Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 157769
Vorher
NEPTUN Meyer Verwaltungs GmbH
Eingetragen
27.2.2003
Branche
BeteiligungsgesellschaftenGüterbeförderung in der Hochsee- und KüstenschifffahrtBetrieb von Häfen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Digitalisierung im Bereich der maritimen Wirtschaft.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Paul Dr. Meyer
seit 27.6.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bernard Meyer
Papenburg
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MEYER NEPTUN

Senningerberg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

ANLAGEN

Bericht des réviseur d'entreprises agréé

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzernanhang

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

General Terms and Conditions for réviseurs d'entreprises

BERICHT DES "REVISEUR D'ENTREPRISES AGREE"

An die Gesellschafter der MEYER NEPTUN

6B, Route de Trèves

L-2633 Senningerberg

Bericht über die Konzernabschlussprüfung

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der MEYER NEPTUN und der Tochtergesellschaften (der "Konzern") - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021 und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang mit einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft.

Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den in Luxemburg geltenden gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen betreffend die Aufstellung und Darstellung des Konzernabschlusses ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir führten unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Prüfungstätigkeit (Gesetz vom 23. Juli 2016) und nach den für Luxemburg von der "Commission de Surveillance du Secteur Financier" (CSSF) angenommenen internationalen Prüfungsstandards (ISA) durch. Unsere Verantwortung gemäss dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und den ISA-Standards wird im Abschnitt "Verantwortung des "réviseur d'entreprises agréé" für die Konzernabschlussprüfung" weitergehend beschrieben. Wir sind unabhängig von dem Konzern in Übereinstimmung mit dem "International Code of Ethics for Professional Accountants, including International Independence Standards", herausgegeben vom "International Ethics Standards Board for Accountants'" (IESBA Code) und für Luxemburg von der CSSF angenommen, zusammen mit den beruflichen Verhaltensanforderungen, welche wir im Rahmen der Konzernabschlussprüfung einzuhalten haben und haben alle sonstigen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Verhaltensanforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Sonstige Informationen

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die sonstigen Informationen. Die sonstigen Informationen beinhalten die Informationen, welche im Konzernlagebericht enthalten sind, jedoch beinhalten sie nicht den Konzernabschluss oder unseren Bericht des "réviseur d'entreprises agréé" zu diesem Konzernabschluss.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt nicht die sonstigen Informationen ab und wir geben keinerlei Sicherheit jedweder Art auf diese Informationen.

Im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses besteht unsere Verantwortung darin, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu beurteilen, ob eine wesentliche Unstimmigkeit zwischen diesen und dem Konzernabschluss oder mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen besteht oder auch ansonsten die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Sollten wir auf Basis der von uns durchgeführten Arbeiten schlussfolgern, dass sonstige Informationen wesentliche falsche Darstellungen enthalten, sind wir verpflichtet, diesen Sachverhalt zu berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortung der Geschäftsführung für den Konzernabschluss

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den in Luxemburg geltenden gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen zur Aufstellung und Darstellung des Konzernabschlusses und für die internen Kontrollen, die die Geschäftsführung als notwendig erachtet, um die Aufstellung des Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist die Geschäftsführung verantwortlich, für die Beurteilung der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit und - sofern einschlägig - Angaben zu Sachverhalten zu machen, die im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit stehen, und die Annahme der Unternehmensfortführung als Rechnungslegungsgrundsatz zu nutzen, sofern nicht die Geschäftsführung beabsichtigt, den Konzern zu liquidieren, die Geschäftstätigkeit einzustellen oder keine andere realistische Alternative mehr hat, als so zu handeln.

Verantwortung des "reviseur d'entreprises agree" für die Konzernabschlussprüfung

Die Zielsetzung unserer Prüfung ist es, eine hinreichende Sicherheit zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und darüber einen Bericht des "réviseur d'entreprises agréé", welcher unser Prüfungsurteil enthält, zu erteilen. Hinreichende Sicherheit entspricht einem hohen Grad an Sicherheit, ist aber keine Garantie dafür, dass eine Prüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs stets eine wesentliche falsche Darstellung, falls vorhanden, aufdeckt. Falsche Darstellungen können entweder aus Unrichtigkeiten oder aus Verstößen resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, dass diese individuell oder insgesamt, die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Im Rahmen einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs üben wir unser pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

Identifizieren und beurteilen wir das Risiko von wesentlichen falschen Darstellungen im Konzernabschluss aus Unrichtigkeiten oder Verstößen, planen und führen Prüfungshandlungen durch als Antwort auf diese Risiken und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für das Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Angaben nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.

Beurteilen wir die Angemessenheit der von der Geschäftsführung angewandten Bilanzierungsmethoden, der rechnungslegungsrelevanten Schätzungen und den entsprechenden Anhangsangaben.

Schlussfolgern wir über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die Geschäftsführung sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten. Sollten wir schlussfolgern, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet im Bericht des "réviseur d'entreprises agréé" auf die dazugehörigen Anhangsangaben zum Konzernabschluss hinzuweisen oder, falls die Angaben unangemessen sind, das Prüfungsurteil zu modifizieren. Diese Schlussfolgerungen basieren auf der Grundlage der bis zum Datum des Berichts des "réviseur d'entreprises agréé" erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

Beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses, einschließlich der Anhangsangaben, und beurteilen, ob dieser die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse sachgerecht darstellt.

Erlangen wir angemessene und ausreichende Prüfungsnachweise in Bezug auf die Finanzinformationen der Gesellschaften und der Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abgeben zu können. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Abschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir kommunizieren mit den für die Überwachung Verantwortlichen, unter anderem den geplanten Prüfungsumfang und Zeitraum sowie wesentliche Prüfungsfeststellungen einschließlich wesentlicher Schwächen im internen Kontrollsystem, welche wir im Rahmen der Prüfung identifizieren.

Bericht über weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche Verpflichtungen

Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurde in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt.

 

Luxemburg, 17. Juni 2022

BDO Audit

Cabinet de révision agréé

vertreten durch

Anke Schelling

Konzernbilanz

AKTIVA

31.12.2021 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 76.289.536,99 69.703.746,22
- davon aus selbst erstellten aktivierten Vermögensgegenständen: EUR 13.808.996,64 (Vorjahr EUR 12.023.356,84)
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 221.113.949,42 202.323.618,97
2. Technische Anlagen und Maschinen 42.028.542,94 49.363.611,80
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 53.976.785,63 50.834.385,22
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 874.913,69 36.908.970,96
317.994.191,68 339.430.586,95
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 108.000,00 133.000,00
2. Beteiligungen 50.016,85 47.016,85
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.535,68 28.535,68
4. Sonstige Ausleihungen 15.963,00 17.020,89
202.515,53 225.573,42
394.486.244,20 409.359.906,59
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 44.824.532,20 37.416.207,72
2. Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen 1.040.484.179,44 1.276.374.002,25
3. Geleistete Anzahlungen 256.687.200,86 441.028.260,24
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -575.493.111,17 -708.961.441,67
- davon mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 263.161.986,17 (Vorjahr EUR 385.605.000,00)
766.502.801,33 1.045.857.028,54
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 72.076.319,59 78.265.275,58
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 65.106.626,54 3.966.750,03
3. Sonstige Forderungen 97.013.525,72 69.420.336,87
- davon mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 931.044,74 (Vorjahr 1.065,378,33)
234.196.471,85 151.652.362,48
III. Wertpapiere 0,00 0,00
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 61.855.567,27 54.718.136,83
1.062.554.840,45 1.252.227.527,85
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.347.258,53 1.092.311,95
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 6.385.000,00 10.035.000,00
1.464.773.343,18 1.672.714.746,39

PASSIVA

31.12.2021 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 360.000.000,00 360.000.000,00
II. Konzerngewinnvortrag/-verlustvortrag -8.204.627,57 176.083.673,04
III. Konzernjahresergebnis (Anteil Gruppe) 68.505.797,22 -184.288.300,61
IV. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter 36.698.076,05 33.963.360,92
456.999.245,70 385.758.733,35
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 30.599.571,00 31.127.261,00
2. Steuerrückstellungen 10.292.255,00 5.738.604,00
3. Sonstige Rückstellungen 268.944.118,88 204.304.765,88
309.835.944,88 241.170.630,88
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 458.570.061,00 885.738.459,39
- davon mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 412.583.333,35 (Vorjahr EUR 457.416.666,67)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 196.191.753,01 128.021.519,42
- davon mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 5.917.150,73 (Vorjahr EUR 5.152.359,06)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 43.122.745,49 31.922.504,40
- davon aus Steuern: EUR 12.958.470,87 (Vorjahr EUR 10.269.306,44)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 27.886,09 (Vorjahr EUR 3.947.668,44)
697.884.559,50 1.045.682.483,21
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 53.593,10 102.898,95
1.464.773.343,18 1.672.714.746,39

 

Jan Meyer

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2021 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 2.204.481.814,29 1.671.801.546,45
2. Erhöhung/Verminderung des Bestandes an unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen -235.889.822,81 89.548.928,02
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.034.804,19 1.729.979,24
4. Sonstige betriebliche Erträge 137.181.169,01 61.530.879,19
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 241.802,91 (Vorjahr EUR 112.970,38)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -1.147.528.242,14 -1.016.120.927,86
b) Sonstige externe Aufwendungen -213.591.907,33 -245.200.698,74
-1.361.120.149,47 -1.261.321.626,60
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -221.210.856,52 -224.814.993,23
b) soziale Abgaben und Aufwendungen -46.477.819,97 -49.530.192,18
für Altersversorgung und für Unterstützung -267.688.676,49 -274.345.185,41
- davon für Altersversorgung: EUR 378.333,30 (Vorjahr EUR 606.305,01)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -37.118.336,05 -37.371.396,33
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -338.757.227,37 -400.415.457,64
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 175.094,30 (Vorjahr EUR 457.378,85)
9. Betriebsergebnis 103.123.575,30 -148.842.333,08
10. Erträge aus Beteiligungen 0,00 559.501,18
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 14,39 44,57
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 426.702,45 1.363.825,84
- davon aus Abzinsung von Rückstellungen: EUR 40.000,00 (Vorjahr EUR 38.000,00)
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -26.882.239,04 -28.566.583,92
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 38.000,00 (Vorjahr EUR 81.000,00)
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 76.668.053,10 -175.485.545,41
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.466.647,36 -5.565.436,96
16. Sonstige Steuern -676.980,57 -669.301,20
- davon Aufwendungen aus der Veränderung der latenten Steuern: EUR 3.650.000,00 (EUR -2.635.000,00)
17. Konzernjahresergebnis 71.524.425,17 -181.720.283,57
- davon Anteil Gruppe am Konzernjahresüberschuss: EUR 68.505.797,22 (Vorjahr EUR -184.288.300,61)
- davon Anteil anderer Gesellschafter am Konzernjahresergebnis: EUR 3.018.627,95 (Vorjahr EUR 2.568.017,04)

 

Jan Meyer

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

A. ALLGEMEINES

Der Konzernabschluss der MEYER NEPTUN S.à.r.l., Senningerberg, Luxemburg, nachfolgend MEYER NEPTUN genannt, wurde gemäß den Ansatz- und Bewertungsvorschriften des Gesetzes vom 10. August 1915 (in der derzeit gültigen Fassung), im folgenden Handelsgesetz (Artikel 1712- 1 bis 1712-20) sowie des Gesetzes vom 19. Dezember 2002 (in der derzeit gültigen Fassung) (Artikel 51 bis 64) aufgestellt. Gemäß Artikel 1712-2 (3) des Handelsgesetzes wurden Darstellungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst und das Gesamtkostenverfahren gewählt. Der Konzernabschluss der MEYER NEPTUN wurde erstmalig zum 31. Dezember 2015 nach der Umstrukturierung der Gruppe unter Anwendung der Buchwertmethode, d.h. grundsätzliche Fortführung der Konzernbuchwerte der MEYER NEPTUN GmbH, Rostock, nachfolgend MEYER NEPTUN Rostock genannt, zum 31. Dezember 2014 erstellt. Eine Neubewertung der Vermögensposten im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2015 wurde nicht vorgenommen.

B. KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der Konzernabschluss umfasst die MEYER NEPTUN, die MEYER NEPTUN Rostock, die MEYER WERFT GmbH & Co. KG, Papenburg, Deutschland, nachfolgend MEYER WERFT genannt, die NEPTUN WERFT GmbH & Co. KG, Rostock, Deutschland, nachfolgend NEPTUN WERFT genannt, Meyer Werft Verwaltungs - GmbH, Senningerberg, Luxemburg, sowie die Neptun Werft Verwaltungs - GmbH, Senningerberg, Luxemburg, nachfolgend MW Verwaltung bzw. NW Verwaltung genannt. Darüber hinaus werden die MEYER WERFT Laserzentrum GmbH, Papenburg, Deutschland, nachfolgend MEYER WERFT Laserzentrum, genannt sowie die MEYER WERFT Rohrzentrum GmbH, Papenburg, Deutschland, nachfolgend MEYER WERFT Rohrzentrum genannt, die MEYER WERFT Akademie GmbH, Papenburg, Deutschland, nachfolgend MEYER WERFT Akademie genannt, die MAC Hamburg GmbH, Hamburg, Deutschland, nachfolgend MAC genannt und die MSW Verwaltungs AG, Gamprin-Bendern, Liechtenstein, nachfolgend MSW genannt, in den Konzernabschluss einbezogen. Die D-CEMS Flug GmbH, Leer-Nüttermoor, Deutschland, nachfolgend D-CEMS genannt, wurde im Geschäftsjahr 2016 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Im Geschäftsjahr 2016 erwarb die MEYER NEPTUN je 51 % der Anteile an der TSI d.o.o., Rijeka, Kroatien, nachfolgend TSI genannt sowie an der UAB "MS Maritime", Vilnius, Litauen, nachfolgende MSM genannt. Die MEYER Port 4 GmbH, Papenburg, Deutschland, nachfolgend Port 4 genannt und die ALFRED Maritime GmbH, Hamburg, Deutschland, nachfolgend ALFRED genannt, sind als weitere Gesellschaften seit 2019 berücksichtigt. Die MEYER NEPTUN ist jeweils die alleinige Gesellschafterin. Zudem wurde in 2019 die UAB "MS Tubes", Vilnius, Litauen, nachfolgend MST genannt, gegründet, an der die MEYER NEPTUN 66% der Anteile erworben hat. Mit dem vollen Erwerb der Anteile an der MEYER NEPTUN Engineering GmbH, Rostock, Deutschland, nachfolgend MNE genannt, wird die Gesellschaft in 2021 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.

1. Direkte Beteiligungen, die in den Konzernabschluss einbezogen wurden

Anteil am Kapital
Name, Sitz %
GmbH-Anteile:
MEYER NEPTUN Rostock 94,78
MAC 100,00
MW Verwaltung 100,00
NW Verwaltung 100,00
TSI 51,00
MSM 51,00
Port 4 100,00
ALFRED 100,00
MST 66,00
MNE 100,00
AG-Anteile:
MSW 10,00

Im Geschäftsjahr 2021 wurden 90 % stimmrechtslose Anteile an der MSW veräußert. Die Gesellschaft wird aufgrund der Stimmrechtsmehrheit einbezogen.

2. Indirekte Beteiligungen, die in den Konzernabschluss einbezogen wurden

Anteil am Kapital *
Name, Sitz %
KG-Anteile:
MEYER WERFT 100,00
NEPTUN WERFT 100,00
GmbH-Anteile:
MEYER WERFT Laserzentrum 100,00
MEYER WERFT Rohrzentrum 100,00
MEYER WERFT Akademie 100,00
D-CEMS 100,00

Die indirekten Beteiligungen werden mittelbar bzw. unmittelbar ausschließlich von der MEYER NEPTUN Rostock gehalten

3. Direkte und indirekte Beteiligungen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden

Direkte und indirekte Beteiligungen

Die nachfolgenden Gesellschaften ohne Geschäftstätigkeit oder mit geringem Geschäftsumfang wurden aufgrund untergeordneter Bedeutung gemäß Artikel 1712-1 (3) Handelsgesetz i.V.m. Artikel 1711-8 Abs. 1 Handelsgesetz bzw. Veräußerungsabsicht gem. Artikel 1711-8 Abs. 3 c) Handelsgesetz nicht in den Konzernabschluss einbezogen:

Anteil am Kapital Eigenkapital Jahresergebnis
Name, Sitz % TEUR TEUR
Meyer Werft Verwaltungs-GmbH, Papenburg (1) 100,0 21 -2
Neptun Werft Verwaltungs-GmbH, Rostock (1) 100,0 18 -1
MEYER NEPTUN Sozialwerk GmbH, Papenburg (1) 100,0 18 -4
Partenreederei M/T 'Northern Bliss', Buxtehude * (1) 23,4 10.567 -1
Meyer & fischer eco Solutions GmbH i.L., Papenburg * (1) 50,0 46 -4
Grundstücksgesellschaft Industriehafen Süd mbH & Co. KG, Papenburg (1) 0,8 1.710 166

Die Warnow Management GmbH wurde im Berichtjahr auf die NEPTUN WERFT GmbH & Co. KG verschmolzen.

* Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation
(1) Zahlenwerk aus 2020

C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der MEYER NEPTUN einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen unter dem Grundsatz der Unternehmensfortführung erstellt.

Die COVID-19-Pandemie hat die Kreuzfahrtbranche bereits im Verlauf des Jahres 2020 aufgrund der Einschränkungen des Tourismus stark negativ beeinflusst. Diese Entwicklung setzte sich weitgehend in 2021 fort. Die Kreuzfahrtreedereien haben ihre Flotten zu großen Teilen bis in das Jahr 2021 hinein außer Fahrt gesetzt. Vereinzelte Kreuzfahrten fanden im zweiten Halbjahr 2021 wieder statt. Daraus resultierten negative Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Reedereien. Aufgrund der Beschränkungen der Kreuzfahrten entstanden bei den Kunden des Konzerns in 2020 und auch 2021 hohe finanzielle Verluste. Diese Verluste haben die Liquiditätslage der Reedereien und deren Fähigkeiten zur Durchführung von Investitionen in Schiffsneubauten deutlich verschlechtert.

Von den pandemiebedingten Verlusten betroffene Reedereien gehören zum Kundenkreis der Gruppe. Aufgrund der durch die Pandemie negativ beeinflussten wirtschaftlichen Lage der Kreuzfahrtreedereien werden Neubauaufträge derzeit nur vereinzelt unter starkem Wettbewerbsdruck vergeben.

Der Konzern hat mit seinen Kunden im Geschäftsjahr 2020 das zunächst bis 2023 geplante Bauprogramm von jährlich drei abzuliefernden Schiffen auf nunmehr zwei Ablieferungen pro Jahr bis in das Jahr 2025 gestreckt, ohne dass Aufträge storniert wurden. Mit dieser Streckung des Bauprogramms ist bei der derzeitigen Anzahl der Mitarbeiter eine deutliche Unterauslastung verbunden. Die Verträge zum Bau eines Kreuzfahrtschiffes für die Reederei NYK Cruises, dem Bau eines Yachtkaskos für die Werft Abeking & Rasmussen und dem Auftrag zum Bau eines Forschungsschiffes für die Bundesrepublik Deutschland haben für die Fertigung vorerst keinen positiven Effekt, da die Ablieferungen erst in den Folgejahren 2023 - 2026 erfolgen.

Die Geschäftsführung hat bereits im Vorjahr Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten eingeleitet. Für die Folgejahre sind weitere Kosteneinsparungen und Restrukturierungsmaßnahmen getroffen und im Geschäftsjahr 2021 weiter umgesetzt. Das Programm zur Kostenreduzierung wird zukünftig maßgeblich dazu beitragen müssen, auskömmliche Betriebsergebnisse zu erzielen.

Aufgrund der mit den Reedereien vereinbarten späteren Ablieferungen der Kreuzfahrtschiffe im Jahr 2021 besteht der Bedarf einer in Höhe und Dauer ausgeweiteten Bauzeitfinanzierung. Die längeren Bauzeiten sowie zusätzliche Zinsaufwendungen belasteten dabei die Projektergebnisse im Berichtsjahr.

Aufgrund der durch die Pandemie verschlechterten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kreuzfahrtreedereien besteht weiterhin ein hohes Maß an Unsicherheit darüber, wann und in welchem Umfang wieder Neubauaufträge zum Bau von Kreuzfahrtschiffen vergeben werden.

Der Konzern passt sich zudem den geänderten Marktverhältnissen an. Die Gruppe arbeitet weiter daran, in neuen Marktsegmenten innovative Schiffskonzepte zu realisieren und Arbeit auf die Werften zu holen. Maßgebliche Ergänzungen des Produktportfolios finden sich dabei im Bau von Megayachten, schwimmende Immobilien sowie Schiffbauaufträge für die Marine und zum Bau von Forschungsschiffen.

Die funktionale Währung des Konzerns ist der EURO. Der Konzernabschluss enthält Posten in fremder Währung. Der Jahresabschluss der TSI wurde in der Währungseinheit Kuna aufgestellt.

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden erfolgt zum Stichtagskurs, das Eigenkapital wird zum historischen Kurs und die Gewinn- und Verlustpositionen werden zum Durchschnittskurs umgerechnet.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagegüter werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen, die sich an der voraussichtlichen Nutzungsdauer orientieren, bewertet. Die Nutzungsdauer beträgt für Software 3-10 Jahre.

Vom Aktivierungswahlrecht zur Bilanzierung von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird Gebrauch gemacht. Sie sind als Aktivposten in die Bilanz aufgenommen. Die Bewertung der Herstellungskosten erfolgt neben den direkt zurechenbaren Kosten auch mit anteiligen Gemeinkosten. Die angesetzte Nutzungsdauer beträgt 3 Jahre.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Gewährte Investitionszuschüsse- und zulagen werden aktivisch von den Anschaffungskosten abgesetzt.

