Brinkhaus GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Hubert Terbrack seit 29.8.2012 | Prokura |
Thomas Heinrich Bußkamp seit 23.3.2012 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Euro Comfort Holding GmbHBocholtKonzernabschluss zum 31. Dezember 2022Amtsgericht CoesfeldHRB 14839Konzern-BilanzAKTIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalspiegel
Konzern-AnhangI. Allgemeines Die Muttergesellschaft wird unter der Registernummer HRB 14839 beim Amtsgericht Coesfeld geführt. Der Konzernabschluss wurde unter Beachtung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden unter Beachtung der jeweiligen nationalen Bilanzierungsbestimmungen aufgestellt. Soweit diese Bestimmungen von den Bilanzierungsvorschriften des deutschen Handelsrechts sowie den bei der Euro Comfort Holding GmbH angewendeten Regelungen abweichen, wurden die ausländischen Abschlüsse für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss angepasst. Abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bestehen im Übrigen nicht. Soweit eine weitere Untergliederung oder inhaltliche Anpassung der Postenbezeichnung zum Zwecke der Bilanzklarheit erforderlich erschien, wurde in Anlehnung an § 265 Abs. 5 und 6 HGB hiervon Gebrauch gemacht. Im Einzelnen wird nach folgenden Grundsätzen bewertet: Das abnutzbare Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen angesetzt. Die sich aus der Kapitalkonsolidierung ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden im Wesentlichen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Für sich aus Teilbereichen ergebende Geschäfts- oder Firmenwerte werden Nutzungsdauern von 5 bzw. 10 Jahren zugrunde gelegt. Die Geschäftsführung geht aufgrund der Angebots- und Kundenstruktur, des stabilen Mitarbeiterstamms sowie der langfristigen Ertragsplanung und der Dauer der Beherrschung von einer überwiegend langfristigen Nutzungsdauer der Geschäfts- und Firmenwerte der konsolidierten Unternehmen aus. Die Auflösung des passiven Unterschiedsbetrages aus Kapitalkonsolidierung erfolgte entsprechend der Entwicklung des abnutzbaren Anlagevermögens im Geschäftsjahr. Hierbei wurde für das Anlagevermögen von einer durchschnittlichen Restnutzungsdauer von 5 Jahren ausgegangen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden T€ 339 aufgelöst. Der passive Unterschiedsbetrag hat Eigenkapitalcharakter. Die übrigen immateriellen Vermögensgegenstände werden über 2 bis 5 Jahre linear abgeschrieben. Die Abschreibungen der beweglichen Sachanlagen erfolgen entsprechend der jeweiligen Nutzungsdauer degressiv oder linear. Die Gebäude und baulichen Anlagen werden linear abgeschrieben. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren und geleistete Anzahlungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet. Erkennbare Risiken, die sich aus der überdurchschnittlichen Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit ihren Einzelkosten zuzüglich angemessener Gemeinkostenzuschläge bewertet. Der Grundsatz der verlustfreien Bewertung wurde beachtet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet. Erkennbare Risiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks wurden mit dem Nominalbetrag bewertet. Fremdwährungsbestände wurden zum Stichtagskurs bewertet. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden für zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsdifferenzen zwischen dem Ansatz von Vermögensgegenständen und Schulden in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften und dem Ansatz im Konzernabschluss auf der Grundlage der für das jeweilige Unternehmen gültigen Steuersätze (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag) gebildet. Rückstellungen wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag (§ 253 Abs. 1 S. 2 HGB) bewertet. Die Pensionsrückstellungen in Deutschland wurden mit dem quotierten Barwertverfahren (PUC-Methode) ermittelt. Als Rechnungszins wurden für die pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren 1,78 % angesetzt. Es wurden die Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck, Köln 2018 G verwendet. Ab Rentenbeginn wurde eine jährliche Rentenerhöhung von 1,5 % eingerechnet. Da die Versorgungsordnung bereits geschlossen ist, konnte die Fluktuation vernachlässigt werden. Der für die Abzinsung verwendete Rechnungszins wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB als durchschnittlicher Marktzins der letzten 10 Jahre ermittelt. Bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten sieben Jahre (1,44 %) ergäbe sich eine um T€ 26 höhere Rückstellung (= Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB). Für Einmal-Zahlungen in Frankreich wurde nach der PUC-Methode ein Rechnungszins von 1,78 % bei einer pauschalen Restlaufzeit von 10 Jahren angesetzt. Als Richttafeln dienten Schätzungen des Instituts National ď Études Démographiques (INED 2010-2012), Frankreich. Es wurden Gehaltserhöhungstrends von 1,5 % berücksichtigt. Die Fluktuation wurde variabel von 0 % bis zu einem Satz von 1,7 % berücksichtigt. Für Ruhestandsprämien in Polen, berechnet nach der PUC-Methode, wurde ein Diskontzins von 6,85 %, basierend auf marktüblichen Renditen von Staatsanleihen, angesetzt. Gehaltserhöhungstrends wurden mit dem Satz der langfristigen Inflation von 5,95 % in Polen berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit bis zu 16,0 % geschätzt. Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert. Währungsumrechnung Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Stichtagskurs angesetzt. Aufwendungen und Erträge in fremder Währung werden in den Einzelabschlüssen der in € bilanzierenden Konzerngesellschaften zum amtlichen Kurs im Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls bewertet. Die Bilanzwerte der nicht in Euro bilanzierenden Konzerngesellschaften (Polen und China) werden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnung mit den Durchschnittskursen des Geschäftsjahres in € umgerechnet. Das Eigenkapital der in ihrer Landeswährung bilanzierenden ausländischen Konzerngesellschaften wird dabei zu historischen Kursen umgerechnet. Differenzen aus der unterschiedlichen Währungsumrechnung werden in der Konzernbilanz als "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" im Eigenkapital ausgewiesen. Konsolidierungskreis Muttergesellschaft ist die Euro Comfort Holding GmbH. In den Konzernabschluss sind die nachfolgenden Tochtergesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen:
