Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 100420
Eingetragen
15.1.2020
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und SpirituosenGroßhandel mit AnstrichmittelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Möbeln
Gegenstand
die Entwicklung, Vermarktung und Vertrieb von Produkten und Produktideen für Verbrauchsgüter aller Art einschließlich deren Inverkehrbringen, Verkauf, Beratung und Fulfillment in Groß- und Einzelhandel, online wie offline und das Erbringen von IT-Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vitalij Gurkov
seit 15.1.2020
Vorstandsmitglied
Holger Voß
seit 15.1.2020
Vorstandsmitglied
Sascha Pusch
seit 15.1.2020
Vorstandsmitglied
Jan Patrik Henningsen
seit 15.1.2020
Vorstandsmitglied
Carsten Fink
seit 15.1.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Off Price GmbH
Germany
75.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sellvin AG

Hürth

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31.12.2023

SELLVIN AG

Hürth

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.805,00 13.386,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 115.971,95 177.549,00
Summe Anlagevermögen 121.776,95 190.935,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 164.681,86 159.854,85
2. fertige Erzeugnisse und Waren 6.057.656,75 8.556.001,74
3. geleistete Anzahlungen 122.247,98 99.897,23
6.344.586,59 8.815.753,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 384.941,78 565.344,12
2. sonstige Vermögensgegenstände 22.982,70 209.940,05
407.924,48 775.284,17
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 346.932,96 956.656,19
Summe Umlaufvermögen 7.099.444,03 10.547.694,18
C. Rechnungsabgrenzungsposten 10.236,65 29.855,43
7.231.457,63 10.768.484,61

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 75.000,00 75.000,00
II. Kapitalrücklage 137.915,20 137.915,20
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 300.000,00 300.000,00
IV. Bilanzgewinn 2.976.649,19 2.020.023,87
- davon Gewinnvortrag EUR 2.020.023,87 (EUR 2.162.535,35)
Summe Eigenkapital 3.489.564,39 2.532.939,07
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 234.602,03 175.809,58
2. sonstige Rückstellungen 362.648,78 384.268,92
597.250,81 560.078,50
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.000.000,00 5.023.036,81
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.000.000,00 (EUR 4.023.036,81)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (EUR 1.000.000,00)
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.565,06 1.330,90
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 2.565,06 (EUR 1.330,90)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.055.092,82 1.397.439,00
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.055.092,82 (EUR 1.397.439,00)
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.082.786,73 1.250.431,22
- davon aus Steuern EUR 604.810,39 (EUR 879.915,65)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 1.985,04 (EUR 0,00)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.082.786,73 (EUR 1.250.431,22)
3.140.444,61 7.672.237,93
D. Rechnungsabgrenzungsposten 4.197,82 3.229,11
7.231.457,63 10.768.484,61

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Rohergebnis 18.088.051,71 21.802.694,87
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 2.936.888,23 4.028.596,76
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 373.848,48 560.707,36
- davon für Altersversorgung EUR 1.812,00 (EUR 2.808,23)
3.310.736,71 4.589.304,12
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 77.681,52 112.321,35
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 13.123.418,45 17.029.703,95
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.657,50 -485,26
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 194.083,64 211.165,06
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 421.742,14 2.862,29
8. Ergebnis nach Steuern 964.046,75 -143.147,16
9. sonstige Steuern 7.421,43 -635,68
10. Jahresüberschuss 956.625,32 -142.511,48
11. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.020.023,87 2.162.535,35
12. Bilanzgewinn 2.976.649,19 2.020.023,87

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Gesellschaft führt die Firma Sellvin AG und hat ihren Sitz in Hürth. Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 100420 eingetragen.

Der Jahresabschluss 2023 wurde nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB geltenden Rechnungslegungsvorschriften unter Anwendung der Regelungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes.

Sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden wurden zum 1. Januar 2023 aus der Bilanz des Vorjahres übernommen.

Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die auf die Posten von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Ausweisgrundsätze entsprechen den Vorschriften des Dritten Buches HGB (§§ 238 ff. HGB) unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften der §§ 264 ff. HGB für Kapitalgesellschaften.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten und, sofern Sie der Abnutzung unterliegen, abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger nutzungsbedingter Abschreibungen bilanziert. Die planmäßigen Abschreibungsdauern betragen zwischen 3 und 15 Jahren.

Vermögensgegenstände mit Anschaffungsdatum vor dem 1. Januar 2020 und einem Wert von EUR 150 bis EUR 1.000 werden analog steuerlicher Regelungen (§ 6 Abs. 2a EStG) mit einem Sammelposten erfasst, der jährlich zu 20% gewinnmindernd aufgelöst wird. Für Vermögensgegenstände, deren Nettoanschaffungskosten EUR 1.000 nicht übersteigen, wird wie im Vorjahr auch für das Geschäftsjahr 2023 das steuer- und handelsrechtliche Wahlrecht in Anspruch genommen, diese im Jahr der Anschaffung sofort abzuschreiben.

Roh,- Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Anwendung des FIFO-Verfahrens (First In First Out) und unter Beachtung des Niederstwertprinzips bilanziert. Wertminderungen wurden durch Abschläge unter Berücksichtigung der Altersstruktur berücksichtigt. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Im Geschäftsjahr 2023 waren keine Einzelwertberichtigungen zu bilden.

