Herstellung von Turbinen
NITROCHEMIE ASCHAU GMBH
Liebigstraße 17, 84544 Aschau am Inn, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Pascal Schreyer-Elting seit 12.3.2024 | Geschäftsführer |
Johannes Dr. Kainz seit 12.3.2024 | Prokura |
Sebastian Dr. Wohlfahrt seit 25.5.2023 | Prokura |
Jörg Dr. Lippstreu seit 8.4.2022 | Prokura |
Heinrich Christoph Kettner seit 4.10.2021 | Geschäftsführer |
Oliver Alexander Oswald Dr. Becker seit 14.3.2019 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (2)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 55.00% | |
RUAG MRO Holding AG | 45.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
NITROCHEMIE ASCHAU GMBHAschau a. InnJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023INHALT LAGEBERICHT 2023 GRUNDLAGEN DER NITROCHEMIE ASCHAU GMBH Struktur Geschäftsmodell WIRTSCHAFTSBERICHT Marktentwicklung Wesentliche Ereignisse Wirtschaftliche Lage Finanzielle Leistungsindikatoren Kapitalflussrechnung Ertragsentwicklung Vermögens- und Finanzlage Investitionen Forschung und Entwicklung Informationstechnologie Qualitätsmanagement Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Chancen und Risiken Prognosebericht NICHT FINANZIELLE ASPEKTE DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT Corporate Social Responsibility Nachhaltigkeit Compliance JAHRESABSCHLUSS 2023 Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang LAGEBERICHT 2023Grundlagen der Nitrochemie Aschau GmbH Struktur Die Nitrochemie Aschau GmbH (Nitrochemie) mit Sitz in Aschau am Inn ist im Handelsregister des Amtsgerichts Traunstein unter HRB 10968 eingetragen. Zweck des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von chemischen Produkten aller Art, insbesondere von chemischen Zwischenprodukten und Treibladungspulvern sowie von verbrennbaren Formteilen aus Nitrocellulose und anderen nitrathaltigen Energieträgern. Geschäftsmodell Die Nitrochemie ist mit ihren Produktbereichen Antriebssysteme und Chemie im nationalen und internationalen Markt positioniert. Die langjährige Zusammenarbeit mit Kunden, strategische Kooperationen sowie eine systematische Erschließung von neuen Kunden und Märkten sichern die Umsatzbasis nachhaltig ab. Eine laufende Entwicklung von neuen Produkten wie auch die getätigten Investitionen in Fertigungsanlagen zur Erhöhung der Sicherheit, Qualität und Produktivität sind notwendige Voraussetzungen zur Absicherung und Verbesserung der Wettbewerbsposition im nationalen und internationalen Markt. Wirtschaftsbericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Marktentwicklung Die Einflüsse der weltweiten Wirtschafts- und Wettbewerbsentwicklung sind in beiden Produktbereichen von hoher Bedeutung. Die sicherheitspolitische Lage hat sich nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine fundamental verändert. Die Nachfrage nach Munition und damit Treibladungspulvern ist bereits signifikant gestiegen und wird weiter steigen. Die hohen Auftragseingänge sowie neuen Projekte im Geschäftsjahr 2023 sind Beleg dafür. Die Verteidigungsbudgets werden sich weiterhin erhöhen, sowohl absolut als auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt. Die negative konjunkturelle Entwicklung im Jahre 2023, speziell in der chemischen Industrie, hat sich stark auf das Geschäft mit chemischen Zwischenprodukten ausgewirkt, sodass im Gesamtjahr 2023 ein deutlicher Umsatzrückgang bei den chemischen Zwischenprodukten zu verzeichnen ist. Speziell die durch hohe Inflation und gestiegene Zinsen bedingte Flaute im Bausektor verursachte einen deutlichen Nachfragerückgang nach den Basisrohstoffen (z.B. Vernetzern) für Silikondichtstoffe, der starke Auswirkungen auf den Umsatz hatte. Auch im Bereich Auftragssynthesen/Lohnfertigungen machte sich die generell sehr schwierige Auftragslage in der chemischen Industrie durch einen deutlichen Rückgang der Nachfrage bemerkbar. Wesentliche Ereignisse Im Geschäftsjahr 2023 hat die Nitrochemie im Produktbereich Antriebssysteme von größeren Aufträgen an 155mm Artillerieladungen sowie Komponenten für 120mm und 105mm Panzermunition für europäische Endkunden profitiert. Im Produktbereich Chemie zeigte sich das Kerngeschäft (MEKO-freie Oximvernetzer) trotz des deutlichen Nachfragerückgangs nach Basisrohstoffen für den Bausektor erstaunlich robust, sodass die Absatzmengen für diese Produkte nahezu auf Vorjahresniveau liegen. Bei anderen Produkttypen mussten dagegen massive Einbrüche verzeichnet werden. Daher wurden im Jahr 2023 verstärkt Aktivitäten zum Ausbau des Kerngeschäftes lanciert sowie Überlegungen zu einer generellen Neustrukturierung des Produktportfolios angestoßen. Wirtschaftsbericht Geschäftsverlauf Nitrochemie Aschau GmbH Umsatz um 13,3 % auf 144,5 MioEUR gestiegen Die Nitrochemie erreichte im Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz von 144,5 MioEUR. Gemessen am Vorjahreswert von 127,5 MioEUR ist der Umsatz damit um 13,3 % gestiegen.
Der Umsatz des Produktbereichs Antriebssysteme stieg im Vergleich zum Vorjahr stark um 32,7 MioEUR auf 89,6 MioEUR. Der Produktbereich Chemie erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 54,9 MioEUR und lag damit um 22,2 % unter dem Vorjahreswert. Der direkte Auslandsanteil des Umsatzes lag im Geschäftsjahr 2023 mit 47,8 % unter dem Niveau des Vorjahres (49,5 %).
Auftragseingang auf Vorjahresniveau Der Auftragseingang des Geschäftsjahres 2023 lag mit insgesamt 189,9 MioEUR (Vorjahr 198,6 MioEUR) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Auftragseingang des Produktbereichs Antriebssysteme stieg dabei von 135,6 MioEUR im Jahr 2022 auf 136,2 MioEUR im Berichtsjahr. Im Produktbereich Chemie lag der Auftragseingang mit 53,7 MioEUR unter dem Niveau des Vorjahreswerts von 63,0 MioEUR.
Auftragsbestand Mit 182,4 MioEUR verfügt die Nitrochemie über einen Auftragsbestand, der deutlich über dem Niveau des Vorjahres (138,8 MioEUR) liegt. Der Auftragsbestand des Produktbereichs Antriebssysteme betrug im Berichtsjahr 174,3 MioEUR. Der Auftragsbestand leistet insbesondere im Folgejahr einen bedeutenden Beitrag zur Auslastung. Im Produktbereich Chemie liegt der Auftragsbestand mit 8,1 MioEUR unter dem Vorjahreswert von 9,2 MioEUR. Das Geschäft in der Chemie ist eher kurzfristig geprägt, so dass hohe Auftragsbestände nicht zu erwarten sind.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Das EBIT nach IFRS liegt mit 11,6 MioEUR auf dem Niveau des betrieblichen Ergebnisses nach HGB von 11,5 MioEUR. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden zur internen Steuerung des Unternehmens nicht herangezogen.
