CURA Seniorencentrum Pasewalk GmbH
Französische Straße 53, 10117 Berlin, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marc Drescher seit 16.12.2024 | Prokura |
Katja Zessin seit 28.11.2023 | Prokura |
Jana Förste seit 14.7.2023 | Geschäftsführer |
Mario Ruano-Wohlers seit 30.7.2018 | Geschäftsführer |
Ennio Laviziano seit 19.2.2002 | Geschäftsführer |
Kerstin Becker seit 19.2.2002 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbHHamburgKonzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2021KonzernbilanzAKTIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2021
Konzernkapitalflussrechnung für 2021
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Konzerneigenkapitalspiegel für das Konzerngeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
Konzerneigenkapitalspiegel für das Konzerngeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Konzernanhang 2021A. Allgemeine AngabenDie Gesellschaft firmiert unter CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie ist beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 103237 im Handelsregister eingetragen. Der Konzernabschluss wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften (§ 290 ff. HGB) aufgestellt. Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind insgesamt im Anhang aufgeführt. B. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen 126 (Vorjahr: 125) inländische und ein (Vorjahr: ein) ausländisches Tochterunternehmen einbezogen worden, bei denen das Mutterunternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Im Konzernabschluss wird ein assoziiertes Unternehmen at Equity berücksichtigt. Von dem Verzicht auf eine Einbeziehung wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nach § 296 Abs. 2 HGB wird hinsichtlich sieben Gesellschaften Gebrauch gemacht. Diese Gesellschaften wurden wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht in den Konzernabschluss einbezogen:
Vollkonsolidiert wurden folgende Gesellschaften:
* Einbezug als Zweckgesellschaft gem. § 290
Abs. 2 Nr. 4 HGB
Im Berichtsjahr erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen wurde die CURA Häusliche Pflege Gladbeck GmbH. Folgendes assoziierte Unternehmen wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen:
Der Beteiligungsansatz hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Ausschüttungen und des negativen Ergebnisses um TEUR 13 auf TEUR 904 verringert. An der Immobilienfonds Kurklinik "Am schönen Moos" Bad Saulgau GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Bad Saulgau, ist der Konzern im Berichtsjahr mit ca. 45 % (Vorjahr: 45 %) als Kommanditist beteiligt. Weiterhin werden ca. 62 % (Vorjahr: 62 %) der Kommanditanteile an der Immobilienfonds Klinik-Erweiterung "Am schönen Moos" Bad Saulgau GmbH & Co. KG gehalten. Beide Gesellschaften werden wegen untergeordneter Bedeutung (Buchwert TEUR 46, Vorjahr: TEUR 46) nicht at equity bewertet. Bei den drei gemeinnützigen GmbHs handelt es sich um Gesellschaften, bei denen es aufgrund der Bestimmungen im Gesellschaftsvertrag für die Gesellschafterin mit Ausnahme ihrer eingezahlten Kapitalanteile und des gemeinen Werts ihrer geleisteten Sacheinlagen andauernde Beschränkungen in Bezug auf das Vermögen und das Ergebnis gibt. Der Jahresfehlbetrag der drei gemeinnützigen Gesellschaften im Geschäftsjahr 2021 belief sich auf TEUR 824, das Eigenkapital beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 5.394. Der Konzernabschluss der CURA GmbH stellt zugleich den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen dar. C. BilanzstichtagStichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Dezember. D. KonsolidierungsgrundsätzeDie Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß der Erwerbsmethode nach der Neubewertungsmethode. Danach wird das konsolidierungspflichtige Eigenkapital mit einem Betrag angesetzt, der sich aus einer vollständigen Neubewertung aller Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ergibt. Danach verbleibende aktive Unterschiedsbeträge betreffen Geschäfts- oder Firmenwerte, die planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von bis zu 20 Jahren abgeschrieben werden. Die Nutzungsdauer wird aufgrund der durchschnittlichen Laufzeit der Mietverträge von mehr als 20 Jahren und dem langen Lebenszyklus der Pflegeprodukte und -betriebe auf bis zu 20 Jahre geschätzt. Kann die voraussichtliche Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden, werden planmäßige Abschreibungen über einen Zeitraum von 10 Jahren vorgenommen. Zum Bilanzstichtag wird ein Niederstwerttest durchgeführt. Sollte eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen. Aus dem Erwerb der Mehrheit der Anteile an der IRYO-Unternehmensgruppe, weiterer Anteile an der MATERNUS AG im Geschäftsjahr 2008 durch die CURA GmbH, durch im Teilkonzernabschluss 2007 der MATERNUS AG konkretisierte Geschäfts- oder Firmenwerte und durch im Geschäftsjahr erworbene Anteile einer Zweckgesellschaft resultieren am Bilanzstichtag aktive Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 7.415. Hiervon entfallen TEUR 4.198 auf den MATERNUS-Teilkonzern. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt grundsätzlich auf den Erwerbsstichtag. Bei sukzessivem Erwerb erfolgt die Konsolidierung erst zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Zwischenergebnisse werden eliminiert, sofern sie nicht für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen sind gegeneinander aufgerechnet worden. Die Kapitalkonsolidierung bei Anwendung der Equity-Methode erfolgt zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist, nach der Buchwertmethode. Die Erhöhung oder Verringerung des Buchwertansatzes bei Folgebewertung wird im Anlagenspiegel als Zugang bzw. Abgang dargestellt. Bei assoziierten Unternehmen liegt der Anteil zwischen 20 % und 50 %. Aktive Unterschiedsbeträge aus Anwendung der Equity-Methode werden, soweit möglich, in einer statistischen Nebenrechnung den Vermögensgegenständen und Schulden zugeordnet. Es werden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie im Konzern angewendet. E. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie für die Aufstellung des Abschlusses maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 wurde unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches unter dem Gesichtspunkt der Unternehmensfortführung aufgestellt. Für die Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Die in den Konzernabschluss nach § 300 Abs. 2 HGB übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich einheitlich bewertet. Eine Anpassung nach § 308 Abs. 2 HGB erfolgte daher nicht. Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten erfasst und werden - sofern abnutzbar - planmäßig entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden angemessene Teile der notwendigen Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten einbezogen. Bauzeitzinsen werden eingerechnet, soweit diese nach den Regelungen des HGB aktivierbar und eine Berücksichtigung der erhöhten Abschreibungen im Pflegesatz möglich ist. Die Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer grundsätzlich nach der linearen Methode. Abweichend hiervon werden zwei in Vorjahren angeschaffte Bauten degressiv in der Weise abgeschrieben, dass in den ersten acht Jahren jeweils 5 %, in den folgenden sechs Jahren jeweils 2,5 % von den Herstellungskosten verrechnet und anschließend die Restbuchwerte linear auf die Restnutzungszeiten von insgesamt 36 Jahren verteilt werden. Bei Zugängen zu den Sachanlagen wird die Abschreibung pro rata temporis berücksichtigt. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über EUR 250 und bis EUR 1.000 werden in einem Sammelposten zusammengefasst und im Jahr der Anschaffung und in den folgenden vier Geschäftsjahren jeweils mit einem Fünftel der Anschaffungskosten linear abgeschrieben. Diese Vermögensgegenstände werden am Ende desjenigen Geschäftsjahres, in dem der Sammelposten vollständig abgeschrieben ist, im Anlagenspiegel als Abgang erfasst. Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten innerhalb des Finanzanlagevermögens angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Sofern die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zu den Anschaffungskosten. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten aktiviert und unter Berücksichtigung von Bewertungsvereinfachungsverfahren sowie dem ggf. niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Bewertung der unfertigen Leistungen im Klinik-Bereich zu Herstellungskosten erfolgt im Rahmen einer retrograden Bewertung ausgehend von den voraussichtlichen Erlösen. Die Bewertung der unfertigen Leistungen im Bau-Bereich erfolgt zu Herstellungskosten. In die Herstellungskosten werden angemessene Teile der notwendigen Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten einbezogen. Wertminderungen aus erkennbaren Risiken sind nicht gegeben. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten (in der Regel zum Nennwert) unter Abzug gebotener Wertberichtigungen angesetzt; für das allgemeine Kreditrisiko bestehen pauschale Abschläge. Die liquiden Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Latente Steuern werden für alle temporären und quasi-permanenten Differenzen zwischen steuerlichen Bilanzansätzen und den Bilanzansätzen in dem Konzernabschluss ermittelt. Dies gilt auch für aufgedeckte stille Reserven im Rahmen der Kapitalkonsolidierung. Ausgenommen sind hiervon bei der Kapitalkonsolidierung aufgedeckte originäre Geschäfts- oder Firmenwerte und sogenannte outside basis differences (§ 306 Satz 4 HGB). Aktive latente Steuern werden auch für steuerliche Verlustvorträge berechnet, die auf der Grundlage der aktuellen Unternehmensplanungen in einem Zeitraum von bis zu 5 Jahren genutzt werden können. Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden unverrechnet angesetzt; aktive latente Steuern werden entsprechend § 274 HGB auf der Aktivseite unter entsprechender Bezeichnung aktiviert, passive latente Steuern auf der Passivseite unter entsprechender Bezeichnung passiviert. Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die nach derzeitiger Rechtslage zum Realisationszeitpunkt voraussichtlich zur Anwendung kommen. Die wesentlichen Leistungen des Konzerns sind gewerbesteuerbefreit. Latente Steuern für Gewerbesteuer werden nur berücksichtigt, wenn es entsprechende Unterschiede bei rechtlich selbständigen Tochterunternehmen gibt, die in den nächsten fünf Jahren aufgrund bestehender Verlustvorträge nicht zu Gewerbesteuerzahlungen führen werden. Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag bilanziert. Nicht beherrschende Anteile werden unter Berücksichtigung von erfolgswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen (insbesondere Schuldenkonsolidierung) bilanziert. Aktive und passive Ausgleichsposten werden saldiert. Zum 31. Dezember 2021 wurden aktive Ausgleichsposten in Höhe von TEUR 5.213 mit passiven Ausgleichsposten in Höhe von TEUR 2.975 saldiert. Zuwendungen Dritter, die im Zusammenhang mit der Beschaffung von Anlagegegenständen gewährt werden (Investitionszuschüsse), werden in einen gesonderten Passivposten eingestellt. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt parallel zu den Abschreibungen des Investitionsgutes. Die Pensionsrückstellungen werden auf der Basis der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach dem Barwertverfahren unter Verwendung des von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer zugrunde gelegten Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 298 Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB) von zurzeit 1,87 % p. a. berechnet. Des Weiteren wurde ein Rententrend von 2 % p. a. berücksichtigt. Die Rückstellung betrifft ausschließlich Pensionäre und Hinterbliebene. Lohn- und Gehaltssteigerungen sind bei der Berechnung nicht anzusetzen. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 27 (Vj. TEUR 43). Bei der Bildung der übrigen Rückstellungen werden alle ungewissen Verbindlichkeiten, drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und innerhalb der nächsten drei Monate nachzuholende im Geschäftsjahr 2021 unterlassene Instandhaltungen berücksichtigt. Die Steuerrückstellungen und übrigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. F. Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungAnlagevermögenDie Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Die Werthaltigkeit des bilanzierten Immobilienvermögens ist überwiegend durch Immobiliengutachten nachgewiesen, die für die bilanzierten Immobilien einen Wert von EUR 441,6 Mio. ausweisen. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeSämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren insbesondere aus laufendem Verrechnungsverkehr. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Verwahrgelder in Höhe von TEUR 2.033 (Vorjahr: TEUR 1.935) ausgewiesen. Diese betreffen Taschengelder der Bewohner und unterliegen Verfügungsbeschränkungen. In den sonstigen Verbindlichkeiten ist ein entsprechender Betrag enthalten. Die Taschengelder werden von CURA für die Bewohner treuhänderisch verwaltet. Eine Auszahlung an die Bewohner erfolgt nach Bedarf. Aktive latente SteuernDer latente Steuerabgrenzungsposten betrifft Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer auf Verlustvorträge und entwickelte sich wie folgt:
Die aktiven latenten Steuern beruhen auf:
Hinsichtlich der Steuersätze wird bei den latenten Steuern mit dem aktuellen Körperschaftsteuersatz (15 %) unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags (5,5 % der Körperschaftsteuer) gerechnet. Aufgrund der überwiegend gewerbesteuerbefreiten Tätigkeiten des Konzerns, mit Ausnahme der Servicegesellschaften, und der bestehenden gewerbesteuerlichen Verlustvorträge rechnet der Konzern kurz- und mittelfristig nicht mit Gewerbesteuerverpflichtungen. Lediglich auf den gewerbesteuerlichen Verlustvortrag von einigen wenigen Gesellschaften wurden aktive latente Steuern (Steuersatz 14,0 %) berechnet. Ansonsten wurde die Gewerbesteuer bei den Berechnungen (nutzbare steuerliche Verlustvorträge; sonstige temporäre und quasi-permanente Differenzen) grundsätzlich außer Ansatz gelassen mit Ausnahme von temporären und quasi-permanenten Differenzen bei rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften, die keinen steuerlichen Verlustvortrag haben und gewerbesteuerpflichtig sind. Diese Ausnahme trifft bei der Berechnung der latenten Steuern zum 31. Dezember 2021 nicht zu. EigenkapitalIm Einzelabschluss der CURA GmbH wird zum 31. Dezember 2021 ein Bilanzverlust in Höhe von TEUR 2.699 (Vorjahr: TEUR 4.778) ausgewiesen. Der Konzernbilanzgewinn enthält einen Gewinnvortrag von TEUR 29.062 (Vorjahr: TEUR 31.358). RückstellungenVon den sonstigen Rückstellungen entfallen TEUR 7.144 (Vorjahr: TEUR 7.702) auf den Personalbereich, TEUR 4.853 (Vorjahr: TEUR 3.560) auf ausstehende Rechnungen und TEUR 1.095 (Vorjahr: TEUR 915) auf Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten. Des Weiteren sind erstmalig TEUR 3.146 für die Rückzahlung von Coronafördergeldern zurückgestellt worden. VerbindlichkeitenVon den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 163.263 durch Buchgrundschulden besichert. Weiterhin sind als Sicherheit für die Verbindlichkeiten aus der RBI Finanzierung (Raiffeisen Bank International AG, Wien) Geschäftsanteile an 24 Tochterunternehmen und die Bankkonten von zwei Tochterunternehmen verpfändet. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte besichert. Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren aus dem laufenden Verrechnungsverkehr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen Darlehensverbindlichkeiten und aufgelaufene Zinsen. Passive Latente SteuernDie passiven latenten Steuerabgrenzungsposten betreffen Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag und entwickelten sich wie folgt:
Die passiven latenten Steuern beruhen auf:
UmsatzerlöseVon den Umsatzerlösen vor Konsolidierung entfallen im Wesentlichen TEUR 198.362 (Vorjahr: TEUR 195.237) auf den Pflegebereich und TEUR 42.190 (Vorjahr: TEUR 43.993) auf den RehaBereich. Die Umsatzerlöse werden ausschließlich in Deutschland erzielt. Periodenfremde Erträge und AufwendungenIn den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.539 (Vorjahr: TEUR 1.727) und in den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 2.069 (Vorjahr: TEUR 2.216) enthalten. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen belaufen sich auf TEUR 1.647 (Vorjahr: TEUR 1.768) und betreffen im Berichtsjahr insbesondere Rückstellungen für Rechtsrisiken sowie Personalkosten und ausstehende Rechnungen. Die Materialaufwendungen enthalten periodenfremde Posten in Höhe von TEUR 728 (Vorjahr: TEUR 344), die Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR - 3), die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.354 (Vorjahr: TEUR 1.895) sowie die sonstigen Steuern Aufwendungen von TEUR 717 (Vorjahr: TEUR - 625). Von den Zinserträgen sind TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 58) periodenfremd, von den Zinsaufwendungen TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 284). ErtragsteuernDie ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen in Höhe von TEUR 3.480 Aufwendungen für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer sowie in Höhe von TEUR 201 Aufwendungen aus latenten Steuern. Diese setzen sich aus Aufwendungen aus latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 173 und Erträgen aus latenten Steuern aufgrund von temporären Differenzen in Höhe von TEUR 374 zusammen. In den Aufwendungen für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.138 (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von TEUR 91) enthalten. G. Sonstige AngabenSonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle GeschäfteDie Aufwendungen aus Miet- und Pachtverträgen werden im Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich EUR 13,3 Mio. betragen. Für die Mietverträge beläuft sich der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf EUR 94,6 Mio. Darüber hinaus bestehen im Geschäftsjahr 2021 diverse Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsausstattung und für Fahrzeuge. Diese Leasingverträge dienen der mittelfristigen Verbesserung der Liquiditätssituation. Der Bruttobetrag für die außerbilanziellen Geschäfte beträgt für das Jahr 2022 voraussichtlich TEUR 927 und für die Folgejahre weitere TEUR 943. Vorteile bestehen u. a. in der kurzen Vertragsbindung, da die Ausstattung bei eintretendem technischem Fortschritt in bestimmten Fällen ausgetauscht werden kann. Risiken bestehen in der unkündbaren Grundmietzeit sowie den prinzipiell höheren Refinanzierungskosten. HaftungsverhältnisseDie Tochtergesellschaft Reha-Klinik Am Schönen Moos Gesellschaft mbH, Bad Saulgau, haftet als Komplementärin persönlich für die Verbindlichkeiten zweier Immobilienfonds. Die Haftung ist auf das Vermögen der Komplementärin (Eigenkapital der Komplementärin am 31. Dezember 2021 : TEUR 25) begrenzt. Aufgrund des Erwerbs der Immobilien durch CURA und einer vollständigen Ablösung der Bankverbindlichkeiten der Immobilienfonds wird mit einer Inanspruchnahme aus dieser unbeschränkten Haftung nicht gerechnet. ArbeitnehmerIm Geschäftsjahr 2021 wurden im Konzern durchschnittlich 4.935 (Vorjahr: 5.101) Arbeitnehmer beschäftigt. Hiervon entfallen 2.184 (Vorjahr: 2.284) Arbeitnehmer auf den MATERNUS-Teilkonzern, 229 (Vorjahr: 239) Arbeitnehmer auf den IRYO-Teilkonzern und 2.522 (Vorjahr: 2.578) Arbeitnehmer auf die restlichen CURA-Gesellschaften (bisheriger Konzern). Von den Arbeitnehmern sind 2.666 (Vorjahr: 2.689) Pflegekräfte, 492 (Vorjahr: 551) Catering-Mitarbeiter, 410 (Vorjahr: 424) Reinigungskräfte und 72 (Vorjahr: 148) Hauswirtschaftsmitarbeiter. Vergütung GeschäftsführungIn Bezug auf die Geschäftsführervergütung wird von der Befreiungsregel entsprechend § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. KapitalflussrechnungDer Finanzmittelfonds ist der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. In der Kapitalflussrechnung entspricht er dem Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten". Der Finanzmittelfonds setzt sich ausschließlich aus frei verfügbaren Mitteln in Höhe von TEUR 47.137 (Vorjahr: TEUR 40.056) zusammen. Die der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordneten gezahlten Ertragsteuern betrugen im Geschäftsjahr 2021 TEUR 1.882 (Vorjahr: TEUR 1.302). Die gezahlten Zinsen betrugen TEUR 2.873 (Vorjahr: TEUR 6.855) und die erhaltenen Zinsen betrugen TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 43). Erklärung zum Corporate Governance KodexIm April 2021 hat der Vorstand der MATERNUS AG die Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft www.maternus.de dauerhaft zugänglich gemacht. Honorar des KonzernabschlussprüfersDas vom Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete oder zu berechnende Honorar beträgt:
Daneben erhält der Abschlussprüfer TEUR 10 für Bestätigungsleistungen im Zusammenhang zur Aufstellung von umlagepflichtigen Strommengen der CURA Energie GmbH, Berlin. Steuerberatungsleistungen und andere Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer sind nicht angefallen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIm Geschäftsjahr 2021 bestehen folgende Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen:
In 2014 hat die CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 3.771 erhalten. Das Darlehen wird mit 8,5 % p.a. verzinst. Zum Geschäftsjahrende beträgt dieses Darlehen noch TEUR 193. Es besteht außerdem ein Darlehen an die ZVG Verwaltungs- und Dienstleistungsgesellschaft für Senioren- und Pflegeheime mbH, welche mit 2 % p. a. verzinst wird. Zum Geschäftsjahrende beträgt dieses Darlehen noch TEUR 817. Es bestehen seitens der CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH keine Forderungen und somit keine Zinserträge aus Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach Abschluss des Geschäftsjahres 2021 sind neben der anhaltenden Unsicherheit bezüglich der Aussagekraft von Auswirkungen von Corona der Eintritt des Ukraine-Russland Konfliktes aufgetreten. Dadurch ergeben sich Auswirkungen auf Energiebezugspreise, Belegung und voraussichtlich Personal. Mögliche Bezifferungen von Auswirkungen daraus können noch nicht vollständig getätigt werden. Daneben ist die einrichtungsbezogene Impflicht in allen Bundesländern in verschiedenen Ausprägungsformen eingetreten. Mögliche Auswirkungen auch daraus können nicht abschließend beurteilt werden. Die Versorgung von Bewohnern wird jedoch weiterhin gewährleistet sein. Insgesamt ergeben sich jedoch keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die das im vorliegenden Konzernabschluss vermittelte Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen und somit wesentliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf des Konzerns haben werden. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlägt vor, den Bilanzverlust des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 2.699 auf neue Rechnung vorzutragen. Aufstellungs-, Prüfungs- und OffenlegungserleichterungenDie nachfolgend aufgeführten Gesellschaften machen von der Befreiung der §§ 264 Abs. 3, 264b HGB (Inanspruchnahme von Erleichterungen bei der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung von Jahresabschlüssen) gebrauch: CURA Seniorencentrum Halle-Silberhöhe GmbH, CURA Seniorencentrum Pasewalk GmbH, CURA Seniorencentrum Ahrensbök GmbH, CURA Seniorencentrum Stollberg GmbH, CURA Seniorencentrum Husum GmbH, CURA Seniorencentrum Lübeck GmbH, CURA Seniorencentrum Bad Sassendorf GmbH, CURA Seniorencentrum Lilienthal GmbH, CURA Seniorencentrum Zeven GmbH, CURA Seniorencentrum Borgstedt GmbH, CURA Seniorencentrum Bergedorf GmbH, CURA Seniorencentrum Oldenburg Mittagsweg GmbH, CURA Seniorencentrum Langenhorn GmbH, CURA Seniorencentrum Halle Lutherbogen GmbH, CURA Betreutes Wohnen Oelsnitz GmbH, CURA Seniorencentrum MEINERSDORF gGmbH, CURA Seniorencentrum Gelsenkirchen GmbH, Seniorencentrum Kolpingstraße Gladbeck GmbH, CURA Seniorencentrum Oelsnitz gGmbH, CURA Seniorencentrum Klingenthal GmbH, CURA Seniorencentrum Heiligenhafen GmbH, CURA Behindertencentrum Klingenthal gGmbH, CURA Pflegecentrum Tarp GmbH, CURA Seniorenwohnanlage Haus Lerchenberg GmbH, CURA Seniorencentrum Maschen GmbH, CURA Seniorencentrum Winsen GmbH, CURA Seniorencentrum Emden GmbH, CURA Seniorencentrum Verden GmbH, CURA Seniorencentrum Ottendorf GmbH, CURA Seniorencentrum Hohenwestedt GmbH, CURA Häuslicher Pflegedienst Sachsen GmbH, CURA Häuslicher Pflegedienst Oldenburg GmbH, CURA Seniorencentrum Bruchsal GmbH, CURA Hausnotrufdienst GmbH, Akutklinik Am schönen Moos GmbH, Fachklinik + Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinik Am schönen Moos Saulgau GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum Bad Saulgau GmbH, CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH, CURA Seniorenwohn- und Pflegeheime Dienstleistungs GmbH, IRYO Gesellschaft für Gesundheitsmanagement mbH, CURA Institut für innovatives Qualitätsmanagement im Gesundheits- und Sozialwesen GmbH, CURA Seniorenwohn- und Pflegeheime Beteiligungs-GmbH, CURA Personalservice GmbH, C & W Albrecht Beteiligungsgesellschaft mbH, CURA 12. Seniorencentrum GmbH, CURA 13. Seniorencentrum GmbH, CURA Seniorencentrum Bergedorf Liegenschafts-Verwaltungs GmbH, SENIO-BAU GmbH, CURA 22. Seniorencentrum GmbH, Reha-Klinik Am schönen Moos Gesellschaft mbH, CURA Finanzierungs GmbH, Caretalents GmbH, CURA 27. Seniorencentrum GmbH, CURA 28. Seniorencentrum GmbH, CURA Energie GmbH, Immobilienfonds Bad Saulgau GmbH, CURA 31. Seniorencentrum GmbH, RECATEC Nordrhein-Westfalen Dienstleistungs GmbH, RECATEC Niedersachsen Dienstleistungs GmbH, RECATEC Süd Dienstleistungs GmbH, RECATEC Ost Dienstleistungs GmbH, RECATEC Nord Dienstleistungs GmbH, RECATEC Hamburg Dienstleistungs GmbH, CURA Seniorencentrum Halle Liegenschafts GmbH, CURA Seniorencentrum Pasewalk Liegenschafts GmbH, Liegenschaftsgesellschaft Triftstraße 1a Ahrensbök mbH, CURA Seniorencentrum Stollberg Liegenschafts GmbH, CURA Seniorencentrum Husum Liegenschafts GmbH, Liegenschaftsgesellschaft Mecklenburger Straße 20 Lübeck mbH, Kondar Onroerend Goed B.V., CURA Maschen Lilienthal Liegenschafts GmbH, Liegenschaftsgesellschaft Rendsburger Pflegeimmobilien mbH, CURA Seniorencentrum Bergedorf Liegenschafts GmbH, Klinik am schönen Moos III GmbH & Co. KG, HERRENHAUS SEEDORF Liegenschaftsgesellschaft mbH, St. Laurentius Liegenschaftsgesellschaft mbH, Berlin Lehrter Stadtquartier MK 6 Süd GmbH, CURA 32. Seniorencentrum GmbH, CURA Altenpflegeheim Geborgenheit -Leipzig GmbH, CURA 33. Seniorencentrum GmbH, ZVG Bayerwald-Klinik Liegenschaftsgesellschaft mbH, Liegenschaftsgesellschaft Richard-Horn-Straße Halle mbH, Liegenschaftsgesellschaft Grenobler Straße Halle mbH, CURA Häusliche Pflege Gladbeck GmbH Die Tochtergesellschaften der MATERNUS-Kliniken Aktiengesellschaft, Berlin, die von der Befreiung der §§ 264 Abs. 3 und 264b HGB Gebrauch machen, sind im Konzernabschluss dieser Gesellschaft genannt.