Die Abschreibungen bei Gebäuden erfolgen linear über eine Nutzungsdauer von 25-50 Jahren. Zugänge zum beweglichen Anlagevermögen werden linear abgeschrieben. Die Ermittlung der Abschreibung erfolgt zeitanteilig. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt bei technischen Anlagen und Maschinen 5-25 Jahre, bei anderen Anlagen und der Betriebs- und Geschäftsausstattung 4-13 Jahre. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von EUR 250 bis EUR 1.000, wird der nach deutschem Recht gebildete Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen. Von dem jährlichen Sammelposten, dessen Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften pauschalierend jeweils 20 Prozent im Geschäftsjahr und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bei dauerhaften Wertminderungen angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

In die Herstellungskosten der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der notwendigen Fertigungs- und Materialgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens eingerechnet, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist. Darüber hinaus werden Fremdkapitalkosten - soweit diese auf den Zeitraum der Fertigung entfallen - in die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen einbezogen. Wertabschläge wegen verlustfreier Bewertung werden vorgenommen. Sämtliche Verwaltungsgemeinkosten, die nicht dem Fertigungsbereich zuzuordnen sind, werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Übersteigen die erhaltenen Anzahlungen den Bilanzansatz der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen, so erfolgt für den übersteigenden Betrag ein passivischer Ausweis.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Nennwert abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen angesetzt. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung auf nicht einzelwertberichtigte Forderungen gebildet.

Der Ansatz der übrigen Forderungen sowie der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten unter Berücksichtigung notwendiger Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zum Anschaffungspreis bewertet. Bei Wertminderungen von börsennotierten Wertpapieren werden diese mit dem niedrigeren Zeitwert angesetzt. Bei nicht börsennotierten Wertpapieren werden Wertminderungen, die nach Ansicht der Geschäftsleitung dauerhaft sind, mit dem niedrigeren Zeitwert angesetzt. Diese Wertberichtigungen werden nicht beibehalten, wenn die Gründe der Wertberichtigung nicht mehr bestehen.

Die flüssigen Mittel sowie geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Disagiobeträge von TEUR 231 wurden unter den Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert und planmäßig aufgelöst.

Latente Steuern werden auf die ergebniswirksamen Konsolidierungsbuchungen gebildet. Von dem Wahlrecht zur Bildung aktiver latenter Steuern bezüglich zeitlicher Differenzen zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Werten auf der Ebene der Einzelabschlüsse wird kein Gebrauch gemacht. In den Einzelabschlüssen bestehen aktive latente Steuern aus Rückstellungen sowie passive latente Steuern aus dem Anlagevermögen. Die im Konzernabschluss ausgewiesenen aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 6.385 resultieren aus ergebniswirksamen Konsolidierungsbuchungen.

Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 30,8 % zugrunde (15,8 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 15,0 % für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie für Verpflichtungen aus Altersteilzeit und Jubiläumszuwendungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit 2% abgezinst. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Rentensteigerungen von 0,75 % bis 1,5 % sowie Lohn- und Gehaltssteigerungen von 0,5 % bis 2,5 % p.a. zugrunde gelegt. Für die nach den beschriebenen Grundsätzen ermittelte Pensionsrückstellung ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Erfüllungsbetrag in Höhe von TEUR 30.600.

Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellung für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines Zinssatzes in Höhe von 2 %, einer Gehaltsdynamik von 2% p.a. und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Sie enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen (inkl. eventueller Abfindungszahlungen).

Die MEYER WERFT, NEPTUN WERFT, MEYER WERFT Laserzentrum und MEYER WERFT Rohrzentrum haben mit der IG-Metall Bezirksleitung Künste Vereinbarungen zur Ausweitung des tariflichen Rahmens für die Altersteilzeit getroffen. Alle Mitarbeiter, die die Voraussetzung erfüllen, haben damit Anspruch auf ein Arbeitsteilzeitverhältnis nach Maßgabe des Altersteilzeitgesetzes und den tariflichen Bedingungen des Tarifvertrages zum flexiblen Übergang in Rente. In Folge dessen wurden Vorsorgen für zukünftige Verpflichtungen gebildet. Für die Berechnung der Rückstellung gelten die Parameter der schon bestehenden Altersteilzeitverpflichtungen.

Für die nach den beschriebenen Grundsätzen ermittelten Rückstellungen für Altersteilzeit ergeben sich zum Bilanzstichtag Erfüllungsbeträge in Höhe von TEUR 20.784.

Für Jubiläumszuwendungen wurde eine Rückstellung unter Berücksichtigung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen wurden pauschal mit 2 % abgezinst. Darüber hinaus wurde bei der Bewertung ein Gehaltstrend in Höhe von 2 % p.a. sowie eine Fluktuation von 1 % p.a. berücksichtigt. Für die nach den beschriebenen Grundsätzen ermittelten Rückstellungen für Jubiläen ergeben sich zum Bilanzstichtag Erfüllungsbeträge von TEUR 4.274.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und, sofern erforderlich, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Für zukünftige Aufwendungen aus der Erfüllung von Garantieleistungen wurden entsprechende Garantierückstellungen in Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrages, d.h. unter Berücksichtigung der voraussichtlich im Erfüllungszeitpunkt geltenden Kostenverhältnisse, gebildet. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden die Laufzeiten (Geltendmachung von Garantieleistungen ab Umsatzzeitpunkt) anhand einer Analyse der Garantiefälle der vergangenen drei Geschäftsjahre berücksichtigt.

Es wurden voraussichtliche Preis- bzw. Kostensteigerungen von 4 % p.a. zugrunde gelegt. Der Teil der Rückstellungen, welcher auf Ausgaben entfällt, die nach Ablauf des dem Abschlussstichtag folgenden Geschäftsjahres anfallen, wird mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz von 0,30 % bzw. 0,34 % der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls, bei Deckung durch Termingeschäfte mit dem Terminkurs bewertet. Zum Bilanzstichtag werden diese mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag bewertet. Die sich aus der Bewertung ergebenden Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen.

Die Umsatzerlöse werden im Rahmen des Gesamtkostenverfahrens ausgewiesen und unterliegen dem strengen Realisierungsprinzip. Dabei werden die Lieferungen und Leistungen berücksichtigt, die am Abschlussstichtag tatsächlich realisiert sind.

D. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

1. Kapitalkonsolidierung

Die erstmalige Kapitalkonsolidierung im Rahmen der Herleitung der Konzerneröffnungsbilanzwerte auf den 1. Januar 2015 wurde unter Anwendung der Buchwertmethode vorgenommen. Die Anwendung der Buchwerte erfolgte vor dem Hintergrund der konzerninternen Umstrukturierung ("transaction under common control"); es wird diesbezüglich auf die Ausführungen unter "A. Allgemeines" verwiesen. Dem im Rahmen der Erstkonsolidierung auf den 1. Januar 2015 zugrunde gelegten Transaktionspreis von TEUR 69.788 steht ein zu verrechnendes Konzerneigenkapital nach Abzug von Minderheiten von TEUR 342.200 gegenüber. Der sich ergebende aktive Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung wurde der Methodik der Buchwertfortführung folgend innerhalb des Eigenkapitals verrechnet. Weiterhin waren aufgrund des Einlagevorgangs TEUR 18.848 innerhalb des Konzerneigenkapitals nunmehr als Minderheitenanteil auszuweisen.

2. Schuldenkonsolidierung

Die Schuldenkonsolidierung wird gemäß Artikel 1712-11 (1) 1 des Handelsgesetzes vorgenommen.

3. Behandlung von Zwischenergebnissen

Gemäß Artikel 1712-11 (1) 3 des Handelsgesetzes werden Vermögensgegenstände, die ganz oder teilweise auf Lieferungen und Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, in der Konzernbilanz höchstens zu dem Wert angesetzt, zu dem sie, wenn die einbezogenen Unternehmen auch rechtlich ein einziges Unternehmen bilden würden, in der auf den Stichtag aufgestellten Bilanz dieses Unternehmens höchstens hätten angesetzt werden können (sog. Konzernanschaffungs- bzw. Konzernherstellungskosten). Von diesem Grundsatz wird nur abgewichen, soweit sich dadurch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.

4. Aufwands- und Ertragskonsolidierung

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die Aufwendungen und Erträge nach Verrechnung von konzerninternen Vorgängen gemäß Artikel 1712-11 (1) 2 des Handelsgesetzes ausgewiesen.

E. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ UND DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Konzernanlagenspiegel als Anlage zum Konzernanhang dargestellt.

2. Vorräte

Die von den Vorräten offen abgesetzten erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen haben in Höhe von TEUR 312.331 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und sind im Wesentlichen durch Anzahlungsbürgschaften gesichert.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 931 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 65.107 aus sonstigen Forderungen.

4. Latente Steuern

Es wurden im Geschäftsjahr 2021 latente Steuern in Höhe von TEUR 6.385 auf die ergebniswirksamen Konsolidierungsbuchungen gebildet.

5. Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals stellt sich wie folgt dar:

Gezeichnetes Kapital Konzernbilanzgewinn/ -verlust Minderheitengesellschafter Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR EUR
Stand am 01. Januar 2021 360.000.000,00 -8.204.627,57 33.963.360,92 385.758.733,35
Konzernjahresergebnis 71.524.425,17 71.524.425,17
Anteile fremder Gesellschafter am Jahresergebnis -3.018.627,95 3.018.627,95 0,00
Fremdanteile -283.912,82 -283.912,82
Stand am 31. Dezember 2021 360.000.000,00 60.301.169,65 36.698.076,05 456.999.245,70

Das Stammkapital der MEYER NEPTUN beträgt TEUR 360.000.

6. Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen betreffen neben den Steuern des laufenden Geschäftsjahres die der Vorjahre. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalrückstellungen (TEUR 64.168), für Garantieverpflichtungen (TEUR 54.320) sowie für ausstehende Rechnungen (TEUR 59.242) gebildet.

7. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

31.12.2020 31.12.2021 davon Restlaufzeit Sicherung
bis 1 Jahr über 1 Jahr davon gesichert Art der Sicherung
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR Sicherung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 885.738 458.570 45.987 412.583 458.570 siehe unten
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen davon bei den Vorräten gekürzt 708.961 575.493 312.331 263.162 0
708.961 575.493 312.331 263.162 0
0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 128.022 196.192 190.275 5.917 0
Sonstige Verbindlichkeiten 31.922 43.123 41.323 1.800 0
1.045.682 697.885 277.585 420.300 458.570

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Konzerngarantien sowie teilweise durch Schiffsbauwerkshypotheken und Abtretungen von Ansprüchen und Rechten gegen Besteller, Lieferanten und Versicherungen gesichert.

8. Umsatzerlöse

Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen:

2021 2020
TEUR TEUR
Schiffsneubau 2.025.611 1.565.821
Übrige 178.871 105.981
2.204.482 1.671.802

Aufgliederung nach Märkten:

Sämtliche Umsatzerlöse werden im Ausland generiert.

9. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten insbesondere Beträge im Zusammenhang mit Versicherungserstattungen der Schiffbauprojekte, aus der Auflösung von Wertberichtungen auf Forderungen sowie aus der Gewährung einer Beihilfe. Darüber hinaus werden periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 8.254) ausgewiesen.

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten vor allem Verwaltungs-, Vertriebs- und Garantiekosten (TEUR 139.772), Instandhaltungsaufwendungen und Fremdleistungen (TEUR 44.697) sowie Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen und Einzelwertberichtungen auf Forderungen (TEUR 80.298). Darüber hinaus werden Versicherungsprämien (TEUR 13.245). und periodenfremde Buchverluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens (TEUR 94) ausgewiesen.

