voplan ingenieure gmbh
Selbe AdresseIngenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Martin Winfried Heinz Scheunemann seit 6.5.2025 | Geschäftsführer |
Louise Armstrong-Denby seit 6.5.2025 | Prokura |
Arne Habron seit 6.5.2025 | Prokura |
Janine Böhm seit 6.5.2025 | Prokura |
Matthias Ponsold seit 27.6.2023 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Evident Corporation Nagano, Japan Regionales Büro des Justizministeriums in Tokio | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Evident Europe GmbHHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2022 bis zum 31.03.2023Bilanz zum 31. März 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2022 bis 31. März 2023
Anhang 2022/2023Allgemeine Hinweise Die Evident Europe GmbH hat ihren Firmensitz in der Caffamacherreihe 8-10, 20355 Hamburg und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRB 170281 eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu An- schaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Auf den Ansatz selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB verzichtet. Software wird über 3 Jahre abgeschrieben. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist ein immaterieller Vermögenswert, der durch die Übernahme eines Unternehmens entsteht und die Differenz zwischen dem gezahlten Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens darstellt. Die Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts wurde gemäß Handelsgesetzbuch vorgenommen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über 10 Jahre linear abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen für Einbauten erfolgen linear über eine Nutzungsdauer von 13 Jahren, für technische Anlagen von 10 Jahren sowie für Betriebs- und Geschäftsausstattung von 10 Jahren; im Jahr des Zugangs wird die Abschreibung zeitanteilig vorgenommen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Sämtliche Anlagengüter werden nach der linearen Methode abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto- Einzelwert von EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Unterschiedsbeträge zu einer Bewertung zum Börsenkurs oder dem Marktpreis am Bilanzstichtag sind im Rahmen der Erläuterungen der Vorräte dargelegt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB wurden aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren mit einem Zinsfuß von 1,79 % ermittelt (Rechnungszins für Altersversorgungsverpflichtungen). Für die Abzinsung wird der von der Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren entsprechend des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB ergibt. Bei den unmittelbaren Versorgungszusagen des Besitzstandes werden jährliche Lebenshaltungskostensteigerungen von 2,7 % sowie eine jährliche Steigerung der Beitragsbemessungsgrenze von 2,7 % bei der Ermittlung berücksichtigt. Grundlage für die Bewertung sind die "Richttafeln 2018 G" nach Prof. Dr. K. Heubeck. Der Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz der Rückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzins aus den vergangenen zehn Jahren 1,79 % und dem Ansatz der Rückstellungen, abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre 1,50 % beträgt zum Stichtag EUR 9.218. Die Unterschiedsbeträge sind ausschüttungsgesperrt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Anteile an verbundenen Unternehmen Die Evident Europe GmbH war im Berichtsjahr an folgenden Gesellschaften gemäß § 285 Nr. 11 HGB beteiligt:
Das Eigenkapital der in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse der Beteiligungsunternehmen wurde mit dem jeweiligen Stichtagskurs zum 31. März 2023 und das Jahresergebnis mit dem jeweiligen Durchschnittskurs umgerechnet. Die Werte basieren bei der Evident Technology Center Europe GmbH auf dem handelsrechtlichen Jahresabschluss, bei der Evident Service Center Europe s.r.o. auf dem IFRS-Abschluss. Im Geschäftsjahr 2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 8 erfasst. Die Gesellschaft hat ein angestrebtes Engagement in Russland aufgrund der anhaltenden Ukraine-Krise aufgegeben und die Beteiligung vollständig abgeschrieben. Forderungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben im Geschäftsjahr und im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von TEUR 5.342 Forderungen gegen Gesellschafter. Sonstige Vermögensgegenstände In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Kautionen in Höhe von TEUR 5.103, debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 2.786 sowie geleistete Anzahlungen auf Projekte in Höhe von TEUR 2.246 enthalten. In Höhe von TEUR 4.271 ist unter den sonstigen Vermögensgegenständen ein von der Olympus Europa-Gruppe übernommenes Auftragsportfolio ausgewiesen, welches sich voraussichtlich im kommenden Geschäftsjahr sukzessive abbauen wird. Zusätzlich sind Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.268 sowie weitere Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.197 enthalten. Eigenkapital / Kapitalrücklage Mit Gesellschafterbeschluss vom 1. April 2022 hat die alleinige Gesellschafterin das Stammkapital um TEUR 4.975 auf TEUR 5.000 erhöht und TEUR 294.613 in die Kapitalrücklage eingestellt. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen gebildet für:
Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben sämtlich eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und sind nicht besichert. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind EUR 65,8 Mio. Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter enthalten. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Regionen
Sonstige betriebliche Erträge Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 14.255 handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus Währungsumrechnung TEUR 8.163. Weitere Erträge resultierten mit TEUR 2.401 aus Dienstleistungen sowie weiterbelasteten Personalkosten in Höhe von TEUR 2.967. Material- und Personalaufwand Der Materialaufwand des Geschäftsjahres betrug TEUR 37.471 und unterteilt sich wie folgt:
Der im abgelaufenen Geschäftsjahr angefallene Personalaufwand betrug TEUR 40.726; dieser gliedert sich wie folgt auf:
Sonstige betriebliche Aufwendungen Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 30.636 handelt es sich im Wesentlichen um einmalige Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von TEUR 8.804, Aufwendungen aus dem Abbau eines übernommenen Auftragsportfolios TEUR 13.122 sowie Verluste aus Währungsumrechnungen TEUR 7.194. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 10.668 aus Zahlungsverpflichtungen für Miet- und Leasingverträge. Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen April 2023 und Juni 2027. Geschäftsführung
Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Angabe über die Gesamtbezüge aktiver Organmitglieder unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt 478. Von den 478 Mitarbeitern waren 64 Mitarbeiter Führungskräfte. Konzernverhältnisse Der Jahresabschluss der Evident Europe GmbH, Hamburg, wird in den Konzernabschluss der Evident Corp., Tokio, Japan, einbezogen. Die Evident Corp., Tokio, Japan, erstellt zum 31. März 2023 einen Konzernabschluss für den kleinsten, die Olympus Corp., Tokio, Japan, für den größten Kreis der Unternehmen der Evident-Gruppe. Da der Jahresabschluss der Gesellschaft in den Konzernabschluss der Evident Corp, Tokio, Japan, einbezogen wird, die einen befreienden Konzernabschluss gemäß § 292 HGB aufstellen und im Unternehmensregister offenlegen wird, verzichtet die Evident Europe GmbH auf die Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses und Konzernlageberichts. Die zu erläuternden relevanten Abweichungen der im Konzernabschluss der Evident Corp., Tokio, Japan, im Unterschied zum deutschen Recht angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden sind im Wesentlichen: Im befreienden Konzernabschluss der Evident Corp. kamen insbesondere folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Anwendung, die in folgender Hinsicht von deutschem Recht abweichen:
Ein Leasingobjekt ist nach HGB dem Leasingnehmer zuzuordnen, wenn der wirtschaftliche Charakter einem Ratenkauf unter Eigentumsvorbehalt entspricht. In der unkündbaren Grundmietzeit müssen mindestens die Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Nebenkosten gedeckt sein. Nach IFRS werden für Leasingverhältnisse ein Nutzungsrecht und eine korrespondierende Verbindlichkeit beim Leasingnehmer erfasst. Prüfungs- und Beratungsgebühren Das Honorar des Abschlussprüfers im Jahresabschluss 2022/2023 der Evident Europe GmbH beträgt TEUR 253. Es entfällt vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen. Nachtragsbericht Mit Wirkung zum 1. April 2023 wurde die Übertragung aller Anteile an der Evident Corporation, Tokio, Japan, von Olympus Corporation, Tokio, Japan, an Bain Capital Private Equity LP, Boston, USA, ("Bain Capital") vollzogen. Auf das Eigentums- und Beherrschungsverhältnis der obersten Muttergesellschaft Evident Corporation zur Evident Europe GmbH hat dies keine Auswirkungen. Unter dem Dach von Bain Capital hat die Evident-Gruppe die Fähigkeit erlangt, eine agilere Geschäftsentwicklung und flexible Entscheidungsfindung durchzuführen, um den Marktanforderungen gerecht zu werden. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 16.629.180,98 auf neue Rechnung vorzutragen.
