Bowtie Germany Topco GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ajeeth Kumar Enjeti seit 6.11.2025 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
P**** A**** W****** B***** | 1.11% |
K****** B******** | 0.69% |
E*** S*********** | 0.67% |
| Name | Anteil |
|---|---|
Bowtie Germany TopCo GmbHEigenbeteiligung | 0.08% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bowtie Germany Bidco GmbHGöttingenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Bowtie Germany BidCo GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Bowtie Germany BidCo GmbH , Göttingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bowtie Germany BidCo GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 28. Juni 2023 Ernst
& Young GmbH
Canzler, Wirtschaftsprüfer Hofmann, Wirtschaftsprüfer Inhalt Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
Der Periodenergebnis ist vollständig den Eigentümern der Muttergesellschaft zuzurechnen. Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember
Das Gesamtergebnis ist vollständig den Eigentümern der Muttergesellschaft zuzurechnen. KONZERNBILANZAktiva
Passiva
KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 2022 UND 2021
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 2022 UND 2021
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERNANHANG ZUM 31. DEZEMBER 20221. Allgemeine Informationen Bowtie Germany BidCo GmbH ("das Unternehmen") bietet durch seine Tochtergesellschaften (zusammen "der Konzern") Auftragsherstellungsleistungen (Contract Manufacturing Services - "CMS"), Produktentwicklungsdienste (Product Development Services - "PDS"), die Durchführung klinischer Studien (Clinical Trials Services - "CTS") sowie Logistikdienstleistungen im Bereich Gesundheitswesen (Healthcare Logistics Services - "HLS") für die globale Biotechnologie- und die Pharmabranche an. Mehrheitsgesellschafter der Konzernobergesellschaft (Bowtie Germany TopCo GmbH, Göttingen, Deutschland) ist ein Private-Equity-Fonds, betreut von CapVest Partners LLP (CapVest Fonds IV). Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Das Unternehmen ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, gegründet in und mit Firmensitz in 37081 Göttingen, Hildebrandstr. 12, und eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen unter HRB 206297. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio.€) angegeben. Durch die Erstellung des Konzernabschlusses in Mio.€ kann es bei der Addition zu Rundungsdifferenzen kommen, da die Berechnung der zugrundeliegenden Einzelpositionen auf Zahlen in Euro basiert. Der Konzernabschluss besteht aus den Bestandteilen Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung sowie erläuternden Angaben. Zur Verbesserung der Klarheit und Aussagefähigkeit wurden einzelne Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind in den erläuternden Angaben gesondert ausgewiesen und erläutert. 2. Erläuterungen zu Besonderheiten des Geschäfts- und Vorjahres In 2022 gab es keine Unternehmenserwerbe oder besondere Transaktionen. Im Vorjahr wurden zum 1. April 2021 die folgenden Konzerntochtergesellschaften erworben: Capsugel France SAS (Standort Ploermel, Frankreich), MW Encap Holdings Limited mit der Tochtergesellschaft MW Encap Limited (beide Standort in Edinburgh, UK). Zu beiden Erwerben wird auf die Details mit den Angaben zu den Unternehmenserwerben verwiesen. Darüber hinaus wurde der Konzern einer weiteren wesentlichen Veränderung im Rahmen einer Transaktion unter gemeinsamer Kontrolle unterzogen: Die Bowtie Germany BidCo GmbH, Göttingen, wurde am 20. Januar 2021 gegründet und hat zum 1. April 2021 100 % der Anteile der bis dahin bestehenden deutschen Holding der NextPharma Gruppe, die NextPharma Germany TopCo GmbH ("NextPharma TopCo") von deren Muttergesellschaft, der NextPharma UK MidCo GmbH erworben ("Erwerb"). Im Einklang mit dem deutschem Umwandlungsrecht wurden im Dezember 2021 im ersten Schritt die NextPharma Germany TopCo GmbH sowie im zweiten Schritt die NextPharma Germany ParentCo GmbH (Zwischenholding) rückwirkend auf den 1. Januar 2021 auf die Bowtie BidCo verschmolzen ("Verschmelzungen"). Ziel der Maßnahme ist es, die Komplexität der Holdingsstruktur durch eine Reduzierung der Anzahl von Gesellschaften zu vermindern. Die Transaktion unter gemeinsamer Kontrolle, ist im Folgenden der grafischen Darstellung zu entnehmen:
Im Ergebnis ist die Bowtie BidCo die Muttergesellschaft der NextPharma Gruppe seit dem 1. April 2021 und zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2021, während die NextPharma TopCo die Muttergesellschaft der NextPharma Gruppe zum Bilanzstichtag des vorherigen Geschäftsjahres am 31. Dezember 2020 war. Weder der Erwerb zum 1. April 2021 noch die rückwirkende Verschmelzung der NextPharma TopCo auf die Bowtie BidCo zum 1. Januar 2021 stehen der wirtschaftlichen Kontinuität der Gruppe im Übergangszeitraum zwischen dem 1. Januar 2021 bis zum 31. März 2021 und ab dem 1. April bis zum 31. Dezember 2021 entgegen. Das Geschäftsjahr der NextPharma besteht unverändert vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021. Nach Einschätzung der Unternehmensführung liegt eine Transaktion unter gemeinsamer Kontrolle vor. Im Rahmen der o. g. Veränderungen des Konzerns und der zum 1. April 2021 getätigten Unternehmenserwerbe wurde eine neue Finanzierung aufgesetzt. Ziel war die Vereinfachung der Finanzierungsstruktur, Verlängerung der Laufzeit, Sicherstellung eines guten Zinsniveaus und die Finanzierung der Unternehmenserwerbe sowie der oben genannten Umstrukturierung. 3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze, welche bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses angewendet wurden, sind nachfolgend dargelegt. Diese Grundsätze wurden stetig angewandt, sofern nicht anderweitig angegeben. 3.1 Grundlagen der Erstellung Der Konzernabschluss der Bowtie Germany BidCo GmbH wurde gemäß der IFRS (International Financial Reporting Standards) und den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie diese durch die Europäische Union übernommen wurden. Die Erstellung von Abschlüssen gemäß IFRS erfordert die Verwendung bestimmter wichtiger rechnungslegungsrelevanter Schätzungen. Dazu ist ebenfalls erforderlich, dass das Management sein Ermessen bei der Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns und des Unternehmens ausübt. Die Bereiche, bei denen ein höheres Maß an Urteilsvermögen notwendig ist oder die komplexer sind, oder Bereiche, wo Annahmen oder Schätzungen für die Abschlüsse wichtig sind, sind in Abschnitt 5 ausgewiesen. In Bezug auf im Konzernabschluss enthaltene Finanzangaben bedeutet ein Strich (,-,) dass die betreffende Position nicht anwendbar ist, und eine Null ("0"), dass der jeweilige Wert auf Null gerundet wurde. 3.2 Konsolidierungsgrundlagen Der Konzernabschluss enthält die Jahresabschlüsse des Unternehmens und all seiner Tochtergesellschaften. Tochtergesellschaften sind die juristischen Personen, über welche der Konzern die Kontrolle ausübt. Der Konzern kontrolliert eine juristische Person, wenn der Konzern variablen Erträgen aus seiner Beteiligung an der juristischen Person ausgesetzt ist, oder Rechte an diesen variablen Erträgen hält, und die Fähigkeit besitzt, diese Erträge mittels seiner Macht über die juristische Person zu beeinflussen. Tochtergesellschaften werden ab dem Datum vollkonsolidiert, an welchem die Kontrolle dem Konzern übertragen wird. Die Konsolidierung entfällt ab dem Datum, an dem die Kontrolle endet. Der Konzern wendet die Erwerbsmethode an, um Unternehmenszusammenschlüsse zu berücksichtigen. Die für den Erwerb einer Tochtergesellschaft transferierte Gegenleistung ist der Zeitwert der transferierten Vermögenswerte, der durch den früheren Eigentümer des übernommenen Unternehmens eingegangenen Verbindlichkeiten und der vom Konzern ausgegebenen Beteiligungen. Bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene, identifizierbare Vermögenswerte, übernommene verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden zunächst zu ihrem Zeitwert am Erwerbsdatum bemessen. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Gleiches gilt für die Pflichtangaben zu Haftungsverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden, soweit nicht durch Zwischenverluste Wertminderungen in Vermögenswerten aufgedeckt wurden, eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorfällen berücksichtigt. 3.3 Neu anzuwendende International Financial Reporting Standards und Interpretationen Die Bowtie Germany BidCo GmbH hat für den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sämtliche IFRS und Interpretationen des IFRIC angewendet, die von der EU übernommen wurden und die für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2022 verpflichtend anzuwenden sind: • Änderungen an IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept Durch die Änderungen wurde IFRS 3 dahingehend aktualisiert, dass sich die Verweise nunmehr auf das aktuelle Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung 2018 beziehen. Die Änderungen enthalten auch das Erfordernis, dass ein Erwerber bei Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 fallen, IAS 37 anwendet, um festzustellen, ob zum Erwerbszeitpunkt eine gegenwärtige Verpflichtung aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit besteht. Bei einer Abgabe, die in den Anwendungsbereich von IFRIC 21 fällt, wendet der Erwerber IFRIC 21 an, um zu bestimmen, ob das verpflichtende Ereignis, das zu einer Verpflichtung zur Zahlung der Abgabe führt, bis zum Erwerbszeitpunkt eingetreten ist. Schließlich fügen die Änderungen eine ausdrückliche Klarstellung hinzu, dass ein Erwerber die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Eventualforderungen nicht ansetzen darf. Da der Konzern keinen Unternehmenszusammenschluss im Geschäftsjahr 2022 hatte, ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. • Änderungen an IAS 16 Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten Zustands Die Änderungen an IAS 16 verbieten nunmehr explizit den Abzug möglicher Nettoerträge von den Anschaffungskosten einer Sachanlage. Sofern Güter hergestellt werden, während eine Sachanlage an den vom Management beabsichtigten Standort bzw. in den beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird, hat ein Unternehmen die Erträge aus der Veräußerung solcher Güter und deren Herstellungskosten erfolgswirksam in Übereinstimmung mit den jeweils einschlägigen Standards zu erfassen. Für die Bewertung der Herstellungskosten sind die Vorschriften in IAS 2 anzuwenden. Kosten für Testläufe, mit denen überprüft wird, ob der Vermögenswert ordnungsgemäß funktioniert, stellen weiterhin ein Beispiel für direkt zurechenbare Kosten dar. Durch die Änderungen wird nunmehr klargestellt, dass Testläufe dazu dienen zu beurteilen, ob die technische oder physische Leistungsfähigkeit des Vermögenswerts dergestalt ist, dass dieser für die Herstellung oder Lieferung von Gütern oder Dienstleistungen, die Vermietung an Dritte oder für Verwaltungszwecke genutzt werden kann. Weiterhin sind nun zusätzliche Anhangangaben zu den erfolgswirksam erfassten Erträgen und Kosten aus der Veräußerung von Gütern erforderlich, die im Rahmen von Testläufen produziert wurden, die nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens anfallen. Die jeweiligen Beträge sind anzugeben und darüber hinaus die Posten, in denen diese enthalten sind. Dies ist nur dann nicht erforderlich, wenn sie in der Gesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen werden. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da im Konzern keine Sachanlagen vorhanden sind, bei denen im Rahmen von Testläufen Güter hergestellt werden. • Änderungen an IAS 37 Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen Die Änderungen an IAS 37 konkretisieren den Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen. Als Erfüllungskosten sind alle direkt zurechenbaren Kosten zu berücksichtigen, also sowohl die inkrementellen Kosten der Erfüllung des Vertrags (z.B. direkt zurechenbare Arbeits- und Materialkosten) als auch eine Verrechnung anderer, der Erfüllung des Vertrags direkt zurechenbaren Kosten (z.B. anteilige Abschreibung auf Sachanlagen, die für die Erfüllung mehrerer Verträge genutzt werden). Die Änderungen sind auf alle Verträge anzuwenden, bei denen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens noch nicht alle Verpflichtungen erfüllt wurden. Die Vergleichsinformationen sind nicht anzupassen; stattdessen ist der kumulierte Effekt der Erstanwendung in den Gewinnrücklagen (oder einem anderen geeigneten Eigenkapitalposten) der Eröffnungsbilanz zu erfassen. Die Änderungen hatten keine Auswirkung auf den Konzernabschluss, da keine wesentlichen belastenden Verträge im Konzern vorliegen. Neue Standards, die noch nicht angewendet werden
Sonstige Standards Die nachstehenden geänderten Standards und Interpretationen haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
3.4 Fremdwährungen Die funktionale Währung und die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Die Umrechnung aller in einer von der Berichtswährung abweichenden Währung erstellten Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung gem. IAS 21 "The Effects of Changes in Foreign Exchange Rates". Da alle Tochterunternehmen als finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch selbständige Teileinheiten zu betrachten sind, ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochterunternehmen wurden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag sowie die Aufwendungen und Erträge nach IAS 21.40 zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnungsdifferenzen, die aus diesen abweichenden Umrechnungskursen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, wurden erfolgsneutral behandelt. Die Kursdifferenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals mit historischen Kursen sind ebenfalls erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet worden. Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Monetäre Posten in fremder Währung werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Die hieraus resultierenden Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst. In fremder Währung erworbene, nicht monetäre Positionen sind mit den historischen Werten angesetzt worden. Folgende Wechselkurse basieren auf den Wechselkursen der Europäischen Zentralbank EZB und wurden für die Währungsumrechnung verwendet:
3.5 Unternehmensfortführung Der Konzernabschluss wurde auf Basis der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt. Am 31. Dezember 2022 hatte NextPharma ein Netto-Umlaufvermögen von 69,5 Mio. € (2021: 61,1 Mio. €), welches sich aus dem kurzfristigen Vermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten errechnet und ein Gesamtnettovermögen von 50,9 Mio. € (2021: 35,8 Mio. €). Die Geschäftsführung hat die zukünftige Finanzierungs- und Liquiditätslage des Konzerns und des Unternehmens - einschließlich potenzieller negativer Effekte des Krieges in der Ukraine - berücksichtigt sowie Kapitalflüsse und Zahlungsmittelpositionen beurteilt. In Verbindung mit den noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien von 74,4 Mio. € (abzüglich bereits in Anspruch genommenen Bürgschaften und Garantien in Höhe von 1,6 Mio. €) ist die Geschäftsführung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Konzern und die Gesellschaft über ausreichende Mittel verfügen, um fällige Verbindlichkeiten für mindestens 12 Monate nach dem Aufstellungszeitpunkt dieses Abschlusses zu bedienen, sowie die damit verbundenen Kreditbedingungen erfüllen zu können. Die Prüfung der Einhaltung der Kreditbedingungen erfolgt quartalsweise anhand von Managementinformationen und jährlich anhand der geprüften Abschlüsse. Wir haben detaillierte Prognosen und Budgets für einen ausreichenden künftigen Zeitraum bis zwölf Monaten sowie Mehrjahresplanungen erstellt, um die Erfüllung dieser Kreditbedingungen zu beurteilen. 3.6 Umsatzrealisierung Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Die Realisation der Umsatzerlöse erfolgt in Abhängigkeit der Kundenverträge. Ein wesentlicher Teil der Verträge von NextPharma mit Kunden bezieht sich auf die Herstellung von Arzneimitteln ohne Zusatzleistungen, bei denen bei Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen Umsatzerlöse erzielt werden. Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt des Versands erfasst, wenn Risiko und Eigentum auf den Kunden übergegangen sind und NextPharma ihre Leistungsverpflichtungen erfüllt hat. Der Versand erfolgt nach Qualitätssicherungsanalyse und Freigabe des Produkts, was zur Freigabe aus dem Lager führt. Nach Versand bestehen keine nicht erfüllten Verpflichtungen von NextPharma in Bezug auf den Fertigungsvertrag. Ein weiterer wesentlicher Teil der Verträge beinhaltet eine kundenspezifische Fertigung und ein vollstreckbares Recht auf Zahlung während der Vertragslaufzeit. Bei diesen Verträgen erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen auf Basis der produzierten Arzneimittel des Vertrages im Verhältnis zur vertraglichen Menge. Die entsprechenden Aufwendungen werden ebenfalls erfolgswirksam in der Periode erfasst. In bestimmten Verträgen sind die Rechnungsstellung vor Versand oder Leistungserbringung vorgesehen. Diese Abrechnungen werden als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen, bis die Voraussetzungen zur Umsatzerlösrealisation erfüllt sind. Mehrwertsteuer und andere Umsatzsteuern werden nicht im Umsatz ausgewiesen. NextPharma hat auch Verträge für Entwicklungsdienstleistungen, Labordienstleistungen, Dienstleistungen für klinische Prüfungen und Lager- / Lieferlogistikdienste. Der Verkauf von Dienstleistungen wird in dem Zeitraum erfasst, in dem die Dienstleistungen erbracht werden, sofern die erbrachten Leistungen (in der Regel auf Stundenbasis) juristisch durchsetzbar abgerechnet werden können (zeitraumbezogene Umsatzrealisierung). Die Verträge mit Kunden enthalten keine wesentlichen Finanzierungselemente. Verkäufe werden zu marktüblichen Konditionen getätigt. Die festgelegten Zahlungskonditionen liegen im Normalfall bei 30 Tagen. In der Anhangangabe 7 ist eine Darstellung der Erlöse aus Kundenverträgen enthalten. 3.7 Aktivierte Eigenleistungen Aktivierte Eigenleistungen betreffen Personalkosten, die im Zusammenhang mit spezifischen Investitionsprojekten für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte angefallen sind, und welche die Kriterien für eine Aktivierung erfüllen. 3.8 Sachanlagen Sachanlagen sind mit dem Anschaffungskosten- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibung erfasst. Die Anschaffungskosten enthalten Aufwendungen, welche direkt dem Erwerb der Vermögenswerte zuzurechnen sind. Folgekosten sind im Buchwert des Vermögenswertes enthalten oder, je nach Eignung, nur dann als separater Vermögenswert realisiert, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen in Zusammenhang mit dem Posten dem Konzern zufließen wird und die Kosten des Postens verlässlich bemessen werden können. Der Buchwert des ersetzten Teils wird ausgebucht. Alle sonstigen Reparatur- und Wartungskosten werden in der Erfolgsrechnung in der Berichtsperiode, in welcher sie angefallen sind, belastet. Grund und Boden wird nicht abgeschrieben. Die Abschreibung für andere Vermögenswerte wird linear durchgeführt, um deren Kosten oder neu bewerteten Restwerte über ihre geschätzte Nutzungsdauer hinaus, unter Anwendung des Komponenten-Ansatzes, sofern anwendbar, wie folgt zu berechnen:
Die Restwerte und Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden am Ende jeder Berichtsperiode geprüft und gegebenenfalls angepasst. Der Buchwert eines Vermögenswertes wird sofort auf dessen erzielbaren Betrag abgeschrieben, falls der Buchwert des Vermögenswertes höher ist als dessen geschätzter erzielbarer Betrag. Veräußerungsgewinne und -verluste werden durch Vergleich des Nettoveräußerungserlöses mit dem Buchwert des Vermögenswerts bestimmt und gehen in die Erfolgsrechnung ein. In bestimmten Fällen leisten die Kunden von NextPharma einen Finanzierungsbeitrag für den Erwerb von Sachanlagevermögen. In diesen Fällen wird der Beitrag in der Bilanz abgegrenzt und über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts als Umsatzerlös in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Beginn der Erlösrealisierung ist der Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert von NextPharma genutzt wird. 3.9 Leasingverhältnisse Der Konzern mietet verschiedene Büro- und Lagergebäude sowie Anlagen und Fahrzeuge. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von 3 Monaten bis 14 Jahren abgeschlossen, können jedoch, wie unten beschrieben, Verlängerungsoptionen aufweisen. Der Konzern macht bei Leasingverhältnissen, für die der Konzern Leasingnehmer ist, von dem Wahlrecht Gebrauch, keine Aufteilung zwischen Leasing- und Nichtleasingkomponenten vorzunehmen, sondern den Vertrag im Ganzen als Leasingvertrag zu bilanzieren. Leasingverhältnisse werden zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen werden bei Erstansatz zum Barwert erfasst und beinhalten feste Leasingzahlungen. In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind darüber hinaus Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen berücksichtigt. Leasingzahlungen werden mit dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst. Sofern dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmbar ist, erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, d. h. dem Zinssatz, den der jeweilige Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er Mittel aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit unter vergleichbaren Bedingungen zu erwerben. Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinszahlungen aufgeteilt. Der Zinsanteil wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Der Zinssatz wird zum Bilanzstichtag auf seine Angemessenheit überprüft. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des zugrundeliegenden Leasingvertrags abgeschrieben. Wenn die Ausübung einer Kaufoption aus Sicht des Konzerns hinreichend sicher ist, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswerts. Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeugen und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand im Gewinn oder Verlust erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Vermögenswerte mit geringem Wert beinhalten IT-Ausstattung und kleinere Gegenstände der Büroausstattung. 3.10 Geschäfts- oder Firmenwert Der positive Geschäfts- oder Firmenwert, der sich aus dem Erwerb von Tochtergesellschaften ergibt, stellt den Überschuss der transferierten Gegenleistung über dem Zeitwert der erworbenen, identifizierbaren Netto-Vermögenswerte dar und unterliegt keiner regulären Abschreibung, sondern wird jährlich auf Wertminderung geprüft. Zum Zwecke der Prüfung der Wertminderung wird der Geschäfts- oder Firmenwert, der sich aus Unternehmenszusammenschlüssen ergibt, maßgeblichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units - CGUs) oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Jede CGU oder Gruppe von CGUs, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, stellt die niedrigste Ebene innerhalb der Gruppe dar, für welche der Geschäfts- oder Firmenwert durch das Management überwacht wird. Prüfungen der Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes werden jährlich oder häufiger durchgeführt, falls Ereignisse oder Veränderungen von Umständen auf eine potenzielle Wertminderung hindeuten. Der Buchwert der CGU, welche den Geschäfts- oder Firmenwert enthält, wird mit dem erzielbaren Betrag verglichen, welcher der höhere Betrag aus Nutzungswert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, ist. Jegliche Wertminderung wird sofort als Aufwand realisiert und ist in der Folge nicht umkehrbar. Ein negativer Geschäfts- oder Firmenwert aus Unternehmenszusammenschlüssen, der sich aus einem höheren Zeitwert der erworbenen identifizierbaren Netto-Vermögenswerte im Vergleich zu der transferierten Gegenleistung ergibt, wird nach erneuter Beurteilung durch den Konzern gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 3.11 Immaterielle Vermögenswerte, außer Geschäfts- oder Firmenwert Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibung und abzüglich jeglicher Wertminderungsverluste angesetzt. Bei immateriellen Vermögenswerten wird generell ab Inbetriebnahme des Vermögenswertes eine lineare Abschreibung angewendet. Im Konzern betragen die Nutzungsdauern für erworbene immaterielle Vermögenswerte in der Regel:
Die bilanzierten Kundenverträge werden als immaterielle Vermögenswerte für Kundenbeziehungen ausgewiesen und anhand der erwarteten Umsätze - basierend auf historischen Umsätzen bzw. erwarteter Entwicklung - bewertet sowie (s.o.) über die erwartete Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Soweit angemessen erfolgt die Abschreibung linear oder gestaffelt entsprechend der Zeitwertermittlung und wird regelmäßig überprüft. Eine Prüfung auf Wertminderung wird für immaterielle Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, durchgeführt, falls es einen Hinweis auf Wertminderung gibt. Erworbene Computer-Software, bei der Software separat von der Hardware erworben wird, wird auf Basis angefallener Erwerbs- und Inbetriebsetzungskosten für die spezifische Software kapitalisiert. Diese Kosten werden über ihre geschätzte Nutzungsdauer von in der Regel 5 Jahren linear abgeschrieben. 3.12 Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte Vermögenswerte, die der Abschreibung unterliegen, werden immer dann auf Wertminderung geprüft, wenn Ereignisse oder Veränderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert nicht erzielbar sein könnte. Ein Wertminderungsverlust wird für den Betrag realisiert, um welchen der Buchwert des Vermögenswertes den dafür erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Zum Zwecke der Bewertung von Wertminderungen werden Vermögenswerte auf den niedrigsten Stufen gruppiert, für welche es weitgehend unabhängige Mittelzuflüsse aus Mittelzuflüssen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) gibt. Vorherige Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte (ausgenommen dem Geschäfts- oder Firmenwert) werden zu jedem Bilanzstichtag auf mögliche Umkehrung geprüft. 3.13 Finanzielle Vermögenswerte Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Vermögenswerte als (i) finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten und (ii) derivative Finanzinstrumente. Die Klassifizierung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns bzw. dem Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden, und wird vom Management bei der erstmaligen Erfassung der Vermögenswerte festgelegt. Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten nur, wenn beide der folgenden Kriterien erfüllt sind:
Darlehen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden. Sie werden als kurzfristige Vermögenswerte bilanziert, mit Ausnahme der Fälligkeiten von mehr als 12 Monaten nach dem Ende der Berichtsperiode. Diese sind als langfristige Vermögenswerte klassifiziert. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Beträge, die von Kunden für im normalen Geschäftsgang verkaufte Waren oder erbrachte Leistungen geschuldet werden. Sie sind fällig innerhalb der Zahlungsfristen des Konzerns (typischerweise zwischen 14 und 60 Tagen) und sind so als kurzfristig klassifiziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden anfänglich mit dem Betrag der vorbehaltlosen Gegenleistung angesetzt. Der Konzern hält die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit dem Ziel, die vertraglichen Zahlungen zu erhalten und bewertet sie nach Ansatz einer Wertberichtigung für erwartete Verluste zu fortgeführten Anschaffungskosten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzern-Kapitalflussrechnung umfassen Bargeld, kurzfristig verfügbare Bankeinlagen und Kontokorrentkredite. In der Konzernbilanz werden Kontokorrentkredite als finanzielle Verbindlichkeiten innerhalb der Darlehen in den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Langfristige finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten beziehen sich auf Rechte aus Rückversicherungspolicen im Zusammenhang mit künftigen Leistungen, die im Wesentlichen im Rahmen des Waltrop Pensionsschemas zu zahlen sind. Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Zinssatz-Caps, die zu wirtschaftlichen Sicherungszwecken eingesetzt werden. Derivative Finanzinstrumente werden anfänglich und in der Folge - soweit kein Hedge Accounting angewendet wird - zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Gewinne oder Verluste bei Bewertungsänderung werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2022 entstand ein Ertrag in Höhe von 8,3 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,0 Mio. €), der im Finanzergebnis erfasst wurde. Im vorliegenden Konzernabschluss wurde in Einzelfällen Hedge Accounting gemäß IFRS 9 angewendet. Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Cashflow Hedges designiert worden sind, inklusive darauf entfallender latenter Steuern werden bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral ins Eigenkapital eingestellt, soweit die Effektivität nachgewiesen werden kann. Der ineffektive Teil der Sicherungsbeziehung wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam berücksichtigt. Die Laufzeiten der Sicherungsbeziehungen werden grundsätzlich mit dem Eintritt der Transaktionen koordiniert. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte klassifiziert, wenn ihr beizulegenden Zeitwert positiv oder als Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegenden Zeitwert negativ ist. Derivative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die aus unterschiedlichen Transaktionen entstehen, werden nur saldiert, wenn die Transaktionen mit derselben Gegenpartei stattfinden, ein gesetzliches Recht zur Aufrechnung besteht und die Parteien beabsichtigen, die Kapitalflüsse auf einer Nettobasis zu regeln. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn das Recht auf Erhalt von Kapitalflüssen aus den Vermögenswerten abgelaufen ist oder übertragen wurde und der Konzern im Wesentlichen alle Eigentumsrisiken und -vorteile übertragen hat. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden aufgerechnet und der Nettobetrag wird in der Bilanz ausgewiesen, wenn ein gesetzlich durchsetzbares Recht zur Aufrechnung der Beträge besteht und die Absicht besteht, sich auf eine Nettobasis zu einigen oder den Vermögenswert zu realisieren und simultan die Verbindlichkeit zu begleichen. Das gesetzlich durchsetzbare Recht darf nicht von zukünftigen Ereignissen abhängig sein und muss im normalen Geschäftsverlauf und im Verzugsfall, bei Insolvenz oder Bankrott des Konzerns oder der Gegenpartei, durchsetzbar sein. Sämtliche finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten werden in Euro denominiert, so dass kein Währungsrisiko besteht. 3.14 Wertminderung finanzieller Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen dem erwarteten Kreditrisikomodell. Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz von IFRS 9 für die Bewertung erwarteter Kreditverluste an, wobei für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine Wertberichtigung über die während der Laufzeit zu erwartenden Verluste verwendet wird. Um die erwarteten Kreditverluste zu ermitteln, werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anhand des Merkmals der überfälligen Tage bewertet. Die erwarteten Verlustraten basieren auf den Zahlungsprofilen der Kunden und den entsprechenden historischen Kreditverlusten, die in diesen Zeiträumen aufgetreten sind. Die historischen Verlustraten sind an aktuelle und Entwicklung von makroökonomischen Faktoren, die die Fähigkeit der Kunden zur Begleichung der Forderungen beeinflussen, angepasst. Der Konzern hat das BIP und die Arbeitslosenquote der Länder, in denen er Waren und Dienstleistungen verkauft, als die wichtigsten Faktoren eingestuft und passt die historischen Verlustquoten entsprechend den erwarteten Änderungen dieser Faktoren an. Auf dieser Basis wurden die erwarteten Verlustquoten im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermittelt (unverändert zum Vorjahr):
