Ziegler
GmbH
Pöttmes
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023
Lagebericht
A. Darstellung des Geschäftsverlaufs
1. Maschinenbau
Der Umsatz des Geschäftsjahres 2021/22 ist im
Vergleich zum Vorjahr wieder stark um 23,86 % auf
35.029.925 Euro gewachsen. Wir erwarten für das
Geschäftsjahr 2023/24 kein weiteres Wachstum.
Die Neuausrichtung im Bereich Maschinenbau auf den
weiteren Ausbau des Marktes und der Weiterentwicklung der
Eigenprodukte Schneidwerkswagen, Bodenbearbeitung und
Schneidvorsätze sowie Pickup entwickelt sich weiterhin
sehr positiv. Das Ende der Corona-Pandemie hat den Markt
wieder normalisiert. Wir sehen vor allem in Osteuropa nach
wie vor enorme Potentiale. Jedoch waren aufgrund des
Angriffskrieges im Februar 2022 von Russland auf die
Ukraine zwei unserer sehr wichtigen Absatzmärkte
massiv beeinträchtigt. Dies führte dazu, dass ein
noch stärkeres Umsatzwachstum verhindert wurde. Sollte
am Tage x ein Friedensvertrag zwischen Russland und der
Ukraine geschlossen werden können, würde der
Umsatz sofort um weitere 4 Mio. Euro steigen.
Aufgrund der Wetterveränderung sehen wir eine
aufkommende Nachfrage im Baltikum und Skandinavien. Im
Baltikum sind wir der einzige Landmaschinenproduzent. Wo
früher aufgrund des zu kleinen Wachstumsfensters (4
Monate) nur ein paar Kühe geweidet haben, wird jetzt
begonnen professionell Landwirtschaft zu betreiben, da
jetzt das Wachstums- und Erntefenster im Baltikum in etwa
der Situation von Deutschland in den 70er Jahren
entspricht. Diese Phase des Aufbaus der professionellen
Landwirtschaft wird sicherlich noch 10-20 Jahre andauern
bis im Baltikum der Stand von Westeuropa erreicht wird,
aber die Anfänge sind vielversprechend..
Auch aus Westeuropa kommen sehr positive Signale vom
Bereich Schneidwerkswagen und Cultivation. Die Umstellung
der Produktion der Schneidwerkswagen und Rapstische von
Fremdbezug auf Eigenproduktion hat sich am Markt sehr
positiv ausgewirkt. Die Umsätze steigen, die
Qualität ist sehr gut, und wir gewinnen derzeit viele
Neukunden durch die eigene, hochwertige Fertigung. Vor
allem bei der Technik sind wir Marktführer in Europa.
Wir bieten 900 Varianten von Schneidwerkswagen und
können uns somit optimal an alle Transportaufgaben des
Mähdreschers aller Marken anpassen. Dieses Angebot ist
einzigartig in Europa und dadurch sind wir auch der
unangefochtene Marktführer bei Schneidwerkswagen
für Mähdrescher. Einige Hersteller haben bereits
aufgegeben und uns den Markt frei gemacht, wie die Firmen
Zürn, Bruns und etliche weitere Anbieter.
Die Umstellung von Fremdbezug auf Eigenproduktion hat
allerdings die Kapitalbindung schon im letzten Jahr in der
Gruppe um rund 3 Mio. Euro erhöht. Und dieses Niveau
wurde beibehalten.
Im Bereich "Lohnfertigung Maschinenbau" wird das
Hauptaugenmerk auf den Ausbau der bestehenden
Kundenbeziehungen gelegt.
Wir haben hier ein moderates Wachstum erzielen
können. Im Sinne der Risikostreuung legen wir
verstärkt das Augenmerk auf "Nicht-Landtechnik-Kunden"
im Bereich Lohnfertigung, da wir ansonsten bei einer Krise
in der Landtechnik zu breitflächige
Umsatzausfälle haben.