Hamburg, den 15. März 2024 Evident Europe GmbH Geschäftsführung Michael Speiser Matthias Ponsold Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens 2022/2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/20231 Grundlagen des Unternehmens Allgemeine Informationen Die Evident Europe GmbH hat ihren Firmensitz in der Caffamacherreihe 8-10, 20355 Hamburg, und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRB 170281 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist der Vertrieb sämtlicher, im weltweiten Evident-Konzern hergestellter Waren- und Dienstleistungen sowie aller damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen, insbesondere im Bereich der Mikroskopie und Videoskopie, schlüsselfertigen Systemlösungen sowie Produkte für zerstörungsfreie Prüftechniken und Material-Analysatoren. Evident ist Vertriebsgesellschaft und Dienstleister in den Geschäftsbereichen Life Science und Industrial Equipment. Wesentliche Absatzmärkte der Life Science-Sparte liegen in den Bereichen der klinischen Diagnostik, in der medizinischen und Grundlagenforschung sowie im Ausbildungsbereich. Der Industrie Bereich bedient Kunden in den Bereichen Produktwartung und -fertigung sowie Umweltuntersuchungen. Die Gesellschaft ist durch Ausgliederung des Geschäftsbereichs Scientific Solutions der Olympus Deutschland GmbH und Olympus Europa SE & Co. KG sowie deren Vertriebsgesellschaften in anderen europäischen Ländern ("Olympus Europa-Gruppe") entstanden. Von der Olympus Europa-Gruppe wurden im Rahmen eines sogenannten "Asset Deal" (Vermögensgeschäftes) eingerichtete Geschäftsbetriebe in den betreffenden Ländern erworben. Transferiert wurden mit Wirkung zum 1. April 2022 insbesondere Sachanlagen wie IT-Equipment, Demo- und "Loaner"-Equipment sowie Vorräte und ein Portfolio an Kundenaufträgen. Als neu gegründete 100-prozentige Tochtergesellschaft der Evident Corporation, Tokio/Japan, (im Folgenden: Evident Corporation) agiert die Evident Europe GmbH (im Folgenden: Evident Europe), mit Hauptsitz in Hamburg, seit dem 1. April 2022 eigenständig und seit dem 1. April 2023 auch unabhängig von Olympus (siehe Nachtragsbericht). Dieser Schritt fördert die langfristige Strategie des Unternehmens, seine Position als einer der Hauptakteure in der Medizintechnik zu festigen. Die Evident Corporation ist die oberste Muttergesellschaft der Evident-Gruppe, in deren Konzernabschluss die Evident Europe einbezogen ist. Die Evident Europe hält eine 100- prozentige Beteiligung an der Handels- und Produktionsgesellschaft Evident Technology Center Europe GmbH, Münster, deren Produkte sie für Kunden in Europa vertreibt. Die Gesellschaft hält des Weiteren sämtliche Anteile an der Servicegesellschaft Evident Service Center Europe s.r.o., Prag/Tschechische Republik, die administrative und technische Dienstleistungen erbringt. Zweigniederlassungen Die Evident Europe hat im April 2023 eine neue Hauptniederlassung in Hamburg in der Caffamacherreihe 8-10 bezogen. Außerhalb von Deutschland verkauft die Gesellschaft ihre Medizintechnik und Industrieprodukte an die Vertriebsniederlassungen der Evident- Gruppe in Europa und dem Mittleren Osten. Dafür unterhält die Gesellschaft 13 ausländische Niederlassungen in sämtlichen wichtigen Märkten Europas. Investitionen Wesentliche Investitionen - neben den oben beschriebenen Vermögensübertragungen im Rahmen des Asset Deals - waren die Ein- und Umbauten in den neuen, gemieteten Räumlichkeiten in der Caffamacherreihe in Höhe von TEUR 301 sowie Anschaffungen von Büro- und Geschäftsausstattung und IT-Equipment in Höhe von TEUR 473 bzw. TEUR 522 für die neue Unternehmenszentrale. Beschaffung Die Evident Europe bezieht den Großteil ihrer Fertigwaren von Gesellschaften der Evident-Gruppe. Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Prozesse des Qualitätsmanagements wurden auf die Beschaffung ausgeweitet, um pünktliche Lieferungen zu garantieren und die Qualitätsstandards erfüllen zu können. Personal Stand Ende März 2023 arbeiten 516 Personen inkl. Werkstudenten in der Gesellschaft, davon 266 Personen in der Hauptniederlassung, sowie insgesamt 250 Personen in den ausländischen Büros in Antwerpen, Ballerup, Barcelona, Basel, London, Lissabon, Paris, Prag, Warschau, Wien und anderen europäischen Städten. 