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist. Zu den Indikatoren, wonach nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist, zählen unter anderem das Versäumnis des Schuldners, sich zu einem Rückzahlungsplan gegenüber dem Konzern zu verpflichten und das Versäumnis, für eine Periode vom mehr als sechs Monaten Zahlungsverzug, vertragliche Zahlungen zu leisten. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Betriebsergebnis als Wertminderungsaufwendungen, netto, dargestellt. In Folgeperioden erzielte, früher bereits abgeschriebene Beträge, werden im gleichen Posten erfasst. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen sonstige Forderungen. Für diese werden keine Verluste erwartet. 3.15 Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und realisierbarem Nettowert bewertet. Die Kosten für Rohstoffe werden nach der "First-In-First-Out" (FIFO)-Methode bestimmt. Die Kosten für fertige und unfertige Erzeugnisse umfassen Rohmaterialien, direkte Arbeitskosten, sonstige direkte Kosten und bezogene Fertigungsgemeinkosten (basierend auf normaler Betriebsauslastung). Ausgeschlossen sind Fremdkapitalkosten. Der realisierbare Nettowert ist der geschätzte Verkaufspreis im normalen Geschäftsgang, abzüglich zurechenbarer variabler Vertriebsaufwendungen. Am Ende jeder Berichtsperiode werden Vorräte auf Wertminderung geprüft. Ist ein Vorratsposten wertgemindert, wird der identifizierte Vorrat auf seinen Verkaufspreis, abzüglich Kosten für Fertigstellung und Vertrieb, reduziert und ein Wertminderungsaufwand wird in der Erfolgsrechnung realisiert. Wo eine Umkehrung der Wertminderung erforderlich ist, wird die Wertminderungsgebühr umgekehrt, bis zu einem Wertminderungsverlust, und wird als Ertrag in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 3.16 Finanzverbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der angefallenen Transaktionskosten angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Jede Differenz zwischen dem Erlös (nach Abzug der Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Finanzverbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die Verbindlichkeit abgegolten ist, das heißt, wenn die vertragliche Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder abgelaufen ist. Die Differenz zwischen dem Buchwert einer finanziellen Verbindlichkeit, die gelöscht oder auf eine andere Partei übertragen wurde und der gezahlten Gegenleistung einschließlich der nicht-geldlichen übertragenen Vermögenswerte oder übernommenen Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag oder Finanzierungsaufwand erfasst. Direkte Refinanzierungskosten im Zusammenhang mit Darlehen wie Arrangement-Gebühren werden mit den Finanzschulden saldiert und über den Zeitraum der vorrangigen Fazilitäten abgeschrieben. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden im Ergebnis der Periode erfasst, in der sie anfallen. 3.17 Laufender Steueraufwand und latente Steuern Der Steueraufwand für die Periode umfasst laufende und latente Steuern. Steuern werden in der Erfolgsrechnung ausgewiesen, es sei denn sie beziehen sich auf eine Position im sonstigen Ergebnis. In diesem Fall wird die Steuer dort ausgewiesen. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis der für die Rechnungsperiode in den Ländern maßgeblichen Steuer berechnet, in denen das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften tätig sind und zu versteuernde Einkünfte generieren. Das Management beurteilt regelmäßig die Steueranmeldungen hinsichtlich von Positionen, in welchen die geltenden Steuervorschriften der Interpretation unterliegen. Sofern angemessen, werden Rückstellungen für die voraussichtlich an die Steuerbehörden zu zahlenden Beträgen gebildet. Latente Steuern werden auf Basis temporärer Differenzen gebildet, die sich zwischen den Besteuerungsgrundlagen für Aktiva und Passiva und deren Buchwerten im Konzernabschluss ergeben. Jedoch werden latente Steuerverbindlichkeiten nicht bilanziert, wenn sie aus dem erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts resultieren. Latente Steuern werden ebenfalls nicht bilanziert, wenn sie aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld in einer anderen Transaktion als einem Unternehmenszusammenschluss entstehen, der zum Zeitpunkt der Transaktion weder die Bilanzierung noch den steuerpflichtigen Gewinn oder Verlust beeinflusst. Latente Steuern werden anhand von Steuersätzen (und Gesetzen) ermittelt, die in den Ländern, in denen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften tätig sind und zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, voraussichtlich gelten, wenn der entsprechende latente Steueranspruch realisiert oder die latente Steuerverbindlichkeit beglichen wird. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn erwirtschaftet wird, mit welchem die temporären Differenzen verrechnet werden können. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein gesetzlich durchsetzbares Recht zur Saldierung tatsächlicher Steuerforderungen gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten besteht, und wenn die latenten Steuerforderungen und -Verbindlichkeiten Ertragsteuern betreffen, die durch dieselbe Steuerbehörde derselben oder verschiedenen steuerpflichtigen Einheiten auferlegt wurde und die Absicht besteht, die Salden auf einer Nettobasis auszugleichen. 3.18 Leistungen an Arbeitnehmer Der Konzern bietet Mitarbeitern eine Reihe von Sozialleistungen, einschließlich jährlichen Bonusvereinbarungen, Regelungen über bezahlten Urlaub und Pensionsvorsorgeprogrammen. Kurzfristige Sozialleistungen, einschließlich Urlaubszulagen sowie nichtmonetäre Leistungen, werden als Aufwand in der Periode realisiert, in welcher die Leistung erfolgt. Der Konzern betreibt einen jährlichen Bonusplan für Mitarbeiter. Ein Aufwand wird realisiert, wenn der Konzern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung hat, infolge vorangegangener Ereignisse Zahlungen gemäß dem Plan zu leisten und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtung erstellt werden kann. Ein beitragsorientiertes Pensionsvorsorgeprogramm ist ein Pensionsplan, gemäß dem der Konzern Beiträge auf Vertragsbasis an öffentlich oder privat geführte Rentenversicherungspläne leistet. Der Konzern hat keine gesetzlichen oder faktischen Verpflichtungen, über die Festbeiträge hinaus weitere Beiträge zu zahlen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit als Personalaufwand erfasst. Vorausbezahlte Beiträge werden als Vermögenswert erfasst, sofern eine Rückerstattung oder Reduzierung der künftigen Zahlungen vorliegt. Ein festgelegter Vorsorgeplan ist ein Pensionsplan, bei dem es sich nicht um einen festgelegten Beitragsplan handelt. Üblicherweise sind in festgelegten Vorsorgeplänen Beträge von Pensionsleistungen festgelegt, die ein Mitarbeiter bei Pensionierung erhalten wird, normalerweise abhängig von einem oder mehreren Faktoren, wie z. B. Alter, Dienstjahre und Abfindung. Die in der Bilanz hinsichtlich der festgelegten Pensionsvorsorgepläne ausgewiesene Verbindlichkeit ist der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Ende der Berichtsperiode, abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Die leistungsorientierte Verpflichtung wird jährlich durch unabhängige Versicherungsmathematiker, mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens, berechnet. Der aktuelle Wert der leistungsorientierten Verpflichtung wird durch Diskontierung der geschätzten künftigen Mittelabflüsse bestimmt, mittels Zinssätzen qualitativ hochwertiger Unternehmensanleihen, die in der Währung benannt sind, in welcher die Leistungen ausbezahlt werden, und welche Laufzeiten bis zur Fälligkeit haben, die annähernd mit den Laufzeiten der zugehörigen Pensionsverbindlichkeit übereinstimmen. Der laufende Dienstzeitaufwand, der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Personalaufwand ausgewiesen wird, spiegelt den Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtung, die sich aus der Leistung in der laufenden Periode sowie der Leistungsänderungen, Plankürzungen und Abfindungen ergibt, wider. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Nettozinsaufwand wird durch Anwendung des Abzinsungssatzes auf den Saldo aus der leistungsorientierten Verpflichtung und dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens berechnet. Diese Kosten sind im Personalaufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die sich aus dienstzeitbedingten Anpassungen und Veränderungen der versicherungsmathematischen Annahmen ergeben, werden dem sonstigen Ergebnis in der Entstehungsperiode belastet oder gutgeschrieben. Hinsichtlich des festgelegten Pensionsvorsorgeprogramms für Mitarbeiter des Waltrop-Plans zahlt der Konzern Beiträge in eine Rückversicherungsvereinbarung ein, welche Deckung für die Erfüllung der Verbindlichkeiten bietet, welche über die Vermögenswerte des Programms hinausgehen und die an Programmteilnehmer ausbezahlt werden müssen. Der Aufwand für Beiträge in den Rückversicherungsvermögenswert wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Personalaufwand erfasst. 3.19 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen zur Zahlung von Waren oder Dienstleistungen, die im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit von Lieferanten erworben bzw. empfangen wurden. Sie werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, wenn die Zahlung innerhalb eines Jahres oder vorher fällig ist. Falls dies nicht zutrifft, werden die Verpflichtungen als langfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden anfänglich zum Transaktionspreis angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bemessen. 3.20 Stammkapital Gesellschaftsanteile werden als Eigenkapital klassifiziert. Kosten, die direkt der Ausgabe neuer Anteile zuzurechnen sind, sind im Eigenkapital als Abzug von den Einnahmen, abzüglich Steuer, ausgewiesen. 3.21 Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen, die den Konzern für angefallene Aufwendungen kompensieren, werden planmäßig in den Zeiträumen, in denen die Aufwendungen erfasst werden, als sonstige Erträge im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn, die Zuwendungsbedingungen werden erst erfüllt, nachdem die zugehörigen Aufwendungen angesetzt wurden. In diesem Fall wird die Zuwendung in der Periode erfasst, in der der Anspruch entsteht. 4. Finanzielles Risikomanagement 4.1 Finanzielle Risikofaktoren NextPharma ist einem Kreditrisiko (dem Risiko, dass eine Partei eines Finanzinstruments durch Nichtzahlung ihrer Verbindlichkeiten, einen Verlust für die jeweils andere Partei verursacht), einem Liquiditätsrisiko (dem Risiko, dass eine Rechtsperson Schwierigkeiten bei der Bezahlung ihrer Finanzverbindlichkeiten haben wird) und einem Zinsrisiko (dem Risiko, dass eine Erhöhung der Zinssätze zu höheren Zinszahlungen auf Kreditaufnahmen führen wird) ausgesetzt. NextPharma ist keinem wesentlichen Wechselkursrisiko ausgesetzt, da es konzernweit lediglich ein operativ tätiges Unternehmen mit einer funktionalen Währung gibt, die vom Euro abweicht, sowie alle wesentlichen Zahlungsströme des Konzerns in Euro erfolgen. Risikomanagement NextPharma hat geeignete Verfahren implementiert, um die finanzielle Risikoexposition zu steuern. Kreditrisiko: Kunden unterliegen Bonitätsprüfungen. Angemessene Kreditlimits und Zahlungsbedingungen (normalerweise im Bereich von 14 bis 60 Tagen) werden umgesetzt, um das Kreditrisiko des Konzerns zu steuern. Die Einhaltung der vom Konzern angewendeten Zahlungsziele durch die Kunden wird regelmäßig durch das Management über eine Prüfung des Wertes und des Alters der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche von den Kunden fällig sind, bewertet. Die kurzfristigen Bankeinlagen des Konzerns werden derzeit durch Moody's Investors Services mit B3 (outlook stable) eingestuft. Das Management erwartet keine Finanzverluste infolge von Nichterfüllung durch Gegenparteien. Liquiditätsrisiko: Kapitalfluss-Prognosen werden in den Betriebseinheiten des Konzerns durchgeführt und durch die zentrale Finanzstelle zusammengefasst. Das Management prüft regelmäßig die kurzfristigen Prognosen der Liquidationslage des Konzerns, um sicherzustellen, dass ausreichende Zahlungsmittel vorhanden sind, um Betriebserfordernisse und Zahlungsanforderungen für Fremdkapitalkosten zu erfüllen. Um das Liquiditätsrisiko infolge von Produktionstätigkeiten zu mildern, bestehen Kundenverträge mit angemessenen Klauseln für Preisschwankungen, um die Steuerung des Rohmaterial-Preisrisikos zu unterstützen. Rollierende Prognosen über die Leistung des Konzerns hinsichtlich Vereinbarungen im Zusammenhang mit Kreditaufnahmen werden ebenfalls überwacht, um die Erfüllung der Vereinbarungen sicherzustellen. Zinsrisiko: Der Zinsaufwand des Konzerns infolge von Kreditaufnahmen wird unter Bezugnahme auf den 3-Monats-EURIBOR berechnet. In 2021 wurde deshalb ein Zinscap mit einem Nominalvolumen von 290 Mio. € abgeschlossen, der in 2022 durch eine weitere Absicherung um ein Jahr bis 2025 verlängert wurde. Des Weiteren wurde in 2022 ein weiterer Zinscap abgeschlossen, um die Zusatzfinanzierung in Höhe von 40 Mio. € abzusichern, welche erst im Jahr 2023 im Zusammenhang mit dem Erwerb der Asker Contract Manufacturing A.S. in Anspruch genommen wurde. Eine Sensitivitätsanalyse wurde auf Grund der bestehenden Zins-Caps und der damit verbundenen Einschätzung der Unwesentlichkeit nicht durchgeführt. Die nachfolgende Tabelle analysiert die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns in entsprechende Fälligkeitsgruppierungen, basierend auf der am Bilanzstichtag verbleibenden Restlaufzeit bis zum vertraglichen Fälligkeitsdatum. Die folgenden Tabellen zeigen die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine für die bestehenden Verbindlichkeiten, es handelt sich dabei mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten um nicht diskontierte Bruttobeträge:
Der Konzern investiert nicht in Finanzanlagen und hat - mit Ausnahme von der nicht als Planvermögen eingestuften Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 6,1 Mio. €, die der Absicherung von entsprechenden Pensionsverpflichtungen dienen) - keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte. Finanzielle Vermögenswerte oder Finanzverbindlichkeiten unterliegen keiner Saldierung, durchsetzbaren Aufrechnungsvereinbarungen und ähnlichen Regelungen. Derivate werden nur zu wirtschaftlichen Sicherungszwecken verwendet und nicht als spekulative Investitionen. Buchwerte und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten Die Buchwerte der Finanzinstrumente, gegliedert nach den Kategorien des IFRS 9, betragen zum 31. Dezember 2022
