Sparkasse Nienburg

Nienburg/Weser

Stammdaten

Register
Amtsgericht Walsrode HRA 21724
Eingetragen
14.9.1999
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des § 4 Niedersächsisches Sparkassengesetz.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Wolfgang Wilke
seit 14.12.2015
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Nienburg

Nienburg/Weser

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Testatsexemplar

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Sparkasse Nienburg

Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes

zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Nienburg
Sitz Nienburg/Weser
eingetragen beim
Amtsgericht Walsrode
Handelsregister-Nr. HR A 21724

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 15.504.281,78 16.455
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 18.474.814,39 104.158
33.979.096,17 120.613
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung
bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen
sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen
0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 99.497.013,31 48.570
b) andere Forderungen 19.097.665,41 75.743
118.594.678,72 124.313
4. Forderungen an Kunden 1.573.474.052,88 1.532.500
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert
686.385.810,50 EUR
( 665.493 )
Kommunalkredite
89.892.765,63 EUR
( 91.462 )
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
0,00 EUR
( 0 )
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
0,00 EUR
( 0 )
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 13.231.862,02 14.733
darunter
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
13.200.000,00 EUR
( 14.700 )
bb) von anderen Emittenten 41.307.628,72 48.063
darunter
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
17.600.000,00 EUR
( 22.064 )
54.539.490,74 62.796
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag
0,00 EUR
( 0 )
54.539.490,74 62.796
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 339.702.066,94 323.028
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 7.064.330,78 7.064
darunter:
an Kreditinstituten
0,00 EUR
( 0 )
an Finanzdienstleistungsinstituten
0,00 EUR
( 0 )
an Wertpapierinstituten
0,00 EUR
( 0 )
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 6.572.000,00 6.447
darunter:
an Kreditinstituten
0,00 EUR
( 0 )
an Finanzdienstleistungsinstituten
0,00 EUR
( 0 )
an Wertpapierinstituten
0,00 EUR
( 0 )
9. Treuhandvermögen 5.348.550,62 5.908
darunter:
Treuhandkredite
5.348.550,62 EUR
( 5.908 )
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich
Schuldverschreibungen aus deren Umtausch
0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
55.835,00 78
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
55.835,00 78
12. Sachanlagen 11.556.633,54 12.931
13. Sonstige Vermögensgegenstände 3.000.044,89 2.802
14. Rechnungsabgrenzungsposten 109.150,77 97
Summe der Aktiva 2.153.995.931,05 2.198.577

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.793.470,28 78
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 167.195.256,98 169.118
168.988.727,26 169.196
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von drei Monaten
436.134.528,98 511.486
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von mehr als drei Monaten
93.995.525,98 6.321
530.130.054,96 517.808
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.057.169.451,32 1.258.551
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 124.125.434,66 1.922
1.181.294.885,98 1.260.473
1.711.424.940,94 1.778.281
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 23.851.781,52 26.272
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere
0,00 EUR
( 0 )
23.851.781,52 26.272
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 5.348.550,62 5.908
darunter:
Treuhandkredite
5.348.550,62 EUR
( 5.908 )
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.661.185,75 865
6. Rechnungsabgrenzungsposten 40.750,59 25
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17.697.805,00 18.212
b) Steuerrückstellungen 3.601.500,00 396
c) andere Rückstellungen 8.336.077,82 8.823
29.635.382,82 27.431
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 9.585.305,73 9.586
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig
0,00 EUR
( 0 )
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 59.500.000,00 39.500
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 15.000.000,00 15.000
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 126.513.636,44 125.130
126.513.636,44 125.130
d) Bilanzgewinn 2.445.669,38 1.384
143.959.305,82 141.514
Summe der Passiva 2.153.995.931,05 2.198.577
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 43.290.757,41 49.185
Über eine weitere, nicht quantifizierbare Eventualverbindlichkeit wird im Anhang berichtet
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
43.290.757,41 49.185
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 89.360.425,63 154.412
89.360.425,63 154.412

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 46.400.143,56 34.658
darunter:
abgesetzte negative Zinsen
0,00 EUR
( 90 )
aus der Abzinsung von Rückstellungen
567,22 EUR
( 0 )
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 1.143.108,84 411
darunter:
abgesetzte negative Zinsen
0,00 EUR
( 0 )
47.543.252,40 35.069
2. Zinsaufwendungen 11.834.223,03 4.913
darunter:
abgesetzte positive Zinsen
23.918,02 EUR
( 664 )
aus der Aufzinsung von Rückstellungen
338.555,73 EUR
( 357 )
35.709.029,37 30.157
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 6.236.711,71 4.100
b) Beteiligungen 742.661,45 434
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
6.979.373,16 4.534
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 19.252.245,13 19.278
6. Provisionsaufwendungen 2.037.455,43 1.926
17.214.789,70 17.352
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 2.223.906,55 2.912
9. (weggefallen)
62.127.098,78 54.953
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 17.785.744,69 16.519
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.948.841,51 4.566
darunter
für Altersversorgung
1.676.836,70 EUR
( 1.381 )
22.734.586,20 21.085
b) andere Verwaltungsaufwendungen 12.860.232,09 12.285
35.594.818,29 33.370
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
1.624.822,58 1.616
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.113.086,99 1.447
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie
Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 10.119
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und
bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
5.425.533,57 2.200
5.425.533,57 12.319
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 842
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen,
Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelten Wertpapieren
125.000,00 0
125.000,00 842
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 23.044,03 24
18. Zuführungen zum oder Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 20.000.000,00 500
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 9.321.860,46 4.836
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.791.523,24 3.371
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 84.667,84 82
6.876.191,08 3.452
25. Jahresoberschuss 2.445.669,38 1.384
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
2.445.669,38 1.384
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
2.445.669,38 1.384
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 2.445.669,38 1.384

Anhang

Allgemeine Angaben


Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden


Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Aktiva

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (Aktiva Posten 3 und 4)


Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (einschließlich Schuldscheindarlehen) wurden mit ihrem Nennwert angesetzt, der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und dem niedrigeren Auszahlungsbetrag wurde unter den Rechnungsabgrenzungsposten der Passivseite aufgenommen. Er wird grundsätzlich laufzeit- und kapitalanteilig aufgelöst, im Falle von Festzinsvereinbarungen erfolgt die Verteilung auf die Dauer der Festzinsbindung.


Erkennbaren Risiken im Kreditgeschäft wird im Rahmen der turnusmäßigen bzw. anlassbezogenen Kreditüberwachung durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Die Höhe der Einzelwertberichtigung bemisst sich regelmäßig nach dem Unterschiedsbetrag zwischen der ausfallgefährdeten Kreditforderung und dem erwarteten Realisationswert der gestellten Kreditsicherheiten.


Den latenten Ausfallrisiken wird durch eine pauschale Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen, die wir auf Basis der Stellungnahme IDW RS BFA 7 bewertet haben.


Dabei haben wir mit der in der internen Risikosteuerung eingesetzten Anwendung CreditPortfolioView (CPV) für das vorgenannte Kreditportfolio den erwarteten Verlust für einen 12-Monats-zeitraum ohne Anrechnung einer Bonitätsprämie berechnet. Der erwartete Verlust wurde mit Hilfe eines Kreditrisikomodells mit den auf Basis der eingesetzten Risikoklassifizierungsverfahren bestimmten statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt.


Grundlage dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Adressen, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen.


Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.


Wir haben als Voraussetzung für die Anwendung der Bewertungsvereinfachung im Rahmen der Kreditvergabepraxis sichergestellt, dass die Konditionenvereinbarung bei Kreditausreichung unter Berücksichtigung einer risikoadäquaten Bonitätsprämie erfolgt, deren Höhe sich an dem erwarteten Verlust über die Restlaufzeit orientiert. Diese Ausgeglichenheitsannahme haben wir zum Bilanzstichtag überprüft. Dabei haben wir auch im Rahmen eines Stichtagsvergleichs die Entwicklung des mit CreditPortfolioView für die Restlaufzeit berechneten erwarteten Verlusts des Portfolios (sog. Lifetime Expected Loss) analysiert. Die Grundlagen der Berechnungen entsprechen im Wesentlichen der Ermittlung des erwarteten Verlusts für einen 12-Monatszeitraum. Danach kann die Ausgeglichenheit weiter angenommen werden.


Der Ausweis der Pauschalwertberichtigungen erfolgt als Risikovorsorge zu den Forderungen an Kunden (Aktivposten 4). Die für Eventualverbindlichkeiten sowie unwiderrufliche Kreditzusagen ermittelten Pauschalwertberichtigungen werden an den Unterstrichpositionen abgesetzt und als Risikovorsorge bzw. pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesen. Für widerrufliche Kreditzusagen erfolgt allein der Ausweis als Risikovorsorge bzw. pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c).


Für die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde Vorsorge getroffen.

Wertpapiere (Aktiva Posten 5 und 6)


Die Wertpapiere im Anlagenvermögen werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip angesetzt. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die festverzinslichen Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. Auf Basis der Abgrenzungskriterien liegen für die festverzinslichen Wertpapiere überwiegend nicht aktive Märkte vor.


In den Fällen, in denen wir nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten (insgesamt 20,5 Mio. EUR Nominalvolumen der festverzinslichen Wertpapiere), haben wir die Bewertung anhand von Kursen des Kursinformationsanbieters Refinitiv Germany GmbH vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted-Cashflow-Modell zugrunde liegt.


Darüber hinaus weisen wir unter Aktiva Posten 5 auch variabel verzinsliche Inhaberschuldverschreibungen mit einem Nominalwert von 23,7 Mio. EUR aus, die aus der Zerlegung der im Rahmen von Sparkassen-Kreditbasket-Transaktionen erworbenen Credit-Linked-Notes resultieren. Der beizulegende Wert wurde unter Verwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Weitergehende Informationen enthalten die Angaben zu den Derivaten.


Zur Feststellung einer voraussichtlich dauernden Wertminderung werden festverzinsliche Wertpapiere individuell auf eine dauernde Wertminderung überprüft.


Die Anteile an Investmentfonds wurden zum investmentrechtlichen Rücknahmepreis angesetzt. Bei zwei Investmentfonds sind mit der Kapitalanlagegesellschaft Rücknahmeabschläge vereinbart. Diese werden aufgrund der Zuordnung zum Anlagevermögen nicht berücksichtigt.


Die unter Aktiva Posten 6 ausgewiesenen Anteile an Gesellschaften, die sich als AIF qualifizieren, haben wir mit ihren Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Im Berichtsjahr wurden Wertpapiere aus einem von uns aufgelegten Wertpapierspezialfonds zu Zeitwerten (84,8 Mio. EUR) in einen weiteren von uns aufgelegten Wertpapierspezialfonds eingebracht.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen (Aktiva Posten 7 und 8)


Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. im Falle vorübergehender sowie dauernder Wertminderungen zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Beteiligungsbewertung erfolgt grundsätzlich nach dem Ertragswertverfahren. Andere Bewertungsmethoden kommen dann zum Einsatz, wenn die Art beziehungsweise der betragliche Umfang der Beteiligung dies rechtfertigen.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagevermögen (Aktiva Posten 11 und 12)


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden grundsätzlich mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer, angesetzt. In Einzelfällen wird nach höchsten steuerlich zulässigen Sätzen bilanziert, soweit dies auch handelsrechtlich vertretbar ist.


Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis zu einem Betrag von 250 EUR ohne Mehrwertsteuer) werden sofort als Sachaufwand erfasst; bei Anschaffungswerten bis zu 1.000 EUR und immateriellen Anlagewerten (Software bis zu 800 EUR ohne Mehrwertsteuer) im Einzelfall erfolgt analog zur steuerlichen Regelung des § 6 Abs. 2a EStG die Einstellung in einen Sammelposten, der linear mit je einem Fünftel jährlich abgeschrieben wird.

Sonstige Vermögensgegenstände (Aktiva Posten 13)


Die sonstigen Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden nach den für das Umlaufvermögen geltenden Vorschriften bewertet. Die hier ausgewiesenen Finanzanlagen werden ebenfalls nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Wert am Bilanzstichtag bewertet.

Passiva

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden (Passiva Posten 1 und 2)


Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Rückstellungen (Passiva Posten 7)


Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Beträgt die Zeitspanne bis zum erwarteten Erfüllungszeitpunkt mehr als ein Jahr, erfolgt eine Abzinsung mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).


Die Pensionsrückstellungen wurden nach dem modifizierten Teilwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G bewertet. Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde der auf das Jahresende prognostizierte Durchschnittszins von 1,83 % für die pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt. Im Vergleich zu dem von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag zum 31.12.2023 veröffentlichten Zinssatz von 1,82 % ergaben sich lediglich geringfügige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Die bis zur voraussichtlichen Erfüllung zu erwartenden Gehalts- und Rentensteigerungen haben wir mit 2,75 % prognostiziert.