2 Wirtschaftsbericht Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft Die weltweite Corona-Pandemie hat auch den Geschäftsverlauf 2022/2023 noch stark geprägt. Die Problematik gestörter Lieferketten und damit einhergehender Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und -versorgung sowie temporärer Materialengpässe, nicht nur bei Halbleiterkomponenten bestand weiterhin fort. Die dadurch deutlich längeren Lieferzeiten im Beschaffungsbereich führten zu höheren Lagerreichweiten und längeren Lieferzeiten im Kundengeschäft. Die Gesellschaft geht mit entsprechend hohen Auftragsbeständen in das am 1. April 2023 beginnende Geschäftsjahr und es resultiert eine teilweise Erlösverlagerung in das Geschäftsjahr 2023/2024. Zum Erstellungszeitpunkt dieses Berichtes bestehen weiterhin Auftragsbestände auf einem hohen Niveau und haben zur Folge, dass die geplanten Absatzzahlen und Ertragsziele nicht ganz erreicht werden konnten. Die weitreichende Umstellung der Aufbau- und Ablauforganisation in den Bereichen Logistik und Vertriebsinnendienst nach der Ausgliederung des Geschäftsbereichs Scientific Solutions aus der Olympus-Gruppe unter das Dach der Evident-Gruppe und die Trennung der Warenwirtschaftssysteme stellten Evident Europe im Berichtsjahr vor große Herausforderungen. Zum Zeitpunkt dieses Berichts hat sich Evident Europe als eigenständige Organisation und erfolgreicher Akteur an den Märkten für Medizintechnik und Industrial Equipment etabliert. Auch die Weiterentwicklung des übernommenen und der Aufbau eines neuen Kundenstamms sowie der Stammdatenverwaltung sind abgeschlossen. Einschränkungen der Zahlungsströme konnten jedoch nicht vollständig vermieden werden: Lieferungen der Evident Europe wurden in den ersten Monaten des Geschäftsjahres nur mit Verzögerungen geliefert und fakturiert. Kundenforderungen wurden zum Teil verspätet beglichen. Der daraus resultierende, hohe Bestand überfälliger Forderungen konnte zum Berichtsdatum nicht vollständig abgebaut werden. Weitere organisatorische Änderungen wie der Umzug in das neue Hauptgebäude, der Aufbau eines Evident Service Centers in Prag sowie die mit der Ausgliederung aus der Olympus-Gruppe verbundene vollständige Separierung der IT-Infrastruktur und -Systeme haben neben einer starken Ressourcenbindung in den entsprechenden Bereichen zu höheren Projekt- als auch laufenden IT-Kosten geführt, die das Betriebsergebnis im Wirtschaftsjahr neben den hohen Abschreibungen auf den aus der Ausgliederung entstandenen Geschäfts- und Firmenwert stark belasten. Aufgrund der Unsicherheiten und der oben erwähnten besonderen Herausforderungen konnten die Umsatz- und Ergebnisprognosen trotz guter Auftragslage nicht ganz erreicht werden. a) Ertragslage Die Evident Europe hat ihren aktiven Geschäftsbetrieb zum 1. April 2022 aufgenommen. Eine Analyse der Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr ist somit für das Berichtsjahr nur beschränkt aussagekräftig.
Nachfolgend wird auf die für die Entwicklung der Ertragslage ursächlichen Faktoren unter Bezug auf unsere Geschäftserwartungen für das Geschäftsjahr 2022/2023 eingegangen: Im Berichtsjahr verzeichnet die Evident Europe Umsatzerlöse in Höhe von EUR 195,0 Mio., was einer Planmindererfüllung von 8,2 % entspricht. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit EUR 89,2 Mio. um 4,1 % unter den Planerwartungen geblieben. Neben dem Wegfall des geplanten Scientific Solution-Geschäfts in Russland, welches in Anbetracht des bestehenden Krieges in der Ukraine eingestellt und daher nicht von der Olympus Europa-Gruppe übernommen wurde, sorgten Lieferschwierigkeiten in fast allen Produktbereichen zu verspäteten Auslieferungen und in Summe für eine Umsatzverschiebung in das folgende Geschäftsjahr. Im Bereich Life Science lag der Umsatz um 6,7 % unter Plan. Im Vergleich zu den Industrieprodukten belastete der Wegfall des russischen Marktes weniger stark. Die Bruttomarge lag in diesem Bereich um 0,1 Prozentpunkte unter dem Plan. Neben einem höheren Anteil des Distributoren-Geschäftes belasteten erhöhte Chip-Preise die Herstellungskosten. Da für das Geschäft nach Russland geringere Margen geplant waren, sorgt der Wegfall für einen positiven Mix-Effekt. Das Geschäft mit Industrieprodukten war noch stärker von der Beendigung der Geschäftsbeziehungen mit Russland betroffen, sodass Bereich Industrial Equipment zum Jahresende den Plan um 9,1 % verfehlte. Während die Umsätze mit Industrieendoskopen sogar leicht über Plan lagen, verfehlten die Materialanalysatoren diesen um 24,8 %. Die Bruttomarge lag im Bereich Industrie im Wesentlichen aufgrund des Produktmixes und geringerer Intercompany-Umsätze um 3,1 Prozentpunkte über Plan. Über alle Geschäftsbereiche entwickelte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz und die Bruttomarge im Vergleich