Die liquiden Mittel sind zu Nominalwerten angesetzt. Bankkonten in fremder Währung werden am Abschlussstichtag gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs bewertet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Im Geschäftsjahr 2023 sind keine passiven latenten Steuern zu bilden. Das Ansatzwahlrecht von aktiven latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB wurde nicht in Anspruch genommen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages passiviert.

Die Gewinnrealisierung aus dem Verkauf von Waren wird durch eine angemessene Rückstellung in Höhe der zu erwartenden Retouren angepasst. Berechnungsgrundlage für die Rückstellung bildet der retournierte Umsatz des auf den Abschlussstichtag folgenden Monats. Auf den Rohertrag als Differenz zwischen Umsatz und Wareneinsatz werden Rückversandkosten, welche die Gesellschaft trägt, sowie Bearbeitungskosten addiert. Neben dem Gewinnanteil werden somit erwartete Kosten für das Handling zurückgestellt.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden am Abschlussstichtag gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet.

III. Erläuterungen zur Bilanz zum 31.12.2023

Anlagevermögen

Hinsichtlich der Zusammensetzung und der Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 wird auf den dem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel verwiesen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Unter den immateriellen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Aufwendungen für eine in 2019 neu hergestellte Website der Gesellschaft aktiviert. Zum Bilanzstichtag ist die Website bis auf einen Erinnerungswert vollständig abgeschrieben.

Umlaufvermögen

Vorräte

Das Vorratsvermögen besteht zu überwiegenden Teilen aus Warenbeständen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr

Eigenkapital

Das Grundkapital der Aktiengesellschaft beträgt EUR 75.000. Es ist eingeteilt in 75.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stückaktien.

Im Bilanzgewinn in Höhe von EUR 2.976.649,19 ist ein Gewinnvortrag von EUR 2.020.023,87 enthalten. Die weitere Zusammensetzung des Eigenkapitals ergibt sich aus der Darstellung in der Bilanz. Gesetzliche Rücklagen gemäß § 150 AktG sind in geforderter Höhe gebildet.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen betreffen ausschließlich Ertragsteuern.

Sonstige Rückstellungen waren in Höhe von TEUR 363 (Vorjahr TEUR 384) zu bilden. Sie betreffen Rückstellungen für Retouren- und Gewährleistungen TEUR 102 (Vorjahr TEUR 107), Personalkosten TEUR 67 (Vorjahr TEUR 67), nicht abgerechnete Plattformgebühren TEUR 40 (Vorjahr TEUR 54), ausstehende Nebenkostenabrechnungen für gemietete Räume TEUR 55 (Vorjahr TEUR 50), Jahresabschluss- und Prüfungskosten TEUR 34 (TEUR 37), Rechnungen und sonstige TEUR 65 (Vorjahr TEUR 69).

Verbindlichkeiten

Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist ein gewährtes Nachrangdarlehen eines Kreditinstitutes von TEUR 1.000 passiviert. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 12.02.2024 und ist unbesichert. Darüber hinaus bestanden keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr TEUR 4.000). Die übrigen Verbindlichkeiten haben Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 29.271 (Vorjahr TEUR 35.902) betreffen im Wesentlichen Umsatzerlöse in Deutschland und den übrigen EU-Staaten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 13.123 (Vorjahr TEUR 17.030) enthalten im Wesentlichen mit TEUR 5.540 (Vorjahr TEUR 8.672) Fremdleistungen Amazon; Fracht und Verpackungskosten TEUR 3.942 (Vorjahr 3.988); Raum- und Lagerkosten TEUR 1.219 (Vorjahr TEUR 1.337); und mit TEUR 765 (Vorjahr 1.016) Werbe-, Reise- und Bewirtungskosten.

V. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verpflichtungen aus wesentlichen, befristeten Mietverträgen für die Anmietung von Gebäuden und Lagern betragen insgesamt TEUR 2.266, hiervon mit einer Laufzeit unter einem Jahr TEUR 1.103. Die Verträge haben unterschiedliche Laufzeiten bis maximal 31.03.2026.

Darüber hinaus bestanden zum 31.12.2023 Verpflichtungen aus Leasingverträgen unterschiedlicher Laufzeiten für Kraftfahrzeuge und sonstige Betriebsausstattung. Die für 2024 zu leistenden Raten betragen hierfür TEUR 39. Die Gesamtverpflichtung beläuft sich auf TEUR 77; die Verträge haben Laufzeiten bis maximal 14.02.2027.

2. Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres waren durchschnittlich 58 Arbeitnehmer (Vorjahr 72 Arbeitnehmer) beschäftigt. Davon entfallen auf Vollzeitbeschäftigte 44 (Vorjahr 62), auf Teilzeitbeschäftigte 4 (Vorjahr 6) und auf geringfügig Beschäftigte 10 (Vorjahr 4).

3. Vorstand

Der Vorstand der Sellvin AG setzte sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt zusammen:

Für die Dauer bis 14.01.2025 zum Vorstand bestellt:

Herr Holger Voß, Köln, Kaufmann, seit 15.01.2020

Herr Sascha Pusch, Köln, Kaufmann, seit 15.01.2020

Herr Henning Pröpper, Köln, Kaufmann, seit 15.01.2020

Herr Jan Henningsen, Köln, Kaufmann, seit 15.01.2020

Herr Vitalij Gurkov, Erkrath, Kaufmann, seit 15.01.2020

Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2023 gewährten Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betragen TEUR 1.006.