Altersteilzeitverträge wurden bis zum 31.12.2022 auf der Grundlage des Altersteilzeitgesetzes, des Tarifvertrags zur Regelung der Altersteilzeit und der hausindividuellen Dienstvereinbarung abgeschlossen. Bei den hierfür gebildeten Rückstellungen werden künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 Prozent angenommen. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Verträge beträgt 2 Jahre, 10 Monate. Die Abzinsung erfolgt mit dem der durchschnittlichen Restlaufzeit der Verträge entsprechenden Zinssatz von 1,02 Prozent.


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente, insbesondere Zinsswaps, des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich ein Verpflichtungsüberschuss in Höhe von 37.532 TEUR.


Mit Urteil vom 6. Oktober 2021 (Az. XI ZR 234/20) hat der BGH in einem Musterfeststellungsverfahren zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen entschieden. Danach sind Zinsanpassungen monatlich unter Beibehaltung des anfänglich relativen Abstands zwischen Vertragszins und Referenzzins vorzunehmen. Die dreijährige Verjährung eines möglichen Zinsanspruchs beginnt erst ab Fälligkeit des Sparvertrags. Hinsichtlich der Bestimmung eines angemessenen Referenzzinssatzes hat der BGH das Verfahren an das OLG Dresden zurückverwiesen. Soweit das Ergebnis unserer Prüfung eine vergleichbare Ausgestaltung ergeben hat, haben wir nach einer Einschätzung der möglichen Betroffenheit von berechtigten Erstattungsansprüchen in unserem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen gebildet.


Hierbei haben wir den vom OLG-Dresden festgelegten Referenzzinssatz verwendet. Im Sinne einer einvernehmlichen Lösung werden wir allen vom BGH-Urteil betroffenen Kunden anbieten, eventuelle Ansprüche im Wege eines Vergleichs zu regulieren. Soweit die Kunden den Vergleich angenommen haben bzw. wir eine Annahme erwarten, haben wir die angebotene Zahlung bei der Bewertung der Rückstellung berücksichtigt.


Die Sparkasse ist tarifvertraglich verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine zu einer Betriebsrente führende Versicherung bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Sie erfüllt diese Verpflichtung durch Anmeldung der betreffenden Mitarbeiter bei der Emder Zusatzversorgungskasse für Sparkassen (ZVK-Sparkassen) mit Sitz in Emden. Die ZVK-Sparkassen ist eine kommunale Zusatzversorgungseinrichtung im Sinne des § 1 des Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K) vom 1. März 2002. Träger der ZVK-Sparkassen ist der Niedersächsische Sparkassen- und Giroverband (SVN) in Hannover, der das Kassenvermögen der ZVK-Sparkassen als Sondervermögen getrennt von seinem übrigen Vermögen verwaltet.


Die Versorgungsverpflichtungen werden von der ZVK-Sparkassen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G mit 7jähriger Generationenverschiebung bewertet, um den kassenindividuellen Verhältnissen angemessen Rechnung zu tragen.


Nachdem die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes sich mit Wirkung vom 1. Januar 2002 auf eine Abkehr vom seit 1967 bestehenden Gesamtversorgungssystem verständigt hatten, hat die ZVK-Sparkassen zum 1. Januar 2003 den Versicherten- und Rentnerbestand in zwei getrennte Abrechnungsverbände unterteilt, den Abrechnungsverband P für die zu diesem Zeitpunkt Pflichtversicherten bzw. den Abrechnungsverband R für die sog. Altrentner.


Seit diesem Zeitpunkt ist der Abrechnungsverband P unter Zugrundelegung der Bewertungsparameter gemäß ATV-K vom 1. März 2002 kapitalgedeckt.


Bei den aktiven Beschäftigten beträgt der Beitragssatz seit dem 1. Januar 2021 nach einer stufenweisen Anhebung in den Vorjahren 5,8 %. Hiervon werden 5,4 % durch die Sparkasse und 0,4 % von den Arbeitnehmern getragen.


Bemessungsgrundlage für den Beitrag sind die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte; sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 16,3 Mio. EUR.


Die ZVK-Sparkassen hat in 2022 die Kapitaldeckung im Abrechnungsverband R erreicht und diesen in 2023 rückwirkend zum 1. Januar 2023 auf den Abrechnungsverband P nach Genehmigung verschmolzen. Für den Abrechnungsverband R wurde bis zum Erreichen der Kapitaldeckung eine Umlage in Höhe von 2,2 % und ein Sanierungsgeld in Höhe von 1,5 % der zusatzversicherungspflichtigen Entgelte erhoben. Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen für die Altrentner berücksichtigt die zugesagte jährliche Erhöhung der Renten um 1 %.

Gewinn- und Verlustrechnung


Für die von anderen Kreditinstituten bei uns angelegten Gelder wurden uns Zinsen vergütet, die wir mit den unter GV-Posten 2 ausgewiesenen Zinsaufwendungen verrechnet haben.

Angaben zu Derivaten und zur Fremdwährungsumrechnung


Im Rahmen von Sparkassen-Kreditbasket-Transaktionen werden Kreditderivate als Sicherungsnehmer und als Sicherungsgeber gehalten. Erworbene Credit Linked Notes (CLN) beabsichtigen wir bis zur Endfälligkeit zu halten. Wir weisen unter den Wertpapieren eine Schuldverschreibung und für die übernommenen Adressausfallrisiken eine Eventualverbindlichkeit (Credit Default Swap) unter dem Bilanzstrich aus, die wir getrennt voneinander bewerten. Das Wertpapier wird zum gemilderten Niederstwertprinzip angesetzt. Wir haben die Bewertung anhand von Kursen eines externen Kursinformationsanbieters vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted-Cashflow-Modell zugrunde liegt. Soweit erforderlich wird für drohende Ausfälle aus Credit Linked Notes eine Rückstellung in Höhe der erwarteten Ausgleichsleistung gebildet. Als Sicherheit erhaltene Credit Default Swaps werden nicht eigenständig bilanziert, sondern bei der Bewertung der abgesicherten Forderung, das heißt bei der Ermittlung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sowie den Rückstellungen im Kreditgeschäft, berücksichtigt.


Bei den nicht an einer Börse gehandelten derivativen Finanzinstrumenten wurde der jeweilige Zeitwert unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle ermittelt. Für Zinsswaps wurden die Zeitwerte als Barwerte zukünftiger Zinszahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode ermittelt. Dabei fanden die Swap-Zinskurven per 31.12.2023 Verwendung. Die abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte dienen der Absicherung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos und werden somit in die Gesamtbetrachtung des Zinsänderungsrisikos einbezogen, so dass eine Einzelbewertung nicht erforderlich war. Bei den strukturierten Produkten wurden die Forwarddarlehen einheitlich bilanziert und bewertet.


Auf Fremdwährung lautende Vermögenswerte wurden am Bilanzstichtag zum EZB-Referenzkurs in Euro umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus Beständen außerhalb der besonderen Deckung werden entsprechend § 256a HGB bewertet und jeweils unter dem GuV-Posten ausgewiesen, dem die übrigen Bewertungsergebnisse des zugrundeliegenden Geschäftes zuzuordnen sind.

Erläuterung der Bilanzposten


Für die Gliederung nach Restlaufzeiten wurde auf die Einbeziehung der anteiligen Zinsen und ähnlicher das Geschäftsjahr betreffende Beträge gem. § 11 Satz 3 RechKredV verzichtet. Insofern stimmen die Bilanzbestände nicht mit den Endbeträgen laut Fristengliederung überein.

Aktiva

Posten 3: Forderungen an Kreditinstitute


Die unter Posten 3 b) andere Forderungen ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:

- bis drei Monate 0 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 5.000 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 13.000 TEUR
- mehr als fünf Jahre 0 TEUR
Forderungen an die eigene Girozentrale 14.819 TEUR

Posten 4: Forderungen an Kunden


Die Forderungen an Kunden gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:

- bis drei Monate 36.293 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 121.633 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 451.043 TEUR
- mehr als fünf Jahre 910.746 TEUR
- mit unbestimmter Restlaufzeit 53.338 TEUR
Forderungen an verbundene Unternehmen 2.114 TEUR
Bestand 31.12. des Vorjahres 2.186 TEUR
darunter mit Nachrangabrede 2.114 TEUR
Bestand 31.12. des Vorjahres 2.186 TEUR

Posten 5: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere


Von den unter Aktiva Posten 5 enthaltenen börsenfähigen Wertpapieren sind

börsennotiert 30.883 TEUR
nicht börsennotiert 23.656 TEUR
Von den ausgewiesenen Beständen werden im kommenden Geschäftsjahr fällig 13.117 TEUR
Von den börsenfähigen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen
Wertpapieren wurden nicht mit dem Niederstwert bewertet (Buchwert)
54.317 TEUR
Diese Wertpapiere verkörpern einen Marktwert von 52.934 TEUR


Es handelt sich dabei um festverzinsliche Wertpapiere.


Die Wertminderungen sind ausschließlich zinsinduziert und dürften daher nach unserer Auffassung voraussichtlich nicht von Dauer sein.

Posten 6: Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere


Zu Anteilen an Sondervermögen im Sinne des § 1 Abs. 10 KAGB, an denen die Sparkasse mehr als 10 % der Anteile hält, geben wir folgende Informationen:

Bezeichnung des Investmentvermögens / Anlageziele Wert nach § 278 KAGB am 31.12.2023 Unterschiedsbetrag
zum Buchwert am 31.12.2023
Ausschüttungen im
Geschäftsjahr 2023
Beschränkungen
in der Möglichkeit
der täglichen Rückgabe
Unterlassene
Abschreibungen
TEUR TEUR TEUR
HI-Sparkasse Nienburg-Master-Fonds / Mischfonds 90.264 0 2.652 Ja 1) Nein
HI-Sparkasse Nienburg HQLA-Fonds / Mischfonds 203.844 0 2.054 Nein Nein

1) Die Anteilscheine können täglich zurückgegeben werden. Der Kapitalverwaltungsgesellschaft ist jedoch vorbehalten, die Rücknahme der Anteile bei Vorlage außergewöhnlicher Umstände auszusetzen.


Die Sparkasse kann Sachauskehrung der im Fonds enthaltenen Vermögenswerte verlangen.


Von den übrigen unter diesem Posten ausgewiesenen börsenfähigen Wertpapieren sind

börsennotiert 0 TEUR
nicht börsennotiert 14.123 TEUR

Posten 7: Beteiligungen


Die Sparkasse ist am Stammkapital des Sparkassenverbandes Niedersachsen, Hannover, mit einem Anteil von 2,21 % beteiligt. Angaben zum Eigenkapital und zum Jahresergebnis unterbleiben aufgrund von § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB.


Weitere Angaben zum Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB entfallen, weil sie gemäß § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse von untergeordneter Bedeutung sind.

Posten 8: Anteile an verbundenen Unternehmen


Im Hinblick auf die untergeordnete Bedeutung der Tochterunternehmen für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse wurde auf Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB sowie auf die Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 296 Abs. 2 HGB verzichtet.