1 (nach IFRS, genannt aufgrund der
Konzernzugehörigkeit)
Umsatz und EBIT 1 Der im Vorjahr für das Jahr 2023 erwartete Umsatz von 150,0 MioEUR, der deutlich über dem Niveau des Geschäftsjahres 2022 liegen sollte, wurde mit einem Wert von 144,5 MioEUR um 5,5 MioEUR unterschritten. Dieser Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf eine deutliche Nachfragesteigerung im Produktbereich Antriebssysteme zurückzuführen. Mit 11,6 MioEUR wird das für 2023 geplante EBIT von 13,4 MioEUR, das leicht unter dem Niveau von 2022 liegen sollte, um 13,4 % unterschritten. Dies ist vor allem auf die niedrigere Gesamtleistung von (-10,3 MioEUR) und höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen (-5,0 MioEUR) zurückzuführen. Den negativen Effekten stand ein niedrigerer Material- (+11,4 MioEUR) und Personalaufwand (+0,3 MioEUR) sowie höhere sonstige betriebliche Erträge (+1,4 MioEUR) entgegen. ROCE 2 Die Kennzahl ROCE wird durch ein höheres EBIT von einem geplanten Wert von 17,7 %, der über dem hohen Wert des Geschäftsjahres 2022 von 15,5 % liegen sollte, mit einem erreichten Wert von 14,4 % aufgrund des niedrigeren EBIT unterschritten. Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS resultieren vor allem aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen, der Leasingbilanzierung, den Abschreibungen auf das Anlagevermögen und den latenten Steuern. Kapitalflussrechnung 3 Im Berichtsjahr 2023 ergab sich ein Brutto-Cashflow von 11,1 MioEUR (Vorjahr 10,9 MioEUR). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag bei 8,5 MioEUR nach -3,3 MioEUR im Vorjahr. Die Finanzierung der Gesellschaft ist über die operativen Cash Flows sichergestellt. Es besteht ein Cash- Pooling mit dem verbundenen Unternehmen Rheinmetall AG. Kapitalflussrechnung MioEUR
1 (nach IFRS, Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
Ertragsentwicklung Im Geschäftsjahr 2023 wird bei einem Gesamtumsatz von 144,5 MioEUR (Vorjahr 127,5 MioEUR) und einer Bestandsminderung von 1,5 MioEUR (Vorjahr Bestandserhöhung 7,0 MioEUR) ein betriebliches Ergebnis von 11,5 MioEUR (Vorjahr 6,6 MioEUR) erzielt. Deutlich höhere sonstige betriebliche Aufwendungen (3,5 MioEUR) und ein höherer Personalaufwand (0,3 MioEUR) konnten durch eine deutlich gesteigerte Gesamtleistung (8,5 MioEUR) und einen niedrigeren Materialaufwand (2,3 MioEUR) überkompensiert werden. Dies liegt an einem im Vorjahr hohen Bestandsaufbau (7,0 MioEUR), dem im Berichtsjahr ein Bestandsabbau (1,5 MioEUR) gegenübersteht. Zudem gibt es aufgrund der geopolitischen Lage und der schwächelnden Konjunktur eine Verschiebung der Umsatzanteile zugunsten des margenstärkeren Wehrtechnikbereichs. Die Umsatzrendite 4 steigerte sich von 5,2 % im Vorjahr auf 8,0 % im Geschäftsjahr 2023. Vermögens- und Finanzlage Die langfristigen Vermögenswerte (Anlagevermögen) von 25,6 MioEUR betragen 22,3 % (Vorjahr 20,8 %) der Bilanzsumme von 115,0 MioEUR (Vorjahr 109,0 MioEUR). Sie umfassen größtenteils das Sachanlagevermögen. Die Vorräte verringerten sich um 2,5 MioEUR auf 48,7 MioEUR (Vorjahr 51,2 MioEUR). Diese setzen sich aus den Positionen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse zusammen. Um 2,4 MioEUR verringerten sich die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe auf 17,0 MioEUR (Vorjahr 19,3 MioEUR). Die unfertigen Erzeugnisse betragen 21,2 MioEUR (Vorjahr 22,2 MioEUR). Der Wert der fertigen Erzeugnisse beläuft sich auf 9,1 MioEUR (Vorjahr 9,6 MioEUR). Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte betragen 1,4 MioEUR (Vorjahr 0,0 MioEUR). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 5,6 MioEUR auf 40,6 MioEUR. Davon entfallen 12,5 MioEUR auf Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr (Vorjahr 12,1 MioEUR). Im Geschäftsjahr 2023 ergaben sich keine Forderungsausfälle. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind insbesondere die Anlage von liquiden Mitteln im Rahmen des Konzern-Cash-Poolings mit der Rheinmetall AG, ein Erstattungsbetrag aus der umsatzsteuerlichen Organschaft und Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH, der Rheinmetall Expal Munitions und der Rheinmetall Denel Munition enthalten. Insgesamt verringerten sich die liquiden Mittel (Cash-Pooling-Forderungen) zum Bilanzstichtag leicht auf 16,7 MioEUR (Vorjahr 17,0 MioEUR). Für Ertragsteuern besteht eine Forderung in Höhe von 1,7 MioEUR (Vorjahr 0,9 MioEUR). Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 3,1 MioEUR auf 89,3 MioEUR erhöht. Sie betragen 77,6 % (Vorjahr 79,1 %) der Bilanzsumme. Das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage und die Gewinnrücklagen bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das Eigenkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2023 insgesamt um 5,8 MioEUR oder 18,7 % auf 37,0 MioEUR. Diese Erhöhung resultiert bei Vollausschüttung des Bilanzgewinns des Vorjahres aus dem deutlich höheren in 2023 erzielten Ergebnis. Unter Einbeziehung des in 2023 erzielten Ergebnisses wird nunmehr eine Eigenkapitalquote von 32,1 % (Vorjahr 28,6 %) erreicht.