Die Gesellschaften zu a, b, d, e, i, j und q haben von der Befreiung des § 264 Abs. 3 HGB und die Gesellschaften zu c und k haben von der Befreiung des § 264 b HGB Gebrauch gemacht. Die Gesellschaft zu a) ist persönlich haftender Gesellschafter von Gesellschaft c) und die Gesellschaft zu j) ist persönlich haftender Gesellschafter von Gesellschaft k). Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurden geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgte nach der Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungswerte der Anteile an den Tochterunternehmen mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konsolidierungskreis. Ein entstehender aktivischer Unterschiedsbetrag aus der Vollkonsolidierung wird mangels anderer Zurechnungsmöglichkeiten in der Konzernbilanz im Anschaffungsjahr als "Firmenwert" und ein passivischer Unterschiedsbetrag wird als "Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung" ausgewiesen. Aufstockungen von Anteilen bereits vollkonsolidierter Tochtergesellschaften werden als Kapitalvorgang abgebildet. Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet (Schuldenkonsolidierung). Zwischenergebnisse in den Vorräten aus Warenlieferungen und im Anlagevermögen aus Lieferungen von Anlagengegenständen zwischen den einbezogenen Gesellschaften wurden eliminiert. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden konzerninterne Umsätze und andere konzerninterne Erträge entsprechend § 305 Abs. 1 HGB mit den darauf entfallenden Aufwendungen verrechnet (Aufwands- und Ertragskonsolidierung). III. Anmerkungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der Abschreibungen für den Konzern im Geschäftsjahr 2022 ist im Anlagespiegel dargestellt. 2. Geschäfts- oder Firmenwert Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung:
3. Forderungen gegen Gesellschafter/verbundene Unternehmen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern/verbundenen Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit T€ 825 (Vorjahr: T€ 256) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und ansonsten sonstige Vermögensgegenstände. Die Forderungen gegen Gesellschafter bestehen mit T€ 9.812 (Vorjahr: T€ 7.381) aus sonstigen Vermögensgegenständen und darüber hinaus aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind mit T€ 6.211 (Vorjahr: T€ 7.811) zugleich sonstige Verbindlichkeiten und im Übrigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. 4. Aktive und passive latente Steuern Im Geschäftsjahr wurden latente Steuern wie folgt aktiviert bzw. passiviert:
Die Realisierbarkeit der zukünftigen Steuervorteile wird im Hinblick auf die vorgenommene Aktivierung aufgrund der Ergebnisplanungen der betreffenden Gesellschaften als ausreichend wahrscheinlich angesehen. Die Bewertung erfolgte mit den folgenden Ertragsteuersätzen:
5. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Der Ausweis beinhaltet die Währungsdifferenzen der ausländischen Konzerngesellschaften aus der Kapitalumrechnung (Kurs im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung) und aus der unterschiedlichen Umrechnung von Bilanz (Stichtagskurs) und Gewinn- und Verlustrechnung (Durchschnittskurs). 6. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen in Höhe von T€ 2.394. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von T€ 55.067 durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert. Die Sicherheiten bestehen in Form von Brief- bzw. Buchgrundschulden, Hypotheken, Sicherungsabtretungen von Bankguthaben, Forderungen, Markenrechten sowie Patenten und Sicherungsübereignungen von Vorräten sowie von Maschinen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus dem Einkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bzw. von Anlagevermögen sind durch übliche Eigentumsvorbehalte der Lieferanten gesichert. 7. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse werden zu ca. 50 % in Deutschland, zu ca. 37 % in Westeuropa, zu ca. 11 % in Osteuropa, zu ca. 1 % in Asien und zu ca. 1 % in Amerika erzielt. 8. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 246 (Vorjahr: T€ 913). Sie betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Veräußerung von Anlagevermögen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Bonigutschriften für Vorjahre. Periodenfremde Aufwendungen sind in Höhe von T€ 62 (Vorjahr: T€ 118) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Sie beinhalten vor allem Forderungsverluste für Vorjahre und Verluste aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens. 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die im Berichtsjahr ausgewiesenen Aufwendungen aus der Abzinsung von T€ 12 (Vorjahr: T€ 12) resultieren aus der Aufzinsung aus Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen. IV. Sonstige Angaben 1. Haftungsverhältnisse Es bestehen folgende Haftungen:
Für die Besicherung von Darlehen und Kreditlinien und damit einhergehender Kosten zugunsten verbundener Unternehmen haben Konzerngesellschaften selbständig ausnutzbare Garantien gegenüber einem Bankenkonsortium abgegeben. Da die verbundenen Unternehmen ausreichende Cash-Flows erwirtschaften, ist eine Inanspruchnahme der Gesellschaft unwahrscheinlich. 2. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung In der Position der zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge sind insbesondere Erträge aus der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrages aus der Kapitalkonsolidierung und Aufwendungen aus der Gewinnabführung enthalten. 3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz erfasst sind, betragen T€ 7.086 (davon verbundene Unternehmen: T€ 911). Sie resultieren aus Miet-, Leasing- und Lizenzverträgen. 4. Angaben zu anderen Konsolidierungskreisen, denen das Mutterunternehmen angehört Die Angaben werden gem. § 313 Abs.3 HGB nicht gemacht. 5. Für das Geschäftsjahr 2022 berechnetes Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers
6. Geschäftsführung Geschäftsführer der Euro Comfort Holding GmbH sind bzw. waren: Thomas Bußkamp, Bocholt (Chief Executive Officer EuroComfort Group) Andreas Buß, Enger (Chief Supply Chain Officer EuroComfort Group) Rainer Brockmöller, Krefeld (Chief Commercial Officer EuroComfort Group) Pascal Schömer, Freiburg (bis 28. Januar 2022) Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt T€ 1.017. 7. Mitarbeiter Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren an den in- und ausländischen Standorten durchschnittlich folgende Mitarbeiter beschäftigt.
8. Ergebnisverwendungsvorschlag des MutterunternehmensDas Ergebnis aus dem Einzelabschluss des Mutterunternehmens wird aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages an die Gesellschafterin abgeführt. 9. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung Die Aufwendungen des Konzerns für Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr T€ 80. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sind im Geschäftsjahr nicht zugegangen.
