Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 17559
Eingetragen
5.1.2000
Branche
Herstellung von land- und forstwirtschaftlichen MaschinenHerstellung von Geräten für Landwirtschaft, Gartenbau und ForstwirtschaftTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Geräten für die Land- und Forstwirtschaft, sowie für die Entsorgungs- und Umwelttechnik und alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte; ferner Lohnveredelung von Baugruppen aller Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
JZV GmbH & Co. KG
Germany
390.000 €
50.00%
MZV GmbH & Co. KG
Germany
390.000 €
50.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Ziegler GmbH

Pöttmes

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Lagebericht

A. Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. Maschinenbau
Der Umsatz des Geschäftsjahres 2021/22 ist im Vergleich zum Vorjahr wieder stark um 23,86 % auf  35.029.925 Euro gewachsen. Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2023/24 kein weiteres Wachstum.

Die Neuausrichtung im Bereich Maschinenbau auf den weiteren Ausbau des Marktes und der Weiterentwicklung der Eigenprodukte Schneidwerkswagen, Bodenbearbeitung und Schneidvorsätze sowie Pickup entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Das Ende der Corona-Pandemie hat den Markt wieder normalisiert. Wir sehen vor allem in Osteuropa nach wie vor enorme Potentiale. Jedoch waren aufgrund des Angriffskrieges im Februar 2022 von Russland auf die Ukraine zwei unserer sehr wichtigen Absatzmärkte massiv beeinträchtigt. Dies führte dazu, dass ein noch stärkeres Umsatzwachstum verhindert wurde. Sollte am Tage x ein Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine geschlossen werden können, würde der Umsatz sofort um weitere 4 Mio. Euro steigen.
Aufgrund der Wetterveränderung sehen wir eine aufkommende Nachfrage im Baltikum und Skandinavien. Im Baltikum sind wir der einzige Landmaschinenproduzent. Wo früher aufgrund des zu kleinen Wachstumsfensters (4 Monate) nur ein paar Kühe geweidet haben, wird jetzt begonnen professionell Landwirtschaft zu betreiben, da jetzt das Wachstums- und Erntefenster im Baltikum in etwa der Situation von Deutschland in den 70er Jahren entspricht. Diese Phase des Aufbaus der professionellen Landwirtschaft wird sicherlich noch 10-20 Jahre andauern bis im Baltikum der Stand von Westeuropa erreicht wird, aber die Anfänge sind vielversprechend..

Auch aus Westeuropa kommen sehr positive Signale vom Bereich Schneidwerkswagen und Cultivation. Die Umstellung der Produktion der Schneidwerkswagen und Rapstische von Fremdbezug auf Eigenproduktion hat sich am Markt sehr positiv ausgewirkt. Die Umsätze steigen, die Qualität ist sehr gut, und wir gewinnen derzeit viele Neukunden durch die eigene, hochwertige Fertigung. Vor allem bei der Technik sind wir Marktführer in Europa. Wir bieten 900 Varianten von Schneidwerkswagen und können uns somit optimal an alle Transportaufgaben des Mähdreschers aller Marken anpassen. Dieses Angebot ist einzigartig in Europa und dadurch sind wir auch der unangefochtene Marktführer bei Schneidwerkswagen für Mähdrescher. Einige Hersteller haben bereits aufgegeben und uns den Markt frei gemacht, wie die Firmen Zürn, Bruns und etliche weitere Anbieter.
Die Umstellung von Fremdbezug auf Eigenproduktion hat allerdings die Kapitalbindung schon im letzten Jahr in der Gruppe um rund 3 Mio. Euro erhöht. Und dieses Niveau wurde beibehalten.
Im Bereich "Lohnfertigung Maschinenbau" wird das Hauptaugenmerk auf den Ausbau der bestehenden Kundenbeziehungen gelegt.
Wir haben hier ein moderates Wachstum erzielen können. Im Sinne der Risikostreuung legen wir verstärkt das Augenmerk auf "Nicht-Landtechnik-Kunden" im Bereich Lohnfertigung, da wir ansonsten bei einer Krise in der Landtechnik zu breitflächige Umsatzausfälle haben.