4 (nach HGB, betriebliches Ergebnis dividiert
durch die Umsatzerlöse)
Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen verringerten sich aufgrund des gestiegenen Rechnungszins gegenüber dem Vorjahr um 0,6 MioEUR auf 55,2 MioEUR (Vorjahr 55,9 MioEUR). Der Rechnungszins erhöhte sich von 1,79 % auf 1,83 %. Die Pensionsverpflichtungen führten im Zinsergebnis der Gesellschaft erneut zu einer deutlichen Belastung. Für Ertragsteuern sind 0,0 MioEUR (Vorjahr 0,9 MioEUR) zurückgestellt. Die sonstigen Rückstellungen betragen 11,0 MioEUR (Vorjahr 10,4 MioEUR) und beinhalten u.a. die Verpflichtung für Arbeitnehmerjubiläen in Höhe von 2,0 MioEUR (Vorjahr 1,9 MioEUR), sonstige Personalrückstellungen 5,9 MioEUR (Vorjahr 5,8 MioEUR), die Rückstellung für drohende Verluste aus Liefer- und Leistungsverpflichtungen 0,6 MioEUR (Vorjahr 0,2 MioEUR) und stichtagsbezogen aus Devisentermingeschäften von 0,2 MioEUR (Vorjahr 0,2 MioEUR). Die Rückstellungen reduzierten sind insgesamt um 1,0 MioEUR auf 66,2 MioEUR und betragen 57,6 % (Vorjahr 61,7 %) der Bilanzsumme. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 1,2 MioEUR. Dieser Anstieg resultiert vorrangig aus höheren erhaltenen Anzahlungen (+3,0 MioEUR) und niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-1,6 MioEUR). Insgesamt wird die Geschäftsentwicklung aufgrund des Umsatz- und Ergebniswachstums im Vergleich zum Vorjahr als positiv beurteilt. In der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen über den normalen Liefer- und Leistungsverkehr hinausgehenden Verbindlichkeiten. Leasingverpflichtungen liegen wie auch in den Vorjahren in keinem nennenswerten Umfang vor. Investitionen Die Nitrochemie investierte im Berichtsjahr gezielt in die Bereiche, die die Sicherheits- und Umweltstandards erhöhen, die Chancen auf Wachstum bieten, die Ertragskraft nachhaltig stärken, die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und die Technologiekompetenz in den Produktbereichen absichern. Zudem wurde zur Stärkung der operativen Leistungsfähigkeit sowie zur Verbesserung der Effizienz als auch der Sicherheit in die Erweiterung und die Modernisierung von Infrastruktur, Anlagen, Einrichtungen, Prozessen sowie in Fertigungskapazitäten investiert. Die Investitionen der Nitrochemie in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich auf 6,3 MioEUR, nach 5,5 MioEUR im Jahr zuvor. Nach Bereichen verteilen sich die Investitionen in 2023 auf die Produktbereiche Antriebssysteme (2,0 MioEUR) und Chemie (2,6 MioEUR) sowie den allgemeinen Bereich (1,7 MioEUR). Gemessen am Umsatz entspricht dies einer Investitionsquote von 4,4 % (Vorjahr 4,3 %). Den Investitionen standen Abschreibungen von 3,4 MioEUR gegenüber (Vorjahr 3,1 MioEUR). Forschung und Entwicklung Im Geschäftsjahr 2023 wurden im Bereich der Antriebssysteme die Aktivitäten darauf konzentriert, neue Produkte wie Übungsmodule Artillerie und die 155mm Weitschussladung zu entwickeln beziehungsweise weiterzuentwickeln. Die Aktivitäten im Bereich F&E des Produktbereiches chemische Zwischenprodukte konzentrierten sich auf die Fortführung zentraler Eigenentwicklungsprojekte (v.a. zinnfreie Katalysatoren), sowie die Serienreifmachung neuer Kundenanfragen. Hier konnten einige Produkte erfolgreich in den Produktionsmaßstab übertragen und erste Umsätze gelegt werden. Informationstechnologie Die Rahmenbedingungen für die IT-Strategie werden in weiten Teilen von der Rheinmetall AG vorgegeben. Neben sehr hohen Sicherheitsstandards und damit verbundenen konzernweiten Verfahrens- und Sicherheitsrichtlinien begrenzen technische und organisatorische Notfall-, Schutz- und Vorsorgemaßnahmen (zum Beispiel moderne Back-up- und Recovery-Prozeduren, unterbrechungsfreie Stromversorgung, gesicherte Zugangs- und Zugriffssysteme sowie die asynchrone Spiegelung und Archivierung von Daten) das Risiko gravierender Störungen bzw. Ausfälle der komplexen Systeme und Netzwerke. Zum Schutz gegen Angriffe von außen werden unter anderem Firewall-Systeme, Virenscanner und Überwachungssysteme nach dem neuesten Stand der Technik eingesetzt. Durch eine permanente Überprüfung der Software werden Funktionalitäten und Applikationen erweitert und identifizierte Sicherheitslücken prophylaktisch geschlossen. Auftretende Fehler werden umgehend behoben. Damit wird eine sichere und reibungslose Abwicklung der umfangreichen IT-gestützten Geschäftsprozesse konstant unterstützt. Durch laufende Investitionen ist die installierte Soft- und Hardware auf dem neuesten Stand. Die technische Auslegung, die funktionalen Sicherheitsstrukturen und der wirtschaftliche Betrieb der IT-Architektur werden kontinuierlich überprüft und verbessert. Qualitätsmanagement Die Nitrochemie unterhält ein Managementsystem, in das die Normforderungen des Qualitätsmanagements (ISO 9001), des Umweltmanagements (ISO 14001) und des Energiemanagements (ISO 50001) jeweils nach dem neuesten Revisionsstand vollständig integriert sind. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte das 1. Überwachungsaudit durch die TÜV NORD CERT GmbH, nach deren Bestehen die Zertifizierung weiterhin gültig ist. Das Managementsystem erfüllt dabei auch die Anforderungen der AQAP 2110. Die Nitrochemie überwacht stets die Wirksamkeit ihres Managementsystems sowie fortwährend das Qualitätsniveau ihrer Produkte und führt laufend adäquate Maßnahmen zur Optimierung durch. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter In der Nitrochemie sind zum 31. Dezember 2023 506 Mitarbeiter/innen (Vorjahr 483) beschäftigt. Hierin sind neben den Auszubildenden und den Dauerabwesenden auch die in der Freistellungsphase befindlichen Mitarbeiter/innen aus der Altersteilzeitregelung und die anteilig nicht gekürzte Zahl an Teilzeitarbeitskräften enthalten. Zum Bilanzstichtag enthielt die vorstehend genannte Zahl 49 befristete Arbeitsverhältnisse.