G. SONSTIGE ANGABEN

1. Organe der Gesellschaft

Die Geschäftsführung erfolgt durch die einzelvertretungsberechtigten Geschäftsführer Herrn Bernard Meyer, Herrn Dr. Jan Meyer, Herrn Tim Meyer und Herrn Malte Brandes. Die Geschäftsführer Herr Jens Sandmann (seit dem 31. März 2022) und Herr Stefan Middelhauve (seit dem 19. Mai 2022) vertreten die Gesellschaft gemeinschaftlich mit einem anderen Geschäftsführer. Herr Thilo Bollenbach und Herr Klaus Lübbers sind seit dem 31. März 2022 nicht mehr Geschäftsführer.

2. Arbeitnehmer

Im Durchschnitt wurden 4.266 (Vorjahr 4.483) Arbeitnehmer beschäftigt (ohne Auszubildende und Geschäftsführung).

3. Schwebende Sicherungsgeschäfte

Der Konzern hat sich in den Vorjahren über einen Versicherungsvertrag gegen von der Projektkalkulation abweichende Deckungsbeiträge aus Schiffbauprojekten abgesichert. Die Vereinbarung sah vor, dem Konzern im Vergleich zur Kalkulation negativ abweichende Deckungsbeiträge der Schiffbauprojekte teilweise zu erstatten. Schiffbaukontrakte, die in die Versicherungsvereinbarungen einbezogen wurden, unterlagen nicht der handelsrechtlichen verlustfreien Bewertung, soweit der Konzern von diesen Risiken vertraglich freigestellt war. Die Ansprüche aus dieser Vereinbarung sind im Geschäftsjahr 2021 abgegolten bzw. die Verträge sind abgewickelt.

4. Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung der MEYER NEPTUN belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 auf TEUR 1.724 (Vorjahr: TEUR 1.791).

5. Haftungsverhältnisse

Eventualverbindlichkeiten für die Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 1.639. Daneben bestehen Haftungsverhältnisse aus der Konzernsicht betreffend Pensionsverpflichtungen (TEUR 30.600), Verpflichtungen aus Altersteilzeit (TEUR 20.784) sowie Verpflichtungen für Jubiläen (TEUR 4.274).

Der Konzern hat Bürgschaften bzw. Garantien für Verpflichtungen von Dritten übernommen. Es wird derzeit nicht mit einer Inanspruchnahme gerechnet, da diese nach Information der MEYER NEPTUN über ausreichend Mittel verfügen, um den Verpflichtungen nachzukommen.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am Bilanzstichtag bestehen in Höhe von TEUR 1.409.142 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Diese bestehen aus Zahlungsverpflichtungen für Miet- und sonstige Verträge (TEUR 2.090) sowie Bestellobligen aus erteilten Investitionsaufträgen (TEUR 791) und dem Auftragsbestand (TEUR 1.406.261).

Die Verpflichtungen aus den Mietverträgen sowie aus sonstigen Verträgen betreffen mit TEUR 817 das Geschäftsjahr 2022 und mit TEUR 1.273 die Geschäftsjahre 2023 bis 2025.

7. Befreiungen gemäß § 264b HGB und § 264 Abs. 3 HGB

Folgende in den Konzernabschluss einbezogene, verbundene Unternehmen sind gemäß § 264b HGB von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses sowie von der Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichtes befreit:

MEYER WERFT

NEPTUN WERFT

Folgende in den Konzernabschluss einbezogene, verbundene Unternehmen sind gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses sowie von der Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichtes befreit:

MEYER NEPTUN Rostock

MEYER WERFT Laserzentrum

MEYER WERFT Rohrzentrum

MEYER WERFT Akademie

MAC

D-CEMS

ALFRED

Port 4

MNE

8. Nachtragsbericht

Das Kreuzfahrtschiff "DISNEY WISH" wurde Anfang Juni 2022 an die Reederei übergeben.

Die Lürssen Werft wurde von der Bundesregierung mit dem Bau von zwei Marinebetriebsstoffversorgern beauftragt. Die MEYER-Gruppe wird dabei als Partner wichtige Aufgaben bei der Konstruktion und dem Bau der Schiffe übernehmen. Die Ablieferungen sind für die Jahre 2024 und 2025 geplant.

Die durch die Corona-Situation verursachte Unsicherheit auf dem Kreuzfahrtmarkt hält weiterhin an. Die erkennbare Erholung der Kreuzfahrtindustrie hängt davon ab, ob es gelingt, die weltweite Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Reedereien verzeichnen bereits heute eine Entspannung der Situation und rechnen für das zweite Halbjahr 2022 mit einer deutlichen Verbesserung der Auslastung ihrer Flotten.

Die anhaltende Situation sowie die Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt verbunden mit der Streckung der Auftragsbücher führen auch im Geschäftsjahr 2022 zur teilweisen Unterlast in der Produktion. Die positiven Effekte aus den eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten, zeigen auch für das Jahr 2022 ihre Wirkung. Für die Folgejahre sind weitere Kosteneinsparungen und Restrukturierungsmaßnahmen notwendig und bereits umgesetzt oder eingeleitet.

Wesentliche Verzögerungen in den Lieferketten der Lieferanten sind aus heutiger Sicht nicht zu verzeichnen bzw. wurden durch die längeren Bauzeiten bereits kompensiert. Der andauernde Krieg in der Ukraine hat derzeitig keine direkten Auswirkungen auf die Betriebe des Konzerns.

Es wird verstärkt an zukünftigen Geschäftsfeldern für den Konzern gearbeitet. Zwischen der Unternehmensgruppe und verschiedenen weltweit agierenden Unternehmen wurden bereits Partnerschaften zum Bau und Vertrieb alternativer Produkte beschlossen.

Die Konzerngruppe hat sich im Februar 2022 mit dem Weltmarkführer für schwimmende Immobilien Admares Marine zu einem Joint Venture zusammengeschlossen und eine neue Gesellschaft mit dem Namen MEYER Floating Solutions Oy, Turku, Finnland, gegründet. Dieses Unternehmen wird eine Ergänzung zum aktuellen Produktportfolio bieten und konzentriert sich zukünftig auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger, schwimmender Immobilien.

In Kooperation mit der Fassmer Werft hat die Gruppe im April 2022 das renommierte Schiffbau- Ingenieurbüro Neptun Ship Design GmbH mit Sitz in Rostock übernommen. Die Übernahme ermöglicht es der Gruppe, die hohen Anforderungen an die bevorstehenden Konstruktions- und Designaufgaben erfüllen zu können.

Mit der Marke MEYER Yachts wurde erstmals ein Konzept zum Bau von Megayachten in einem für die Gruppe neuen Marksegment vorgestellt. Mit innovativen und umweltfreundlichen Schiffskonzepten kann die MEYER NEPTUN dabei fast grenzenlose Ideen und Schiffsgrößen realisieren, die bei den wenigen Aufträgen in diesem Segment bereits positive Rückmeldungen zeigen.

Mit dem Aufbau des Bereichs MEYER RE (Rethink, Revalue, Care) erweitert die Gruppe das Umfeld des operativen Kerngeschäftes Schiffbau. Es zielt als Partner der Reedereien darauf ab, Schiffe während ihrer gesamten Lebensdauer zu warten, zu modernisieren und einen optimierten Schiffsbetrieb zu sichern. Die Umrüstung der Schiffe auf regenerative Kraftstoffe führt zu einem wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Werterhaltung der Schiffe und ermöglicht es den Reedereien, das Know-How der Werften zu nutzen.

Anfang Juni 2022 wurde die NEPTUN WERFT vom Auftraggeber für das Yacht-Kasko darüber informiert, dass dieser aufgrund behördlicher Sanktionen nicht in der Lage ist, den Auftrag fortzuführen, sondern dieser gestoppt und abgewickelt werden muss.

9. Abschlussprüferhonorare

Das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 242 und betrifft in voller Höhe Abschlussprüfungsleistungen.

 

Senningerberg, den 17. Juni 2022

Jan Meyer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens

Anschaffungskosten
Stand 1.1.2021 Zugang Abgang Umbuchung Stand 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.603.607,05 866.957,64 107.495,00 0,00 26.363.069,69
2. Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. geleistete Anzahlungen 66.626.440,94 7.785.776,77 0,00 0,00 74.412.217,71
92.230.047,99 8.652.734,41 107.495,00 0,00 100.775.287,40
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 393.125.445,60 10.800.656,12 132.569,00 22.251.301,59 426.044.834,31
2. Technische Anlagen und Maschinen 277.731.939,44 380.577,87 1.788.150,20 794.891,27 277.119.258,38
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 123.897.521,07 4.084.072,86 10.594.976,97 13.777.340,49 131.163.957,45
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.908.970,96 793.325,41 3.849,33 -36.823.533,35 874.913,69
831.663.877,07 16.058.632,26 12.519.545,50 0,00 835.202.963,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 133.000,00 0,00 25.000,00 0,00 108.000,00
2. Beteiligungen 3.022.538,03 3.000,00 0,00 3.025.538,03
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.535,68 0,00 0,00 0,00 28.535,68
4. Sonstige Ausleihungen 17.020,89 1.057,89 0,00 15.963,00
3.201.094,60 3.000,00 26.057,89 0,00 3.178.036,71
927.095.019,66 24.714.366,67 12.653.098,39 0,00 939.156.287,94
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1.1.2021 Zugang Abgang Stand 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.526.301,77 2.059.305,64 99.857,00 24.485.750,41
2. Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00
3. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
22.526.301,77 2.059.305,64 99.857,00 24.485.750,41
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 190.801.826,63 14.198.682,75 69.624,49 204.930.884,89
2. Technische Anlagen und Maschinen 228.368.327,64 8.499.020,03 1.776.632,23 235.090.715,44
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 73.063.135,85 12.361.327,63 8.237.291,66 77.187.171,82
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
492.233.290,12 35.059.030,41 10.083.548,38 517.208.772,15
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 2.975.521,18 0,00 0,00 2.975.521,18
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
2.975.521,18 0,00 0,00 2.975.521,18
517.735.113,07 37.118.336,05 10.183.405,38 544.670.043,74
Restbuchwerte Restbuchwerte
Stand 31.12.2020 Stand 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.077.305,28 1.877.319,28
2. Firmenwert 0,00 0,00
3. geleistete Anzahlungen 66.626.440,94 74.412.217,71
69.703.746,22 76.289.536,99
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 202.323.618,97 221.113.949,42
2. Technische Anlagen und Maschinen 49.363.611,80 42.028.542,94
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 50.834.385,22 53.976.785,63
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.908.970,96 874.913,69
339.430.586,95 317.994.191,68
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 133.000,00 108.000,00
2. Beteiligungen 47.016,85 50.016,85
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.535,68 28.535,68
4. Sonstige Ausleihungen 17.020,89 15.963,00
225.573,42 202.515,53
409.359.906,59 394.486.244,20

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

I. Grundlagen des Konzerns

1. Geschäftsmodell

Der Konzern mit seinem Mutterunternehmen MEYER NEPTUN mit Sitz in Senningerberg, Luxemburg, (nachfolgend "MEYER NEPTUN" genannt), und mit seinen wesentlichen Beteiligungen war im Geschäftsjahr 2021 weitestgehend im Bereich des Schiffsneubaus tätig.

