Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 3412
Eingetragen
3.6.1983
Branche
Großhandel mit TextilienHerstellung von sonstigen Textilwaren a. n. g.Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Herstellung und der Vertrieb von elastischen Garnen sowie allen übrigen textilen Stoffen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Grätz
seit 22.12.2025
Prokura
Bernd Martin Grupp
seit 13.1.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Thomas Laible
seit 30.3.2006
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (4)

NameAnteil
Stephanie Schäfer
25.00%
25.00%
25.00%

Gesellschafter

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Stephanie Schäfer
73312 Geislingen
250.000 DM
25.00%
83128 Halfing
250.000 DM
25.00%
83626 Valley
250.000 DM
25.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Jörg Lederer GmbH

Amstetten

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31.12.2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 670,00 1.187,00
II. Sachanlagen 1.654.108,00 2.013.313,00
1.654.778,00 2.014.500,00
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 4.200.773,13 3.619.224,25
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 572.936,04 1.497.275,50
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.777.376,83 1.364.029,48
6.551.086,00 6.480.529,23
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 549,00 0,00
8.206.413,00 8.495.029,23

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 511.291,88 511.291,88
II. Gewinnvortrag 6.475.735,01 7.543.894,27
III. Jahresfehlbetrag -184.967,20 -1.068.159,26
6.802.059,69 6.987.026,89
B. RÜCKSTELLUNGEN 320.875,00 219.135,00
C. VERBINDLICHKEITEN 1.083.478,31 1.288.867,34
8.206.413,00 8.495.029,23

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis zum 31.12.2023

2023 2022
EUR EUR
1. Rohergebnis 8.088.450,35 6.411.702,65
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.558.313,32 4.069.000,61
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und für Unterstützung 969.495,42 791.854,12
- davon für Altersversorgung: EUR 42.987,39 (Vorjahr: EUR 5.970,86)
5.527.808,74 4.860.854,73
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 387.951,01 403.744,34
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.307.560,02 2.196.058,48
- davon aus der Währungsumrechnung: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 1.822,70)
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.733,69 2.181,75
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 34.395,36 0,00
7. Ergebnis nach Steuern -164.531,09 -1.046.773,15
8. Sonstige Steuern 20.436,11 21.386,11
9. Jahresfehlbetrag -184.967,20 -1.068.159,26

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Jörg Lederer GmbH hat ihren Sitz in Amstetten und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Ulm unter der Nr. HRB 3412.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Nach den in § 267 Abs. 2 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Soweit nicht anders angegeben, erfolgen Zahlenangaben im Anhang in Euro.

B. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorigen Geschäftsjahres überein. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.

Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Es ist vorsichtig bewertet worden. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, wurden berücksichtigt, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.

Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung im Geschäftsjahr berücksichtigt worden.

Die Bilanzposten wurden wie folgt bewertet:

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Die Nutzungsdauer für immaterielle Vermögensgegenstände liegt zwischen 3 und 5 Jahren, für das Sachanlagevermögen zwischen 3 und 15 Jahren.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Betrag von EUR 800,00 wurden im Zeitpunkt des Zugangs vollständig abgeschrieben.

Umlaufvermögen

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgte retrograd. Soweit sich zum Stichtag ein niedrigerer beizulegender Zeitwert ergab, wurden die Vorräte mit diesem bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Für das allgemeine Ausfallrisiko wurde eine Pauschalwertberichtigung von 1 % auf den Bestand von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht einzelwertberichtigt wurden, angesetzt.

Der Ausweis der liquiden Mittel erfolgte zum Nennwert.

Eigenkapital

Das in der Bilanz ausgewiesene gezeichnete Kapital entspricht Satzung und Handelsregistereintrag.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden für alle weiteren erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten gebildet und mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden nicht abgezinst. In Fällen von untergeordneter Bedeutung wird auf die Berücksichtigung von Kostensteigerungen sowie auf die Abzinsung verzichtet.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Währungsumrechnung erfolgt gem. § 256a HGB.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Die Darstellung des Anlagevermögens zeigt der als Anlage beigefügte Anlagespiegel.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr: TEUR 88) eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 82 enthalten.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben, analog dem Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Bei Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 403 bestehen im geschäftsüblichem Umfang Eigentumsvorbehalte.

