Verlag Ernst und Werner Gieseking GmbH
Selbe AdresseVerlegen von Büchern
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KGBielefeldJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010LageberichtFür die Zeit vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 der Firma Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG, Deckertstraße 30, 33617 Bielefeld Entwicklung der Branche in 2010 In Deutschland hat der stärkste Abschwung in der Nachkriegsgeschichte 2008/2009 im Sog der schweren weltwirtschaftlichen Rezession in vielen Branchen zu zweistelligen Einbrüchen bei Produktion und Umsätzen geführt. Auch die Druckindustrie hatte deutliche Rückgänge zu verzeichnen. So fiel der Wert aller Produkte und Leistungen der Industrie um 12,3% (VR Branchen Spezial 1/2011; die vom bvdm Anfang 2010 genannten Zahlen mussten deutlich nach unten korrigiert werden). Während andere, insbesondere die exportierenden Industriezweige in 2010 bereits wieder einen deutlichen Aufschwung verspürten, befand sich die Druckindustrie als traditioneller Spätzykliker für weite Teile von 2010 noch im Abschwung. So fiel der Wert aller Produkte und Leistungen im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nochmals um 9,3%. Im Katalog-Sektor betrug der Rückgang sogar 47,7% (VR Branchen Spezial 1/2011; Statistisches Bundesamt; bvdm). Erst im zweiten Halbjahr 2010 kam es zu einer spürbaren Belebung. Aber auch bis November 2010 blieben die kumulierten Branchenumsätze 3,2% unter den Vorjahreswerten (bvdm). Die Trendkurve der Produktion blieb von Mitte 2010 bis zum Jahresende aufwärtsgerichtet. Für die Druckindustrie als Ganzes wird in 2011 trotz positiven konjunkturellem Umfeld und steigenden Werbeausgaben nur mit einem leichten Wachstum oder sogar mit einer Stagnation der Umsätze gerechnet. Risiken für die künftige Lage der Branche ergeben sich u.a. aus der konjunkturellen Situation. Zudem herrscht aufgrund der konjunkturell gedrückten Auslastung sowie der allgemeinen Überkapazitäten und dem Strukturwandel in der Industrie ein harter Verdrängungs- und Preiswettbewerb. Ferner kann es zu Erhöhungen von Rohstoffpreisen (z.B. Papier, Energie) kommen, die ggf. nicht alle Betriebe in voller Höhe an Ihre Kunden weitergeben können. Chancen für eine Verbesserung der Branchensituation liegen u.a. in einer positiv verlaufenden Werbekonjunktur, die auch auf die Printmedien abfärbt. Außerdem könnte es aufgrund der niedrigen Renditen vermehrt zu Marktaustritten von Druckunternehmen kommen, was wiederum die Überkapazitäten reduzieren könnte und sich dann positiv auf die verbleibenden Unternehmen auswirken könnte. Entwicklung der Firma in 2010 In 2010 hat die Firma Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG gemäß Ihrer strategischen Ausrichtung drei kleinere Investitionen getätigt in einen Großformat-Schneideautomaten, eine Digitaldruckproduktionslinie sowie in einen vollständig digitalen PDF-Workflow der neuesten Generation. Diese Investitionen sollen in erster Linie die Effizienz sowie die Qualität weiter verbessern. Zudem arbeiten wir seit Dezember 2010 mit einem zusätzlichen starken Finanzpartner im Factoring-Verfahren zusammen. Die erwarteten Vorteile dieses Verfahrens sind eine noch breitere Finanzierungsbasis, Zahlungsausfallrisiken von Kundenforderungen noch besser zu managen, jederzeit ausreichend Liquidität auch für Großprojekte vorhalten zu können, auch kurze Skontozahlungsziele nutzen zu können sowie künftiges Wachstum zu finanzieren. Insgesamt war das Jahr 2010 von folgenden Merkmalen geprägt:
Die angesprochenen Themen des Jahres hatten spürbare Auswirkungen auf einzelne Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz: Im Einzelnen haben sich Bilanzpositionen stichtagsbezogen wie folgt verändert: Die Bilanzsumme ist von 2.112 tsd. Euro auf 2.696 tsd. Euro gestiegen. Dabei ist das Anlagevermögen abschreibungsbedingt um ca. 100 tsd. Euro reduziert. Durch das negative Ergebnis ist das ausgewiesene Eigenkapital aufgezehrt und die Position "nicht durch Eigenkapital gedeckter Verlustanteil" entstanden. Eine Überschuldung ist nicht gegeben, da das Unternehmen über ausreichend hohe, durch externe Gutachten belegte erhebliche stille Reserven insbesondere in Grund und Gebäude verfügt. Die Rückstellungen für Pensionen sind - trotz Bilmog - leicht gesunken. Wir erwarten, dass die Pensionsrückstellungen in Zukunft tendenziell weiter sinken werden, weil nur noch 2 aktive Anwartschaften bestehen und die übrigen Personen mit Ansprüchen bereits in Rente sind. Einzelne Bilanzpositionen werden im Folgenden erläutert: Vorräte: Sowohl die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, als auch die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahresstichtag um insgesamt ~500 tsd. Euro deutlich erhöht. Begründet ist diese Veränderung zum einen dadurch, dass die Auslastung im Dezember 2010 besser war als im Dezember 2009. Zum anderen gab es im Verlauf des Jahres 2010 extrem schwankende Lieferzeiten für Rohmaterial (5 Tage bis 8 Wochen). Die gleichzeitig bestehenden hohen Anforderungen unserer Kunden an eine kurze Lieferzeit hatten uns veranlasst unser Rohwarenlager kräftig aufzustocken. Dieser Schritt hat uns geholfen Neukunden zu gewinnen und Bestandskunden zu halten. Nachdem allerdings die Lieferzeiten sich wieder normalisiert/reduziert hatten blieb ein sehr hoher Lagerbestand bestehen, den wir nun erst in 2011 sukzessive abbauen können und müssen. Erleichtert wird dieses Vorhaben durch die Einführung der barcode-gestützten Materialwirtschaft im ersten Halbjahr 2011. Forderungen, Kasse, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen: Die Einführung des Factoring Verfahrens konnte aufgrund kleinerer Verzögerungen erst Mitte Dezember 2010 begonnen werden. Zum Stichtag waren erst zwei Factoring-Läufe erfolgt und es bestanden zwischen den Dienstleistern noch ungeklärte formelle Fragen. Daher spiegelt das Bilanzbild zum 31.12.2010 die erwarteten positiven Effekte des Factoring Verfahrens noch nicht voll wieder. So führte z.B. die verbesserte Liquidität aus verkauften Forderungen (Forderungen ggü. Vorjahr: ca. -330 tsd. Euro) u.a. zu einem erhöhten Kassenbestand (+205 tsd. Euro) aber zum Stichtag noch nicht in den gewünschten Abbau der Verbindlichkeiten ggü. Lieferungen und Leistungen (+175 tsd. Euro). Heute, zum Jahresbeginn 2011, scheinen die gewünschten Effekte, z.B. die Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, jedoch zunehmend einzutreten. Aus heutiger Sicht erwarten wir, dass die Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG im Jahr 2011 den Umsatz des Jahres 2010 spürbar ausbauen kann. Die Rendite sollte sich durch die eingeleiteten Maßnahmen, insbesondere durch die Neukunden- und damit verbundene Auslastungsentwicklung sowie durch gestartete Projekte zur Steigerung der Produktionseffizienz positiv entwickeln. Ein insgesamt positives Ergebnis sollte unter diesen Umständen erreichbar sein. Umsatzentwicklung in 2010 sowie umsatzseitige Chancen und Risiken Der Umsatz der Firma Graphischer Betrieb Gieseking GMBH & Co KG konnte im Geschäftsjahr 2010 um ~4% gesteigert werden. Beim Umsatz inkl. Bestandsveränderungen ohne sonstige betrieblichen Erträge konnte sogar ein Plus von ~11% erzielt werden. Dies ist insbesondere bemerkenswert vor dem Hintergrund der sinkenden Umsätze in der Druckindustrie als Ganzes (-3,2% bis November 2010). Die Umsatzentwicklung des Unternehmens war also in Summe ~9 Prozentpunkte bzw. ~14 Prozentpunkte besser als die der Branche. Bemerkenswert ist dabei die unterjährige Entwicklung. Der Umsatz war im ersten Halbjahr 2010 um ~15% rückläufig und markierte damit den schlechtesten Stand seit Jahren. Im zweiten Halbjahr 2010 hingegen konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr dank wieder anziehender Konjunktur und der erfolgreichen Umsetzung der Vertriebsstrategie deutlich um ~25% gegenüber Vorjahr ausgebaut werden. Dabei konnte im Verlauf des Jahres auch der Produktmix deutlich in Richtung des