Posten 9: Treuhandvermögen


Das Treuhandvermögen gliedert sich wie folgt:

Forderungen an Kunden
(Posten 4 des Formblatts)
5.349 TEUR

Posten 12: Sachanlagen

Die für sparkassenbetriebliche Zwecke genutzten Grundstücke
und Bauten belaufen sich auf (Bilanzwert)
7.556 TEUR
Der Bilanzwert der Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt 3.744 TEUR

Posten 14: Rechnungsabgrenzungsposten

Unterschiedsbetrag zwischen dem Erfüllungs- und dem niedrigeren Ausgabebetrag bei Verbindlichkeiten oder Anleihen 6 TEUR
Bestand 31.12. des Vorjahres 7 TEUR
Der Gesamtbetrag der auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände beläuft sich auf 1 EUR

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
Beteiligungen Anteile an verbundenen Unternehmen
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 59.789 44.704 26.640 20.150
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Zugänge 1.700 2.890 - -
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Abgänge - - - -
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Umbuchungen 5.576 - - -
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 55.913 47.594 26.640 20.150
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 1.624 - 19.576 13.703
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Abschreibungen im Geschäftsjahr - - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Zuschreibungen im Geschäftsjahr - - - 125
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Zugängen - - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Abgängen 29 - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Umbuchungen - - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 1.595 - 19.576 13.578
Buchwert Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 54.317 47.594 7.064 6.572
Buchwert Stand am 31.12. des Vorjahres 58.165 44.704 7.064 6.447
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen sonstige Vermögensgegenstände
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 745 49.253 1
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Zugänge 8 492 -
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Abgänge 432 5.031 -
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Umbuchungen - - -
Entwicklung der Anschaffungs- / Herstellungskosten Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 321 44.714 1
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 667 36.321 -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Abschreibungen im Geschäftsjahr 31 1.594 -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Zuschreibungen im Geschäftsjahr - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Zugängen - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Abgängen 432 4.758 -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Umbuchungen - - -
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 265 33.157 -
Buchwert Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 56 11.557 1
Buchwert Stand am 31.12. des Vorjahres 78 12.931 1

Passiva

Posten 1: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die unter Posten 1 b) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:

- bis drei Monate 4.987 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 19.888 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 64.058 TEUR
- mehr als fünf Jahre 77.886 TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 110.957 TEUR
Gesamtbetrag der als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten übertragenen Vermögensgegenstände
143.857 TEUR

Posten 2: Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


Die unter Posten Passiva 2 a) Unterposten ab) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:

- bis drei Monate 1.419 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 60.563 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 31.368 TEUR
- mehr als fünf Jahre 645 TEUR


Die unter Posten Passiva 2 b) Unterposten bb) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:

- bis drei Monate 122.164 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 272 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 1.113 TEUR
- mehr als fünf Jahre 570 TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.009 TEUR
Bestand 31.12. des Vorjahres 1.430 TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.242 TEUR
Bestand 31.12. des Vorjahres 2.538 TEUR

Posten 3: Verbriefte Verbindlichkeiten

Im Unterposten Passiva 3 a) ausgewiesene Beträge, die in dem Jahr,
das auf den Bilanzstichtag folgt, fällig werden ohne anteilige Zinsen
9.500 TEUR

Posten 4: Treuhandverbindlichkeiten


Die Treuhandverbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(Posten 1 des Formblatts)
5.349 TEUR

Posten 6: Rechnungsabgrenzungsposten


Unterschiedsbeträge zwischen dem Auszahlungsbetrag bzw. den Anschaffungskosten von Forderungen gegenüber dem höheren Nominalbetrag sind

enthalten mit 41 TEUR
Bestand 31.12. des Vorjahres 25 TEUR

Posten 7a: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen


Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 151 TEUR. Eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB besteht nicht, da in den Vorjahren in diesem Zusammenhang bereits ein Betrag von 1.744 TEUR der Sicherheitsrücklage zugeführt wurde.

Posten 9: Nachrangige Verbindlichkeiten


Für nachrangige Verbindlichkeiten sind im Berichtsjahr Zinsen und

andere Aufwendungen in Höhe von 214 TEUR


angefallen.


Folgende nachrangige Verbindlichkeiten übersteigen jeweils 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten

Betrag Währung Zinssatz % Fällig am
2.000 TEUR 2,61 04.10.2028
3.000 TEUR 2,61 04.10.2028
3.000 TEUR 1,80 11.03.2031
1.500 TEUR 1,98 01.09.2036


Vorzeitige Rückzahlungsverpflichtungen bestehen nicht. Eine Umwandlungsmöglichkeit in Kapital oder andere Schuldformen ist nicht vereinbart. Die Kapitalinstrumente erfüllen die Voraussetzungen des Artikel 63 CRR.

Eventualverbindlichkeiten


Bei den unter Posten 1b) unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um übernommene Bürgschafts- und Gewährleistungsverpflichtungen. Auf Basis der regelmäßigen Bonitätsbeurteilungen der Kunden im Rahmen unserer Kreditrisikomanagementprozesse gehen wir für die hier ausgewiesenen Beträge davon aus, dass sie nicht zu einer wirtschaftlichen Belastung der Sparkasse führen werden. Auch haben sich in den letzten Jahren nur geringfügige Ansprüche Dritter ergeben.


Für die Darlehensschuld eines Dritten mit unbestimmter Laufzeit haftet die Sparkasse anteilig für den Zinsdienst (zurzeit 1,478 % auf einen Kapitalbetrag von 3.223 TEUR) und für ggf. anfallende Steuern und Kosten.

Andere Verpflichtungen


Durch die künftige Inanspruchnahme der unter Posten 2c) ausgewiesenen unwiderruflichen Kreditzusagen entstehen nach den Erkenntnissen des Bilanzstichtages werthaltige Forderungen. Insoweit bestehen auch hier keine Anhaltspunkte dafür, dass sich mit einer Inanspruchnahme seitens der Kreditnehmer bereits Vermögensbelastungen der Sparkasse verbinden.


Sollte im Ausnahmefall aus einer Eventualverbindlichkeit ein Verlust drohen, werden hierfür Rückstellungen gebildet und die unter der Bilanz ausgewiesenen Beträge entsprechend gekürzt.

Erläuterung der GuV-Posten

Posten 5: Provisionserträge


Rund 38 % der gesamten Provisionserträge stammt aus den für Dritte erbrachten Dienstleistungen. Dabei handelt es sich um die Verwaltung und Vermittlung von Fondsanteilen, Versicherungen, Bausparverträgen, Immobilien und Krediten sowie die Verwaltung durchlaufender Kredite.

Posten 8: Sonstige betriebliche Erträge


Der Posten enthält periodenfremde Erträge in Höhe von 1.273 TEUR. Es handelt sich überwiegend um Beträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Posten 29: Bilanzgewinn


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31.12.2023 in seiner für den 13. Juni 2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn von 2.445.669,38 EUR in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Sonstige Angaben

Termingeschäfte


Die Sparkasse hat im Rahmen der Steuerung von Zinsänderungsrisiken Termingeschäfte abgeschlossen. Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Geschäfte betreffen Zinsswapgeschäfte mit einem Nominalwert von 285 Mio. Euro (Zeitwert saldiert 12,0 Mio. Euro). Davon haben nominal 15 Mio. Euro eine Restlaufzeit unter einem Jahr, 30 Mio. Euro von 1 bis 5 Jahre und 240 Mio. Euro über 5 Jahre. Bei den Kontrahenten der derivativen Finanzinstrumente handelt es sich ausschließlich um deutsche Kreditinstitute. Die ausgewiesenen Zeitwerte enthalten keine Abgrenzungen und Kosten.


Die im Rahmen von Kreditbasket-Transaktionen als Sicherheit erhaltenen Credit-Default-Swaps hatten am Bilanzstichtag einen Nominalwert von 19,7 Mio. EUR (Zeitwert saldiert -23 TEUR). Davon haben nominell 13,5 Mio. EUR eine Restlaufzeit unter einem Jahr und 6,2 Mio. EUR eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren.

Steuerlatenzen


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsregelungen zwischen Handels- und Steuerbilanz inklusive Rücklagen aus der Auflösung der steuerlichen Ausgleichsposten des InvStG a. F. bzw. inkl. aktiver und passiver Ausgleichsposten des Altrechts, positiver Anleger-Aktiengewinne des InvStG a. F., der steuerlichen Ausgleichspostens des InvStG n. F. und der Anleger-Aktiengewinne des InvStG n. F. bestehen zum 31.12.2023 Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen in Höhe von 1.745 TEUR durch absehbare Steuerentlastungen deutlich überdeckt. Eine passive Steuerabgrenzung war demzufolge nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei den Fondsanteilen und den Sachanlagen. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen an Kunden, den Fondsanteilen, den Beteiligungen, den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, den Pensionsrückstellungen und anderen Rückstellungen. Die Ermittlung der Differenzen erfolgte bilanzpostenbezogen und unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 29,4 %. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit 15,8 % bewertet.

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat:

Vorsitzender:


Detlev Kohlmeier, Landrat

Mitglieder:


Anja Altmann, Immobilienkauffrau Wilhelm Bergmann-Kramer, selbständiger Landwirt Martin Franke, Bürgermeister Bernd Heckmann, Industriekaufmann i.R.
Elisabeth Kurowski, Bürokauffrau Jan Wendorf, Bürgermeister, - 1. stellvertretender Vorsitzender - Mark Westermann, Prokurist

Beschäftigtenvertreter:


Mareike de Jonge, Gewerkschaftssekretärin, - 2. stellvertretende Vorsitzende - Marcel Kruse, Sparkassenbetriebswirt Sibylle Lüerßen, Sparkassenkauffrau Holger Oestmann, Sparkassenbetriebswirt

Vorstand: Vorstandsvertreter:
im Falle der Verhinderung wird der Vorstand vertreten durch:
Wolfgang Wilke
Vorstandsvorsitzender
Jens Müller
Sascha Thiele
Vorstandsmitglied
Ralf Berning


Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 81 TEUR.


Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 14.166 TEUR zum 31.12.2023 zurückgestellt. Die laufenden Bezüge betrugen im Geschäftsjahr 780 TEUR.


Die Kredite an den Vorstand betragen 7 TEUR, die entsprechenden Kreditgewährungen an Mitglieder des Verwaltungsrats 583 TEUR.

Für Abschlussprüfungsleistungen der Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen-
und Giroverbandes sind im Geschäftsjahr 2023 aufgewendet worden:
342 TEUR
Auf andere Bestätigungsleistungen des Abschlussprüfers entfielen: 25 TEUR


Bei den anderen Bestätigungsleistungen handelt es sich um Leistungen für die Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts sowie der Prüfung der Meldung für gezielt längerfristige Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems (GLRG-Geschäfte).

Wir beschäftigten im Jahresdurchschnitt: 2023
Vollzeitbeschäftigte 159
Teilzeitbeschäftigte 154
313
Auszubildende 22
Gesamt 335

 

Nienburg, den 29. April 2024

SPARKASSE NIENBURG
- Der Vorstand -

Wilke Thiele

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Nienburg hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Nienburg besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Nienburg definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands (Erträge und Aufwendungen saldiert) und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 62.127 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 262.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 9.322 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 6.792 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Sparkasse Nienburg hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers


An die Sparkasse Nienburg, Nienburg

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Nienburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse Nienburg für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen gemäß Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:


1. Bewertung der Forderungen an Kunden


2. Bewertung von Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren


Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt aufgebaut:


a) Sachverhalt und Problemstellung


b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


c) Verweis auf weitergehende Informationen

1. Bewertung der Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung


Für die Sparkasse stellen die Forderungen an Kunden ein maßgebliches Geschäftsfeld dar. Durch Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft können sich wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse, ergeben. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. vor allem die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann (Ausfallwahrscheinlichkeit), maßgeblich. Dies gilt insbesondere für die von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise und des Krieges in der Ukraine betroffenen Kreditengagements. Die Sparkasse bewertet ihre Kundenforderungen mit den in der S-Finanzgruppe entwickelten Rating- und Scoringsystemen. Zur Bestimmung des Kreditrisikos werden die Kreditnehmer entsprechend ihrer individuellen Ausfallwahrscheinlichkeit einzelnen Ratingklassen zugeordnet. Bei der Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit bestehen allerdings Ermessensspielräume. Daneben ist die Bewertung der Sicherheiten von besonderer Bedeutung. Dabei haben einzelne Bewertungsparameter bedeutsame Auswirkungen auf den Ansatz der Sicherheiten und damit ggf. auf die Wertberichtigungen und die Höhe der Forderungen.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Wir haben im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung die von der Sparkasse eingerichteten Prozesse zur Bewertung der Kundenforderungen nachvollzogen. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Angemessenheit des Internen Kontrollsystems haben wir auf Basis der Organisationsrichtlinien beurteilt. Daneben haben wir Prüfungshandlungen zur Wirksamkeit dieser Prozesse vorgenommen. Bei einer risikoorientierten Einzelfallprüfung von Kundenkreditengagements haben wir anhand der vorliegenden Unterlagen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung von Kreditsicherheiten und der dabei zugrunde gelegten Bewertungsparameter gewürdigt. Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses haben wir insbesondere untersucht, ob der Kreditbestand Forderungen enthält, bei denen sich Ausfallrisiken abzeichnen oder bereits eingetreten sind.

c) Verweis auf weitergehende Informationen


Informationen zur Bewertung der Forderungen an Kunden sind im Anhang zum Jahresabschluss in den Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht (Abschnitt Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage; Ertragslage).

