B. Metzler GmbH
Untermainanlage 1, 60329 Frankfurt am Main, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Isabella Kriegsmann seit 11.5.2026 | Prokura |
Marco Zeidler seit 23.10.2025 | Prokura |
Claudius Thiell seit 23.10.2025 | Prokura |
Jens Hausmann seit 5.2.2021 | Prokura |
Fatih Ünal seit 17.2.2020 | Prokura |
Kim Florian Comperl seit 19.6.2018 | Geschäftsführer |
Hans Günter Wolf seit 23.11.2012 | Geschäftsführer |
Christiane Stäcker seit 9.8.2004 | Prokura |
Lucie Gabor seit 9.8.2004 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
B. Metzler seel. Sohn & Co. AktiengesellschaftFrankfurt am MainKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Zusammengefasster Lagebericht 2022GRUNDLAGEN DES KONZERNS I. GESCHÄFTSSTRUKTUR UND GESCHÄFTSFELDER Die unter der Dachgesellschaft B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft (Bankhaus Metzler) firmierende Unternehmensgruppe ist ein Bank- und Finanzdienstleistungskonzern mit Geschäftsschwerpunkt im Wertpapierdienstleistungsgeschäft. Das Bankhaus Metzler ist die älteste deutsche Privatbank in ununterbrochenem Alleinbesitz der Gründerfamilie von Metzler. Dieses hält als Konzernmutter Beteiligungen an Kapitalverwaltungsgesellschaften, Finanzdienstleistungsgesellschaften, Wertpapierinstituten und nicht versicherungsförmigen Pensionsfonds, Beratungsgesellschaften und vermögensverwaltenden Gesellschaften. Unser Hauptsitz befindet sich in Frankfurt am Main. Im Inland sind wir mit Geschäftsstellen in Hamburg, Düsseldorf, München und Stuttgart vertreten. Im Ausland bestehen Standorte in den USA und in Japan sowie eine Repräsentanz in China. Im Jahr 2021 hat die Metzler-Gruppe ihre gesellschaftsrechtliche Struktur neu geordnet und deutlich verschlankt. Der wesentliche Punkt war die Verschmelzung des bisherigen Mutterunternehmens B. Metzler seel. Sohn & Co. Holding Aktiengesellschaft (Metzler Holding) auf das Bankhaus Metzler als zentrales Unternehmen der Gruppe. Diese Änderungen hatten keinerlei Einfluss auf die bestehende Aktionärsstruktur; sämtliche Aktien des Bankhauses befinden sich wie zuvor zu 100 % im Familienbesitz. Die individuellen Kapitalmarktdienstleistungen für Institutionen und anspruchsvolle Privatkunden erstrecken sich im Bankhaus auf die Geschäftsfelder Capital Markets und Private Banking sowie im Konzern zusätzlich auf die Geschäftsfelder Asset Management und Corporate Finance.
Im Geschäftsfeld Asset Management betreuen wir institutionelle Kunden bei ihren Kapitalanlagen und bieten maßgeschneiderte Lösungen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung. Im Geschäftsfeld Capital Markets betreuen wir unsere institutionellen Kunden in allen Fragen rund um Aktien-, Renten-, Geld- und Devisenmarktgeschäfte. Im Geschäftsfeld Corporate Finance beraten wir Unternehmen und deren Eigentümer beim Verkauf und Kauf von Unternehmen sowie Unternehmensbeteiligungen (M&A). Das Geschäftsfeld Private Banking umfasst die Vermögensverwaltung sowie die Strukturierung und das Controlling für große Vermögen von Unternehmern oder Unternehmerfamilien, Stiftungen und Privatpersonen. II. ZIELE UND STRATEGIEN Oberstes Unternehmensziel ist, die Unabhängigkeit durch den langfristigen Geschäftserfolg zu bewahren. Wir setzen dabei auf Wachstum aus eigener Kraft in Verbindung mit einer Stärkung der Kapitalbasis durch die Legung von stillen Reserven. Unabhängigkeit, Unternehmergeist und Menschlichkeit - in diesen Werten spiegelt sich die spezifische Unternehmenskultur von Metzler wider. Sie sind die Richtschnur für unser Denken und Handeln im Rahmen der Unternehmensstrategie.
WIRTSCHAFTSBERICHT I. RAHMENBEDINGUNGEN 1 Krieg in der Ukraine, Energiekrise in Europa, ein weltweiter Inflationsschock, wiederkehrende Lockdown-Maßnahmen in China und steigende Leitzinsen - all das prägte die Konjunktur im Jahr 2022. Nachdem sich die Situation rund um Covid-19 am Jahresanfang zu beruhigen schien, erfolgte im Februar 2022 der russische Angriff auf die Ukraine. In der Folge verdunkelte sich der weltwirtschaftliche Ausblick: Während der Internationale Währungsfonds am Anfang des Jahres ein Weltwirtschaftswachstum für 2022 in Höhe von 4,4 % prognostizierte, wurde diese Schätzung auf 3,2 % revidiert. Anders verhielt es sich bei der Preisentwicklung: Die Inflationsraten erreichten im Laufe des Jahres vielerorts neue Höchststände. Darauf reagierten (fast) alle Notenbanken mit einer restriktiveren Geldpolitik. Der EZB-Leitzins stieg von 0,0 % auf 2,5 % und der US-Leitzins 0,25 % auf 4,5 %. Erste kleinere Erfolge stellten sich im Sommer ein, als die US-Inflation langsam zu sinken begann. In der Eurozone lagen die Preiszuwächse hingegen zunächst weiter im zweistelligen Bereich. Am Aktienmarkt sorgten die konjunkturellen und geldpolitischen Entwicklungen im zurückliegenden Jahr für starke Verunsicherung. Der MSCI World verlor auf Jahressicht 12,8 % in EUR. Besonders stark fielen US-amerikanische Aktien (-19,5 %; MSCI USA in lokaler Währung) aufgrund der hohen Indexgewichtung zinssensitiver Wachstumswerte. In Deutschland machten sich hingegen die Energiekrise und die damit verbundenen Rezessionsrisiken bemerkbar. Der MSCI-Germany büßte auf Jahressicht -16,5 % an Wert ein. Dank der hohen Gewichtung an Firmen aus dem Energie- sowie Gesundheitssektor (zusammen ca. 28 %) schnitt der MSCI United Kingdom in lokaler Währung hingegen mit einem Plus von 7,2 % deutlich besser ab. Dies hat auch dazu beigetragen, dass der Index MSCI Europe, in dem das Vereinigte Königreich mit knapp 24 % enthalten ist, geringere Kursverluste erlitt als viele andere Aktienmärkte (-11,9% in EUR). Im Jahr 2022 führte die aggressive Reaktion der Notenbanken auf die galoppierende Inflation zu einem heftigen Anstieg der Renditen am Anleihemarkt. Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg von -0,2 % zu Jahresanfang auf 2,6 % zum Jahresende, während die Rendite laufzeitgleicher US-Staatsanleihen von 1,5 % auf 3,9 % zulegte. Im Bereich der Unternehmensanleihen kam es darüber hinaus zu einem deutlichen Anstieg der Kreditrisikoprämien. Im Ergebnis fielen die Kurse von Anleihen im Jahr 2022 so stark wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.
1 Datenquelle: Zeitreihen von Bloomberg,
Datastream
Am Devisenmarkt wertete der US-Dollar spürbar auf. Zeitweise lag das Wechselkursverhältnis EUR/USD sogar unter der Parität. Mit den Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Hoffnung, dass dem Euroraum eine schwere Rezession erspart bleibt, konnte der Euro jedoch im letzten Quartal 2022 wieder etwas zulegen. Auf das gesamte Jahr gesehen büßte der Euro gegenüber dem Greenback laut EZB-Statistik dennoch 6,2 % an Wert ein. Auch im Vergleich zum Schweizer Franken war der Euro auf Jahressicht weniger gefragt (-5,1 %). Gegenüber dem von politischen Risiken geprägten britischen Pfund konnte der Euro hingegen seit Jahresanfang 2022 um 5,4 % an Wert zulegen. Die Aufwertung des Euro gegenüber dem Yen um 7,7 % ist primär auf die expansive Geldpolitik in Japan zurückzuführen, die erst gegen Jahresende leicht modifiziert wurde. Die Entwicklung im deutschen Bankenumfeld war geprägt vom starken Anstieg der Inflation und der damit einhergehenden Trendwende bei den Zinsen. Mit der Anhebung der Zinssätze durch die EZB wuchs das Zinsergebnis der Banken im Jahr 2022 spürbar. Angesichts der hohen Volatilität an den Märkten gerieten jedoch insbesondere die kapitalmarktnahen Segmente unter Druck. So verzeichnete das Investmentbanking vieler Banken ein schwaches Jahr, getragen von einem stark rückläufigen Emissionsgeschäft und einer geringen M&A-Aktivität. Basierend auf den weniger ereignisgetriebenen Erlösströmen zeigte das Privatkundengeschäft eine moderate Ergebnisentwicklung, wenngleich auch hier Einbußen durch die volatilen Kapitalmärkte und eine nachlassende Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten hingenommen werden mussten. Die Kostenseite war bei den Banken nach wie vor von lediglich moderaten Steigerungen charakterisiert. Zudem bewegte sich die Kreditrisikovorsorge weitgehend auf einem relativ niedrigen Niveau, was nicht zuletzt auf die verbesserte Asset-Qualität im gesamten Sektor zurückzuführen ist. Die Kapitalausstattung des Gesamtsektors lag auf einem hohen Niveau über dem historischen Durchschnitt. II. ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTSFELDER Das Jahr 2022 war sprichwörtlich ein "annus horribilis" für die Kapitalmärkte: Der Ausbruch des Ukraine-Krieges mit seinen massiven Auswirkungen auf Energiepreise und insbesondere auf die Energieversorgung in Europa sowie die in der Folge einsetzenden Reaktionen der Geld- und Fiskalpolitik haben zu einem simultanen Einbruch an den Renten- und Aktienmärkten geführt, der zumindest in diesem Ausmaß als historisch einzustufen ist. Angesichts dieser besonderen Herausforderungen verzeichneten wir einen insgesamt erfreulichen Geschäftsverlauf. Während das Zinsergebnis unsere Erwartungen zu Jahresbeginn sehr deutlich übertraf, blieb das Provisionsergebnis leicht hinter unseren Erwartungen zurück. Sowohl die Personal- als auch die Sachkosten fielen jeweils moderat höher aus als geplant. Bei den Personalkosten war dies neben den laufenden Gehaltserhöhungen auch auf Einmaleffekte zurückzuführen. Der Anstieg der Sachkosten beruht auf erneut deutlich gestiegenen Kosten für Informationsdienste sowie auf zusätzlichen aufwandswirksamen Investitionen in unsere Standorte. Dabei ergibt sich für die einzelnen Geschäftsfelder folgendes Bild: Im Geschäftsfeld Asset Management reduzierten sich die Total Assets von 80 Mrd. EUR im Vorjahr auf 69 Mrd. EUR zum Jahresende 2022. Dieser Rückgang ist weit überwiegend auf die sehr schwachen Kapitalmärkte und die damit verbundenen Volumenrückgänge aus der Performance zurückzuführen. Bei den Spezialfonds verzeichneten wir Nettomittelabflüsse, insbesondere aufgrund größerer Abflüsse im Rahmen der Administration. Publikumsfonds konnten hingegen leichte Nettomittelzuflüsse erzielen. In Summe verringerten sich die Assets under Management im Jahresverlauf von 53 Mrd. EUR auf 46 Mrd. EUR, mit entsprechendem negativem Effekt auf die Erlöse. Metzler Pension Management agiert als zentraler Lösungsanbieter des Konzerns im Bereich betrieblicher Versorgungsmodelle und entwickelt seit über 20 Jahren maßgeschneiderte Lösungen in den Tätigkeitsfeldern betriebliche Altersversorgung, Zeitwertkonten und Altersteilzeit. Die Metzler Pensionsfonds AG sowie die beiden Contractual Trust-Arrangements (CTAs) Metzler Trust e. V. und Metzler Treuhand e. V. betreuten zum Bilanzstichtag fast 300 Unternehmen mit über 100.000 Versorgungsverhältnissen. Hieraus resultierten insgesamt Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern von über 11 Mrd. EUR (Vorjahr: 12 Mrd. EUR). Im Jahr 2021 hatten wir unser Dienstleistungsspektrum mit der Zulassung des Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG (MSPF) durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) um einen weiteren wichtigen Baustein erweitert. Gemeinsam mit den Sozialpartnern etablierte der MSPF im abgelaufenen Geschäftsjahr nun erfolgreich das erste in Deutschland zugelassene Sozialpartnermodell, das zudem für weitere Unternehmen zur Verfügung steht. In unserem nordamerikanischen Immobiliengeschäft betreuen wir unsere Kunden aus den Standorten Seattle und Atlanta heraus in allen Segmenten der Wertschöpfungskette: Akquisition, Asset-Management und Verkauf von Gewerbeimmobilien sowie Wohnimmobilien. Nach einem vielversprechenden Jahresende 2021 haben sich die meisten institutionellen Anleger im Jahr 2022 aufgrund der ausgesprochen unsicheren Rahmenbedingungen bewusst gegen weiteres Wachstum zugunsten einer vorsichtigen Strategie entschieden und geplante Investitionen verschoben. Dennoch konnten wir im Jahr 2022 einige ausgewählte Transaktionen sehr erfolgreich durchführen. In Deutschland unterstützen unsere Immobilienspezialisten im Real Estate Advisory ihre Kunden bei der Entwicklung von Investmentstrategien, der Manager- und Fondsselektion sowie dem Management von Immobilienfondsbeteiligungen. Im Geschäftsfeld Capital Markets des Bankhauses war im abgelaufenen Berichtsjahr der Zuspruch für Dividendentitel in einem herausfordernden Marktumfeld ungebrochen hoch. Entsprechend entwickelte sich das Geschäft im klassischen Aktienbrokerage sehr erfreulich. Die Provisionserlöse wurden erneut deutlich gesteigert - zum einen durch die erhöhte Aktivität bestehender Kunden, zum anderen durch neugewonnene Kunden im In- und Ausland. Hierbei beschleunigte sich das Neukundenwachstum nochmals im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Bereich Research konnte die Kundenbasis im Jahr 2022 weiter ausbauen. Der ungebrochene Bedarf unserer institutionellen Kunden an qualitativ hochwertigen Finanzanalysen ist Anker vieler unserer Kundenbeziehungen. Weiter steigende Ergebnisbeiträge ergaben sich zudem aus der anhaltend hohen Nachfrage vieler kleiner und mittelgroßer Aktiengesellschaften nach unternehmensfinanziertem Research. Sowohl im Equity Research als auch erstmals im Fixed Income Research waren wir mit umfangreichen Analysen emissionsbegleitend tätig, unter anderem für den erfolgreichen Börsengang der Porsche AG. Neben den messbaren Erfolgen für unser Geschäft spiegeln sich unsere hohen Analysestandards auch in externen Branchenvergleichen wider. Im abgelaufenen Jahr belegten erneut mehrere unserer Analysten Spitzenpositionen in Deutschland. Die Abteilung Corporate Solutions befindet sich weiterhin im