Im Bereich der Strandreinigungsmaschinen wurden die
ersten Geräte bereits ausgeliefert. Hier ist für
die nächsten 5 Jahre ein stetiges Wachstum gemeinsam
geplant.
Ebenso wird derzeit der schweizer Neukunde Menzi
Muck, ein Hersteller von Bagger und Baumaschinen im Bereich
Lohnfertigung Maschinenbau Lettland aufgebaut. Die ersten
Umsätze in der Praxis sind dann ab dem
Geschäftsjahr 2024/25 zu erwarten. Die Anbahnungsphase
und Planungsphase und Vorlaufphase ist leider immer sehr
langfristig. Dementsprechend treu sind auch die Kunden in
der Lohnfertigung, da ein weiterer Wechsel wiederum
für beide Seiten extrem aufwendig ist.
Das Hauptaugenmerk im Produktionswerk Lettland wird
allerdings auf den Ausbau der Schneidwerkswagen und
Bodenbearbeitung gelegt. Ebenso werden wir die Raps-, Mais
und Sonnenblumenerntetechnik weiterhin erfolgreich
vermarkten. Auch unser Produkt Pickup zur Aufnahme von am
Boden liegenden Futtergut durch den Mähdrescher
erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch hier stellen wir
Zug um Zug von Fremdbezug auf Eigenproduktion um. Wir
planen im Jahr 2024/25 gänzlich alle Pickup-Typen im
eigenen Werk in Lettland zu fertigen und den Fremdbezug
komplett einzustellen. Dies gilt ebenso für die
Sonnenblumenschneidwerke für die wir eine eigene
hochwertige Technik entwickelt haben. Dies fördert die
Qualität der Produkte und der Technik, sowie die
Unabhängigkeit in der Ersatzteilversorgung.
Wir entwickeln aktuell eine Pflugbaureihe. Prototypen
wurden bereits umfangreich im Feld getestet. Durch teils
trockene Böden kann das Regenwasser zu schnell
oberflächlich abfließen und die Erosion
begünstigen. Ziegler möchte bei diesem neu
auflebenden, traditionellen Markt mit dabei sein. Die
Pflugvermarktung begann jedoch erst in 2022/23 und 2023/24
in geringen Stückzahlen noch sehr vorsichtig mit Test-
oder 0-Serien. Mit nennenswerten Stückzahlen ist
voraussichtlich erst in 2026/27 zu rechnen.
2. Automobiltechnik und Lohnfertigung
Der Umsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr im
Vergleich zum Vorjahr von TEUR 4.628,9 TEUR auf 4.486 TEUR
gesunken. Die aufgrund der Wirtschaftskrise 2009/10
durchgeführten umfangreichen Umstrukturierungs- und
Kostensenkungsmaßnahmen erweisen sich als richtig,
denn trotz der gesunkenen Umsätze konnten die
konsolidierten Ergebnisziele erreicht werden. Der
Kostendruck wird für die Produktionsunternehmen in der
Bundesrepublik auch in den nächsten Jahren weiter
zunehmen. Durch die bei ZIEGLER nunmehr seit fast 20 Jahren
bestehende, hochmoderne Fertigung in Lettland, seit
20 Jahren aufgebaute Montage für die
Automobilzulieferindustrie ist ZIEGLER ideal aufgestellt,
um sich in diesem Markt zu behaupten. Für ZIEGLER
bieten sich durch die Fertigungsmöglichkeiten in
Lettland große Chancen für die Zukunft.
3. Produktion
a)
Produktion in Lettland
Der Arbeitsmarkt bietet nach wie vor qualifizierte
Kräfte in Lettland. Durch den guten Ruf, den unser
Werk in Lettland mittlerweile genießt, ist es
möglich, für alle Tätigkeiten qualifiziertes
Personal zu bekommen. Die in den letzten Jahren
durchgeführten Kostensenkungsmaßnahmen in allen
Bereichen wirken sich sehr positiv auf die
Wirtschaftlichkeit und das Ergebnis in Lettland aus. Durch
den Brexit kommen zudem viele Facharbeiter von England
wieder nach Lettland bzw. ihrer Heimatstadt Daugavpils
zurück, so dass wir wieder verstärkt Bewerbungen
von qualifizierten, teilweise ehemaligen Mitarbeitern
verzeichnen.