2. Bewertung von Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren

a) Sachverhalt und Problemstellung


Für die Sparkasse stellt das Wertpapiereigengeschäft aufgrund seines Umfangs ein bedeutendes Geschäftsfeld dar. Durch die marktpreisorientierte Bewertung der Wertpapiere können sich wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss der Sparkasse, insbesondere auf die Ertragslage, ergeben. Die Sparkasse hat Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere im Portfolio, die sie sowohl der Liquiditätsreserve als auch dem Anlagevermögen zuordnet. Für Zwecke der Bewertung gemäß §§ 340e Abs. 1 Satz 2, 253 Abs. 1, 3 und 4 HGB wird der beizulegende Wert herangezogen. Dieser wird grundsätzlich durch den an einem aktiven Markt festgestellten Preis des Finanzinstruments bestimmt. Sofern anhand definierter Kriterien für Finanzinstrumente kein aktiver Markt festgestellt wurde, hat die Sparkasse den beizulegenden Wert auf der Grundlage, von einem Dienstleister theoretisch berechneter Kurse abgeleitet, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted-Cashflow-Modell zugrunde liegt. Für die Bewertung der Anteile an Investmentvermögen ist - soweit diese nicht an einer Börse gehandelt werden - der nach investmentrechtlichen Grundsätzen bestimmte Rücknahmepreis maßgeblich.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Angemessenheit und Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, insbesondere die Prozesse zur Bewertung der Wertpapiere, beurteilt. Darüber hinaus haben wir risikoorientiert die Bewertung ausgewählter Einzelfälle im Hinblick auf erhöhte Bewertungsunsicherheiten nachvollzogen. Dabei beurteilten wir die Angemessenheit der vom Vorstand der Sparkasse angewandten Bewertungsmethoden und -annahmen sowie die Vertretbarkeit der angesetzten beizulegenden Werte.

c) Verweis auf weitergehende Informationen


Informationen zur Bewertung der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere sowie der Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere sind im Anhang zum Jahresabschluss in den Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zu den Bilanzposten Aktiva 5 und 6 enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht (Abschnitt Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage; Ertragslage).

Sonstige Informationen


Der Vorstand bzw. der Verwaltungsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen

den Bericht des Verwaltungsrats,

alle übrigen Teile des uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden Geschäftsberichts,

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.


Der Verwaltungsrat ist für den Bericht des Verwaltungsrats verantwortlich. Im Übrigen ist der Vorstand für die sonstigen Informationen verantwortlich.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von do-losen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Sparkasse abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO


Wir sind gemäß § 23 Abs. 2 Satz 1 des Niedersächsischen Sparkassengesetzes i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht gemäß Artikel 11 EU-APrVO im Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Axel Brockmann.

 

Hannover, den 24. Mai 2024


Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes


Brockmann Wirtschaftsprüfer

Lagebericht

Grundlagen der Sparkasse


Die Sparkasse Nienburg ist gemäß § 3 NSpG eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Niedersachsen (SVN), Hannover, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Walsrode unter der Nummer A 21724 im Handelsregister eingetragen.


Träger der Sparkasse Nienburg ist der Sparkassenzweckverband Nienburg, dem der Landkreis Nienburg/Weser, die Stadt Nienburg/Weser sowie die Gemeinden Landesbergen, Leese, Pennigsehl, Raddestorf, Stadt Rehburg-Loccum, Flecken Steyerberg, Stolzenau, Wiedensahl, Flecken Diepenau, Flecken Uchte und Warmsen als Verbandsmitglieder angehören. Der Sparkassenzweckverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Nienburg/Weser und ist ebenfalls Mitglied des Sparkassenverbands Niedersachsen. Ausleihbezirk der Sparkasse Nienburg ist das Gebiet des Landkreises Nienburg, die Ortsteile Mardorf und Schneeren der Stadt Neustadt a. Rbge., die Stadt Petershagen, der Amtsgerichtsbezirk Stadthagen und der ehemalige Amtsgerichtsbezirk Uchte. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.


Die Sparkasse ist als Mitglied im Sparkassenverband Niedersachsen und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkasse selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("freiwillige Institutssicherung"). Ergänzend zu den bestehenden Sicherungsmitteln wird ab 2025 ein zusätzlicher Fonds zum institutsbezogenen Sicherungssystem von den Instituten befüllt.


Die Sparkasse bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an, soweit das Sparkassengesetz keine Einschränkungen vorsieht. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise der Wirtschaft, insbesondere des Mittelstands und der öffentlichen Hand, mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.


Die Gesamtanzahl der Beschäftigten hat sich zum 31.12.2023 gegenüber dem Vorjahr auf 335 Beschäftigte erhöht (Vorjahr 332), von denen 158 vollzeitbeschäftigt, 151 teilzeitbeschäftigt sowie 26 in der Ausbildung sind. Die Erhöhung ist auf den Anstieg bei der Zahl der Auszubildenden zurückzuführen.

Wirtschaftsbericht

Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung

… in der Welt


Das Jahr 2023 war weltweit nach 2022 erneut von hoher Inflation geprägt. Im zweiten Kriegsjahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine waren die Preissteigerungsraten zwar in den meisten Ländern nicht mehr ganz so hoch wie zu ihren Spitzenständen im Herbst 2022. Doch die Kaufkraft der Einkommen war weiterhin stark belastet. Das schwächte den Konsum. Zudem bremsten die in fast allen Währungsräumen fortgesetzten Zinssteigerungen die Konsumgüter- sowie insbesondere die Investitionsgüternachfrage.


Der Internationale Währungsfonds beziffert das Wachstum der Weltwirtschaft 2023 auf insgesamt 3,0 Prozent beziehungsweise auf 1,5 Prozent für die Gruppe der fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Diese Werte entsprechen zwar annähernd den langjährigen Durchschnitten, doch für die Spätphase der weitgehend überwundenen Corona-Pandemie war eine stärkere Erholung von den gedrückten Wertschöpfungsniveaus aus erwartet worden. Der avisierte Aufholprozess blieb jedoch tatsächlich im Angesicht der hohen Inflation stecken.

… im Euroraum


Der Euroraum, der sich 2022 noch sehr gut erholt hatte, verlor 2023 dagegen stärker an Wachstumsdynamik. Er erreichte gemäß der Schätzung des IWF nur noch 0,7 Prozent realen Zuwachs. Dabei überzeichnen die Jahresraten für den Euroraum insgesamt und für die meisten seiner Länder sogar noch die Entwicklung innerhalb des Jahres. Denn das im Jahresdurchschnitt ausgewiesene Wachstum stammt fast vollständig aus dem statistischen Überhang vom guten Jahresende 2022. Danach stagnierte das Euro-Währungsgebiet im Jahresverlauf 2023 weitgehend - mit einigen Ausnahmen wie etwa dem Wachstumsstar der letzten Jahre, Spanien, das auch zuletzt bei seinem Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter zulegen konnte.

... im Bundesgebiet


Deutschland ist am anderen Ende des europäischen Länderfeldes einzuordnen. Hierzulande ist die Stagnation schon länger offenkundig. Die deutsche Jahreswachstumsrate profitierte 2023, anders als der Euroraum insgesamt, nicht von einem Überhang aus dem Vorjahr. Im Gegenteil: Das Schlussquartal 2022 lieferte in Deutschland bereits eine sehr schlechte Ausgangsbasis. Damals waren die Energiepreise auf ihren Höchstständen und es herrschte die Angst vor einem Gasmangel mit Rationierungen im Winter 2022/2023 vor.


Als sich Anfang 2023 zeigte, dass die Mangellage nicht eintreten werden würde und dass Deutschland aufgrund von getroffenen Maßnahmen zur Einsparung und zu neuen Bezugsquellen, aber auch aufgrund einer warmen Witterung recht gut durch den Winter kommen würde, verflog diese Angst. Es keimte Anfang 2023 die Zuversicht, dass der lang ersehnte Post-Corona-Aufschwung nun kraftvoll einsetzten würde. Diese Hoffnung erfüllte sich dann allerdings nicht.


Die bis weit in das Jahr 2023 hinein auf hohem Niveau bleibende Inflation kostete Kaufkraft. In Folge der hohen Inflation zeigte die Nominaleinkommensentwicklung einen steigenden Verlauf, jedoch mit einer zeitlichen Verzögerung. In Deutschland war im Jahresdurchschnitt die Entwicklung der Verfügbaren Einkommen mit 5,9 Prozent nominalem Zuwachs genauso hoch wie der Anstieg der Verbraucherpreise. Aber das zeitliche Profil der Kompensation, die Verteilung der Einkommens- und Preisanstiege über die Einkommensklassen und über die Güterkategorien und nicht zuletzt die psychologische Präsenz des Themas Inflation dämpften die Kauflust und die Konsummöglichkeiten. Mit -0,8 Prozent schrumpfte der private Verbrauch 2023 stärker als das BIP. Die Sparquote stieg leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent.


Noch stärker rückläufig als der private Verbrauch war der staatliche Konsum. Er schrumpfte 2023 preisbereinigt um 1,7 Prozent. Hier spiegelt sich die Normalisierung nach der Pandemie wider. Die Staatsquote als Anteil der Staatsausgaben aller staatlichen Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungen) am Bruttoinlandsprodukt ging 2023 auf 48,2 Prozent zurück. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 hatte diese Kennzahl vorübergehend die Fünfzig-Prozent-Marke überschritten.


Trotz der wegen steigender Zinssätze wieder etwas höherer Zinsausgaben in Höhe von 36,3 Mrd. Euro fiel das gesamtwirtschaftliche Finanzierungsdefizit mit 82,7 Mrd. Euro oder 2,0 Prozent des BIP etwas geringer aus als im Vorjahr. Die noch nicht endgültig exakt bezifferte Staatschuldenquote dürfte auf die Größenordnung von 65 Prozent des BIP leicht zurückgegangen sein.


Die Investitionen wurden stark von dem Zinsanstieg geprägt. Die restriktive Geldpolitik war in fast allen großen Währungen in diesem Ausmaß und in dieser Geschwindigkeit ohne Beispiel. Im Euroraum wurden die Leitzinsen aus dem noch bis Mitte 2022 herrschenden Negativzins heraus in nur gut einem Jahr bis zum Herbst 2023 um 450 Basispunkte erhöht.


Die Bautätigkeit in Deutschland wurde durch das einstweilen erhöhte Zinsniveau stark gebremst. Zunächst wurde noch der recht gute Auftragsbestand bei begonnenen Projekten abgearbeitet. Doch das Angehen neuer Projekte kam praktisch völlig zum Erliegen, was dann 2023 zunehmend auch in der laufenden Bau-Wertschöpfung sichtbar wurde. Die Bauinvestitionen sanken im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1 Prozent. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau.


Auch der Außenhandel leistete zwar einen positiven Wachstumsbeitrag, doch das ist der rechnerisch saldierten Konstellation geschuldet. Die Exporte selbst sanken 2023 real um 1,8 Prozent. Die deutschen Importe, die als eine Art Vorleistung für die deutsche Volkswirtschaft mit negativem Vorzeichen in die BIP-Berechnung eingehen, sanken sogar um 3,0 Prozent und somit noch stärker als die Exporte.


Am Arbeitsmarkt fühlt sich die Lage weiterhin ohnehin überhaupt nicht an wie eine Rezession. Trotz recht hoher Nettozuwanderung und stagnierender Produktion hat sich die Arbeitslosenquote in der Abgrenzung der Bundesagentur für Arbeit 2023 nur moderat um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent erhöht.


Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen mit Händen zu greifen. Er ist zu einer angebotsseitigen Beschränkung der Wirtschaftsentwicklung geworden. Die Zahl der Erwerbstätigen konnte dennoch auch in dem schwierigen Jahr 2023 weiter gesteigert werden um jahresdurchschnittlich 333 Tausend Personen auf einen neuen Rekordstand von 44,9 Mio. Noch nie waren in Deutschland so viele Menschen erwerbstätig wie 2023.

... im Geschäftsgebiet


Der Wirtschaftsraum Mittelweser ist vielfältig. Vom international agierenden Unternehmen bis hin zum kleinen oder mittelständischen Handwerksbetrieb finden sich in unserem Landkreis Unternehmen aller Art. Die Region punktet seit Jahrzehnten mit international bedeutsamen Unternehmen der Glas-, Papier- und Chemieindustrie. Mittelständische Firmen, vom Automobilzulieferer über die Lebensmittelherstellung bis hin zum Anlagenbau und der Logistikbranche verstärken diese Wirtschaftskraft. Hinzu kommen traditionsreiche, innovative Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, die seit Generationen von Familien geführt werden.


Die Wirtschaftslage in der Region Mittelweser war zu Beginn des Jahres nach der Corona-Pandemie von einer eher verhaltenen Grundstimmung bei unseren Kunden geprägt. Die überregionale wirtschaftliche Entwicklung führte somit auch in unserem Geschäftsgebiet zu einer Eintrübung der Konjunktur. Eine Vielzahl unserer gewerblichen Kunden konnten, trotz der widrigen Umfeldbedingungen, auch in 2023 noch ausreichende wirtschaftliche Ergebnisse auf einem auskömmlichen Niveau erzielen. Das kommende Jahr 2024 stellt mit den anzunehmenden, pessimistischen Wirtschaftsentwicklungen eine große Herausforderung dar.


Branchenübergreifend konnten viele Unternehmen aufgrund ihrer guten Eigenkapitalausstattung von einem Risikopuffer für sich verschlechternde wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in 2023 profitieren.