Auf Basis einer jährlichen Analyse wird der laufende Weiterbildungsbedarf der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermittelt und umgesetzt. Grundlage hierfür sind u. a. Personalentwicklungsgespräche und Management-Potenzialanalysen, die regelmäßig durchgeführt werden. Als Ergebnis dieses Prozesses werden z. B. Führungs- und Nachwuchskräfte durch die Teilnahme an verschiedenen Managementprogrammen gefördert oder Mitarbeiter/innen intensiv bei der nebenberuflichen Weiterqualifizierung zum Beispiel zum Meister/in oder Fachwirt/in aktiv unterstützt. Zur betrieblichen Altersversorgung der Mitarbeiter/innen sind seitens der Nitrochemie entsprechende Versorgungswerke eingerichtet. Es handelt sich hierbei um die WASAG-Versorgungsordnung und die Rheinmetall-Altersversorgung gemäß den jeweils gültigen Konzernbetriebsvereinbarungen. Bei der Nitrochemie finden die Bundestarifverträge der Chemischen Industrie Anwendung. Im Jahr 2023 wurde die tarifliche Erhöhung zeitgerecht entgeltwirksam umgesetzt. Chancen und Risiken Die modularen Treibladungssysteme und Treibladungspulver der Nitrochemie können neben normalen auch in extremen Klimazonen eingesetzt werden. Zudem zeichnen sich diese durch hohe Leistungen und IM-Eigenschaften (Insensitive Munition) aus. Mit den mehrbasigen Treibladungspulvern festigt die Nitrochemie ihre Position bei Großkunden und baut diese mit Lieferverträgen mittelfristig aus. Steigende Verteidigungsbudgets, die Strategie der Zusammenarbeit mit den wichtigsten Munitionsherstellern und Endusern innerhalb der NATO und langfristige Entwicklungsprogramme bieten aussichtsreiche Chancen langfristige Kundenbindungen zu erreichen. Insgesamt werden die zukünftigen Marktchancen dabei nach wie vor als hoch eingeschätzt. Ein geplanter Kapazitätsausbau wird die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin stärken und ausbauen. Der hohe Auftragsbestand sorgt für Planungssicherheit im operativen Geschäft sowie bei der Planung und Umsetzung von Investitionen. Im Geschäftsjahr 2023 lag der Umsatz im Produktbereich Chemie unter dem Umsatz des Vorjahres. Dieser Umstand ist bedingt durch die deutliche Abschwächung der Konjunktur gegen Ende des Jahres 2022 welche sich auch in 2023 fortsetzte. Mit einem herausfordernden Marktumfeld muss auch in 2024 gerechnet werden. In Folge von Schadenfällen wurden vom Versicherer die Selbstbehalte in den vergangenen Jahren deutlich heraufgesetzt. Dies kann im Schadenfall für die Nitrochemie zu erheblichen Belastungen führen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird als mittel eingeschätzt. Ein Risiko entsteht durch die weiterhin restriktive Genehmigungslage der Behörden für Exporte in Länder außerhalb der EU/NATO. Existierende Programme und Projekte können teilweise nicht wie langfristig geplant durchgeführt und umgesetzt werden. Dies reduziert das Geschäftspotenzial und beschränkt die Möglichkeiten den internationalen Bedarf zu decken. Auf der anderen Seite ist ein Anstieg des Bedarfs innerhalb der erreichbaren Märkte durch die aktuelle sicherheitspolitische Lage absehbar. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird daher als gering eingeschätzt. Eine Chance für den Produktbereich Chemie waren die sich gegenüber 2021/2022 normalisierten Lieferketten und sinkende Rohstoffpreise. Zudem war eine kompetitive Preispolitik seitens Chemielieferanten durch die globale niedrige Nachfrage und speziell durch den Konkurrenzdruck aus China sichtbar. Durch die niedrige Nachfrage seitens der Nitrochemie-Kunden und teilweise hohe Lagerbestände konnten hier jedoch kaum Einsparpotenziale gehoben werden. Die Versorgung des Produktbereichs Antriebssysteme hingegen war vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts, der Zeitenwende und einer erhöhten globalen Nachfrage maßgeblich von Aktionen zur Sicherung der Lieferketten und der Risikominimierung, z.B. durch erhöhte Lagermengen/Sicherheitsbestände, langfristige Bestellungen und strategische Partnerschaften geprägt. Derivative Finanzinstrumente werden zur Sicherung der im üblichen Geschäftsgang entstehenden Währungsrisiken eingesetzt. Währungsrisiken werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert, die zentral über die Rheinmetall AG abgewickelt werden. Gebuchte und kontrahierte Transaktionen werden in vollem Umfang abgesichert. Die Nettoposition aus geplanten Transaktionen, die nicht das aktuelle Geschäftsjahr betreffen, wird in einem reduzierten Umfang abgesichert. Das Exposure wird im Rahmen der jährlichen Unternehmensplanung, den unterjährigen Hochrechnungen und im Rahmen der Monatsabschlüsse und laufend ermittelt und überwacht. Aufgrund der bestehenden Auftragslage und der sich abzeichnenden Auftragseingänge geht die Gesellschaft davon aus, dass in beiden Produktbereichen in 2024 ein weiterhin stabiler Geschäftsverlauf zu erwarten ist. Die wirtschaftliche Entwicklung für die Jahre 2024 bis 2026 der Nitrochemie ist in einer detaillierten Umsatz-, Auftragseingangs- und Ergebnisplanung dargestellt. Rechtliche oder wirtschaftliche Bestandsgefährdungspotenziale auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind sowohl aus der Planung als auch aus dem Risikomanagementsystem nicht abzuleiten. Das aus einer Reihe ineinander verzahnter Planungs-, Kontroll- und Informationssysteme bestehende Risikomanagementsystem liefert zuverlässige Informationen zur aktuellen Risikosituation. Der Rheinmetall-Konzern entwickelt das Überwachungssystem laufend übergeordnet weiter und passt es an die sich wandelnden unternehmerischen Rahmenbedingungen an. Das Risikomanagementsystem stellt dabei sicher, dass sich unternehmerische Entscheidungen und laufende Geschäftsaktivitäten innerhalb definierter Risikogrenzen bewegen und den gesetzlichen Anforderungen entsprochen wird. Es ergänzt die bestehenden Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumente und ist in der Organisationsstruktur der Nitrochemie auf der Basis definierter Verantwortlichkeiten verankert. Die Prinzipien, Definitionen und Ablaufprozesse im Risikomanagement sind in den Handbüchern zum Risikofrüherkennungssystem dokumentiert. Im Rahmen eines monatlichen Berichtswesens werden u.a. durch Risikomeldungen aktuelle Geschäftsrisiken systematisch erfasst und nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der zu erwartenden Schadenshöhe strukturiert bewertet. Im Zuge der Risikoaggregation werden die einzelnen Risikomeldungen aufbereitet und anschließend die Gesamtrisikosituation des Unternehmens bestimmt. Geeignete Vorsorge-, Sicherungs- und Korrekturmaßnahmen reduzieren die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken oder begrenzen deren mögliche Schadensauswirkung. Die zur Risikosteuerung eingeleiteten Maßnahmen werden permanent überwacht und gegebenenfalls über eine neue Risikoeinschätzung angepasst. Bei Bedarf werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um erkannte Gefährdungspotenziale weiter zu begrenzen bzw. zu verringern. Im Rahmen einer jährlichen Risikoinventur werden identifizierte Risikoarten und mögliche Frühwarnindikatoren mit Gegenmaßnahmen gesteuert. Außerdem trifft der Risikoverantwortliche über die Eintrittswahrscheinlichkeit der genannten Risikoarten ggf. eine subjektive Einschätzung, teilweise auch in Abstimmung mit den Führungskräften des Unternehmens. Prognosebericht Definierte Investitionsprogramme und Fertigungstechnologien leisten ihren Beitrag zur Erfüllung kundenseitiger Anforderungen. Zudem trägt die permanente Weiterqualifizierung der Mitarbeiter/innen maßgeblich dazu bei, die geforderte Produktqualität und auch Produktweiterentwicklungen sicherzustellen. Der Auftragsbestand im Produktbereich