Die lettische Tochter wird wie zuvor die
Eigenprodukte der Ziegler-Gruppe, wie die Raps- und
Maiserntetechnik, Schneidwerkswagen, Maispflücker,
Sonnenblumenschneidwerke, Bodenbearbeitung und
Ersatzteile fertigen.
Im Geschäftsjahr 2022/23 wirkten sich vor allem
die abgeschlossenen Optimierungen der Fertigungsflüsse
sowie umfangreiche Schulungsmaßnahmen (REFA) und die
Anschaffung neuer Maschinen und Anlagen sehr positiv auf
das Ergebnis aus. In den Vorjahren wurden hohe
Investitionen vorgenommen in Form der Bodenbeläge in
der Produktion, eine Renovierung der Lackieranlage, sowie
eine Wärmeschutzverkleidung der Haupthalle.
Im Jahr 2022/23 haben wir mit der Renovierung der
alten Schmiede zur Produktionshalle begonnen, welche jetzt
im Berichtszeitraum September 2024 vollkommen abgeschlossen
wurde. In diesem Projekte wurden ca. 1 Mio Euro investiert
bei 240.000 Euro EU Fördermittel. Damit wurde der Raum
geschaffen um alle bisher fremd bezogenen Maschinen im
eigenen Werk zu fertigen.
Die Mitarbeiterzahl konnte aufgrund der guten
Auftragslage in der Landwirtschaft nahezu gehalten werden.
Zum 30.09.2022 waren im lettischen Unternehmen 340
Mitarbeiter (i.Vj.: 314 Mitarbeiter) beschäftigt.
Per 30.09.2023 hat unser Produktionswerk in Lettland
ein positives Ergebnis -nach Ertragsteuern- in Höhe
von TEUR 2.986 (i.Vj.: TEUR 1.516) erzielt.
b)
Produktion in Tschechien
Die tschechische Tochtergesellschaft war als
Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie und im
geringeren Umfang als Lohnfertiger für
westeuropäische mittelständische Unternehmen
tätig.
Per 30.09.2023 waren im tschechischen Betrieb
insgesamt 131 (i.Vj.: 138) Mitarbeiter beschäftigt.
Per 30.09.2023 hat das Werk in Tschechien ein Ergebnis
-nach Ertragsteuern- in Höhe von TEUR 887,1. (i.Vj.:
TEUR - 159,55) erzielt. Die Auftragslage ist nach wie vor
positiv.
Wie bereits berichtet haben wir uns vom Werk 1 in
Tschechien bereits im März 2023 getrennt und zum
Jahresende 2024 ist geplant Werk 2 in Tschechien zu
verkaufen. Ab September 2024 wurde die Produktion in
Tschechien komplett eingestellt. Die Ziegler Gruppe
konzentriert sich dann auf das Produktionswerk in Lettland.