Die MEYER NEPTUN hält als Holdinggesellschaft alle Anteile an der MEYER WERFT Verwaltungs-GmbH, Senningerberg, Luxemburg, der NEPTUN WERFT Verwaltungs-GmbH, Senningerberg, Luxemburg, und der MAC Hamburg GmbH, Hamburg, sowie 94,78% der Anteile an der MEYER NEPTUN GmbH, Rostock, Deutschland, (nachfolgend "MNR" genannt). Zudem ist die MEYER NEPTUN mit jeweils 51% an der TSI d.o.o, Rijeka, Kroatien, sowie an der UAB "MS Maritime" in Vilnius, Litauen, und mit 66% an der UAB "MS Tubes", Vilnius, Litauen, beteiligt. An der MSW Verwaltungs AG, Gamprin-Bendern, Liechtenstein, (nachfolgend "MSW" genannt) hält die MEYER NEPTUN einen Anteil von 10%. Die MNR hält sämtliche Kommanditanteile der MEYER WERFT GmbH & Co. KG, Papenburg, Deutschland, (nachfolgend "MEYER WERFT" genannt) und der NEPTUN WERFT GmbH & Co. KG, Rostock, Deutschland, (nachfolgend "NEPTUN WERFT" genannt). Als alleinige Gesellschafterin hält die MEYER NEPTUN zudem die Anteile an der ALFRED Maritime GmbH, Hamburg, Deutschland, und an der MEYER Port 4 GmbH, Papenburg, Deutschland. Sämtliche Anteile an der MEYER NEPTUN Engineering GmbH, Rostock, Deutschland, wurden im Geschäftsjahr 2021 erworben und die Beteiligung der MNR an der MSW veräußert.

Zum Konsolidierungskreis des Konzerns gehören des Weiteren die in Papenburg, Deutschland, ansässige MEYER WERFT Laserzentrum GmbH, MEYER WERFT Rohrzentrum GmbH und MEYER WERFT Akademie GmbH sowie die D-CEMS Flug GmbH mit Sitz in Leer-Nüttermoor, Deutschland, an denen die MEYER WERFT jeweils sämtliche Anteile hält.

Darüber hinaus stellt die MNR Sicherheiten im Wesentlichen für die Betriebsgesellschaften MEYER WERFT, NEPTUN WERFT, MEYER WERFT Laserzentrum GmbH und MEYER WERFT Rohrzentrum GmbH.

Die MEYER WERFT mit ihren Tochtergesellschaften und die NEPTUN WERFT haben sich auf die Entwicklung und den Bau von hochwertigen Spezialschiffen wie Kreuzfahrt- und Flusskreuzfahrtschiffen, Forschungsschiffen sowie sonstigen Spezialschiffen fokussiert.

2. Forschung und Entwicklung

Die Entwicklung der Gruppe konzentriert sich weiterhin auf den industriellen Neubau von Schiffen, deren Konstruktion und dazugehörige Fertigungsverfahren. Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens liegt in der kontinuierlichen Verbesserung, Entwicklung und Inbetriebnahme von Design- und Produktionsprozessen sowie der Entwicklung neuer Technologien. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten basieren auf kontinuierlicher Verbesserung und Weiterentwicklung, die sowohl dem vom Auftragsbestand geforderten Wachstum als auch den Anforderungen der Kunden Rechnung trägt. Schwerpunkte liegen dabei auf Themenbereichen der Energie und Umwelt. Kerninhalte sind dabei vor allem nachhaltige Materialien und alternative Antriebstechnologien um emissionsarme und damit umweltfreundliche Kreuzfahrtschiffe zu bauen. Partnerschaften mit Universitäten, Forschungsstellen, Herstellern etc. werden gepflegt und damit die Verbindung zur nationalen und internationalen maritimen Forschungslandschaft gehalten. Die wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsthemen des Konzerns sind Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit, Betriebseffizienz, Betriebssicherheit, Zuverlässigkeit und Digitalisierung.

Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, sieht der Konzern weiterhin die dringende Notwendigkeit, neue Technologien und Prozesse im Bau und Betrieb von Kreuzfahrt-, Flusskreuzfahrtschiffen und sonstigen Spezialschiffen zu entwickeln und voran zu bringen. Zu diesem Zweck wurden im Berichtsjahr zahlreiche Projekte im Bereich der Produkt- und Prozessinnovationen abgeschlossen bzw. neu gestartet. Hierfür sind Anträge im Rahmen bestehender Förderprogramme gestellt worden.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Marktentwicklung

Vor der COVID-19-Pandemie konnte sich der europäische Schiffbau vom Weltmarkt abkoppeln, indem er sich erfolgreich auf Hightech-Nischensegmente wie Kreuzfahrtschiffe und Fähren konzentrierte, nachdem er in den Jahrzehnten zuvor den Frachtschiffbau an Asien verloren hatte. Diese Nischensegmente, in denen sich die europäischen Werften erfolgreich neu positioniert hatten, sind allerdings diejenigen, die seit 2020 am stärksten von der Pandemie betroffen sind. Neubauaufträge aus Teilsegmenten wie RoRo-Schiffen und große Fähren werden trotz langjähriger Spezialisierung in Europa inzwischen überwiegend in Asien platziert. Die asiatischen Werften fokussieren sich zudem inzwischen auch auf den derzeitig angeschlagenen Kreuzfahrtmarkt.

Die Wiederaufnahme von Kreuzfahrten wurde von den Reedereien ab dem Frühjahr 2021 schrittweise aufgenommen. Die Zahl der Kreuzfahrtgäste und die eingesetzten Schiffskapazitäten sind im Laufe des Jahres ebenfalls gestiegen. Am Ende des Jahres waren 64 Prozent der Kapazität der Kreuzfahrtschiffe im Kreuzfahrtverkehr eingesetzt. Trotz der schwierigen Pandemiesituation gehen die Reedereien davon aus, dass die restlichen Schiffe im Laufe des Jahres 2022 wieder in Betrieb gehen werden.

Mit neuen Bestellungen von großen Kreuzfahrtschiffen in signifikantem Umfang ist vor 2023/2024 weiterhin nicht zu rechnen.

Seit Anfang 2021 befanden sich die Rohstoffmärkte im Aufruhr und es kam zu massiven Preissteigerungen im Markt. Die mittelfristig erwartete Beruhigung der Märkte trat nur bedingt ein, in einigen Bereichen verharrten die Preise auf hohem Niveau. Der seit Februar 2022 geführte Krieg in der Ukraine hat nicht zur Beruhigung der Situation auf den Märkten beigetragen, sondern die Lage in Teilmärkten noch verschärft.

2. Geschäftsverlauf

2.1 Entwicklung des Auftragsbestandes

In der Vergangenheit fokussierte sich der Konzern im Geschäftsjahr auf die Konstruktion und den Bau von ausrüstungsintensiven Schiffen wie Kreuzfahrt- und Flusskreuzfahrtschiffen. Zusätzliche Geschäftsfelder zur maßgeblichen Ergänzung des Produktportfolios des Konzerns werden neu erschlossen.

Der Konzern erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz in Höhe von EUR 2.204 Mio. (Vorjahr: EUR 1.672 Mio.) Der Umsatz resultierte im Wesentlichen aus der Ablieferung der folgenden Neubauten:

Kreuzfahrtschiff "ODYSSEY OF THE SEAS" an die Reederei Royal Caribbean Cruises.

Kreuzfahrtschiff "AIDAcosma" an die Reederei Costa Crociere.

Zwei Flusskreuzfahrtschiffe an die Reederei Viking River Cruises.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Kreuzfahrtmarkt wirkten auch im Geschäftsjahr 2021 fort. Ende März 2021 ist es der MEYER WERFT jedoch gelungen, mit dem japanische Großkonzern NYK einen Vertrag zum Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffes abzuschließen. Die Ablieferung ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Mit dem Auftrag zum Bau eines Yachtkaskos für die Werft Abeking & Rasmussen konnte der Konzern seine Produktpalette erweitern. Zudem bekam die MEYER WERFT in einer Arbeitsgemeinschaft mit einem weiteren deutschen Schiffbauer den Auftrag zum Bau eines neuen Forschungsschiffes für die Bundesrepublik Deutschland. Die Ablieferung ist für das Jahr 2026 vorgesehen.

Der Auftragsbestand des Konzerns belief sich zum Jahresende auf insgesamt EUR 6.615 Mio. (Vorjahr: EUR 7.683 Mio.) und setzte sich wie folgt zusammen:

ein Kreuzfahrtschiff mit Ablieferung im Jahr 2022 für die Reederei P&O Cruises,

ein Kreuzfahrtschiff mit Ablieferung im 2023 für die Reederei Carnival,

drei Kreuzfahrtschiffe mit Ablieferung in den Jahren 2022, 2024 und 2025 für die Reederei Disney Cruises,

zwei Kreuzfahrtschiffe für die Reederei Silverseas Cruise mit Ablieferungen in den Jahren 2023 und 2024,

ein Kreuzfahrtschiff mit Ablieferung im Jahr 2025 für die Reederei NYK Cruises,

Yachtkasko mit Ablieferung im Jahr 2023 für die Werft Abeking & Rasmussen* ,

Ein Forschungsschiff mit Ablieferung im Jahr 2026 für die Bundesrepublik Deutschland.

* Wir verweisen auf die Angaben im Nachtragsbericht im Abschnitt III sowie auf den Risikobericht Abschnitt IV. Punkt 2.

Im Frühjahr 2022 haben die Reederei Ocean Residences und die MEYER WERFT einen Vertrag zum Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffes geschlossen. Die Ablieferung ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Der Auftrag steht unter dem Vorbehalt der Finanzierung.

Eine Grundauslastung des Konzerns ist durch diese Aufträge bis zum Jahr 2025 gewährleistet. Die bereits im Vorjahr beschriebene Situation, dass alle Kreuzfahrtwerften mittelfristig eine massive Überkapazität verzeichnen werden, bleibt bestehen. Durch die Verschiebung des Bauprogramms von jährlich drei abzuliefernden Schiffen auf nunmehr zwei Ablieferungen pro Jahr erzielt der Konzern in den kommenden Jahren durchschnittlich einen Jahresumsatz von ca. EUR 1,6 Mrd. im Segment des Kreuzfahrtschiffbaus. Das im Jahr 2020 gestartete Programm zur Kostenreduzierung wird zukünftig maßgeblich dazu beitragen müssen, auskömmliche Betriebsergebnisse zu erzielen.

Der Konzern passt sich zudem den geänderten Marktverhältnissen an. Die Gruppe arbeitet weiter daran, in neuen Marktsegmenten innovative Schiffskonzepte zu realisieren und Arbeit auf die Werften zu holen. Maßgebliche Ergänzungen des Produktportfolios finden sich dabei im Bau von Megayachten, schwimmende Immobilien sowie Schiffbauaufträge für die Marine und zum Bau von Forschungsschiffen.