strategischen Zielkundensegments bewegt werden. Diese unterjährige Entwicklung stimmt uns positiv für das Jahr 2011. Umsatzrisiken resultieren aus dem bereits angesprochenen Verdrängungs- und Preiswettbewerb in der Branche, der zu Kunden- als auch Margenverlusten führen kann. Zudem besteht für einige Kundensegmente das grundsätzliche Risiko, dass diese Kunden von einer Fremdvergabe der Druckproduktionen auf eine Eigenfertigung umstellen könnten. Umsatzseitige Chancen liegen in dem Ausbau bestehender Kundenbeziehungen, der Gewinnung neuer Kunden in definierten Kernproduktsegmenten und der damit verbundenen ergebnisrelevanten Fixkostendegression. Das Unternehmen plant die strategisch zielgerichtete und erfolgreiche Neukundengewinnung des vergangenen Jahres auch in 2011 fortzusetzen. Entwicklung der Aufwendungen in 2010 sowie Chancen und Risiken Die Aufwendungen sind in mehreren Positionen gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Einzelkostenquote (Material + Fremdleistungen dividiert durch Umsatz + Bestandsveränderungen) ist um ~3 Prozentpunkte gestiegen. Gründe dafür liegen in einem veränderten Produktmix, dem Marktpreisniveau unserer Leistungen sowie der vorübergehenden Materialknappheit, die mit hohen Expresszuschlägen für Materiallieferungen verbunden waren. Der Personalaufwand liegt um ~5% über dem Vorjahr. Dazu haben zum einen Abfindungen für Personalabbau im ersten Halbjahr 2010 sowie der verstärkte Einsatz von Zeitarbeitnehmern aufgrund der starken Auslastung im zweiten Halbjahr beigetragen. Es wurde darauf geachtet, dass der Personalabbau analog zu abteilungsspezifischen langfristigen Auslastungen sowie den strategischen Zielen hinsichtlich Produkt- und Kundenmix vorgenommen wurde und im zweiten Halbjahr der Einsatz von Zeitarbeit in Abteilungen erfolgte, die zuvor nicht vom Personalabbau betroffen waren. Auch hinsichtlich der Personalkostenquote zeigen sich die deutlichen Unterschiede vom ersten zum zweiten Halbjahr 2010. Zum anderen enthält der Personalaufwand Altersteilzeit-Rückstellungen i.H.v. ~110 tsd. Euro (2 Personen). Laut Rechtslage müssen Rückstellungen in der Handelsbilanz für den kompletten Zeitraum der Altersteilzeit, d.h. im vorliegenden Fall bis Ende 2014, gebildet werden (in der Steuerbilanz ist der zurückzustellende Betrag dagegen ratierlich nach den tatsächlich geleisteten Monaten). Bei isolierter Betrachtung von 2010 entstehen für das Unternehmen also deutlich höhere Kosten als Arbeitsleistungen in derselben Periode genutzt werden konnten. Auf der anderen Seite führt dieser einmalige Effekt zu geringeren Ausgaben in zukünftigen Perioden, insbesondere dann wenn die beiden Arbeitsplätze nicht wieder neu besetzt werden müssten. Mit dem Personalbestand von nun ca. 60 Vollzeitkräften (Stand Januar 2011) hat das Unternehmen bei derzeitiger Auslastung, Produktmix und Technologiestruktur einen Zielzustand erreicht. Von der angestrebten Personalreduktion wurden bis heute sämtliche bis auf einen noch schwebenden Vorgang abgeschlossen. Personalveränderungen kommen nur bei einer Veränderung einer dieser 3 Faktoren in Frage. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten leicht um ~1% gesenkt werden. In den Gesamtaufwendungen sind auch Kosten i.H.v. ~300 tsd. Euro enthalten die in dieser Form und Höhe in 2011 nicht erneut auftreten sollten (z.B. Abfindungen, ATZ Rückstellungen). Um in 2011 und Folgejahre wieder positive Ergebnisse zu generieren planen wir nicht primär mit weiteren Kostensenkungen, sondern wollen bei geplant steigenden Umsätzen die Quote der Kosten zu Umsätzen verbessern. Risiken liegen in Ankündigungen einzelner Rohmaterialhersteller die Preise erhöhen zu wollen. Ob Preiserhöhungen durchgesetzt werden können, hängt von der Auslastungssituation der Hersteller, von der Einigkeit der Hersteller in diesem Punkt sowie von Alternativprodukten für die Abnehmer ab. Ob mögliche Preiserhöhungen im Rohstoffbereich wiederum an unsere Kunden weitergegeben werden können, hängt von der