Minerva Kulturreisen GmbHLiquidiert

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dresden HRB 3259
Eingetragen
8.1.1992
Branche
ReiseveranstalterErbringung sonstiger reisebezogener Dienstleistungen a. n. g.Erbringung von Reservierungsdienstleistungen für Theater-, Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen
Gegenstand
Veranstaltung und Vermittlung von Reisen, speziell Kulturreisen sowie Vermittlung von Kulturangeboten.

Historie

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Management

NameRolle
Regine Schumann
seit 4.3.2005
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

37.500 DM
75.00%
12.500 DM
25.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Minerva Kulturreisen GmbH

Dresden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2008 bis zum 31.12.2008

Bilanz

Aktiva

31.12.2008
EUR
31.12.2007
EUR
A. Anlagevermögen 65.135,00 167.751,00
I. Sachanlagen 65.135,00 89.871,00
II. Finanzanlagen 0,00 77.880,00
B. Umlaufvermögen 312.290,49 370.454,44
I. Vorräte 105.691,69 110.881,04
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 29.693,31 31.912,47
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 176.905,49 227.660,93
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.265,46 5.390,49
D. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 160.196,51 0,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 540.887,46 543.595,93

Passiva

31.12.2008
EUR
31.12.2007
EUR
A. Eigenkapital 0,00 3.737,95
I. gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto/ Kapitalanteile 25.564,59 25.564,59
II. Verlustvortrag 21.826,64 12.108,09
III. Jahresfehlbetrag 163.934,46 9.718,55
IV. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 160.196,51 0,00
B. Rückstellungen 361.357,00 363.630,09
C. Verbindlichkeiten 179.530,46 176.227,89
Bilanzsumme, Summe Passiva 540.887,46 543.595,93

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet.

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft (§ 267 Abs. 1 HGB) und macht von den größenabhängigen Erleichterungen Gebrauch (§ 274a HGB, § 288 HGB, § 326 HGB).

Angaben zur Bilanz / Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, angesetzt.

Vorräte sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten oder gegebenenfalls mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr bestanden am Abschlussstichtag in Höhe von 17,5 TEUR (VJ 15,0 TEUR).

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt worden.

Die Umrechnung von etwaigen Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgte bei Forderungen mit dem Briefkurs am Entstehungstag bzw. mit dem niedrigeren Kurs am Abschlussstichtag sowie bei den Verbindlichkeiten mit dem Geldkurs am Entstehungstag bzw. mit dem höheren Kurs am Abschlussstichtag.

Feststellungen zum Jahresfehlbetrag

Zum 31. Dezember 2008 wird ein Jahresfehlbetrag iHv. EUR -163.934,46 ausgewiesen. Es besteht hierdurch ein Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag iHv. EUR 160.196,51. Damit ist bilanzielle Überschuldung eingetreten.

Gem. § 15a Abs. 1 InsO haben die Mitglieder des Vertretungsorgans einer juristische Person, die zahlungsunfähig oder überschuldet ist, ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, einen Insolvenzantrag zu stellen. Gem. § 19 Abs. 2 InsO liegt Überschuldung vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich.

Zahlungsunfähigkeit

Zahlungsunfähigkeit gem. § 17 InsO liegt vor, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

Die Gesellschaft hat die Zahlungen zum 31. Dezember 2008 nicht eingestellt. Es wurde per 31. Dezember 2008 ein Finanzstatus aufgestellt. Per 31. Dezember 2008 stehen liquiden Mitteln iHv. EUR 176.905,49 fällige Verbindlichkeiten iHv. EUR 115.370,54 gegenüber. Bei den Verbindlichkeiten wurde ein Drei-Wochen-Zeitraum nach dem 31. Dezember 2008 als sofort fällig unterstellt. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses haben sich an der Liquiditätslage keine Änderungen ergeben. Die fälligen Verbindlichkeiten sind durch liquide Mittel vollumfänglich gedeckt.

Zahlungsunfähigkeit ist damit nicht gegeben.

Überschuldung

Hierbei ist zunächst zu unterscheiden, dass Überschuldung nach § 19 Abs. 2 InsO begrifflich nicht der bilanziellen Überschuldung gleich zu setzen ist. Der Begriff der Überschuldung gem. § 19 Abs. 2 InsO verlangt die Aufstellung eines gesonderten Überschuldungsstatus. Die bilanzielle Überschuldung hat lediglich Indizcharakter für die tatsächliche Überschuldung.