Bocholt, den 16. Mai 2023 Thomas Bußkamp Andreas Buß Rainer Brockmöller Konzern-Anlagespiegel
Konzern-Lagebericht1. Grundlagen des Konzerns Die Unternehmen der EuroComfort Gruppe entwickeln, produzieren und vermarkten seit mehr als 40 Jahren vielfältige Produkte für die Segmente Bedding und Home Comfort für zahlreiche nationale und internationale Abnehmer. Die EuroComfort Gruppe gehört heute zu den größten europäischen Produzenten für Bettenausstattung und Polsterelemente und ist ein bedeutender und verlässlicher Partner für Kunden und Lieferanten. Das aktuelle Produktangebot der EuroComfort Gruppe umfasst hochwertige Steppbetten, Unterbetten, Matratzen, Boxspringbetten, fertige Polstergarnituren, Kopf- und Spezialkissen, gefüllt mit synthetischen Fasern, Naturhaar, Daunen und Federn für den Bettwaren- und Möbelhandel sowie Polsterkissen für die Polstermöbelindustrie. Unter der Euro Comfort Holding GmbH als Gruppenholding werden alle in- und ausländischen Gesellschaften der EuroComfort Gruppe konsolidiert. Zur Unternehmensgruppe gehören neben den deutschen Standorten in Bocholt und Friesenheim die polnischen Standorte in Leszno, Trzebien und Kostrzyn, die Werke Chuzhou in China, Aurillac in Frankreich sowie Nemencine in Litauen. In der EuroComfort Gruppe sind sämtliche Markenaktivitäten der Firmen Lück, Badenia Bettcomfort, Brinkhaus und Abeil gebündelt. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen Die Wirtschaft und die Verbraucher wurden im Jahr 2022 von einer Krise in die nächste getrieben. Im dritten Jahr der Corona-Pandemie belastete die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöste Energiekrise mit ihren extremen Preissteigerungen die Wirtschaft. Hinzu kamen gestörte Lieferketten, weil angestammte Bezugsquellen in Osteuropa von einem Tag auf den anderen ausfielen, und deutlich verlängerte Lieferzeiten, weil elektronische Bauteile aus Fernost plötzlich zur Mangelware wurden. Die hohen Preise für Strom und Gas führten bei den Firmen zu steigenden Material- und Energiekosten, die über Preisanhebungen an die Verbraucher weitergegeben wurden. Steigende Preise quer durch alle Warengruppen und insbesondere für Energie führten im November und Dezember 2022 für die Verbraucher zu einer Rekordinflation von 10 Prozent. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 6,9 Prozent. Im Jahr 2022 konnte die deutsche Möbelindustrie den Umsatz um 7 % auf 18,8 Mrd.€ steigern. Ursächlich hierfür waren die Preisanpassungen, die aufgrund der Erhöhung der Material- und Energiekosten notwendig wurden. In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld setzten neben der Kaufzurückhaltung der Konsumenten insbesondere die gestiegenen Material- und Energiekosten die Möbelproduzenten stark unter Druck. Laut Pressemitteilung vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) ist die für die Industrie existenziell wichtige Weitergabe der Kostensteigerungen in der Wertschöpfungskette bisher nur in Teilen gelungen. Innerhalb der Branche konnten die meisten Segmente ihre Umsätze steigern. Das größte Umsatzplus verzeichnete die Küchenmöbelindustrie mit einem Plus von 9,5 Prozent. Die Umsatzentwicklung bei den Büromöbeln fiel mit plus 8,4 Prozent und bei den sonstigen Möbeln (Wohn-, Ess- und Schlafzimmer) mit plus 8,0 Prozent jeweils positiver aus als im Branchendurchschnitt. Die Hersteller von Polstermöbel konnten ihren Umsatz um 6,6 Prozent steigern. Laden- und sonstige Objektmöbel lagen immerhin noch um 6,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Das kleinste Segment der Branche - die Matratzenindustrie - vermeldete ein deutliches Umsatzminus in Höhe von 23 Prozent auf rund 600 Mio. Euro. Laut VDM ist dieser Rückgang eher auf statistische Effekte als auf einen substanziellen Nachfrageeinbruch zurückzuführen. Der Möbelhandel blickt ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr 2022 mit einem starken Plus zurück. Laut Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) zeigt sich die äußerst positive Umsatzentwicklung in fast allen Hauptwarengruppen - bis auf die Warengruppe der Ma tratzen. Bei Polstermöbeln betrug das Umsatzwachstum 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dem gegenüber stehen Umsatzeinbußen von rund 5 Prozent bei der Hauptwarengruppe Matratzen. Für 2023 prognostizieren sowohl der VDM als auch der BVDM einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Auslandsmärkte entwickeln sich weiterhin stabil. Dennoch bleibt der heimische Markt der mit Abstand wichtigste Markt für die deutschen Möbelhersteller. Dabei steht die gesamte Branche vor gewaltigen Herausforderungen. Zum einen gewinnen sowohl beim Möbelkauf als auch bei den Matratzen Online-Vertriebskanäle zunehmend an Bedeutung, und der Matratzenmarkt ist weiterhin geprägt von einem besonders harten Preiskampf und einer starken Importkonkurrenz. Zum anderen führt die aktuelle Energiekrise mit den exorbitanten Preissteigerungen beim Gas und beim Strom zu erheblichen Mehrbelastungen. Dies wird sicherlich zu Bremsspuren im Möbelhandel führen und auch die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Möbelhersteller beeinträchtigen. Um die vom russischen Angriffskrieg ausgelöste Energiekrise zu bewältigen, hat die Bundesregierung Gas- und Strompreisbremsen für Unternehmen und für Verbraucher auf den Weg gebracht. Die Gas- und Strompreisbremsen sollen energieintensive Betriebe, private Haushalte sowie soziale und kulturelle Einrichtungen schützen, indem der Staat ab Januar 2023 die volatilen Energiekosten auf gesetzlich festgesetzte Obergrenzen beschränkt. Davon werden die Konsumenten ebenso wie die Wirtschaft profitieren. Beschaffung Auf den Beschaffungsmärkten haben sich die Einkaufspreise der für die EuroComfort Gruppe relevanten Warengattungen im Jahr 2022 unterschiedlich entwickelt. Die Preise für natürliche Fasern, Daunen und Federn waren weitestgehend stabil. Die Preise für Polyesterfasern und textiles Gewebe stiegen im ersten Halbjahr insbesondere aufgrund der hohen Frachtraten für See-Container. Infolge der fallenden Containerpreise im zweiten Halbjahr gaben die Faser- und Gewebepreise zum Jahresende aber