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zum 31. Dezember 2022 sowie zum 31. Dezember 2021 in der hierarchischen Einstufung der beizulegenden Zeitwerte gemäß IFRS 13 mit Ausnahme der Zahlungsmittel, welche vollständig dem Level 1 zugeordnet werden, sämtlich dem Level 2 zugeordnet. Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten sowie bei der Klassifizierung entsprechend der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie angewendet werden: Kurzfristige Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem jeweiligen Buchwert angesetzt, der aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts darstellt. Im langfristigen Bereich werden die Barwerte in der Bilanz ausgewiesen. Bezüglich der beizulegenden Zeitwerte der Kreditverbindlichkeiten wird auf den Abschnitt 24 verwiesen. Folgende Tabelle zeigt das Nettoergebnis bezogen auf die jeweilige Klasse von Finanzinstrumenten: 1. Jan. bis 31. Dez. 2022
1. Jan. bis 31. Dez. 2021
Kapitalmanagement Die Ziele des Konzerns beim Kapitalmanagement sind die Sicherung der Unternehmensfortführung, um Renditen für die Anteilseigner und Leistungen für andere Anspruchsgruppen zu bieten und um eine optimale Kapitalstruktur zur Reduzierung der Kapitalkosten aufrechtzuerhalten. Das Eigenkapital des Konzerns umfasst Stammkapital, Kapitalrücklagen, das langfristige Kapital zusätzlich langfristige Verbindlichkeiten. Um die Kapitalstruktur zu erhalten oder anzupassen, kann der Konzern die an Gesellschafter ausbezahlten Ausschüttungen anpassen, Kapital an die Gesellschafter zurückzahlen, neue Anteile ausgeben, Vermögenswerte zur Reduzierung der Verschuldung verkaufen oder neue Schulden aufnehmen. Schätzung des beizulegenden Zeitwertes Die nachfolgende Tabelle analysiert die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente nach der Bewertungsmethode. Die verschiedenen Stufen lauten wie folgt:
Die nachfolgende Tabelle zeigt, die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte (alle Bewertung der Stufe 2) des Konzerns zum 31. Dezember 2022. Derivative finanzielle Vermögenswerte
5. Wesentliche Schätzungsunsicherheiten und Ermessen in der Rechnungslegung Schätzungen und Beurteilungen werden laufend bewertet und basieren auf historischen Erfahrungswerten und sonstigen Faktoren, einschließlich Erwartungen künftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Der Konzern führt Schätzungen und Annahmen bezüglich der Zukunft durch. Die daraus resultierenden rechnungslegungsrelevanten Schätzungen werden naturgemäß selten den zugehörigen tatsächlichen Ergebnissen entsprechen. Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko für eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres darstellen, werden im Folgenden behandelt. Beizulegender Zeitwert von Vermögenswerten und Schulden aus Unternehmenszusammenschlüssen Der beizulegende Zeitwert von Vermögenswerten und Schulden aus Unternehmenszusammenschlüssen basiert auf Schätzungen des Managements, die auch Einschätzungen externer Bewertungsexperten beinhalten können. Zur Bestimmung eines positiven oder negativen Geschäfts- oder Firmenwerts werden die beizulegenden Zeitwerte zunächst vorläufig ermittelt. Wie gemäß IFRS 3 zulässig, finalisiert der Konzern die Bewertung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden aus Unternehmenszusammenschlüssen innerhalb eines Jahres nach dem Erwerbsdatum. Ein etwaiger Unterschiedsbetrag aus der finalen Bewertung, der innerhalb des Bewertungszeitraums festgestellt wird und sich auf Fakten und Umstände bezieht, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden, wird gegen den Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Der Wert des immateriellen Vermögenswertes für Kundenbeziehungen aus Unternehmenszusammenschlüssen ergibt sich aus der Schätzung des Konzerns hinsichtlich der zukünftigen Erträge aus den am Datum des Unternehmenszusammenschlusses bestehenden Verträgen. Schätzungen werden zur Prognose zukünftiger Erlöse von bestehenden Kunden durchgeführt sowie eine Kundenverlustquote angenommen. Diese Schätzungen und Annahmen basierten auf historischen Daten, verfügbaren Kundenprognosen und dem Konzernbudget. Wertminderungstest des Geschäfts- oder Firmenwertes Der Konzern prüft jährlich die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes. Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Units Generating Units, CGUs) wird auf Basis von Berechnungen zum Nutzungswert ermittelt, für die Annahmen getroffen werden müssen. Die Berechnungen basieren auf Cash-Flow-Prognosen aus durch das Management genehmigten Finanzbudgets und auf Wachstumsraten, die konsistent sind mit Marktberichten zu den Geschäftsfeldern der CGUs. Pensionsleistungen Der Konzern hat Verpflichtungen zur Zahlung von Pensionsleistungen an bestimmte Mitarbeiter im Rahmen von leistungsorientierten Pensionsplänen (Abschnitt 27). Die Kosten für diese Leistungen und der Barwert der Verpflichtung hängen von einer Anzahl von Faktoren ab, einschließlich Lebenserwartung, Gehaltserhöhungen, die Bewertung der Vermögenswerte und des Abzinsungssatzes für Unternehmensanleihen. Das Management schätzt diese Faktoren bei der Bestimmung der Netto-Pensionsverpflichtung in der Bilanz. Die Annahmen reflektieren historische Erfahrungswerte und aktuelle Trends. Kundenzuschüsse Kundenzuschüsse zur Unterstützung des Erwerbs von Sachanlagen werden gemäß IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" über den geschätzten Zeitraum des erwarteten Nutzens für den Kunden als Umsatzerlös erfasst, soweit der Kundenvertrag keinen Zeitraum definiert. Der Konzern schätzt, dass der durchschnittliche Zeitraum des Nutzens ca. vier Jahren beträgt. Anwendung von IFRS 16 "Leasingverhältnisse" Die Anwendung von IFRS 16 "Leasingverhältnisse" beinhaltet diverse Schätzungen der Geschäftsleitung, die sich sowohl auf die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Leistung des Konzerns als auch auf die in der Bilanz dargestellte Lage des Konzerns auswirken können. Solche Schätzungen beinhalten, sind aber nicht beschränkt auf, den Grenzfremdkapitalzinssatzes des Konzerns, die geschätzte Leasingdauer und die Beurteilung der Auswirkungen von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen von Verträgen. Es wurden keine weiteren wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Schätzungen vorgenommen. 6. Unternehmenserwerbe Im Geschäftsjahr 2022 wurde kein Unternehmen erworben. Im Geschäftsjahr 2021 hat der Konzern drei neue Gesellschaften an zwei Standorten übernommen: NextPharma Ploermel SAS (vormals Capsugel France Holdings SAS) in Ploermel, Frankreich, sowie MW Encap Holdings Limited und MW Encap Limited in Edinburgh, Schottland. Beide Standorte bieten pharmazeutische Auftragsherstellungsleistungen und Produktentwicklungsdienste an. Der Kaufpreis für den Erwerb der drei Gesellschaften nach nachträglicher Kaufpreisanpassung in Höhe von insgesamt 116,0 Mio. € wurde per Banküberweisung gezahlt. Die (in dieser Angabe enthaltene) Kaufpreisanpassung mit Datum vom 1. Oktober 2021 erfolgte auf Basis einer kommerziellen Einigung in Höhe einer nachträglichen Reduktion des Kaufpreises in Höhe von 0,9 Mio.€. Die Transaktion der Erwerbe der drei Tochtergesellschaften ist in einem Vertrag mit einem gemeinsamen Kaufpreis vereinbart worden. Nach Einschätzung der Unternehmensführung handelt es sich um einen Erwerb im Rahmen einer sog. linked transaction. Dementsprechend erfolgt keine Aufteilung des Kaufpreises auf die erworbenen Gesellschaften. Dem Konzern entstanden akquisitionsbezogenen Kosten in Höhe von 1,3 Mio. €, die vollständig im sonstigen betrieblichen Aufwand (im Wesentlichen Beratungsaufwand) erfasst wurden. 1. Erwerb der NextPharma Ploermel SAS Zum 1. April 2021 erwarb der Konzern über die neu gegründete Tochtergesellschaft NextPharma France Holdings SAS (Zwischenholding Frankreich) 100 % der Anteile des pharmazeutischen Unternehmens Capsugel France Holdings SAS in Ploermel, Frankreich, welches inzwischen umbenannt wurde in NextPharma Ploermel SAS. Gegenstand der Gesellschaft sind Entwicklungsdienstleistungen für "lipid-based formulations", sowie die Herstellung von softgel Produkten für Ernährungs-, verschreibungspflichtige und rezeptfreie Produkte. Weiterhin werden mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln angeboten. Die Übernahme der Kontrolle über die Gesellschaft ermöglicht dem Konzern eine Erweiterung der pharmazeutischen Herstellungs- und Produktentwicklungsleistungen und bietet somit eine Grundlage für die weitere Verbesserung des bestehenden Geschäfts sowie die Möglichkeit zur weiteren Entwicklung im Bereich "Nutrition". 2. MW Encap Holdings Limited und MW Encap Limited Zum 1. April 2021 erwarb der Konzern 100 % der Anteile an MW Encap Holdings Limited in Edinburgh, UK, und damit auch deren Tochtergesellschaft MW Encap Limited in Edinburgh, UK. Gegenstand der Gesellschaften sind Entwicklungsdienstleistungen und die Herstellung von mit Flüssigkeiten gefüllten Hartkapseln, sowie weitere Leistungen entlang der gesamten Supply Chain von vorbereitenden Tätigkeiten für die Rezeptur bis hin zu Fertigung und Vertrieb. Die Übernahme der Kontrolle über die Gesellschaften ermöglicht dem Konzern eine Erweiterung der pharmazeutischen Herstellungs- und Produktentwicklungsleistungen und bietet somit eine Grundlage für die weitere Verbesserung des bestehenden Geschäfts sowie die Möglichkeit zur weiteren Entwicklung der Expertise im Vertrieb. Die folgende Tabelle fasst die angesetzten Beträge der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten für die drei Gesellschaften zum Zeitpunkt des Erwerbs zusammen:
Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition reflektiert im Wesentlichen die operativen Entwicklungs- und zukünftigen Geschäftsmöglichkeiten in Bezug auf die lokale Spezialisierung der neu erworbenen Standorte. Entsprechend der Anforderungen des IFRS 3 wurde der Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 29,9 Mio. € aktiviert. Es wird nicht davon ausgegangen, dass der Geschäfts- oder Firmenwert von der steuerlichen Bemessungsgrundlage abzugsfähig ist. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde auf Basis der mittelfristigen EBITDA Prognosen auf die Gesellschaften wie folgt allokiert: ein Betrag i.H.v. 14,3 Mio. € wurde der Gesellschaft mit Sitz in Edinburgh zugeteilt und ein Betrag i.H.v. 15,6 Mio. € wurde der NextPharma Ploermel SAS zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen beträgt 14,7 Mio. €. Der Bruttobetrag der vertraglichen Forderungen beträgt 15,1 Mio. € und enthielt entsprechende Wertberichtigungen in Höhe von 0,4 Mio. €. Die übrigen beizulegenden Zeitwerte von Forderungen entsprechen deren nominalen Betrag. In den ersten neun Monaten ab Erwerbszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2021 trug die NextPharma Ploermel SAS einen Umsatz von 40,1 Mio. € und einen Gewinn von 2,2 Mio. € zum Ergebnis des Konzerns bei. Im gesamten Geschäftsjahr erwirtschaftete die Gesellschaft 53,4 Mio. € Umsatz mit einem Jahresergebnis von 3,1 Mio. €. In den ersten neun Monaten ab Erwerbszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2021 trugen die MW Encap Holdings Limited und MW Encap Limited einen Umsatz von 14,9 Mio. € und einen Gewinn von 0,9 Mio. € zum Ergebnis des Konzerns bei. Im gesamten Geschäftsjahr erwirtschaftete die Gesellschaft 19,9 Mio. € Umsatz mit einem Jahresergebnis von 1,9 Mio. €. 7. Umsatzerlöse
8. Aktivierte Eigenleistungen Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 1,6 Mio. € (2021: 1,6 Mio. €) stellen den Wert der Arbeitsstunden der Belegschaft dar, die direkt für CAPEX Projekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 0,1 Mio. € aufgewendet wurden und für die eine vollständig dokumentierte Stundenerfassung vorliegt. 9. Sonstige betriebliche Erträge Sonstige betriebliche Erträge des laufenden Jahres beinhalten hauptsächlich 1,5 Mio. € (2021: 1,3 Mio. €) Förderungen für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Dabei handelt es sich um staatliche Zuschüsse für Entwicklungskosten. Darüber hinaus sind unter anderem Währungskurserträge von 0,5 Mio. € und 0,3 Mio. € Versicherungsschadensersatz enthalten. 10. Materialaufwand
11. Personalaufwand
12. Mitarbeiter und Geschäftsführung Mitarbeiter Die durchschnittliche monatliche Zahl der von dem Konzern beschäftigten Personen betrug:
Geschäftsführung Geschäftsführer des Unternehmens sind P.A.W. Burema und E. Schmidhäuser (seit 26.09.2022). F. Posnanski wurde zum 30.09.2022 als Geschäftsführer abberufen. Die Bezüge der Geschäftsführung betrugen:
Es bestehen keine Pensionsrückstellungen für die Geschäftsführung. Vergütung von Führungskräften in Schlüsselpositionen Zu den Führungskräften in Schlüsselpositionen gehören sieben Mitarbeiter, einschließlich der Geschäftsführer. Die ausbezahlte oder zu zahlende Vergütung an Führungskräfte in Schlüsselpositionen ist nachstehend aufgeführt:
13.Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich zusammen aus:
Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist ein Rückgang von 47,2 Mio. € auf 40,1 Mio. € zu verzeichnen. In 2021 waren wesentliche Kostentreiber gestiegene Beratungsaufwendungen, die durch die neue Refinanzierung, der Umstrukturierung des Konzerns und der Unternehmenserwerbe entstanden sind. 14. Prüferhonorar Das Honorar für die Abschlussprüfer (Honorar für die Prüfung der prüfungspflichtigen Einzelgesellschaften und den Konzernabschluss) in Höhe von insgesamt 1,0 Mio. € (2021: 1,0 Mio. €) entfällt vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen. 15. Finanzerträge und -aufwendungen
16. Steuern
Überleitungsrechnung Steuerlast Zur Erläuterung der Beziehung zwischen Steueraufwand und dem Jahresergebnis setzt die Gesellschaft den Steuersatz an, der die aussagekräftigsten Informationen liefert. Da sich das Hauptgeschäft des Konzerns in Deutschland befindet, wird für die Überleitung der Steuersatz der deutschen steuerlichen Einheit (31,5 %) verwendet. Die Steuer auf das Konzernergebnis vor Steuern ist geringer als der für die Gruppe in Deutschland anzuwendende Ertragsteuersatz in Höhe von 31,5 % für die am 31. Dezember 2022 endende Periode (Vorperiode: 31,6 %). Nachfolgend sind die Differenzen erläutert:
Änderungen des Steuersatzes In Bezug auf Deutschland beträgt der inländische Ertragsteuersatz, der zur Berechnung von latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten per 31. Dezember 2022 verwendet wurde, 31,5 %. Am Bilanzstichtag waren keine Änderungen der deutschen inländischen Ertragsteuersätze angekündigt. Für 2022 betrug der geltende Steuersatz in Frankreich 25 %, in UK 19 % und in Finnland 20 %. Latente Steuern wurden aufgrund einer zu erwartenden Steuersatzänderung für UK mit 22 % bzw. 25 % sowie für Frankreich und für Finnland unverändert mit 25 % bzw. 20 % berechnet, was im Einklang mit dem Zeitpunkt der Erfassung/Umkehrung der latenten Steuersalden steht. 17. Immaterielle Vermögenswerte
* Siehe Abschnitt Unternehmenserwerbe
Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) zugeordnet, die die Aktivitäten von NextPharma in Deutschland, Frankreich (Limay), Frankreich (Ploermel) und UK umfassen, und wird auf Ebene dieser geografischen Gebiete überwacht.
Der Konzern prüft jährlich die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes. Der Geschäfts- oder Firmenwert der CGUs Frankreich (Ploermel) und UK stammt aus den Unternehmenserwerben 2021. Der erzielbare Betrag der CGUs wurde anhand von Berechnungen des Nutzungswerts ermittelt, für die Annahmen erforderlich waren. Die Berechnungen basieren auf Cashflow-Prognosen, die auf vom Management genehmigten Finanzplänen für einen Dreijahreszeitraum basieren (2023 bis 2025). Cashflow-Prognosen über den Dreijahreszeitraum hinaus werden mit den unten angegebenen geschätzten Wachstumsraten extrapoliert. Diese Wachstumsraten stimmen mit den in Branchenberichten enthaltenen Prognosen überein.