Die anhaltende Krise auf dem Kreuzfahrtmarkt, der sich langsam erholt, führt weiterhin zum Ergebnis, dass mit namhaften Bestellaktivitäten der großen Reedereien für Kreuzfahrten nicht vor den Jahren 2023/2024 zu rechnen ist.

2.2 Beschaffung

Aufgrund des hohen Zukaufanteils der Neubauten hat die Beschaffung eine zentrale Bedeutung im Konzern.

Durch die COVID-19-Pandemie kam es 2021 weltweit zu Störungen internationaler Lieferketten und zu Problemen bei der Materialverfügbarkeit.

Auch der Konzern war teilweise von Lieferengpässen bei bestimmten Waren betroffen, konnte aber durch frühzeitig ergriffene Maßnahmen und aufgrund der über viele Jahre entwickelten robusten Lieferkette die Auswirkungen minimieren und die Materialversorgung weitestgehend sicherstellen.

Seit Anfang 2021 befanden sich auch die Rohstoffmärkte im Aufruhr und es kam zu massiven Preissteigerungen im Markt. Die mittelfristig erwartete Beruhigung der Märkte trat nur bedingt ein, in einigen Bereichen verharrten die Preise auf hohem Niveau.

In einigen Warengruppen haben die erhöhten Preise auch den Konzern erreicht und es kam in diesen Warengruppen teilweise zu erheblichen Verschiebungen. Durch langfristige Lieferverträge und die generell frühzeitigen Beschaffungsvorgänge stellen sich die Auswirkungen dieser Entwicklungen für den Konzern allerdings wesentlich geringer dar als in anderen Branchen der Industrie.

Die weitere Entwicklung der Märkte lässt sich nicht eindeutig voraussagen, es findet weiterhin eine engmaschige Überwachung der Situation statt, um negativen Auswirkungen auf die Materialversorgung und auf Budgets gut entgegenwirken zu können.

2.3 Personal, Sicherheit und Umweltschutzbereich

Zum 31. Dezember 2021 betrug die Anzahl der Beschäftigten insgesamt 4.366 (Vorjahr: 4.563). Die Zahl der Auszubildenden betrug zum Jahresende 222 (Vorjahr: 248).

Der Fachbereich "HR-Services" hat sich im auch im Jahr 2021 vor allem mit den Herausforderungen, die mit der Corona-Krise einhergegangen sind, beschäftigt.

Das Jahr 2021 war nach wie vor durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen geprägt. Insbesondere stand hier das Thema der Personalanpassung im Fertigungs- und Gemeinkostenbereich auf den Werften des Konzerns im Fokus. Die notwendigen Rahmenbedingungen für den Personalabbau wurden zwischen den Parteien vereinbart. Verabschiedet wurde ein zweistufiger Abbauprozess, der im ersten Schritt ein Freiwilligenprogramm vor dem Ausspruch von betriebsbedingten Kündigungen vorsieht. Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Reduzierung der Personalkosten getroffen. Dabei wurden u. a. im Jahr 2021 Arbeitsstunden von Mitarbeiter unentgeltlich geleistet. Dieser Mitarbeiterbeitrag wird in den Jahren 2022 und 2023 weiter ausgebaut und ermöglicht es, den Stellenabbau zu reduzieren.

Die Personalarbeit, die bislang auf "Wachstum" ausgerichtet war, musste aufgrund der anhaltenden Corona-Krise neu ausgerichtet werden. Im Fokus stand auch noch das Thema Kurzarbeit und Untersuchung der weiteren Folgen für die Personalarbeit des Konzerns. Dabei wurde in Teilbereichen der Produktion die wöchentliche Arbeitszeit für den Zeitraum Januar bis Juni 2021 im Rahmen der Kurzarbeit auf 30 Stunden reduziert.

Mit der Implementierung der Kurzarbeit konnten unter anderem Entgeltausfälle in Teilen ausgeglichen werden, die durch die schwierige wirtschaftliche Entwicklung entstanden sind. Trotz der erschwerten Bedingungen aufgrund der Pandemie wurde weiterhin der Fokus in die Aus- und Weiterbildung und die Fortführung der Schulungsmaßnahmen gelegt. Die Anzahl der Auszubildenden übersteigt wie in den Vorjahren den unmittelbaren Eigenbedarf des Konzerns. Die ausgelernten Auszubildenden wurden allerdings nur zum Teil übernommen.

Entgegen der Entwicklung, die sich aufgrund der Unterauslastung vieler Bereiche der Konzerngruppe entstanden sind., gibt es jedoch auch Bereiche, bei denen das Thema Rekrutierung oberste Priorität hatte. In den Technischen Büros werden aufgrund des erweiterten Produktportfolios Spezialisten und ein massiver Aufbau von Mitarbeitern notwendig werden. Auch das Know-How für nachhaltige Antriebe wird an vielen Stellen zu verstärken sein.

Die Kernfunktionen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und Sozialwesen liegen nach wie vor im Stab des Geschäftsbereiches, um die entsprechende Querschnittsfunktion im Unternehmen auszuführen. Im letzten Jahr hat das Management eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung der Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung von Infektionen übernommen.

Im Sozialmanagement werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin intensiv in Fragen zu Themenkomplexen wie Wiedereingliederungsmanagement nach längerer Erkrankung, Familien-/Pflegeberatung, Schuldnerberatung betreut.

Zur Vermeidung von Infektionen in den Betrieben wurden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen zur Kontaktbeschränkung eingeführt. Eine Vielzahl von Maßnahmen führte zur Vermeidung von Menschenansammlungen sowie die Reduzierung der Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig auf den Werften befinden. Die Kantinen sowie Sozialräume wurden geschlossen. Diese Maßnahmen sowie weitere Präventionen wie Abstandsmarkierungen, Wegeleitsysteme und die Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenbedeckungen führen bis heute zur maßgeblichen Verringerung von Infektionsrisiken. Die verschiedenen Maßnahmen finden dabei in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und anderen Klassifikationsgesellschaften statt. Neueste Erkenntnisse werden einbezogen und damit die höchstmögliche Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet.

Viele Schulungsmaßnahmen, Präsenztrainings als auch Entwicklungsworkshops wurden im Jahr 2021 aufgrund der Beschränkungen zur Vermeidung von COVID-19-Infektionen weitestgehend ausgesetzt. Nur werftkritische Schulungen, die zwingend notwendig waren, sind durchgeführt worden.

Die Nachhaltigkeit der Gruppe ist an ihre Strategie geknüpft, die als Prioritäten die Qualität der Arbeit, hervorragende Mitarbeiter und Partner sowie finanzielle Rentabilität definiert. Die Unternehmen achten darauf, die Umweltauswirkungen auf den Betriebsgeländen und der unmittelbaren Umgebung sowie der global im Einsatz befindlichen Produkte zu minimieren. Neben der technischen Funktionalität konzentriert sich das Unternehmen auf Lösungen, die die Umweltauswirkungen eines Schiffes während seines gesamten Lebenszyklus verringern. Die MEYER Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 ein klimaneutrales Schiffkonzept zu entwickeln und bis 2030 klimaneutrale Produkte zu erstellen.

3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die MEYER NEPTUN richtet ihr Ziel weiterhin auf einen langfristigen und erfolgreichen Fortbestand der Werften in Papenburg und Rostock-Warnemünde aus. Um den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendete der Konzern wie in den Jahren zuvor das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als zentrale Steuerungsgröße. Dieses beläuft sich im Berichtsjahr auf EUR 77 Mio. (Vorjahr EUR -175 Mio.). Daneben wird die Finanzkennzahl Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. der Bestandsveränderungen) als Steuerungsgröße verwendet. Die Gesamtleistung im Berichtsjahr stieg auf EUR 1.971 Mio. (Vorjahr: EUR 1.763 Mio.).

In Ergänzung hierzu nutzt der Konzern zur Führung des operativen Geschäfts der Werften den Auftragseingang sowie das Fertigungsstundenvolumen der Schiffsneubauten als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Der Auftragseingang im Berichtsjahr und der Auftragsbestand sind wesentliche Indikatoren der zukünftigen Geschäftsentwicklung beider Standorte. Das Fertigungsstundenvolumen, welches in erheblichem Umfang über den Erfolg der abzuliefernden Aufträge entscheidet, sank im Vergleich zum Vorjahr um Tsd. 506 Stunden und beträgt Tsd. 5.856 Stunden. Der erneute Rückgang der Fertigungsstunden im Vergleich zum Vorjahre zeigt die anhaltende Auswirkung der geänderten Markverhältnisse.

In den Vorjahren Jahren haben die Konzernunternehmen stark in ihre Kapazitäten investiert, um damit dem bis dahin stetigen Wachstum gerecht zu werden. Die drastischen Veränderungen am Markt sowie die Streckung des Auftragsbuches bedeuten gleichzeitig, das Wachstumsziel anzupassen, die Produktion und Kapazität der Konzernunternehmen neu zu dimensionieren und die Kostenstruktur anzupassen, um die Produktion auf zwei Kreuzfahrtschiffe pro Jahr anstelle von drei Kreuzfahrtschiffen umzustellen. Infolgedessen mussten die Konzernunternehmen ihr Wachstumsprogramm und die damit verbundenen Investitionen umfänglich zurückfahren. Während des Geschäftsjahres 2021 wurde das in 2020 initiierte Rentabilitätsprogramm der Gruppe zur Senkung des Kostenniveaus auf den prognostizierten Konzernjahresumsatz weiter umgesetzt. Dabei wurden bereits in 2021 Maßnahmen verfolgt, neue Umsatzmärkte für die Gruppe zu erschließen und infolgedessen auch Partnerschaften mit anderen Unternehmen zu ergründen.

4. Ertragslage

Die Gesamtleistung der MEYER NEPTUN betrug im Berichtsjahr EUR 1.971 Mio. (Vorjahr: EUR 1.763 Mio.). Der Materialaufwand betrug im Berichtsjahr EUR 1.361 Mio. (Vorjahr: EUR 1.261 Mio.), die Materialaufwandsquote blieb mit 69% stabil. Der Personalaufwand betrug im Berichtsjahr EUR 268 Mio. (Vorjahr: EUR 274 Mio.).

Das Konzernjahresergebnis resultiert wie in den Vorjahren aus den Kostenträgerergebnissen der im Berichtsjahr abgelieferten Schiffsneubauten. Die Verschiebung der Ablieferung der "ODYSSEY OF THE SEAS" in das Jahr 2021 führte in 2020 bereits zur deutlichen Reduzierung des Umsatzes um ca. 40 %. Mit der Ablieferung der "AIDAcosma" im Berichtsjahr und der Verschiebung der Ablieferung des Kreuzfahrtschiffes "DISNEY WISH" in das Jahr 2022 zeigt das Geschäftsjahr 2021 den wesentlichen Umsatz des geänderten Bauprogramms der Unternehmensgruppe. Die Maßnahmen zur gesundheitlichen Vorsorge sowie die teilweise auftretenden Einschränkungen in der Verfügbarkeit der Materialien hatten zudem wieder direkten Einfluss auf die Auslastung der Produktion. Die Kompensation dieser Effekte, längere Bauzeiten sowie zusätzliche Zinsaufwendungen haben dabei die Projektergebnisse im Geschäftsjahr 2021 beeinflusst. Für einige im Auftragsbestand befindliche Schiffsneubauten wurden - soweit erforderlich - zum Jahresende Vorsorgen getroffen bzw. angepasst, die sich wiederum auf das Ergebnis auswirkten. Die positiven Effekte aus den eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Gemeinkosten, Sondereffekte sowie die weitere Reduzierung der Vergaben und auch die Nutzung der Kurzarbeit konnten zusätzlichen Kosten für das Jahr 2021 dabei teilweise kompensieren.