Aufbau. Trotz eines sehr schwierigen Kapitalmarktumfelds konnte die Abteilung einen Aktienrückkauf sowie zwei Kapitalerhöhungen begleiten. In Kooperation mit der Credit Agricole CIB begleitete sie den Börsengang der Porsche AG. Zudem hat die Abteilung Corporate Solutions für das Unternehmen Katjes Greenfood die erste Anleiheemission durchgeführt. Metzler fungierte hier als Joint Lead Manager. Damit stellten wir die Weichen für weitere Debt Capital Market Deals und folgen konsequent unserer Wachstumsstrategie im Primärmarktgeschäft. Aufgrund der außergewöhnlich turbulenten Entwicklung an den Rentenmärkten zeigten sich unsere institutionellen Kunden über das Jahr erwartungsgemäß risikoavers und konzentrierten sich in ihrer Kapitalanlage vor allem auf kürzere Durationen. Trotz dieses herausfordernden Umfelds konnten wir das Geschäftsergebnis auf einem soliden Niveau leicht unter dem Vorjahr festigen und unsere Neukundenbasis deutlich ausbauen. Unser Currency Management verzeichnete in diesem Jahr einen weiteren Meilenstein: In Zusammenarbeit mit Metzler Asset Management (Japan) haben wir das erste Währungsabsicherungsmandat für einen großen japanischen Pensionsfonds gewonnen. Die Erschließung ausländischer Märkte ist Teil der Wachstumsstrategie des Bereichs. Besonders positiv fiel auch die Performance der aktiven FX-Overlay-Strategien in den Bestandsmandaten aus. Hier ermöglichten wir den Kunden, an der Aufwertung des US-Dollars teilzuhaben. Auch die auf Rendite ausgelegte Strategie "FX Protected Carry" konnte das Jahr positiv abschließen und sich so von der mehrheitlich negativen Performance vergleichbarer Strategien sowie des Gesamtmarkts abheben. Insgesamt sorgten die gestiegenen Provisionsergebnisse trotz rückläufiger Assetpreisbewertungen für ein deutlich über Vorjahr liegendes Ergebnis. Einen maßgeblichen Beitrag zum Gesamtergebnis leistete auch dieses Jahr unser Devisenhandel, der neben der Betreuung international agierender Corporate-Kunden auch flexible Collateral-Lösungen für institutionelle Investoren ermöglichte und einen exzellenten Zugang zum Devisenmarkt gewährleisten konnte. Im Geschäftsfeld Corporate Finance verlief das Geschäftsjahr 2022 sehr erfolgreich und wir konnten wiederum eine hohe Anzahl von Transaktionen in verschiedenen Sektoren als exklusiver M&A-Berater erfolgreich abschließen. Dabei waren wir hauptsächlich für Familiengesellschaften, Finanzinvestoren und internationale Konzerne sowohl auf der Verkaufs- als auch auf der Kaufseite tätig. In diesem Zusammenhang sind exemplarisch folgende Transaktionen zu nennen: Im Jahresverlauf haben wir die Gesellschafter der Norderland-Gruppe beim Verkauf ihres Onshore-Windparkportfolios an die enercity AG exklusiv beraten. Mit einer Leistung von 365 Megawatt handelt es sich dabei um eine der bisher größten Onshore-Windparktransaktionen in Deutschland. Die enercity AG hat mit dem Kauf ihre Windanlagenleistung mehr als verdoppelt und ist damit zu einem der führenden Akteure im deutschen Windmarkt aufgestiegen. Für die von Findos Investor GmbH beratenen Fonds haben wir 100 % der Anteile der Rhenoflex GmbH an die börsennotierte Coats Group plc. aus Großbritannien verkauft. Die Rhenoflox GmbH ist eines der führenden Unternehmen für nachhaltige Verstärkungslösungen im Schuh- und Lifestylebereich. Für die Coats Gruppe ergibt sich durch den Zusammenschluss die strategische Chance, eine globale Plattform für Schuhverstärkungslösungen aufzubauen. Auf der Kaufseite haben wir Daikin Industries Ltd. mit Sitz in Japan bei der Übernahme der italienischen Duplomatic MS S.p.A. beraten. Daikin Industries ist ein weltweit führender Hersteller von Wärmepumpen, Lüftungs- und Klimatisierungssystemen und setzt mit dieser Transaktion die globale Expansion seiner Geschäftseinheit Ölhydraulikpumpen fort. Duplomatic ist ein global agierender Hersteller von Hydrauliksystemen und -komponenten. Im Rahmen der Wachstumsfinanzierungserie D hat Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) eine Beteiligung an der Sunfire GmbH erworben und zusätzlich eine Abnahmevereinbarung für Elektrolyseure mit dem Unternehmen vereinbart. Wir haben CIP bei dieser Transaktion exklusiv beraten. Die Fondsgesellschaft CIP zählt zu den global größten Infrastrukturinvestoren für erneuerbare Energien. Sunfire ist ein weltweit führendes Elektrolyse-Unternehmen. Wir sehen einen sehr aktiven M&A-Markt, da viele Unternehmen aufgrund geänderter Rahmenbedingungen ihr Geschäftsportfolio überdenken oder Nachfolgelösungen für ihr Unternehmen anstreben. Daraus ergibt sich weiterhin ein erheblicher Bedarf an hochwertiger M&A-Beratungsdienstleistung. Von diesem Trend profitieren wir - wobei Kunden unsere langjährige M&A-Erfahrung, Zugänge und Kenntnisse von interessanten Investoren, Prozessexpertise sowie Vertraulichkeit besonders schätzen. Im Geschäftsfeld Private Banking des Bankhauses zeichneten wir uns auch im Jahr 2022 aus durch Nähe zu unseren Kunden, Unabhängigkeit im Denken und Handeln sowie ein Höchstmaß an Integrität. Die Kundeninteressen standen weiterhin uneingeschränkt im Mittelpunkt: Metzler Private Banking war nach wie vor keinen externen Anteilseignern verpflichtet und verzichtete auch im vergangenen Jahr auf die Platzierung eigener Produkte. Aufgrund der vielen langjährigen Mitarbeiter konnte abermals eine hohe Kontinuität in der Betreuung unserer Kunden sichergestellt werden. Durch die dauerhafte Zusammenarbeit ließ sich die enge Partnerschaft zwischen Kunde und Betreuer weiter ausbauen. Zudem konnte im vergangenen Jahr für den Geschäftsbereich Private Banking qualifiziertes Personal hinzugewonnen werden. Die Personalfluktuation blieb dabei gering. Im zurückliegenden Geschäftsjahr ließen die Beeinträchtigungen durch das Coronavirus im Arbeitsalltag allmählich nach und sinkende Infektionszahlen ermöglichten eine Rückkehr zur Präsenzkultur. Unter Beibehaltung von Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten kehrten die Mitarbeitenden wieder vorwiegend in die Räumlichkeiten der Bank zurück. Die Kundenkommunikation erfolgte ebenfalls wieder bevorzugt über den von vielen sehr geschätzten persönlichen Austausch. Aber auch bewährte digitale Formate (Video- und Telefonkonferenzen sowie Podcasts) wurden weiterhin nachgefragt und genutzt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden wieder mehr Veranstaltungen mit kulturellem oder fachlichem Schwerpunkt in Präsenz durchgeführt. Thematisch standen bei letzteren vor allem der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, die Inflation sowie die Zinswende im Vordergrund. Außerdem führten wir einen intensiven Diskurs mit unseren Kunden über politische Entwicklungen, gestiegene Rezessionsrisiken und die erhöhte Volatilität am Kapitalmarkt. Die Kurse an den meisten internationalen Aktien- und Anleihemärkte entwickelten sich im vergangenen Jahr unter starken Schwankungen rückläufig. In der Vermögensverwaltung von Metzler Private Banking pflegen wir seit jeher einen aktiven Managementansatz. Im vergangenen Jahr profitierten unsere Kunden auf der Aktienseite relativ zum weltweiten Markt von einem geringeren Investitionsgrad (zugunsten von Liquidität) sowie einer defensiveren Branchenausrichtung als im Vorjahr. Auf der Anleiheseite trug die kurze Duration dazu bei, Verluste stark zu begrenzen. Anders als bei passiven Investmentprodukten, die schlicht Indizes nachbilden, konnten wir jederzeit frei und flexibel entscheiden, in welche Vermögensgegenstände wir im Kundeninteresse investieren wollen - und in welche nicht. Im Mittelpunkt stand dabei stets die vereinbarte Anlagestrategie, um die Ziele des Kunden zu erreichen und Vermögenswerte langfristig zu erhalten und zu vermehren. Dabei konzentrierten wir uns bewusst auf die Anlageklassen Aktien, Anleihen und Liquidität, weil diese transparent, kostengünstig und sehr liquide sind. Wir investierten nicht in Finanzprodukte mit undurchsichtigen Strukturen. Alle Anlageentscheidungen basierten auf einem strukturierten und systematischen Investmentprozess, der transparent und nachvollziehbar ist. Die Zuflüsse an Kundengeldern entwickelten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv und entsprachen den Erwartungen. III. ERTRAGSLAGE
Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2022 wird wesentlich vom Bankhaus bestimmt und war besonders durch folgende Aspekte geprägt: Das Zinsergebnis aus Zinserträgen, Zinsaufwendungen und laufenden Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen betrug im Konzern im Berichtsjahr 15 Mio. EUR nach 9 Mio. EUR im Vorjahr. Dabei entwickelten sich sowohl die Erlöse aus Mittelanlagen und -aufnahmen als auch die laufenden Erträge sehr positiv. Insgesamt lag das Zinsergebnis damit deutlich über unseren Annahmen zu Jahresbeginn. Das Provisionsergebnis des Konzerns lag im Jahr 2022 mit 194 Mio. EUR geringfügig über dem Niveau des Vorjahres (193 Mio. EUR) und blieb damit leicht unter unseren Erwartungen. Während die transaktionsbezogenen Provisionserlöse deutlich stiegen, lagen die Provisionserlöse aus der Vermögensverwaltung deutlich unter Vorjahr. Der Nettoertrag des Handelsbestandes entfällt vollständig auf das Bankhaus und hat weiterhin planmäßig nur einen absolut untergeordneten Einfluss auf das Gesamtergebnis. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen lagen auf Konzernebene mit 192 Mio. EUR knapp 6 % über dem Niveau des Vorjahres von 182 Mio. EUR. Die Personalaufwendungen erhöhten sich dabei im Zuge der allgemeinen Gehaltssteigerungen von 123 Mio. EUR auf 127 Mio. EUR. Die anderen Verwaltungsaufwendungen lagen mit 65 Mio. EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 59 Mio. EUR. Dies beruht im Wesentlichen auf erneut deutlich gestiegenen Kosten für Informationsdienste sowie auf Einmaleffekten aufgrund hoher ergebniswirksamer Investitionen in unsere Standorte. Im Saldo der Risikovorsorge sind das Ergebnis aus den Wertpapierbeständen der Liquiditätsreserve und des Kreditgeschäftes sowie die Veränderungen der versteuerten Reserven nach §§ 340f und 340g HGB auszuweisen. Der Saldo betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -1 Mio. EUR nach rund -15 Mio. EUR im Vorjahr und resultiert nahezu vollständig aus dem Bankhaus. Darin enthalten ist eine Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 10 Mio. EUR, die auf Konzernebene erfolgt ist. Im Rahmen unserer bewusst konservativen Bewertungsmaßstäbe nutzten wir weiterhin konsequent die branchenspezifischen Regelungen, Reserven zu bilden und beizubehalten. Das Beteiligungsergebnis in Höhe von 0 Mio. EUR (Vorjahr: 9 Mio. EUR) beinhaltete im Vorjahr im Wesentlichen den Erlös aus der Veräußerung der Metzler Ireland Ltd. Der Konzernjahresüberschuss beträgt seit vielen Jahren unverändert 2,3 Mio. EUR und dient zur Ausschüttung einer seit Jahrzehnten unveränderten Dividende an die Aktionäre des Bankhauses. Das Ergebnis des Bankhauses in Höhe von 1 Mio. EUR (Vorjahr: 8 Mio. EUR) ist zusätzlich geprägt durch den Saldo der Ergebnisübernahme in Höhe von -10 Mio. EUR (Vorjahr: 4 Mio. EUR). Neben Umstrukturierungen im Konzernportfolio, die einen Wegfall von Ergebnisabführungsverträgen zur Folge hatten, spiegeln sich hier insbesondere die hohen ergebniswirksamen Investitionen in unsere Standorte wider. IV. FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Die Bilanzsumme und das Geschäftsvolumen betrugen im Konzern jeweils 8,3 Mrd. EUR nach 8,8 Mrd. EUR im Vorjahr sowie im Bankhaus jeweils 3,1 Mrd. EUR nach 2,5 Mrd. EUR im Vorjahr. Die Konzernbilanz wird mit Ausnahme der Treuhandposition vom Bankhaus bestimmt. In den Forderungen an Kreditinstitute werden verzinsliche Mittelanlagen bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von knapp 2,0 Mrd. EUR ausgewiesen (Vorjahr: keine). Die Treuhandposition enthält fast ausschließlich im Konzern verwaltete Pensionsfondsmandate, die zu Marktwerten bewertet sind und sich entsprechend im Jahr 2022 deutlich reduziert haben. Der Quotient aus Nettogewinn und Bilanzsumme beträgt sowohl im Konzern als auch im Bankhaus 0 %. Das Gesamtkreditvolumen lag mit jeweils 3,3 Mrd. EUR zum 31. Dezember 2022 etwas über dem Niveau des Vorjahres (2,8 Mrd. EUR im Konzern und Bankhaus). Den größten Posten bilden hochliquide Wertpapierbestände erster Bonität sowie Guthaben und Mittelanlagen bei der Deutschen Bundesbank. Das Kreditgeschäft insgesamt ist überwiegend kurzfristiger Natur. Unsere seit Jahren sehr defensiv formulierten Anlagekriterien waren auch im Jahr 2022 der Maßstab für unsere Mittelanlagen. Die Guthaben bei Zentralnotenbanken von 25 Mio. EUR (Vorjahr: 685 Mio. EUR) werden vom Bankhaus ausschließlich als tägliche fällige Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Andere Guthaben bei der Deutschen Bundesbank sind nach § 12 RechKredV im Posten "Forderungen an Kreditinstitute" auszuweisen. Im Konzern lagen die Forderungen an Kreditinstitute mit 2.063 Mio. EUR erheblich über dem Niveau des Vorjahres von 648 Mio. EUR. Sie enthalten verzinsliche Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von 1.958 Mio. EUR (Vorjahr: keine), die im Rahmen des Asset-Liability- Management vom Bankhaus unterhalten werden. Die Forderungen an Kunden betrugen 249 Mio. EUR nach 109 Mio. EUR im Vorjahr. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere verringerten sich im Rahmen unseres Asset-Liability-Managements deutlich von 752 Mio. EUR im Vorjahr auf 460 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022. Sie resultierten ausschließlich aus dem Bankhaus und waren überwiegend beleihbar bei der Deutschen Bundesbank. Die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere lagen mit 135 Mio. EUR geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres und entfielen nahezu vollständig auf das Bankhaus. Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve und des Anlagevermögens werden zum strengen Niederstwert bewertet, sofern nicht Spezialvorschriften zur Bewertung zu berücksichtigen sind. Finanzinstrumente des Handelsbestandes werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlages bewertet. Die Treuhandposition betrug im Berichtsjahr 5.257 Mio. EUR nach 6.294 Mio. EUR im Vorjahr. Sie besteht nur im Konzern und enthält fast ausschließlich das aus dem Pensionsfondsgeschäft resultierende Vermögen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie die entsprechenden Pensionsfondstechnischen Rückstellungen, die zu Marktwerten zu bewerten sind und entsprechend marktbedingten Schwankungen unterliegen. Im Konzern lagen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit 82 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 17 Mio. EUR; die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen stichtagsbedingt deutlich um rund 22 % auf 2.622 Mio. EUR. Beide Positionen entfallen nahezu vollständig auf das Bankhaus. Neben den Mittelanlagen unserer Privatkunden ist das Bankhaus Metzler Verwahrstelle für Spezial- und Publikumsfonds der Metzler-Gruppe, die in größerem Umfang Liquidität bei der Depotbank vorhalten. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken stieg im Konzern auf 80 Mio. EUR nach 70 Mio. EUR im Vorjahr (Bankhaus jeweils 50 Mio. EUR). Der darin enthaltene Sonderposten nach § 340e Absatz 4 HGB von 2 Mio. EUR übersteigt die aktuelle Anforderung. Das ausgewiesene Eigenkapital des Konzerns betrug wie im Vorjahr rund 198 Mio. EUR. Insgesamt lagen die in der Konzernbilanz offen ausgewiesenen Eigenmittelbestandteile damit bei 278 Mio. EUR (Vorjahr: 268 Mio. EUR). Darüber hinaus verfügen wir über erhebliche stille versteuerte Vorsorgereserven nach § 340f HGB. Auf die Zurechnung dieser Reserven zum aufsichtsrechtlichen Eigenkapital wird weiterhin vollständig verzichtet. Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel der Metzler-Institutsgruppe übersteigen die Mindestanforderungen weiter deutlich. Zum Meldestichtag 31. Dezember 2022 betrugen die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel der Gruppe insgesamt 259 Mio. EUR (Vorjahr: 263 Mio. EUR), sie bestehen ausschließlich aus hartem Kernkapital. Die entsprechenden aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen gemäß der europäischen Capital Requirements Regulation (CRR) betrugen 77 Mio. EUR (Vorjahr: 84 Mio. EUR). Mit einer Kernkapitalquote von über 20 % sehen wir uns für bestehende und künftige aufsichtsrechtliche Anforderungen damit weiterhin gut gerüstet. Unsere Liquiditätslage ist aufgrund unseres Geschäftsmodells - bei dem das Volumen der Aktivpositionen determiniert wird von der Höhe der Kundeneinlagen der Passivseite - jederzeit sehr komfortabel. Wir verfügen über einen sehr hohen Bestand an kurzfristigen Mitteln, die wir im Rahmen unserer konservativen Liquiditätssteuerung investieren. V. LEISTUNGSINDIKATOREN Metzler setzt auf Wachstum aus eigener Kraft. Die Eigentümerstruktur ermöglicht eine Bilanzpolitik, die geprägt ist durch konservative Bewertungsmaßstäbe, die Stärkung der Eigenkapitalbasis und die Legung von stillen Reserven. Unbeschadet einer stetigen Gewinnausschüttung in Höhe von zurzeit 2,3 Mio. EUR an die Eigentümer, bleibt der Vermögenszuwachs aus Kapital und Reserven damit im Unternehmen. Erklärtes Ziel ist das Wachstum aus eigener Kraft in Verbindung mit einer Stärkung der Kapitalbasis durch die Steigerung der stillen Reserven. Wachstumstreiber ist insbesondere der Volumenanstieg der verwalteten Vermögen der Geschäftsfelder. Aus diesem soll ein positives operatives Ergebnis über der Zielausschüttung resultieren. Innerhalb des Strategie- und Planungsprozesses werden die eher qualitativen Strategieformulierungen in einen quantitativen Rahmen für die Steuerung überführt. Dazu werden die kurzfristigen operativen und mittelfristigen Ziele in konkrete Planungsbudgets umgesetzt und fortlaufend überwacht. Inhaltlich werden dabei auch die Erfordernisse und Konsequenzen aus dem Aufbau des Personals, aus technischen Entwicklungen oder aus Qualifizierungen berücksichtigt. Weiterhin fließen Einflussfaktoren der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und des Kapitalmarktes in die Überlegungen ein. Das Metzler-Personalmanagement unterstützt dies im Rahmen einer zielorientierten Personalstrategie. Ziel der Personalarbeit ist es, den wirtschaftlichen Erfolg durch Einsatz geeigneter Personalinstrumente zu sichern sowie heute und in Zukunft qualifiziertes und zur Hochleistung bereites Personal für das Unternehmen zu gewinnen und langfristig zu halten. Kennzahlen in Bezug auf personelle Risiken werden quartalsweise ausgewertet und der Geschäftsleitung berichtet. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG Im Zuge der Umsetzung des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen legte der Aufsichtsrat der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft in seiner Sitzung vom 3. März 2022 turnusgemäß für die nächsten fünf Jahre eine Zielgröße von 11,1 % für den Aufsichtsrat und 16,7 % für den Vorstand der Gesellschaft fest (bisher jeweils null). Für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsleitung bestand bisher eine Zielquote von 11,1 % bzw. 30,0 %. Die erreichte Quote betrug im 1. Quartal 2022 10,0 % bzw. 28,0 %. Auf dieser Basis hat der Vorstand festgesetzt, die Zielquoten für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsleitung auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Sämtliche Quoten sollen spätestens am 30. Juni 2027 erreicht werden. NICHTFINANZIELLER BERICHT Der zusammengefasste nichtfinanzielle Bericht nach §§ 340a, 315b - 315c HGB i. V. m. § 289b HGB ist auf der Homepage der Metzler-Gruppe abrufbar unter www.metzler.com/nachhaltigkeitsbericht. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Im Risikobericht finden sich Angaben zum Risikomanagementsystem, zu einzelnen Risiken, zur Risikokultur und zur Risikolage des Konzerns. Unter Berücksichtigung der von uns prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist die Berichterstattung über die wesentlichen Chancen und Risiken in die nachfolgende Darstellung zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns und des Bankhauses integriert. I. RISIKOBERICHT Die Geschäftstätigkeiten des Metzler-Konzerns und damit auch des Bankhauses sind geprägt durch das hohe Risikobewusstsein der Familienaktionäre und der Geschäftsleitung: Das klassische Kreditgeschäft hat eine untergeordnete Bedeutung; ein aktiver Eigenhandel wird nur eingeschränkt betrieben. Der Risikoappetit leitet sich unmittelbar aus den übergeordneten Unternehmenszielen ab, die in unserer Geschäftsstrategie verankert sind. Demnach sind die Geschäftsaktivitäten und -prozesse unter Risikoaspekten derart zu gestalten, dass die Unabhängigkeit und Reputation des Metzler-Konzerns gewahrt bleiben. Die Risikostrategie ist aus der übergeordneten Geschäftsstrategie und ihren Detaillierungen in den einzelnen Geschäftsfeldern abgeleitet. Dort werden über die Beschreibung der Geschäftstätigkeit und der aktuellen Marktpositionierung hinaus auch die Ziele, Entwicklungspotenziale und die dazu notwendigen Ressourcen benannt. Daraus werden in einem weiteren Schritt qualitative Risikoaussagen abgeleitet und diese in einem Quantifizierungsprozess zusammengeführt. Das konzernweite Risikomanagement verfolgt das Ziel, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und in den Gesamtbanksteuerungsprozess einzubinden. Wir bedienen uns dabei eines breiten Instrumentariums von Risikogrundsätzen, Organisationsstrukturen und Prozessen zur Risikomessung und -überwachung. Wir setzen Verfahren und Instrumente ein, die unseren quantitativen Steuerungsverfahren gleichwertige qualitative Risikosteuerungsprozesse an die Seite stellen. Ein zentraler Leitfaden steht dazu in einem Risikohandbuch zur Verfügung, das laufend aktualisiert wird. Mit dem Risikohandbuch wird auch die Einhaltung eines konzernweiten Standards für die qualitative und quantitative Steuerung aller Risiken sichergestellt. Der Risikomanagement- und -controllingprozess ist gekennzeichnet durch eine Dreiteilung in eine strategische und operative Ebene sowie eine Controlling-Ebene: Die Geschäftsleitung definiert die Gesamtstrategie und die auf die Einzelbereiche ausgerichteten Teilstrategien und bestimmt deren quantitative und qualitative Bewertungskriterien. Das operative Risikomanagement ist verantwortlich dafür, die Schritte zur Begrenzung der Risiken umzusetzen. Im Risikocontrolling werden Instrumente und Verfahren entwickelt und eingesetzt, die der Überwachung und Messung der Teilrisiken dienen. Die dezentralen Risikomanager und die zentralen Risikocontroller tauschen sich laufend über potenzielle Schwachstellen und Ausnutzungsgrade der Risikolimite aus. Die Konzernrevision ist ein neutrales Überwachungsorgan im Kontrollsystem des Konzerns. Sie überwacht und beurteilt in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit der eingesetzten Verfahren und Instrumente über alle Dimensionen des Risikomanagement- und -controllingprozesses. Der Prozess der Risikosteuerung wird durch mehrere Fachgremien unterstützt. Im Treasury-Committee, Operational-Risk-Committee sowie im Kreditausschuss werden jeweils die Beobachtungen aus den laufenden Steuerungsprozessen aufgegriffen und bereichsübergreifend diskutiert. Bei Bedarf lassen sich direkt Gegenmaßnahmen einleiten. In den Fachgremien sind neben den Verantwortlichen der Fachbereiche auch Teile der Geschäftsleitung vertreten. Das Risikoreporting ist integraler Bestandteil unserer Berichterstattung an Geschäftsleitung und Aufsichtsrat. Der Risikoreport im engeren Sinn ist in die Risikosegmente Marktrisiken, Adressenausfallrisiken, operationelle Risiken, Geschäftsrisiken sowie Liquiditätsrisiken gegliedert. Die Informationsweitergabe stützt sich auf mehrere Dialoganwendungen und zusätzlich auf Standardberichte oder Sonderauswertungen für die Adressaten in der Geschäftsleitung und im Aufsichtsrat. Über die Dialoganwendung haben die Risikoverantwortlichen direkten Zugriff auf detaillierte Informationen und Risikobewertungen, die ihren Verantwortungsbereich betreffen. Alle Dialoginformationen stehen täglich aktualisiert zur Verfügung, die Standardberichte an die Geschäftsleitung im monatlichen Turnus. Der Aufsichtsrat erhält einen Bericht mit gleichem Umfang und Inhalt wie die Geschäftsleitung. Das Bankhaus nimmt die Ausnahmeregelung für die Erfüllung von Eigenkapitalanforderungen gemäß § 2a Abs. 1 KWG i. V. m. Art. 7 Abs. 3 CRR (sogenannter "Parent-Waiver") in Anspruch. Diese wurde mit Bescheid vom 14. April 2022 durch die BaFin genehmigt. Weiterhin wurde die Bank auf Einzelbasis nach § 2a Abs. 2 KWG für das Management von Risiken mit Ausnahme des Liquiditätsrisikos von den Anforderungen des § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 1, 2 und 3 Buchstabe b und c KWG bezüglich der Risikocontrolling-Funktion freigestellt. Dadurch werden die regulatorischen Vorgaben mit dem primären Steuerungskreis des Metzler-Konzerns harmonisiert und die Risikosteuerung des Bankhauses als Einzelinstitut geht in der Risikosteuerung des Metzler-Konzerns auf. Die nachfolgend dargestellten Kennzahlen beziehen sich daher - sofern nicht anders angegeben - auf die Konzernebene. Für die weiteren regulierten Gesellschaften des Konzerns haben wir eigene Risikotragfähigkeits- und -steuerungskonzepte verabschiedet. Maßgeblich bleibt dabei aber stets das umfassende Steuerungserfordernis aus der Sicht des Gesamtkonzerns. Die Steuerungsprozesse umfassen die Risikosegmente Marktrisiko (einschließlich Marktliquiditäts- und Zinsänderungsrisiko), Adressenausfallrisiko, operationelles Risiko, allgemeines Geschäftsrisiko und Liquiditätsrisiko. Immobilienrisiken wurden im Rahmen der Risikoinventur als nicht wesentlich eingestuft. Die potenziellen Risiken aus Beteiligungen sind in die Steuerung unseres Marktrisikos und der Adressenausfallrisiken integriert. Die Immobilien werden überwiegend eigengenutzt. Im Rahmen der Risikoinventur wird über alle Risikoarten hinweg überprüft, ob ESG-Risikofaktoren vorliegen, die einen erheblichen Einfluss auf die Wesentlichkeit der jeweiligen Risikoarten haben. Entsprechende ESG-Risikofaktoren wurden nicht identifiziert. Der Konzern und das Bankhaus richten die ICAAP-Steuerung (ICAAP steht für Internal Capital Adequacy Assessment Process) an den Anforderungen des Supervisory Review and Evaluation Process (kurz: SREP) aus. Diesem Gedanken folgend, wird zwischen der "Normativen Perspektive" und der "Ökonomischen Perspektive" unterschieden. Beide Perspektiven bilden gemeinschaftlich die Grundlage für den ICAAP. Die Grundlagen zur Ermittlung des ökonomischen Kapitals (Risikokapital) sowie die Verfahren zur Steuerungs- und Zuordnungsmethodik für die Geschäftsfelder und Risikosegmente werden in einem Risikotragfähigkeitskonzept beschrieben. Innerhalb der ökonomischen ICAAP-Perspektive werden die Risiken durchgängig mit Value-at-Risk-Ansätzen und auf einem Konfidenzniveau von 99,9 % quantifiziert. Annahmen zu segmentübergreifenden Korrelationen finden dabei keine Berücksichtigung. Das Risikodeckungspotenzial in der