Hamburg, den 10. Juni 2022 Geschäftsführung gez. Dr. Hartmut Clausen gez. Mario Ruano-Wohlers Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2021
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021A. GRUNDLAGEN DES KONZERNS1. Unternehmenssituation und KonzernstrukturDie CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH ist seit 1995 im Bereich des deutschen Gesundheitsmarktes aktiv und betreibt Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen, Rehabilitationskliniken und erbringt ergänzende Dienstleistungen. Die Mehrheiten der Anteile an der MATERNUS-Kliniken-Aktiengesellschaft, Berlin, (im Folgenden: MATERNUS AG) wurde in 2007 und an der IRYO Gesellschaft für Gesundheitsmanagement mbH, Berlin, (im Folgenden: IRYO GmbH) im April 2008 übernommen. Insgesamt gehören 47 Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen, 8 häusliche Pflegedienste, 7 Hausnotrufdienste, 2 Tagespflegen sowie 4 Fach- und Rehabilitationskliniken zur CURA-Unternehmensgruppe. Die Kernaktivität besteht in der stationären Pflege. Durch Wachstum in vorgelagerte Stufen wie Hausnotrufdienste und ambulante Dienste verfügt der Konzern über ein breit gestreutes Portfolio an Serviceleistungen rund um die Betreuung von Senioren, Menschen mit Behinderung und kranken Menschen. Die CURA-Unternehmensgruppe bedient damit das gestiegene Bedürfnis von Senioren nach Sicherheit sowie qualifizierter Unterstützung in den eigenen vier Wänden. Das Bestreben ist hierbei, Senioren zu unterstützen, die in ihrem sozialen Umfeld bleiben möchten, aber aufgrund des hohen Alters oder bestehender Erkrankungen bereits auf eine erste Pflege und übrige Hilfestellungen angewiesen sind. Zum 31. Dezember 2021 hält die CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH, Hamburg, (im Folgenden: CURA GmbH) unmittelbar bzw. mittelbar 81,70 % des Grundkapitals und der Stimmrechte an der börsennotierten MATERNUS AG und 90,33 % des Grundkapitals und der Stimmrechte an der börsennotierten und in Insolvenz befindlichen YMOS AG, Obertshausen. Des Weiteren hält die CURA GmbH unmittelbar 94,8 % des Stammkapitals der IRYO GmbH. Damit besteht jeweils ein Abhängigkeitsverhältnis zur CURA GmbH. An der Abenia Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz, (im Folgenden: Abenia KG) ist die CURA GmbH mittelbar mit 94 % des Kommanditkapitals beteiligt und hält 10 % der Stimmrechte. 2. UnternehmenszieleDie CURA-Unternehmensgruppe verfügt über eine strukturelle Plattform, um mittelfristig weiteres Wachstum zu generieren und die hierfür notwendigen Managementkapazitäten vorzuhalten. In der aktuellen Unternehmenssituation stehen aber zunächst die Optimierung und das organische Wachstum an bestehenden Standorten im Vordergrund. Daneben wird ein weiterer Ausbau der gesamten Leistungsangebote (Kurz- und Tagespflege) sowie von vorgelagerten Versorgungsangeboten erfolgen. CURA trägt hiermit der aktuellen Politik im Gesundheitswesen sowie der Gesetzgebung in verstärktem Maße Rechnung, die häusliche und ambulante Pflege in Deutschland weiter zu stärken. Eine dauerhafte Gewinnung und Bindung von Fachkräften mit dem Ziel, den Arbeitsplatz gegenüber Mitbewerbern deutlich attraktiver zu gestalten und hierdurch den Anteil der Fremdarbeit und Fluktuation im Konzern zu reduzieren, stehen dabei im Vordergrund. Eine klare Kommunikation unserer Alleinstellungsmerkmale gegenüber dem Wettbewerb ist hierbei wichtig. Der Austausch medizinischer und pflegerischer Konzepte ermöglicht uns in beiden Segmenten eine bedarfsspezifische, qualitativ hochwertige Versorgung alter und betagter Menschen. Durch den verstärkten Ausbau von Pflegeeinrichtungen zu Komplexstandorten mit Betreutem Wohnen, aber auch ambulanten Pflegediensten und zusätzlichen Leistungen wie Hausnotrufdiensten soll das Leistungsangebot von MATERNUS weiter verbessert und kontinuierlich ausgebaut werden. Am Pflegestandort Köln ist dies bereits erfolgt und dient als Muster für einen weiteren Ausbau in Nordrhein-Westfalen als auch den Bundesländern, in denen das Unternehmen weitere Einrichtungen betreibt. Die Neu- und Nachverhandlung bestehender Mietverträge dient dem Ziel, unseren Kunden weiterhin attraktive und damit auch konkurrenzfähige Pflegeentgelte anbieten zu können. Die Mietkonditionen sind hierbei anders als in der Vergangenheit an die Strukturen der Investitionskostenvergütungen mit den Kostenträgern zu koppeln. 3. StrategieIntegraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns ist die Leistungsqualität, sie bildet die Basis für unsere Aktivitäten in der Pflege und Rehabilitation. Als integrierter Pflegeanbieter verfolgen wir die Strategie der horizontalen und vertikalen Differenzierung. Dabei setzen wir innerhalb unseres Pflegeangebots Schwerpunkte, wie beispielsweise auf Demenz, Diabetes, Krankenhausnachsorge und Palliativpflege. Mit einem Ausbau der vorgelagerten Versorgungsformen, insbesondere Betreutes Wohnen, Tagespflege, ambulante Dienstleistungen sowie Hausnotrufdienste, wurde unser Betreuungsspektrum erweitert und eine systematische Kundenbindung erreicht. Im Bereich der Rehabilitationskliniken steht unverändert die Erweiterung des medizinischen Leistungsangebotes zur Standort- und Auslastungssicherung im Vordergrund, durch die Umsetzung eines gemeinsam mit einem namhaften Strategie-Berater erstellten Konzeptes für die Kliniken. 4. MitarbeiterIm Geschäftsjahr 2021 beschäftigte die CURA-Unternehmensgruppe durchschnittlich 4.935 Mitarbeiter nach 5.101 Mitarbeitern im Vorjahr. Hiervon entfallen 2.184 Arbeitnehmer auf den MATERNUS-Teilkonzern (Vorjahr: 2.284 Mitarbeiter), 229 Arbeitnehmer auf den IRYO-Teilkonzern (Vorjahr: 239 Mitarbeiter) sowie 2.522 Arbeitnehmer auf die restlichen CURA-Gesellschaften (Vorjahr: 2.578 Mitarbeiter). Hierbei gehörten dem Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen 3.181 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.371 Mitarbeiter) und dem Segment Rehabilitation 534 Mitarbeiter (Vorjahr: 537 Mitarbeiter) an. Im Segment Dienstleistung waren im Berichtsjahr 2021 im Durchschnitt 1.094 (Vorjahr: 1.121 Mitarbeiter) sowie in den Verwaltungs- und Holdinggesellschaften unverändert 126 Mitarbeiter beschäftigt. Die Fluktuation ist im Vergleich zu 2020 leicht gesunken und der Krankenstand nahezu stabil geblieben. 5. UmweltschutzWer die ganzheitliche Behandlung und Betreuung von Senioren als Kernkompetenz seines wirtschaftlichen Handelns betrachtet, ist gleichermaßen dem Schutz der Umwelt und dem verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen verpflichtet. Durch das zentrale Facility Management wird ein konsequentes Energie- und Wassermanagement gesteuert. Damit gelingt es uns, die Umweltbelastung nachhaltig zu minimieren und die Kostenfaktoren positiv zu beeinflussen. B. WIRTSCHAFTSBERICHT1. Markt- und WettbewerbsumfeldIm Jahr 2021 ist das (preisbereinigte) deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,7 Prozent gewachsen. Die deutsche Wirtschaft konnte sich trotz der anhaltenden Coronapandemie, damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen, der gestiegenen Inflation und zunehmenden Material- und Lieferengpässen vom coronabedingten Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,6 Prozent im Vorjahr erholen. Dennoch fiel der Abstand zum Vorkrisenniveau mit 2,0 Prozent noch hoch aus. Dabei hat sich die Bruttowertschöpfung in fast allen Wirtschaftsbereichen gegenüber 2020 erhöht, nicht nur im verarbeitenden Gewerbe (+4,4 Prozent), sondern auch in den meisten Dienstleistungsbereichen (vor allem Unternehmensdienstleister: +5,4 Prozent) und ebenfalls im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+3,0 Prozent). Die durch die Coronapandemie beeinträchtigten globalen Lieferketten führten zu einer verzögerten Abarbeitung der Auftragsbestände. sowie zu steigenden Verbraucherpreisen. So lag die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2021 bei 3,1 Prozent, was die höchste Teuerungsrate seit 1993 darstellt. Die privaten Konsumausgaben stabilisierten sich auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres, belastet durch die Coronaeindämmungsmaßnahmen. Demgegenüber legten die Konsumausgaben des Staates aufgrund der zusätzlichen Ausgaben für die flächendeckend eingeführten kostenlosen Antigen-Schnelltests und die Corona-Impfstoffe sowie die Einrichtung von Test- und Impfzentren um 3,4 Prozent zu. Investitionsseitig spiegelten sich zumindest die in Teilen aus 2020 nachgeholten Investitionen in einer Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen wider (+3,2 Prozent), während die Bauinvestitionen in Folge voll ausgelasteter Kapazitäten nur leicht um 0,5 Prozent wuchsen. 1 Zur wirtschaftlichen Erholung Deutschlands trug auch der Außenbeitrag mit 0,8 Prozentpunkten bei, da die Exporte mit +9,4 Prozent stärker zulegten als die Importe (+8,6 Prozent). 2 Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte sich in diesen unverändert turbulenten Zeiten robust. Die Erwerbstätigenanzahl belief sich wie im Vorjahr auf durchschnittlich 44,9 Mio., womit jedoch das Vorkrisenniveau weiter klar unterschritten wurde (-0,8 Prozent Rückstand). 3 Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) hat am 17. März 2022 angesichts der Ukraine-Krise, der hohen Rohstoffpreise und der verschärften Lieferengpässe seine Prognose für die deutsche Wirtschaftsleistung in 2022 von zuvor +4,0 Prozent auf +2,1 Prozent gesenkt. So wird erwartet, dass die Kaufkraft der privaten Haushalte durch die hohen Rohstoffpreise gedämpft wird, zusätzliche Lieferengpässe als Folge des Ukraine-Kriegs die Industrieproduktion belasten und die verhängten Wirtschaftssanktionen die Absatzmöglichkeiten der Unternehmen einschränken. Diese negativen Folgen des Ukraine-Kriegs treffen die deutsche Wirtschaft zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich eine sukzessive wirtschaftliche Erholung von der Coronapandemie angenommen worden war. Ohne postpandemische Auftriebseffekte wäre Deutschland in 2022 mit einer rückläufigen Wirtschaftsleistung konfrontiert. Das IfW rechnet für 2022 mit einer Rekord-Inflation von 5,8 Prozent. Während der Ukraine-Krieg kaum Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen würde, führt er zu einer deutlichen Erhöhung der öffentlichen Ausgaben (vor allem Mehrausgaben für die Verteidigung sowie für Hilfen zugunsten einkommensschwacher Haushalte und für die Aufnahme von Flüchtlingen). 4 BranchenbetrachtungDie CURA-Gruppe ist mit den von ihr durch Tochterunternehmen betriebenen Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen sowie Rehabilitationskliniken in einem kontinuierlich wachsenden deutschen Gesundheitsmarkt tätig. Die Entwicklung im für den Konzern relevanten Marktumfeld, welches den Gesundheitsmarkt allgemein sowie im Besonderen den Pflege- und Rehabilitationsmarkt umfasst, wird in den folgenden Kapiteln dargestellt. GesundheitsmarktIm Corona-Jahr 2020 ist die Bruttowertschöpfung des deutschen Gesundheitsmarktes erstmals seit 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf 364,5 Mrd. € gesunken. Ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft hat sich leicht auf 12,1 Prozent (Vorjahr: 12,2 Prozent) reduziert. Hintergründe sind unterbrochene Lieferketten mit entsprechend negativem Einfluss auf die Produktion. Deutsche Unternehmen litten aufgrund des Exportstopps unter Umsatzeinbrüchen. In der ambulanten und stationären Versorgung führte die Aufschiebung planbarer Operationen zu rückläufigen Patientenzahlen. Gleichwohl wurde unverändert fast jeder achte Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft generiert und fast jeder sechste Arbeitsplatz war in der Gesundheitswirtschaft angesiedelt. 5 Dem im November 2021 veröffentlichten "Health at a glance 2021"-Report der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zu Folge führte die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 zum stärksten Anstieg der Gesundheitsausgaben der letzten 15 Jahre. Im Durchschnitt aller OECD-Länder kletterte das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum nationalen BIP signifikant von 8,8 Prozent in 2019 auf 9,7 Prozent in 2020. Hierbei zu beachten ist jedoch, dass für das Jahr 2020 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Reports noch nicht für alle betrachteten Länder 2020er Daten vorgelegen hatten. Die deutschen Gesundheitsausgaben betrugen im Vergleich zum BIP im Jahr 2020 12,5 Prozent (Vorjahr: 11,7 Prozent). Im Jahr 2019 hatte Deutschland Rang 2 hinter den USA belegt (16,8 Prozent des BIP). Mit Blick auf die vorliegenden 2020er Daten waren nur die Ausgaben in Großbritannien höher (12,8 Prozent des BIP), für die USA fehlten die Angaben. 6 Gemäß den aktuell verfügbaren Daten von Destatis sind die deutschen Gesundheitsausgaben im Jahr 2019 erstmals auf über 400 Mrd. € gestiegen und erreichten 410,8 Mrd. € (+4,9 Prozent gegenüber 2018). Für das Corona-Jahr 2020 schätzt Destatis eine weitere Zunahme um 3,5 Prozent auf 425,1 Mrd. €. 7 Dabei war die gesetzliche Krankenversicherung auch in 2019 nach wie vor der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen (233,0 Mrd. €; Anteil 56,7 Prozent), gefolgt von den privaten Haushalten und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (54,8 Mrd. €; Anteil 13,3 Prozent). Die stärkste Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr wies die soziale Pflegeversicherung auf, deren Ausgaben sich um 6,6 Prozent auf 42,1 Mrd. € ausweiteten. Weitere 34,6 Mrd. € entfielen auf die private Krankenversicherung. 8 Zum Jahresende 2019 waren in Deutschland rund 5,8 Mio. Menschen (Vorjahr: 5,7 Mio.) im Gesundheitswesen tätig. Dies entspricht gegenüber 2018 einem Zuwachs um rund 1,7 Prozent. 9
1 Vgl.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2022/BIP2021/statement-bip.pdf?
blob=publicationFile
PflegemarktDer Pflegemarkt ist ein Wachstumsmarkt mit jährlich steigenden Gesundheitsausgaben. Zuletzt nahmen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2019 um 5,5 Prozent auf 60,1 Mrd. € zu (Vorjahr: 57,0 Mrd. €). Hiervon entfiel unverändert der Großteil auf die (teil)stationäre Pflege (38,0 Mrd. €; Vorjahr: 35,9 Mrd. €). 10 Der letzten Erhebung aus Dezember 2019 zu Folge gab es 4,13 Mio. pflegebedürftige Menschen in Deutschland. Im Vergleich zur vorherigen turnusgemäßen Erhebung aus dem Dezember 2017 entspricht dies einem deutlichen Zuwachs um 21 Prozent bzw. 0,71 Mio. Pflegebedürftige. 11 Der Deutsche Pflegerat rechnet bis zum Jahr 2030 mit einem weiteren Anstieg der pflegebedürftigen Menschen auf 5,1 Mio. 12 Der überwiegende Teil der Pflegebedürftigen im Jahr 2019 (80 Prozent) wurde zu Hause versorgt. 2,33 Mio. dieser Menschen wurden dabei durch ihre Angehörigen gepflegt, weitere 0,98 Mio. entweder zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste. 13 Von diesen gab es insgesamt 14.700. Zum Großteil waren die ambulanten Pflege- und Betreuungsdienste in privater Trägerschaft (67 Prozent), mit insgesamt 422.000 Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten: 288.000). Durchschnittlich betreute ein ambulanter Dienst 67 Pflegebedürftige. 14 In den bundesweit im Jahr 2019 15.380 zugelassenen Pflegeheimen mit 796.000 Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten: 577.000) wurden 820.000 Pflegebedürftige vollstationär betreut. Im Durchschnitt betreute jedes Heim damit 62 Pflegebedürftige. 15 Seit dem 1. Januar 2017 werden durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) pflegebedürftige Menschen in fünf Pflegegrade eingestuft. Diese werden auf der Basis der festgestellten noch vorhandenen Selbstständigkeit der Betroffenen anhand von sechs Kriterien empfohlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 haben sich die fünf Pflegegrade wie folgt im Vergleich zum Vorjahr auf 4.322.772 (Vorjahr: 3.999.755) Leistungsempfänger verteilt:
10 Vgl. http ://www.gbe-bund.de / Ausgaben,
Kosten, Finanzierung > Ausgaben >
Gesundheitsausgabenrechnung Tabelle (gestaltbar):
Gesundheitsausgaben in Mio. €
Pflegeeinrichtungen und TrägerZum Jahresende 2019 hat sich die Anzahl der Pflegeheime in Deutschland um 6,2 Prozent auf 15.380 mit 969.553 Plätzen (2017: 952.367) ausgeweitet (turnusgemäße Erhebung findet alle zwei Jahre statt, Daten für Dezember 2021 lagen zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung noch nicht vor). Nach wie vor betrieben freigemeinnützige Träger die Mehrheit der Heime (8.115 bzw. 52,8 Prozent), gegenüber 2017 nahmen die Pflegeheime in ihrer Hand um 6,3 Prozent zu. Auf private Träger entfielen 6.570 Pflegeheime (+6,5 Prozent gegenüber 2017), weitere 695 (+1,9 Prozent gegenüber 2017) auf öffentliche Träger. 17 Etwas mehr als 90 Prozent der Pflegeheime boten die vollstationäre Dauerpflege an, welche überwiegend in Einbettzimmern (62,9 Prozent bzw. 610.128) erfolgte. Dies hängt insbesondere mit den gesetzlichen Änderungen auf Bundesländerebene der letzten Jahre und den verpflichtenden Einzelzimmerquoten zusammen (s. Konzernlagebericht 2019). 18 Aktuelle EntwicklungenDer deutsche Pflegemarkt wächst seit Jahren stärker als der übrige Gesundheitsmarkt und das deutsche BIP. Betrachtet man den Durchschnitt der letzten 10 Jahre, überstieg der Pflegemarkt mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von +5,5 Prozent sowohl den sonstigen Gesundheitsmarkt mit +3,6 Prozent als auch das BIP mit +2,0 Prozent. 19 Die den Pflegemarkt aktuell bestimmenden Themen sind der wachsende Pflegebedarf bei gleichzeitig fehlenden Fachkräften. Während der COVID-19-Pandemie hat sich der Fachkräftemangel weiter verschärft. Entsprechend liegt der Fokus der Politik auf der Verbesserung der Gehaltsstrukturen und Arbeitsbedingungen, um die Attraktivität des Pflegeberufs und damit die Qualität der Pflege zu erhöhen. Auf die jüngsten Maßnahmen soll nachfolgend eingegangen werden:
17 Vgl. für 2019:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/Publikati-onen/Downloads-Pflege/pflege-deutschlandergebnisse-5224001199004.pdf?