4. Aufsichtsrat

Als Mitglieder des Aufsichtsrats sind bestellt:

Herr Oliver Heidecker, Dreieich, Kaufmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Herr Volker Ekey, Köln, Rechtsanwalt, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Herr Konrad Bremer, Köln, Kaufmann

Die gewährten Aufsichtsratsvergütungen für das Geschäftsjahr 2023 belaufen sich auf TEUR 18.

5. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Das Nachrangdarlehen gegenüber einem Kreditinstitut in Höhe von TEUR 1.000 wurde planmäßig abgelöst.

6. Ergebnisverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft schlagen vor, den Jahresüberschuss und Teile des Gewinnvortrags in Höhe von insgesamt EUR 1.250.000 an die Aktionäre der Gesellschaft auszuschütten und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 1.726.649,19 auf neue Rechnung vorzutragen.

V. Unterzeichnung des Jahresabschlusses

 

Hürth, den 31. März 2024

Der Vorstand der Sellvin AG

Holger Voß

Sascha Pusch

Henning Pröpper

Jan Henningsen

Vitalij Gurkov

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs-/ Herstellungskosten
Wert 01.01.2023 Zugang Abgang Wert 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 118.015,33 0,00 0,00 118.015,33
118.015,33 0,00 0,00 118.015,33
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 555.461,42 8.523,47 0,00 563.984,89
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
555.461,42 8.523,47 0,00 563.984,89
673.476,75 8.523,47 0,00 682.000,22
Abschreibungen Bilanzwert
Wert 01.01.2023 Zugang Wert 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 104.629,33 7.581,00 112.210,33 5.805,00 13.386,00
104.629,33 7.581,00 112.210,33 5.805,00 13.386,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 377.912,42 70.100,52 448.012,94 115.971,95 177.549,00
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
377.912,42 70.100,52 448.012,94 115.971,95 177.549,00
482.541,75 77.681,52 560.223,27 121.776,95 190.935,00

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

a. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Gesellschaft firmiert unter dem Namen Sellvin AG. Sie hat ihren Sitz in Hürth und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 100420 eingetragen.

Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Vermarktung und der Vertrieb von Produkten und Produktideen für Verbrauchsgüter aller Art einschließlich deren Inverkehrbringung, Verkauf, Beratung und Fulfillment im Groß- und Einzelhandel, online wie offline und das Erbringen von IT-Dienstleistungen.

Der Fokus der Geschäftstätigkeit der Sellvin AG (im Folgenden Sellvin, Gesellschaft oder Unternehmen genannt) im Geschäftsjahr 2023 lag im internationalen E-Commerce mit dem Schwerpunkt in den Produktkategorien Heimtextilien, Künstlerbedarf und Home & Living.

Die Sellvin bietet Produkte unter den Eigenmarken ARTINA, BEAUTISSU, bomoe, SOLROYAL, MOORLAND und Toyfel an. Die Marke ARTINA steht für hochwertigen Künstlerbedarf in großer Auswahl von der Staffelei bis zur Farbe. BEAUTISSU ist eine etablierte Exklusivmarke, die für trendige Heimtextilien wie Bettwaren, Kissen, Hussen, Vorhänge oder Teppiche steht. Die Marke bomoe im Bereich Home & Living umfasst Deko- und Haushaltswaren im modernen und trendigen Design und mit hohen qualitativen Standards. SOLROYAL ist die exklusive Dachmarke für moderne Sicht-, Sonne- und Wetterschutzprodukte sowie ausgewählte Rollladenmotoren. MOORLAND bietet exklusive Produkte für Tierbedarf, Garten und Jagd. Unter der Marke Toyfel wird Holzspielzeug für den Innen- und Außenbereich subsummiert.

Die Gesellschaft vertreibt ihr Produktportfolio im elektronischen Handel (E-Commerce). Das Unternehmen ist auf Online-Plattformen in zahlreichen europäischen Ländern vertreten. Darüber hinaus werden spezielle Geschäftsbereiche über eigene Webshops angeboten und vertrieben.

b. Ziele und Strategien

Vision des Unternehmens ist der langfristige Aufbau einer globalen, digitalen und kundenorientierten Eigenmarkenwelt und nachhaltiges Wachstum. Die Pflege des bestehenden Produktportfolio und der Aufbau von neuen Markenwelten stellen den Fokus der Bestrebungen der Gesellschaft dar.

Durch gezielte Marketingstrategien und moderne Instrumente soll eine hohe Sichtbarkeit gegenüber den Kunden erreicht werden. Zum Einsatz kommen Suchmaschinenmarketing (SEA-Search Engine Advertising und SEO-Search Engine Optimization), Affiliate Marketing, Social Media, Newsletter Marketing und Display Advertising.

c. Geschäftsprozesse

Die Sellvin bildet die komplette Wertschöpfungskette von der Auswahl der Produkte für die Eigenmarken, dem Einkauf der Produkte, der Einlagerung und Lagerung der Produkte in eigenen Lägern, dem Web Content, dem Marketing und Vertrieb, der Auftragsabwicklung und Versand bis hin zum Kundenservice direkt ab. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2023 ausgewählte Artikel aus dem Sortiment der Gesellschaft im Rahmen des FBA (Fulfillment by Amazon) Fullservice bei Amazon gelagert und versandt.