Die Baubranche lief Anfang 2022 noch als Motor der heimischen Wirtschaft. Der Schwerpunkt lag auf dem Neubau von Einfamilienhäusern wie auch Eigentumswohnungen und Spezialimmobilien aus dem Altenpflegebereich. Diese Auftragslage hat sich in 2023 abgekühlt. Viele Bauvorhaben wurden aufgrund der Marktentwicklungen sowie der Streichung der Förderung durch die Bundesregierung vorerst gestoppt oder storniert. Der Bau von Einfamilienhäusern ist fast komplett zum Erliegen gekommen, erste Insolvenzen von Bauunternehmen zeigen ein deutlich negatives Wirtschaftsbild in der Baubranche.


Nach wie vor spielt das Transportgewerbe im Landkreis Nienburg eine große Rolle. Durch eine fortschreitende Spezialisierung und zusätzliche Dienstleistungen versuchen die Akteure in dieser Branche, einseitige Abhängigkeiten von Auftraggebern zu vermeiden. In vielen Fällen sind die festgelegten Preise an die Dieselpreisentwicklung gekoppelt, so dass sich hier negative Entwicklungen nicht auf die Erträge auswirken. Auch hier spielen politische Entscheidungen eine wesentliche Rolle. Die Einführung / Erhöhung der Maut zum 01.12.2023 führt hier letztendlich zu einer Erhöhung der Endverbraucherpreise, da die zusätzlichen Kosten für die Speditionen umgelegt werden müssen, um nicht selbst das eigene Ergebnis zu gefährden. Zusätzlich haben die Betriebe vor Ort auch das Problem der Fahrerbeschaffung zumeist individuell für sich gelöst.


Die Branche Landwirtschaft blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022/2023 zurück. Laut dem aktuellen Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes haben sich die Ergebnisse in der Landwirtschaft im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2022/23 weiter deutlich verbessert. Im Durchschnitt lag das Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe bei 115.400 Euro je Betrieb. Nach vielen schwachen Jahren hat sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe in den letzten beiden Jahren erheblich verbessert. Trotzdem sehen sich die Schweinehalter in unserer Region, trotz einer Preiserholung, mit stark gestiegenen Betriebs- und Futterkosten, zunehmenden Auflagen und einer nachlassenden Nachfrage konfrontiert. Die landwirtschaftlichen Betriebe in diesem Produktionssegment reagieren hierauf mit einem Abbau der Tierbestände und vermehrten Betriebsaufgaben, sodass die Zahl der Tierhalter im Landkreis weiter abnimmt.


Der demografische Wandel zeigt sich auch in unserer Region nicht nur durch die sinkende Zahl von Schulabgängern und Bewerbern für Ausbildungsstellen. Bei den Betrieben zeichnet sich zurzeit weiterhin der Fachkräftemangel als begrenzender Faktor für ansonsten mögliches Wachstum ab. Hier müssen die Anstrengungen fortgesetzt werden, Digitalisierung und Automatisierung voranzutreiben, aber auch externe qualifizierte Mitarbeiter für interessante Stellen in der Region zu gewinnen.

Entwicklung der Kreditwirtschaft


Das Drei-Säulensystem der deutschen Kreditwirtschaft - bestehend aus Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken - hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen, dass sich alle Kreditinstitute den Anforderungen eines wachsenden Wettbewerbs permanent anpassen mussten.


Die Sparkassen stellen gemeinsam mit den Verbundpartnern innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ein flächendeckendes kreditwirtschaftliches Angebot für alle Teile der Bevölkerung in ihrer jeweiligen Region sicher.

Entwicklung des Zinsniveaus


Nachdem die EZB bereits im Vorjahr auf die gestiegenen Inflationsraten mit mehreren Erhöhungen ihrer Leitzinsen reagierte, setzte sie diese Maßnahmen mit weiteren Zinserhöhungsschritten im Geschäftsjahr fort. Der Zins auf Einlagefazilitäten von Geschäftsbanken liegt nach den Erhöhungen zum Jahresende bei 4,0 % und damit auf einem neuen Rekordstand seit Einführung des Euro zum 1. Januar 1999. Die Kapitalmarktzinsen schlossen am Jahresende leicht unterhalb der Jahresanfangswerte, während die Geldmarktzinsen infolge der Leitzinserhöhungen deutlich höher schlossen. Mit dieser Entwicklung hat sich im letzten Quartal des Jahres eine merklich inverse Zinsstruktur gebildet.

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2023


Im Jahr 2023 wurden verschiedenste aufsichtsrechtliche Regelungen veröffentlicht oder in Kraft gesetzt, die vor allem durch die nationale Umsetzung des EU-Bankenpakets bestimmt wurden und entsprechende Umsetzungsmaßnahmen erforderten. Unter anderem handelt es sich um folgende Neuregelungen:


Mit der im Januar 2023 in Kraft getretenen DORA-Richtlinie (Digital Operational Resilience Act) hat die EU länderübergreifende Vorgaben für den Schutz der Finanz-IT-Landschaft geschaffen um das bestehende europäische und nationale Regelwerk zu vervollständigen. Alle Finanzdienstleister müssen nachweisen, dass ihre Organisation über alle Ebenen und Bereiche unterschiedlichsten IKT-Krisen (Informations- und Kommunikationstechnologie) gewachsen ist und die Betriebsstabilität digitaler Systeme jederzeit sichergestellt ist.


Ende Juni 2023 hat die BaFin auf ihrer Internetseite eine novellierte Fassung ihres Rundschreibens "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" veröffentlicht. Vorrangiges Ziel dieser siebten MaRisk-Novelle ist es, die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) für die Kreditvergabe und -überwachung umzusetzen. Sie betreffen u. a. die Prozesse im Kreditgeschäft und die Risikomanagementmodelle der Institute. Darüber hinaus hat die BaFin folgende wesentliche Aspekte angepasst oder neu in die MaRisk integriert:

Anforderungen an den Umgang des Risikomanagements der Institute mit eigenen Immobilien,

Erleichterungen zum Wertpapierhandel im Homeoffice,

Vorgaben zum Thema Nachhaltigkeit.


Nach der Taxonomie-VO (Verordnung (EU 2020/852) und der hierzu im Juni 2021 veröffentlichten Ergänzung (EU 2021/2139) müssen in den Anwendungsbereich der Non Financial Directive (NFRD) fallende Unternehmen in ihrer nichtfinanziellen Berichterstattung Angaben darüber aufnehmen, wie und in welchem Umfang die Tätigkeiten des Unternehmens mit Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, die als ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten gemäß der Taxonomie-VO einzustufen sind. Mitte Dezember 2023 wurden die ersten zwölf Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im EU-Amtsblatt veröffentlicht.


Die Umsetzung der Neuregelungen erfordert in der Kreditwirtschaft einen hohen Aufwand und bindet Mitarbeiterkapazitäten.

Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren

Die Kennziffern Betriebsergebnis vor Bewertung 1, Gesamtkapitalquote nach CRR 2 und die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) 3, die der internen Steuerung dienen und in die Berichtserstattung einfließen, wurden als bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren definiert.

1 Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen und abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs der Sparkassenorganisation (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
2 Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte (Adressenausfall-, operationelle, Markt- und CVA-Risiken)
3 Verhältnis der hochliquiden Aktiva und den kurzfristigen Nettozahlungsmittelabflüssen

Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand Veränderung Anteil in % des
Geschäftsvolumens
2023 2022
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % %
Geschäftsvolumen 4 2.197,3 2.247,8 -50,5 -2,2 --
Durchschnittliche Bilanzsumme (DBS) 2.141,3 2.212,7 -71,4 -3,2 --
Bilanzsumme 2.154,0 2.198,6 -44,6 -2,0 --
Kundenkreditvolumen 1.622,1 1.587,7 +34,4 +2,2 73,8
Darunter:
- Forderungen an Kunden 1.573,5 1.532,5 +41,0 +2,7 71,6
- Treuhandkredite 5,3 5,9 -0,6 -10,2 0,2
- Avalkredite 43,3 49,3 -6,0 -12,2 2,0
Forderungen an Kreditinstitute 118,6 124,3 -5,7 -4,6 5,4
Wertpapiervermögen 394,2 385,8 +8,4 +2,2 17,9
Anlagevermögen 25,3 26,5 -1,2 -4,5 1,2
Sonstige Vermögenswerte 37,1 123,5 -86,4 -70,0 1,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 169,0 169,2 -0,2 -0,1 7,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.711,4 1.778,5 -67,1 -3,8 77,9
Sonstige Passivposten (einschl. Eventualverbindlichkeiten und Rückstellungen) 113,4 119,1 -5,7 -4,8 5,2
Eigene Mittel 203,5 181,0 +22,5 +12,4 9,3

4 Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten

Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zuzüglich Avalkredite) hat sich von 2.247,8 Mio. EUR um 50,5 Mio. EUR vermindert. Die Bilanzsumme ist von 2.198,6 Mio. EUR um 44,6 Mio. EUR zurückgegangen.


Ursächlich für den Rückgang von Geschäftsvolumen und Bilanzsumme waren die verringerten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, so dass der prognostizierte Anstieg der Bilanzsumme nicht erreicht wurde. Entgegen unserer Erwartung eines nur geringfügigen Abbaus wiesen die von Kunden gehaltenen Einlagen höhere Abflüsse auf. Im Kundenkreditgeschäft kam es weiterhin zu Wachstum, der aber unter dem erwarteten Anstieg lag.

Aktivgeschäft

Kundenkreditvolumen


Das Kundenkreditvolumen erhöhte sich um 34,4 Mio. EUR auf 1.622,1 Mio. EUR. Die Erhöhung des Gesamtkreditvolumens lag unter dem Niveau des Vorjahres und ist auf das bilanzielle Kundenkreditvolumen zurückzuführen. Die Prognose zu Beginn des Berichtsjahres ging von einer leicht höheren Wachstumsrate aus, die Erwartungen wurden somit geringfügig unterschritten. Das Wachstum vollzog sich überwiegend im Bereich der langfristigen Forderungen und entfiel überwiegend auf Unternehmen und Selbständige. Aufgrund des veränderten Zinsumfeldes reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr die Darlehenszusagen bei Privatkunden deutlich, während sich die Nachfrage bei den gewerblichen Kreditkunden nur geringfügig verringerte.

Forderungen an Kreditinstitute


Die Forderungen an Kreditinstitute reduzierten sich vor allem aufgrund der Abflüsse von Kundeneinlagen leicht um 5,7 Mio. EUR auf 118,6 Mio. EUR. Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus bei Kreditinstituten unterhaltenen Liquiditätsreserven und Schuldscheinen zusammen. Stichtagsbedingt wurden bei der Landesbank unterhaltene Verrechnungsguthaben teilweise zurückgeführt.

Wertpapiervermögen


Das Wertpapiervermögen ist vorwiegend der Liquiditätsreserve zugeordnet und setzt sich hauptsächlich aus Anlagen in Investment-Spezialfonds zusammen. Der Bestand an Wertpapiereigenanlagen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 8,4 Mio. EUR auf 394,2 Mio. EUR.


Während sich der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Fälligkeiten verringerte, erhöhte sich der Bestand von nicht festverzinslichen Wertpapieren aufgrund von Wertaufholungen sowie der Wiederanlage von Fondsausschüttungen.

Anlagevermögen


Der Anteilsbesitz der Sparkasse per 31.12.2023 von 13,6 Mio. EUR entfiel mit 5,9 Mio. EUR auf die Beteiligung am Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) und mit 6,1 Mio. EUR auf die NEW Immobilien GmbH & Co. KG. Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 0,1 Mio. EUR sind auf eine geringfügige Zuschreibung an der NEW Immobilien GmbH & Co KG zurückzuführen.


Abschreibungen auf Beteiligungen waren, entgegen unserer Erwartungen, nicht erforderlich.


Die Veränderung der Sachanlagen in Höhe von 1,4 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf die planmäßigen Abschreibungen zurückzuführen.

Passivgeschäft

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich geringfügig von 169,2 Mio. EUR auf 169,0 Mio. EUR. Es handelt sich dabei überwiegend um Mittel, die der Finanzierung des langfristigen Kreditgeschäfts dienen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


Vor dem Hintergrund der Zinsentwicklung nahmen die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden entgegen unserer Erwartungen stärker ab. Die Sichteinlagen verzeichneten mit 153,2 Mio. EUR sowie verzinsliche Geldmarktkonten mit 47,5 Mio. EUR merkliche Abflüsse, während sich die Termingelder um 121,2 Mio. EUR und die Spareinlagen um 12,3 Mio. EUR erhöhten. In der Summe gingen die Kundenverbindlichkeiten um 67,1 Mio. EUR zurück. Im niedersächsischen Verbandsvergleich fiel der Rückgang überdurchschnittlich aus.

Dienstleistungen und außerbilanzielle Geschäfte

Dienstleistungen


Im Geschäftsjahr 2023 konnte im Bereich der Dienstleistungen das finanzielle Vorjahresergebnis entsprechend unserer Erwartungen gehalten werden. Die Entwicklung war in nahezu allen Bereichen von einer nachlassenden Nachfrage infolge der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des veränderten Zinsniveaus geprägt.


Die Marktentwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten führte zu einem merklich steigendem Wertpapierumsatz, der unsere Erwartungen deutlich übertraf. Der Anstieg wirkte sich insbesondere bei den festverzinslichen Wertpapieren aus, während die Umsätze in Fondsanteilen auf dem Vorjahresniveau verharrten und die Aktienumsätze merklich rückläufig waren. Das Provisionsergebnis des Vorjahres konnte aufgrund der höheren Umsätze übertroffen werden.


Aus dem Vermittlungsgeschäft von Konsumentenkrediten wurden im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von geringeren Zusagevolumen um 10,4 % niedrigere Erträge erzielt.


Im Versicherungsgeschäft konnte das Abschlussvolumen des Vorjahres deutlich übertroffen werden. Trotz des auf 12,1 Mio. Euro gestiegenen Umsatzes im Versicherungsgeschäft wurde der Planwert nicht ganz erreicht.


Die Umsätze aus der Vermittlung von Immobilien reduzierten sich um 18,5 % und betrugen 14,5 Mio. Euro. Es wurden insgesamt 83 Objekte vermittelt. Die Provisionserträge reduzierten sich als Folge der gesunkenen Durchschnittsverkaufspreise und des damit gesunkenen Gesamtumsatzes um 16,8 %.


Im Geschäftsjahr 2023 wurden Bausparverträge mit einem Volumen von insgesamt 50,1 Mio. Euro abgeschlossen. Das Ergebnis übertrifft leicht den Planwert. Das sehr gute Vorjahresergebnis konnte nicht erreicht werden.


Insgesamt entsprach das Dienstleistungsergebnis unseren Erwartungen.

Derivate


Derivative Finanzinstrumente dienten der Sicherung eigener Positionen zur Risikosteuerung und nicht spekulativen Zwecken. Art und Umfang der Kontrakte sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.

Investitionen / Wesentliche Baumaßnahmen


Schwerpunkt unserer Baumaßnahmen war die Umsetzung des neuen Vertriebskonzeptes in unseren Beratungs-Center Hoya und Rehburg, so dass auch an diesen Standorten die Beratung und der Selbstbedienungsbereich baulich getrennt sind und über getrennte Eingangsbereiche verfügen.


Darüber hinaus wurden die Planungen für die Umgestaltung der Hauptstelle und des Beratungs-Centers Uchte intensiviert.

Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

Vermögenslage


Aufgrund des Wachstums des Kundenkreditvolumens um 2,2 % hat sich dessen Anteil am Geschäftsvolumen von 70,6 % auf 73,8 % merklich erhöht. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weisen mit 77,9 % (im Vorjahr: 79,1 %) hingegen einen rückläufigen Anteil aus.


Die Vermögensgegenstände und Rückstellungen wurden vorsichtig bewertet, Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss, Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, zu entnehmen. Wir haben gemäß § 340f HGB zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute zusätzlich Vorsorge getroffen. Stille Lasten bestehen bei Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren in der im Anhang angegebenen Höhe.


Nach der durch den Verwaltungsrat noch zu beschließenden Verwendung des Bilanzgewinns wird die Sicherheitsrücklage 129,0 Mio. Euro betragen. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über weitere aufsichtliche Eigenkapitalbestandteile. So wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB durch eine Zuführung von 20,0 Mio. EUR auf 59,5 Mio. EUR erhöht. Im Ergebnis erhöhen sich die eigenen Mittel um 12,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Vermögenslage der Sparkasse ist geordnet.


Die Eigenkapitalanforderungen der CRR wurden jederzeit eingehalten. Die Gesamtkapitalquote nach CRR (Verhältnis der anrechenbaren Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte (Adressenausfall-, operationelle, Markt- und CVA-Risiken) übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 15,21 % (im Vorjahr 15,86 %) den vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich Kapitalerhaltungspuffer, Antizyklischen Kapitalpuffer, SREP-Zuschlag und zusätzlicher Eigenmittelanforderungen in Form von individuellen Kapitalzuschlägen. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75 % der risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00 % für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Die Quoten sind seit dem 1. Februar 2023 zu beachten. Die anrechnungspflichtigen Positionen zum 31. Dezember 2023 betragen 1.260,1 Mio. EUR und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 191,7 Mio. EUR.


Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte.


Der für 2023 prognostizierte Wert für die Gesamtkapitalquote wurde zum Jahresultimo um 0,26 % infolge des überplanmäßigen Anstiegs der anrechnungspflichtigen Positionen leicht unterschritten.


Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt am 31 Dezember 2023 7,49 % und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 %.


Zum Bilanzstichtag verfügt die Sparkasse über eine solide Eigenmittelbasis. Auf Grundlage unser Kapitalplanung ist für die gemäß Geschäftsstrategie bis zum 31.12.2026 geplante zukünftige Geschäftsausweitung eine Kapitalbasis vorhanden, die bei Eintritt der konservativen Annahmen noch zu verstärken sein wird.

Finanzlage


Die Zahlungsbereitschaft sowie -fähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 143,21 % bis 228,36 % oberhalb des Mindestwerts von 100 %. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 211,62 %, was über dem prognostizierten Wert von 175,44 % liegt. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio - NSFR) lag innerhalb einer Bandbreite von 128,68 % bis 132,41 %, damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100 % jederzeit eingehalten.


Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Die eingeräumten Kredit- und Dispositionslinien bei der Norddeutschen Landesbank wurden nicht in Anspruch genommen. Die Sparkasse nahm 2023 am elektronischen Verfahren "MACCs (Mobilisation and Administration of Credit Claims)" der Deutschen Bundesbank zur Nutzung von Kreditforderungen als notenbankfähige Sicherheiten teil.


Die Zahlungsbereitschaft ist nach unserer Finanzplanung auch für die absehbare Zukunft gesichert. Daher beurteilen wir die Finanzlage als gut.

Ertragslage


Die Analyse zur Ertragslage folgt dem in der Sparkassenorganisation geltenden Schema für überbetriebliche Vergleiche der Sparkassen (Betriebsvergleich der Sparkassen). Dem Betriebsvergleich liegt eine betriebswirtschaftliche Betrachtung der Erfolge aus dem Sparkassengeschäft zugrunde, die Grundlage der Planung und Berichterstattung sowie der internen Steuerung ist. In dieser betriebswirtschaftlichen Sichtweise werden Erfolge des laufenden Jahres dem Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet, wenn diese keinen periodenfremden oder einmaligen Charakter haben. Liegen periodenfremde oder einmalige Erfolgswirkungen vor, werden diese im Betriebsvergleich dem sogenannten neutralen Ergebnis zugeordnet. Die handelsrechtlich vorgeschriebene Gliederung der Aufwands- und Ertragspositionen weicht daher teilweise von dieser Betrachtung ab. In der nachstehenden Tabelle ist eine Überleitung der handelsrechtlich vorgeschriebenen Werte auf die betriebswirtschaftliche Darstellung des Betriebsvergleiches vorgenommen.

Überleitungsrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung GV-Posten 2023 Überleitung 2023 Betriebsvergleich
Mio.
EUR
Mio.
EUR
Mio.
EUR
Zinsüberschuss (einschl. laufender Ertrag) 1 bis 4 42,7 0,1 42,8 Zinsüberschuss
Provisionsüberschuss 5, 6 17,2 0,1 17,3 Provisionsüberschuss
Sonstige betriebliche Erträge 8 2,2 -1,9 0,3 Sonstige ordentlichen Erträge
Verwaltungsaufwendungen 35,5 1,0 36,5 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
- davon Personalaufwand 10aa + 10ab 22,7 -0,5 22,2 Davon Personalaufwand
- davon anderer Verwaltungsaufwand 10b 12,8 1,5 14,3 davon andere Verwaltungsaufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen 11, 12, 17 2,8 -2,7 0,1 Sonstige ordentlichen Aufwendungen
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 23,8 0,0 23,8 Betriebsergebnis I (vor Bewertung)
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 13 bis 16
und 18
-14,5 0,0 -14,5 Bewertungsergebnis 5
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 19 9,3 0,0 9,3 Betriebsergebnis II (nach Bewertung)
Außerordentliches Ergebnis 20, 21 0,0 -0,1 -0,1 Neutrales Ergebnis
Ergebnis vor Steuern 9,3 -0,1 9,2 Ergebnis vor Steuern
Steuern 23, 24 -6,9 0,1 -6,8 Gewinnabhängige Steuern
Jahresüberschuss 25 2,4 0,0 2,4 Jahresüberschuss

5 einschließlich der Veränderungen des Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB sowie der Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB


Die wesentlichen Gründe für die Abweichung sind nachfolgend dargestellt.


In der Gewinn- und Verlustrechnung sind im Zinsüberschuss Erfolge aus vorzeitigen Darlehensrückzahlungen enthalten, die im Betriebsvergleich dem neutralen Ergebnis zuzuweisen sind. Darüber hinaus sind Umsetzungen aus dem Zinsüberschuss in den Provisionsüberschuss vorzunehmen.


Die Umsetzungen bei den sonstigen Erträgen entfallen hauptsächlich auf Auflösungen von Rückstellung und Versicherungsentschädigungen, die im Betriebsvergleich als neutraler Ertrag definiert werden.


Die Überleitungen bei den Personalaufwendungen betreffen Zuführungen zu laufenden Pensionsrückstellungen. In der Darstellung nach dem Betriebsvergleich werden diese Aufwendungen als Teil des neutralen Ergebnisses dargestellt.


Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen die Umsetzungen Grundstücksaufwendungen und planmäßige Abschreibungen, die im Betriebsvergleich als andere Verwaltungsaufwendungen enthalten sind.


Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung, gegliedert nach dem bundeseinheitlichen Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation, sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR %
Zinsüberschuss 42,8 31,1 11,7 37,6
Provisionsüberschuss 17,3 17,3 0,0 0,0
Sonstige betriebliche Erträge 0,3 0,3 0,0 0,0
Gesamtertrag 60,4 48,7 11,7 24,0
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 36,5 34,6 1,9 5,5
- Personalaufwand 22,2 20,8 1,4 6,7
- davon andere Verwaltungsaufwendungen 14,3 13,8 0,5 3,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,1 0,1 0,0 0,0
Betriebsergebnis I (vor Bewertung) 23,8 14,0 9,8 70,0
Bewertungsergebnis -14,5 -13,7 -0,8 5,8
Betriebsergebnis II (nach Bewertung) 9,3 0,3 9,0 3.000,0
Neutrales Ergebnis -0,1 4,4 -4,5 -102,3
Ergebnis vor Steuern 9,2 4,8 4,4 91,7
Gewinnabhängige Steuern -6,8 -3,4 -3,4 -100,0
Jahresüberschuss 2,4 1,4 1,0 71,4


Auf Basis von Betriebsvergleichswerten beträgt das als bedeutsamer Leistungsindikator definierte Betriebsergebnis vor Bewertung 23,8 Mio. Euro beziehungsweise 1,11 % (Vorjahr 0,63 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2023 und lag damit unter dem Durchschnitt der niedersächsischen Sparkassen. Das Ergebnis vor Bewertung liegt bei einer absoluten Betrachtung deutlich über dem Wert des Vorjahres. Unsere Planung sah hingegen nur einen geringfügigen Anstieg vor.


Nach dem bundeseinheitlichen Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation hat sich die Ertragslage der Sparkasse wie folgt entwickelt:


Der im Geschäftsjahr um 11,7 Mio. Euro auf 42,8 Mio. Euro gestiegene Zinsüberschuss ist weiterhin die bedeutendste Ertragsquelle unseres Geschäfts. Unsere Planung ging von einem geringeren Anstieg aus.


Durch die Zinsentwicklung im Jahresverlauf sind sowohl die Zinsaufwendungen als auch die Zinserträge gegenüber dem Vorjahr höher ausgefallen. Die Erhöhung des Zinsüberschusses ging auf einen deutlich stärkeren Anstieg der Zinserträge zurück, zu dem auch höhere Neuausleihungen beitrugen. Daneben trug eine merkliche Verbesserung des Ergebnisses aus Zinsswapgeschäften zu der Steigerung des Zinsüberschusses bei.


Der unveränderte Provisionsüberschuss entspricht mit 17,3 Mio. EUR unserer Planung.


