesgesellschaften selbst vor Ort erneuerbare Energie für die Energieversorgung ihrer Lager erzeugen können. Für 2023 planen wir weitere Photovoltaikanlagen in Betrieb zu nehmen. Auch im Bereich Mitarbeiter-Mobilität arbeiten wir weiterhin an Lösungen, die unseren CO 2-Ausstoß verringern. Bereits in 2021 haben wir eine überarbeitete Reisekostenrichtlinie veröffentlicht, die Inlandsflüge in Europa grundsätzlich nicht erlaubt und eine Kompensation für alle Flüge ab 1.500 km vorsieht. Unser hybrides Arbeitskonzept (Ziel: 30 % Homeoffice für administrative Funktionen) läuft auch nach Pandemiezeiten weiter und soll die durch Pendeln entstehenden Emissionen reduzieren. Mit unserer überarbeiteten Dienstwagenrichtlinie, die im Berichtsjahr veröffentlicht wurde, leiten wir einen Transformationsprozess zur Elektrifizierung der Flotte und Zentralisierung des Fuhrparkmanagements ein. So erhalten wir mehr Flexibilität in einem dynamischen Umfeld. Damit einhergehend arbeiten wir aktuell am Aufbau einer Ladeinfrastruktur mit einem intelligenten Lademanagementsystem an allen deutschen Klöckner-Standorten. Unser Fokus liegt zuvorderst auf der direkten Reduktion und Vermeidung von Emissionen. Die technischen Möglichkeiten für eine vollständige Eliminierung der CO 2-Emissionen sind jedoch derzeit noch begrenzt und werden sich erst in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Deshalb haben wir uns entschieden, ab 2022 zusätzlich zu unseren Reduktionsmaßnahmen unsere gesamten Scope 1- und 2-Emissionen zu kompensieren, ohne diese jedoch mit unseren Reduktionszielen zu verrechnen. Mit unserer Kompensationsleistung unterstützen wir zwei Klimaschutzprojekte in Nepal und Ruanda. Beide Projekte sind nach dem hochwertigen Gold-Standard der Swiss Golden Standard Foundation zertifiziert. Die Projekte agieren in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die nachweislich Klimagase einsparen, die andernfalls entstanden wären. Darüber hinaus haben sie einen zusätzlichen gesundheitlichen und ökologischen Nutzen für die Menschen vor Ort. Damit ist Klöckner & Co schon jetzt CO 2-neutral in Bezug auf Scope 1- & 2-Emissionen. Den Einsatz von Kompensationsmaßnahmen wollen wir in den kommenden Jahren auf ein Minimum reduzieren. Im Bereich Energiemanagement liegt unser Fokus neben der Umstellung auf erneuerbare Energien vor allem auf der Reduktion des Energieverbrauchs durch eine intelligente Steuerung und der Umstellung auf neue Technologien. In 2022 betrug unser konzernweiter Energieverbrauch 271 GWh. ENERGIEVERBRAUCH
Im Rahmen unseres aktiven Wasser- und Abfallmanagements achten wir auf Ressourcenschonung und Umweltschutz, wie es in unserer globalen SHEQ-Policy beschrieben wird. Hiermit stellen wir ebenfalls die Einhaltung der geltenden lokalen Regelungen und Normen sicher. Da wir nahezu kein Wasser für unsere Bearbeitungsprozesse nutzen, ist unser Einfluss im Bereich Wasser äußerst gering und führt im Wesentlichen zum Aufkommen von herkömmlichen Haushaltsabwässern. Zudem ist das Thema Abwasser Bestandteil der Standards OHSAS 18001 und ISO 45001, nach denen ein Großteil unserer Standorte zertifiziert ist. Unsere Wasserentnahme lag in 2022 bei 118,8 Tausend m 3. Im Rahmen unserer betrieblichen Tätigkeiten gibt es keine Prozesse, die zum Verbrauch wesentlicher Wassermengen führen. Unsere Abwassermenge entspricht somit unserer Wasserentnahme. Als Beiprodukt unserer Betriebsaktivitäten sind im Berichtsjahr insgesamt 144,9 Tausend Tonnen Abfall entstanden, wovon Stahlschrott mit 91 % den größten Anteil ausmacht. Dieser Schrott wird aufgrund seiner Bedeutung bei der Herstellung CO 2-reduzierter Produkte grundsätzlich dem Recycling zugeführt. Auf diese Weise unterstützt Klöckner & Co die Transformation der Stahlindustrie zu einer zirkulären Wirtschaft. WASSERENTNAHME UND ABFALL
DIGITALISIERUNGDie digitale Transformation bei Klöckner & Co steht im Mittelpunkt der Konzernstrategie. Wir sehen neben den Chancen der Transformation zu Digitalisierung und Automatisierung jedoch auch die Herausforderungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diesem kulturellen Wandel begegnen wir mit Maßnahmen, die im Handlungsfeld Digitalisierung beschrieben werden. Digitalisierung und Automatisierung bei Klöckner & CoAufbauend auf unserer Rolle als Pionier der Digitalisierung in der Stahlbranche werden wir unser Potenzial weiter ausschöpfen und um die Ebene der Automatisierung erweitern. Auch in Zukunft werden wir innovative digitale Lösungen entwickeln und unsere internen Kernprozesse weiter digitalisieren. Durch eine umfassende Prozessintegration mit einem sehr hohen Grad an Digitalisierung und Automatisierung können wir die Prozessgeschwindigkeit und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ein hohes Niveau heben. Notwendiger Baustein dieser digitalen Transformation ist, neben der konsequenten Digitalisierung der externen und internen Prozesse, auch ein tiefgreifender Kulturwandel im Unternehmen. Dazu sollen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre jeweilige digitale Grundhaltung sukzessive ausbauen, um gemeinsam die Entwicklung hin zur Industrie 4.0 zu tragen. Die Transformation zum digitalen Plattformunternehmen wird von allen Vorstandsmitgliedern der Klöckner & Co SE geschlossen vorangetrieben. Besondere Verantwortung für die Umsetzung der Strategie trägt jedoch der Vorsitzende des Vorstands. Regelmäßig wird er von den dafür zuständigen Fachverantwortlichen über Status und Fortschritt informiert. Seit der Gründung der Digitaleinheit kloeckner.i im Jahr 2014 wurden viele wichtige Projekte zur digitalen Transformation von Klöckner & Co angestoßen. So konnten wir frühzeitig eine Pionierrolle in der Stahlindustrie einnehmen. Mittlerweile wurden alle gruppenweiten IT- und Digitalkompetenzen unter dem Dach der kloeckner.i gebündelt. Um uns in Zukunft noch stärker von unseren Wettbewerbern zu differenzieren, bauen wir unsere Digitalisierungsbemühungen aus und automatisieren unsere interne Wertschöpfungskette weiter. Durch ergebnisorientierte Innovation und die Entwicklung digitaler Tools werden wir die erfolgreiche Transformation in unseren Märkten vorantreiben. Agilität, funktionsübergreifende Teamarbeit und die Befähigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation und verbesserte Leistung. Indem wir alle innovativen, transformativen IT-Kompetenzen und -Dienstleistungen unter einem Dach vereinen, profitieren unsere operativen Geschäftsbereiche von einer einfacheren Zusammenarbeit und einer schnelleren Entwicklung, Einführung und Feedback-Integration. Durch kloeckner.i haben die Landesorganisationen einen zentralen Ansprechpartner, der neben dem operativen Business-Know-how auch bei der digitalen Geschäftstransformation unterstützt und mit technischen Lösungen berät. Die Kolleginnen und Kollegen unterstützen das operative Geschäft beispielsweise mit Projekten und dem Erarbeiten effizienterer Prozesse und helfen beim Definieren von Anforderungen an Tools. In der Produktabteilung werden digitale Produktvisionen definiert. Neben dem technischen Kundenservice und dem stetigen Ausbau unserer E-Commerce-Lösungen wird auch an Anwendungen wie einer datengesteuerten, algorithmusbasierten Preisgestaltung gearbeitet. In der Abteilung Engineering steht die Entwicklung und Umsetzung der Technologiestrategie im Fokus. Die Abteilung IT-Infrastruktur schafft währenddessen die Voraussetzungen für digitale Geschäftsprozesse, indem verschiedene Systeme und Tools in der Cloud betrieben oder per Schnittstellen miteinander verbunden werden, um so Datenflüsse zu gewährleisten und den Anwendern den Zugriff auf leistungsfähige und vor allem sichere Systeme zu ermöglichen. Damit jede und jeder Einzelne auf diesem Weg mitgenommen wird und sich als Teil der Veränderungen sieht, haben wir einen breiten Maßnahmenkatalog entwickelt, der allen Beschäftigten die Chance bietet, sich digitale Fähigkeiten in individueller Geschwindigkeit anzueignen. Zur gezielten Erweiterung der digitalen Kompetenzen bieten wir im Rahmen unserer konzernweiten Digital Academy allen Beschäftigten berufsspezifische unternehmensinterne Trainingsangebote an. Für die Nutzerinnen und Nutzer stehen dort zahlreiche Onlinekurse - größtenteils zur Erweiterung der sogenannten Digital Skills - zur Verfügung. Darüber hinaus werden alle Kurse seit 2022 auf der neuen nutzerfreundlichen Plattform Talentsoft angeboten. Seit Auflage der Klöckner & Co Digital Academy haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits über 14.600 Kurse absolviert. Ziel ist es, zukünftig verstärkt Lerninhalte zum Thema Nachhaltigkeit anzubieten. Dem folgend ist für das Jahr 2023 eine Erweiterung der Inhalte geplant - aus der Digital Academy wird die Kloeckner Academy. Maßgeblicher Treiber des Kulturwandels ist zudem eine intensive interne Kommunikation mit dem Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Notwendigkeit des digitalen Wandels zu verdeutlichen, ihnen das Werkzeug zur Navigation in geänderten Strukturen an die Hand zu geben und ihnen somit die Ängste zu nehmen. Klöckner & Co hat das soziale Netzwerk Yammer bereits 2014 unternehmensweit eingeführt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen das hierarchiefreie Kommunikationsportal zum Ideenaustausch, zur Diskussion und als wichtige Informationsquelle. Der Vorsitzende des Vorstands lädt alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Yammer zur offenen Diskussion ein und nutzt das Tool, ergänzend z. B. zu den regelmäßig stattfindenden "Insight Talks"-Gesprächsrunden, als Kommunikationskanal, um unter anderem über die Fortschritte unserer digitalen Transformation zu berichten. Um die Zusammenarbeit im Konzern zu verbessern, die Agilität zu fördern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Innovationen zu begeistern, entwickelte Klöckner & Co im Berichtsjahr die interne Plattform #DigiDesk weiter. Über das moderne Intranet können alle Microsoft-Office-365-Anwendungen von der Belegschaft genutzt werden. In dieser SharePoint-Umgebung befinden sich auch die Digital Academy sowie das Mitarbeitermagazin. Agiles Arbeiten ist eine wichtige Voraussetzung, um interne Abläufe zu beschleunigen, umgehend auf sich verändernde Kundenwünsche zu reagieren und sich so am Markt gegenüber Wettbewerbern zu behaupten. Umfangreiche Schulungen, Trainings und Kommunikationsmittel wie Yammer-Kampagnen und Poster haben dazu geführt, dass sich agile Arbeitsweisen im Konzern immer mehr verfestigen. Fest etabliert hat sich das offene Lernformat "Espresso Call" zu digitalen Themen. Über Microsoft Teams wird im Videoformat in 30 bis 60 Minuten live mit Experten alles Wissenswerte rund um digitale und strategische Themen erklärt. Die steigenden Teilnehmerzahlen unserer Digital Academy deuten an, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Lernangebot positiv annehmen und großes Interesse an der Verbesserung ihrer digitalen Kompetenzen haben. Dies spiegeln auch die konstruktiven Vorschläge und Ideen wider, die von der Belegschaft eingebracht werden, um bei unseren Prozessen Optimierungen in Bezug auf Schnelligkeit und Qualität herbeizuführen. KUNDENIm Handlungsfeld Kunden beschreiben wir unseren kundenzentrierten Ansatz, mit dem wir unser Geschäft führen. Kundenzufriedenheit bildet dabei ein wesentliches Thema für uns. Diese sowie die aus ihr resultierende Kundenbindung sind für uns wichtige Faktoren, die den langfristigen Erfolg von Klöckner & Co am Markt sicherstellen. KundenzufriedenheitAls international tätiger Stahl- und Metalldistributor wollen wir unseren Kunden höchste Qualität und optimalen Service bieten. Denn zuverlässiger Service stärkt nachhaltig unsere Position als Bindeglied zwischen unseren Kunden und Lieferanten. Eine hohe Produktqualität, das umfangreiche Angebot an Servicedienstleistungen und die digitalen Lösungen machen uns zu einem verlässlichen Partner für Kunden aller Branchen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden genau die Produkte zur Verfügung zu stellen, die sie gerade benötigen. Das ist herausfordernd, wenn man bedenkt, wie angespannt die Lieferketten derzeit sind und wie vielfältig die Anwendungen sind. Unsere Kundennähe drückt sich besonders persönlich und räumlich aus. Deshalb sind die Landesgesellschaften eigenverantwortlich für die Sicherung der Kundenzufriedenheit zuständig. Aus der Zentrale lassen sich die Kundenbeziehungen nicht so aufrechterhalten wie von lokaler Stelle. Durch enge Beziehungen zu Kunden, die Zusammenarbeit und Umfragen wird kontinuierlich in den Landesgesellschaften an der Kundenzufriedenheit gearbeitet. Aus diesem Grund denken wir bei unseren Produkten und Dienstleistungen, bei unseren Vertriebswegen und Innovationen sowie der Entwicklung von digitalen Tools und Applikationen - getreu dem "Design-Thinking-Ansatz" - stets von der Perspektive des Kunden aus. Wir beziehen den Kunden entsprechend aktiv in unseren Prozess mit ein und analysieren dabei gezielt seine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse. So gelingt es uns mit einer Vielzahl von digitalen Tools, die wir stetig weiterentwickeln, effizienter und schneller die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Applikationen wie der Kloeckner Assistant automatisieren weite Teile des administrativen Vertriebsprozesses. Die KI-getriebene Applikation wurde im Berichtsjahr weiter verbessert und ist nun in der Lage, neben PDF-Dateien auch Text-Nachrichten automatisiert zu bearbeiten. Durch das neue Kernfeature können Angebote und Bestellungen noch schneller bearbeitet werden, und die Wahrscheinlichkeit von Fehllieferungen wird verringert. Damit ist der Kloeckner Assistant ein immer wichtigeres Werkzeug bei der automatisierten Angebots- und Auftragsbearbeitung und unsere Kunden profitieren von der schnelleren Bearbeitung ihrer Bestellungen. Wir nutzen verschiedene agile Arbeitsmethoden aus der Start-up-Welt, damit die Produktentwicklung kontinuierlich und zielgerichtet abläuft. Wir führen mit unseren Kunden ergebnisorientierte Interviews und nutzen neue Methoden zur Erkenntnisgewinnung wie beispielsweise den Aufbau einer sogenannten "Customer Journey". Hierbei wird das Kundenerlebnis vom ersten Kontakt zum Produkt über den gesamten Nutzungsprozess bis hin zu einer dauerhaften Produktnutzung visualisiert. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse tragen anschließend zur Weiterentwicklung der Produkte, Tools und Services bei. So entwickeln wir auf dieser Basis ein Produkt bzw. Tool, das zunächst nur die Minimalanforderungen erfüllt - ein "Minimum Viable Product". Der "Lean Start-up Approach" ist für uns damit eine Vorgehensweise, die wir auch bei unterschiedlichen internen Projekten anwenden. Da im ersten Schritt nur die wichtigsten Anforderungen erfüllt werden, planen wir uns mit diesem Ansatz deutlich schneller zu entwickeln. Optimierungen können nachgelagert sukzessive vorgenommen werden. Dabei minimieren wir das Risiko, Kapazitäten für neue Produkteigenschaften zu binden, die für unseren Kunden letztendlich keinen Mehrwert bieten. kloeckner.i, unsere Digitaleinheit in Berlin, ist regelmäßig mit Kunden in Kontakt, um sich über ihre Anforderungen an das digitale Produktangebot und ihre Zufriedenheit damit zu informieren sowie den Ausbau der Produktlandschaft am Kundenbedarf zu orientieren. Auch 2022 hat kloeckner.i kontinuierlich daran gearbeitet, das digitale Produktangebot weiter zu verbessern und die Benutzerfreundlichkeit zu steigern. Im Berichtsjahr wurde die Nutzeroberfläche des E-Commerce-Portals weiterentwickelt, um es auf eine neue technologische und nutzerfreundliche Basis zu heben. Alle neuen Designs wurden in einem standarisierten Prozess mit Kunden und unabhängigen Testern validiert und iterativ verbessert. KundenumfragenDarüber hinaus werden die Kunden regelmäßig befragt, ob sie mit dem Service von Klöckner & Co zufrieden sind. Im Berichtsjahr wurde eine Kundenbefragung auf der Website mit über 30.000 Teilnehmern durchgeführt. Das gesammelte Feedback der Kunden trägt zur permanenten Verbesserung der digitalen Systemlandschaft und der Abläufe bei. Mit einer Rate von über 76 % sind die Onlineshop-Kunden im Jahr 2022 vollumfänglich bis teilweise zufrieden mit dem Klöckner & Co E-Commerce-Portal. In jährlichen Umfragen werden alle Kunden der deutschen und österreichischen Landesgesellschaften gebeten, ihre Einschätzung zu verschiedenen Aspekten abzugeben. Dazu zählen die Erreichbarkeit, das Produktsortiment, die Produktqualität, die Produktverfügbarkeit, das Produktanarbeitungsspektrum, die Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Lieferzeit, die Termintreue, die Auftragsdokumente sowie die Reklamationsbearbeitung. Die regelmäßig durchgeführten Kundenumfragen in unseren Landesgesellschaften dienen dazu, die Effektivität unserer Ansätze sicherzustellen und uns ein Bild über die Resonanz zu verschaffen. Entwicklung KundenzufriedenheitSkala von 1 (sehr zufrieden) bis 6 (überhaupt nicht zufrieden)
Auf der Basis dieser Erhebungen verbessern wir stetig Systeme und Abläufe und leiten weiterführende Maßnahmen zur Kundenbindung ab. Denn zufriedene Kunden sind für Klöckner & Co die Grundlage und Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum. Übersicht EU-Taxonomie Umsatz 2022
Übersicht EU-Taxonomie Investitionen 2022
Übersicht EU-Taxonomie Betriebsausgaben 2022
Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen BerichterstattungAn die Klöckner & Co SE, DuisburgWir haben den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht der Klöckner & Co se, Duisburg, (im Folgenden die "Gesellschaft") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 (im Folgenden der "gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht") einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Nicht Gegenstand unserer Prüfung sind die in dem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen. Verantwortung der gesetzlichen VertreterDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden die "EU-Taxonomieverordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit deren eigenen in Abschnitt "EU-Taxonomie" des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts dargestellten Auslegung der in der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffen. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben der Gesellschaft, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (Manipulation des nichtfinanziellen Berichts) oder Irrtümern ist. Die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der EU-Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte im Abschnitt "EU-Taxonomie" des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegung. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet. Unabhängigkeit und Qualitätssicherung der WirtschaftsprüfungsgesellschaftWir haben die deutschen berufsrechtlichen Vorschriften zur Unabhängigkeit sowie weitere berufliche Verhaltensanforderungen eingehalten. Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen - insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS WP/vBP) sowie des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen IDW Qualitätssicherungsstandards 1 "Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis" (IDW QS 1) - an und unterhält dementsprechend ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das dokumentierte Regelungen und Maßnahmen in Bezug auf die Einhaltung beruflicher Verhaltensanforderungen, beruflicher Standards sowie maßgebender gesetzlicher und anderer rechtlicher Anforderungen umfasst. Verantwortung des WirtschaftsprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht abzugeben. Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht der Gesellschaft, mit Ausnahme der in dem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie" des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u.a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der Angaben gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomieverordnung unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, sind die Rechtskonformität der Auslegung und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung mit Unsicherheiten behaftet. PrüfungsurteilAuf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie" des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Wir geben kein Prüfungsurteil zu den in dem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen ab. Verwendungsbeschränkung für den VermerkWir weisen darauf hin, dass die Prüfung für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt wurde und der Vermerk nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt ist. Folglich ist er möglicherweise für einen anderen als den vorgenannten Zweck nicht geeignet. Somit ist der Vermerk nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gesellschaft gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung. Unser Prüfungsurteil ist in dieser Hinsicht nicht modifiziert.
Frankfurt, den 3. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Nicolette Behncke, WIRTSCHAFTSPRÜFERIN ppa. Christopher Hintze, WIRTSCHAFTSPRÜFER VERGÜTUNGSBERICHT der Klöckner & Co SEVergütungsberichtDieser Vergütungsbericht fasst die Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat zusammen und erläutert die Struktur und Höhe der Vergütung im Berichtsjahr. Der Vergütungsbericht berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend auch "Kodex") in der Fassung vom 28. April 2022, veröffentlicht am 27. Juni 2022. Der Vergütungsbericht wurde gemäß § 162 Abs. 1 AktG von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam erstellt und wird durch den Abschlussprüfer geprüft. Rückblick auf das Geschäftsjahr 2022Nachdem im von der COVID-19-Pandemie bestimmten Geschäftsjahr 2021 das beste Ergebnis des Konzerns seit dem Börsengang im Jahr 2006 erzielt werden konnte, war die Geschäftsentwicklung des Gesamtkonzerns im Berichtsjahr 2022 wesentlich durch die makroökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie den geldpolitischen Kurswechsel der Notenbanken als Reaktion auf die steigenden Inflationsraten beeinflusst. Der Konflikt in der Ukraine führte in der ersten Jahreshälfte zu erheblichen Preissteigerungen im Markt. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres setzte jedoch eine deutliche Preiskorrektur ein, die das operative Ergebnis des Konzerns im zweiten Halbjahr negativ beeinflusste. Die Auswirkungen konnten durch ein konsequentes Net Working Capital-Management und eine aktiv forcierte Bestandsreduktion abgemildert werden. Auf die Nachfrageseite haben sich die weiterhin bestehenden Lieferengpässe bei Halbleiterprodukten für die Automobilbranche sowie das sich im Laufe des zweiten Halbjahres verschlechternde makroökonomische Umfeld negativ ausgewirkt. Für weitergehende Ausführungen zur Geschäftsentwicklung von Klöckner & Co im Berichtsjahr wird auf den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 verwiesen. VorstandsvergütungVotum der Hauptversammlung zum Vergütungssystem 2021 und dessen WürdigungDie Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 12. Mai 2021 das vom Aufsichtsrat vorgelegte neue Vergütungssystem für den Vorstand mit einer Mehrheit von 71,2 % der gültigen abgegebenen Stimmen gebilligt. Der Aufsichtsrat hat dieses Vergütungssystem (nachfolgend auch "Vergütungssystem 2021") sodann in seiner Sitzung nach der Hauptversammlung (ebenfalls am 12. Mai 2021) in der den Aktionärinnen und Aktionären vorgelegten und von diesen gebilligten Form festgesetzt. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung im Dezember 2021 intensiv mit dem Ergebnis der Abstimmung und den damit zusammenhängenden Kritikpunkten an dem Vergütungssystem 2021 (u. a. Eigeninvestment in Aktien als langfristig orientierte Vergütungskomponente im Sinne einer Long Term Incentive-Komponente (LTI) und die Möglichkeit der Ermessenstantieme) auseinandergesetzt. Für die weiteren Einzelheiten wird auf die diesbezüglichen Ausführungen im Vergütungsbericht 2021 verwiesen. Votum der Hauptversammlung zum Vergütungsbericht 2021 und dessen WürdigungDer erste Vergütungsbericht der Gesellschaft nach Maßgabe des § 162 AktG wurde von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2022 mit einer Mehrheit von 91,26 % der abgegebenen Stimmen gebilligt. Nach den nicht zufriedenstellenden Ergebnissen zur Billigung des Vergütungssystems 2021 hatte die Gesellschaft zahlreiche Gespräche mit Investoren und Stimmrechtsberatern geführt und die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen in den Vergütungsbericht 2021 einfließen lassen. Trotz des erfreulichen Votums zu dem Vergütungsbericht 2021 setzt sich der Aufsichtsrat weiterhin sowohl mit dem Vergütungssystem 2021 sowie mit der stetigen Verbesserung des Vergütungsberichts auseinander. Der Aufsichtsrat beobachtet dazu die Entwicklungen und Tendenzen am Markt und prüft jährlich Optionen zur Verbesserung des Vergütungssystems für den Vorstand. VergütungssystemeFür ein besseres Verständnis und um eine bessere Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, werden noch einmal beide im Berichtsjahr maßgeblichen Vergütungssysteme in ihren Grundzügen dargestellt. KURZE BESCHREIBUNG DES VERGÜTUNGSSYSTEMS 2021Das Vergütungssystem 2021 berücksichtigt alle Vorgaben des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) und des Kodex in der seinerzeit geltenden Fassung vom 20. März 2020; die relevanten Regelungen zur Vorstandsvergütung finden sich unverändert auch im aktuellen Kodex, so dass das Vergütungssystem 2021 auch diesem vollumfänglich entspricht. Das Vergütungssystem 2021 lässt sich stark verkürzt im Wesentlichen wie folgt skizzieren (eine ausführlichere Darstellung des Vergütungssystems 2021 ist abrufbar auf der Homepage der Gesellschaft unter https://www.kloeckner.com/de/konzern/vorstand/verguetung-vor-stand.html. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich nach dem Vergütungssystem 2021 aus erfolgsunabhängigen (festen) und erfolgsbezogenen (variablen) Vergütungsbestandteilen zusammen. Die erfolgsunabhängige Vergütung besteht aus dem Fixum sowie den Altersvorsorge- und Nebenleistungen.
Ermessenstantieme: Zur Honorierung besonderer Leistungen und Erfolge von Vorstandsmitgliedern kann der Aufsichtsrat in außergewöhnlichen Ausnahmefällen nach billigem Ermessen eine außerordentliche Tantieme (Ermessenstantieme) gewähren. Auch unter Einbeziehung einer außerordentlichen Tantieme darf die jährlich gewährte Tantieme insgesamt maximal 200 % der Plantantieme betragen. Der Aufsichtsrat kann die Gewährung der Ermessenstantieme an ein Vorstandsmitglied davon abhängig machen, dass das Vorstandsmitglied den Betrag der Ermessenstantieme ganz oder teilweise zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft verwendet. Clawback: Die Gesellschaft kann die erfolgsbezogene Vergütung (Tantieme) zurückfordern, wenn sich nach der Auszahlung herausstellen sollte, dass der dem Tantieme-Anspruch zugrunde liegende testierte und festgestellte Konzernabschluss objektiv fehlerhaft war und daher nach den relevanten Rechnungslegungsvorschriften nachträglich durch eine Rückwärtsänderung oder im laufenden Konzernabschluss korrigiert wird und unter Zugrundelegung des korrigierten testierten Konzernabschlusses kein oder ein geringerer Tantieme-Anspruch entstanden wäre. Ziele und Zielvergütung (Ziel-Direktvergütung, Ziel-Gesamtvergütung): Die Tantieme wird für jedes Geschäftsjahr berechnet und hängt davon ab, inwieweit finanzielle wie auch nichtfinanzielle Ziele erreicht werden. Zur Definition der finanziellen Ziele legt der Aufsichtsrat jährlich die Zielvorgaben für Finanzkennzahlen sowie ihre jeweilige Gewichtung für die Berechnung der Höhe der Tantieme fest. Die jeweilige Gewichtung gegenüber den nichtfinanziellen Zielen erfolgt dergestalt, dass der Anteil der finanziellen Ziele bei vollständiger Erreichung aller finanziellen und nichtfinanziellen Zielvorgaben 60 % bis 80 % der Plantantieme beträgt. Als finanzielle Ziele setzt der Aufsichtsrat Zielvorgaben für ausgewählte Finanzkennzahlen auf Ebene des Gesamtkonzerns fest. Hierbei werden grundsätzlich folgende Finanzkennzahlen herangezogen:
Der Aufsichtsrat kann anstelle von EBITDA und OCF oder zusätzlich dazu jeweils die nachfolgend aufgeführten finanziellen Kennzahlen festlegen, sofern er zu der Überzeugung gelangt, dass diese als Steuerungsgrößen für die Entwicklung von Klöckner & Co besser geeignet sind: EBIT (Earnings Before Interest and Taxes - Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern), Netto-Cashflow (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit abzüglich Tilgungszahlungen aus Leasingverbindlichkeiten), Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten zuzüglich Transaktionskosten abzüglich Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten), ROCE (Return on Capital Employed - Kapitalrendite als Verhältnis von EBIT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital), ROE (Return on Equity - Eigenkapitalrendite als Verhältnis von EBIT zu Eigenkapital) und relative Kapitalmarktperformance (Kapitalmarktperformance der Klöckner & Co-Aktie im Vergleich zu einem Index). Bei seiner Entscheidung über die Festlegung und Gewichtung der Steuerungsgrößen achtet der Aufsichtsrat darauf, dass eine kontinuierlich wirkende Anreizstruktur besteht. Zur Definition der nichtfinanziellen Ziele legt der Aufsichtsrat jährlich drei bis sechs Steuerungsgrößen aus dem folgenden Katalog von Strategie- und Nachhaltigkeitszielen fest, die für die strategische und nachhaltige Entwicklung des Unternehmens einschließlich seiner gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Social Responsibility - CSR) von Bedeutung sind.