Das Konzernjahresergebnis betrug EUR 72 Mio. (Vorjahr: EUR -182 Mio.).

5. Finanzlage

Im Kreuzfahrtschiffbau ist es üblich, dass die Bauwerften während der Konstruktions- und Bauphase der Schiffe lediglich 20% des Vertragspreises vom Auftraggeber als Anzahlungen erhalten. Diese Zahlungsstruktur macht es für die Werften erforderlich, rechtzeitig projektbezogene Bauzeitfinanzierungen zu organisieren, um die laufenden fälligen Verpflichtungen wie z. B. Personalkosten und Lieferantenrechnungen termingerecht zahlen zu können. Nach Ablieferung der entsprechenden Schiffsneubauten wird der Bauzeitkredit aus den Mitteln der von der Reederei erhaltenen Schlussrate wieder zurückgeführt.

Die MEYER WERFT vereinbarte mit Ihren Banken im Berichtsjahr die Verlängerung des im Jahr 2019 abgeschlossenen Bauzeitrahmenkreditvertrag von Dezember 2021 bis nach Ablieferung des Neubaus "DISNEY WISH". Die Verlängerung war aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der daraus resultierenden Streckung des Auftragsbuchs erforderlich geworden, da das Ablieferungsdatum der "DISNEY WISH" von 2021 in den Sommer 2022 geändert wurde. Die im Berichtsjahr aus der Bauzeitfinanzierung in Anspruch genommenen Mittel für die Neubauten "ODYSSEY OF THE SEAS" und "AIDAcosma" wurden nach Ablieferung der Neubauten an die Banken zurückgezahlt. Zum Jahresende wurden aus dem Bauzeitfinanzierungsvertrag keine Finanzierungsmittel in Anspruch genommen.

Die NEPTUN WERFT führte die für zwei Flusskreuzfahrtschiffe in Anspruch genommenen Mittel aus der Bauzeitfinanzierung nach Ablieferung dieser Schiffe in kompletter Höhe zurück. Mit Ablieferung dieser Neubauten und Rückführung der Mittel endete auch der im Jahr 2020 abgeschlossene Bauzeitrahmenkreditvertrag.

Für die von den Auftraggebern erhaltenen Anzahlungen der Schiffbauten haben die Werften in der Regel entsprechende Anzahlungsgarantien als Sicherheiten zu stellen. In diesem Bereich gelang es dem Konzern im Berichtsjahr mit den seit mehreren Jahren bestehenden Avalgebern den Avalbedarf der Gesellschaften zu decken.

Die MEYER WERFT tilgte planmäßig im Berichtsjahr bei Ihren langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einen Betrag i.H.v. EUR 83 Mio. Die NEPTUN WERFT tilgte planmäßig im Berichtsjahr bei Ihren langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einen Betrag i.H.v. EUR 5 Mio.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns betrugen zum Jahresende EUR 413 Mio. (Vorjahr: EUR 457 Mio.)

Da die im Auftragsbestand befindlichen Aufträge der Konzerngesellschaften in Euro abgeschlossen wurden, gab es im Berichtsjahr auf der Absatzseite erneut keine Währungsrisiken. Materialeinkäufe in Fremdwährung sind weiterhin von untergeordneter Bedeutung.

Im Berichtsjahr investierte der Konzern einen Betrag in Höhe von EUR 25 Mio. (Vorjahr: EUR 63 Mio.). Die Investitionen betrafen im Wesentlichen den fortgeführten Neubau eines Logistikzentrums in Papenburg sowie Investitionen in Software und Ersatzinvestitionen.

Die Verbindlichkeiten aus Mietkaufverträgen betrugen zum Jahresende EUR 2,8 Mio. (Vorjahr: EUR 4,1 Mio.).

Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über einen Bestand an liquiden Mitteln von EUR 62 Mio. (Vorjahr: EUR 55 Mio.).

Die Zahlungsfähigkeit des Konzerns war durch die gesicherten Endfinanzierungen des Auftragsbestandes sowie die abgeschlossenen Finanzierungen jederzeit gewährleistet.

6. Vermögenslage

Das im Eigentum der MEYER WERFT bzw. NEPTUN WERFT befindliche Sachanlagevermögen in Papenburg und Rostock-Warnemünde umfasst Grundstücke, Gebäude, überdachte Baudocks, ein Trockendock, eine Absenkvorrichtung und Maschinen, Krane etc. sowie das in 2020 fertiggestellte Logistikzentrum. Das in Papenburg befindliche Anlagevermögen wird langfristig durch die MEYER WERFT und deren Tochterfirmen und das in Rostock-Warnemünde befindliche Anlagevermögen langfristig durch die NEPTUN WERFT genutzt. Der Buchwert des Sachanlagevermögens beträgt zum Bilanzstichtag EUR 318 Mio. (Vorjahr: EUR 339 Mio.) und ist vollständig durch Eigenkapital finanziert.

Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen sank im Berichtsjahr von EUR 1.276 Mio. im Vorjahr auf EUR 1.040 Mio. zum Bilanzstichtag. Im Wesentlichen ergibt sich der Bestand an unfertigen Erzeugnissen aus den in 2022 abzuliefernden Kreuzfahrtschiffe "DISNEY WISH" und der "ARVIA".

Die Eigenkapitalquote des Konzerns betrug zum 31. Dezember 2021 31% (Vorjahr: 23%).

Bezüglich der weiteren wesentlichen Bilanzpositionen zur Vermögens- und Finanzlage verweisen wir auf den Anhang.

III. Nachtragsbericht

Das Kreuzfahrtschiff "DISNEY WISH" wurde Anfang Juni 2022 an die Reederei übergeben.

Die Lürssen Werft wurde von der Bundesregierung mit dem Bau von zwei Marinebetriebsstoffversorgern beauftragt. Die MEYER-Gruppe wird dabei als Partner wichtige Aufgaben bei der Konstruktion und dem Bau der Schiffe übernehmen. Die Ablieferungen sind für die Jahre 2024 und 2025 geplant.

Die durch die Corona-Situation verursachte Unsicherheit auf dem Kreuzfahrtmarkt hält weiterhin an. Die erkennbare Erholung der Kreuzfahrtindustrie hängt davon ab, ob es gelingt, die weltweite Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Reedereien verzeichnen bereits heute eine Entspannung der Situation und rechnen für das zweite Halbjahr 2022 mit einer deutlichen Verbesserung der Auslastung ihrer Flotten.

Die anhaltende Situation sowie die Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt verbunden mit der Streckung der Auftragsbücher führen auch im Geschäftsjahr 2022 zur teilweisen Unterlast in der Produktion. Die positiven Effekte aus den eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten, zeigen auch für das Jahr 2022 ihre Wirkung. Für die Folgejahre sind weitere Kosteneinsparungen und Restrukturierungsmaßnahmen notwendig und bereits umgesetzt oder eingeleitet.

Wesentliche Verzögerungen in den Lieferketten der Lieferanten sind aus heutiger Sicht nicht zu verzeichnen bzw. wurden durch die längeren Bauzeiten bereits kompensiert. Der andauernde Krieg in der Ukraine hat derzeitig keine direkten Auswirkungen auf die Betriebe des Konzerns.

Es wird verstärkt an zukünftigen Geschäftsfeldern für den Konzern gearbeitet. Zwischen der Unternehmensgruppe und verschiedenen weltweit agierenden Unternehmen wurden bereits Partnerschaften zum Bau und Vertrieb alternativer Produkte beschlossen.

Die Konzerngruppe hat sich mit dem Weltmarkführer für schwimmende Immobilien Admares Marine zu einem Joint Venture zusammengeschlossen und eine neue Gesellschaft mit dem Namen MEYER Floating Solutions Oy, Turku, Finnland, gegründet. Dieses Unternehmen wird eine Ergänzung zum aktuellen Produktportfolio bieten und konzentriert sich zukünftig auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger, schwimmender Immobilien.

In Kooperation mit der Fassmer Werft hat die Gruppe das renommierte Schiffbau-Ingenieurbüro Neptun Ship Design GmbH mit Sitz in Rostock übernommen. Die Übernahme ermöglicht es der Gruppe, die hohen Anforderungen an die bevorstehenden Konstruktions- und Designaufgaben erfüllen zu können.

Mit der Marke MEYER Yachts wurde erstmals ein Konzept zum Bau von Megayachten in einem für die Gruppe neuen Marksegment vorgestellt. Mit innovativen und umweltfreundlichen Schiffskonzepten kann die MEYER NEPTUN dabei fast grenzenlose Ideen und Schiffsgrößen realisieren, die bei den wenigen Aufträgen in diesem Segment bereits positive Rückmeldungen zeigen.

Mit dem Aufbau des Bereichs MEYER RE (Rethink, Revalue, Care) erweitert die Gruppe das Umfeld des operativen Kerngeschäftes Schiffbau. Es zielt als Partner der Reedereien darauf ab, Schiffe während ihrer gesamten Lebensdauer zu warten, zu modernisieren und einen optimierten Schiffsbetrieb zu sichern. Die Umrüstung der Schiffe auf regenerative Kraftstoffe führt zu einem wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Werterhaltung der Schiffe und ermöglicht es den Reedereien, das Know-How der Werften zu nutzen.

Anfang Juni 2022 wurde die NEPTUN WERFT vom Auftraggeber für das Yacht-Kasko darüber informiert, dass dieser aufgrund behördlicher Sanktionen nicht in der Lage ist, den Auftrag fortzuführen, sondern dieser gestoppt und abgewickelt werden muss.

IV. Prognose-, Chancen und Risikobericht

1. Prognosebericht

Das in den Vorjahren gestreckte Programm zum Bau von den im Auftragsbestand befindlichen Kreuzfahrtschiffen führt weiterhin zu freien Kapazitäten in der Auslastung der Produktion. Die Hereinnahme von neuen Aufträgen im Berichtsjahr sowie der Einstieg in neue Marktsegmente werden die Fertigung erst in den folgenden Jahren beeinflussen. In erster Linie wird zunächst ein Effekt in den technischen Büros zu verzeichnen sein. Durch neue Partnerschaften, den Aufbau eines weiteren Konstruktionsunternehmens und den Erwerb eines erfahrenen Schiffbau-Ingenieurbüros wird dieser zukünftigen Anforderung Rechnung getragen, um die gestiegenen Ansprüche der komplexen Neukonstruktionen sowohl schiffbaulich als auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der Produkte zu gewährleisten.

Vor dem Hintergrund der bestehenden Rahmenbedingungen werden kontinuierlich Maßnahmen zur Kostenreduzierung getroffen. Diese werden fortlaufend verfolgt, ausgebaut und im Detail angepasst, so dass die Effekte aus dieser Transformation auch kurzfristig Ergebnisse zeigen können.