Auslastungssituation der relevanten Wettbewerber und der Einigkeit über notwendige Preiserhöhungen ab. In 2011 wird von den Tarifpartnern ein neuer Branchentarifvertrag ausgehandelt, aus dem sich sowohl positive als auch negative Effekte ableiten lassen könnten. Dabei ist unseres Erachtens dieser Vertrag ohne direkte Auswirkungen auf das Unternehmen, da die Graphische Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG ohne Tarifbindung ist bzw. derzeit ein Sondertarifvertrag gilt. Chancen ergeben sich aus der weitergehenden systematischen Analyse aller Aufwandpositionen, sowie der konsequenten Ausschreibung und Nutzung der Marktkräfte zur Erzielung besserer Einkaufsbedingungen. Zudem könnten aus den Verhandlungen für einen neuen Branchentarifvertrag in 2011 aufgrund der allgemein schwierigen Branchensituation auch kostenreduzierende Effekte herauskommen, die sich ggf. auf das Unternehmen übertragen lassen. Unternehmensergebnis Das Ergebnis in 2010 ist deutlich hinter den selbst gesteckten Zielen zurück geblieben. Es wurde eine negative Umsatzrendite von ~4% erzielt. Bei der Beurteilung dieses Ergebnisses sollten wie oben beschrieben u.a. die unterjährige Entwicklung mit dem schwachen ersten Halbjahr sowie die aufgeführten Sonderaufwendungen berücksichtigt werden. Im zweiten Halbjahr konnte eine positive operative Gesamtleistungsrendite erzielt werden. Für 2011 plant das Unternehmen - auf Basis der positiven Neukundenentwicklungen in 2010 - mit einem Umsatzwachstum. Damit und begünstigt durch den Entfall der angesprochenen Einmaleffekte plant das Unternehmen in 2011 ein positives Ergebnis zu erzielen und auch die bilanzielle Situation zu stärken. Vermögen und Finanzlage Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Cashflow-Rechnung im Zweijahresvergleich ist die bereits im letzten Lagebericht aufgeführte Transaktion in 2008/2009 im Rahmen der Aufstellung einer neuen Druckmaschine. Dies vorweg hat sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 266 tsd. Euro, der Cashflow aus der Investitionstätigkeit um 2.123 tsd. Euro und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit um 237 tsd. Euro verändert. Stille Unternehmensreserven liegen vor allem in dem in zwei unabhängigen Wertgutachten ausgewiesenen Wert des Betriebsgrundsstücks und -Gebäudes gegenüber den in der Bilanz ausgewiesenen Werten. Weitere stille Reserven liegen in abgeschriebenen aber weiter verwendeten Maschinen. Die Liquiditätssituation ist zum Bilanzstichtag zufrieden stellend. Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko und zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird eine fortlaufende Liquiditätsvorschau erstellt, die permanent an aktuelle Änderungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient. Die Gesellschaft verfügt über ein effizientes Mahnwesen. Potenzielle Ausfälle von Kunden sind über eine Warenkreditversicherung sowie das Factoring Verfahren abgesichert. Das Factoring wird sich zudem in 2011 bei planmäßiger Geschäftsentwicklung weiter positiv auf die Liquidität auswirken. Die Liquidität folgt in der Regel dem Cashflow bzw. den Unternehmensergebnissen. Sollte sich die Ergebnissituation der Firma in 2011 schwach entwickeln, wäre eine schwächere Liquiditätssituation eine logische Konsequenz. Dann müssten ggf. neue Mittel, z.B. durch ein zusätzliches Darlehen, aufgenommen werden. Umgekehrt würde sich ein positives Betriebsergebnis letztlich auch positiv auf die Liquidität auswirken. Rechtliche Bestandsgefährdungspotenziale Für die Laufzeit des Sondertarifvertrages (verlängert bis Ende 2011) gilt für die Beschäftigten eine Beschäftigungssicherung. In der Zeit der Anwendung dieser Vereinbarung dürfen betriebsbedingte Kündigungen nur mit Zustimmung des Betriebsrates und der Gewerkschaft ver.di ausgesprochen werden. Sollten sich die oben aufgeführten Chancen und Risiken negativ entwickeln, so wäre ein möglicherweise notwendiger Arbeitsplatzabbau bis Ende 2011 nur unter diesen Voraussetzungen möglich.