Für das Vorjahr wurden folgende Parameter verwendet:
Der Abzinsungsfaktor wurde auf Basis eines Weighted Average Cost of Capital Models berechnet. Das Management hat die Werte, die jeder der obigen Schlüsselannahmen zugewiesen wurden, wie folgt bestimmt:
Das Management hat zum 31. Dezember 2022 mögliche Änderungen der wesentlichen Annahmen geprüft und bewertet und keine begründeten möglichen Änderungen festgestellt, die auf eine Wertminderung der den CGUs zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte hindeuten würden. Zudem hat die Unternehmensführung eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, bei deren Veränderungen der Planungsannahmen, in den seitens des Managements eingeschätzten konservativen Szenarien, sich keine Auswirkungen auf die Buchwerte der CGUs ergeben haben. Die immateriellen Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen beziehen sich auf den Erwerb der NextPharma Unternehmensgruppe in 2017, den Erwerb des Santen Geschäfts in Finnland in 2019 und die Unternehmenserwerbe in 2021. Die verbleibende Abschreibungsdauer des immateriellen Vermögenswertes "Kundenbeziehungen" beträgt 15 Jahre bzw. 2 Jahre. Erworbene Computer-Software bezieht sich auf Software, die separat von der Hardware erworben wird, wobei es sich um die angefallenen Erwerbs- und Inbetriebsetzungskosten für die spezifische Software handelt. Die verbleibende Abschreibungsdauer des immateriellen Vermögenswertes "Computer-Software" beträgt zwischen 2 und 5 Jahren. 18. Sachanlagen
* Siehe Abschnitt Unternehmenserwerbe
19. Nutzungsrechte In dieser Anhangangabe werden Informationen zu Leasingverhältnissen gegeben, in denen der Konzern Leasingnehmer ist. (i) In der Bilanz erfasste Beträge In der Bilanz werden nachfolgende Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:
Die Zugänge an Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres 2022 betrugen 0,9 Mio. € (2021: 9,6 Mio. €). (ii) In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen:
Die gesamten Auszahlungen für Leasing in 2022 betrugen 8,8 Mio. € (Vorjahr: 6,6 Mio. €). 20. Vorräte
Es besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen den Wiederbeschaffungskosten der Vorräte und ihren Buchwerten. Für die Vorräte, wurden wie im Vorjahr, keine wesentlichen Wertminderungen gebildet. Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Rahmen des Unternehmenserwerbes Vorräte in Höhe von 14,5 Mio. € erworben, von denen 7,6 Mio. € auf Unfertige und Fertige Erzeugnisse entfallen. Diese sind erfolgsneutral entsprechend der Bilanzierung des Erwerbes zugegangen. 21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten als finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.
Aufgrund der Fristigkeit der kurzfristigen Forderungen wird angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Für Forderungen werden keine Sicherheiten gehalten. Der langfristige Teil sonstiger Forderungen von 10,1 Mio. € (2021: 7,6 Mio. €) bezieht sich im Wesentlichen auf Rechte im Rahmen von Rückversicherungsverträgen in Verbindung mit künftigen Leistungen, die im Rahmen des Waltrop-Vorsorgeleistungsprogramms zahlbar sind. Der beizulegende Zeitwert wird mittels versicherungsmathematischer Methoden berechnet, basierend auf dem garantierten Kapital und geltenden garantierten Zinssätzen, mit Bezug auf das Startdatum einzelner Verträge, und liegt innerhalb der Stufe 2 der Bewertungshierarchie. 22. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
23. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten personalbezogene Verbindlichkeiten in Höhe von 7,9 Mio. € (Vorjahr 10,4 Mio. €). 24. Kreditverbindlichkeiten Die Kreditverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Kreditverbindlichkeiten Im Rahmen eines Kreditrahmenvertrages von Februar 2021 hat der Konzern eine Kreditlinie von 327,4 Mio. €, bestehend aus 290,0 Mio. € endfälligem Darlehen und 37,4 Mio. € revolvierender Kreditfazilität, die zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 6,0 Mio. € als kurzfristiges Darlehen und in Höhe von 1,6 Mio. € für Avale genutzt ist. Des Weiteren wurde der bestehende Vertrag um 40 Mio. € Darlehen und 5 Mio. € revolvierender Kreditfazilität im August 2022 erhöht; die Nutzung dieser ist jedoch an die Bedingung geknüpft, diese ausschließlich für einen Unternehmenserwerb zu nutzen. Die noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien belaufen sich somit auf 74,84 Mio €. Das Darlehen wird im März 2028 fällig und wird mit einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz in Höhe des 3-Monats EURIBOR (zero floor) zuzüglich einer Marge von 3,75 % (Vorjahr 3,75 %) verzinst. Die revolvierende Kreditfazilität (soweit in Anspruch genommen) wird im September 2027 fällig und wird mit EURIBOR (zero floor) zuzüglich einer Marge von 3,75 % (Vorjahr 3,75 %) verzinst. Kreditaufnahmen im Rahmen des Kreditrahmenvertrages sind besichert über die Gesellschaftsanteile der Tochterunternehmen. Damit unterliegt das Nettovermögen des Konzerns der Besicherung. Der Konzern muss spezifische Kreditbedingungen, einschließlich des Verhältnisses von vorrangiger Konzern-Gesamtnettoverschuldung zu EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), erfüllen. Gemäß den Anforderungen der Vereinbarung mit Senior-Fazilitäten wurden Kreditbedingungen vierteljährlich unter Bezugnahme auf Managementinformationen und jährlich unter Bezugnahme auf den geprüften Abschluss getestet. Der beizulegende Zeitwert der kurzfristigen Kreditverbindlichkeiten entspricht dem Buchwert, da die Auswirkung der Abzinsung nicht wesentlich ist. Der beizulegende Zeitwert der Bankkredite befindet sich innerhalb der Stufe 2 der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie. Die Buchwerte und der beizulegende Zeitwert von langfristigen Kreditverbindlichkeiten lauten wie folgt:
Die Kredite des Konzerns notieren in EUR. 25. Leasingverbindlichkeiten
26. Latente Steuern Die Analyse der latenten Steuerforderungen und der latenten Steuerverbindlichkeiten lautet wie folgt:
Latente Steuerverbindlichkeiten betreffen:
Latente Steuerforderungen betreffen:
Saldo der latenten Steuern
Die latenten Steuerforderungen betragen zum 31. Dezember 2022 10,7 Mio. €. Latente Steuerforderungen werden für steuerliche Verlustvorträge in dem Maße erfasst, wie die Realisierung des bezogenen Steuervorteils durch künftige zu versteuernde Gewinne wahrscheinlich ist. Insgesamt wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 4,6 Mio. € gebildet. Davon entfallen 4,6 Mio. € auf Verlustvorträge der NextPharma Ploermel, bei denen man von einer Nutzung innerhalb eines 5-Jahreszeitraums in Höhe von 18,2 Mio. € ausgeht. In Folge der Purchase Price Allocation 2021 aus dem Kauf der NextPharma Ploermel und der MW Encap Limited wurden zum 1. April 2021 insgesamt 6,8 Mio. € latente Steuern erfolgsneutral gebildet (davon 4,3 Mio. € auf Ebene der NextPharma Ploermel und 2,5 Mio. € auf Ebene der MW Encap Limited). Der Bestand der latenten Steuern dieser Gesellschaften ergibt sich wie folgt: Latente Steuern PPA NextPharma Ploermel
Latente Steuern PPA MW Encap Limited
Der Konzern verfügt zum Abschlussstichtag über Zinsvorträge in Höhe von 2,4 Mio. € und Verlustvorträge in Höhe von 30,7 Mio. €. Die latenten Steueransprüche für Zins- und Verlustvorträge belaufen sich auf insgesamt 4,6 Mio. € (2021: 4,1 Mio. €). Für alle abzugsfähigen Differenzen werden latente Steuerforderungen ausgewiesen. Auf temporäre Unterschiede in Höhe von ca. 4,4 Mio. € (2021: 4,9 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, die gemäß IAS 12.39 nicht bilanziert wurden, werden keine latenten Steuern angesetzt. 27. Pensionsverpflichtungen NextPharma leistet Zahlungen an öffentlich oder privat geführte Rentenversicherungspläne in Übereinstimmung mit Beschäftigungsverträgen, die mit Mitarbeitern bestehen. Diese Regelungen werden als beitragsorientierte Pläne ausgewiesen. NextPharma unterhält leistungsorientierte Pensionspläne für einige seiner deutschen Mitarbeiter und erfasst Pensionsleistungen ("IFC"), die bei Renteneintritt der französischen Mitarbeiter von NextPharma S.A.S. fällig sind ("Limay" und "Ploermel") sowie die Pensionsleistungen für einzelne Mitarbeiter bei der NextPharma OY ("Tampere"). Diese Regelungen werden als festgelegte Vorsorgeleistungsprogramme ausgewiesen. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wo die Vorsorgebeträge und -tätigkeiten des Konzerns in den Abschlüssen enthalten sind:
Die Belastung der Gewinn- und Verlustrechnung, die im Betriebsergebnis enthalten ist, beinhaltet den laufenden Dienstzeitaufwand, den Zinsaufwand, den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand sowie Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen und Plankürzungen. Die Arbeitgeberanteile der beitragsorientierten Pensionspläne (i. W. gesetzliche Altersversorgung) sind in den sozialen Abgaben der Aufwendungen für Löhne und Gehälter enthalten und belaufen sich auf 7,3 Mio.€ (2021: 6,9 Mio. €). Festgelegtes Vorsorgeleistungsprogramm Es existieren drei Programme, die in Frage kommenden Mitarbeitern in Deutschland Pensionsleistungen bieten. Ein Plan von 1986 ermöglichte Teilnehmern Vorsorgeleistungen bis 1994 zu kumulieren. Seit diesem Datum ist der Pensionsplan geschlossen und die bis zu diesem Datum kumulierten Pensionsvorsorgeleistungen wurden eingefroren. In der am 31. Dezember 2022 endenden Periode wurden keine Beiträge zu diesem Plan geleistet (2021: 0 €). Weitere Pläne für (i) Mitarbeiter der Standorte Waltrop ("Waltrop") sowie (ii) HLS Garching und HLS Werne ("HLS") sind für neue Mitarbeiter geschlossen und werden durch die jeweilige Tochtergesellschaft finanziert. Die versicherungsmathematischen Daten für die deutschen Pläne wurden durch IVB; AON und Mercer Human Resources Consulting bereitgestellt und enthalten Annahmen, die durch einen qualifizierten Versicherungsmathematiker bewertet wurden. Hinsichtlich des Programms für Waltrop in Deutschland bestehen Rechte im Rahmen von Rückversicherungsverträgen in Verbindung mit künftig zahlbaren Leistungen im Rahmen des Plans, jedoch werden diese nicht als saldierungsfähige Planvermögenswerte klassifiziert. Diese Verträge haben einen derzeitigen Wert von 6,1 Mio. € (2021: 5,9 Mio. €). Dieser Rückversicherungsvermögenswert ist in Anhangangabe 21 erfasst als "Sonstige Forderungen: langfristiger Teil". Das maximale Risiko am Ende des Berichtszeitraums ist der Buchwert der Vermögenswerte: 6,4 Mio. € (2021: 5,9 Mio. €). Das Nettodefizit in dem Programm betrug am Ende der Periode (ausschließlich des Rückversicherungsvermögenswertes) 5,9 Mio. € (2021: 13,6 Mio. €). In Frankreich ist eine versicherungsmathematische Bewertung über jegliche Verbindlichkeiten erforderlich, die sich in Bezug auf Pensionsentschädigungen ("IFC") ergeben, die bei Pensionierung der französischen Mitarbeiter von NextPharma S.A.S. fällig werden ("Limay" und "Ploermel"). Die Leistungen des Programms bestehen aus einem Einmalbetrag, der bei Pensionierung zahlbar ist und sich auf Tarifvereinbarungen für französische Unternehmen bezieht. Die versicherungsmathematischen Daten für die französischen Programme wurden Willis Towers Watson (für Ploermel) sowie von Actuarialis actuaire conseil (für Limay) hinsichtlich der am 31. Dezember 2022 endenden Periode bereitgestellt. Die in der Bilanz erfassten Beträge hinsichtlich der leistungsorientierten Pensionszusagen (außer Rückversicherungsvermögenswerte) betragen wie folgt:
Die Veränderung in der festgelegten Vorsorgeverbindlichkeit jedes Programms über die Periode 2022 lautet wie folgt:
Die Gesamtveränderung der leistungsorientierten Verpflichtung über die Periode lautet wie folgt:
Die verwendeten, wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen lauten wie folgt:
Annahmen bezüglich künftiger Sterblichkeit werden basierend auf versicherungsmathematischem Rat in Übereinstimmung mit veröffentlichten Statistiken und Erfahrungswerten auf jedem Gebiet aufgestellt. Diese Annahmen werden in eine durchschnittliche Lebenserwartung in Jahren für einen Pensionär bei Renteneintritt übertragen:
Die Sensitivität der Berechnung leistungsorientierter Verpflichtungen (DBO) auf Änderungen der gewichteten Hauptannahmen ist nachfolgend dargestellt:
Die oben genannten Sensitivitätsanalysen basieren auf einer Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. Dass dies in der Praxis geschieht, ist unwahrscheinlich, und Veränderungen bei einigen der Annahmen können miteinander in Beziehung stehen. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung gegenüber bedeutenden versicherungsmathematischen Annahmen, wurde die gleiche Methode (derzeitiger Wert der leistungsorientierten Verpflichtung, berechnet mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren am Ende der Berichtsperiode) angewendet, wie bei der Berechnung der Pensionsverbindlichkeit, die in der Bilanz erfasst ist. Planvermögenswerte zum Zeitwert umfassen Folgendes: Nicht notierte, qualifizierende Versicherungsverträge
Durch seine festgelegten Pensionsvorsorgepläne ist der Konzern einer Reihe von Risiken ausgesetzt, von denen die bedeutendsten nachfolgend aufgeführt sind:
Erwartete Beiträge für Vorsorgeleistungspläne für das Geschäftsjahr 2023 betragen 0,9 Mio. € (2022: 0,9 Mio. €). Die gewichtete Durchschnittsperiode der leistungsorientierten Vorsorgeverpflichtung lautet wie folgt: Durchschnitt der leistungsorientierten Verpflichtung
28. Stammkapital Das Stammkapital des Unternehmens beläuft sich auf 25.000 Anteile zu je 1,00 €. Alle ausgegebenen Anteile sind vollständig eingezahlt. Alle Anteile haben gleiche Stimmrechte, gleiche Dividendenrechte, Gleichrangigkeit und Gleichberechtigung bei der Abwicklung des Unternehmens. 29. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen ausschließlich Bargeld und Bankeinlagen.