Im Bereich der Strandreinigungsmaschinen wurden die ersten Geräte bereits ausgeliefert. Hier ist für die nächsten 5 Jahre ein stetiges Wachstum gemeinsam geplant.

Ebenso wird derzeit der schweizer Neukunde Menzi Muck, ein Hersteller von Bagger und Baumaschinen im Bereich Lohnfertigung Maschinenbau Lettland aufgebaut. Die ersten Umsätze in der Praxis sind dann ab dem Geschäftsjahr 2024/25 zu erwarten. Die Anbahnungsphase und Planungsphase und Vorlaufphase ist leider immer sehr langfristig. Dementsprechend treu sind auch die Kunden in der Lohnfertigung, da ein weiterer Wechsel wiederum für beide Seiten extrem aufwendig ist.

Das Hauptaugenmerk im Produktionswerk Lettland wird allerdings auf den Ausbau der Schneidwerkswagen und Bodenbearbeitung gelegt. Ebenso werden wir die Raps-, Mais und Sonnenblumenerntetechnik weiterhin erfolgreich vermarkten. Auch unser Produkt Pickup zur Aufnahme von am Boden liegenden Futtergut durch den Mähdrescher erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch hier stellen wir Zug um Zug von Fremdbezug auf Eigenproduktion um. Wir planen im Jahr 2024/25 gänzlich alle Pickup-Typen im eigenen Werk in Lettland zu fertigen und den Fremdbezug komplett einzustellen. Dies gilt ebenso für die Sonnenblumenschneidwerke für die wir eine eigene hochwertige Technik entwickelt haben. Dies fördert die Qualität der Produkte und der Technik, sowie die Unabhängigkeit in der Ersatzteilversorgung.

Wir entwickeln aktuell eine Pflugbaureihe. Prototypen wurden bereits umfangreich im Feld getestet. Durch teils trockene Böden kann das Regenwasser zu schnell oberflächlich abfließen und die Erosion begünstigen. Ziegler möchte bei diesem neu auflebenden, traditionellen Markt mit dabei sein. Die Pflugvermarktung begann jedoch erst in 2022/23 und 2023/24 in geringen Stückzahlen noch sehr vorsichtig mit Test- oder 0-Serien. Mit nennenswerten Stückzahlen ist voraussichtlich erst in 2026/27 zu rechnen.

2. Automobiltechnik und Lohnfertigung
Der Umsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 4.628,9 TEUR auf 4.486 TEUR gesunken. Die aufgrund der Wirtschaftskrise 2009/10 durchgeführten umfangreichen Umstrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen erweisen sich als richtig, denn trotz der gesunkenen Umsätze konnten die konsolidierten Ergebnisziele erreicht werden. Der Kostendruck wird für die Produktionsunternehmen in der Bundesrepublik auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Durch die bei ZIEGLER nunmehr seit fast 20 Jahren bestehende, hochmoderne Fertigung in Lettland, seit  20 Jahren aufgebaute Montage für die Automobilzulieferindustrie ist ZIEGLER ideal aufgestellt, um sich in diesem Markt zu behaupten. Für ZIEGLER bieten sich durch die Fertigungsmöglichkeiten in Lettland große Chancen für die Zukunft.