Die Handelsware der Gesellschaft wird vorwiegend in Fernost und dem europäischen Ausland produziert. Das Unternehmen pflegt langjährige Geschäftsbeziehungen zu Dienstleistern und qualifizierten Herstellern weltweit. Dadurch besteht die Möglichkeit, schnell, effizient und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Durch die guten Verbindungen zu Produktionsstätten kann die Gesellschaft ihren Kunden attraktive Angebote in Bezug auf Preis und Qualität unterbreiten.

d. Forschung und Entwicklung

Als Vertriebs- und Handelsunternehmen betreibt die Gesellschaft keine Forschung und Entwicklung.

2. Wirtschaftsbericht

a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vom 15.01.2024 veröffentlichte das Statistische Bundesamt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2023. Hiernach ist das preis-bereinigte BIP in 2023 um 0,3 % zum Vorjahr gefallen. Dies bedeutet, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Rezession befand. Die hohe Inflation zehrte an der Kaufkraft der privaten Haushalte und ließ die Europäische Zentralbank die Leitzinsen kräftig anheben. Darunter litten die Konsum- und die Baukonjunktur, da die realen Haushaltseinkommen gesunken und die Finanzierungskosten gestiegen waren. Aber auch der Industriekonjunktur ging die Luft aus. Zwar verloren die angebotsseitigen Engpässe, die die Produktion im Jahr 2022 noch spürbar hemmten, zunehmend an Bedeutung. Allerdings machte sich nachfrageseitig zunehmend die Abkühlung der Weltkonjunktur bemerkbar. Denn vielerorts bremsten Notenbanken die Konjunktur durch rasche und kräftige Leitzinsanhebungen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Darüber hinaus ist eine merkliche Kehrtwende bei der Produktion in den energie-intensiven Industriezweigen in Deutschland trotz gesunkener Energiepreise ausgeblieben.

Die bei den Verbrauchern ankommenden Preissteigerungen resultierten in einem Konsumverzicht der privaten Haushalte. So verharrte die Sparquote derer in 2023 mit 11,3 % nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

In ihrer Herbstprojektion 2023 ging die Bundesregierung davon aus, dass sich die Wirtschaft erholt und für 2024 mit einem Wachstum des BIP in Höhe von 1,3 % gerechnet werden kann. Diese Wachstumsrate wurde im Frühjahr 2024 auf 0,2 % gesenkt. Der Sachverständigenrat- zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung skizziert in seinem Frühjahrs-gutachten 2024 darüber hinaus den andauernden Krieg in der Ukraine und den Konflikt im Nahen Osten als Risikofaktoren für die Weltwirtschaft. Neben der Gefahr, dass die Energie-preise erneut steigen, ist die weitere geld- und fiskalpolitische Ausrichtung unsicher, so der Sachverständigenrat. Sollte sich der Rückgang der Inflation im Euro-Raum verlangsamen, könnte dies die EZB veranlassen, Leitzinssenkungen zu verschieben. Gleichzeitig könnten bei der Planung der öffentlichen Haushalte zusätzliche Konsolidierungen für das Jahr 2025 notwendig sein. In beiden Fällen dürfte sich die wirtschaftliche Erholung erneut verzögern, nicht zuletzt, da ein weiterer Anstieg der wirtschaftlichen Unsicherheit das Investitionsklima zusätzlich belasten dürfte. Die Inflation dürfte im Jahresdurchschnitt 2024 mit 2,4 % rückläufig sein. Für das kommende Jahr erwartet der Sachverständigenrat ein preisbereinigtes BIP in Höhe von 0,9 % und eine Inflationsrate von 2,1 %.

Der Verbraucherpreisindex, auch Inflationsrate genannt, hat sich im Jahresdurchschnitt 2023 zum Vorjahr um 5,9 % erhöht. Die Jahresteuerungsrate erhöhte sich in Deutschland damit deutlich. Im Jahresdurchschnitt 2023 verteuerten sich Nahrungsmittel besonders stark um 12,4 %. Preise für Waren erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,3 %, für Energieprodukte um 5,3 % und für Dienstleistungen um 4,4 %.

Im Jahresdurchschnitt 2023 waren 45,9 Millionen Erwerbstätige im Inland beschäftigt. Dies entspricht einem Anstieg von 330 Tausend Beschäftigten. Die registrierte Arbeitslosenquote lag bei 5,7 %. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Ent-wicklung rechnet für 2024 mit einer zum Vorjahr leicht höheren Arbeitslosenquote von 5,8 %.

Die Entwicklung des Onlinehandels in Deutschland:

Das Wachstum im Onlinehandel bleibt 2023 recht verhalten. Immerhin ist mit einem Zuwachs von 1,0 % oder 800 MEUR auf 85,4 Mrd. EUR eine leicht positive Tendenz zu verzeichnen. Der Onlineumsatz ist damit 44,3 % höher als 2019, dem Jahr vor der Corona-Sonderkonjunktur. In der Branchenbetrachtung zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Alles, was das Zuhause schöner macht, hat 2023 insgesamt an Umsatz verloren. Wohnen und Einrichten minus 3,0%, Heimwerken und Garten minus 3,0 % und CE/Elektro minus 2,5 %. Produkte für die persönliche Ausstattung, Freizeit, Gesundheit, Ernährung und Schönheit lagen hingegen im Plus.