Antriebssysteme sichert die Umsatzerwartung für 2024 im Wesentlichen ab. Zudem eröffnen langfristige Entwicklungskooperationen mit strategischen Kunden laufend neue Perspektiven. Investitionen in die Modernisierung der Produktionsanlagen werden weiterhin ihren Beitrag zur erforderlichen Steigerung der Arbeitssicherheit und Produktivität leisten. Für den Produktbereich Antriebssysteme wird für das Jahr 2024 ein Umsatz (107,7 MioEUR) deutlich über dem Vorjahresniveau erwartet. Die Umsatzplanung (62,5 MioEUR) für den Produktbereich Chemie liegt für das Jahr 2024 über dem Wert des Vorjahres. Für 2024 geht die Geschäftsführung insgesamt von einem Umsatz (170,2 MioEUR) und einem EBIT (17,6 MioEUR) deutlich über dem insgesamt schon sehr hohen Niveau des Geschäftsjahres 2023 aus. Der ROCE (14,5 %) wird ebenfalls leicht über dem hohen Niveau des Geschäftsjahres 2023 liegen. Unter anderem aufgrund langfristiger Kundenaufträge im Produktbereich Antriebssysteme ist ein positives Ergebnis weitgehend als gesichert einzustufen. Im Bereich der Antriebssysteme ist die Nitrochemie von Zulieferungen der Nitrochemie Wimmis AG abhängig. Für die Nitrochemie Wimmis AG ist der Rohstoff Linters, der aus China bezogen wird, für diese Zulieferungen von hoher Wichtigkeit. Da die Nitrochemie Wimmis AG in etwa einen Jahresbedarf an Linters lagerseitig vorhält, ist mit unmittelbaren Auswirkungen im Jahr 2024 kaum zu rechnen. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung liegen keine direkten Beeinträchtigungen der Rohstoffversorgung vor. Nichtfinanzielle Aspekte der Geschäftstätigkeit 5 Corporate Social Responsibility Die Nitrochemie bekennt sich zu fairem Wettbewerb sowie rechtmäßigem, integrem, sozial und ethisch verantwortungsvollem Handeln. Nachhaltiges Wirtschaften ist fester Bestandteil der Geschäfts- und Produktionsprozesse und dient der langfristigen Zukunftssicherung des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Überwachungsaudits der Normen ISO 50001 (Energiemanagement) und DIN EN 14001 (Umweltmanagement) mit Erfolg bestanden. Regelmäßige interne Überwachungen und Kontrollen unter anderem durch Landratsamt, TÜV, Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) und Wasserwirtschaftsamt unterstützen die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte und Anforderungen. Die Nitrochemie erwartet von ihren Lieferanten, dass sie sich dem Thema Corporate Social Responsibility aktiv stellen und die Grundsätze entsprechend umsetzen. Teilweise sind dazu vertragliche Regelungen mit den Lieferanten getroffen. Nachhaltigkeit Durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in unternehmerischen Entscheidungen wird für die Nitrochemie ein langfristiger Mehrwert geschaffen. Der Nachhaltigkeitsgedanke spiegelt sich in den folgenden Teilbereichen durch eine Vielzahl von Maßnahmen und Investitionen wider. Energieeinsparung Zur nachhaltigen und langfristigen Energieeinsparung werden alte Maschinen und Geräte durch neue, energiesparende Maschinen und Geräte sowie fortlaufend alte Leuchtmittel durch moderne LED Leuchtmittel ersetzt. Weiterhin wird das Energiedatenmanagementsystem kontinuierlich durch den Austausch von Zählern und deren Anschluss an das System ausgebaut. Isolationsmaßnahmen, die Integration einer Wärmerückgewinnung zur Produktion von Prozessdampf im Projekt der Abluftreinigungsanlage, der Einbau von Bewegungsmeldern zur bedarfsgerechten Nutzung der Beleuchtung und Mitarbeiterschulungen in den Produktionsbetrieben zum Thema Energiesparen runden das Bild ab. Wassereinsparung Durch eine Vielzahl von Maßnahmen am Brauchwassernetz und dem sehr bewussten Umgang mit der Ressource Wasser wird der Wasserverbrauch laufend optimiert und auch die Abwassermenge reduziert. Emissionsreduzierung Die Stellung von Betriebsfahrrädern für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Fortbewegung damit auf dem Betriebsgelände sorgen für eine konsequente und dauerhafte Reduzierung von Emissionen. Auch die Nutzung von Elektrostaplern und -autos trägt dazu bei. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine moderne Abluftreinigungsanlage in Betrieb genommen. Diese Maßnahme reduziert die Emissionen des Standorts deutlich. Work-Life-Balance Flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleit- und Teilzeit und "Mobiles Arbeiten", das es Mitarbeitern/innen ermöglicht, außerhalb des eigentlichen Arbeitsplatzes zu arbeiten, tragen zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance und einer individuellen Anpassbarkeit an die Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen bei. Naturschutz Weiträumige Wiesen und Freiflächen als auch groß ausgedehnte Waldgebiete auf dem Betriebsgelände bieten einer Vielzahl von Tieren einen ausgeglichenen Lebensraum. Diese Flächen werden laufend professionell gepflegt. Gesundheitsschutz Zur Erhaltung der Gesundheit werden den Mitarbeitern/innen vielfältige Möglichkeiten angeboten. Dabei reicht das Angebot von kostenlosen Sportkursen (u.a. Yoga, Spinning, Rückenfit) über Informationsveranstaltungen und vergünstigten Mitgliedschaften in Fitnessstudios. Weiterhin werden laufend nicht verstellbare Schreibtische durch höhenverstellbare Schreibtische ersetzt und Arbeitsplätze ergonomisch optimiert. Arbeitssicherheit Die Arbeitssicherheit wird durch regelmäßige Meetings und Mitarbeiterinformationen zu diversen Sicherheitsthemen ständig erhöht. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden zu diesem Thema laufend geschult. Im Bereich der Arbeitssicherheit erfolgen laufend hohe Investitionen zur stetigen Verbesserung. Für 2024 ist die Zertifizierung nach ISO 45 001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz) geplant. Compliance Die Einhaltung der strengen und zahlreichen Ethik- und Compliance-Regeln für ein rechtlich korrektes, moralisch einwandfreies und vorbildliches Verhalten im Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeiter/innen, Behörden und der Öffentlichkeit steht bei der Nitrochemie an erster Stelle. Dabei wird ein solches Verhalten stets aktiv bei Mitarbeiter/innen und Geschäftspartnern eingefordert. Kernpunkte sind dabei die Einhaltung der ethischen Standards bezüglich Menschenrechte, Gleichbehandlung, Umwelt sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz aber auch der integre Umgang mit Geschäftspartnern, die Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche, der Schutz des Wettbewerbs, die Wahrung des Exportkontrollrechts, die Vermeidung von Interessenkonflikten, der vertrauensvolle Umgang mit Informationen und der Schutz des Firmeneigentums. Die Einhaltung von Recht und Gesetz ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch der eigene Anspruch der Nitrochemie. Mit den Anstrengungen zu höchstmöglicher Regelkonformität wird die Nitrochemie und alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl vor unmittelbaren negativen Folgen aus Verstößen (z.B. Bußgelder, Freiheitsstrafen, Kündigung) als auch vor den mittelbaren Konsequenzen (z.B. Verlust von Arbeitsplätzen) geschützt. Die Geschäftsführung ermutigt ausdrücklich dazu, mögliche Risiken oder Verstöße offen und ohne Angst vor persönlichen Repressalien anzusprechen sowie die Compliance-Organisation in Zweifelsfällen frühzeitig einzubinden. Als zusätzliche Kontaktmöglichkeiten stehen ein externer Ombudsmann sowie ein elektronisches Hinweisgebersystem zur Verfügung. Sofern es sich aber um vorsätzliche Verstöße sowie Straftaten handelt wird bei der Nitrochemie eine Null-Toleranz-Politik verfolgt. Die Grundlage allen geschäftlichen Handelns bildet der Rheinmetall Code of Conduct. Organisiert ist Compliance bei der Nitrochemie nach einem einheitlichen und detaillierten