30. Eventualschulden NextPharma unterliegt gewöhnlichen und routinemäßigen Rechtsstreitigkeiten, die sich aus der Führung der Geschäfte ergeben. Sofern ein Abfluss finanzieller Mittel als eher wahrscheinlich als nicht wahrscheinlich erachtet wird, wird eine Rückstellung gebildet. Zum 31. Dezember 2022 bestanden (wie auch im Vorjahr) keine wesentlichen Eventualschulden aus Rechtsstreitigkeiten gegen den Konzern. 31. Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Bestellobligo Per 31. Dezember 2022 hatte der Konzern ein Bestellobligo in Höhe von 17,9 Mio. € (2021: 14,8 Mio. €). 32. Oberstes beherrschendes Unternehmen Die ultimative Muttergesellschaft der Bowtie Germany BidCo GmbH zum Bilanzstichtag ist die Bowtie Germany TopCo GmbH, Hildebrandstrasse 12, 37081 Göttingen, die als reine Holding Gesellschaft fungiert. Der Mehrheitsgesellschafter und die beherrschende Partei der ultimativen Muttergesellschaft ist ein Private-Equity-Fonds, betreut von CapVest Partners LLP. 33. Transaktionen mit nahestehenden Parteien Bezüglich der Angaben zur Vergütung der nahestehenden Personen wird auf Anhangangabe 12 verwiesen. Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen gegen nahestehende Personen in Höhe von 4,0 Mio. € (2021: 5,5 Mio. €) und Verbindlichkeiten in Höhe von 5,0 Mio. € (2021: 4,1 Mio. €). Die Forderungen gegen nahestehende Personen bestehen seitens des Unternehmens in Höhe von 3,6 Mio.€ gegen die Muttergesellschaft Bowtie Germany TopCo GmbH und resultieren aus kurzfristigem Zahlungsverkehr. Die Verbindlichkeiten gegen nahestehende Personen bestehen seitens verschiedener Tochtergesellschaften in Höhe von 4,6 Mio. € gegen die Muttergesellschaft Bowtie Germany TopCo GmbH und resultieren aus kurzfristigen Auslagen zu Gunsten der Tochtergesellschaften. 34. Ereignisse nach der Berichtsperiode Zum 31.03.2023 hat die NextPharma Germany BidCo GmbH die Asker Contract Manufacturing A.S. im Rahmen eines "Share deals" in Norwegen erworben. NextPharma hat zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle über das Unternehmen erhalten. Der vorläufige Kaufpreis beträgt 37,4 Mio. € und wurde durch Überweisung entrichtet. Es kann eine Anpassung des vorläufigen Kaufpreises nach Feststellung der finalen Nettoverschuldung, des finalen Working Capitals und des finalen CAPEX zum 31.3.2023 ergeben. Die vorläufige Bilanzsumme beträgt zum 31.03.2023 rund 46 Mio. €. Aufgrund der Abspaltung von der Muttergesellschaft zum Ende des ersten Quartals 2023 gibt es für das erworbene Geschäft keine historischen Daten. Wir schätzen den Jahresumsatz und das EBITDA für das Geschäftsjahr 2022/2023 des erworbenen Geschäfts auf 40 Mio. € bzw. 4 Mio. €. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses ist die Bilanzierung des Erwerbs noch nicht abgeschlossen - insbesondere wurde die Zuordnung zu den Bilanzpositionen, die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden noch nicht vorgenommen - somit ist auch die Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwertes nicht abgeschlossen. Mit dem Erwerb erweitert die NextPharma Gruppe ihr Technologieangebot auf den Bereich Calcium/Vitamin D Kautabletten. Am Standort in Asker sind derzeit rund 170 Mitarbeiter beschäftigt. Dieser Zukauf dient der strategischen Weiterentwicklung der NextPharma Gruppe und ermöglicht das Technologieangebot für bestehende und neue Kunden weiter auszubauen. Weitere wesentliche Ereignisse nach der Berichtsperiode, durch die zukünftige Auswirkungen auf die Geschäftsberichterstattung wahrscheinlich sind, sind nicht bekannt. 35. Weitere Angaben über Tochtergesellschaften Details zu den Tochtergesellschaften der Gesellschaft sind nachfolgend aufgeführt. Bei allen Beteiligungen werden 100 % der Stimmrechte und der Anteile gehalten, es sei denn, dies ist anderweitig vermerkt.
1 -100 % durch NextPharma Germany BidCo GmbH
gehalten
5 -100 % durch Bowtie Germany BidCo GmbH
gehalten
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 27. Juni 2023 von der Geschäftsführung genehmigt.
Die Geschäftsführung Peter Arend William Burema Eric Schmidhäuser Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022I. Grundlagen des Konzerns Die Bowtie Germany BidCo GmbH ("Bowtie BidCo"), Göttingen, wurde am 20. Januar 2021 gegründet und erwarb zum 1. April 2021 die deutsche Holding der NextPharma-Gruppe, die NextPharma Germany TopCo GmbH von der bisherigen Muttergesellschaft NextPharma UK MidCo GmbH ("Erwerb") in einer Transaktion unter gemeinsamer Kontrolle. Die Einzelheiten dieser Transaktion sind im Anhang vollständig offengelegt. Die Bowtie BidCo wurde am 1. April 2021 zur Muttergesellschaft des Kerns der NextPharma-Gruppe (d. h. ohne drei zusätzliche Holding-Muttergesellschaften). Die Transaktionen führten zu keiner Veränderung der Eigentümerstrukturen des Konzerns, so dass die wirtschaftliche Kontinuität der Gruppe während der Übergangszeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. März 2021 sowie vom 1. April bis zum 31. Dezember 2021 gewährleistet wurde. Der Konzern (nachfolgend: "NextPharma" oder "Konzern") führt Unternehmen in den Ländern Deutschland, Frankreich, Finnland, Großbritannien und hat am 31. März 2023 ein weiteres Unternehmen in Norwegen erworben (weitere Details siehe unten). Der Konzern ist ein "CDMO"-Unternehmen (Contract Development and Manufacturing Organisation) und bietet Contract Manufacturing Services ("CMS"), Produktentwicklungsdienste ("PDS"), Clinical Trials Services ("CTS") und Healthcare Logistics Services ("HLS") für die globale Biotechnologie- und Pharmaindustrie an. NextPharma konzentriert sich in den Exzellenzzentren seiner Produktionsstandorte in Deutschland, Finnland, Großbritannien und Frankreich auf seine Kernkompetenzen in der konventionellen Produktentwicklung und Herstellung verschiedener Darreichungsformen von Medikamenten, die in den wichtigen globalen Pharmamärkten (einschließlich der USA) vertrieben werden. Neben einem hohen Potential von Projekten mit neuen Kunden steht die Weiterentwicklung strategischer Partnerschaften mit bestehenden Kunden im Vordergrund. Unternehmenserwerbe Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine neuen Unternehmen erworben, jedoch erwarb der Konzern mit Wirkung zum 31. März 2023 100 % der Anteile an Asker Contract Manufacturing AS, einem CDMO-Unternehmen in der Nähe von Oslo in Norwegen. Der Standort Asker ist seit mehr als 50 Jahren in Betrieb und produziert ein breites Portfolio an Kalzium-/Vitamin-D3-Kautabletten in verschiedenen Wirkdosen und Geschmacksrichtungen und wird das Kompetenzzentrum der NextPharma-Gruppe für die Entwicklung und Herstellung von Kautabletten sein. Der Standort verfügt über ca. 170 Mitarbeiter und einen hohen Automatisierungsgrad in der Produktion. Obwohl er in erster Linie ein Produktionsstandort ist, ist er aufgrund seiner einzigartigen Fähigkeiten und der umfassenden Expertise seiner Mitarbeiter gut positioniert, um neue Kunden sowohl für die Produktentwicklung als auch für die kommerzielle Produktion zu gewinnen. Die Akquisition ist Teil des strategischen Wachstums von NextPharma und erweitert das Portfolio an Dienstleistungen und Fähigkeiten, die unseren bestehenden Kunden angeboten werden, sowie die Einführung neuer Kunden, die bisher nicht von NextPharma betreut wurden. II. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert 1 , dass die Weltwirtschaft auch im laufenden Jahr 2023, wenn auch mit geringerem Tempo, weiter wachsen wird. Das globale BIP soll 2023 weltweit um 2,8 % (2022: +3,4 %) steigen, wobei für die Industrieländer ein Anstieg von 1,3 % (2022: +2,4 %) erwartet wird. Für Europa erwartet der IWF im Jahr 2023 ein Wachstum von 0,8 %, gegenüber 2,7 % im Jahr 2022. In Deutschland, der größten europäischen Volkswirtschaft, wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 % erwartet, während andere für NextPharma wichtige europäische Volkswirtschaften wie Frankreich und Großbritannien ebenfalls nahezu stagnieren werden.
1 Quelle: "World Economic Outlook, April 2023,
Internationaler Währungsfond IMF
Das wirtschaftliche Umfeld ist nach wie vor von zahlreichen Risikofaktoren geprägt, die sich negativ auf die Stimmung der Verbraucher und Unternehmen auswirken, insbesondere im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Pandemie und des Russland-Ukraine-Krieges, auf welche weiter unten eingegangen wird. Die Inflationsraten sind nach wie vor hoch und belasten die Verbraucherausgaben, während steigende Zinssätze und die düsteren Wirtschaftsaussichten die Investitionen der Unternehmen dämpfen. Gleichzeitig stehen den nationalen Regierungen aufgrund der steigenden Verschuldung weniger Mittel für fiskalpolitische Stützungsmaßnahmen zur Verfügung, so dass die Risiken einer weltweiten Rezession oder Stagflation insgesamt zugenommen haben. Inflation, Zinstrends Gemäß vorliegenden Schätzungen 2 wird die weltweite Inflation im Jahr 2022 u.a. aufgrund niedrigerer Rohstoffpreise von 8,7 % im Jahr 2022 auf 7,0 % in 2023 zurückgehen, während die durchschnittliche Inflation in den entwickelten europäischen Volkswirtschaften 2023 auf 5,6 % und in den aufstrebenden europäischen Volkswirtschaften 2023 auf 11,7 % sinken dürfte. Es wird jedoch erwartet, dass die zugrunde liegende Inflation weiterhin nur langsam zurückgeht und die Rückkehr der Inflation zum EZB-Ziel nicht vor 2025 zu erwarten ist. Sobald die Inflationsraten wieder die Zielvorgaben erreicht haben, dürften die tieferen strukturellen Faktoren die Zinssätze in Richtung des Niveaus vor der Pandemie senken. Nach Schätzungen des IWF 3 dürften die Leitzinsen im Euroraum im Jahr 2023 auf über 3,0 % steigen, dann einen Höchststand von unter 4,0 % erreichen und bis 2026 wieder in Richtung 2,0 % sinken, während die US-Notenbank im Jahr 2023 einen ähnlichen Verlauf nehmen dürfte, wenn auch mit einem Höchststand von fast 5,0 %. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Für den pharmazeutischen Markt bleiben die Aussichten stabil und es wird ein anhaltendes Wachstum erwartet, welches mit den zugrunde liegenden Markt- und demografischen Trends zusammenhängt, wie z. B. der alternden Bevölkerung, besseren Diagnosen und verbesserten Gesundheitsangeboten in den Entwicklungsländern. Die Aussichten für den CDMO-Markt bleiben ebenfalls sehr positiv, da größere Pharmaunternehmen weiterhin Produkte und Dienstleistungen auslagern, die nicht zum Kerngeschäft gehören, um dem Preisdruck durch die Generikakonkurrenz oder dem Druck der Behörden zu begegnen. Diese Unternehmen veräußern auch weiterhin bestimmte Produktionsanlagen, um Überkapazitäten zu bewältigen und die Komplexität ihrer eigenen Tätigkeiten zu verringern. Experten erwarten, dass der globale CDMO-Markt von USD 102 Mrd. im Jahr 2022 bis zum Jahr 2027 auf USD 186 Mrd. erhöhen wird (12,8 % jährliche Wachstumsrate / CAGR). Geschäftsverlauf Der Konzern hatte einen langsamen Start in das Jahr 2022, der vor allem mit der Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen zusammenhing. Dies zeigte sich insbesondere in geringeren Kundenbestellungen für bestimmte Medikamente und fehlender Verfügbarkeit von Materialien und Personal. Nach der Lockerung der Beschränkungen konnten wir jedoch feststellen, dass die Nachfrage nach Husten- und Erkältungsmedikamenten sowie nach Beta-Lactamen ebenso die Kontakte der Menschen wieder zunahmen. Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2022 verzeichnete auch deshalb ein hohes Umsatzniveau. Darüber hinaus wurden im Jahr 2022 die Geschäftsentwicklungsaktivitäten wieder aufgenommen, wobei mehr Kunden an Standortbesuchen teilnahmen, was wiederum dazu beitrug, das Neugeschäft und die Transferaktivitäten voranzutreiben. Auch die Entwicklungs- und klinischen Projekte, die sich beide im Jahr 2022 gut entwickelt haben, haben wieder Fahrt aufgenommen.
2 Quelle: "World Economic Outlook, April 2023,
Internationaler Währungsfond IMF
Trotz dieser positiven Entwicklung haben sich die verschiedenen Covid-Wellen, gefolgt von anderen Krankheiten und dem Russland-Ukraine-Krieg, auf die Lieferketten ausgewirkt, so dass das Unternehmen nun mit längeren Lieferzeiten und einem hohen Krankenstand zu kämpfen hat, der 2022 vor allem in Deutschland über den historischen Werten lag. Die Entwicklung des Unternehmens verläuft jedoch planmäßig, wobei der Schwerpunkt auf der Aufrechterhaltung eines sehr guten Kundendienstes liegt, während gleichzeitig der Bedarf an erhöhtem Working Capital und zusätzlichen Kosten gesteuert werden muss. Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges haben die Preise für viele Rohstoffe und insbesondere für Energie, auf einen Höchststand im Jahr 2022 getrieben, und obwohl Energie keinen großen Anteil an der Kostenbasis des Unternehmens hat, hat sich der Umfang des Anstiegs messbar auf die Produktionskosten ausgewirkt. Da Energie ein Bestandteil der Produktion aller anderen Materialien ist, haben wir einen erheblichen Anstieg der Beschaffungskosten zu verzeichnen, der bei bestimmten Wirkstoffen oder anderen Materialien, die direkt von Problemen in den Lieferketten betroffen sind, noch höher ausfällt. Wir haben diese Kostensteigerungen mit entsprechenden Preiserhöhungen auffangen können. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld und die Verzögerungen bei geplanten Neugeschäften haben dazu geführt, dass das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2022 etwas geringer ausfiel als ursprünglich erwartet. Dennoch hält die Geschäftsleitung den Geschäftsverlauf und die Ergebnisse, die in der nachstehenden Tabelle aufgeführt sind, angesichts dieser Herausforderungen für zufriedenstellend. Wichtige Leistungsindikatoren: NextPharma verwendet Umsatz und EBITDA (beide nach IFRS), letzteres bereinigt um Sondereffekte, als die wichtigsten Leistungsindikatoren für das Geschäft. Das bereinigte EBITDA 4 stellt das zugrunde liegende Ergebnis des operativen Geschäfts dar. Der Konzern wird nur unwesentlich über nicht-finanzielle Leistungsindikatoren gesteuert. Für das Jahr 2022 haben wir einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und ein Wachstum des bereinigten EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Tatsächlich lag der Umsatz im Berichtszeitraum bei 306,5 Mio. € (2021: 274,9 Mio. €) und das um Sondereffekte bereinigte EBITDA bei 54,4 Mio. € (2021: 49,1 Mio. €). Obwohl das Umsatzwachstum etwas geringer ausfiel als ursprünglich erwartet, haben wir die Umsatzprognose erfüllt.