3. Produktion
a) Produktion in Lettland
Der Arbeitsmarkt bietet nach wie vor qualifizierte Kräfte in Lettland. Durch den guten Ruf, den unser Werk in Lettland mittlerweile genießt, ist es möglich, für alle Tätigkeiten qualifiziertes Personal zu bekommen. Die in den letzten Jahren durchgeführten Kostensenkungsmaßnahmen in allen Bereichen wirken sich sehr positiv auf die Wirtschaftlichkeit und das Ergebnis in Lettland aus. Durch den Brexit kommen zudem viele Facharbeiter von England wieder nach Lettland bzw. ihrer Heimatstadt Daugavpils zurück, so dass wir wieder verstärkt Bewerbungen von qualifizierten, teilweise ehemaligen Mitarbeitern verzeichnen.
Die lettische Tochter wird wie zuvor die Eigenprodukte der Ziegler-Gruppe, wie die Raps- und Maiserntetechnik, Schneidwerkswagen, Maispflücker, Sonnenblumenschneidwerke,  Bodenbearbeitung und Ersatzteile fertigen.
Im Geschäftsjahr 2022/23 wirkten sich vor allem die abgeschlossenen Optimierungen der Fertigungsflüsse sowie umfangreiche Schulungsmaßnahmen (REFA) und die Anschaffung neuer Maschinen und Anlagen sehr positiv auf das Ergebnis aus. In den Vorjahren wurden hohe Investitionen vorgenommen in Form der Bodenbeläge in der Produktion, eine Renovierung der Lackieranlage, sowie eine Wärmeschutzverkleidung der Haupthalle.
Im Jahr 2022/23 haben wir mit der Renovierung der alten Schmiede zur Produktionshalle begonnen, welche jetzt im Berichtszeitraum September 2024 vollkommen abgeschlossen wurde. In diesem Projekte wurden ca. 1 Mio Euro investiert bei 240.000 Euro EU Fördermittel. Damit wurde der Raum geschaffen um alle bisher fremd bezogenen Maschinen im eigenen Werk zu fertigen.
Die Mitarbeiterzahl konnte aufgrund der guten Auftragslage in der Landwirtschaft nahezu gehalten werden.
Zum 30.09.2022 waren im lettischen Unternehmen 340 Mitarbeiter (i.Vj.: 314 Mitarbeiter) beschäftigt.
Per 30.09.2023 hat unser Produktionswerk in Lettland ein positives Ergebnis -nach Ertragsteuern- in Höhe von TEUR 2.986 (i.Vj.: TEUR 1.516) erzielt.

b) Produktion in Tschechien
Die tschechische Tochtergesellschaft war als Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie und im geringeren Umfang als Lohnfertiger für westeuropäische mittelständische Unternehmen tätig.
Per 30.09.2023 waren im tschechischen Betrieb insgesamt 131 (i.Vj.: 138) Mitarbeiter beschäftigt. Per 30.09.2023 hat das Werk in Tschechien ein Ergebnis -nach Ertragsteuern- in Höhe von TEUR 887,1. (i.Vj.: TEUR - 159,55) erzielt. Die Auftragslage ist nach wie vor positiv.
Wie bereits berichtet haben wir uns vom Werk 1 in Tschechien bereits im März 2023 getrennt und zum Jahresende 2024 ist geplant Werk 2 in Tschechien zu verkaufen. Ab September 2024 wurde die Produktion in Tschechien komplett eingestellt. Die Ziegler Gruppe konzentriert sich dann auf das Produktionswerk in Lettland. Die Verkaufserlöse der Immobilien werden für die Entschuldung der Firmengruppe verwendet. Dort wurde und wird weiter investiert. Unsere lukrativen Produktionsumfänge (Kunde Moog) wurden von Tschechien nach Lettland verlagert. Die Einarbeitung der Mitarbeiter läuft gerade im Zeitraum der Berichterstattung. Wir werden uns mit diesem Schritt von der "Verbrenner-Automobilindustrie" verabschieden. Die enormen Stückzahlreduzierungen und der noch weiter zunehmende Preisdruck hat uns zu der Einsicht gebracht, dass wir in diesem Marktbereich mittel- und langfristig kein Geld mehr verdienen können. Die deutsche Autoindustrie wird ein kleiner Sektor sein, bzw. die Hersteller werden sich zum Premium Hersteller mit geringen Stückzahlen entwickeln. Die Massenware wird nicht mehr aus Deutschland kommen. Die Entwicklung vom Kronenkurs in Tschechien sowie die Lohnentwicklung hat uns dazu bewogen, diesem Land den Rücken zu kehren. Dies dann nach 33 Jahren. Es war uns jedoch schon zu Beginn unserer dortigen Aktivitäten klar, dass dies rund 20 Jahre gehen wird, und sich dann die Löhne dort soweit entwickeln, dass der Unterschied zu Deutschland inkl. der Frachtkosten keine Verlagerungsmotivation mehr bieten wird. Genau so ist es jetzt gekommen, allerdings nicht nach 20 Jahren sondern nach 33 Jahren. Insofern sind wir daher trotzdem sehr zufrieden und sehen auf ein erfolgreiches Engagement in Tschechien zurück.
In Lettland ist das Lohnniveau weit günstiger und die Personalverfügbarkeit ungleich attraktiver. Durch den Verkauf von Werk 1 im Januar 2023 floß uns Liquidität zu und ein nur noch mäßig ertragreicher Unternehmensteil belastet uns nicht mehr. Weitere Liquidität wird dann erwartungsgemäß im Januar 2025 zufließen.
Die Produktion der Güllefässer wurde nicht nach Lettland verlagert. Diese Produkte wurden eingestellt und das Restmaterial an die Firma Marxen zurück verkauft. Der Kaufpreis hierfür ist bereits im Berichtszeitraum eingegangen. Wir haben uns hier wegen der Gesetzesänderung von diesem Produktbereich verabschiedet. Die EU hat zuerst diese neue Technik gesetzlich gefordert. Dann wurde erst eine Studie in Auftrag gegeben. Es wurde festgestellt, dass die alte konventionelle Gülleausbringung keinerlei Nachteile für die Nitratbelastung hat. Jetzt wurden diese Auflagen wieder aufgehoben. Damit wurde ein kompletter Produktionsbereich vernichtet. Ziegler hat jedoch vorher schon reagiert und den Bereich abgestoßen. Ähnlich wie in der Autoindustrie wo erst der Verbrenner verboten wurde und jetzt wieder erlaubt wird, hat man hier auch der Landtechnik-Industrie zunächst bei zahlreichen Herstellern einen massiven Schaden zugefügt. Wir werden mit unseren Produkten bzw. unserer Produktion auf künftige Gesetzesänderungen sehr verhalten und sehr viel vorsichtiger agieren.
c) Produktion in Pöttmes
In Pöttmes erfolgt nur noch die auftragsbezogene Endmontage der Cultivation-Maschinen (Bodenbearbeitung) für die "Aufpreisoptionen" für den regionalen Markt im Süden z.B. als Exklusiv-Vertriebspartner der BayWa AG.
Des Weiteren erfolgt in Pöttmes mit einer Person die Umrüstung der SL R 107 Fahrzeuge von US-Version auf EU-Version. Seit Beginn des Krieges in der Urkaine ist die Nachfrage massiv eingebrochen.
Ansonsten haben wir in Pöttmes das Personal weiterhin schlank gehalten, um die monatlichen Fixkosten zu mindern. Bereits Im Jahr 2019/20 haben wir die Mannschaft in Pöttmes auf 30 Personen reduziert, und konnten das Niveau halten. Es ist nicht geplant die vorher erreichte Mitarbeiterzahl in absehbarer Zeit wieder aufzubauen.
Die heute bei der Spedition Schmid in Dienstleistung abgewickeltes Ersatzteilgeschäft wird wieder nach Pöttmes zurück verlagert. Die Preise hierfür sind in den letzten 3 Jahren stark gestiegen, so dass man sich entschlossen hat dies wieder im eigenen Hause durchzuführen. Die Immobilien die hier der Ziegler GmbH derzeit zur Verfügung stehen reichen für die Rückübernahme vom Ersatzteillager aus. Auch das Personal wird konstant bleiben. Insofern werden Im Ersatzteilgeschäft -nach Amortisation der Umzugskosten- die Kosten um rund 15.000 Euro pro Monat reduziert werden können.

4. Beschaffung
Nach wie vor ist eine Bestandsführung für den verbliebenen Maschinenbau und auch für einen Teil der Automobilproduktion notwendig. Der Bestand an unfertigen und fertigen Erzeugnissen ist aufgrund der Erweiterung des Produktprogramms um die Bodenbearbeitung, Gülletechnik und Eigenproduktion Schneidwerkswagen und Rapstische zwar grundsätzlich umfangreicher, trotzdem konnte zum Bilanzstichtag im Verhältnis zur Umsatzsteigerung (+ 23,6 %) ein nur unterproportionaler Aufbau der Bestände an Fertigerzeugnissen und Waren (+8,7 % ) von TEUR 503 erreicht werden.

5. Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben 
DDas Anlagevermögen ist langfristig finanziert.
Das Eigenkapital konnte gestärkt werden.
Ziel war es, zum 30.09.2023 die Eigenkapitalquote weiter zu erhöhen und die Ziegler GmbH in den nächsten Jahren weiter zu entschulden.
Auch in Zukunft sind keine Gewinnausschüttungen an den Gesellschafter geplant.
Aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den nun beteiligten Kreditinstituten ist das Unternehmen für die Zukunft sehr gut aufgestellt.
Größere Investitionen im Anlagenbereich sind 2023/24 und 2024/25 nicht geplant. Eventuell notwendige Investitionen der von den Besitzgesellschaften angemieteten Räumlichkeiten tragen die Vermieter.
Notwendige Investitionen in Lettland wurden aus dem dort erzielten Cash-Flow finanziert. Insgesamt wurden jedoch die Kreditstände an den Standorten auch in 2022/23 stark reduziert, was auch für die kommenden Geschäftsjahre so geplant ist. Während des Berichtszeitraumes hat man bereits den Verkauf mit der Firma Elektrostar von Werk 1 und Werk 2 vertraglich in Tschechien abgeschlossen.

In der Zwischenzeit wird der Produktionsumfang von Nyrany nach Lettland verlagert. Dort haben wir noch freie räumliche und personelle Kapazitäten. Zudem wurde mit dieser strategischen Maßnahme erreicht, dass die Firmengruppe bis zur Übergabe an die Söhne Josef und Martin zum 30.09.24, leichter steuerbar wird.

6. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres
Außer den dargestellten Entwicklungen sind keine herausragenden Vorgänge im abgelaufenen Geschäftsjahr zu verzeichnen gewesen.

B. Darstellung der Lage   

Der Stand gebundener Mittel liegt zum Bilanzstichtag aufgrund der Bestände des neuen Eigenprodukts Schneidwerkswagen, Gülletechnik und Bodenbearbeitung etwas oberhalb des ursprünglichen Rahmens der Planung. In den Vorräten sind insgesamt TEUR 6.014 (Vorjahr TEUR 5.507) gebunden, in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind dies einschließlich der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen insgesamt TEUR 4.549 (Vj.: TEUR 3.374). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine erhöhte Bindung von liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 1.682.
Es wird zwar auch in Zukunft aufgrund der Saisonalität unserer Produkte einen Vorfinanzierungsbedarf geben. In den Monaten Oktober bis Februar sind die Umsätze relativ gering, und die Hauptumsätze werden in den Monaten März bis September erzielt. Dies ist jedoch in der Landtechnik normal.