Compliance Management System, das grundsätzlich Konzernvorgabe ist und dort nach IDW PS 980 zertifiziert wurde. Im Geschäftsjahr 2023 wurde das konzernweite Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten mit Hilfe des Datenschutz-Tools OneTrust am Standort Aschau weitergeführt. Zudem wurde ein neues Schulungskonzept veröffentlicht, welches den Vorgaben der Division W+A und der Rheinmetall AG entspricht. Hier bildeten im Jahr 2023 die Mitarbeiterschulungen zu den Themen Compliance Grundlagen sowie die Geschäftspartnerprüfung den Schwerpunkt. Zusätzlich wurde eine Einstellungsschulung eingeführt um neue Mitarbeiter mit dem Code of Conduct der Rheinmetall AG und den lokalen Compliance Ansprechpartnern vertraut zu machen. Zuwendungen sowie auf Anfrage Spenden und Sponsoring-Maßnahmen werden durch Compliance überwacht. Auch andere Interessenkonflikte von Entscheidungsträgern versucht Compliance aktiv aufzulösen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Gewissenskonflikten und Rechtsverstößen zu bewahren und ethisch vorbildliches Verhalten zu fördern. Die Nitrochemie erkennt ihre Verantwortung im Umgang mit personenbezogenen und sensiblen Daten an und legt großen Wert auf den Schutz dieser Daten vor Verlust aber auch auf den Schutz vor unbefugtem Zugriff.
Aschau, den 27. Februar 2024 NITROCHEMIE ASCHAU GMBH Geschäftsführung Pascal Schreyer-Elting Christoph Kettner Bilanz zum 31.12.2023Aktiva TEUR
Passiva TEUR
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023
AnhangAllgemeine Angaben und Erläuterungen Gesetzliche Grundlagen Die Nitrochemie Aschau GmbH mit Sitz in Aschau am Inn ist unter HRB 10968 im Handelsregister des Amtsgerichtes Traunstein eingetragen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen werden in Tausend Euro (TEUR), sofern nicht anders ausgewiesen, angegeben. Es können sich hierdurch rundungsbedingte Abweichungen ergeben. Der gemäß den Konzernvorgaben erstellte Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Rheinmetall AG, Düsseldorf, der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wird, als höchste Konsolidierungsstufe einbezogen. Der Konzernabschluss wird sowohl für den kleinsten als auch für den größten Kreis von Unternehmen aufgestellt. Der Konzernabschluss des Mutterunternehmens wird der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Nitrochemie Aschau GmbH wird der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister unter der Registernummer HRB 10968 (Amtsgericht Traunstein) übermittelt. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über den Zeitraum der voraussichtlichen Nutzung abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen 3 bis 10 Jahre. Das Wahlrecht der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht ausgeübt. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Bewertungsmaßstäbe), vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei dauerhaften Wertminderungen vorgenommen. Bei Abschreibungsbeginn ab 2010 wird das Anlagevermögen planmäßig nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt für Sachanlagen 2 bis 25 Jahre. Betriebs- und Geschäftsausstattung unter 250 EUR wird direkt aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 und 800 EUR werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben. Im Anlagengitter sind diese unter Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen. Die Herstellungskosten für selbsterstellte Anlagen enthalten neben den direkt zurechenbaren Lohn- und Materialkosten auch angemessene Gemeinkostenzuschläge. Die Beteiligung an der Werk Aschau Lagerverwaltungsgesellschaft mbH ist zu Anschaffungskosten bilanziert. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Dieser ermittelt sich aus dem niedrigeren Nettoveräußerungspreis bzw. den Wiederbeschaffungskosten, dem angewandten Reichweitenverfahren und der Abwertung bei Unbrauchbarkeit. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren sind Bestandsrisiken, die sich aus der Dauer der Lagerhaltung, einer geminderten Verwertbarkeit oder gesunkenen Wiederbeschaffungs- bzw. Verkaufspreisen ergeben, durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. In die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse und der unfertigen Leistungen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten, durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen und produktionsbezogene Kosten des sozialen Bereichs sowie im Rahmen der Produktion verursachte Verwaltungskosten einbezogen. Die Bewertung erfolgt auf Grundlage des Verbrauchsfolgeverfahrens "First In - First Out". Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Das allgemeine Kreditrisiko ist, sofern notwendig, durch angemessene Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Zweifelhafte Forderungen werden ggf. einzelwertberichtigt. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem Barwert angesetzt. Finanzielle Mittel werden zu Nominalwerten bilanziert; kurzfristige Fremdwährungsbestände werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die bestehenden Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitverpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Berechnungen gebildet. Effekte aus Zinsänderungen bei den Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitverpflichtungen werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Erhaltene Anzahlungen werden passivisch ausgewiesen. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Währungsforderungen bzw. Währungsverbindlichkeiten bei Laufzeiten bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Begrenzung von Währungsrisiken eingesetzt. Bei negativen Marktwerten werden Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Hieraus resultieren im Berichtsjahr Rückstellungen für drohende Verluste von 220 TEUR (Vorjahr 233 TEUR). Für die Ermittlung der Marktwerte der Fremdwährungsderivate werden die am Bilanzstichtag geltenden Terminkurse herangezogen. Bewertungseinheiten werden nicht gebildet. Das Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steuern wird nicht in Anspruch genommen. Umsatzerlöse werden bei Gefahrenübergang erfasst. Erträge und Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Erforderlichenfalls werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen. AnhangErläuterungen zur Bilanz Immaterielle Vermögensgegenstände Unter den immateriellen Vermögensgegenständen sind Lizenzen, Patente und EDV-Software ausgewiesen. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen beinhaltet im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die von der Gesellschaft genutzten Grundstücke und Gebäude sind von der Rheinmetall Waffe Munition GmbH (Gesellschafter) angemietet. Finanzanlagen
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit 25.793 TEUR (Vorjahr 20.427 TEUR) die Rheinmetall AG und resultieren mit 16.748 TEUR (Vorjahr 17.041 TEUR) aus dem Konzern-Cash- Pooling und dem Erstattungsanspruch aus der umsatzsteuerlichen Organschaft über 1.545 TEUR (Vorjahr 1.915 TEUR). Weitere 5.295 TEUR (Vorjahr 1.471 TEUR) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Rheinmetall Waffe Munition GmbH, 1.592 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) gegenüber Rheinmetall Expal Munitions S.A.U, 343 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) gegenüber Rheinmetall Denel Munition (Pty) Ltd. und 270 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) gegenüber die Nitrochemie Wimmis AG. Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten enthält mit 105 TEUR (Vorjahr 88 TEUR) im Wesentlichen bereits belastete Kosten für Versicherungen und sonstige Abgaben und Gebühren. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt unverändert 7.700 TEUR.