Die Gruppe richtet sich weiterhin gemäß der Marktsituation aus und hat auch durch bereits gebildete Vorsorgen entsprechende Reserven für die kommenden Jahre aufgebaut.

Unter der Voraussetzung, dass die vielzähligen Maßnahmen zur Kostenreduzierung, zur Steigerung der Produktivität und Effektivität weiterhin erfolgreich umgesetzt werden, rechnet der Konzern auch aus heutiger Sicht mit moderat positiven Betriebsergebnissen für die Folgejahre.

2. Risikobericht

Durch den Bau und Vertrieb von Schiffen für nationale und internationale Auftraggeber ist der Konzern unternehmerischen Risiken ausgesetzt. Insbesondere die anhaltende Situation aufgrund der Corona-Pandemie aber auch die Auswirkungen des Ukrainekrieges spielen dabei eine Rolle für die Gruppe und deren Kunden.

Ein Erfolg der Gruppe hängt zudem maßgeblich vom Transformationsprogramms, welches bis zum Jahr 2025 abgeschlossen sein soll, ab. Störungen des regulären Betriebes der Unternehmen der Gruppe sowie deren Projektzeitpläne liegen in der Verfügbarkeit von Materialien und Arbeitskräfte. Die Preisentwicklungen auf den Rohstoffmärkten sind ein weiterer Faktor, der den Erfolg der Gruppe beeinflussen kann. Die Entwicklungen der kommenden Jahre haben dabei entscheidenden Einfluss darauf, die anstehenden Projekte vertragskonform und damit erfolgreich abzuliefern.

Die Reedereien werden kurz- und mittelfristig auch weiterhin nicht in der Lage sein, Schiffe in dem Maße der vergangenen Jahre vor der Pandemie zu bestellen. Beim Auftragseingang für Kreuzfahrschiffe rechnet die Gruppe auch für die kommenden Jahre mit deutlichen Verschiebungen. Die Reedereien benötigen in den kommenden Jahren auskömmliche Ergebnisse, um Gewinne zur Schuldenverringerung und -tilgung zu erwirtschaften. Zwar fanden 2021 bereits deutlich mehr Kreuzfahrten statt als im Vorjahr, dennoch verzeichneten die Kreuzfahrtanbieter deutliche Verluste. Ob sich die Kreuzfahrtindustrie - wie bisher vermutet - bis 2030 wieder auf ein ähnliches Niveau wie vor der Krise entwickelt, bleibt abzuwarten.

Für die Gruppe bleibt festzustellen, dass sie mögliche neue Aufträge - die es vereinzelt gibt - im härter werdenden Wettbewerb für sich gewinnen muss. Und das, obwohl die Kreuzfahrtwerften eine massive Überkapazität haben werden und asiatische Werften auch in den Markt des Passagierschiffbaus drängen. Die zukünftige Entwicklung und die sich daraus ergebenden wesentlichen Chancen und Risiken werden hauptsächlich durch das weltweite Markt- und Wettbewerbsumfeld und die sich daraus ergebende Auftragslage der Werften bestimmt.

Neben der allgemeinen weltwirtschaftlichen Lage ist dabei aufgrund des Sitzes der weltweit führenden Kreuzfahrtreedereien die zukünftige Kursentwicklung zwischen dem US-Dollar und dem Euro bedeutsam.

Wesentliches Ziel des Risikomanagements ist die Erfassung, Kommunikation, Überwachung und Bewältigung der Risiken, die sich aus der langfristigen Auftragsfertigung und deren Umfeld ergeben können. Dies schließt Währungsrisiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite ein, denen ggf. mit dem gezielten Einsatz von Hedging-Instrumenten begegnet wird.

Größte Aufmerksamkeit erfordert die Abwicklung der technisch hochwertigen Einzelprojekte.

Aus den technischen und kalkulatorischen Anforderungen können Risiken entstehen, die permanent zu verfolgen sind. Bereits in der Projektphase werden potentielle Neubauaufträge von den entsprechenden Fachabteilungen auf ihre technische sowie wirtschaftliche Machbarkeit hin untersucht. Stellt sich dabei heraus, dass der mögliche Neubauauftrag sowohl technisch als auch wirtschaftlich darstellbar ist, wird in der folgenden Angebotsphase durch definierte Prozesse eine erste Kalkulation zum Projekt erstellt, die nach erfolgter Auftragsvergabe in Budgets für die unterschiedlichen Bereiche der Werften herunter gebrochen wird. Während des Konstruktions- und Bauprozesses ermöglicht es die im Controlling implementierte mitlaufende Kalkulation, frühzeitig Abweichungen vom Budget festzustellen, um eventuell erforderliche Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergreifen zu können. Bei strenger Beachtung der hohen Sicherheitsstandards und der konsequenten Anwendung des EDV-gestützten Projektcontrollings sind Risiken der künftigen Entwicklung im Bauprozess insofern rechtzeitig erkennbar.

Zu den weiteren Risiken gehören die tariflichen Personalkostensteigerungen sowie insbesondere Kostenerhöhungen in der Beschaffung, da Großteile der Werftleistung im Zukauf liegen. Der andauernde Krieg in der Ukraine hat derzeit keine direkten Auswirkungen auf die Produktionsabläufe der Gruppe. Jedoch gab der Auftraggeber für das Yacht-Kasko Anfang Juni bekannt, dass dieser aufgrund behördlicher Sanktionen nicht in der Lage ist, den Auftrag fortzuführen, sondern dieser gestoppt und abgewickelt werden muss. Zudem besteht ein längerfristiges Risiko in der Rohstoffverfügbarkeit und deren Preise. Die Gruppe beobachtet die potenziellen Auswirkungen und erarbeitet Pläne zur Reduzierung der Risiken.

Nach Einschätzung der gesetzlichen Vertreter stellen diese entwicklungsbeeinträchtigenden Tatsachen keine Ereignisse oder Gegebenheiten dar, die im - bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zugrunde zu legenden - Prognosezeitraum bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit begründen können.

3. Chancenbericht

Die weitere Geschäftsentwicklung des Konzerns ist maßgeblich vom Bestellverhalten der Kreuzfahrtreedereien, der Weltmarktpreisentwicklung und Kostenstruktur in den kommenden Jahren abhängig. Die weitere Entwicklung im Hinblick auf die COVID-19-Viruserkrankung hat dabei entscheidenden Einfluss auf den Schiffbaumarkt. Die Wachstumsraten der vergangenen Jahre unterstreichen dabei das weiterhin vorhandene Potential in den verschiedenen Kreuzfahrtmärkten. Die gute Entwicklung der Jahre vor der Pandemie lässt den Schluss zu, dass die Kreuzfahrtindustrie den Ausbau ihrer Kapazitäten generell wiederaufnehmen wird. Die Reedereien blicken zuversichtlich in die Zukunft und sehen ein Wachstum des Marktes nach der Pandemie. Die Buchungen für Kreuzfahrten liegen für das zweite Halbjahr 2022 sowie für das Jahr 2023 bereits über den Zahlen aus 2019.

Auf lange Sicht wird die Nachfrage in der Kreuzfahrtindustrie von den Reedereien durch effizientere und umweltfreundlichere Flotten getrieben. Der Kreuzfahrtmarkt nutzt die Möglichkeit, nachhaltige Schiffskonzepte zu entwickeln. Das gesellschaftliche Umfeld, die Reedereien und die Passagiere erwarten Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit. Die Unternehmensgruppe ist seit langem ein Vorreiter bei der Entwicklung umweltfreundlicher Schiffe.

Es ist zwar nicht zu erwarten, dass Effizienz bzw. Umweltfreundlichkeit der Schiffe alleine dazu führen werden, neue Aufträge zu akquirieren, doch ist zu erkennen, dass zeitgemäße Schiffsneubauten besser angenommen und gebucht werden. Die neuen Schiffe verbessern dabei die Erlebnisse an Bord in der Unterhaltung, im gehobenen Design und auch durch modernerer Kabinen. Der Konzern verfügt aufgrund der im Bereich Fertigung und Entwicklung angesprochenen Produkt- und Prozessinnovationen über das Potential, die zukünftigen Anforderungen der Reedereien erfüllen zu können. Die Gruppe steht für Qualität und Stabilität beim Bau innovativer Kreuzfahrtschiffe. Die Flexibilität gegenüber den Reedereien sowie der Einsatz und die Entwicklung von klima- und umweltfreundlichen, ressourcen- und kostensparenden Technologien sind weiterhin die Stärken der Gruppe.

Die flache Hierarchie in der Führungsstruktur der Gruppe ermöglicht es, schnelle Entscheidungen zu treffen und damit kurzfristig auf die veränderten Rahmenbedingungen im Markt zu reagieren. Das Erschließen von neuen Märkten und alternativen Projekten wurde bereits umgesetzt und wird weiter forciert. Die bereits Anfang 2020 eingeleiteten Maßnahmen der Gruppe zur Neuausrichtung und Anpassung an die Marktsituation werden ausgebaut. Im Konzern werden neue Konzepte und Strukturen eingeführt, um damit langfristig die Märkte mit innovativen Neubauten zu bedienen.

Mit der Erschließung neuer Märkte, wie dem Bau von schwimmenden Immobilien und dem Yachtbau wird es der Gruppe gelingen können, die Kapazitäten mittelfristig weiter zu nutzen und die Auslastung zu sichern. Die fortschrittlichen Produktionsmethoden, die möglichen Produktgrößen sowie das Know-How in Bezug auf nachhaltige innovative Antriebstechniken und Bereiche der Energieversorgung zeigen die deutliche Stärke auf. Auch die Entscheidung, Schiffe während der gesamten Lebensdauer zu warten, zu modernisieren und einen optimierten Schiffsbetrieb zu sichern, wird nachhaltig zur Kundenbindung beitragen und zudem neue Kunden an den Konzern binden können.

Neben einer kontinuierlichen Auslastung ist eine permanente Verbesserung der organisatorischen Abläufe und Prozesse zur Optimierung der Kostenstrukturen zwecks Anpassung an den Markt von entscheidender Bedeutung. Die derzeitige und zukünftige Situation im Schiffbau werden die Unternehmen der Gruppe verstärkt nutzen, um Konzepte zur Optimierung der Abläufe in der Produktion zu entwickeln, Kosteneinsparpotenziale weiter zu erarbeiten und zu realisieren, um damit gestärkt aus der derzeitigen ungewöhnlichen Situation hervorzugehen. Zudem stellt diese Flexibilität der Gruppe einen entscheidenden Vorteil dar, um national und international neue Kunden mit höchsten Anforderungen an die Auftragsabwicklung akquirieren zu können.

Grundsätzlich sieht die Geschäftsführung wesentliche Chancen der zukünftigen Entwicklung beim Passagieraufkommen im Kreuzfahrtmarkt. Neben dem Kerngeschäft des Schiffbaus werden zudem Möglichkeiten gesehen, sich mit den hervorragenden Partnern in den alternativen Märkten zu behaupten.

 

Senningerberg, den 17. Juni 2022

Jan Meyer

Der Konzernabschluss wurde mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 03. August 2022 gebilligt.

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