In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 4) enthalten.

D. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Rohergebnis sind Erträge aus dem Energiekostendämpfungsprogramm der BAFA und der Härtefallregelung Energie Land Baden-Württemberg in Höhe von TEUR 364 (Vorjahr: TEUR 0), die als außergewöhnlich zu klassifizieren sind, enthalten. Darüber hinaus sind hierin Erträge aus der Währnungsumrechnung in Höhe von EUR 1.786,82 (Vorjahr: EUR 0,00) enthalten.

E. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen belaufen sich auf insgesamt TEUR 1.665 (davon TEUR 1.601 gegenüber verbundenen Unternehmen). Der innerhalb vom nächsten Jahr fällige Betrag beträgt TEUR 613 (davon TEUR 582 gegenüber verbundenen Unternehmen).

Geschäftsführung

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde die Geschäftsführung durch folgende Personen wahrgenommen:

Frau Beatrice Lederer, Valley, Geschäftsführerin

Herr Bernd Grupp, Donzdorf, Geschäftsführer

Mitarbeiteranzahl

Im Durchschnitt waren während des Geschäftsjahres 19 angestellte Arbeitnehmer und 106 gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt.

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 184.967,20 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Amstetten, 17.04.2024

Jörg Lederer GmbH

gez. Beatrice Lederer, Geschäftsführerin

gez. Bernd Grupp, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 274.801,29 0,00 105.823,96 0,00 168.977,33
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 6.197.361,08 30.185,25 378.570,01 43.430,43 5.892.406,75
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 958.446,77 23.690,76 207.557,22 -43.430,43 731.149,88
7.155.807,85 53.876,01 586.127,23 0,00 6.623.556,63
7.430.609,14 53.876,01 691.951,19 0,00 6.792.533,96
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 273.614,29 500,00 105.806,96 168.307,33
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 4.366.155,08 353.023,25 352.514,58 4.366.663,75
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 776.339,77 34.427,76 207.982,65 602.784,88
5.142.494,85 387.451,01 560.497,23 4.969.448,63
5.416.109,14 387.951,01 666.304,19 5.137.755,96
Buchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 670,00 1.187,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.525.743,00 1.831.206,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 128.365,00 182.107,00
1.654.108,00 2.013.313,00
1.654.778,00 2.014.500,00

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlage des Unternehmens

Die Jörg Lederer GmbH ist ein Textilunternehmen der Garnerzeugung. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung von umwundenen Garnen mit einem elastischen Kern. Die Gesellschaft entwickelt und produziert am Firmensitz in Amstetten (Württ) mit rund 130 Mitarbeitern Produkte, die in hochwertigen Strümpfen und Strumpfhosen im Fashion-Bereich sowie in kompressiven Strümpfen und medizinischen Bandagen namhafter Hersteller verarbeitet sind. Die Kunden der Jörg Lederer GmbH sind im Wesentlichen Hersteller von Strumpf- und Medizinaltextilien aus DACH, Südeuropa, Osteuropa und Skandinavien. Im Segment für hochwertige Umwindegarne ist die Jörg Lederer GmbH einer von drei großen Garnumwindern in DACH und steht zudem in Konkurrenz zu weiteren italienischen und französischen Mitbewerbern.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Während die anderen großen europäischen Länder ab Mitte 2023 eine allmähliche Erholung erfuhren, stagnierte in Deutschland die Wirtschaftsleistung im zurückliegenden Sommerhalbjahr, und im Schlussquartal 2023 ging sie sogar um 0,3 % zurück. Besonders kräftig schrumpfte die Wertschöpfung in der Industrie und der Bauwirtschaft. Gründe waren u. a. der Mangel an Aufträgen, der schneereiche Dezember und ein außergewöhnlich hoher Krankenstand. Stützend für die Konjunktur war lediglich der private Konsum. Die Inflation sinkt seit nunmehr einem Jahr zügig und erreichte im Februar mit 2,5 % den niedrigsten Wert seit Juni 2021. Gleichzeitig steigen die Lohneinkommen stark an.

Nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November 2023 hat die Finanzpolitik zu Jahresbeginn 2024 einen Bundeshaushalt für das laufende Jahr verabschiedet und dabei ihren restriktiven Kurs verschärft: Unternehmen und Haushalte werden mehr belastet oder weniger entlastet, und die Staatsausgaben werden gekürzt. (Quelle: ifo Institut, ifo Konjunkturprognose - 6. März 2024, https://www.ifo.de/fakten/2024-03-06/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2024-deutschewirtschaft-wie-gelaehmt)

Der Gesamtverband textil+mode konnte für 2023 für die Textil- und Bekleidungsbranche ein Umsatzwachstum von 2,7 % verzeichnen. Der bereits in 2022 vorhandene Unterschied zwischen Textil und Bekleidung fiel verhältnismäßig noch merklicher aus. Während Textil mit -1,9% trotz Inflation Umsatzrückgänge verbuchen musste, steigerte der Bekleidungssektor seine Umsätze deutlich um +10,8 %. Betrachtet man die Entwicklung der Teilsegmente, so wird bei Textil deutlich, dass die schwachen Umsatzzahlen des vergangenen Jahres im Wesentlichen auf die technischen Textilien und die Vliesstoffe zurückzuführen sind, die nicht nur zu den größten Teilsegmenten gehören, sondern die in der Vergangenheit auch wesentliche Umsatztreiber bei Textil waren. Die meisten übrigen Teilsegmente konnten bis auf die Webereien, Wirk/Strick und die sonstigen Textilwaren ihren Umsatz steigern.

Im Bekleidungssegment konnten nach 2022 auch im vergangenen Jahr 2023 nahezu sämtliche Teilsegmente nach den Krisenjahren wieder deutlich an Umsatz hinzugewinnen. Vor allem der größte Teilbereich, die sonstige Oberbekleidung, stützte mit einem zweistelligen Plus die positive Umsatzentwicklung. Auch die Arbeits- und Berufsbekleidung sowie die Strumpfwaren konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr kräftig steigern.

Die Übersicht zur Zielregion der Umsätze zeigt, dass im Gegensatz zu den Vorjahren der Auslandsumsatz weniger bedeutend war. Die Exportzahlen waren bei Textil sogar rückläufig - insbesondere die Exporte in das Ausland, vor allem in das außereuropäische Ausland. Diese Entwicklung hat aufgrund der großen Bedeutung der Auslandsmärkte das Textilsegment im vergangenen Jahr erheblich belastet. Immerhin stiegen die inländischen Absätze leicht um +2,0 %. Anders im Bekleidungssegment: Sowohl der Auslands- als auch der Inlandsabsatz legten teils kräftig zu. Besonders deutlich war das Plus im außereuropäischen Ausland, ganz im Gegensatz zu der Entwicklung bei Textil.

Weiterhin steigende Belastungen erfuhr die Textilbranche im Jahr 2023 durch Entgeltabschlüsse, wodurch die Bruttolohn- und Gehaltssummen um 3,7 % stiegen. Die Beschaffungspreise für Rohstoffe haben sich nach den teils exorbitanten Steigerungen wieder auf niedrigeren Niveaus bewegt. Die Energiepreise bleiben allerdings noch immer auf historischen Höchstständen, denn die Preisniveaus der Jahre bis ca. 2020 werden trotz deutlicher Rückgänge noch immer deutlich überschritten. (Quelle: Gesamtverband textil+mode, https://textil-mode.de/de/documents/1880/2024- 02_Konjunkturbericht.pdf)