wieder nach. Über das gesamte Jahr 2022 gesehen lagen die Preise für Fasern und Gewebe um 10 bis 15 Prozent über dem Vorjahr. Beim Polyurethan-Kaltschaumstoff zeigten die Preise eine ähnliche Entwicklung: Die Preise sind im ersten Tertial 2022 gestiegen, im zweiten Tertial gesunken und im dritten Tertial wieder gestiegen. Grund hierfür war neben den gestiegenen Energiekosten die Tatsache, dass es Engpässe beim Rohstoff TDI (Toluoldiisocyanat) für die Schaumherstellung gab. Tatsache ist, dass bei den weltweit nur wenigen Herstellern dieses Grundstoffes immer wieder technische Ausfälle gemeldet werden, die dann zur Verknappung und Preisanstiegen führen. Die Versorgungslage bei den Polyester-Fasern und auch beim Gewebe war im Jahr 2022 zu jeder Zeit stabil, so dass keine Lieferengpässe auftraten. Dagegen war die Verfügbarkeit der PU-Schaumstoffe insgesamt knapp, weil fast alle Lieferanten ihre Abgabemengen allokiert hatten. Obwohl sich dadurch die Materialdisposition aufwändiger gestaltete, ist es gelungen, die benötigten Mengen immer rechtzeitig zu beschaffen. Ein Großteil der Rohstoffeinkäufe basiert auf dem US-Dollar. Der Kurs des US-Dollar gegenüber dem EUR stieg von 1,1326 zu Beginn des Jahres 2022 innerhalb von 5 Wochen auf das Jahreshoch von 1,1464 USD/EUR. Danach sank der Kurs bis Ende September auf das Jahrestief von 0,9565, um dann Ende Dezember 2022 bei 1,0666 USD/EUR zu schließen. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Überblick Die EuroComfort Gruppe erholte sich im Verlauf des Jahres 2022 erkennbar von der Corona-Pandemie, und trotz der von Russland am 24. Februar 2022 gestarteten militärischen Invasion in der Ukraine entwickelten sich Geschäft und Konzernergebnis wieder sehr erfreulich in Richtung Vor-Corona-Niveau. Obwohl die EuroComfort Gruppe im ersten Halbjahr noch unmittelbar von stark steigenden Materialkosten und Frachtraten für See-Container betroffen war, hat sie die Phase der weltweit gestörten Lieferketten und extrem hohen Energiekosten erfolgreich gemeistert. Hierbei hat die Unternehmensgruppe davon profitiert, dass die angestammten Lieferquellen unvermindert zur Verfügung standen. In einem preis- und wettbewerbsintensiven Umfeld konnte die EuroComfort Gruppe ihre Umsatzerlöse vor Erlösschmälerungen auf insgesamt € 402,3 Mio. (Vorjahr: € 368,9 Mio.) steigern und damit ihre bedeutende Marktposition nachhaltig unterstreichen. Erwartungsgemäß wurden mit den Großkunden und mit den Möbelhäusern sowie im Online-Handel die stärksten Zuwächse erzielt. Die EuroComfort Gruppe hatte keine unmittelbaren Bezugsquellen in der Ukraine, Russland und Belarus, und die Umsatzerlöse mit Kunden in Russland und Belarus bewegten sich in den vergangenen Jahren im niedrigen 6-stelligen Bereich. Aus diesem Grunde waren die Umsatzausfälle, die aufgrund der von der Bundesrepublik Deutschland und der EU gegen Russland verhängten Sanktionen entstanden sind, für die Gruppe insgesamt verkraftbar. Kontinuierliche Sortimentsbereinigungen und ein straffes Kostenmanagement waren die Basis für die stabile Ergebnisentwicklung der EuroComfort Gruppe in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2022 profitierte die Gruppe von einem deutlich gestiegenen Auftragsvolumen und zunehmend stabileren Bedingungen auf der Beschaffungsseite. Nachdem die Materialkosten und Container-Frachtraten im Vorjahr im Jahresverlauf extrem angestiegen waren, war die Entwicklung der Beschaffungskosten im Berichtsjahr wieder etwas moderater. Auch wurde aufgrund der Erfahrungen aus der Corona-Zeit auf die Teilnahme an den kostenintensiven Leitmessen "Heimtex" in Frankfurt und "imm" Internationale Möbelmesse in Köln verzichtet. Insgesamt haben die gestiegenen Umsatzerlöse, die stabilen Materialkosten und Frachtraten sowie geringere Personal- und sonstige Fixkosten dazu geführt, dass das Konzernergebnis 2022 wieder deutlich besser als das Vorjahresergebnis ausfiel. Mit dem deutlich positiven Ergebnis 2022 wurde die stabile wirtschaftliche und finanzielle Situation der EuroComfort Gruppe erneut bestätigt. 2.2 Geschäftsergebnis Die EuroComfort Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 Netto-Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt € 393,1 Mio. generiert (Vorjahr: 360,7 Mio.). Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, insbesondere durch die im ersten Halbjahr weiter gestiegenen Material- und Frachtkosten, erzielte die Unternehmensgruppe im Jahr 2022 ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von € 22,7 Mio. (Vorjahr: € 12,0 Mio.). Nach Abzug der Abschreibungen und Zinsen stand ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern in Höhe von € 11,8 Mio. (Vorjahr: € 1,4 Mio.). Der Konzernjahresüberschuss der EuroComfort Gruppe stieg im Jahr 2022 auf € 4,2 Mio. (Vorjahr: Konzernjahresfehlbetrag € 0,9 Mio.). Bei den Umsatzerlösen sank der Anteil des traditionellen Geschäftsbereiches Polster und Medical am Gesamtumsatz des Konzerns auf 35,4 Prozent (Vorjahr: 38,4 Prozent). Der Umsatzanteil der Großkunden nahm zu und stieg auf 64,7 Prozent (Vorjahr 61,5 Prozent). Produktion Die EuroComfort Gruppe verfügt über insgesamt neun Produktionsstätten mit teilweise ähnlichen, bzw. komplementären, wie auch individuell unterschiedlichen Produktangeboten bei jeweils unterschiedlicher Fertigungstiefe. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil der EuroComfort Gruppe, das kurzfristige Eingehen auf Kundenbedürfnisse, basiert auf der flexiblen Nutzung der verschiedenen Produktionsstandorte. Die kostenorientierte Steuerung von Produktion und Logistik unter Nutzung der Standorte in Osteuropa und China, sowie unter Einbeziehung kostengünstiger Vorlieferanten für Halbfabrikate, ermöglichte es, die Kosten auf einem vertretbaren Niveau zu halten. Schwankungen in der Kapazitätsauslastung wurden durch die Reduzierung von Leiharbeitskräften und Kurzarbeit aufgefangen. Zudem wurden Fertigungsabläufe weiter optimiert. Die Anbindung fast aller europäischen Standorte an ein zentrales ERP/PPS-System ermöglicht die gruppenübergreifende Produktionsplanung und -steuerung, strukturiert den Kommunikationsfluss zwischen den einzelnen Gesellschaften der Gruppe und liefert die notwendige Transparenz zur fortlaufenden Optimierung der Unternehmensprozesse. Personal Zum Jahresende 2022 betrug der Personalbestand in Vollzeitäquivalenten der EuroComfort Gruppe insgesamt 3.379 Beschäftigte, nachdem Ende 2021 noch 3.857 Personen bei ihr beschäftigt waren. Der Rückgang um 12,4 Prozent verteilt sich nahezu gleichmäßig auf alle Standorte und ist das Ergebnis einer optimierten Produktionsplanung mit verbesserten Abläufen in den Fertigungsprozessen. Diese Maßnahmen zeigten auch eine entsprechende Wirkung bei den Personalkosten: Der Personalaufwand sank im Jahr 2022 um insgesamt € 2,2 Mio. bzw. 3,25 Prozent auf € 65,8 Mio. Der überwiegende Teil der Arbeitsplätze befindet sich in Polen: 70 Prozent der Belegschaft sind in den polnischen Werken der EuroComfort Gruppe beschäftigt. Der polnische Arbeitsmarkt ist bereits seit einigen Jahren durch regelmäßige starke Erhöhungen der gesetzlichen Mindestlöhne sowie durch ein anhaltend knappes Angebot an qualifizierten Kräften gekennzeichnet. Auch in Litauen und China kam es zu stärkeren Lohnsteigerungen. Im Februar 2021 einigten sich der Arbeitgeberverbund des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. und die IG Metall auf einen Tarifabschluss mit einer Laufzeit von 25 Monaten bis zum 28. Februar 2023. Der Abschluss enthielt tabellenwirksame Erhöhungen der Tarifentgelte zum 1. Februar 2022 um 1,3 Prozent und zum 1. Oktober 2022 um 1,4 Prozent. In allen Werken konnten die Kapazitäten im notwendigen Umfang an Nachfrageschwankungen angepasst werden. Ein Beschäftigungsausgleich erfolgte durch Nutzung der natürlichen Fluktuation, den flexiblen Einsatz von Leiharbeitnehmern, eine verstärkte Nutzung der individuellen Arbeitszeitkonten sowie zum Teil durch Kurzarbeit. Die in den Vorjahren begonnenen Ausbildungsinitiativen und Trainingsmaßnahmen wurden fortgesetzt. Die Ausrichtung aller Standorte an gruppenüblichen Standards, sowie die Harmonisierung von Abläufen waren auch weiterhin ein Kernthema. Daneben wurden in allen Gesellschaften insbesondere fachspezifische Fortbildungsangebote wahrgenommen und die seit Jahren bewährten Sprachkurse weiter fortgeführt. Produkte / Märkte Die wesentlichen Umsatzerlöse wurden im Geschäft mit bestehenden Kunden erzielt. Der EuroComfort Gruppe gelang es, im Geschäft mit den Großkunden die erreichten Marktanteile auszubauen. Dabei rangierte, gemessen am Umsatz, der Produktbereich Decken und Kissen, wie bereits im Vorjahr, auf dem ersten Platz der Segmente innerhalb der Euro-Comfort Gruppe. Auf Platz zwei folgte, wie im Vorjahr, die Produktgruppe Matratzen. Das Möbelgeschäft, das sich zu einem signifikanten Umsatzträger für die EuroComfort Gruppe entwickelt hat, belegte, wie im Vorjahr, den dritten Rang. Westeuropa war auch im Jahr 2022 das Hauptabsatzgebiet für die EuroComfort Gruppe, gefolgt von Osteuropa, Asien und Nord-Amerika. In konsequenter Fortführung der Strategie der Marktführerschaft durch Kompetenz und Innovation wurden auch in 2022 zahlreiche neue Produkte entwickelt und erfolgreich in den Markt eingeführt. Bestehende Sortimente wurden optimiert und mit großem Erfolg auf den einschlägigen Fachmessen und bei den Kunden vorgestellt. Neben den Matratzen standen die Polstermöbel im Fokus der Aktivitäten. 2.3 Ertragslage Die EuroComfort Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 die positive Entwicklung der Ertragssituation aus der Vor-Corona-Zeit fortgesetzt. Bei deutlich gestiegenen Umsatzerlösen knüpfte das operative Konzernergebnis in einem wettbewerbsintensiven Umfeld wieder an den positiven Trend der Vor-Corona-Jahre an. Der Materialanteil für das gesamte Geschäftsjahr stieg auf 62,0 Prozent der Umsatzerlöse (Vorjahr: 61,9 Prozent), insbesondere aufgrund der im ersten Halbjahr immer noch sehr hohen Materialkosten. Trotz der im zweiten Halbjahr leicht rückläufigen Beschaffungskosten verharrte die Summe aus Wareneinsatz und bezogenen Leistungen auf dem hohen Vorjahreswert von 66,0 Prozent. Das operative Ergebnis, gemessen am EBITDA, konnte auf erfreuliche 5,8 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent), bezogen auf den konsolidierten Konzernumsatz, verbessert werden und das Ergebnis vor Steuern stieg auf 3,0 Prozent (Vorjahr: 0,4 Prozent). Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die EuroComfort Gruppe sonstige betriebliche Erträge, bereinigt um Kursgewinne, in Höhe von € 1,7 Mio. (Vorjahr: € 3,0 Mio.). Die Kosten für Personal sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, bereinigt um Kursverluste, lagen sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Umsatz jeweils unter den Vorjahreswerten. Die Personalkostenquote sank auf 16,7 Prozent (Vorjahr: 18,9 Prozent) und der relative Anteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen am Umsatz ging zurück auf 11,4 Prozent (Vorjahr: 12,5 Prozent). Wechselkursschwankungen führten in 2022 per Saldo zu einem Aufwand aus Währungsumrechnungen in Höhe von insgesamt € 2,1 Mio. Die EuroComfort Gruppe agiert in einem schwierigen Marktumfeld mit intensivem Wettbewerb und volatilen Kostenpositionen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen erzielte die EuroComfort Gruppe im Geschäftsjahr 2022 in einem hart umkämpften Markt ein sehr solides Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 3,6 Prozent (Vorjahr: 0,8 Prozent) bezogen auf den konsolidierten Konzernumsatz. 