Die Verkaufserlöse der Immobilien werden für die
Entschuldung der Firmengruppe verwendet. Dort wurde und
wird weiter investiert. Unsere lukrativen
Produktionsumfänge (Kunde Moog) wurden von Tschechien
nach Lettland verlagert. Die Einarbeitung der Mitarbeiter
läuft gerade im Zeitraum der Berichterstattung. Wir
werden uns mit diesem Schritt von der
"Verbrenner-Automobilindustrie" verabschieden. Die enormen
Stückzahlreduzierungen und der noch weiter zunehmende
Preisdruck hat uns zu der Einsicht gebracht, dass wir in
diesem Marktbereich mittel- und langfristig kein Geld mehr
verdienen können. Die deutsche Autoindustrie wird ein
kleiner Sektor sein, bzw. die Hersteller werden sich zum
Premium Hersteller mit geringen Stückzahlen
entwickeln. Die Massenware wird nicht mehr aus Deutschland
kommen. Die Entwicklung vom Kronenkurs in Tschechien sowie
die Lohnentwicklung hat uns dazu bewogen, diesem Land den
Rücken zu kehren. Dies dann nach 33 Jahren. Es war uns
jedoch schon zu Beginn unserer dortigen Aktivitäten
klar, dass dies rund 20 Jahre gehen wird, und sich dann die
Löhne dort soweit entwickeln, dass der Unterschied zu
Deutschland inkl. der Frachtkosten keine
Verlagerungsmotivation mehr bieten wird. Genau so ist es
jetzt gekommen, allerdings nicht nach 20 Jahren sondern
nach 33 Jahren. Insofern sind wir daher trotzdem sehr
zufrieden und sehen auf ein erfolgreiches Engagement in
Tschechien zurück.
In Lettland ist das Lohnniveau weit günstiger
und die Personalverfügbarkeit ungleich attraktiver.
Durch den Verkauf von Werk 1 im Januar 2023 floß uns
Liquidität zu und ein nur noch mäßig
ertragreicher Unternehmensteil belastet uns nicht mehr.
Weitere Liquidität wird dann
erwartungsgemäß im Januar 2025 zufließen.
Die Produktion der Güllefässer wurde nicht
nach Lettland verlagert. Diese Produkte wurden eingestellt
und das Restmaterial an die Firma Marxen zurück
verkauft. Der Kaufpreis hierfür ist bereits im
Berichtszeitraum eingegangen. Wir haben uns hier wegen der
Gesetzesänderung von diesem Produktbereich
verabschiedet. Die EU hat zuerst diese neue Technik
gesetzlich gefordert. Dann wurde erst eine Studie in
Auftrag gegeben. Es wurde festgestellt, dass die alte
konventionelle Gülleausbringung keinerlei Nachteile
für die Nitratbelastung hat. Jetzt wurden diese
Auflagen wieder aufgehoben. Damit wurde ein kompletter
Produktionsbereich vernichtet. Ziegler hat jedoch vorher
schon reagiert und den Bereich abgestoßen.
Ähnlich wie in der Autoindustrie wo erst der
Verbrenner verboten wurde und jetzt wieder erlaubt wird,
hat man hier auch der Landtechnik-Industrie zunächst
bei zahlreichen Herstellern einen massiven Schaden
zugefügt. Wir werden mit unseren Produkten bzw.
unserer Produktion auf künftige
Gesetzesänderungen sehr verhalten und sehr viel
vorsichtiger agieren.
c)
Produktion in Pöttmes
In Pöttmes erfolgt nur noch die auftragsbezogene
Endmontage der Cultivation-Maschinen (Bodenbearbeitung)
für die "Aufpreisoptionen" für den regionalen
Markt im Süden z.B. als Exklusiv-Vertriebspartner der
BayWa AG.
Des Weiteren erfolgt in Pöttmes mit einer Person
die Umrüstung der SL R 107 Fahrzeuge von US-Version
auf EU-Version. Seit Beginn des Krieges in der Urkaine ist
die Nachfrage massiv eingebrochen.
Ansonsten haben wir in Pöttmes das Personal
weiterhin schlank gehalten, um die monatlichen Fixkosten zu
mindern. Bereits Im Jahr 2019/20 haben wir die Mannschaft
in Pöttmes auf 30 Personen reduziert, und konnten das
Niveau halten. Es ist nicht geplant die vorher erreichte
Mitarbeiterzahl in absehbarer Zeit wieder aufzubauen.