blob=publicationFileS. 33, 35Vgl. für 2017:
https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeff
derivate 00042880/5224001179004 korr16012019.pdf S. 33
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den PflegemarktAuch im Jahr 2021 war die Coronapandemie eines der bestimmenden Themen des Pflegemarktes. Das im Jahr 2020 geschaffene und mehrfach verlängerte COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz, mit dessen Hilfe Pflegeeinrichtungen ihre Mehrausgaben (z. B. Masken) und Mindereinnahmen (etwa Erlösausfälle wegen der Schaffung von Isolierbereichen) gegenüber der Pflegeversicherung geltend machen können, wurde in mehreren Schritten erneut bis zum 30. Juni 2022 verlängert. 20 Die vierte und bislang mit Abstand stärkste Coronainfektionswelle, welche im November 2021 bundesweit zu täglich neuen Rekordwerten bei den Ansteckungen (speziell unter den ungeimpften Menschen) führte, hatte eine erneute Verschärfung der Coronamaßnahmen zur Folge. Bundestag und Bundesrat beschlossen Änderungen am Infektionsschutzgesetz (IfSG), welche in den wesentlichen Punkten am 24. November 2021 in Kraft traten, befristet bis zum 19. März 2022. Neben einer 3G-Regelung am Arbeitsplatz (geimpft, genesen oder getestet) wurde auch eine Testpflicht in Pflegeheimen und Rehabilitationseinrichtungen eingeführt (für Beschäftigte und Besucher, unabhängig vom Status geimpft oder genesen). 21 Bereits kurz nach Inkrafttreten der neuen Testvorschriften forderten erste Seniorenheime aus dem Weser-Ems-Gebiet Hilfe von der Politik, da sie mit ihrem eigenen Personal die neue Vorgabe nach Coronatests für Beschäftigte und Besucher nicht auch noch bewältigen könnten. 22 Am 10. Dezember 2021 haben der Deutsche Bundestag und Bundesrat einer weiteren Änderung des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt, zu der auch eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für Pflegeberufe zählt. Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen müssen seit 16. März 2022 Nachweise über ihren vollen Impfschutz oder eine Genesung vorlegen. Neue Beschäftigte haben seit Mitte März diese Nachweise direkt zu erbringen. 23 Belastbare Zahlen, wie viele Pflegekräfte bereits vollständig geimpft sind, liegen nicht vor. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, dass Pflegeheime ab dem 16. März 2022 zwar Mitarbeiter ohne Impfnachweis dem Gesundheitsamt melden müssten, doch würde daraus "keine Verpflichtung zur Freistellung von Bestandspersonal durch die Leitung der Einrichtung oder des Unternehmens" folgen. Die Entscheidung liege beim zuständigen Gesundheitsamt, wobei "auch die Personalsituation in der Einrichtung" berücksichtigt werde. 24 Eine allgemeine Impfpflicht wäre aus Sicht vieler Pflegeeinrichtungen der einzige Schutz gegen die Abwanderung von ungeimpften Mitarbeitern in Berufe ohne Impfpflicht. 25 Jedoch hat der Bundestag am 07. April nach mehrmonatiger kontroverser politischer Diskussion über Fraktionsgrenzen hinweg die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht abgelehnt. Kritik an der Umsetzung der Impfpflicht äußerten aber auch die deutschlandweit rund 400 Gesundheitsämter selbst. Die Überprüfung der großen Zahl der möglichen Ungeimpften, deren Fälle alle geprüft und rechtssicher entschieden werden müssen - stelle die Gesundheitsämter vor eine sehr große Herausforderung, für die weiteres Personal benötigt würde. Probleme bereiten zudem die derzeit noch vielen offenen juristischen Details, da die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes viel zu abstrakt seien. 26 Auf den Weg gebracht wurde auch ein erneuter Pflegebonus für Pflegekräfte in Pflegeheimen und (Akut-)Kliniken, wofür eine Milliarde Euro bereitgestellt wird. 27Ein Eckpunkte-Papier des Gesundheitsministeriums sieht einen Bonus von bis zu 550 € für Vollzeitkräfte in der Altenpflege vor (geltend für Beschäftigte in Pflegediensten und Pflegeheimen, die zwischen dem 1. November 2020 und dem 30. Juni 2022 für mindestens 3 Monate in der Altenpflege tätig waren und am 30. Juni 2022 noch beschäftigt sind). Personal, das mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit in der direkten Pflege und Betreuung mitarbeitet, soll bis zu 370 € erhalten. Weitere bis zu 330 € sollen Auszubildende in der Altenpflege bekommen. Vorgesehen ist eine Auszahlung des Bonus durch den Arbeitgeber ab dem 30. Juni, spätestens bis zum 31. Dezember 2022, wobei die Pflegeversicherung den Arbeitgebern den Bonus erstatten wird. 28
20 Vgl. Bundesfinanzministerium -
Corona-Wirtschaftshilfen werden als Absicherungsinstrument
bis Ende Juni 2022 verlängert - Bewährte
Programmbedingungen werden fortgesetzt
Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) 29Am 1. Januar 2021 ist das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) in Kraft getreten. Zu den wichtigsten Neuerungen für die Pflegebranche (weitere Regelungen betreffen vor allem Krankenhäuser und die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung) gehören:
Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) 30Am 11. Juni 2021 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) beschlossen, welches eine Pflegereform beinhaltet. Zentrum der Reform ist die Bezahlung von Pflegekräften nach Tarif, ohne dabei die Pflegebedürftigen finanziell zu überlasten. Ab dem 1. September 2022 werden nur noch die Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen, die ihre Pflege und Betreuungskräfte (mindestens) nach Tarif oder kirchenarbeitsrechtlichen Regelungen bezahlen. Einrichtungen ohne Tarifbindung erhalten eine Refinanzierung der gezahlten Löhne bis zur Höhe von 10 Prozent über dem Durchschnitt der regional geltenden Tariflöhne. Zur Überprüfung der tatsächlichen Bezahlung der in den Pflegesatzvereinbarungen angegebenen Löhne erhalten Pflegekassen erweiterte Nachweisrechte. Berechnungen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zufolge ermöglicht die Pflegereform Lohnsteigerungen von bis zu 300 € monatlich. Dabei schätzt das Bundesarbeitsministerium, dass aktuell rund die Hälfte der 1,2 Mio. Altenpflegekräfte in Deutschland nach Tarif bezahlt wird. Über Zuschläge von der Pflegeversicherung sollen Pflegebedürftige von der steigenden Zuzahlung entlastet werden. So sollen die Pflegekassen im ersten Jahr 5 Prozent des pflegebedingten Eigenanteils tragen, im zweiten Jahr 25 Prozent, im dritten Jahr 45 Prozent und danach 70 Prozent. Auch in der ambulanten Pflege sollen die Leistungsbeträge um 5 Prozent erhöht werden. Die Gegenfinanzierung erfolgt ab 2022 einerseits mit einer Zahlung des Bundes von jährlich 1 Mrd. € an die Pflegeversicherungen. Zudem soll der Pflegebeitrag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent des Bruttolohns angehoben werden, wodurch die Pflegekassen jährlich 400 Mio. € zusätzlich erhalten sollen. Neben der Entlohnung regelt die Pflegereform:
Mehrere private Pflegeanbieter haben jedoch - unterstützt vom Arbeitgeberverband bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste) - Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz eingelegt. Diese beziehen sich auf Grundgesetzartikel 12 zur Berufsfreiheit und das Recht, Arbeitsbedingungen frei auszuhandeln sowie Artikel 9, Gewerkschaften oder Arbeitgeberverbänden beizutreten - aber auch, solchen Vereinigungen fernzubleiben. Durch die Verpflichtung, Tariflöhne zu zahlen, würden sie in ihren Grundrechten verletzt. Wann eine Entscheidung fallen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. 31
29 Vgl.
https://www.aok-verlag.info/de/news/Gesundheitsversorgungs-und-Pflegeverbesserungsgesetz-GPVG/511/
Pflegekommission legt neue Mindestlöhne in der Pflege festDie achtköpfige Kommission aus Vertretern von Arbeit- bzw. Dienstgebern und Arbeit- bzw. Dienstnehmern der Pflegebranche (Pflegekommission, ständiges Gremium mit 5 Jahren Amtszeit) hat Anfang Februar 2022 eine Anhebung der Pflegemindestlöhne, die bis zum 31. Januar 2024 gilt, wie folgt festgelegt: 32
Zugleich empfiehlt die Kommission eine Anhebung der Urlaubstage. Vollzeitbeschäftigte sollen für das Jahr 2022 über den gesetzlichen Anspruch hinaus zusätzlich 7 Tage Urlaub erhalten, für die Jahre 2023 und 2024 jeweils 9 Tage extra. Auf dieser Grundlage würde der Mindesturlaubsanspruch in der Altenpflege ab 2023 für Vollzeitbeschäftigte auf 29 Tage steigen. 33 Dies wird jedoch nicht als wesentliches Risiko für die CURA-Gruppe gesehen, aufgrund der bereits umgesetzten Regelung an Mindesturlaubstagen von 28 Tagen in der Pflege. Zeitgleich legten die Pflegekassen eine neue Lohntabelle vor, welche auf Basis des noch von der alten Regierung beschlossenen "Pflegelöhneverbesserungsgesetzes" neuartige Mindeststandards für die Vergütungen festlegt. Diese beziffern auf Basis einer Erhebung unter tarifgebundenen Anbietern für jedes Bundesland regional übliche Vergütungen. Betriebe, die sich nicht direkt an einen anerkannten Tarifvertrag binden, müssen diese Mindestbedingungen ab September 2022 an beachten. Zwischen der Vorgabe der Pflegekassen und dem Pflegemindestlohn besteht insofern ein "technischer Unterschied", als dass jeder Betrieb das "regional übliche" Entgelt nur im Durchschnitt der jeweiligen Beschäftigtengruppe erreichen muss. Bis 30. April 2022 müssen Pflegedienste und -heime amtlich melden, ob sie sich künftig an diese Lohnregel halten oder stattdessen verbindlich angeben, welchem Tarifvertrag sie sich künftig unterwerfen. 34
32 Vgl.
https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++d2b52c96-88d4-11ec-9025-001a4a16012a
Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege 35Am 6. Mai 2021 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) beschlossen. Mit diesem Gesetz werden die drei Hauptziele digitale Helfer für die Pflege (u.a. digitale Pflegeanwendungen auf mobilen Endgeräten und die Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen), mehr Telemedizin (Vermittlung von Vor-Ort-Arztterminen und die Vermittlung telemedizinischer Leistungen) und eine moderne Vernetzung im Gesundheitswesen verfolgt. Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) benötigen die Gesundheitsfachberufe ein bundesweites Register. Das sogenannte elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) befindet sich derzeit noch im Aufbau und muss zunächst von allen Bundesländern anerkannt werden. PersonalDer Personalengpass in der Pflege spitzt sich in Zeiten der COVID-19-Pandemie weiter zu. Nicht nur auf den Intensivstationen, sondern auch in der ambulanten Pflege und in der stationären Altenpflege fehlt Pflegefachpersonal. Angaben des Deutschen Pflegerats zu Folge fehlen in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen mehr als 200.000 Pfleger. In 10 Jahren könnte der Personalbedarf auf bis zu 500.000 Pflegekräfte anwachsen. Einen Ausweg aus dem Pflegenotstand sieht der Deutsche Pflegerat nur in der Kombination aus besseren Löhnen, besseren Arbeitsbedingungen und einer besseren Finanzierung des Pflegesystems. Zum Auftakt des Deutschen Pflegetags am 13. Oktober 2021 forderte der Deutsche Pflegerat daher einen Lohnzuwachs auf 4.000 € brutto für alle Pflegekräfte. Für verbesserte Arbeitsbedingungen seien eine verlässlich finanzierte Personalausstattung in Kliniken und Heimen sowie stabile Schichtpläne und Arbeitszeiten notwendig. Von der neuen Bundesregierung forderte der Pflegerat ein neues Konzept zur künftigen Finanzierung der Pflege. Das heutige Gesundheitssystem sei ungeeignet, die künftige große Personallücke zu schließen. 36 Zu einer Erhöhung der Attraktivität der Arbeit in der Pflege soll auch die zu Jahresbeginn 2020 eingeführte generalistische Ausbildung zur "Pflegefachfrau" bzw. zum "Pflegefachmann" beitragen. Die neue Ausbildung (begründet durch das Pflegeberufereformgesetz von 2017) führt die vormals getrennten Ausbildungen in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in sowie Altenpfleger/in zum Berufsbild Pflegefachfrau/-mann zusammen und eröffnet somit ein breiteres Tätigkeitsfeld. Zum Jahresende 2020 betrug die Auszubildendenzahl 53.610. Fast drei Viertel der Auszubildenden waren Frauen, das Durchschnittsalter zu Ausbildungsbeginn lag bei 20 Jahren. 37
35 Vgl.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/216850/Pflege-Auf-dem-Weg-in-die-Zukunft
RehabilitationsmarktPer Ende Dezember 2019 (dies stellten die zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten verfügbaren Daten dar) weiteten sich die Gesundheitsausgaben in den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen gegenüber 2018 um 4,9 Prozent auf 10,6 Mrd. € (Vorjahr: 10,1 Mrd. €) aus. 38,39 Zum Stichtag 31. Dezember 2019 hat sich die Anzahl der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen auf 1.112 (Vorjahr: 1.126) mit 163.336 (Vorjahr: 163.688) aufgestellten Betten reduziert. 39 In 2020 sind die Anzahl der Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen nochmals um 9 auf 1.103 weiter rückläufig. Davon stellen die privaten mit 598 gefolgt von den freigemeinnützigen mit 294 die meisten Einrichtungen. Bei den aufgestellten Betten sind die privaten zudem mit 107.879 Betten den freigemeinnützigen mit 25.641 Betten und öffentlichen mit 28.864 Betten weit voraus. 40 Die Fallzahl legte hingegen auf 1.993.585 (Vorjahr: 1.992.535) zu. Auch die durchschnittliche Verweildauer erhöhte sich leicht auf 25,4 Tage (Vorjahr: 25,2 Tage). 41 Dabei stieg die durchschnittliche Bettenauslastung von 84,1 Prozent in 2018 auf 84,9 Prozent in 2019. 42 Vergleichszahlen zu aktuelleren Jahren liegen noch nicht vor. Die aufgrund der hohen Anzahl von Corona-Intensivpatienten verschobenen geplanten Operationen hatten in 2020 einen deutlichen Einbruch der Anträge, Bewilligungen und abgeschlossenen Leistungen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation zur Folge. So sanken die eingereichten Anträge in 2020 gegenüber dem Vorjahr um 13,3 Prozent auf 1,8 Millionen und damit den tiefsten Wert der letzten 15 Jahre. Entsprechend verringerten sich sichtlich die Bewilligungen um 10,5 Prozent auf 1,3 Millionen sowie noch stärker die abgeschlossenen Leistungen um 17,9 Prozent auf 0,9 Millionen. 43
38 Vgl. http://www.gbe-bund.de / Ausgaben,
Kosten, Finanzierung > Ausgaben >
Gesundheitsausgabenrechnung > Tabelle (gestaltbar):
Gesundheitsausgaben in Mio. €
Tabelle 44
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| Anträge | Bewilligungen | Leistungen | |
| 1991 | 1.427.398 | 1.052.581 | 839.789 |
| 1995 | 1.678.591 | 1.160.699 | 985.415 |
| 2000 | 1.605.724 | 1.066.338 | 835.878 |
| 2005 | 1.635.607 | 1.099.346 | 804.064 |
| 2010 | 2.082.108 | 1.347.348 | 996.154 |
| 2015 | 2.094.048 | 1.389.378 | 1.027.833 |
| 2016 | 2.090.337 | 1.414.971 | 1.009.207 |
| 2017 | 2.055.588 | 1.418.029 | 1.013.588 |
| 2018 | 2.044.588 | 1.414.998 | 1.031.294 |
| 2019 | 2.029.746 | 1.407.770 | 1.054.012 |
| 2020 | 1.760.133 | 1.260.189 | 865.673 |
| Veränderungsrate 2020 (Basis: 1991) | 23,3 Prozent | 19,7 Prozent | 3,1 Prozent |
Nach wie vor wurden Erwachsene dabei überwiegend stationär betreut (80,3 Prozent der Fälle; Vorjahr: 80,7 Prozent der Fälle). 45 Die ambulanten Leistungen verzeichnen wie in den vergangenen Jahren weiter stärkere Wachstumsraten (2020: 16,2 Prozent der Fälle; Vorjahr: 15,4 Prozent). 46