2.2 Geschäftsverlauf

In 2023 ergab sich für die Jörg Lederer GmbH ein zweigeteiltes Bild des Geschäftsverlaufs. Während das erste Halbjahr 2023 von starken Volumina in Produktion und Absatz geprägt war, folgte im zweiten Halbjahr eine merkliche Abkühlung beider Leistungsindikatoren. Insbesondere Lageroptimierungsprogramme bei Kunden und Kaufzurückhaltung in technischen Textilien führten zu schwächeren Absatzmengen. Die initiierten Marketingkampagnen, das 75 Jahre-Jubiläum sowie die Absatzförderungsprogramme führten zu einer Verbreiterung der Kundenbasis - konnten aber den Mengenverlust nicht verhindern, sondern nur dämpfen. Die Gesamtleistung sank mengenbedingt auf TEUR 15.647, was einer Verringerung gegenüber 2022 von 5,8 % entspricht. Die Gesamtleistung liegt damit dennoch oberhalb des Niveaus von vor der Covid19-Pandemie.

Absatzseitig war das Jahr zweigeteilt. Umsatzstarken Monaten von Januar bis Mai 2023 folgten schwache Restmonate. Die gesteckten Mengenziele konnte man ab Mitte 2023 nicht mehr erreichen und verfehlte am Ende den gesteckten Plan. Der Durchschnittspreis konnte im Jahresverlauf auf vergleichsweise hohem Niveau gehalten werden, was die Mengenverluste abfederte. Nach erheblichen Verwerfungen durch Geschäftsaufgaben von Vormateriallieferanten in den Vorjahren, trat in 2023 weitestgehend Ruhe auf der Beschaffungsseite ein. Dafür stellten die erneuten Verhandlungen mit der Gewerkschaft über anstehende Lohn- und Gehaltssteigerungen eine große Herausforderung dar, die im Sommer 2023 für 2023 und 2024 abgeschlossen werden konnten.

Die im Lagebericht 2022 erstellte Prognose für das Geschäftsjahr 2023 von 17,7 Mio. EUR Gesamtleistung und einem mindestens ausgeglichenen Ergebnis konnte aufgrund des schwachen zweiten Halbjahrs 2023 nicht erreicht werden.

2.3 Lage des Unternehmens

2.3.1 Ertragslage

Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 % auf 15.379 TEUR, wobei sich die Gesamtleistung sogar um 5,8 % auf 15.647 TEUR verringerte. Die Materialaufwandsquote verringerte sich um 10,9 % auf 52,1 %. Die Quote des Personalaufwands sowie des sonstigen betrieblichen Aufwands erhöhte sich aufgrund der vollzogenen Lohn- und Gehaltssteigerungen bzw. erhöhter Kosten für Marketing und die Kosten nach Einführung von Factoring von 29,3 % auf 35,3 % (Personal) bzw. 13,2 % auf 14,7 % (sonstiger Aufwand). Mit mehr als 65 % Umsatzanteil nahmen der Bereich Medical und Paramedical weiter zu. Erheblichen Einfluss auf die Ertragslage hatten die reduzierten Absatzmengen im zweiten Halbjahr. Dies hatte, nach einem deutlich positiven Halbjahresergebnis, erhebliche Auswirkungen auf das Jahresergebnis nach Steuern, das mit 165 TEUR erneut negativ war.

2.3.2 Finanzlage

Die Jörg Lederer GmbH finanziert sich ausschließlich über Eigenkapital und verfügt über keine zinstragenden Fremdverbindlichkeiten. Zur Abdeckung von kurzfristigen Liquiditätsbedarfen hat das Unternehmen im Laufe von 2022 Factoring eingeführt und darüber hinaus stehen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2023 liegt bei 453 TEUR. Es wurden Investitionen ins Anlagevermögen in Höhe von 54 TEUR vorgenommen.

Die Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme reduzierte sich um 289 TEUR von 8.495 TEUR auf 8.206 TEUR. Der Anstieg der Bilanzsumme resultiert aktivisch im Wesentlichen aus der Erhöhung des Kassenbestands sowie des Working Capital. Die Vermögens- und Finanzlage ist aufgrund des hohen Eigenkapitalanteils unverändert stabil. Die Eigenkapitalquote liegt bei rd. 83 %.