Die heute bei der Spedition Schmid in Dienstleistung
abgewickeltes Ersatzteilgeschäft wird wieder nach
Pöttmes zurück verlagert. Die Preise hierfür
sind in den letzten 3 Jahren stark gestiegen, so dass man
sich entschlossen hat dies wieder im eigenen Hause
durchzuführen. Die Immobilien die hier der Ziegler
GmbH derzeit zur Verfügung stehen reichen für die
Rückübernahme vom Ersatzteillager aus. Auch das
Personal wird konstant bleiben. Insofern werden Im
Ersatzteilgeschäft -nach Amortisation der
Umzugskosten- die Kosten um rund 15.000 Euro pro Monat
reduziert werden können.
4. Beschaffung
Nach wie vor ist eine Bestandsführung für
den verbliebenen Maschinenbau und auch für einen Teil
der Automobilproduktion notwendig. Der Bestand an
unfertigen und fertigen Erzeugnissen ist aufgrund der
Erweiterung des Produktprogramms um die Bodenbearbeitung,
Gülletechnik und Eigenproduktion Schneidwerkswagen und
Rapstische zwar grundsätzlich umfangreicher, trotzdem
konnte zum Bilanzstichtag im Verhältnis zur
Umsatzsteigerung (+ 23,6 %) ein nur unterproportionaler
Aufbau der Bestände an Fertigerzeugnissen und Waren
(+8,7 % ) von TEUR 503 erreicht werden.
5. Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben
DDas Anlagevermögen ist langfristig finanziert.
Das Eigenkapital konnte gestärkt werden.
Ziel war es, zum 30.09.2023 die Eigenkapitalquote
weiter zu erhöhen und die Ziegler GmbH in den
nächsten Jahren weiter zu entschulden.
Auch in Zukunft sind keine Gewinnausschüttungen
an den Gesellschafter geplant.
Aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den
nun beteiligten Kreditinstituten ist das Unternehmen
für die Zukunft sehr gut aufgestellt.
Größere Investitionen im Anlagenbereich
sind 2023/24 und 2024/25 nicht geplant. Eventuell
notwendige Investitionen der von den Besitzgesellschaften
angemieteten Räumlichkeiten tragen die Vermieter.
Notwendige Investitionen in Lettland wurden aus dem
dort erzielten Cash-Flow finanziert. Insgesamt wurden
jedoch die Kreditstände an den Standorten auch in
2022/23 stark reduziert, was auch für die kommenden
Geschäftsjahre so geplant ist. Während des
Berichtszeitraumes hat man bereits den Verkauf mit der
Firma Elektrostar von Werk 1 und Werk 2 vertraglich in
Tschechien abgeschlossen.
In der Zwischenzeit wird der Produktionsumfang von
Nyrany nach Lettland verlagert. Dort haben wir noch freie
räumliche und personelle Kapazitäten. Zudem wurde
mit dieser strategischen Maßnahme erreicht, dass die
Firmengruppe bis zur Übergabe an die Söhne Josef
und Martin zum 30.09.24, leichter steuerbar wird.
6. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres
Außer den dargestellten Entwicklungen sind
keine herausragenden Vorgänge im abgelaufenen
Geschäftsjahr zu verzeichnen gewesen.
B. Darstellung der Lage
Der Stand gebundener Mittel liegt zum Bilanzstichtag
aufgrund der Bestände des neuen Eigenprodukts
Schneidwerkswagen, Gülletechnik und Bodenbearbeitung
etwas oberhalb des ursprünglichen Rahmens der Planung.
In den Vorräten sind insgesamt TEUR 6.014 (Vorjahr
TEUR 5.507) gebunden, in den Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sind dies einschließlich der
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
insgesamt TEUR 4.549 (Vj.: TEUR 3.374). Gegenüber dem
Vorjahr bedeutet dies eine erhöhte Bindung von
liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 1.682.
Es wird zwar auch in Zukunft aufgrund der
Saisonalität unserer Produkte einen
Vorfinanzierungsbedarf geben. In den Monaten Oktober bis
Februar sind die Umsätze relativ gering, und die
Hauptumsätze werden in den Monaten März bis
September erzielt. Dies ist jedoch in der Landtechnik
normal.