Auch für die nichtfinanziellen Ziele hinterlegt er messbare Kriterien, anhand derer nach Abschluss des Geschäftsjahres ein eindeutiger Zielerreichungsgrad ermittelt werden kann. Die Gewichtung gegenüber den finanziellen Zielen erfolgt dergestalt, dass der Anteil der nichtfinanziellen Ziele bei vollständiger Erreichung aller finanziellen und nichtfinanziellen Zielvorgaben zwischen 20 % und 40 % der Plantantieme beträgt. Der Aufsichtsrat legt für jedes Vorstandsmitglied eine Ziel-Direktvergütung fest. Diese setzt sich aus dem Fixum und dem Zielbetrag der jährlichen Tantieme bei einer unterstellten Zielerreichung von 100 % zusammen. Der Anteil des Zielbetrags der jährlichen Tantieme an der Ziel-Direktvergütung beträgt im Vergütungssystem 2021 ca. 60 %, wobei - unter Zugrundelegung einer Abgabenlast von 50 % - die langfristige variable Vergütung in Gestalt des Eigeninvestment-Anteils einen relativen Anteil von ca. 36 % und die kurzfristige variable Vergütung in Gestalt der Barkomponente einen relativen Anteil von ca. 24 % der Ziel-Direktvergütung einnimmt (vgl. dazu oben unter "erfolgsabhängige Vergütung"). Als weiterer Bestandteil der Vergütung neben der Ziel-Direktvergütung tritt der Altersvorsorgebeitrag hinzu, der in Höhe von 20 % bis 40 % des Fixums gewährt werden soll; ferner Nebenleistungen, die den Vorstandsmitgliedern in Höhe von maximal 10 % des Fixums gewährt werden. Insgesamt sind die Altersvorsorge- und Nebenleistungen somit auf bis zu 50 % des Fixums bzw. 20 % der Ziel-Direktvergütung begrenzt. Die Ziel-Direktvergütung (bestehend aus Fixum und Tantieme-Zielbetrag), der Altersvorsorgebeitrag und die Nebenleistungen bilden in der Regel sämtliche Vergütungsbestandteile und damit die Ziel-Gesamtvergütung. Maximalvergütung: Aus dem Fixum, der ihrer Höhe nach begrenzten jährlichen Tantieme sowie den ebenfalls der Höhe nach begrenzten Alters- und Vorsorgeleistungen kann für jedes Geschäftsjahr der maximale Aufwand der Gesellschaft für ein Vorstandsmitglied rechnerisch abgeleitet werden. Darüber hinaus legt das Vergütungssystem 2021 gemäß § 87 a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG einen absoluten Euro-Wert für die maximale Höhe der in einem Geschäftsjahr gewährten Vergütung an ein Vorstandsmitglied fest (Maximalvergütung). Die festgelegte Maximalvergütung für den Vorsitzenden des Vorstands liegt bei 6,4 Mio. € pro Jahr, für den stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands bei 4,0 Mio. € pro Jahr und für die übrigen Vorstandsmitglieder bei 2,2 Mio. € pro Jahr. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um die vom Aufsichtsrat angestrebte Vergütungshöhe, sondern lediglich um eine absolute Obergrenze der unter dem Vergütungssystem erreichbaren Gesamtjahresvergütung. Die beschriebene Vergütungsstruktur gilt für alle Vorstandsfunktionen einheitlich. Dem Grundsatz der Gesamtverantwortung des Vorstands entsprechend wird auch die Festlegung der Ziele für die Vorstandsmitglieder grundsätzlich einheitlich erfolgen. Der Aufsichtsrat behält sich vor, individuelle Ziele für einzelne Vorstandsmitglieder festzulegen, sofern nach seiner Überzeugung eine zwischen den Vorstandsmitgliedern differenzierte Anreizstruktur erforderlich ist. Zudem erlaubt das Vergütungssystem die Vereinbarung von Leistungen anlässlich des Antritts neuer Vorstandsmitglieder (z. B. zum Ausgleich von Nachteilen in Bezug auf Versorgungszusagen des vorherigen Arbeitgebers) sowie zum Ausgleich von Währungsrisiken bei Vorstandsmitgliedern, die ihren Lebensmittelpunkt außerhalb des Euro-Währungsgebiets haben. Eine ausführlichere Darstellung des Vergütungssystems 2021 einschließlich u. a. der Möglichkeit zu Abweichungen und Regelungen zur Beendigung der Vorstandstätigkeit ist abrufbar auf der Homepage der Gesellschaft unter https://www.kloeckner.com/de/konzern/vorstand/verguetung-vorstand.html. ANWENDUNGSBEREICH DES NEUEN VERGÜTUNGSSYSTEMS 2021 (BESTANDSSCHUTZ FÜR ALTVERTRÄGE) UND DARSTELLUNG DES ALTEN VERGÜTUNGSSYSTEMSa) Bestandsschutz für Altverträge (Guido Kerkhoff, John Ganem und Dr. Oliver Falk)Der Anwendungsbereich des neuen Vergütungssystems 2021 beschränkt sich gemäß den Übergangsregelungen von ARUG II und Kodex auf die nach seiner Festsetzung geschlossenen Anstellungsverträge (vgl. § 26 j Abs. 1 EGAktG i. V. m. § 87 a Abs. 2 AktG; Begründung zu Ziffer G. des Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019). Daher gilt für die am 12. Mai 2021 bereits bestehenden Vorstandsverträge von Guido Kerkhoff, Dr. Oliver Falk und John Ganem noch das vorherige Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der Klöckner & Co SE (Vergütungssystem 2016 - siehe dazu unten). Der mit Guido Kerkhoff im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossene, Anfang 2021 angepasste und im September 2022 mit Wirkung ab dem 1. September 2023 verlängerte Dienstvertrag berücksichtigte bereits 2020 die damalige Neufassung des Kodex und entspricht dieser wie auch dem aktuellen Kodex; er berücksichtigt und erfüllt zudem auch bereits die Vorgaben des neuen Vergütungssystems 2021, obwohl dieses beim ursprünglichen Vertragsschluss noch nicht galt. Für die seit 2019 bestehenden Verträge mit den Vorstandsmitgliedern Dr. Oliver Falk und John Ganem galt während ihrer initialen Laufzeit ausschließlich der Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017. Diese beiden Verträge wurden im Rahmen ihrer Verlängerungen mit Wirkung ab dem 1. August 2022 an das neue Vergütungssystem 2021 angepasst und entsprechen diesem seither vollständig. Der mit Bernhard Weiß im Geschäftsjahr 2021 neu abgeschlossene Dienstvertrag unterfällt bereits seit Vertragsbeginn dem neuen Vergütungssystem 2021: Er entspricht allen Vorgaben des Vergütungssystems und damit auch denjenigen des aktuellen Kodex. b) Altes Vergütungssystem (Vergütungssystem 2016)Das vorherige Vergütungssystem (nachfolgend auch "Vergütungssystem 2016") wurde von der Hauptversammlung am 13. Mai 2016 mit einer Mehrheit von 87,03 % der abgegebenen Stimmen gebilligt und entspricht allen Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017. Letztlich wurde das oben dargestellte Vergütungssystem 2021 auf Basis des Vergütungssystems 2016 entwickelt. Dabei hat der Aufsichtsrat das Vergütungssystem 2016 umfassend und insbesondere anhand der Anforderungen der neuen Regelungen des Aktiengesetzes und des Kodex überprüft und an den erforderlichen Stellen geändert. Eine ausführliche Darstellung des Vergütungssystems 2016 ist in den früheren Geschäftsberichten der Gesellschaft enthalten; zuletzt im Geschäftsbericht 2020 ab Seite 106 ff., abrufbar auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.kloeckner.com/de/investoren/publikationen.html. Das Vergütungssystem 2016 besteht ebenfalls aus einer erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Vergütung. Die erfolgsunabhängige Vergütung besteht aus dem Fixum sowie den Altersvorsorge- und Nebenleistungen, wobei die Altersvorsorge zum Teil leistungsorientierte und zum Teil beitragsorientierte Bausteine beinhaltet und, wie auch die Nebenleistungen, nicht gedeckelt ist. Die erfolgsbezogene variable Vergütung umfasst ebenfalls eine Tantieme, deren Höhe zunächst davon abhängt, inwieweit bestimmte Zielvorgaben in einem Geschäftsjahr erreicht werden. Die Plantantieme unterliegt der gleichen Systematik wie in dem Vergütungssystem 2021; die Ziele für die Zielerreichung hat der Aufsichtsrat nach seinem Ermessen festgelegt, wobei er sich in der Vergangenheit ebenfalls an finanziellen Zielen wie EBITDA und operativem Cashflow sowie nichtfinanziellen sonstigen Zielen orientiert hat. Auch der Eigeninvestment-Anteil folgt der gleichen Systematik wie im Vergütungssystem 2021, wobei der Anteil der Plantantieme, der in Aktien der Gesellschaft zu investieren war, zuletzt bei 51 % der jährlichen Tantieme lag (abwicklungstechnisch bei 25,5 % der Brutto-Tantieme). Die Verfügungssperre beim Vergütungssystem 2016 war anstatt auf vier Jahre auf drei Jahre festgelegt. Während das Vergütungssystem 2016 ebenfalls eine vergleichbare Regelung zur Ermessenstantieme umfasste, war ein Clawback nicht vorgesehen. Berücksichtigung eines Beschlusses nach § 120 a Abs. 4 AktGDie Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2022 hat den Vergütungsbericht 2021 mit einer Mehrheit von 91,26 % der gültigen abgegebenen Stimmen gebilligt. Kritik bzw. kritische Fragen in Bezug auf den Vergütungsbericht 2021 gab es keine. Vor diesem Hintergrund sieht der Aufsichtsrat keinen grundsätzlichen Änderungsbedarf an Art und Umfang der Berichterstattung in Bezug auf die Vergütung des Vorstands. Er setzt sich aber weiterhin sowohl mit dem Vergütungssystem als auch mit der stetigen Verbesserung des Vergütungsberichts auseinander (siehe oben unter "Votum der Hauptversammlung zum Vergütungsbericht 2021 und dessen Würdigung"). Vergütung im Geschäftsjahr 2022GEGENWÄRTIGE MITGLIEDER / IM GESCHÄFTSJAHR 2022 AMTIERENDE MITGLIEDERa) Beschreibung der VergütungsstrukturKonkret stellt sich die Vergütungsstruktur des amtierenden Vorstands im Berichtsjahr wie nachfolgend umrissen dar. Dabei ist zu beachten, dass das neue Vergütungssystem 2021 im Berichtsjahr vollständig nur für Bernhard Weiß sowie teilweise für Dr. Oliver Falk und John Ganem ab dem Wirksamwerden ihrer Vertragsänderungen am 1. August 2022 gilt. Im Übrigen bestand bzw. besteht "Bestandsschutz" und gilt das Vergütungssystem 2016 fort, da die betreffenden Verträge vor Festsetzung des Vergütungssystems 2021 geschlossen wurden (s. o.). Der mit Guido Kerkhoff im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossene und Anfang 2021 angepasste Dienstvertrag berücksichtigt und erfüllt auch bereits die Vorgaben des neuen Vergütungssystems 2021, obwohl dieses bei Vertragsschluss noch nicht galt. Daher lässt sich festhalten, dass seit dem 1. August 2022 alle bestehenden Vorstandsverträge dem Vergütungssystem 2021 entsprechen (auch wenn dieses für den Vertrag von Guido Kerkhoff aufgrund des Bestandsschutzes noch nicht gilt). Die nachfolgend angegebenen Beträge entsprechen den vertraglich vereinbarten Jahresvergütungen, bei unterjähriger Bestellung in den oder Ausscheiden aus dem Vorstand verringern sich die Zahlen daher entsprechend pro rata temporis. Fixum: Das jährliche Fixum betrug für das gesamte Berichtsjahr für
Plantantieme: Die variable jährliche Tantieme betrug für das gesamte Berichtsjahr als Plantantieme bei 100%iger Zielerreichung (maximal möglicher Zielerreichungsbetrag 200 %) für
Die vorstehenden Zahlen zu Fixum und Plantantieme für das Berichtsjahr berücksichtigen für Dr. Oliver Falk und John Ganem die unterjährigen Gehaltsanpassungen mit Wirkung zum 1. August 2022 anlässlich ihrer Wiederbestellung (Erhöhung des Fixums von 420.000 € auf 465.000 € pro Jahr, Erhöhung der Plantantieme von 600.000 € auf 690.000 € pro Jahr) sowie für Bernhard Weiß die Gehaltsanpassung mit Wirkung zum 1. März 2022 (Erhöhung des Fixums von 336.000 € auf 420.000 € pro Jahr, Erhöhung der Plantantieme von 480.000 € auf 600.000 € pro Jahr). Die abweichende Höhe der Vergütung von Guido Kerkhoff gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 ergibt sich daraus, dass diese anlässlich seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden zum 13. Mai 2021 unterjährig angepasst wurde (vgl. dazu den Vergütungsbericht 2021). Der Anstellungsvertrag von John Ganem enthält für die Tantieme eine Wertsicherungsklausel, die die Auswirkungen möglicher Wechselkursschwankungen des US-Dollar-Kurses begrenzt. Danach beträgt die Plantantieme abweichend von den Beträgen im vorstehenden Absatz (d. h. bis 31. Juli 2022: 600.000 € bzw. ab 1. August 2022: 690.000 €) den Gegenwert von 650.000 USD (bis 31. Juli 2022) bzw. von 740.000 USD (ab 1. August 2022), sofern dies jeweils der höhere Betrag ist. Diese wertsichernde Anpassung gilt entsprechend auch für die Obergrenze der Tantieme (bis 31. Juli 2022: 1.300.000 USD bzw. ab 1. August 2022: 1.480.000 USD). Aus dieser Wertsicherungsklausel kann sich eine währungsbedingte Erhöhung des Euro-Betrags ergeben. Die Festsetzung des USD-Betrags erfolgte jeweils unter Berücksichtigung des damaligen Wechselkurses bei Abschluss des Anstellungsvertrags (bzw. der Verlängerungsvereinbarung). Ziel-Direktvergütung: Die jährliche Ziel-Direktvergütung für das gesamte Berichtsjahr (bestehend aus Fixum und Tantieme bei 100%iger Zielerreichung) betrug für
Eigeninvestment-Anteil: Von der variablen jährlichen Tantieme haben die Vorstände den überwiegenden Teil in Aktien der Gesellschaft zu investieren, die mit einer Sperrfrist versehen sind. Das für sie geltende Vergütungssystem bestimmt hierbei den Anteil und die Länge der Sperrfrist. Die Berechnung erfolgt aus abrechnungstechnischen Gründen unter Zugrundelegung einer 50%igen Abgabenlast aus der Brutto-Tantieme.
Die jeweiligen Aktienerwerbe werden als Managers' Transactions gemäß der Marktmissbrauchsrichtlinie unter Angabe von Volumen und Kaufpreis gemeldet und veröffentlicht; alle Angaben sind auch auf der Homepage der Gesellschaft einsehbar (https://www.kloeckner.com/de/investoren/rechtliche-mitteilungen/managers-transactions.html). Ermessenstantieme: Für das Berichtsjahr wurde keine außerordentliche Tantieme gewährt (zuletzt 2010). Die Vorstandsverträge sehen jedoch die Möglichkeit hierzu vor, wobei die Ermessenstantieme und die jährliche Tantieme in Summe den jeweiligen oben genannten Maximalbetrag der jährlichen Tantieme nicht übersteigen dürfen. Nebenleistungen: Die Nebenleistungen sind im Wesentlichen Versicherungsprämien (Unfallversicherung, Reise-/Reisegepäckversicherung, Haftpflichtversicherung, Industriestrafrechtsschutzversicherung, Rechtsschutzversicherung sowie für John Ganem in den USA eine Lebens- sowie eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung), wobei Gruppenversicherungen mit Ausnahme bestimmter Versicherungen in den USA für John Ganem in den Vergütungstabellen gemäß § 162 AktG nicht betragsmäßig erfasst sind. Zudem erfolgen Zuzahlungen für Beiträge zur Krankenversicherung, in den USA auf freiwilliger Basis, in Deutschland im Rahmen der Arbeitgeberpflichtbeiträge (hier sind nur die freiwillig übernommenen Beiträge in den USA für John Ganem betragsmäßig erfasst, nicht hingegen die Arbeitgeberpflichtbeiträge in Deutschland zur Kranken- und Pflegeversicherung). Ferner zählt zu den Nebenleistungen die private Dienstwagennutzung (hier wird jeweils der zu versteuernde geldwerte Vorteil als Vergütung angesetzt); das Vorstandsmitglied John Ganem erhält anstelle eines Dienstwagens eine sogenannte Car Allowance, die in bar gewährt wird. Zudem dürfen die den Vorstandsmitgliedern überlassenen Telekommunikationsgeräte auch privat genutzt werden (diese Nebenleistung ist im Einklang mit der steuerlichen Bewertung nicht betragsmäßig erfasst). Schließlich übernimmt die Gesellschaft für John Ganem im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für die Klöckner & Co SE angefallene Steuerberatungskosten. Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Organmitglieder und vergleichbare Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns (D&O-Versicherung), in die auch die Mitglieder des Vorstands einbezogen werden. Diese fällt nicht unter die Nebenleistungen im Sinne des Vergütungssystems 2021, da sie im Interesse der Gesellschaft liegt. Allerdings hat das Vorstandsmitglied den aktienrechtlich vorgegebenen Selbstbehalt zu tragen. Altersvorsorge: Das Vorstandsmitglied Dr. Oliver Falk erhielt gemäß seinem ursprünglichen Anstellungsvertrag bis zum 31. Juli 2022 eine leistungsorientierte Versorgungszusage nach den Regeln des Essener Verbands (Fortführung der bisherigen Versorgungszusage aus seiner Tätigkeit bei der Kloeckner Metals Germany GmbH (vormals: Klöckner & Co Deutschland GmbH) vor seiner Bestellung zum Mitglied des Vorstands) sowie einen fixen Betrag in Höhe von jährlich 50.000 € als Barkompensation für eine betriebliche Altersversorgung, den er für die private Altersvorsorge (beitragsorientierter Versorgungsplan) zu verwenden hat. Mit Wirksamwerden der Verlängerung seines Anstellungsvertrags zum 1. August 2022 entfiel die leistungsorientierte Versorgungszusage und die Barkompensation für Zwecke der Altersvorsorge (beitragsorientierter Versorgungsplan) wurde auf jährlich 175.000 € erhöht (für das Berichtsjahr pro rata temporis). Etwaige Verpflichtungen im Zusammenhang mit in der Vergangenheit gewährten und erdienten Altersversorgungsansprüchen bestehen grundsätzlich unabhängig davon fort. Hier werden ab dem 1. August 2022 nur noch etwaige zur Anwartschaft notwendigen Kosten (Dienstzeitaufwand, satzungsgemäße Anhebung) zugeführt. Im Fall des Vorstandsmitglieds John Ganem galten bis zum 31. Juli 2022 vergleichbare leistungsorientierte Versorgungszusagen entsprechend den für ihn vor seiner Bestellung zum Mitglied des Vorstands maßgeblichen Regelungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft, die ebenfalls eine lebenslange Rente vorsehen. Diese lokalen Regelungen beinhalten zudem auch ergänzende beitragsorientierte Vorsorgekomponenten, die ebenfalls als Altersvorsorgeleistung berücksichtigt sind. Auch bei John Ganem erfolgte mit Wirksamwerden der Verlängerung des Anstellungsvertrags zum 1. August 2022 eine Umstellung auf eine Barkompensation für Zwecke der Altersvorsorge (beitragsorientierter Versorgungsplan) mit einem jährlichen Betrag in Höhe des US-Dollar-Äquivalents von 175.000 € (für das Berichtsjahr pro rata temporis). Zudem leistet die US-amerikanische Tochtergesellschaft Zuzahlungen für eine beitragsorientierte Altersvorsorge im Rahmen lokaler Altersvorsorgeleistungen an das obere Management. Auch im Fall von John Ganem bestehen etwaige Verpflichtungen im Zusammenhang mit in der Vergangenheit gewährten und erdienten Altersversorgungsansprüchen grundsätzlich unabhängig von der vorstehend beschriebenen Umstellung fort. Guido Kerkhoff und Bernhard Weiß erhalten als Barkompensation für eine betriebliche Altersversorgung einen fixen Betrag in Höhe von jährlich 350.000 € (Guido Kerkhoff) bzw. 100.000 € (Bernhard Weiß; Betrag gilt ab dem 1. März 2022, davor jährlich 80.000 €), den sie für die private Altersvorsorge (beitragsorientierter Versorgungsplan) zu verwenden haben. b) Ziele 2022 und ZielerreichungDie Festlegung der Ziele für die variable Vergütung sowie deren erdiente Höhe im Berichtsjahr (Tantieme 2022) unter Anwendung der vom Aufsichtsrat zuvor festgelegten Leistungskriterien anhand des Jahresabschlusses 2022 kann der nachfolgenden Beschreibung nebst darauf folgenden Tabellen entnommen werden. Für die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2022 hatte der Aufsichtsrat wie auch in den Vorjahren u. a. als finanzielle Ziele am Konzernbudget ausgerichtete Zielwerte hinsichtlich des EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten und des operativen Cashflows festgelegt, wobei für das Geschäftsjahr 2022 erneut ein besonderer Fokus auf das EBITDA als zentrale Steuerungsgröße für den Unternehmenserfolg gelegt wurde. Auf diese finanziellen Ziele entfällt ein kalkulatorischer Anteil von insgesamt 80 %: 50 % auf das EBITDA und 30 % auf den operativen Cashflow. Die Erreichung und Umsetzung nichtfinanzieller Ziele (Digitalisierung & Automatisierung, CO 2e Emissionen, Leadership und Mitarbeiterzufriedenheit sowie Arbeitssicherheit) fließen im Geschäftsjahr 2022 mit einer Gewichtung von 20 % in die Tantiemeberechnung ein. Die Festsetzung der Ziele und deren Gewichtung erfolgten für das Berichtsjahr einheitlich für alle Vorstandsmitglieder. Die Einzelziele stellen sich wie folgt dar (kalkulatorischer Anteil jeweils in Klammern):
(1) Ich habe Vertrauen, dass die Unternehmensleitung der Klöckner & Co SE (Guido Kerkhoff, Dr. Oliver Falk, John Ganem, Bernhard Weiß) das Unternehmen in die richtige Richtung führt. (2) Ich kenne die Strategie "Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths" und ihre Elemente Customer Growth, Digitalization & Value Chain Automation, Operational Excellence und Leveraging Assets & Partner Network und ich weiß um die Bedeutung der Strategie für das Unternehmen. (3) Ich arbeite gerne hier. (4) Ich würde das Unternehmen als guten Arbeitgeber weiterempfehlen.
Zur Berechnung der Zielerreichung für die Einzelziele: Bei den Einzelzielen gibt es keinen Cap (Obergrenze) oder Floor (Untergrenze), so dass bei diesen auch Zielerreichungsgrade von unter 0 % oder über 200 % möglich sind. Die Berechnung der Zielerreichungsquoten für die Einzelziele erfolgt jeweils linear anhand vorab festgesetzter Zielgrößen, bestehend aus dem Zielwert für 100%ige Zielerreichung sowie den Werten für 0%ige und 200%ige Zielerreichung. Nachstehend werden diese Zielkorridore und ihre Herleitung für die einzelnen Einzelziele aufgeführt:
Der Zielwert wurde aus dem Konzernbudget für das Geschäftsjahr 2022 abgeleitet, wobei hier sogar ein etwas höherer Zielwert für die Vergütung angesetzt wurde. Als 0 %-Wert wurde 0 € festgelegt, so dass sich ein 200 %-Wert von 600 Mio. € ergibt.
Der Zielwert wurde aus dem Konzernbudget für das Geschäftsjahr 2022 abgeleitet. Als 0 %-Wert wurde 0 € festgelegt, so dass sich ein 200 %-Wert von 530 Mio. € ergibt.
Der Zielwert wurde aus der Konzernplanung für das Geschäftsjahr 2022 abgeleitet. Als 0 %-Wert wurde mit 46,1 % der Wert aus dem bei Festlegung der Ziele vorliegenden letzten Quartalsabschluss (Q3 2021) zugrunde gelegt; der 200 %-Wert von 63,9 % wurde sodann rechnerisch ermittelt.
Der Zielwert wurde aus geplanten Prozessverbesserungen auf Vertriebs- und IT-technischer Seite für das Geschäftsjahr 2022 abgeleitet. Als 0 %-Wert wurde mit 31,0 % der Wert aus dem bei Festlegung der Ziele vorliegenden letzten Quartalsabschluss (Q3 2021) zugrunde gelegt; der 200 %-Wert von 49 % wurde sodann rechnerisch ermittelt.
Der Zielwert wurde aus dem Zeitplan für die langfristige Reduktion der CO 2e-Emissionen abgeleitet. Als 0 %-Wert wurden 0 % angesetzt, da die Reduktion in prozentualer Veränderung ab dem Emissionswert für das Basisjahr 2019 (91.9kt CO 2e, entsprechend dem Greenhouse Gas Protocol; die Ziele orientieren sich am 1,5-Grad-Dekarbonisierungspfad im Rahmen der von der Science Based Target initiative (SBTi) als wissenschaftlich fundiert anerkannten CO 2-Net-Zero-Ziele der Klöckner & Co-Gruppe) gemessen wird; der 200 %-Wert von 28,8 % wurde sodann rechnerisch ermittelt.
Der Zielwert wurde anhand der Bewertungsskala als angestrebter Grad der Mitarbeiterzufriedenheit sowie des Leaderships im Konzern festgelegt. Als 200 %-Wert wurde 4,9 angesetzt, da dieser Wert bei einer Skala von 5,0 und in Ansehung der Anzahl der Befragten als maximal zu erzielender Durchschnittswert angesehen wurde; der 0 %-Wert von 3,1 wurde sodann rechnerisch ermittelt.
Der Zielwert wurde aus dem Zeitplan für die langfristige Reduzierung der Unfallzahlen abgeleitet. Als 200 %-Wert wurde die Hälfte des 100 %-Zielwertes angesetzt; der 0 %-Wert von 11,4 wurde sodann rechnerisch ermittelt. Anhand dieser Zielgrößen wurden die Zielerreichungsquoten für die Einzelziele berechnet. Der Berechnung des Zielerreichungsgrades für die Ziele EBTIDA vor wesentlichen Sondereffekten, Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (operativer Cashflow) und Reduktion der CO 2e-Emission liegt dabei die folgende Berechnung zugrunde: Zielerreichung in % = Istwert/Zielwert 100 % Beispiel: EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten Zielerreichung EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten in % = 417 Mio. €/300 Mio. € = 138,9 % Für die Berechnung der Zielerreichungsquote der Ziele Anteil digitaler Umsätze am Gesamtumsatz, Automatisierungsgrad im Vertrieb, Mitarbeiterzufriedenheit und Unfallrate liegt die folgende Berechnung zugrunde: Zielerreichung in % = 1 - ((Istwert - Zielwert 100 %)/(Zielwert 0 % - Zielwert 100 %)) Beispiel: Anteil digitaler Umsätze am Gesamtumsatz Zielerreichung in % = 1 - ((44,3 - 55,0)/(46,1 - 55,0)) = -20,2 % Zur Berechnung der Gesamtzielerreichung: Die Berechnung der Gesamtzielerreichung ergibt sich sodann aus der Summe der nach ihrem kalkulatorischen Anteil gewichteten Einzelzielerreichungswerte. Der maximal für 2022 erreichbare Gesamtbonus (Cap) beträgt 200 % der individuellen Zieltantieme. Die untere Grenze (Floor) liegt bei 0 %. Tabellarisch stellt sich die Festsetzung der Ziele und deren Gewichtung für das Berichtsjahr wie folgt dar:
Für diese Ziele ergab sich für das Geschäftsjahr 2022 die folgende Zielerreichung:
c) Gewährte und geschuldete Vergütung nach § 162 AktG 2022 (einschließlich relativer Anteile)Die nachstehende Tabelle zeigt die im Berichtsjahr den einzelnen amtierenden Vorstandsmitgliedern im Sinne des § 162 AktG gewährte und geschuldete Vergütung mit allen festen und variablen Vergütungsbestandteilen nebst relativen Anteilen. Die Angaben umfassen die im Berichtsjahr erdiente und ausbezahlte Festvergütung (d. h. Fixum, Nebenleistungen und Barkompensationen für Zwecke der Altersvorsorge, bei John Ganem zzgl. Zuzahlungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft für eine beitragsorientierte Altersvorsorge) sowie die im Berichtsjahr erdienten variablen Vergütungsbestandteile, auch wenn diese erst im laufenden Geschäftsjahr 2023 fällig und ausgezahlt werden (erdienungsorientierte Auslegung). Für die in die jeweiligen Beträge bei Nebenleistungen und Altersvorsorgeleistungen einbezogenen Positionen wird auf die Ausführungen oben unter a) verwiesen. Demgemäß sind etwa Gruppenversicherungen (mit Ausnahme bestimmter Versicherungen in den USA für John Ganem) nicht betragsmäßig erfasst; Gleiches gilt für gezahlte Arbeitgeberpflichtbeiträge in Deutschland zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zahlungen im Zusammenhang mit beitragsorientierten Vorsorgekomponenten in den USA sind in den Versorgungsbeiträgen zur Altersvorsorge berücksichtigt, während Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungszusagen gemäß § 162 AktG nicht aufzuführen sind (zu Zwecken der Vergleichbarkeit geben wir etwaige diesbezügliche Beträge gleichwohl ergänzend am Ende der Tabelle an, weitere Angaben dazu erfolgen unter n)). GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG FÜR DEN VORSTAND IM JAHR 2022 GEMÄß § 162 AKTG 1)
1) Erdiente Vergütung für die
Vorstandstätigkeit im Berichtsjahr ohne Einbeziehung
der im Berichtsjahr ausgezahlten, aber im vorangegangenen
Geschäftsjahr erdienten variablen Vergütung
für das vorangegangene Geschäftsjahr; eine
Vergütung für die Wahrnehmung konzerninterner
Mandate erfolgt nicht.
d) Vergütung 2022 in Anlehnung an frühere Kodex-Tabellen (gewährte Bezüge und Zufluss)Für eine bessere Vergleichbarkeit in Bezug auf die vergangenen Werte erfolgt nachstehend zusätzlich eine freiwillige Darstellung der Vergütung der im Berichtsjahr amtierenden Vorstandsmitglieder, die sich an den Mustertabellen zu Nummer 4.2.5 Absatz 3 des Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 orientiert.
1) Enthält für das Berichtsjahr
Beträge, die als Ersatz für eine betriebliche
Altersversorgung gezahlt werden und für die private
Altersversorgung zu verwenden sind: Guido Kerkhoff 350
T€ (2021: 314 T€), Dr. Oliver Falk 102 T€
(2021: 50 T€), John Ganem 73 T€ (2021: 0
T€), Bernhard Weiß 97 T€ (2021: 47
T€).
1) Enthält für das Berichtsjahr
Beträge, die als Ersatz für eine betriebliche
Altersversorgung gezahlt werden und für die private
Altersversorgung zu verwenden sind: Guido Kerkhoff 350
T€ (2021: 314 T€), Dr. Oliver Falk 102 T€
(2021: 50 T€), John Ganem 73 T€ (2021: 0
T€), Bernhard Weiß 97 T€ (2021: 47
T€).
e) Feste und variable Vergütung samt relativen Anteilen sowie Erläuterung der Entsprechung zu dem maßgeblichen VergütungssystemRelative AnteileDie relativen Anteile der einzelnen Vergütungsbestandteile können der oben unter c) abgedruckten Tabelle entnommen werden. Einhaltung des maßgeblichen VergütungssystemsDie Vergütung entspricht dem maßgeblichen Vergütungssystem - wobei darauf hinzuweisen ist, dass aufgrund des Bestandsschutzes für Guido Kerkhoff, Dr. Oliver Falk und John Ganem im Berichtsjahr bzw. bei Dr. Oliver Falk und John Ganem für den Zeitraum bis 31. Juli 2022 noch das alte Vergütungssystem 2016 galt bzw. gilt. Dieses beinhaltete weder feste Relationen noch etwaige Obergrenzen für die einzelnen Vergütungsbestandteile, da sich die Begrenzung aus der maximalen Zielerreichung von 200 % ergeben hat. Der mit Guido Kerkhoff im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossene und Anfang 2021 angepasste Dienstvertrag berücksichtigt und erfüllt die Vorgaben des neuen Vergütungssystems 2021, obwohl dieses bei Vertragsschluss noch nicht galt und deshalb auch noch keine Anwendung findet. Soweit anwendbar, wurden insbesondere die Vorgaben des Vergütungssystems 2021 zu den relativen Anteilen von fester und variabler Vergütung in Bezug auf die Ziel-Direktvergütung (40/60 - wobei Nebenleistungen und Altersvorsorgeleistungen unberücksichtigt bleiben) eingehalten sowie diejenigen zur Höhe der Altersvorsorgeleistungen und Nebenleistungen im Verhältnis zum Fixum (Altersvorsorgeleistungen: 20 % bis 40 %; Nebenleistungen: maximal 10 %); es wurden auch keine vom anwendbaren Vergütungssystem nicht abgedeckten Vergütungen gewährt (vgl. dazu auch die Tabelle unter k). Soweit den Vorstandsmitgliedern Dr. Oliver Falk und John Ganem im Berichtsjahr noch leistungsbezogene Altersversorgungszusagen gewährt wurden, beruht dies auf vertraglichen Zusagen, die vor der Festsetzung des neuen Vergütungssystems 2021 getroffen wurden (im Einklang mit dem zu diesem Zeitpunkt maßgeblichen Vergütungssystem) und deshalb nicht von diesem erfasst sind. Aus dem gleichen Grund gelten hierfür auch nicht die Vorgaben zur relativen Maximalhöhe der Altersvorsorgeleistungen und Nebenleistungen im Verhältnis zum Fixum, daher sind diese Leistungen insoweit nicht in die Berechnung miteinzubeziehen. f) Förderung der langfristigen Entwicklung der GesellschaftDurch die Pflicht zum Investment eines überwiegenden Teils der variablen Vergütung in Aktien der Gesellschaft mit entsprechender Haltefrist ist die Wertentwicklung des Zuflusses bei den Vorstandsmitgliedern im Sinne einer LTI-Komponente an den Aktienkurs und durch die mehrjährige Haltefrist an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt. So werden zudem die Ziele des Vorstands und die Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre noch stärker in Einklang gebracht. Höhe und Anteile des verpflichtenden Investments in eigene Aktien für das Berichtsjahr sind nachfolgend dargestellt: EIGENINVESTMENT 2022 1)
1) Auf Basis der gewährten und geschuldeten
Vergütung 2022 gemäß § 162 AktG (s.o.
unter c)).
Hinzu kommt, dass die für die Höhe der variablen Vergütung maßgeblichen Ziele teilweise aus längerfristigen strategischen Entwicklungen abgeleitet werden (z. B. Entwicklungen und Meilensteine im Bereich der Digitalisierung und der mehrjährigen Strategie) und auch Nachhaltigkeitsziele beinhalten (vgl. zu den Zielen für das Berichtsjahr oben b)). Somit ist die Vergütung in mehrfacher Hinsicht auf die Förderung der langfristigen Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet. g) Vergleichende Darstellung der jährlichen Veränderung der Vergütung des Vorstands, der Ertragsentwicklung der Gesellschaft sowie der durchschnittlichen Vergütung von Arbeitnehmerinnen und ArbeitnehmernDie nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands im Vergleich zu der Ertragsentwicklung der Klöckner & Co SE sowie zu der Veränderung der durchschnittlichen Vergütung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf Vollzeitäquivalenzbasis. Für die Ertragsentwicklung der Klöckner & Co SE wird hierbei auf folgende Kennzahlen abgestellt: (i) Jahresergebnis (also Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag) der Klöckner & Co SE, (ii) EBITDA auf Konzernebene vor wesentlichen Sondereffekten und (iii) Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit auf Konzernebene. Die letzten beiden Kennzahlen bestimmen auch maßgeblich die variable Vergütung des Vorstands. Der für die Bestimmung der durchschnittlichen Vergütung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf Vollzeitäquivalenzbasis herangezogene Mitarbeiterkreis wurde wie folgt festgelegt: (i) Senior Management (Management Level 1, d. h. Geschäftsführer der Landesgesellschaften sowie Zentralbereichsleiter bei der Klöckner & Co SE) weltweit sowie (ii) Gesamtbelegschaft weltweit. VERGLEICHENDE DARSTELLUNG DER JÄHRLICHEN VERÄNDERUNG DER VERGÜTUNG DES VORSTANDS GEMÄß § 162 ABS. 1 NR. 2 AKTG
1) Gesamtvergütung i.S.v. § 162 Abs 1
S. 1 AktG (für die Geschäftsjahre 2017 bis 2020
pro forma berechnet).
h) Gewährte oder zugesagte Aktien und AktienoptionenDen Mitgliedern des Vorstands wurden im Berichtsjahr keine Aktien oder Aktienoptionen zugesagt oder gewährt. Die amtierenden Mitglieder des Vorstands sind aber - im Sinne einer Langfristkomponente (LTI) der Vergütung - verpflichtet, den überwiegenden Teil der variablen Vergütung für das vergangene Geschäftsjahr in Aktien der Gesellschaft zu investieren (sogenanntes Eigeninvest - ausführlicher dazu oben unter f)). Das frühere Programm über virtuelle Aktienoptionen (VAOs) für die Vorstandsmitglieder wurde Ende 2015 eingestellt. Im Berichtsjahr existierten keine VAOs mehr. Für weitere Einzelheiten zu dem VAO-Programm wird auf den Geschäftsbericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2015 verwiesen. Die im Berichtsjahr amtierenden Vorstandsmitglieder haben an dem vorgenannten VAO-Programm für Vorstände nicht teilgenommen. Etwaige VAOs aus einer früheren Tätigkeit außerhalb des Vorstands oder Zahlungen aufgrund dieser VAOs sind nicht als Vergütung für die Vorstandstätigkeit anzusehen und daher nicht in diesen Bericht aufzunehmen. i) Rückforderung variable VergütungsbestandteileEine Rückforderung von variablen Vergütungsbestandteilen ist im Berichtsjahr nicht erfolgt. j) MaximalvergütungDie im Vergütungssystem 2021 festgelegte Maximalvergütung, die gemäß dem Vergütungssystem 2021 als absoluter Euro-Wert für die maximale Höhe der in einem Geschäftsjahr gewährten Vergütung an ein Vorstandsmitglied zu verstehen ist, war im Berichtsjahr einzig für Bernhard Weiß sowie anteilig für Dr. Oliver Falk und John Ganem anzuwenden und wurde eingehalten (der Maximalwert beträgt für Bernhard Weiß als ordentliches Vorstandsmitglied 2,2 Mio. €; für Dr. Oliver Falk und John Ganem beträgt der Maximalwert zeitanteilig 916.667 €, bezogen auf den Zeitraum, der dem Vergütungssystem 2021 unterfällt (1. August 2022 bis Jahresende)). Insoweit wird auf die Tabelle unter k) verwiesen. Diese weist auch die unter e) beschriebenen Relationen von Altersvorsorge- und Nebenleistungen zum Fixum aus. Auch die Vergütung von Guido Kerkhoff für das Berichtsjahr lag unter der (noch nicht auf seinen Anstellungsvertrag anwendbaren) Maximalvergütung von 6.400.000 €. Für die Vergütung im Übrigen gelten das Vergütungssystem 2021 und die darin enthaltene Maximalvergütung noch nicht, wobei dieser Bestandsschutz für John Ganem und Dr. Oliver Falk mit dem Wirksamwerden ihrer Vertragsverlängerungen zum 1. August 2022 endete (s. o. "Bestandsschutz Altverträge (Guido Kerkhoff, John Ganem und Dr. Oliver Falk)"). Das Vergütungssystem 2016 sieht stattdessen eine Begrenzung der variablen Vergütung auf 200 % der Plantantieme vor. Diese Vorgabe wurde durchgehend eingehalten. k) Abweichungen vom Vergütungssystem 2021Im Berichtsjahr gab es keine Abweichungen von dem Vergütungssystem 2021, soweit es anwendbar war. Für die Vorgaben bezüglich der Maximalvergütung (s. o. j) und der Relationen von Altersvorsorge- und Nebenleistungen zum Fixum (s. o. e)) geht dies auch nochmals aus der nachstehenden Tabelle hervor: VORGABEN GEMÄSS VERGÜTUNGSSYSTEM 2021 1)
1) Vorgaben des Vergütungssystems 2021 im
Berichtsjahr nur auf Bernhard Weiß sowie zeitanteilig
auf Dr. Oliver Falk und John Ganem (ab 1. August 2022)
anwendbar.