C. Vorausschau 2023/24

Für das Geschäftsjahr 2023/24 wurde bei der Umsatzplanung sehr vorsichtig kalkuliert. Nach zwei sehr guten Geschäftsjahren erwarten wir im Jahr 2023/24 eine Abkühlung vom Markt die auch eingetroffen ist. Aufgrund unserer sehr wettbewerbsfähigen Kostenstruktur befinden wir uns trotzdem noch in einer erträglichen Ertragssituation. Die genauen Ergebnisse des Geschäftsjahren 2023/24 sind noch nicht genau absehbar.
Das geplante und auch zu erwartende Wachstum für die Folgejahre 2024/25 und 2025/26 kann im Rahmen des vorhandenen Werkes in Lettland und vorhandener Infrastruktur ohne wesentliche Neuinvestitionen dargestellt werden. Im Kernbereich Maschinenbau Lettland können wir jederzeit den Schichtbetrieb wieder einführen. Ansonsten benötigen wir nur normale laufende Ersatzinvestitionen von Produktionsmaschinen. Das Personal für einen evtl. späteren Schichtbetrieb ist vor Ort ohne jegliche Probleme verfügbar. Durch bereits im aktuellen Einschichtbetrieb abgedeckte Fixkosten, werden die Ergebnisse auch im Mehrschichtbetrieb eher weiter steigen.
Eine weitere wesentliche Tatsache ist die bereits bekannte, vom 60-jährigen geschäftsführenden Gesellschafter aktiv betriebene Nachfolgeplanung, welche zum Eintritt eines technisch gut ausgebildeten Familienmitgliedes (Martin Ziegler jun., geb. 21.05.1992) und kaufmännisch gut ausgebildeten Sohnes Josef Ziegler (geb. 11.03.1994) mit Hochschulabschluss im Bereich Marketing/Vertrieb führte. Beide Söhne sind nunmehr schon 12 bzw. 9 Jahre im Betrieb. Es blieb damit ausreichend Zeit, um das technische und kaufmännische Wissen und die Erfahrungen im Stammgeschäft der Berichtsgesellschaft innerhalb der Familie zu binden und damit auch eine Ausfallsicherheit und Kontinuität sicher zu stellen. Die Übergabe an die Söhne ist bereits fest geplant, wobei auch danach Hr. Martin Ziegler sen. seinen Söhnen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Herr Martin Ziegler sen. bleibt bis zum 65. Lebensjahr in der Ziegler GmbH weiterhin angestellter Geschäftsführer. Es ist insbesondere geplant, dass sich Martin Ziegler sen. dann verstärkt um die Kontrolle der Tochtergesellschaft in Lettland kümmert.

D. Hinweise auf wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Bestandsgefährdende, wirtschaftliche und/oder rechtliche Risiken sowie Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind derzeit nicht erkennbar.

Die Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung innerhalb der Finanzbuchhaltung ist voll funktionsfähig, zeigt die detaillierte Kosten- und Ertragsentwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern auf und ist Grundlage laufender operativer Maßnahmen zur Gegensteuerung negativer Entwicklungstendenzen. Diese Kostenrechnung wurde auf alle drei Standorte ausgeweitet und wird laufend weiter verfeinert und ausgebaut. Dies trifft ebenfalls für das monatlich zu erstellende, voll funktionsfähige Berichtswesen für Pöttmes, Nyrany und Lettland zu.
 
Mit dem Produktionsstandort Lettland sind wir gut aufgestellt und gerüstet.

Im Rechtsstreit mit einem ehemaligen Großkunden wegen Produktnachbau (Rapskit) und Vertragsbruch ist unsere Anwaltskanzlei auf einen guten Weg.

Die Ergebnisse der Aktivverfahren werden sich erst im Geschäftsjahr 2024/25 auswirken, eine Verschlechterung der Situation kann nicht mehr eintreten. Der richterliche Vergleichsvorschlag ist für den weiteren Ausgang des Verfahrens sehr vielversprechend.

E. Berichterstattung nach § 289 Absatz 2 HGB

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Pöttmes, 05. August 2024
Martin Ziegler Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

30.9.2023
EUR
30.9.2022
EUR
A. Anlagevermögen 1.782.183,03 4.103.470,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 20.318,00 58.700,00
II. Sachanlagen 1.091.503,00 751.620,00
1. technische Anlagen und Maschinen 42.997,00 85.885,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.048.506,00 665.735,00
III. Finanzanlagen 670.362,03 3.293.150,00
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 670.212,03 3.293.000,00
2. Sonstige Finanzanlagen 150,00 150,00
B. Umlaufvermögen 11.121.775,18 9.363.514,23
I. Vorräte 6.290.240,30 5.787.655,42
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.634.573,17 3.523.304,74
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.416.400,84 566.522,94
2. sonstige Vermögensgegenstände 2.218.172,33 2.956.781,80
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.476,66 12.039,50
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 196.961,71 52.554,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 119.433,52 52.541,43
Aktiva 13.023.391,73 13.519.525,66