2.4 Finanzlage Im Berichtsjahr entwickelte sich die EuroComfort Gruppe positiv, die finanzielle Basis des Konzerns wurde gefestigt, und mit dem guten Ergebnis stabilisierte sich der konzerninterne Finanzierungsspielraum. Für die Finanzierung des operativen Geschäfts und der Investitionen standen der EuroComfort Gruppe im Geschäftsjahr 2022 ausreichend liquide Mittel zur Verfügung. Der Konzerngewinn wurde vollständig zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung vorgetragen. Der im Geschäftsjahr erwirtschaftete Cash Flow wurde zur Finanzierung der Investitionen, des Working Capital sowie für Darlehenstilgungen eingesetzt. Der operative Finanzbedarf wurde über Eigenkapital und durch externe Mittel gedeckt, d.h. durch Bankkredite und die Ausnutzung von Kreditlinien. Die externen Finanzierungsquellen setzten sich aus dem langfristigen Kreditrahmen eines Bankenkonsortiums, sowie zusätzlichen, überwiegend kurzfristigen Krediten und Darlehen der Hausbanken zusammen. Mit den Kreditgebern bestand Übereinkunft dahingehend, dass die als kurzfristig ausgewiesenen Finanzierungen bei gleichbleibendem Geschäftsverlauf fortlaufend zu aktuellen kurzfristigen Konditionen prolongiert werden sollen. Damit standen den Gesellschaften der EuroComfort Gruppe jederzeit ausreichende Kreditlinien für das operative Geschäft zur Verfügung. Aufgrund der ganzjährig sehr erfreulichen Cash Flow Entwicklung und mit dem deutlich reduzierten Working Capital von € 73,1 Mio. (Vorjahr: € 87,0 Mio.) zum Jahresende 2022 sank die Netto-Verschuldung der EuroComfort Gruppe zum Bilanzstichtag auf € 51,2 Mio. (Vorjahr: € 70,6 Mio.). 2.5 Vermögenslage Die EuroComfort Gruppe hat im Berichtsjahr insgesamt € 4,1 Mio. in zusätzliches Anlagevermögen investiert. Davon entfielen € 3,3 Mio. auf technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, € 0,3 Mio. auf immaterielle Wirtschaftsgüter sowie € 0,5 Mio. auf Grundstücke und Gebäude mit kleineren Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden der europäischen Standorte. Ersatzbeschaffungen in den Bereichen Fuhrpark, Telekommunikationseinrichtungen, Computer- und Kopiersysteme wurden größtenteils über Leasingvereinbarungen finanziert. Der Buchwert des gesamten Anlagevermögens sank als Saldo der durchgeführten Investitionen, der Anlageabgänge und der planmäßigen Abschreibungen um insgesamt € 4,3 Mio. Der Wert des gesamten Umlaufvermögens verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt € 19,2 Mio.. Dabei nahmen die Vorräte um € 22,1 Mio. ab, und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Vermögensgegenstände und die liquiden Mittel stiegen um insgesamt € 2,9 Mio. Erkennbare Verluste im Umlaufvermögen wurden, in Anwendung des strengen Niederstwertprinzips und der verlustfreien Bewertung, über Abwertungen und Rückstellungen berücksichtigt. Die EuroComfort Gruppe verfügte mit einer Eigenkapitalquote von 41,0 Prozent (Vorjahr: 34,9 Prozent) über eine sehr solide Eigenkapitalausstattung. Der Anstieg der Eigenkapitalquote ist hauptsächlich auf das deutlich geringere Vorratsvermögen und die Zunahme des Eigenkapitals zurückzuführen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das Eigenkapital der EuroComfort Gruppe um € 3,2 Mio. auf insgesamt € 77,6 Mio.. Darin enthalten ist die statistische Bilanzposition 'Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung', dem Ausgleichsposten für stichtagsbezogene Kursdifferenzen bei den konsolidierten ausländischen Unternehmen für den Zeitraum zwischen dem Datum der Erstkonsolidierung und dem Bilanzstichtag des aktuellen Geschäftsjahres. 3. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nicht eingetreten. 4. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht Marktrisiko Prognosebericht Nach dem Corona-Schock wurden die von den westlichen Verbündeten beschlossenen Sanktionen gegen Russland als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, hohe Energiekosten, steigende Zinsen und eine Rekordinflation zu einer zunehmenden Belastung für die Wirtschaft und für die Verbraucher. Während in der Pandemie die Preise sanken, erreichte die Inflationsrate im Jahr 2022 einen Rekordwert von 6,9 Prozent - Energie war mit Abstand der größte Preistreiber. Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen für den Euroraum erstmals seit vielen Jahren wieder angehoben. Nach vier Anhebungen im vergangenen Jahr sind im Jahr 2023 weitere Zinserhöhungen zu erwarten. Die höheren Kosten werden durch die Firmen verstärkt über Preisanhebungen an die Verbraucher weitergegeben. Steigende Energiekosten und Inflationsraten in lange nicht gekannten Höhen können bei den Verbrauchern zu einer Kaufzurückhaltung führen. In den letzten Monaten verschärfen sich die Spannungen zwischen den USA und China, und seit der russischen Invasion in die Ukraine steigt die Sorge, dass China ähnlich in Taiwan einmarschieren könnte. Bei einer militärischen Intervention in Taiwan würden vor allem die USA, aber auch die westlichen Verbündeten Sanktionen gegen China beschließen, die die gesamten Handelsbeziehungen mit China betreffen. Gestörte Handelsbeziehungen zur Volksrepublik China jedoch könnten zu einer massiven Einschränkung der Liefermöglichkeiten der etablierten Hersteller von textilen Vorprodukten in China und Taiwan führen. Die im Berichtsjahr massiv gestiegenen Gas- und Strompreise haben die deutsche Wirtschaft stark belastet. Um die Kostensteigerungen abzufedern, hat die Bundesregierung im Dezember 2022 Preisbremsen für Gas und Strom beschlossen, die die Verbraucher und Unternehmen von den stark gestiegenen Energiekosten entlasten sollen. Die Gas- und Strompreisbremsen gelten vom 1. März 2023 rückwirkend für Januar und Februar 2023 bis zum 30. April 2024. Dem Kostendruck auf der Beschaffungsseite und dem aggressiven Preiswettbewerb auf der Absatzseite begegnen wir mit modernen und effizienten Produktionen bei den Konzernunternehmen in Osteuropa und China sowie durch eine strategische, vorausschauende Ausrichtung unserer Einkaufsaktivitäten. Entwicklung der Absatzmärkte Bei den für die EuroComfort Gruppe im Vordergrund stehenden Großabnehmern wird für 2023 mit einer eher reduzierten Nachfrage gerechnet. Der Kampf um Marktanteile wird dabei angesichts stagnierender bis schrumpfender Märkte über einen starken Verdrängungswettbewerb ausgetragen. Da die Herstellkosten der fraglichen Produkte sehr stark von volatilen Materialpreisen und Frachtraten beeinflusst werden, stehen Absatzpreise und Margen unter einem extrem starken Druck, und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird kontinuierlich auf die Probe gestellt. Vor diesem Hintergrund setzt die EuroComfort Gruppe zum einen darauf, über ein attraktives, nachfrageorientiertes Produktangebot die in der Vergangenheit gewonnenen Marktanteile zu verteidigen. Zum anderen setzt sie darauf, die in den Vorjahren eingeschlagene differenzierte Wachstumsstrategie unter Ausnutzung ihrer Wettbewerbsvorteile und mit Hilfe der in den einzelnen Gruppen-Gesellschaften steckenden Potenziale konsequent weiter umzusetzen. Dabei sollen der Gruppe zum einen ihre traditionellen Wettbewerbsvorteile wie Kostenführerschaft, Qualität und Flexibilität helfen, das bestehende Geschäft abzusichern, zum anderen unterstützen diese aber auch den weiteren Ausbau neuer Produktsegmente, Geschäftsfelder und Vertriebswege. Gleichzeitig bedeutet die Verbreiterung bzw. Vervollständigung der Produktpalette eine Stärkung des traditionellen Geschäfts der Gruppe mit der Möglichkeit zusätzlicher Umsätze mit bestehenden Kunden. Die Herausforderung der nächsten Jahre besteht darin, die in der Vergangenheit erreichte Marktposition abzusichern und weiter auszubauen und die Ergebnisentwicklung über auskömmliche Margen und konsequentes Kostenmanagement nachhaltig zu stabilisieren. Forderungsmanagement Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit Ausnahme der Forderungen gegen einige Großabnehmer gegen Ausfall versichert. Das verbleibende Risiko beschränkt sich auf den Selbstbehalt. Das Risiko von Zahlungsausfällen bei den Großabnehmern wird generell als gering eingeschätzt. Entwicklung der Beschaffungsmärkte Die für die Unternehmensgruppe relevanten Materialpreise und Frachtraten zeigten zum Ende der Berichtsperiode eine stabile Tendenz. Zukünftige Risiken liegen im volatilen US-Dollar und in den Weltmarktpreisen für Erdöl, dem Ausgangsmaterial für PU-Schaum und PES-Fasern. Die Preise für Rohöl und Erdgas in Europa stiegen mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine kurzfristig auf ein relativ hohes Niveau. Zum Jahresende 2022 sanken die Preise für Rohöl und Erdgas wieder auf das Vorkriegsniveau. Für die Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise in Europa wird von entscheidender Bedeutung sein, ob es gelingt, Russland als Lieferanten für Rohöl, Erdgas und Kohle vollständig zu ersetzen. Dafür müssen mit den bestehenden Lieferländern kurzfristig weitergehende Kooperationen eingegangen und neue Lieferländer für fossile Brennstoffe gewonnen werden. Langfristig wird eine bedeutende Rolle spielen, wie schnell es der Wirtschaft gelingen kann, den Verbrauch fossiler Brennstoffe im notwendigen Umfang durch regenerative Energiequellen zu ersetzen. Auch die zukünftige Kursentwicklung der für die Gruppe wichtigsten Währungen EUR, US-Dollar und PLN wird auf die tatsächlichen Kosten für Material erheblichen Einfluss haben. In diesem Zusammenhang spielen die zinspolitischen Entscheidungen der Zentralbanken in New York und Brüssel wegen ihrer potenziellen Auswirkung auf die Stabilität des Euro und des US-Dollar eine wesentliche Rolle. In Polen könnten die hohe Inflation und die zahlreichen Skandale der amtierenden PiS-Regierung die Stabilität der polnischen Währung beeinträchtigen. Darüber hinaus werden die Aktivitäten der politischen Führungen in den USA, China und Russland nicht ohne Folgen für die Stabilität sowohl der amerikanischen als auch der europäischen Währung sein. In der EuroComfort Gruppe werden bestehende Währungsrisiken systematisch durch geeignete Sicherungsmaßnahmen soweit wie möglich aufgefangen. Angesichts der bestehenden Abhängigkeiten von der Stabilität der Lieferketten auf den Weltmärkten bleibt es für die EuroComfort Gruppe auch weiterhin eine Herausforderung und Kernaufgabe, die bestmögliche und bedarfsgerechte Versorgung der Produktionsstandorte mit den benötigten Rohstoffen, insbesondere textilem Gewebe, PES-Fasern, Daunen/Federn und PU-Schaumstoff, in den geforderten Mengen möglichst kostengünstig zu den entsprechenden Qualitätsstandards der Gruppe sicherzustellen. Hierzu wird die globale Beschaffung über leistungsfähige bestehende und neue Lieferanten, deren Produktion laufend überprüft wird, sowie mit Hilfe kompetenter Dienstleister kontinuierlich weiter ausgebaut. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Beschaffungsmärkte wird die Bedeutung des Standortes China zunehmen. Entwicklungen im Personalbereich Die einzelnen Unternehmen der EuroComfort Gruppe sind traditionell mittelständisch geprägt. Die gruppenübergreifenden Managementstrukturen werden parallel zu den vorhandenen gut funktionierenden lokalen Strukturen fortlaufend den geänderten Rahmenbedingungen angepasst und verbessert. Ziel ist die optimale Nutzung der in der Gruppe vorhandenen Ressourcen unter Beibehaltung der aus der mittelständischen Struktur resultierenden Wettbewerbsvorteile. Im Hinblick auf die hohen Qualitätsstandards der Gruppe kommt dem Personalbereich und der Personalentwicklung eine besondere Bedeutung zu. Risiken bestehen hier zum einen in der Schwierigkeit, bei einer gegebenen natürlichen Fluktuation hinreichend qualifizierte Mitarbeiter/innen und Fachkräfte in der benötigten Anzahl zu finden und zu halten, zum anderen in der Entwicklung der Lohnkosten. Zur Minimierung dieser Risiken setzt die EuroComfort Gruppe auf die kontinuierliche Weiterentwicklung von leistungsgerechten und gleichzeitig motivierenden Vergütungssystemen sowie auf ein Paket unterschiedlicher interner Qualifizierungsmaßnahmen. Daneben betreibt die Gruppe konsequent den gruppeninternen Austausch von Know-How und Erfahrung sowie die gruppenübergreifende Nutzung von Expertenwissen. Finanzierung Aufgrund der stabilen Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre sowie der langfristig angelegten Ergebnisplanung erwartet die EuroComfort Gruppe für die Zukunft eine kontinuierlich steigende Eigenkapitalquote und, in Verbindung damit, eine stabile und sich ständig verbessernde Finanzierungsstruktur. Beim Working Capital wird für die kommenden Jahre eine dem langjährigen Durchschnitt entsprechende proportionale Entwicklung auf niedrigerem Niveau erwartet. Der für das Geschäftsjahr 2023 geplante Cashflow wird den Anteil der Eigenmittel weiter erhöhen und den Fremdfinanzierungsbedarf der EuroComfort Gruppe günstig beeinflussen. Zyklische Nachfrageschwankungen einzelner Großkunden werden aus dem laufenden Cashflow bedient und erhöhen den Finanzbedarf jeweils nur kurzfristig. Was den Finanzierungsbedarf allgemein betrifft, sind die Erzielung günstiger Preise auf den Rohstoffmärkten und angemessener Verkaufspreise bei vertretbaren Zahlungskonditionen auf den Absatzmärkten auch weiterhin die wesentlichen Determinanten. Die Finanzierung des laufenden operativen Geschäfts wie auch wachstumsbedingte zusätzliche operative Finanzierungsbedarfe werden auch in 2023 über gemeinsame Kreditlinien aller zur Gruppe zählenden Unternehmen bei den Hausbanken und projektbezogene spezifische Finanzierungsvereinbarungen abgedeckt. Vor dem Hintergrund der langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Hausbanken wird die Liquidität der Gruppe auch in Zukunft gewährleistet sein. Mit gezielten, über die kurzfristigen operativen Notwendigkeiten hinausgehenden Investitionen in strategisch wichtige Unternehmensbereiche ist die Gesellschaft für die Herausforderungen der nächsten Jahre gut aufgestellt. Fremdwährungen Die Unsicherheit der Märkte im Hinblick auf die Stabilität des Euro setzte sich auch im vergangenen Jahr weiterhin fort. Auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite hat die EuroComfort Gruppe kontinuierlich nicht unerhebliche Positionen in PLN bzw. US-Dollar, und ihr Betriebsergebnis ist dem Einfluss der entsprechenden Kursschwankungen ausgesetzt. Die Gruppe verfolgt die Strategie, tatsächlich eingetretene Kursänderungen soweit wie möglich über gezielte Preisanpassungen zu kompensieren und zukünftige Währungsrisiken zu minimieren. Dafür sichert die Gruppe grundsätzlich einen bestimmten Teil der geplanten Ausgaben in US-Dollar mittelfristig ab; zusätzliche Kurssicherungsmaßnahmen erfolgen stets bei Bedarf. Insgesamt sind die wesentlichen Risiken beherrschbar bzw. abgesichert. Marktentwicklungen Die deutsche Wirtschaft rechnet kurzfristig mit keiner raschen und starken wirtschaftlichen Erholung. Rasant gestiegene Energiepreise, Rekordinflation, hohe Zinsen und die Konsumzurückhaltung von Verbrauchern zwingen wieder mehr Unternehmen zur Geschäftsaufgabe. Die steigende Anzahl an Firmeninsolvenzen zum Jahresende 2022 belegen diesen Trend. Die Verbände erwarten in 2023 bei den Home- und Livingprodukten (Polster- und Wohnmöbeln) eine rückläufige Nachfrage und, nach den Entbehrungen der letzten Jahre, wesentlich höhere Umsätze in der Tourismusbranche. Die EuroComfort Gruppe prognostiziert für das Geschäftsjahr 2023 sowohl für Deutschland als auch für den internationalen Markt im Vergleich zum Vorjahr einen deutlich reduzierten Geschäftsumfang. Vor dem Hintergrund des aktuellen Auftragsbestandes sowie laufender Auftragseingänge und Anfragen rechnet die EuroComfort Gruppe insbesondere bei den Großkunden mit geringeren Umsatzerlösen und mit einem starken Preisdruck auf dem Absatzmarkt insgesamt. Für das Jahr 2023 erwartet die EuroComfort Gruppe einen zweistelligen Umsatzrückgang (Umsatz 2022 im Vergleich zum Vorjahr: plus 9,0 Prozent; Prognose: zweistelliger Umsatzzuwachs). In einem denkbar schwierigen Umfeld plant die EuroComfort Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 dennoch mit einem stabilen Konzernjahresüberschuss auf dem Niveau des Jahres 2022 (Konzernjahresüberschuss 2022 im Vergleich zum Vorjahr: plus € 5,1 Mio.; Prognose: stabiles positives Konzernergebnis). Mit den hervorragenden Kundenbeziehungen, den jüngsten Produktinnovationen sowie auch den Zugang zu neuen Märkten hat die EuroComfort Gruppe eine gute Ausgangsbasis für einen langfristig nachhaltigen Geschäftsverlauf mit stabilen Umsatzvolumen. Insgesamt sind die aus Sicht der Gesellschaft bedeutsamen Risiken abgesichert. Die sich bietenden Marktchancen werden genutzt. Es bleiben geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten, die die Rohstoffversorgung und Lieferketten vorübergehend vor besonderen Herausforderungen stellen. Auf den traditionellen Märkten der EuroComfort Gruppe sind Umsatzzuwächse nur über Verdrängung von Wettbewerbern möglich. Für die EuroComfort Gruppe besteht die Herausforderung für die Zukunft zum einen darin, die Voraussetzungen für nachhaltiges profitables Wachstum zu schaffen, zum anderen darin, bei zunehmendem Verdrängungswettbewerb mit entsprechendem Druck auf die Absatzpreise und volatilen Beschaffungskosten die Ergebnisse der Vorjahre zu übertreffen. Der Konzern wird wie in der Vergangenheit in allen Unternehmensbereichen an Kostensenkungen und Effizienzverbesserungen sowie anderen Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten. In diesem Sinne werden die begonnenen Maßnahmen zur Optimierung von Abläufen und Prozessen sowie zur Nutzung von Synergiepotenzial innerhalb des Gruppenverbundes weiter fortgeführt. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Aktivitäten der EuroComfort Gruppe in den kommenden Jahren darauf gerichtet sein werden, neben einer Stärkung, einer nachhaltigen Absicherung und einem gezielten Ausbau ihrer Marktposition über innovative Ansätze die in den einzelnen Unternehmen vorhandenen Verbesserungspotenziale und Effizienzreserven erfolgreich zu nutzen. Zur Erreichung dieser Ziele wird die EuroComfort Gruppe einerseits konsequent weiter auf innovative Produktideen, neue Lösungsansätze in allen relevanten Bereichen und kreative Konzepte zur Befriedigung der Kundenbedürfnisse setzen. Andererseits wird die Gruppe auch auf der Kostenseite alle Möglichkeiten ausschöpfen, um besser zu sein als der Wettbewerb. In diesem Sinne wird unternehmensintern daran gearbeitet, bestehende Einsparpotenziale zu identifizieren bzw. zu nutzen und bei gruppenübergreifenden Themen von Synergieeffekten zu profitieren. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Euro Comfort Holding GmbH, Bocholt Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Euro Comfort Holding GmbH, Bocholt und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Euro Comfort Holding GmbH, Bocholt für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 24. Juli 2023 TURNBULL
& IRRGANG GMBH
Uwe Gärtner, Wirtschaftsprüfer Jörn Diekow, Wirtschaftsprüfer Sonstiger BerichtsteilDer Konzernabschluss wurde am 28. Juli 2023 von der Gesellschafterversammlung gebilligt. |
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