Von der im Vergütungssystem 2021 vorgesehenen Möglichkeit vorübergehender Abweichungen wurde im Berichtsjahr kein Gebrauch gemacht. l) Drittzuwendungen; konzerninterne MandateEs wurden im Berichtsjahr keinem Mitglied des Vorstands Leistungen von dritter Seite im Hinblick auf seine Vorstandstätigkeit zugesagt oder gewährt. Für etwaig wahrgenommene Mandate innerhalb der Klöckner & Co-Gruppe wurde den Vorstandsmitgliedern keine zusätzliche Vergütung gewährt (siehe oben unter c)). m) Zusagen für den Fall der vorzeitigen Beendigung der VorstandstätigkeitDie Vorstandsverträge sehen für den Fall, dass diese ohne wichtigen Grund vorzeitig enden, eine Ausgleichszahlung vor. Sie ist abhängig von der Restlaufzeit des Vorstandsvertrags, allerdings auf maximal zwei Jahresvergütungen begrenzt (Abfindungs-Cap). Ein Recht zur außerordentlichen Kündigung bei Überschreiten einer bestimmten Kontrollgrenze, bezogen auf die Stimmrechte an der Gesellschaft ("Change of Control"-Regelung) sehen die bestehenden Verträge nicht vor. Die Vorstandsmitglieder unterliegen für die Dauer von 24 Monaten einem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot, das mit der Zahlung der Hälfte der zuvor gültigen Gesamtvergütung (Fixum und Tantieme bei 100%iger Zielerreichung) p. a. entschädigt wird, sofern die Gesellschaft nicht auf die Beachtung des Wettbewerbsverbots verzichtet. Dabei ist in den Anstellungsverträgen eine Verrechnung mit einer etwaigen Abfindung bereits vorgesehen. Das Erfordernis des Eigeninvestments entfällt in diesem Fall. Änderungen dieser Regelungen sind im Berichtsjahr nicht erfolgt. n) Zusagen für die reguläre Beendigung der Vorstandstätigkeit (Altersversorgungsleistungen)Sofern die Altersversorgungsleistungen für einzelne im Berichtsjahr amtierende Vorstandsmitglieder Zusagen über Leistungen nach der regulären Beendigung der Vorstandstätigkeit enthalten, sind ihre Barwerte sowie die von der Gesellschaft während des letzten Geschäftsjahres hierfür aufgewandten Beträge (Service Costs nach IFRS) nachstehend tabellarisch aufgeführt. PENSIONSZUSAGEN FÜR IM BERICHTSJAHR AMTIERENDE VORSTÄNDE - BARWERTE UND AUFGEWANDTE BETRÄGE 1)
1) Im Berichtsjahr sind Änderungen der
Zusagen erfolgt: Die Altersvorsorge wurde bei Dr. Oliver
Falk und John Ganem zum 1. August 2022 vollständig auf
eine beitragsorientierte Altersversorgung umgestellt.
Im Übrigen (d. h. mit Ausnahme von Dr. Oliver Falk und John Ganem) erhalten die amtierenden Vorstandsmitglieder ausschließlich Beträge zur privaten Altersvorsorge gemäß ihren Anstellungsverträgen (Barkompensation für Zwecke der Altersvorsorge). Zusagen für die Zeit nach der regulären Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht mehr. Die Verträge der Vorstandsmitglieder Dr. Oliver Falk und John Ganem wurden mit Wirkung zum 1. August 2022 auf das System der reinen beitragsorientierten Altersversorgungsleistungen mit Barkompensation umgestellt (bei John Ganem zzgl. Zuzahlungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft für eine beitragsorientierte Altersvorsorge im Rahmen lokaler Altersvorsorgeleistungen). o) Zusagen und Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit im BerichtsjahrIm Berichtsjahr erfolgten keine Zusagen und Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit. FRÜHERE VORSTANDSMITGLIEDERDie gewährte und geschuldete Vergütung ehemaliger Vorstandsmitglieder (sofern sie nicht vor dem 1. Januar 2013 ausgeschieden sind) für das Berichtsjahr gemäß § 162 AktG kann der nachstehenden Tabelle entnommen werden. GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG FÜR FRÜHERE VORSTANDSMITGLIEDER IM GESCHÄFTSJAHR 2022 GEMÄß § 162 AKTG
Im Berichtsjahr wurden an sonstige frühere Mitglieder des Vorstands Gesamtbezüge in Höhe von 137 T€ ausgezahlt (2021: 124 T€). Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen nach IFRS belaufen sich auf 20.001 T€ (2021: 8.450 T€). Änderungen in der Vorstandsvergütung im BerichtsjahrMit Wirkung zum 1. August 2022 wurden die Anstellungsverträge von Dr. Oliver Falk und John Ganem anlässlich der Verlängerung ihrer Bestellung als Vorstandsmitglied um drei Jahre verlängert. Im Zuge dessen erfolgte eine Anpassung an die Vorgaben des Vergütungssystems 2021 und damit an die des ARUG II und des aktuellen Kodex. So wurde der Anteil des verpflichtenden Eigeninvestments aus der jährlichen Tantieme erhöht sowie die Haltefrist auf vier Jahre verlängert (Langfristkomponente). Ferner wurde eine Regelung zum Clawback eingefügt und die Altersvorsorge auf eine beitragsorientierte Barkompensation für Zwecke der Altersvorsorge umgestellt (bei John Ganem zzgl. Zuzahlungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft für eine beitragsorientierte Altersvorsorge im Rahmen lokaler Altersvorsorgeleistungen). Zudem wurde die Vergütung angepasst bzw. in angemessener Weise erhöht. Die Vergütung von Bernhard Weiß wurde mit Wirkung zum 1. März 2022 leicht erhöht. Diese Anpassung beruhte auf einer bei der Bestellung von Bernhard Weiß getroffenen Absprache und erfolgte unter Berücksichtigung des Aufgabenspektrums und der Leistungen von Bernhard Weiß. Die nunmehrige Höhe der Vergütung entspricht dem Gehalt der übrigen ordentlichen Vorstandsmitglieder in deren erster Bestellungsperiode. Schließlich wurden im Berichtsjahr die Bestellung von Guido Kerkhoff als Vorstandsvorsitzender und sein Anstellungsvertrag mit Wirkung ab dem 1. September 2023 um weitere drei Jahre verlängert. Mit der Verlängerung erfolgt auch eine Anpassung der Vergütung bzw. wird diese in angemessener Weise erhöht. Die vorgenannten Anpassungen bzw. Erhöhungen der Vorstandsvergütung wurden stets nach und auf Basis einer Angemessenheitsprüfung durch den Aufsichtsrat beschlossen. Dabei wurde neben den Aufgaben und Leistungen sowie der gestiegenen Zugehörigkeitsdauer auch die Vergütung der Amtsvorgänger berücksichtigt sowie ein Horizontal- und Vertikalvergleich durchgeführt. Festlegung der Ziele 2023ANGEMESSENHEITSPRÜFUNGKriterien für die Angemessenheit der Vorstandsvergütung sind sowohl die Aufgaben und Leistungen des einzelnen Vorstandsmitglieds, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur in der Gesellschaft. Bei der Ausgestaltung der erfolgsbezogenen Komponenten wird sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung getragen. Die Vergütung soll insgesamt international wettbewerbsfähig sein und Anreiz für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts in einem dynamischen Umfeld bieten. Bei der Festlegung des Vergütungssystems 2021 durch den Aufsichtsrat und auch bei der Festlegung der Ziele bzw. der Zielgesamtvergütung 2023 wurde ein horizontaler Vergütungsvergleich durchgeführt, dem u. a. eine extern erstellte Studie zu Vergütungen der ordentlichen Vorstandsmitglieder und Vorsitzenden des Vorstands anderer Unternehmen zugrunde gelegt wurde. Mangels nationaler Vergleichsobjekte in der Stahldistributionsbranche werden auch andere Großhändler und internationale Vergleichsunternehmen analysiert. Hierbei setzte sich die herangezogene Peergroup zusammen aus nationalen bei Festlegung der Vergleichsgruppe im SDAX® notierten Unternehmen vergleichbarer Größe (Umsatz und Belegschaft), dem Durchschnitt des SDAX® sowie aus internationalen Vergleichsunternehmen. Ferner wurde ein Vertikalvergleich mit der Vergütung des oberen Führungskreises (Management-Level 1) und der Konzernbelegschaft insgesamt (jeweils weltweit) durchgeführt. Der Aufsichtsrat überprüft durch das Präsidium das jeweils angewandte Vergütungssystem regelmäßig auf seine Angemessenheit und Struktur (Bestandteile und die Höhe der fixen und der variablen Vergütung) bzw. etwaigen Anpassungsbedarf. Die Angemessenheit des Verhältnisses der Vergütung des Vorstands zu den Aufgaben und Leistungen des Vorstandsmitglieds sowie zur Lage des Unternehmens und der üblichen Vergütung wird zudem anlässlich der jährlichen Festlegung der Ziel-Gesamtvergütung für das Folgejahr überprüft. ZIELE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023Für das Geschäftsjahr 2023 setzte der Aufsichtsrat die Ziele in seiner Dezembersitzung im Berichtsjahr fest. Dabei wurden im Einklang mit dem Vergütungssystem 2021 sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Ziele festgelegt und jeweils gewichtet. a) Finanzielle ZieleDie finanziellen Ziele betreffen das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten und den operativen Cashflow und wurden am Konzernbudget ausgerichtet, wobei die Ziele für das EBITDA sogar über das Budget hinaus angehoben wurden. Auf das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten entfällt, wie im Vorjahr, ein kalkulatorischer Anteil von 50 % und auf den operativen Cashflow entfallen, wie im Vorjahr, 30 %. Für die vorgenannten finanziellen Ziele ist eine Adjustierung (Erhöhung) um die aus dem vereinbarten Erwerb von National Material of Mexico erwarteten Effekte (pro rata temporis ab Vollzug der Transaktion im Geschäftsjahr 2023) vorgesehen. b) Nichtfinanzielle ZieleBei den nichtfinanziellen Zielen wollte der Aufsichtsrat drei Schwerpunkte setzen: Bezüglich der strategischen Komponente steht wieder die Digitalisierung im Vordergrund: Als Zielgrößen wurden hier mit einem kalkulatorischen Anteil von je 1,5 % der zu erzielende Anteil digitaler Bestellungen ("Digital Orders", definiert als Anzahl der über digitale Kanäle erhaltenen Bestellungen im Verhältnis zur Gesamtzahl der Bestellungen) sowie der zu erzielende Anteil digitaler Angebote an Kunden ("Digital Quotes", definiert als Anzahl der digital erstellten Angebote im Verhältnis zur Gesamtzahl der Angebote) festgelegt. Hinzu kommt mit einem kalkulatorischen Anteil von 2 % die Effizienz der digitalen Bestellprozesse ("Average changes processed via digital channels", definiert als Anzahl der manuellen Korrekturen von über digitale Kanäle eingegangenen Bestellungen im Verhältnis zur Gesamtzahl der digitalen Bestellungen). Unter dem Aspekt Nachhaltigkeit (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, ESG) wurden analog zum Vorjahr die zwei weiteren Schwerpunkte gesetzt: Zum einen wurde der zum Umweltschutz, aber auch zur Strategie gehörende Aspekt der Reduktion der CO 2e-Emissionen als nichtfinanzielles Ziel aufgenommen, zum anderen aber auch das Thema "Mitarbeiter" einbezogen. Ebenfalls analog zum Vorjahr wurden hier folgende Ziele mit je 5 % kalkulatorischem Anteil gesetzt: Reduzierung der CO 2e-Emissionen, Mitarbeiterzufriedenheit/Leadership gemäß gruppenweiter Mitarbeiterbefragung sowie weitere Senkung der Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit (sogenannte LTIF-Rate) im Unternehmen. Diese nichtfinanziellen Ziele wurden mit klaren und messbaren Werten definiert. Der kalkulatorische Gesamtanteil der nichtfinanziellen Ziele beträgt mithin insgesamt 20 %, was innerhalb der im Vergütungssystem festgelegten Spanne liegt. ZIEL-DIREKTVERGÜTUNG UND ZIEL-GESAMTVERGÜTUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023Der Aufsichtsrat setzte ferner in seiner Dezembersitzung im Berichtsjahr die Ziel-Direktvergütung und die Zielgesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2023 fest, wie nachfolgend dargestellt. Für die Angabe zu Altersvorsorge- und Nebenleistungen bediente er sich dabei angemessener Schätzwerte - die tatsächlichen Werte für das Geschäftsjahr 2023 können daher insoweit abweichen. ZIELVERGÜTUNG FÜR DEN VORSTAND FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023 1)
1) Die Prognose zur Zielvergütung wurde
jeweils im November des Vorjahres erstellt; sie beinhaltet
Rundungen und beruht z. T. auf Annahmen und
Schätzungen, die tatsächlichen Zahlen für
das betreffende Geschäftsjahr können daher
abweichen.
Soweit anwendbar, wurden die Vorgaben zu den relativen Anteilen von fester und variabler Vergütung in Bezug auf die Ziel-Direktvergütung für das Geschäftsjahr 2023 (40/60 - wobei Nebenleistungen und Altersvorsorgeleistungen unberücksichtigt bleiben) eingehalten sowie diejenigen zur Höhe der Altersvorsorgeleistungen und Nebenleistungen im Verhältnis zum Fixum (Altersvorsorgeleistungen: 20 % bis 40 %; Nebenleistungen: maximal 10 %). AufsichtsratsvergütungVergütungssystem für den Aufsichtsrat und Votum der Hauptversammlung zum Vergütungssystem für die Mitglieder des AufsichtsratsDie Struktur und Höhe der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 14 der auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichten Satzung geregelt. Während die Mitglieder des Vorstands auch erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile erhalten, ist die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats als reine Festvergütung gestaltet: Sie besteht im Wesentlichen aus einer Festvergütung (i.S.e. Basisvergütung), die bei personellen Veränderungen im Geschäftsjahr zeitanteilig gezahlt wird. Ferner wird ein Sitzungsgeld gezahlt und angemessene bare Auslagen und Umsatzsteuer werden erstattet. Kosten für externe Fortbildungsmaßnahmen der Aufsichtsratsmitglieder werden von der Gesellschaft im Rahmen des Auslagenersatzes übernommen. Die feste Vergütung für ein Geschäftsjahr beträgt jeweils 40.000 €. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweieinhalbfache, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache und der Prüfungsausschussvorsitzende das Eineinviertelfache der Festvergütung. Das Sitzungsgeld beträgt 2.000 € pro Sitzung. Der Aufsichtsratsvorsitzende und ein Vorsitzender eines Aufsichtsratsausschusses erhalten das zweieinhalbfache Sitzungsgeld, der Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden und ein Stellvertreter eines Vorsitzenden eines Aufsichtsratsausschusses erhalten das eineinhalbfache Sitzungsgeld. Aufgrund der Ausgestaltung als reine Festvergütung entfällt die Festlegung einer Obergrenze bzw. Maximalvergütung. Darüber hinaus sind die Aufsichtsratsmitglieder in eine D&O-Versicherung im Interesse der Gesellschaft einbezogen, wobei jedes Aufsichtsratsmitglied einen Selbstbehalt zu tragen hat (entsprechend dem aktienrechtlichen Selbstbehalt des Vorstands). Den Aufsichtsratsmitgliedern steht es frei, diesen Selbstbehalt zu versichern. Eine ausführliche Darstellung des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat ist auf der Homepage der Gesellschaft unter https://www.kloeckner.com/de/konzern/aufsichtsrat.html abrufbar. Das Vergütungssystem für die Mitglieder des Aufsichtsrats wurde gemäß dem Aktiengesetz in der durch das ARUG II geänderten Fassung bei börsennotierten Gesellschaften der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 zur Beschlussfassung vorgelegt. Inhaltlich wurde dabei an dem seit 2013 bestehenden Vergütungssystem festgehalten. Die Hauptversammlung am 12. Mai 2021 hat das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat mit einer Mehrheit von 99,54 % der abgegebenen Stimmen bestätigt. Gemäß dem Aktiengesetz in der durch das ARUG II geänderten Fassung ist über das Vergütungssystem für die Mitglieder des Aufsichtsrats mindestens alle vier Jahre von der Hauptversammlung Beschluss zu fassen, d. h. spätestens wieder im Jahr 2025. Der Aufsichtsrat überprüft die Angemessenheit des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat regelmäßig. Ausgehend von einer Ende des Geschäftsjahres 2022 durchgeführten Selbstbeurteilung ist der Aufsichtsrat zu der Ansicht gelangt, dass die derzeitige - seit 2013 unveränderte - Aufsichtsratsvergütung nicht mehr den stark gestiegenen Anforderungen an die Arbeit des Aufsichtsrats gerecht wird. Auch im Vergleich zu dem Marktumfeld der Gesellschaft und zu insbesondere nach Größe und Geschäftstätigkeit vergleichbaren Unternehmen erscheint eine Anpassung nach zehn Jahren angezeigt, dies gilt auch mit Blick auf die künftige Gewinnung geeigneter Kandidaten, um hier eine wettbewerbsfähige Vergütung anbieten zu können. Der Aufsichtsrat beabsichtigt daher, 2023 ein angepasstes Vergütungssystem für den Aufsichtsrat zu erarbeiten und der ordentlichen Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen. Berücksichtigung eines Beschlusses nach § 120 a Abs. 4 AktGDie Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2022 hat den Vergütungsbericht 2021 mit einer Mehrheit von 91,26 % der gültigen abgegebenen Stimmen gebilligt. Kritik bzw. kritische Fragen in Bezug auf den Vergütungsbericht 2021 gab es keine. Vor diesem Hintergrund sieht der Aufsichtsrat keinen grundsätzlichen Änderungsbedarf bei Art und Umfang der Berichterstattung. Der Aufsichtsrat setzt sich unabhängig davon mit der stetigen Verbesserung des Vergütungsberichts auseinander. Vergütung im Geschäftsjahr 2022GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG (EINSCHLIESSLICH RELATIVER ANTEILE)Nachfolgend wird individualisiert aufgegliedert die im Berichtsjahr erdiente Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder, die nach Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2023 fällig wird, dargestellt. Für die jeweiligen Mitgliedschaften in den Aufsichtsratsausschüssen im Geschäftsjahr 2022 wird auf die Erklärung zur Unternehmensführung (dort unter "Ausschüsse des Aufsichtsrats") im Geschäftsbericht 2022 (siehe hierzu Seite 93) verwiesen. Die Sitzungsteilnahmen können dem Bericht des Aufsichtsrats entnommen werden (siehe hierzu Geschäftsbericht 2022 Seite 13). Für Zwecke der Vergütung wurden die zwei außerordentlichen Sitzungen im Januar 2022 als eine Sitzung gewertet, d. h., (i) das Sitzungsgeld ist mit Teilnahme an einer der Sitzungen erdient und (ii) das Sitzungsgeld fällt nur einmal an, auch wenn an beiden Sitzungen teilgenommen wurde. Gemäß § 14 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft werden die Festvergütung sowie das Sitzungsgeld nach Ablauf der Hauptversammlung fällig, die den Konzernabschluss für das jeweilige Geschäftsjahr entgegennimmt oder über seine Billigung entscheidet. GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2022 GEMÄSS § 162 AKTG 1), 2)
1) Erdiente Vergütung für die
Aufsichtsratstätigkeit im Berichtsjahr (Auszahlung
erfolgt nach der ordentlichen Hauptversammlung im laufenden
Geschäftsjahr ohne Einbeziehung der im Berichtsjahr
ausgezahlten und im vorangegangenen Geschäftsjahr
erdienten Vergütung).
GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2021 GEMÄSS § 162 AKTG 1), 2)
1) Erdiente Vergütung für die
Aufsichtsratstätigkeit im Berichtsjahr (Auszahlung
erfolgt nach der ordentlichen Hauptversammlung im laufenden
Geschäftsjahr ohne Einbeziehung der im Berichtsjahr
ausgezahlten und im vorangegangenen Geschäftsjahr
erdienten Vergütung).
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB (Konzernabschluss) und des § 285 Nr. 9 HGB (Einzelabschluss) belaufen sich für 2022 auf 501.000 € (2021: 469.333 €). Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr keine Vergütungen oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, gewährt. Auslagen wurden innerhalb des vorstehend ausgeführten Rahmens erstattet. Eine Vergütung in Aktien oder Aktienoptionen erfolgt nicht. Da die Vergütung ausschließlich aus festen Bestandteilen besteht, wurden im Berichtsjahr keine variablen Vergütungsbestandteile zurückgefordert. ERLÄUTERUNG ZUR EINHALTUNG DES VERGÜTUNGSSYSTEMS, DER FÖRDERUNG DER LANGFRISTIGEN ENTWICKLUNG DER GESELLSCHAFT SOWIE ZUR ANWENDUNG DER LEISTUNGSKRITERIEN.Die Vorgaben des Vergütungssystems wurden eingehalten. Eine Obergrenze im Sinne einer Maximalvergütung ist aufgrund der Ausgestaltung als ausschließliche Fixvergütung (Fest-/Basisvergütung, Sitzungsgeld, Auslagenersatz) nicht notwendig. Aus dem gleichen Grund erübrigt sich eine Darstellung der Anwendung etwaiger Leistungskriterien. Das System der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder über (feste) Basisvergütung und Sitzungsgelder mit entsprechenden Aufschlägen für Vorsitzende und deren Stellvertreter entspricht der weitgehenden Marktpraxis vergleichbarer Unternehmen in Deutschland. Die Vergütung zielt darauf, die Aufsichtsratsmitglieder für die sorgfältige und gewissenhafte Wahrnehmung der Überwachung der Geschäftsleitung angemessen zu vergüten und geeignete Kandidaten für das Amt des Aufsichtsratsmitglieds zu gewinnen und zu halten. Sie trägt auf diese Weise zur Förderung der Geschäftsstrategie und zur langfristigen Entwicklung der Gesellschaft bei. VERGLEICHENDE DARSTELLUNG DER JÄHRLICHEN VERÄNDERUNG DER VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS, DER ERTRAGSENTWICKLUNG DER GESELLSCHAFT SOWIE DER DURCHSCHNITTLICHEN VERGÜTUNG VON ARBEITNEHMERINNEN UND ARBEITNEHMERNDie nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zu der Ertragsentwicklung der Klöckner & Co SE sowie zu der Veränderung der durchschnittlichen Vergütung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf Vollzeitäquivalenzbasis. Wie auch bei der vergleichenden Darstellung zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird für die Ertragsentwicklung der Klöckner & Co SE hierbei auf folgende Kennzahlen abgestellt: (i) Jahresergebnis (also Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag) der Klöckner & Co SE, (ii) EBITDA auf Konzernebene vor wesentlichen Sondereffekten und (iii) Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit auf Konzernebene. Für die Bestimmung der durchschnittlichen Vergütung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf Vollzeitäquivalenzbasis wurde ebenfalls der gleiche Vergleichsmaßstab bzw. Mitarbeiterkreis herangezogen wie bei der vergleichenden Darstellung zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands: (i) Senior Management (Management Level 1) weltweit sowie (ii) Gesamtbelegschaft weltweit. Vor dem Hintergrund wird für die weiteren Einzelheiten auf die Ausführungen im Bericht über die Vergütung des Vorstands verwiesen. VERGLEICHENDE DARSTELLUNG DER JÄHRLICHEN VERÄNDERUNG DER VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS GEMÄß § 162 ABS. 1 NR. 2 AKTG
1) Gesamtvergütung i.S.v. § 162 Abs 1
Satz 1 AktG (für die Geschäftsjahre 2017 bis 2020
pro forma berechnet).
Prüfungsvermerk des WirtschaftsprüfersAn die Klöckner & Co SE, Duisburg,Vermerk über die Prüfung des VergütungsberichtsWir haben den beigefügten, zur Erfüllung des § 162 AktG aufgestellten Vergütungsbericht der Klöckner & Co SE, Duisburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 einschließlich der dazugehörigen Angaben geprüft. Der Vergütungsbericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir nicht inhaltlich geprüft. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATSDie gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. VERANTWORTUNG DES WIRTSCHAFTSPRÜFERSUnsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Vergütungsbericht, einschließlich der dazugehörigen Angaben, abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Vergütungsbericht, einschließlich der dazugehörigen Angaben, frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Vergütungsbericht enthaltenen Wertansätze einschließlich der dazugehörigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Vergütungsbericht einschließlich der dazugehörigen Angaben ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Wirtschaftsprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung des Vergütungsberichts einschließlich der dazugehörigen Angaben. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Unternehmens abzugeben. Eine Prüfung umfasst auch die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern und dem Aufsichtsrat ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. PRÜFUNGSURTEILNach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 einschließlich der dazugehörigen Angaben in allen wesentlichen Belangen den Rechnungslegungsbestimmungen des § 162 AktG. Unser Prüfungsurteil zum Vergütungsbericht erstreckt sich nicht auf die als ungeprüft gekennzeichneten, nicht vom Gesetz vorgesehenen Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen. SONSTIGER SACHVERHALT - FORMELLE PRÜFUNG DES VERGÜTUNGSBERICHTSDie in diesem Prüfungsvermerk beschriebene inhaltliche Prüfung des Vergütungsberichts umfasst die von § 162 Abs. 3 AktG geforderte formelle Prüfung des Vergütungsberichts, einschließlich der Erteilung eines Vermerks über diese Prüfung. Da wir ein uneingeschränktes Prüfungsurteil über die inhaltliche Prüfung des Vergütungsberichts abgeben, schließt dieses Prüfungsurteil ein, dass die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG in allen wesentlichen Belangen im Vergütungsbericht gemacht worden sind. HINWEIS ZUR HAFTUNGSBESCHRÄNKUNGDem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für die Klöckner & Co SE erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde. Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Prüfungsvermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.
Düsseldorf, 3. März 2023 KPMG
AG
gez. Velder, WIRTSCHAFTSPRÜFER gez. Mehdi Zadegan, WIRTSCHAFTSPRÜFERIN KONZERNABSCHLUSS der Klöckner & Co SEKonzernabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
Konzern-Kapitalflussrechnung 2022
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung siehe Textziffer 34. Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022der Klöckner & Co SE, Duisburg(1) UnternehmensinformationenDie Klöckner & Co SE ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg, Deutschland, Am Silberpalais 1. Sie ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 20486 eingetragen. Der Konzernabschluss der Klöckner & Co SE als oberstes Mutterunternehmen und ihrer Tochtergesellschaften ("Klöckner & Co-Konzern") wurde am 3. März 2023 durch Beschluss des Vorstands zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. (2) Grundsätze der RechnungslegungDer Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Dabei werden alle zum 31. Dezember 2022 verpflichtend anzuwendenden IFRS und die diesbezüglichen Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) angewendet. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die sämtlich auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt sind, basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Tausend Euro (T€) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben. Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme von bestimmten Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert und von der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen, die zum Barwert der definierten Leistungsverpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens bewertet werden. (3) Konsolidierungskreis und KonsolidierungsgrundsätzeKonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss werden die Abschlüsse der Klöckner & Co SE und der von ihr beherrschten Unternehmen (Tochterunternehmen) einbezogen. Die Abschlüsse der im Laufe des Geschäftsjahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden von der Erlangung bis zum Verlust der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Konzerninterne Forderungen, Schulden und Zwischenergebnisse werden ebenso wie konzerninterne Erträge und Aufwendungen im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Konsolidierungsvorgänge unterliegen der Abgrenzung latenter Steuern, wobei aktive und passive latente Steuern saldiert werden, wenn Fristigkeit und Steuergläubiger übereinstimmen. Die Entwicklung der Anzahl der konsolidierten Gesellschaften im Berichtsjahr stellt sich wie folgt dar:
*) Einschließlich konsolidierter
Zweckgesellschaften.
Vier (2021: fünf) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert. Eine Aufstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen ist als Anlage zum Anhang beigefügt. ZweckgesellschaftenIm Rahmen des europäischen Asset-backed-Securitization-Programms (ABS-Programms) des Konzerns bestehen zwei Zweckgesellschaften (Special Purpose Entity), wovon eine Gesellschaft im Rahmen der Neustrukturierung des Programms im November 2020 ruhend gestellt wurde und seitdem keine Aktivitäten mehr ausführt. Die Anteile an der weiter operativen Zweckgesellschaft werden von einer unabhängigen, im privaten Eigentum befindlichen Servicegesellschaft gehalten, die für die Buchhaltung der Muttergesellschaft verantwortlich ist. Die Zweckgesellschaft kauft nach vertraglich festgelegten Kriterien Warenforderungen von den am ABS-Programm teilnehmenden Tochtergesellschaften und finanziert diese durch Kredite der Conduits, die sich durch die Platzierung von Commercial Papers oder Darlehen der beteiligten Banken refinanzieren. Das erforderliche Rating für die Commercial Papers wird durch die Bildung von Forderungsreserven und die Einhaltung von Performance-Kennziffern sichergestellt. Die Höhe der Ausnutzung des Programms wird vom Forderungsbestand und von der monatlichen Entwicklung des Liquiditätsbedarfs bestimmt. Die Entscheidung darüber liegt bei der Klöckner & Co SE. Klöckner & Co SE ist vertraglich verantwortlich für die Zahlungsausführungen, das Reporting, die Verwaltung der angekauften Forderungen einschließlich Kreditmanagement und Inkasso der Zweckgesellschaft. Des Weiteren legt Klöckner & Co den Faktor fest, den die Tochtergesellschaft zur Deckung aller laufenden Kosten der Zweckgesellschaft zahlen muss. Die Zweckgesellschaft wird von Klöckner & Co SE beherrscht und daher in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt vor, da der Konzern schwankenden Renditen aus der Zweckgesellschaft ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, diese Renditen mittels seiner Macht über diese Gesellschaft zu beeinflussen. Die am Programm teilnehmenden Gesellschaften sind von der Klöckner & Co SE weiterhin mit dem Inkasso und dem Forderungsmanagement betraut und tragen alle entsprechenden Kosten, erhalten dafür aber eine entsprechende Vergütung. Die laufenden Kosten der Zweckgesellschaft werden ebenfalls von ihr getragen. Für weitere Informationen zum ABS-Programm wird auf Textziffer 18 (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und Textziffer 26 (Finanzverbindlichkeiten) verwiesen. (4) Unternehmenserwerbe und -veräußerungenIn den Geschäftsjahren 2022 und 2021 hat sich die Konzernstruktur durch Akquisitionen und Veräußerungsvorgänge mit entsprechenden Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage wie nachfolgend dargestellt geändert. UNTERNEHMENSERWERBEMit Wirkung zum 15. März 2022 erwarb die Debrunner Koenig AG, St. Gallen, Schweiz, 100 % der Anteile an der PC-Tech SA, Phentalaz, Schweiz (PC-Tech). Die Gesellschaft ist ein Vorfabrikant im Bereich Haustechnik. Mit der Integration der PC-Tech SA vergrößert die Debrunner Koenig Gruppe ihr Dienstleistungsangebot und verstärkt die lokale Kundennähe in der Westschweiz. Am 13. Juli 2022 und mit Wirkung zum 31. Juli 2022 erwarb die Becker Stainless GmbH, Bönen, 100 % der Anteile an RSC Rostfrei Coilcenter GmbH, Süßen, (RSC) und diese wiederum im Rahmen eines Asset Deals den Geschäftsbetrieb und ausgewählte Vermögenswerte und Schulden der Hernandez Stainless GmbH, Hockenheim (Hernandez). Mit den Zukäufen steigt Becker Stahl-Service in die Verarbeitung von Edelstahl ein und weitet damit sein Produkt- und Serviceportfolio erheblich aus. Hernandez bearbeitet Oberflächen und lagert rostfreie Flachprodukte. RSC Rostfrei Coilcenter GmbH ist auf das Abtafeln von Edelstahl-Coils spezialisiert. Die Summe der Kaufpreise für beide Unternehmenstransaktionen beträgt zusammen 23,1 Mio. €. Die PC-Tech wird seit dem 15. März 2022 und die RSC Rostfrei Coilcenter GmbH seit dem 1. August 2022 in den Konzernabschluss einbezogen. Die Unternehmen beschäftigen zusammen 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielten im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von rund 165 Mio. €. Nachstehend sind die im Rahmen der beiden Transaktionen erfassten Beträge der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden beider Transaktionen zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst.
Der Geschäfts- und Firmenwert der PC-Tech resultiert aus erwarteten Synergien aus der Eingliederung des Unternehmens in das bestehende Dienstleistungsangebot im Segment Kloeckner Metals Non-EU. Der erfasste Geschäfts- und Firmenwert ist nicht für Steuerzwecke abzugsfähig. Die Kundenbeziehungen wurden anhand der Residualwertmethode (Barwertmodell) bewertet. Dabei wurde für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Kundenbeziehungen eine Abschmelzrate von 41 % bzw. 8,3 % angenommen. Der Bewertung lag ein Diskontierungszinssatz von 6,7 % bzw. 11,2 % zugrunde. Die Kundenbeziehungen werden über einen Zeitraum von 2,5 bzw. zwölf Jahren abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wurde auf der Basis eines kostenorientierten Verfahrens bewertet. Seit dem Erwerbszeitpunkt trugen die PC-Tech sowie die RSC/Hernandez die folgenden Ergebnisbeiträge zum Konzernergebnis bei:
Wesentliche uneinbringliche Forderungen wurden nicht übernommen. Der Konzernumsatz und das Konzernergebnis lägen bei 9.518 Mio. € bzw. bei 273 Mio. €, wenn die Akquisitionen bereits seit Beginn des Geschäftsjahres in den Konzernabschluss einbezogen worden wären. Bei der Ermittlung dieser Beträge hat das Management angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte, die zum Erwerbszeitpunkt ermittelt wurden, auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2022 gültig gewesen wären. Im Vorjahr gab es keine Akquisitionen. VERKÄUFE, VERSCHMELZUNGEN UND LIQUIDATIONEN 2022Die Gesellschaft Kloeckner Metals Servicios de Mexico S.A. de C.V., Apodaca, Mexiko, wurde im ersten Quartal 2022 liquidiert. Am 5. April 2022 wurde die Armstrong Steel Ltd., Leeds, Vereinigtes Königreich, liquidiert. Am 18. August 2022 wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2022 die Becker Besitz GmbH, Duisburg, auf die Becker Stahl-Service GmbH, Duisburg, verschmolzen. Die KDI Export SAS, Reuil Malmaison, Frankreich, wurde mit Vertrag vom 12. Oktober 2022 auf die Kloeckner Metals France SAS, Aubervilliers, Frankreich, verschmolzen; die Handelsregistereintragung ist am 2. Dezember 2022 erfolgt. VERKÄUFE, VERSCHMELZUNGEN UND LIQUIDATIONEN 2021Am 18. Januar 2021 wurde die Debrunner Koenig Management AG, St. Gallen, Schweiz, auf die Debrunner Koenig AG, St. Gallen, Schweiz, mit Wirkung zum 1. Januar 2021 verschmolzen. Mit Wirkung zum 29. April 2021 wurde die Richardsons Westgarth (Hartlepool) Limited, Leeds, Vereinigtes Königreich, liquidiert. Am 29. Oktober 2021 erfolgte die Verschmelzung der Kloeckner Metals Operations GmbH, Duisburg, und der Kloeckner & Co USA Beteiligungs GmbH, Duisburg, mit Wirkung zum 1. Januar 2021 auf die Klöckner Shared Services GmbH, Duisburg. Am 23. Dezember 2021 wurde die Klöckner & Co Financial Services B.V., Rotterdam, Niederlande, liquidiert. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Klöckner Namasco Holding Corporation, Wilmington, Delaware, USA, auf die Kloeckner Metals Corporation, Wilmington, Delaware, USA, verschmolzen. (5) Wesentliche Bilanzierungs- und BewertungsmethodenWährungsumrechnungIn einer Fremdwährung erfolgende Transaktionen werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Monetäre Posten werden mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Bewertung monetärer Aktiva (mit Ausnahme der Umrechnungsdifferenzen von Net Investments) bzw. monetärer Passiva werden ungeachtet etwaiger Kurssicherungen ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Entsprechend dem Konzept der funktionalen Währung werden die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Alle Tochtergesellschaften betreiben ihr Geschäft selbstständig auf den Märkten ihres Heimatlandes, die funktionale Währung ist somit die jeweilige Landeswährung. Die Vermögenswerte und Schulden der Tochtergesellschaften werden zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag, Aufwendungen und Erträge zum Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion, approximiert durch den Jahresdurchschnittskurs, umgerechnet. Sämtliche aus der Fremdwährungsumrechnung resultierenden Differenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und werden erst in der Periode, in der das Tochterunternehmen veräußert wird, ergebniswirksam. Die Wechselkurse wesentlicher Währungen des Konzerns veränderten sich wie folgt:
Wertminderungen (Impairments)Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden zu jedem Bilanzstichtag dahingehend überprüft, ob Anzeichen für ein Impairment vorliegen. In diesem Fall wird der für den betreffenden Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt, um die Höhe eines gegebenenfalls vorzunehmenden Impairments zu bestimmen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. In den Fällen, in denen kein erzielbarer Betrag für den einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann. Ergibt sich nach einem vorgenommenen Impairment zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswerts oder der ZGE, erfolgt mit Ausnahme von Goodwill-Impairments eine Wertaufholung. Die ergebniswirksam zu erfassende Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Impairment in der Vergangenheit ergeben hätte. Aus Unternehmenserwerben resultierende Goodwills werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft. Die Überprüfung erfolgt auf der Ebene der ZGE, der der entsprechende Goodwill zugeordnet wurde. Im Klöckner & Co-Konzern sind die ZGE Becker Stahl-Service GmbH (BSS) und die Schweiz goodwilltragend. Die Werthaltigkeitstests erfolgen jeweils zum 31. Dezember des Geschäftsjahres bzw. bei Vorliegen von Anhaltspunkten für ein Impairment auch früher. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, wird in Höhe der Differenz ein Goodwill Impairment vorgenommen, das in nachfolgenden Perioden nicht rückgängig gemacht werden darf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der erwarteten Zahlungsströme aus dem Vermögenswert bzw. der ZGE. Der Nutzungswert bzw. der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wird mithilfe von DCF-Verfahren bestimmt. Die geschätzten Zahlungsströme basieren dabei auf den aktuellen Planungen des Unternehmens für die nächsten vier Jahre (Vorjahr: drei Jahre) und stützen sich auf die Einschätzung der Geschäftsführung der jeweiligen Geschäftseinheit. Die zur Berechnung verwendeten Kapitalkosten sind abhängig vom zugrunde liegenden Geschäft und von dem Land, in dem das Geschäft betrieben wird. Die Zinssätze werden u. a. aus einer Peergroup-Analyse abgeleitet. Die Zusammensetzung dieser Peergroup wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. In ZGE, bei denen der erzielbare Betrag den Buchwert der Vermögenswerte unterschreitet, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Einzelvermögenswertebene ermittelt. Detaillierte Informationen hierzu sind in Textziffer 16 (b) (Sachanlagen) dargestellt. In Abhängigkeit von der zukünftigen Entwicklung dieser Zeitwerte kann es nicht ausgeschlossen werden, dass zusätzliche Impairments erforderlich werden oder aber Zuschreibungen erfolgen müssen. Die Wertberichtigungen aufgrund dieser Impairments werden in der Gewinn- und Verlustrechnung separat unter den Abschreibungen ausgewiesen. Zuwendungen der öffentlichen HandDie Zuschüsse werden in der Periode als Ertrag erfasst, in der auch die betreffenden Aufwendungen anfallen. Zuwendungen für Vermögenswerte, in der Regel Sachanlagen, werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts abgezogen. Werden Zuschüsse als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste bzw. im Sinne einer finanziellen Soforthilfe gewährt und sind sie nicht mit in Zukunft anfallenden Kosten verbunden, werden sie in derselben Periode, in der der Konzern sie erhält, als sonstige betriebliche Erträge erfolgswirksam vereinnahmt. Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und VerlustrechnungIn der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind einzelne Posten zusammengefasst, diese werden im Anhang gesondert erläutert. Bei der Bilanzgliederung nach Fristigkeiten werden Vermögenswerte und Schulden, die innerhalb eines Jahres realisiert bzw. fällig werden, als kurzfristig ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Schätzungen, Ermessensentscheidungen und AnnahmenIm Zusammenhang mit der Erstellung des Konzernabschlusses müssen Beurteilungen und Schätzungen vorgenommen sowie Annahmen getroffen werden, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft. Wesentliche Ermessensentscheidungen sowie Schätzungen bzw. Annahmen sind in folgenden Bereichen erforderlich:
Neue Bilanzierungsstandards und InterpretationenIm Geschäftsjahr 2022 wurden erstmals folgende Standards angewendet: Standard/InterpretationAmendments to IFRS 3 - Verweis auf das Rahmenkonzept Amendments to IAS 16 - Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung Amendments to IAS 37 - Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags Improvements to IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 Amendments to IAS 8 - Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen Die Anwendung der Änderungen an IAS 8 - Schätzungsänderungen wurde frühzeitig mit Wirkung zum 1. Januar 2022 vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen zu Textziffer 14 - Steuern vom Einkommen und Ertrag. Die Anwendung der übrigen Neuerungen hatte keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Klöckner & Co SE. Die folgende Übersicht zeigt die im Klöckner & Co-Konzern bisher noch nicht angewendeten, veröffentlichten Standards und Interpretationen:
Auch wenn eine vorzeitige Anwendung dieser Standards zulässig ist, ist sie nicht beabsichtigt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass die Anwendung der neuen Standards, Interpretationen und Amendments keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben wird. Die verabschiedeten Änderungen an IAS 1 "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" betreffen eine begrenzte Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig. Es wird klargestellt, dass die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig von den Rechten des Unternehmens zum Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche Rechte vor, wird die Schuld als langfristig klassifiziert. Das Recht, die Erfüllung der Schuld zu verschieben, muss hierbei substanziell sein. Sofern das Unternehmen für die Ausübung eines derartigen Rechtes bestimmte Bedingungen zu erfüllen hat, müssen diese am Abschlussstichtag erfüllt werden; anderenfalls folgt eine Klassifizierung als kurzfristig. Für die Klassifizierung einer Schuld ist es dabei unerheblich, ob das Management beabsichtigt oder erwartet, dass die Schuld tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfüllt wird. Entscheidend für die Klassifizierung sind lediglich am Abschlussstichtag bestehende Rechte, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate zu verschieben. Dies gilt auch im Falle der Erfüllung innerhalb des Wertaufhellungszeitraums. Im Juli 2020 wurde der Erstanwendungszeitpunkt um ein Jahr auf Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen, verschoben. Aufgrund der laufenden Entwicklungen des IAS 1 kann der Konzern derzeit die Auswirkungen auf die Periode der Erstanwendung nicht einschätzen. Die Entwicklungen werden eng verfolgt. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(6) Besondere ErgebniseinflüsseDie Vergleichbarkeit des Ergebnisses des Geschäftsjahres 2022 mit dem Vorjahr ist durch folgende Sondereffekte beeinträchtigt:
2022Verkauf von SachanlagenIm Geschäftsjahr 2022 wurde ein Standort im Segment Kloeckner Metals Non-EU mit einem Buchgewinn von 50 Mio. € veräußert, der zum 31. Dezember 2021 als "zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte" gemäß IFRS 5 ausgewiesen war. Vier Standorte, welche im Zuge des Projekts Surtsey geschlossen wurden, wurden im Segment Kloeckner Metals EU mit Buchgewinnen von insgesamt 12 Mio. € verkauft. Drei Standorte waren zum 31. Dezember 2021 als "zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte" gemäß IFRS 5 ausgewiesen. Aufwendungen aus Standortschließungen und Erträge aus Rückstellungsauflösungen im Rahmen des Projekts SurtseyAus dem Projekt Surtsey ergaben sich nachlaufende Aufwendungen und Anpassungen der Rückstellungen für Schließungskosten in allen operativen Segmenten von insgesamt 2 Mio. €. Dem gegenüber stehen Erträge aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen für Personalmaßnahmen von 4 Mio. € im Segment Kloeckner Metals EU. 2021Verkauf von Sachanlagen im Rahmen des Projekts SurtseyIn 2021 wurden zehn Immobilien verkauft, die im Zuge der Standortschließungen unter dem Projekt Surtsey nicht mehr benötigt wurden. Dabei entstanden insgesamt Buchgewinne aus der Veräußerung in Höhe von 27 Mio. €, die sich auf die Segmente Kloeckner Metals US (2 Mio. €), Kloeckner Metals EU (22 Mio. €) und Kloeckner Metals Non-EU (3 Mio. €) verteilen. Restrukturierungsaufwendungen im Rahmen des Projekts SurtseyIm Berichtsjahr 2021 wurden weitere Maßnahmen im Zuge des Projekts Surtsey umgesetzt. Diese führten zu einer weiteren Standortschließung und dem weiteren Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so dass bis zum Ende 2021 insgesamt 1.147 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalenz) abgebaut wurden. Durch die fortschreitende Umsetzung der Maßnahmen konnten im Geschäftsjahr 2021 einzelne Restrukturierungsrückstellungen aufgelöst werden. Der Konzern hat im Rahmen des Risikomanagementprozesses seine Exposition gegenüber klimabedingten Geschäftsrisiken geprüft, jedoch keine wesentlichen Risiken identifiziert, die sich auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 auswirken könnten. Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der COVID-19-Pandemie auf die RechnungslegungKlöckner & Co unterhält keine eigenen Geschäftsaktivitäten in der Ukraine oder in Russland. Daneben sind die Absatz- und Beschaffungsmärkte der Ukraine und Russlands für Klöckner & Co nicht relevant. Wir erzielten bislang weder wesentliche Umsätze oder tätigten wesentliche Einkäufe. Damit hatte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine keine direkten Einflüsse auf die Rechnungslegung. Ebenso haben sich auch aus der COVID-19-Pandemie keine direkten Auswirkungen auf die Rechnungslegung ergeben. Gleichwohl hatten die Kriegsaktivitäten sowie die COVID-19-Pandemie Auswirkungen auf die makroökonomischen Rahmenbedingungen, die sich indirekt durch Nachfrageschwankungen und damit einhergehende Preisvolatilitäten auf die Absatz- und Beschaffungsmärkte von Klöckner & Co ausgewirkt haben. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 sind die Stahlpreise in Europa und in den USA infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zunächst signifikant angestiegen, korrigierten sich aber im weiteren Jahresverlauf deutlich. Auch infolge dieser Preiskorrektur kam es z.B. in der zweiten Jahreshälfte 2022 zu Bestandsabwertungen der Vorräte im Rahmen der Bewertung zum niedrigeren Nettoveräußerungswert nach IAS 2, die sich im Gesamtjahresverlauf auf einen Wert von 46 Mio. € kumuliert haben (wir verweisen auf Textziffer 17 Vorräte). Sofern sich in künftigen Perioden die gesamtwirtschaftliche Lage wieder entspannt, kann es auch zu Wertaufholungen bereits abgeschriebener Vorräte kommen. Darüber hinaus haben die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie aber vor allem die des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu hohen Inflationsraten im Geschäftsjahr 2022 geführt. Infolge der Inflation haben insbesondere die gestiegenen Transport- und Logistikkosten sowie die Kosten für Betriebsstoffe und Verpackungen zu einem geringeren operativen Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr geführt. Daneben unterliegen die im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses erforderlichen Annahmen der makroökonomischen Rahmenbedingungen zur Schätzung der Barwerte künftig erzielbarer Cashflows im Rahmen des Impairment-Tests einer besonderen Unsicherheit. Wir verweisen hierzu auch auf die Ausführungen in den Textziffern 16 (Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) und 31 (Finanzrisikomanagement) sowie ergänzend auf die Kommentierung zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Lagebericht. (7) UmsatzerlöseBilanzierungs- und BewertungsmethodenUmsätze aus Warenverkäufen werden ausgewiesen, sobald die Verfügungsmacht auf den Käufer übergegangen ist. Dies ist in der Regel zum Zeitpunkt der Lieferung der Fall. Umsätze aus Kundenverträgen werden nur dann abweichend vom Zeitpunkt der Lieferung erfasst, wenn der Käufer die Verfügungsmacht entweder vor der Lieferung bereits besitzt oder wenn sie zeitraumbezogen übergeht. Umsatzerlöse werden unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatten, die gegebenenfalls im Wege der Schätzung ermittelt werden, ausgewiesen. Der Klöckner & Co-Konzern verkauft im Wesentlichen Stahl- und Metallprodukte in Form von Lagergeschäften, Streckengeschäften und Anarbeitungsgeschäften. Lagergeschäfte sind Verkäufe von unbearbeitetem oder nur geringfügig bearbeitetem Material vom Lager an die Kunden bzw. Lieferungen in Konsignationsläger bei Kunden. Bei diesen Geschäften erfolgt die Umsatzrealisierung bei Lieferung oder Abholung der Ware. Streckengeschäfte sind diejenigen Geschäfte, bei denen die Ware direkt vom Lieferanten an den Kunden geliefert wird, ohne Beteiligung eines Lagerstandortes von Klöckner & Co. In diesen Geschäften trägt der Klöckner & Co-Konzern die Verantwortung für die Durchführung des Geschäfts und trägt das Bestandsrisiko bis zur Lieferung an den Kunden. Die Preise werden mit den Kunden und den Lieferanten separat verhandelt. Somit ist der Klöckner & Co-Konzern Prinzipal bei den Streckengeschäften, so dass der Umsatz bei Lieferung an den Kunden erfasst wird. Höherwertige Produkte und Anarbeitungsdienstleistungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Ware grundsätzlich vor der Belieferung des Kunden bearbeitet wird. Dabei werden besondere Maschinen eingesetzt, z. B. 3D-Laser. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei diesen Geschäften, wenn die bearbeitete Ware an den Kunden geliefert wird. Service-Center-Geschäfte beinhalten in erster Linie die Bearbeitung von Coils, aus denen verschiedene Blechprodukte hergestellt werden. Die sonstigen Geschäfte im Segment Kloeckner Metals Non-EU beinhalten neben Umsätzen mit Stahl- und Metallen auch Umsätze mit technischen Produkten in der Schweiz. Die Zahlungsziele sind kundenindividuell verschieden. Häufig verwendete Zahlungsziele sind 30 Tage netto, 60 Tage netto oder der 15. des auf die Lieferung folgenden Monats. Der Umsatz des Konzerns mit Dritten nach Regionen (Sitz des Kunden) teilt sich wie folgt auf:
Die Umsätze nach Geschäftsarten teilen sich wie folgt auf:
(8) Sonstige betriebliche Erträge
Die Erträge aus Anlagenabgang (zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte) betreffen im Wesentlichen Gewinne aus dem Verkaufserlös von Immobilien, davon in der Schweiz 50 Mio. € und in Frankreich 13 Mio. €. Im Vorjahr betrafen die Erträge aus Anlagenabgang Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen als Folge des Projekts Surtsey. Weitere Informationen sind der Textziffer 6 (Besondere Ergebniseinflüsse) zu entnehmen. Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen wurden im Berichtsjahr - abweichend vom Vorjahr - mit den Aufwendungen aus der Zuführung der Wertberichtigung auf Forderungen verrechnet und der verbleibende Saldo in der Position sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. Aufgrund mangelnder Wesentlichkeit wurde das Vorjahr nicht angepasst. (9) Materialaufwand
(10) Personalaufwand
Der Anstieg der Löhne und Gehälter ist insbesondere auf negative Währungseffekte des USD-Kurses sowie des CHF-Kurses in den Segmenten Kloeckner Metals US und Kloeckner Metals Non-EU zurückzuführen. Währungsbereinigt beträgt der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2022 582 Mio. € nach 598 Mio. € im Vorjahr und zeigt damit eine Reduktion von 2,7 %, die im Wesentlichen auf Einsparungseffekte in den ergebnisabhängigen Gehaltsbestandteilen zurückzuführen ist. Die Restrukturierungserträge stellen Auflösungen von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen dar, bei denen es Änderungen in den Restrukturierungsplänen gab. Im Berichtsjahr waren im Klöckner & Co-Konzern gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB durchschnittlich beschäftigt:
(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den übrigen Aufwendungen sind im Wesentlichen freiwillige soziale Aufwendungen, Büromaterial, Nebenkosten des Zahlungsverkehrs sowie Mitgliedsbeiträge enthalten. (12) BeteiligungsergebnisDas Beteiligungsergebnis beinhaltet Dividenden und Bewertungsgewinne/-verluste von nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen und setzt sich wie folgt zusammen:
Die Erträge aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten betreffen die Beteiligungen der kloeckner.v GmbH an diversen Venture-Capital-Gesellschaften. (13) FinanzergebnisBilanzierungs- und BewertungsmethodenZinserträge werden unter Berücksichtigung des ausstehenden Kapitalbetrags und des geltenden Zinssatzes zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode vereinnahmt. Dividendenerträge aus Kapitalanlagen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Zahlung rechtlich entstanden ist.
Im Finanzergebnis sind Nettozinsaufwendungen in Höhe von 31.028 T€ (2021: 12.336 T€) enthalten, die nach der Effektivzinsmethode berechnet und erfasst wurden. In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen im Vorjahr ist mit 7.799 T€ die Neubewertung der Wandelanleihe enthalten. Der Anstieg der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ist auf im Jahresdurchschnitt höhere Netto-Finanzverbindlichkeiten als im Vorjahr sowie auf ein höheres Zinsniveau zurückzuführen. (14) Steuern vom Einkommen und vom ErtragBilanzierungs- und BewertungsmethodenDer Ertragsteueraufwand stellt die Summe aus laufendem und latentem Steueraufwand dar. Der laufende Steueraufwand wird auf der Basis des zu versteuernden Einkommens für das Geschäftsjahr ermittelt. Steuerverbindlichkeiten werden mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Die Basis hierfür bilden Steuersätze, die am Bilanzstichtag gelten. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt gemäß dem Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode. Latente Steuern resultieren aus abweichenden Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der Konzernbilanz und den steuerlichen Wertansätzen (temporäre Differenzen) sowie aus Konsolidierungsvorgängen. Ausgenommen sind Geschäfts- oder Firmenwerte bei Erstkonsolidierungen. Bei der Berechnung kamen Steuersätze zur Anwendung, die am Bilanzstichtag gelten oder aufgrund eines nahezu abgeschlossenen Gesetzgebungsverfahrens in Zukunft gelten werden. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung wahrscheinlich ist. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Stichtag überprüft und wertgemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Bisher nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden zu jedem Bilanzstichtag neu beurteilt und gegebenenfalls in dem Umfang angesetzt, in dem eine Realisierung aufgrund eines erwarteten zukünftigen zu versteuernden Einkommens wahrscheinlich ist. Die Bewertung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben, auf die der Klöckner & Co-Konzern zum Bilanzstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren. Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung besteht und wenn sie im Zusammenhang mit Ertragsteuern stehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden, und die Absicht besteht, laufende Steueransprüche und Steuerschulden auf Nettobasis zu begleichen. Laufende und latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die direkt im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesen Fällen erfolgt die Verbuchung ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis. Ertragsteuern in der Gewinn- und VerlustrechnungDer Ertragsteuerertrag/-aufwand des Klöckner & Co-Konzerns stellt sich wie folgt dar:
Der kombinierte Ertragsteuersatz beträgt 31,8 % (2021: 31,8 %), wobei der Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) 15,8 % und der Gewerbesteuersatz für Klöckner & Co 16,0 % beträgt. Die ausländischen Steuersätze variieren zwischen 18,0 % und 34,0 %. Für das Berichtsjahr fiel ein laufender Steueraufwand in Höhe von 71.062 T€ (2021: 137.356 T€) an. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass eine grenzübergreifende Verrechnung von steuerlichen Gewinnen und Verlusten nicht möglich ist. So können insbesondere negative steuerliche Ergebnisse in einzelnen europäischen Ländern nicht mit positiven steuerlichen Ergebnissen in anderen europäischen Ländern verrechnet werden. Der Konzern ist in zahlreichen Ländern wirtschaftlich tätig. Die Einkünfte unterliegen somit unterschiedlichen Steuerjurisdiktionen. Dabei sind für jedes Steuersubjekt die Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten, die temporären Differenzen und Verlustvorträge sowie daraus resultierende latente Steuerpositionen separat zu ermitteln. Das Management muss bei der Ermittlung der tatsächlichen und latenten Steuern Beurteilungen vornehmen. Aktive latente Steuern können nur in dem Umfang angesetzt werden, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Die Realisierung aktiver latenter Steuern hängt insbesondere davon ab, dass für die jeweilige Steuerart und Steuerjurisdiktion ausreichend zu versteuerndes Einkommen erzielbar ist. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenzuflusses sind verschiedene Faktoren wie z. B. historische Ergebnisse, Unternehmensplanung, Verlustvortragsbeschränkungen und Steuergestaltungsstrategien zu berücksichtigen. Der Ansatz latenter Steuern wird zu jedem Bilanzstichtag erneut beurteilt. IFRIC 23 stellt die Anwendung von Ansatz und Bewertungsvorschriften des IAS 12, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klar. Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, z. B. ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Bilanzpositionen unbeachtlich. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen. Zu den genannten Schätzungen, Annahmen sowie Ermessensentscheidungen sind jeweils Anhangangaben zu machen. Zudem sind Angaben zu potenziellen Auswirkungen der Unsicherheit als steuerbezogene Eventualverbindlichkeit nach IAS 12.88 zu machen. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Klöckner & Co SE. Der erwartete Steuerertrag/-aufwand kann wie folgt auf den tatsächlichen Steuerertrag/-aufwand übergeleitet werden:
Die tatsächliche Steuerquote im aktuellen Geschäftsjahr in Höhe von 18,7 % liegt unter dem erwarteten kombinierten Ertragsteuersatz in Höhe von 31,8 %. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen Steuerminderungen aus der Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen in Deutschland sowie die Nutzung von steuerlichen Verlusten, für die kein latenter Steueranspruch aktiviert war. Der Effekt aus sonstigen Ertragsteuern betrifft die französischen territorialen Wirtschaftsabgaben (CFE und CVAE). Erfolgsneutral erfasste SteuernLaufende und latente Steuern werden in der Regel in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ausgenommen davon sind Steuern, die auf erfolgsneutral im Eigenkapital verbuchte Sachverhalte entfallen.
In der Gesamtergebnisrechnung wurden latente Steuerabgrenzungen für erfolgsneutrale Anpassungen der Pensionsverpflichtung gemäß IAS 19, Net-Investment-Hedges sowie die Veränderungen aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten, für die Hedge-Accounting angewendet wird, erfasst. Die auf erfolgsneutral dargestellte Sachverhalte entfallenden latenten Steuern betrugen zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 16.226 T€ (2021: - 969 T€). Diese betreffen im aktuellen Geschäftsjahr in voller Höhe die Pensionsverpflichtungen. Latente Steuern in der BilanzDie aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf Bilanzposten und Verlustvorträge wie folgt:
Klöckner & Co nimmt einen Ansatz aktiver latenter Steuern nur in dem Maße vor, wie sich gemäß steuerlicher Planungsrechnung die Nutzung der zu Grunde liegenden Steuervorteile innerhalb eines bestimmten Planungshorizonts ergibt, weil wir die Nutzung nur innerhalb eines solchen künftigen Zeitraums mit der geforderten Wahrscheinlichkeit beurteilen können. Zum 31. Dezember 2022 erfolgt der Ansatz der nutzbaren abzugsfähigen temporären Differenzen und Verlustvorträge über den Planungshorizont von vier Jahren (2021: Planungshorizont drei Jahre). Bei einem unveränderten Planungshorizont von drei Jahren hätte sich eine aktive latente Steuer von 40,6 Mio. € ergeben. Für passivische temporäre Differenzen in Verbindung mit Tochterunternehmen (Outside Basis Differences) in Höhe von 22,0 Mio. € (2021: 20,7 Mio. €) wurden gemäß IAS 12.39 keine passiven latenten Steuern bilanziert. Für folgende bisher nicht genutzte Verlustvorträge und abzugsfähige temporäre Differenzen wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt, weil ihre Realisierbarkeit nicht mit hinreichender Sicherheit gewährleistet werden kann:
Der überwiegende Teil der nicht angesetzten Verlustvorträge ist nach derzeitiger Rechtslage zeitlich unbegrenzt vortragbar und verfällt demzufolge nicht, soweit keine besonderen Umstände wie z. B. wesentliche Anteilseignerwechsel eintreten. Soweit nicht angesetzte Verlustvorträge zeitlich begrenzt vortragbar sind, verfallen diese entsprechend der folgenden Übersicht:
Die steuerliche Nutzung temporärer Differenzen ist zeitlich nicht begrenzt. (15) Ergebnis je AktieBilanzierungs- und BewertungsmethodenDas unverwässerte Ergebnis je Aktie wird durch Division des den Aktionärinnen und Aktionären der Klöckner & Co SE zustehenden Konzernergebnisses durch die während der Periode durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses werden verwässernde potenzielle Aktien aus Wandelanleihen nur dann berücksichtigt, wenn dieses nicht zu einer Erhöhung des Gewinns bzw. Reduzierung des Verlusts je Aktie führt.
Erläuterungen zur Konzernbilanz(16) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagena) Immaterielle VermögenswerteBilanzierungs- und BewertungsmethodenImmaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt, sofern mit der Nutzung des Vermögenswerts ein wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelbar sind. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear in Abhängigkeit von der geschätzten Nutzungsdauer. Für im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangene immaterielle Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen werden Nutzungsdauern in Abhängigkeit von der erwarteten Abwanderungsrate zugrunde gelegt. Die erwarteten Nutzungsdauern betragen:
Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und bei Bedarf den zukünftigen Erwartungen angepasst. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer, im Klöckner & Co-Konzern nur Goodwills, wird die Werthaltigkeit bei Vorliegen von Anzeichen für eine Wertminderung (Impairment), mindestens jedoch einmal jährlich überprüft.
Die immateriellen Vermögenswerte enthalten mit 34 Mio. € Buchwert für Kundenbeziehungen (2021: 44 Mio. €) sowie mit 1 Mio. € (2021: 5 Mio. €) selbsterstellte Software der kloeckner.i GmbH. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen 0 Mio. € (2021: 1 Mio. €). Vom Buchwert der ausgewiesenen immateriellen Vermögenswerte (ohne Software/Goodwill) in Höhe von 36 Mio. € entfallen 22 Mio. € auf immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben in den USA (im Wesentlichen Kundenbeziehungen), die planmäßig über ihre erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden. Goodwill-Impairment-Test nach IAS 36Der nach IAS 36 (Impairments) für zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE), denen ein Goodwill zugeordnet ist, verbindlich vorgeschriebene jährliche Impairment-Test wird auf der Basis der durch die entsprechenden Gremien im vierten Quartal genehmigten Unternehmensplanung vorgenommen. Der erzielbare Betrag einer ZGE wird durch Ableitung eines Nutzungswerts mittels der Discounted-Cashflow-Verfahrens auf der Basis einer "Bottom-up"-Planung vorgenommen. Der Planung liegt ein Detailplanungszeitraum von vier Jahren (2021: drei Jahre) zugrunde. Die Klöckner & Co-Unternehmensplanung folgt für alle ZGE einem einheitlichen Modell. Die Diskontierungszinssätze werden mittels des Capital-Asset-Pricing-Modells abgeleitet, dessen wesentliche Elemente der risikolose Zinssatz, die Schwankungen der Aktien der Peergroup-Unternehmen im Vergleich zum Kapitalmarkt (Beta-Faktor) und die Annahmen zum Kreditrisiko sowie die Marktrisikoprämie für die Eigenkapitalverzinsung sind. Die Wertermittlung erfolgte unter Einschaltung eines sachverständigen Dritten. Annahmen für den Impairment-Test wesentlicher GoodwillsFür die als wesentlich erachteten Goodwills wurden im Rahmen des Impairment-Tests folgende Annahmen zur durchschnittlichen jährlichen Entwicklung von Absatz, Rohertrag je Tonne und OPEX im Detailplanungszeitraum (CAGR) verwendet:
Für die Ableitung des nachhaltig erzielbaren Cashflows wurden Wachstumsraten von 1,0 % (ZGE Schweiz und ZGE BSS) zugrunde gelegt (2021: ZGE Schweiz 0,5 %; BSS 0,8 %). Die Ableitung des nachhaltig erzielbaren Mittelzuflusses berücksichtigt vor allem die Zyklizität des Geschäftsmodells ausgehend von einer Durchschnittsbildung über den Detailplanungszeitraum von vier Jahren (2021: drei Jahre). Ergänzend werden Vergangenheitsergebnisse unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen inflationären Tendenzen herangezogen. Bei der Planung der Zahlungsmittelzuflüsse für das Jahr 2023 wurden die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine möglichen landesspezifischen Marktveränderungen (z. B. Energiekrise in Europa) auf der Basis verfügbarer Daten und der Einschätzung des Managements berücksichtigt. Ab dem Jahr 2024 wurde bei erwarteter Entspannung der makroökonomischen Einflüsse eine Normalisierung auf den betroffenen Märkten angenommen. Die Prognose der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse ist darüber hinaus maßgeblich beeinflusst durch die Einschätzung des Absatzes und des künftigen Rohertrags je Tonne. Dieser wird auf der Basis eines normalisierten Rohertrags prognostiziert. Absatzvolumina werden unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklung abgeleitet. Weiterhin stellen die erwartete Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen (OPEX) sowie die Ableitung der Diskontierungszinssätze einschließlich der unterstellten Wachstumsrate in der ewigen Rente wichtige Einflussfaktoren für den nachhaltig erzielbaren Mittelzufluss dar. Die OPEX werden dabei auf der Basis betriebsindividueller Planungen sowie der Einschätzung gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen und möglicher Auswirkungen durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ermittelt (z. B. inflationsbedingter Anpassungen). Impairment-Test des Goodwills der ZGEDie Buchwerte der Goodwills belaufen sich auf 34 Mio. € und entfallen auf die ZGE Schweiz (29 Mio. €) und Becker Stahl-Service GmbH (5 Mio. €). Der durchgeführte Test hat die Werthaltigkeit der Goodwills bestätigt. Der positive Headroom für die Schweiz beläuft sich auf 16.874 T€ (2021: 15.934 T€) und für Becker-Stahl Service auf 170.485 T€ (2021: 138.064 T€). Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung, um den sich die wesentlichen Annahmen bei der Berechnung des Terminal Value des Impairment-Tests unter sonst gleichen Bedingungen ändern müssten, damit der geschätzte erzielbare Betrag der ZGE gleich dem Buchwert ist (Sensitivitätsanalyse):
Der Ermittlung des Value in Use in der ZGE Schweiz liegt ein Vorsteuer-WACC von 8,6 % (2021: 6,3 %) und in der ZGE Becker Stahl-Service GmbH ein Vorsteuer-WACC von 11,0 % (2021: 9,95 %) zugrunde. b) SachanlagenBilanzierungs- und BewertungsmethodenDas Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und um die Wertminderungen sowie Wertaufholungen, angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen sämtliche Einzelkosten sowie zurechenbare Gemeinkosten. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein Bezug zur Herstellung besteht. Abnutzbare Sachanlagen werden linear abgeschrieben. Instandhaltungs- und Reparaturkosten werden als Aufwand erfasst. Den Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
In den Sachanlagen sind Right-of-Use Assets (IFRS 16) in Höhe von 152.873 T€ (2021: 143.508 T€) enthalten. Von den ausgewiesenen Sachanlagen dienen Vermögenswerte mit Buchwerten in Höhe von 21.128 T€ (2021: 16.101 T€) als Kreditsicherheiten in Form von Grundpfandrechten für Finanzverbindlichkeiten. Impairment-Test übriger langfristiger VermögenswerteFür die ZGE, die grundsätzlich auf Landesebene und in Ausnahmefällen auf Produktebene bestimmt sind und keinen Goodwill beinhalten, erfolgt bei Vorliegen von Anzeichen von Impairments, die Ermittlung des erzielbaren Betrages auf der Ebene der jeweiligen ZGE. Die Wertermittlung erfolgte unter Einschaltung eines sachverständigen Dritten. Zum 31. Dezember 2022 lag die Marktkapitalisierung der Klöckner & Co SE unterhalb des bilanziellen Eigenkapitals. Insofern lag ein externer Anhaltspunkt ("Triggering Event") im Sinne des IAS 36.12 (d) vor, der Anlass für eine Wertminderung der übrigen langfristigen Vermögenswerte darstellen könnte. ZGE Deutschland, Frankreich, Belgien und NiederlandeNach den Ergebnissen der durchgeführten Impairment-Tests der langfristigen Vermögenswerte für alle ZGE liegen die Nutzungswerte der ZGE Deutschland, Frankreich, Belgien und Niederlande unter den bilanzierten Buchwerten dieser ZGE, d. h., die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte kann nicht aus den Zahlungsmittelzuflüssen aus der fortgesetzten Nutzung nachgewiesen werden. Eine etwaige Wertberichtigung ist in einem zweiten Schritt auf die Vermögenswerte der ZGE zu verteilen (IAS 36.104). Die Erfassung eines Wertminderungsaufwands darf gemäß IAS 36.105 nicht dazu führen, dass ein Vermögenswert auf einen Wert unterhalb seines beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung oder seines Nutzungswerts abgeschrieben wird. Demzufolge wurden die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen Vermögenswerte ermittelt. Die Wertermittlung erfolgte unter Einschaltung eines sachverständigen Dritten. Bei der Ermittlung der Zeitwerte des Grundvermögens wurden auch weitere externe Gutachten sowie externe Quellen zu Bodenrichtwerten genutzt. Sofern Gutachten aus Vorperioden vorliegen, wurden sie anhand der beobachtbaren Marktentwicklungen fortgeschrieben. Die Wertermittlungen basieren auf der Vergleichswert-Methode. Die beizulegenden Zeitwerte der technischen Anlagen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden auf der Basis einer indexbasierten Wiederbeschaffungszeitwert-Methode ermittelt. Die Preisindizes wurden von den jeweiligen nationalen statistischen Behörden abgerufen. Für alle Anlagen, die 50 % ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht haben, wurde ein funktionaler Abschlag von 1 % p.a. auf die alterswertgeminderten Neukosten angewandt. Wirtschaftliche Abschläge wurden nicht in Ansatz gebracht. Die zugrunde gelegten ökonomischen Nutzungsdauern basieren auf den buchhalterischen Nutzungsdauern inklusive eines Zuschlags von 20 %. Hinsichtlich der Right-of-Use Assets gemäß IFRS 16 wird der beizulegende Zeitwert auf der Basis von Vergleichsmieten und Preisentwicklungen für ähnliche Vermögenswerte ermittelt. Die auf dieser Basis ermittelten Zeitwerte übersteigen im Wesentlichen die Buchwerte der Vermögenswerte der ZGE. Es wurden lediglich Wertberichtigungen von insgesamt 338 T€ für die ZGE Deutschland und 53 T€ für die ZGE Frankreich identifiziert und verbucht. Darüber hinaus wurden Wertberichtigungen und Zuschreibungen in Höhe von 178 T€ bzw. 411 T€ auf einzeln identifizierte Vermögenswerte gebildet. Damit ist die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte über die Annahme einer Einzelveräußerung bzw. alternativen Verwendung (z. B. durch Untervermietungen) nachgewiesen oder durch außerplanmäßige Abschreibungen im Abschluss berücksichtigt. In Abhängigkeit von der zukünftigen Entwicklung dieser Zeitwerte kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass zusätzliche Impairments erforderlich werden oder aber Zuschreibungen erfolgen müssen. Die Buchwerte der getesteten langfristigen Vermögenswerte der in Rede stehenden ZGE zum 31. Dezember 2022 vor Durchführung des Impairment-Tests stellten sich wie folgt dar:
c) LeasingverhältnisseBilanzierungs- und BewertungsmethodenDER KONZERN ALS LEASINGGEBERKlöckner & Co tritt nicht im nennenswerten Umfang als Leasinggeber auf. DER KONZERN ALS LEASINGNEHMERKlöckner beurteilt zu Beginn des Vertrags, ob dieser ein Leasingverhältnis darstellt oder enthält. Für alle Leasingverhältnisse, bei denen der ein Konzernunternehmen der Leasingnehmer ist, wird ein Nutzungsrecht und eine entsprechende Leasingverbindlichkeit erfasst. Ausgenommen davon sind grundsätzlich kurzfristige Leasingverhältnisse (definiert als Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten) und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (wie Tablets und Personal Computer, kleine Büromöbel und Telefone). Bei diesen Leasingverhältnissen wird die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als sonstigen Aufwand erfasst, es sei denn, eine andere systematische Grundlage ist repräsentativer für das zeitliche Muster, in dem der wirtschaftliche Nutzen aus den Leasingobjekten konsumiert wird. Die Leasingverbindlichkeit wird bei der erstmaligen Erfassung mit dem Barwert der zu Beginn des Leasingverhältnisses noch nicht gezahlten Leasingzahlungen bewertet, diskontiert mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz. Wenn dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmt werden kann, verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Ermittlung des Grenzfinanzierungszinssatzes basiert auf externen Quellen. Diese werden adjustiert, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen. Folgende Leasingzahlungen werden in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogen:
Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt durch Erhöhung des Buchwerts um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit (unter Anwendung der Effektivzinsmethode) und durch Reduzierung des Buchwerts um die geleisteten Leasingzahlungen. Für die folgenden Fälle wird eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten und eine entsprechende Anpassung des korrespondierenden Nutzungsrechts vorgenommen:
Die Nutzungsrechte umfassen im Rahmen der erstmaligen Bewertung die entsprechende Leasingverbindlichkeit, die Leasingraten, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet werden, abzüglich erhaltener Leasinganreize sowie anfänglich direkte Kosten. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Besteht für Klöckner die Verpflichtung zum Rück- oder Abbau eines Leasingobjekts, zur Wiederherstellung des Standortes, an dem sich das Leasingobjekt befindet, oder zur Wiederherstellung des dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswerts in den durch die Bedingungen des Leasingverhältnisses geforderten Zustand, wird eine Rückstellung gemäß IAS 37 gebildet und bewertet. Soweit sich die Kosten auf ein Nutzungsrecht beziehen, werden die Kosten in dem entsprechenden Nutzungsrecht erfasst. Nutzungsrechte werden grundsätzlich über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Abweichend davon ist die Abschreibung entsprechend über die Laufzeit des dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswerts vorzunehmen, wenn dessen Nutzungsdauer kürzer ist als die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Dies gilt auch für die Fälle, bei denen ein Leasingverhältnis das Eigentum an dem Leasingobjekt überträgt oder der Konzern die Ausübung einer im Rahmen des Leasingverhältnisses vereinbarten Kaufoption als hinreichend sicher einstuft und der Ausübungspreis damit entsprechend bereits in den Kosten des Nutzungsrechts berücksichtigt ist. Die Abschreibung beginnt mit dem Beginn des Leasingverhältnisses. Die Nutzungsrechte werden in der Konzernbilanz als Bestandteil der Sachanlagen ausgewiesen. Zur Prüfung der Notwendigkeit einer Wertberichtigung eines Nutzungsrechts wendet der Konzern IAS 36 an und erfasst sämtliche Wertberichtigungen wie in den Bilanzierungsgrundsätzen für Sachanlagen beschrieben. Variable Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Kurs abhängen, werden nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts einbezogen. Diese Zahlungen werden in der Periode, in der das auslösende Ereignis oder die auslösende Bedingung eintritt, als Aufwand erfasst und in dem Posten "Sonstige Aufwendungen" in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Rahmen der gewährten Erleichterungsvorschriften erlaubt IFRS 16 dem Leasingnehmer, auf eine Trennung zwischen Nicht-Leasingkomponenten und Leasingkomponenten zu verzichten und Verträge über Leasingverhältnisse mit zugehörigen Nicht-Leasingkomponenten entsprechend als eine einzige Vereinbarung nach IFRS 16 zu bilanzieren. Klöckner hat diese Erleichterungsvorschrift für Leasingvereinbarungen über technische Anlagen und Maschinen und andere Betriebs- und Geschäftsausstattung genutzt. Bei Verträgen, die eine Leasingkomponente und eine oder mehrere zusätzliche Leasing- oder Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ordnet der Konzern die Gegenleistung im Vertrag jeder Leasingkomponente auf der Grundlage des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und der aggregierten Einzelveräußerungspreise der Nicht-Leasingkomponente zu. In der Bilanz weist Klöckner Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus. Klöckner & Co mietet überwiegend Lager- und Bürostandorte, Last- und Personenkraftwagen sowie Maschinen an. Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen beträgt typischerweise zwischen drei und zehn Jahre, teilweise mit der Option, die Leasingvereinbarungen nach diesem Zeitraum zu verlängern. Die Leasingzahlungen werden alle fünf Jahre erneut verhandelt, um die Marktmieten zu reflektieren. Manche Leasingvereinbarungen sehen zusätzliche Mietzahlungen auf Basis der Veränderung lokaler Preisindizes vor. Informationen über Leasingverhältnisse, in denen Klöckner & Co Leasingnehmer ist, werden nachfolgend dargestellt. NutzungsrechteNutzungsrechte im Zusammenhang mit gemieteten Immobilien, die nicht die Definition von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfüllen, werden als Sachanlagen dargestellt (siehe Textziffer 16 b).
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge
In der Kapitalflussrechnung erfasste BeträgeDie Gesamtzahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse beliefen sich auf 62.104 T€ (2021: 63.047 T€). Wenn alle bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die nicht in der Verbindlichkeit enthalten sind, ausgeübt werden, fallen künftig zusätzliche Zahlungen von insgesamt 40.581 T€ (2021: 41.774 T€) an. VerlängerungsoptionenEinige Immobilien-Leasingverhältnisse und LKW- sowie PKW-Verträge enthalten Verlängerungsoptionen, die bis zu einem Jahr vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit ausübbar sind. Nach Möglichkeit strebt der Klöckner & Co-Konzern beim Abschluss neuer Leasingverhältnisse die Aufnahme von Verlängerungsoptionen an, um operative Flexibilität zu gewährleisten. Die Verlängerungsoptionen sind nur von Klöckner & Co und nicht vom Leasinggeber ausübbar. Am Bereitstellungsdatum wird beurteilt, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Bei Eintritt von signifikanten Ereignissen oder einer signifikanten Änderung von Umständen, die innerhalb der Kontrolle von Klöckner & Co liegen, wird erneut bestimmt, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist. Klöckner & Co schätzt, dass die potenziell zukünftigen Leasingzahlungen, sofern die Verlängerungsoptionen, für die keine hinreichend sichere Ausübungswahrscheinlichkeit besteht, ausgeübt werden, zu einer zusätzlichen Leasingverbindlichkeit in Höhe von 37.728 T€ (2021: 35.061 T€) führen würden. Zum Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Sale-and-Lease-back-Transaktionen. (17) VorräteBilanzierungs- und BewertungsmethodenVorräte sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Im Rahmen der Ermittlung des Nettoveräußerungswerts müssen insbesondere Annahmen zur Absatzpreisentwicklung und zu noch anfallenden Kosten bis zum Verkauf getroffen werden. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der Normalkapazität ermittelt werden. Neben den direkt zurechenbaren Kosten werden angemessene Teile der zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen in die Herstellungskosten einbezogen (z. B. bei bestimmten Coil-Beständen). Die Bewertung erfolgt im Regelfall auf Basis der monatlich fortgeschriebenen Durchschnittswerte. In Einzelfällen werden die Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten individuell ermittelt.
Unter den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden auch die Coil-Bestände bei Stahl-Service-Centern ausgewiesen. Von den am 31. Dezember 2022 bilanzierten Vorräten werden 572.077 T€ (2021: 311.128 T€) zu ihren Nettoveräußerungswerten angesetzt. Die Wertberichtigungen auf den Nettoveräußerungswert betragen 77.525 T€ (2021: 30.676 T€). Die erfolgswirksame Veränderung der Wertberichtigung (Zuführung) im Geschäftsjahr belief sich auf 46.258 T€ (2021: 1.389 T€). Der Betrag der als Aufwand erfassten Vorräte entspricht dem Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren. Neben den geschäftsüblichen Eigentumsvorbehalten dienen Vorräte im Buchwert von 655.815 T€ (2021: 760.919 T€) zur Besicherung von Finanzverbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2022 waren die entsprechenden Kreditlinien mit 154.697 T€ (2021: 239.714 T€) durch das ABL-Programm in den USA ausgenutzt. (18) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswertea) Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich in der jeweiligen Heimatwährung des Tochterunternehmens fakturiert, Exportforderungen in fremder Währung sind prinzipiell kursgesichert. Der Klöckner & Co-Konzern verkauft regelmäßig Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines ABS-Programms innerhalb des Konzerns. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden von den teilnehmenden Klöckner & Co-Gesellschaften an eine vollkonsolidierte Zweckgesellschaft veräußert. Die durch die Zweckgesellschaft angekauften Forderungen dienen als Sicherheiten für Darlehensverbindlichkeiten gegenüber einem Bankenconduit. Der Buchwert der Forderungen der am europäischen ABS-Programm teilnehmenden Gesellschaften zum 31. Dezember 2022 beträgt 260 Mio. € (2021: 243 Mio. €). Für weitere Informationen zum ABS-Programm wird auf Textziffer 26 (Finanzverbindlichkeiten) und Textziffer 3 (Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze) verwiesen. Die folgende Tabelle enthält Informationen über das Ausmaß der Kreditrisiken in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTE
1) Einschließlich
Vertragsvermögenswerten: 49.078 T€ (2021: 41.861
T€).
Zum 31. Dezember 2022 dienten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Gesellschaften, die nicht am ABS-Programm teilnehmen, in Höhe von 10.228 T€ (2021: 3.379 T€) als Kreditsicherheiten. b) VertragsvermögenswerteDie Vertragsvermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:
c) Bonusansprüche an LieferantenDie Bonusansprüche an Lieferanten werden auf der Basis vertraglicher Vereinbarungen und abgenommener Lieferungen ermittelt. (19) Sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte
(20) Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten im Wesentlichen Bankguthaben und kurzfristige Geldanlagen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Verfügungsbeschränkungen. (21) Zur Veräußerung vorgesehene VermögenswerteBilanzierungs- und BewertungsmethodenLangfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten, die in einer einzigen Transaktion veräußert werden (Disposal Groups), einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Schulden, werden als solche ausgewiesen, wenn der dazugehörige Buchwert über ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Auf zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte werden keine planmäßigen Abschreibungen mehr vorgenommen. Sie werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten erfasst. Die zur Veräußerung vorgesehenen langfristigen Vermögenswerte betreffen zwei Standorte im Segment Kloeckner Metals EU, die im Rahmen der Niederlassungsschließungen aus dem Projekt Surtsey im Jahr 2023 veräußert werden. Anfang des Jahres 2022 wurden bereits ein Standort mit einem Buchgewinn von 50 Mio. € im Segment Kloeckner Metals Non-EU sowie drei Standorte mit einem Buchgewinn von insgesamt 12 Mio. € im Segment Kloeckner Metals EU verkauft.
(22) Eigenkapital und Anteile nicht beherrschender Gesellschaftera) Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital der Klöckner & Co SE beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 249.375.000 € und ist in 99.750.000 Stückaktien mit einem rechnerisch anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils 2,50 € eingeteilt. Erwerb eigener AktienDer Vorstand ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 1. Juni 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 31. Mai 2027 eigene Aktien bis zu 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 1. Juni 2022 oder - falls dieser Wert geringer ist - des im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Zusätzlich wurde der Vorstand ermächtigt, die eigenen Aktien auch unter Einsatz von Derivaten (Put-, Call-Optionen oder Terminkaufverträge) zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch die Gesellschaft, durch Konzernunternehmen oder für Rechnung der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen durch Dritte ausgenutzt werden. Die Ermächtigung kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck ausgeübt werden; ein Handel in eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Von der Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Bedingtes KapitalBEDINGTES KAPITAL 2013Das Bedingte Kapital 2013 wurde in der Hauptversammlung vom 12. Mai 2017 dahingehend angepasst, dass das Grundkapital der Gesellschaft nur noch um bis zu 24.932.500 € durch Ausgabe von bis zu 9.973.000 auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht ist. Das Bedingte Kapital 2013 dient der Gewährung von Aktien zur Erfüllung von Bezugs- und/oder Wandlungsrechten und/oder -pflichten der Inhaber von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 24. Mai 2013 unter Tagesordnungspunkt 6 von der Gesellschaft oder einem Konzernunternehmen begeben wurden (betrifft ausschließlich die Wandelanleihe 2016). Die durch die bedingte Kapitalerhöhung zu schaffenden, auf den Namen lautenden Stückaktien werden jeweils mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe geschaffen. Die entsprechende Satzungsregelung befindet sich in § 4 Abs. 6 der Satzung. BEDINGTES KAPITAL 2022Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 1. Juni 2022 wurde das Grundkapital um bis zu 24.937.000 € durch Ausgabe von bis zu 9.975.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Die durch die bedingte Kapitalerhöhung zu schaffenden, auf den Namen lautenden Stückaktien werden jeweils mit Gewinnanteilberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe geschaffen. Das Bedingte Kapital 2022 dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 1. Juni 2022 unter Tagesordnungspunkt 8 von der Gesellschaft, von ihr abhängigen oder von im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen ausgegeben werden. Es dient ferner zur Ausgabe von Aktien an Gläubiger von auf Grundlage des Beschlusses zu Tagesordnungspunkt 6 der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 24. Mai 2013 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen für den Fall einer Anpassung des Wandlungsverhältnisses. Die entsprechende Satzungsregelung befindet sich in § 4 Abs. 7 der Satzung. Genehmigtes KapitalGENEHMIGTES KAPITAL 2022Durch Hauptversammlungsbeschluss vom 1. Juni 2022 und mit Zustimmung des Aufsichtsrats wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2027 ermächtigt, das Grundkapital einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 49.875.500 € gegen Bar- oder Sacheinlagen durch Ausgabe von 19.950.000 auf den Namen lautenden Stückaktien zu erhöhen. Die entsprechende Satzungsregelung befindet sich in § 4 Abs. 3 (Genehmigtes Kapital 2022). b) KapitalrücklageDie Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2022 568.622 T€ (31. Dezember 2021: 568.729 T€). Die Veränderung der Kapitalrücklage von 108 T€ resultiert aus der Neubewertung des Eigenkapitalanteils der Wandelanleihe infolge des Rückkaufs der Wandelanleihe im Geschäftsjahr in Höhe von 7,1 Mio. €. c) GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen beinhalten die Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, soweit daraus keine Ausschüttungen außerhalb des Konzerns erfolgten, und Eigenkapitalauswirkungen von Konsolidierungsvorgängen. d) Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und AufwendungenDie im sonstigen Ergebnis erfassten Erträge und Aufwendungen betreffen Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Abschlüsse und die Änderung der beizulegenden Zeitwerte von Cashflow-Hedges sowie die Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste von Pensionszusagen gemäß IAS 19 einschließlich der auf diese Sachverhalte entfallenden latenten Steuern. e) Anteile nicht beherrschender GesellschafterUnter den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter wird der Anteilsbesitz Dritter an voll konsolidierten Tochterunternehmen ausgewiesen. f) GewinnverwendungsvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, vom Bilanzgewinn der Klöckner & Co SE für das Geschäftsjahr 2022 einen Betrag von 39.900 T€ an die Aktionärinnen und Aktionäre als Dividende auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 33.421 T€ in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der Dividendenvorschlag führt bei 99.750.000 dividendenberechtigten Stückaktien zu einer Ausschüttung von 0,40 € je Stückaktie. Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Dividende von 1,00 € je Stückaktie ausgeschüttet, was bei 99.750.000 dividendenberechtigten Stückaktien zu einer Ausschüttung von 99.750 T€ führte. (23) Aktienbasierte VergütungBilanzierungs- und BewertungsmethodenBei den im Klöckner & Co-Konzern bestehenden Aktienoptionsprogrammen handelt es sich um virtuelle Aktienoptionsprogramme (VAO) mit Barausgleich. Dabei wird zum jeweiligen Stichtag eine Rückstellung zeitanteilig in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Zahlungsverpflichtung gebildet, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst werden. Der beizulegende Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen zur Berechnung der Rückstellungen wird auf der Basis einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Dabei wurden folgende Parameter in die Berechnung einbezogen:
Die erwartete Volatilität beruht auf am Markt gehandelten Optionen auf diese Aktien. Der Klöckner & Co-Konzern unterhält seit 2006 Programme für aktienbasierte Vergütungen mit Barausgleich. Zum begünstigten Personenkreis zählen ausgewählte leitende Angestellte im In- und Ausland, denen jährlich virtuelle Aktienoptionen (VAO) zugeteilt werden. Die Verträge sehen vor, dass der Berechtigte bei einer Ausübung der jeweiligen Option einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhält. Der Basiskurs basiert auf dem durchschnittlichen Aktienkurs der Klöckner & Co-Aktie der letzten 30 Börsenhandelstage des Jahres vor der Ausgabe der jeweiligen Tranche. Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 30 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem jeweiligen Basiswert und ist der Höhe nach auf 25 € je Option begrenzt (Cap), wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt. Die Wartefrist beträgt einheitlich vier Jahre. Die Entwicklung der Anzahl der ausstehenden virtuellen Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:
Im Geschäftsjahr 2022 wurden 612.832 (2021: 670.667) virtuelle Aktienoptionen zugeteilt und 463.834 ausgeübt (2021: 2.020.301). Der durchschnittliche Aktienkurs bei Ausübung betrug pro Aktienoption 10,91 € (2021: 11,17 €). Die zeitanteilig gebildete Rückstellung für die gewährten Aktienoptionen betrug zum Berichtsstichtag 8.895 T€ (2021: 9.370 T€) und wurde durch die Ausübung mit 1.749 T€ (2021: 5.562 T€) in Anspruch genommen. Der Aufwand aus der Zuführung zu den Rückstellungen belief sich auf 1.274 T€ (2021: 6.102 T€). Der innere Wert der ausübbaren virtuellen Aktienoptionen zum Bilanzstichtag betrug 1.406 T€ (2021: 1.182 T€). (24) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeFür leistungsorientierte Pläne werden die Pensionsverpflichtungen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Die unter Einbeziehung dynamischer Komponenten (z. B. Renten- und Gehaltssteigerungen) bei Eintritt des Versorgungsfalls zu erwartenden Versorgungsleistungen werden dabei über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters verteilt. Hierzu werden versicherungsmathematische Gutachten eingeholt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus Abweichungen zwischen den rechnungsmäßig erwarteten und den tatsächlich eingetretenen Veränderungen der Planbegünstigten sowie der Rechnungsparameter resultieren können, werden in der Periode ihrer Entstehung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und gesondert in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Dadurch zeigt die Bilanz den vollen Umfang der Verpflichtung unter Vermeidung von Ergebnisschwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich aus Änderungen der Bewertungsparameter ergeben. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst. Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie Erträge aus Planvermögen werden als Nettozinsaufwand unter Anwendung des Rechnungszinssatzes der Verpflichtung im Finanzergebnis ausgewiesen. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung werden vom Klöckner & Co-Konzern im Rahmen von Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch Vermögensgegenstände verwaltet. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert ergibt sich aus stichtagsaktuellen Marktwerten der Kapitalverwaltungsgesellschaften. Das Deckungsvermögen wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Die Erfassung eines sich ergebenden Vermögenswerts ist der Höhe nach beschränkt auf den Barwert verfügbarer Rückerstattungen zuzüglich Verminderung zukünftiger Beitragszahlungen (Asset Ceiling). Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird erfolgswirksam erfasst. Arbeitgeberbeiträge zu beitragsorientierten Versorgungsplänen, bei denen der Klöckner & Co-Konzern festgelegte Beiträge an eine eigenständige Einheit entrichtet und weder rechtlich noch faktisch zur Zahlung darüber hinausgehender Beiträge verpflichtet ist, werden bei Anfall als Aufwand erfasst. Für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klöckner & Co-Konzern bestehen je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Formen der Alterssicherung. Die betriebliche Altersversorgung im Konzern umfasst sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Zusagen, deren Ausgestaltung sich wie folgt darstellt: Im Geschäftsjahr 2021 wurden die Planvermögen in Deutschland und dem Vereinigten Königreich zwecks Finanzierung und Absicherung künftiger Rentenzahlungen deutlich gestärkt. Dazu wurde in Deutschland mit dem Ziel der vollständigen Ausfinanzierung der Versorgungsverpflichtungen ein Treuhandmodell in Form einer doppelseitigen zweistufigen Treuhandschaft ("Contractual Trust Arrangement", CTA) aufgelegt und mit einer Einzahlung von 190 Mio. € versehen. Im Vereinigten Königreich erfolgte die Erhöhung des Finanzierungsgrades mittels Einzahlung in ein vom Unternehmen separiertes Fondsvermögen, einer sog. "Scottish Legal Partnership" (SLP). Die zusätzliche Einzahlung in die SLP betrug in 2021 40 Mio. GBP. Darüber hinaus erfolgte eine direkte Einzahlung in das durch Treuhänder verwaltete Vermögen ("Trustees") in Höhe von 5 Mio. GBP. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland besteht in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Unternehmenseintritts entweder eine Leistungszusage, deren Höhe sich als Prozentsatz vom pensionsfähigen Gehalt für jedes anrechnungsfähige Dienstjahr errechnet, oder für Eintritte ab 1979 eine Zusage auf einen festen nach Einkommensklassen gestaffelten Kapitalbetrag für jedes anrechnungsfähige Dienstjahr. Darüber hinaus bestehen individuelle Zusagen nach verschiedenen Leistungsordnungen des Essener Verbands an leitende Angestellte. Die älteren Zusagen sind dabei arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Rentenleistungen, während es sich bei neueren Versorgungsplänen um beitragsorientierte Leistungszusagen handelt, bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch arbeitnehmerfinanzierte Anteile einbringen können. Die neueren Zusagen beinhalten neben der Rentenoption auch ein Kapitalwahlrecht. Die leistungsdefinierten Altersversorgungssysteme in Frankreich umfassen einen tarifvertraglich begründeten Plan (IFC-Plan), der eine von der Dienstzeit und dem Gehalt abhängige Kapitalzahlung vorsieht. Darüber hinaus besteht noch ein seit 1989 für Neueintritte geschlossener Plan für von einem ehemaligen Staatskonzern übernommene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (IRUS-Plan), der endgehaltsabhängige Zahlungen vorsieht. Im Vereinigten Königreich besteht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nach 2003 eingetreten sind, eine beitragsorientierte Zusage, bei der Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch einen festen Prozentsatz vom Basisgehalt in den Plan einzahlen. Für die bis 2003 eingetretenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedient der Arbeitgeber zwei leistungsorientierte Altersversorgungspläne, das ASD PLC Pension Scheme und das ASD PLC Retirement Benefit Scheme. Über diese Pläne erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Versorgungsleistungen bei Erreichen des Pensionsalters (oder bei vorzeitigem Ruhestand bzw. bei Tod), deren Höhe vom letzten Gehalt vor Eintritt des Leistungsfalls abhängt. Beide Pläne sind für nach dem 31. Dezember 2015 geleistete Dienstjahre geschlossen (Umstellung auf Beitragszusage). Klöckner & Co im Vereinigten Königreich betreibt die Pläne unter dem regulatorischen Rahmen des britischen Rechts für Pensionspläne. Die Leistungen werden an Planteilnehmer aus von Treuhändern ("Trustees") verwalteten Vermögen gezahlt. Die Treuhänder sind dafür verantwortlich, dass die Pläne hinreichend finanziert sind, um den derzeitigen und zukünftigen Leistungsverpflichtungen nachzukommen. Die Pensionspläne sind registrierte vermögensfinanzierte Rechtseinheiten. Die Vermögenswerte der Pläne werden separiert vom Vermögen des Arbeitgebers administriert. Sollte die reale Investment-Performance unterhalb der Erwartungen liegen, steigen die Verpflichtungen des Arbeitgebers. Die Finanzierungsziele des Plans sind im sog. "Statement of Funding Principles" festgehalten und werden regelmäßig überprüft, um sowohl die finanzielle Ausstattung der Pläne im Vergleich zu ihrem Finanzierungsziel einschätzen zu können als auch die Angemessenheit der Investment-Verträge im Hinblick auf die aktuelle Situation der Pläne überprüfen zu können. Das aktuelle Investment-Ziel des ASD PLC Retirement Benefit Scheme (des weitaus materielleren der beiden Pläne) ist eine Rendite, die jährlich um etwa 3 % über der Rendite von Staatsanleihen des Vereinigten Königreichs liegt. Die Schweizer Klöckner & Co-Konzerngesellschaften und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanzieren die Altersversorgung über rechtlich eigenständige Pensionskassen, die dem Schweizer Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) unterstehen. Unter dem Namen Pensionskasse der D&A-Gruppe mit Sitz in St. Gallen besteht eine Stiftung im Sinne des schweizerischen Rechts. Diese bezweckt die Vorsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma im Alter, bei Invalidität sowie für die Hinterbliebenen bei Tod. Sie führt die obligatorische berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge gemäß BVG durch und hat sich zu diesem Zweck in das Register für die berufliche Vorsorge eintragen lassen. Der Stiftungsrat als oberstes Organ der Pensionskasse besteht aus der gleichen Anzahl Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter und ist für die finanzielle Stabilität und Entwicklung der Stiftung verantwortlich. Der Versicherungsplan ist in einem Reglement festgelegt und sieht Leistungen vor, die über die gesetzlichen Mindestleistungen hinausgehen. Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge werden in Prozent des versicherten Lohnes definiert und werden paritätisch finanziert. Die lebenslange Altersrente ergibt sich aus dem im Pensionierungszeitpunkt vorhandenen Altersguthaben multipliziert mit den im Reglement festgelegten Umwandlungssätzen. Die Arbeitnehmer und der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, die Altersleistungen alternativ als Kapital zu beziehen. Die Invaliden- und Ehegattenrente sind in Prozent des versicherten Lohnes definiert. Die Pensionskasse trägt die versicherungstechnischen und anlagetechnischen Risiken selbst. Der Stiftungsrat der Pensionskasse ist verantwortlich für die Vermögensanlage. Er legt die Anlagestrategie fest und überwacht den Anlageprozess sowie die Vermögensverwalter. Die Anlagestrategie wird periodisch vom Stiftungsrat überprüft und ist so definiert, dass die versprochenen Leistungen bei Fälligkeit erbracht werden können. Das Schweizer Recht sieht Mindestgarantien bei den Leistungen vor und der Stiftungsrat kann im Falle einer (drohenden) Unterdeckung der Stiftung Sanierungsmaßnahmen auch zulasten des Arbeitgebers verabschieden. Daher ist die Vorsorgelösung als leistungsorientiert (Defined Benefit) im Sinne von IAS 19 klassifiziert. Die in 2022 erworbene PC-Tech SA führt die berufliche Vorsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen zweier Sammelstiftungen durch, die jeweils eine Vollversicherungslösung bei einer Versicherungsgesellschaft zur Deckung der versicherungs- und anlagetechnischen Risiken abgeschlossen haben. Der Stiftungsrat als oberstes Organ der Sammelstiftungen besteht aus der gleichen Anzahl Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter und ist für die finanzielle Stabilität und Entwicklung der Stiftung verantwortlich. Solange die Rückdeckungsverträge der Sammelstiftungen bestehen, ist die Versicherungsgesellschaft verpflichtet, Unterdeckungen im vorsorgerechtlichen Sinne zu beheben. Da die Versicherungsgesellschaft die Rückdeckungsverträge kündigen kann, können die versicherten Risiken in die Verantwortung des Arbeitgebers zurückfallen, so dass die Vorsorgelösungen ebenfalls als leistungsorientiert (Defined Benefit) im Sinne von IAS 19 klassifiziert sind. In den USA wird die Altersversorgung in Form eines beitragsorientierten und mehrerer leistungsorientierter Pläne gewährleistet. Ein sog. 401(k)-Plan bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, einen bestimmten Prozentsatz vom Basisgehalt in einen Fonds einzuzahlen und damit einen Zuschuss vom Arbeitgeber zu erwirken. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bis zum 31. Dezember 2013 in das Unternehmen eingetreten sind, besteht eine leistungsorientierte Zusage in Form einer lebenslangen Altersrente, die für jedes anrechenbare Dienstjahr einen bestimmten Prozentsatz vom pensionsfähigen Gehalt (bzw. einen Festbetrag für gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) vorsieht. Neben diesen klassischen Altersversorgungsplänen besteht in den USA mit dem Retiree-Welfare-Plan ein ebenfalls für Neuzugänge geschlossener Plan, der ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines erworbenen Unternehmens eine Gesundheitsvorsorge nach Pensionierung gewährt. Die vorgenannten Altersversorgungspläne sind grundsätzlich fondsfinanziert. Den gesetzlichen Vorgaben in den USA folgend, muss der Arbeitgeber Sanierungsbeiträge in einen Plan entrichten, wenn gemäß einer gesonderten Solvenz-Bewertung der Finanzierungsgrad unter 100 % fällt. Einzige Ausnahme bildet lediglich ein Plan für das obere Management, der rein rückstellungsfinanziert ist. Der Plan zur Gesundheitsvorsorge ist ebenfalls rein rückstellungsfinanziert. Um Risiken im Zusammenhang mit der Volatilität des Deckungsgrads der leistungsorientierten vermögensfinanzierten Pläne zu reduzieren, die auf Änderungen von Rechnungszins und Kapitalmärkten beruhen, wurde eine verpflichtungsorientierte Investment-Strategie implementiert, in der die Vermögenswerte passend zu den Durationen der Verpflichtungen gewählt wurden. Investment und Richtlinien zur Zahlung von Arbeitgeberbeiträgen sind in diesen Ansatz integriert, der das Ziel verfolgt, den rechnungsmäßigen Finanzierungsstatus der Pläne zu erhalten und/oder zu verbessern. Die wesentlichen strategischen Elemente, die in der Investment-Richtlinie formuliert sind, beinhalten:
RISIKEN AUS LEISTUNGSORIENTIERTEN ZUSAGENNeben üblichen versicherungsmathematischen Risiken, einschließlich des Langlebigkeitsrisikos sowie Währungsumrechnungsrisiken, betreffen die Risiken überwiegend finanzielle Risiken aus dem Planvermögen. Auf der Verpflichtungsseite sind dies insbesondere Inflationsrisiken bei Plänen, deren Leistungsniveau an die Gehälter gebunden ist (insbesondere Endgehaltspläne); eine deutliche Gehaltssteigerung würde bei diesen Plänen verpflichtungserhöhend wirken. Derartige Pläne liegen im Klöckner & Co-Konzern nur im eingeschränkten Umfang vor bzw. sind weitgehend für Neueintritte geschlossen. Hinsichtlich der Anpassung fälliger Renten gibt es im Klöckner & Co-Konzern bis auf eine Ausnahme keine Pensionsregelung, die zu einer Erhöhung des Rentenbetrags oberhalb der Inflation bzw. oberhalb des vom Planvermögen erwirtschafteten Überschusses verpflichtet. Lediglich in Deutschland wurde für einige Zusagen an leitende Angestellte, unabhängig von der realen Inflationshöhe, eine Erhöhung von 1 % p. a. nach Rentenbeginn zugesagt. Die Rendite des Planvermögens nach IAS 19 wird auf der Basis des Diskontierungszinssatzes der Pensionsverpflichtung angenommen. Unterschreitet die Ist-Rendite den Diskontierungszinssatz, erhöht dieses die Nettoverpflichtung. Wir gehen jedoch für fondsgedeckte Pläne davon aus, dass insbesondere aufgrund des Aktienanteils in diesen Planvermögen langfristig eine Rendite erwirtschaftet wird, die oberhalb des Diskontierungszinssatzes liegt. Gleichwohl sind im Kurz- bzw. Mittelfristbereich Schwankungen mit entsprechender Wirkung auf die Nettoverpflichtung nicht auszuschließen. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (Defined-Contribution-Pläne) zahlt die Gesellschaft aufgrund von gesetzlichen oder vertraglichen Bestimmungen Beiträge an private oder staatliche Versorgungsträger. Mit der Leistung der Zahlung sind sämtliche Leistungsverpflichtungen durch die Gesellschaft abgegolten. Die Aufwendungen dafür betrugen im Geschäftsjahr 11.378 T€ (2021: 9.735 T€). Hierin sind keine Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung enthalten. Diese betrugen in Deutschland 7.510 T€ (2021: 7.452 T€). Im Geschäftsjahr werden für Länder mit wesentlichen Beständen folgende Annahmen bezüglich der anzusetzenden Parameter für die versicherungsmathematischen Berechnungen in den Gutachten getroffen:
Die verwendeten Rechnungszinssätze spiegeln die auf die Anleihemärkte der jeweiligen Länder bezogenen Zinssätze für festverzinsliche Anlagen hoher Bonität mit entsprechender Laufzeit wider. Für die Eurozone wurde hierbei ein einheitlicher Rechnungszins gewählt. Die biometrischen Rechnungsgrundlagen für die Pensionen in den einzelnen Ländern basieren auf folgenden Annahmen:
Darüber hinaus bestehen Erstattungsansprüche (Reimbursement Rights), im Wesentlichen Lebensversicherungen und Ansprüche aus sonstigen Versicherungen, die zur Abdeckung der entsprechenden Pensionsverpflichtungen abgeschlossen wurden. Diese haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Die tatsächlichen Erträge aus Erstattungsansprüchen belaufen sich für das Geschäftsjahr auf 143 T€ (2021: 300 T€). Die Nettorückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
*) Inkl. Asset Ceiling Schweiz in Höhe von
200.741 T€.
Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der Nettorückstellung (des Vermögenswerts) nach Ländern:
Die folgende Übersicht zeigt, in welcher Weise der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst worden wäre:
Die Berechnung der angegebenen Sensitivitäten erfolgt auf Basis derselben Verfahrensweise und derselben Bewertungsprämissen, die auch zur Ermittlung des Barwerts der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen angewendet werden. Wird zur Berechnung der Sensitivität der Ergebnisse gegenüber Änderungen eines versicherungsmathematischen Bewertungsparameters dieser entsprechend geändert, werden alle übrigen Bewertungsparameter unverändert in die Berechnung einbezogen. Bei der Berücksichtigung der Sensitivitäten ist zu beachten, dass bei gleichzeitiger Veränderung mehrerer Bewertungsannahmen die Veränderung des Barwerts der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nicht zwingend als kumulierter Effekt gemäß den Einzelsensitivitäten zu ermitteln ist. Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung des Planvermögens in einzelne Vermögenskategorien:
Das Planvermögen umfasst keine eigenen Finanzinstrumente; der Wert selbst genutzter Immobilien oder anderer vom Unternehmen genutzter Vermögenswerte belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 28.237 T€ (2021: 16.383 T€). Die sonstigen Vermögenswerte entfallen auf:
Die tatsächlichen Verluste aus Planvermögen betragen im Geschäftsjahr 175.956 T€ (2021 Gewinne: 49.937 T€). Im Berichtsjahr ergaben sich Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen des Barwerts der Versorgungsansprüche in Höhe von 12.846 T€ (2021: 598 T€) und Verluste bei den erfahrungsbedingten Anpassungen der Zeitwerte des Planvermögens in Höhe von 189.513 T€ (2021 Gewinne: 41.908 T€). Die gewichtete Duration betrug zwölf Jahre. Die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen für das Geschäftsjahr 2023 werden voraussichtlich 12.101 T€ betragen. Die künftig fälligen Leistungszahlungen verteilen sich wie folgt:
(25) Übrige Rückstellungen und abgegrenzte SchuldenBilanzierungs- und BewertungsmethodenNach IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets), gegebenenfalls auch nach IAS 19 (Employee Benefits), berücksichtigen die sonstigen Rückstellungen alle erkennbaren Verpflichtungen und drohenden Risiken sowie alle ungewissen Verbindlichkeiten unter der Voraussetzung, dass eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, mit deren Eintritt wahrscheinlich zu rechnen ist und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Sie werden nur gebildet, wenn ihnen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten zugrunde liegt. Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen werden unter Verwendung marktüblicher Zinssätze unter Berücksichtigung der spezifischen Risiken der Schuld abgezinst, wenn ein etwaiger Zinseffekt im Zusammenhang mit der Erfüllung der Verpflichtung wesentlich ist. Gewährleistungsrückstellungen werden unter Berücksichtigung des geschätzten Schadenverlaufs gebildet. Rückstellungen für drohende Verluste aus Absatz- oder Beschaffungsverträgen werden erfasst, wenn die Gesamtaufwendungen aus dem jeweiligen Vertrag den zu erwartenden Umsatz übersteigen. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, wenn ein detaillierter Restrukturierungsplan vorliegt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn die nicht vermeidbaren Aufwendungen aus dem Vertrag den erwarteten Nutzen übersteigen. Die übrigen Rückstellungen entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:
Die Verteilung nach Fristigkeiten ergibt sich wie folgt:
Die Rückstellungen für sonstige Steuern beinhalten überwiegend Grundsteuer. Die Rückstellungen für den Personalbereich betreffen mit 7.062 T€ (2021: 8.431 T€) Jubiläumszuwendungen in Frankreich und der Schweiz. Der Ermittlung der Rückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen mit Zinssätzen von 3,7 % (2021: 0,9 %) bzw. 2,2 % (2021: 0,25 %) zugrunde. Die übrigen Rückstellungen im Personalbereich betreffen weitere Personalzuwendungen, z. B. Elternzeit. Die Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften betreffen vertragliche Vereinbarungen, bei denen die Erfüllung des Geschäfts zu einem Verlust führt (Onerous Contracts). Unter den Rückstellungen aus Restrukturierungen werden Sozialplanverpflichtungen in Höhe von 13.607 T€ (2021: 26.830 T€) und sonstige Restrukturierungsaufwendungen für Standortschließungen in Höhe von 130 T€ (2021: 907 T€) ausgewiesen, die im Folgejahr entweder zu einem Ressourcenabfluss führen oder, sofern wesentlich, am Bilanzstichtag mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt werden. Die Schließungs- und Sozialplanrückstellungen wurden auf der Basis von Kostenschätzungen (z. B. noch zu entrichtender Standortnebenkosten für geschlossene Standorte) ermittelt oder aus Erfahrungswerten aus vergleichbaren Sozialplänen abgeleitet. In den Rückstellungen für Rechtsrisiken werden Aufwendungen für verschiedene Gerichtsverfahren und Ansprüche abgebildet, die insbesondere zu Schadenersatzzahlungen oder sonstigen kostenintensiven Maßnahmen führen können. Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle. Die sonstigen ungewissen Verpflichtungen enthalten u. a. Rückstellungen für Abbruchverpflichtungen bzw. Rekultivierungen auf gemieteten Grundstücken sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen und Sanierungen auf verkauften Grundstücken. Der Mittelabfluss der Verpflichtungen wird von der Dauer der Leasingverhältnisse bestimmt. In den abgegrenzten Schulden des Personalbereichs sind erfolgsabhängige Vergütungen in Höhe von 62.359 T€ (2021: 59.967 T€) sowie Urlaubsansprüche und Gleitzeitguthaben in Höhe von 10.827 T€ (2021: 10.723 T€) enthalten. Die sonstigen abgegrenzten Schulden umfassen Kundenboni und Rabatte sowie Provisionen und Boni. (26) FinanzverbindlichkeitenDie Zusammensetzung der Finanzverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
Von den Finanzverbindlichkeiten sind insgesamt 19.231 T€ (2021: 14.472 T€) durch Grundpfandrechte gesichert. Außerdem dienen Vorräte, die unter Textziffer 17 (Vorräte) aufgeführt sind, sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß Textziffer 18 (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte) als Sicherheiten. Die mit dem Eingehen der finanziellen Verbindlichkeiten direkt zusammenhängenden Transaktionskosten in Höhe von 3.216 T€ (2021: 2.521 T€) wurden von den Kreditverpflichtungen abgesetzt. AnleihenMit Closing vom 8. September 2016 wurde eine nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihe mit einem Volumen von 148 Mio. € bei institutionellen Investoren außerhalb der USA platziert. Anleiheschuldnerin ist die Klöckner & Co Financial Services S.A., eine 100%ige luxemburgische Tochtergesellschaft. Die Anleihe wird von Klöckner & Co SE garantiert und ist in neue oder bestehende Aktien der Klöckner & Co SE wandelbar. Klöckner & Co setzt die Erlöse der Emission für allgemeine Unternehmenszwecke ein. Der Kupon der Schuldverschreibungen wurde auf 2,00 % p. a. fixiert und die Wandlungsprämie auf 27,5 % über dem Referenzpreis bei Emission festgesetzt, was einem anfänglichen Wandlungspreis von 14,82 € entsprach. Infolge der Dividendenzahlungen im Mai 2017, Mai 2018, Mai 2019 und Juni 2022 wurde der Wandlungspreis gemäß den Anleihebedingungen auf 12,1837 € angepasst. Die Laufzeit der Schuldverschreibung beträgt sieben Jahre. Seitens der Emittentin konnte die Anleihe während der ersten fünf Jahre nicht vorzeitig gekündigt werden. Danach besteht die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung, sofern der Börsenkurs der Klöckner & Co-Aktie (über gewisse Perioden hinweg) 130 % des Wandlungspreises übersteigt. Mit Wirkung zum 1. Juli 2022 hat Klöckner & Co Wandelanleihen im Volumen von 7,1 Mio. € zurückgekauft. Die Anleihen wurden anschließend eingezogen, wodurch sich das ausstehende Volumen auf 141 Mio. € reduziert hat. Aufgrund der Fälligkeit im September 2023 wurde die Wandelanleihe zum 30. September 2022 von den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Bilanziell wird die Wandelanleihe in eine Eigenkapital- und in eine Fremdkapitalkomponente aufgespalten. Auf den Eigenkapitalanteil entfielen zum Zeitpunkt der Emission nach Abzug von Transaktionskosten und unter Berücksichtigung latenter Steuern 18 Mio. €. Er wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenIm Dezember 2021 wurde im Rahmen einer Vertragsanpassung das Volumen des Syndizierten Kredits in Höhe von 300 Mio. € auf 250 Mio. € reduziert und das Instrument zu verbesserten Konditionen bis Januar 2025 prolongiert. Damit verbesserte Klöckner & Co erneut das Fälligkeitenprofil der Konzernfinanzierung. Die Fazilität wird unverändert von einem Konsortium von acht Banken bereitgestellt. Die vereinbarten Finanzkennzahlen der Kreditbedingungen ("Financial Covenants") sehen vor, dass der Verschuldungsgrad ("Gearing"), der Quotient aus Netto-Finanzverbindlichkeiten und den Aktionärinnen und Aktionären der Klöckner & Co SE zuzurechnendem bilanziellem Eigenkapital abzüglich Goodwills aus Unternehmenserwerben nach dem 23. Mai 2019, einen Wert von 165 % nicht überschreiten darf. Das auf die Aktionärinnen und Aktionäre der Klöckner & Co SE entfallende, so angepasste bilanzielle Eigenkapital darf 600 Mio. € nicht unterschreiten ("Minimum Equity"). Sollten die Financial Covenants nicht eingehalten werden, müssten die ausstehenden Beträge zurückgezahlt werden. Ziehungen wären dann wieder möglich, wenn die Kreditbedingungen erneut erfüllt werden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden sämtliche Kreditbedingungen einschließlich der Financial Covenants eingehalten. Die weiteren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen Kredite der Landesgesellschaften dar. Der Großteil entfällt auf die ABL-Fazilität der Landesgesellschaft USA. Die Fazilität wurde ursprünglich im November 2020 vereinbart und im März 2022 von 330 Mio. USD auf 450 Mio. USD aufgestockt. Im Juli 2022 wurde die Fazilität vorzeitig zu verbesserten Konditionen und mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis Juli 2027 erneuert. Im Zusammenhang mit der geplanten Akquisition von National Material of Mexico wurde die Fazilität im Dezember 2022 unter Beibehaltung der Konditionen und der Laufzeit von 450 Mio. USD auf 650 Mio. USD erhöht sowie der Bankenkreis von drei auf vier Banken erweitert. Daneben bestehen weitere bilaterale Kredite der Landesgesellschaften, die u. a. für die Finanzierung des Netto-Umlaufvermögens genutzt werden. Verbindlichkeiten aus einem ABS-ProgrammSeit Juli 2005 betreibt der Klöckner & Co-Konzern ein europäisches ABS-Programm. Das Programmvolumen wurde im April 2022 von 220 Mio. € auf 300 Mio. € aufgestockt. Im Dezember 2022 hat Klöckner & Co eine vorzeitige Erneuerung des Programms zu unveränderten Konditionen unter Beibehaltung des Volumens von 300 Mio. € umgesetzt. Die Laufzeitverlängerung wird im Januar 2023 wirksam und beträgt drei Jahre bis Januar 2026. Die vereinbarten Financial Covenants sind ebenfalls bilanzorientiert und entsprechen denen des Syndizierten Kredits. Die Ausnutzung des Programms einschließlich aufgelaufener Zinsen belief sich zum Bilanzstichtag auf 159 Mio. € und teilt sich wie folgt auf:
Für weitere Informationen zum ABS-Programm wird auf Textziffer 3 (Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze) und Textziffer 18 (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte) verwiesen. Verbindlichkeiten aus LeasingVerbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen weisen folgende Fälligkeiten auf:
(27) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(28) Übrige finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Der zum 31. Dezember 2021 in den Vertragsverbindlichkeiten enthaltene Betrag von 5.099 T€ wurde im Geschäftsjahr 2022 als Umsatzerlöse erfasst (2021: 1.829 T€). Sonstige Angaben(29) Informationen zum KapitalmanagementDer Klöckner & Co-Konzern bestimmt den Umfang des Kapitals im Verhältnis zum Risiko. Die Steuerung und gegebenenfalls die Anpassung der Kapitalstruktur erfolgen unter Berücksichtigung der Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds. Zur Aufrechterhaltung bzw. Anpassung der Kapitalstruktur kommen eine Anpassung der Dividendenzahlungen, Kapitalrückzahlungen an Aktionärinnen und Aktionäre, die Ausgabe neuer Aktien sowie der Verkauf von Vermögenswerten zur Schuldenreduzierung in Betracht. Das Kapitalmanagement erfolgt auf der Basis des Verschuldungsgrades ("Gearing"). Ziel des Klöckner & Co-Konzerns ist es, die unter den Covenants bestehende Vorgabe von weniger als 165 % (2021: 165 %) einzuhalten, um damit weiterhin Finanzmittel zu angemessenen Konditionen erhalten zu können. In Bezug auf die Berechnungsgrundlagen des Gearings und die Mindestkapitalanforderungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Textziffer 26 (Finanzverbindlichkeiten). Das Gearing ermittelt sich wie folgt:
(30) FinanzinstrumenteBilanzierungs- und BewertungsmethodenDie finanziellen Vermögenswerte des Konzerns bestehen im Wesentlichen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten mit positivem beizulegendem Zeitwert. Die finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Schuldverschreibungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert. Im Klöckner & Co-Konzern werden alle Kassageschäfte (Regular-Way-Contracts), unabhängig von ihrer Kategorisierung, zum Erfüllungstag bilanziert. Derivate, die der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" zugeordnet sind, werden zum Handelstag bilanziert. Von der Fair-Value-Option des IFRS 9 (Financial Instruments) wird kein Gebrauch gemacht. Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, ggf. unter Ansatz von Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Transaktionspreis angesetzt. Dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbare Transaktionskosten werden bei der Ermittlung des Buchwerts nur berücksichtigt, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt gemäß den Bewertungskategorien des IFRS 9 (Financial Instruments) in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell und den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Daraus ergibt sich die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder über das sonstige Ergebnis (im Folgenden: erfolgsneutral) zum beizulegenden Zeitwert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. a) Originäre finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten sowie durch Klöckner & Co begebene EigenkapitalinstrumenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristig veräußerbare Wertpapiere mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten, die nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen und zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung verwendet werden. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, hier gleich dem Nominalwert. Fremdwährungsguthaben werden mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Unter den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten werden finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen, die von Beginn an als "zu Handelszwecken gehalten" eingeordnet wurden. Im Klöckner & Co-Konzern werden hier ausschließlich derivative Finanzinstrumente, sofern sie nicht in einer dokumentierten Sicherungsbeziehung zu Grundgeschäften stehen (Hedge-Accounting), erfasst. Der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten. Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode. Ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet sind langfristige Wertpapiere und Ausleihungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Beteiligungen im Scope des IFRS 9 werden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Allen erkennbaren Risiken wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen, die sich unter Berücksichtigung bestehender Kreditversicherungen nach dem erwarteten Ausfallrisiko richten. Diese Einschätzung wird auf Grundlage gewichteter Wahrscheinlichkeiten bestimmt und auf finanzielle Vermögenswerte angewendet, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Grundsätzlich besteht das Wertminderungsmodell aus drei Stufen. Es wird eine Risikovorsorge für die erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverluste gebildet (Stufe 1) oder aber über die Laufzeit, sofern sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat (Stufe 2) oder falls eine beeinträchtigte Bonität vorliegt (Stufe 3). Die Bonität wird als beeinträchtigt angesehen, sobald objektive substanzielle Hinweise, wie etwa erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die Kenntnis von der Beantragung der Insolvenz oder die Überfälligkeit, die nicht bereits nach 30 Tagen Überfälligkeit angenommen wird, vorliegen. Erscheint der Vermögenswert als uneinbringlich, wird er einschließlich der Wertberichtigung ausgebucht. Eigen- und Fremdkapitalinstrumente werden in Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Gehalt der vertraglichen Vereinbarung entweder als "Finanzverbindlichkeiten" oder als "Eigenkapital" klassifiziert. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Die Bestandteile zusammengesetzter Finanzinstrumente, wie z. B. der begebenen Wandelanleihen, werden getrennt als finanzielle Verbindlichkeit und Eigenkapital erfasst. Zum Ausgabezeitpunkt wird der beizulegende Zeitwert des Fremdkapitalanteils auf der Basis eines Marktzinssatzes für ein entsprechendes Finanzinstrument ohne Wandlungsrecht ermittelt. Dieser Betrag wird bis zur Erfüllung bei Wandlung oder Fälligkeit des Instruments als "finanzielle Verbindlichkeit" zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Nach der Restwertmethode stellt der Differenzbetrag zum Ausgabeerlös die Eigenkapitalkomponente dar, die als Bestandteil der Kapitalrücklage ausgewiesen wird und keiner Folgebewertung unterliegt. Finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten" oder als "sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" kategorisiert. Als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten" werden im Klöckner & Co-Konzern ausschließlich derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrument designiert und effektiv sind, erfasst. Der Ausweis des negativen beizulegenden Zeitwerts derartiger Instrumente erfolgt unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die "sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten" einschließlich aufgenommener Kredite werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung werden sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand grundsätzlich unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes erfasst wird. Ein Austausch von Schuldinstrumenten mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen zwischen der Klöckner & Co SE und einem Kreditgeber wird wie eine Tilgung der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit und der Ansatz einer neuen finanziellen Verbindlichkeit behandelt. Vertragsbedingungen gelten unter Berücksichtigung qualitativer Erwägungen dann als wesentlich verschieden, wenn der abgezinste Barwert der Cashflows unter den neuen Vertragsbedingungen mindestens 10 % von dem abgezinsten Barwert der restlichen Cashflows der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit abweicht. b) Derivative FinanzinstrumenteDer Konzern schließt eine Reihe von derivativen Finanzinstrumenten zur Steuerung seiner Zins- und Wechselkursrisiken sowie Warenpreisrisiken ab. Unter anderem werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Cross-Currency-Swaps, Zinsswaps, Zins-Caps und Warentermingeschäfte eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden erstmals zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert fortgeschrieben. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird unmittelbar im operativen Ergebnis erfasst, es sei denn, dass das Derivat als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Cashflow-Hedge-Accountings oder Net-Investment-Hedge-Accountings dient und effektiv ist. Hier hängt der Zeitpunkt der ergebniswirksamen Erfassung des Bewertungsergebnisses von der Art der Sicherungsbeziehung ab. Der Klöckner & Co-Konzern setzt einzelne Derivate zur Absicherung von bilanziellen Vermögenswerten und Schulden ein. Darüber hinaus werden feste Verpflichtungen aus schwebenden, noch nicht bilanzierten Geschäften abgesichert. Stahlbezugsverträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden wie schwebende Geschäfte behandelt (Own Use Exemption) und nicht als Derivate bilanziert. Sofern eingebettete Derivate in Verträgen identifiziert werden, werden diese auf einen engen wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Grundgeschäft hin überprüft. Sollte so ein Zusammenhang nicht gegeben sein, werden sie separat als Derivate bilanziert. Devisentermingeschäfte werden zur Kurssicherung von schwebend wirksamen oder bilanzierten Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung verwendet, die aus dem operativen Geschäft entstehen, und zur Sicherung von konzerninternen Darlehen. Sie werden einzeln mit dem Terminkurs am Bilanzstichtag bewertet und sich zum kontrahierten Terminkurs ergebende Kursdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Zinsaustauschbeträge aus Zinsswapvereinbarungen werden zum Zahlungszeitpunkt bzw. bei der Abgrenzung zum Bilanzstichtag ergebniswirksam gebucht. Darüber hinaus werden die Zinsswapvereinbarungen wie auch die Zins-Caps am Bilanzstichtag zum Marktwert bewertet und - sofern kein Hedge-Accounting zur Anwendung kommt - Änderungen der beizulegenden Zeitwerte in der laufenden Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Zu Sicherungszwecken gehaltene Derivate werden als langfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten klassifiziert, wenn die verbleibende Dauer der Sicherungsbeziehung mehr als zwölf Monate beträgt, bzw. als kurzfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, wenn die verbleibende Dauer der Sicherungsbeziehung unter zwölf Monaten liegt. Nicht im Rahmen einer Sicherungsbeziehung designierte Derivate werden als kurzfristige Vermögenswerte oder Schulden klassifiziert. c) Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge-Accounting)Hinsichtlich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen hat Klöckner & Co bis zum 31. Dezember 2021 vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Regelungen des IAS 39 anzuwenden. Seit dem 1. Januar 2022 erfolgt die Bilanzierung der Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9. In Abhängigkeit vom Volumen, von der Laufzeit und der Risikostruktur designiert der Klöckner & Co-Konzern einzelne Derivate im Rahmen der Absicherung als Cashflow-Hedges oder Net-Investment-Hedges. Die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft wird dabei zu Beginn der Sicherungsbeziehung einschließlich der Risikomanagementziele und der dem Abschluss von Sicherungsbeziehungen zugrunde liegenden Unternehmensstrategie dokumentiert. Des Weiteren wird sowohl bei Aufnahme der Sicherungsbeziehung als auch im Zeitablauf regelmäßig überprüft und dokumentiert, ob das in die Sicherungsbeziehung einbezogene Sicherungsinstrument hinsichtlich der Kompensation der Änderungen der Cashflows des Grundgeschäfts bzw. des Net Investments in hohem Maße effektiv ist. Die Veränderungen der Rücklage aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten innerhalb des sonstigen Ergebnisses sind der Entwicklung des Eigenkapitals zu entnehmen. Der effektive Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von als Cashflow-Hedges bzw. als Net-Investment-Hedges designierten Derivaten wird über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst; der ineffektive Teil wird unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der auch das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Bei Warentermingeschäften, die Einkaufspreise absichern, erfolgt eine Umgliederung in das Vorratsvermögen (basis adjustment) und bei Verbrauch der Vorräte eine Ergebniswirkung im Materialaufwand. Die bilanzielle Abbildung des Sicherungszusammenhangs endet, wenn das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird oder die notwendige Effektivität nicht mehr gegeben ist. Der vollständige bis zu diesem Zeitpunkt über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasste Gewinn oder Verlust aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert des Derivats verbleibt im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam vereinnahmt, wenn die erwartete Transaktion ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, wird der gesamte im Eigenkapital erfasste Erfolg sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt. Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenDie Buchwerte, Wertansätze und beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungskategorien der Finanzinstrumente ergeben sich wie folgt:
Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligungen in Höhe von 32.664 T€ (2021: 22.386 T€) ist der Stufe 3 zuzuordnen. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um nicht börsennotierte Finanzinstrumente (Beteiligungen), für die kein aktiver Markt besteht. Die Veränderung im Geschäftsjahr ist mit 5.567 T€ (2021: - 1.566 T€) auf Kapitalmaßnahmen und mit 4.710 T€ (2021: 9.506 T€) auf Änderungen des beizulegenden Zeitwerts zurückzuführen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt auf der Basis verfügbarer Finanzinformationen, wie z. B. Transaktionspreise für Finanzierungsrunden oder Unternehmungsplanungen, soweit diese verlässlich sind, bzw. approximativ über die Anschaffungskosten, die einen angemessenen Schätzwert des beizulegenden Zeitwerts darstellen, da keine geeigneteren Informationen vorliegen. Es wird pro Quartal anhand aller über die Beteiligungen verfügbaren Informationen geprüft, ob die Anschaffungskosten noch repräsentativ für den beizulegenden Zeitwert sind. Dies wäre nicht mehr der Fall, wenn sich beispielsweise das wirtschaftliche Umfeld ändern, eine signifikante Veränderung des Marktes, in dem die Beteiligungen aktiv sind, vorliegen würde oder weitere bewertungsrelevante Ereignisse eintreten würden. Da die Anschaffungskosten der einzige Inputfaktor des beizulegenden Zeitwerts sind, hätte eine prozentuale Änderung der Kosten den gleichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert. Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde steigen (sinken), wenn die Anschaffungskosten steigen (sinken) würden. Aufgrund des absoluten Betrages der Beteiligung würde jedoch selbst ein 10%iger Anstieg der Kosten keinen wesentlichen Einfluss auf den Zeitwert darstellen. Für die langfristigen Verbindlichkeiten sind die beizulegenden Zeitwerte auf Basis risikoadjustierter diskontierter Zahlungsströme ermittelt worden. Bei den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten (überwiegend sonstige Vermögenswerte) entsprechen die beizulegenden Zeitwerte im Wesentlichen dem Buchwert der Vermögenswerte. Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten berücksichtigen die Marktsituation für die jeweiligen Instrumente zum 31. Dezember 2022. Finanzierungskosten werden nicht von den beizulegenden Zeitwerten der finanziellen Verbindlichkeiten in Abzug gebracht. Sofern es sich um kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten handelt und keine Finanzierungskosten zu berücksichtigen sind, entspricht der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeiten dem beizulegenden Zeitwert. In Stufe 1 der Bewertungshierarchie werden Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert auf der Basis quotierter Marktpreise auf aktiven Märkten ermittelt wird. Resultieren die beizulegenden Zeitwerte aus beobachtbaren Marktdaten, fallen sie in Stufe 2. Es liegen keine Indikationen für Änderungen dieser initial fairen Zinssätze vor. Aus diesem Grund stützt sich der Fair Value auf den Buchwert. Änderungen von Hierarchiestufen werden zum Ende derjenigen Bewertungsperiode berücksichtigt, in der der Wechsel stattgefunden hat. Im Berichtsjahr erfolgten keine Umgruppierungen zwischen den Stufen der Bewertungshierarchie. In der Fair Value der Stufe 3 in den übrigen sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ist eine Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der PC-Tech SA, Phentalaz, Schweiz, von 502 T€ mit einer Laufzeit von über einem Jahr erfasst. Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde sinken, wenn das vereinbarte EBITDA unterschritten werden würde. Darüber hinaus wird eine Put-Liability aus dem Erwerb der ODS Belgium B.V., Essen, Belgien, (vormals GSD System Development BVBA) ausgewiesen. Die Put-Option wurde für eine später mögliche Übertragung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter abgeschlossen, deren Wert sich aus der Diskontierung zukünftiger Ergebnisse ableitet. Die prognostizierten Ergebnisse werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet. Die Verbindlichkeit im Geschäftsjahr belief sich auf 137 T€ (2021: 137 T€). IFRS 13.97 findet Anwendung. Derivative FinanzinstrumenteIm Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit ist der Klöckner & Co-Konzern Zins-, Währungs- und Warenpreisrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung derartiger Risiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Es werden ausschließlich marktgängige Instrumente mit ausreichender Marktliquidität genutzt. Der Abschluss und die Abwicklung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen nach internen Richtlinien, die den Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten und die Kontrollen verbindlich festlegen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist gemäß diesen Richtlinien eine wesentliche Aufgabe des Zentralbereichs Corporate Treasury der Klöckner & Co SE und wird von dort gesteuert und überwacht. Die Geschäfte werden nur mit bonitätsmäßig einwandfreien Kreditinstituten abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente dürfen nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern ausschließlich zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Grundgeschäften. Die Darstellung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert. Hinsichtlich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen hat Klöckner & Co bis zum 31. Dezember 2021 vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Regelungen des IAS 39 anzuwenden. Seit dem 1. Januar 2022 erfolgt die Bilanzierung der Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9. Derivative Finanzinstrumente werden erstmals zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert fortgeschrieben. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird unmittelbar ergebniswirksam erfasst, es sei denn, dass das Derivat als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Cashflow-Hedge-Accountings oder Net-Investment-Hedge-Accountings dient und effektiv ist. Hier hängt der Zeitpunkt der ergebniswirksamen Erfassung des Bewertungsergebnisses von der Art der Sicherungsbeziehung und der Effektivität ab. Der Klöckner & Co-Konzern setzt einzelne Derivate zur Absicherung von bilanziellen Vermögenswerten und Schulden ein. Darüber hinaus werden feste Verpflichtungen aus schwebenden, noch nicht bilanzierten Geschäften abgesichert. Devisentermingeschäfte werden einzeln mit dem Terminkurs am Bilanzstichtag bewertet und sich zum kontrahierten Terminkurs ergebende Kursdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Warentermingeschäfte werden in einem Cashflow-Hedge-Accounting designiert und in geplante und schwebend wirksame Beschaffungsgeschäfte eingeteilt. Zwei mögliche Ursachen für Ineffektivitäten wären Übersicherung und das Auseinanderfallen des Derivate Underlyings und der gesicherten Stahlpreiskomponente aus der Bezugspreisformel. Sofern es Ineffektivitäten gibt, werden diese im Materialaufwand ausgewiesen. Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente für Zins- und Währungssicherungen sowie Risiken aus Preisschwankungen bei Einkaufsgeschäften stellen sich wie folgt dar:
Die Nominalwerte entsprechen der unsaldierten Summe des Währungs-, Zins- und Preisportfolios. Die Beträge im Zusammenhang mit als Sicherungsinstrument designierten Posten waren wie folgt:
Die Devisentermingeschäfte werden in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dargestellt, die Warentermingeschäfte wurden in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erfasst. Die Beträge, die sich auf Positionen beziehen, die als abgesicherte Posten designiert wurden, waren wie folgt:
Die beizulegenden Zeitwerte der eingesetzten derivativen Finanzinstrumente werden durch finanzmathematische Berechnungen auf der Grundlage banküblicher Modelle ermittelt. Bei der Berechnung der beizulegenden Zeitwerte wird das Kontrahentenrisiko zum Bewertungsstichtag berücksichtigt. Sofern Marktwerte vorliegen, entsprechen diese dem Preis, zu dem Dritte die Rechte oder Pflichten aus den Finanzinstrumenten übernehmen würden. Die beizulegenden Zeitwerte sind die Tageswerte der derivativen Finanzinstrumente ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Die Devisentermingeschäfte mit einem Nominalwert von 136 Mio. € (2021: 225 Mio. €) haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Hierin enthalten ist ein Nominalbetrag von 41 Mio. € (2021: 128 Mio. €) für die Sicherung von konzerninternen Darlehen. Die Warentermingeschäfte mit einem Nominalwert von 3,9 Mio. € (2021: 0 Mio. €) haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Warenpreisrisiken und Chancen für Stahl werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Preise auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag haben würde. Das Warenpreisrisiko wird hierbei als Cashflow-Risiko (Stromgrößenbetrachtung) verstanden. Mittels Sensitivitätsanalyse werden für Klöckner & Co die Effekte durch eine parallele Verschiebung der Preiskurven im Rahmen eines Szenarios betrachtet. Wenn das Preisniveau jeweils um 10 % Prozent sinken würde, so hätte dies, bezogen auf die Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022, einen negativen Effekt in Höhe von rund 0,3 Mio. € (31. Dezember 2021: 0 Mio. €) die in der Cashflow-Hedge-Rücklage im Eigenkapital abgegrenzt würde. Derivate, die einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit darstellen und lediglich unter der Bedingung einer Vertragsverletzung oder der Insolvenz eines der Vertragspartner verrechnet werden können, erfüllen die Kriterien für die Aufrechnung in der Bilanz nach IAS 32 nicht oder nur teilweise. Die nachstehende Tabelle gemäß IFRS 7.13C legt die Brutto- und Nettowerte der Finanzinstrumente dar, die Global-Netting-Vereinbarungen unterliegen:
(31) FinanzrisikomanagementGemäß IFRS 7 sind Informationen bereitzustellen, die es ermöglichen, Art und Ausmaß der Risiken zu beurteilen, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben können. Zu diesen Risiken zählen das Kreditrisiko, das Marktrisiko (Zinssätze, Wechselkurse und Warenpreise) sowie das Liquiditätsrisiko. Zu der Darstellung der Methoden, Prozesse, Verantwortlichkeiten und Ziele des Risikomanagementsystems verweisen wir auf die Ausführungen im Konzernlagebericht, Textziffer 5.3 (Risiken und Chancen). KreditrisikenDie Gesellschaft ist im Wesentlichen aus ihrem operativen Geschäft einem Kreditrisiko ausgesetzt. Als Kreditrisiko wird ein unerwarteter Verlust an finanziellen Vermögenswerten bezeichnet, in den Fällen, in denen Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen innerhalb der Fälligkeit zu bedienen. Im operativen Geschäft werden die Außenstände dezentral fortlaufend überwacht. Kreditrisiken wird mittels Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Kreditrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Dem Kreditrisiko begegnet der Klöckner & Co-Konzern durch ein eigenes Kreditmanagement sowie durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen. Im Geschäftsjahr waren 335 Mio. € (2021: 279 Mio. €) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kreditversichert. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Bonität potenzieller Kunden wird im Rahmen eines internen Risk-Board-Verfahrens vor Auftragsannahme geprüft. Darüber hinaus kommt ein aktives Debitorenmanagement unter Einbezug von Warenkreditversicherungen zum Einsatz. Gleichzeitig wird der breit diversifizierte Forderungspool im Rahmen eines ABS-Programms in Europa und einer ABL-Fazilität in den USA zu Finanzierungszwecken genutzt. Neben der lokalen Überwachung durch die jeweilige Tochtergesellschaft überwacht die Klöckner & Co SE wesentliche Ausfallrisiken auch auf Konzernleitungsebene, um spezifische Einzelrisiken und eine eventuelle Kumulierung von Risiken besser steuern zu können. Da die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber einer großen Anzahl von Kunden aus unterschiedlichen Branchen und Regionen bestehen, ist auf Konzernebene keine Konzentration von Risiken gegeben. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte wendet Klöckner & Co den sog. "Simplified Approach" an und erfasst bereits bei Zugang die über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste. Klöckner & Co ermittelt die erwarteten Kreditausfälle im Rahmen des "Simplified Approach", gegliedert nach Risikogruppen, unter Berücksichtigung von historischen Ausfallraten. Die Zuordnung zu den jeweiligen Risikogruppen erfolgt auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale. Dies sind für Klöckner & Co u. a. die geografische Lage des Kunden sowie die Überfälligkeiten der Vermögenswerte. Um zukunftsorientierte Informationen zu berücksichtigen, wurden die historischen Ausfallraten anhand von Skalierungsfaktoren angepasst. Diese basieren auf der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den entsprechenden Regionen und wurden im Vorjahr nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie entsprechend angepasst. Aufgrund der Struktur des Forderungsportfolios war die Auswirkung hieraus gering (< 0,6 Mio. €). Vertragsvermögenswerte betreffen noch nicht fakturierte laufende Arbeiten und weisen im Wesentlichen die gleichen Risikomerkmale wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für die gleichen Vertragsarten auf. Klöckner & Co hat daher die Schlussfolgerung gezogen, dass die erwarteten Verlustraten für nicht überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessenen Näherungswert der Verlustraten für Vertragsvermögenswerte darstellen. Eine Wertberichtigung auf individueller Basis erfolgt im "Simplified Approach", wenn ein oder mehrere Ereignisse mit nachteiliger Auswirkung auf die Bonität des Schuldners eingetreten sind. Bei diesen Ereignissen handelt es sich u. a. um Zahlungsverzögerungen, eine drohende Insolvenz oder Zugeständnisse des Schuldners aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden direkt abgeschrieben, wenn ihre Realisierbarkeit nicht mehr hinreichend erwartet wird. Dies ist u. a. der Fall, wenn die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners festgestellt wird.
Die Veränderung der Wertberichtigung ist im Wesentlichen auf den Anstieg/Rückgang des Bruttobuchwerts von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/Vertragsvermögenswerten mit beeinträchtigter Bonität zurückzuführen. Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Losses) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte.
Neben den Expected Credit Losses bestehen Wertberichtigungen in Höhe von 7.697 T€ (2021: 6.944 T€) für bereits eingetretene Risiken im Forderungsbereich. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und sonstige finanzielle VermögenswerteIm Rahmen des Liquiditätsmanagements hinterlegt die Klöckner & Co SE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nur bei Kernbanken der Gruppe, die über einwandfreie Bonität verfügen. Die Bonität der Banken wird zusätzlich auf Basis von Credit Default Swaps (CDS) regelmäßig überwacht. Bei den Zahlungsmitteln handelt es sich um Bankguthaben sowie um kurzfristige Geldanlagen in Form von Tages- und Termingeldern. Der maximale Anlagezeitraum liegt bei 90 Tagen. Aufgrund der begrenzten Anlagedauer und der Anforderungen an die Bonität der Banken sowie aktuelle CDS-Prämien weisen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ein geringes Ausfallrisiko auf. Im Geschäftsjahr 2022 wurden daher keine wesentlichen Wertminderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ermittelt. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Bonusansprüche gegenüber Lieferanten. Bonusansprüche werden unmittelbar mit den nächsten Lieferungen verrechnet und deren Kreditrisiko wird als unwesentlich eingestuft. Angaben zum LiquiditätsrisikoZur Sicherstellung der Liquidität des Klöckner & Co-Konzerns werden die Liquiditätsbedürfnisse fortlaufend durch den Klöckner & Co-Konzern geplant und durch den Zentralbereich Corporate Treasury überwacht. Insgesamt verfügt der Konzern über Kreditfazilitäten (einschließlich Wandelanleihe und Leasing) in Höhe von rund 1,7 Mrd. € (2021: 1,3 Mrd. €). Die bilanzierten Finanzverbindlichkeiten zuzüglich Transaktionskosten betragen 759 Mio. € (2021: 817 Mio. €). Dies entspricht rund 46 % der Kreditfazilitäten (2021: 65 %). Im Dezember 2021 hat Klöckner & Co den Syndizierten Kredit im Rahmen eines "Amend & Extend"-Prozesses vorzeitig erneuert und bis Januar 2025 prolongiert. Das Volumen wurde im Rahmen der Transaktion von 300 Mio. € auf 250 Mio. € reduziert. Die bilateralen Kreditlinien in der Schweiz wurden im Juli 2021 ebenfalls vorzeitig erneuert und bis März 2025 prolongiert. Das Gesamtvolumen dieser Kreditlinien wurde von 130 Mio. CHF auf 160 Mio. CHF erhöht. Das europäische ABS-Programm wurde im Dezember 2022 mit Wirkung zum Januar 2023 bis Januar 2026 erneuert. Das Programmvolumen beträgt 300 Mio. €. Die ABL-Fazilität der Landesgesellschaft USA wurde zuletzt im Juli 2022 bis Juli 2027 verlängert sowie im Dezember 2022 von 450 Mio. USD auf 650 Mio. USD aufgestockt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die COVID-19-Pandemie hatten bisher keine Auswirkungen auf das Liquiditätsrisiko.
Einbezogen sind alle Instrumente im Bestand, für die zum Bilanzstichtag bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind, geplante Zahlungen für zukünftig neu einzugehende Verbindlichkeiten werden nicht berücksichtigt. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der unmittelbar vor dem Bilanzstichtag ermittelten Forward-Zinskurve berechnet. Hinsichtlich der Inanspruchnahme revolvierender Kredite wurde unterstellt, dass die zum Bilanzstichtag bestehenden Ziehungen bis zum Laufzeitende der Kreditvereinbarung beibehalten werden. Nettoergebnisse nach BewertungskategorienDie Berechnung des Nettoergebnisses der Bewertungskategorie "Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" wird in unten stehender Tabelle beschrieben. Für die Darstellung des Zinsergebnisses verweisen für auf unsere Ausführungen in Textziffer 13 (Finanzergebnis).
Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoverlust in Höhe von 0 T€ (2021: 0 T€) für die Bewertungskategorie "Eigenkapitalinstrumente, deren Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis (OCI) bleiben". Die Berechnung des Nettoergebnisses der Bewertungskategorie "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" ergibt sich aus der Währungsumrechnung. Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoverlust in Höhe von - 966 T€ (2021: Nettogewinn 237 T€). Finanzielle Vermögenswerte, bewertet "zum beizulegenden Zeitwert", bestehen in Höhe von 1.110 T€ (2021: 111 T€). Der Nettoergebniseffekt (sonstige erfolgswirksam erfasste Effekte) hieraus beträgt 636 T€ (2021: - 2.321 T€). Für die Erträge aus Beteiligungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, verweisen wir auf unsere Ausführungen in Textziffer 12 (Beteiligungsergebnis). Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet "zum beizulegenden Zeitwert", bestehen in Höhe von 1.748 T€ (2021: 1.705 T€), bewertet "zu fortgeführten Anschaffungskosten" in Höhe von 1.570.788 T€ (2021: 1.686.301 T€). Hieraus haben sich Nettoergebniseffekte in Höhe von - 1.112 T€ (2021: - 1.146 T€) (sonstige erfolgswirksam erfasste Effekte) ergeben. Angaben zum ZinsänderungsrisikoDer Klöckner & Co-Konzern ist aus den eingesetzten Finanzinstrumenten einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Sicherungspolitik ist hierbei ausgerichtet auf Risiken, die aus Zinsschwankungen bei variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten resultieren können. Einem Zinsänderungsrisiko unterliegt der Klöckner & Co-Konzern im Hinblick auf die zentralen Finanzierungsinstrumente in der Eurozone (Syndizierter Kredit, ABS Europa) sowie bei lokalen Krediten, insbesondere in den USA (ABL) sowie der Schweiz (bilaterale Kreditlinien). Darüber hinaus ergeben sich Zinsänderungsrisiken im Hinblick auf die kurzfristige Wiederanlage liquider Mittel bei Banken. Der Zentralbereich Corporate Treasury überwacht und steuert das Zinsänderungsrisiko bezogen auf Finanzverbindlichkeiten. Im Rahmen der zentralen Konzernfinanzierung wird der Finanzbedarf der Gruppe durch ein breites Portfolio aus verschiedenen Finanzierungsinstrumenten gedeckt. Die auf die Finanzierung des Working Capitals ausgerichteten Finanzierungsinstrumente (Syndizierter Kredit, ABS Europa, ABL USA) bilden dabei den Schwerpunkt, der durch die im September 2016 platzierte Wandelanleihe ergänzt wird. Bei den Working-Capital-Instrumenten handelt es sich um Finanzinstrumente mit variabler Zinsbindung, die grundsätzlich einer flexiblen Inanspruchnahme unterliegen. Die Wandelanleihe wurde mit einem fixen Kupon begeben und unterliegt bis zur Fälligkeit keinem Zinsänderungsrisiko. Unter Berücksichtigung der festverzinslichen Wandelschuldverschreibung mit einem ausstehenden Nominalvolumen in Höhe von 141 Mio. €, lokaler Kredite in Höhe von 20 Mio. € und von Verbindlichkeiten aus Leasing in Höhe von 165 Mio. € waren am 31. Dezember 2022 mit 326 Mio. € rund 43 % (2021: 327 Mio. € bzw. rund 40 %) der Finanzverbindlichkeiten vor Transaktionskosten festverzinslich. Zinsänderungsrisiken und -chancen werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag haben würde. Das Zinsänderungsrisiko wird hierbei als Cashflow-Risiko (Stromgrößenbetrachtung) verstanden. Mittels Sensitivitätsanalyse werden für Klöckner & Co die ergebniswirksamen Effekte durch eine parallele Verschiebung der Zinskurven in den relevanten Währungen im Rahmen eines Szenarios betrachtet. Die Cashflow-Effekte aus der Verschiebung der Zinskurve beziehen sich dabei lediglich auf die Zinsaufwendungen bzw. -erträge für die kommende Berichtsperiode. Wenn das Marktzinsniveau in den relevanten Währungen jeweils um 100 Basispunkte steigen würde, so hätte dies, bezogen auf die Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022, für einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr einen negativen Effekt in Höhe von rund 4,4 Mio. € (2021: 4,9 Mio. €) auf das Finanzergebnis.
Im Hinblick auf die gebildeten Liquiditätsreserven ergeben sich in einem Szenario steigender Zinssätze Zinsänderungschancen. Bei einem um 100 Basispunkte höheren Marktzinsniveau und einer unterstellten Anlagedauer von einem Jahr würde sich ein positiver Effekt in Höhe von 1,8 Mio. € (2021: 0,6 Mio. €) ergeben.
Wenn sich hingegen das Marktzinsniveau um 100 Basispunkte verringern würde, wären wir in einem Szenario deutlich negativer Zinssätze in der Eurozone sowie in der Schweiz und auf einem sehr niedrigen Zinsniveau in den USA. In einem solchen Szenario gehen wir davon aus, dass sich die oben beschriebenen Ergebniseffekte in entgegengesetzter Richtung ergeben würden. Angaben zum WährungsrisikoIm Rahmen unserer Risikostrategie sind nur Transaktionsrisiken und Risiken aus internen Finanzierungen Gegenstand unserer Sicherungspolitik. Unsere Sicherungsmaßnahmen zielen nicht auf Translationseffekte, die sich nur aus der Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen in unsere Konzernwährung ergeben. Währungsrisiken resultieren daher aus Finanzierungsmaßnahmen, internen Dividendenzahlungen, Akquisitionsmaßnahmen sowie der operativen Geschäftstätigkeit. Der Klöckner & Co-Konzern betreibt ein zentrales Fremdwährungsmanagement. Die in- und ausländischen Gesellschaften sind verpflichtet, Fremdwährungsrisiken zu identifizieren und diese über den Zentralbereich Corporate Treasury oder in einem vorgegebenen Rahmen individuell über Banken abzusichern. Die Sicherungsgeschäfte decken Währungsrisiken aus gebuchten und schwebenden Lieferungs- und Leistungsgeschäften. Im Hinblick auf Währungsrisiken aus schwebenden Lieferverpflichtungen werden kompensatorische Effekte, die aus operativen Maßnahmen oder Marktentwicklungen resultieren können (Natural Hedge), bei der Sicherungsstrategie berücksichtigt. Zum Abschlussstichtag unterlag der Klöckner & Co-Konzern keinen wesentlichen Wechselkursrisiken aus operativen Tätigkeiten oder Akquisitionsmaßnahmen. Im Finanzierungsbereich bestanden Fremdwährungsrisiken, die sich aus Darlehen der Klöckner & Co SE an Tochtergesellschaften in Fremdwährung ergeben. Im Rahmen der zentralen Konzernfinanzierung wurden diese Darlehen zur Finanzierung an Konzerngesellschaften gewährt und vollständig gesichert. Derartige Finanzierungsmaßnahmen lagen zum Abschlussstichtag in der Währung Pfund Sterling mit einem Volumen von insgesamt 41 Mio. € (2021: 128 Mio. €) vor. Die konzerninternen Kredite wurden einschließlich der laufenden Zinsen durch Termingeschäfte und Währungsswaps gesichert. Bei unseren Tochtergesellschaften in den Niederlanden, der Schweiz, im Vereinigten Königreich sowie in Brasilien lag der Bestand an Währungsgeschäften zum Jahresende bei 95 Mio. €. Es handelt sich um Devisentermingeschäfte und Währungsswaps, die zur Absicherung von Kunden- und Lieferantenzahlungen abgeschlossen wurden. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Währungskurse auf die Währungsgewinne und -verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag haben würde. Das Währungsrisiko wird hierbei als Cashflow-Risiko (Stromgrößenbetrachtung), bezogen auf das kommende Jahr, verstanden. Zum Bilanzstichtag lag der beizulegende Zeitwert unserer Währungsswaps bei 0,4 Mio. € (2021: - 1,6 Mio. €). Commodity-PreisrisikoDie Gesellschaft ist aufgrund ihres Geschäftsmodells auf Stahl angewiesen, dessen Preis wegen der konjunkturabhängigen Nachfrage und der spekulativen Einflüsse großen Schwankungen unterliegt. Zur Eingrenzung des Preisrisikos des erwarteten zukünftigen Nettobedarfs schließt Klöckner & Co mit Lieferanten Kontrakte zur zukünftigen physischen Lieferung ab. Es werden auch sog. Cash-Settled OTC-Stahl-Forwards eingesetzt, die in der Landesgesellschaft USA in Abstimmung mit Corporate Treasury getätigt werden und in einer Ausgleichszahlung, bezogen auf einen Marktindex, enden. Der Bestand an Forwards ist aufgrund der erwarteten Produktionsmenge und Preisentwicklung während des Jahres unterschiedlich hoch. Warentermingeschäfte werden in einem Cashflow-Hedge-Accounting designiert und in geplante und schwebend wirksame Beschaffungsgeschäfte eingeteilt. Zwei mögliche Ursachen für Ineffektivitäten wären Übersicherung und das Auseinanderfallen des Derivate-Underlyings und der Bezugspreisformel. Sofern es Ineffektivitäten gibt, werden diese im Materialaufwand ausgewiesen. Aufgrund der bestehenden Kontraktvolumen per 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: keine) bestehen keine wesentlichen Sensitivitäten auf diesen Positionen. Warenpreisrisiken und Chancen für Stahl werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Preise auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag haben würde. Das Warenpreisrisiko wird hierbei als Cashflow-Risiko (Stromgrößenbetrachtung) verstanden. Mittels Sensitivitätsanalyse werden für Klöckner & Co die Effekte durch eine parallele Verschiebung der Preiskurven im Rahmen eines Szenarios betrachtet. (32) Rechtsstreitigkeiten, Eventualschulden und sonstige finanzielle VerpflichtungenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen. Ebenfalls als Eventualverbindlichkeiten bezeichnet werden gegenwärtige Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, jedoch nicht erfasst werden, weil eine Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann. Sofern die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen nicht extrem unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Erläuterung der Eventualschuld. Der Klöckner & Co-Konzern ist nicht an Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten. Gleichwohl kann trotz der umfangreichen Compliance-Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden, dass es in Einzelfällen zu Verstößen kommt oder noch Altfälle bestehen. Es bestehen Garantien, die im Rahmen von Beteiligungs- und Grundstücksveräußerungen abgegeben wurden. Diese beinhalten vor allem die im Rahmen derartiger Transaktionen üblichen Zusagen und Gewährleistungen, Haftungsrisiken für Umweltschäden sowie mögliche steuerliche Gewährleistungen. Weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen ergeben sich aus dem Bestellobligo für Investitionen, das am 31. Dezember 2022 14,3 Mio. € (2021: 14,2 Mio. €) betrug. Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2022 Eventualverbindlichkeiten für Pensionsverpflichtungen in Höhe von 4,6 Mio. € (2021: 4,9 Mio. €), für die keine Rückgriffsrechte bestehen und deren Eintrittswahrscheinlichkeit durch den Vorstand am Bilanzstichtag und für die Zukunft als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. (33) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDie Klöckner & Co SE ist ein von der SWOCTEM GmbH, Haiger, abhängiges Unternehmen im Sinne des § 312 AktG. Mehrheitlicher Anteilseigner der SWOCTEM GmbH ist Herr Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh, der über die Beteiligung an der SWOCTEM als beherrschende Person der Klöckner & Co SE anzusehen ist. Der Vorstand der Klöckner & Co SE hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt. Wir verweisen auf die Schlusserklärung zum Bericht in Abschnitt 4.1 des zusammengefassten Lageberichts für das Geschäftsjahr 2022. Als nahestehende Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten daher die SWOCTEM GmbH und zu ihr nahestehende Unternehmen sowie Unternehmen, die von Herrn Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh oder von seinen nahen Familienangehörigen beherrscht, gemeinschaftlich geführt oder maßgeblich beeinflusst werden, oder in denen Schlüsselpositionen des Managements von diesen Personen besetzt sind. Der Konzern lieferte im Berichtsjahr an diese Unternehmensgruppe Waren im Wert von 4.641 T€ (2021: 3.838 T€) und erhielt Lieferungen in Höhe von 0 T€ (2021: 252 T€) und Serviceleistungen in Höhe von 56 T€ (2021: 139 T€). Alle Geschäfte fanden zu marktüblichen Konditionen statt. Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen von 215 T€ (2021: 81 T€) und Verbindlichkeiten von 13 T€ (2021: 5 T€). Als nahestehende Personen im Sinne des IAS 24 sind auch der Vorstand sowie der Aufsichtsrat anzusehen sowie deren nahen Familienangehörige. Die Geschäfte mit Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates in der Berichtsperiode beschränken sich - mit Ausnahme der oben dargestellten Angaben zu Herrn Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh - auf die unten dargestellte Tätigkeit als Vorstand bzw. Aufsichtsrat. Mitglieder des Vorstandes sind Guido Kerkhoff, Dr. Oliver Falk, John Ganem und Bernhard Weiß. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind Prof. Dr. Dieter H. Vogel, Dr. Ralph Heck, Prof. Dr. Tobias Kollmann, Prof. Dr. E.h. Friedhelm Loh, Uwe Röhrhoff und Ute Wolf. Die Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht detailliert und individualisiert dargestellt. Die folgende Darstellung zeigt die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Klöckner & Co SE - abweichend von den im Vergütungsbericht gemachten Angaben zu gewährter und geschuldeter Vergütung - entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften:
Die folgende Tabelle stellt den Ausweis der Vergütung gemäß den Regelungen des IAS 24 (Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen) für den Vorstand und den Aufsichtsrat dar:
Für ehemalige Mitglieder des Vorstands fielen im Berichtsjahr Gesamtbezüge gemäß § 314 Nr. 6 b HGB in Höhe von 853 T€ (2021: 2.398 T€) an. Im Geschäftsjahr 2021 war darin eine Abfindung, die aus Anlass der Beendigung der Vorstandstätigkeit eines Vorstandsmitglieds in Höhe von 1.849 T€ gezahlt wurde, enthalten. Darüber hinaus bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 20.001 T€ (2021: 27.336 T€) für ehemalige Mitglieder des Vorstands einschließlich eines im Berichtsjahr ausgeschiedenen Mitglieds. Ferner sind auch alle in der Anlage zum Anhang der Muttergesellschaft der Klöckner & Co SE benannten Konzerngesellschaften als nahestehende Unternehmen im Sinne des IAS 24 anzusehen. Alle Transaktionen, die mit in den Konzernabschluss einbezogenen nahestehenden Unternehmen stattgefunden haben, sind im Rahmen der Konsolidierungsbuchungen eliminiert. Transaktionen mit assoziierten Unternehmen oder nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultierten grundsätzlich aus dem normalen Liefer- und Leistungsaustausch. Der Konzern lieferte im Berichtsjahr an diese Unternehmen Waren im Wert von 6 T€ (2021: 0 T€) sowie Serviceleistungen im Wert von 20 T€ (2021: 37 T€) und erhielt Warenlieferungen im Wert von 1.071 T€ (2021: 709 T€). Alle Geschäfte fanden zu marktüblichen Konditionen statt. Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen von 1 T€ (2021:0 T€) und Verbindlichkeiten von 113 T€ (2021: 68 T€). Außerdem erhielt der Konzern im Geschäftsjahr 2021 eine Ausschüttung in Höhe von 251 T€. Die Transaktionen der Konzernunternehmen mit nahestehenden Personen und Unternehmen sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen und fanden zu marktüblichen Bedingungen statt. (34) Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDie Darstellung der Kapitalflussrechnung erfolgt gemäß IAS 7 (Cashflow-Statement). Ihr kommt eine zentrale Bedeutung für die Beurteilung der Finanzlage des Klöckner & Co-Konzerns zu. Die Veränderungen der Bilanzpositionen, die für die Entwicklung der Kapitalflussrechnung herangezogen werden, sind nicht unmittelbar aus der Bilanz ableitbar, da sie bei der Ermittlung der Zahlungsströme um die Effekte aus der Währungsumrechnung und um Änderungen des Konsolidierungskreises bereinigt werden. Der Finanzmittelbestand umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (inklusive kurzfristiger Wertpapiere von 4 Mio. € (2021: 7 Mio. €) und belief sich zum Jahresende 2022 auf 179 Mio. € (2021: 58 Mio. €). Cashflow aus betrieblicher TätigkeitDer Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag im Geschäftsjahr bei 405 Mio. € (2021: - 306 Mio. €). Maßgebliche Treiber des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit sind das operative Ergebnis (EBITDA) und die Veränderung des Net Working Capitals. Die zusätzliche Mittelfreisetzung (2021: Mittelbindung) im Net Working Capital nach Bereinigung von Währungseffekten und Veränderungen des Konsolidierungskreises stellt sich wie folgt dar:
Cashflow aus InvestitionstätigkeitDen Mittelabflüssen aus den Investitionen in Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzanlagen in Höhe von 84 Mio. € und für den Erwerb von konsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von 22 Mio. € sowie von nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen in Höhe von 2 Mio. € standen Mittelzuflüsse aus dem Abgang von Sach- und Finanzanlagen von in Summe 74 Mio. € gegenüber. Insgesamt ergab sich ein Nettoabfluss in Höhe von 34 Mio. € (2021: 60 Mio. €). Cashflow aus FinanzierungstätigkeitIm Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von - 249 Mio. € (2021: 249 Mio. €) sind Dividendenausschüttungen an Aktionäre der Klöckner & Co SE in Höhe von 100 Mio. € und an nicht beherrschende Gesellschafter der Klöckner & Co SE in Höhe von 10 Mio. € sowie Tilgungszahlungen für Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 von 43 Mio. € enthalten. Die Auszahlungen aus Derivaten des Finanzierungsbereichs in Höhe von 6 Mio. € (2021: 11 Mio. €) resultieren aus dem Settlement von Währungsgeschäften mit Banken (Währungsswaps), die im Zusammenhang mit der Kurssicherung von Intercompany Darlehen eingesetzt werden. Die Geschäftsaktivitäten des Klöckner & Co-Konzerns bedingen, dass ständig kurzfristige Zahlungsmittel zur Verfügung stehen. Sie werden grundsätzlich innerhalb eines Monats zur Rückführung von Working-Capital-Krediten verwendet. Die Finanzverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:
(35) SegmentberichterstattungDie Berichterstattung über die Geschäftssegmente gemäß IFRS 8 erfolgt anhand der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Der Klöckner & Co-Konzern ist regional organisiert. Die Berichtsstruktur umfasst alle Gesellschaften, die in diesen Regionen ihren Sitz haben. Zentralfunktionen, die keinem Segment zugeordnet werden können, sowie Konsolidierungsvorgänge sind separat dargestellt. Die Rechnungslegungsgrundsätze der Segmente entsprechen den in Textziffer 5 (Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) beschriebenen wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, mit Ausnahme der Effekte aus dem Beteiligungsbereich (insbesondere Ausschüttungen und Impairments auf konsolidierte verbundene Unternehmen), die zwischen den Segmenten eliminiert werden.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kann wie folgt auf das Konzernergebnis vor Steuern übergeleitet werden:
Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden und nach Geschäftsarten kann der Textziffer 7 (Umsatzerlöse) entnommen werden. Das EBITDA als zentrale Steuerungsgröße ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die wesentlichen Sondereffekte, um die das EBITDA bereinigt wurde, ergeben sich aus Textziffer 6 (Besondere Ergebniseinflüsse). Das Net Working Capital umfasst Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich Vertragsvermögenswerten und Bonusforderungen an Lieferanten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einschließlich Vertragsverbindlichkeiten und erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen. Die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge betreffen im Wesentlichen Marktwertveränderungen derivativer Finanzinstrumente. Langfristige Vermögenswerte nach LändernImmaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verteilen sich nach Ländern wie folgt:
*) Die Angabe wurde gem. IFRS 8.33 b) angepasst.
(36) Ereignisse nach dem BilanzstichtagIm Dezember 2022 wurde ein Vertrag über 100 % der Anteile an der National Material of Mexico, S. de R.L. de C.V., Mexiko, einschließlich dreier Tochtergesellschaften unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt 340 Mio. USD und wird mit bestehender Liquidität sowie einer Ziehung von bestehenden Kreditlinien gezahlt. Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen voraussichtlich Mitte 2023 erfolgen. Die Gruppe ist eines der größten Stahl-Service-Center in Mexiko und erwirtschaftete 2021 mit 412 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 564 Mio. USD und ein EBITDA von 65 Mio. USD sowie einen Jahresüberschuss von 42 Mio. USD. Wir haben Anfang März 2023 erste Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über eine logistische Optimierung der Standorte in Frankreich geführt, um eine Stärkung der operativen Geschäftstätigkeit sowie zukünftiges Wachstum zu ermöglichen. Bei Umsetzung des Konzeptes schätzen wir die künftigen Einmal-Aufwendungen für Rückstellungen auf einen niedrigen zweistelligen Millionen Euro Betrag. Demgegenüber erwarten wir mittelfristig Erträge aus dem Verkauf von Immobilien und jährlich wiederkehrende positive Ergebniseffekte aus Effizienzverbesserungen. (37) Informationen zur AbschlussprüfungZum Abschlussprüfer des Einzel- und Konzernabschlusses der Klöckner & Co SE ist die KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, bestellt. Der Bestätigungsvermerk wird durch die Wirtschaftsprüfer Christoph Velder (seit dem Geschäftsjahr 2018) und Ireen Mehdi Zadegan (seit dem Geschäftsjahr 2022) unterzeichnet. Für die im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, fielen folgende Honorare an:
Die Honorare für die Abschlussprüfung betreffen im Wesentlichen die Prüfung des Konzernabschlusses nach IFRS und die vom Abschlussprüfer durchgeführten Prüfungen der Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sowie die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts 2022. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen. Die Honorare für Steuerberatungsleistungen des Vorjahres betrafen Einzelfallberatungen und die laufende Beratung im Zusammenhang mit Steuererklärungen sowie die Beratung in sonstigen nationalen und internationalen steuerlichen Fragestellungen. (38) Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktGAm 13. Dezember 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionärinnen und Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Duisburg, 3. März 2023 Klöckner & Co SE DER VORSTAND Guido Kerkhoff, VORSITZENDER DES VORSTANDS, CEO Dr. Oliver Falk, MITGLIED DES VORSTANDS, CFO John Ganem, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO AMERICAS Bernhard Weiß, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO EUROPE Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Klöckner & Co SE, DuisburgVermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPRÜFUNGSURTEILEWir haben den Konzernabschluss der Klöckner & Co SE, Duisburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "Konzernlagebericht") der Klöckner & Co SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILEWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSESBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Die Werthaltigkeit einzelner langfristiger Vermögenswerte bzw. einer Gruppe von langfristigen Vermögenswerten(ohne Goodwill)Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Klöckner & Co SE verweisen wir auf Abschnitt (5) des Konzernanhangs. Weitere Angaben zum Wertminderungstest finden sich in Abschnitt (16) des Konzernanhangs. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSKlöckner weist in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 immaterielle Vermögenswerte von EUR 84,5 Mio, davon EUR 50,0 Mio immaterielle Vermögenswerte (ohne Goodwill), und Sachanlagen von EUR 799,2 Mio aus. Mit 23 % der Bilanzsumme haben sie einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft. Zum 31. Dezember 2022 wurden Wertminderungen in Höhe von insgesamt EUR 0,6 Mio auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Zuschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von insgesamt EUR 0,4 Mio vorgenommen. Die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte wird auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überprüft. Im Rahmen der Wertermittlung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zieht Klöckner einen externen Sachverständigen hinzu. Ein identifizierter Abwertungsbedarf ist auf die einzelnen Vermögenswerte zu verteilen. Dabei darf der Buchwert eines einzelnen Vermögenswertes jedoch nicht unter seinen beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung herabgesetzt werden (Wertuntergrenze). Der Ermittlung der zu beachtenden Wertuntergrenze im Rahmen der Zuordnung eines identifizierten Abwertungsbedarfs auf die einzelnen Vermögenswerte werden externe Gutachten eines Sachverständigen sowie externe Quellen zu Bodenwerten zugrunde gelegt. Die Werthaltigkeitsprüfung einzelner zahlungsmittelgenerierender Einheiten, die Zuordnung eines identifizierten Abwertungsbedarfs auf die einzelnen Vermögenswerte sowie die Ermittlung der Wertuntergrenze einzelner Vermögenswerte sind komplex und beruhen auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Ermessensbehaftet sind insbesondere die Schätzungen zu zeitlichem Anfall und Höhe der zukünftig zu erwartenden bewertungsrelevanten Zahlungsmittelzuflüsse sowie die zur Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten angewandten Diskontierungszinssätze. Die gesetzlichen Vertreter haben die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die möglichen landesspezifischen Marktveränderungen auf die Geschäftstätigkeit eingeschätzt und in den zukünftig zu erwartenden bewertungsrelevanten Zahlungsmittelzuflüssen angemessen berücksichtigt. Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben die Schätzunsicherheit der zukünftig zu erwartenden bewertungsrelevanten Zahlungsmittelzuflüsse erhöht. Bei der Ermittlung der Wertuntergrenze der einzelnen Vermögenswerte sind darüber hinaus Einschätzungen zu den wesentlichen Bewertungsparametern Indexierung, Alterswertminderungen, Gesamtnutzungsdauern, technische Abschläge und Veräußerungskosten des Sachanlagevermögens, zur Marktüblichkeit der Leasingzahlungen sowie zu der Lage, Nutzbarkeit und dem Zustand von Grundstücken und Gebäuden zu treffen. Es besteht daher das Risiko für den Abschluss, dass ein Wertminderungsbedarf ggf. nicht oder nicht in ausreichender Höhe identifiziert wurde oder dass ein identifizierter Wertminderungsbedarf nicht oder nicht in ausreichender Höhe auf die einzelnen Vermögenswerte verteilt wurde und damit die Vermögenswerte des Konzerns überbewertet sind. Ferner besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGUnter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und Bewertungsparameter, der Berechnungsmethode für den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie der Wertuntergrenze der einzelnen Vermögenswerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen umfassten unter anderem die Prüfung der Angemessenheit der Zahlungsmittelzuflüsse, die bei der Berechnung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verwendet wurden. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir die Abstimmung zu dem von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget (erstes Planjahr) bzw. zur Kenntnis genommenen weiteren drei Planjahren vorgenommen. Weiterhin haben wir die Unternehmensplanung unter Hinzuziehung von Marktdaten und öffentlich verfügbaren Analystenreports gewürdigt. Darüber hinaus haben wir die Angemessenheit der in der Unternehmensplanung für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten enthaltenen Planwerte und der zugrunde liegenden Annahmen gewürdigt. Wir haben die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Sofern bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein möglicher Wertminderungsbedarf identifiziert wurde, beauftragte Klöckner einen externen Gutachter zur Ermittlung der Wertuntergrenzen für die einzelnen Vermögenswerte. Wir haben die Kompetenz, Fähigkeit und Objektivität des externen Gutachters beurteilt und dessen durchgeführte Ermittlung der Wertuntergrenzen für die einzelnen Vermögenswerte einer inhaltlichen Prüfung unterzogen. Dabei haben wir zunächst beurteilt, ob alle Vermögenswerte der zu überprüfenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit vollständig in die Wertermittlung einbezogen wurden. Im nächsten Schritt haben wir beurteilt, ob die Bewertungsverfahren zur Ermittlung der Wertuntergrenzen sachgerecht angewendet wurden. Wir haben uns in diesem Zusammenhang auch davon überzeugt, ob die wesentlichen Bewertungsannahmen und -parameter angemessen und nachvollziehbar angewendet wurden. Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode zur Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten haben wir für eine risikoorientierte Auswahl die von einem von der Gesellschaft beauftragten unabhängigen Sachverständigen vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert. Wir haben die Kompetenz, Fähigkeit und Objektivität des externen Sachverständigen beurteilt und dessen durchgeführte Ermittlung einer inhaltlichen Prüfung unterzogen. Weiterhin haben wir anhand risikoorientiert ausgewählter Vermögenswerte die rechnerische Richtigkeit der verwendeten Bewertungsmodelle der Wertuntergrenze der einzelnen Vermögenswerte nachvollzogen. Darüber hinaus haben wir beurteilt, ob der sich ergebende Wertminderungsbedarf zutreffend im Abschluss erfasst wurde. Abschließend haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben in Bezug auf den Wertminderungstest sachgerecht sind. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie der Werthaltigkeitsprüfung und der Wertuntergrenze der Vermögenswerte zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Daten sind angemessen. Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht. SONSTIGE INFORMATIONENDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem:
Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHTDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTSUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DER FÜR ZWECKE DER OFFENLEGUNG ERSTELLTEN ELEKTRONISCHEN WIEDERGABEN DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS NACH § 317 ABS. 3A HGBWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "kloecknercoseconsol-2022-12-31-de.zip" (SHA256-Hashwert: 2a5a225025da5f76af6bfbd49d06197f4d537df260a0299c8e7e37c1a5266b22) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
ÜBRIGE ANGABEN GEMÄß ARTIKEL 10 EU-APRVOWir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juli 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Konzernabschlussprüfer der Klöckner & Co SE tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen -sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christoph Velder.