Der Onlineanteil am Gesamteinzelhandelsvolumen verringerte sich in 2023 auf 13,2 Prozent (Vorjahr 13,4 %). Der HDE Köln bezeichnet in seinem Online Monitor 2024 Preissteigerungen weiterhin als das Argument für Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Der Amazon Marktplatz stellt mit einem Umsatzanteil am Onlinehandel von 43,0 % in Deutschland die größte Handelsplattform dar. Der Amazon Eigenhandel sowie der Marktplatz hatten in 2023 einen Marktanteil am Onlinehandel von 60,0 %. Dies entspricht einem Zuwachs des Umsatzvolumens von 8,5 % zum Vorjahr. Die Sellvin bietet ihr Produktportfolio auf dem Amazon Marktplatz an und sieht sich zu den mittelgroßen Onlinehändlern zugehörig.

Seit April 2023 ist Temu in Deutschland verfügbar und hat eine rasante Wachstumskurve bis zu Platz drei der zugriffstärksten Onlineshops hingelegt. Doch die Anzahl der Besuchenden nimmt 2024 bereits wieder ab. Die Skepsis im Hinblick auf Bestellungen bei ausländischen Onlineshops scheint zu wachsen.

b. Geschäftsverlauf

Die Sellvin konnte im Geschäftsjahr 2023 die erzielten Umsatzerlöse des Vorjahres nicht erreichen. Die im Geschäftsjahr erzielten Umsatzerlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 MEUR auf 29,3 MEUR. Dies entspricht einem Umsatzrückgang in Höhe von 18,5 %. Absolut gesehen war der Umsatzrückgang der Marke BEAUTISSU mit 3,6 MEUR am größten. Dies entspricht einem Umsatzminus von 20,9 % zum Vorjahr. Auch beim Künstlerbedarf der Marke ARTINA mussten signifikante Umsatzrückgänge in Höhe von 1,7 MEUR und bei der Marke SOLROYAL in Höhe von 671 TEUR hingenommen werden. Alles in allem gab es keine Marke im Produktportfolio der Gesellschaft, bei der die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 zum Vorjahr gesteigert werden konnten.

c. Ertragslage

Wie oben beschrieben beliefen sich die Umsatzerlöse der Gesellschaft auf 29.271 TEUR (Vorjahr: 35.902 TEUR), was einem Rückgang um 18,5 % entspricht. Der Materialaufwand hat sich absolut um 2.843 TEUR verringert. Bezogen auf die Umsatzerlöse hat sich die Materialeinsatzquote um 0,7 %-Punkte verringert. Dementsprechend ist die Rohertragsmarge auf 61,7 % gestiegen. Auf Grund des im Vergleich zum Vorjahr geringeren Umsatzes hat sich jedoch der absolute Rohertrag auf 18.073 TEUR verschlechtert. Die negative Abweichung von 3.718 TEUR ist überwiegend auf den fehlenden Deckungsbeitrag aus dem reduzierten Umsatz zurückzuführen.

Dennoch hat sich das Ergebnis vor Steuern verbessert. Es betrug für das Geschäftsjahr 1.385 TEUR (Vorjahr: -140 TEUR) und das EBITDA betrug 1.653 TEUR (Vorjahr: 185 TEUR).

Maßgebliche Einflussfaktoren waren ein geringerer Personalaufwand sowie geringere betriebliche Aufwendungen. Hier sind insbesondere die Marktplatzgebühren zu nennen.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 27,8 % gesunken und betrug 3.311 TEUR (Vorjahr: 4.589 TEUR). Durchschnittlich waren 66 Arbeitnehmern (Vorjahr: 87 Arbeitnehmer) inklusive des Vorstands und Auszubildenden beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Umsatz pro Arbeitnehmer um 2,6 TEUR auf monatlich 37,0 TEUR (Vorjahr: 34,4 TEUR) erhöht.

Auf Grund einer beginnenden Eintrübung der Konjunktur im Frühjahr 2022 als Folge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine mit den Auswirkungen einer Rohstoff- und Energieknappheit sowie inflationären Entwicklungen hat der Vorstand der Gesellschaft im März 2022 beschlossen, die Personalstruktur aller Fachbereiche der Gesellschaft an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Einem geänderten Kaufverhalten der Verbraucher als Folge eines Kaufkraftverlustes wurde hierdurch entgegengewirkt und somit die finanzielle Stabilität der Gesellschaft gewährleistet. Der Abbau von Arbeitsplätzen erfolgte sozialverträglich. Darüber hinaus wurde auch seitens des Aufsichtsrats der Vorstand der Gesellschaft um ein Mitglied verkleinert. Die annualisierte Einsparung aus diesen Maßnahmen wurde im Geschäftsjahr 2023 erstmals sichtbar.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich insgesamt um 3.908 TEUR auf 13.123 TEUR (Vorjahr: 17.030 TEUR) reduziert. Dies liegt zum einen an geringeren Vertriebskosten, hier im Wesentlichen Plattformgebühren Amazon und Werbekosten, aber auch an geringeren Frachtkosten im Zusammenhang mit den gesunkenen Umsatzerlösen. Zum anderen hat die Gesellschaft von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Prime by Seller Partnerprogramm von Amazon zu implementieren. Hierbei wird ein Teil des Produktportfolios der Gesellschaft, welches zum Teil vormals über das Partnerprogramm FBA (Fulfillment by Amazon * ) auf dem Marktplatz angeboten worden ist, mit dem Prime-Logo aus dem eigenen Lager versandt. Dies spart Versandkosten in die Amazon Lager, Lagergebühren sowie Handlingkosten bei Amazon. Bezogen auf die im Geschäftsjahr 2023 erzielten Umsatzerlöse konnten so die Kosten der Warenabgabe durch die Verringerung des FBA-Geschäfts um 3,1 %-Punkte gesenkt werden, was einer Einsparung von ca. 900 TEUR entspricht.