2.4 Finanzielle Leistungsindikatoren

Im Rahmen der Rechnungslegung werden folgende finanzielle Kennzahlen für die Steuerung der Gesellschaft verwendet:

2023 Vorjahr
Gesamtleistung 15.647 TEUR 16.612 TEUR
Jahresergebnis nach Steuern -165 TEUR -1.047 TEUR

2.5 Zusammenfassende Einschätzungen des Geschäftsverlaufes

Das Geschäftsjahr 2023 war im ersten Halbjahr mit einer deutlich positiven Mengen- und Ergebnisentwicklung sehr erfreulich, was sich im zweiten Halbjahr relativierte. Die Verbreiterung der Kundenbasis durch gewonnene Neukunden, erhöhte Anfragetätigkeit von Bestandskunden sowie sehr positive Rückmeldung des Marktes auf die neue Unternehmenskultur zeigen trotz der Absatzschwäche des zweiten Halbjahrs, dass der eingeschlagene Weg der Transformation unseres Unternehmens auf einem guten Weg ist. Nichtsdestotrotz waren die Herausforderungen erheblich. Auch belasteten uns die nach wie vor - im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren - hohen Energiepreise sowie die tarifvertraglich fixierte Erhöhung der Arbeitsentgelte. Durch weiter verstärkte Vertriebsaktivitäten, einer gezielten Marketingkampagne im Rahmen des 75 Jahre- Jubiläums und der weiteren Komplettierung der Führungsmannschaft konnten wir uns eine sehr gute Ausgangsposition für 2023 erarbeiten. Nach wie vor befindet sich die Jörg Lederer GmbH aufgrund der guten Eigenkapitalausstattung in einer stabilen finanziellen Situation.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Risikobericht

Beschaffungsrisiken

Die Auswirkungen der weltweiten Politikkrisen zeigt sich für die Jörg Lederer GmbH insbesondere an den internationalen Absatzmärkten, den weiterhin erhöhten Energiepreisen und im zurückhaltenden Konsumverhalten. Des Weiteren haben die 2023 weiterhin hohe Inflation sowie die gestiegenen Lohnforderungen zu erhöhten Faktorkosten am Standort geführt.

In der Rohgarnbeschaffung gehen wir weiterhin von stagnierenden bis leicht sinkenden Preisen aus. Die Prognose der Strompreise am Spotmarkt bleibt schwierig und wir beobachten den Markt stetig, um ggf. weitere Termingeschäfte für 2024 und 2025 abzuschließen. Das Management arbeitet mit dem Vertrieb durch fortlaufende Kundengespräche einem Mengen- und Margenverfall entgegen.

Die Garnumwindung ist mit einer besonders energieintensiven Produktion verbunden. Der Anteil der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung ist nach wie vor auf einem gegenüber dem Jahr 2020 erhöhten Niveau. Zwischenzeitlich haben sich die Spotmarktpreise wieder weitestgehend normalisiert. Durch erneute Steigerungen bestünde jedoch ein direktes Risiko für die Ertragslage unserer Gesellschaft.

Konjunkturelles Risiko / Politisches Risiko

Die hohen Inflationsraten, die zunehmende Unsicherheit am Arbeitsmarkt sowie weitere Insolvenzen im Einzelhandel könnten sich negativ auf das Konsumverhalten im Modebereich auswirken. Zudem könnte es zu einer weiteren Kaufzurückhaltung für technische Textilien, insbesondere im Freizeitmarkt kommen.

Im Personalbereich hat sich gezeigt, dass inflationäre Entwicklungen zu erhöhten Faktorkosten führen. Diesem Risiko wird versucht durch kontinuierliche Neueinstellungen, Effizienzsteigerungen sowie Bewahrung eines guten Betriebsklimas entgegenzuwirken.

Über all dem besteht das Risiko in einer weiteranhaltenden Krise in der Ukraine und in anderen akuten Krisenherden, die im Falle der Ausdehnung auf angrenzende Staatsgebiete direkte negative Auswirkungen auf unser Unternehmen haben könnte.