zur Prognose mit EUR 89,2 Mio. bzw. 45,7 % noch zufriedenstellend: Wesentliche Faktoren für den Jahresfehlbetrag und das im Vergleich zum Plan geringere EBIT sind neben dem geringeren Rohertrag, die um EUR 8,2 Mio. höheren Aufwendungen für den Vertrieb und die allgemeine Verwaltung aufgrund der Einrichtung des neuen Geschäftsbetriebs und verursacht durch die Trennung der IT-Systeme, die hohen Aufwendungen für Umzüge und neue Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie signifikante Aufwendungen für unternehmensinterne Dienstleistungsverträge. Zusätzlich entstanden Aufwendungen aus dem Abbau eines übernommenen Auftragsportfolios von EUR 13,1 Mio. Erträge aus Gewinnabführungen der Evident Technology Center Europe GmbH verminderten das im Berichtsjahr negative Geschäftsergebnis um EUR 5,5 Mio. Insgesamt schließt die Evident Europe das Jahr 2022/2023 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 16,6 Mio. (Vorjahr: TEUR - 359) ab. b) Finanzlage Zu den wesentlichen Finanzinstrumenten der Evident Europe gehören im Berichtsjahr neben Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen die Einbindung der Tochterunternehmen in das europäische, physische Cash-Pooling der Evident Europe. Der auf europäischer Ebene festgestellte Kapitalbedarf wird ermittelt und die erforderlichen Mittel durch kurzfristige Darlehen der Evident Corporation gedeckt. Die wesentlichen Ziele sind dabei die Sicherung der Liquidität des europäischen Konzerns, die Optimierung der Finanzaufwendungen und -erträge sowie die Steuerung und Minimierung der Währungs- und Zinsrisiken. Fremdwährungen aus Forderungen sowie die für die Begleichung von Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit konzerninternen Gesellschaften und Dritten benötigten Devisen werden zu fest definierten Kursen, innerhalb bestimmter Limits durch Currency Swaps abgesichert, um Währungskursrisiken zu minimieren. Liquidität
Aufgrund des hohen Bestands überfälliger Forderungen im Berichtsjahr und der wesentlichen Einmalausgaben für Personal, kurzfristiger Dienstleistungsverträge zum Aufbau der Geschäftsorganisation sowie der IT-Separierung im Rahmen der Evident-Ausgliederung sind die Cash-Bestände auf einem niedrigen Niveau, haben sich aber durch die zum Geschäftsjahresende höheren Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und der erst im neuen Geschäftsjahr erfolgten Rückzahlung von weiteren Tranchen des kurzfristigen Darlehens der Evident Corporation zum Geschäftsjahresende stabilisiert. Der Finanzmittelbestand zum Stichtag, der aus laufenden Guthaben bei Kreditinstituten besteht, beläuft sich auf EUR 15,0 Mio. (Vorjahr: TEUR 15). Das Vorratsvermögen ist im Berichtsjahr mit EUR 35,7 Mio. im Vergleich zur Planprognose (von EUR 33,7 Mio.) aufgrund gestiegener Lagerreichweiten recht hoch, was weitere Mittel bindet. Cashflow
Die obige Kapitalflussrechnung zeigt ausgehend von einem EBIT von EUR -20,2 Mio. (vor Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen) einen negativen Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 97,4 Mio. Diese Mittelabflüsse sind - neben den mit EUR 74,9 Mio. hohen Beständen an fälligen Kundenforderungen - maßgeblich von der Übertragung von Handelswaren von der Olympus Deutschland GmbH, Olympus Europa SE & Co. KG und den Olympus Vertriebsgesellschaften im Ausland in Höhe von EUR 30,7 Mio. im Rahmen des Vermögensgeschäft (Asset Deals) beeinflusst. Auf den Cashflow aus der Investitionstätigkeit hatte der Asset Deal, die nachfolgende Einrichtung des Geschäftsbetriebs und die Akquisition bzw. Gründung von Tochterunternehmen großen Einfluss. Wesentliche Mittelabflüsse für Investitionen in Sachanlagen ergaben sich insbesondere aus dem Transfer von IT-Equipment und Demo-Equipment von der Olympus Deutschland GmbH. Bei Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen einschließlich des Geschäfts- und Firmenwertes in Höhe von EUR 168,5 Mio., Einzahlungen in das Kapital der Tochterunternehmen von EUR 74,1 Mio. und Investitionen in das Sachanlagevermögen von EUR 15,3 Mio. ergibt sich ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit von EUR 257,9 Mio. Aufgrund eines mit EUR 363,7 Mio. positiven Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit hat sich im Geschäftsjahr eine positive Veränderung des Finanzmittelbestandes in Höhe von EUR 8,3 Mio. ergeben. Nettomittelzuflüsse aus Finanzierung entstanden vor allem aus Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen der Muttergesellschaft Evident Corporation von EUR 299,6 Mio. und durch von dieser