Andere Gewinnrücklagen Die in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 gebildeten Gewinnrücklagen über insgesamt 11,3 MioEUR bleiben weiterhin bestehen. Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsrückstellungen enthalten Verpflichtungen aus laufenden Renten und Anwartschaften. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem versicherungsmathematischen Verfahren der projizierten Einmalbeitragsmethode. Für die Berechnung sind folgende Annahmen getroffen:
Bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen wird seit dem Jahr 2016 anstelle des 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes der 10-Jahres-Durchschnittszinssatz verwendet. Der entsprechende zur Ausschüttung gesperrte Betrag beläuft sich auf 613 TEUR. Das Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB wird in Anspruch genommen und Pensionsrückstellungen werden pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Auf Grundlage tariflicher Regelung in der Chemischen Industrie sowie aus den Entgeltumwandlungen der Arbeitnehmer besteht Ende 2023 für einen Demografiefonds ein Wertguthaben sowie analog eine Verpflichtung mit Anschaffungskosten und einem beizulegenden Zeitwert bzw. einem Erfüllungswert von 928 TEUR. Der Verpflichtungswert ist mit dem saldierungsfähigen Vermögen verrechnet. Aufwand und Ertrag belaufen sich im Berichtsjahr auf 79 TEUR (darin sind aus freiwilliger Entgeltumwandlung der Mitarbeiter/innen 85 TEUR enthalten). Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen, u. a. für Personalaufwendungen, ausstehende Rechnungen und Gewährleistungen ab. Für schwebende Geschäfte aus Liefer- und Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr bestehen zum Jahresende Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von 556 TEUR (Vorjahr 158 TEUR). Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen Die Jubiläumsrückstellung in Höhe von 1.956 TEUR (Vorjahr 1.869 TEUR) berechnet sich im Berichtsjahr gemäß nachstehender Parameter:
Seit dem Geschäftsjahr 2015 werden bei den Dienstjubiläen für 25, 35, 40 und 45 Jahre zusätzlich 1 Tag Sonderurlaub berücksichtigt. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen Die Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 2.935 TEUR (Vorjahr 2.959 TEUR) sind gemäß nachstehender Parameter berechnet:
Das Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB wird in Anspruch genommen und die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Verbindlichkeitenspiegel
Es bestehen Eigentumsvorbehalte der Lieferanten im Rahmen des Lieferverkehrs. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Rheinmetall Air Defence AG mit 176 TEUR (Vorjahr 61 TEUR) und betreffen Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen, weitere 49 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) betreffen die Rheinmetall AG und 24 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) bestehen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit der Rheinmetall IT Solutions GmbH.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Die Verpflichtungen aus Miet-, Liefer-, Leasing- und sonstigen Verträgen mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren belaufen sich auf 20,4 MioEUR. Davon entfallen auf einen Mietvertrag ohne festgelegte Laufzeit mit der Gesellschafterin Rheinmetall Waffe Munition GmbH 18,9 MioEUR. Für diesen Mietvertrag werden im Geschäftsjahr 2023 Zahlungen in Höhe von voraussichtlich 3,8 MioEUR zu leisten sein. Dieser Vertrag ist mit einer Frist von 5 Jahren kündbar, wird jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit auf lange Zeit fortbestehen. Das Bestellobligo des Anlagevermögens beträgt 4,7 MioEUR. Des Weiteren bestehen Konzerndienstleistungsverträge ohne festgelegte Laufzeit insbesondere mit dem verbundenen Unternehmen Rheinmetall AG, für die im Geschäftsjahr 2024 Zahlungen in Höhe von voraussichtlich 4,0 MioEUR zu leisten sein werden. Diese Verträge sind zwar kurzfristig kündbar, werden jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit auf lange Zeit fortbestehen. Die Höhe der zu erwartenden Belastungen orientiert sich an den Vorjahren mit möglichen Preisanpassungen. Derivative Finanzinstrumente Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente wird nach der Spot-Rate-Methode ermittelt. Die Finanzinstrumente sind mit Buchwert 0 bilanziert. Für Devisentermingeschäfte mit negativem Marktwert wurde eine Drohverlustrückstellung gebildet.