44 Vgl. ebd.
45 Vgl. ebd., S. 218
46 Vgl. ebd., S. 218
2. Ertragslage
2.1. Ertragslage im Konzern
| Konzern 2021 | Konzern 2020 | Ergebnisveränderung | |||
| T€ | % | T€ | % | T€ | |
| Umsatzerlöse | 241.080 | 95,1 | 240.132 | 96,2 | 948 |
| Bestandsveränderungen | -2 | 0,0 | -173 | -0,1 | 171 |
| Sonstige betrieblich Erträge | 12.380 | 4,9 | 9.757 | 3,9 | 2.623 |
| Betriebliche Erträge | 253.458 | 100,0 | 249.716 | 100,0 | 3.742 |
| Materialaufwand | 31.641 | 12,5 | 33.749 | 13,5 | -2.108 |
| Personalaufwand | 152.450 | 60,1 | 152.227 | 61,0 | 223 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 33.891 | 13,4 | 31.086 | 12,4 | 2.805 |
| Mieten, Pachten, Leasing | 16.110 | 6,4 | 17.675 | 7,1 | -1.565 |
| Abschreibungen | 8.696 | 3,4 | 8.607 | 3,4 | 89 |
| Betriebliche Aufwendungen | 242.788 | 95,8 | 243.344 | 97,4 | -556 |
| Betriebsergebnis | 10.670 | 4,2 | 6.372 | 2,6 | 4.298 |
| Beteiligungs- und Finanzergebnis | -3.198 | -1,3 | -6.951 | -2,8 | 3.753 |
| Ergebnis vor Steuern | 7.472 | 2,9 | -579 | -0,2 | 8.051 |
| Sonstige Steuern | 1.482 | 0,6 | -87 | 0,0 | 1.569 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 3.681 | 1,5 | 2.041 | 0,8 | 1.640 |
| Jahresergebnis | 2.309 | 0,9 | -2.533 | -1,0 | 4.842 |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Verlust | 151 | 0,1 | -237 | -0,1 | 388 |
| Jahresergebnis nach Minderheiten | 2.158 | 0,8 | -2.296 | -0,9 | 4.454 |
| EBITDAR | 33.994 | 32.741 | 1.253 | ||
| EBITDA | 17.884 | 15.066 | 2.818 | ||
| EBIT | 9.188 | 6.459 | 2.729 | ||
| EBT | 5.990 | -492 | 6.482 | ||
Insgesamt verfügt die CURA-Unternehmensgruppe über eine durchschnittliche Kapazität von 6.307 Betten (Vorjahr: 6.605 Betten) im Geschäftsjahr 2021.
Der Mietvertrag der Einrichtung MATERNUS Betreutes Wohnen St.-Josefs-Haus mit 30 Wohnungen endete vertragsgemäß zum 31. Oktober 2020. Auch der Mietvertrag für die Einrichtung CURA Seniorencentrum Haus Lerchenberg in Hamburg (29 Betten in der vollstationären Pflege und 63 Wohnungen) endete vertragsgemäß zum Jahresende 2020.
Ende 2020 wurde die Einrichtung MATERNUS Hausgemeinschaft St. Christophorus in Pelm (50 Betten) geschlossen und wird seitdem zu einer Tagespflege umgebaut. Mitte Juli 2021 hatte die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz die Einrichtung Seniorencentrum MATERNUS-Stift in Altenahr-Altenburg (105 Betten) stark beschädigt. Das Haus kann derzeit aufgrund notwendiger Sanierungsmaßnahmen nicht genutzt werden.
Darüber hinaus gab es im Jahr 2021 folgende Kapazitätsanpassungen:
| ― |
CURA Seniorencentrum Langenhorn in Hamburg: Die Kapazität wurde auf die behördlicherseits zurzeit vereinbarte belegbare Kapazität von 120 Betten angepasst (bis 2020 Bericht der formalen Kapazität von 160 Betten gem. Versorgungsvertrag) |
| ― |
MATERNUS Seniorencentrum Angelika-Stift in Leipzig: Kapazitätsreduktion zum 1. Januar um 9 Plätze auf 170 Betten durch Umwidmung von Doppelzimmern zu Einzelzimmern. Die Einzelzimmerquote beträgt nunmehr 41 Prozent im Vergleich zu 34 Prozent vorher. |
| ― |
CURA Seniorencentrum Borgstedt: Das Betreute Wohnen hatte eine Kapazität von neun Wohnungen, können jedoch aktuell nicht belegt werden. |
| ― |
MATERNUS Seniorencentrum Köln-Rodenkirchen: Im Betreuten Wohnen wurden zur Verbesserung des Angebots nach entsprechend vorangegangenen Anfragen Mitte des Jahres acht Appartements zu vier größeren zusammengelegt. |
| ― |
CURA Seniorencentrum Bruchsal: Mit September 2021 wurde die Kapazität durch die Hinzunahme einer bisher extern vermieteten Etage um 20 Plätze auf 87 Betten erhöht. |
Die Auslastung im Konzern beträgt aufgrund der Effekte der Coronapandemie 79,1 Prozent. Die vergleichbare Belegung des Vorjahres - gemessen an der Kapazität des Jahres 2021 - betrug 86,0 Prozent. Die Belegung des Jahres 2021 - gemessen an der Kapazität aus dem Jahr 2020 - beträgt 75,5 Prozent. Im Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen wurde in 2021 eine durchschnittliche Belegung von 4.312 Bewohnern (Vorjahr: 4.657 Bewohner) und im Segment Rehabilitation von durchschnittlich 599 Patienten (Vorjahr: 678 Patienten) erreicht. Die mit den Kostenträgern bzw. den jeweiligen Rentenversicherungsträgern vereinbarten Personalschlüssel wurden eingehalten. Die Vorgaben in Bezug auf die Fachkraftquoten wurden erfüllt. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2021 lag die Fachkraftquote bei 50 Prozent.
Die Umsatzerlöse in der CURA Unternehmensgruppe sind um 0,4 Prozent auf 241,1 Mio. € gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus den guten Ergebnissen von Pflegesatzverhandlungen sowie höheren Erstattungen aus dem COVID-Rettungsschirm.
Die Veränderungen der sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus den folgenden Posten:
|
2021
T€ |
2020
T€ |
Veränderung
T€ |
|
| Erträge aus der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen | 404 | 95 | 309 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 1.647 | 1.768 | -121 |
| Erstattung Zivildienst, Ausbildungsvergütung, Eingliederungsbeihilfe | 6.520 | 4.320 | 2.200 |
| Versicherungsentschädigungen | 88 | 17 | 71 |
| Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen | 452 | 453 | -1 |
Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mio. € auf 31,6 Mio. € zurückgegangen. Die Materialintensität (Verhältnis von Materialaufwand zum Umsatz) hat sich somit ebenfalls um 0,9 Prozentpunkte verbessert.
Der Personalaufwand ist in 2021 mit lediglich einem leichten Anstieg von 0,2 Mio. € nahezu konstant. Trotz der temporären Einstellung des Betriebes in Altenahr sowie Einstellung des Betriebes in Lerchenberg resultiert dies im Wesentlichen aus der kontinuierlichen Anpassung der Gehaltsstrukturen im Rahmen von Pflegesatzverhandlungen sowie der Steigerung des Pflegemindestlohns sowie aufgrund von individuellen Gehaltssteigerungen. Zudem wurden im Bereich Pflege offene Stellen besetzt. Die mit den Kostenträgern bzw. den jeweiligen Rentenversicherungsträgern vereinbarten Personalschlüssel wurden eingehalten. Der Krankenstand sowie die Fluktuation in den Einrichtungen haben sich innerhalb einer gewissen Bandbreite im Konzern ebenfalls stabil entwickelt.
Die Veränderungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren insbesondere aus folgenden Positionen:
|
2021
T€ |
2020
T€ |
Veränderung
T€ |
|
| medizinisch-pflegerischer Bedarf | 207 | 200 | 7 |
| Telefon, Porto, Büromaterial u. a. | 3.560 | 3.373 | 187 |
| Instandhaltung und Wartung | 11.837 | 7.858 | 3.979 |
| Rechts- und Beratungskosten | 3.563 | 5.661 | -2.098 |
| Werbe-, Reise- und Repräsentationskosten | 759 | 813 | -54 |
| Abgaben und Gebühren, Versicherung | 5.585 | 4.720 | 865 |
| Abschreibung auf Forderungen | 312 | 465 | -153 |
Der Anstieg der Instandhaltungen und Wartungen ist insbesondere auf einzelne Standorte wie Köln, Hillesheim, Ottendorf sowie Borgstedt zurückzuführen.
Die Aufwendungen für Mieten, Pachten, Leasing (ohne Fahrzeugleasing) haben sich gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Mio. € verringert. Wesentlich hierfür sind die temporäre Einstellung des Betriebes der Einrichtung in Altenahr sowie die komplette Einstellung des Standortes Lerchenberg.
Das Beteiligungs- und Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Mio. € verbessert. Dies resultiert neben den geringeren Zinsen aus der in 2020 abgeschlossenen Umfinanzierung mit der RBI (Raiffeisen Bank International AG, Wien) zum anderen vor allem aus im Vorjahr mit der Umfinanzierung angefallenen Finanzierungskosten.
Insgesamt erhöhte sich das EBITDAR aufgrund der oben benannten Effekte leicht um 1,3 Mio. €.
2.2. Nachschau zur Prognose 2021
Gemäß Prognosebericht für das Geschäftsjahr 2021 ging die Geschäftsführung der CURA Unternehmensgruppe zum 31. Dezember 2021 für das Segment der Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen von einer Stabilisierung der Umsätze in einer Spanne von 193,0 bis 199,0 Mio. € aus. Ferner wurde trotz der Coronapandemie von einer Reduzierung der Aufwendungen für Fremdpersonal und daraus resultierend der Personalintensität ausgegangen.
Im Segment Rehabilitation sollte die Belegung in 2021 wieder ansteigen. Der Umsatz sollte infolgedessen in einer Spanne von 48,0 bis 52,0 Mio. € liegen.
Auf Konzernebene wurden für das Geschäftsjahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von mindestens 241,0 bis 251,0 Mio. € sowie ein Ergebnis (EBIT) von 13,5 bis 18,5 Mio. € erwartet.
Gemäß vorliegendem Abschluss für das Geschäftsjahr 2021 wurde im Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen ein Umsatz von 198,4 Mio. € erreicht. Durch die Coronapandemie ist die Belegung gesunken, allerdings konnten durch den aufgelegten Rettungsschirm Mindererlöse sowie Sachmehraufwendungen geltend gemacht werden. Aus diesem Grund liegt das Ergebnis im Rahmen der Prognose.
Im Segment Rehabilitation war der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 rückläufig und lag bei 42,2 Mio. €. Aufgrund der Coronapandemie ist die Belegung gesunken. Die coronabedingten Erstattungen konnten die Erlösausfälle nicht kompensieren. Daher liegt das Ergebnis unter der prognostizierten Spanne.
Die Coronapandemie hatte weiterhin starken Einfluss auf die Belegung der Reha-Kliniken. Die Belegung ist in Summe um 79 Patienten gesunken. Lediglich die Akutklinik in Bad Saulgau konnte das Belegungsniveau gegenüber 2020 steigern.
Im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 9,2 Mio. €. Das Konzernergebnis liegt somit coronabedingt unter der ursprünglichen Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2021.
Nachfolgend wird die Entwicklung in den operativ tätigen Segmenten Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen sowie Rehabilitation erläutert. Bei den vorliegenden Segmentzahlen handelt es sich um Werte vor Konsolidierungsbuchungen im Konzern.
2.3. Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen
| Pflege 2021 | Pflege 2020 | Ergebnisveränderung | |||
| T€ | % | T€ | % | T€ | |
| Umsatzerlöse | 198.362 | 95,1 | 195.237 | 96,0 | 3.125 |
| Sonstige betrieblich Erträge | 10.178 | 4,9 | 8.183 | 4,0 | 1.995 |
| Betriebliche Erträge | 208.540 | 100,0 | 203.420 | 100,0 | 5.120 |
| Materialaufwand | 56.699 | 27,2 | 58.105 | 28,6 | -1.406 |
| Personalaufwand | 100.534 | 48,2 | 100.370 | 49,3 | 164 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 24.023 | 11,5 | 20.194 | 9,9 | 3.829 |
| Mieten, Pachten, Leasing | 32.420 | 15,6 | 33.538 | 16,5 | -1.118 |
| Abschreibungen | 1.740 | 0,8 | 1.742 | 0,9 | -2 |
| Betriebliche Aufwendungen | 215.416 | 103,3 | 213.949 | 105,2 | 1.467 |
| Betriebsergebnis | -6.877 | -3,3 | -10.529 | -5,2 | 3.652 |
| Finanzergebnis | -8 | 0,0 | -305 | -0,1 | 297 |
| Ergebnis versteuern | -6.885 | -3,3 | -10.834 | -5,3 | 3.949 |
| Sonstige Steuern | 48 | 0,0 | 48 | 0,0 | 0 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 882 | 0,4 | -204 | -0,1 | 1.086 |
| Jahresergebnis | -7.815 | -3,7 | -10.678 | -5,2 | 2.863 |
| EBITDAR | 27.235 | 24.703 | 2.532 | ||
| EBITDA | -5.185 | -8.835 | 3.650 | ||
| EBIT | -6.925 | -10.577 | 3.652 | ||
| EBT | -6.933 | -10.882 | 3.949 | ||
Das Segment verfügt im Geschäftsjahr 2021 über eine durchschnittliche Kapazität von 5.227 Betten (Vorjahr: 5.527 Betten).
Der Mietvertrag der Einrichtung MATERNUS Betreutes Wohnen St.-Josefs-Haus mit 30 Wohnungen endete vertragsgemäß zum 31. Oktober 2020. Auch der Mietvertrag für die Einrichtung CURA Seniorencentrum Haus Lerchenberg in Hamburg (29 Betten in der vollstationären Pflege und 63 Wohnungen) endete vertragsgemäß zum Jahresende 2020.
Ende 2020 wurde die Einrichtung MATERNUS Hausgemeinschaft St. Christophorus in Pelm (50 Betten) geschlossen und wird seitdem zu einer Tagespflege umgebaut. Mitte Juli 2021 hatte die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz die Einrichtung Seniorencentrum MATERNUS-Stift in Altenahr-Altenburg (105 Betten) stark beschädigt. Das Haus kann derzeit aufgrund notwendiger Sanierungsmaßnahmen nicht genutzt werden. Darüber hinaus gab es im Jahr 2021 folgende Kapazitätsanpassungen:
| ― |
CURA Seniorencentrum Langenhorn in Hamburg: Die Kapazität wurde auf die behördlicherseits zurzeit vereinbarte belegbare Kapazität von 120 Betten angepasst (bis 2020 Bericht der formalen Kapazität von 160 Betten gem. Versorgungsvertrag) |
| ― |
MATERNUS Seniorencentrum Angelika-Stift in Leipzig: Kapazitätsreduktion zum 1. Januar um 9 Plätze auf 170 Betten durch Umwidmung von Doppelzimmern zu Einzelzimmern. Die Einzelzimmerquote beträgt nunmehr 41 Prozent im Vergleich zu 34 Prozent vorher. |
| ― |
CURA Seniorencentrum Borgstedt: Das Betreute Wohnen hatte eine Kapazität von neun Wohnungen, können jedoch aktuell nicht belegt werden. |
| ― |
MATERNUS Seniorencentrum Köln-Rodenkirchen: Im Betreuten Wohnen wurden zur Verbesserung des Angebots nach entsprechend vorangegangenen Anfragen Mitte des Jahres acht Appartements zu vier größeren zusammengelegt. |
| ― |
CURA Seniorencentrum Bruchsal: Mit September 2021 wurde die Kapazität durch die Hinzunahme einer bisher extern vermieteten Etage um 20 Plätze auf 87 Betten erhöht. |
Die Auslastung hat sich im Geschäftsjahr 2021 mit 82,5 Prozent (Vorjahr: 84,3 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozentpunkte verringert.
Unter Berücksichtigung der Fremd- und Mehrarbeit in den Einrichtungen wurden die Personalschlüssel im Durchschnitt zu mehr als 100 Prozent im Geschäftsjahr 2021 erfüllt.
Der Anteil der Kurzzeitpflegen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte von 3,0 Prozent auf 3,4 Prozent verändert. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger am Gesamtbestand der Bewohner ist im Geschäftsjahr 2021 um 2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bei der Pflegegradverteilung der Bewohner ergibt sich kein wesentlicher Unterschied im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020.
Im Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen sind die Umsatzerlöse um 3,1 Mio. € gestiegen. Trotz der temporären Einstellungen des Betriebes in Altenahr und kompletten Einstellung des Standortes Lerchenberg liegt dies vor allem an den im Vergleich zu 2020 gestiegenen Erstattungen aus dem Rettungsschirm zur Coronapandemie sowie PoC-Antigentests. Diese sind im Geschäftsjahr 2021 um 6,6 Mio. € gestiegen. Daneben sind weiterhin die im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen gestiegenen Erlössätze mit über 9 Prozent ebenfalls ursächlich für die Erlössteigerung.
Die Veränderung in den sonstigen betrieblichen Erträgen ist im Wesentlichen auf folgende Positionen zurückzuführen:
|
2021
T€ |
2020
T€ |
Veränderung
T€ |
|
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 672 | 1.136 | -464 |
| Versicherungserstattungen | 30 | 14 | 16 |
| Erstattung Zivildienst, Ausbildungsvergütung, Eingliederungsbeihilfe | 6.500 | 4.285 | 2.215 |
Der Materialaufwand vor Konsolidierung ist gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mio. € gesunken. Hauptsächlich liegt der Rückgang am Fremdpersonalaufwand, welcher im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio. € rückläufig ist. Daneben sind die konzernintern bezogenen Waren geringer. Hier sind die Aufwendungen für Lebensmittel um 1,1 Mio. € aufgrund geringerer Belegung rückläufig.
Die Personalintensität, die den Personalaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen darstellt, ist im Geschäftsjahr 2021 um 0,7 Prozentpunkte rückläufig und beträgt nun 50,7 Prozent (Vorjahr: 51,4 Prozent). Ursächlich dafür ist vor allem die vorübergehende bzw. dauerhafte Einstellung des Betriebes am Standort Altenahr bzw. Lerchenberg.
Die Veränderung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2021 ist insbesondere auf folgende Positionen zurückzuführen:
|
2021
T€ |
2020
T€ |
Veränderung
T€ |
|
| Telefon, Porto, Büromaterial u. a. | 1.397 | 1.363 | 34 |
| Instandhaltung und Wartung | 8.299 | 5.868 | 2.431 |
| Werbe-, Reise- und Repräsentationskosten | 375 | 383 | -8 |
| Abgaben und Gebühren, Versicherung | 5.191 | 3.981 | 1.210 |
| medizinisch-pflegerischer Bedarf | 148 | 131 | 17 |
| Mieten, Pachten, Leasing | 32.420 | 33.538 | -1.118 |
| übrige, insbesondere erhaltene Skonti | 8.613 | 8.165 | 448 |
Der Anstieg bei den Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung ist im Wesentlichen auf die Coronapandemie im Vorjahr zurückzuführen, durch die Instandhaltungsarbeiten aufgrund von Betretungsverboten in Einrichtungen sowie vorsichtigen Gesamthaltung nicht wie geplant durchgeführt werden konnten.
Die übrigen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, sonstige Personalaufwendungen wie Berufsbekleidung durch die Coronapandemie, erhaltene Skonti und Boni, Einstellungen in Wertberichtigungen sowie zentrale Verwaltungskostenumlagen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus um 0,2 Mio. € gestiegene Aufwendungen für Verwaltungskostenumlagen gegenüber der Holding.
Die Abschreibungen sind zum Vorjahr stabil geblieben.
Trotz der weiterhin anhaltenden Coronapandemie konnte im Jahr 2021 eine Verbesserung des Segmentergebnisses erreicht werden. Das EBT ist um 4,0 Mio. € gestiegen und die EBT-Marge hat sich von -5,6 Prozent im Vorjahr auf -3,5 Prozent im Geschäftsjahr 2021 leicht verbessert. Das EBITDAR ist mit 27,2 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (VJ: 24,7 Mio. €).
2.4. Segment Rehabilitation
| Kliniken 2021 | Kliniken 2020 | Ergebnisveränderung | |||
| T€ | % | T€ | % | T€ | |
| Umsatzerlöse | 42.190 | 97,3 | 43.993 | 99,2 | -1.803 |
| Bestandsveränderungen | -2 | 0,0 | -173 | -0,4 | 171 |
| Sonstige betrieblich Erträge | 1.158 | 2,7 | 536 | 1,2 | 622 |
| Betriebliche Erträge | 43.346 | 100,0 | 44.356 | 100,0 | -1.010 |
| Materialaufwand | 10.074 | 23,2 | 11.833 | 26,7 | -1.759 |
| Personalaufwand | 22.111 | 51,0 | 22.766 | 51,3 | -655 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 5740 | 13,3 | 3.077 | 6,9 | 2.663 |
| Mieten, Pachten, Leasing | 7511 | 17,3 | 6.675 | 15,1 | 836 |
| Abschreibungen | 574 | 1,3 | 591 | 1,3 | -17 |
| Betriebliche Aufwendungen | 46.010 | 106,1 | 44.942 | 101,3 | 1.068 |
| Betriebsergebnis | -2.664 | -6,1 | -586 | -1,3 | -2.078 |
| Finanzergebnis | -126 | -0,3 | -120 | -0,3 | -6 |
| Ergebnis versteuern | -2.790 | -6,4 | -706 | -1,6 | -2.084 |
| Sonstige Steuern | 149 | 0,3 | -123 | -0,3 | 272 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 192 | 0,5 | 209 | 0,5 | -17 |
| Jahresergebnis | -3.131 | -7,2 | -792 | -1,8 | -2.339 |
| EBITDAR | 5.272 | 6.803 | -1.531 | ||
| EBITDA | -2.239 | 128 | -2.367 | ||
| EBIT | -2.813 | -463 | -2.350 | ||
| EBT | -2.939 | -583 | -2.356 | ||
Das Segment verfügt über eine durchschnittliche Kapazität von 1.080 Betten (Vorjahr: 1.077 Betten). Die Veränderung der Kapazität ist auf die Umbaumaßnahmen bei der Akutklinik (+6 Betten im Jahresdurchschnitt) zurückzuführen. Als Vorbereitung auf die anstehenden Umbaumaßnahmen in der MATERNUS-Klinik in Bad Oeynhausen (+22 Betten im Jahresdurchschnitt) und MATERNUS Bayerwald-Klinik in Cham (-25 Betten im Jahresdurchschnitt) fanden ebenfalls an diesen beiden Standorten Anpassungen der Kapazitäten statt.
Die Auslastung (mit Begleitpersonen) liegt im Geschäftsjahr 2021 bei 56,9 Prozent nach 65,9 Prozent im Vorjahr. Der Rückgang in den beiden MATERNUS Kliniken ist neben der Coronapandemie und damit verschobenen Operationen auch auf Fachkräftemangel zurückzuführen. Zur Minimierung von Kontakten wurde die Anzahl der Begleitpersonen auf das Nötigste reduziert.
Die Auslastung der MATERNUS-Klinik in Bad Oeynhausen liegt im Geschäftsjahr 2021 bei durchschnittlich 265 Patienten (Vorjahr: 340 Patienten) bzw. 47 Prozent. Die Auslastung der MATERNUS Bayerwald-Klinik in Cham liegt mit durchschnittlich 103 Patienten (Vorjahr: 123 Patienten) bzw. 64 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. In der Rehabilitationsklinik "Am schönen Moos" in Bad Saulgau hat die Belegung im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 166 Patienten (Vorjahr: 149 Patienten) bzw. 92 Prozent erreicht. Die Akutklinik am schönen Moos in Bad Saulgau hatte im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 64 Patienten und war zu 84 Prozent ausgelastet nach 66 Patienten im Vorjahr.
Die Umsatzerlöse sind im Berichtsjahr um 1,8 Mio. € rückläufig. Im Wesentlichen liegt der Rückgang an der MATERNUS-Klinik Bad Oeynhausen und durch die Coronapandemie weiter rückläufige Belegung und geringeren Erlösen aus Coronaerstattungen, in der die Umsatzerlöse nochmals um 1,5 Mio. € rückläufig waren. Insgesamt sind in den Umsatzerlösen des laufenden Geschäftsjahres 5,4 Mio. € Erlöse in Zusammenhang mit der Coronapandemie (Erstattungen und Entschädigungen) enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich um 0,6 Mio. € auf 1,2 Mio. € gestiegen. Im Wesentlichen liegt dies neben 0,3 Mio. € höheren Auflösungen von Rückstellungen an um 0,2 Mio. € gestiegenen Erstattungen von Lohnfortzahlungen der Krankenkassen.
Der Rückgang des Materialaufwandes um 1,8 Mio. € ist im Wesentlichen auf die geringere Belegung aufgrund der Coronapandemie zurückzuführen. Besonders in der MATERNUS-Klinik Bad Oeynhausen kam es zu einem Rückgang von 1,0 Mio. €, wovon 0,7 Mio. € bezogene Leistungen für Catering und Reinigung betreffen. Die Materialintensität (Verhältnis von Materialaufwand zu Umsatzerlösen) ist damit gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozentpunkte auf 23,9 Prozent gesunken.
Die Personalintensität, die den Personalaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen darstellt, ist aufgrund der nicht proportionalen Entwicklung der Umsatzerlöse und Personalaufwendungen und trotz des Einsatzes von Kurzarbeit gestiegen (52,4 Prozent; Vorjahr: 51,7 Prozent).
Für das Segment ergibt sich im Berichtsjahr ein Ergebnisrückgang (EBT) um 2,4 Mio. € auf -2,9 Mio. €. Die EBT-Marge hat sich von -1,3 Prozent im Vorjahr auf -7,0 Prozent verschlechtert. Das EBITDAR ist im Geschäftsjahr um 1,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
3. Vermögens- und Finanzlage
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | Veränderung | |||
| T€ | % | T€ | % | T€ | |
| AKTIVA | |||||
| Anlagevermögen | 182.517 | 70,9 | 185.820 | 73,5 | -3.303 |
| Aktive latente Steuern | 6.507 | 2,5 | 6.362 | 2,5 | 145 |
| Langfristiges Vermögen | 189.024 | 73,4 | 192.182 | 76,0 | -3.158 |
| Vorräte | 1.365 | 0,5 | 933 | 0,4 | 432 |
| Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten | 20.020 | 7,8 | 19.596 | 7,8 | 424 |
| Flüssige Mittel | 47.137 | 18,3 | 40.056 | 15,8 | 7.081 |
| Kurzfristiges Vermögen | 68.522 | 26,6 | 60.585 | 24,0 | 7.937 |
| 257.546 | 100,0 | 252.767 | 100,0 | 4.779 | |
| PASSIVA | |||||
| Eigenkapital | 37.286 | 14,5 | 35.128 | 13,9 | 2.158 |
| Nicht beherrschende Anteile | -2.238 | -0,9 | -2.389 | -0,9 | 151 |
| Konzerneigenkapital | 35.048 | 13,6 | 32.738 | 13,0 | 2.310 |
| Sonderposten für Investitionszuschüsse * | 10.795 | 4,2 | 11.175 | 4,4 | -381 |
| Eigenmittel des Konzerns | 45.843 | 17,8 | 43.913 | 17,4 | 1.930 |
| Langfristige Rückstellungen | 984 | 0,4 | 1.122 | 0,4 | -138 |
| Langfristige Bankverbindlichkeiten | 161.563 | 62,7 | 163.263 | 64,6 | -1.700 |
| Übrige langfristige Verbindlichkeiten | 110 | 0,1 | 803 | 0,3 | -693 |
| Passive latente Steuern | 6.007 | 2,3 | 5.661 | 2,3 | 346 |
| Sonderposten für Investitionszuschüsse | 2.029 | 0,8 | 2.101 | 0,8 | -72 |
| Langfristige Schulden | 170.693 | 66,3 | 172.950 | 68,4 | -2.257 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 22.514 | 8,7 | 16.825 | 6,7 | 5.689 |
| Kurzfristige Bankverbindlichkeiten | 1.700 | 0,7 | 1.650 | 0,6 | 50 |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten | 16.796 | 6,5 | 17.428 | 6,9 | -632 |
| Kurzfristige Schulden | 41.010 | 15,9 | 35.904 | 14,2 | 5.106 |
| 257.546 | 100,0 | 252.767 | 100,0 | 4.779 | |
* Wirtschaftlicher Anteil 84,175 Prozent nach
Ertragsteuern
Der Rückgang des langfristigen Vermögens betrifft das Anlagevermögen. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus planmäßigen Abschreibungen (8,7 Mio. €). Die genaue Entwicklung des Anlagevermögens kann dem Anlagenspiegel im Anhang entnommen werden.
Das kurzfristige Vermögen ist im Vergleich um 7,9 Mio. € gestiegen. Im Wesentlichen ergibt sich dies durch den Anstieg der flüssigen Mittel aufgrund der Coronaerstattungen.
Die Eigenmittel des Konzerns setzen sich aus dem handelsrechtlich ausgewiesenen Eigenkapital und den Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen nach Abzug des Ertragsteueranteils von derzeit 15,825 Prozent zusammen. Die wirtschaftliche Eigenmittelquote des Konzerns beträgt 17,8 % (Vorjahr: 17,4 %).
Die insgesamt lang- und kurzfristigen Schulden gegenüber Kreditinstituten betreffen die planmäßige Tilgung von Bankdarlehen.
Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig durch Grundschulden abgesichert. Von den Darlehensverbindlichkeiten sind 159,3 Mio. € variabel verzinslich und betreffen das in 2020 und bis Laufzeit 2025 abgeschlossene Darlehen der RBI.
Die kurzfristigen Rückstellungen sind um 5,7 Mio. € angestiegen. Die Veränderungen betreffen im Wesentlichen neben um 1,4 Mio. € gestiegenen Steuerrückstellungen vor allem Rückstellungen für Rückzahlungsrisiken aus Coronaerstattungen im Segment Rehabilitation in Höhe von 3,1 Mio. €.