* Fulfillment by Amazon. Der Full Service von Amazon ermöglicht es dem Händler, die gesamte logistische Auftragsabwicklung outzusourcen. Das beinhaltet sowohl die Warenannahme, die Lagerung, das Kommissionieren, den Versand und das Retourenmanagement, als auch die Kundenbetreuung.

Der Zinsaufwand belief sich auf 194 TEUR (Vorjahr: 211 TEUR) und war somit um 17 TEUR niedriger als im Vorjahr. Maßgeblich hierfür war die Aufnahme von kurzfristigen Terminkrediten zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen.

Der Jahresüberschuss beträgt 956 TEUR (Vorjahr: Jahresfehlbetrag 142 TEUR).

d. Finanzlage

Die liquiden Mittel zum Bilanzstichtag betrugen 347 TEUR (Vorjahr: 957 TEUR). Die Liquidität der Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

Zur weiteren Stärkung der Liquidität hat die Gesellschaft am 16. September 2021 mit ihrer Hausbank eine Rahmenvereinbarung über die Gewährung von Avalen, Akkreditiven und einer Kontokorrentlinie in Höhe von insgesamt 6.000 TEUR unterzeichnet. Bei 2.000 TEUR handelt es sich um eine Saisonlinie mit einer befristeten Laufzeit bis 30.05.2023.

Die Finanzierungsstruktur beinhaltet im Wesentlichen Lieferantenkredite, kurzfristige Bankkredite, Darlehen von nichtinstitutionellen Darlehensgebern sowie das Nachrangkapital der Hausbank in Höhe von 1.000 TEUR, sogenanntes Mezzaninekapital.

Die Gesellschaft hat ein Finanzmanagement mit dem Ziel implementiert, eine hinreichende Ausstattung des Unternehmens mit liquiden Mitteln zu gewährleisten. Es wird durch regel-mäßige Überprüfung der Liquiditätslage durch das Management gesteuert und kontrolliert.

e. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Sellvin hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 3.538 TEUR auf 7.231 TEUR verkürzt. Das Vermögen der Gesellschaft setzt sich vornehmlich aus dem Vorratsvermögen und flüssigen Mitteln zusammen. Die Passivseite weist neben dem Eigenkapital überwiegend kurzfristige Verbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.055 TEUR (Vorjahr: 1.397 TEUR), Darlehensverbindlichkeiten von Privatgläubigern sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kredit-instituten aus der Gewährung des Nachrangkapitals 1.000 TEUR aus. Der bestehende Kreditrahmen in Höhe von 4.000 TEUR wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Das Vorratsvermögen beinhaltet neben geleisteten Anzahlungen nahezu ausschließlich Waren für das operative Kerngeschäft der Gesellschaft. Die Reduzierung des Vorratsvermögens zum Bilanzstichtag um 2.471 TEUR auf 6.345 TEUR resultiert aus der bewussten Reduzierung des Lagerbestandes, um das gebundene Kapital der Gesellschaft zu reduzieren.

Die ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände der Gesellschaft sind kurzfristig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich mit 385 TEUR (Vorjahr: 565 TEUR) im Vergleich zum Vorjahr um 180 TEUR verringert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten, im Wesentlichen bestehend aus gewährten Darlehen von nicht institutionellen Darlehensgebern und aus Umsatzsteuer, sind um 168 TEUR gefallen. Die Nettodarlehensverbindlichkeiten am 31.12.2023 betrugen 462 TEUR.

Sonstige Rückstellungen waren in Höhe von 363 TEUR (Vorjahr 384 TEUR) zu bilden. Sie betreffen Rückstellungen für Retouren- und Gewährleistungen, Personalkosten, nicht abgerechnete Plattformgebühren, ausstehende Nebenkostenabrechnungen für gemietete Räume sowie Jahresabschluss- und Prüfungskosten.

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt 3.490 TEUR. Durch den Jahresüberschuss hat sich dieses um 957 TEUR erhöht. Die Eigenkapitalquote beträgt 48,3 % (Vorjahr: 23,5 %) und hat sich zum Vorjahr um 24,8 %-punkte verbessert.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a. Prognosebericht

Im Frühjahr 2024 ist die weltwirtschaftliche Entwicklung weiterhin von zahlreichen Unsicher-heiten geprägt. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine stellt hierbei den größten Unsicherheitsfaktor dar. Auch der Nahostkonflikt, der durch den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 eine neue Qualität erreicht hat, ist weiterhin ungelöst. Darüber hinaus könnten die Auswirkungen des Taiwan Konfliktes mit der Volksrepublik China sowie weitere Attacken der Huthi-Miliz im Suezkanal gestörte Lieferketten und weiter steigende Rohstoff- Verbraucher- und Energiepreise nach sich ziehen, welche sich in einer hohen Inflationsrate manifestieren. Wegen der Attacken der Huthi-Miliz fahren schon jetzt weniger Schiffe durch das Rote Meer. Die Frachtmengen sind bereits um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Um dem Angriff der Huthi-Miliz zu entgehen, nehmen die Reedereien den beschwerlichen Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf, was bereits negative Auswirkungen auf die Ladekapazitäten und Frachtraten hat. Des Weiteren könnten innenpolitische Gegebenheiten vermehrt Einfluss auf das Kaufverhalten der Konsumenten haben.