Düsseldorf, den 3. März 2023 KPMG
AG
gez. Velder WIRTSCHAFTSPRÜFER gez. Mehdi Zadegan WIRTSCHAFTSPRÜFERIN Erklärung des VorstandsErklärung des Vorstands zum Konzernabschluss und KonzernlageberichtNach bestem Wissen versichern wir, dass der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Duisburg, 3. März 2023 Klöckner & Co SE Der Vorstand Guido Kerkhoff, VORSITZENDER DES VORSTANDS, CEO Dr. Oliver Falk MITGLIED DES VORSTANDS, CFO John Ganem, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO AMERICAS Bernhard Weiß, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO EUROPE EINZELABSCHLUSS der Klöckner & Co SEEinzelabschlussGewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
Entwicklung des Anlagevermögens zum Jahresabschluss 31. Dezember 2022 (Anlage zum Anhang)
Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2022Allgemeine AngabenDie Klöckner & Co SE ist das Mutterunternehmen des Klöckner & Co-Konzerns mit Sitz in Duisburg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 20486 eingetragen. Die Klöckner & Co SE nimmt die operative Führung des Konzerns wahr. Sie hält unmittelbar die Anteile an den meisten Führungsgesellschaften der nationalen und internationalen Landesorganisationen sowie an einzelnen operativen Landesgesellschaften des Konzerns. Die Aktie der Klöckner & Co SE ist seit dem Börsengang am 28. Juni 2006 am Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Der Jahres- und der Konzernabschluss werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDer Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 wird nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Klöckner & Co SE stellt einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, der im Einklang mit den EU-Richtlinien steht. Die Gliederung des Jahresabschlusses folgt den Vorschriften der § 266 bis § 277 HGB. AktivaErworbene immaterielle Vermögensgegenstände sowie Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden grundsätzlich mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung handelsrechtlicher Abschreibungen bewertet. Vom Wahlrecht der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird kein Gebrauch gemacht. Bewegliche abnutzbare Anlagegüter werden planmäßig linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Soweit abnutzbaren Anlagegegenständen am Bilanzstichtag ein niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung wird zwischen drei und 13 Jahren abgeschrieben. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten und bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Der beizulegende Wert für die wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen wird mithilfe des Ertragswertverfahrens ermittelt. Die für das Ertragswertverfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten vier Jahre (2021: drei Jahre), die unter Annahme von langfristigen Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bewertet. Erkennbare Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Forderungen in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB nicht angewendet. PassivaPensionsrückstellungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode analog zu IAS 19) bewertet. In Übereinstimmung mit den Anforderungen des BilMoG wurden bei der Bewertung Gehaltssteigerungen von 2,9 % (2021: 2,7 %) und Rentensteigerungen in Höhe von 4,50 % (2021: 2,00 %) berücksichtigt. Die biometrischen Rechnungslegungsgrundlagen basieren auf den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck (2021: Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck). Die Verpflichtung wird mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt und der regelmäßig von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird. Für die Berechnung des Durchschnittszinssatzes werden zehn Jahre zugrunde gelegt. Er beträgt zum Bilanzstichtag 1,78 % (2021: 1,87 %). Vermögensgegenstände, die dem Zugriff der Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen dienen, werden mit der entsprechenden Verpflichtung saldiert. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung werden im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch Vermögensgegenstände verwaltet. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert ergibt sich aus stichtagsaktuellen Marktwerten der Kapitalverwaltungsgesellschaften. Das Deckungsvermögen wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Die übrigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Verpflichtungen und drohenden Risiken Rechnung. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, die von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht werden. Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer längeren Restlaufzeit werden mit dem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder mit dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bilanziert. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, d. h., sie werden auf der Basis quotierter Preise von Banken oder durch finanzmathematische Berechnungen auf der Grundlage banküblicher Modelle ermittelt. Sofern Marktwerte vorliegen, entsprechen diese dem Preis, zu dem Dritte die Rechte oder Pflichten aus den Finanzinstrumenten übernehmen würden. Die beizulegenden Zeitwerte sind die Tageswerte der derivativen Finanzinstrumente ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Positive beizulegende Zeitwerte werden als sonstige Vermögensgegenstände und negative beizulegende Zeitwerte als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzinstrumente, die aufgrund des Volumens und der Laufzeit die Risiken aus dem Grundgeschäft ausgleichen, werden nach § 254 HGB zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Unter Anwendung der Einfrierungsmethode werden diese mit dem Kurs zum Entstehungszeitpunkt bewertet. Wertänderungen im Hinblick auf das abgesicherte Risiko werden bilanziell und ergebnismäßig nicht erfasst. Gewinn- und VerlustrechnungDie Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen werden im Zinsergebnis erfasst. AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens im Berichtsjahr ergibt sich aus dem Anlagespiegel. Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen ausschließlich erworbene Software. Im Berichtsjahr erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen auf den Beteiligungsbuchwert der Kloeckner Metals Belgium N.V., Harelbeke, Belgien, in Höhe von 8.489 T€ (2021: 0 T€), der Kloeckner Metals Brasil Ltda., São Paulo, Brasilien, in Höhe von 1.854 T€ (2021: 0 T€) und der Kloeckner Metals France Holding S.A.S., Aubervilliers, Frankreich, in Höhe von 678 T€ (2021: Zuschreibung 31.709 T€). Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr eine Kapitalerhöhung in Höhe von 4.200 T€ (2021: 9.500 T€) bei der XOM Materials GmbH, Berlin, vorgenommen, die sofort in voller Höhe wertberichtigt wurde (2021: Wertberichtigung des Beteiligungsbuchwert in voller Höhe 34.733 T€). Eine Übersicht über die Beteiligungen ist als Anlage beigefügt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus dem europaweiten Cash-Pooling, aus Gewinnausschüttungen und Ergebnisabführungen, der Erbringung von Finanzierungsdienstleistungen sowie aus dem laufenden Verrechnungsverkehr und kurzfristigen Darlehen. Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 2.553 T€ (2021: 2.304 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und betreffen im Wesentlichen nichtverpfändete Rückdeckungsversicherungen. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der VermögensverrechnungMit dem Ziel der vollständigen Ausfinanzierung der Versorgungsverpflichtungen wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Treuhandmodell in Form einer doppelseitigen zweistufigen Treuhandschaft ("Contractual Trust Arrangement", CTA) aufgelegt und mit einer Einzahlung von 122 Mio. € versehen. Da der Zeitwert des Deckungsvermögens aus dem CTA sowie des Deckungsvermögens aus Rückdeckungsversicherungen zum 31. Dezember 2021 die Verpflichtung vollumfänglich überstieg, erfolgte der Ausweis als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung mit 20.792 T€. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 beträgt der Wert der Pensionsverpflichtung 135.223 T€ und wird nach Verrechnung mit dem Deckungsvermögen Rückdeckungsversicherungen mit dem Netto-Wert von 630 T€ als Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ausgewiesen. Wir verweisen auf die Ausführungen zum Punkt "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen". Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenZum 31. Dezember 2022 betrugen die Pensionsverpflichtungen 135.223 T€. Nach Verrechnung mit dem Deckungsvermögen - bestehend aus der doppelseitigen zweistufigen Treuhandschaft ("Contractual Trust Agreement", CTA) sowie aus Rückdeckungsversicherungen - mit einem beizulegenden Zeitwert von 134.592 T€ ergibt sich ein ausgewiesener Netto-Wert der Pensionsverpflichtungen von 630 T€. Im Vorjahr betrug der Wert der Pensionsverpflichtung 129.190 T€ und wurde nach Verrechnung mit dem Deckungsvermögen mit dem Netto-Wert von 20.792 T€ als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Wir verweisen auf die Ausführungen zum Punkt "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung". RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
Der ausschüttungsgesperrte Betrag aus der Anpassung des Durchschnittszinssatzes gemäß § 253 HGB beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 5.948 T€ (2021: 8.963 T€). Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen betrugen im Geschäftsjahr 2.344 T€; die Aufwendungen aus der Bewertung des Deckungsvermögens mit dem beizulegenden Wert beliefen sich auf 7.157 T€. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2.737 T€ mit Erträgen aus der Verzinsung des Deckungsvermögens in Höhe von 313 T€ verrechnet. EigenkapitalDas Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 249.375.000 € und ist in 99.750.000 Aktien eingeteilt. Der rechnerisch anteilige Betrag einer Aktie am Grundkapital beträgt jeweils 2,50 €. Der Vorstand ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 1. Juni 2022 ermächtigt, bis zum 31. Mai 2027 eigene Aktien bis zu 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 1. Juni 2022 oder - falls dieser Wert geringer ist - des im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Zusätzlich wurde der Vorstand ermächtigt, die eigenen Aktien auch unter Einsatz von Derivaten (Put-, Call-Optionen oder Termingeschäfte) zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch die Gesellschaft, durch Konzernunternehmen oder für Rechnung der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen durch Dritte ausgenutzt werden. Die Ermächtigung kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck ausgeübt werden; ein Handel in eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Von der Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Der nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Betrag aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes für Altersversorgungsverpflichtungen beläuft sich auf 5.948 T€ (2021: 8.963 T€). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, vom Bilanzgewinn der Klöckner & Co SE für das Geschäftsjahr 2022 einen Betrag von 39.900 T€ an die Aktionärinnen und Aktionäre als Dividende auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 33.421 T€ in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der Dividendenvorschlag führt bei 99.750.000 dividendenberechtigten Stückaktien zu einer Ausschüttung von 0,40 € je Stückaktie. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Verbindlichkeiten
Im September 2016 wurde eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 147.800 T€ platziert. Anleiheschuldnerin ist die Klöckner & Co Financial Services S.A., eine 100%ige luxemburgische Tochtergesellschaft. Die Anleihe wird von der Klöckner & Co SE garantiert und ist in neue oder bestehende Aktien von der Klöckner & Co SE wandelbar. Die Anleihe ist in 1.478 Schuldverschreibungen aufgeteilt, mit denen zum 31. Dezember 2022 Wandlungsrechte von 10.480 Tausend verbunden sind. Der Kupon der Schuldverschreibungen wurde auf 2,00 % p. a. fixiert und die Wandlungsprämie auf 27,5 % über dem Referenzpreis bei Emission festgesetzt, was einem anfänglichen Wandlungspreis von 14,82 € entsprach. Der Wandlungspreis wurde zuletzt im Zusammenhang mit der Dividendenzahlung im Juni 2022 auf 12,1837 € angepasst. Die Laufzeit der Schuldverschreibungen beträgt sieben Jahre. Seitens der Emittentin konnte die Anleihe während der ersten fünf Jahre nicht vorzeitig gekündigt werden. Seitdem besteht die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung, sofern der Börsenkurs der Klöckner & Co-Aktie (über gewisse Perioden hinweg) 130 % des Wandlungspreises übersteigt. Im Juli 2022 hat Klöckner & Co einen Teil der Wandelschuldverschreibung mit einem Nominalvolumen in Höhe von 7.100 T€ zurückgekauft und anschließend eingezogen, wodurch sich das ausstehende Volumen auf 140.700 T€ reduziert hat. Aufgrund der Fälligkeit im September 2023 wurde die Wandelanleihe von den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen mit 145 T€ aus Zinsverpflichtungen für den Syndizierten Kredit. Die Verbindlichkeiten aus dem zum 31. Dezember 2022 mit 25.000 T€ (2021: 20.000 T€) in Anspruch genommenen Syndizierten Kredit sind unbesichert. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten:
Derivative FinanzinstrumenteDie Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2022 stellen sich wie folgt dar:
Das Devisentermingeschäft bezieht sich auf ein konzerninternes Darlehen an die britische Tochtergesellschaft in Höhe von 36 Mio. GBP. Die Klöckner & Co SE übernimmt die zentrale Finanzierung des Klöckner & Co-Konzerns. Aus den Finanzinstrumenten ist die Klöckner & Co SE Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Sie ergeben sich aus Darlehen in Fremdwährung, die im Rahmen der zentralen Konzernfinanzierung an Konzerngesellschaften ausgereicht und vollständig gesichert werden. Dazu werden derivative Finanzinstrumente abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zahlungsstromrisiken und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Dieser Sicherungszusammenhang besteht in Form von Micro-Hedges für sechs Devisentermingeschäfte mit einer Maximallaufzeit von drei Monaten. In diesen Fällen werden die Grundgeschäfte zu den vertraglich vereinbarten Sicherungskursen bilanziert, ein separater Ausweis der derivativen Finanzinstrumente erfolgt nicht. Die Klöckner & Co SE schließt grundsätzlich nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem Sicherungszusammenhang mit einem Grundgeschäft stehen. Wertänderungen bzw. Zahlungsströme gleichen sich aufgrund übereinstimmender Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft vollständig aus. Folgende Methoden werden bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (Marktwert) zugrunde gelegt: WährungssicherungskontrakteDer beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweiligen Restlaufzeiten des Kontrakts im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Die Diskontierung erfolgt unter Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos. Sonstige finanzielle VerpflichtungenEs bestehen im Folgejahr fällige Verpflichtungen aufgrund mehrjähriger Miet- und Leasingverträge in Höhe von 1.829 T€ (31. Dezember 2021: 1.808 T€). Der Gesamtbetrag für diese finanziellen Verpflichtungen beträgt 4.645 T€ (31. Dezember 2021: 6.453 T€). UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse bestehen aus Lieferungen und Leistungen an Tochtergesellschaften und betreffen folgende Bereiche:
Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von 814 T€ (2021: 336 T€) sowie im Vorjahr Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 17 T€. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr enthaltenen Erträgen aus der Zuschreibung des Beteiligungsbuchwerts der Kloeckner Metals France S.A.S., Aubervilliers, Frankreich, in Höhe von 31.709 T€. Personalaufwand
Der Personalaufwand des Vorjahres enthielt mit 2.008 T€ Abfindungs- und Freistellungsaufwendungen. Der darüber hinausgehende Rückgang der Löhne und Gehälter ist im Wesentlichen auf im Vergleich zum Vorjahr geringere ergebnisabhängige Tantieme- und Bonusaufwendungen zurückzuführen. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
Die Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht, der Bestandteil des Geschäftsberichts ist, detailliert und individualisiert dargestellt. Die folgende Darstellung zeigt die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands der Klöckner & Co SE - abweichend von den im Vergütungsbericht gemachten Angaben zu gewährter und zugeflossener Vergütung - entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften:
Für ehemalige Mitglieder des Vorstands bestehen handelsrechtliche Pensionsrückstellungen in Höhe von 24.605 T€ (2021: 22.085 T€). Im Berichtsjahr wurden Renten von 747 T€ (2021: 455 T€) an ehemalige Vorstandsmitglieder gezahlt. Darüber hinaus wurde im Vorjahreszeitraum eine Abfindung aus Anlass der Beendigung der Vorstandstätigkeit eines Vorstandsmitglieds von 1.849 T€ gezahlt. Die Geschäfte mit Mitgliedern des Managements in der Berichtsperiode beschränken sich auf die oben dargestellte Tätigkeit als Vorstand. Sonstige betriebliche AufwendungenDie Vergütungen des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2022 501 T€ (2021: 469 T€). Zum Abschlussprüfer des Einzel- und Konzernabschlusses der Klöckner & Co SE ist die KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, bestellt. Der Bestätigungsvermerk wird durch die Wirtschaftsprüfer Christoph Velder (seit dem Geschäftsjahr 2018) und Ireen Mehdi Zadegan (seit dem Geschäftsjahr 2022) unterzeichnet. Für die im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, fielen folgende Honorare an, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind:
Die Honorare für die Abschlussprüfung betreffen im Wesentlichen die Prüfung des Konzernabschlusses nach IFRS und die vom Abschlussprüfer durchgeführten Prüfungen der Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sowie die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts 2022. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen. Die Honorare für Steuerberatungsleistungen des Vorjahres betrafen Einzelfallberatungen und die laufende Beratung im Zusammenhang mit Steuererklärungen sowie die Beratung in sonstigen nationalen und internationalen steuerlichen Fragestellungen. Beteiligungsergebnis
Die Erträge aus Beteiligungen betreffen Dividenden der Debrunner Koenig AG, St. Gallen, Schweiz, sowie der Kloeckner Metals Belgium, Harelbeke, Belgien. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen resultieren aus Verträgen mit Becker Stahl-Service GmbH, Duisburg, kloeckner.v GmbH, Berlin, und Kloeckner Metals Germany GmbH, Duisburg. Im Berichtsjahr wurden außerdem Verluste der Klöckner & Co Center of Excellence GmbH, Duisburg, sowie der kloeckner.i GmbH, Berlin, übernommen. Zinsergebnis
Die Zinserträge aus verbundenen Unternehmen resultierten aus der Konzernfinanzierung. Der Anstieg der Zinserträge resultiert aus der Erhöhung des Zinssatzes sowie der Erhöhung der Finanzforderungen gegen verbundenen Unternehmen. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen betreffen ausschließlich Pensionsrückstellungen. SteuernDie Steuern betreffen ausschließlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und belasten in vollem Umfang das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Aus der Ermittlung der latenten Steuern ergab sich ein Aktivüberhang. Das Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde nicht in Anspruch genommen. Somit sind im Steueraufwand keine latenten Steuern enthalten. Der aktive Überhang der nicht angesetzten latenten Steuern beträgt 24.238 T€ (2021: 35.934 T€) und resultiert aus steuermindernden temporären Differenzen in Höhe von 24.561 T€ (2021: 36.606 T€), denen Effekte aus steuererhöhenden temporären Differenzen in Höhe von 323 T€ (2021: 672 T€) gegenüberstehen. Darüber hinaus bestehen steuerliche Verlustvorträge, für die grundsätzlich auch aktive latente Steuern anzusetzen wären und die den aktiven Überhang der nicht angesetzten latenten Steuern erhöhen würden. Die steuermindernden temporären Differenzen resultieren im Wesentlichen aus Rückstellungen für Pensionen, Sozialplan und Drohverluste. Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 31,8 % (2021: 31,8 %) für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt. HaftungsverhältnisseDie Haftungsverhältnisse der Klöckner & Co SE bestehen ausschließlich aus Bürgschaften in Höhe von 19.691 T€ (2021: 31.291 T€) und betreffen Kredite inländischer und ausländischer Konzernunternehmen sowie Garantien und Kredithilfen, die zur Sicherstellung der Finanzierung verbundener Unternehmen gewährt wurden. Nach unseren Erkenntnissen sind die betreffenden Konzerngesellschaften im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Lage, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Mit einer Inanspruchnahme ist daher nicht zu rechnen. Ereignisse nach dem BilanzstichtagVorgänge nach Abschluss der Berichtsperiode, über die zu berichten wäre, lagen nicht vor. Sonstige AngabenAngaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktGGemäß Artikel 61 der SE-Verordnung in Verbindung mit § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG sind Angaben über das Bestehen von Beteiligungen zu machen, die nach § 33 Abs. 1 oder § 33 Abs. 2 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) dem Unternehmen mitgeteilt worden sind. Wir haben die in der Anlage zum Anhang aufgestellten Mitteilungen nach §§ 40, 33 WpHG (bzw. etwaigen Vorgängervorschriften) über Beteiligungen an der Klöckner & Co SE erhalten, die auch weiterhin Bestand haben und sich nicht etwa durch eine zwischenzeitig mitgeteilte Schwellenunterschreitung erledigt haben. Unterjährige Schwellenunterschreitungen im Berichtsjahr werden in der in der Anlage zum Anhang aufgestellten Tabelle wiedergegeben. Etwaige Mitteilungen nach §§ 40, 33 WpHG über das Berichtsjahr hinaus sind in dieser Tabelle bis zum 3. März 2023 berücksichtigt. Im Falle eines mehrfachen Erreichens, Über- oder Unterschreitens der in diesen Vorschriften genannten Schwellenwerte durch einen Meldenden wird grundsätzlich nur die zeitlich jeweils letzte Mitteilung aufgeführt, die zu einer Über- oder Unterschreitung bzw. Erreichung der Schwellenwerte geführt hat. Sofern Meldungen nach einer Vorgängerfassung des WpHG im Bestand aufgenommen wurden, werden diese Angaben gemäß damaliger Mitteilung und Nennung der alten Fassung des WpHG (WpHG a. F.) wiedergegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die Angaben zu der Beteiligung in Prozent und Stimmrechten zwischenzeitlich überholt sein können. Die Aufstellung nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG ist als Anlage beigefügt. OrganeEine Liste der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ist als Anlage beigefügt. EntsprechenserklärungAm 13. Dezember 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionärinnen und Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Duisburg, 3. März 2023 Klöckner & Co SE DER VORSTAND Guido Kerkhoff, VORSITZENDER DES VORSTANDS, CEO Dr. Oliver Falk, MITGLIED DES VORSTANDS, CFO John Ganem, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO AMERICAS Bernhard Weiß, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO EUROPE Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Klöckner & Co SE, DuisburgVermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsPRÜFUNGSURTEILEWir haben den Jahresabschluss der Klöckner & Co SE, Duisburg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "Lagebericht") der Klöckner & Co SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILEWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Jahresabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSESBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Die Werthaltigkeit des FinanzanlagevermögensZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die im Anhang dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Die Entwicklung der Finanzanlagen ist in der Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSIm Jahresabschluss der Klöckner & Co SE zum 31. Dezember 2022 werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 1.073,6 Mio ausgewiesen. Der Anteil der Anteile an verbundenen Unternehmen an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 72 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die beizulegenden Werte für die Anteile an verbundenen Unternehmen ermittelt die Gesellschaft mithilfe des Ertragswertverfahrens. Im Rahmen der Wertermittlung der beizulegenden Werte zieht Klöckner einen externen Sachverständigen hinzu. Die für das Ertragswertverfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten vier Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Ertragswertverfahren ist komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze. Die gesetzlichen Vertreter haben die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die möglichen landesspezifischen Marktveränderungen auf die Geschäftstätigkeit eingeschätzt und in den zukünftig zu erwartenden bewertungsrelevanten Zahlungsmittelzuflüssen angemessen berücksichtigt. Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben die Schätzunsicherheit der zukünftig zu erwartenden bewertungsrelevanten Zahlungsmittelzuflüsse erhöht. Vor dem Hintergrund der makroökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der damit teilweise einhergehenden geminderten Ertragsaussichten hat die Klöckner & Co SE im Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt EUR 15,2 Mio vorgenommen. Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Wertminderungen nicht in ausreichender Höhe erfasst wurden und die Anteile an verbundenen Unternehmen somit nicht werthaltig sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGZunächst haben wir uns unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten durch Erläuterungen des Beteiligungscontrollings sowie Würdigung der Dokumentationen ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit der gehaltenen Finanzanlagen verschafft. Dabei haben wir uns intensiv mit der Vorgehensweise der Gesellschaft zur Bestimmung von Abschreibungsbedarf auseinandergesetzt und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen eingeschätzt, ob Anhaltspunkte für von der Gesellschaft nicht identifizierten Abschreibungsbedarf bestehen. Anschließend haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Bewertungsmethode für die von einem von der Gesellschaft beauftragten unabhängigen Sachverständigen durchgeführten Unternehmensbewertungen anhand einer risikoorientierten Auswahl beurteilt. Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode haben wir die von dem von der Gesellschaft beauftragten unabhängigen Sachverständigen vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert. Wir haben die Kompetenz, Fähigkeit und Objektivität des externen Sachverständigen beurteilt und dessen durchgeführte Ermittlung einer inhaltlichen Prüfung unterzogen. Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Weiterhin haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Hierzu haben wir uns diese Annahmen von der Gesellschaft erläutern lassen und die Auswirkung von strategischen und operativen Maßnahmen auf die Planungen gewürdigt. Außerdem haben wir die Abstimmung mit dem von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget (erstes Planjahr) bzw. zur Kenntnis genommenen weiteren drei Planjahren vorgenommen. Ferner haben wir uns von der bisherigen Planungsgüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Abschließend haben wir die durch die Klöckner & Co SE ermittelten Bewertungsergebnisse mit dem Vorstand diskutiert und die daraus abgeleitete buchhalterische Erfassung der Bewertungsergebnisse nachvollzogen. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDas der Werthaltigkeitsprüfung der Finanzanlagen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Daten der Gesellschaft sind sachgerecht. SONSTIGE INFORMATIONENDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem:
Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHTDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DER FÜR ZWECKE DER OFFENLEGUNG ERSTELLTEN ELEKTRONISCHEN WIEDERGABEN DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS NACH § 317 ABS. 3A HGBWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "kloecknercoseconsol-JA-2022-12-31-de.zip" (SHA256-Hashwert: e19a8590b92e799d49ae203c724506b87c82e71dc903ef3e4f3a1c68376112e6) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
ÜBRIGE ANGABEN GEMÄß ARTIKEL 10 EU-APRVOWir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juli 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Abschlussprüfer der Klöckner & Co SE tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christoph Velder.
Düsseldorf, 3. März 2023 KPMG
AG
gez. Velder, WIRTSCHAFTSPRÜFER gez. Mehdi Zadegan, WIRTSCHAFTSPRÜFERIN Erklärung des VorstandsWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Klöckner & Co SE vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Duisburg, 3. März 2023 DER VORSTAND Guido Kerkhoff, VORSITZENDER DES VORSTANDS, CEO Dr. Oliver Falk, MITGLIED DES VORSTANDS, CFO John Ganem, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO AMERICAS Bernhard Weiß, MITGLIED DES VORSTANDS, CEO EUROPE Anlage zum Anhang und zum Konzernanhang der Klöckner & Co SEAufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB/§ 313 Abs. 2 HGB
1) IFRS HBII-Werte.
Aufstellung nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktGWeitere Informationen zur Aktionärsstruktur der Klöckner & Co SE sowie sämtliche Veröffentlichungen durch die Klöckner & Co SE über Mitteilungen von Beteiligungen im Berichtsjahr und spätere Mitteilungen finden Sie auf der Internetseite der Klöckner & Co SE (unter https://www.kloeckner.com/de/investoren/aktie.html bzw. https://www.kloeckner.com/de/investoren/rechtliche-mitteilungen/stimmrechtsmitteilungen.html).
1) Wegen der außerdem in der Mitteilung
genannten vollständigen Kette der Tochterunternehmen
wird auf unsere Veröffentlichung vom 9. Februar 2016
gemäß § 26 Abs. 1 WpHG a.F. verwiesen.
Zusätzliche Angaben zum Konzern- und EinzelabschlussAnlage zum AnhangAngaben über zusätzliche Mandate von Vorstandsmitgliedern der Klöckner & Co SE (§ 285 Nr. 10 HGB)Guido KerkhoffVORSITZENDER DES VORSTANDSKonzerninterne Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Andere Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Dr. Oliver FalkFINANZVORSTANDKonzerninterne Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Andere Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
John GanemMITGLIED DES VORSTANDSKonzerninterne Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Andere Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Bernhard WeißMITGLIED DES VORSTANDSKonzerninterne Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Andere Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Angaben über zusätzliche Mandate der Aufsichtsratsmitglieder der Klöckner & Co SE (§ 285 Nr. 10 HGB)Prof. Dr. Dieter H. Vogel, VorsitzenderGESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER DER CASSIOPEIA GMBH, DÜSSELDORF
Dr. Ralph Heck, stellvertretender VorsitzenderDIRECTOR EMERITUS MCKINSEY & COMPANY, MEGGEN, SCHWEIZ UND VORSITZENDER DES VORSTANDS DER BERTELSMANN STIFTUNG, GÜTERSLOH
Prof. Dr. Tobias KollmannINHABER DES LEHRSTUHLS FÜR DIGITAL BUSINESS UND DIGITAL ENTREPRENEURSHIP AN DER UNIVERSITÄT DUISBURG-ESSEN
Prof. Dr. E.h. Friedhelm LohUNTERNEHMER, EIGENTÜMER UND VORSTANDSVORSITZENDER DER FRIEDHELM LOH STIFTUNG & CO. KG, HAIGER
Uwe RöhrhoffSELBSTSTÄNDIGER BERATER UND AUFSICHTSRATSMITGLIED
Ute WolfFINANZVORSTÄNDIN DER EVONIK INDUSTRIES AG, ESSEN
1) Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden
Aufsichtsräten i. S. d. § 125 AktG.
DisclaimerDieser Bericht (vor allem das Kapitel "Prognosebericht") enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements von Klöckner & Co über künftige Entwicklungen beruhen. Sie sind im Allgemeinen durch die Wörter "erwarten", "davon ausgehen", "annehmen", "beabsichtigen", "einschätzen", "anstreben", "zum Ziel setzen", "planen", "werden", "erstreben", "Prognosebericht" und vergleichbare Ausdrücke gekennzeichnet und beinhalten im Allgemeinen Informationen, die sich auf Erwartungen oder Ziele für wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Umsatzerlöse oder andere Maßstäbe für den Unternehmenserfolg beziehen. Zukunftsbezogene Aussagen basieren auf derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen und gelten deshalb nur an dem Tag, an dem sie gemacht werden. Daher sind sie mit Vorsicht zu betrachten. Solche Aussagen unterliegen einer Vielzahl von Risiken und Unsicherheitsfaktoren (z. B. den in Veröffentlichungen beschriebenen), von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der Klöckner & Co SE liegen. Zu den relevanten Faktoren zählen auch die Auswirkungen bedeutender strategischer und operativer Initiativen einschließlich des Erwerbs oder der Veräußerung von Gesellschaften oder sonstigen Vermögenswerten. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten oder sollten sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, so können die tatsächlichen Ergebnisse der Klöckner & Co SE wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. Die Klöckner & Co SE kann keine Garantie dafür geben, dass die Erwartungen oder Ziele erreicht werden. Die Klöckner & Co SE lehnt - unbeschadet bestehender rechtlicher Verpflichtungen - jede Verantwortung für eine Aktualisierung der zukunftsbezogenen Aussagen durch Berücksichtigung neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder anderer Dinge ab. Zusätzlich zu den nach IFRS bzw. HGB erstellten Kennzahlen legt die Klöckner & Co SE Non-GAAP-Kennzahlen vor, z. B. EBITDA, EBIT, Net Working Capital sowie Netto-Finanzverbindlichkeiten, die nicht Bestandteil der Rechnungslegungsvorschriften sind. Diese Kennzahlen sind als Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz für die nach IFRS bzw. HGB erstellten Angaben zu sehen. Non-GAAP-Kennzahlen unterliegen weder den IFRS noch den HGB- oder anderen allgemein geltenden Rechnungslegungsvorschriften. Für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Klöckner & Co SE sollten diese ergänzenden Kennzahlen nicht isoliert oder als Alternative zu den im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit einschlägigen Rechnungslegungsrahmen ermittelten Finanzkennzahlen herangezogen werden. Andere Unternehmen legen diesen Begriffen unter Umständen andere Definitionen zugrunde. Wir verweisen auf die Definitionen dieses Geschäftsberichts. Ergänzend wird für sonstige in diesem Geschäftsbericht nicht definierte Begriffe auf das Glossar auf unserer Internetseite unter www.kloeckner.com/de/glossar.html verwiesen. RundungenBei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Abweichungen aus technischen GründenTechnische Gründe (z. B. Umwandlung von elektronischen Formaten) können zu Abweichungen zwischen den in diesem Geschäftsbericht enthaltenen und den beim Bundesanzeiger eingereichten Rechnungslegungsunterlagen führen. In diesem Fall gilt die beim Bundesanzeiger eingereichte Fassung als verbindlich. Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor, bei Abweichungen geht die deutsche Fassung vor. WertaussagenWertaussagen sind vereinheitlicht und stellen sich wie folgt dar:
Kontakt / ImpressumKontaktKlöckner & Co SEINVESTOR RELATIONSTelefon: +49 203 307 2290 Telefax: +49 203 307 5025 E-Mail: ir@kloeckner.com CORPORATE COMMUNICATIONSTelefon: +49 203 307 2050 E-Mail: pr@kloeckner.com ImpressumHerausgeberKLÖCKNER & CO SEAm Silberpalais 1 47057 Duisburg Deutschland Telefon: +49 203 307 0 Telefax: +49 203 307 5000 E-Mail: info@kloeckner.com www.kloeckner.com Konzeption, Gestaltung und SatzMPM - Part of RYZE Digital www.mpm.de FotografieOliver Rösler, Rödermark Silvia Steinbach, Bergisch Gladbach PublikationDieser Geschäftsbericht liegt auch als PDF vor. www.kloeckner.com FINANZKALENDER 20239. März 2023Veröffentlichung Jahresergebnis 2022Bilanzpressekonferenz Analysten-Telefonkonferenz 3. Mai 2023Veröffentlichung Konzern-Zwischenmitteilung 1. Quartal 2023Journalisten-Telefonkonferenz Analysten-Telefonkonferenz 17. Mai 2023Hauptversammlung 20232. August 2023Veröffentlichung Konzern-HalbjahresfinanzberichtJournalisten-Telefonkonferenz Analysten-Telefonkonferenz 31. Oktober 2023Veröffentlichung Konzern-Zwischenmitteilung 3. Quartal 2023Journalisten-Telefonkonferenz Analysten-Telefonkonferenz Klöckner & Co SEAm Silberpalais 1 47057 Duisburg Deutschland Telefon: +49 203 307 0 Telefax: +49 203 307 5000 www.kloeckner.com |
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