ökonomischen Perspektive besteht aus dem regulatorischen Kapital sowie zusätzlich aus versteuerten stillen Reserven. Im Einklang mit dem Risikoappetit werden nur Teile des gesamten Risikodeckungspotenzials als Risikodeckungsmasse allokiert. Die Allokation dieser quantitativen Steuerungsgröße für die einzelnen Risikosegmente wird jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Die Risikotragfähigkeit war im Berichtsjahr auf Grundlage der monatlichen Überwachungszyklen jederzeit gegeben. Im Jahresverlauf lag die Auslastung des Risikokapitallimits auf Konzernebene zwischen 44 % und 55 %, zum Bilanzstichtag betrug die Gesamtauslastung 53 % (Vorjahr: 52 %). Das Marktrisiko umfasst alle Risiken, die aus der kurzfristigen Veränderung von Währungen, Kursen, Volatilitäten und Zinssätzen entstehen. Das schließt die allgemeinen und spezifischen Risiken sowie Marktliquiditätsrisiken ein. Die Marktrisiken ermitteln und steuern wir in der ökonomischen ICAAP-Perspektive über das Value-at-Risk-Verfahren der historischen Simulation. Der ICAAP-Value-at-Risk (ICAAP-VaR) basiert auf einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einer Haltedauer von einem Jahr. Die Grundlage für den ICAAP-VaR bilden eintägige Barwertveränderungen über einen Zeitraum von zwei Jahren, aus denen mittels statistischer Verfahren eine einjährige Barwertverteilung erzeugt wird. Die tägliche Steuerung und Limitierung der Marktrisiko-relevanten Portfolios erfolgt über den sogenannten operativen Value-at-Risk (VaR). Dieser basiert auf einem Konfidenzniveau von 99 % und einer Haltedauer von zehn Tagen. Zur Berechnung des operativen VaR wird ebenfalls eine historische Simulation eingesetzt. Dabei dienen über den Zeitraum von einem Jahr ermittelte 10-tägige Barwertveränderungen als Basis. Die Analyse unserer Marktrisikopositionen wird ergänzt durch Stresstests, um die Auswirkungen von extremen Marktvolatilitäten auf die Werte unserer Portfolios einschätzen zu können. Die Qualität unserer Value-at-Risk-Berechnungen validieren wir über ein regelmäßiges Backtesting. Das Marktrisiko war zum Berichtsstichtag mit einem ICAAP-VaR-Limit von 75 Mio. EUR (Vorjahr: 65 Mio. EUR) auf Konzernebene dotiert; die Auslastung lag am Stichtag bei 39 % (Vorjahr: 53 %). Zur Risikokapitalauslastung trug das Marktrisiko auf Konzernebene 28 % bei (Vorjahr: 33 %). Die übergeordnete Steuerung der Marktrisiken sowie die strategische Disposition der Liquiditätsreserve erfolgt durch das Treasury-Committee. Dessen Entscheidungen werden direkt über die operative Risikosteuerung umgesetzt. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinn ist das Risiko, anstehenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr uneingeschränkt und fristgerecht nachkommen zu können. Es wird monatlich vom Risikocontrolling eine Liquiditätsablaufbilanz (LAB) erstellt. Mittels LAB lässt sich die Entwicklung des Liquiditätsdeckungsüberschusses in 21 Laufzeitbändern ermitteln. Dabei wird in einem Basis- und einem Stressszenario die Entwicklung des Wertpapierbestands und des Dispositionsdepots als Komponenten des Liquiditätsdeckungsüberschusses betrachtet. Die beiden Szenarien umfassen in erster Linie Annahmen über die Abflüsse der Kundengelder sowie die Abschläge aus der Veräußerung der Aktivpositionen. Die vertraglichen Cashflows und Bestandsveränderungen aller für das Liquiditätsrisiko wesentlicher bilanzieller und außerbilanzieller Positionen finden dabei Berücksichtigung. Der Liquiditätsdeckungsüberschuss muss in allen Laufzeitbändern und Szenarien positiv sein. Als Überlebenshorizont gemäß MaRisk BT 3.1 Tz. 8 ist der Zeitraum vom Berichtsstichtag (Monatsultimo) bis zur Mitte des Laufzeitbands definiert, in dem der Liquiditätsdeckungsüberschuss erstmalig negativ wird. Im Einklang mit dem Geschäftsmodell des Hauses ist das Ziel, einen über den Betrachtungszeitraum hinausgehenden Überlebenshorizont sicherzustellen. Das Refinanzierungsrisiko wurde als unwesentlich eingestuft, da die "Refinanzierungsmitter des Metzler-Konzerns im Wesentlichen auf Einlagen von institutionellen und privaten Kunden aus der Vermögensverwaltung entfallen. Das Volumen der Aktivpositionen wird damit dominiert von Herkunft und Höhe der Kundeneinlagen der Passivseite (Aktiv-Engpass-Steuerung). Im Rahmen der primären Geschäftsaktivitäten wird aktivisch folglich kein Neugeschäft geplant, aus welchem ein zukünftiger Refinanzierungsbedarf entstehen könnte. Vielmehr hängt die aktivische Anlage in Wertpapieren von der Entwicklung der Einlagen auf der Passivseite ab. Refinanzierungskosten und Überlegungen zum Refinanzierungsrisiko sind daher von untergeordneter Bedeutung. Die Notwendigkeit zur Steuerung eines komplexen Refinanzierungsmixes ist insgesamt nicht gegeben. Unter dem Zinsänderungsrisiko verstehen wir die Gefahr, dass sich Marktzinsänderungen negativ auf die Ertragslage auswirken. Die Quantifizierung dieses Risikos ist in die Value-at-Risk-Verfahren integriert. Darüber hinaus werden die barwertigen Cashflows aller zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen des Anlagebuches verschiedenen Zinsschockszenarien unterzogen. Bei diesen Szenarien wird auch die Entwicklung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß des BaFin-Rundschreibens 06/2019 (BA) überwacht. Aufgrund der aus der Bilanzstruktur bereits ersichtlichen hohen Liquiditätsposition sowie unter Berücksichtigung der überwiegend kurzen Zinsbindungsfristen auf der Passivseite und einer konsequent umgesetzten Zinssicherungsstrategie durch Zinsswaps auf der Aktivseite sehen wir in der aktuellen Marktsituation für unser Haus keine erhöhten Risiken. Das Adressenausfallrisiko beschreibt die Gefahr, dass Forderungen oder andere schuldrechtliche Instrumente ausfallen könnten. Es umfasst das Kreditausfallrisiko, das Erfüllungsrisiko, das Migrationsrisiko und das Kontrahentenausfallrisiko. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung des klassischen Kreditgeschäftes resultieren Adressenausfallrisiken im Konzern und im Bankhaus primär aus bilanzunwirksamen Handelsgeschäften mit ausgewählten Kunden und Anlagen in der Liquiditätsreserve. Die Handelsgeschäfte werden grundsätzlich durch kongruente Gegengeschäfte im Interbankenmarkt glattgestellt. Adressenausfallrisiken werden sowohl auf der Kunden- als auch auf der Seite des Metzler-Konzerns begrenzt durch differenzierte Einzellinien pro Kontrahent, Land und Produkt bzw. Produktgruppe. Die risikotragenden Handelsgeschäfte für Kontrahenten werden seit Jahren durchgängig von Risikolinien begrenzt. Neben dem aktuellen Wiedereindeckungsaufwand sind in diesem Vorgehen zukünftige Veränderungen marktrisikodarstellender VaR-Aufschläge für die gesamte Restlaufzeit der Einzelkontrakte berücksichtigt. Während Verrechnungen aufgrund bestehender Nettingvereinbarungen erfolgen, bleiben risikoreduzierende Korrelationseffekte unberücksichtigt. Das Settlementrisiko wird auf Basis des Erfüllungstages mit dem höchsten risikoadjustierten Clearingbetrag limitiert. Mit allen wesentlichen Kontrahenten wurden Collateral-Vereinbarungen abgeschlossen, um die Kreditäquivalenzbeträge/Adressenausfallrisiken auf ein Minimum zu reduzieren. Collateral-Anpassungen erfolgen grundsätzlich täglich. Die unterschiedlichen Kontrahentenlinien werden unter Berücksichtigung hoher Anforderungen an die Bonität der Kreditnehmer und der daraus abgeleiteten Kreditrisikoklasse eingeräumt und überwacht. Kreditgenehmigungen werden entsprechend der Höhe des Kreditrisikobetrages nach einer abgestuften Kompetenzordnung erteilt. Bei veränderten Risikoeinschätzungen bei Kontrahenten, Staaten, Branchen oder Märkten werden die eingeräumten Linien zeitnah überprüft und angepasst sowie - bei Bedarf - entsprechende risikoreduzierende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die Geschäftsleitung aktualisiert und bestätigt jährlich eine Kreditrisikostrategie, die dem Aufsichtsrat zur Kenntnis vorgelegt wird. Die Berücksichtigung von Sicherheiten wird durch eine Sicherheitenstrategie geregelt. Die eingerichtete Organisationsstruktur, Kompetenzen und Prozesse stellen eine strikte funktionale Trennung zwischen "Markt", "Marktfolge" (Credit-Risk-Management) und "Kreditrisikocontrolling" sicher. Ein mehrstufiges Votierungsverfahren ist installiert, das in Abhängigkeit von der Risikorelevanz der Geschäfte und der Kreditnehmer differenzierte Votierungsprozesse umfasst. Alle Kreditnehmer werden anhand des implementierten Risikoklassifizierungssystems in fünf Risikoklassen eingeteilt. Diese Einteilung wird wie die Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeiten mindestens einmal jährlich überprüft. Monatlich erhalten die Geschäftsleitung und der Aufsichtsrat ein Kreditrisikoreporting. Um die Adressenausfallrisiken zu bewerten, betrachten wir das Risiko auf Basis des Credit-VaR mit einem statistisch-verteilungsbasierten Kreditportfoliomodell. Der Credit-VaR ist der - auf Basis des Konfidenzniveaus von 99,9 % - maximal zu erwartenden Portfolioverlust. Die Quantifizierung der Adressenausfallrisiken mittels des Kreditportfoliomodells erfolgt auf Basis des Standardmodells CreditRisk+. Zusätzlich wurde dieses Modell um Migrationsrisiken erweitert und bedient sich dabei methodisch einer Monte-Carlo-Simulation. Das Adressenausfallrisiko war zum Berichtsstichtag mit einem VaR-Limit von 60 Mio. EUR (Vorjahr: 50 Mio. EUR) auf Konzernebene dotiert; die Auslastung lag zum Stichtag bei 59 % (Vorjahr: 74 %). Operationelle Risiken werden verursacht durch Mängel oder Fehler, die in Geschäftsprozessen, durch Personen, Systeme oder externe Ereignisse auftreten, sowie Rechtsrisiken. Dieses Risikosegment umfasst neben den operationellen Risiken im engeren Sinne, zu denen die Bereiche Compliance, Geldwäsche und Datenschutz zu zählen sind, auch Risiken aus Projekten und das Dienstleisterrisiko sowie die resultierenden Reputationsrisiken. Die Steuerung dieses Risikosegments stützt sich auf drei Säulen: Mithilfe einer Ereignisdatenbank werden alle Fehler und Störungen in den internen Abläufen erfasst, bewertet und aktiv gesteuert. Gegenstand dieses Instruments sind nicht nur Schadensfälle ab einer bestimmten Größenordnung, sondern grundsätzlich alle Vorfälle, die außerhalb eines erwarteten Ergebnisses oder eines definierten Prozesses liegen (Incidents). Dabei ist die Frage nach der GuV-(Schadens)-Wirkung nicht entscheidend, auch Vorgänge mit einem geringen oder positiven Ergebnis werden einbezogen. Das Verfahren ist geprägt durch eine starke Verknüpfung von dezentralen und zentralen Tätigkeiten: Während der zentrale Operational-Risk-Controller das Ereignis klassifiziert und bewertet und bei Bedarf auch bei der Initiierung von Maßnahmen unterstützt, wird der Incident dezentral bearbeitet. Mit dieser Koppelung von zentralen und dezentralen Verantwortungen wird das Risikobewusstsein gestärkt und insgesamt auf eine breite Basis gestellt. Die strukturierte Szenarioanalyse als zweite Säule ermöglicht individuelle Einschätzungen des Risiko- und Verlustpotenzials in den internen Abläufen. Die Fragetechnik verwendet eine Methodik, bei der Einschätzungen zu potenziellen Schadenswirkungen und -häufigkeiten abgefragt werden. Die Szenarioanalyse wird jährlich durchgeführt. Als drittes Instrument werden Risikoindikatoren als Frühwarnsignale eingesetzt. Sie geben Hinweise auf mögliche Schwachstellen. Ergänzt werden diese Instrumente durch das Modul "Task-Management", mit dem der Operational-Risk-Controller die Umsetzung initiierter Maßnahmen für wesentliche Ereignisse überwacht. Wir quantifizieren die operationellen Risiken mittels interner Verlustdaten und einer Szenarioanalyse. Dabei werden für verschiedene Szenarien intern erhobene Schätzungen potenzieller Verluste statistisch modelliert. Im Rahmen einer Monte-Carlo-Simulation, mittels derer die Szenarien zu einem Risikoprofil zusammengeführt werden, wird die Höhe operationeller Verluste ermittelt, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % nicht überschritten wird. Die Ergebnisse lassen einen differenzierten Einblick in die operationellen Einzelrisiken und Risikostrukturen zu und geben weitere Impulse zum Ausbau der qualitativen Verfahren zur Risikosteuerung. Das operationelle Risiko war zum Berichtsstichtag mit einem VaR-Limit von 50 Mio. EUR (Vorjahr: 45 Mio. EUR) auf Konzernebene dotiert; die Auslastung lag zum Stichtag bei 74 % (Vorjahr: 72 %). Bei der Ermittlung der Auslastungsquote wurden eventuelle schadensreduzierende Versicherungsleistungen nicht berücksichtigt. Über diese Tätigkeiten hinaus ergreifen wir zusätzliche und weitreichende Maßnahmen, um unsere operationellen Risiken zu reduzieren. Dazu gehören - mit zum Teil hohen Investitionskosten - technische und organisatorische Vorgaben wie die redundante Auslegung von Hardware und Kommunikationssystemen im IT-Bereich, der Aufbau hochwertiger Firewallsysteme zur Absicherung nach außen, komplexe Zugriffsberechtigungssysteme sowie eine Vielzahl von Überwachungs- und Kontrollprozessen. Zusätzlich setzen wir in allen wesentlichen Geschäftsbereichen eigenentwickelte Programme ein. Die Entscheidung, welche Teile selbst entwickelt werden, beruht darauf, dass bestimmte IT-Lösungen zur Unterstützung der Kernkompetenzen und deren Prozesse im Metzler-Konzern verbleiben sollen. Den zunehmenden Anforderungen an die Informationssicherheit tragen wir durch den Ausbau unseres Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) sowie durch ein IT-Sicherheitskonzept Rechnung, das auf einer gespiegelten