Bezüglich den Umsatzerwartungen für 2024 prognostiziert der HDE Köln in seinem Online Monitor 2024 einen Onlineumsatz in Höhe von 88,3 Mrd. EUR. Dies entspräche einer Steigerung zum Vorjahr von 3,4 %.

Die Planung für das Geschäftsjahr 2024 der Sellvin sieht Umsatzerlöse in Höhe von 30,0 MEUR vor. Dies entspricht einer Erhöhung zum Vorjahr um 700 TEUR. Durch die weitere Optimierung der implementierten operativen Steuerungsmaßnahmen erwartet der Vorstand der Gesellschaft auch in 2024 einen Jahresüberschuss. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024 haben sich die Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung bestätigt. So konnte mit 5,7 MEUR Umsatzerlösen ein positives Ergebnis vor Steuern erzielt werden. Das Nachrangdarlehen gegenüber einem Kreditinstitut in Höhe von 1.000 TEUR wurde planmäßig abgelöst. Da das erste Quartal des Geschäftsjahres für die Gesellschaft traditionell das Quartal mit den geringsten Umsatzerlösen ist, herrscht Zuversicht für die Geschäftsentwicklung der folgenden Quartale.

Insgesamt sieht sich das Unternehmen durch seine Strategie und die geplanten Maßnahmen als gut und zukunftsorientiert aufgestellt. Der Vorstand schätzt die Ausstattung der Gesellschaft mit liquiden Mitteln im Verhältnis zum erwarteten Geschäftsverlauf als ausreichend ein. Der Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen über erwartete Entwicklungen. Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen und sind naturgemäß mit Risiken und Unsicherheiten behaftet. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von den hier formulierten Aussagen abweichen.

b. Risiken

b1. Branchenrisiken

Die Gesellschaft unterliegt den branchenüblichen Risiken des Beschaffungs- und des Absatzmarktes.

Im Bereich der Beschaffung ist es essenziell, die Ware zum richtigen Zeitpunkt und in ausreichender Menge auf Lager zu haben, um versandfähig zu sein, die Kundennachfrage bedienen zu können und im Suchmaschinenranking nicht abzusacken. Da die Ware vorwiegend in Fernost und dem europäischen Ausland produziert wird und somit längeren Lieferzeiten unterliegt, ist der Disposition der Ware ein besonderes Augenmerk zu schenken. Es besteht das Risiko, dass auf Grund der geopolitischen Lage die Frachtraten steigen und die Lieferketten unterbrochen werden.

Das stetig steigende Paketvolumen wird von externen Dienstleistern versandt. Der Markt in Deutschland wird zum Großteil durch die Versender DHL, DPD, UPS, GLS, Hermes und auch das eigene Logistiknetzwerk von Amazon dominiert. Die Konzentration auf wenige Anbieter birgt die Gefahr von Preiserhöhungen, insbesondere durch die gestiegenen Treibstoffpreise, sowie in Stoßzeiten die Gefahr von Schlechtleistungen durch Verspätungen, welche sich negativ auf Produktrezensionen von Verbrauchern auswirken. Schon heute beziehen sich negative Bewertungen oftmals nicht auf das Produkt, sondern auf vermeintlichen Schlechtleistungen der Logistikpartner.

Trotz des Handels auf zahlreichen Online-Plattformen zeichnet sich auf der Absatzseite des Unternehmens eine größer werdende Abhängigkeit vom Amazon Marketplace ab, da dieser in Europa eine immer größere Bedeutung gewinnt. Um eine Risikostreuung zu erlangen, arbeitet das Unternehmen an der Anbindung weiterer nationaler-, und internationaler Onlinemarktplätze.

Abschließend muss festgehalten werden, dass der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, der Konflikt der Volksrepublik China mit Taiwan, der Nahostkonflikt und die Attacken der Huthi-Miliz im Suezkanal auch für den Onlinehandel erhebliche Risiken birgt. Die Dauer der Risiken können von der Gesellschaft nicht beeinflusst werden, somit ist diese nicht vorhersehbar.

b2. Leistungswirtschaftliche Risiken

Die Steuerung der Risiken des laufenden Geschäftsbetriebes und die Kontrollen des Vorstands in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt durch eine permanente Kontrolle der Kennzahlen im Unternehmen. Es wird eine stete Überwachung von Soll-Ist-Abweichungen vorgenommen. Bei Differenzen wird eine Ursachenanalyse durchgeführt, um kurz- und mittelfristig gegensteuern zu können.

b3. Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzrisiken bestehen in Form von Fremdwährungs- und Liquiditätsrisiken.

Im Fremdwährungsbereich besteht das Risiko, dass sich die Wechselkurse im Importgeschäft zum Nachteil für die Gesellschaft entwickeln. Währungsschwankungen im Bereich EUR-USD werden sowohl mit Preisverhandlungen auf der Einkaufsseite, als auch mit Preiserhöhungen auf der Absatzseite entgegengewirkt. Insbesondere die Preiserhöhungen auf der Absatzseite sind gut durchsetzbar, da die Produktbereiche des Unternehmens von sämtlichen Marktteil-nehmern so gut wie ausschließlich in Fernost produziert werden und somit ebenfalls den Herausforderungen des Währungsverfalls unterliegen.

b4. IT-Risiken

Als Onlinehändler legt die Gesellschaft besonderes Augenmerk auf Informationssicherheit. Durch ein stringentes Berechtigungskonzept sowie Firewall-Systeme wird der Zugriff auf Systeme und Daten gesteuert beziehungsweise eingeschränkt. Dem möglichen Verlust von sensiblen Daten oder Verfügbarkeitsbeschränkungen aufgrund von technischen Ausfällen wird durch regelmäßige Backups und gespiegelte Systeme begegnet.