Bielefeld, 19. Mai 2011 gez. Dr. Thomas Gieseking BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang zum Jahresabschluss per 31. Dezember 2010der Firma Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG, BielefeldI. Allgemeine Angaben Die Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG, Bielefeld, hat als persönlich haftende Gesellschafterin eine Kapitalgesellschaft. Für die Rechnungslegung sind deshalb gemäß § 264a HGB die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) anzuwenden. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Graphischer Betrieb Ernst Gieseking GmbH mit Sitz in Bielefeld (Gezeichnetes Kapital: EUR 25.000,00). Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Personenhandelsgesellschaft gemäß § 264 a Abs. 1 HGB i.V.m. § 267 Abs. 2 und Abs. 4 HGB auf. Der Jahresabschluss wird auf der Grundlage der deutschen handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Darüber hinaus kommen, soweit handelsrechtlich zulässig, die steuer- und gesellschaftsrechtlichen Regelungen zum Tragen. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 wurde unter der Berücksichtigung der geänderten Rechnungslegungsvorschriften des HGB i.d.F. des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) vom 25. Mai 2009 sowie unter Beachtung der Übergangsvorschriften der Art. 66 und 67 des EGHGB aufgestellt. Gemäß Art. 67 Abs. 8 S. 1 EGHBG sind § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB (Bewertungsstetigkeit), § 265 Abs. 1 HGB (Form der Darstellung) und § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB (Angabepflichten im Anhang bei Abweichungen von der Bilanzierungs- und Bewertungsstetigkeit) im Jahr der erstmaligen Anwendung des HGB i.d.F. des BilMoG nicht anzuwenden. Eine Anpassung der Vorjahreszahlen erfolgte gemäß Art. 67 Abs. 8 S. 2 EGHGB nicht. Durch die erstmalige Anwendung der handelsrechtlichen Vorschriften i.d.F. des BilMoG ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen somit eingeschränkt. Immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände und entsprechend den steuerlichen Vorschriften linear bzw. degressiv vorgenommen. Für die im Berichtsjahr zugegangenen beweglichen Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten von mehr als EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 wird ein Sammelposten gemäß § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Dieser Sammelposten wird im Jahr der Bildung und den folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Vorräte werden zu den Anschaffungskosten angesetzt. Sofern erforderlich, werden Abschreibungen vorgenommen, um die Vorräte am Abschlussstichtag mit dem niedrigeren bzw. beizulegenden Wert aufgrund verlustfreier Bewertung anzusetzen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie liquide Mittel sind zum Nennbetrag erfasst. Wertberichtigungen wegen drohender Ausfallrisiken werden pauschal vorgenommen. Die ungewissen Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen werden auf der Basis versicherungsmathematischer Berechnungen entsprechend dem Teilwertverfahren unter Zugrundelegung eines durchschnittlichen Marktzinses für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Hierbei werden neben den Annahmen zur Lebenserwartung auf der Grundlage der Richttafeln 2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, Köln, folgende Prämissen gesetzt: Rechnungszins: 5,15 % Pensionsalter: 65 Jahre Zum 01. Januar 2010 ergibt sich aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen eine Unterdeckung i.H.v. EUR 21.757,00. Die Gesellschaft hat sich für die Ausübung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 S. 1 EGHBG und eine Verteilung der erforderlichen Zuführung über den längst möglichen Zeitraum (15 Jahre) entschieden. Folglich wird beginnend ab dem Geschäftsjahr 2010 jährlich ein Betrag von EUR 1.450,00 den Pensionsrückstellungen zugeführt. Die Zuführung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung als außerordentlicher Aufwand gezeigt. Zum 31. Dezember 2010 beträgt der noch nicht in der Bilanz ausgewiesene Betrag der Unterdeckung gem. Art. 67 Abs. 2 EGHGB damit EUR 20.300,00.
Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung zum Barwert auf den Abschlussstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank gemäß Rückstellungszinsverordnung monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden. Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen ausgewiesen. Posten des Jahresabschlusses, denen Beträge zugrunde liegen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten, werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. II. Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel. Die voraussichtliche Nutzungsdauer des im Geschäftsjahr 2004 erworbenen Firmenwertes wurde auf fünfzehn Jahre festgelegt. Seine Nutzungsdauer ist durch langfristig bestehende, bedeutsame Absatz- und Beschaffungsverträge sowie lange Lebenszyklen der Produkte des erworbenen Unternehmens begründet. Die Restlaufzeiten der Forderungen sind im Forderungsspiegel im Einzelnen dargestellt.
In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Berufsgenossenschaftsbeiträge (TEuro 30), Überstundenvergütungen (TEuro 71), Urlaub (TEuro 52), Jahresabschlusskosten (TEuro 10) sowie Altersteilzeit (TEuro 57) enthalten. Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Verbindlichkeitenspiegel in TEUR:
Die Nummern der Sicherungsvermerke bedeuten: 1 = Pfandrecht an unbeweglichen Sachen 2 = Pfandrecht an beweglichen Sachen 3 = Pfandrecht an übertragbaren Rechten 4 = Sicherungsübereignung Vorräte 5 = Sicherungsübereignung an beweglichen Sachen 6 = Sicherheitsabtretung Forderungen 7 = Eigentumsvorbehalt 8 = Selbstschuldnerische Bürgschaft Gesellschafter Das Darlehen der Commerzbank ist durch eine Grundschuld in Höhe von TEuro 153 am Betriebsobjekt in Bielefeld, Deckertstr. 30 gesichert. Die Darlehen der Sparkasse Bielefeld sind durch Grundschulden in Höhe von insgesamt TEuro 353 am Betriebsobjekt in Bielefeld, Deckertstr. 30 gesichert. Das Darlehen der Volksbank Gütersloh ist durch eine Grundschuld in Höhe von TEuro 256 am Betriebsobjekt in Bielefeld, Deckertstr. 30 gesichert. Das außerordentliche Ergenis betrifft ausschließlich die anteilige Zuführung von einem Fünfzehntel des sich aus der Umwertung der Pensionsverpflichtungen nach den Regelungen des BilMoG ergebenden Unterschiedsbetrags zum Geschäftsjahresbeginn. III. Ergänzende Angaben Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht. Unter Berücksichtigung der stillen Reserven im Anlagevermögen, welche aus externen Wertgutachten hervorgehen, sowie auf Basis des Schreibens vom Wirtschaftsprüfer vom 04.03.2011 ist die Geschäftsführung der Auffassung, dass eine buchmäßige Überschuldung der Gesellschaft nicht gegeben ist. Es bestehen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für das Jahr 2010 mit einer Belastung von 407.187,90 Euro bis zum 31.12.2010. Im Jahr 2010 wurden durchschnittlich 63 Mitarbeiter beschäftigt (24 Angestellte und 39 Gewerbliche). Die Geschäftsführung im Berichtsjahr erfolgte durch die Komplementärin, die Graphischer Betrieb Ernst Gieseking GmbH, Bielefeld. Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Geschäftsführers sowie der Pensionen an ehemalige Geschäftsführer wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Der Geschäftsführer der Komplementär-GmbH (auch im abgelaufenen Geschäftsjahr) ist Herr Dr. Thomas Gieseking, Gütersloh. Der Geschäftsführer ist einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
Bielefeld, im Mai 2011 gez. Dr. Thomas Gieseking Anlagespiegel
sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 31.05.2011 festgestellt. BestätigungsvermerkNachfolgender Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen (ohne Offenlegungserleichterungen) Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010. Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers: Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Graphischer Betrieb Gieseking GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Regelungen im Gesellschaftsvertrag liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar. Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführung im Lagebericht hin. Dort ist ausgeführt, dass eine bilanzielle Überschuldung vorliegt, jedoch durch stille Reserven keine Gefährdung des Fortbestandes des Unternehmens besteht.
Bielefeld, 31. Mai 2011 Ostwestfälische
Revisions- und Treuhand GmbH
Werner Klockemann, Wirtschaftsprüfer |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
5 nahegelegene Organisationen
Verlegen von Büchern
Verlegen von Büchern
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen