Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 252168
Eingetragen
17.10.2019
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieArchitekturbüros für Hochbau
Gegenstand
Erstellung von digitalen Lösungen und IT-Konzepten, Erbringung von Beratungsleistungen hinsichtlich solcher Konzepte sowie Planung und Entwicklung von Softwarelösungen für Unternehmen aller Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Hörmann Industries GmbH

Kirchseeon

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht

Kennzahlen im Überblick Ertrags- und Finanzlage
(Mio. €)
2022 2021 2020 2019
Umsatz 685,7 589,8 521,5 622,2
Gesamtleistung 1 ) 709,0 626,8 521,5 628,2
Rohergebnis 305,2 294,6 256,0 289,2
EBITDA 2 ) 35,3 45,3 25,5 35,6
EBIT 3 ) 23,7 30,0 12,6 23,7
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -7,2 21,1 28,3 13,0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2,9 -3,5 -14,5 -41,0
Vermögenslage
(Mio. €)
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2019
Bilanzsumme 364,8 341,7 324,7 312,6
Eigenkapital 136,4 131,1 120,8 121,2
Eigenkapitalquote 4 ) 37,4% 38,4% 37,2% 38,8%
Working Capital 5 ) 112,4 78,7 66,1 79,1
Nettofinanzmittelbestand 6 ) 65,3 84,3 73,2 64,8
Mitarbeiter 7 ) 2.876 2.787 2.774 2.821

1) Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen

2) Konzernjahresüberschuss vor Abschreibungen, vor Finanzergebnis, vor Ertragsteuern

3) Konzernjahresüberschuss vor Finanzergebnis, vor Ertragsteuern

4) Eigenkapital/Bilanzsumme

5) Vorräte zzgl. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

6) Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

7) Jahresdurchschnitt ohne Auszubildende

Grundlagen des Konzerns

Der Konzern stellt mit der Hörmann Industries GmbH und deren unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften den industriellen Teilkonzern der HÖRMANN Gruppe dar. Der Konzern gliedert sich in vier Geschäftsbereiche, denen die einzelnen Unternehmen zugeordnet sind.

Darüber hinaus sind die Tochtergesellschaften HÖRMANN Digital GmbH mit Sitz in Kirchseeon als übergeordneter Dienstleister für die Entwicklung von softwarebasierten Produktlösungen und -erweiterungen sowie die HÖRMANN Informationssysteme GmbH mit Sitz in Ginsheim-Gustavsburg als gruppenweiter Dienstleister für IT-Infrastruktur und für Softwaresysteme zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse aktiv.

Die Angaben zum Geschäftsverlauf im Konzernlageberichtsind gemäß den Geschäftsbereichen des Konzerns strukturiert. Im Jahr 2022 wurde der Geschäftsbereich Intralogistics neu gegründet und der Geschäftsbereich Services darin integriert.

Die wesentlichen Beteiligungen sind den Bereichen wie folgt zugeordnet:

Automotive

• HÖRMANN Automotive GmbH, Kirchseeon

• HÖRMANN Automotive Gustavsburg GmbH, Ginsheim-Gustavsburg

• HÖRMANN Automotive Slovakia s.r.o., Banovce, Slowakei

• HÖRMANN Automotive St. Wendel GmbH, St. Wendel

• HÖRMANN Automotive Saarbrücken GmbH, Saarbrücken

• HÖRMANN Automotive Wackersdorf GmbH, Wackersdorf

• HÖRMANN Automotive Eislingen GmbH, Ebersbach

• HÖRMANN Automotive Assets GmbH, Kirchseeon

Im Bereich Automotive ist die Hörmann Industries GmbH ein Zulieferer von metallischen Komponenten, Modulen und Systemen für die europäische Nutzfahrzeug-, Bau- und Landmaschinenindustrie.

Der Geschäftsbereich umfasst mit dem Leistungsspektrum Engineering, Technologieentwicklung, Produktion und Logistik die gesamte Wertschöpfungskette.

Der größte inländische Standort ist die HÖRMANN Automotive Gustavsburg GmbH, welche sich auf die Produktion hochwertiger Chassis-, Karosserie- und Anbauteile für Nutzfahrzeuge spezialisiert hat und ein Hersteller von Rahmenlängsträgern ist.

Zu den weiteren Standorten gehören die HÖRMANN Automotive St. Wendel GmbH als Hersteller von metallischen Komponenten, insbesondere für die Landmaschinenindustrie, die HÖRMANN Automotive Saarbrücken GmbH, tätig in der Fertigung von Interieursystemen für Omnibusse, komplexen Schweißbaugruppen bis hin zu kompletten Fahrgestellen für Landmaschinen und einbaufertigen Montagesystemen, die HÖRMANN Automotive Wackersdorf GmbH, tätig in der Montage von Automotive-Modulen und Ladesäulen, die HÖRMANN Automotive Eislingen GmbH, Hersteller von Kraftstoff- und Hydraulikbehältern sowie Karosserieklappen für Omnibusse, Land- und Baumaschinen und die HÖRMANN Automotive Slovakia s.r.o., die die Produktion von lohnintensiven metallischen Komponenten und Chassis-Anbauteilen für die Nutzfahrzeugindustrie übernimmt. Die HÖRMANN Automotive Assets GmbH hält Anlagen und Betriebsmittel für Unternehmen des Bereichs Automotive.

Communication

• Funkwerk AG, Kölleda

• Funkwerk Technologies GmbH, Kölleda

• FunkTech GmbH, Kölleda

• Funkwerk Systems GmbH, Kölleda

• Funkwerk Systems Austria GmbH, Wien, Österreich

• Funkwerk video systeme GmbH, Nürnberg

• Funkwerk IoT GmbH, Bremen

• Funkwerk vipro.sys GmbH, Leipzig

• HÖRMANN Kommunikation & Netze GmbH, Kirchseeon

• HÖRMANN Warnsysteme GmbH, Kirchseeon

• HÖRMANN - KMT Kommunikations- und Meldetechnik GmbH, Salzburg, Österreich

Die Funkwerk AG und ihre Tochtergesellschaften (Funkwerk Gruppe) sind technologisch führende Anbieter von innovativen Kommunikations-, Informations- und Sicherheitssystemen. Der Fokus liegt dabei sowohl auf Hardware- und Softwarekomponenten für Bahnbetriebe, den öffentlichen Personennahverkehr, die Binnenschifffahrt und Flughäfen als auch auf intelligenten Sicherheitssystemen zum Schutz von Gebäuden, Plätzen, Industrieobjekten, Verkehr und Personen. Funkwerk bietet maßgeschneiderte Lösungen für die Sprach- und Datenkommunikation über analoge und digitale Mobilfunknetze (LTE, GSM-R) im Schienenverkehr.

Die HÖRMANN Kommunikation & Netze GmbH ist ein Anbieter von Installations-, Montage- und Serviceleistungen für die öffentliche Infrastruktur rund um die Bahnverkehrs- und Kommunikationstechnik sowie die Energieversorgung. Seit dem 1. August 2023 ist die HÖRMANN Kommunikation & Netze GmbH ein Teil der Funkwerk Gruppe.

In der HÖRMANN Warnsysteme GmbH sowie der HÖRMANN - KMT Kommunikations- und Meldetechnik GmbH, Salzburg, Österreich, hat die HÖRMANN Gruppe ihre Sirenenwarnsysteme für die Alarmierung von Feuerwehren oder die Katastrophenwarnung der Bevölkerung gebündelt. Die projektspezifischen Lösungen werden dabei von der Planung und Entwicklung über die Realisierung bis hin zur langjährigen Wartung aus einer Hand erbracht.

Intralogistics

• HÖRMANN Intralogistics GmbH, München

• HÖRMANN Logistik GmbH, München

• HÖRMANN Logistik Polska Sp. z o.o., Danzig, Polen

• HÖRMANN Logistik Systeme GmbH, Graz, Österreich

• HÖRMANN Klatt Coveyors GmbH, Neumarkt a. Wallersee, Österreich (vormals Klatt Fördertechnik GmbH)

• HÖRMANN Services GmbH, Kirchseeon

• HÖRMANN Industrieservice GmbH, Lehre/Wolfsburg

• HÖRMANN Intralogistics Services (vormals HÖRMANN Automationsservice GmbH), Kirchseeon

• MAT Maschinentechnik GmbH, Salzgitter

• HÖRMANN Energy Solutions GmbH, Lehre/Wolfsburg

Die dynamische Marktentwicklung sowie die gestiegene Marktnachfrage nach anspruchsvollen Systemlösungen für die Intralogistik, nach Automatisierungslösungen für die Produktions-, Lager- und Distributionslogistik sowie nach Servicedienstleistungen für diese Industrien zeigen ein hohes Wachstumspotential. Um dieses Wachstumsfeld gezielt auszubauen und die langjährigen Aktivitäten der HÖRMANN Gruppe in diesem Segment zu bündeln, wurde im ersten Halbjahr 2022 der strategische Geschäftsbereich Intralogistics sowie die Zwischenholding HÖRMANN Intralogistics GmbH, Kirchseeon, gegründet, in die die Gesellschaften HÖRMANN Logistik GmbH, München, HÖRMANN Logistik Polska Sp. z.o.o., Danzig, Polen, sowie HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH, Neumarkt am Wallersee, Österreich, eingebracht wurden. Die vorstehenden Einheiten waren bis dato dem Bereich Engineering zugeordnet. Die HÖRMANN Logistik Systeme GmbH, Graz, Österreich, wurde neu gegründet und im Berichtszeitraum erstkonsolidiert. Mit Investitionen in erweiterte Produktlösungen, einer vertriebsorientierten Internationalisierung sowie einer wachstumsorientierten Organisation soll der neue strategische Geschäftsbereich Intralogistics ein ertragsorientierter Wachstumspfeiler für die Gruppe werden.

Zur Vervollständigung der Wertschöpfungskette wurde ebenfalls im ersten Halbjahr 2022 der Bereich Services mit den Tochtergesellschaften HÖRMANN Services GmbH, Kirchseeon, HÖRMANN Industrieservice GmbH, Lehre/Wolfsburg, HÖRMANN Intralogistics Services GmbH (vormals HÖRMANN Automatisierungsservice GmbH), Salzgitter und MAT Maschinentechnik GmbH, Salzgitter, in den neuen Geschäftsbereich Intralogistics integriert.

Der Bereich Intralogistics ist mit der HÖRMANN Logistik GmbH, HÖRMANN Logistik Polska Sp. z o.o. und HÖRMANN Logistik Systeme GmbH als Generalunternehmer in der Planung und Errichtung von schlüsselfertigen Materialflusssystemen tätig. Mit Materialfluss-Konzepten und komplexen Lagerstrategien werden für individuelle Anforderungen Intralogistik-Lösungen realisiert und so Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen für internationale Kunden aus unterschiedlichsten Branchen ermöglicht. Mit der HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH (vormals Klatt Fördertechnik GmbH) wird das Portfolio um eigene Produkte und Förderanlagen erweitert, die von der Gesellschaft entwickelt, projektiert und gefertigt werden. Damit hat sich die HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH zu einem internationalen Anbieter von Fördertechnikanlagen in den Bereichen Industrie, Flughäfen, Postverteilzentren, Müllentsorgung und Krankenhäuser entwickelt.

Durch die Integration des Bereichs Services soll das Lösungsangebot durch einen umfänglichen After-Sales-Service im Bereich der Intralogistics erweitert und die Wertschöpfungstiefe durch eigene Montageleistungen und Inbetriebnahmen ausgebaut werden.

Die Serviceeinheiten HÖRMANN Services GmbH, HÖRMANN Industrieservice GmbH, HÖRMANN Intralogistics Services und MAT Maschinentechnik GmbH steuern ein Leistungsportfolio in der Elektrik, Mechanik, Steuerungs-, Roboter-, Schweiß- und Fördertechnik, Pneumatik und Hydraulik über schichtbegleitende Instandhaltung von Prozesstechnik sowie die Montage, Inbetriebnahme und Verlagerung von kompletten Anlagen bei. Die 2022 neugegründete HÖRMANN Energy Solutions GmbH projektiert, installiert und wartet Systemlösungen zur regenerativen Energieerzeugung und -nutzung. Der Geschäftsbetrieb der HÖRMANN Energy Solutions GmbH wurde Anfang 2023 aufgenommen.

Engineering

• HÖRMANN BauPlan GmbH, Chemnitz

• HÖRMANN Rawema Engineering & Consulting GmbH, Chemnitz

• HÖRMANN Vehicle Engineering GmbH, Chemnitz

• VacuTec Meßtechnik GmbH, Dresden

Im Berichtszeitraum wurden die Gesellschaften HÖRMANN Logistik GmbH, München, HÖRMANN Logistik Polska Sp. z o.o., Danzig, Polen, sowie die HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH, Neumarkt a. Wallersee, Österreich, in den neu geschaffenen Geschäftsbereich Intralogistics umgegliedert.

Der Geschäftsbereich Engineering ist in der Gebäude- und Industrieplanung sowie in der Fahrzeugentwicklung tätig. Die Entwicklung und Produktion von Detektoren zum Nachweis ionisierender Strahlung erweitern dieses Leistungsspektrum.

Die HÖRMANN BauPlan GmbH bietet Ingenieurleistungen innerhalb der Baubranche an, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Gewerbe- und Wohnungsbau und hier insbesondere auf die technische Gebäudeausstattung (TGA) gelegt wird.

Mit der HÖRMANN Rawema Engineering & Consulting GmbH wird das Angebot um die Generalplanung und Realisierung neuer Fabriken sowie das Re-Engineering und/oder die Verlagerung bestehender Fabriken und Anlagen ergänzt.

Die HÖRMANN Vehicle Engineering GmbH nutzt ihre Fähigkeiten und Ressourcen im technisch anspruchsvollen Design-Engineering für die Entwicklung von Schienen- und Straßenfahrzeugen.

Die VacuTec Meßtechnik GmbH entwickelt, produziert und vertreibt ein breites Spektrum an Detektoren zur Messung ionisierender Strahlung zur Verwendung in der Medizin, Industriemesstechnik und Umweltüberwachung.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft stand im Jahr 2022 allem voran unter dem Eindruck des Kriegs in der Ukraine. Die gesamtwirtschaftliche Entspannung nach der abflachenden COVID-19-Pandemie wurde durch den Angriff Russlands abrupt unterbrochen. Die hierdurch ausgelöste Energiekrise und die massiven Kostensteigerungen in einer lange nicht mehr gekannten Größenordnung und Dynamik- insbesondere bei Energie-, Material- und Rohstoffpreisen - beeinflussten die wirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des Jahres sehr stark. Hinzu kamen Engpässe in der Materialversorgung, der Fachkräftemangel und strikte, pandemiebedingte Lockdowns in China. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in seiner aktuellen Prognose von April 2023 daher eine deutliche Abschwächung des globalen - und insbesondere des europäischen - Wachstums im Jahr 2022 1 ]. Allerdings fiel die Konjunkturabschwächung weniger stark aus als von den Experten zunächst angenommen. Gründe hierfür waren im Wesentlichen die robusten Arbeitsmärkte und die relativ stabilen Ölpreise.

Das globale Wachstum im Gesamtjahr 2022 belief sich nach den Angaben des IWF auf 3,4 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,2 %. Das Bruttoinlandsprodukt in den Industrieländern stieg 2022 um 2,7 % (Vj. 5,4 %), in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 4,0 % (Vj. 6,7 %). Die Eurozone verzeichnete ein Wachstum von 3,5 % (Vj. 5,3 %). In Deutschland ist die Wirtschaft hingegen nur um 1,8 % (Vj. 2,6 %) gewachsen und konnte das Niveau vor der COVID-19-Pandemie noch nicht wieder erreichen. Die Herausforderungen aus dem zweiten Halbjahr 2021 - steigende Inflation und Lieferschwierigkeiten - setzten sich im vergangenen Jahr nahtlos fort und wurden durch die Folgen des Kriegs in der Ukraine zusätzlich verschärft. Insbesondere extreme Energiepreiserhöhungen hemmten laut des Statistischen Bundesamts die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im Berichtszeitraum[ 2 ]. Hinzu kamen die Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für industrielle Erzeugnisse und Dienstleistungen sowie der Fachkräftemangel. Insgesamt konnte sich die deutsche Wirtschaft trotz der Herausforderungen verhältnismäßig gut behaupten, was sich auch an einem um 0,3 Prozentpunkte höheren Wirtschaftswachstum im Vergleich zur Oktoberprognose des IWF ablesen lässt[ 3 ].

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die branchenbezogenen Rahmenbedingungen sind im Abschnitt "Geschäftsverlauf der Geschäftsbereiche" bei den Ausführungen zum Geschäftsverlauf der einzelnen Geschäftsbereiche erläutert.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete die Hörmann Industries GmbH Umsatzerlöse in Höhe von 685,7 Mio. €. Damit konnte der Umsatz gegenüber 2021 (589,8 Mio. €) um 95,9 Mio. € bzw. 16,3 % gesteigert werden, wobei hierin allein ca. 40 Mio. € ergebnisneutrale Weiterberechnungen von Materialpreissteigerungen des Automotive-Bereichs enthalten waren. Der geplante Umsatz in Höhe von 671,8 Mio. € wurde um 2,1 % bzw. um 13,9 Mio. € leicht übertroffen, was jedoch stark auf inflationsbedingte Preiseffekte zurückzuführen ist.

Im Bereich Automotive konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 333,5 Mio. € um 70,2 Mio. € bzw. 21,1 % auf 403,7 Mio. € gesteigert werden. Die beiden vorangegangenen Geschäftsjahre waren stark durch die Folgen der COVID-19-Pandemie sowie die massiv gestörten Lieferketten und die damit verbundenen Produktionsunterbrechungen in der Automobilindustrie geprägt. Mit Beginn des Kriegs in der Ukraine kam es in der ersten Hälfte des Berichtsjahres erneut zu mehrwöchigen Stilllegungen der Produktionskapazitäten großer OEM-Kunden, die die Geschäftsentwicklung des Bereiches Automotive auch in 2022 erheblich beeinträchtigt haben. Erst in den Monaten September bis Dezember wurden die Abrufzahlen in der Lkw-Produktion eines wichtigen Hauptkunden deutlich erhöht. Auf Jahressicht blieben die Absatzzahlen jedoch weit hinter der Planung zurück. Getrieben wurde die Umsatzentwicklung durch die inflationsbedingte Materialpreisentwicklung und die damit verbundenen ergebnisneutralen Weiterberechnungen von Materialpreissteigerungen in Höhe von rund 40 Mio. €. Der wertschöpfende Umsatz erhöhte sich damit lediglich um ca. 30 Mio. € bzw. 9 % gegenüber dem Jahr 2021.

Der Bereich Communication konnte die weiterhin hohe Nachfrage im Infrastrukturbereich und die gute Marktposition erneut nutzen und den Vorjahresumsatz von 169,9 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmal um 10,3 Mio. € bzw. 6,1 % auf 180,2 Mio. € steigern.

Der stark von Lieferengpässen und den Folgen der Inflation belastete neu gegründete Geschäftsbereich Intralogistics konnte trotz der Schwierigkeiten durch ein starkes Schlussquartal den Umsatz gegenüber Vorjahr (64,2 Mio. €, als-ob) um 14,9 Mio. € bzw. 23,2 % auf 79,1 Mio. € steigern, blieb aber auf Jahressicht hinter den Erwartungen (Plan 93,8 Mio. €) zurück, da Großprojekte durch unterjährige Verzögerungen entgegen der Planung nicht mehr im Berichtsjahr abgeschlossen werden konnten.

Mit Umsatzerlösen von 21,6 Mio. € (Vj. 23,0 Mio. €, als-ob) hat sich der Umsatz im Bereich Engineering leicht reduziert. Im Berichtsjahr wurden die HÖRMANN Logistik GmbH, die HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH und die HÖRMANN Logistik Polska Sp.z.o.o. in den neuen Bereich Intralogistics umgegliedert. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahresangaben als-ob angepasst.

Die Gesamtleistung belief sich unter Einrechnung einer Bestandsveränderung von 22,1 Mio. € (Vj. 36,7 Mio. €) sowie andere aktivierte Eigenleistungen von 1,2 Mio. € (Vj. 0,3 Mio. €) auf 709,0 Mio. € und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum (626,8 Mio. €) um 82,2 Mio. € bzw. 13,1 %.

Der Materialaufwand in Höhe von 419,9 Mio. € (Vj. 343,7 Mio. €) beinhaltete Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren in Höhe von 334,6 Mio. € (Vj. 269,7 Mio. €) sowie Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 85,2 Mio. € (Vj. 74,0 Mio. €). Bezogen auf die Gesamtleistung belief sich die Materialeinsatzquote auf 59,2 % und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert (54,8 %). Die gegenüber Vorjahr erhöhte Materialeinsatzquote war der Geschäftsentwicklung mit den zum Teil massiven Preissteigerungen bei Rohmaterialien wie Stahl, Zukaufteilen und elektronischen Bauteilen sowie dem Anstieg der Energiekosten für die Produktion geschuldet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 16,1 Mio. € (Vj. 11,5 Mio. €) beinhalteten unter anderem 7,9 Mio. € (Vj. 3,6 Mio. €) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, 2,4 Mio. € (Vj. 2,5 Mio.€) Erträge aus Investitions- und Forschungszuschüssen, 1,9 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €) Sachbezüge, 0,4 Mio. € (Vj. 0,9 Mio. €) Erträge aus Anlagenabgängen, 0,4 Mio. € (Vj. 0,1 Mio. €) Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen sowie 0,4 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €) periodenfremde Erträge.

Das erwirtschaftete Rohergebnis lag mit 305,2 Mio. € um 10,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von 294,6 Mio. €, was im Wesentlichen durch die gestiegenen Material- und Energiepreise bedingt war. Die Rohergebnismarge sank entsprechend von 47,0 % im Jahr 2021 auf 43,0 % im Berichtszeitraum.

Die Personalaufwendungen in Höhe von 179,7 Mio. € lagen um 12,8 Mio. € bzw. 7,7 % über dem Vorjahreswert (166,9 Mio. €), im Wesentlichen bedingt durch den wachstumsorientierten Personalaufbau und unterjährigen Lohn- und Gehaltssteigerungen. Bezogen auf die Gesamtleistung lag die Personalaufwandsquote mit 25,4 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (26,6 %). Bezogen auf das Rohergebnis lag die Personalaufwandsquote mit 58,9 % über dem Niveau des Vorjahrs (56,7 %). Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Hörmann Industries GmbH 2.876 Mitarbeitende (Vj. 2.787), ohne Berücksichtigung der Auszubildenden.

Die Abschreibungen lagen mit 11,6 Mio. € um 3,8 Mio. € unter Vorjahr (15,3 Mio. €). Darin enthalten waren Abschreibungen auf aktivierte Firmenwerte in Höhe von 1,8 Mio. € (Vj. 1,8 Mio. €). Im Vorjahreszeitraum waren außerplanmäßige und einmalige Abschreibungen auf Anlagen und Betriebsmittel in Höhe von 3,1 Mio. € enthalten, die nachlaufend im Rahmen der Werksschließung Penzberg bzw. der Produktionsverlagerung von Penzberg nach Banovce/Slowakei im Bereich Automotive gebildet wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich mit 89,1 Mio. € um 7,9 Mio. € bzw. 9,7 % gegenüber dem Vorjahresvergleichswert (81,2 Mio. €) erhöht. Hiervon entfielen 16,6 Mio. € (Vj. 14,7 Mio. €) auf Raum- und Gebäudekosten, 22,7 Mio. € (Vj. 20,2 Mio. €) auf Verwaltungskosten und 33,0 Mio. € (Vj. 28,6 Mio. €) auf Betriebs- und Vertriebskosten. Wie bereits im Jahr 2021 waren für diese Erhöhung im Geschäftsjahr Investitionen in die Erneuerung bzw. den Ausbau der IT-Infrastruktur und der Software zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse, der Ausbau der Automatisierung sowie der Anlauf neuer Serienprodukte im Bereich Automotive mit höheren Leasingkosten für in Betrieb genommene Maschinen und Anlagen sowie Instandhaltungskosten für die Erhöhung der Aufwendungen maßgeblich. Die wieder verstärkte Reisetätigkeit sowie die Teilnahme an Messen erhöhten die Vertriebskosten. Ergänzend wirkten sich allgemeine inflationsbedingte Kostensteigerungen, höhere KFZ-Kosten sowie die stark gestiegenen Transportkosten gegenüber dem Jahr 2021 aus. Bezogen auf die Gesamtleistung betrugen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 12,6 % (Vj. 13,0 %). Bezogen auf das Rohergebnis lag die Aufwandsquote mit 29,2 % über dem Niveau des Vorjahrs (27,6 %).

Das Betriebsergebnis in Höhe von 24,8 Mio. € (Vj. 31,2 Mio. €) liegt mit Blick auf die unterjährig eingetretenen Produktionsbehinderungen, die großen Preissteigerungen beim Material- und Energiebezug sowie Projektverzögerungen über den Erwartungen. Gegenüber Vorjahr reduzierte sich das Betriebsergebnis jedoch um 6,4 Mio. €.

Nach Abzug der sonstigen Steuern von 1,2 Mio. € (Vj. 1,2 Mio. €) ergab sich für das Berichtsjahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 23,7 Mio. € (Vj. 30,0 Mio. €).

Das Finanzergebnis lag mit -3,3 Mio. € um 0,4 Mio. € bzw. 10,5 % über dem Vorjahresniveau - 3,7 Mio. €). Im Berichtsjahr sind für die im Jahr 2019 begebene Anleihe, den unterjährig bereit gestellten Kreditlinien aus dem bestehenden Konsortialkredit über 40 Mio. € sowie der im Oktober 2020 gezogenen Tranche aus dem KfW-Unternehmerkredit in Höhe von 10 Mio. € Zinsen und ähnliche Aufwendungen inklusive Bereitstellungszinsen in Höhe von 4,2 Mio. € (Vj. 4,5 Mio. €) angefallen. Diesen Aufwendungen stehen Zins- und Beteiligungserträge in Höhe von 0,9 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) gegenüber. Damit konnte den im zweiten Halbjahr einsetzenden starken Zinserhöhungen durch ein aktives Finanz- und Liquiditätsmanagement entgegengewirkt werden.

Der Ertragsteueraufwand für die Gewerbe- und Körperschaftsteuer belief sich im abgelaufenen Jahr 2022 auf 8,5 Mio. € (Vj. 12,2 Mio. €). Aus latenten Steuern resultiert im Berichtszeitraum ein Ertrag von 0,4 Mio. € (Vj. Ertrag 0,3 Mio. €).

Das Geschäftsjahr 2022 schloss mit einem Konzernjahresüberschuss von 12,2 Mio. € (Vj. 14,4 Mio. €).

Die HÖRMANN Industries GmbH konnte sich trotz des dritten Krisenjahres in Folge weiter gut entwickeln. Sowohl mit Blick auf den Umsatz, die Gesamtleistung sowie das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte unter Berücksichtigung der außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Gesamtentwicklung ein erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen werden. Damit konnte die Hörmann Industries GmbH erneut durch das diversifizierte Geschäftsmodell das hohe Maß an Stabilität und die positive Wirkung der stärkeren Fokussierung auf die Non-Automotive-Bereiche unter Beweis stellen. Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung die Geschäftsentwicklung und die Ertragslage des Konzerns im Berichtsjahr 2022 als gut.

Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Eigenkapitalausstattung des Konzerns inklusive nicht beherrschender Anteile belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 136,4 Mio. € (31. Dezember 2021: 131,1 Mio. €). Damit verringerte sich die Eigenkapitalquote bedingt durch die erhöhte Bilanzsumme stichtagsbedingt zum 31. Dezember 2022 auf 37,4 % (31. Dezember 2021: 38,4 %).

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 341,7 Mio. € um 23,1 Mio. € auf 364,8 Mio. € im Wesentlichen aufgrund des gegenüber dem Vorjahresstichtag gestiegenen Working Capital.

Das Working Capital erhöhte sich unter Einbeziehung der Vorräte in Höhe von 87,7 Mio. € (Vj. 61,1 Mio. €) und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 77,7 Mio. € (Vj. 57,7 Mio. €) abzüglich 53,0 Mio. € (Vj. 40,1 Mio. €) an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 112,4 Mio. € zum Ende des Berichtszeitraums (78,7 Mio. € zum 31. Dezember 2021). Diese Entwicklung war stark durch die Erhöhung der Vorräte um 26,6 Mio. € zum Vorjahresstichtag gekennzeichnet. Im Wesentlichen bedingt durch inflationsbedingte Materialpreissteigerungen erhöhte sich der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie an fertigen Erzeugnissen und Waren gegenüber dem Stand zum Jahresbeginn 2022 um 5,8 Mio. € auf 49,9 Mio. €. Durch die gute Auftragslage in den Bereichen Intralogistics und Communication sowie die aktuell bestehenden Projektverzögerungen erhöhten sich die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen um 23,0 Mio. € auf 138,0 Mio. €. Die Anzahlungsrate für begonnene Projekte und Aufträge konnte durch die guten und teils langjährigen Kundenbeziehungen sowie den bestehenden Bürgschafts- und Avallinien im Jahr 2022 mit 103,9 Mio. € auf hohem Niveau gehalten werden, reduzierte sich jedoch gegenüber dem Vorjahresvergleichswert (110,5 Mio. €) um 6,6 Mio. €. Demgegenüber konnten die geleisteten Anzahlungen mit 3,8 Mio. € zum 31. Dezember 2022 um 8,8 Mio. € gegenüber dem Jahr 2021 reduziert werden.

Zum 31. Dezember 2022 bestanden Verbindlichkeiten aus Anleihen in Höhe von 50,0 Mio. € (31. Dezember 2021: 50,0 Mio. €). Die im Juni 2019 von der HÖRMANN Industries GmbH emittierte Anleihe mit einem Volumen von 50,0 Mio. € und einem Zinskupon von 4,5 % hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 6. Juni 2024.

Zum Ende des Jahres 2022 bestanden 7,8 Mio. € Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (31. Dezember 2021: 9,4 Mio. €). Diese Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus dem in 2020 gezogenen KfW-Unternehmerkredit über 10 Mio. €, der eine Laufzeit von 5 Jahren mit 16 Quartalstilgungsraten ab dem zweiten Jahr hat. Bis Ende 2022 wurden kumuliert Tilgungen des KfW-Kredites in Höhe von 3,1 Mio. € geleistet.

Aus dem mit einem Bankenkonsortium, bestehend aus SaarLB, Commerzbank AG, HeLaBa und Oberbank AG, mit einer Laufzeit bis Dezember 2025 abgeschlossenen Konsortialrahmenkreditvertrag verfügt die Gruppe über einen Kreditrahmen in Höhe von bis zu 40,0 Mio. €, der in Höhe von bis zu 15 Mio. € als Kontokorrent und in Höhe von bis zu 25 Mio. € als revolvierende EURIBOR-Linie genutzt werden kann. Zum 31. Dezember 2022 erfolgte daraus keine Kreditinanspruchnahme.

Die Konditionen bezogen auf die Zinsmarge haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verschlechtert. Hinsichtlich der Laufzeit und der Besicherung der übrigen Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Anhang

Liquiditätslage

Das Guthaben bei Kreditinstituten lag zum Bilanzstichtag bei 73,1 Mio. € (31. Dezember 2021: 93,7 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2022 bestanden freie Kreditlinien in Höhe von 40,5 Mio. € (31. Dezember 2021: 42,5 Mio. €).

Zum Bilanzstichtag verfügte die HÖRMANN Industries GmbH saldiert über einen Nettofinanzmittelbestand in Höhe von 65,3 Mio. € (31. Dezember 2021: 84,3 Mio. €). Der Nettofinanzmittelbestand wird aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten errechnet. Stark beeinflusst durch den unerwartet starken Anstieg der Inflation und den damit einhergehenden Preissteigerungen sowie den Projektverzögerungen, die im Wesentlichen durch Lieferengpässe verursacht wurden, wurde die Planung des Working Capital in Höhe von rund 61 Mio. € um rund 17 Mio. € verfehlt. Das erhöhte gebundene Kapital wirkte sich zum Jahresende 2022 entsprechend auf die Liquidität der Hörmann Industries GmbH aus, wodurch die Liquiditätsplanung für das Berichtsjahr im Korridor von 74 Mio. € bis 79 Mio. € nicht erreicht werden konnte. Mit einem Nettofinanzmittelbestand von 65,3 Mio. € und den frei verfügbaren Kreditlinien von 40,5 Mio. € verfügt die Hörmann Industries GmbH weiterhin über eine solide Liquiditätslage

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist nach den Vorgaben des DRS 21 gegliedert. Im Geschäftsjahr 2022 reduzierte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Wesentlichen bedingt durch die Erhöhung des Working Capitals auf -7,2 Mio. € (Vj. 21,1 Mio. €).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Jahr 2022 auf -2,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (-3,5 Mio.€) aufgrund der geringeren Investitionen und der Überführung von fertiggestellten und abgenommenen Produktionsanlagen in das Leasing (Sale-and-lease-back). Darüber hinaus wurden sonstige Ausleihungen im Bereich des Finanzanlagevermögens in Höhe von 2,5 Mio. € zurückgeführt. Der Fokus der Investitionstätigkeit lag im Berichtsjahr auf den notwendigen Sachinvestitionen und Investitionen zur weiteren Erhöhung des Automatisierungsgrades deutscher Produktionsstätten des Geschäftsbereichs Automotive sowie dem Neubau der Fabrik- und Verwaltungsgebäude der Funkwerk AG in Kölleda/Thüringen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit belief sich auf -10,4 Mio. € (Vj. -7,1 Mio. €). Bis zum 31. Dezember 2022 wurden vier Tilgungsraten für den KfW-Kredit in Höhe von insgesamt 2,5 Mio. € geleistet. Im Berichtsjahr erfolgten Auszahlungen für Zinsen und Dividenden bzw. Ausschüttungen für Gesellschafter des Mutterunternehmens und andere Gesellschafter in Höhe von 8,9 Mio. € (Vj. 6,5 Mio. €).

Die Konzernunternehmen waren jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Vermögenslage

Die Zugänge zum Sachanlagevermögen und den immateriellen Vermögensgegenständen lagen mit 11,6 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (12,7 Mio. €) und der laufenden Abschreibungen auf das Anlagevermögen (11,6 Mio. €; Vj. 12,3 Mio. €).

Das Finanzanlagevermögen reduzierte sich von 24,9 Mio. € auf 21,8 Mio. € durch geplante Teiltilgungen von sonstigen Ausleihungen.

Aus der Erstkonsolidierung der Funkwerk AG zum 1. Oktober 2016 resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag von 3,4 Mio. € (Vj. 4,3 Mio. €), der im Geschäftsjahr 2022 ratierlich um 0,9 Mio. € abgeschrieben wurde. Aus der zum Ende des Geschäftsjahres 2017 vollzogenen Akquisition der MAT Maschinentechnik GmbH resultierte zum 31. Dezember 2022 ein aktivierter Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung in Höhe von 0,2 Mio. € (Vj. 0,3 Mio. €), der im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,1 Mio. € abgeschrieben wurde. Aus der Erstkonsolidierung der HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH (vormals Klatt Fördertechnik GmbH) zum 1. April 2019 resultierte ein aktiver Unterschiedsbetrag von 3,3 Mio. € (Vj. 3,8 Mio. €), der im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,5 Mio. € abgeschrieben wurde.

Das gesamte Vorratsvermögen (nach Abzug der erhaltenen Anzahlungen) hat sich aufgrund des gestiegenen Projektfortschrittsvolumens und der Materialpreissteigerungen von 61,1 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 87,7 Mio. € zum Ende des Berichtsjahres erhöht. Werttreibend war hierbei die Erhöhung der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen auf 138,0 Mio. € (Vj. 114,9 Mio. €) bei gleichzeitigem Rückgang der erhaltenen Anzahlungen um 6,6 Mio. € auf 103,9 Mio. € (Vj. 110,5 Mio. €). Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie fertige Erzeugnisse und Waren erhöhten sich um 5,8 Mio. € auf 49,9 Mio. € (Vj. 44,0 Mio. €). Den Bestandserhöhungen stand eine Reduzierung der geleisteten Anzahlungen um 8,8 Mio. € auf 3,8 Mio. € (Vj. 12,6 Mio. €) entgegen. Die Reichweite des Vorratsvermögens zum Umsatz erhöhte sich auf 46,3 Tage (Vj. 37,4 Tage). Die Tagesumsätze wurden ermittelt, in dem das Vorratsvermögen zum 31. Dezember 2022 ins Verhältnis zu den durchschnittlichen Umsatzerlösen des Berichtszeitraums pro Tag gesetzt wurde.

Das gestiegene Geschäftsvolumen zeigte sich im Jahr 2022 auch im Auftragseingang. Im Jahr 2022 konnte die Gruppe einen Auftragseingang in Höhe von 771 Mio. € (Vj. 656 Mio. €) verzeichnen. Damit konnte ein book-to-bill-ratio von 1,12 (Vj. 1,11) erreicht werden. Die book-to-bill-ratio setzt im Berichtszeitraum den Auftragseingang ins Verhältnis zum Umsatz, wobei ein Wert über 1,0 Wachstum kennzeichnet. Per Ende 2022 beträgt der Auftragsbestand 461,3 Mio. € (Vj. 360 Mio. €). Hiervon entfallen auf den Geschäftsbereich Communication 173,8 Mio. € (Vj. -147,8 Mio. €), auf den Geschäftsbereich Intralogistics 118,9 Mio. € (Vj. 94,8 Mio. €, als-ob), auf den Geschäftsbereich Automotive 119,0 Mio. € (Vj. 93,9 Mio. €) und auf den Geschäftsbereich Engineering 48,6 Mio. € (Vj. 37,4 Mio. €, als-ob). Damit halten die projektorientierten Geschäftsbereiche Communication, Intralogistics und Engineering einen Auftragsvorlauf von rund einem Jahresumsatz vor. Im Geschäftsbereich Automotive werden die bestehenden mehrjährigen Rahmenverträge mit OEM-Kunden nur mit den avisierten Abrufaufträgen von durchschnittlich 10 Wochen in den Bestand aufgenommen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Wesentlichen bedingt durch das Umsatzwachstum, die inflationsgetriebenen Preiserhöhungen und das überproportionale Geschäftsvolumen im vierten Quartal 2022 von 57,7 Mio. € auf 77,7 Mio. €, wodurch sich ein Forderungsbestand von 41,0 Tagen (Vj. 35,5 Tage) ergeben hat. Die Tagesumsätze wurden ermittelt, in dem der Forderungsbestand zum 31. Dezember 2022 ins Verhältnis zu den durchschnittlichen Umsatzerlösen der Berichtsperiode pro Tag gesetzt wurde. Wie in den Vorjahren ist der Geschäftsbereich Automotive in Reverse-Factoring-Verfahren bei zwei wesentlichen Kunden eingebunden, wodurch über eine Fintech-Plattform der Ankauf laufender Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer kurzen Zahlungsfrist von in der Regel unter 10 Tagen erfolgt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen von 14,4 Mio. € auf 15,8 Mio. €.

Latente Steuern werden aus den Einzelabschlüssen übernommen. Die aktiven latenten Steuern resultierten hauptsächlich aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz bei den Rückstellungen sowie aus künftig noch nutzbaren steuerlichen Verlustvorträgen. Zum 31. Dezember 2022 blieb die Position mit einem Wert von 15,0 Mio. € auf dem Niveau des Bilanzwertes zum 31. Dezember 2021 (14,7 Mio. €).

Die Pensionsrückstellungen lagen zum 31. Dezember 2022 mit 20,3 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (21,3 Mio. €).

Die Steuerrückstellungen erhöhten sich nach 3,1 Mio. € zum Vorjahresstichtag auf 6,0 Mio. € zum 31. Dezember 2022.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtags- und preisbedingt von 40,1 Mio. € auf 52,7 Mio. €. Die Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten für Materialaufwand und sonstigen betrieblichen Aufwand hat sich von durchschnittlich 34 (Vj.) auf 37,5 Tage erhöht. Die durchschnittliche Dauer der Kreditinanspruchnahme wurde ermittelt, in dem der Bestand an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 ins Verhältnis zu der Summe der durchschnittlichen Materialaufwendungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Berichtsperiode pro Tag gesetzt wurde.

Bericht über Leistungsindikatoren

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Produktion

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 waren die Fertigungskapazitäten innerhalb der Hörmann Industries Gruppe unterschiedlich stark ausgelastet. Während die Kapazitäten in den Bereichen Communication, Engineering und Intralogistics aufgrund des hohen Auftrags- und Geschäftsvolumens während des gesamten Geschäftsjahres voll ausgelastet waren, ist die Auslastung im Bereich Automotive bedingt durch die erneuten Produktionsunterbrechungen und Abrufstornierungen der Lkw-Hersteller insbesondere in den ersten acht Monaten des Jahres 2022 deutlich um rund 11 Mio. € bzw. 5 % unter Plan geblieben. Insbesondere die Produktionsunterbrechung zwischen Mitte März und Anfang Mai 2022 des Hauptkunden MAN Truck & Bus AG führte vorrangig in den Werken Gustavsburg und Banovce/Slowakei zu hohen Leerkosten. Aber auch die zusätzlichen Betriebsstillstände von Daimler Evobus wegen gestörter Lieferketten haben Leerkosten in den Werken Saarbrücken und Ebersbach verursacht. Das extrem volatile Abrufverhalten nahezu aller OEMs hat die Ertragskraft aller Werke des Geschäftsbereichs Automotive erneut stark belastet.

Beschaffung

Der Einkauf von Roh- und Betriebsstoffen sowie Komponenten wird in der Gruppe bedarfsorientiert dezentral von den einzelnen Tochtergesellschaften gesteuert. Weltweit wird das benötigte Material von verschiedenen Anbietern, mit denen die Einheiten größtenteils langfristig zusammenarbeiten, beschafft. Je nach Volumen werden dabei - zum Teil mehrjährige - Rahmenverträge eingesetzt. Im Geschäftsbereich Automotive besteht ein Strategischer Einkauf, der für zusätzliche Kostensenkungspotentiale durch Bündelung verschiedenster Warengruppen und Dienstleistungen zuständig ist.

Seit dem Geschäftsjahr 2021 wird der Einkauf stark durch den Nachfrageüberhang am Stahlmarkt, die mangelnde Verfügbarkeit von elektronischen Bauteilen und die damit verbundene Sicherstellung der Materialversorgung für die Produktion gefordert. Diese Situation hat sich im Laufe des Jahres 2022 mit der Entwicklung in der Ukraine nochmals verschärft, wodurch Versorgungsengpässe zu erheblichen Lieferverzögerungen und deutlichen Preissteigerungen geführt haben. Die Preissteigerungen, insbesondere bei Energie, sowie logistische Mehraufwendungen haben die Gruppe im Berichtszeitraum belastet. Gleichzeitig waren die Einkaufsorganisationen durch den starken preisbedingten Anstieg der Bestände im Laufe des Jahres 2022 angehalten, den Materialzulauf in enger Zusammenarbeit mit den Fertigungsplanungsabteilungen bedarfsorientiert zu kontrollieren und damit Durchlaufzeiten zu reduzieren.

Seitens der Lieferanten ist die Bereitschaft zu längerfristigen Preis- und Lieferzusagen sehr zurückhaltend, was das Risiko künftiger Kostensteigerungen zusätzlich erhöht. Die globalen und europäischen Beschaffungsmärkte weisen eine bisher unbekannte Volatilität und außerordentlich hohe inflationäre Tendenzen mit kaum kalkulierbaren Risiken auf.

Mitarbeitende

Für die Hörmann Industries GmbH waren im Jahr 2022 durchschnittlich insgesamt 2.876 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber 2.787 Personen im Vorjahr (Gesamtjahr 2021) tätig.

Darüber hinaus waren insgesamt 84 Auszubildende beschäftigt (Vj. 82). Gemessen an der Gesamtbelegschaft entsprach das einem Anteil von rund 2,9 %. Das Ausbildungsangebot umfasst verschiedene gewerbliche und kaufmännische Berufe.

Um ein weiteres Wachstum der Unternehmensgruppe personell abzusichern und einem möglichen Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, gehört es zu den Schwerpunkten der Personalarbeit, die Attraktivität der Hörmann Industries Gruppe als Arbeitgeber konsequent zu steigern und kompetenten, leistungsbereiten Nachwuchs zu gewinnen. Die Hörmann Industries Gruppe schafft interessante Rahmenbedingungen für Beschäftigte sowie Bewerberinnen und Bewerber sowie ein attraktives Arbeitsumfeld mit vielfältigen Gestaltungsfreiräumen, wobei unter anderem auf eine motivationsfördernde Unternehmenskultur, Sicherheit am Arbeitsplatz und soziale Faktoren wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesetzt wird. Zudem bietet die Gruppe erfolgsorientierte Anreizsysteme, eine zielgerichtete Berufsausbildung und ein breites Weiterbildungsangebot, mit dem die Fähigkeiten und Kompetenzen der Beschäftigten kontinuierlich gefördert und Personal zeitnah auf künftige Anforderungen vorbereitet wird.

Darüber hinaus steht für die Hörmann Industries Gruppe der Schutz der Belegschaft im Fokus. Durch eine bestmögliche Schaffung von optimalen Bedingungen für "mobiles Arbeiten" und flächendeckenden Hygienemaßnahmen in der Produktion haben wir die Mitarbeitenden bestmöglich gegen Gefahren aus der COVID-19-Pandemie geschützt. Bereits mit den ersten Anzeichen der COVID-19-Pandemie im Februar 2020 wurden über 900 Büroarbeitsplätze mit mobilen Endgeräten und Systemzugängen ausgestattet und in der Produktion umfassende Hygienemaßnahmen ergriffen, Schutzmasken zur Verfügung gestellt sowie regelmäßige COVID-19-Tests angeboten. Damit konnten wir beweisen, dass wir den Betrieb unter hohem Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeitenden in Sondersituationen unverändert aufrechterhalten und zusammen mit gezielten Impfangeboten die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Mitarbeitenden bestmöglich eingrenzen konnten. Damit wurde die Arbeits- und Produktionsfähigkeit stets sichergestellt, auch wenn ein hoher Krankenstand das Ergebnis belastet hat.

Qualitätssicherung

Um das hohe Qualitätsniveau und die Zuverlässigkeit der Produkte und Dienstleistungen langfristig zu gewährleisten, werden die relevanten Prozesse in den operativen Einheiten der Gruppe individuell nach den jeweiligen Erfordernissen regelmäßig überprüft und bei Bedarf verbessert. Die jeweiligen Qualitätsmanagement-Systeme werden je nach Erfordernis kontinuierlich zertifiziert bzw. rezertifiziert. Die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) werden durch einen externen Datenschutzbeauftragten überwacht.

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung

Ein wichtiger Pfeiler der langfristig ausgerichteten Unternehmensentwicklung ist die Übernahme von ökologischer und sozialer Verantwortung. Die Auswirkungen des Handelns auf die Umwelt versucht die Hörmann Industries Gruppe möglichst gering zu halten bzw. stetig zu reduzieren. Die ökonomischen Interessen werden mit ökologischen Zielen verknüpft. Darüber hinaus nimmt die Hörmann Industries Gruppe ihre soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in vielfältiger Art und Weise wahr. Neben der Förderung von Universitäten und Schulen vergibt die Gruppe Stipendien und sponsert ausgewählte kulturelle Einrichtungen sowie soziale Projekte.

Die Hörmann Industries GmbH gibt dem Thema Nachhaltigkeit seit 2021 einen noch höheren Stellenwert in der Unternehmensführung. Nach 2021 erfolgte für das Geschäftsjahr 2022 zum zweiten Mal die freiwillige Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes. Damit wird schrittweise ein auditierbares Nachhaltigkeitsmanagementsystem aufgebaut und die Förderung von Nachhaltigkeitsinitiativen implementiert, damit die zukünftigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden können.

Der Fokus der regelmäßigen Berichterstattung liegt auf den finanziellen Leistungsindikatoren.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Hörmann Industries GmbH wird finanztechnisch über die Kennzahlen Umsatz, Gesamtleistung, Rohergebnis, Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie EBIT-Marge gesteuert. Sämtliche Kennzahlensysteme und Monatsberichte der Tochtergesellschaften weisen diese wesentlichen Kennzahlen mit Plan- und Vorjahresvergleich aus.

Darüber hinaus ist die verfügbare Liquidität eine wichtige Steuerungsgröße. Die eng getaktete, konzernweite Liquiditätsplanung und -steuerung nimmt seit Beginn der COVID-19-Pandemie eine zentrale Rolle ein.

2022 2021 2020
Umsatz Mio.€ 685,7 589,8 521,5
Gesamtleistung Mio.€ 709,0 626,8 521,5
Rohergebnis Mio.€ 305,2 294,6 256,0
Rohergebnismarge / Gesamtleistung 43,1% 47,0% 49,1%
EBIT Mio.€ 23,7 30,0 12,6
EBIT-Marge / Gesamtleistung 3,3% 4,8% 2,4%
verfügbare Liquidität Mio.€ 106,9 126,8 145,7
(Netto-Liquidität zzgl. freie Kreditlinien)

In der strategischen Mittelfristplanung hält die Hörmann Industries GmbH weiterhin an dem Ziel fest, in den nächsten Jahren ein inflationsbereinigtes organisches und anorganisches Umsatzwachstum auf über 750 Mio. € bei einer nachhaltigen EBIT-Marge von etwa 5 % p. a. im Konzern zu realisieren.

Geschäftsverlauf der Geschäftsbereiche

Der Geschäftsverlauf wird anhand von Umsatz und EBIT in einer Mehrjahresentwicklung dargestellt. Die genannten Umsätze sind um die konzerninternen Umsätze bereinigt, sodass nur Umsätze mit Dritten und Umsätze mit wegen Geringfügigkeit nicht voll konsolidierten verbundenen Unternehmen ausgewiesen werden. Das EBIT umfasst das Betriebsergebnis (§ 275 Abs. 2 Nr. 1 - 8 HGB) abzüglich/zuzüglich sonstiger Steuern (§ 275 Abs. 2 Nr. 16 HGB), es sei denn, es ist ausdrücklich etwas anderes erwähnt. Die zum EBIT gemachten Prozentangaben beziehen sich, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, auf den Umsatz.

Die Entwicklung der einzelnen Bereiche vor den übergeordneten zentralen Dienstleistungs- und Managementkosten sowie Konzernergebniseffekten ist nachfolgend dargestellt.

Geschäftsbereich Automotive

Die Hörmann Industries GmbH ist mit ihrem Geschäftsbereich Automotive ein Zulieferer von metallischen Komponenten, Modulen und Systemen für die europäische Nutzfahrzeugindustrie.

Die europäische Nutzfahrzeugindustrie wurde im vergangenen Jahr stark von den anhaltenden Lieferkettenproblemen belastet. Diese sorgten dafür, dass laut des Europäischen Verbands der Automobilhersteller (ACEA) die Zahl der zugelassenen Nutzfahrzeuge in der EU um 14,6 % auf 1,6 Mio. und damit unter das Volumen des Pandemiejahres 2020 gesunken sind (1,7 Mio. Einheiten)[ 4 ]. Die vier wichtigsten Märkte in Europa, Frankreich (-17,7 %), Spanien (-16,7 %), Deutschland (-11,0 %) und Italien (-10,5 %) mussten alle zweistellige prozentuale Rückgänge verzeichnen.

Die Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen bis zu 3,5 Tonnen waren dabei mit einem Rückgang von -18,1 % auf 1,3 Mio. Einheiten im Jahr 2022 am stärksten betroffen. Nahezu alle EU-Länder mussten Rückgänge verkraften (Deutschland -13,0 %).

Die Zulassungszahlen von schweren Nutzfahrzeugen über 16 Tonnen konnten hingegen im Jahr 2022 um 6,5 % auf 256.020 zulegen. Betrachtet man die größten Märkte der Region, musste nur Deutschland im vergangenen Jahr einen Rückgang verzeichnen (-0,9 %). Alle anderen volumenstarken EU-Märkte verzeichneten steigende Neuzulassungen in diesem Segment, z.B. Spanien (+13,6 %), Italien (+5,1 %) und Frankreich (+2,3 %). Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 und 16 Tonnen stiegen ebenfalls um 3,5 %, was auf erhebliche Zuwächse im Zeitraum August bis November zurückzuführen ist. Allerdings gingen auch in diesem Segment die Zulassungen in Deutschland im Gesamtjahr 2022 um 3,5 % zurück. Die Neuregistrierungen der Busse verringerten sich ebenfalls um 5,1 % mit einem abermals besonders starken Rückgang in Deutschland (-24,6 %). Nach wie vor liegen die Zulassungs- und Produktionszahlen für alle Arten von Nutzfahrzeugen noch immer weit unter dem langjährigen Niveau vor der COVID-19-Pandemie.

Hauptkunde im Bereich Automotive war im Jahr 2022 weiterhin die TRATON SE, vorrangig mit der Tochtergesellschaft MAN Truck & Bus AG. Die MAN Truck & Bus AG verzeichnete nach Angaben der TRATON SE im Berichtszeitraum auch aufgrund einer sechswöchigen Produktionsunterbrechung in den Lkw-Werken München und Krakau sowie Produktionsausfällen an anderen MAN-Standorten beim Gesamtabsatz ein Minus von 9,8 % auf 84.500 (2021: 93.700) Fahrzeuge[ 5 ]. Insbesondere MAN war von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die bereits pandemiebedingt angespannten Lieferketten stark betroffen. Während der Lkw-Absatz um 13,0 % auf 58.100 (2021: 66.800) Lkw sank, lag der Bus-Absatz mit 4.800 (2021: 4.600) Fahrzeugen um 4,3 % über Vorjahr.

Neben der TRATON SE ist die Daimler Truck Holding AG ein weiterer wichtiger Kunde des Geschäftsbereichs Automotive. Nach Angaben der Daimler Truck Holding AG wurde der Fahrzeugabsatz 2022 um 14,3 % auf 520.300 (2021: 455.400) gesteigert[ 6 ]. Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage im Jahr 2022 konnten alle Segmente von Daimler den Absatz von Lkw und Bussen steigern.

Geschäftsbereich Automotive im Mehrjahresvergleich:

2022 2021 2020 2019
Umsatz Mio .€ 403,7 333,5 273,2 379,5
Veränderung Mio.€ 70,2 60,3 -106,3 -44,4
Veränderung 21,1% 22,1% -28,0% -10,5%
EBIT Mio .€ - 2,7 - 5,9 - 16,0 3,2
EBIT-Marge -0,7% -1,8% -5,9% 0,8%
Sonder-, periodenfremde
Einflüsse * Mio.€ 0,0 3,5 5,8 0,2
EBIT bereinigt Mio .€ - 2,7 - 2,4 - 10,2 3,4
EBIT-Marge bereinigt -0,7% -0,7% -3,7% 0,9%

* Von 2018 bis 2021 hat die HÖRMANN Industries für die Anpassung der inländischen Personalkapazitäten, die durch den Ausbau der Automatisierung, die Verlagerung von lohnintensiven Produkten in das neue Werk in der Slowakei sowie die Betriebsverlagerung Bielefeld vorgenommen wurde, Vorsorgeaufwendungen zurückgestellt bzw. Umlauf- und Anlagevermögen außerplanmäßig abgeschrieben. Im 1. Halbjahr 2019 entstand durch die Entkonsolidierung der Hörmann Automotive Penzberg GmbH ein einmaliger Ertrag von 1,2 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2020 entstanden durch die Verlagerung und Schließung des Automotive-Werks Penzberg einmalige Sonderaufwendungen aus Buch- und Forderungsverlusten, Beratungs- und Sondertransportkosten auf Ebene der HÖRMANN Automotive GmbH und HÖRMANN Automotive Slovakia s.r.o.

Im Bereich Automotive erhöhte sich im Wesentlichen materialpreisbedingt der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 333,5 Mio. € um 70,2 Mio. € auf 403,7 Mio. €. Preisbereinigt beläuft sich der wertschöpfende Umsatz auf ca. 360 Mio. €. Neben dem seit Mitte 2021 aufgrund fehlender elektronischer Bauteile gedrosselten Produktionsvolumen hatte die russische Aggression in der Ukraine, die unter anderem zu einem Mangel an Kabelbäumen aus der Ukraine geführt hat, massive Auswirkungen auf die Lkw-Produktion des Hauptkunden MAN Truck & Bus AG. Folglich musste MAN im Zeitraum von Mitte März bis Anfang Mai 2022 die Fahrzeugproduktion einstellen. Die auf Lkw-Komponenten ausgerichteten Werke in Gustavsburg und Banovce, Slowakei, mussten ebenfalls die Produktion in diesem Zeitraum stark drosseln, was negative Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung und die Ertragslage in 2022 hatte. Im weiteren Jahresverlauf kam es wegen Lieferkettenproblemen der OEM-Kunden immer wieder zu kurzen Produktionsunterbrechungen und kurzfristigen Abrufstornierungen. Ab September 2022 erhöhten sich die Abrufaufträge im LKW-Segment sprunghaft um rund 60 % im Vergleich zum ersten Quartal 2023, was jedoch die Ausfälle in den ersten acht Monaten des Jahres 2022 nicht kompensieren konnte. Die volatile Produktionsauslastung hatte im abgelaufenen Jahr starke Auswirkungen auf die Produktivität, was die Ertragslage weiter belastet hat.

Hinzu kamen die massiv erhöhten Material- und Energiepreise, die stark auf die Marge gedrückt haben. Die Rohertragsmarge ging im Berichtszeitraum bedingt durch die Preisentwicklungen auf 32,5 % nach 37,5 % im Vorjahresvergleichszeitraum zurück, was trotz der Umsatzsteigerung zu einer Rohergebnislücke gegenüber dem Jahr 2021 von 2,3 Mio. € führte.

Durch die Produktionsunterbrechungen und die daraus resultierenden Leerkosten, die volatile Produktionsauslastung sowie den Material- und Energiepreisentwicklungen schloss der Bereich das Geschäftsjahr 2022 mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -2,7 Mio. € gegenüber -5,9 Mio. € im Vorjahresvergleichszeitraum ab.

Geschäftsbereich Communication

Im Geschäftsbereich Communication ist die Hörmann Industries GmbH mit ihren Tochtergesellschaften ein technologischer Anbieter von innovativen Kommunikations-, Informations-, Warn- und Sicherheitssystemen. Eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten ist im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" zu finden. Für die Geschäftsentwicklung des Bereichs sind in erster Linie die wirtschaftliche Entwicklung der Bahnindustrie und Investitionen in Infrastrukturprojekte sowie die Sicherheitsbranche relevant.

Die Bahnindustrie ist seit Jahren weltweit auf Wachstumskurs, muss sich allerdings in einem sehr dynamischen Wettbewerb behaupten. Insbesondere Megatrends wie Urbanisierung, die Zunahme der Handelsströme, ein steigendes Umweltbewusstsein sowie die verschärften Klimaschutzziele verschaffen dem Schienenverkehr eine höhere Bedeutung. Zudem verändern sich das Umfeld und die technologischen Anforderungen durch Einflüsse aus Digitalisierung und neuen Technologien.

Im Jahr 2022 stieg die weltweite Produktion in der Bahntechnik laut aktueller Prognosen von PSR OE Link um weitere 2,9 %, nachdem sie bereits 2021 mit 15,3 % kräftig zugelegt hatte[ 7 ]. Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland e. V. (VDB) zog für das erste Halbjahr 2022 ebenfalls eine positive Bilanz[ 8 ]. Zwar leidet die deutsche Bahnindustrie auch unter der hohen Inflation und extremen Energie- und Rohstoffpreisanstiegen, dennoch lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 mit 6,8 Mrd. € rund 1,5 % über dem Halbjahreswert des Vorjahres. Der Anstieg ist insbesondere auf das Inlandsgeschäft zurückzuführen, dessen Umsatz um 24 % gestiegen ist. Während der Infrastrukturumsatz im Heimatmarkt bei 1,3 Mrd. € stagnierte, ist das traditionell gute Fahrzeuggeschäft um 13 % auf 5,1 Mrd. € gewachsen. Der Auftragseingang legte ebenfalls stark um rund 29 % auf 9 Mrd. € zu. Hingegen ist der Auslandsumsatz laut VDB in den ersten sechs Monaten 2022 um 35 % auf 1,7 Mrd. € gesunken, was auf die andauernde Lieferkettenkrise und verschobene oder gestreckte öffentliche Aufträge zurückzuführen ist. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung lag noch keine Veröffentlichung zur Entwicklung des Gesamtjahres 2022 vor.

Die Sicherheitsbranche in Deutschland hat im Jahr 2022 ebenfalls die herausfordernde wirtschaftliche Lage zu spüren bekommen. Gemäß der Herbst-Konjunktur-Umfrage des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e. V. (BHE) bewerteten die Fachfirmen die Lage mit 2,15 auf der Schulnotenskala zwar noch relativ positiv, allerdings zeigt der Blick auf die einzelnen Kundengruppen die angespannte und krisenbehaftete Situation[ 9 ]. Demnach verzeichneten der Privatsektor mit der Note 3,04 (April 2022: 2,77) und der gewerbliche Bereich mit der Note 2,33 (April 2022: 2,12) das drittschlechteste Ergebnis seit Beginn der Erhebungen. Nur zu Beginn der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020 sowie bei der ersten Umfrage im Frühjahr 2010 fiel die Bewertung noch schlechter aus. Allerdings konnte sich die Fachsparte Videosicherheit mit einem Wert von 2,34 (April 2022: 2,38) in der derzeitigen Krisensituation gut behaupten.

Der Bereich Communication konnte nach dem sehr guten Jahr 2021 auch im Berichtsjahr seine gute Marktposition und technologische Produkt- und Lösungskompetenz nutzen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Auftragseingänge von 214,1 Mio. € (Vj. 186,4 Mio. €) verbucht. Der Umsatz konnte nochmals gegenüber dem Jahr 2021 (169,9 Mio. €) um 10,3 Mio. € bzw. 6,1 % auf 180,2 Mio. € gesteigert werden.

Der Geschäftsbereich konnte seit 2020 von den staatlichen Konjunkturmaßnahmen und den zusätzlichen staatlichen Investitionen in den beschleunigten Ausbau der europäischen Leit- und Sicherungstechnik für die Bahn (ETCS) sowie der effizienteren Gestaltung der Netzinfrastruktur zur Digitalisierung im Schienenverkehr ("Digitale Schiene Deutschland") stark profitieren. Im Rahmen des Zukunftspakets unterstützte die Bundesrepublik Deutschland die Verbesserung des Funkempfangs entlang der Schienenwege in Deutschland, wofür eine Modernisierung und Umrüstung der Systeme auf störfeste GSM-R-Komponenten nötig war. Als ein etablierter Anbieter für diese Technik konnte das Segment Zugfunk an dem Projekt, das ursprünglich bis Ende 2021 angesetzt war und verlängert wurde, sehr gut partizipieren. Ein Großteil dieser staatlichen Konjunkturstützungsmaßnahmen, die als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie aufgesetzt wurden, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr planmäßig ausgelaufen.

Einen starken Wachstumsschub konnte das Segment Warnsysteme mit dem Sirenenförderprogramm des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verzeichnen. Mit dem Programm unterstützt der Bund mit Fördermitteln in Höhe von 88 Mio. € den Ausbau kommunaler Sirenennetze in Deutschland. HÖRMANN ist seit über 50 Jahren in der Entwicklung, Produktion, Installation und Wartung von Bevölkerungswarnsirenen in Deutschland tätig. Zudem erfreut sich das Segment einer verstärkten Nachfrage aus dem Ausland. So konnte zum Beispiel um den Jahreswechsel 2022 / 2023 ein staatlicher Großauftrag in Bulgarien zur Lieferung und Inbetriebnahme von 500 Sirenen zur Erweiterung des landesweiten Warnsystems mit einem Volumen von 11,9 Mio. € akquiriert werden.

Die positive Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs wird zudem weiterhin von der hohen Nachfrage nach qualifizierten Dienstleistungen für Elektroplanung und -installation, mechanische Montage und Wartung für den Ausbau der Energiewende sowie hohe Investitionen in den Ausbau des Bahnverkehrs gestützt, wovon die HÖRMANN Kommunikation & Netze GmbH profitiert.

Dagegen wirkten sich Materialverfügbarkeitsprobleme (insbesondere bei elektronischen Komponenten), daraus resultierende Preissteigerungen, Projektverzögerungen, ein geänderter Produktmix und der geplante Umsatzrückgang im Segment Zugfunk ungünstig auf die Ergebnisentwicklung aus. Entsprechend reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern gegenüber dem Jahr 2021 (37,1 Mio. €) um 5,4 Mio. € auf 31,7 Mio. €. Mit einer EBIT-Marge von 17,6 % (Vj. 21,8 %) kann der Bereich weiterhin eine überdurchschnittlich gute Rendite ausweisen.

Der Geschäftsbereich Communication im Mehrjahresvergleich:

2022 2021 2020 2019
Umsatz Mio . € 180,2 169,9 146,3 134,2
Veränderung Mio.€ +10,3 23,6 12,1 20,8
Veränderung +6,1 % 16,1% 9,0% 18,3%
EBIT Mio . € 31,7 37,1 23,5 18,5
EBIT-Marge 17,6 % 21,8% 16,1% 13,8%

Insgesamt weist der Geschäftsbereich Communication seit Jahren eine stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung (EBIT) auf.

Geschäftsbereich Intralogistics

Mit dem im Berichtszeitraum neu gegründeten Geschäftsbereich Intralogistics bedient die HÖRMANN Gruppe die stark gestiegene Marktnachfrage nach anspruchsvollen Systemlösungen für die Intralogistik, das heißt Automatisierungslösungen für die Produktions-, Lager- und Distributionslogistik, sowie nach Servicedienstleistungen. Eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten ist im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" zu finden. Für die Geschäftsentwicklung des Bereichs ist in erster Linie die wirtschaftliche Entwicklung der Logistikbranche relevant.

Gemäß des Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik des VDMA haben die Anbieter von Fördertechnik und Intralogistik in Deutschland 2022 mit einem geschätzten Produktionsvolumen von 23,7 Mrd. € ein leichtes Produktionsplus von 2 % verzeichnet [ 10 ]. Insbesondere die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine haben das Geschäft belastet. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Intralogistik und insbesondere nach Automatisierungslösungen - dem Schwerpunkt des Geschäftsbereichs Intralogistics der HÖRMANN Gruppe - im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt konnten die Hersteller ihr Produktionsvolumen speziell im Außenhandel stark um 10 % auf 17,8 Mrd. € steigern. Dabei zeigte sich der europäische Binnenmarkt als stabil, und er blieb wichtigster Absatzmarkt. Allein in Europa erreichte der Exportwert für 2022 aus deutscher Sicht rund 11,3 Mrd. €.

Der neue Geschäftsbereich Intralogistics erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 79,1 Mio. € (Vj. 64,2 Mio. €, als-ob). Der Bereich konzentrierte sich im Jahr 2022 auf die Neuausrichtung und die damit einhergehende Restrukturierung und Reorganisation. Operativ lag der Fokus neben der strukturellen Neuausrichtung auf der Abarbeitung der mehrjährigen Projektaufträge.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte sich der Bereich dem allgemeinen Markttrend entsprechend und darüber hinaus entwickeln. Mit der Kompetenz und dem Know-How zur Planung und Realisierung von hochautomatisierten Intralogistiksystemen für die Industrie konnte in 2022 ein Auftragseingang von 104,2 Mio. € akquiriert werden. Entsprechend ist der Bereich aktuell mit einem Auftragsbestand in Höhe von über 118,9 Mio. € sehr gut ausgelastet, wobei fehlende Personalressourcen, Lieferengpässe, Materialpreissteigerungen und Bauzeitverzögerungen die Projektrealisierung zum Teil massiv erschweren.

Mit einer Gesamtleistung von 91,1 Mio. € (Vj. 81,3 Mio.€; als-ob) hat der Bereich im Berichtsjahr durch die beschriebenen Sondereinflüsse, Verzögerungen in der projektorientierten Umsatzlegung sowie Aufwendungen aus der Reorganisation ein negatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -3,3 Mio. € (Vj. 1,1 Mio. €, als-ob) erwirtschaftet.

Der Geschäftsbereich Intralogistics im Mehrjahresvergleich:

2022 2021 2020 2019
Umsatz Mio.€ 79,1 64,2 72,4 67,3
Veränderung Mio.€ 14,9 -8,4 5,3
Veränderung 23,2% -11,6% 7,9%
EBIT Mio.€ - 3,3 1,1 3,9 - 0,2
EBIT-Marge -4,2% 1,7% 5,4% -0,3%
Sonder-, periodenfremde Einflüsse * Mio.€ 0,7 0,0 0,5 2,4
EBIT bereinigt Mio.€ - 2,6 1,1 3,4 - 2,2
EBIT-Marge bereinigt -3,3% 1,7% 4,7% 3,3%

Die Jahre 2019-2021 entsprechen einer als-ob Betrachtung, da der Geschäftsbereich im Jahr 2022 aus dem Bereich Engineering herausgelöst und der Bereich Services integriert wurde. Hinsichtlich der in den Geschäftsbereich Intralogistics integrierten Gesellschaften verweisen wir auf die Ausführungen zu den Grundlagen des Konzerns.

* In den Jahren 2019 und 2022 sind für die Restrukturierung der Industrieserviceeinheiten der HÖRMANN Industries für Nachlaufkosten und Vorsorgeaufwendungen aus Projektaufträgen, für die Standortkonsolidierung im Verwaltungsbereich und die damit einhergehende Anpassung von Personalkapazitäten und den Mietaufwendungen bis zum Ende der jeweiligen Mietverträge sowie durch eine außerplanmäßige Firmenwertabschreibung einmalige Aufwendungen in Höhe von 2,4 Mio. € bzw. 0,7 Mio. € entstanden. Im Jahr 2020 wurde aufgrund der Unternehmenswertentwicklung eine außerplanmäßige Firmenwertabschreibung in Höhe von 0,5 Mio. € vorgenommen.

Geschäftsbereich Engineering

Im Geschäftsbereich Engineering bietet die Hörmann Industries GmbH mit ihren Tochterunternehmen ein breit gefächertes Produkt- und Dienstleistungsportfolio an. Eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeiten ist im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" zu finden. Für die Geschäftsentwicklung des Bereichs ist in erster Linie die wirtschaftliche Entwicklung der Bauwirtschaft, des Schienenfahrzeugbaus und der Medizintechnik relevant.

Die deutsche Bauwirtschaft wurde im Jahr 2022 ebenfalls von den steigenden Bau-, Finanzierungs- und Lebenshaltungskosten belastet. Gemäß den Angaben des Zentralverbands des deutschen Baugewerbes (ZDB) wird der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Berichtszeitraum zwar voraussichtlich um nominal 9,0 % auf 157,9 Mrd. € steigen[ 11 ]. Allerdings ist der Anstieg auf die genannten starken Preissteigerungen zurückzuführen. Preisbereinigt wird für 2022 allerdings ein Umsatzrückgang von 5,5 % erwartet. Dabei mussten sowohl der Wohnungs- und Gewerbebau, aber auch der öffentliche Bau reale Umsatzrückgänge im Bereich von 4,5 % bis 6,6 % verkraften. Die Ursache der verschlechterten Rahmenbedingungen wird insbesondere in den stark gestiegenen Preisen gesehen. So haben sich 2022 beispielsweise im Wohnungsbau - dem Stützpfeiler der Baukonjunktur der letzten Jahre - die Preise für den Neubau von Wohngebäuden gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 16,4 % erhöht, die höchste gemessene Veränderung gegenüber einem Vorjahr seit Beginn der Erhebung im Jahr 1958[ 12 ]. Aber auch im Wirtschaftsbau - aufgrund der unsicheren Konjunkturaussichten - sowie im öffentlichen Bau wird nicht mit einer schnellen Erholung gerechnet.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung des Schienenfahrzeugbaus wird auf die Ausführungen des Geschäftsbereichs Communication verwiesen.

Mit Umsatzerlösen von 21,6 Mio. € lag der Bereich Engineering mit 1,4 Mio. € bzw. 6,1 % unter dem Vorjahr 2021 (Vj. 23,0 Mio. €, als-ob). Unterstützt von einer guten Auftragslage, mit Auftragseingängen von 37,6 Mio. € und einem Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres in Höhe von 48,6 Mio. €, konnte eine Gesamtleistung von 28,3 Mio. € erwirtschaftet werden. Durch einen margenstarken Produkt- und Leistungsmix gelang es damit im Jahr 2022 - trotz der Umsatzreduktion gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum - das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 4,0 Mio. € und damit auf Vorjahresniveau (4,3 Mio. €, als-ob) zu halten. Die EBIT-Marge beläuft sich damit auf 18,5 % (Vj. 18,7 %, als-ob).

Der Geschäftsbereich Engineering im Mehrjahresvergleich:

2022 2021 2020 2019
Umsatz Mio .€ 21,6 23,0 30,7 42,2
Veränderung Mio.€ -1,4 -7,7 -11,5
Veränderung 6,1% -25,1% -27,2%
EBIT Mio.€ 4,0 4,3 2,8 5,8
EBIT-Marge 18,5% 18,7% 9,0% 13,6%

Die Jahre 2019-2021 entsprechen einer als-ob Betrachtung, da die HÖRMANN Logistik GmbH, die HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH und die HÖRMANN Logistik Polska Sp. Z o.o. im Jahr 2022 in den neuen Bereich Intralogistics umgegliedert wurden.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

In der globalen wirtschaftlichen Entwicklung haben sich zwar zum Ende des Jahres 2022 erste positive Tendenzen gezeigt, darunter eine leichte Entspannung auf den Energiemärkten, leicht sinkende Inflationsraten und der Wegfall der COVID-Restriktionen in China. Dennoch bleibt die Situation weiterhin fragil und das Wirtschaftswachstum wird sich 2023 voraussichtlich weiter verlangsamen.

Weitere geopolitische Spannungen, eine Verschärfung des Kriegs in der Ukraine oder eine Eskalation des Konflikts um Taiwan oder auch ein wieder verstärktes Pandemiegeschehen können das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 zudem stark erhöhen. Die Inflation bleibt indes nach Ansicht des IWF weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft[ 13 ]. Zwar rechnet der IWF damit, dass die Teuerung im Verlauf des Jahres 2023 sich verlangsamt, allerdings könnten anhaltend hohe bzw. weiter steigende Zinsniveaus für eine stärkere Abschwächung der Konjunktur und schwächere Arbeitsmärkte sorgen. Zudem steigt das Risiko auf den Finanz- und Kreditmärkten, wodurch die Geldbeschaffung von Unternehmen erschwert wird.

In der Prognose von April 2023 rechnet der IWF für das laufende Gesamtjahr mit einem weltweiten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,8 %. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Januar 2023 erwartet wurden und liegt unter dem 2022er Wachstum in Höhe von 3,4 %. In den Industrieländern soll die Wirtschaft um 1,3 %, in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 3,9 % wachsen. In der Eurozone erwarten die Experten des IWF ein deutlich schwächeres Wachstum von 0,8 %. In Deutschland soll das BIP nach der aktuellen Prognose leicht um 0,1 % sinken, nachdem der IWF im Januar 2023 noch von einem geringen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,1 % ausgegangen war.

Eine zuverlässige Vorhersage der möglichen volkswirtschaftlichen Entwicklungen ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernlageberichts nicht seriös möglich, da sich das geopolitische und finanzwirtschaftliche Geschehen und dessen Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen lassen.

Prognose Automotive

Im Bereich der Nutzfahrzeuge rechnet LMC in seiner Prognose vom Dezember 2022 für das laufende Geschäftsjahr 2023 mit einem deutlichen Anstieg des weltweiten Produktionsvolumens um 5,6 %[ 14 ]. Dabei wird für Europa ein moderates Wachstum von 2,4 % erwartet. Dies deckt sich mit den Erwartungen der TRATON SE, die mit der Tochtergesellschaft MAN Truck & Bus AG Hauptkunde im Bereich ist. Nachdem die Lieferketten stabilisiert werden konnten, erwartet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr einen Absatzanstieg zwischen 5 % und 15 %[ 15 ]. Die Daimler Truck Holding AG, ein weiterer wichtiger Kunde des Geschäftsbereichs, ist hingegen etwas vorsichtiger und rechnet für das Jahr 2023 mit einem Absatz auf dem relativ hohen Vorjahresniveau innerhalb der Bandbreite von 510.000 bis 530.000 Einheiten[ 16 ].

Die HÖRMANN Industries GmbH erwartet unter der Annahme, dass die kundenseitig angekündigte Lkw-Produktionssteigerung zu einer Erhöhung der Abrufaufträge im laufenden Geschäftsjahr führt und sich damit die wirtschaftliche Lage des Bereichs Automotive weiter stabilisiert.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein Umsatz im Bereich Automotive von etwa 456 Mio. € (Vorjahr 403,7 Mio. €) geplant. Von der Planumsatzerhöhung entfallen rund 40 Mio. € auf den mit Kunden vereinbarten Inflationsausgleich ohne wertschöpfenden Beitrag. Damit wird ein realer und inflationsbereinigter Umsatz in Höhe von etwa 410 Mio. € und damit ein bereinigtes Wachstum von etwa 3% erwartet. Unter Einrechnung der Kostensteigerungen für Material, Energie, Personal und Infrastruktur wird für 2023 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 4 und 6 Mio. € prognostiziert. Damit wird nach drei aufeinanderfolgenden Krisenjahren die Rückkehr in die Gewinnzone angestrebt.

Mittelfristig wird durch die Überalterung der LKW-Flotten in Europa, verschärfte Abgasnormen, den hohen Nachfrageüberhang und die hohen Auftragsbestände der Lkw-Hersteller erwartet, dass der Bereich mit Normalisierung der Lieferkettensituation wieder mit steigenden Produktionsaufträgen rechnen kann, die bei einer stetigen Produktionsauslastung zu einer nachhaltig stabilen und positiven Ertragslage führen werden. Die Produktivitätssteigerungen und Kosteneinsparungen, die im Rahmen der Restrukturierung und Neuausrichtung des Bereiches in den letzten Jahren erzielt wurden, werden die Ergebnisentwicklung zusätzlich stützen. Voraussetzung für die Realisierung der anspruchsvollen mittelfristigen Planungen sind - neben einem endgültigen Auslaufen der COVID-19-Pandemie einer Normalisierung der Lieferketten und einer stabilisierten Konjunktur in Europa - eine Erreichung der Absatzprognosen der OEMs, eine anhaltende Entspannung auf den Energiemärkten und sinkende Inflationsraten.

Prognose Communication

Die Bahnindustrie profitiert auch weiterhin in besonderem Maße von den globalen Megatrends wie Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und steigendem Umweltbewusstsein. Daher erwartet PSR OE Link, dass die Bahnindustrie ihr Wachstum bis voraussichtlich 2028 fortsetzen kann[ 17 ]. Nach einem Wachstum von 2,9 % im Jahr 2022 wird für die Folgejahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum zwischen 4 % und 13 % erwartet.

Für weiteres Wachstum in Deutschland spricht unter anderem auch der Beschluss von Bund und Ländern, in Deutschland das 49-Euro-Ticket einzuführen. Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. sieht darin eine wichtige Weichenstellung für die Mobilität der Zukunft[ 18 ]. Gleichzeitig sieht der VDB allerdings auch eine Gefahr für die in der Bahnindustrie tätigen Unternehmen aufgrund der extremen Energie- und Rohstoffpreissteigerungen, da die Bahnbranche überwiegend mit langlaufenden Liefer- und Rahmenverträgen zu festen Preisen arbeitet[ 19 ]. Insofern sei trotz voller Auftragsbücher mit einer betriebswirtschaftlich ernsten Situation zu rechnen.

Gleichzeitig will die Bundesregierung den Ausbau der Bahn stärken. Gemäß des Koalitionsvertrags soll die Bahn sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum zum Rückgrat der Mobilität werden. Ein Schwerpunkt soll dabei auf den Ausbau der Schieneninfrastruktur und des Bahnbetriebes gesetzt werden. Diese Investitionen sind aus Sicht des VDB auch notwendig, um die Ziele der Regierung mit Blick auf die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen.

Darüber hinaus sind die Unternehmen der digitalen Sicherheits-, Überwachungs-, Kommunikations- und Netzwerktechnik angesichts der großen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten ebenfalls vorsichtig, was ihre künftige Geschäftslage betrifft. Die Ergebnisse der Herbst-Konjunktur-Umfrage des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e. V. verdeutlichen, dass auch die Sicherheitsbranche mit der derzeitigen Krisensituation (allgemeine Inflation, hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und Lieferschwierigkeiten) zu kämpfen hat. Entsprechend zurückhaltend bewerten die Fachfirmen die künftige Geschäftslage mit der Note 2,45 und damit kaum optimistischer als zu Beginn der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020 (Note 2,47) [ 20 ].

Nachdem große Teile der Förderprogramme der Bundesregierung für das Produktsegment Zugfunk in 2022 ausgelaufen sind, erwartet die HÖRMANN Industries GmbH für das angelaufene Jahr 2023 im Bereich Communication eine Konsolidierung auf weiterhin überdurchschnittlichem Ertragsniveau. Die weiterhin gute Geschäfts- und Ertragslage wird dabei von der anhaltend hohen Nachfrage nach Bevölkerungswarnsystemen und Infrastrukturdienstleistungen getragen.

Die durch das Sirenenförderprogramm des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unterstützten kommunalen Investitionen in den Katastrophenschutz und der weiterhin steigende Bedarf nach Dienstleistungen für Elektroplanung und Installation, mechanische Montage und Wartung sowie die erforderlichen Investitionen in den Bahnverkehr ermöglichen eine Umsatzprognose auf Niveau des Jahres 2022 (ca. 180 Mio. €). Mit einer gegenüber den beiden Vorjahren stark veränderten Produkt- bzw. Dienstleistungszusammensetzung sowie mit den eingeplanten Material- und Energiepreisverteuerungen erwartet der Bereich für das Geschäftsjahr 2022 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von rund 23 Mio. €.

Prognose Intralogistics

Der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik geht in seiner aktuellen Prognose für die Hersteller von Fördertechnik und Intralogistik für das laufende Geschäftsjahr 2023 von einem leichten Wachstum von 2 % aus [ 21 ].Treiber des verhaltenen Wachstums ist die Nachfrage nach Intralogistik und Automatisierungslösungen, die die negativen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs aufwiegen. Letztere zwingen die Unternehmen, ihre Lieferketten und Logistik flexibler und resilienter zu gestalten, was neben dem allgemeinen Fachkräftemangel weiteren Investitionsbedarf in Fördertechnik und Intralogistik zur Folge hat und sich dementsprechend in den Auftragsbüchern der Anbieter widerspiegeln sollte.

Dementsprechend hat sich das Geschäftsklima in der deutschen Logistikwirtschaft gemäß den Ergebnissen der ifo Konjunkturumfrage im vierten Quartal 2022 und dem darin erhobenen Logistikindikator zum Jahresende 2022 leicht verbessert[ 22 ].

Mit Blick auf die industriellen Instandhaltungsdienstleister (relevant für das Teilsegment Services des Bereiches Intralogistics) rechnen gemäß des Branchenindikators Instandhaltung des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) e. V. an der RWTH Aachen zwar nur 17 % der Unternehmen mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation[ 23 ]. Allerdings erwarten 78 % der Unternehmen eine gleichbleibende und befriedigende Entwicklung. Insofern rechnet der weitaus überwiegende Teil der befragten Instandhalter nicht mit einer schlechter werdenden wirtschaftlichen Situation.

Gestützt durch einen Auftragsbestand in Höhe von über 100 Mio. € erwartet der Bereich Intralogistics für 2023 ein über die Branchenerwartung hinausgehendes deutliches Umsatzwachstum von etwa 30 % auf über 100 Mio. € (Vj. 79,1 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2023 ist geplant, durch gezielte Investitionen das Intralogistik-Geschäft weiter auszubauen und vertrieblich die Internationalisierung voranzutreiben. Beeinträchtigt wird die Ergebnisentwicklung durch die nachlaufenden Probleme der Materialverfügbarkeit und den daraus resultierenden Projektverzögerungen sowie den teils sprunghaften Preissteigerungen. Unter Berücksichtigung der für das Wachstum und die Internationalisierung erforderlichen Aufwendungen und Ressourcen wird mit der geplanten Umsatzrealisierung eine Rückkehr in die Gewinnzone angestrebt. Das prognostizierte EBIT liegt zwischen 3 und 4 Mio. € (Vj. -3,4 Mio.€). Bei dieser Prognose wird davon ausgegangen, dass sich die Fertigstellung und Fakturierung größerer Projektaufträge im Geschäftsjahr 2023 realisieren lässt.

Die HÖRMANN Industries GmbH geht für den Geschäftsbereich Intralogistics mittelfristig bis 2025 weiterhin von einem Wachstum mit einer EBIT-Ziel-Rendite von über 5 % im Verhältnis zur Gesamtleistung aus. Abzuwarten bleibt hierbei, inwieweit die starken Zinserhöhungen Investitionen in den Geschäftsbereich Intralogistics zeitlich beeinträchtigen.

Prognose Engineering

Nachdem die Bauindustrie in Deutschland bereits im vergangenen Jahr unter den stark gestiegenen Preisen und Zinsen gelitten hat, erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) auch für das laufende Geschäftsjahr 2023 einen realen Umsatzrückgang im Bauhauptgewerbe von 6 %[ 4 ]. Infolge der gestiegenen Zinsen wird für die drei Bausegmente Wohnungsbau (-9 %), Wirtschaftsbau (-4 %) und Öffentlicher Bau (-5 %) mit realen Umsatzrückgängen gerechnet. Dabei zeigt sich der Wirtschaftsbau - auch aufgrund der voraussichtlich ausbleibenden Rezession - erstaunlich robust. Die Erfahrungen aus dem Corona-Jahr 2020 haben gezeigt, dass die deutsche gewerbliche Wirtschaft eine erstaunliche Krisenfestigkeit aufweist und demnach nicht mit einem großen Investitionseinbruch im Jahr 2023 zu rechnen ist. Die stabile Entwicklung im Wirtschaftsbau wirkt sich auch auf die Fabrikplanungsaktivitäten positiv aus.

Mit dem weltweiten Rückgang der COVID-19-Pandemie wird sich auch die Nachfrage nach Röntgensensoren für die Medizintechnik in 2023 auf dem langjährigen Durchschnittsniveau stabilisieren. Als Folge der Wirtschaftssanktionen gegen Russland steigt derzeit die Nachfrage nach Sensoren für Radioaktivitätsmessungen in der Umwelt und für industrielle Anwendungen.

Der Bereich Engineering erwartet für 2023 einen Umsatz von etwa 24 Mio. € (Vj. 21,6 Mio. €) und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von etwa 3,0 Mio. € (Vj. 4,0 Mio. €).

Prognose der HÖRMANN Industries GmbH

Auch im angelaufenen Geschäftsjahr 2023 beeinflussen die konjunkturellen, geopolitischen und branchenspezifischen Entwicklungen weiterhin die operative und finanzwirtschaftliche Entwicklung der HÖRMANN Industries GmbH. Die vom Konzern getroffenen Prognosen zum erwarteten Geschäftsverlauf basieren sowohl auf bestimmten Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum sowie in den spezifischen Branchen als auch auf einer optimistischen Einschätzung des weiteren Pandemiegeschehens sowie des Kriegs in der Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen.

Weitere geopolitische Spannungen oder eine Ausweitung der bestehenden Konflikte in der Ukraine und um Taiwan, aber auch wieder verstärkte Sorgen des Rückfalls der Wirtschaft in eine Rezession im Jahr 2023 oder vor einer durch die Zinsentwicklung entfachten Finanz- und Bankenkrise und ggf. deutlich reduzierter Kreditvergaben stellen nicht kalkulierbare Risiken dar. Die Inflation bleibt nach Ansicht des IWF weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft[ 25 ].

Vor dem Hintergrund dieser, zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichts herrschenden hohen Unsicherheiten sind Prognosen derzeit mit einer sehr hohen Unsicherheit behaftet. Die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen von weiteren Krisen kann sich im Jahr 2023 erneut auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der HÖRMANN Industries GmbH auswirken.

Etwaige negative und in den Planungen noch nicht berücksichtigte gesamtwirtschaftliche Entwicklungen können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2023 von den prognostizierten Werten abweichen.

Zusammengefasst gehören damit die noch in Teilbereichen anhaltenden Versorgungsengpässe auf den Weltmärkten, steigende Energiepreise sowie die durch eine anhaltende Inflation weiter steigenden Beschaffungs- und Personalkosten zu den größten Herausforderungen für die HÖRMANN Industries GmbH im Jahr 2023. Zudem könnte sich die Investitionsbereitschaft bei privaten und öffentlichen Auftraggebern infolge der wachsenden Unsicherheit oder des Konsolidierungsdrucks öffentlicher Haushalte und der massiv gestiegenen Refinanzierungszinsen verringern. Auch die HÖRMANN Industries GmbH muss sich den deutlich restriktiveren Kreditvergaben und gestiegenen Zinsen stellen und erwartet einen deutlichen Anstieg der Zinsaufwendungen ab 2023.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus der unsicheren weltpolitischen und der fragilen wirtschaftlichen Lage, was in der Gesamtheit eine gesicherte Aussage über die künftige Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum, der spezifischen Branchen mit Relevanz für die HÖRMANN Gruppe sowie der Entwicklung der Hörmann Industries GmbH außerordentlich erschwert.

Auf Konzernebene erwartet die Hörmann Industries GmbH nach Bewertung der aktuellen Auftragslage und zuversichtlicher Einschätzung der Geschäftsentwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche im Jahr 2023 einen Gesamtumsatz von 730 Mio. € bis 760 Mio. € (2022: 685,7 Mio. €). Wesentliche Ursache für die geplante Umsatzerhöhung gegenüber dem Vorjahr sind - neben inflationsbedingten Preisüberwälzungen an die Kunden - reale Erhöhungen der Absatzmengen im Bereich Automotive sowie die Realisierung von mehrjährigen Projektaufträgen im Bereich Intralogistics. Für das operative Geschäft wird unter Berücksichtigung der durch die Inflation deutlich gestiegenen Kostenbasis ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives EBIT) auf dem Vorjahresniveau zwischen 23 Mio. € und 25 Mio. € (2022: 23,7 Mio. €). erwartet. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Ergebnisentwicklung im Jahr 2023 ist die Ergebnisverschiebung zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen der Hörmann Industries. Der Bereich Communication wird nach den außerordentlichen und weit überdurchschnittlichen Geschäftsjahren 2020-2022 mit Auslauf der Sonderkonjunkturprogramme "Digitale Schiene" wieder ein "normalisiertes" Ergebnis erwirtschaften. Andererseits sollen die in den letzten Jahren von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark beeinträchtigten Bereiche Automotive und Intralogistics wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Das Working Capital bestehend aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wird zum Ende des Jahres 2023 unter Berücksichtigung der geplanten Ertragslage und der Annahme einer leicht sinkenden Inflation auf dem Niveau des Bilanzstichtags 2022 erwartet. Demzufolge wird unter Einrechnung der geplanten Auszahlungen für Rückstellungen sowie Investitionen mit einem gegenüber Dezember 2022 etwa gleichbleibenden Nettofinanzmittelbestand gerechnet. Damit geht die Gruppe unter Beachtung der zur freien Verfügung stehenden Bankkreditlinien für 2023 weiterhin von einer stabilen Finanzlage aus.

Voraussetzung für die Prognose ist, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage im Verlauf des Jahres 2023 nicht weiter verschlechtert und die Lieferketten weiterhin stabil bleiben.

Die Hörmann Industries GmbH weist darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse abweichen können.

Risikobericht

Allgemeine Geschäftsrisiken

Die Weltwirtschaft und die für die Hörmann Industries GmbH wichtige Wirtschaft im Euroraum und in Deutschland unterliegen Schwankungen, die die Geschäftstätigkeit und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH beeinträchtigen könnten.

Die Hörmann Industries GmbH ist stark von der Konjunktur im Euroraum und in Deutschland abhängig. Die zurückliegende Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008/2009 und der Beginn der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 führten zu erheblichen Umsatz- und Ergebniseinbrüchen. Insbesondere hat die schwierige Entwicklung in der Nutzfahrzeugindustrie in den letzten drei Jahren erhebliche negative Auswirkungen auf den Geschäftsbereich HÖRMANN Automotive, wodurch die Geschäftstätigkeit der Hörmann Industries GmbH maßgeblich beeinträchtigt wurde. Ein erneutes Krisenszenarium wie die COVID-19-Pandemie, die Verschuldungssituation vieler Industrieländer, politische Instabilitäten, der aktuelle Krieg in der Ukraine, eine Eskalation des Taiwan-Konflikts oder eine erneute Krise des Finanzsystems könnten die Geschäftstätigkeit der Hörmann Industries GmbH wieder empfindlich treffen.

Die Geschäftsentwicklung der Hörmann Industries GmbH hängt grundsätzlich davon ab, inwieweit es gelingt, die Marktposition und - wo vorhanden - die, aus Sicht der Geschäftsführung bestehende, Technologieführerschaft zu halten oder auszubauen sowie auf den Eintritt neuer Wettbewerber oder die Verschärfung des Wettbewerbs schnell zu reagieren. Um den Verlust von Marktanteilen zu vermeiden, bietet die Hörmann Industries GmbH ihren Kunden eine hohe Produkt- und Servicequalität, unterhält enge und vertrauensvolle Kontakte zu ihren Abnehmern und betreibt ein konsequentes Innovations-, Preis- und Kostenmanagement. Außerdem beobachtet die Gruppe die Marktentwicklungen sowie die Geschäftspolitik anderer Marktteilnehmer regelmäßig und passt die Aktivitäten im Rahmen regelmäßiger Strategiereviews an veränderte Anforderungen an. Aus diesen Gegenmaßnahmen ergeben sich für die Hörmann Industries GmbH zugleich auch Chancen, Marktanteile zu gewinnen und weiter zu wachsen.

Die zukünftigen Ergebnisse der Hörmann Industries GmbH hängen auch davon ab, inwieweit die Hörmann Industries GmbH in der Lage ist, technologische Veränderungen zu antizipieren oder auf diese zu reagieren, indem sie ihre Produkte verbessert und an neue Anforderungen anpasst oder neue Produkte entwickelt. Sollte es der Hörmann Industries GmbH nicht gelingen, auf technologische Veränderungen adäquat zu reagieren, könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

In allen Geschäftstätigkeiten der Hörmann Industries GmbH gibt es eine Vielzahl an bestehenden Wettbewerbern sowie welche, die in das Marktsegment eindringen und somit versuchen, ihr Geschäft zu Lasten der Hörmann Industries GmbH auszudehnen. Ein anhaltender oder sich noch verstärkender Preisdruck sowie eine Beeinträchtigung oder sogar der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit könnten sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH auswirken.

Die Hörmann Industries GmbH erwirtschaftet den überwiegenden Teil der Umsatzerlöse mit mehreren Einzelkunden, in erster Linie großen Automobil- und Nutzfahrzeugherstellern sowie der Deutsche Bahn AG und ihren Zulieferern. Mit der Volkswagen AG und deren Tochtergesellschaften hat die Hörmann Industries GmbH im Geschäftsjahr 2022 über 20 % der Umsatzerlöse erwirtschaftet. Sollte es nicht gelingen, diese wichtigen Kunden zu halten oder einen erheblichen Absatzrückgang mit diesen durch die Gewinnung neuer Kunden oder den Ausbau des Geschäfts mit anderen Kunden auszugleichen, könnte sich das nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH auswirken.

Ein Teil der Geschäftstätigkeit der Hörmann Industries GmbH ist von politischen Entscheidungen abhängig, die maßgeblich sind für die Vergabe von Finanzmitteln für Investitionen der öffentlichen Hand in Bahnanlagen, Personensicherung, Objektschutzanlagen, Autobahnen und sonstigen Infrastrukturmaßnahmen. Vor dem Hintergrund der stark angestiegenen Staatsverschuldung und des gegenwärtig in zahlreichen europäischen Staaten bestehenden Konsolidierungsdrucks öffentlicher Haushalte, könnten Verzögerungen oder Streichungen von Investitionsvorhaben und Fördergeldern die Auftragsvergabe der öffentlichen Hand und damit auch die Geschäftsentwicklung in den betroffenen Bereichen negativ beeinträchtigen.

Allgemeine operative Risiken

Die Hörmann Industries GmbH ist allgemeinen operativen Risiken ausgesetzt. Dies beinhaltet auch Risiken in Verbindung mit einer Geschäftserweiterung sowie Risiken aus gewerblichen Betriebsstörungen und sonstigen Betriebsunterbrechungen wie zum Beispiel Streiks oder sonstigen Arbeitskampfmaßnahmen oder Einschränkungen durch staatliche Anordnungen. Diese könnten Nachteile für das Ergebnis und die Finanzlage der Hörmann Industries GmbH nach sich ziehen.

Darstellung der Einzelrisiken

Wie im Vorjahr werden nachfolgend die wesentlichen Risiken, die nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben könnten, beschrieben.

Risiken aus Virus-Pandemien

In den vergangenen drei Jahren wurde das Umfeld der Hörmann Industries GmbH durch die COVID-19-Pandemie belastet, was erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft hatte. Diese neuartigen, völlig unkalkulierbaren Situationen wie diese globale Virus-Pandemie stellen ein Risiko dar, das starken Einfluss auf sämtliche Bereiche der Hörmann Industries GmbH haben und nicht abgesichert werden kann.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in einer globalisierten Wirtschaft nach dem Eindämmen der derzeitigen COVID-19-Pandemie mittelfristig zu erneuten wesentlichen Beeinträchtigungen der Geschäftstätigkeit der Hörmann Industries GmbH durch neue Pandemien kommen kann.

Die vorhandenen Notfallpläne werden helfen, die Kernfunktionen aufrechtzuerhalten, sollte sich die Situation nochmal signifikant ändern. Um der sich weiterhin ändernden Situationen bestmöglich begegnen zu können, steht die Gruppe in ständigem Austausch mit ihren Kunden und Lieferanten. Die Geschäftsführung sowie alle Führungskräfte sind dabei auf die permanente Identifizierung möglicher Störungen in der Wertschöpfungskette fokussiert, um rasch auf neue Gegebenheiten mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren.

Infolge der breiten Globalisierung der Weltwirtschaft, des immer stärker wachsenden weltweiten Tourismus und der globalen Erwärmung kann auch das Auftreten völlig neuer, hinsichtlich der Auswirkungen noch viel gravierenderer Virus-Pandemien nicht mehr ausgeschlossen werden.

Abhängigkeit von branchenspezifischen Zulassungen und Zertifizierungen

Der Geschäftserfolg der Hörmann Industries GmbH hängt unter anderem auch von der Erlangung branchenspezifischer Zulassungen und Zertifizierungen sowie der Einhaltung von vorgegebenen Normen und technischen Richtlinien ab, die für die Einführung neuer Produkte und Technologien maßgeblich sind. Sollte die Hörmann Industries GmbH nicht in der Lage sein, Produkte und Prozesse zu entwickeln, die diesen Vorgaben entsprechen bzw. die erforderlichen Genehmigungen in dem jeweiligen Land erhalten, könnte dies die Hörmann Industries GmbH in der Geschäftstätigkeit beeinträchtigen.

Abhängigkeiten von internationalen Märkten

Der Schwerpunkt der Hörmann Industries GmbH liegt bislang in Deutschland und dem europäischen Ausland. Die Hauptkunden des Konzerns sind jedoch auf die Absatzmärkte in europäischen sowie außereuropäischen Ländern angewiesen. Insbesondere für die Bereiche Communication und Intralogistics erfolgt bereits eine verstärkte Internationalisierung der geschäftlichen Aktivitäten in das außereuropäische Ausland. Dies ist auch mit Risiken für die Hörmann Industries GmbH verbunden. Dazu zählen vor allem Unwägbarkeiten durch die in verschiedenen Ländern herrschenden wirtschaftlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, Wechselkursrisiken, die Notwendigkeit der Einhaltung der jeweils geltenden technischen Normen, landesspezifische Rechtssysteme sowie politische Instabilitäten.

Geopolitische Risiken

Durch den Ende Februar 2022 entfachten russischen Angriffskrieg in der Ukraine haben sich die geopolitischen Risiken insgesamt deutlich erhöht. Die Konsequenzen sowie die eingeleiteten Sanktionsmaßnahmen waren für die deutsche Wirtschaft ad hoc zu spüren. Auch für das angelaufene Geschäftsjahr werden die Auswirkungen auf die weltweite Konjunktur deutlich spürbar sein. Von einem zeitnahen Ende der kriegerischen Handlungen ist nach aktueller Einschätzung nicht auszugehen. Insbesondere der damit verbundene Anstieg der Energiepreise sowie die hohen Inflationsraten werden voraussichtlich für weitere Wachstumseinbußen sorgen. Darüber hinaus könnte sich der weitere Kriegsverlauf negativ auf die Entwicklung von Absatzzahlen, Produktionsprozessen sowie Beschaffung und Logistik auswirken, beispielsweise durch die erneute Unterbrechung von Lieferketten oder der Energieversorgung, oder durch die Verknappung von Rohstoffen, Teilen und Komponenten, entweder als direkte Folge des Kriegs oder infolge der umfassenden Sanktionen, welche durch verschiedene Mitglieder der internationalen Gemeinschaft gegen Russland verhängt wurden. Die potenziellen Unterbrechungen von Lieferketten und Engpässe von Rohstoffen, Teilen oder Komponenten können zu einem weiteren starken Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise sowie der Preise für Teile und Komponenten führen, was in der Folge zu höheren Kosten führen könnte. Solche Versorgungsprobleme und Preiserhöhungen könnten die anhaltende wirtschaftliche Erholung nach der COVID-19-Pandemie weiter schwächen und gleichzeitig den Inflationsdruck in der gesamten Weltwirtschaft noch weiter erhöhen. Darüber hinaus kann die Kostenbasis des Konzerns auf Grund gestiegener Inflation im Allgemeinen negativ beeinflusst werden. Die große Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs und die verhängten Sanktionen, eine Verfestigung von geopolitischen Spannungen in den Beziehungen zu China können die Verbraucherstimmung und das Investitionsklima belasten und sich negativ auf die Weltkonjunktur auswirken. Eine Eskalation des Taiwan-Konflikts und ein Angriff der VR China auf Taiwan hätte massive Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Halbleitern in der gesamten Welt und könnte zu einer tiefen Rezession der Weltwirtschaft führen. Dies hätte negative Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns. Die HÖRMANN Industries GmbH verfolgt ständig die politische Entwicklung und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Auswirkungen, um möglichst zeitnah zielgerichtete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Währungsrisiken

Die Hörmann Industries GmbH erzielt die Umsätze überwiegend in Euro. Soweit in anderen Währungen fakturiert wird, erfolgt - wo möglich und sinnvoll - eine Kurssicherung. Einkäufe von Bauteilen, Komponenten und Rohstoffen erfolgen dagegen zu einem erheblichen Teil auch in Fremdwährung. Daher besteht ein nicht unerhebliches Wechselkursrisiko, das eine nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben kann.

Abhängigkeiten von Rohstoff- und Energiepreisen

Ein Ansteigen der Rohstoff- und Energiepreise kann zu höheren Produktionskosten, insbesondere in den Sparten Automotive, Communication und Intralogistics, und damit zu sinkenden Erträgen in der Hörmann Industries GmbH führen. Die seit Ende 2020 anhaltende Verknappung an den Rohstoffmärkten führte zum Teil zu erheblichen Preissteigerungen insbesondere bei Stahlerzeugnissen und Elektronikkomponenten. Inwiefern kurz- bis mittelfristig eine nachhaltige Entspannung auf dem Beschaffungsmarkt eintreten wird, kann derzeit nicht beurteilt werden. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses stellte sich eine leichte Entspannung unter anderem bei Energieprodukten, Metall und Kunststoff sowie die Tendenz zur Rückkehr zu regelmäßig vereinbarten Lieferzeiten für viele Materialien ein. Der Krieg in der Ukraine kann jederzeit die Gefahr einer weiteren Verschärfung von Lieferengpässen und einer einhergehenden Stagnation der konjunkturellen Entwicklung mit sich bringen. HÖRMANN beobachtet permanent den Markt und reagiert möglichst agil auf Marktveränderungen. Durch Anpassungen der Verkaufspreise an veränderte Materialpreise und die Vereinbarungen vom Material- und Energiepreis-Gleitklauseln versucht die Hörmann Industries GmbH diesen Einflüssen entgegenzuwirken. Sollte dies jedoch wegen der ausgeprägten Wettbewerbssituation nicht gelingen, so könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

Informationstechnische Risiken

Die Unternehmen der Hörmann Industries GmbH können nur mit Hilfe komplexer IT-Systeme gesteuert werden. Auch die permanente Lieferbereitschaft hängt von der ständigen Verfügbarkeit der entsprechenden Systeme und Daten ab. Gravierende Störungen wie Systemausfälle, Angriffe auf die Netzwerke von außen, der Verlust oder die Manipulation von Daten können die Lieferbereitschaft von Tochtergesellschaften gefährden und Schadensersatzforderungen seitens der Kunden sowie hohe interne Stillstandskosten nach sich ziehen. Deshalb arbeitet das Unternehmen, auch mit Unterstützung externer Fachleute, ständig an der Optimierung des IT-Umfeldes und der IT-Sicherheit. Die Aufwendungen und Ressourcen für das IT-Sicherheitsmanagement wurden deutlich erhöht. Auf Kundenforderung bereiten einige Gesellschaften derzeit die Zertifizierung nach den IT-Sicherheitsnormen ISO 27001 oder TISAX vor.

Risiken aus Projektorganisation und -management

Die Hörmann Industries GmbH ist insbesondere in den Bereichen Communication, Engineering und Intralogistics im Projektgeschäft tätig. Bei der Auftragserteilung besteht die Möglichkeit, dass die Vertragspartner von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen und dadurch die Umsetzung des Projekts oder die geplante Ergebnismarge gefährden. Da die Vergütung nach der Erbringung von bestimmten Leistungsabschnitten erfolgt, kann der Abbruch dazu führen, dass Vorleistungen und getätigte Aufwendungen sowie Kosten nicht vollständig beglichen werden. Darüber hinaus könnte die Risikobewertung in Bezug auf das konkrete Projekt fehlerhaft oder unvollständig sein, sodass die vereinbarte Vergütung nicht in angemessenem Verhältnis zu den Aufwendungen steht. Durch die kontinuierliche Verbesserung des Projektmanagements und -controllings versuchen die Tochtergesellschaften, den potenziellen Auswirkungen auf die Ertragslage frühzeitig entgegenzuwirken.

Risiko aus offenen Projektforderungen und Bürgschaften in Algerien

Die Funkwerk video systeme GmbH (FVS) bzw. die Funkwerk plettac systems GmbH (fps) ist an einer Arbeitsgemeinschaft nach algerischem Recht beteiligt (Groupement Funkwerk Contel plettac). Im Zuge der innenpolitischen Entwicklung in Algerien wurde im Jahr 2010 ein Ermittlungsverfahren wegen des angeblichen Verdachts der Korruption und der unerlaubten Preisüberhöhung gegen mehrere Unternehmen und Privatpersonen in die Wege geleitet. Davon betroffen sind auch diese Arbeitsgemeinschaft, der algerische Partner und die FVS/fps, nicht jedoch deren Geschäftsführer oder sonstige Mitarbeiter des Funkwerk-Konzerns. Die Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Kurz nach Einleitung des Ermittlungsverfahrens im Jahr 2010 wurden unter anderem Bankkonten der Arbeitsgemeinschaft vorläufig gesperrt. Auf diesen Konten befinden sich Beträge aus der Bezahlung von ordnungsgemäß geleisteten Arbeiten in der Größenordnung von zum Bilanzstichtag umgerechnet rund 2,9 Mio. €, die derzeit nicht nach Deutschland transferiert werden können und die im Innenverhältnis allein der FVS/fps zustehen. Eine interne Untersuchung der Funkwerk AG hat keine Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Korruptionsvorwürfe ergeben.

Im Februar 2016 erging ein mündliches Gerichtsurteil vor dem algerischen Strafgericht in Algier, ein schriftliches Urteil ist der Arbeitsgemeinschaft und FVS/fps bis zum Zeitpunkt des Testats auf dem rechtlich vorgeschriebenen Weg nicht zugegangen. Das mündliche Urteil beinhaltet die Verurteilung der FVS/fps neben anderen Firmen wegen Korruption und Preisüberhöhung in Algerien sowie eine Strafzahlung in Höhe von rund 40.000 €. Gegen das Urteil wurden fristgemäß Rechtsmittel eingelegt, wodurch des laut mündlichen Urteils freigegebenen Bankkonten weiterhin nicht verfügbar sind.

Im Rahmen der bearbeiteten Projekte wurden von der Funkwerk AG Bankbürgschaften bzw. Bankgarantien gestellt, die durch algerische Banken auf Basis entsprechender Rückgarantieverträge mit einigen deutschen Instituten emittiert wurden. Zum Bilanzstichtag waren alle Bankgarantien deutscher Banken ausgebucht. Von den ausgegebenen Bankbürgschaften sind vom Auftraggeber die Originalbürgschaften in Höhe von ca. 8,4 Mio. € noch nicht zurückgegeben worden. Auf Basis der Verträge mit dem Auftraggeber sollte FVS/fps aufgrund bereits erfolgter Erfüllung der zugrundeliegenden Liefer- und Leistungsverpflichtungen bzw. des Ablaufs der vertraglichen Gewährleistungsgarantien sowie aufgrund der Verfristung der Bürgschaften/Garantien nicht mehr in Anspruch genommen werden können, weshalb diese bereits von den deutschen Banken ausgebucht wurden. Bezüglich der noch nicht zurückgegebenen Originale der Bankbürgschaften verbleibt jedoch ein Restrisiko, da die deutschen Banken gegenüber den algerischen Banken "echte" Rückgarantien gegeben haben. Gegenüber dem Jahr 2021 hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verfahrenslage nicht nennenswert verändert.

Risiken der Personalbeschaffung und Auswahl

Die Hörmann Industries GmbH ist insbesondere zur Realisierung weiteren Wachstums von qualifiziertem Personal abhängig. Sollte es in Zukunft nicht mehr gelingen, qualifiziertes Personal in ausreichendem Maße zu marktgerechten Gehältern zu gewinnen und langfristig in der Hörmann Industries GmbH und ihren verbundenen Gesellschaften zu halten, könnte dies die Fähigkeit der Hörmann Industries GmbH vermindern, die Strategien und Wachstumsplanungen der Geschäftsbereiche erfolgreich umzusetzen und anzupassen. Ein Mangel an qualifiziertem Personal kann in Zukunft zu einem kritischen wachstumshemmenden Faktor werden. Die Hörmann Industries GmbH begegnet dieser demographischen Herausforderung durch erheblich intensivierte Aktivitäten im Personalmarketing und in der Personalentwicklung.

Risiken aus steigenden Personalkosten

Das letzte Jahrzehnt war durch eine moderate Entwicklung der Löhne und Gehälter sowie der Lohnnebenkosten gekennzeichnet. Die seit 2021 stark gestiegenen Inflationsraten können weiterhin auf hohem Niveau bleiben oder sogar weiter ansteigen. Dies könnte zu einer Lohn-Preis-Spirale mit hohen Personalkostensteigerungen über dem bisher in den Planungen der Hörmann Industries angenommenen langjährigen Durchschnittsniveau führen. Durch die demographische Entwicklung, den Fachkräftemangel und dem hohen zusätzlichen Personalbedarf der Hörmann Industries GmbH für Wachstum steigt der Druck auf die Personalkosten zusätzlich. Dies hätte nachteilige Folgen für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns.

Risiken aus Einkauf, Logistik und Produktion

Die Hörmann Industries GmbH ist bei der Produktion auf die Zulieferung von Teilen, Produkten und Dienstleistungen in qualitativ einwandfreiem Zustand angewiesen. Es könnten bei Bedarfsschwankungen lange Reaktionszeiten von Zulieferern auftreten. Zudem könnte auch die Bedarfs- und Kapazitätsplanung der Hörmann Industries GmbH unzureichend sein. Durch überraschende Grenzkontrollen, Grenzschließungen, die Folgen des Ukraine-Kriegs oder Embargos infolge neuer geopolitischer Spannungen kann es kurzzeitig zu erheblichen Versorgungsengpässen kommen.

Durch fehlende oder qualitativ mangelhafte Fertigteile oder Rohstoffe geringerer Qualität könnte es zu Produktionsverzögerungen oder -ausfällen kommen. Seit Ende 2020 bestand ein Nachfrageüberhang im Stahlmarkt, was die zeitgerechte Beschaffung von Rohmaterial für den Bereich Automotive deutlich erschwert und ein erhebliches Risikopotential für die Hörmann Industries GmbH dargestellt hat. Seit Mitte 2021 kamen massive Lieferengpässe von elektronischen Bauteilen und Microchips hinzu. Dies stellt ein erhebliches Risikopotential auch für die Bereiche Communication und Intralogistics dar und belastete durch Produktionsausfälle der Fahrzeughersteller zudem den Bereich Automotive.

Durch die insbesondere zu Jahresbeginn 2022 sich abzeichnenden erneuten Preissteigerungen für Material, Energie, bezogenen Dienstleistungen und Investitionsgüter verschärfte sich die Risikosituation im Konzern, da die Erhöhungen nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden können. Ein zusätzliches Risiko ergibt sich aus längeren Lieferzeiten und Versorgungsengpässen für Material. Um die gegenüber Kunden in langfristigen Verträgen zugesicherten Termine einhalten zu können, mussten Art und Menge des Materials teilweise verbindlich bestellt werden, was den Vorratsbestand stark erhöhte. Ein Ausweichen auf alternative Materialien und Komponenten ist in der Regel nicht kurzfristig möglich, da mit der Umstellung häufig aufwändige Neuzulassungen erforderlich sind.

Die Hörmann Industries GmbH verfügt im Wesentlichen über Produktionsstandorte in Deutschland, Österreich und in der Slowakei. Eine großflächige Zerstörung einer oder mehrerer der Betriebsgelände z. B. durch Hochwasser, Feuer, Explosion, Sabotage oder sonstige Unglücksfälle wäre im ungünstigsten Fall mit dauerhaften Produktionsausfällen verbunden.

Wichtige Lieferanten und andere Geschäftspartner könnten in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und den Geschäftsverlauf der Hörmann Industries GmbH damit beeinträchtigen. Um das zu vermeiden, überprüft die Hörmann Industries GmbH regelmäßig die Leistungsfähigkeit der Geschäftspartner und wählt Lieferanten sorgfältig aus. Zudem werden - wenn möglich - langfristige Lieferverträge vereinbart, um Schwankungen auszugleichen und Engpässe zu vermeiden.

Risiken der Logistik

Die Hörmann Industries GmbH besitzt keine eigene Logistik und nutzt sowohl für Transporte zwischen ihren Produktions- sowie Lagerstandorten als auch für die Belieferung ihrer Produktionsstandorte und ihrer Kunden externe Logistikunternehmen. Die Hörmann Industries GmbH ist daher von einem reibungslosen Ablauf der von Dritten ausgeführten Logistik abhängig.

Risiken aus Gewährleistung

Produkte und Anlagen könnten mit Mängeln behaftet sein und dadurch die Hörmann Industries GmbH Gewährleistungs- und/oder Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sein. Ferner bestehen Haftungsrisiken aus Lieferverträgen (Haftungsregelungen in Verträgen mit Kunden), Vertragsrisiken aus Haftung für Verspätungen bei Produktionsanläufen sowie Produktionsabwicklungsrisiken, insbesondere Im Geschäftsbereich Automotive. Analoge Haftungsrisiken bestehen auch für die Dienstleistungen und Lieferungen im Projektgeschäft der Geschäftsbereiche Communication, Engineering und Intralogistics. Sollte es den Unternehmen der Gruppe nicht gelingen, Lieferungen und Leistungen termingerecht und den Anforderungen der Kunden entsprechend sicherzustellen und sollte die Hörmann Industries GmbH dadurch die Produktion bei den Kunden oder die Fertigstellung von Gewerken gefährden, könnte dies zu Kostenerhöhungen und Regressansprüchen gegenüber der Hörmann Industries GmbH oder zu einem Verlust der Aufträge führen und somit nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

Risiken im Zusammenhang mit Forderungen

Durch einen vollständigen oder teilweisen Ausfall von Forderungen gegen Kunden und sonstigen Geschäftspartnern beziehungsweise durch erhebliche Zahlungsverzögerungen in größerem Umfang könnte es zu Liquiditätsengpässen und infolgedessen zu einer Einschränkung der Geschäftstätigkeit der Hörmann Industries GmbH oder erheblichen Einflüssen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage kommen. Die Hörmann Industries GmbH begegnet diesen Risiken durch Anzahlungen und die Fakturierung nach Leistungsfortschritt im Projektgeschäft und durch Warenkreditversicherungen.

Risiken aus der Rückzahlung von Zulagen und aus Steuerprüfungen, Sozialversicherungsbeiträge

Der Hörmann Industries GmbH wurden und werden für einzelne Entwicklungsprojekte und unternehmerische Maßnahmen staatliche Investitionszulagen gewährt oder zugesagt. Die Verwendung solcher Mittel ist in der Regel zweckgebunden und an entsprechende Auflagen und Bedingungen geknüpft. Sollte die Hörmann Industries GmbH nicht in der Lage sein, diese sicherzustellen und nachzuweisen, kann dies zur Folge haben, dass die entsprechenden Investitionszulagen zurückzuzahlen sind.

Die Hörmann Industries GmbH ist der Ansicht, dass die von ihren Unternehmen erstellten Steuererklärungen vollständig und korrekt abgegeben wurden. Gleichwohl könnte es aufgrund unterschiedlicher Betrachtungsweisen von Sachverhalten zu Steuernachforderungen kommen. Im Fall der Änderung steuerlicher Gesetze oder der Auslegung bestehender steuerlicher Gesetze können sowohl die geschäftliche Tätigkeit der Hörmann Industries GmbH als auch die handelsrechtlichen und steuerlichen Strukturen negativ beeinflusst werden. Für die Zeiträume, für die noch keine steuerlichen Betriebsprüfungen erfolgt sind, können sich für die Unternehmen der HÖRMANN Industries GmbH Steuernachzahlungen ergeben. Entsprechendes gilt für etwaige Nachforderungen von Sozialversicherungsbeiträgen.

Risiken aus nicht ausreichender Versicherung

Die Hörmann Industries GmbH kann trotz umfangreichen Versicherungsschutzes weder für sich noch für ihre Tochtergesellschaften garantieren, dass eventuell eintretende Schäden vollumfänglich kompensiert werden.

Sollten Schadensfälle, insbesondere im Bereich der Produkthaftung oder durch Produktionsunterbrechungen, aber auch andere Sachschäden eintreten, die nicht oder nicht ausreichend durch Versicherungsschutz gedeckt sind, könnte dies negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

Risiken aus Compliance-Verstößen

Mögliche Compliance-Verstöße könnten zukünftig zu behördlichen Ermittlungen, Steuernachzahlungen, Schadensersatzansprüchen und der Beendigung von Lieferbeziehungen durch Kunden führen.

Die Hörmann Industries GmbH umfasst zahlreiche Gesellschaften, die sich um großvolumige Aufträge im Automobil-, Schienenverkehr-, Dienstleistungs- und Bausektor bewerben. Dies birgt die Gefahr, dass gegen anwendbare rechtliche Vorschriften verstoßen wird, um beim Wettbewerb um Aufträge und bei der Auftragsanbahnung einen Vorteil zu erlangen.

Um diesen Gefahren zu begegnen, hat die Hörmann Industries GmbH ein umfassendes Compliance System implementiert.

Risiken aus finanziellen Verpflichtungen

Die Hörmann Industries GmbH verfügt über erhebliche Pensions-, Leasing- und Mietverpflichtungen, die die Liquiditätslage in Zukunft beeinträchtigen können.

Diese Verpflichtungen müssen aus dem Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit beglichen werden. Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, Technische Maschinen und Anlagen, Einrichtungen, Büroräume und Fahrzeuge sind signifikant und stellen hohe fixe Kosten dar. Diese Kosten können bei einer starken Umsatz- und Ergebnisabschwächung nicht angepasst werden. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

Gesellschaften der Hörmann Industries GmbH sind Beteiligte in verschiedenen gerichtlichen und außergerichtlichen Auseinandersetzungen. Der Ausgang dieser Verfahren ist stets ungewiss, und es besteht das Risiko, dass die Kläger/Anspruchsinhaber jeweils teilweise oder in voller Höhe obsiegen. Sofern mit einer Inanspruchnahme wahrscheinlich zu rechnen ist, wurden gemäß der jeweils aktuellen Einschätzung in ausreichender Höhe Rückstellungen gebildet.

Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Rückstellungen nicht ausreichen. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

Risiken aus Akquisitionen und Joint Ventures

Es können Risiken aus Akquisitionen oder Joint Ventures entstehen, sofern die zukunftsgerichteten Erwartungen im Hinblick auf Ertragspotential, Profitabilität und Wachstumsmöglichkeiten nicht erfüllt werden oder versteckte Mängel oder Altlasten, z. B. aus vorhergehenden Lieferungen oder der Produkthaftung, auftreten. Der entstehende Bedarf außerplanmäßiger Abschreibungen der bilanzierten Firmenwerte könnte nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH haben.

Risiken aus Verstößen gegen den Umweltschutz

Die Hörmann Industries GmbH könnte bestehende Umweltgesetzgebungen verletzen bzw. bei der Produktion unbeabsichtigt die Umwelt belasten. Dies kann die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hörmann Industries GmbH nachteilig beeinflussen. Durch entsprechende Managementsysteme in den Tochtergesellschaften wird diesen Risiken vorgebeugt und die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt.

Risiken aus Nachhaltigkeits- und Klimaschutzanforderungen

Neue gesetzliche Regelungen führen zu neuen Anforderungen an Unternehmen insbesondere hinsichtlich nachhaltiger Unternehmensführung, Klimaschutz und Umweltschutz. Diese zusätzlichen Anforderungen werden bereits durch Großunternehmen an deren Lieferanten, z.B. im Rahmen von Nachhaltigkeitsratings und Erklärungen zur CO 2 -Neutralität, weitergegeben und stellen oft eine weitere Voraussetzung für die Auftragsvergabe dar.

Die Hörmann Industries GmbH unterstützt die vielfältigen Initiativen und verpflichtet sich zu nachhaltigem Wirtschaften, zum Klima- und Umweltschutz. Im Jahr 2021 wurde begonnen, ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem gemäß den Prinzipen des UN Global Compact zu implementieren. Nach dem ersten Berichtsjahr 2021 wurde auch für das Berichtsjahr 2022 ein Nachhaltigkeitsbericht in Anlehnung an den GRI-Standard veröffentlicht.

Die stetige Reduzierung der CO 2 -Emissionen bis hin zur Erreichung einer vollständigen CO 2 -Neutralität stellt die Hörmann Industries - wie auch alle Unternehmen in Deutschland und Europa - vor immense Herausforderungen und erfordert jährlich hohe zusätzliche Investitionen z.B. in die Erzeugung regenerativer Energien, in CO 2 -optimierte Produktionsverfahren, in die energetische Gebäudesanierung und klimafreundliche Transporte. Diese bisher in den Planungen nicht berücksichtigten Investitionen können Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der HÖRMANN Industries haben. Sollten die Nachhaltigkeitsanforderungen der Großunternehmen an ihre Zulieferer nicht erfüllt werden, so kann dies in Zukunft zu einem Verlust von Kunden und Aufträgen für einzelne Tochtergesellschaften der Hörmann Industries mit nachteiligen Wirkungen auf die Ertragslage führen.

Risiken aus Verstößen gegen den gewerblichen Rechtsschutz

Wettbewerber könnten die Produkte und Verfahren der Hörmann Industries GmbH kopieren oder Wettbewerber könnten unbewusst Patente der Hörmann Industries GmbH verletzen. Des Weiteren kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Hörmann Industries GmbH unbewusst Patente ihrer Wettbewerber verletzt, was insbesondere auch aus einem unterschiedlichen Verständnis über den Inhalt des mit dem Patent geschützten geistigen Eigentums resultieren kann. Dies könnte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der gesamten Hörmann Industries GmbH haben.

Risiken aus einer Mangelversorgung an Krediten

Zwischen der Hörmann Industries GmbH und einem Bankenkonsortium besteht ein Konsortialrahmenkreditvertrag über 40 Mio. € mit einer Laufzeit bis Dezember 2025, der sich aus einer Kontokorrentlinie in Höhe von 15 Mio. € und einer Revolver-EURIBOR-Kreditlinie in Höhe von 25 Mio. € zusammensetzt. Die Finanzkrise im Jahr 2008/2009 hat gezeigt, dass es vorübergehend zu einer Mangelversorgung der Wirtschaft mit Krediten kommen kann. Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es im Nachgang zu den aktuellen Krisenereignissen und den geldpolitischen Gegenmaßnahmen erneut zu einer Finanzkrise mit einer vorübergehenden Mangelversorgung der Wirtschaft mit Krediten kommt. Sollten die vertraglich vereinbarten Kreditlinien nicht den Anforderungen der Hörmann Industries GmbH gemäß termingerecht zur Verfügung gestellt werden, so kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Hörmann Industries GmbH haben. Um dieses Risiko abzumildern, hat die Geschäftsführung vorsorglich einen KfW-Unternehmerkredit über 10 Mio. € im Rahmen des Maßnahmenpakets der Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie in Anspruch genommen.

Risiken aus der Begebung einer Anleihe

Die Hörmann Industries GmbH hat eine Anleihe in Höhe von 50 Mio. € zu einem Zinssatz von 4,5 % begeben, die im Juni 2024 rückzahlbar ist. Die Zinsen sind im Juni eines jeden Jahres fällig. Es besteht das Risiko, dass die Mittel aus der Anleihe nicht rentabel genug eingesetzt werden, um die Verzinsung zu verdienen. In diesem Falle wird die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns negativ beeinflusst. Es besteht weiterhin das Risiko von Fehlinvestitionen, die dazu führen, dass Zinszahlungen und/oder die Rückzahlung der Anleihe nicht, nicht in erforderlichem Umfang und/oder nicht fristgerecht erfolgen können. Dies hätte nachteilige Folgen für die Lage des Konzerns. Zudem besteht das Risiko, dass die Anleihe wegen negativen Unternehmens- und/oder Finanzmarktentwicklungen zum Fälligkeitszeitpunkt nicht umfänglich bzw. nur mit einem hohen Zinsmargenaufschlag neu emittiert werden kann, was ebenfalls zu einer negativen Beeinflussung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns führen kann.

Zinsänderungsrisiken

Zwischen der Hörmann Industries GmbH und einem Bankenkonsortium besteht ein Konsortialrahmenkredit über 40 Mio. € mit einer Laufzeit bis Dezember 2025. Der Kreditvertrag beinhaltet variable Zinskonditionen auf Basis des EURIBOR. Bei einem zukünftigen Finanzierungsbedarf werden sich die Zinskosten durch den starken Anstieg des EURIBORS erhöhen, was sich auf die Ertragslage der Gruppe nachteilig auswirkt. Grundsätzlich wird sich der deutliche und rasche weltweite Zinsanstieg auf alle zukünftigen Finanzierungs-, Leasing- und Avalgeschäfte nachteilig auswirken.

Strategische Ausrichtung und Chancenbericht

Trotz der vielfältigen operativen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2022 wurde in allen Geschäftsbereichen die Strategie 2025 mit methodischer Unterstützung der Holding fortentwickelt und damit der Weg der Hörmann Industries GmbH in eine erfolgreiche Zukunft definiert.

Im größten Geschäftsbereich Automotive verfolgt die Hörmann Industries GmbH weiterhin die Strategie, ein wesentlicher Zulieferer metallischer Chassis-Produkte, anspruchsvoller Body-in-White-Komponenten (Karosserieteile) und einbaufertiger Module für die europäische Nutzfahrzeugindustrie und Land-/Baumaschinenindustrie zu sein. Dabei sollen die Wettbewerbsfähigkeit und die Kundendiversifikation weiter vorangetrieben werden. Die weitere Umsetzung eines nachhaltigen Ertragsmanagements stellt weiterhin einen besonderen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung der HÖRMANN Automotive dar.

Für den europäischen Markt geht die Hörmann Industries GmbH auf Basis der aktuellen Entwicklung, den Erwartungen der Fahrzeughersteller sowie der Prognose des Branchenverbandes VDA von einem kurz- und mittelfristigen Wachstum der Absatzzahlen der Nutzfahrzeugindustrie und folglich von einer Markterholung gegenüber den Vorjahren aus. Die wesentlichen Treiber für diese Erwartung liegen in einer zunehmenden Überalterung der Fahrzeugflotten, stark steigender Anforderungen an die Abgasqualität und in einem weiteren Anstieg im Transportaufkommen mit zunehmender wirtschaftlicher Erholung.

Sollte sich diese positive Marktentwicklung bei gleichzeitiger Normalisierung der aktuellen Lieferkettenprobleme bei den Kunden durchsetzen, ist mit höheren Abrufaufträgen in den kommenden Jahren zu rechnen, was sich entsprechend positiv auf die Umsatzplanungen auswirken kann. Durch das Outsourcing von eigenen Fertigungsaktivitäten der europäischen Nutzfahrzeughersteller rechnet die Hörmann Industries GmbH mit zusätzlichen Aufträgen. Aufgrund der weiter zunehmenden Fahrzeugderivate und der dynamischen Entwicklung von neuen Fahrzeugkonzepten für die Elektromobilität können sich zusätzliche Marktpotentiale ergeben.

Das spezifische Know-how des Geschäftsbereichs Automotive im Bereich der Umformtechnik, ein breites Portfolio an Anlagen und Maschinen mit ausreichender Kapazität, die eingeleitete Strategie zum Ausbau der Automatisierung bei inländischen Werken und gleichzeitiger Verlagerung lohnintensiver Produktionen in kostengünstigere ausländische Werke, sowie die angestrebte stärkere Positionierung als Modullieferant bieten eine gute Basis zur Gewinnung weiterer Kunden und Aufträge. Ab 2023 wird eine Rückkehr auf den Wachstumskurs mit einer nachhaltigen Ertragskraft auf branchenüblichem Niveau erwartet. Insbesondere die abgeschlossene und vollumfängliche in Betrieb gegangene Erweiterung des Werks in Banovce/Slowakei mit einer deutlich verbesserten Kostenposition und wesentlich erweiterten Produktionskapazitäten wird hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten.

Der Bereich Communication will unter Beibehaltung einer guten Ertragsposition nachhaltig wachsen, setzt dabei auf die weitere Stärkung der Wettbewerbsposition und strategische Erweiterungen der Geschäftsaktivitäten. Der Bereich verfügt über eine Produktpalette auf hohem technologischem Niveau mit einer Reihe von Alleinstellungsmerkmalen. Chancen für den Bereich ergeben sich unter anderem durch die fortschreitende Digitalisierung des Bahnverkehrs, das steigende Bedürfnis nach Sicherheitstechnik und Videoüberwachung sowie die Umstellung der Kommunikationsnetzwerke auf 5G-Technologie. Darüber hinaus ergeben sich durch die staatlichen Konjunkturmaßnahmen und die damit einhergehenden Investitionen in den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen und den Katastrophenschutz, das weiterhin steigende Sicherheitsbedürfnis, den anhaltenden Urbanisierungstrend und den weiteren dynamischen Ausbau des Schienenverkehrs im Zuge der Klimadiskussion vielfältige Wachstumspotentiale. Zusätzlich entstehen Expansionsmöglichkeiten durch neue Servicekonzepte im Bereich der öffentlichen Infrastruktur oder die Einrichtung sogenannter papierloser, digitaler Bahnhöfe. Auch die langen Produktlebenszyklen für Schienenfahrzeuge im Bahnbereich beinhalten Chancen. Durch verlässliche Servicedienstleistungen über die gesamte Nutzungsdauer und ein professionelles Obsoleszenz-Management werden die Investitionen der Kunden langfristig abgesichert. Zudem will der Geschäftsbereich durch das Eingehen neuer Partnerschaften - auch im Ausland - und die weitere Internationalisierung der Vertriebsaktivitäten das Exportgeschäft weiter stärken.

Im neu- bzw. ausgegründeten Bereich Intralogistics sieht die Gruppe ein wesentliches Wachstumsfeld für die Zukunft. Die dynamische Marktentwicklung in Intralogistics, Automatisierungstechnik und Roboteranwendungen, die gestiegene Nachfrage im Versandhandel nach umfassenden E-Commerce-Lösungen bis hin zum Zukunftstrend für neuartige Supermarktkonzepte belegen das Wachstumspotential. Um dieses Wachstumspotential zu nutzen, plant die Gruppe, die Produkt- und Kundendiversifikation des Geschäftsbereichs durch eine Erweiterung des Leistungsspektrums, eine fortschreitende Internationalisierung und den Ausbau der Entwicklungskapazitäten weiter zu stärken. Durch die Einbringung und Bündelung unserer Serviceeinheiten mit den Kompetenzen in den Bereichen Automatisierung und Maschinentechnik wird die Wachstumsstrategie zudem unterstützt.

Der Geschäftsbereich Engineering mit seinem breiten Portfolio an Dienstleistungskompetenzen entlang der gesamten Engineering-Wertschöpfungskette - vom Design Engineering von Fahrzeugen bis zur Fabrik- und Gebäudeplanung - zählt zu den zukunftssicheren Segmenten mit hohem Wachstumspotential. Das Wissensmanagement und die industrielle Anwendung von Ingenieurswissen haben nicht nur eine lange erfolgreiche Tradition in Deutschland, sondern zählen auch in Zukunft weltweit zu den wichtigsten Treibern des technologischen Fortschritts und einer dynamischen industriellen Entwicklung. Der Geschäftsbereich ist für die Herausforderungen von heute und von morgen bereits sehr gut aufgestellt, will diese Position aber mit Blick auf das bestehende Wachstumspotential und die vielfältigen neuen technologischen Anforderungen konsequent weiter ausbauen und die sich bietenden Chancen nutzen.

Die enge Vernetzung von Konstruktions-Know-how, fertigungstechnologischem Wissen und Produktionserfahrung kann vielfältige neue Optionen eröffnen. Insbesondere der derzeit sich dynamisch entwickelnde Bereich der Elektromobilität und neuer Antriebstechnologien mit Wasserstoff bietet sowohl bei Schienen- als auch bei Straßenfahrzeugen zahlreiche Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Tätigkeitsfelder.

In allen Geschäftsbereichen der Hörmann Industries GmbH bieten sich vielfältige Chancen zur Geschäftserweiterung, wenn es gelingt, die hohe Attraktivität als mittelständischer Arbeitgeber noch besser zu vermarkten und ausreichend neue Fachkräfte zu gewinnen.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung der Hörmann Industries GmbH

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 beeinflussten die geopolitischen, konjunkturellen und branchenspezifischen Entwicklungen unter den aktuellen Rahmenbedingungen weiterhin die operative und finanzwirtschaftliche Entwicklung der Hörmann Industries GmbH. Die vom Konzern getroffenen Prognosen zum Geschäftsverlauf 2023 basieren folglich auf bestimmten Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum sowie in den spezifischen Branchen.

Vor dem Hintergrund der zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts weiterhin vorherrschenden großen Unsicherheit mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung, die weiter sehr hohe Inflation im Euroraum, dem weiteren Verlauf des Kriegs in der Ukraine und den möglichen damit verbundenen wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen geht die Hörmann Industries GmbH davon aus, das weiter steigende Material-, Energie- und Finanzierungspreise auch im Jahr 2023 Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Hörmann Industries GmbH haben werden.

Auf Basis der für das Geschäftsjahr 2023 aufgestellten Planung, unter Berücksichtigung und Bewertung der aktuellen Geschäfts- und Auftragslage sowie der inflationsbedingten Preisüberwälzungen geht die Geschäftsführung aktuell davon aus, dass die Hörmann Industries GmbH im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse zwischen 730 Mio. € und 760 Mio. € erwirtschaften kann. Für das operative Geschäft wird unter Berücksichtigung des veränderten Produkt- und Dienstleistungsmix sowie der negativen Einflussfaktoren aus den konzernweit gestiegenen Materialpreisen sowie den absehbaren Steigerungen bei Personal- und Energiekosten ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives EBIT) auf dem Vorjahresniveau zwischen 23 Mio. € und 25 Mio. € (2022: 23,7 Mio. €) angestrebt. Die Entwicklung des Working Capital und der verfügbaren Liquidität wird damit auf dem Niveau des Berichtsjahres erwartet.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sollte weiterhin auf einem stabilen Niveau bleiben. Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung die Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts als sehr stabil.

Ausgehend von der stabilen Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Hörmann Industries GmbH im Geschäftsjahr 2022 und mit Blick auf die breite Diversifikation der Geschäftsaktivitäten ist die Geschäftsführung zuversichtlich, dass die Hörmann Industries GmbH die bisher bekannten Herausforderungen auch im Geschäftsjahr 2023 erfolgreich bewältigen wird.

Die Identifikation, Wahrnehmung und Nutzung von Chancen zur weiteren Entwicklung der Hörmann Industries GmbH werden im Rahmen des regelmäßigen Strategieprozesses in allen Tochtergesellschaften weiter konsequent wahrgenommen. Neben der Beobachtung von internen und externen Daten sowie der Entwicklung der Wettbewerber dienen hierzu regelmäßige Reports, das strategische Produkt- und Projektmanagement und die Etablierung eines systematischen Innovations- und Strategieprozesses.

Die gesamte Hörmann Industries GmbH verfolgt in den nächsten Jahren weiterhin das Ziel eines ertragsorientierten Wachstums und konzentriert sich auf die Stärken des Konzerns. Mit der gezielten weiteren Stärkung der Geschäftsbereiche Communication und Intralogistics wird die Strategie verfolgt, die Hörmann Industries GmbH als breit diversifizierten Konzern auf vier ertragsstarken Säulen mit hoher Zukunftsfähigkeit und hoher Resilienz gegen konjunkturelle Schwankungen auszurichten. In den zurückliegenden Krisenjahren 2020 bis 2022 hat sich diese Strategie einmal mehr bewährt, sodass trotz des starken Einbruchs im Geschäftsbereich Automotive und den Herausforderungen im Geschäftsbereich Intralogistics durch die gegenläufige gute Geschäftsentwicklung der Bereiche Communication und Engineering nachhaltig positive Konzernergebnisse erwirtschaftet wurden.

Mittelfristig wird weiterhin intensiv daran gearbeitet, mit einem inflationsbereinigten Umsatz von über 750 Mio. € eine nachhaltige Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern in Höhe von etwa 5 % jährlich zu erwirtschaften. Dieses Ziel möchte die Gruppe sowohl durch organisches Wachstum, aber auch durch ergänzende Akquisitionen erreichen.

Insgesamt hält die Hörmann Industries GmbH die enge Bindung zu ihren Kunden, die gezielt intensiviert wird, für einen entscheidenden Erfolgsfaktor der Gruppe. Über den bestehenden, sehr umfangreichen Kundenstamm sollen sowohl das Neugeschäft vorangebracht als auch Systemlösungen und das Servicegeschäft platziert werden. Als ein wichtiger zusätzlicher Erfolgsfaktor für die Zukunft soll das interdisziplinäre Zusammenwirken der verschiedenen Fachdisziplinen und Gesellschaften in der Hörmann Industries GmbH, insbesondere über die Grenzen der Geschäftsbereiche hinweg, weiter intensiviert werden. Hierdurch können sich neue Leistungsangebote zum Nutzen der langjährigen Kunden ergeben.

Die Bindung von Fachpersonal und eine langjährige Unternehmenszugehörigkeit der Mitarbeitenden gehören ebenfalls zu den Stärken und zu den Chancen der Gruppe. Damit hält die Gruppe das vorhandene Know-how und spezialisiertes Erfahrungswissen über die unterschiedlichen Bereiche hinweg verfügbar und kann es im Sinne der Kunden nutzen. Deshalb soll mit attraktiven Anreizsystemen, interessanten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und modernen Arbeitskonzepten die Wahrnehmung der Hörmann Industries GmbH als attraktiver Arbeitgeber weiter gestärkt werden.

Forschung und Entwicklung

Im Bereich Automotive sind sehr gute Grundlagenkenntnisse der Metallkunde, der Umformtechnik und der Fügetechnik sowie der Anforderungen an die Kundenprodukte ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Eine hohe produktspezifische Kompetenz ist erforderlich, um zusätzliche Marktanteile gewinnen zu können. Für neue Serienaufträge kommt der Konstruktion und Entwicklung sowie dem Einsatz und der Instandhaltung von technologisch anspruchsvollen Werkzeugen in der Produktion eine sehr hohe Bedeutung zu. Neben der stetigen Weiterentwicklung des vorhandenen Know-hows werden die Entwicklung neuer Fertigungstechnologien und deren Anwendung auf neue Werkstoffe vorangetrieben, um sich bereits frühzeitig auf die zukünftigen Anforderungen moderner elektrobetriebener Nutzfahrzeuge vorzubereiten. Einen besonderen Schwerpunkt bilden hier die Themen Leichtbau und Gewichtsreduzierung, Verbundbauteile aus verschiedenen Materialien und die Standardisierung zur Weiterentwicklung von Plattformstrategien der OEM.

Der Bereich Engineering trägt mit seiner Beratungskompetenz zum erfolgreichen Marktauftritt der gesamten Hörmann Industries GmbH bei. Mit der HÖRMANN Vehicle Engineering GmbH wird die Fahrzeugentwicklungskompetenz erweitert und damit ein Synergiepotential zum Bereich Automotive gehoben, wodurch unter Einsatz aktueller Konstruktions-, Berechnungs- und Simulationsmethoden die strategische Weiterentwicklung des Bereichs Automotive vom Build-to-Print-Hersteller zu einem Lösungsanbieter und Modullieferant unterstützt wird. Im Rahmen von Verbund-Forschungsprojekten wirkt die HÖRMANN Vehicle Engineering auch an der Entwicklung von Fahrzeugen mit neuartigen Brennstoffzellen-Antrieben und dem Einsatz der Wasserstofftechnologie mit.

Der Fokus der Entwicklungsaktivitäten im Bereich Intralogistics liegt auf der Weiterentwicklung des Warehouse Management Systems HILIS wie auch die Erweiterung des Produktspektrums bei Hörmann Klatt Conveyors GmbH und dem Leistungsspektrum bei Hörmann Intralogistics Services GmbH. Das Softwareprodukt HILIS ist das Herzstück zur Steuerung automatisch und manuell abgewickelter Intralogistik-Prozesse in den Anlagen der Kunden. Dabei handelt es sich um eine überaus performante Software-Suite, die in der Lage ist, jegliche Prozesse abzubilden, die in der Intralogistik von Bedeutung sind. Um hierbei die Markt- und Kundenforderungen mit kurzen Reaktionszeiten bedienen zu können, werden die Entwicklungskapazitäten verstärkt.

Vorrangiges Ziel der umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Communication bleibt die Sicherung bzw. der Ausbau der Technologieführerschaft in den jeweiligen Technologien und anwendungsspezifischen Märkten. Schwerpunkte sind kundenspezifische Entwicklungen und Applikationen sowie innovative Neuprodukte und Systemlösungen. Besondere Schwerpunkte bilden hier die Entwicklung neuer Elektroniken, neuer Filtertechnologien und neuer Mobilfunkstandards für den Zugfunk sowie die stetige Weiterentwicklung der umfangreichen produktorientierten Softwaresysteme. Zudem wird ständig an der Verbesserung der Produktionsprozesse gearbeitet.

Darüber hinaus hat die HÖRMANN Digital GmbH die Aufgabe, mit ihrem Spezialisten-Team die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle und softwarebasierter Produkterweiterungen für die einzelnen Bereiche voranzutreiben.

Um ein möglichst großes Maß an Know-how für die Entwicklung zu nutzen und stets auf dem aktuellen Stand der Forschung zu sein, erfolgt in allen Geschäftsbereichen eine regelmäßige Zusammenarbeit mit externen Partnern und Universitäten. Zusätzlich erfolgt ein regelmäßiger Austausch mit Lieferanten von Schlüsselkomponenten sowie mit Kunden, damit innovative Themen und Trends sowie individuelle Anforderungen frühzeitig in der Entwicklung berücksichtigt werden können.

 

Kirchseeon, im April 2023

Hörmann Industries GmbH

Die Geschäftsführung

[1] Vgl. IWF World Economic Outlook April 2023

[2] Vgl. Destatis Pressemitteilung Nr. 020 vom 13. Januar 2023

[3] Vgl. IWF World Economic Outlook Oktober 2022

[4] Vgl. ACEA Press Release vom 25. Januar 2023

[5] Vgl. TRATON SE Pressemitteilung vom 20. Januar 2023

[6] Vgl. Daimler Truck Holding AG Investor Relations Release vom 10. März 2023

[7] Vgl. PSR OE Link Q4 2022 Update

[8] Vgl. Verband der Bahnindustrie in Deutschland e. V. Pressemitteilung vom 15. November 2022

[9] Vgl. BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e. V. Herbst-Konjunktur-Umfrage 2022

[10] Vgl. VDMA e.V., Fachverband Fördertechnik und Intralogistik, Pressemitteilung vom 28. Februar 2023

[11] Vgl. Zentralverband des deutschen Baugewerbes, Pressemitteilung vom 6. Dezember 2022

[12] Vgl. Zentralverband des deutschen Baugewerbes, Pressemitteilung vom 1. Februar 2023

[13] Vgl. IWF World Economic Outlook April 2023

[14] Vgl. LMC Global Commercial Vehicle Forecast, Dezember 2022

[15] Vgl. TRATON SE Geschäftsbericht 2022

[16] Vgl. Daimler Truck Holding AG Investor Relations Release vom 10. März 2023

[17] Vgl. PSR OE Link Q4 2022 Update

[18] Vgl. Verband der Bahnindustrie in Deutschland, Pressemitteilung Nr. 11/2022 vom 3. November 2022

[19] Vgl. Verband der Bahnindustrie in Deutschland, Halbjahresbilanz 2022, 15. November 2022

[20] Vgl. BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e. V. Herbst-Konjunktur-Umfrage 2022

[21] Vgl. VDMA e.V., Fachverband Fördertechnik und Intralogistik, Pressemitteilung vom 28. Februar 2023

[22] Vgl. ifo-BVL-Logistikindikator, Ergebnisse der ifo Konjunkturumfragen im 4. Quartal 2022

[23] Vgl. Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e. V. an der RWTH Aachen, Branchenindikator Instandhaltung, Ergebnisse 4. Quartal 2022

[24] Vgl. Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Baukonjunkturelle Lage, Stand 26. Januar 2023

[25] Vgl. IWF World Economic Outlook Update Januar 2023

Konzernbilanz

Aktiva

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.492 2.172
2. Geschäfts- oder Firmenwert 8.120 9.945
3. geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 301 641
10.912 12.758
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 9.228 9.637
2. technische Anlagen und Maschinen 19.124 22.197
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.401 10.248
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.094 5.755
44.847 47.837
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 304 304
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 398 406
3. sonstige Ausleihungen 21.096 24.198
21.798 24.908
77.557 85.503
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 34.272 30.615
2. unfertige Erzeugnisse und Leistungen 137.969 114.940
3. fertige Erzeugnisse und Waren 15.574 13.412
4. geleistete Anzahlungen 3.781 12.617
5. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -103.881 -110.482
87.715 61.102
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 77.685 57.711
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 15.018 11.734
3. sonstige Vermögensgegenstände 15.769 14.382
davon gegen Gesellschafter: T€ 500 (Vj. T€ 500)
108.472 83.827
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 73.091 93.703
269.278 238.632
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.783 2.805
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 15.043 14.680
E. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG 163 64
364.824 341.684

Passiva

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 200 200
II. Kapitalrücklage 42.758 43.422
III. Konzernbilanzgewinn 72.691 67.836
IV. Nicht beherrschende Anteile 20.743 19.607
V. Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung -13 -10
136.379 131.055
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20.346 21.245
2. Steuerrückstellungen 6.008 3.050
3. sonstige Rückstellungen 72.215 69.880
98.569 94.175
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Anleihen 50.000 50.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.806 9.375
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 52.704 40.068
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.129 4.255
davon gegenüber Gesellschaftern: T€ 3.157 (Vj. T€ 3.117)
5. sonstige Verbindlichkeiten 14.370 12.369
davon aus Steuern: T€ 7.343 (Vj. T€ 5.900)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 1.905 (Vj. T€ 1.318)
davon gegenüber Gesellschaftern T€ 308 (Vj. T€ 375)
129.009 116.067
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 867 387
364.824 341.684

Konzerngewinn- und Verlustrechnung

1.1. - 31.12.2022 1.1. - 31.12.2021
T€ T€ T€ T€
1. Umsatzerlöse 685.743 589.841
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 22.082 36.684
3. andere aktivierte Eigenleistungen 1.149 274
4. sonstige betriebliche Erträge 16.120 11.524
davon aus Währungsumrechnung: T€ 191 (Vj. T€ 196)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 334.616 269.659
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 85.247 419.863 74.022 343.681
Rohergebnis 305.231 294.642
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 148.848 138.903
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 30.881 179.729 28.013 166.916
davon für Altersversorgung T€ 590 (Vj. T€ 842)
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 11.577 12.261
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Aufwendungen überschreiten 0 11.577 3.078 15.339
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 89.098 81.195
davon aus Währungsumrechnung: T€ 439 (Vj. T€ 143)
24.827 31.192
9. Erträge aus Beteiligungen und assoziierten Unternehmen 13 17
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 4 97
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 865 688
davon aus Abzinsung von Rückstellungen T€ 5 (Vj. T€ 0)
davon aus verbundenen Unternehmen T€ 358 (Vj. T€ 305)
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.227 4.538
davon aus Aufzinsung von Rückstellungen T€ 270 (Vj. T€ 648)
davon aus verbundenen Unternehmen T€ 128 (Vj. T€ 95)
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.490 12.173
14. latente Steuern (- Ertrag) -407 -348
15. Ergebnis nach Steuern 13.399 15.631
16. sonstige Steuern 1.159 1.196
17. Konzernjahresüberschuss 12.240 14.435
18. nicht beherrschende Anteile -5.185 -6.217
19. Konzerngewinn 7.055 8.218
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 65.636 59.618
21. Konzernbilanzgewinn 72.691 67.836

Konzerneigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens
gezeichnetes Kapital
T€
Rücklagen Kapitalrücklage
T€
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
T€
Stand am 1.1.2021 200 43.422 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 -10
Ausschüttung 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0
Stand am 31.12.2021 200 43.422 -10
Stand am 1.1.2022 200 43.422 -10
Konzernjahresüberschuss 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 -3
Ausschüttung 0 0 0
Effekte aus der Aufstockung
von Beteiligungen 0 -664 0
Stand am 31.12.2022 200 42.758 -13
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Konzernbilanzgewinn
T€
Summe
T€
Stand am 1.1.2021 62.112 105.734
Konzernjahresüberschuss 8.218 8.218
Währungsumrechnung 0 -10
Ausschüttung -2.500 -2.500
Sonstige Veränderungen 6 6
Stand am 31.12.2021 67.836 111.448
Stand am 1.1.2022 67.836 111.448
Konzernjahresüberschuss 7.055 7.055
Währungsumrechnung 0 -3
Ausschüttung -2.200 -2.200
Effekte aus der Aufstockung
von Beteiligungen 0 -664
Stand am 31.12.2022 72.691 115.636
Nicht beherrschende Anteile
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtkapital
T€
Konzerneigenkapital Summe
T€
Stand am 1.1.2021 15.015 120.749
Konzernjahresüberschuss 6.217 14.435
Währungsumrechnung 0 -10
Ausschüttung -1.625 -4.125
Sonstige Veränderungen 0 6
Stand am 31.12.2021 19.607 131.055
Stand am 1.1.2022 19.607 131.055
Konzernjahresüberschuss 5.185 12.240
Währungsumrechnung 0 -3
Ausschüttung -3.089 -5.289
Effekte aus der Aufstockung
von Beteiligungen -960 -1.624
Stand am 31.12.2022 20.743 136.379

Konzernkapitalflussrechnung

1.1.-31.12.2022
T€
1.1.-31.12.2021
T€
Periodenergebnis (Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter) 12.240 14.435
+/- (+) Abschreibungen / (-) Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 11.577 11.799
+/- (+) Zunahme / (-) Abnahme der Rückstellungen 9.368 4.022
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge -6.982 -4.427
+/- (+) Abnahme / (-) Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -51.395 -17.333
+/- (-) Abnahme / (+) Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 14.730 7.808
+/- (-) Gewinn / (+) Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -375 -668
+/- Zinsaufwendungen / Zinserträge 3.362 3.850
- Sonstige Beteiligungserträge -13 -17
+/- Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung 0 3.540
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 8.083 11.825
- Ertragsteuerzahlungen -7.838 -13.697
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -7.243 21.137
+ Einzahlungen aus dem Verkauf immaterieller Vermögensgegenstände 266 21
- Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände -1.248 -1.162
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen 5.034 9.266
- Auszahlungen für Investitionen in Gegenstände des Sachanlagevermögens -10.395 -11.336
+ Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 3.123 197
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -13 -391
- Auszahlungen für Zugänge zu dem Konsolidierungskreis 0 -160
+ Erhaltene Zinsen 282 81
+ Erhaltene Dividenden 13 17
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.938 -3.467
+ Einzahlungen aus Aufnahme von (Finanz-) Krediten 931 0
- Auszahlung aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten -2.500 -638
- Gezahlte Zinsen -3.618 -3.511
- Auszahlungen an Gesellschafter des Mutterunternehmens -2.500 -1.500
- Gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter -2.744 -1.456
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -10.431 -7.105
Verminderung/Erhöhung des Cashflows -20.612 10.565
Anfangsbestand des Finanzmittelfonds 93.703 83.027
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0 111
Endbestand des Finanzmittelfonds 73.091 93.703
Gem CF LN 73.091 93.703
Verprobung 0 0
Verminderung (Vj. Erhöhung) CF -20.612 10.565
Veränderung Finanzmittelfonds -20.612 10.565
0 0

Konzernanhang

A. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM KONZERNABSCHLUSS UND ZU DEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Angewandte Vorschriften

Der Konzernabschluss der Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts für Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB).

Zur Verbesserung des Einblicks in die Ertragslage wurde die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung um die Zwischensumme Rohergebnis erweitert. Zudem wird abweichend von § 274 Abs. 2 Satz 3 HGB der Ertrag aus der Veränderung bilanzieller latenter Steuern, aufgrund ihrer materiellen Bedeutung, gesondert unter dem Posten "latente Steuern" ausgewiesen.

Die Darstellung des Konzernabschlusses entspricht der des Vorjahres.

2. Konsolidierungskreis

a.) Unternehmen, bei denen die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, die einheitliche Leitung ausübt, weil sie direkt oder indirekt mehrheitlich beteiligt ist oder weil diese Unternehmen in eine einheitliche Geschäftspolitik integriert waren, wurden in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung gemäß §§ 300 ff. HGB einbezogen. Diese sind in Anlage 1 dargestellt.

Folgende wesentliche Änderungen des Konsolidierungskreises ergaben sich im Geschäftsjahr:

Am 30. November 2021 wurde die HÖRMANN Logistik Systeme GmbH, Graz, Österreich, gegründet und zum 31. März 2022 erstkonsolidiert. Die Aufwendungen und Erträge werden vollständig einbezogen.

Die Veränderungen im Konsolidierungskreis führen nicht dazu, dass die Vergleichbarkeit zum Vorjahr nicht mehr gegeben ist.

b.) Nach den Vorschriften über die Equity-Konsolidierung gemäß §§ 311 ff. HGB wurden keine Unternehmen zum 31. Dezember 2022 einbezogen.

Veränderungen wurden unter 2. Konsolidierungskreis a) dargestellt.

c.) Aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht einbezogene Unternehmen

Auf die Einbeziehung der Anteile an den nachstehend aufgeführten Gesellschaften wird mit Verweis auf § 296 Abs. 2 HGB und § 311 Abs. 2 HGB aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns verzichtet.

Unternehmen Beteiligungsquote
in %
Hörmann Pannon Software Kft., Budapest, Ungarn 50,00
HL Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft mbH, München 80,00
Camunsa-Hörmann S.A., Barcelona, Spanien 37,50
VAKS a.s., Gablonz an der Neiße, Tschechien 31,50
Hörmann-Rema Praha spol.sr.o, Prag, Tschechien 30,00
Hörmann ERMAFA GmbH, Chemnitz 100,00
AIC Zeitarbeit GmbH i.L., Chemnitz 60,00
Versorgungswerk Hörmann Gruppe e.V., Traunstein Zweckgesellschaft
Versorgungswerk HÖRMANN Gruppen-Unterstützungskasse e.V., Kirchseeon Zweckgesellschaft
HÖRMANN Finance & Accounting GmbH, Kirchseeon 100,00

Für Beteiligungen, die für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind, wurde die Befreiungsvorschrift des § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB in Anspruch genommen, da die Gesellschaften entweder inaktiv sind oder aus Konzernsicht unwesentliche Umsatzerlöse erzielen.

d.) Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB

Die Funkwerk AG, Kölleda, ist an der euromicron AG in Insolvenz, Neu-Isenburg, zu 15,36 % beteiligt. Infolge der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 23. Dezember 2019 wurde die Beteiligung auf Ebene der Funkwerk AG, Kölleda, in Vorjahren in voller Höhe wertberichtigt.

3. Stichtag des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wurde zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. Zu diesem Stichtag enden die Geschäftsjahre aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

4. Konsolidierungsmethoden

Die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, ist gemäß § 291 HGB von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Zum 31. Dezember 2022 stellt die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, freiwillig einen Konzernabschluss, bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalspiegel und Konzernanhang und einen Konzernlagebericht auf.

Die Hörmann Warnsysteme GmbH, Kirchseeon, und die Hörmann Kommunikation & Netze GmbH, Kirchseeon, wurden zum 31. Oktober 2011, die Hörmann Automotive GmbH, Kirchseeon, wurde zum 30. November 2011 in die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, eingebracht. Die Einbringung erfolgte zum Buchwert. Der Buchwert der Einbringungen überstieg in Höhe von 5,1 Mio. € den Wert der als Gegenleistung gewährten Geschäftsanteile. Der übersteigende Betrag wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Für die zum 31. Oktober 2011 bzw. zum 30. November 2011 eingebrachten Unternehmen wurde auf diese Stichtage jeweils eine Erstkonsolidierung durchgeführt. Die sich daraus ergebenden passivischen Unterschiedsbeträge in Höhe von 31,0 Mio. € wurden gemäß §§ 301 und 309 HGB in die Kapitalrücklage umgegliedert, da die Anteile im Rahmen einer Umstrukturierung des Hörmann Holding GmbH & Co. KG - Konzerns im Wege einer Sacheinlage erworben wurden und die Einlage lediglich mit dem Buchwert erfolgte. Entstehende aktivische Unterschiedsbeträge wurden sofort abgeschrieben.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode. Der Ansatz des neubewerteten Eigenkapitals erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 HGB mit dem Betrag, der den Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung entspricht.

Ein nach der Verrechnung der Anteile an dem verbundenen Unternehmen mit dem Eigenkapital verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Ein verbleibender passivischer Unterschiedsbetrag wird als gesonderter Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen.

Für die assoziierten Unternehmen, die ab Erlangung eines maßgeblichen Einflusses in den Konzernabschluss einbezogen werden, erfolgt die Equity-Konsolidierung nach der Buchwertmethode.

Auf konzernfremde Gesellschafter entfallende Anteile am Kapital wurden als "Nicht beherrschende Anteile" in Höhe ihres Anteils am Eigenkapital gesondert im Konzerneigenkapital ausgewiesen.

Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Umsätze, andere konzerninterne Erträge und Aufwendungen sowie Zwischenergebnisse wurden eliminiert.

Durch Konsolidierungsmaßnahmen entstandene latente Steuerbe- und -entlastungen werden auf Ebene der Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, mit einem Steuersatz in Höhe von 30,52% und auf Ebene der Funkwerk AG, Kölleda, mit einem Steuersatz in Höhe von 29,58% berücksichtigt, wohingegen latente Steuern aus den Konzerngesellschaften mit einem einheitlichen Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von 15,83%, sowie mit einem individuellen hebesatzabhängigen Gewerbesteuersatz von durchschnittlich 13,76% bewertet werden. Die sich ergebenen Steueraufwendungen werden mit Steuererträgen verrechnet.

Für die einbezogenen Konzernunternehmen bestehen einheitliche Ausweis-, Bewertungs- und Gliederungsrichtlinien für die Bilanzierung. Bei Abweichungen von den einheitlichen Gliederungs- oder Bewertungsvorschriften wurden entsprechende Umgliederungen oder Umbewertungen vorgenommen.

5. Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung

Mit enthalten in der Position Geschäfts- oder Firmenwert ist der aktive Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung der Funkwerk AG, Kölleda, zum 1. Oktober 2016. Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich ein Wert in Höhe von 3.410 T€ (Vorjahr: 4.320 T€). Die Abschreibung erfolgt auf 10 Jahre. Im Geschäftsjahr 2022 wurde der Unterschiedsbetrag anteilig in Höhe von 910 T€ p.a. abgeschrieben.

Ebenso wird der Geschäfts- oder Firmenwert der Hörmann Vehicle Engineering GmbH, Chemnitz, in Höhe von 442 T€ aus der Erstkonsolidierung zum 1. Dezember 2016 auf 10 Jahre abgeschrieben. Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich ein Wert in Höhe von 173 T€ (Vorjahr: 217 T€). Im Geschäftsjahr 2022 ergab sich hieraus eine anteilige Abschreibung in Höhe von 44 T€ p.a.

Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich von der MAT Maschinentechnik GmbH, Salzgitter, ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 274 T€ (Vorjahr: 329 T€), der als Geschäfts- oder Firmenwert qualifiziert wurde. Dieser wurde im Geschäftsjahr 2022 mit 55 T€ p.a. abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt über eine Laufzeit von 10 Jahren.

Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich von der HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH (vormals Klatt Fördertechnik GmbH), Neumarkt am Wallersee, Österreich, ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 3.261 T€ (Vorjahr: 3.782 T€), der als Geschäfts- oder Firmenwert qualifiziert wurde. Dieser wurde im Geschäftsjahr 2022 mit 521 T€ p.a. abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt über eine Laufzeit von 10 Jahren.

Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich von der Funkwerk vipro.sys GmbH, Leipzig, ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 122 T€ (Vorjahr: 183 T€), der als Geschäfts- oder Firmenwert qualifiziert wurde. Dieser wurde im Geschäftsjahr 2022 mit 61 T€ p.a. (inkl. Nachholung Abschreibungen für die Monate September bis Dezember 2021 in Höhe von 15 T€) abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt über eine Laufzeit von 4 Jahren.

6. Grundlagen der Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wurde in der Währung EURO aufgestellt. Dies entspricht der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds des Konzerns (funktionale Währung).

Die im Abschluss eines jeden einbezogenen Unternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen tätig ist, entspricht (funktionale Währung).

Das in Fremdwährung bilanzierte Eigenkapital wird mit dem historischen Kurs umgerechnet.

Für Fremdwährungsbeträge bei Vermögensgegenständen und Schulden, sowie der Gewinn- und Verlustrechnung, erfolgt die Umrechnung grundsätzlich zu dem Kurs am Tag der Erstverbuchung. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs in Abhängigkeit der zum Bilanzstichtag bestehenden Laufzeit bewertet.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt die Währungsumrechnung unter Beachtung des Imparitätsprinzips, sodass zum Abschlussstichtag bestehende Kursverluste aufwandswirksam berücksichtigt werden, Kursgewinne aber nicht.

Abschlüsse von Tochterunternehmen, die in einer von der Berichtswährung EURO abweichenden funktionalen Währung aufgestellt wurden, werden gemäß dem Konzept der modifizierten Stichtagsmethode umgerechnet: Vermögenswerte und Schulden werden für jeden Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Ertrags- und Aufwandsposten der Gewinn- und Verlustrechnung werden vereinfachend zum monatlichen Durchschnittskurs der Periode umgerechnet.

Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen mit abweichender funktionaler Währung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Eine erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Umrechnungsdifferenz wird erst dann realisiert, wenn der entsprechende ausländische Geschäftsbetrieb entkonsolidiert wird.

Stichtagskurs
Durchschnittskurs
2022 2021 2022 2021
Polen PLN 0,21364 0,21754 0,21340 0,21905
Tschechien CZK 0,04147 0,04022 0,04071 0,039

7. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind grundsätzlich nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Soweit die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von den Grundsätzen des Konzerns in den Einzelbilanzen abweichen, wurden - falls erforderlich - Anpassungen vorgenommen und latente Steuern gebildet.

Die entgeltlich erworbenen Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear pro rata temporis über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren abgeschrieben.

Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und über einen Zeitraum von 4 bis 10 Jahren planmäßig linear pro rata temporis abgeschrieben.

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich linearer planmäßiger Abschreibungen über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Als Grundlage werden die steuerlichen AfA-Tabellen herangezogen, wobei sich im Wesentlichen an den Höchstsätzen orientiert wird.

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände bis 250,00 € werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Für geringwertige Vermögensgegenstände über 250,00 € bis 1.000,00 € wird ein Sammelposten im Jahr der Anschaffung gebildet und über 5 Jahre linear abgeschrieben.

Sofern der beizulegende Wert von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen zum Bilanzstichtag aufgrund einer dauernden Wertminderung unter dem Buchwert liegt, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen und gegebenenfalls die Restnutzungsdauer angepasst.

Die Beteiligungen sowie sonstige Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden erstmalig zu Anschaffungskosten und in Folgejahren zu Börsenkursen oder, falls ein solcher nicht feststellbar war, zum beizulegenden Wert angesetzt. Der Ansatz erfolgt höchstens zu Anschaffungskosten.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten (gleitender Durchschnitt) bewertet. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen in Abhängigkeit von Lagerdauer, verminderter Marktgängigkeit, Gewichtung der Abgangsmengen sowie aufgrund gesunkener Wiederbeschaffungskosten und gesunkener Verkaufspreise.

Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sowie fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten (direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten) unter Einbeziehung des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, aber ohne Einbeziehung von angemessenen Teilen der Verwaltungskosten und von Fremdkapitalzinsen sowie unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Bei den angewendeten Zuschlagssätzen wurde eine Normalbeschäftigung unterstellt. Für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, die die Herstellungskosten übersteigen, werden Rückstellungen für drohende Verluste gebildet.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden, soweit möglich, offen von den Vorräten abgesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit notwendig, wird der niedrigere beizulegende Wert angesetzt.

Die Berücksichtigung des Niederstwertprinzips erfolgt für Einzelrisiken durch entsprechende Einzelwertberichtigungen.

Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände werden, aufgrund des allgemeinen Zins- und Kreditrisikos, Pauschalwertberichtigungen vorgenommen.

Unter dem Posten Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen gegen Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung auf Ebene des Mutterkonzerns Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, vorliegen und die daher in den für den größten Kreis aufzustellenden Konzernabschluss einbezogen werden.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich zu Steuerentlastungen führen. Passive latente Steuern werden für zukünftige Steuerbelastungen gebildet. Zum 31. Dezember 2022 werden aktive latente Steuern ausgewiesen. Aktive und passive latente Steuern werden, soweit möglich, unter Ausübung des Wahlrechtes gemäß § 274 HGB i.V.m. § 306 HGB verrechnet.

Latente Steuern werden für die Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen und auf Verlustvorträge im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfasst.

Latente Steuerschulden werden im Allgemeinen für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert; latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen werden, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.

Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung der Vermögensgegenstände bzw. Nutzung des Verlustvortrags voraussichtlich Geltung haben werden.

Als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung wird der übersteigende Betrag aus dem Zeitwert der Vermögensgegenstände des Deckungsvermögens und den Schulden aus Altersteilzeitverpflichtungen oder Altersversorgungsverpflichtungen ausgewiesen. Die Vermögensgegenstände sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen und dienen ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersteilzeitverpflichtungen oder Altersversorgungsverpflichtungen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode) unter Verwendung der Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck und der Berücksichtigung von unternehmensindividuell bestimmter Fluktuationsrate und erwarteter Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen ermittelt. Die Zinssätze entsprechen den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssätzen der vergangenen zehn Geschäftsjahre gemäß § 253 Abs. 2 HGB, entsprechend der Vereinfachungsregelung für eine mittlere Restlaufzeit von 15 Jahren. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Abzinsungssatzes werden im Finanzergebnis erfasst.

Vermögensgegenstände, die die Voraussetzungen als Deckungsvermögen zur Erfüllung der Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen erfüllen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und sind mit der jeweiligen individuellen Verpflichtung verrechnet worden.

Der aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG resultierende Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen und des Deckungsvermögens wurde zu einem Fünfzehntel im Geschäftsjahr zugeführt.

Steuerrückstellungen sind nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ermittelt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung. Sie werden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden Preis- und Kostensteigerungen soweit notwendig entsprechend berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst.

Die begebene Anleihe in Höhe von 50 Mio. € ist mit ihrem Nennwert bilanziert und wird mit 4,5% p.a. verzinst.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Unter dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung auf Ebene des Mutterkonzerns Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, vorliegen und die daher in den für den größten Kreis aufzustellenden Konzernabschluss einbezogen werden.

Als passiver Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

B. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

1. Anlagevermögen

Soweit erforderlich wurden im Anlagevermögen erfasste Vermögensgegenstände auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Der Betrag der außerplanmäßigen Abschreibungen ist bei den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 belief sich der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten auf 10,9 Mio. € (Vorjahr: 10,7 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2022 wurde keine Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens bzw. von Forschungs- und Entwicklungskosten vorgenommen.

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist nachfolgend dargestellt:

Anschaffungs - / Herstellungskosten
Stand 1.1.2022
T€
Zugang
T€
Abgang
T€
Umbuchungen
T€
Stand 31.12.2022
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.628 1.171 -182 155 6.771
2. Geschäfts- oder Firmenwert 37.423 0 0 0 37.423
3. geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 641 175 -263 -253 301
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 43.692 1.346 -445 -98 44.495
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 12.109 440 -1 37 12.586
2. technische Anlagen und Maschinen 34.773 2.544 -7.482 3.126 32.960
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.362 3.368 -980 258 19.007
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.949 3.946 -306 -3.323 6.265
Summe Sachanlagen 69.193 10.298 -8.769 98 70.819
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 6.130 0 0 0 6.130
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 990 0 -8 0 982
3. sonstige Ausleihungen 24.198 13 -3.115 0 21.096
Summe Finanzanlagen 31.318 13 -3.123 0 28.208
Summe Anlagevermögen 144.204 11.656 -12.338 0 143.522
Abschreibungen
Stand 1.1.2022
T€
Zugang
T€
Abgang
T€
Umbuchungen
T€
Stand 31.12.2022
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.457 1.003 -179 0 4.280
2. Geschäfts- oder Firmenwert 27.477 1.826 0 0 29.303
3. geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 0 0 0 0 0
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 30.935 2.829 -179 0 33.583
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 2.472 887 -1 0 3.358
2. technische Anlagen und Maschinen 12.576 4.484 -3.175 -50 13.835
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.114 3.377 -935 50 8.606
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 194 0 -23 0 171
Summe Sachanlagen 21.355 8.748 -4.133 0 25.970
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 5.825 0 0 0 5.825
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 585 0 0 0 585
3. sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
Summe Finanzanlagen 6.410 0 0 0 6.410
Summe Anlagevermögen 58.699 11.577 -4.313 0 65.965
Buchwerte
Buchwert 31.12.2022
T€
Buchwert 31.12.2021
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.492 2.172
2. Geschäfts- oder Firmenwert 8.120 9.945
3. geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 301 641
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 10.912 12.758
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 9.228 9.637
2. technische Anlagen und Maschinen 19.124 22.197
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.401 10.248
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.094 5.755
Summe Sachanlagen 44.847 47.837
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 304 304
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 398 406
3. sonstige Ausleihungen 21.096 24.198
Summe Finanzanlagen 21.798 24.908
Summe Anlagevermögen 77.557 85.503

2. Vorratsvermögen

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen wurden in Höhe von 103.881 T€ (Vorjahr: 110.482 T€) offen von den Vorräten abgesetzt.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 18 T€ (Vorjahr: 492 T€) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 1.156 T€ (Vorjahr: 220 T€) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von 3.973 T€ (Vorjahr: 388 T€) aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von 2.500 T€ aus Darlehen sowie in Höhe von 8.545 T€ (Vorjahr: 11.346 T€) aus Cash Pooling.

4. Aktive Rechnungsabgrenzung

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Leasing-Sonderzahlungen, Mietvorauszahlungen, Lizenzgebühren sowie Zahlungen für Service- und Wartungsverträge und Zinsen.

5. Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Geschäftsjahr 2022 ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.

Der Gewinnvortrag aus dem Geschäftsjahr 2021 beträgt 65.636 T€ (Vorjahr: 59.618 T€).

Die Veränderung der Kapitalrücklage in Höhe von -664 T€ resultiert aus dem Erwerb von mehreren Minderheitsbeteiligungen vollkonsolidierter Gesellschaften im Geschäftsjahr.

6. Rückstellungen

Der Bewertung der Pensionsrückstellungen lagen folgende Prämissen zu Grunde:

- Zinssatz (10-Jahresdurchschnitt): 1,79%
- Zinssatz (7-Jahresdurchschnitt): 1,45%
- Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen: 0,00% bis 3,00%
- Erwartete Inflationsrate/Rententrend: 0,00% bis 2,00%

Der Konzern hat gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB einen zehnjährigen Zeitraum für die Ermittlung des durchschnittlichen Zinssatzes für die Diskontierung der Altersversorgungsverpflichtungen zu Grunde gelegt. Gegenüber der Ermittlung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von 2.670 T€ (Vorjahr: 2.894 T€).

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt 22.928 T€ (Vorjahr: 37.105 T€). Er wird mit Vermögensgegenständen im Wert von 2.105 T€ (Vorjahr: 2.002 T€) verrechnet, die ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen dienen. Den Erfüllungsbetrag übersteigendes Deckungsvermögen in Höhe von 163 T€ (Vorjahr: 64 T€) wurde auf der Aktivseite bei dem Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände betragen 1.755 T€, der bilanzierte Zeitwert 1.079 T€. Die Bilanzierung des Zeitwerts ergibt sich aus der Tatsache, dass die abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen dienen und daher zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und mit den dazugehörigen Schulden zu verrechnen sind (§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB, § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB). Diesbezüglich werden nur unwesentliche Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung verrechnet.

Die zum 1. Januar 2010 aufgrund der geänderten Vorschriften des Handelsgesetzbuches erforderliche Zuführung zur unmittelbaren Pensionsrückstellung von 1.540 T€ wurde im Berichtsjahr gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB mit mindestens 1/15 vorgenommen. Im Geschäftsjahr wurden 103 T€ zugeführt.

Bis zum 31. Dezember 2022 wurden bereits 1.335 T€ des Unterschiedsbetrags bilanziell erfasst.

Die in der Bilanz nicht ausgewiesenen unmittelbaren Pensionsrückstellungen betragen zum Bilanzstichtag 296 T€.

Aus mittelbaren Pensionsverpflichtungen ergibt sich eine Unterdeckung gemäß Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB. Die Unterdeckung beträgt zum 31. Dezember 2022 8.246 T€ (Art. 28 Abs. 2 EGHGB).

Die Unterdeckung aus nicht bilanzierten mittelbaren Versorgungsverpflichtungen bei dem Versorgungswerk Hörmann Gruppen-Unterstützungskasse e.V., Kirchseeon, nach § 249 HGB i.V.m. Art. 28 Abs. 2 EGHGB beträgt 22 T€.

Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellungen beträgt 3.659 T€ (Vorjahr: 3.423 T€). Er wird mit Vermögensgegenständen im Wert von 1.714 T€ (Vorjahr: 1.647 T€) verrechnet, die ausschließlich der Sicherung der Altersteilzeitverpflichtungen dienen.

Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände betragen 1.714 T€. Der bilanzierte Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände beträgt 1.714 T€. Der Zeitwert der Vermögensgegenstände entspricht grundsätzlich dem Kurswert zum Bilanzstichtag.

Diesbezüglich wurden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nur unwesentliche Zinsaufwendungen und Zinserträge verrechnet.

7. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Restlaufzeiten sind dem als Anlage 2 beigefügten Konzern-Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von 4.129 T€ (Vorjahr: 3.960 T€) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Darüber hinaus bestehen die im Geschäftsverkehr üblichen Besicherungen (z.B. Eigentumsvorbehalte, Globalzessionen und Sicherungsübereignungen von Warenlägern).

8. Postenübergreifende Erläuterungen

Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus den temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in den Posten Verlustvorträge, Pensionsrückstellungen, Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen und sonstige Rückstellungen.

Die passiven latenten Steuern resultieren aus den temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in den Posten Pensionsrückstellungen.

Es bestehen in den einzelnen Unternehmen gewerbesteuerliche und körperschaftsteuerliche Verlustvorträge. Aufgrund der Planungsrechnung der einzelnen Gesellschaften erwartet die Geschäftsführung, dass zukünftig gewerbesteuerliche und körperschaftsteuerliche Verluste mit steuerpflichtigen Gewinnen verrechnet werden können.

Durch Konsolidierungsmaßnahmen entstandene latente Steuerbe- und -entlastungen werden mit dem Steuersatz der Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, in Höhe von 30,52% berücksichtigt, wohingegen latente Steuern aus den Konzerngesellschaften mit einem einheitlichen Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von 15,83%, sowie mit einem individuellen hebesatzabhängigen Gewerbesteuersatz zwischen 11,55% und 17,15% bewertet werden. Die sich ergebenden Steueraufwendungen werden mit Steuererträgen verrechnet.

Es erfolgt eine Zusammenfassung der Steuerlatenzen aus den Einzelabschlüssen gemäß § 274 HGB mit den Steuerlatenzen auf Konzernebene gemäß § 306 HGB.

C. ANGABEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

2022
Mio. €
2021
Mio. €
Umsatzerlöse Inland 477 395
Umsatzerlöse Ausland 209 195
686 590
Geschäftsbereiche 2022
Mio. €
2021
Mio. €
Automotive 404 333
Intralogistics 79 0
Engineering 22 68
Services 0 17
Communication 180 170
Holdings 1 2
Gesamt 686 590

Gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr wurde der Bereich Services sowie einzelne Gesellschaften des Bereichs Engineering in den neu geschaffenen Bereich Intralogistics integriert. Aufgrund dessen werden für den Bereich Services keine Umsatzerlöse und für den Bereich Engineering geringere Umsatzerlöse ausgewiesen.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 8.503 T€ (Vorjahr: 5.291 T€), die in Höhe von 7.932 T€ (Vorjahr: 3.640 T€) aus der Auflösung von Rückstellungen sowie aus sonstigen periodenfremden Erträgen in Höhe von 380 T€ (Vorjahr: 1.651 T€) bestehen. Darüber hinaus werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 191 T€ (Vorjahr: 196 T€) ausgewiesen.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 551 T€ (Vorjahr: 1.023 T€). Diese enthalten Rückzahlungen von Kurzarbeitergeld 0 T€ (Vorjahr: 575 T€), Aufwendungen aus Forderungsverzichten in Höhe von 333 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie sonstige Aufwendungen in Höhe von 218 T€ (Vorjahr: 448 T€).

4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 123 T€ (Vorjahr: 610 T€) sowie periodenfremde Steuererträge in Höhe von 17 T€ (Vorjahr: 215 T€).

5. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- oder Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

D. SONSTIGE ANGABEN

1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a.) Haftungsverhältnisse

In Höhe von 2,4 Mio. € bestehen Haftungsverhältnisse gemäß §§ 251 i.V.m. 268 Abs. 7 HGB aus begebenen Bürgschaften für Verbindlichkeiten.

Ferner haftet die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, zusammen mit der Hörmann Automotive GmbH, Kirchseeon, als Mitkreditnehmer und Gesamtschuldner für einen von der Commerzbank AG, Frankfurt am Main, der Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, und der Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, eingeräumten Avalkreditrahmen bis zu einer Höhe von 0,5 Mio. € b.a.w. Zum 31. Dezember 2022 wurde dieser Avalkreditrahmen in Höhe von 0,5 Mio. € ausgeschöpft. Sowohl die Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, als auch die Hörmann Automotive GmbH, Kirchseeon, führen ihre Geschäfte nach unserer Kenntnis ordnungsgemäß und in einer Art und Weise, die gewährleistet, dass sie alle ihre Verpflichtungen aus eigener Kraft erfüllen können und damit eine Inanspruchnahme der Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, nicht zu erwarten ist.

Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der im Konzernanhang ausgewiesenen Bürgschaften für Verbindlichkeiten schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns zurzeit nicht vor.

Die Gruppengesellschaften gehen Haftungsverhältnisse nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur im Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschäftstätigkeit oder der verbundenen Unternehmen ein. Auf der Grundlage einer kontinuierlichen Risikoeinschätzung der eingegangenen Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung aller bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse geht der Konzern zurzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Daher wird das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen als nicht wahrscheinlich eingeschätzt.

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen wird auf Basis der zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bestehenden Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tochtergesellschaften als gering eingestuft. Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbare Risiken werden durch die Bildung von Rückstellungen in der Bilanz berücksichtigt.

b.) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verpflichtungen aus Leasing-, Miet- und Pachtverträgen sowie aus sonstigen längerfristigen Verträgen belaufen sich auf 48,5 Mio. €. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben in Höhe von 8,9 Mio. € eine Laufzeit von bis zu einem Jahr, in Höhe von 34,0 Mio. € eine Laufzeit von mehr als einem bis fünf Jahre und in Höhe von 5,6 Mio. € eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.

2. Nicht marktübliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es bestehen keine Geschäfte zu marktunüblichen Konditionen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen.

3. Honorare des Konzernabschlussprüfers

2022
T€
Abschlussprüfungsleistungen 683
andere Bestätigungsleistungen 0
Steuerberatungsleistungen 373
sonstige Leistungen 126
Summe 1.182

Zu dem oben genannten Honorar für Abschlussprüfungsleistungen betragen die Honorare des Netzwerkes des Abschlussprüfers innerhalb der Europäischen Union 61 T€.

4. Geschäftsführung

• Herr Dr. -Ing. Michael Radke, Ingenieur

• Herr Johann Schmid-Davis, Betriebswirt

• Herr Dr. -Ing. Christian E. Baur, Ingenieur, ab 18.07.2022

Die Geschäftsführer sind für Rechtsgeschäfte von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Hinsichtlich der Bezüge der Geschäftsführer erfolgen mit Bezug auf § 286 Abs. 4 HGB keine Angaben.

5. Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2022 waren ohne Berücksichtigung von Auszubildenden und Geschäftsführern im Durchschnitt 2.876 (Vorjahr: 2.787) Mitarbeitende beschäftigt. Die durchschnittliche Anzahl der Auszubildenden belief sich zusätzlich auf 84 (Vorjahr: 82).

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer nach Gruppen:

Gruppe 2022
Produktion 1.996
Vertrieb / Projektmanagement 296
Entwicklung 344
Verwaltung 240
Summe 2.876

6. Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB

Die Tochterunternehmen Hörmann Automotive GmbH, Kirchseeon, Hörmann Automotive Saarbrücken GmbH, Saarbrücken, Hörmann Automotive St. Wendel GmbH, St. Wendel, Hörmann Automotive Eislingen GmbH, Ebersbach an der Fils, Hörmann Automotive Wackersdorf GmbH, Wackersdorf, Hörmann Warnsysteme GmbH, Kirchseeon, Hörmann Logistik GmbH, München, HÖRMANN BauPlan GmbH, Chemnitz, VacuTec Meßtechnik GmbH, Dresden, Hörmann Rawema Engineering & Consulting GmbH, Chemnitz, Hörmann Kommunikation & Netze GmbH, Kirchseeon, Hörmann Digital GmbH, Kirchseeon, sowie die Hörmann Services GmbH, Kirchseeon, nehmen die Befreiungsvorschrift bezüglich der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse gemäß § 325 HGB sowie gegebenenfalls die Vorschriften bezüglich der Aufstellung eines Anhangs bzw. eines Lageberichts gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

7. Konzernzugehörigkeit

Die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, und ihre Beteiligungen werden als verbundene Unternehmen gemäß § 271 Abs. 2 HGB i.V.m. § 290 HGB in den Konzernabschluss der Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, als Mutterunternehmen mit dem größten Konsolidierungskreis einbezogen. Der Konzernabschluss der Hörmann Holding GmbH & Co. KG, Kirchseeon, wird beim Bundesanzeiger eingereicht und dort bekannt gemacht.

E. KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist nach DRS 21 (Deutsche Rechnungslegungs Standards) gegliedert.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist ein Indikator dafür, in welchem Maße es durch die operative Unternehmenstätigkeit gelungen ist, Zahlungsmittelüberschüsse zu erwirtschaften.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit gibt das Ausmaß an, in dem Aufwendungen für Ressourcen getätigt wurden, die künftige Erträge und Cashflows erwirtschaften sollen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet die für die Finanzierung des Hörmann Industries GmbH Konzerns geleisteten Zinszahlungen aufgrund der begebenen Anleihe.

Definition des Finanzmittelfonds

Der in der Konzern-Kapitalflussrechnung angegebene Finanzmittelfonds am Ende der Periode bestand ausschließlich aus kurzfristig verfügbaren Bankguthaben und Kassenbeständen. Es wird auf die Ausführungen im Konzernlagebericht, Anlage II, Seite 13, verwiesen.

 

Kirchseeon, den 26.04.2023

Hörmann Industries GmbH

Dr. -Ing. Michael Radke

Johann Schmid-Davis

Dr. -Ing. Christian E. Baur

Anlagen:

Anlage 1: Liste der im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen

Liste der im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der Hörmann Industries GmbH einbezogenen Unternehmen zum 31. Dezember 2022 Anteil Eigenkapital
T€
Gesamtes Eigenkapital
T€
Gesamtes Jahresergebnis
T€
Beteiligungsquote
%
Bereich Automotive
Hörmann Automotive GmbH, Kirchseeon 3 10.390,6 10.390,6 0,0 100,00%
Hörmann Automotive Saarbrücken GmbH, Saarbrücken 3 4.570,6 4.570,6 0,0 100,00%
Hörmann Automotive Eislingen GmbH, Ebersbach a.d. Fils 3 378,0 378,0 0,0 100,00%
Hörmann Automotive St. Wendel GmbH, St. Wendel 3 4.190,8 4.190,8 0,0 100,00%
Hörmann Automotive Wackersdorf GmbH, Wackersdorf 3 1.960,9 1.960,9 0,0 100,00%
Hörmann Automotive Assets GmbH, Kirchseeon -3.782,8 -3.782,8 -123,5 100,00%
Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH, Ginsheim-Gustavsburg 18.124,0 18.124,0 2.272,9 100,00%
Hörmann Automotive Slovakia s.r.o., Banovce, Slowakei 3.456,3 3.456,3 -944,9 100,00%
Versorgungswerk Hörmann Automotive Gustavsburg e.V., Ginsheim-Gustavsburg -3.730,2 -3.730,2 -811,8 100,00%
Bereich Intralogistics
Hörmann Intralogistics GmbH, Kirchseeon 9.640,6 9.640,6 -322,9 100,00%
Hörmann Logistik GmbH, München 3 5.672,9 6.035,0 0,0 94,00%
Hörmann Logistik Polska Sp z o.o., Danzig, Polen 26,5 26,5 -105,9 100,00%
HÖRMANN Logistik Czech Republic s.r.o., Prag, Tschechien 160,3 160,3 0,9 100,00%
HÖRMANN Klatt Conveyors GmbH (vormals Klatt Fördertechnik GmbH), Neumarkt am Wallersee, Österreich 1.647,4 3.230,2 1.239,2 51,00%
HÖRMANN Logistik Systeme GmbH, Graz, Österreich -794,5 -794,5 -829,5 100,00%
Hörmann Services GmbH, Kirchseeon 3 193,3 193,3 0,0 100,00%
Hörmann Industrieservice GmbH, Lehre 157,5 157,5 -1.264,8 100,00%
MAT Maschinentechnik GmbH, Salzgitter 351,0 351,0 324,0 100,00%
HÖRMANN Intralogistics Services GmbH (vormals Hörmann Automationsservice GmbH), Salzgitter 38,1 38,1 -812,0 100,00%
HÖRMANN Energy Solutions GmbH (vormals Hörmann Charging Solutions GmbH), Wolfsburg 22,2 22,2 -1,2 100,00%
Bereich Engineering HÖRMANN BauPlan GmbH, Chemnitz 3 1.382,3 1.382,3 0,0 100,00%
Hörmann Rawema Engineering & Consulting GmbH, Chemnitz 3 518,4 518,4 0,0 100,00%
VacuTec Meßtechnik GmbH, Dresden 3 6.766,3 7.518,1 0,0 90,00%
Hörmann Vehicle Engineering GmbH, Chemnitz 2.065,4 2.065,4 238,2 100,00%
Bereich Communication
Sparte Kommunikationssysteme
Funkwerk AG, Kölleda 26.094,4 33.454,8 14.818,3 78,00%
Funkwerk Systems GmbH, Kölleda 3 15.933,1 15.933,1 0,0 100,00%
Funkwerk StatKom GmbH, Kölleda 248,7 248,7 120,2 100,00%
Funkwerk Systems Austria GmbH, Wien, Österreich -1.839,4 -1.839,4 19,0 100,00%
Funkwerk Technologies GmbH, Kölleda 56.174,8 56.174,8 19.696,6 100,00%
Funkwerk video systeme GmbH, Nürnberg -41.807,7 -41.807,7 189,9 100,00%
Funkwerk plettac electronic GmbH, Nürnberg 1 25,0 25,0 0,0 100,00%
FunkTech GmbH, Kölleda 3 513,0 513,0 0,0 100,00%
Funkwerk IoT GmbH, Kölleda -1.028,2 -1.028,2 -40,3 100,00%
Funkwerk vipro.sys GmbH, Leipzig 197,7 197,7 1,7 100,00%
Hörmann Kommunikation & Netze GmbH, Kirchseeon 3 6.973,4 6.973,4 0,0 100,00%
euromicron AG in Insolvenz, Neu-Isenburg 2 -12.584,6 -81.930,8 -143.172,8 15,36%
Sparte Dienstleistung Kommunikation
Hörmann Warnsysteme GmbH, Kirchseeon 3 2.360,5 3.147,7 0,0 74,99%
Hörmann KMT Kommunikations- und Meldetechnik GmbH, Salzburg, Österreich 610,7 610,7 278,5 100,00%
Holdings, sonstige Unternehmen
Hörmann Digital GmbH, Kirchseeon 3 -214,1 -214,1 0,0 100,00%

1 vorläufig

2 Jahresergebnis 2019

3 Jahresergebnis nach Ergebnisabführung

Anlage 2: Konzern-Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit
bis zu einem Jahr
T€
größer ein Jahr
T€
davon größer 5 Jahre
T€
Gesamtbetrag 31.12.2022
T€
davon gesichert
T€
1. Anleihen 0 50.000 0 50.000 0
Vorjahr 0 50.000 0 50.000 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.431 4.375 0 7.806 0
Vorjahr 2.500 6.875 0 9.375 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 52.704 0 0 52.704 0
Vorjahr 40.068 0 0 40.068 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.129 0 0 4.129 0
Vorjahr 4.255 0 0 4.255 0
davon gegenüber Gesellschaftern 3.157 0 0 3.157 0
Vorjahr 3.117 0 0 3.117 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 14.370 0 0 14.370 0
Vorjahr 12.369 0 0 12.369 0
davon aus Steuern 7.343 0 0 7.343 0
Vorjahr 5.900 0 0 5.900 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.905 0 0 1.905 0
Vorjahr 1.318 0 0 1.318 0
davon gegenüber Gesellschaftern 308 0 0 308 0
Vorjahr 375 0 0 375 0
Geschäftsjahr 74.634 54.375 0 129.009 0
Vorjahr 59.192 56.875 0 116.067 0

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 20.06.2023 gebilligt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der Hörmann Industries GmbH, Kirchseeon, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Hörmann Industries GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.

Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichenVorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

• holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

• beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 26. April 2023

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Günter Wörl, Wirtschaftsprüfer

Philipp Jahn, Wirtschaftsprüfer

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