Des Weiteren ist der Personalaufwand auf 22,2 Mio. EUR deutlich gestiegen. Die Personalaufwendungen erhöhten sich insbesondere infolge der Belastung aus der Tariferhöhung. Die Planungen sahen einen geringeren Anstieg vor.


Die Sachaufwendungen erhöhten sich auf 14,3 Mio. EUR. Der höhere Planwert wurde unterschritten, da geplante Investitionsmaßnahmen am Standort der Hauptstelle noch nicht begonnen wurden.


Nach Verrechnung mit Abschreibungen und Wertberichtigungen wurden Erträge (Bewertung und Risikovorsorge) in Höhe von 5,5 Mio. EUR erzielt. Aus dem Kreditgeschäft ergab sich erneut ein negatives Bewertungsergebnis, das jedoch geringfügig unter dem Vorjahreswert lag. Dagegen weist das Bewertungsergebnis aus Wertpapieranlagen im aktuellen Berichtsjahr aufgrund der Realisation von Kursgewinnen und von Wertaufholungen einen hohen positiven Bewertungsbetrag auf. Die Wertaufholungen sind auf den deutlichen Zinsrückgang zum Ende des Jahres zurückzuführen. Die sonstigen Bewertungsmaßnahmen sind von untergeordneter Bedeutung, sie entfielen im Wesentlichen auf Zuschreibungen auf Beteiligungen. Unsere Prognosen zu Beginn des Geschäftsjahres gingen von deutlich höheren Bewertungsaufwendungen im Kreditgeschäft sowie einem geringfügig positiven Bewertungsergebnis aus Wertpapieranlagen aus.


Der Fonds für allgemeine Bankrisiken konnte im aktuellen Berichtsjahr deutlich um 20,0 Mio. EUR aufgestockt werden.


Nach Vornahme aller Bewertungsmaßnahmen weisen wir im Vergleich zum Vorjahr ein in erheblichem Maße höheres Betriebsergebnis nach Bewertung aus.


Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs und des im Geschäftsjahr gestiegenen Zinsniveaus ist die Sparkasse mit der Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2023 zufrieden. Die Prognosen hinsichtlich der Erfolgsspannenrechnung wurden übertroffen. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Bedingungen wird die Ertragslage als positiv beurteilt.


Die gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG offenzulegende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,11 %.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage


Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewerten wir die Geschäftsentwicklung als gut. Mit der Entwicklung des Jahres 2023 konnten wir an das zufriedenstellende Betriebsergebnis vor Bewertung des Vorjahres anknüpfen. Weiterhin konnten wir durch verschiedene Maßnahmen zur Steigerung des Zinsüberschusses unsere Prognose des Betriebsergebnisses vor Bewertung übertreffen.


Ursächlich für die negative Entwicklung des Geschäftsvolumens bzw. der Bilanzsumme war in erster Linie der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden. Das Kundenkreditvolumen stieg hingegen weiter an. Vor dem Hintergrund des Zinsanstiegs ermöglichte dies eine Stärkung unseres wirtschaftlichen Eigenkapitals. Die steuerungsrelevanten Kennzahlen zur Eigenkapitalausstattung und zur Liquidität wurden eingehalten.

Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

Risikobericht

Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft sowie zum Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele des Instituts für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Aktienrisiko
Immobilienrisiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko
Operationelles Risiko


Darüber hinaus sind das Zahlungsunfähigkeitsrisiko als Teil des Liquiditätsrisikos und das Planungsrisiko Ordentlicher Ertrag (Provisionsrisiko) in der normativen Perspektive wesentlich.


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 203,9 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Risikotragfähigkeitslimit von 151,5 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Darüber hinaus besteht ein freier Risikopuffer in Höhe von 3,0 Mio. EUR. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Im Berichtszeitraum wurde das Limit für Operationelle Risiken zum Stichtag 31. März 2023 überschritten. Als Reaktion hierauf wurde eine Risikoanalyse vorgenommen und der Limitbetrag angepasst.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau von 99,9 % und der Risikobetrachtungszeitraum auf ein Jahr rollierend festgelegt. Risikokategorieübergreifende und damit risikomindernde Diversifikationseffekte werden nicht berücksichtigt.


Das auf Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
TEUR TEUR %
Adressenrisiko 24.500 18.917 77,2
Kundengeschäft 21.500 17.535 81,6
Eigengeschäft 3.000 1.382 46,1
Marktpreisrisiko 72.500 65.687 90,6
Zinsänderungsrisiko 42.500 44.925 105,7
Spreadrisiko 13.500 10.857 80,4
Aktienrisiko 3.500 1.057 30,2
Immobilienrisiko 13.000 8.849 68,1
Beteiligungsrisiko 2.500 1.816 72,6
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko 25.000 15.882 63,5
Operationelles Risiko 27.000 21.688 80,3
Risikotragfähigkeits-Limit 151.500 123.990 81,8
Freier Risikopuffer 3.000
Risikoappetit 154.500 123.990 80,3


Die Limite für die Risikokategorien des Marktpreisrisikos sind als Key-Risk-Indicator (Warnschwellen) ausgestaltet, während für die Risikokategorien der Adressenausfallrisiken und für die Risikoarten harte Limite definiert sind.


Die zuständigen Stellen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für mehrere adverse Szenarien getroffen.


Für den im Rahmen der Kapitalplanung betrachteten Zeitraum können die aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung für das Planszenario eingehalten werden. Bei den ad-versen Entwicklungen ist die Erfüllung der Mindestanforderungen unter Berücksichtigung einer eingeengten Risikotragfähigkeit gegeben. Zur Verbesserung der aufsichtlichen Gesamtkennziffer planen wir, durch Stärkung der Eigenmittelausstattung eine Verbesserung der Eigenkapitalquote zu erreichen. Darüber hinaus sind im Bedarfsfall weitere Maßnahmen zur Eigenkapitalstärkung vorgesehen.


Die in der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Zinsswaps) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuches einbezogen. Daneben ist die Sparkasse an fünf Kreditbasket-Transaktionen der Sparkassen-Finanzgruppe beteiligt. Die hieraus resultierenden Kreditderivate werden sowohl in der Position des Sicherungsnehmers als auch als Sicherungsgeber gehalten. Dabei handelt es sich um in emittierte Credit Linked Notes eingebettete Credit Default Swaps.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeitsrechnung durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulation ist festzuhalten, dass auch bei einem Verlust durch außergewöhnliche Ereignisse die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Geschäfts- und Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl und die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet die Risikocontrolling-Funktion die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeitenden der Gesamtbanksteuerung wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion wird durch den Leiter Gesamtbanksteuerung wahrgenommen. Unterstellt ist er dem Marktfolgevorstand.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

Adressenrisiko


Unter dem Adressenausfallrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.

Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko). Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1.Votum) und Marktfolge (2.Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstandes

regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldienstfähigkeit auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung

regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung der Adressenausfallrisiken für die Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Einsatz von Sicherungsinstrumenten zur Reduzierung vorhandener Risikokonzentrationen mittels Kredithandelstransaktionen

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Zum 31.12.2023 wurden 53,1 % der zum Jahresende zugesagten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbständige Privatpersonen vergeben, 44,7 % an wirtschaftlich unselbständige und sonstige Privatpersonen. Die Kreditvergabe an Öffentliche Haushalte ist mit 2,2 % von untergeordneter Bedeutung.


Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Den Schwerpunkt der Verteilung des Kundenkreditvolumens nach Hauptbranchen bilden mit 11,6 % die Ausleihungen an das Grundstücks- und Wohnungswesen.


Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Kreditgeschäftes. 33,9 % des Kundenkreditvolumens entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen bis 250 Tsd. Euro, 35,6 % des Volumens betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 250 Tsd. Euro und bis 2,5 Mio. Euro und 30,5 % entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 2,5 Mio. Euro.


Die Risikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Risikoklasse Anzahl in % Volumen in %
1 bis 10 94,4 94,4
11 bis 15 4,5 2,1
16 bis 18 0,8 1,6


Die zu 100 % fehlende Anteile des gesamten Bruttokundenkreditvolumens (0,3 % bzw. 1,9 %) sind nicht im Rating- und Scoringverfahren erfasst.


Das bonitätsinduzierte Länderrisiko ist für die Sparkasse bezogen auf das Kundenkreditgeschäft von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen einschließlich Wertpapiere betrug am 31. Dezember 2023 10,4 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG. Der weit überwiegende Anteil entfällt auf granulare Wertpapieranlagen in Spezialfonds.


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio im Bereich der regionalen, grundpfandrechtlichen Sicherheiten, die jedoch im Hinblick auf den geschäftspolitischen Schwerpunkt privater Wohnungsbaudarlehen bewusst eingegangen werden.


Insgesamt ist unser Portfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch Ratinggruppen gut diversifiziert.


Zur Absicherung von Adressenausfallrisiken hat die Sparkasse Nienburg Einzelkreditnehmer in die Sparkassen-Kreditbaskets (über die Emission von Originatoren-Credit Linked Notes) eingebracht, das verbliebene Volumen zum Bilanzstichtag belief sich auf 19,0 Mio. EUR.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglichen vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung von Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand haben wir Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichtserstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand
per 01.01.2023
Zuführung Auflösung Verbrauch Endbestand
per 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Einzelwertberichtigungen 5.499 2.944 1.692 1.036 5.715
Rückstellungen 1.474 310 746 119 919
Pauschalwertberichtigungen 4.169 397 136 - 4.430
Gesamt 11.142 3.651 2.574 1.155 11.064


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigung ist im Anhang erläutert.

Adressenrisiko im Eigengeschäft


Die Adressenausfallrisiken im Eigengeschäft umfassen die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann. Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungsrisiko und ein Erfüllungsrisiko. Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen. Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung der Adressenausfallrisiken des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenausfallrisikos für die Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"


Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag einen Buchwert von 396,0 Mio. EUR. Wesentliche Positionen sind dabei die Wertpapierspezialfonds (294,1 Mio. EUR), Schuldverschreibungen und Anleihen (54,3 Mio. EUR) und sonstige Investmentfonds (47,6 Mio. EUR).


Die von der Sparkasse gehaltenen Wertpapiere verfügen über ein DSGV-Rating im Bereich von 1 bis 10.


Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Adressrisikopositionen aus Handelsgeschäften nicht.

Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung der Marktpreisrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds.

Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in der Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedenen Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der fünf Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtlichen Ergebnis

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "MPR"

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes. Der VaR wird mit einer Haltedauer von 250 Tagen mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jah-resdurchschnitts. Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Absicherungen (u. a. durch Swapgeschäfte)

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+ 200 Basispunkte - 200 Basispunkte
TEUR -24.729 +25.001
In % der Eigenmittel -12,90 +13,05


Konzentrationen bestehen bei den Zinsänderungsrisiken in folgenden Bereichen:
Cashflow-Aktivüberhänge oberhalb des definierten Schwellenwertes in zwei Laufzeitbändern. Die Überschreitungen sind im Wesentlichen auf den hohen Anteil an Rentenpapieren in den Spezialfonds und den festverzinslichen Wohnungsbaukrediten zurückzuführen. Hiermit verbinden wir keine größeren Risiken.


Weitere starke kurzfristige Zinsanstiege können zu einem Verpflichtungsüberschuss und damit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen führen.

Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird allgemein definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Rendite-Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Implizit enthalten im Spread ist auch eine Liquiditätskomponente. Demgegenüber wird eine Spread-Ausweitung durch Migration in eine schlechtere Ratingklasse dem Adressenausfallrisiko zugeordnet.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendung SimCorp Dimension ("SCD")

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Zum Stichtag bestehen keine Risikokonzentrationen in den Spreadklassen.

Aktienrisiko


Das Marktpreisrisiko aus Aktien wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden könne.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "SCD"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Aktien werden zurzeit in einem überschaubaren Umfang ausschließlich in den Spezialfonds gehalten. Das Investitionsvolumen wird durch eine definierte Maximalquote begrenzt. Abhängig von der jeweiligen Marktphase kann das Investitionsvolumen durch den Einsatz von Derivaten sowie durch Bestandsreduzierung gesteuert werden.

Immobilienrisiko


Das Marktpreisrisiko aus Immobilien wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Hier werden sowohl eigengenutzte Immobilien als auch Immobilieninvestitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften) betrachtet.


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "SCD"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito"


Immobilien im Eigenbestand und Immobilienfonds werden in einem überschaubaren Umfang gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar. Das Immobilienrisiko wird daher als vertretbar eingestuft.

Beteiligungsrisiko


Das Risiko aus einer Beteiligung (Beteiligungsrisiko) umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


In der normativen Perspektive umfasst das Beteiligungsrisiko darüber hinaus das Risiko, dass erwartete Erträge (Ausschüttungen) nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Sonstige Beteiligungen.