Gesellschaft erhaltene Konzerndarlehen von EUR 95,0 Mio. abzüglich im Geschäftsjahr geleisteter Tilgungen von EUR 30,0 Mio. und vermindert um Auszahlungen für Zinsen auf Konzerndarlehen von EUR 0,8 Mio. c) Vermögenslage Die Vermögensstruktur setzt sich zu 40,5 % aus kurzfristig gebundenem Vermögen, insbesondere Forderungen, Vorräten und liquiden Mitteln, sowie zu 59,5 % aus längerfristig gebundenem Anlagevermögen zusammen. Wichtigste Position im Anlagevermögen ist mit EUR 151,6 Mio. der aus dem Erwerb des Vermögens des Geschäftsbereichs Scientific Solutions von der Olympus Europa- Gruppe entstandene Geschäfts- und Firmenwert. Dieser allein repräsentiert 38,1 % der Bilanzsumme. Des Weiteren werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 74,1 Mio. und 18,6 % der Bilanzsumme gehalten. Unter den Positionen des Nettoumlaufvermögens sind die mit EUR 110,2 Mio. wesentlichsten Bilanzposten die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände, die 27,7 % der Bilanzsumme repräsentieren. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten mit EUR 5,1 Mio. an Kunden geleistete Kautionen und Mietsicherheiten für unsere Geschäftsräume sowie in Höhe von EUR 4,3 Mio. ein im Rahmen der Ausgliederung übernommenes Auftragsportfolio an Kundenaufträgen, welches sich im kommenden Geschäftsjahr sukzessive abbauen wird. Das Vorratsvermögen macht mit EUR 35,7 Mio. und 9,0 % der Bilanzsumme einen weiteren wesentlichen Posten des Nettoumlaufvermögens aus und erklärt sich zum größten Teil durch den Bestand an Handelswaren zur Befriedigung der hohen Nachfrage der Vertriebsgesellschaften zum Geschäftsjahreswechsel. Kurzfristige Verbindlichkeiten aus dem laufenden Geschäft gegenüber Kunden und verbundenen Unternehmen tragen mit EUR 92,7 Mio. und 23,3 % der Bilanzsumme zu einem Nettoumlaufvermögen von insgesamt EUR 41,7 Mio. bei. Die Bestände an liquiden Mittel zum Abschlussstichtag betragen von EUR 15,0 Mio. (ein Liquiditätskoeffizient von 126,4 %). Nach einer Kapitalerhöhung um TEUR 4.975 am 1. April 2022 beträgt das Stammkapital EUR 5,0 Mio. Die Gesellschafterin hat ferner EUR 294,6 Mio. in die Kapitalrücklage eingezahlt. Der Jahresfehlbetrag von EUR 16,6 Mio. führt zum 31. März 2023 zu einem Eigenkapital von insgesamt EUR 282,6 Mio. (im Vorjahr; ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 334). Die Eigenkapitalquote beträgt 71,0 %. Rückstellungen machen im Berichtsjahr lediglich 2,2 % der Bilanzsumme aus. Für Pensionsverpflichtungen und ähnliche Verpflichtungen wurden Rückstellungen in Höhe von EUR 1,7 Mio. gebildet. Die Steuerrückstellungen für Körperschaft- und Gewerbesteuer betragen unabhängig von dem negativen Geschäftsergebnis der Gesellschaft EUR 0,8 Mio., da in den ausländischen Betriebsstätten Steuerzahlungen in entsprechender Höhe erwartet werden. Die sonstigen Rückstellungen betragen EUR 6,3 Mio. und resultieren zum größten Teil aus Rückstellungen für Personalaufwendungen (EUR 4,9 Mio.) und für ausstehende Rechnungen (EUR 0,6 Mio.; Vorjahr: EUR 4,1 Mio.). Finanzielle und Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren a) Finanzielle Leistungsindikatoren Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus auf Umsatzentwicklung und Betriebsergebnis. Für die interne Unternehmenssteuerung werden dabei primär die Umsatzerlöse der Geschäftsbereiche sowie die Kennzahlen Bruttomarge und betriebliche Umsatzrendite herangezogen. Die Umsatzerlöse sind um EUR 17,5 Mio. und 8,2 % unter den Planerwartungen geblieben, wozu Lieferschwierigkeiten in fast allen Produktbereichen und der Wegfall des geplanten Russland-Geschäftes maßgeblich beitrugen. Die Bruttomarge ist mit 45,7 % im Berichtsjahr um 5,4 Prozentpunkte zur Prognose gestiegen, was hauptsächlich auf den vorteilhaften Produktmix mit einem geringeren Anteil von margenschwachen Intercompany-Umsätzen zurückzuführen ist. Die negative betriebliche Umsatzrendite gemessen am mit EUR 20,2 Mio. negativen EBIT vor Gewinnabführungen von Tochterunternehmen beträgt für das Berichtsjahr -10,4 % und hat sich damit um 3,3 Prozentpunkte zur Prognose verringert. Neben dem im Vergleich zur Prognose geringeren Rohertrag sind dabei höhere Aufwendungen für Dienstleistungsverträge mit verbundenen Unternehmen, externen Beratungsunternehmen sowie Einmalkosten aufgrund des Bezugs der Räumlichkeiten in der Caffamacherreihe, des Aufbaus der Aufbau- und Ablauforganisation als auch der IT-Infrastrukturtrennung von der Olympus Europa-Gruppe im Rahmen der Evident-Ausgliederung maßgeblich. b) Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Als eines der führenden Vertriebsunternehmen und wichtiger Dienstleister in beiden Geschäftsbereichen gehört Nachhaltigkeit zu den Erfolgsfaktoren der Gesellschaft. Deshalb sind nicht-finanzielle Leistungsindikatoren wie Arbeitnehmerinteressen, Umweltgesundheit und die Einhaltung rechtlicher Vorschriften für Evident genauso wichtig wie finanzielle Leistungsindikatoren. Der Erfolg der Gesellschaft hängt wesentlich von der Gewinnung, dem langfristigen Verbleib im Unternehmen und der Zufriedenheit und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter ab. Daher bezieht die Gesellschaft auch Mitarbeiterbelange als nicht-finanzielle Leistungsindikatoren in die Unternehmensführung mit ein und setzt sich für ein motivierendes, soziales und gesundes Arbeitsumfeld ein. Als relevanten Indikator erachtet die Gesellschaft dabei die Länge der Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter bzw. die Fluktuationsquote. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren gemäß § 289 Abs. 3 HGB, wie Informationen über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage von Bedeutung wären, sind derzeit nicht ersichtlich. Gesamtaussage Die Gesellschaft hat im ersten Jahr des aktiven Geschäftsbetriebs eine positive Entwicklung genommen. Die Ertragslage ist jedoch - vor allem aufgrund von Lieferschwierigkeiten - unter den hohen Erwartungen geblieben, die in der Prognose für Umsatz und Bruttoergebnis vom Umsatz enthalten sind. Die Vermögenslage wird als gut eingeschätzt. Die Eigenkapitalquote beträgt 71,0 %. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Die Finanzlage liegt dennoch aufgrund des für den gesamten Berichtszeitraum negativen operativen Cashflows unter den Erwartungen. Die Bestände an Liquidität haben sich jedoch aufgrund von Gegenmaßnahmen zum Ende des Berichtsjahres erholt. Aufgrund der hohen Liquiditätsreserven und weiterer in der Evident-Gruppe kurzfristig verfügbarer Mittel war die jederzeitige Erfüllbarkeit der Verbindlichkeiten gegenüber allen Vertragspartnern gewährleistet. 3 Risiko- und Chancenbericht Risikomanagement Das Risikomanagement der Evident Europe wird ständig an die aus dem regulatorischen und dem Wettbewerbsumfeld der Gesellschaft resultierenden Bedürfnisse angepasst. Die Geschäftsführung überwacht die Entwicklung der Evident Europe durch regelmäßig erstellte kurz- und langfristige Umsatz-, Liquiditäts- und Finanzplanungen. Diese Planungen werden mit den tatsächlichen Ergebnissen verglichen und Abweichungen werden sorgfältig auf ihre Ursache hin untersucht. Erkennbare Risiken werden von der Geschäftsführung frühzeitig aufgegriffen und, soweit erforderlich, Gegenmaßnahmen eingeleitet. Risiken in Bezug auf Produktentwicklung, regulatorische Änderungen in Märkten und Branchentrends bedingt durch Technologien und Innovationen werden in regelmäßigen Abständen sorgfältig von der Geschäftsführung analysiert. Risiken der künftigen Entwicklung a) Finanzrisiko Die Gesellschaft wickelt ihre Geschäftstätigkeit im Wesentlichen in Euro, US-Dollar, Britischem Pfund und Japanischem Yen ab. Aufgrund dessen sind nicht auf Euro lautende Transaktionen mit einem Wechselkursrisiko verbunden. Es wurden Devisentermingeschäfte in ausgewählten Währungen abgeschlossen, um die daraus resultierenden Exposures weitgehend abzusichern. Zu den Kunden der Gesellschaft zählen im Geschäftsbereich Life Science insbesondere Universitäten, Forschungsinstitute und andere öffentliche Unternehmen mit sehr guter Kreditwürdigkeit. Dennoch unterliegen die Forderungen gegen diese Kunden ebenso wie die Industriekunden im Geschäftsbereich Material Science & Industrial Equipment einem Ausfallrisiko. Um dieses Risiko zu minimieren, wird mit jedem Kunden ein angemessenes Zahlungsziel vereinbart, die überfälligen Forderungen werden regelmäßig als Gruppe und einzeln analysiert und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen. Dennoch ergab sich zum Geschäftsjahresende ein hoher Bestand überfälliger Forderungen aufgrund des nicht abgeschlossenen Aufbaus einer effizienten Stammdatenverwaltung und von Verzögerungen in der Fakturierung. Um den damit verbundenen Liquiditätsrisiken entgegenwirken zu können, erörtert die Geschäftsführung der Gesellschaft diese Themenbereiche regelmäßig. Durch bereits umgesetzte Verbesserung in der Ablauforganisation des Vertriebsinnendienstes und im Forderungsmanagement wird in Zukunft eine starke Verminderung der Debitorentage erwartet. b) Branchenrisiko Vor dem Hintergrund der makroökonomischen und geopolitischen Gegebenheiten unterliegt die Prognose immer noch einer höheren Unsicherheit und Volatilität. Dies betrifft sowohl den Geschäftsbereich Life Science als auch den Bereich Industrial Equipment. Der andauernde Ukraine-Krieg, die im Rahmen der Sanktionspakete gegen Russland stark gestiegenen Energiepreise für Gas, Öl und Strom, als auch der generelle Anstieg bei den Endverbraucherpreisen und die damit verbundenen Gehalts- und Lohnsteigerungen führen voraussichtlich zu größeren Preiserhöhungen der Zulieferer bei Rahmenverträgen, deren Bindung zeitlich ausläuft. Das Risiko eines sich zuspitzenden Konflikts zwischen Taiwan als weltweit größtem Halbleiterlieferant sowie China als großem Wachstumsmarkt für Evident-Produkte ist in der Prognose nicht enthalten, da das Ausmaß nicht abschätzbar wäre. Es wird davon ausgegangen, dass die Spitze der Inflationswerte erreicht ist, aber das hohe Niveau durch die geänderte Geldpolitik der Zentralbanken nur langsam reduziert werden kann. Negative Auswirkungen auf die Auftragslage aufgrund von sinkender Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand sind bisher nicht erkennbar und daher auch nicht in der Prognose enthalten. Preissteigerungen aufgrund der stark gestiegenen Kosten hingegen sind in der Prognose berücksichtigt. c) Personelle Risiken Eine leicht erhöhte Personalfluktuation bei gleichzeitig gestiegenem Personalbedarf sowie die deutlich steigende Herausforderung und die damit verbundenen Kosten qualifiziertes Personal am Arbeitsmarkt zu finden, sind in der Prognose reflektiert. Chancen der künftigen Entwicklung Als Chance für die Evident Europe wird weiterhin die stärkere Fokussierung und Ausrichtung auf das Scientific-Solutions-Geschäft im Rahmen der Auslagerung dieses Geschäftsbereichs in die Evident-Gruppe gesehen, zu dessen Kerngeschäft die Geschäftsbereiche Life Science und Material Science & Industrial Equipment zählen. Aufgrund der hohen Wettbewerbsfähigkeit und der Attraktivität des Produktportfolios der Evident Europe ist die Nachfrage nach ihren Produkten und Systemen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Basierend auf der Absatzplanung der Vertriebsgesellschaften ist auch ein weiterhin steigender Absatz, insbesondere im Systemgeschäft für den Life-Science-Bereich, geplant. 4 Prognosebericht Die konjunkturellen Indikatoren deuten für die Eurozone für die Jahre 2023 und 2024 ein schleppendes Wachstum von ca. 0,6% bzw. 1,1% an, wobei für Deutschland die konjunkturelle Hängepartie mit einem erwarteten Wachstum von ca. -0,4 % bzw. 0,7 % in den Jahren 2023 und 2024 weitergeht. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibt geprägt von hoher geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Herausforderungen für die Konjunktur sind dabei insbesondere die große Unsicherheit in Folge des Krieges in der Ukraine und seinen Folgen, die Problematik fragilen Lieferketten in Folge der Corona-Pandemie, mögliche Handelskonflikte mit China sowie die Wirksamkeit der Geld- und Fiskalpolitik der EZB zur Stabilisierung der hohen Inflation im Euroraum. Die Prognose für das Wirtschaftsjahr 2023/2024 geht mit EUR 97,3 Mio. von einem um 1,1 Prozentpunkte höheren Bruttoergebnis vom Umsatz aus, das weiterhin Kostensteigerungen aufgrund von Inflation berücksichtigt, aber nicht mehr aufgrund der Corona-Pandemie übermäßig hohe Beschaffungspreise für Halbleitererzeugnisse am Graumarkt einbezieht. Aus den für das Wirtschaftsjahr 2023/2024 geplanten Absatzsteigerungen und den damit verbundenen höheren Umsatzerlösen in Höhe von EUR 221,9 Mio. ergibt sich eine um 1,9 Prozentpunkte reduzierte Bruttomarge von 43,8 %. Im Betriebsergebnis sind steigende Kosten für Personal und die IT-Infrastruktur berücksichtigt. Die wesentlichen Kennzahlen setzen sich wie folgt zusammen:
5 Nachtragsbericht Mit Wirkung zum 1. April 2023 wurde die Übertragung aller Anteile der Evident Corporation, Tokio/Japan, an Bain Capital Private Equity LP, Boston, USA, ("Bain Capital") vollzogen. Auf das Eigentums- und Beherrschungsverhältnis der obersten Muttergesellschaft Evident Corporation zur Evident Europe hat dies keine Auswirkungen. Unter dem Dach von Bain Capital hat die Evident-Gruppe die Fähigkeit erlangt, eine agilere Geschäftsentwicklung und flexible Entscheidungsfindung durchzuführen, um den Marktanforderungen gerecht zu werden. Weitere Ereignisse von besonderer Bedeutung haben sich darüber hinaus nicht ergeben.
Hamburg, den 15. März 2024 Evident Europe GmbH Geschäftsführung Michael Speiser Matthias Ponsold |
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