C. Vorausschau 2023/24
Für das Geschäftsjahr 2023/24 wurde bei der
Umsatzplanung sehr vorsichtig kalkuliert. Nach zwei sehr
guten Geschäftsjahren erwarten wir im Jahr 2023/24
eine Abkühlung vom Markt die auch eingetroffen ist.
Aufgrund unserer sehr wettbewerbsfähigen
Kostenstruktur befinden wir uns trotzdem noch in einer
erträglichen Ertragssituation. Die genauen Ergebnisse
des Geschäftsjahren 2023/24 sind noch nicht genau
absehbar.
Das geplante und auch zu erwartende Wachstum für
die Folgejahre 2024/25 und 2025/26 kann im Rahmen des
vorhandenen Werkes in Lettland und vorhandener
Infrastruktur ohne wesentliche Neuinvestitionen dargestellt
werden. Im Kernbereich Maschinenbau Lettland können
wir jederzeit den Schichtbetrieb wieder einführen.
Ansonsten benötigen wir nur normale laufende
Ersatzinvestitionen von Produktionsmaschinen. Das Personal
für einen evtl. späteren Schichtbetrieb ist vor
Ort ohne jegliche Probleme verfügbar. Durch bereits im
aktuellen Einschichtbetrieb abgedeckte Fixkosten, werden
die Ergebnisse auch im Mehrschichtbetrieb eher weiter
steigen.
Eine weitere wesentliche Tatsache ist die bereits
bekannte, vom 60-jährigen geschäftsführenden
Gesellschafter aktiv betriebene Nachfolgeplanung, welche
zum Eintritt eines technisch gut ausgebildeten
Familienmitgliedes (Martin Ziegler jun., geb. 21.05.1992)
und kaufmännisch gut ausgebildeten Sohnes Josef
Ziegler (geb. 11.03.1994) mit Hochschulabschluss im Bereich
Marketing/Vertrieb führte. Beide Söhne sind
nunmehr schon 12 bzw. 9 Jahre im Betrieb. Es blieb damit
ausreichend Zeit, um das technische und kaufmännische
Wissen und die Erfahrungen im Stammgeschäft der
Berichtsgesellschaft innerhalb der Familie zu binden und
damit auch eine Ausfallsicherheit und Kontinuität
sicher zu stellen. Die Übergabe an die Söhne ist
bereits fest geplant, wobei auch danach Hr. Martin Ziegler
sen. seinen Söhnen mit Rat und Tat zur Seite stehen
wird. Herr Martin Ziegler sen. bleibt bis zum 65.
Lebensjahr in der Ziegler GmbH weiterhin angestellter
Geschäftsführer. Es ist insbesondere geplant,
dass sich Martin Ziegler sen. dann verstärkt um die
Kontrolle der Tochtergesellschaft in Lettland kümmert.
D. Hinweise auf wesentliche Chancen und Risiken der
künftigen Entwicklung
Bestandsgefährdende, wirtschaftliche und/oder
rechtliche Risiken sowie Risiken mit besonderem Einfluss
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind
derzeit nicht erkennbar.
Die Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung
innerhalb der Finanzbuchhaltung ist voll
funktionsfähig, zeigt die detaillierte Kosten- und
Ertragsentwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern
auf und ist Grundlage laufender operativer Maßnahmen
zur Gegensteuerung negativer Entwicklungstendenzen. Diese
Kostenrechnung wurde auf alle drei Standorte ausgeweitet
und wird laufend weiter verfeinert und ausgebaut. Dies
trifft ebenfalls für das monatlich zu erstellende,
voll funktionsfähige Berichtswesen für
Pöttmes, Nyrany und Lettland zu.
Mit dem Produktionsstandort Lettland sind wir gut
aufgestellt und gerüstet.
Im Rechtsstreit mit einem ehemaligen Großkunden
wegen Produktnachbau (Rapskit) und Vertragsbruch ist unsere
Anwaltskanzlei auf einen guten Weg.