Liquiditätsrisiko

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten, Guthaben bei Kreditinstituten, Einkaufs- und Verkaufskontrakte.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die Ausnahme, wobei in der Regel mehr als 90 % der Kundenforderungen versichert sind. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden. Zur Abdeckung von Liquiditätsrisiken hat die Gesellschaft mit Vertrag vom 02.11./15.11.2022 einen Factoringvertrag abgeschlossen. Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Die Gesellschaft finanziert sich zu rd. 83 % aus Eigenkapital.

Dennoch hat die Geschäftsführung im Rahmen ihres Risikomanagements, wie die vergangenen Jahre, auch eine konservative Umsatz- und Ergebnisplanung unter Berücksichtigung der Unsicherheiten aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aufgestellt.

3.2 Chancenbericht

Durch die solide Kapitalausstattung und bis dato noch nicht ausgereizten Finanzierungsmöglichkeiten ist das Unternehmen in der Lage, Nachfrageschwankungen auszuhalten.

Das begonnene Ergebnissteigerungsprogramm wird weiter fortgesetzt und die sich ergebenden Marktchancen werden kontinuierlich genutzt. Die begonnene Professionalisierung der internen Prozesse, die Einführung eines ISO-Systems sowie die in 2023 umgesetzten Produktionssteigerungsmaßnahmen führen in 2024 zu einer deutlichen Steigerung der maximal produzierbaren Menge. Dies schafft weitere Vertriebschancen.

Wir sehen uns in den Zukunftsthemen unseres Marktes gut aufgestellt. Als einer der Vorreiter für ökologisch nachhaltige Umwindegarne und insbesondere unserer Naturfaserabteilung möchten wir diese Marktposition auch in Zukunft weiter ausbauen.

Durch eine stetige Ausdehnung des Medizinalbereichs und der technischen Garne soll unsere Gesellschaft weiter unabhängig vom Modemarkt werden.

3.3 Prognosebericht

Analog zu Kommentaren führender Wirtschaftsinstitute gehen wir davon aus, dass die erhöhten Energiepreise, die Kaufzurückhaltung und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in unseren europäischen Hauptabsatzmärkten erhebliche Herausforderungen für 2024 für uns schaffen werden. Die Wettbewerbssituation im Markt für Umwindegarne wird sich mit zunehmendem Verlust an Kaufkraft der privaten Haushalte weiter verschärfen.

Wir rechnen aktuell mit einer Steigerung der Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2024 auf rund 16,8 Mio. EUR. Dabei wirken sich bereits in den Vorjahren initiierte Vertriebsaktivierungen sowie Neukundengewinne positiv aus. Das Jahresergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2024 sehen wir - mit allen o.g. Unsicherheiten - mindestens ausgeglichen.

Für 2024 sind keine wesentlichen Investitionen vorgesehen.

2025 sehen wir als Jahr, in welchem unsere initiierten Veränderungsprozesse im Vertrieb, in der Produktion und in der Entwicklung ihre volle Auswirkung entfalten. Bei weiter wachsender Gesamtleistung planen wir in 2025 ein deutlich positives Jahresergebnis.

Wir werden nach heutigem Dafürhalten auch zukünftig in der Lage sein, unseren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.

 

Amstetten, den 17.04 2024

Jörg Lederer GmbH

gez. Beatrice Lederer, Geschäftsführerin

gez. Bernd Grupp, Geschäftsführer

Zum Zwecke der Offenlegung wird der Jahresabschluss im Rahmen der Offenlegungserleichterung nach § 327 HGB gekürzt wiedergegeben. Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Jörg Lederer GmbH, Amstetten

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Jörg Lederer GmbH, Amstetten, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Jörg Lederer GmbH, Amstetten, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 17.04.2024

MENOLD BEZLER GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Haug, Wirtschaftsprüfer

gez. Bacher, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss wurde am 07.05.2024 wie vorgeschlagen festgestellt.

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