Die Nettoverschuldung im Konzern (Verbindlichkeiten aus Darlehen abzüglich flüssiger Mittel) ist aufgrund der positiven Entwicklung flüssiger Mittel um 9,6 Mio. € auf 116,1 Mio. € (Vorjahr: 125,7 Mio. €) gesunken. Das langfristig gebundene Vermögen ist weiterhin nicht vollständig fristenkongruent finanziert, da nur eine Deckung durch langfristiges Fremdkapital in Höhe von rund 90,3 % (Vorjahr: 90,0 %) gegeben ist. Gleichzeitig liegt das kurzfristige Vermögen mit 27,5 Mio. € (Vorjahr: 24,7 Mio. €) über den kurzfristigen Schulden. Die Veränderungen resultieren insbesondere aus der positiven Entwicklung liquider Mittel. Unter Berücksichtigung der davor genannten Effekte haben sich die Kennzahlen im Gesamten verbessert.
Der Cashflow stellt sich wie folgt dar:
|
2021
T€ |
2020
T€ |
|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 17.103 | 10.738 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -5.512 | -4.016 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -4.510 | 30.579 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 7.081 | 37.302 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 40.056 | 2.754 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 47.137 | 40.056 |
| davon frei verfügbar | 47.137 | 40.056 |
Die Verbesserung des Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist vor allem des um 4,5 Mio. besseren Konzernjahresüberschusses geschuldet.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist vor allem auf den Erwerb einer neuen Immobilie sowie von Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie immaterieller Vermögensgegenstände zurückzuführen.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit setzt sich im Berichtsjahr insbesondere aus der Rückführungen des RBI-Darlehens sowie gezahlten Zinsen zusammen.
Insgesamt stieg der Bestand an frei verfügbaren Mitteln gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Mio. €.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit des Konzerns jederzeit gesichert und die Gesellschaften waren in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
4. Gesamtaussage
Der operative Geschäftsverlauf im Berichtsjahr 2021 ist aus Sicht der Geschäftsführung sowohl für den Konzern und besonders für das Segment Rehabilitation, auch unter den Bedingungen der Coronapandemie, weiterhin als noch nicht zufriedenstellend zu bewerten.
Die Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung in den operativen Segmenten Pflege und Rehabilitation sind vor dem Hintergrund der Coronapandemie zu betrachten, welche zu anhaltend schwer planbarer Minderbelegung, zu Sachmehraufwendungen und Fremdarbeit führten.
Im Geschäftsjahr 2021 haben sich trotz der Coronapandemie, alle operativen Ertragskennzahlen im Konzern verbessert. So ist das Betriebsergebnis um 4,3 Mio. € auf 10,7 Mio. € gestiegen. Die Umfinanzierung aus dem Vorjahr mit geringeren ganzjährig auswirkenden Zinsen sowie Umfinanzierungskosten im Vorjahr führte zu einem im Vergleich zum Vorjahr noch besseren EBT von 6,0 Mio. € (Vorjahr: -0,5 Mio. €).
Die operative Entwicklung im Segment der Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen zeigte auch trotz der Einstellung der Betriebe Altenahr sowie Lerchenberg im Vergleich zum Vorjahr und trotz Corona eine Verbesserung. Im Rahmen der Pflegesatzerhöhungen sind jedoch die vertraglichen Anforderungen an die Personalausstattung sowie das Gehaltsniveau in den Pflegeeinrichtungen in deutlich höherem Maße gestiegen, was zu einem höheren Personalaufwand führte.
Insgesamt konnte das EBT in 2021 mit -6,9 Mio. € um 4,0 Mio. € verbessert werden.
Die operative Entwicklung im Segment Rehabilitation hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. In der MATERNUS-Klinik in Bad Oeynhausen ist im Geschäftsjahr 2021 ein Verlust (EBT) von 2,1 Mio. € nach einem Verlust von 2,1 Mio. € im Vorjahr angefallen. Hier konnten die geringeren Umsatzerlöse von 1,5 Mio. € durch anhaltende Kurzarbeit sowie geringere Materialaufwendungen aufgrund der geringeren Belegung kompensiert werden.
Die Bayerwald-Klinik hat ebenfalls durch geringere Belegung sowie Coronaerstattungen einen Umsatzrückgang von 1,1 Mio. € zu verzeichnen. Durch weitere Risikovorsorge für Rückzahlungsrisiken aus Coronaerstattungen für Vorjahre ist das EBT um 1,6 Mio. € auf -1,8 Mio. € gesunken.
Durch den Aufbau eines zentralen Teams für Belegungsmanagement, regelmäßige Sitzungen von zentralen Abteilungen ("Operations-Team") sowie Verhandlung neuer Pflegesätze mit allen Kostenträgern sollen künftig den weiterhin spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegengewirkt und die Auslastung verbessert bzw. die Umsatzerlöse gesteigert und Risiken in Einrichtungen rechtzeitig entgegengewirkt werden. In den Kliniken Bayerwald und MATERNUSKlinik wird dieser Prozess durch neue Klinikleitungen sowie die Umsetzung neuer Klinikkonzepte/-strategien vorangetrieben.
Die Ergebnisse der beiden IRYO-Kliniken in Bad Saulgau konnten absolut gesehen nahezu konstant gehalten werden. Während das EBT der Akutklinik im Geschäftsjahr 2021 mit 1,0 Mio. € konstant zum Vorjahr ist, konnte die Klinik Am schönen Moos Saulgau GmbH das Vorjahresergebnis von 0,5 Mio. € nicht erreichen und verzeichnete noch ein EBT von 0,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2021. Dabei ist zu beachten, dass es auch hier weiterhin zu Belegungseinbrüchen aufgrund der Coronapandemie kam, diese jedoch durch Erstattungen nicht annähernd kompensiert werden konnten. Unter Betrachtung dieses Punktes ist die Ertragskraft der Kliniken weiterhin beachtlich.
C. INTERNES KONTROLLSYSTEM, FINANZMANAGEMENT UND RISIKO MANAGEMENT
1. Unternehmenssteuerung
Die Steuerung des Konzerns erfolgt nach fünf Segmenten (Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen, Rehabilitationskliniken, Dienstleistungsgesellschaften, Liegenschaftsgesellschaften sowie Holding- und Verwaltungsgesellschaften), nach operativen Einheiten und anhand von Kennziffern. Folgende im Lagebericht dargestellten wesentlichen Kennziffern sind für die Beurteilung der Lage des Konzerns als auch für die Steuerung des Konzerns maßgeblich:
| ― |
Auslastung der operativen Segmente |
| ― |
EBITDAR (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen sowie Mieten) |
| ― |
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) |
| ― |
EBT (Ergebnis vor Steuern) |
Die CURA Unternehmensgruppe setzt im Rahmen des internen Kontroll- und Risikomanagements konzernweit etablierte Controlling-Instrumente ein. Dabei werden neben finanziellen auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung und Kontrolle des Portfolios herangezogen.
Im Bereich der finanziellen Leistungsindikatoren werden vor allem über Soll-Ist-Analysen und Benchmarking-Ansätze Abweichungen zur Zielerreichung der Geschäftstätigkeit ermittelt. Wesentliche Leistungsindikatoren je Standort sind der durchschnittliche Umsatz pro Bett, die betriebswirtschaftliche Personalintensität (Personalaufwand + Fremdpersonal / Umsatz), sowie eine regelmäßige Messung der Rentabilität (EBITDAR-Marge > 30 Prozent / EBT-Marge > 15 Prozent). Hierzu werden quartalsweise Ranglisten im Konzern erstellt.
Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren setzt die CURA Unternehmensgruppe als wesentliche Steuerungsgrößen die (wöchentliche) Auslastungsentwicklung in Verbindung mit der Einhaltung von Personalschlüsseln sowie der Einhaltung der Fachkraftquoten nach den Vorgaben durch die Kostenträger ein.
Daneben sind als weitere steuerungsrelevante nicht-finanzielle Leistungsindikatoren die Pflegegradverteilung der Bewohner, der Anteil von Kurzzeitpflegen, der Anteil von Sozialhilfeempfängern sowie die Entwicklung der Neuaufnahmen im Verhältnis zu den Bewohnerauszügen zur Steuerung des Portfolios wichtig. Auch die Entwicklung des Krankenstandes sowie die Fluktuation in den Einrichtungen sind weitere nicht-finanzielle Steuerungsgrößen, die im Konzern ebenfalls als Leistungsindikatoren relevant sind.
Die finanziellen Leistungsindikatoren werden in Verbindung mit den quantitativen und qualitativen nicht-finanziellen Leistungsindikatoren laufend geprüft.
Im Rahmen des integrierten Projektmanagement- und Controllingprozesses werden diese Indikatoren überwacht. Der Geschäftsleitung der CURA-Unternehmensgruppe wird hierzu regelmäßig und, sofern notwendig, auch außerplanmäßig durch ausführliche Analysen Bericht erstattet.
2. Wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems
Die CURA Unternehmensgruppe verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, welches Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung beinhaltet.
Wesentliche Merkmale des Systems sind dabei:
| ― |
Erfassung und Bewertung der für den Rechnungslegungsprozess im Konzern relevanten Risikofelder |
| ― |
Kontrollen zur Überwachung des Prozesses der Rechnungslegung auf Konzernebene sowie auf Ebene der einzelnen, in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften (Vollständigkeits- und Richtigkeitskontrollen) |
| ― |
Organisatorische Sicherungsmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen und den operativen Zentralbereichen, welche an der Generierung der Basisdaten für die Konzernrechnungslegung beteiligt sind. Dazu zählen beispielsweise eine klare Funktionstrennung, Zugriffsbeschränkungen und konzerneinheitliche Dienstanweisungen |
| ― |
Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen des EDV-Systems zur Verarbeitung der dem Konzernrechnungslegungsprozess zugrunde liegenden Sachverhalte, inklusive programmierten Plausibilitätsprüfungen |
| ― |
Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips bei allen wichtigen Entscheidungen mit Auswirkungen auf die Rechnungslegung des Konzerns. |
Im Rahmen einer fest strukturierten Berichtsorganisation für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften liegt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses bei der Geschäftsführung. Ziel des im CURA-Konzern eingerichteten rechnungslegungsbezogenen Überwachungssystems ist die Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung.
Es ist darauf hinzuweisen, dass auch ein angemessenes und funktionsfähig eingerichtetes Risikomanagement- und internes Kontrollsystem keine absolute Sicherheit zur Identifikation und Steuerung von Risiken gewähren kann. Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerhafte Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände, die die Wirksamkeit und Verlässlichkeit dieser Systeme einschränken, können naturgemäß nicht ausgeschlossen werden. Daher kann nicht mit absoluter Sicherheit gewährleistet werden, dass Sachverhalte in der Konzernrechnungslegung richtig, vollständig und zeitnah erfasst werden.
3. Risikomanagement
Ein zentraler Faktor unseres wertorientierten, verantwortungsbewussten, unternehmerischen Handelns besteht in der Fähigkeit, Risiken zu erfassen und mit geeigneten Maßnahmen zu minimieren sowie sich bietende Chancen zu ergreifen. Um sowohl positive als auch negative Trends kontinuierlich und frühzeitig erkennen sowie die Strategie bzw. das operative Handeln darauf einstellen zu können, verfügt die CURA-Unternehmensgruppe über ein abgestuftes und integriertes Frühwarnsystem als Bestandteil eines umfassenden Risikomanagementsystems. Die Forderung des Gesetzgebers, Risiken durch effiziente Überwachungssysteme voraussehbar zu machen, stellt für uns eine zentrale und wertorientierte Aufgabe dar.
Es gibt in der CURA-Unternehmensgruppe eine klare Unternehmens- und Führungsstruktur. Bereichsübergreifende Funktionen werden dabei in enger Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften zentral gesteuert und ausgeführt. Das Kontroll- und Risikomanagementsystem ist Bestandteil der Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse, welches basierend auf einem für den Konzern einheitlichen Prozess der Risikoerkennung, -bewertung und -steuerung von der Geschäftsleitung überwacht und gesteuert wird.
Zur Sicherstellung der rechtzeitigen Kenntnis von den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken und Entwicklungen wurden in kurzen Abständen Geschäftsleitungssitzungen sowie Leitungssitzungen in der Hauptverwaltung durchgeführt und diesbezügliche Themen analysiert. Erarbeitete Risk-Maps wurden anhand der Verfahrensbeschreibungen erarbeitet und in Risikoübersichten erfasst. Da die letzte grundlegende Überprüfung sowie Überarbeitung des gesamten Risikofrüherkennungssystems im Geschäftsjahr 2017 erfolgte, hat die Geschäftsführung eine Revidierung des Revisions- und des Risikomanagement-Systems in 2021 für 2022 beschlossen. Dabei ging es im Wesentlichen um die Implementierung eines Hinweisgebersystems, geplant in der zweiten Jahreshälfte 2022.
Daneben ist geplant, eine ergänzte Revisionsfunktionsstruktur für das zentrale Qualitätsmanagement einzuführen, welche unabhängig und direkt an den Vorstand berichtet.
Eine Verbesserung der IT-Systeme sowie eine Optimierung und Weiterentwicklung der SAP-Software erfolgt im Tagesgeschäft laufend.
Das Risikomanagement dient der kontinuierlichen und strukturierten Erkennung, Bewertung und Eskalation von Risiken sowie der Steuerung der Reaktionen auf diese Risiken. Es ist integrativer Bestandteil der operativen und strategischen Planungsprozesse und setzt sich in den laufenden Controllingprozessen fort.
Die bestehenden betrieblichen Berichtssysteme ermöglichen es der Geschäftsleitung, die Risiken für den Konzern zu steuern. Das Berichtswesen erfolgt in täglichen, wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Intervallen, wobei die Abstufung über die Relevanz für das sofortige operative Handeln bis zur mittelfristig strategischen Aktion erfolgt. Hierdurch wird die Geschäftsleitung in die Lage versetzt, frühzeitig Maßnahmen zur Gestaltung zu ergreifen.
4. Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Grundsätze
Im CURA-Konzern erfolgt das Finanzmanagement grundsätzlich zentral durch die Muttergesellschaft, die dabei die Rolle als "interne Bank" des Konzerns wahrnimmt. Das Finanzmanagement schließt alle Konzernunternehmen ein, an denen die CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH direkt oder indirekt eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent hält. Das Finanzmanagement erfolgt nach Richtlinien, die sich auf sämtliche zahlungsstromorientierte Aspekte der Geschäftstätigkeit des Konzerns erstrecken.
Ziele
Die Ziele des Finanzmanagements des Konzerns umfassen die ausreichende Liquiditätsversorgung der CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH und ihrer Tochtergesellschaften sowie die Begrenzung von finanzwirtschaftlichen Risiken aus den Schwankungen von Zinsen. Das finanzwirtschaftliche Handeln verfolgt die Zielsetzung einer mittelfristigen Verbesserung des derzeitigen Bankenratings.
Liquiditätssicherung
Die Liquiditätssicherung des Konzerns besteht aus zwei Komponenten:
| ― |
Im Zuge des konzerninternen Finanzausgleichs werden die Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur Finanzierung des Geldbedarfs anderer Gesellschaften eingesetzt. |
| ― |
Durch bilaterale Bankkreditlinien sowie den Bestand an flüssigen Mitteln sichert sich die CURA Unternehmensgruppe eine ausreichende Liquiditätsreserve. Grundlage für die Dispositionen mit den Banken ist ein monatliches, rollierendes Liquiditätsplanungssystem. |
Der Konzern entwickelt im Rahmen der jährlichen Konzernplanung einen Finanzplan. Daneben wird jeweils monatlich eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von einem Jahr erstellt. In die Liquiditätsplanung sind alle Finanzierungskreise des Konzerns einbezogen.
D. RISIKO-, CHANCEN- und PROGNOSEBERICHT
Gemessen an der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stellt die Gesundheitswirtschaft eine stabile Branche dar.