Passiva

30.9.2023
EUR
30.9.2022
EUR
A. Eigenkapital 5.752.608,37 5.267.939,87
I. Gezeichnetes Kapital 780.000,00 780.000,00
II. Kapitalrücklage 394,46 394,46
III. Gewinnrücklagen 523.464,46 523.464,46
IV. Gewinnvortrag 3.964.080,95 3.766.701,49
V. Jahresüberschuss 484.668,50 197.379,46
B. Rückstellungen 1.066.576,07 880.758,10
C. Verbindlichkeiten 6.204.207,29 7.370.827,69
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.373.353,18 5.559.016,50
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.581.111,36 3.828.878,68
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.999.975,00 1.730.137,82
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 2.046,57
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 2.046,57
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 163.504,21
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 163.504,21
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.830.854,11 1.646.260,41
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.029.954,11 1.053.560,41
Passiva 13.023.391,73 13.519.525,66

Gewinn- und Verlustrechnung

1.10.2022 - 30.9.2023
EUR
1.10.2021 - 30.9.2022
EUR
1. Rohergebnis 8.575.174,82 6.481.383,67
2. Personalaufwand 2.114.086,80 2.012.151,46
a) Löhne und Gehälter 1.743.232,62 1.605.095,00
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 370.854,18 407.056,46
davon für Altersversorgung 46.670,98 102.516,56
3. Abschreibungen 1.485.831,85 340.544,36
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.485.831,85 340.544,36
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.021.348,50 3.600.841,03
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 25.149,25 34.488,58
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 116.236,15 85.181,43
davon aus verbundenen Unternehmen 114.658,08 82.616,63
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 359.065,25 281.787,31
davon an verbundene Unternehmen 10.408,21 22.772,59
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 216.780,27 124.590,68
8. Ergebnis nach Steuern 494.298,30 206.650,26
9. sonstige Steuern 9.629,80 9.270,80
10. Jahresüberschuss 484.668,50 197.379,46

Anhang

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss der im Handelsregister des Amtsgerichts Augsburg unter HRB 17559 eingetragenen Gesellschaft wurde auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Vorschriften, insbesondere der Regelungen des dritten Buches des Handelsgesetzbuches und des Gesetzes betreffend Gesellschaften mit beschränkter Haftung erstellt.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den Vorschriften des § 266 Abs. 1 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB erstellt.

Dieser Anhang ist gemäß § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB Bestandteil des Jahresabschlusses zum 30. September 2023 der Gesellschaft. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Bei der Aufstellung des Anhangs macht die Gesellschaft von sämtlichen größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften mit Ausnahme der Aufgliederung der Umsätze Gebrauch.

2. Erläuterung zu den Posten der Bilanz
Immaterielle Vermögensgegenstände
Erworbene immaterielle Anlagegüter sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Im Ausweis enthalten sind ausschließlich EDV-Software, Lizenzen und gewerbliche Schutzrechte.

Sachanlagen
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung. Der Ermittlung der Abschreibung liegen die steuerlichen Abschreibungstabellen zu Grunde. Sachanlagen, deren Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000,00 liegen, wurden gem. § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und über fünf Jahre linear abgeschrieben. In den letzten vier Geschäftsjahren wurden geringwertige Wirtschaftsgüter gemäß § 6 Abs. 2 EStG in der Steuerbilanz bereits im Anschaffungsjahr vollständig abgeschrieben und für Zwecke des Anlagenspiegels als Abgang behandelt. Diese Bewertung wurde auch handelsbilanziell angewandt, so dass im Berichtsjahr Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu Anschaffungskosten von je EUR 410,00 und Abschreibungen auf den oben beschriebenen Sammelposten angefallen sind.

Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. zu Nominalbeträgen angesetzt.

Der nachfolgend dargestellte Anlagenspiegel enthält die nach § 284 Abs. 3 Satz 1 HGB geforderten Angaben für das Berichtsjahr. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung des Anlagevermögens einbezogen.

Bericht des Aufsichtsrats


Nicht relevant

sonstige Berichtsbestandteile


Martin Ziegler Geschäftsführer 05. August 2024


Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 05.08.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die Ziegler GmbH
Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Ziegler GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Ziegler GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und · vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
· beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
·  führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Gnann & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 05. August 2024

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