Latente Steuern Zwischen den handels- und den steuerrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden bestehen Differenzen, die sich in der Zukunft voraussichtlich ausgleichen und zu einer Steuerentlastung führen werden. Die wesentlichen Bewertungsdifferenzen zwischen Steuer- und Handelsbilanz betreffen die Pensionsrückstellungen in Höhe von 26,7 MioEUR (Vorjahr 28,2 MioEUR), die übrigen langfristigen Rückstellungen mit 2,0 MioEUR (Vorjahr 2,0 MioEUR) und die sonstigen Rückstellungen mit 0,9 MioEUR (Vorjahr 0,5 MioEUR). Weitere Latenzen bestehen insbesondere beim Anlagevermögen in Höhe von 1,6 MioEUR (Vorjahr 1,8 MioEUR). Vom handelsrechtlichen Aktivierungswahlrecht für die sich per saldo ergebenden aktiven latenten Steuern wird kein Gebrauch gemacht. Der Steuersatz beträgt 26,33 %. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2023 betragen insgesamt 144,5 MioEUR. Umsatz nach geografisch bestimmten Märkten MioEUR
Umsatz nach Tätigkeitsbereichen MioEUR
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten als wesentliche periodenfremde Erträge die Auflösung von Rückstellungen 1.295 TEUR. Die Währungsgewinne betragen 2.086 TEUR. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die wesentlichen Posten des sonstigen betrieblichen Aufwandes betreffen die Immobilienmiete, Versicherungsprämien, Vertriebskosten, Instandhaltungen, Dienstleistungen, Zuführungen zu sonstigen Rückstellungen und Verwaltungskosten. Währungsverluste sind in Höhe von 792 TEUR (Vorjahr 1.815 TEUR), größtenteils verursacht mit 398 TEUR durch die Bewertung der Devisenkonten, angefallen. Abzinsung von Rückstellungen Erträge aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen sind im Berichtsjahr nicht angefallen. Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Sonstige Angaben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt 2023 waren beschäftigt:
Zum 31. Dezember 2023 bestehen 19 Ausbildungsverhältnisse. Auszubildende und Dauerabwesende werden in die Berechnung nicht einbezogen. Verwendung des Jahresergebnisses Im Geschäftsjahr 2023 wurden aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 insgesamt 2.500 TEUR an die Gesellschafter ausgeschüttet. Der Gesellschafterversammlung wird folgende Verwendung des Jahresergebnisses des Geschäftsjahres 2023 vorgeschlagen:
Ausschüttungssperre Bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen wurde anstelle des 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes (1,75 %) der 10-Jahres-Durchschnittszinssatz (1,83 %) verwendet. Aufgrund dessen besteht gemäß § 253 Abs. 6 HGB dem Grunde nach ein zur Ausschüttung gesperrter Betrag von 613 TEUR. Trotz dieser Ausschüttungssperre wird wegen den vorhandenen Gewinnrücklagen von TEUR 11.300 eine Vollausschüttung vorgenommen. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschlussstichtag eingetreten sind, sind nicht vorhanden. Gesellschafterausschuss und Geschäftsführung Gemäß der Geschäftsordnung der Nitrochemie Aschau GmbH wurde ein Gesellschafterausschuss eingesetzt. Die Mitglieder des Gesellschafterausschusses erhielten auch im Jahr 2023 keine Vergütung. Der Gesellschafterausschuss setzt sich wie folgt zusammen:
Die Geschäftsführung der NITROCHEMIE ASCHAU GMBH setzt sich wie folgt zusammen:
Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung werden gemäß § 286 Absatz 4 HGB nicht angegeben. Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen betragen im Geschäftsjahr 114 TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven und früheren Mitgliedern der Geschäftsführung sowie deren Hinterbliebenen sind 1935 TEUR bzw. 133 TEUR zurückgestellt. Honorare des Abschlussprüfers Das Honorar für die Abschlussprüfung beträgt 54 TEUR. Weitere Leistungen seitens des Abschlussprüfers erfolgten im Geschäftsjahr nicht. Pillar 2 Der Bundesrat hat am 15. Dezember 2023 dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen (MinStG) i.d.F. der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages (Drucksache 20/9190) zugestimmt. Das Gesetz tritt am 31. Dezember 2023 mit Wirkung für alle nach diesem Stichtag folgenden Geschäftsjahre in Kraft. Gemäß dieser Gesetzgebung muss die Muttergesellschaft in Deutschland eine zusätzliche Steuer auf die Gewinne ihrer Tochtergesellschaften zahlen, die mit einem effektiven Steuersatz von weniger als 15 Prozent besteuert werden. Nach einer Berechnung ausgehend vom Country-by-Country-Reporting für den Rheinmetall-Konzern liegen in Jahr 2023 alle Konzernunternehmen in Ländern mit effektiven Steuersätzen von über 15 Prozent, mit Ausnahme von Brasilien, Tschechien, Norwegen und Südafrika. Der Konzern ist derzeit dabei, eine Einschätzung hinsichtlich der Auswirkungen der Gesetzgebung nach Inkrafttreten der Gesetzgebung zu treffen. Hinsichtlich des Geschäftsjahres 2023 hätten etwa 6 Prozent der jährlichen Gewinne der Gruppe der Mindeststeuer unterliegen können, da diese effektiv einem Steuersatz von unter 15 Prozent unterlegen haben. Diese Angaben beruhen auf den Gewinnen und dem Steueraufwand, der im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses der Gruppe ermittelt wurden. Möglicherweise müsste der Konzern in Bezug auf diese Jurisdiktionen dennoch keine Mindeststeuer abführen, wäre die Gesetzgebung schon in 2023 in Kraft gewesen, da im Rahmen der Ermittlung der Mindeststeuer komplexen Anpassungen der notwendigen Kalkulation nach den Regelungen der OECD, zu einem erheblich anderen Ergebnis führen könnten. Aufgrund der Komplexität der Anwendung der Gesetzgebung sind die quantitativen Auswirkungen der beschlossenen oder in Kraft getretenen Gesetzgebung noch nicht zuverlässig abschätzbar. Selbst für Tochtergesellschaften mit einem Effektivsteuersatz von über 15% könnten sich daher steuerliche Auswirkungen durch die Gesetzgebung ergeben.
Aschau, den 27. Februar 2024 NITROCHEMIE ASCHAU GMBH Geschäftsführung Pascal Schreyer-Elting Christoph Kettner BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Nitrochemie Aschau GmbH, Aschau am Inn Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Nitrochemie Aschau GmbH, Aschau am Inn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Nitrochemie Aschau GmbH, Aschau am Inn, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Den Lageberichtsabschnitt "Nichtfinanzielle Aspekte der Geschäftstätigkeit" haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Lageberichtsabschnitt "Nichtfinanzielle Aspekte der Geschäftstätigkeit". Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 27. Februar 2024 Deloitte
GmbH
Franz Klinger, Wirtschaftsprüfer Marco Farrenkopf, Wirtschaftsprüfer Auszug aus dem Protokoll der Gesellschafterversammlung der Nitrochemie Aschau GmbH, Aschau, vom 27. Mai 2024Die Gesellschafter der Nitrochemie Aschau GmbH, Aschau, fassen folgende Beschlüsse: Tagesordnungspunkt 2 Beschlussfassung über die Gewinnverwendung Herr Gansauge stellt den Vorschlag der Geschäftsführung über die Gewinnverwendung vor.
Für die Richtigkeit: Vorsitzender: Nuggis Gansauge Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde mit Gesellschafterbeschluss vom 27. Mai 2024 festgestellt. |
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