Dual-Data-Center-Struktur an zwei Standorten basiert, an denen jeweils Storage-Area-Network-Systeme in Betrieb sind. Es bestehen Server-Farmen, Zweitwege zu Telekommunikations-Carriern und Internetprovidern sowie komplexe Sicherheitsstrukturen wie Firewalls etc. Die im Einsatz befindlichen IT-Systeme sind sowohl im Hinblick auf Angriffe von außen als auch auf Angriffe von innen sowie den Missbrauch der Systeme untersucht und dagegen abgesichert worden. Im Bereich Cybersecurity betreibt Metzler Cyber-Defense-Services zum frühzeitigen Erkennen und Analysieren von Netzwerkanomalien mit Anbindung an ein externes Cyber-Operations-Center. Die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes bei Ausfällen oder Beeinträchtigungen sind im Rahmen unseres BCM- und Notfallkonzepts beschrieben und werden durch wiederkehrende Standort- sowie Prozesskettentests verifiziert. Flankiert werden diese Maßnahmen durch komplett virtualisierte Arbeitsplatzrechner, die einen zentralisierten Sicherheitsansatz unterstützen. Ein detailliertes Datensicherungskonzept ist ebenso Bestandteil des IT-Sicherheitskonzeptes wie umfassende Verfahren für Programmfreigaben (Change-Management) und Zugriffsberechtigungen (Berechtigungsmanagement) mit einer Dokumentation der Verfahrensschritte. Unsere Verfahren für neue Produkte (inkl. neuer Märkte und Vertriebswege) und Änderungen betrieblicher Prozesse und Strukturen sind Bestandteil des Risikomanagementprozesses im Gesamtkonzern. Dabei stehen die Beurteilung der Risikoaspekte, der qualitativen und quantitativen Auswirkungen auf Risikostrategie und Allokation der Risikolimite sowie konkrete organisatorische und fallbezogene Umsetzungsvorgaben im Vordergrund. Die Ergebnisse und Verfahrensstände sind auch Bestandteil des laufenden Reportings an die Geschäftsleitung. Unter dem Begriff des Allgemeinen Geschäftsrisikos werden das Ergebnisrisiko sowie das Strategische Risiko zusammengefasst. Der Konzern steuert dieses Risikosegment über Verfahren, die im Wesentlichen durch das Financial Controlling verantwortet werden. So verwendet der Konzern in der Ergebnissteuerung ein Verfahren mit mehreren Deckungsbeitragsstufen. Das Ergebnisrisiko resultiert aus unerwarteten Erlöseinbrüchen, die sich nicht durch entsprechend reagible Kostenstrukturen kompensieren lassen. Das Strategische Risiko beschreibt negative Auswirkungen aufgrund nicht (erfolgreich) umgesetzter Maßnahmen, die zur Erreichung der Unternehmensziele formuliert wurden (Risiko der Strategieumsetzung, Risk to Strategy) oder trotz erfolgreicher Umsetzung zur Erreichung der Unternehmensziele ungeeigneter Maßnahmen aufgrund unzureichend formulierter oder konkurrierender Ziele (Risiko der Strategieverfolgung, Risk of Strategy). Mithilfe eines Monte-Carlo-Simulationsansatzes, der Erlöse und Kosten auf Geschäftsbereichsebene berücksichtigt, wird der Wert des Deckungsbeitrags gemessen, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % nicht unterschritten wird. Das im Rahmen unseres Risikotragfähigkeitskonzepts ausschließlich auf Konzernebene zur Verfügung gestellte Risikolimit von 15 Mio. EUR (Vorjahr: 40 Mio. EUR) wurde zum Bilanzstichtag zu 22 % ausgelastet (Vorjahr: 0 %). Die laufende Analyse der Risiken wird durch Stressverfahren ergänzt. Sie werden eingesetzt, um die Auswirkungen von extremen Ereignissen einzuschätzen. Es kommen risikosegmentspezifische, risikosegmentübergreifende sowie inverse Stresstests zum Einsatz. Risikosegmentspezifische Stresstests bilden Situationen ab, in denen sich die Risikofaktoren der jeweiligen Risikosegmente schockartig ändern. Auf Basis dieser gestressten Faktoren werden Verlustpotenziale berechnet. Risikosegmentübergreifende Stresstests setzen bei externen bzw. internen Risikoereignissen an und zeigen die Veränderung der einzelnen Risiken beim Eintritt der Ereignisse. Die Wirkung dieser Ereignisse ist damit nicht auf ein einzelnes Risikosegment begrenzt. Inverse Stresstests folgen einer umgekehrten Vorgehenslogik: Es werden die Ereignisse gesucht, die den Bestand des Instituts gefährden könnten, was mit einer Nichtfortführbarkeit bzw. Nichttragfähigkeit des Geschäftsmodells oder Teilen davon gleichgesetzt wird. Trotz der komfortablen Kapitalausstattung und der risikobewussten Geschäftsausrichtung sind wir uns der Grenzen unserer eigenen Modelle und Verfahren bewusst. Unvorhersehbare Risiken lassen sich niemals ganz ausschließen. Daher entwickeln wir unsere Verfahren und Modelle ständig weiter und stellen dafür nicht unerhebliche Ressourcen zur Verfügung. Einen hohen Anspruch haben wir auch an die Auswahl und Qualifikation der Mitarbeiter, von denen wir unternehmerisches Handeln verlangen und deren Qualifikation in internen und externen Weiterbildungen laufend weiterentwickelt wird. 2 II. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGEN Im Jahr 2023 dürfte sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld gegenüber dem Vorjahr weiter eintrüben. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert ein (unterdurchschnittliches) globales Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,7 %. Vor allem die stark gestiegenen Leitzinsen und der voraussichtlich negative Fiskalimpuls bremsen das Wirtschaftswachstum in den OECD-Ländern. In den USA weisen zahlreiche Frühindikatoren, etwa die inverse Zinsstrukturkurve, das geringe Verbrauchervertrauen oder der Gegenwind am Immobilienmarkt auf eine bevorstehende (moderate) Rezession hin. Der Konjunkturausblick für Europa steht und fällt mit der Entwicklung der Energiekrise. Trotz staatlicher Subventionen bleiben die Rezessionsrisiken hoch. Während sich die Lieferkettenprobleme allmählich lösen und damit die Angebotsengpässe behoben werden können, zeichnet sich nun immer stärker eine Eintrübung der globalen Nachfrage ab. Chinas Wirtschaft leidet nach Abkehr von der Null-Covid-Politik im Jahr 2023 zunächst unter den Folgen einer schweren Infektionswelle. Nach Abklingen der Fallzahlen und dank staatlicher Stützungsmaßnahmen (auch für den Immobilienmarkt) ist mit einer Erholung der Konjunktur in Fernost im weiteren Jahresverlauf zu rechnen. Die größten Risiken für die globale Wirtschaft bestehen in ungünstigen geopolitischen Entwicklungen, Preiseinbrüchen am Immobilienmarkt sowie Pleitewellen bei Unternehmen. Chancen ergeben sich hingegen bei schnell fallenden Inflationsraten, unverhofften Leitzinssenkungen und/oder einer Verhandlungslösung mit Russland im Krieg mit der Ukraine. Für den Anleihemarkt bleibt das bestimmende Thema die weitere Entwicklung der Inflation und die Reaktion der Notenbanken darauf. Unter der Annahme allmählich sinkender Preissteigerungsraten dürften die Leitzinsen in den USA zunächst noch bis auf 5 % steigen, dann aber in der zweiten Jahreshälfte dort verharren. Die Europäische Zentralbank wird ihren Leitzins voraussichtlich noch bis auf 3 % anheben. In diesem Umfeld ist es wahrscheinlich, dass die Anleiherenditen vorerst weiter nach oben zeigen. Für zehnjährige deutsche Bundesanleihen erwarten wir in der Spitze einen Renditeanstieg auf 2,5 bis 3 %. Bei ihren US-amerikanischen Pendants dürfte der Hochpunkt bei 4,5 bis 5 % liegen. Sollte der Inflationsdruck in den Industrieländern schneller nachlassen als derzeit erwartet - etwa aufgrund einer unerwartet starken Rezession -, ist in der zweiten Jahreshälfte von wieder sinkenden Renditen auszugehen. Der Zins ist auch ein Schlüsselparamater für die Ertragsperspektiven am Aktienmarkt. Unter der Prämisse, dass die Renditen nicht nennenswert sinken werden, ist kaum davon auszugehen, dass die Bewertungen am Aktienmarkt ihre vorherigen Hochpunkte schnell wieder erreichen. Zwar scheint in Europa eine leichte Bewertungsausdehnung denkbar. In den USA ist der Spielraum dafür jedoch begrenzt. Insofern hängt das Kurssteigerungspotenzial für Aktien im kommenden Jahr primär von der Gewinnentwicklung der Unternehmen ab. Letztere könnte von zwei Seiten unter Druck geraten: Zum einen ist von einer nachlassenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrage auszugehen. Zum anderen steigt der Kostendruck für die meisten Betriebe angesichts ambitionierter Lohnforderungen, höherer Preise für Energie und sonstige Inputfaktoren, sowie aufgrund der gestiegenen Zinsen. Ein Rückgang der Gewinnmargen gilt daher als wahrscheinlich. Wir rechnen mit einem Gewinnrückgang in Europa in Höhe von -5 % und in den USA von -2 %. Das Kurspotenzial für europäische Aktien liegt aufgrund der von uns unterstellten leichten Bewertungsausdehnung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für die USA sind unveränderte Kurse unseres Erachtens das wahrscheinlichste Szenario. Am Devisenmarkt dürfte der vorläufige Tiefpunkt im EUR/USD-Wechselkurs hinter uns liegen. Die Stärke des US-Dollars war im vergangenen Jahr vor allem auf die aggressivere Gangart der US-Notenbank im Vergleich zur EZB zurückzuführen. Wenn es - wie derzeit unterstellt - in beiden Regionen im Jahr 2023 zum Ende des aktuellen Zinserhöhungszyklus kommt, dürfte die Zinsdifferenz weitgehend stabil bleiben. Auch die Unsicherheiten rund um das Thema der europäischen Gasversorgung sollten im Laufe des kommenden Jahres kleiner werden und damit den Euro tendenziell entlasten. Eine Kursspanne für EUR/USD von 1,0 bis 1,1 scheint uns daher aus heutiger Sicht plausibel. Ausgehend vom strukturellen Rückenwind durch das Zinsumfeld ist für den Bankensektor im Jahr 2023 mit einer positiven Gewinnentwicklung zu rechnen. Insbesondere einlagenstarke Banken dürften eine dynamische Entwicklung des Zinsergebnisses verzeichnen. Bei der Entwicklung des Provisionsergebnisses in wertpapiernahen Bereichen oder im Investmentbanking bleibt abzuwarten, wie sich das Kapitalmarktumfeld entwickelt. Basierend auf den eingetrübten Konjunkturaussichten rechnen wir insbesondere im ersten Halbjahr mit einer erhöhten Volatilität. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung des Sektors stellen sowohl die Dauer als auch die Schwere der zu erwartenden Rezession dar. Im Falle einer deutlichen Konjunkturabschwächung sind negative Folgen für den Sektor nicht auszuschließen. Neben einem daraus resultierenden Nachfragerückgang könnte sich auch die Kreditrisikovorsorge deutscher Banken verschlechtern, was in hohen Abschreibungen und Einmalaufwendungen resultieren und die Kapitalausstattung schmälern könnte. Drastische Auswirkungen halten wir angesichts der verbesserten Asset-Qualität und der gesteigerten Kapitalausstattung allerdings für unwahrscheinlich. Zusätzlich zu einer erhöhten Risikovorsorge dürften sich inflationär bedingte Kostensteigerung primär in steigenden Personalkosten niederschlagen. Diese könnten jedoch durch die bereits eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen und operativen Effizienzverbesserungen abgemildert werden. III. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES KONZERNS Wir erwirtschaften einen wesentlichen Teil unserer Erträge in kapitalmarktorientierten Geschäftsfeldern, die von der Entwicklung an den Finanzmärkten anhängig sind und naturgemäß Schwankungen unterliegen. Die immer noch sehr schwierigen Rahmenbedingungen und die mit erheblichen Unsicherheiten verbundene Einschätzung der weiteren Entwicklung stellen selbstverständlich auch uns vor vielfältige Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Nach den Erfahrungen mit der globalen Finanzkrise ab 2007 und während der Coronapandemie hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederum bestätigt, dass wir mit unserer vorsichtigen Geschäftsphilosophie und unseren Kerngeschäftsfeldern auch in einem anspruchsvollen Umfeld gut aufgestellt sind:
Das Tempo der sich ändernden technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der Bankenbranche ist nach wie vor hoch. Beispielsweise sind hier der "Digital Operational Resilience Act (DORA)", die Anforderungen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit (ESG), die neue MaRisk-Novelle oder die neuen Anforderungen in Bezug auf Zinsänderungs- und Spreadrisiken im Bankbuch (IRRBB bzw. CSRBB) zu nennen. Die neuen Vorgaben sind herausfordernd und binden hohe Kapazitäten. Zudem führen sie zu einem erheblichen Mehraufwand sowohl in personeller Hinsicht als auch bezüglich der Kosten. Für klassische Privatbanken wie Metzler wird es zunehmend wichtig, Chancen für unser Geschäftsmodell, die sich aus technischen Innovationen und neuen digitalen Entwicklungen ergeben, frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Nur so wird es uns als etabliertem Finanzdienstleister weiterhin möglich sein, wichtige Kunden von morgen so früh wie möglich an uns zu binden. Entsprechend besteht für uns die Herausforderung, digitale Technologien, mobile Kommunikationsformen und soziale Netzwerke adäquat in unser Geschäftsmodell zu integrieren. Um Geschäftsprozesse verstärkt zu automatisieren und die aus der Digitalisierung resultierenden Chancen für das eigene operative Geschäft zu bewerten und zu nutzen, werden wir unsere Initiativen weiter vorantreiben, die wir in den vergangenen Jahren begonnen haben. Die Diskussion um die Einführung digitaler Wertpapiere verfolgen wir bereits seit Jahren aufmerksam. Die Blockchaintechnologie stufen wir als strategisches Zukunftsthema ein und planen, entsprechende Lösungen für unsere Kunden anzubieten. Am 1. Juli 2022 nahm das "Digital Assets Office", kurz: DAO, als neue Abteilung die Arbeit auf. Das DAO ist bereichsübergreifend tätig und befasst sich ausschließlich mit der Blockchaintechnologie und dem Digital-Assets-Ökosystem. Weiteres wichtiges Digitalisierungsthema, das es gilt im Blick zu behalten, ist der Einsatz künstlicher Intelligenz (Kl). Die Fortschritte in der KI in den vergangenen Jahren sind enorm, etwa beim textbasierten Dialogsystem ChatGPT. Wir beobachten die Entwicklung von KI-gestützten Systemen und Anwendungen insbesondere im Zusammenhang mit Kapitalmarktgeschäften genau. Die Social-Media-Präsenz nimmt weiter an Bedeutung zu; entsprechend bauen wir unsere bestehenden Social-Media-Auftritte kontinuierlich aus. Die Rahmenbedingungen ändern sich rasant. Daher haben wir in den vergangenen Jahren sowohl unsere Geschäftsfelder als auch unsere Strukturen regelmäßig hinterfragt und optimiert. Die Geschäftsstrategie laufend zu überprüfen und kontinuierlich an die neuen Marktanforderungen anzupassen, ist nach unserem Dafürhalten nach wie vor unabdingbar. Unser äußerst langfristig ausgerichtetes Geschäftsmodell mit den konsequent an den Kundenzielen orientierten Kapitalmarktdienstleistungen bietet grundsätzlich auch in einer zunehmend digitalisierten Zukunft sehr gute Chancen. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass es Metzler weiterhin gelingt, sich nachhaltige Trends zu eigen zu machen und damit einhergehende Marktchancen für das Geschäftsmodell entschlossen zu nutzen. Entsprechend passen wir in unserem revolvierenden Strategieprozess die strategischen Weichen immer wieder an. Um dieses Potenzial auch in operative Erfolge umsetzen zu können, zählen zu unseren obersten Prioritäten die Konzentration in den Geschäftsfeldern auf Dienstleistungen und Produkte mit hohem Nutzen für unsere Kunden sowie die Bindung weiterer Kunden an unser Haus. Ebenso entscheidend ist die Kostendisziplin in allen Bereichen: Negativen Marktentwicklungen mit ihren Auswirkungen auf die Ergebnisse - wie der Coronapandemie oder den geopolitischen Entwicklungen im vergangenen Jahr - lassen sich so begegnen. Gleichzeitig dürfen jedoch sinnvolle Investitionen in die Zukunft, in Personen und in Ressourcen nicht beschränkt werden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen in diesen sehr herausfordernden Zeiten maßgeblich zu unserem Geschäftserfolg bei. Neben allen technischen und prozessualen Vorkehrungen sind sie der Garant für Metzlers erfolgreiches Bestehen in einem Umfeld mit sich rasant ändernden Rahmenbedingungen. Entsprechend ihrer starken Identifikation mit unserer konsequent kundenzentrierten Geschäftsphilosophie setzen sie sich engagiert und nachhaltig für die Interessen und Ziele unserer Geschäftspartner ein. Seit Beginn der Coronapandemie hat das mobile Arbeiten einen sehr hohen Stellenwert und eine große Bedeutung erlangt. Entsprechend stehen allen Mitarbeitern mobile Arbeitsplätze zur Verfügung, deren technische Ausstattung wir 2022 grundlegend erneuert haben. Entsprechend unserer Personalstrategie hat es für uns besonders hohen Stellenwert, unsere Mitarbeiter langfristig an unser Haus zu binden und neue Mitarbeiter für uns zu gewinnen. Entsprechend haben wir unseren Kommunikationsauftritt gestaltet: Das "Employer Branding" ermöglicht uns einen Zugang zu genau dem gut ausgebildeten Nachwuchs, der zu uns und unseren Unternehmenswerten passt. Wir sind daher zuversichtlich, dass die Weichen entsprechend gestellt sind und wir in einem Sektor bestehen können, in dem der Wettbewerb um gut ausgebildete Nachwuchskräfte bereits seit einiger Zeit hoch ist und der sich noch weiter intensivieren dürfte. 2022 trat die Coronapandemie durch den furchtbaren Krieg in der Ukraine in den Hintergrund, der immer noch andauert und dessen weiterer Verlauf sich sehr schwer prognostizieren lässt. Die negativen Effekte für die Weltwirtschaft waren und sind weiterhin enorm. Selten gab es in den vergangenen Jahrzehnten eine derart komplexe Mischung von Risiken: Von den geopolitischen Gefahren durch den Ukrainekrieg und die Spannungen in Asien über den Trend zur Deglobalisierung bis hin zur demografischen Entwicklung, die zu einem belastenden Mangel an Arbeitskräften geführt hat. Im Rahmen unseres vorsichtigen Planungsansatzes erwarteten wir bei unseren Planungen zu Jahresbeginn sowohl für den Konzern als auch für das Bankhaus für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt ein Ergebnis vor Steuern deutlich über dem Niveau von 2022. Neben einem nochmals deutlich steigenden Zinsergebnis sollte auch das Provisionsergebnis im Jahr 2023 wieder spürbar zulegen. Bei weiter moderat steigenden Personalkosten planen wir aufgrund der Einmaleffekte im abgelaufenen Jahr für das Jahr 2023 mit einem leichten Rückgang der Sachkosten. Aufgrund unseres Geschäftsmodells und der im Rahmen unserer konservativen Gesamtbanksteuerung vorgenommenen Absicherung von Zinsänderungsrisiken erwarten wir keine nennenswerten Belastungen im Saldo der Risikovorsorge. Die jüngsten Ereignisse im Bankensektor, sowohl in den USA als auch in Europa, haben erneut für erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten sowie allgemeine Verunsicherung gesorgt. Die schlagend gewordenen Risiken verdeutlichen einmal mehr, dass ein gesundes Geschäftsmodell gepaart mit adäquater Kapitalisierung, ausreichender Liquidität und einem wirksamen Risikomanagement maßgeblich für die Stabilität im Bankensektor und damit das einhergehende Vertrauen sind. Wir sehen uns daher nicht zuletzt aufgrund unserer unverändert hohen Kapitalbasis und einer traditionell starken wie stabilen Liquiditätsposition gut gerüstet, um mit unserer konservativ geprägten Geschäftskultur und mithin hoher Solidität in die Zukunft zu gehen.
Frankfurt am Main, 11. April 2023 Stefanie Katja Buchmann Kim Florian Comperl Mario Vincenzo Mattera Franz Albert Ferdinand von Metzler Emmerich Josef Müller Marco Schulmerich Gerhard Wiesheu Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am MainAktivseite
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Konzern Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang 2022ALLGEMEINE HINWEISE Sitz der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft (Bankhaus Metzler) ist Frankfurt am Main. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 123365 im Register des Amtsgerichts Frankfurt am Main eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 242 ff., §§ 264 ff., §§ 290 ff. und §§ 340 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG und den ergänzenden Vorschriften der RechKredV in Euro aufgestellt. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Barreserven, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Sofern risikobehaftete Posten bestehen, wird diesen durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Abdeckung latenter Risiken bestehen Pauschalwertberichtigungen. Der Konzern bildet diese im Jahr 2022 erstmals gemäß den Vorgaben des IDW RS BFA 7. Dabei nutzt der Konzern die Bewertungsvereinfachung des IDW RS BFA 7 Tz. 23 ff. Daraus ergab sich für den Konzern eine um TEUR 329 gestiegene Pauschalwertberichtigung in Höhe von TEUR 553. Dies bezieht erstmals auch Forderungen an Kreditinstitute sowie außerbilanzielle Positionen mit ein. Das verwendete Verfahren zur Ermittlung des erwarteten Verlusts nach IDW RS BFA 7, welcher die Grundlage für die Berechnung der PWB bzw. Rückstellungen bildet, steht im Einklang mit den für die internen Risikosteuerungszwecke verwendeten Methoden. Dabei wird die Höhe des erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien geschätzt. Wertpapiere des Anlagevermögens sowie der Liquiditätsreserve werden zum strengen Niederstwert bewertet, sofern sie nicht als Bewertungseinheiten abgebildet oder nach anderen Spezialvorschriften (§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) bewertet werden. Im Rahmen des Asset-Liability-Managements gehaltene festverzinsliche Wertpapiere (ALM-Portfolio) werden der Liquiditätsreserve zugeordnet. Seit dem 31. Oktober 2022 erworbene Wertpapiere des ALM-Portfolios werden im Regelfall durch den Abschluss kongruenter Zinsswaps (Micro-Hedge) als dokumentierte Bewertungseinheit nach § 254 HGB gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert. Die bilanzielle Abbildung dieser Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Dabei werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko (wirksamer Teil) nicht bilanziert. Ein sich innerhalb der Bewertungseinheit insgesamt ergebender unrealisierter Gewinn wird nicht berücksichtigt. Entspricht der ineffektive Teil der Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft aus dem abgesicherten Risiko dagegen einem Verlust, wird eine entsprechende Rückstellung gebildet. Die prospektive Effektivitätsbeurteilung erfolgt mittels der sog. Dollar-Offset-Methode. Als Basis dient die ad-hoc Verschiebung des Zinsniveaus nach oben bzw. nach unten um jeweils 50 Basispunkte. Bis zum 31. Oktober 2022 erworbene Wertpapiere wurden insgesamt aus ökonomischer Sicht gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert. Im Zuge der geänderten Sicherungsstrategie wurden der überwiegende Teil dieser Wertpapiere veräußert und die zugehörigen Swappositionen geschlossen. Die hieraus resultierenden gegenläufigen Ergebnisse werden zur verbesserten Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Ertragslage saldiert in der Risikovorsorge ausgewiesen. Finanzinstrumente des Handelsbestandes werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlages bewertet. Die institutsintern festgelegten Kriterien für die Einbeziehung von Finanzinstrumenten in den Handelsbestand sind unverändert. Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten beziehungsweise zu niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die wirtschaftlich Erträge bzw. Aufwendungen nach dem Bilanzstichtag darstellen. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Anlagewerte sind zu Anschaffungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen steuerlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens und der immateriellen Anlagewerte erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Anlagegüter mit Anschaffungskosten von bis zu 800 EUR, die selbstständig nutzbar sind, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Das aus dem Pensionsfondsgeschäft resultierende Vermögen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie die entsprechenden Pensionsfondstechnischen Rückstellungen werden nach § 300 HGB aufgrund ihres wirtschaftlichen Gehalts in entsprechender Anwendung der RechKredV als Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten ausgewiesen. Eine Aufgliederung der daraus resultierenden Bewertungsergebnisse gemäß der Verordnung über die Rechnungslegung von Pensionsfonds (RechPensV) erfolgt nachstehend unter den Erläuterungen zur Bilanz. Aufgrund des ausschließlich betriebenen nicht versicherungsförmigen Pensionsfondsgeschäftes ist der Saldo null. Die Positionen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung aus dem Pensionsfondsgeschäft werden unter den jeweiligen Positionen gemäß RechKredV ausgewiesen. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern werden gemäß den §§ 341 Abs. 4 Satz 2 i. V. m. § 36 RechPensV mit dem Zeitwert unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Vorsicht bewertet. Das sonstige Vermögen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern wird grundsätzlich zum Nennbetrag angesetzt. Der Wert der Deckungsrückstellung wird nach § 341 f Abs. 1 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 240 VAG und der Pensionsfonds-Aufsichtsverordnung (PFAV) nach der retrospektiven Methode ermittelt, da gemäß § 17 RechPensV nach den Festlegungen in den Pensionsplänen die Bildung des jeweiligen Vermögens aus geleisteten Beiträgen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern erfolgt und der Wert des Vermögens die jeweilige Mindestdeckungsrückstellung nach § 24 PFAV überschreitet. Die in der Bilanz als Treuhandverbindlichkeit ausgewiesene Pensionsfondstechnische Rückstellung entsprechend dem Vermögen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern entspricht somit dem Zeitwert des Vermögens zum Bilanzstichtag. Die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuches erfolgt gemäß IDW RS BFA 3 n. F. Der Konzern verwendet die barwertige Betrachtungsweise. Hierbei werden die Buchwerte der zinstragenden Geschäfte des Bankbuchs den zinsinduzierten Barwerten aus der internen Risikosteuerung gegenübergestellt; unter Berücksichtigung entsprechender Risiko- und Bestandsverwaltungskosten. Die Zinsbindungsbilanz ist die Grundlage für das interne (Zins-)Risikomanagement und enthält bereits die Barwerte des Bankbuchs. Eine Rückstellung war nicht erforderlich. Den besonderen Risiken aus dem Bankgeschäft wird durch die Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Dabei wird von den Möglichkeiten der §§ 340f, g HGB und des § 26a KWG a. F. Gebrauch gemacht, verschiedene Vermögensgegenstände mit einem niedrigeren Wert als nach § 253 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 HGB anzusetzen. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind zu dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sofern die Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, sind sie gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Rückstellungen für Pensionen werden nach der projizierten Einmalbeitragsmethode nach den "Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck" mit den folgenden Parametern gebildet:
Bei den auf die Metzler Pensionsfonds AG (MPF) überführten Pensionsverpflichtungen (Past Service per 30.09.2021) handelt es sich um mittelbare Altersversorgungsverpflichtungen, die in Ausübung des Wahlrechts nach Artikel 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB nicht in der Bilanz passiviert werden. Für die auf die MPF überführten Verpflichtungen besteht weiterhin eine subsidiäre Haftung nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden negative Zinsen aus Geldanlagen unter den Zinserträgen und positive Zinsen aus Geldaufnahmen unter den Zinsaufwendungen gesondert ausgewiesen. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN In den Konsolidierungskreis werden nach § 290 HGB neben der Konzernobergesellschaft neun inländische und fünf ausländische Tochtergesellschaften einbezogen. Ein ausländisches Unternehmen, das gemeinsam mit einem nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen geführt wird, wird nach § 310 HGB quotenkonsolidiert. Bei einem Tochterunternehmen wird gemäß § 296 Abs. 1 Nr. 3 HGB auf die Konsolidierung verzichtet. Bei den übrigen Tochterunternehmen wird auf die Konsolidierung verzichtet, da die Voraussetzungen gemäß § 296 Abs. 2 HGB erfüllt sind. Die Erstkonsolidierung erfolgte für acht konsolidierte Gesellschaften per 1. Januar 1993 und für siebzehn weitere in den Folgejahren vor dem 1. Januar 2010. Hiervon wurden bisher insgesamt acht Gesellschaften ergebniswirksam entkonsolidiert und sieben Gesellschaften innerhalb des Konzerns verschmolzen. Nach dem 1. Januar 2010 wurden weitere sechs Gesellschaften erstkonsolidiert. Dies erfolgte für drei Gesellschaften zum Zeitpunkt, zu dem sie Tochterunternehmen geworden sind, und für je eine Gesellschaft zum 1.1.2014, 1.1.2018 sowie 1.1.2021. Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Gesellschaft innerhalb des Konzerns verschmolzen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für die vor dem 1. Januar 2010 erstkonsolidierten Gesellschaften weiterhin nach der Buchwertmethode (Art. 67 Abs. 5 Satz 2 EGHGB). Dabei sind die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet worden. Der Unterschiedsbetrag aus der Konsolidierung dieser Gesellschaften wird weiterhin erfolgsneutral in das Eigenkapital eingestellt. Die Kapitalkonsolidierung für Erstkonsolidierungen ab dem 1. Januar 2010 erfolgt nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB durch Verrechnung der Buchwerte der Muttergesellschaft mit dem anteiligen Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Das Eigenkapital des Tochterunternehmens wird mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, ggf. nach Anpassung der Wertansätze nach § 308 Abs. 2 HGB. Ein auf der Passivseite entstehender Unterschiedsbetrag wird unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" außerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden verrechnet; gleiches gilt für Aufwendungen und Erträge. Zwischenergebnisse, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung sind, werden eliminiert. Der Konzernjahresüberschuss wird - soweit keine Ausschüttung durch das Mutterunternehmen erfolgt - im Folgejahr vollständig den anderen Gewinnrücklagen zugeführt. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag, schwebende Termingeschäfte zum Terminkurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 340h HGB i.V. mit § 256a HGB. Aufwendungen und Erträge aus dem Devisengeschäft werden aufgrund ihres überwiegenden Dienstleistungscharakters gemäß § 30 RechKredV im Provisionsergebnis ausgewiesen. In allen anderen Fällen werden Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Auf fremde Währung lautende Abschlüsse werden nach den Grundsätzen des § 308a HGB umgerechnet. Die Posten der Bilanz - mit Ausnahme des Eigenkapitals - von in den Konzern einbezogenen Auslandsgesellschaften werden zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet. Die aus der Währungsumrechnung des Eigenkapitals entstandenen Kursdifferenzen werden erfolgsneutral in die Konsolidierungsrücklage eingestellt. Die Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind zum EZB-Monatsdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich daraus ergebende Umrechnungsdifferenz wird erfolgsneutral innerhalb des Konzerneigenkapitals als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ Die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
Für die Forderungen und Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist ergibt sich folgende Fristengliederung:
Forderungen mit unbestimmter Laufzeit sind in den Forderungen an Kunden in Höhe von 0 Mio. EUR (Vorjahr 0 Mio. EUR) enthalten. Die börsenfähigen Wertpapiere gliedern sich wie folgt:
Von den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind 55 Mio. EUR im Jahr 2023 fällig (Vorjahr: 8 Mio. EUR). Die Bilanzposition Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere enthält Investmentanteile, die der Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus einem Wertkontenmodell dienen. Im Rahmen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden diese Wertpapiere mit korrespondierenden Rückstellungen von 6 Mio. EUR (beizulegender Zeitwert/Erfüllungsbetrag, Vorjahr: 6 Mio. EUR) verrechnet. Die Anschaffungskosten betragen 6 Mio. EUR (Vorjahr: 6 Mio. EUR); die verrechneten Erträge und Aufwendungen belaufen sich auf jeweils 0 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR). Weiterhin sind in der Bilanzposition Wertpapierspezialfonds nach § 314 Absatz 1 Nr. 18 HGB mit einem Wert zum Bilanzstichtag von 135 Mio. EUR (Vorjahr: 149 Mio. EUR) enthalten, die der Liquiditätsvorsorge dienen; die Werte nach § 314 Absatz 1 Nr. 18 Teilsatz 2 HGB betragen 0 Mio. EUR bzw. 0 Mio. EUR (Vorjahr: 11 Mio. EUR bzw. 0 Mio. EUR). Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe bestehen nicht. Zum Geschäftsjahresende hat der Konzern keinen Handelsbestand (Vorjahr: 44 Mio. EUR). Aufstellung des unmittelbaren und mittelbaren Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB und zur Inanspruchnahme der Befreiung von den Offenlegungsvorschriften der §§ 325 ff. HGB
1) Quotenkonsolidierung
Von der Option des § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB wurde Gebrauch gemacht. Die Position Treuhandvermögen enthält nahezu ausschließlich aus dem Pensionsfondsgeschäft resultierendes Vermögen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern; bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich nahezu ausschließlich um die entsprechenden Pensionsfondstechnischen Rückstellungen. Die Metzler Pensionsfonds AG verwaltet Vermögensgegenstände, die der Erfüllung von mittelbaren Versorgungsverpflichtungen gemäß DRS 19.47 gegenüber aktiven und ehemaligen Mitarbeitern dienen. Diese resultieren aus der zum 30. September 2020 vorgenommenen Übertragung des zu diesem Zeitpunkt aufgelaufenen Past Service der bestehenden Pensionsverpflichtungen auf diese Gesellschaft. Im Rahmen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden diese Vermögensgegenstände mit korrespondierenden Treuhandverbindlichkeiten in Höhe von jeweils 47 Mio. EUR (Vorjahr: 56 Mio. EUR) verrechnet. Die Bewertung erfolgt gemäß den §§ 341 Abs. 4 Satz 2 HGB i. V. m. § 341 d HGB und §§ 8 und 36 RechPensV mit dem Zeitwert unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Vorsicht. Die verrechneten Erträge und Aufwendungen belaufen sich auf jeweils 9 Mio. EUR (Vorjahr: 2 Mio. EUR). Nach Verrechnung gliedern sich die Bewertungsergebnisse aus dem Pensionsfondsgeschäft nach RechPensV wie folgt auf:
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus folgendem Anlagespiegel:
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen im Zusammenhang mit dem Mieterausbau eines Standortes in Höhe von 6 Mio. EUR (Vorjahr: 5 Mio. EUR), sowie Steuererstattungsansprüche in Höhe von 11 Mio. EUR (Vorjahr: 14 Mio. EUR). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten als wesentliche Einzelpositionen Verbindlichkeiten aus Bundesbank-Verrechnungen in Höhe von 7 Mio. EUR (Vorjahr: 7 Mio. EUR) sowie abzuführende Steuern in Höhe von 8 Mio. EUR (Vorjahr: 8 Mio. EUR). Die nach gleichen Bewertungsverfahren und Parametern wie für die unmittelbaren Pensionsverpflichtungen ermittelten nicht bilanzierten Pensionsverpflichtungen im Sinne von Art. 28 EGHGB betragen zum Bilanzstichtag 61 Mio. EUR (Vorjahr: 57 Mio. EUR); es ergibt sich ein rechnerischer Fehlbetrag in Höhe von 14 Mio. EUR (Vorjahr: 1 Mio. EUR). Die aufsichtsrechtliche Bedeckungsprüfung ergab, dass die Deckungsquote zum Bilanzstichtag die Mindestdeckungsrückstellung für den Versorgungsumfang der Leistungsempfänger deutlich übersteigt. Die anderen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen in Höhe von 29 Mio (Vorjahr: 34 Mio. EUR). EUR sowie Rückstellungen von 6 Mio. EUR (Vorjahr: 6 Mio. EUR) im Zusammenhang mit einer Immobilie. Gemäß § 306 HGB waren im Konzernabschluss aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen insgesamt passive latente Steuern in Höhe von 0 Mio. EUR anzusetzen (Vorjahr: 0 Mio. EUR, Veränderung -0 Mio. EUR). Diese beruhen auf der Neubewertung von Sachanlagen im Rahmen der Erstkonsolidierung sowie auf zeitlichen Unterschieden bei der Erfassung von Rückstellungen nach HGB und lokalen Bilanzierungsvorschriften. Die für die betroffenen Konzernunternehmen geltenden Steuersätze betrugen unverändert 21 % bzw. 16 %. Der Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern beträgt 0 Mio. EUR (Vorjahr Aufwand 0 Mio. EUR). Latente Steuern gemäß § 274 HGB wurden nicht angesetzt, da ein aktiver Überhang besteht. Dieser resultiert im Wesentlichen aus offenen und stillen Vorsorgen für allgemeine Bankrisiken, die innerhalb des Organkreises der Muttergesellschaft gebildet wurden. Für die Bewertung der nicht angesetzten latenten Steuern ergibt sich aktuell ein kombinierter Ertragsteuersatz von unverändert rund 32 %. Das gezeichnete Kapital der Konzernobergesellschaft ist in 31.400 Namens-Stückaktien eingeteilt; ihr rechnerischer Wert beträgt 576,43 EUR. Die Rücklagen aus der Konsolidierung gliedern sich zum Bilanzstichtag wie folgt:
In den Bilanzwerten sind folgende Fremdwährungspositionen enthalten:
Risiken aus der Inanspruchnahme von Eventualverbindlichkeiten und Anderen Verpflichtungen werden aufgrund der Bonität der Kunden sowie der gestellten Sicherheiten als gering eingeschätzt. Bei den ausgewiesenen Unwiderruflichen Kreditzusagen wird unverändert mit einer Auszahlung im Folgejahr von maximal 90 % gerechnet. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG Die Zinserträge, laufenden Erträge, Provisionserträge, der Nettoertrag des Handelsbestandes und die sonstigen betrieblichen Erträge verteilen sich auf folgende geografische Märkte:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Untervermietung in Höhe von 3 Mio. EUR (Vorjahr: 1 Mio. EUR) enthalten sowie Erträge aus Währungsbewertung in Höhe von 0 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR). Darüber hinaus beinhaltet die Position 1 Mio. EUR (Vorjahr: 2 Mio. EUR) aus der Auflösung von Rückstellungen und 2 Mio. EUR (Vorjahr: 2 Mio. EUR) weiterbelastete Kosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 0 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR). Darüber hinaus enthalten sind Mieterumbauten in Höhe von 7 Mio. EUR (Vorjahr: 2 Mio. EUR), Personalnebenkosten in Höhe von 4 Mio. EUR (Vorjahr: 3 Mio. EUR) sowie Aufwendungen aus Währungsbewertung in Höhe von 0 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR). Die Risikovorsorge enthält realisierte Ergebnisse aus Zinsswaps in Höhe von 84 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR), die mit den korrespondierenden realisierten Verlusten aus Wertpapieren des ALM-Portfolios in gleicher Höhe verrechnet wurden. Die Abweichung zwischen der rechnerisch zu erwartenden Steuerposition und der tatsächlich ausgewiesenen Steuerposition resultiert insbesondere aus der Vorsorge für allgemeine Bankrisiken, weitgehend steuerfreien Beteiligungserträgen und Hinzurechnungen nach § 8 GewStG. Die periodenfremden Erträge und die periodenfremden Aufwendungen belaufen sich in der Berichtsperiode auf jeweils 1 Mio. EUR. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG Die Kapitalflussrechnung wurde nach den Regelungen des DRS 21 erstellt. Der definierte Zahlungsmittelbestand besteht unverändert ausschließlich aus der in der jeweiligen Konzernbilanz ausgewiesenen Barreserve. Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve können zwar nahezu vollständig zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank eingesetzt werden, dienen aber der laufenden Geschäftstätigkeit. ERLÄUTERUNGEN ZUM EIGENKAPITALSPIEGEL Vom erwirtschafteten Konzerneigenkapital unterliegen unverändert 0 Mio. EUR einer Ausschüttungssperre aus der Abzinsung von Pensionsrückstellungen nach § 253 Absatz 6 Satz 2 HGB. Der Restbetrag steht zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung. SONSTIGE ANGABEN Angaben zu Gemeinschaftsunternehmen (in Mio. EUR) Aus Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen resultierende
Termingeschäfte Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte beinhalten Termingeschäfte mit fremden Währungen, zinsbezogene Termingeschäfte und Termingeschäfte mit sonstigen Preisrisiken, die jeweils überwiegend Deckungsgeschäfte sind. Nicht zum Zeitwert bilanzierte Finanzderivate werden in der Regel aufgrund von Kundengeschäften und zugehörigen Glattstellungsgeschäften abgeschlossen. Eigene Positionen bestehen nur in geringem Umfang und dienen regelmäßig der Absicherung bestehender Risiken aus anderen Positionen. Zum Bilanzstichtag ergibt sich folgender Bestand:
Finanzderivate werden, falls keine Börsenkurse verfügbar sind, mittels anerkannter Methoden und Modelle bewertet. In Bewertungen auf Basis von Finanzmodellen gehen Parameter ein wie Zeitwerte, Zinsstrukturkurven, Volatilitätsfaktoren oder Dividendenprognosen sowie die aktuellen Markt- oder Zeitwerte der zugrundeliegenden Finanzinstrumente. Im Regelfall sind nicht zum Zeitwert bilanzierte Finanzderivate nicht in der Bilanz zu erfassen; Optionsprämien sowie Bewertungsergebnisse sind jedoch in den Sonstigen Vermögensgegenständen und den Sonstigen Verbindlichkeiten sowie den anderen Rückstellungen enthalten. Über die dargestellten Termingeschäfte hinaus bestehen keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage relevant sind. Dienstleistungen gegenüber Dritten Die Provisionserträge enthalten auch Erträge aus Dienstleistungen für die Depot- und Vermögensverwaltung gegenüber unseren Kunden. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Verpflichtungen aus Mietverträgen bestehen bis 2027 in Höhe von 5 Mio. EUR/Jahr und in den Folgejahren bis 2036 in Höhe von 4 bis 5 Mio. EUR/Jahr. Für Terminbörsen und Clearingeinrichtungen wurden Sicherheiten von 20,2 Mio. EUR (Vorjahr: 98,5 Mio. EUR) gestellt. Organe der Gesellschaft AUFSICHTSRAT Dr Christoph Schücking, Frankfurt am Main Rechtsanwalt und Notar a.D. Vorsitzender Hans Hermann Reschke, Frankfurt am Main (bis 26.04.2022) Ehemaliger persönlich haftender Gesellschafter der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft Stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Kirsch, Königstein im Taunus (ab 26.04.2022) Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der DZ Bank AG Stellvertretender Vorsitzender Hans H. Freudenberg, Heidelberg (ab 26.04.2022) Geschäftsführer der Findos Investor GmbH Elena von Metzler, Frankfurt am Main (ab 26.04.2022) Angestellte der B. Metzler GmbH Dr. Leonhard von Metzler, Bad Homburg (ab 26.04.2022) Geschäftsführer der Taunus Trust GmbH Dr. Katrin Stark, Frankfurt am Main (ab 26.04.2022) Chief Financial Officer der Unzer GmbH Michael Neumann, Mainz (bis 26.04.2022) Angestellter der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft Arbeitnehmervertreter Joseph Bernhart, Frankfurt am Main (ab 26.04.2022) Angestellter der Metzler Asset Management GmbH Arbeitnehmervertreter Sven Knauer, Bad Nauheim (ab 26.04.2022) Angestellter der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft Arbeitnehmervertreter Sascha Koppenhagen, Frankfurt am Main (ab 26.04.2022) Angestellter der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft Arbeitnehmervertreter VORSTAND Stefanie Buchmann, Nidderau (ab 01.01.2023) Kim Comperl, Frankfurt Mario Mattera, Kelkheim Franz von Metzler, Frankfurt (ab 01.01.2023) Emmerich Müller, Bad Homburg v.d.H. Dr. Marco Schulmerich, Mainz Gerhard Wiesheu, Bad Homburg v.d.H. Die Gesamtbezüge des Geschäftsführungsorgans betrugen 8,2 Mio. EUR. Es bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR; auf die Metzler Pensionsfonds AG wurden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1,7 Mio. EUR ausgelagert. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 0,4 Mio. EUR. Die Gesamtbezüge der früheren Organmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen im Jahr 2022 1,1 Mio. EUR. Sämtliche Pensionsverpflichtungen in Höhe von 11,2 Mio. EUR wurden auf die Metzler Pensionsfonds AG ausgelagert. Mitarbeiter Im Geschäftsjahr wurden im Durchschnitt 867 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, die sich wie folgt aufteilten:
Abschlussprüferhonorar nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB
Bei den anderen Bestätigungsleistungen handelt es sich im Wesentlichen um Rückstellungen für die Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäfts. GewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Mutterunternehmens wie folgt zu verwenden:
Angabe gemäß § 340a Abs. 4 Nr. 1 HGB
Nachtragsbericht Nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung im Sinne des § 285 Nr. 33 HGB ergeben.
Frankfurt am Main, 11. April 2023 Stefanie KATJA Buchmann Kim Florian Comperl Mario Vincenzo Mattera Franz Albert Ferdinand von Metzler Emmerich JOSEF Müller Marco Schulmerich Gerhard Korbinian Wiesheu Konzern-Kapitalflussrechnung 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht des Mutterunternehmens zusammengefassten Konzernlagebericht der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht, auf den aus dem Abschnitt "NICHTFINANZIELLER BERICHT" des zusammengefassten Lageberichts verwiesen wird, die in Abschnitt "ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG" des zusammengefassten Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) sowie den als ungeprüft mit der Fußnote 2 gekennzeichneten Absatz im Abschnitt "RISIKOBERICHT" des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses Wir haben bestimmt, dass es in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 keine besonders wichtigen Prüfungssachverhalte gibt, die in unserem Bestätigungsvermerk mitzuteilen sind. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 14. Dezember 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2021 als Konzernabschlussprüfer der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Marijan Nemet.
Frankfurt am Main, den 11. April 2023 Deloitte
GmbH
Dr. Marijan Nemet, Wirtschaftsprüfer Jutta Ihringer, Wirtschaftsprüferin BERICHT DES AUFSICHTSRATS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022Im Berichtszeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hat der Aufsichtsrat des Bankhauses die ihm nach Gesetz, regulatorischen Vorgaben, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben vollständig wahrgenommen. Information des Aufsichtsrats Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Bankhaus relevanten Themen und Fragestellungen unterrichtet. Die Information durch den Vorstand erfolgte persönlich im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, anlässlich zahlreicher Einzelgespräche, insbesondere mit den Aufsichtsratsvorsitzenden, sowie auf schriftlichem Wege, etwa anlässlich der periodischen Berichterstattung. Im Einzelnen wurde der Aufsichtsrat insbesondere über die Geschäftsentwicklung, die Geschäftspolitik und -strategie, die finanzielle Situation des Bankhauses und der einzelnen Geschäftsbereiche (einschließlich der Bilanz- und Ertragsentwicklung), die Risikolage und das Risikomanagement, die Finanz- und Investitionsplanung, relevante Compliance-Sachverhalte und die Vergütungssysteme informiert. Der Aufsichtsrat hat sich auf Grundlage dieser Informationen mit den vorgenannten Themenkomplexen intensiv auseinandergesetzt und diese im Plenum erörtert. Des Weiteren hat der Vorstand den Aufsichtsrat über Einzelvorgänge von besonderer Bedeutung in Kenntnis gesetzt und den Aufsichtsrat in wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen des Vorstands einbezogen. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Bericht der Aufsicht über die im Vorjahr erfolgte Prüfung gemäß § 44 KWG (Geldwäsche- und Betrugsprävention) und den Feststellungen hierzu. Personelle Besetzung Im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zur ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2022 gehörten dem Aufsichtsrat folgende Mitglieder an:
Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung am 26. April 2022 hat sich der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung von § 14 Abs. 1 Satz 2 der Satzung neu konstituiert. Dem Aufsichtsrat gehören seitdem folgende Mitglieder an:
Herr Hans Hermann Reschke wurde in der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 26. April 2022 gemäß §12 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Herr Dr. Christoph Schücking hat den Aufsichtsratsvorsitz im Zuge der Nachfolgeplanung zum Ablauf des 31. Dezember 2022 niedergelegt und amtiert seitdem als stellvertretender Vorsitzender. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist seit dem 1. Januar 2023 Herr Wolfgang Kirsch, der bis dahin als stellvertretender Vorsitzender amtierte. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern und, in besonderem Maße, dem Ehrenvorsitzenden Herrn Hans Hermann Reschke für das langjährige Engagement und die großen Verdienste für das Bankhaus. Sitzungen und Tätigkeitsschwerpunkte Im Berichtsjahr 2022 fanden sechs (6) Sitzungen des Aufsichtsrats sowie jeweils drei (3) Sitzungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses und des Risiko- und Prüfungsausschusses statt. Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden sowohl in Sitzungen als auch schriftlich im Umlaufverfahren gefasst. Im Fokus der Tätigkeit des Präsidial- und Nominierungsausschusses standen im Berichtszeitraum u.a. der Entwurf der - sodann vom Aufsichtsrat beschlossenen - Eignungsrichtlinie zur Vorbereitung der individuellen und kollektiven Eignungsprüfung sowie die Bewertung von Vorstand und Aufsichtsrat hinsichtlich ihrer jeweiligen Struktur, Größe, Zusammensetzung und Leistung. Darüber hinaus bereitete der Ausschuss die Vorschläge zur Erweiterung des Vorstands durch Frau Stefanie Buchmann und Herrn Franz von Metzler (jeweils mit Wirkung zum 1. Januar 2023) einschließlich der entsprechenden Anstellungsverträge vor. Überdies befasste sich der Ausschuss u.a. mit der Änderung des Geschäftsverteilungsplans des Vorstands (zum 1. Januar 2023 sowie zum 1. Juli 2023), der Vergütungssystematik, der fixen und variablen Vergütung der Vorstände und Mittarbeiter sowie den Zielvereinbarungen für die Vorstandsmitglieder und sprach dem Aufsichtsrat gegenüber jeweils Beschlussempfehlungen hierzu aus. Der Risiko- und Prüfungsausschuss behandelte in seinen Sitzungen im Berichtszeitraum schwerpunktmäßig die Überwachung des Risikomanagementsystems, die Bewertung und Überwachung der Gesamtrisikobereitschaft (einschließlich der Risikostrategie und deren Umsetzung durch den Vorstand), des Rechnungslegungsprozesses, des internen Kontrollsystems und der internen Revision. Besonderes Augenmerk galt zudem der Überwachung der Durchführung der Abschlussprüfung (einschließlich der Unabhängigkeit des Abschlussprüfer) sowie der Entgegennahme der Compliance- und Risiko-Berichterstattung. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats über die jeweilige Ausschussarbeit. Aus- und Fortbildungsmaßnahmen Die Aufsichtsratsmitglieder haben die für ihre Aufgabe erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahrgenommen. Sie wurden dabei von dem Bankhaus angemessen unterstützt. Im Berichtszeitraum fanden Weiterbildungsveranstaltungen mit externen und internen Referenten statt. Interessenkonflikte Gemäß § 8 Abs. 4 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat haben Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte, insbesondere solche, die auf Grund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern, Kreditnehmern oder sonstigen Dritten entstehen können, dem Aufsichtsratsvorsitzenden gegenüber offenzulegen. Dieses Verpflichtung gilt entsprechend für den Aufsichtsratsvorsitzenden, der den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden zu informieren hat. Der Aufsichtsratsvorsitzende bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende haben sodann den Präsidial- und Nominierungsausschuss in Kenntnis zu setzen. Im Berichtszeitraum hat kein Aufsichtsratsmitglied einen Interessenkonflikt angezeigt. Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 Der Bericht des von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfers, der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, sowie der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022, der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 und der Konzernlagebericht lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am heutigen Tag ausführlich behandelt. In dieser Sitzung haben die Vertreter des Risiko- und Prüfungsausschusses und die anwesenden Vorstandsmitglieder auch detailliert über Umfang, Schwerpunkte und Kosten der Abschlussprüfung berichtet. Wesentliche Schwächen des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems wurden nicht berichtet. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss wurden von dem Abschlussprüfer unter Einbeziehung der Buchhaltung der Gesellschaft jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts hat der Risiko- und Prüfungsausschuss in Anwesenheit des Abschlussprüfers dem Ergebnis seiner Prüfung zugestimmt. Es haben sich keine Beanstandungen ergeben. Der Aufsichtsrat hat heute nach vorausgegangener, eingehender Prüfung den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss (jeweils zum 31. Dezember 2022) gebilligt. Der Jahresabschluss der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft ist damit festgestellt. Nichtfinanzieller Konzernbericht Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Konzernbericht (§ 340a i.Vm. §§ 315 b, c und 289b, c HGB) für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und hatte insoweit keine Beanstandungen. GewinnverwendungsvorschlagDem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2022 hat sich der Aufsichtsrat nach vorausgegangener Prüfung durch den Risiko- und Prüfungsausschuss sowie seiner eigenen Prüfung angeschlossen.
Frankfurt am Main, den 24. April 2023 Der Aufsichtsrat Wolfgang Kirsch, Vorsitzender Anhang zum 31.12.2022nach § 26a Absatz 1 Satz 2 KWGAm 31.12.2022 unterhielt die B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft folgende Niederlassungen im Sinne des § 26a Absatz 1 Satz 2 KWG:
Deren Tätigkeiten stellten sich wie folgt dar:
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