Die Ergebnisse der Aktivverfahren werden sich erst im
Geschäftsjahr 2024/25 auswirken, eine Verschlechterung
der Situation kann nicht mehr eintreten. Der richterliche
Vergleichsvorschlag ist für den weiteren Ausgang des
Verfahrens sehr vielversprechend.
E. Berichterstattung nach § 289 Absatz 2
HGB
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss
des Geschäftsjahres
Nach dem Schluss des Geschäftsjahres gab es
keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.
Pöttmes, 05. August 2024
Martin Ziegler Geschäftsführer
Bilanz
Aktiva
|
|
30.9.2023
EUR |
30.9.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
1.782.183,03 |
4.103.470,00 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
20.318,00 |
58.700,00 |
| II.
Sachanlagen |
1.091.503,00 |
751.620,00 |
| 1.
technische Anlagen und Maschinen |
42.997,00 |
85.885,00 |
| 2.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
1.048.506,00 |
665.735,00 |
| III.
Finanzanlagen |
670.362,03 |
3.293.150,00 |
| 1.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
670.212,03 |
3.293.000,00 |
| 2.
Sonstige Finanzanlagen |
150,00 |
150,00 |
| B.
Umlaufvermögen |
11.121.775,18 |
9.363.514,23 |
| I.
Vorräte |
6.290.240,30 |
5.787.655,42 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
4.634.573,17 |
3.523.304,74 |
| 1.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
2.416.400,84 |
566.522,94 |
| 2.
sonstige Vermögensgegenstände |
2.218.172,33 |
2.956.781,80 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
7.476,66 |
12.039,50 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
196.961,71 |
52.554,07 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
119.433,52 |
52.541,43 |
| Aktiva |
13.023.391,73 |
13.519.525,66 |
Passiva
|
|
30.9.2023
EUR |
30.9.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
5.752.608,37 |
5.267.939,87 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
780.000,00 |
780.000,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
394,46 |
394,46 |
| III.
Gewinnrücklagen |
523.464,46 |
523.464,46 |
| IV.
Gewinnvortrag |
3.964.080,95 |
3.766.701,49 |
| V.
Jahresüberschuss |
484.668,50 |
197.379,46 |
| B.
Rückstellungen |
1.066.576,07 |
880.758,10 |
| C.
Verbindlichkeiten |
6.204.207,29 |
7.370.827,69 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
4.373.353,18 |
5.559.016,50 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
3.581.111,36 |
3.828.878,68 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
1.999.975,00 |
1.730.137,82 |
| 2.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern |
0,00 |
2.046,57 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
0,00 |
2.046,57 |
| 3.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
0,00 |
163.504,21 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
0,00 |
163.504,21 |
| 4.
sonstige Verbindlichkeiten |
1.830.854,11 |
1.646.260,41 |
| davon
mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
1.029.954,11 |
1.053.560,41 |
| Passiva |
13.023.391,73 |
13.519.525,66 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.10.2022 - 30.9.2023
EUR |
1.10.2021 - 30.9.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
8.575.174,82 |
6.481.383,67 |
| 2.
Personalaufwand |
2.114.086,80 |
2.012.151,46 |
| a)
Löhne und Gehälter |
1.743.232,62 |
1.605.095,00 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
370.854,18 |
407.056,46 |
| davon
für Altersversorgung |
46.670,98 |
102.516,56 |
| 3.
Abschreibungen |
1.485.831,85 |
340.544,36 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
1.485.831,85 |
340.544,36 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
4.021.348,50 |
3.600.841,03 |
| davon
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung |
25.149,25 |
34.488,58 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
116.236,15 |
85.181,43 |
| davon
aus verbundenen Unternehmen |
114.658,08 |
82.616,63 |
| 6.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
359.065,25 |
281.787,31 |
| davon
an verbundene Unternehmen |
10.408,21 |
22.772,59 |
| 7.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
216.780,27 |
124.590,68 |
| 8.