Die Steuerung der Beteiligungsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbands Niedersachsen für die Verbundbeteiligungen

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse

Regelmäßige Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse der Beteiligungsunternehmen

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens


Wertansätze für Beteiligungsinstrumente:

Buchwert beizulegender Zeitwert
Gruppe von Beteiligungsinstrumenten TEUR TEUR
Strategische Beteiligungen 12.976 12.976
Sonstige Beteiligungen 6.592 6.592


Das Beteiligungsportfolio besteht vorwiegend aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Daneben bestehen weitere Beteiligungen, die unter Renditegesichtspunkten gehalten werden.

Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, das aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung institutseigener Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.


Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der LCR

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "RKR"

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird. An liquiditätsmäßig engen Märkten ist die Sparkasse im Rahmen ihrer Eigenanlagendiversifikation über Immobilienfonds investiert.


Im kombinierten Stressfall beträgt die Survival Period der Sparkasse zum Bilanzstichtag länger als 5 Monate.


Konzentrationen bestehen bei dem Liquiditätsrisiko gegenüber drei Gegenparteien. Bei den Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Weiterleitungsmittel.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Schätzung von operationellen Risiken auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien"

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und im adversen Szenario auf der Grundlage von bei der Sparkasse sowie überregional eingetretener Schadensfälle sowie szenariobezogener Risiken, sofern diese noch nicht eingetreten sind, mit der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren"

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT


Aktuell bestehen Konzentrationen auf Grundlage der szenariobezogenen Schätzung. Aufgrund des Analyseergebnisses der berücksichtigten Szenarien hinsichtlich ihrer Eintrittshäufigkeit wird dieser Konzentration kein erhöhtes Risiko zugemessen.

Sonstige Risiken


In der normativen Perspektive betrachtet die Sparkasse ergänzend unter den sonstigen Risiken Planungsrisiken aus den ordentlichen Erträgen (Provisionsrisiko). Durch pauschalierte Risikoermittlungen wird das Risiko einer Abweichung von den Planungsannahmen hinsichtlich des ordentlichen Ertrages berücksichtigt.


Risikokonzentrationen bestehen bei den sonstigen Risiken im folgenden Bereich:
Provisionserträge aus dem Privatgiroverkehr und dem Wertpapiergeschäft überschreiten den definierten Schwellenwert bei den ordentlichen Erträgen, weshalb ein unerwarteter Rückgang als Risikokonzentration gesehen wird.

Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken. Durch das Risikomanagement und -controlling der Sparkasse können frühzeitig die wesentlichen Risiken identifiziert und gesteuert sowie Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


Auf Basis unserer internen Risikoberichte bewegten sich die Risiken in 2023 nach einer Erhöhung im zweiten Quartal 2023 innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Gesamtbanklimits. Eine Limitanpassung ergab sich zum 30.06.2023 aufgrund einer methodischen Anpassung sowie von Parameteranpassungen im Bereich der operationellen Risiken. Das Gesamtbanklimit war am Bilanzstichtag mit 81,8 % ausgelastet.


Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen erfüllt. Für eine mögliche Einengung der Risikotragfähigkeit bei adversen Entwicklungen hat die Sparkasse im Bedarfsfall Maßnahmen zur Eigenkapitalstärkung vorgesehen. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht erkennbar. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen durch die Regulatorik und den Folgen eines weiteren starken sowie kurzfristigen Zinsanstieges (u. a. Drohverlustrückstellung gemäß IDW RS BFA 3 n. F.) sowie einer nur begrenzt ausbaufähigen Risikotragfähigkeit. Wir reagieren hierauf mit einer Intensivierung der Vertriebsaktivitäten und mit Preisanpassungen.


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Verbands teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse ist der besten Bewertungsstufe "Grün" zugeordnet.


Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als ausgewogen.

Chancen- und Prognosebericht

Chancenbericht


Chancen sehen wir vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur, insbesondere aufgrund der regen Nachfrage nach Wohnungen, die die Bautätigkeit stärker als prognostiziert ankurbeln könnte. Weitere Chancen verbinden wir mit dem Umbau der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit. Dies würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage nach Transformationsfinanzierungen insbesondere in der Landwirtschaft und der Energiewirtschaft führen.


Wir erwarten weiterhin positive Impulse aus der laufenden Optimierung unserer Prozesse und aus der abgeschlossenen Neuausrichtung unserer Vertriebsstruktur, mit der wir deutlicher zwischen dem serviceorientierten und dem beratungsintensiven Geschäft differenzieren. Chancen wollen wir nutzen, indem wir, neben der Präsenz mit unseren Beratungs-Centern in der Fläche und der flächendeckend angebotenen SB-Technik, die digitalen Vertriebskanäle weiter ausbauen. Darüber hinaus erwarten wir Chancen aus unseren Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien.

Prognosebericht

Rahmenbedingungen


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichen künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheiten behaftete sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ereignisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichtes getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose bzw. Zielabweichung führen können.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen im Jahr 2024 wird weiterhin maßgeblich durch den Ukraine-Krieg geprägt sein. Trotz zahlreicher Stabilisierungsmaßnahmen durch die Regierungen (u. a. Liquiditätshilfen, Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeld) und die Zentralbanken sind die nachhaltigen wirtschaftlichen Folgen aktuell nicht verlässlich abschätzbar und hängen insbesondere vom weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs ab. Die (weltweiten) Störungen in den Lieferketten und steigende Rohstoffpreise haben eine dämpfende Wirkung. Die Expertenschätzungen weisen daher eine große Spannbreite hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung auf.

Im Euroraum gehen wir nach einem deutlichen Rückgang in 2023 von einem schwachen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 0,5 % 6 aus. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland wird sich nach den Prognosen bei 0,0 % nach -0,3 % in 2023 bewegen.

Der Anstieg der Verbraucherpreise wird sich in 2024 unter dem Niveau des Vorjahres bewegen. Er dürfte sich damit im Euroraum und in Deutschland weiter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank annähern. Bei der Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird ein leichter Anstieg prognostiziert, hier wird ein Wert von 5,9 % 6 erwartet.


In 2024 erwarten wir Senkungen des EZB-Leitzinses, sofern die Inflationsraten sich weiter dem Inflationsziel der Notenbank annähern.

6 Quelle: Economic Adviser Ausgabe März 2024, Herausgeber: Nord/LB


Das geschäftliche Umfeld der Kreditinstitute wird durch eine restriktive Geldpolitik und den damit verbundenen gestiegenen Zinsen, den verstärkten Wettbewerb zwischen den Instituten und die rasch fortschreitende technologische Entwicklung bestimmt. Vor diesem Hintergrund berücksichtigen wir in unseren Planungen die erfolgte Veränderung des Zinsniveaus. Margen werden insbesondere im Kreditgeschäft unter Druck bleiben. Während sich bei den Löhnen, unterstützt durch den Fachkräftemangel, weiter hohe Tarifabschlüsse abzeichnen, ist bei den Preisen ein Nachlassen des Preisauftriebs zu beobachten.


Vor diesem Hintergrund sind Abweichungen in unserer Geschäftsplanung, insbesondere bei den geplanten Kreditausfällen, nicht auszuschließen.

Geschäftsentwicklung


Im Kreditgeschäft sieht unsere Planung ein Bestandswachstum um 5,7 % vor. Die Kreditvergabe an die heimische Wirtschaft wird sich unserer Einschätzung nach mit einem prognostizierten Zuwachs von 11,1 % weiterhin positiv entwickeln, da die betrieblichen Investitionen sowie erforderlich Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu einem höheren Finanzierungsbedarf führen dürften. Im privaten Wohnungsbaukreditgeschäft erwarten wir ein über den vereinbarten Tilgungen liegendes Neugeschäft, sodass wir in unserer Planung für das Kreditgeschäft mit Privatkunden von einem Bestandsanstieg von 2,2 % ausgehen.


Unsere Planung unterstellt für 2024, wesentlich getrieben von erwarteten Umschichtungen fälliger Wertpapiere unserer Kunden in bilanzielle Anlagen, einen deutlichen Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (ohne institutionelle Refinanzierungen).


Bei der Bilanzsumme erwarten wir aufgrund der vorgenannten Entwicklungen im Kredit- und Einlagengeschäft für das Folgejahr einen merklichen Anstieg.


Im Dienstleistungsgeschäft gehen wir für 2024 aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von einem leicht höheren Absatz wie im Jahr 2023 aus.

Finanzlage


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass im Prognosezeitraum die Zahlungsbereitschaft jederzeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.


Für das Jahr 2024 stellt die Umgestaltung des Beratungs-Centers Goetheplatz und des Parkplatzes am Standort der Hauptstelle die größte geplante Investition dar.

Ertragslage


Auf Basis von Betriebsvergleichszahlen rechnen wir aufgrund der inversen Zinsstrukturkurve in Verbindung mit dem erhöhten Zinsniveau mit einem weiter deutlich steigenden Zinsüberschuss.


Beim Provisionsergebnis gehen wir für das Jahr 2024 von einem deutlich steigenden Überschuss aus, wofür neben einem erhöhten Dienstleistungsabsatz aufgrund leicht verbesserter konjunkturellen Rahmenbedingungen Preisanpassungen maßgeblich sind.


Nach unseren Planungen werden die Verwaltungsaufwendungen ebenfalls leicht steigen. Unter Berücksichtigung einer gleichbleibenden Mitarbeiterzahl erwarten wir als Folge tariflicher Steigerungen moderat höhere Personalkosten. Trotz eines konsequenten Kostenmanagements planen wir neben den aus baulichen Maßnahmen zur Umsetzung unserer Beratungskonzeption resultierenden Mehrkosten auch künftig Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien und Produkte als Voraussetzung für den Ausbau der Automatisierungs- und Selbstbedienungsquote. Die Sachkosten werden sich nach unseren Planungen im Jahr 2024 geringfügig über dem Vorjahreswert bewegen.


Insgesamt ergibt sich unter Berücksichtigung der vorstehenden Annahmen für das Jahr 2024 ein deutlich steigendes Betriebsergebnis vor Bewertung auf 1,30 % der jahresdurchschnittlichen Bilanzsumme von ca. 2,2 Mrd. EUR.


Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wird durch die Konjunktur- sowie die regionale Wirtschaftsentwicklung erheblich beeinflusst. Wir erwarten basierend auf den prognostizierten Volumenausweitungen im Kundenkreditgeschäft und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegenwärtig für das laufende Jahr deutlich höhere Aufwendungen.


Auf Basis der zu Beginn des Jahres gestiegenen Zinsen und unserer Zinsprognose erwarten wir ein im Gegensatz zu 2023 leicht negatives Bewertungsergebnis auf unseren Bestand an festverzinslichen Wertpapieren und Spezial- und Immobilienfonds. Bei dieser Prognose sind jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der Kapitalmarktzinsen, der Aktien- und Immobilienmärkte sowie der in den Kursen implizit enthaltenen Emittentenrisiken zu berücksichtigen.


Auch künftig können weitere Risiken in unserem Beteiligungsportfolio nicht ausgeschlossen werden.


Die prognostizierte Entwicklung der Ertragslage ermöglicht eine weitere Stärkung der Eigenmittel. Die intern festgelegte Mindest-Gesamtkapitalquote in Höhe von 15,05 %, die über dem aktuell vorgeschriebenen Mindestwert nach der CRR von 8,0 % zuzüglich des Kapitalerhaltungspuffers von 2,5 Prozentpunkten, des SREP-Zuschlags sowie weiterer institutsindividueller Eigenkapitalanforderungen von insgesamt 3,0 Prozentpunkten, des Kapitalpuffers für systemische Risiken und des antizyklischen Kapitalpuffers liegt, wird mit einem Wert von zurzeit 15,15 % (Februar 2024) überschritten.


Ende 2024 erwarten wir eine Gesamtkapitalquote von 15,29 % sowie eine Liquiditätsdeckungsquote von 225,51 %.


Insbesondere bei einer konjunkturellen Abschwächung könnten sich gleichwohl weitere Belastungen für die künftige Ergebnis- und Kapitalentwicklung ergeben.


Des Weiteren können sich aufgrund regulatorischer Anforderungen (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel III-Regelungen) für die Finanzwirtschaft weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken können.

Gesamtaussage


Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 lässt insgesamt erkennen, dass die von großer Unsicherheit geprägte Gesamtsituation auch an der Sparkasse nicht spurlos vorübergeht.


Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung der Eigenmittel gesichert sein.


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir unter Berücksichtigung der von uns erwarteten Entwicklung der Rahmenbedingungen und unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als günstig.


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.


Die Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg können die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung hinsichtlich des Eintreffens der für die bedeutsamsten Leistungsindikatoren getroffenen Prognosen ggf. über das bereits in unserem internen Reporting enthaltene Ausmaß hinaus negativ beeinflussen.

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