Die am 25. Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt neue Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten. Sie erfordert Maßnahmen zur Anpassung der bestehenden IT-Systeme sowie die Einführung geeigneter organisatorischer Regelungen. Wichtige erforderliche Anforderungen wurden von der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt. Herausforderungen hinsichtlich des Datenschutzes ergeben sich mit der Anbindung neuer Plattformen, indem die internen Anforderungen mit den Datenschutz-anforderungen der Plattformbetreiber synchronisiert werden müssen. Hierzu werden in den jeweiligen Projekten geeignete Lösungen aufgesetzt. Die Einhaltung der DSGVO wird auf der Managementebene überwacht und durch einen TÜV zertifizierten, extern bestellten Datenschutzbeauftragten unterstützt.

b5. Gesamtrisiko

Das Gesamtrisiko, dem das Unternehmen ausgesetzt ist, ergibt sich aus den dargestellten Einzelrisiken und Marktpotenzialen. Diese Risiken werden laufend überwacht. Es können sich aber Risiken aus rechtlichen Unsicherheiten oder Fehlinterpretationen in Hinblick auf die Implementierung von in Kraft getretener Regularien und regulatorischer Änderungen ergeben.

c. Chancen

E-Commerce verzeichnet seit Jahren einen steigenden Anteil am Gesamtumsatz des Einzelhandels. Dieser Trend ist zwar abgeschwächt, wird sich aber in den Folgejahren weiter fortsetzen. Die konsequente Ausrichtung des Unternehmens auf E-Commerce, zusammen mit der kundenorientierten Entwicklung von eigenen Marken, bietet der Gesellschaft die Geschäftschancen, stark an diesem Wachstum zu partizipieren. Durch zusätzliche Investitionen in den Ausbau der Marketing- und Vertriebsaktivitäten will das Unternehmen das Neukundengeschäft wertorientiert steigern.

Die Gesellschaft ist durch ihre IT- und Prozessinfrastruktur in der Lage, Preiserhöhungen jederzeit und angebots- beziehungsweise nachfrageabhängig granular auf Artikel-, Landes- und Kanalebene umzusetzen. Durch das B2C-Geschäftsmodell und anders als bei klassischen Importeuren unterliegt die Gesellschaft nicht der Verhandlungsmacht von großen Abnehmern. Das gekoppelt mit einer starken Produkt-, Vertriebs- und Beschaffungs-managementstruktur sieht die Gesellschaft als Chance an. Dies gilt insbesondere in Zeiten, in denen schnelle, jedoch auch zwingend auf die aktuelle Marktsituation abgestimmte Maßnahmen notwendig sein werden.

Diese Kompetenzen und Chancen kann und will die Gesellschaft nutzen, um das Marktpotenzial national und international weiterhin auszuschöpfen.

4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Das Nachrangdarlehen gegenüber einem Kreditinstitut in Höhe von 1.000 TEUR wurde planmäßig abgelöst.

 

Hürth, den 31. März 2024

Der Vorstand der Sellvin AG

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

Bei dem beigefügten Jahresabschluss und Lagebericht handelt es sich um eine für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Der folgende Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers wurde zu dem vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht erteilt.

An die Sellvin AG, Hürth

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Sellvin AG, Hürth, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sellvin AG, Hürth, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, den 1. Juli 2024

Dr. Schornstein und Sauerland GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sauerland, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

während des abgelaufenen Geschäftsjahres haben wir den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und regelmäßig überwacht. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend schriftlich und mündlich über alle wesentlichen Entwicklungen. Wir haben uns wiederholt über die Geschäftslage des Unternehmens und die wesentlichen Situationen der einzelnen Geschäftsfelder, die Unternehmensplanung sowie die strategische Ausrichtung informieren lassen und den Vorstand beraten.

Zwischen den Sitzungen habe ich mich als Vorsitzender des Aufsichtsrats vom Vorstand fortlaufend über die aktuelle Geschäftsentwicklung und wesentlichen Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Wir waren in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung eingebunden und haben, soweit erforderlich, nach umfassender Beratung und Prüfung unsere Zustimmung erteilt.

Der vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer, die Dr. Schornstein & Sauerland GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz: Decksteiner Str. 80 in 50935 Köln, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 sowie den Lagebericht unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Nach abschließender Prüfung erheben wir keine Einwände gegen den Jahresabschluss und stimmen dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Abschluss der Sellvin AG gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Dem Vorschlag des Vorstands, unter Beachtung handels- und steuerrechtlicher Ausschüttungssperren sowie Covenants Vorschriften der die Gesellschaft finanzierenden Banken, den Jahresüberschuss der Gesellschaft des Geschäftsjahres 2023 in voller Höhe sowie einen Teil des Bilanzgewinns an die Aktionäre der Gesellschaft auszuschütten, schließen wir uns an.

 

Hürth den 17. Juli 2024

Für den Aufsichtsrat

Oliver Heidecker, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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