Ergebnis nach Steuern |
494.298,30 |
206.650,26 |
| 9.
sonstige Steuern |
9.629,80 |
9.270,80 |
| 10.
Jahresüberschuss |
484.668,50 |
197.379,46 |
Anhang
1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss der im Handelsregister des
Amtsgerichts Augsburg unter HRB 17559 eingetragenen
Gesellschaft wurde auf Grundlage der geltenden gesetzlichen
Vorschriften, insbesondere der Regelungen des dritten
Buches des Handelsgesetzbuches und des Gesetzes betreffend
Gesellschaften mit beschränkter Haftung erstellt.
Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den
Vorschriften des § 266 Abs. 1 HGB. Die Gewinn- und
Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren nach
§ 275 Abs. 2 HGB erstellt.
Dieser Anhang ist gemäß § 264 Abs. 1
Satz 1 HGB Bestandteil des Jahresabschlusses zum 30.
September 2023 der Gesellschaft. Nach den in § 267 HGB
angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft
eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Bei der
Aufstellung des Anhangs macht die Gesellschaft von
sämtlichen größenabhängigen
Erleichterungen für mittelgroße
Kapitalgesellschaften mit Ausnahme der Aufgliederung der
Umsätze Gebrauch.
2. Erläuterung zu den Posten der Bilanz
Immaterielle Vermögensgegenstände
Erworbene immaterielle Anlagegüter sind mit den
fortgeführten Anschaffungskosten, vermindert um
planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Im
Ausweis enthalten sind ausschließlich EDV-Software,
Lizenzen und gewerbliche Schutzrechte.
Sachanlagen
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu
fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich
planmäßiger linearer Abschreibung. Der
Ermittlung der Abschreibung liegen die steuerlichen
Abschreibungstabellen zu Grunde. Sachanlagen, deren
Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und
EUR 1.000,00 liegen, wurden gem.
§ 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten
eingestellt und über fünf Jahre linear
abgeschrieben. In den letzten vier Geschäftsjahren
wurden geringwertige Wirtschaftsgüter gemäß
§ 6 Abs. 2 EStG in der Steuerbilanz bereits im
Anschaffungsjahr vollständig abgeschrieben und
für Zwecke des Anlagenspiegels als Abgang behandelt.
Diese Bewertung wurde auch handelsbilanziell angewandt, so
dass im Berichtsjahr Abschreibungen auf geringwertige
Wirtschaftsgüter bis zu Anschaffungskosten von je EUR
410,00 und Abschreibungen auf den oben beschriebenen
Sammelposten angefallen sind.
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen
an verbundene Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw.
zu Nominalbeträgen angesetzt.
Der nachfolgend dargestellte Anlagenspiegel
enthält die nach § 284 Abs. 3 Satz 1 HGB
geforderten Angaben für das Berichtsjahr.
Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung des
Anlagevermögens einbezogen.
Bericht des Aufsichtsrats
Nicht relevant
sonstige Berichtsbestandteile
Martin Ziegler Geschäftsführer 05. August
2024
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 05.08.2024 festgestellt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Ziegler GmbH
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Ziegler GmbH -
bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem
Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Ziegler
GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022
bis zum 30. September 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30.
September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30.
September 2023 und · vermittelt der
beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild
von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen
Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen
Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3
Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung
zu keinen Einwendungen gegen die
Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des
Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit
§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung
der gesetzlichen Vertreter
für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter
- falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im
Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen
als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu
dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen
nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen
höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen,
beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von
dem für die Prüfung des Jahresabschlusses
relevanten internen Kontrollsystem und den für die
Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der
von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von
den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten
Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
· beurteilen wir die Gesamtdarstellung,
den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt,
dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von
der Lage der Gesellschaft.
· führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere
die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung
feststellen.
Gnann & Partner
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 05. August 2024
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