1. Risiken der künftigen Entwicklung
Branchenrisiken
Die Entwicklung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen führte zu einem stärkeren Wettbewerb und in der Folge schon heute zu einer weiteren Marktkonsolidierung. Stetig steigende Anforderungen an die Leistungsqualität prägen die Gesetzgebung und die Erwartungshaltung von Bewohnern und Patienten. Hierfür haben wir ein stringentes Qualitätsmanagementsystem aufgebaut, welches die externen Begutachtungen durch interne Audits ergänzt, wodurch ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in den Abläufen gesichert werden soll.
Eine wesentliche Herausforderung für die Unternehmen stellt die Sicherung der Fachkräfte dar. In manchen Regionen ist ein Mangel an ausgebildeten Pflegefachkräften festzustellen und es fällt den Betreibern zunehmend schwerer, aus anderen Regionen die Lücken zu schließen. Hier sind alle gefordert, Lösungen zu entwickeln, die in der ersten Priorität eine Bindung der Mitarbeiter bewirken und somit einer Sicherung der Belegung dienen. Eine Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Fachkraftquoten kann sonst zu einem behördlichen Wiederbelegungsverbot und hiermit zu einer entsprechenden Absenkung der Belegung führen.
Wir haben gruppenweit entsprechende Maßnahmen zur Personalentwicklung und -bindung etabliert und werden diese gezielt weiterentwickeln. Infolgedessen werden Anstrengungen unternommen, eigene Fachkräfte auszubilden, z. B. über eine erhöhte Anzahl an Ausbildungsstellen sowie ein zwölfmonatiges Nachwuchsprogramm für angehende Führungskräfte im Konzern. Ferner kann es aber begrenzt notwendig sein, die vorhandenen Personalvakanzen über Leih- und Zeitarbeitskräfte abzudecken. Unsere Zielsetzung ist, den Einsatz von Fremdarbeit in den nächsten Jahren weiter zurückzufahren und keine Fremdarbeit in den Einrichtungen mehr nutzen zu müssen.
In Kombination mit unseren weiteren Maßnahmen zur Personalentwicklung und -steuerung sind wir für die Zukunft strukturell gut aufgestellt. Regionalbezogen gehört hierzu auch die laufende Überprüfung und Anpassung der Mitarbeiterleistungen in Bezug auf eine marktgerechte Vergütung. Ab September 2022 werden die Gehälter auf die regionalen, tarifähnlichen Gehälter angepasst. Es ist gewährleistet, dass attraktive Vergütungsstrukturen zur Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern auch refinanziert sind. Für alle Standorte werden regelhaft Pflegesatzverhandlungen mit den Kostenträgern durchgeführt.
Bonitätsrisiken
Die Disposition der liquiden Mittel ist einer der zentralen Prozesse bei der CURA. Die Gruppe steuert ihre zukünftige Liquidität und überwacht den Fortgang täglich. Durch die im letzten Jahr umgesetzte Refinanzierung mit einem Bankpartner und einheitlicher Laufzeit wurde dem wesentlichen Liquiditätsrisiko aus der Rückzahlung von CURA-externen Kreditverbindlichkeiten in einer Summe erfolgreich begegnet. Da die Rückzahlung des Darlehens erst ab dem Jahre 2025 fällig sein wird, ist das Liquiditätsrisiko aus der Rückzahlungsverpflichtung von Darlehen gegenüber Kreditinstituten gegenwärtig als gering einzustufen.
Operative Risiken
Durch die demographische Entwicklung steigt die Anzahl von pflege- und rehabilitationsbedürftigen Menschen und die damit im Zusammenhang stehende Multimorbidität nimmt zu. Steigende Betreuungsintensität einerseits und eine verstärkte Nachfrage nach ambulanten Lösungen andererseits sind die Folge. Ein zunehmender Bedarf an Pflege und Rehabilitation bringt jedoch einen wachsenden Wettbewerb bzw. in Ballungszentren heute auch bereits ein Überangebot am Markt mit sich. Als innovativer Anbieter mit hoher Leistungsqualität werden wir uns an die geänderten Wünsche unserer Bewohner und Patienten, insbesondere nach Spezialisierung und neuen Indikationen, anpassen. Zudem bringen externe Gesundheitsrisiken wie die andauernde Coronapandemie potentielle Gefahren für Bewohner und Mitarbeiter mit sich. Dem wird mit gesteigerten aktiven Präventionsmaßnahmen bei der Hygiene sowie Sensibilisierung der Mitarbeiter und Informationsmaterial zu Impfangeboten für Bewohner Sorge getragen. Dies zeigt sich u. a. darin, dass es im CURA-Konzern eine hohe Impfquote bei den Bewohnern sowie Mitarbeitern gibt.
Zinsänderungsrisiken
Zinsrisiken entstehen durch schwankende Marktzinssätze. Diese Schwankungen beeinflussen die Summe der Zinskosten im Geschäftsjahr und den Marktwert der vom Unternehmen eingesetzten derivativen Finanzinstrumente.
Einem etwaigen Zinsänderungsrisiko aus dem abgeschlossenen Darlehensvertrag ist durch den Abschluss einer Zinssicherungsvereinbarung entgegengetreten worden.
Weitere Risiken
Für das neue Darlehen sind folgende Financial Covenants vereinbart, die quartalsbezogen zu testen sind.
| Covenants | |
| LTV 1 | Nicht mehr als 44,5 Prozent |
| Schuldendienstdeckungsgrad | Mehr als das 2,9fache |
| Bettenbelegungsgrad | Mehr als 80,0 Prozent |
Die Financial Covenants wurden nach Abstimmung mit der Bank und Berücksichtigung bestimmter baulicher Maßnahmen sowohl zum Bilanzstichtag als auch unterjährig eingehalten. Im Falle der Verletzung einer vertraglichen Verpflichtung besteht für die Darlehensnehmer die Möglichkeit der Heilung in Form einer erhöhten Tilgungsleistung.
Die Baumaßnahmen und Renovierungen in den für den Betrieb genutzten Immobilien erfolgen hinsichtlich der Eigenanteile aus dem Cashflow und durch hypothekarisch abgesicherte Fremdmittel.
Durch die weiterhin andauernde Coronapandemie und die daraus resultierenden Mehraufwendungen sowie Erlösausfälle kommt es weiterhin zu negativen Auswirkungen im operativen Cashflow. Die Gesellschaft entgegnet dem durch konsequente Inanspruchnahme der gebotenen Fördermittel und Ausgleichszahlungen.
Steuerlichen Risiken wurde im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses aus Sicht der Geschäftsführung hinreichend durch entsprechende Risikovorsorge Rechnung getragen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzbehörden in Einzelfällen zu einer abweichenden Einschätzung kommen können.
Einführung der Impfpflicht
Die seit 16. März 2022 geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht stellt aufgrund der spezifischen Branchenabhängigkeit ein Risiko für den Erhalt des Fachpersonals dar. Alle Einrichtungen haben bereits vor dem Stichtag regelmäßig den Impfstatus der Mitarbeiter erhoben. Im Schnitt liegt dieser mit über 95 Prozent sehr hoch. Es liegt im Ermessen der Gesundheitsämter, wie mit nichtgeimpften Mitarbeitern zu verfahren ist. Aufgrund der ebenso sehr hohen Impfquoten der Bewohner in den Einrichtungen sehen wir augenblicklich das Risiko als eher gering an.
Russland-Ukraine-Krieg
Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges resultieren Risiken sowohl in Bezug auf Energiebezugspreise als auch auf bezogene Leistungen. Grundsätzlich können Kostensteigerungen daraus in den Pflegesatzverhandlungen geltend gemacht werden. Seitens des bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste) gibt es Bestrebungen, für die erhöhten Energiekosten Abschlagszahlungen zu erhalten.
Einschätzung der Gesamtrisikosituation
Im Rahmen der Einschätzung der Gesamtrisikosituation sind uns keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt. Risiken, die von uns unmittelbar beeinflussbar sind, im Wesentlichen operativer Art, werden uns im Rahmen von regelmäßigen Meldungen und im Rahmen der jährlichen Risikoinventur aufgezeigt. Organisatorisch haben wir insofern Voraussetzungen geschaffen, die uns frühzeitig über mögliche Risikolagen informieren, damit entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Interne Qualitätsaudits des zentralen Qualitätsmanagements unterstützen uns insbesondere bei der Früherkennung von Defiziten in der Pflege und stellen damit ein hohes Qualitätsniveau sicher. Insgesamt sind für die zukünftige Entwicklung trotz der aktuellen Herausforderungen des Ukraine-Konfliktes, der einrichtungsbezogenen Impfpflicht und anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen keine Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften und wesentlichen negativen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten.
2. Chancen der künftigen Entwicklung
Das stetige Wachstum der Anzahl der Pflegebedürftigen, bedingt durch die demografische Entwicklung, eröffnet der CURA Unternehmensgruppe mittelfristig gute Perspektiven. Dabei gewinnt eine abgestufte Versorgung mit ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten zunehmend an Bedeutung. Diesem Trend folgen wir durch die Differenzierung unseres Leistungsangebots und ergänzen unser Angebot durch Betreutes Wohnen, Tagespflege, ambulante Dienste sowie weitere Serviceleistungen, wie beispielsweise Hausnotrufdienste. Daneben entstehen durch kontinuierlich durchgeführte Pflegesatzverhandlungen mit den Kostenträgern Chancen, Kostensteigerungen und Personalknappheit vorzubeugen.
Bedingt durch kürzere Verweildauern von Patienten in der akutmedizinischen Versorgung eröffnen sich neue Behandlungsfelder für die Rehabilitationskliniken. Dies führt einerseits zu medizinisch höherwertigen, aber auch kostenintensiveren Leistungen, die andererseits erhöhte Ertragspotentiale bieten. Durch größere Umbaumaßnahmen in den MATERNUS-Standorten ergeben sich Möglichkeiten, neben neuen Behandlungsfeldern auch Nebenleistungen ertragssteigernd attraktiver zu gestalten. Daneben versucht die CURA, durch die Einführung neuer Behandlungsspektren bei MATERNUS wie der Psychosomatik und anderer wirtschaftlich tragender Fachbereiche ihr Dienstleistungsspektrum auszuweiten.
Die sich aus diesen marktseitigen Entwicklungen ergebenden Chancen werden durch Synergie- und Skaleneffekte ergänzt, die der Verbund des CURA-Teilkonzerns mit dem MATERNUS- und dem IRYO-Teilkonzern erzielen kann. Hierzu zählen die Bündelung der Einkaufsvolumina, die Professionalisierung der Dienstleistungen, gemeinsame Nutzung der administrativen Bereiche und die einheitliche Entwicklung und Umsetzung von Qualitäts- und Leistungskonzepten. Zudem erreichen wir zusammen eine Größenklasse, die unsere Attraktivität als Arbeitgeber für qualifiziertes Personal steigen lässt.
Jährlich werden Analysen über alle Pflegeeinrichtungen in der CURA Unternehmensgruppe durchgeführt. Sich hieraus ergebende Chancen im Markt werden genauso wie rechtliche Änderungen aktiv durch die Betriebssteuerung genutzt und vorangetrieben.
3. Prognosebericht 2022
Aufgrund der demografischen Entwicklung ist der Pflegemarkt weitestgehend unabhängig von den allgemeinen konjunkturellen Rahmenbedingungen. Die alternde Gesellschaft in Deutschland sorgt in den stationären und ambulanten Versorgungsbereichen für eine langfristig steigende Nachfrage nach Pflegeleistungen.
Ungeachtet dessen unterliegen Aussagen, die die unmittelbare Zukunft betreffen, aufgrund der Volatilität der Coronapandemie sowie der gegenwärtigen weltpolitischen Entwicklungen und der sich daraus ergebenden Folgen einer großen Unsicherheit.
Unsere Zielsetzung im Geschäftsjahr 2022 im Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen ist es, den Einsatz von Fremdpersonal zur Erfüllung der Personalvorgaben weiterhin deutlich zu reduzieren und die Auslastung in den Einrichtungen zu stabilisieren. Hierdurch soll auch die betriebswirtschaftliche Personalintensität einzelner Pflegeeinrichtungen verbessert werden.
Die mit den Kostenträgern vereinbarten Personalschlüssel sowie die Vorgaben in Bezug auf die Fachkraftquoten sollen im Geschäftsjahr 2022 ebenfalls eingehalten werden. Die Geschäftsführung erwartet nicht, dass sich der Krankenstand der Mitarbeiter sowie die Fluktuation in den Einrichtungen im Geschäftsjahr 2022 spürbar verändern werden.
Bereits verhandelte Pflegesatzerhöhungen werden auch im Geschäftsjahr 2022 zu einer Verbesserung des durchschnittlichen Umsatzes je Bett beitragen.
Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung sieht ab September 2022 eine Bezahlung des Personals nach Tarif vor. Diese Regelung wirkt sich aufgrund der Refinanzierung der Kostenträger direkt auf die geplanten Umsatzerlöse aus. Diese werden in einer Spanne zwischen 198,5 und 204,5 Mio. € (Vorjahr: 198,4 Mio. €) erwartet. Hierbei erwartet die Geschäftsführung nicht, dass sich die Pflegegradverteilung der Bewohner sowie der Anteil von Sozialhilfeempfängern im Geschäftsjahr 2022 materiell verändern werden. Der Anteil der Kurzzeitpflege wird auf dem Niveau des Jahres 2020 erwartet. Coronabedingt wird von keiner kurzfristigen Erholung ausgegangen.
Im Segment Rehabilitation wird für die MATERNUS-Klinik Bad Oeynhausen und die Bayerwald-Klinik in Cham von einer Erholung der Belegung ausgegangen, allerdings noch unter dem Niveau von 2019. Es wird von einem Abflachen des Infektionsgeschehens ausgegangen und bisher verschobene Operationen sollen dann wieder planmäßig umgesetzt werden. In der Klinik am schönen Moos wird mit einer Erholung der Belegung geplant, sodass das Niveau aus 2019 wieder erreicht wird. Für die Akutklinik wird von einer weiterhin steigenden Belegung in 2022 ausgegangen. Der Segmentumsatz im Jahr 2022 soll infolgedessen steigen. Die Geschäftsführung geht von einem Umsatz im Segment Rehabilitation zwischen 44,0 und 48,0 Mio. € (Vorjahr: 42,2 Mio. €) aus.
Folglich geht die Geschäftsführung für das Jahr 2022 von einem Konzernumsatz zwischen 242,5 und 252,5 Mio. € aus (Vorjahr: 241,1 Mio. €).
Trotz der unklaren Entwicklung der Coronapandemie wird von einem Rückgang des Infektionsgeschehens ausgegangen. Allerdings steigen die Energiekosten sowie die Inflation. Für die Ergebniskennzahl EBIT geht die Geschäftsführung von einer Steigerung im Jahr 2022 aus (Vorjahr: 9,2 Mio. €). Es wird mit einem EBIT von 9,5 bis 14,5 Mio. € für 2022 geplant.
Naturgemäß können Abweichungen zwischen den von uns erwarteten und den tatsächlichen Ergebnissen eintreten. Die angegeben Werte sind ohne weitere Infektionswellen geplant. Wir erwarten jedoch aufgrund bereits vorgenommener Risikoabschläge, dass sich diese Abweichungen in Grenzen halten.
Hamburg, den 10. Juni 2022
Geschäftsführung
Dr. Hartmut Clausen
Mario Ruano-Wohlers
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der CURA Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können; |
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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben; |
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beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben; |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann; |
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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt; |
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holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile; |
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beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns; |
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führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.
Berlin, 10. Juni 2022
Ernst
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