Gem. § 19 Abs. 2 InsO in der Fassung des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes kann von der Aufstellung des Überschuldungsstatus abgesehen werden, wenn eine positive Fortführungsprognose besteht. D.h., bei Belegung der positiven Fortführung des Unternehmens besteht keine Überschuldung i.S.v. § 19 Abs. 2 InsO.

Anzumerken ist, dass bei Aufstellung eines Überschuldungsstatus die derzeit gebuchte Rückstellung für Umsatzsteuer iHv. EUR 253.600,00 nur zu 10% iHv. EUR 25.360,00 auszuweisen wäre.

Diese Rückstellung besteht auf Grund der Umsatzsteuer-Sonderprüfung für die Jahre 1993 bis 1998 hinsichtlich der Umsatzbesteuerung von Opernkarten. Hierüber wurde mit der Finanzverwaltung keine Einigung erzielt, sodass in 2003 Klage beim Finanzgericht Leipzig eingereicht wurde.

Der Klage wurde durch das Finanzgericht Leipzig nicht stattgegeben. Zwischenzeitlich wurde durch Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof die Revision zugelassen und durch die Gesellschaft eingelegt. Der Bundesfinanzhof ist noch zu keiner Entscheidung gelangt.

In der Begründung zur Zulassung der Revision von Seiten des Bundesfinanzhofes erfolgte eine bisherige Aufteilung der Kosten zu Lasten des Finanzamts mit 90% und zu Lasten der Gesellschaft mit 10%. Diese Aufteilung ist als Wahrscheinlichkeit dahingehend zu verstehen, in welchen Größenordnungen mit der Inanspruchnahme der Rückstellung (hier lediglich 10%) gerechnet werden muss.

Die Finanzverwaltung ist dieser Ansicht gefolgt und hat mit Verfügung vom 21. August 2009 90% der gesamten Steuerschuld gem. § 361 AO bis zum Abschluss des Verfahrens vor dem BFH ausgesetzt.

Im Überschuldungsstatus ergäbe sich somit ein positives Eigenkapital iHv. EUR 68.043,49.

Fortführungsprognose

Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2008 die Auswirkungen der Finanzmarktkrise in vollen Zügen zu tragen. Dies zeigt der starke Umsatzrückgang iHv. rund 47% im Geschäftsjahr 2008. Die korrespondierende Anpassung der betriebsgewöhnlichen Aufwendungen (Löhne, Einkäufe Karten, sonstige Fixkosten) konnte dabei nicht phasengleich realisiert werden.

Insbesondere bei den Einkaufspreisen der Karten ließen sich fast keine Einsparmöglichkeiten erkennen. Hier half nur die Umstellung des Angebotsspektrums der kulturellen Veranstaltungen. Auch die Anpassung der Löhne und Gehälter und der sonstigen Fixkosten konnte nur nachgelagert vollzogen werden.

Zum Berichtsdatum lassen die aktuellen Zahlen für das bisherige Geschäftsjahr 2009 eine eindeutige Trendwende erkennen. Zwar sind die Umsatzzahlen noch nicht auf das frühere Niveau angestiegen, jedoch wird in der Auswertung per August 2009 bereits ein Umsatz in Höhe des Umsatzes des aktuellen Berichtsjahres ausgewiesen. Für das Jahr 2009 wird vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet.

Nach Branchenvorhersagen wird sich die wirtschaftliche Lage im Bereich Tourismus in den kommenden Jahren wieder langsam erholen. Gemeinsam mit den vorgenommenen Kosteneinsparungen erwartet die Gesellschaft, dass der Verlust des Jahres 2008 in den kommenden fünf Jahren ausgeglichen werden kann.

Angabe von Haftungsverhältnissen

Die am Abschlussstichtag bestehenden Haftungsverhältnisse beliefen sich auf TEUR 17,6 (VJ TEUR 0,0).

Angaben über Mitglieder der Unternehmensorgane
Familienname Vorname Funktion Vertretungsbefugnis
Schumann Regine Geschäftsführerin Alleinvertretungsbefugnis

Pesterwitz, 14.10.2009

 

Regine Schumann, Geschäftsführerin

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