Die folgende Tabelle zeigt die außerordentlichen Effekte:
Im Jahr 2022 beinhalten die außergewöhnlichen Kosten erneut erhebliche Kosten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben, einschließlich der Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb des neuen Standorts Asker im März 2023 und anderer abgebrochener M&A-Aktivitäten. Des Weiteren sind Kosten im Zusammenhang mit der Einführung des SAP-Systems, einmalige Zahlungen an die Mitarbeiter im Zusammenhang mit inflationsbedingten Einmalzahlungen, die nicht Teil der wiederkehrenden Kostenbasis sind, sowie Steuer- und Rechtsberatungskosten, die im Zusammenhang mit der Reorganisation der Gruppe angefallen sind, enthalten. Der Anstieg des Betriebsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr ist größtenteils auf die hohen außerordentlichen Kosten zurückzuführen, die im Geschäftsjahr 2021 im Zusammenhang mit der Refinanzierung, der Umstrukturierung und der Übernahme angefallen sind. Der Umsatzanstieg um 11,5 % und der Anstieg des bereinigten EBITDA um 10,8 % im Vergleich zum Vorjahr sind auf die allgemein gute Geschäftsentwicklung zurückzuführen, die eine Rückkehr der Absatzmengen an Standorten verzeichnete, die im Vorjahr durch eine geringere Nachfrage nach Husten-, Erkältungs- und Grippemedikamenten beeinträchtigt waren. Gegenläufige Effekte waren durch Lieferschwierigkeiten und gestiegene Energiepreise zu verzeichnen, die sich in unterschiedlichem Maße auf unsere Standorte auswirkten. Darüber hinaus war ein Großkunde von erheblichen Mengeneinbußen betroffen, die auf geringere Lieferungen nach Russland und in die Ukraine zurückzuführen waren. Kostensteigerungen bei den Rohstoffen wurden gemäß unseren Vereinbarungen in erheblichem Umfang an die Kunden weitergegeben, und wir gehen davon aus, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. Insgesamt sehen wir also eine positive Entwicklung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 mit einem Anstieg des bereinigten EBITDA um 10,8 %, verglichen mit der letztjährigen Prognose eines mittleren einstelligen Wachstums. Ertragslage Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzaufteilung nach Geschäftsbereich:
Der Gesamtumsatz stieg im Jahr 2022 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 um 11,5 % auf 306,5 Mio. €. Die Gründe für den Anstieg sind höhere Volumina an Standorten, die 2021 durch die schwache Nachfrage nach bestimmten Produkten beeinträchtigt waren, sowie der Preiseffekt im Zusammenhang mit der Weitergabe von Rohstoff- und Energiepreiserhöhungen. Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr auf 112,8 Mio. € (2021: 91,7 Mio. €), was in erster Linie auf das Geschäftswachstum, aber auch auf inflationsbedingt höhere Kosten zurückzuführen ist. Der Personalaufwand stieg um 9,9 % auf 110,7 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (100,7 Mio. €) aufgrund höherer Vergütungen einschließlich Sondereffekten aus inflationsbedingten Einmalzahlungen an die Mitarbeiter und eines Anstiegs der Mitarbeiterzahl. Die Abschreibungen waren mit 34,9 Mio. € höher als im Vorjahr (26,8 Mio. €). Diese Entwicklung ist vor allem auf fortgesetzte Investitionen in die Erweiterung der Kapazitäten, die Modernisierung von Maschinen und Infrastruktur, einschließlich der IT, zurückzuführen, wobei erhebliche Investitionen in das SAP-System getätigt wurden, das im Geschäftsjahr 2022 erstmals ganzjährig abgeschrieben wurde. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich auf 40,1 Mio. € von 47,2 Mio. € im Jahr 2021, die aufgrund der Kosten für die Refinanzierung, den Erwerb und die Umstrukturierung der Gruppe sowie aufgrund erhöhter Beratungs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten entsprechend höher ausgefallen waren. Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres beläuft sich aufgrund der oben beschriebenen Faktoren auf 14,0 Mio. € und ist somit um 6,8 Mio. € höher als im Vorjahr. Die (Netto-)Finanzierungsaufwendungen für Fremdmittel sind im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Mio. € gesunken. Dies ist vor allem auf die positive Mark-to-Market-Bewertung unserer Zinsderivate zurückzuführen, die zu einem Ertrag von 8,3 Mio. € führten. Finanzlage Der Bestand an Zahlungsmitteln hat sich gegenüber dem Vorjahr um 9,0 Mio. € auf 15,0 Mio. € zum 31. Dezember 2022 verringert.
Der Rückgang des positiven Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit von 33,5 Mio. EUR auf 24,6 Mio. EUR ist hauptsächlich auf den Anstieg des Working Capital zurückzuführen, das den Aufbau zusätzlicher Sicherheitsbestände, aber auch Inflationseffekte und Effekte im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Zahlung einmaliger transaktionsbezogener Kosten umfasst. Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit setzt sich aus Mittelabflüssen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 13,9 Mio. € (2021: 18,4 Mio. €) und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 6,8 Mio. € (2021: 8,4 Mio. €) zusammen, da das Unternehmen seinen Investitionsplan fortsetzt. Der Investitions-Cashflow des Jahres 2021 wurde von dem Erwerb der Standorte in Edinburgh und Ploermel (109,2 Mio. €) dominiert. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 12,7 Mio. € (2021: 116,6 Mio. €) beinhaltet hauptsächlich den Mittelzufluss aus der Neuaufnahme von Krediten im Rahmen der revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 6,0 Mio. € (2021: 290 Mio. € neue Finanzierung im Zusammenhang mit der Refinanzierung und dem Erwerb der beiden neuen Standorte) abzüglich des Mittelabflusses in Höhe von 6,1 Mio. € (2021: 10,2 Mio. €) für die Rückzahlung von Leasingverpflichtungen und 12,6 Mio. € (2021: 10,8 Mio. €) an gezahlten Zinsen. Insgesamt verfügt der Konzern über Kreditlinien in Höhe von 372,4 Mio. € (2021: 327,4 Mio. €), bestehend aus einem endfälligen Tilgungsdarlehen in Höhe von 330,0 Mio. € (2021: 290,0 Mio. €) (einschließlich eines zusätzlichen Darlehens in Höhe von 40 Mio. €, das nur für Akquisitionen verwendet werden kann) und einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 42,4 Mio. € (2021: 37,4 Mio. €), von der 6,0 Mio. € im Dezember 2022 in Anspruch genommen wurden sowie 1,6 Mio. € derzeit für Garantien verwendet werden. Im Jahr 2021 wurde das verbleibende Factoring im Rahmen der Refinanzierung abgelöst, und zum 31. Dezember 2022 gab es keine weiteren Finanzierungslinien. Der Konzern verfügt zum Stichtag über direkt verfügbare liquide Mittel in Höhe von 15,0 Mio. € (2021: 24,0 Mio. €). Der Konzern war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Geschäftsführung überprüft mindestens monatlich die Liquiditätssituation und leitet bei Bedarf geeignete Maßnahmen ein, um etwaigen Liquiditätsengpässen rechtzeitig vorzubeugen. Die zum 31. Dezember 2022 eingegangenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden in den folgenden Berichtsperioden zu Mittelabflüssen in Höhe von rund 17,9 Mio. € (2021: 14,8 Mio. €) führen, die aus dem vorhandenen Zahlungsmittelbestand und dem operativen Cashflow finanziert werden sollen. Vermögenslage und Kapitalstruktur Bilanz Aktiva
Passiva
Die Bilanzsumme des Konzerns zum 31. Dezember 2021 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,0 Mio. € auf 475,4 Mio. € erhöht. Auf der Aktivseite sind die wesentlichen Erhöhungen bei den langfristigen derivativen Finanzinstrumenten, bei denen zwei Zinscaps hinzukamen, sowie bei den Posten des Working Capital, Forderungen und Vorräte, zu verzeichnen. Letztere stiegen infolge höherer Aktivität sowie aufgrund der zur Kompensation der gestiegenen Unsicherheit in den Lieferketten erhöhten Sicherbestände sowie der Inflation an. Auf der Passivseite ist neben dem Anstieg des Eigenkapitals um 15,1 Mio. EUR ein leichter Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten zu verzeichnen, da zum Ende des Vorjahres hohe Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Umstrukturierungen und neuen Akquisitionen bestanden. Die kurzfristigen Kreditverbindlichkeiten haben sich um 6,0 Mio. € erhöht, da das Unternehmen seine flexible revolvierende Kreditfazilität genutzt hat, um den Anstieg des Working Capital zu finanzieren. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind von 346,1 Mio. € auf 337,2 Mio. € gesunken, was auf die infolge gestiegener Zinssätze um 9,7 Mio. € rückläufigen Pensionsverpflichtungen und einen Rückgang der Leasingverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr um 2,3 Mio. € zurückzuführen ist. Das Management hat die künftige Finanzierungs- und Liquiditätslage des Konzerns und der Gesellschaft in Bezug auf die verfügbaren Bankfazilitäten gewürdigt. Der Konzern ist im Rahmen der Bankfinanzierung verpflichtet, bestimmte Kennziffern (Covenants) einzuhalten, einschließlich des Verhältnisses des sogenannten Consolidated Senior Net Debt zum EBITDA. Die Covenants werden vierteljährlich anhand von Managementinformationen und jährlich zum 31. Dezember anhand des geprüften Konzernabschlusses überprüft. Das Management hat Prognosen und Budgets für einen ausreichenden Zeitraum erstellt, um die Einhaltung der Covenants zu beurteilen, und bestätigt, dass ausreichend Spielraum vorhanden ist. Daher wird es als angemessen erachtet, den Konzernabschluss auf der Grundlage der Unternehmensfortführung zu erstellen. Gesamtaussage Insgesamt war 2022 trotz der Herausforderungen durch die globale Pandemie, den Russland-Ukraine-Krieg und das inflationäre Umfeld ein positives Jahr, in dem der Konzern seine geplante Investitions- und Wachstumsstrategie weiter umsetzen und seine strategische Ausrichtung (Wachstum durch Investitionen in Kapazitätserweiterungen, aber auch durch Firmenübernahmen und verschiedene Kundenprojekte) weiter stabilisieren und festigen konnte. III. Ereignisse nach dem Berichtszeitraum Wir verweisen auf die Ausführungen in Kapitel Anmerkung 34 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" im Konzernanhang. IV. Chancen- und Risikobericht Risikomanagementsystem NextPharma hat ein System zur Risikoüberwachung und der Leistung seiner Betriebsstandorte durch formelle zweiwöchentliche und monatliche Berichte über finanzielle und operative Ergebnisse und monatliches Reporting der Key Performance Indicators (einschließlich des Umsatzes und des bereinigten EBITDA) entwickelt. Regelmäßige Business Review Meetings werden abgehalten, die es dem lokalen Management ermöglichen, finanzielle, kommerzielle und operative Ergebnisse der Geschäftsleitung zu präsentieren, identifizierte Risiken mit dieser zu diskutieren und geeignete Reaktionen zu implementieren. Diese Treffen werden durch Besprechungen zur Überprüfung der Verkaufsaktivitäten, der Produktion sowie der prognostizierten Einnahmen und des bereinigten EBITDA ergänzt, die mindestens alle zwei Wochen sowie zusätzlich nach Bedarf stattfinden. Monatliche Geschäftsleitungssitzungen werden zwischen der Geschäftsleitung von NextPharma und Vertretern der Anteilseigner abgehalten, um die Leistung und Strategie zu überprüfen. Chancen Die wesentlichen Chancen für die weitere positive Entwicklung der NextPharma-Gruppe liegen in der Ausweitung des Umsatzes durch die Gewinnung neuer Kunden und Projekte, sowie die Erschließung neuer Marktsegmente und weiterer geographischer Märkte. Die Ausweitung der geografischen und technologischen Präsenz der Gruppe mit den drei neuen Standorten sollte das weitere Umsatzwachstum unterstützen. Der anhaltende Strukturwandel in der pharmazeutischen Industrie bietet NextPharma ebenfalls Möglichkeiten zur Expansion, wenn geeignete Standorte erworben werden können. Schnelligkeit ist einer der Kernwerte der Gruppe und eine schnelle, agile Reaktion auf Marktveränderungen und -effekte ist ein Wettbewerbsvorteil. NextPharma wird von dynamischen Teams in den Bereichen Unternehmens- und Geschäftsentwicklung sowie Kundenservice, einem strukturierten internen Berichtswesen und ergänzenden Informationen aus externen Quellen unterstützt, die eine rechtzeitige Reaktion auf Marktchancen gewährleisten. Nach aktuellen Erkenntnissen bietet die anhaltend ansteigende Nachfrage nach Contract Development and Manufacturing (CDMO) Leistungen in Europa mittel- bis langfristig ein zusätzliches Wachstumspotential. Risiken Die Gesamtverantwortung für ein wirksames Risikomanagementsystem liegt bei der Geschäftsführung. Eine Überprüfung der Risiken und Chancen ist Teil unserer regelmäßigen internen Berichterstattung. Die Funktionsbereiche sind dafür verantwortlich, die einzelnen Risiken zu identifizieren und zu melden sowie die möglichen Auswirkungen zu bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Im Folgenden werden die Risiken in die folgenden Kategorien eingeteilt: Externe Risiken, operative Risiken und finanzielle Risiken. Versicherung Soweit möglich und finanziell vertretbar, hat NextPharma Versicherungen abgeschlossen, um eine große Anzahl von Risiken abzudecken. Diese Policen decken unter anderem Produkthaftung, Sachschäden, Betriebsunterbrechung, Rechtskosten und Cyber-Risiken ab und sind Teil unserer Strategie zur Risikominderung. Externe Risiken Die Fähigkeit, allgemeine existenzielle Risiken wie Naturkatastrophen, Pandemien, bewaffnete Konflikte und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Schäden vorherzusehen, ist begrenzt. NextPharma ergreift jedoch, wann immer dies möglich ist, Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Gruppe angemessen und schnell auf solche Ereignisse reagieren und die direkten oder indirekten Auswirkungen eines solchen Ereignisses abmildern kann. Nachfolgend werden Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit aufgeführt, die sich wiederholen könnten oder andauern. Pandemie Eine weltweite Pandemie stellt nach wie vor ein Risiko für das Unternehmen dar, unabhängig davon, ob es sich um das Wiederauftreten eines stärkeren Covid-Stammes oder um eine andere Krankheit handelt. Wie wir in den Jahren 2020 und 2021 gesehen haben, würden sich alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit, wie z. B. Lockdowns, die die Infektionsraten verringern sollten, wahrscheinlich negativ auf den Markt für bestimmte Produktgruppen (Husten/Erkältung, Antibiotika) auswirken und somit messbare Auswirkungen auf die Umsätze unserer Standorte haben, die Produkte in diesen Segmenten herstellen. Ein solches Ereignis würde sich auch auf die Geschäftsentwicklung auswirken, da direkte Interaktionen mit potenziellen Kunden, wie z. B. Besuche vor Ort, nicht möglich wären und die allgemeine Unsicherheit, die die Investitionsbereitschaft der Kunden beeinträchtigen dürfte. Auch Lieferketten könnten unterbrochen werden, obwohl dieses Risiko grundsätzlich als gering eingestuft wird. Obwohl es schwierig ist, die konkrete Form eines solchen Ereignisses vorherzusagen, ist die Geschäftsleitung der Ansicht, dass die Qualitäts- und Hygieneroutinen in unserer Produktion die direkten betrieblichen Auswirkungen begrenzen würden. Dennoch bleibt ein mittleres Risiko, dass ein Teil unseres Produktportfolios betroffen wäre. Anhaltender Russland-Ukraine-Krieg Der Konflikt in der Russland-Ukraine-Krieg dauert an und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gibt es keine Anzeichen für eine Lösung. Je nach Entwicklung der Lage ist es möglich, dass wesentliche Risiken für das Unternehmen entstehen, zum Beispiel im Falle einer Eskalation. Bislang hatte der Krieg nur begrenzte direkte Auswirkungen auf den Konzern. NextPharma verkauft nicht direkt in die unmittelbar betroffenen Gebiete, aber einige Kunden (darunter ein Top-10-Kunde) tätigen Verkäufe nach Russland (medizinischer Bedarf, der nicht den Sanktionen unterliegt) und in die Ukraine, und die Liefermengen in diese Märkte werden wahrscheinlich von diesen Ereignissen betroffen sein. Die Geschäftsleitung geht derzeit davon aus, dass es zu keinem weiteren Rückgang der Absatzmengen kommen wird, vielmehr wird ein Anstieg der Absatzmengen als wahrscheinlicher angesehen. Darüber hinaus sind einige Länder, in denen wir tätig sind, weiterhin teilweise von russischem Gas abhängig, was bedeutet, dass das Risiko von Auswirkungen in Form einer Unterbrechung der Gaslieferungen bestehen bleibt, was wiederum zu Produktionsausfällen in den betroffenen Anlagen führen könnte. Angesichts der jüngsten Maßnahmen der Regierungen zur Verringerung dieser Abhängigkeit hält das Management dieses Risiko zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts jedoch für gering. Inflation Die Kosten von NextPharma könnten durch die hohe Inflation vor allem in Bereichen wie Material, Personal und Energie beeinflusst werden. Es besteht das Risiko, dass die potenziell gestiegenen Kosten nicht (oder nicht vollständig) an unsere Kunden weitergegeben werden können. Andererseits sind die Kunden möglicherweise auch nicht in der Lage, die höheren Kosten in vollem Umfang weiterzugeben, da sie mit anderen Regionen konkurrieren, die nicht oder in geringerem Maße betroffen sind. Wie bereits im Wirtschaftsbericht erwähnt, ist die Inflation, insbesondere in Europa, so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr, was durch die angebotsseitigen Auswirkungen von Covid und dem Russland-Ukraine-Krieg (und den damit verbundenen russischen Sanktionen) angeheizt wurde. Dies hatte erhebliche und messbare Auswirkungen auf die Produktionskosten, bereits im Geschäftsjahr 2022, aber auch noch im Geschäftsjahr 2023. Um die Auswirkungen weiter steigender Material- und Personalkosten abzumildern, kann die Gruppe zusätzliche Preiserhöhungen durchführen, um die Kosteninflation zu decken. Zur Deckung von Energiekostensteigerungen hat die Gruppe Ende des Geschäftsjahres 2022 und auch im Geschäftsjahr 2023 einen flexiblen Aufschlag eingeführt, der die Entwicklung der direkt vom Unternehmen getragenen Energiekostensteigerungen widerspiegelt, und obwohl sich die Energiepreise derzeit zu stabilisieren scheinen, glauben wir, dass wir diesen Mechanismus in Zukunft nutzen können, falls weitere Preisschocks auftreten. Weitere Kostensteigerungen werden Druck auf die Endkundenmärkte ausüben, aber das größte Risiko besteht für einen kleineren Teil des Produktportfolios, der Preisobergrenzen oder Ausschreibungsvereinbarungen unterliegt. Insgesamt betrachten wir die Inflation als ein geringes bis mittleres Risiko. Operative Risiken NextPharma's tatsächliche Ergebnisse und Leistungsaussichten können durch eine Reihe von betrieblichen Risiken und Unwägbarkeiten beeinflusst werden. Dazu gehören die Wettbewerbssituation und die Nachfrage des Marktes nach Produkten von Kunden, die Verfügbarkeit bestimmter pharmazeutischer Wirkstoffe (APIs) und anderer Materialien, behördliche Genehmigungen, regulatorische und Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Wettbewerbssituation Aus Sicht des Managements stehen Pharmaunternehmen vor einer Reihe von Herausforderungen, darunter die Bedrohung durch sinkende Umsätze und Margen aufgrund von Patentabläufen, zunehmender Verwendung von Generika und regulatorischem Preisdruck. Infolgedessen könnten die betroffenen Pharmaunternehmen vorsorglich Maßnahmen zur Kostensenkung und Umstrukturierung ergreifen, was wiederum zu Fusionen und nachfolgendem Insourcing der Produktion oder dem Versuch, Waren in Niedrigkostenländern wie China und Indien zu beschaffen, führen könnte, welche NextPharma als die Hauptrisiken für sein Geschäft ansieht. Auch wenn Kosten mit der Verlagerung von Produkten verbunden sind und die Rate der Kundenverluste gering ist, arbeitet die Gruppe hart daran, diesen Risiken durch sehr gute Serviceleistungen und die Entwicklung von Kundenbeziehungen abzuschwächen. Marktnachfrage nach Kundenprodukten/Kundenrisiko Es gibt Risiken für die Endkundenmärkte, entweder in Bezug auf ein bestimmtes Kundenprodukt, z.B. das Risiko von Wettbewerbern oder regulatorischen Risiken, oder für ein bestimmtes Marktsegment, wie z.B. in jüngster Zeit bei Husten und Erkältung. NextPharma ist sowohl in Bezug auf die Kunden als auch in Bezug auf die Produkte selbst gut diversifiziert und stellt Produkte in verschiedenen Darreichungsformen und für verschiedene Indikationen her. Daher wird dieses Risiko, obwohl es einen einzelnen Standort stärker betreffen könnte, aus Konzernsicht als geringes bis mittleres Risiko angesehen. Beschaffungsrisiken NextPharma kauft eine Vielzahl von Rohstoffen, Komponenten und Dienstleistungen, die für die Produktions- und Analyseprozesse entscheidend sind, von Lieferanten ein und ist daher dem Risiko unerwarteter Lieferengpässe und/oder Preissteigerungen ausgesetzt. Die Auswirkungen von Covid-19 und des Russland-Ukraine-Krieg haben zu erheblichen Unterbrechungen der Lieferketten geführt, und obwohl sich die Situation derzeit entspannt, bleibt sie schwierig. Um diese Risiken abzumildern und die Versorgung zu sichern, hat das Management die Sicherheitsbestände für bestimmte Materialien erhöht und, wo nötig, mit Zustimmung und Unterstützung der Kunden frühere Käufe getätigt. Darüber hinaus arbeitet die Gruppe proaktiv mit ihren Kunden zusammen, um alternative Lieferanten zu finden und so die Ausfallsicherheit zu erhöhen. Insgesamt schätzt das Management das Risiko als gering ein. Produktions- und Qualitätsrisiken Als Hersteller trägt die Gruppe die damit verbundenen Risiken wie Kapazitätsengpässe, Überkapazitäten, Produktionsausfälle und Produktionsabweichungen. Eine sorgfältige Planung der Produktionskapazitäten, der Einsatz vielseitiger Maschinen mit flexiblen Arbeitsplänen und eine kontinuierliche Überwachung der Produktionsprozesse können diese Risiken deutlich begrenzen. Die Methodik der kontinuierlichen Verbesserung ist ebenfalls hilfreich, da sie die Vereinfachung von Prozessen, die zunehmende Automatisierung und die Digitalisierung fördert. Das Risiko von Qualitätsproblemen wird durch umfassende Qualitätskontrollen während des gesamten Produktionsprozesses gemindert: von Prüfungen der eingehenden Materialien und Lieferantenaudits bis hin zu einem strengen Produktfreigabeverfahren. Dieser robuste Qualitätsprozess stellt auch sicher, dass alle aktuellen gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Das Risiko wird als gering eingestuft. Regulatorische Risiken Das Unternehmen ist in einem stark regulierten Umfeld tätig. Dies gilt sowohl für die Produkte selbst als auch für den Produktionsprozess, die verwendeten Materialien und die Fabriken, in denen die Produkte hergestellt werden. Infolge des umfassenden Qualitätsprozesses in der gesamten Lieferkette (ca. 25 % der Mitarbeiter sind in Qualitätsfunktionen tätig) sind die Risiken bezüglich der Patientensicherheit äußerst gering. Risiken im Produktionsprozess, für die NextPharma direkt verantwortlich ist, werden durch Standardarbeitsanweisungen (SOP) in Übereinstimmung mit den neuesten Herstellungsrichtlinien (GMP), Schulungsprogrammen und einem übergreifenden Qualitätssystem, das in den Beschaffungs- und Produktionsprozess eingebettet ist, sowie durch regelmäßige externe Qualitätsaudits behandelt. Das Risiko einer Werksschließung aufgrund von behördlichen Feststellungen wird ebenfalls als äußerst gering angesehen. Darüber hinaus sind der Gruppe derzeit keine Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen bekannt, die ein Risiko für die Geschäftstätigkeit der Gruppe darstellen. Das Risiko wird somit als gering eingestuft. IT-Risiken Die Geschäftsprozesse der Gruppe werden durch eine Vielzahl von spezifischen Softwareanwendungen und IT-Systemen unterstützt. Ein Ausfall oder eine Beeinträchtigung der geschäftskritischen IT-Systeme aufgrund von Cyberangriffen oder anderen Bedrohungen könnte zu erheblichen Unterbrechungen, finanziellen Verlusten oder Datenverlusten führen. NextPharma mindert diese Risiken durch die Implementierung von sicheren IT-Systemen und IT-Sicherheitsrichtlinien sowie Benutzerschulungen für alle Mitarbeiter, einschließlich Sicherheitsbewusstsein, Netzwerksicherheit, Malware-Prävention und angemessene Kommunikation und Praktiken zur Reaktion auf Vorfälle. Das Management schätzt das Risiko als gering bis mittel ein. Finanzielle Risiken Die Gruppe ist mit einer Reihe von finanziellen Risiken konfrontiert, insbesondere mit Zinsrisiken. Weitere Risiken sind das Wechselkursrisiko und das allgemeine Liquiditätsrisiko. Das größte Zinsrisiko besteht für die Gruppe bei einem langfristigen Darlehen in Höhe von 290 Mio. €, das an einen variablen EURIBOR-Satz gebunden ist. Zur Minderung dieses Risikos wurde bei der Aufnahme des Darlehens ein Finanzinstrument, d. h. ein Zinsderivat (Zinscap), abgeschlossen, das den Zeitraum bis März 2024 abdeckt, und ein weiteres wurde abgeschlossen, um die Absicherung bis März 2025 zu verlängern. Beide Caps dienen ausschließlich Absicherungszwecken. Sie erfüllen jedoch nicht alle Kriterien eines Cashflow-Hedge. Daher werden die Wertveränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Es ist die Politik der Gruppe, eine ausreichende Termindeckung aufrechtzuerhalten, und diese wird regelmäßig überprüft. Im Jahr 2022 wurde ein weiterer Zinscap abgeschlossen, um die im März 2023 aufgenommene Finanzierung im Zusammenhang mit der Übernahme von Asker abzudecken. Dieses Finanzinstrument erfüllt die Kriterien eines Cashflow-Hedges und die Wertveränderung wird daher erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die meisten Geschäftstransaktionen erfolgen in Euro, jedoch gibt es in begrenztem Umfang mit Kunden und Lieferanten auch Transaktionen auf US-Dollar-Basis oder in anderen Währungen. Die Währungseffekte werden laufend überwacht, und die Geschäftsleitung kann Absicherungsstrategien einsetzen, wenn das potenzielle Risiko steigt. Die Gruppe verfügt über eine Kreditlinie (revolvierende Kreditfazilität) in Höhe von 37,4 Mio. €, die im Falle eines spezifischen Barmittelbedarfs, sei es für Betriebskapital oder andere betriebliche Erfordernisse, kurzfristig und flexibel genutzt werden kann. Darüber hinaus steht im Zusammenhang mit der Übernahme eine weitere revolvierende Kreditlinie von 5 Mio. € zur Verfügung. Gesamtaussage zur Risiko- und Chancenlage aus Sicht der Konzernleitung Unter Berücksichtigung aller oben genannten Risiken und der allgemeinen Entwicklung der Weltwirtschaft ist die Gesamtsituation für die Gruppe positiv zu bewerten. Das Management ist der Ansicht, dass die Wachstumsstrategie der Gruppe weiterhin robust und angemessen ist: Das Unternehmen konzentriert sich organisch auf die Entwicklung bestehender Kundenbeziehungen, indem es qualitativ hochwertige Produkte, Schnelligkeit und Reaktionsgeschwindigkeit sowie einen insgesamt exzellenten Kundenservice anbietet, und anorganisch auf die Erschließung neuer Märkte und die Ausweitung des Marktanteils durch den Erwerb zusätzlicher Standorte mit komplementären Merkmalen, z. B. neue Technologien, geografische Lage oder zusätzliche Kapazitäten für bestehende Produkte. Den wesentlichen Risiken eines eventuellen Produktions-Insourcing der Kunden und einer veränderten Nachfrage des Marktes wird durch die Beibehaltung eines diversifizierten Produktportfolios mit mehreren Technologien und Standorten entgegengewirkt. Insgesamt sieht das Management keine bestandsgefährdenden Risiken. V. Prognosebericht Das zukünftige Wachstum der Gruppe basiert auf organischen und anorganischen Wachstumsstrategien. Unser organisches Wachstum basiert auf der Erschließung neuer Kunden, der Entwicklung neuer und/oder bestehender Produkte sowie auf der weiteren Fokussierung und dem Ausbau bestehender Kundenbeziehungen. Bei bestehenden Kunden strebt der Konzern einen profitablen Ausbau der Zusammenarbeit durch eigene und Kundeninvestitionen sowie langfristige Verträge an. Die Auftragslage ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Abschlusses im Vergleich zum Vorjahr positiv. Fast alle Werke zeigen eine Verbesserung des Auftragseingangs und der Kundenprognosen für das CMS-Geschäft. Bei einigen Standorten hängt dies mit der Erholung der Volumina auf ein normales Niveau nach Covid zusammen, in anderen Fällen spiegelt es das Wachstum der Kundenmärkte wider. Wir sehen auch ein starkes Wachstum bei den Produktentwicklungsdienstleistungen (PDS), insbesondere in Verbindung mit neuen Kunden, sowie bei den klinischen Versuchsdienstleistungen (CTS), was sich positiv auf die Ergebnisse der Gruppe auswirkt. Darüber hinaus arbeitet die Gruppe weiterhin intensiv an konzernweiten und standortspezifischen Verbesserungsinitiativen, die den Kostendruck abschwächen und die Rentabilitätsziele der Gruppe unterstützen. Zu diesen Initiativen gehören Maßnahmen zur Produktions- und Prozessoptimierung sowie strategische Projekte, beispielsweise im Bereich der Beschaffung. NextPharma investiert auch weiterhin in den Ausbau hochwertiger Produktionsflächen und -maschinen, um die Kundennachfrage zu befriedigen, Marktchancen zu nutzen und Effizienzsteigerungen zu erzielen. Aus einer anorganischen Perspektive plant die Gruppe, ihre Ziele durch weitere Akquisitionen zu erreichen. Die Gruppe geht bei der Umsetzung dieser Strategie sehr sorgfältig vor und sucht nach Vermögenswerten, die bestimmte Kriterien in Bezug auf Größe, Fähigkeiten, Komplementarität und Standort erfüllen. Besonderes Augenmerk liegt auf der europäischen Region und Nordamerika, da diese Märkte von großer Bedeutung sind und viele Pharmaunternehmen die Zusammenarbeit mit einer zuverlässigen "CDMO" mit Sitz in Europa oder in der westlichen Hemisphäre suchen. Für das Geschäftsjahr 2023 geht die Gruppe (einschließlich des neuen Standorts Asker) von einem Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und einer niedrigen zweistelligen Wachstumsrate beim bereinigten EBITDA aus. Dieses Wachstum soll teilweise durch die Akquisition des neuen Standorts Asker, aber auch durch Wachstum des Kundenvolumens und des Neugeschäfts getragen werden. Es wird erwartet, dass die Inflationseffekte durch Preiseffekte auf der Beschaffungs- (Material und Energie), Arbeits- und Kundenseite weitgehend ausgeglichen werden, was sich jedoch negativ auf die prozentuale Entwicklung der EBITDA-Marge auswirken dürfte. Angesichts der anhaltend positiven Entwicklung der Pharmaindustrie im Allgemeinen, die das Wachstum in den Märkten unserer Kunden antreibt, und des anhaltenden Kostendrucks in den Gesundheitssystemen, der zu einer hohen Nachfrage nach den speziell von NextPharma angebotenen Dienstleistungen führt, sehen wir auch in Zukunft gute Wachstumschancen.
Göttingen, den 27. Juni 2023 Die Geschäftsführung Peter Arend William Burema Eric Schmidhäuser |
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