Immowelt Holding GmbHLiquidiert

90411 Nürnberg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Nürnberg HRB 39318
Eingetragen
17.7.2021
Branche
BeteiligungsgesellschaftenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenVermittlung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Gegenstand
Die Betätigung auf den Gebieten - der Erbringung von IT-, Software-, Datenbank-, Applikationen- und sonstigen Dienstleistungen für die Immobilien- und Wohnungswirtschaft, -suche und vermarktung und - der Entwicklung und des Betriebs von Online-Immobilienportalen, Online-Plattformen und Softwaresystemen, insbesondere im Bereich der Immobilienund Wohnungswirtschaft, -suche und vermarktung sowie zur Vermittlung von Umzugsleistungen und Handwerkerdienstleistungen einschließlich der Erbringung aller damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sandra Zipp
seit 7.4.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Felix Lennart Kusch
seit 2.9.2021
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Axel Springer SE

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Zusammengefasster Lagebericht

Vorbemerkungen

Der Lagebericht der Axel Springer SE und der Konzernlageberichtsind zusammengefasst. Die in diesem zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Informationen betreffen die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsentwicklung des Axel Springer Konzerns. Diese gelten im Wesentlichen auch für die Axel Springer SE. Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Lage des Mutterunternehmens Axel Springer SE sind im Kapitel "Wirtschaftliche Lage der Axel Springer SE" enthalten.

Zu den Erläuterungen der verwendeten Leistungskennzahlen sowie zu den Bereinigungen unserer Ergebniskennzahlen verweisen wir auf das Kapitel "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage".

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

Axel Springer ist ein Medien- und Technologieunternehmen mit den Schwerpunkten digitale Rubrikenangebote und Journalismus. Die digitalen Rubrikenangebote, insbesondere im Bereich der Stellen- und Immobilienanzeigen, sind wirtschaftlich betrachtet die wichtigste Säule im Konzern. Die Angebote im Bereich Journalismus umfassen ein breites Portfolio von Marken wie die der BILD- und WELT-Gruppe in Deutschland oder Insider Inc. und POLITICO in den USA.

Rechtliche Konzernstruktur, Standorte

Die Axel Springer SE, Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns, ist eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea) mit Sitz in Berlin. Daneben sind wir an weiteren Standorten in Deutschland vertreten. Hinzu kommen zahlreiche Gesellschaften im In- und Ausland. Die konsolidierten Beteiligungen des Konzerns werden im Anhang unter Ziffer (35) dargestellt.

Segmente des Axel Springer Konzerns

Das Geschäft von Axel Springer ist in drei operativen Segmenten gebündelt: Classifieds Media, News Media und Marketing Media. Hinzu kommt das Segment Services/Holding. Für die nachstehende Beschreibung der Segmente sowie die Darstellung der Finanzkennzahlen ist die im Geschäftsjahr 2021 verwendete Segmentzuordnung der einzelnen Gesellschaften maßgeblich. Die Segmentzuordnung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Classifieds Media

Im Segment Classifieds Media sind alle Geschäftsmodelle zusammengefasst, die ihre Erlöse überwiegend dadurch erzielen, dass Werbekunden für das Inserieren von Jobs, Immobilien, Autos usw. zahlen. Unternehmen zahlen für das Schalten von Stellenanzeigen, Makler für das Inserieren von Immobilien oder Autohändler für das Veröffentlichen von Auto-Annoncen einen bestimmten Preis pro Anzeige. Zusätzlich werden Erlöse durch die Zuführung von qualifizierten Kontakten bzw. Interessenten (Lead-Generierung), die Vermarktung von Online-Werbeplätzen und Kooperationen sowie durch die Bereitstellung von Softwarefunktionalitäten für Kunden erzielt. Langfristige Wachstumstreiber sind unter anderem die weiterhin andauernde Verlagerung von Kleinanzeigen ins Internet, die Gewinnung neuer Kunden und die Erweiterung des Produktangebots jenseits des reinen Listing-Geschäfts, z. B. im Bereich der Lead-Generierung. Auch preisliche Maßnahmen tragen zum Erlöswachstum bei. Darüber hinaus wird die Geschäftsentwicklung maßgeblich durch das konjunkturelle Umfeld in den jeweiligen Marktsegmenten, die Marktposition in dem jeweiligen Segment sowie durch das Online-Nutzungsverhalten der Inserenten und der Suchenden bestimmt.

Die Aktivitäten des Segments Classifieds Media sind in zwei operative Bereiche gegliedert, deren wesentlichen Marken sich wie folgt darstellen.

Portfolio Classifieds Media

StepStone AVIV
StepStone SeLoger/Logic-Immo
Totaljobs/Jobsite MeilleursAgents
Saongroup Immowelt
Appcast Immoweb
  Yad2

Im Bereich StepStone werden Anzeigen an Stellenanbieter verkauft sowie Zugänge zu den Online-Lebenslaufdatenbanken der jeweiligen Portale angeboten, in denen die Stellenanbieter aktiv nach passenden Kandidaten suchen können.

Mit ihren verschiedenen Marken ist StepStone eine der größten Online-Jobplattformen und weltweit in über 20 Ländern vertreten. In Deutschland, Irland, Belgien und Südafrika ist es das führende Unternehmen unter den privaten Jobbörsen und hält sehr attraktive Marktpositionen in weiteren Ländern wie z. B. Großbritannien und Österreich. Die Aktivitäten von StepStone sind überwiegend zentral organisiert, wodurch innerhalb der Gruppe Synergien realisiert werden, wie u.a. gemeinsam genutzte Produkte und Angebote sowie die gemeinsame Koordination von Entwicklungsvorhaben. Dienstleistungen in dem Bereich Employer Branding werden über das global vertretene Unternehmen Universum angeboten. Mit dem Unternehmen Appcast besetzt StepStone im Bereich der programmatischen Ausspielung von Stellenanzeigen zudem eine führende Stellung im weltweit größten Recruiting Markt USA.

Nach einer durch die Covid-19-Pandemie verursachten rückläufigen Entwicklung des Geschäfts im Jahr 2020 hat sich StepStone 2021 erholt und erzielte Umsatzerlöse, die deutlich über dem Niveau von 2019 lagen. Hierzu hat neben einer Erholung des Geschäfts in den Kernmärkten Deutschland und Großbritannien auch ein starkes Wachstum des Geschäfts in den USA beigetragen. Insgesamt profitiert StepStone von einer starken Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften, die aufgrund eines Arbeitskräftemangels in nachgefragten Profilen gegenwärtig nur schwer zu befriedigen ist. Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften hängt vom globalen und regionalen Wirtschaftswachstum ab. Sollte zum Beispiel eine negative Entwicklung der Covid-19-Pandemie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen, würde sich dies negativ auf die Geschäftsentwicklung von StepStone auswirken.

Bei AVIV erzielen die auf Immobilien spezialisierten Portale ihre Erlöse in erster Linie aus dem Verkauf von Anzeigen- und Werbeplätzen an Makler, Projektentwickler, Wohnungsbaugesellschaften oder Privatpersonen. Das israelische Portal Yad2 erzielt seine Erlöse mit gewerblichen Automobilverkäufern, Immobilienmaklern, Projektentwicklern und Privatpersonen, die über diesen Marktplatz überwiegend gebrauchte Güter verkaufen.

AVIV ist im Bereich der auf Immobilien spezialisierten Portale mit SeLoger, Logic-Immo und MeilleursAgents in Frankreich und mit Immoweb in Belgien der führende Anbieter sowie in Deutschland mit Immowelt die Nummer zwei. Über alle Marken hinweg konzentriert sich AVIV auf die Entwicklung von rein auf Anzeigen fokussierten Portalen hin zu transaktionsbasierten Marktplätzen, die zusätzlich vor- und nachgelagerte Leistungen anbieten, sowie auf die gemeinsame Entwicklung von neuen Produkten und die Hebung von Effizienzen durch z. B. den Austausch von bereits bestehenden technischen Komponenten oder Algorithmen. Neben den Immobilienportalen gehört auch das israelische Portal Yad2 zu AVIV. Yad2 ist gemessen an der Reichweite das führende Generalisten-Rubrikenportal in Israel für Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen sowie eine im Markt etablierte Jobbörse (Drushim).

Im Bereich der Immobilienportale werden durch die Covid-19-Pandemie keine langfristigen negativen Auswirkungen erwartet. Der Markt der Immobilienportale ist gegenwärtig vielmehr geprägt von einer rückläufigen Anzahl verkaufsbereiter Immobilienbesitzer. Dies führt zu einer rückläufigen Anzahl von Inseraten. Diesem Trend, ausgelöst durch eine Verknappung alternativer risikoarmer Vermögensanlagemöglichkeiten, können sich auch unsere Immobilienportale nicht entziehen.

Im Vorjahr umfasste die AVIV-Gruppe noch die französische Groupe La Centrale, Betreiber eines Spezialisten-Rubrikenportal für Gebrauchtwagen in Frankreich sowie weiterer Portale im Themenfeld Automobile. Anfang März 2021 wurde die Gruppe veräußert; Axel Springer hat sich jedoch mit 22,5 % an der neu gegründeten Erwerbergesellschaft beteiligt und hält somit weiterhin Anteile an der La Centrale-Gruppe.

News Media

Das Segment News Media umfasst im Wesentlichen Geschäftsmodelle, deren Grundlage die Erstellung von journalistischen Inhalten ist und die durch Werbung, zahlende Leser und Inhalteverwertung mit Dritten wie zum Beispiel Social Media Plattformen finanziert werden. Die Umsatzerlöse im Segment News Media setzen sich im Wesentlichen aus Werbe- und Vertriebserlösen zusammen. Die Werbeerlöse resultieren aus der Vermarktung der Reichweiten von Online- und Printmedien. Die Vertriebserlöse stammen aus dem Verkauf klassischer Print-Produkte und digitaler Abonnements. Die Wertschöpfungskette ist medienübergreifend ausgerichtet und umfasst alle wesentlichen Prozesse von der Erstellung bis zum Vertrieb/Vermarktung der Informations-, Unterhaltungs- und Bewegtbildangebote. In integrierten Newsrooms, die zum Teil titelübergreifend genutzt werden, laufen alle journalistischen Inhalte zusammen und werden für Online- und Printmedien unterschiedlich aufbereitet. Zur Herstellung unserer Printprodukte nutzen wir überwiegend eigene Druckereien. Der Vertrieb erfolgt vor allem über Presse-Großhandelsunternehmen. Neben den durch journalistische Inhalte geprägten Aktivitäten beinhaltet das Segment auch das Geschäft mit Preis- und Produktportalen, das click- und transaktionsbasierte Werbeerlöse durch Generierung von Reichweite bei Online-Händlern erzielt.

Das Segment News Media gliedert sich in nationale und internationale Angebote. Die wesentlichen Aktivitäten stellen sich wie folgt dar:

Portfolio News Media

National International
BILD Insider Inc.
WELT eMarketer
idealo Morning Brew
  POLITICO
  Ringier Axel Springer Polska
  Upday
  Bonial
  finanzen.net

Das Subsegment News Media National beinhaltet im Wesentlichen die Marken BILD und WELT mit ihren jeweiligen Digital-, TV- und Print-Angeboten sowie das Preisvergleichsportal Idealo.

BILD.de ist laut der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (agof) eines der reichweitenstärksten News- und Entertainmentportale in Deutschland und erreichte im November 2021 im Schnitt 5,44 Mio. (Vj.: 5,87 Mio.) Unique User pro Tag und 26,48 Mio. (Vj.: 25,82 Mio.) Unique User im Monat. Zu den digitalen Angeboten von BILD gehören zudem weitere Themenportale wie fitbook.de, stylebook.de, techbook.de, travelbook.de und myhome-book.de. Am 22. August 2021 ist der neue TV-Sender BILD gestartet.

Die digitalen Produkte der WELT gehören laut agof mit 25,75 Mio. (Vj.: 26,64 Mio.) Unique Usern pro Monat im Segment der deutschen Qualitätsmedien zu den erfolgreichsten Angeboten im Internet. WELT Fernsehen (WELT und N24 Doku) hat laut der AGF Videoforschung auch 2021 einen Marktanteil von 1,7 % (Vj.: 1,7 %) in der werberelevanten Zuschauergruppe der 14- bis 49-Jährigen erreicht und damit seine führende Position unter den privaten Nachrichten- und Informationsangeboten behauptet.

Mit BILDplus und WELTplus erreichten die digitalen Paid-Content-Angebote von Axel Springer im Dezember 2021 773.000 Abonnenten (IVW/Dezember 2021; Dezember 2020: rund 647.000 Abonnenten). Laut der Untersuchung "Global Digital Subscription Snapshot/Q3 2020" von FIPP/CeleraOne ist BILDplus das mit Abstand größte Paid-Content-Angebot in Deutschland und gehört weltweit zu den erfolgreichsten digitalen News-Abonnements. Im Digitalgeschäft sind branchenweit die Vertriebserlöse noch deutlich kleiner als im Printgeschäft, verzeichnen aber ein starkes Wachstum.

idealo betreibt Preis- und Produktvergleichsportale unter den Marken idealo und Ladenzeile. idealo.de ist laut SimilarWeb Deutschlands führendes und reichweitenstärkstes Portal im Bereich Produktsuche und Preisvergleich.

Das nationale Print-Portfolio im Segment News Media beinhaltet die Zeitungen der Dachmarken BILD und WELT sowie unsere Zeitschriften.

BILD ist Europas größte und reichweitenstärkste Tageszeitung und laut interner Analysen bei den Kaufzeitungen mit einem Anteil von 83,5 % im vierten Quartal 2021 mit Abstand die Nummer eins in Deutschland (alle Angaben bei deutschen Zeitungen und Zeitschriften gemessen an der verkauften Auflage nach IVW - Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern - zum 31. Dezember 2021; BILD inkl. B.Z.). BILD am SONNTAG ist 2021 Deutschlands meistgekaufte überregionale Sonntagszeitung mit einem Anteil von 54,6 %. Die Auto-, Computer- und Sportmedien der BILD-Markenfamilie bilden ein Zeitschriften-Portfolio rund um die Kernmarken AUTO BILD, COMPUTER BILD und SPORT BILD.

Im Bereich der überregionalen Qualitäts-Sonntagszeitungen ist die WELT AM SONNTAG gemessen an der Auflage die Nummer eins. DIE WELT ist (gemessen an der verkauften Auflage) die drittgrößte Qualitätstageszeitung Deutschlands.

Das Print-Geschäft steht weiterhin vor der Herausforderung sinkender Auflagen. Für die Werbekunden ist neben der Auflagenentwicklung vor allem die Reichweite von Bedeutung. Hier profitiert insbesondere BILD nach wie vor davon, dass sie mit 7,82 Mio. Lesern täglich die größte Reichweite unter den Tageszeitungen in Deutschland aufweist (ma 2022 Pressemedien I; Angebot: BILD Deutschland Gesamt).

Das Subsegment News Media International umfasst internationale Digital- und Printmedienangebote.

In den USA ist Axel Springer mit Insider Inc. vertreten, zu dem Insider, eines der führenden digitalen Angebote für Wirtschafts-, Börsen- und Finanznachrichten, Insider Intelligence, ein führender Anbieter von kostenpflichtigen Analysen, Studien und digitalen Marktdaten für Unternehmen und Institutionen, sowie Morning Brew, einem auf Wirtschaftsnachrichten fokussierten Newsletter-Anbieter, gehören. Mit dem Erwerb von POLITICO, eines der weltweit einflussreichsten Angebote für politische Nachrichten, Mitte Oktober 2021 wurde die Präsenz in den USA weiter gestärkt und gleichzeitig POLITICO EU vollständig übernommen.

In Osteuropa war Axel Springer mit Ringier Axel Springer Media bis Ende 2021 in den Märkten Polen, Ungarn, Serbien, der Slowakei und in baltischen Ländern aktiv. Mit Ausnahme der polnischen Aktivitäten wurden mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 alle osteuropäischen Aktivitäten verkauft. Die Marken von Ringier Axel Springer Polska gehören zu den führenden Digitalangeboten. Neben News- und Entertainmentportalen wie Onet gehören dazu auch Gratka.pl, einer der größten und beliebtesten Rubrikenanbieter, sowie Morizon.pl, eine der größten Websites für Immobilienkleinanzeigen. Zu den polnischen Printangeboten zählen unter anderem die größte polnische Kaufzeitung FAKT (gem. Polish Association of Press Distribution Control, ZKDP). Angebote des mit Ablauf des Jahres 2021 verkauften Portfolios umfassen unter anderem das ungarische Jobportal profession.hu sowie die in Ungarn führende Boulevardzeitung BLIKK.

Unser Nachrichtenaggregator upday aggregiert in 34 europäischen Ländern von Redakteuren kuratierte "Top-News" und personalisiert darüber hinaus algorithmusbasierte "My-News"-Nachrichten für den Nutzer und ist damit nach eigenen Angaben das größte mobile Nachrichtenangebot in Europa. Darüber hinaus betreibt upday die E-Sports Newsplattform "Jaxon".

Die Bonial-Gruppe mit Sitz in Berlin ist gemäß eigener Angabe der führende Drive-to-Store Marketing Partner in Deutschland. Die deutschen Verbraucherinformationsportale kaufDA.de und MeinProspekt.de liefern digitalisierte Werbeprospekte des Einzelhandels regionalisiert und vorwiegend über mobile Endgeräte aus. Die Dienstleistungen werden unter einer lokalen Marke auch in Frankreich angeboten.

finanzen.net, laut agof eines der reichweitenstärksten Finanzportale in Deutschland, bietet seinen Nutzern börsentäglich Daten und Nachrichten zur aktuellen Entwicklung auf den Finanzmärkten. Das Portal ist im Rahmen seiner Internationalisierungsstrategie unter anderem auch mit einem Angebot in der Schweiz, den USA und Österreich vertreten. Seit 2021 betreibt finanzen.net mit ZERO einen eigenen sogenannten Neobroker.

Die Covid-19-Pandemie hatte 2020 branchenweit erhebliche Auswirkungen, die sich im Bereich der Print-Angebote in deutlichen Einbußen bei den Auflagen im Einzelverkauf sowie Werbeschaltungen niedergeschlagen haben. Trotz eines Anhaltens der pandemischen Lage hat sich die geschäftliche Entwicklung bei den Print-Angeboten 2021 wieder stabilisiert. Im Digitalbereich führten starker Traffic und innovative Vermarktungskonzepte sowie eine positive Entwicklung der Abonnentenzahlen 2020 zu einer signifikanten Steigerung der Erlöse. Idealo profitierte vom Trend, pandemiebedingt Einkäufe verstärkt im Internet zu tätigen, und verzeichnete deutliche Umsatzzuwächse. Das pandemiebedingt erreichte hohe Umsatzniveau 2020 konnte 2021 gehalten werden. Die Entwicklung der Gesamtwirtschaftslage, der pandemischen Lage und die Nachhaltigkeit von Trends im Digitalbereich werden auch für das Jahr 2022 von großer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung im Segment News Media sein.

Marketing Media

Das Segment Marketing Media beinhaltet die Affiliate-Marketing-Plattform Awin als wesentliche operative Einheit. Awin generiert Erlöse durch im Wesentlichen performancebasierte Platzierung von Werbung im Internet. Werbetreibende (Advertiser) können mit Hilfe der Awin-Technologie und des Awin-Netzwerks ihre Produkte und Angebote auf Webseiten von Publishern mittels Werbemittel wie Textlinks oder Werbebannern bewerben. Die Advertiser zahlen eine hauptsächlich erfolgsabhängige Provision, wenn über das Werbemittel eine vom Werbekunden gewünschte Transaktion generiert wurde.

Die nach eigenen Angaben global führende Affiliate-Marketing-Plattform Awin bietet innovative Technologien, internationale Reichweite und datenbasierte Insights für performance-getriebene Werbepartnerschaften mit über 240.000 aktiven Publishern und über 20.000 Advertisern weltweit. Die Performance von Awin korreliert eng mit dem E-Commerce-Wachstum und konnte vom weltweiten Anstieg des E-Commerce-Konsums in allen Regionen profitieren. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch 2022 fortsetzen wird, wenngleich die anhaltende Covid-19-Pandemie gewisse Unsicherheiten birgt.

Services/Holding

Im Segment Services/Holding werden übergeordnete Konzernservices sowie Holdingfunktionen ausgewiesen. Die Leistungen der Konzernservices werden von den konzerninternen Kunden zu marktüblichen Preisen bezogen.

Leitung und Kontrolle

Der Vorstand der Axel Springer SE besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Er wird von einem aus neun Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat bei der Unternehmensführung beraten und überwacht.

Die Verantwortlichkeiten im Vorstand der Axel Springer SE sind bzw. waren im Geschäftsjahr 2021 wie folgt verteilt:

Dr. Mathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender. An ihn berichten alle Chefredakteure und die Bereiche Corporate Communications, Public Affairs, New Business/Blockchain, Strategic Partnerships, Innovation & Ventures, Personal Leitende Angestellte sowie die Free Tech Akademie.

Dr. Julian Deutz verantwortet den Vorstandsbereich Finanzen und Personal. Neben den kaufmännischen Bereichen schließt das Ressort unter anderem die Bereiche M&A and Strategy, People & Culture, Group Legal und Compliance (einschließlich Datenschutz), Group Procurement, Corporate Security sowie Corporate Audit & Risk Management ein; zudem hat er zusätzlich die Verantwortung für die Awin-Gruppe.

Jan Bayer war im Berichtsjahr für alle News Media Aktivitäten des Konzerns verantwortlich, somit für die Medienmarken von Axel Springer in Deutschland einschließlich BILD TV und WELT TV inklusive Vermarktung (Media Impact, Visoon), Vertrieb (Sales Impact) und für die Druckereien, zudem für die internationalen News Media Aktivitäten in den USA einschließlich POLITICO, in Osteuropa, der Schweiz sowie für die Medienmarken in Frankreich, Spanien und für POLITICO EU. Zu seinem Vorstandsressort gehörten außerdem upday, idealo, finanzen.net und Bonial.

Dr. Stephanie Caspar war im Berichtsjahr für das gesamte Classifieds Media Geschäft (Real Estate Classifieds und Jobs Classifieds), d. h. für die AVIV Group und die StepStone Group verantwortlich.

Ziele und Strategien

Das Ziel von Axel Springer ist es, der weltweite Marktführer im Bereich des digitalen Journalismus und der digitalen Rubrikenangebote zu werden. Strategische Prioritäten liegen insofern im Bereich Classifieds Media und News Media. Bei der Umsetzung der Strategie und zur Wertsteigerung des Unternehmens soll stärker als in den letzten Jahren ein Wachstumskurs verfolgt werden.

Segmentbezogene Strategien

Im Segment Classifieds Media will Axel Springer seine Position als ein führender internationaler Anbieter von digitalen Rubrikenportalen weiter ausbauen. Hierzu sollen neben der organischen Weiterentwicklung abhängig von Akquisitionsmöglichkeiten auch weitere Zukäufe zum Wachstum beitragen. Synergien innerhalb der Gruppe werden konsequent genutzt. Zudem wurden im Segment Classifieds Media fokussiert Frühphasenaktivitäten gestartet und ausgewählte Minderheitsbeteiligungen eingegangen, um frühzeitig innovative Geschäftsmodelle und Anbieter zu identifizieren.

Im Segment News Media will Axel Springer das Potenzial der starken nationalen Marken BILD und WELT im Digitalen und im Gedruckten, sowie das Potenzial internationaler Marken wie z. B. Insider, POLITICO oder upday ausschöpfen. Im Printbereich geht es darum, den Auflagenrückgang zu begrenzen und unsere Produkte noch konsequenter am Leser auszurichten, um die starke Stellung unserer Titel zu festigen. Der Digitalbereich hingegen erfordert es, verstärkt markenübergreifend in technologische Innovationen und Angebotserweiterungen zu investieren. Mit den digitalen Marken-Abos BILDplus, WELTplus und Insider Premium wird die Basis zahlender Leser im Internet etabliert und ausgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Bewegtbild-Anteils bei den digitalen Angeboten von BILD und WELT, unter anderem mit der Einführung des linearen TV-Senders BILD LIVE im August 2021. In den Ausbau dieses Angebots wird in den kommenden Jahren verstärkt investiert. Über den zentralen Vermarkter Media Impact bietet das Segment den Werbetreibenden eine medienübergreifende und reichweitenstarke Plattform für Werbekampagnen.

Die Strategie im Segment Marketing Media zielt darauf ab, die Aktivitäten durch neue, innovative Produkte sowie durch den Ausbau der Services und des Publisher-Netzwerks erfolgreich voranzutreiben.

Organisches und anorganisches Wachstum

Die segmentspezifischen organischen Wachstumsmaßnahmen zielen darauf ab, aus dem bestehenden Portfolio heraus zu wachsen und über eine attraktive Produkt- und Preisgestaltung unter anderem die Erlöse und Erträge pro Nutzer oder Leser zu steigern, neue Nutzer für unsere Angebote zu gewinnen oder bestehenden Nutzern durch neue Geschäftsmodelle zusätzliche Angebote machen zu können.

In allen Segmenten nutzt Axel Springer darüber hinaus die Chance, das Geschäftsmodell durch Beteiligungen an Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen zu erweitern. Dabei wird vereinzelt auch in solche Unternehmen investiert, die sich noch in einer Frühphase der Unternehmensentwicklung befinden. Vor allem aber werden bei sich bietenden Chancen etablierte Unternehmen erworben. Geeignete Beteiligungen wählen wir dabei vor allem nach ihrer passenden strategischen Ausrichtung, der Qualität des Managements, der Profitabilität und der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells aus. Die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in neue oder bestehende Geschäftsfelder beurteilen wir unter anderem anhand von anerkannten Kapitalwertverfahren, die geschäfts- und länderspezifische Risiken berücksichtigen.

Steuerungsgrößen

Im Fokus steht für uns die nachhaltige Steigerung sowohl unserer Profitabilität als auch unseres Unternehmenswertes. Bei der Ertragskraft sind Pro-forma-Umsatzerlöse, adjusted EBITDA und adjusted EBIT die wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen. Eine Beschreibung der Definitionen ist im Abschnitt "Erläuterungen zu den verwendeten Leistungskennzahlen" des Kapitels "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage" enthalten.

Darüber hinaus sind folgende nicht finanzielle Leistungsindikatoren relevant für die Beurteilung unserer kunden-, markt- und angebotsbezogenen Leistungen, auch wenn das Unternehmen als Ganzes nicht danach gesteuert wird:

Unique Users/Visitors sowie geschäftsmodellbezogene Kennzahlen unserer Online-Medien und die daraus resultierende Marktposition

Reichweite unserer Medien im Werbemarkt sowie Kennzahlen zu Marken- und Werbebekanntheit

Durchschnittlich verkaufte Auflage aller wesentlichen Zeitungen und Zeitschriften

Digitale Abonnements

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt in seinem im Januar 2022 veröffentlichten Ausblick das reale Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2021 auf 5,9 %. Im Jahr 2020 ging die Wirtschaft bedingt durch die Covid-19-Pandemie um real 3,1 % zurück.

Die deutsche Wirtschaft ist nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2021 preisbereinigt um 2,7 % gewachsen. Dem steht 2020 ein preisbereinigter Rückgang von 4,6 % gegenüber. Der private Konsum lag 2021 preisbereinigt auf Vorjahresniveau. Die preisbereinigten Investitionen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 %. Auch die Exporte konnten preisbereinigt um 9,4 % zulegen. Die Importe erhöhten sich ebenfalls um real 8,6 % zum Vorjahr.

Nach einer Aufhellung der Verbraucherstimmung im Jahresverlauf hat sich diese nach Erhebungen der GfK im Dezember 2021 stark eingetrübt. Der erneute Einbruch des Konsumklimas ist neben der sich wieder verstärkenden Covid-19-Pandemie vor allem einer deutlich steigenden Inflation insbesondere auch bei den Energiepreisen zuzuschreiben.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % an. Im Jahresdurchschnitt 2021 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit 2,6 Mio. Arbeitslose. Die Zahl nahm damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 % zu, die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2021 bei 5,7 %.

Trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie lag das vom IWF geschätzte Wachstum der US-Wirtschaft 2021 bei real 5,6 %. Für das Jahr 2020 ermittelte der IWF einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um real 3,4 %.

Die britische Wirtschaft konnte sich nach einem Einbruch um - 9,4 % im Jahr 2020 deutlich erholen und erzielte im Jahr 2021 laut IWF ein geschätztes Wachstum von real 7,2 %.

Für Frankreich schätzt der IWF das reale Wirtschaftswachstum 2021 auf 6,7 % nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 8,0 % im Jahr 2020.

Laut IWF betrug das geschätzte reale Wirtschaftswachstum 2021 in Polen 5,4 %, 2020 betrug der Rückgang - 2,5 %.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Werbemarkt

Auf Basis der aktuellen Werbemarktprognose von Zenith ("Advertising Expenditure Forecast", Dezember 2021) lag der Werbemarkt in Deutschland im Jahr 2021 um nominal 6,6 % über dem Vorjahresniveau, im Vergleich liegt der weltweite Werbemarkt bei einem Plus von 15,6 % gegenüber 2020.

Nach den neusten Erhebungen lagen die Nettoumsätze des Gesamtwerbemarktes in Deutschland im Berichtszeitraum bei € 22,6 Mrd. (inkl. Rubrikenanzeigen und Prospektbeilagen; abzgl. gewährter Rabatte und Agenturprovisionen sowie ohne Produktionskosten).

Im Bereich Online in Deutschland (Display, Social Media, Search und Affiliate) stiegen die Nettowerbeumsätze im Jahr 2021 um 10,0 % auf € 10,9 Mrd. an. Die digitalen Werbeausgaben entsprechen damit einem Anteil an den Gesamtwerbeausgaben in Höhe von 48,5 %. Der Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr also nochmals erhöht. Entscheidender Faktor dafür ist die anhaltende Covid-19-Pandemie, die die digitale Transformation von Marken weiter vorantreibt.

Bei den Printmedien lagen die Nettowerbeumsätze der Zeitungen (Zeitungen, Anzeigenblätter sowie Zeitungssupplements) im Berichtszeitraum mit € 3,0 Mrd. auf Vorjahresniveau. Die Zeitschriften (Publikums- und Fachzeitschriften, Verzeichnismedien) lagen mit einem Nettowerbeumsatz von € 2,5 Mrd. auf Vorjahresniveau.

Das Werbefernsehen in Deutschland verzeichnete 2021 einen Zuwachs um 8,0 % auf € 4,3 Mrd., die Nettowerbeumsätze im Hörfunk gingen dagegen weiter zurück und lagen mit € 684 Mio. um 4,1 % unter dem Vorjahresniveau. Die Nettowerbeumsätze bei der Outdoorwerbung wuchsen im Jahr 2021 um 8,0 % auf € 1,1 Mrd. an.

Laut Zenith wird für das abgelaufene Jahr 2021 für ausgewählte Länder folgende digitale Werbeumsatzentwicklung erwartet:

Digitale Werbekonjunktur 2021 (Auswahl)

Veränderung der Nettowerbeumsätze ggb. Vj. (nominal) Digital
Deutschland 10,0 %
Mittel- und Osteuropa 35,0 %
USA 33,7 %
Großbritannien 27,9 %

Quelle: Zenith, Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2021; vorläufige Schätzwerte.

Vertriebsmarkt

Wie schon in den vergangenen Jahren ist weiterhin eine steigende Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte in Deutschland zu beobachten. Gleichzeitig wächst die Anzahl abonnementbasierter Dienste weiter an. Einzelne Medienanbieter fokussieren sich zudem ausschließlich auf Vertriebserlöse als Geschäftsmodell und räumen diesen eine größere Bedeutung als Reichweitenerlöse ein (Quelle: Reuters, Journalism, Media and Technology Trends Predictions 2022). Die Angebote von Axel Springer in diesem Segment des Online-Vertriebs, BILDplus und WELTplus, als Vorreiter gegründet in den Jahren 2013 bzw. 2012, verzeichnen seit Jahren stark wachsende Abonnentenzahlen, so hat BILDplus im Jahr 2021 den Bestand auf über 592.000 Abonnenten erhöht. Das ist das stärkste Bestandswachstum seit über fünf Jahren. Auch WELTplus verzeichnet mit 181.000 Abonnenten ein Wachstum von über 30 % gegenüber 2020. Die Bezahlangebote von INSIDER in den USA und POLITICO in den USA und Europa verzeichnen ebenfalls stark wachsende Abonnentenzahlen.

Der inländische Pressevertriebsmarkt konnte sich gegenüber dem durch die Covid-19-Pandemie stark negativ beeinflussten Vorjahr leicht erholen. Die verkaufte Gesamtauflage der Zeitungen und Zeitschriften ist 2021 nur 2,9 % unter die des Vorjahreszeitraums gesunken. Aufgrund der in den vergangenen vier Quartalen realisierten Preiserhöhungen sind die Vertriebsumsätze jedoch um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Kaufzurückhaltung im Segment der Kaufzeitungen dauert an. Hier ist der Rückgang um 4,5 % im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt stärker ausgeprägt.

Die 325 IVW-gemeldeten Tages- und Sonntagszeitungen erreichten 2021 einen Gesamtverkauf von ca. 13,6 Mio. Exemplaren pro Erscheinungstag. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Rückgang von 4,2 %. Der Einzelverkauf (- 8,9 %) ist - wie auch im Vorjahr - deutlich stärker betroffen als das Abonnement (- 3,1 %). Die Nachfrage im Segment der Tages- und Sonntagszeitungen gab - gemäß der jeweiligen Erscheinungsweise gewichtet - um 2,6 % nach.

Der Gesamtverkauf der Publikumszeitschriften inklusive der Mitglieder- und Club-Magazine lag bei 58,2 Mio. Exemplaren pro Erscheinungstag. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Rückgang von 4,6 %. Die Anzahl der IVW-gemeldeten Titel betrug 598 (- 8,8 % zum Vorjahr). Die Nachfrage im Segment der Publikumszeitschriften gab - gemäß der jeweiligen Erscheinungsweise gewichtet - um 4,2 % nach.

Geschäftsverlauf

Die Hauptversammlung der Axel Springer SE hatte am 26. November 2020 beschlossen, die Aktien der übrigen Aktionäre (Minderheitsaktionäre) der Axel Springer SE gegen Gewährung einer von der Traviata B.V. zu zahlenden angemessenen Barabfindung in Höhe von € 60,24 je Stückaktie auf die Traviata B.V. zu übertragen (Squeezeout). Im Februar 2021 wurde der Squeezeout wirksam und somit sämtliche Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Traviata B.V. übertragen. Die Traviata B.V. ist seitdem mit rund 48,5 % an der Axel Springer SE beteiligt.

Anfang März 2021 wurde der Verkauf von 100 % der von Axel Springer gehaltenen Anteile an der französischen La Centrale-Gruppe (vormals CarBoatMedia-Gruppe) vollzogen. Im Konzern bereits erfasste Finanzmittel der Gesellschaft von € 78,0 Mio. wurden nicht veräußert, sondern vor Veräußerung an uns ausgeschüttet. Axel Springer hat sich anschließend mit einem Betrag von € 50,0 Mio. zu rund 22,5 % an der neu gegründeten Erwerbergesellschaft beteiligt.

Im August 2021 haben Axel Springer und Meta (Facebook) eine globale, vor allem auf Distribution ausgerichtete Kooperation vereinbart. Inhalte von Axel Springer sollen vermehrt in verschiedenen Angeboten der Plattform verbreitet werden, darunter auch im Produkt "Facebook News". Zudem werden die beteiligten Medienmarken ihre Videoinhalte auf Facebook verstärkt teilen. Ausdrücklich ausgenommen von der Vereinbarung ist das Presseleistungsschutzrecht.

Im August 2021 ist der neue TV-Sender BILD gestartet. Kern ist ein am Vormittag beginnendes Live-Programm von täglich bis zu sechs Stunden. Dafür werden auch die neuen Studios im Axel-Springer-Neubau in Berlin mitgenutzt. Das Programm des Senders soll mit Dokumentationen, Reportagen und weiteren Formaten ergänzt werden. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Politik, Sport, VIP, Crime sowie Service-Themen. Das laufende Programm wird bei aktuellen Themenlagen jederzeit für Live-Berichterstattung unterbrochen.

Im Oktober 2021 hat Axel Springer die Akquisition von 100 % der Anteile an POLITICO, eines der weltweit einflussreichsten Angebote für politische Nachrichten, abgeschlossen. Der Erwerb umfasste auch 50 % der Anteile an POLITICO Europe, so dass Axel Springer nun Alleineigentümer ist. Neben POLITICO und POLITICO Europe zählen auch die Medienobjekte Protocol, E&E News und Agency IQ zum Portfolio. POLITICO unterstützt Axel Springers Wachstumsstrategie, insbesondere die Expansion auf dem US-amerikanischen Medienmarkt.

Ende Dezember 2021 hat Axel Springer seine Anteile an Ringier Axel Springer Media in Ungarn, Serbien, der Slowakei und in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen an den Joint Venture-Partner Ringier veräußert. Im Rahmen der Wachstumsstrategie fokussiert sich Axel Springer auf das Digitalgeschäft in großen strategischen Märkten. Der Investitionsschwerpunkt im Segment News Media liegt in Deutschland, den USA und Polen. Dementsprechend bleibt das erfolgreiche Joint Venture zwischen Ringier und Axel Springer in Polen unter dem Namen Grupa Ringier Axel Springer Polska bestehen. Bereits Ende September 2021 hatte Ringier Axel Springer Media ihre Anteile an der Bistro.sk, dem Online Food Delivery Service in der Slowakei, vollständig veräußert, um sich im slowakischen Markt auf Content, Classifieds und Community Business zu fokussieren.

Gesamtaussage des Vorstands zu Geschäftsverlauf und wirtschaftlichem Umfeld

Die Digitalisierung ist weiterhin der bestimmende Trend für das wirtschaftliche Umfeld von Medienunternehmen. Dies reflektiert auch die Entwicklung der Segmente des Axel Springer Konzerns. Das makroökonomische Umfeld war im Berichtsjahr insbesondere geprägt durch eine Erholung von den wirtschaftspolitischen, volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020. Unsere Strategie der konsequenten Digitalisierung des Unternehmens hat es uns ermöglicht, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu beschränken. Darüber hinaus war der Geschäftsverlauf durch Akquisitionen digitaler Geschäftsmodelle und durch ein aktives Portfoliomanagement geprägt. Mit langfristig orientierten Investoren als strategische Partner, die unsere Wachstumsstrategie unterstützen, sind wir gut aufgestellt, um die Potenziale, die wir in unseren Geschäftsfeldern sehen, zu heben und damit weiteres organisches Wachstum zu erzielen.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Trotz einer im Jahr 2021 weiterhin anhaltenden Covid-19-Pandemie haben sich unsere Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr wirtschaftlich hervorragend entwickelt. Insbesondere das Geschäft mit Job-Portalen und mit Werbeanzeigen in unseren journalistischen Marken, das im ersten Krisenjahr 2020 von der wirtschaftlichen Rezession besonders betroffen war, konnte 2021 wieder stark zulegen. Geschäftsmodelle wie Idealo und Awin, deren Dienstleistungen und Produkte vom eCommerce-Boom profitieren, konnten 2021 ihr Geschäft auf hohem Niveau konsolidieren bzw. weiter ausbauen. Dementsprechend lagen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr bei € 3.379,2 Mio. und damit 15,8 % über dem Vorjahr (Vj.: € 2.917,6 Mio.). 1 Veränderungen im Konsolidierungskreis hatten in Summe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Umsatzerlöse. Wesentliche Veränderungen betrafen den Erwerb von POLITICO Mitte Oktober 2021 und den Verkauf des Osteuropa-Geschäfts (mit Ausnahme der polnischen Aktivitäten) Ende 2021.

1 Die Umsatzerlöse des Vorjahres wurden angepasst. Aufgrund von methodischen Anpassungen der Umsatzrealisierung wurden zum einen die übrigen Erlöse und der Materialaufwand um € 50,7 Mio. reduziert, zum anderen die Werbeerlöse um € 2,5 Mio. erhöht. Vgl. hierzu auch die Angaben in Ziffer (3p) des Anhangs zum Konzernabschluss.

Die Pro-forma-Umsatzerlöse lagen mit € 3.386,9 Mio. um 16,6 % über dem Vorjahreswert (€ 2.903,7 Mio.). Die Pro-forma-Umsatzerlöse des Segments Classifieds Media erhöhten sich um 29,6 %; das Segment News Media legte um 8,9 % zu. Auch das Segment Marketing Media konnte die Pro-forma-Umsatzerlöse um 18,2 % steigern.

Die Werbeerlöse erhöhten sich deutlich um 20,1 % auf € 2.453,6 Mio. (Vj.: € 2.043,4 Mio.). Die Pro-forma-Werbeerlöse erhöhten sich um 21,5 % auf € 2.430,2 Mio. (Vj.: € 2.000,3 Mio.). Zu diesem Wachstum trugen alle operativen Segmente bei, wobei das Segment Classifieds Media ein überproportionales Wachstum insbesondere bei den Aktivitäten von StepStone verzeichnete. Der Anteil der Pro-forma-Werbeerlöse an den Proforma-Umsatzerlösen bewegte sich mit 71,8 % leicht über dem Vorjahresniveau (Vj.: 68,9 %).

Die Vertriebserlöse erhöhten sich um 1,0 % auf € 525,8 Mio. (Vj.: 520,8 Mio.). Der Anstieg der Pro-forma-Vertriebserlöse um 1,8 % von € 568,7 Mio. auf € 578,8 Mio. konnte trotz eines strukturellen Rückgangs von Auflagen bei gedruckten Zeitungen und Zeitschriften durch einen signifikanten Anstieg von digitalen Abonnements erreicht werden. Der Anteil der Pro-forma-Vertriebserlöse an den Pro-forma-Gesamtumsätzen sank auf 17,1 % (Vj.: 19,6 %).

Die übrigen Erlöse beliefen sich auf € 399,8 Mio. Dies entsprach einem Anstieg von 13,2 % (Vj.: 353,3 Mio.). Die Pro-forma-übrigen-Erlöse lagen mit € 377,9 Mio. 12,9 % über dem Vorjahreswert von € 334,7 Mio. Insgesamt hatten die Pro-forma-übrigen-Erlöse einen Anteil von 11,2 % (Vj.: 11,5 %) an den Pro-forma-Umsatzerlösen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei € 435,1 Mio. (Vj.: € 134,1 Mio.) und umfassten im Wesentlichen Gewinne aus der Veräußerung von konsolidierten Tochterunternehmen, insbesondere die La Centrale-Gruppe mit € 251,3 Mio. und die Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) mit € 41,7 Mio. Der Vorjahreswert war vor allem geprägt durch den Gewinn in Höhe von € 57,4 Mio. aus der zu einem Kaufpreis von € 427,1 Mio. (vor Steuerauszahlungen von € 35,4 Mio.) erfolgten Veräußerung des Axel Springer Neubaus am Standort Berlin.

Die Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen beliefen sich auf € 107,7 Mio. (Vj.: € 97,1 Mio.) und standen wie im Vorjahr im Wesentlichen im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen Geschäftsmodelle.

Die Gesamtaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,9 % auf € 3.449,4 Mio. (Vj.: € 2.854,3 Mio.). 2

2 Die Gesamtaufwendungen des Vorjahres wurden angepasst (vgl. Fußnote 1).

Der Materialaufwand erhöhte sich um 17,2 % auf € 497,7 Mio. (Vj.: € 424,7 Mio.). Ursache für den Anstieg waren insbesondere sonstige bezogenen Leistungen im Bereich Classifieds Media. Die Materialaufwandsquote blieb nahezu konstant bei 14,7 % (Vj.: 14,6 %).

Der Personalaufwand lag mit € 1.532,3 Mio. (Vj.: € 1.268,0 Mio.) um 20,8 % über dem Vorjahresniveau. Ursächlich für diese Entwicklung waren im Wesentlichen der Personalaufbau in den wachstumsstarken digitalen Geschäftsbereichen sowie Effekte aus der Bewertung langfristiger unternehmenswertbasierter Vergütungsprogramme. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten des Konzerns stieg 2021 um 3,8 % auf 16.835.

Der Anstieg der Abschreibungen auf € 381,6 Mio. (Vj.: € 328,5 Mio.) resultierte vor allem aus höheren planmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte infolge von Anpassungen der Nutzungsdauern bestimmter Titel- und Markenrechte sowie aus außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei € 1.037,9 Mio. (Vj.: € 833,1 Mio.). Der Anstieg war im Wesentlichen auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten sowie erhöhte Aufwendungen für Werbemaßnahmen zurückzuführen.

Das Beteiligungsergebnis betrug € 76,1 Mio. (Vj.: € 0,2 Mio.) und war wie im Vorjahr geprägt durch die Neubewertung von Finanzanlagen sowie Ergebnisbeiträge unserer Frühphasenfonds. Im Berichtsjahr waren außerplanmäßige Abschreibungen auf unsere nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen an Purplebricks und Ringier Axel Springer Schweiz AG in Höhe von € 59,4 Mio. (Vj.: € 16,5 Mio.) bzw. € 4,5 Mio. (Vj.: € 41,4 Mio.) vorzunehmen. Positiv wirkten sich die Ergebnisbeiträge unserer nach der Equity-Methode bilanzierten Frühphasenfonds in Höhe von € 82,4 Mio. (Vj.: € 21,2 Mio.) aus, die sich im Wesentlichen aus in den Fonds erfassten Neubewertungseffekten auf Beteiligungen ergaben. Im Vorjahr resultierten zusätzliche Erträge in Höhe von € 51,2 Mio. aus der Zeitwertbewertung unserer Beteilung an Airbnb.

Das Finanzergebnis belief sich auf € - 32,3 Mio. (Vj.: € - 8,9 Mio.). Der Rückgang des Finanzergebnisses resultierte unter anderem aus erhöhten Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Ergebnissen aus der Währungsumrechnung. Zudem waren im Vorjahr insbesondere Zinserträge aus Steuererstattungen aus Vorjahren, Zuschreibungen auf Wandeldarlehensforderungen sowie positive Effekte aus dem teilweisen Wegfall von Ausleihungsverpflichtungen enthalten.

Die Ertragsteuern betrugen im Berichtsjahr € - 77,0 Mio. (Vj.: € - 77,6 Mio.). Die Steuerquote belief sich auf 14,9 % (Vj.: 27,2 %) und war insbesondere durch die weitestgehend steuerneutralen Erträge im Zusammenhang mit der Veräußerung von konsolidierten Tochterunternehmen sowie durch steuerneutrale Abschreibungen auf Finanzanlagen geprägt.

Das adjusted EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahr vor allem umsatzbedingt deutlich um 12,6 % auf € 712,9 Mio. (Vj.: € 633,3 Mio.). Die Rendite des Konzerns betrug 21,0 % (Vj.: 21,8 %). Das Segment Classifieds Media konnte das adjusted EBITDA um 19,6 % von € 328,3 Mio. auf € 392,7 Mio. erhöhen. Das adjusted EBITDA des Segments News Media reduzierte sich um 1,4 % von € 318,2 Mio. auf € 313,6 Mio. Diese im Vergleich zur Umsatzentwicklung des Segments gegenläufige Entwicklung resultierte insbesondere aus Anlaufverlusten in Zusammenhang mit der Etablierung des TV-Senders Bild TV. Das Segment Marketing Media konnte das adjusted EBITDA um 24,4 % von € 49,6 Mio. auf € 61,7 Mio. erhöhen. Das Segment Services/Holding verbesserte das adjusted EBITDA von € - 62,8 Mio. auf € - 55,0 Mio. im Wesentlichen aufgrund einer Reallokation von Funktionen in das Segment News Media und einer Straffung von Holding-Funktionen.

Das adjusted EBIT erhöhte sich bei annähernd unveränderten Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr um 20,2 % auf € 490,2 Mio. (Vj.: € 407,7 Mio.). Die Rendite lag mit 14,5 % über dem Niveau des Vorjahres (14,0 %). Das Segment Classifieds Media konnte das adjusted EBIT um 28,4 % von € 229,5 Mio. auf € 294,5 Mio. erhöhen. Das adjusted EBIT des Segments News Media reduzierte sich um 3,2 % von € 208,5 Mio. auf € 201,9 Mio. Das Segment Marketing Media konnte das adjusted EBIT um 32,6 % von € 36,9 Mio. auf € 48,9 Mio. erhöhen. Das Segment Services/Holding verbesserte das adjusted EBIT von € - 67,1 Mio. auf € - 55,0 Mio. Durch die konzerninterne Vermietung von Büroflächen wurden im Segment Services/Holding in den Abschreibungen Erträge aus Weiterverrechnungen an andere Segmente erfasst.

Im adjusted EBITDA und adjusted EBIT ergaben sich folgende Bereinigungseffekte:

Bereinigungseffekte im adjusted EBITDA und adjusted EBIT

Mio. € 2021 2020 *
Effekte aus Unternehmenserwerben - 5,7 - 5,1
Effekte aus Unternehmens-/Immobilienveräußerungen 321,0 47,2
Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten - 61,2 17,0
Unternehmenswertbasierte Vergütungen - 104,8 - 26,4
Restrukturierungsaufwand - 23,2 - 48,3
Pro-Forma Effekte 2,7 24,1
Beteiligungsergebnis 76,1 0,2
Sonstige Bereinigungen 12,3 - 18,8
Bereinigungseffekte EBITDA 217,2 - 10,1
Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen - 156,1 - 88,9
Sonstige Bereinigungen - 2,8 - 14,1
Bereinigungseffekte EBIT 58,3 - 113,1

* Die Bereinigungen im EBITDA des Vorjahres wurden aufgrund von Bereinigungssachverhalten im Geschäftsjahr 2021 angepasst. Zudem unterliegen die Pro-forma-Effekte des Vorjahres aufgrund von Erwerben und Veräußerungen des Berichtsjahres einer Veränderung.

Die Effekte aus Unternehmens-/Immobilienveräußerungen entfielen im Berichtsjahr im Wesentlichen auf die La Centrale-Gruppe, die Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) sowie auf Bistro.sk. Im Vorjahr war insbesondere der Gewinn aus der Veräußerung des Axel-Springer-Neubaus am Standort Berlin enthalten. Bereinigungen im Zusammenhang mit der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten betrafen im Berichtsjahr insbesondere Morning Brew. Darüber hinaus wurden Personalaufwendungen aus der Neubewertung unternehmenswertbasierter Vergütungsprogramme bereinigt. Im Berichtsjahr resultierte die Bereinigung insbesondere aus dem neu aufgelegten langfristigen Management Incentive Plan sowie aus Vergütungsprogrammen bei Appcast und Morning Brew. Wie im Vorjahr waren auch Beträge für den bisherigen Long-Term Incentive Plan für Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte sowie für die Optionsprogramme bei Insider enthalten. Die Restrukturierungsaufwendungen betrafen im Vorjahr im Wesentlichen die Bereiche News Media National und Services/Holding. Pro-forma-Effekte ergaben sich im Berichtsjahr aufgrund des Erwerbs von POLITICO und der Veräußerung der Geschäftsbereiche der Ringier Axel Springer Media-Gruppe, die sich gegenseitig nahezu ausgeglichen haben. Die Pro-forma-Effekte des Vorjahres betrafen insbesondere die La Centrale-Gruppe. Die vollständige Bereinigung des Beteiligungsergebnisses umfasst neben den laufenden Ergebnissen aus der At-Equity-Konsolidierung insbesondere die im Berichtsjahr sowie im Vorjahr erfassten Neubewertungseffekte auf unsere Beteiligungen.

Nachfolgend ist die Überleitung des adjusted EBITDA zum Konzernüberschuss dargestellt:

Überleitung des adjusted EBITDA zum Konzernüberschuss *

Mio. € 2021 2020 *
Adjusted EBITDA 712,9 633,3
Ab-/Zuschreibungen (ohne Bereinigungen und Kaufpreisallokationen) - 222,7 - 225,6
Adjusted EBIT 490,2 407,7
Bereinigungseffekte 58,3 - 113,1
Finanzergebnis - 32,3 - 8,9
Ertragsteuern - 77,0 - 77,6
Konzernüberschuss 439,2 208,2

* Zur teilweisen Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. die Erläuterungen in Ziffer (3p) im Anhang zum Konzernabschluss.

Der Konzernüberschuss stieg um 111,0 % auf € 439,2 Mio. (Vj.: € 208,2 Mio.). Durch einen prozentual höheren Anstieg der Anteile anderer Gesellschafter stieg das Ergebnis je Aktie um 106,4 % auf € 3,62 je Aktie (Vj.: € 1,75 je Aktie).

Finanzlage

Finanzmanagement

Die Finanzmittel im Axel Springer Konzern werden grundsätzlich über die Axel Springer SE bereitgestellt. So wird gewährleistet, dass die Konzerngesellschaften stets über ausreichende Liquidität verfügen. Maßgebliches Ziel des Finanzmanagements ist die kostengünstige Sicherstellung der Liquidität unter Berücksichtigung einer fristengerechten Finanzierung.

Nettoliquidität/-verschuldung

Mio. € 2021 2020
Finanzmittelfonds 201,6 216,3
Finanzverbindlichkeiten 2.625,8 2.023,4
Nettoliquidität/-verschuldung * - 2.424,2 - 1.807,0

* Inkl. Leasingverbindlichkeiten in Höhe von € 532,7 Mio. (Vj.: € 551,1 Mio.).

Die weiterhin verfügbaren langfristigen Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. mit einer Laufzeit bis Juli 2024 waren zum Bilanzstichtag in Höhe von € 686,5 Mio. (Vj.: € 547,6 Mio.) ausgeschöpft. Im September 2021 wurde ein weiteres Laufzeitdarlehen zur Finanzierung der Akquisition von POLITICO in Höhe von € 500,0 Mio. mit einer Laufzeit bis Juli 2026 abgeschlossen und im Oktober in voller Höhe in Anspruch genommen. Die Laufzeit des im Vorjahr aufgenommenen Laufzeitdarlehens in Höhe von € 300,0 Mio. wurde im Berichtsjahr um ein Jahr bis Juli 2024 verlängert. Ferner bestanden weiterhin Schuldscheindarlehen in Höhe von € 614,5 Mio. (Vj.: € 626,0 Mio.) mit Laufzeiten bis Mai 2022 (€ 158,0 Mio.), Mai 2023 (€ 72,0 Mio.) und Mai 2024 (€ 384,5 Mio.).

Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen Kapitalbedarfs können wir zudem bestimmte Formen kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio. und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Zum Bilanzstichtag waren keine Commercial Paper ausgegeben.

Die Kreditlinie, das Laufzeitdarlehen über € 300,0 Mio., die Schuldscheindarlehen sowie das kurzfristige Commercial Paper Programm können sowohl für allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung von Akquisitionen eingesetzt werden. Das im Berichtsjahr aufgenommene Laufzeitdarlehen über € 500,0 Mio. dient ausschließlich der Akquisitionsfinanzierung.

Cashflow-Entwicklung

Konzernkapitalflussrechnung (Kurzfassung)

Mio. € 2021 2020
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 434,2 510,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 598,8 43,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 143,9 - 616,0
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds - 20,8 - 62,0
Finanzmittelfonds zum 31.12. 201,6 216,3

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag bei € 434,2 Mio. und damit um 14,9 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (€ 510,3 Mio.). Die Entwicklung resultierte insbesondere aus höheren Nettosteuerzahlungen sowie höheren Auszahlungen für langfristige unternehmenswertbasierte Vergütungsprogramme. Entgegengesetzt wirkte das um zahlungsneutrale Sachverhalte bereinigte positive operative Ergebnis.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf € - 598,8 Mio. (Vj.: € 43,7 Mio.). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen insbesondere aufgrund der Fertigstellung des Axel-Springer-Neubaus in Berlin unter dem Vorjahresniveau. Die Auszahlungen (abzgl. übernommener Zahlungsmittel) für im Berichtsjahr vollzogene Unternehmens- und Beteiligungserwerbe betrafen im Wesentlichen mit € 861,7 Mio. den Erwerb von POLITICO (inkl. 50 % der Anteile an POLITICO Europe). Im Vorjahr waren insbesondere mit € 33,3 Mio. der Erwerb von Gratka (100 %) und Morizon (79,6 %) sowie mit € 25,7 Mio. der Erwerb von 66 % der Anteile an Morning Brew enthalten. Die Investitionen in Finanzanlagen betrafen im Wesentlichen Investitionen in unsere Hybridmakler-Beteiligungen sowie Digitalagenturen. Im Vorjahr waren insbesondere Investitionen in unsere Hybridmakler-Beteiligungen sowie Darlehensauszahlungen an Ringier enthalten. Demgegenüber standen Einzahlungen aus dem Verkauf unserer Anteile (abzgl. abgegebener Zahlungsmittel) an der La Centrale-Gruppe (€ 342,6 Mio., nach Abzug eines Investitionsbetrag von € 50,0 Mio. in die Erwerbergesellschaft), der Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) (€ 62,8 Mio.), sowie der Bistro.sk (€ 40,4 Mio.). Zudem haben wir unsere Beteiligung an Airbnb im Berichtjahr veräußert (€ 76,1 Mio.). Im Vorjahr war die Zahlung des Kaufpreises aus dem Verkauf des Axel-Springer-Neubaus mit € 427,1 Mio. (vor Steuerauszahlungen von € 35,4 Mio., die im Wesentlichen im Geschäftsjahr 2020 gezahlt wurden) enthalten.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von € 143,9 Mio. (Vj.: € - 616,0 Mio.) war im Berichtsjahr durch eine Nettoaufnahme (Vj.: Nettotilgung) von Finanzverbindlichkeiten geprägt. Dem entgegen wirkte die gegenüber dem Vorjahr erhöhte Dividende an die Aktionäre der Axel Springer SE.

Vermögenslage

Konzern-Bilanz (Kurzfassung) *

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Langfristige Vermögenswerte 6.044,1 5.170,5
Kurzfristige Vermögenswerte 1.278,1 1.317,4
Aktiva 7.322,3 6.487,9
Eigenkapital 2.490,8 2.397,7
Langfristiges Fremdkapital 3.198,0 2.706,5
Kurzfristiges Fremdkapital 1.633,5 1.383,7
Passiva 7.322,3 6.487,9

* Zur teilweisen Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. die Erläuterungen in Ziffer (3p) im Anhang zum Konzernabschluss.

Die Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte war vor allem geprägt durch die Erfassung immaterieller Vermögenswerte im Rahmen der erstmaligen Konsolidierung des im Berichtsjahr vollzogenen Unternehmenserwerbs von POLITICO sowie durch positive Währungsumrechnungseffekte. Kompensierend wirkten die im Berichtsjahr vollzogenen Verkäufe der Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) sowie der Bistro.sk. Der Anstieg der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen war im Wesentlichen auf positive Ergebnisbeiträge unserer Frühphasenfonds zurückzuführen, im Wesentlichen bedingt durch in den Fonds erfasste Neubewertungseffekte auf Beteiligungen. Dem entgegen standen außerplanmäßige Abschreibungen, insbesondere auf Purplebricks.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen nur geringfügig unter dem Wert des Vorjahres. Der Verringerung der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten durch den Verkauf der La Centrale-Gruppe wirkte ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, im Wesentlichen aus der positiven operativen Geschäftsentwicklung, entgegen.

Der Anstieg des Eigenkapitals resultierte aus dem erwirtschafteten Konzernüberschuss, Währungsumrechnungseffekten konsolidierter Abschlüsse sowie der Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne durch die Erhöhung des Diskontierungszinssatzes bei der Pensionsbilanzierung (unter Berücksichtigung entsprechender Steuereffekte). Dem entgegen wirkte insbesondere die Dividende an die Aktionäre der Axel Springer SE sowie der Abgang bestehender Anteile anderer Gesellschafter im Zusammenhang mit dem Verkauf der Ringier Axel Springer Media-Gruppe. Die Eigenkapitalquote verminderte sich insbesondere aufgrund der akquisitionsbedingten Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten auf 34,0 % (Vj.: 37,0 %).

Die Erhöhung des langfristigen Fremdkapitals steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit der erhöhten Inanspruchnahme unserer in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Kreditlinie trotz Umbuchung des im Geschäftsjahr 2022 fälligen Schuldscheindarlehens. Darüber hinaus erhöhten sich die sonstigen Verbindlichkeiten aus vereinbarten Optionsrechten durch Folgebewertungseffekte insbesondere im Zusammenhang mit Morning Brew und Appcast. Dem entgegen stand die Verminderung der Netto-Pensionsverpflichtung durch Anpassung des Diskontierungszinssatzes sowie der Erhöhung der Vermögenswerte im Planvermögen.

Der Anstieg des kurzfristigen Fremdkapitals war im Wesentlichen bedingt durch die Umbuchung des im Geschäftsjahr 2022 fälligen Schuldscheindarlehens. Darüber hinaus erhöhten sich, zum Teil konsolidierungsbedingt, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ebenso wie die sonstigen Verbindlichkeiten. Teilweise kompensierend wirkte der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen durch Auszahlungen im Zusammenhang mit dem auf den Vorstand entfallenden Teil des Long-Term Incentive Plans sowie die aufgrund des im Berichtsjahr vollzogenen Verkaufs der La Centrale-Gruppe erfolgte Ausbuchung der als zur Veräußerung gehaltenen Verbindlichkeiten.

Erläuterungen zu den verwendeten Leistungskennzahlen

Die im vorliegenden Konzernabschluss verwendeten Kennzahlen Pro-forma-Umsatzerlöse, adjusted EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen), adjusted EBITDA-Rendite, adjusted EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen), adjusted EBIT-Rendite, frei verfügbarer Cashflow, Nettoverschuldung/-liquidität und Eigenkapitalquote sind nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) nicht definierte Kennzahlen, die als ergänzende Informationen anzusehen sind.

Bei der Ermittlung der Pro-forma-Umsatzerlöse werden für die im Berichts- bzw. Vorjahr erworbenen Unternehmen die Umsatzerlöse so berücksichtigt, als wären diese Unternehmen bereits seit Beginn des Vorjahres im Konzernabschluss enthalten. Bei Veräußerungen bleiben die Umsatzerlöse der veräußerten Unternehmen im Berichts- sowie im Vorjahr vollständig unberücksichtigt.

Adjusted EBITDA, adjusted EBITDA-Rendite, adjusted EBIT und adjusted EBIT-Rendite beinhalten keine Sondereffekte und keine Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen. Sondereffekte enthalten Effekte aus dem Erwerb und der Veräußerung (einschließlich Einbringung) von Tochtergesellschaften, Unternehmensteilen und Beteiligungen (einschließlich Effekten aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstiger Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile), Abschreibungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen, Effekte aus der Veräußerung von Immobilien, Sonderabschreibungen und Zuschreibungen auf eigengenutzte Immobilien, Aufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen unternehmenswertbasierten Vergütungsprogrammen, Restrukturierungsaufwendungen, das gesamte Beteiligungsergebnis und sonstige wesentliche Einmaleffekte. Darüber hinaus wird auch eine der Ermittlung der Pro-forma Umsatzerlöse entsprechende Anpassung für Unternehmenserwerbe und -veräußerungen vorgenommen. Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen beinhalten den Aufwand aus Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen aus Unternehmens- und Geschäftserwerben. In der Darstellung der Ertragslage sind die Bereinigungen segmentspezifisch näher erläutert.

Die adjusted EBITDA-Rendite ermittelt sich als Verhältnis des adjusted EBITDA zu den Pro-forma-Umsatzerlösen. Die adjusted EBIT-Rendite ermittelt sich als Verhältnis des adjusted EBIT zu den Pro-forma-Umsatzerlösen.

Der frei verfügbare Cashflow ergibt sich aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzgl. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (Capital Expenditures) zzgl. Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Die genannten Teilbeträge sind in der Konzern-Kapitalflussrechnung separat ausgewiesen. Die Nettoverschuldung/Nettoliquidität ermittelt sich als Saldo aus den Finanzmitteln und Finanzverbindlichkeiten.

Die Eigenkapitalquote gibt das auf den jeweiligen Stichtag bezogene Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme wieder.

Wir erachten die Pro-forma Umsatzerlöse, das adjusted EBITDA, die adjusted EBITDA-Rendite, das adjusted EBIT und die adjusted EBIT-Rendite als geeignete Kennzahlen zur Messung der operativen Ertragskraft von Axel Springer, da diese Kennzahlen Effekte außer Acht lassen, die die fundamentale Geschäftsentwicklung von Axel Springer nicht reflektieren. Zur Beurteilung unserer aktuellen Finanzierungs- und Kapitalstruktur sowie des zukünftigen Finanzierungsvolumens halten wir den frei verfügbaren Cashflow, die Nettoverschuldung/Nettoliquidität sowie die Eigenkapitalquote für geeignete Leistungskennzahlen.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Personal

Axel Springer hatte im Berichtsjahr durchschnittlich 16.835 (Vj.: 16.213) Beschäftigte (ohne Auszubildende, Journalistenschüler und -schülerinnen, Mitarbeitende im Volontariat). Durchschnittlich 8.344 der Beschäftigten waren im Ausland tätig (Vj.: 7.817); das entspricht einem Anteil von 49,6 % (Vj.: 48,2 %). Im Konzern waren durchschnittlich 7.495 Frauen beschäftigt; der Anteil der Frauen liegt mit 44,5 % (Vj.: 43,9 %) leicht über dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Redakteurinnen und Redakteure stieg im Berichtszeitraum um 6,0 % auf 2.936. Die Anzahl der Angestellten erhöhte sich um 3,7 % auf 13.611.

Beschäftigte nach Segmenten

Anzahl im Jahresdurchschnitt 2021 2020 Veränderung
Classifieds Media 5.425 5.301 2,3 %
News Media 9.758 9.333 4,6 %
Marketing Media 1.157 1.007 14,9 %
Services/Holding 495 572 - 13,5 %
Konzern 16.835 16.213 3,8 %

Im Segment Classifieds Media erhöhte sich insbesondere bei StepStone die Anzahl der Beschäftigten. Der Anstieg im Segment News Media resultierte vor allem aus dem organischen Wachstum von Insider Inc. und dem Erwerb von POLITICO. Im Segment Marketing Media stieg die Anzahl der Beschäftigten bei Awin. Der Rückgang im Segment Services/Holding war vor allem durch Strukturmaßnahmen begründet.

Chancengleichheit und Vielfalt

Chancengleichheit und Vielfalt ist von großer Relevanz für Axel Springer. Der bisherige Fokus auf Frauen in Führungspositionen wurde auf einen ganzheitlichen Diversity & Inclusion Ansatz ausgeweitet. Im Juli 2020 wurde die Rolle "Head of Global Diversity & Inclusion" geschaffen, die das Engagement in diesem Bereich konzernweit koordinieren und weiter vorantreiben wird. Es wurden sieben Handlungsfelder definiert: Alter & Generationen, persönlicher Hintergrund und Kontext, ethnische Herkunft und Nationalität, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung. Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in welchem sich alle Beschäftigte zugehörig fühlen und ihr volles Potential einbringen können.

Die 2016 durch die Initiative "Chancen:gleich!" erreichte Quote von 32,0 % Frauen in Führungspositionen (Vergleich: 16 % im Jahr 2010) blieb im Jahr 2021 mit 35,1 % stabil (HR Management Summary, Stand: Dezember 2021). Der Frauenanteil in Führungspositionen ist jedoch nicht gleichmäßig über alle Führungsebenen verteilt. Besonders in höheren Führungsebenen fällt der Frauenanteil geringer aus. Im Vorstand liegt der Frauenanteil derzeit bei 25,0 %. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist nach wie vor im Fokus und Teil des ganzheitlichen Diversity & Inclusion Ansatzes. Axel Springer hat sich daher das Ziel gesetzt, bis 2026 konzernweit ein Geschlechterverhältnis von mindestens 40 % Frauen in den Top-Führungspositionen zu erreichen. Es wird angestrebt, auch Menschen mit einem Geschlechtseintrag 'divers' sowie nicht-binäre Menschen in dieses Ziel mit einzubeziehen.

Im Sinne der verstärkten Aufmerksamkeit für Diversity & Inclusion sind die Axel Springer Essentials um einen fünften Punkt erweitert worden: "Wir lehnen politischen und religiösen Extremismus und jede Art von Rassismus und sexueller Diskriminierung ab."

Forschung und Entwicklung

Axel Springer betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Sinne eines Industrieunternehmens. Alle Bereiche des Unternehmens optimieren die bestehenden Angebote und arbeiten daran, innovative Produkte im Markt zu etablieren. Vor allem bedeutet dies, dass wir unser Angebotsspektrum kontinuierlich durch Innovationen im digitalen Geschäft erweitern, redaktionelle Inhalte weiterentwickeln und unsere journalistische Exzellenz ausbauen. Dabei legen wir großen Wert auf die frühzeitige Berücksichtigung der sich verändernden Mediennutzung.

Neben unseren Investitionen in Beteiligungen im Frühphasenbereich haben wir im Berichtsjahr Eigenleistungen von € 108,3 Mio. (Vj.: € 97,1 Mio.) im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen Geschäftsmodelle aktiviert.

Weiterentwicklung Classifieds Media

Für den Bereich Classifieds Media spielt die Entwicklung neuer Angebote eine bedeutende Rolle. Die folgenden Beispiele verdeutlichen dies:

StepStone investiert kontinuierlich in Technologien zur Automatisierung von Bewerberauswahl, Interviews und Kommunikation. Search & Match-Algorithmen ermöglichen es den Nutzern, die für sie relevantesten Jobs anzuzeigen. Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz erhöht die Effizienz des Recruitment Prozesses, zum Beispiel durch Motivierung von Nutzern zu verstärkter Interaktion und Bewerbungsaktivität. Video-Lösungen unterstützen den gesamten Bewerbungsprozess durch digitale Vorstellungsgespräche und zeitversetzte Video-Interviews sowie Videoformate für u.a. Motivationsschreiben und Video Pitches. Regelbasierte, selbstlernende Algorithmen dienen der reichweitenoptimierten Allokation von Stellenanzeigen. Gehaltsdatenbanken ermöglicht es Nutzern (inklusive Arbeitgeber), sich einen fundierten Überblick über marktgerechte Gehaltsniveaus zu verschaffen bzw. das aktuelle Gehalt mit dem jeweiligen Profildurchschnitt zu vergleichen.

Der Schwerpunkt von technologischen Weiterentwicklungen bei AVIV liegt zum einen in der Internationalisierung der Produkt- und Technologiekompetenz von MeilleursAgents zur Immobilienbewertung und Erstellung von Preiskarten. Das Angebot wird derzeit weiterentwickelt und sowohl in Deutschland als auch Belgien eingeführt. Zum anderen werden Technologie- und Produktkomponenten innerhalb von AVIV harmonisiert. Ziel ist es, Skaleneffekte innerhalb der Gruppe durch gemeinsame Entwicklungen künftig auf Grundlage einer einheitlichen technologischen Plattform zu realisieren.

Weiterentwicklung News Media

Auch unsere journalistischen Produkte, digital wie gedruckt, wurden im Berichtsjahr konsequent ausgebaut.

Die Redaktionssysteme wurden kontinuierlich aktualisiert und um notwendige Komponenten für BILD Live erweitert. Für das Abonnementverwaltungssystem wurden entsprechende systemische Updates vorgenommen, und die Systeme der Herstellung aufbauend auf den Prozessoptimierungen der vergangenen Jahre weiterentwickelt.

Im digitalen Bereich haben wir weiter in Produkt und Technologie investiert. Die Aktivitäten im Bereich der Bezahlangebote wurden intensiv vorangetrieben und die Abonnentenzahlen weiter gesteigert. Die bereits im Vorjahr gestartete Bewegtbildoffensive wurde konsequent fortgesetzt. BILD Live - bisher nur auf der Website bild.de sowie über die Apps verfügbar - ist seit August 2021 als eigener frei empfangbarer Fernsehsender verfügbar. Angeboten werden Live-Shows und -Talks unter anderem zu Politik, Sport, Unterhaltung und Service-Themen. Reportagen und Dokumentationen ergänzen das neue Programm. Auch die Audio-Formate im Bereich Podcast wurde erfolgreich ausgeweitet und die Gesamtanzahl der Streams maßgeblich gesteigert. Darüber hinaus wurde das Angebot an Service- und Kaufratgeberinhalten stark ausgebaut, um am E-Commerce- und Online-Shopping-Trend nachhaltig zu partizipieren.

Auch im Bereich News Media International haben wichtige Initiativen stattgefunden. In Polen entwickelt Grupa Ringier Axel Springer Polska Technologien zur Erstellung personalisierter Nutzerprofile, um die Vermarktung seiner Angebote zu optimieren und investiert in nutzerfreundliche Features, um Nutzer stärker an seine Angebote zu binden. In den USA hat Insider in die Performance seiner Websites investiert, um die Ladegeschwindigkeit als relevantes Ranking-Signal zu erhöhen. Darüber hinaus hat Insider seine mobilen Apps für iOS und Android unter der einheitlichen Insidermarke vollständig neu gestaltet und gelauncht. Morning Brew hat sein Customer Management System ausgebaut, um Inhalte in verschiedenen Formaten und Produkten einfacher ausspielen zu können. Insider Intelligence hat damit begonnen, durch Nutzung von Machine Learning und Artificial Intelligence das Kundenverhalten zu erforschen. Zusätzlich entwickelt Insider Intelligence eine neue Applikationsarchitektur, um die Organisation im Hinblick auf eine Skalierung des Geschäfts besser zu positionieren. POLITICO entwickelt seine POLITICO Pro Plattform zu einer kompletten Workflow Lösung mit interaktivem Stakeholder Management und Kommunikationsfunktionen sowie personalisierten Daten/Informations-Feeds. Für die Website POLITICO.com wurden allgemeine digitale Erweiterungen ausgerollt. Zusätzlich wird das Content Management System kontinuierlich erweitert und angepasst, um über die B2B und B2C Plattformen hinweg die verlegerischen Zielsetzungen zu unterstützen. Darüber hinaus investiert POLITICO in eigene Datenerhebungen und Analysen für neue Produktentwicklungen und Erlösquellen.

Unser Nachrichtenaggregator upday hat sich mit der Entwicklung der upday-App für iOS und der multimedialen E-Sports-Newsplattform neue Geschäftsfelder erschlossen. Zudem entwickelt upday native Inhalte und Marketing-Kanäle für Geschäftskunden, so zum Beispiel eine Audioplattform-Integration in Fahrzeugen eines deutschen Automobilherstellers.

Auch die Online-Angebote von finanzen.net und Bonial werden kontinuierlich weiterentwickelt. Der Ausbau innovativer Produktfunktionalitäten und Vermarktungstechnologien zielen darauf ab, die Reichweite und Nutzung der Angebote sowie deren Monetarisierung zu erhöhen.

Weiterentwicklung Marketing Media

Die Affiliate-Marketing-Plattform Awin investiert nachhaltig in die Entwicklung von "Software as a Service"-Modellen, die sowohl auf die Bedürfnisse von Großkunden als auch von kleinen und mittelständischen Unternehmen zugeschnitten sind. Mit diesem Angebot will sich Awin als Technologieführer in seiner Branche etablieren, seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber reinen "Software as a Service"-Netzwerken erhöhen, um technikaffine Kunden zu gewinnen und die Effizienz seines Kundenservices zu stärken.

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Das Geschäftsjahr 2021 war geprägt von einer gesamtwirtschaftlichen Erholung, die jedoch aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie schwächer als noch zu Anfang des Jahres erwartet ausfiel. Vor diesem Hintergrund verlief das Geschäftsjahr 2021 für uns außerordentlich erfolgreich. Unsere Pro-forma-Umsatzerlöse erhöhten sich um 16,6 %, das adjusted EBITDA stieg um 12,6 %. Das Geschäft mit unseren Jobportalen trug dabei konjunkturbedingt überproportional zu dieser positiven Entwicklung bei. Auch im Krisenjahr 2020 moderat betroffene Immobilienportale konnten 2021 umsatz- und ergebnisseitig wieder zulegen. Im Segment News Media wurden im nationalen Bereich strukturell bedingte Umsatzrückgänge im Printbereich durch höhere Umsätze bei den digitalen Medienangeboten nahezu vollständig kompensiert. Im internationalen Bereich des Segments News Media stiegen die Umsätze insbesondere in den USA deutlich. Auch das Segment Marketing Media verzeichnete weiterhin ein deutlich wachsendes Geschäft.

Wir sind überzeugt, dass es noch deutliches Wachstumspotenzial insbesondere im Bereich der digitalen Rubrikenangebote und des digitalen Journalismus gibt. Wir haben unsere Wachstumsinitiativen weiter vorangetrieben und mit dem Erwerb von POLITICO unsere USA-Präsenz massiv ausgebaut. Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement werden auch in Zukunft ein Baustein zur Weiterentwicklung des Konzerns bleiben. Durch die strategische Partnerschaft mit langfristig orientierten Investoren, die unsere Wachstumsstrategie unterstützen, sind wir gut aufgestellt, um die Potenziale, die wir in unseren Geschäftsfeldern sehen, zu heben, um auch in Zukunft organisches Wachstum zu erzielen.

Die Nettoverschuldung erhöhte sich vor allem aufgrund des Erwerbs von POLITICO. Mit einem sehr starken Cashflow, einer soliden Bilanzstruktur und den uns zur Verfügung stehenden günstigen Finanzierungsmöglichkeiten befinden wir uns trotz dieser höchsten Investition unserer Unternehmensgeschichte weiterhin in einer guten Position, um auch weiterhin erforderliche Investitionen zur Realisierung von zukünftigem Wachstum vornehmen zu können.

Ausgewählte Kennzahlen auf Konzernebene *

Mio. € 2021 2020
Umsatzerlöse, pro-forma 3.386,9 2.903,7
EBITDA, adjusted 712,9 633,3
EBITDA-Rendite, adjusted 21,0 % 21,8 %
EBIT, adjusted 490,2 407,7
EBIT-Rendite, adjusted 14,5 % 14,0 %
Konzernüberschuss 439,2 208,2
Ergebnis je Aktie 3,62 1,75
Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn (in €) **/Dividende je Aktie (in €) *** 1,16 3,71
Summe Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn **/Dividendensumme *** 125,2 400,3
Eigenkapitalquote zum 31.12. 34,0 % 37,0 %
Nettoverschuldung/-liquidität zum 31.12. - 2.424,2 - 1.807,0
Frei verfügbarer Cashflow (FCF) 248,9 705,2
FCF ohne Effekte aus Immobilientransaktionen und des LTIP **** 331,9 339,4

* Zur teilweisen Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. die Erläuterungen in Ziffer (3p) im Anhang zum Konzernabschluss sowie im Kapitel Ertragslage des Lageberichts).
** Die Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn 2021 steht unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Beschlussfassung des Vorstands und einer zustimmenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats.
*** Etwaige weitere Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2021 stehen unter dem Vorbehalt entsprechender Gewinnverwendungsvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie einer entsprechenden Beschlussfassung der Hauptversammlung.
**** FCF bereinigt um Effekte aus der Errichtung und Veräußerung des Neubaus, der Axel-Springer-Passage in Berlin und der Gebäude in Hamburg sowie dem LTIP-Programm für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte.

Wirtschaftliche Lage der Axel Springer SE

Ausgewählte Kennzahlen

Mio. € 2021 2020 2019 2018 2017
Umsatz 794,1 775,4 851,1 823,2 833,1
Jahresüberschuss 539,3 16,2 124,3 271,9 296,4
Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn (in €) */ Dividende je Aktie (in €) ** 1,16 3,71 2,10 2,00 1,90
Summe Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn */ Dividendensumme ** 125,2 400,3 226,6 215,8 205,0

* Die Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn 2021 steht unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Beschlussfassung des Vorstands und einer zustimmenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats.
** Etwaige weitere Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2021 stehen unter dem Vorbehalt entsprechender Gewinnverwendungsvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie einer entsprechenden Beschlussfassung der Hauptversammlung.

Vorbemerkungen

Die Axel Springer SE ist das Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns. Ihre Geschäftsentwicklung unterliegt aufgrund der von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie der Konzern. Diese werden ausführlich im Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt. Ebenso entsprechen die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung der Axel Springer SE im Wesentlichen den im Prognosebericht beschriebenen Konzernerwartungen (siehe Kapitel "Prognosebericht").

Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Jahresabschluss der Axel Springer SE, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt wurde. Jahresabschluss und Lagebericht werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Geschäftstätigkeit

Die Axel Springer SE ist operativ im Segment News Media National tätig und publiziert insbesondere überregionale Tages- und Wochenzeitungen. Des Weiteren umfasst die operative Geschäftstätigkeit Angebote des Digital-Portfolios der Zeitungen sowie der Auto-, Computer- und Sportzeitschriften. Daneben übt die Axel Springer SE als Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns Holdingfunktionen aus, steuert das konzernweite Liquiditätsmanagement und erbringt weitere Dienstleistungen an Konzerngesellschaften. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Axel Springer SE entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel "Wirtschaftsbericht" beschrieben.

Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

Mio. € 2021 2020
Umsatzerlöse 794,1 775,4
Übrige betriebliche Erträge 99,4 145,3
Materialaufwand - 216,9 - 183,3
Personalaufwand - 193,6 - 190,2
Abschreibungen - 10,0 - 11,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 481,6 - 471,4
Ergebnis aus Finanzanlagen 579,6 - 4,5
Zinsergebnis - 0,5 - 9,8
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 31,3 - 33,5
Jahresüberschuss 539,3 16,2

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr um € 18,7 Mio. bzw. 2,4 %. Während bei den Vertriebserlösen aufgrund weiterer marktbedingter Rückgänge im Printgeschäft ein Rückgang um € 11,2 Mio. bzw. 3,2 % auf € 336,8 Mio. zu verzeichnen war, blieben die Werbeerlöse mit € 267,1 Mio. (Vj.: € 265,7 Mio.) auf Vorjahresniveau. Die übrigen Erlöse erhöhten sich insbesondere aufgrund höherer Online-Transaktionserlöse um € 28,5 Mio. bzw. 17,7 % auf € 190,2 Mio.

Die übrigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Berichtsjahr auf € 99,4 Mio. (Vj.: € 145,3 Mio.). und waren wie im Vorjahr durch Erträge aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen geprägt. Während sich im Berichtsjahr aus der Veräußerung einer Minderheitsbeteiligung an Airbnb ein Ertrag von € 76,0 Mio. ergab, führte im Vorjahr der Verkauf des Axel-Springer-Neubaus am Standort Berlin zu einem Ertrag von € 114,2 Mio.

Der Materialaufwand stieg um € 33,5 Mio. bzw. 18,3 % auf € 216,9 Mio. Ursächlich hierfür war insbesondere ein höherer Bezug konzerninterner Leistungen infolge der Verlagerung redaktioneller Tätigkeiten auf Tochtergesellschaften.

Der Personalaufwand erhöhte sich um € 3,3 Mio. bzw. 1,7 % auf € 193,6 Mio. Höhere Aufwendungen ergaben sich insbesondere aus der unternehmenswertbasierten Vergütung und der Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig entwickelten sich die Aufwendungen aus Restrukturierungsmaßnahmen. Des Weiteren führte eine um 15,5 % rückläufige Zahl der durchschnittlich Beschäftigten (1.036; Vj.: 1.227) zu geringeren laufenden Personalaufwendungen.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen gingen im Berichtsjahr insbesondere aufgrund geringerer Abschreibungen auf erworbene Software um € 1,7 Mio. auf € 10,0 Mio. zurück.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit € 481,6 Mio. um € 10,2 Mio. bzw. 2,2 % über dem Vorjahreswert. Hierin waren Leistungen von Tochtergesellschaften in Höhe von € 212,7 Mio. (Vj.: € 211,7 Mio.) enthalten.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen stieg um € 584,1 Mio. auf € 579,6 Mio. Hierzu trugen vor allem die Ergebnisübernahmen von Tochtergesellschaften bei (€ 555,7 Mio.; Vj.: € - 23,6 Mio.). Während diese im Vorjahr insbesondere durch Abschreibungen auf Finanzanlagen belastet waren, wirkten sich in diesem Jahr höhere Ergebnisbeiträge von StepStone aus, die auch Erträge aus Kapitalmaßnahmen beinhalteten. Sonstige Erträge aus direkten Beteiligungen der Axel Springer SE und Ausleihungen beliefen sich auf € 18,7 Mio. (Vj.: € 15,1 Mio.). Darüber hinaus resultierte aus der Bewertung von Beteiligungen und Ausleihungen insgesamt ein positives Ergebnis von € 5,0 Mio. (Vj.: € 4,0 Mio.), das Abschreibungen in Höhe von € 10,4 Mio. (Vj.: € 4,9 Mio.) und Zuschreibungen von € 15,4 Mio. (Vj.: € 8,9 Mio.) beinhaltete.

Das Zinsergebnis des Berichtsjahres betrug € - 0,5 Mio. (Vj.: € - 9,8 Mio.) und umfasste im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus in Anspruch genommenen Kreditlinien, aus Schuldscheindarlehen und aus kurzfristigen Commercial-Paper-Emissionen sowie aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Der Anstieg des Zinsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus höheren Erträgen aus Vermögen zur Deckung von Pensionsverpflichtungen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden in Höhe von € 31,3 Mio. (Vj.: € 33,5 Mio.) erfasst. Der Steueraufwand blieb trotz eines höheren Jahresergebnisses unter dem Vorjahresniveau, da insbesondere die Ergebnisübernahmen von Tochtergesellschaften nur teilweise im Rahmen der Steuerermittlung zu berücksichtigen waren.

Das Geschäftsjahr 2021 endete mit einem Jahresüberschuss in Höhe von € 539,3 Mio. (Vj.: € 16,2 Mio.).

Finanzlage

Die Nettoverschuldung (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen abzüglich Finanzmittel) belief sich zum 31. Dezember 2021 auf € 2.033,1 Mio. (Vj.: € 1.379,1 Mio.).

Die weiterhin verfügbaren langfristigen Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. mit einer Laufzeit bis Juli 2024 waren zum Bilanzstichtag in Höhe von € 686,5 Mio. (Vj.: € 547,6 Mio.) ausgeschöpft. Im September 2021 wurde ein weiteres Laufzeitdarlehen zur Finanzierung der Akquisition von POLITICO in Höhe von € 500,0 Mio. mit einer Laufzeit bis Juli 2026 abgeschlossen und im Oktober in voller Höhe in Anspruch genommen. Die Laufzeit des im Vorjahr aufgenommenen Laufzeitdarlehens in Höhe von € 300,0 Mio. wurde im Berichtsjahr um ein Jahr bis Juli 2024 verlängert. Ferner bestanden weiterhin Schuldscheindarlehen in Höhe von € 614,5 Mio. (Vj.: € 626,0 Mio.) mit Laufzeiten bis Mai 2022 (€ 158,0 Mio.), Mai 2023 (€ 72,0 Mio.) und Mai 2024 (€ 384,5 Mio.).

Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen Kapitalbedarfs kann Axel Springer bestimmte Formen kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio. und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Zum Bilanzstichtag waren keine Commercial Paper ausgegeben.

Die Kreditlinie, das Laufzeitdarlehen über € 300,0 Mio., die Schuldscheindarlehen sowie das kurzfristige Commercial Paper Programm können sowohl für allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung von Akquisitionen eingesetzt werden. Das im Berichtsjahr aufgenommene Laufzeitdarlehen über € 500,0 Mio. dient ausschließlich der Akquisitionsfinanzierung.

Vermögenslage

Bilanz (Kurzfassung)

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 46,9 49,7
Finanzanlagen 7.634,5 6.505,4
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 364,9 225,5
Finanzmittel 69,5 95,2
Übrige Aktiva 75,3 53,2
Aktiva 8.191,2 6.928,9
Eigenkapital 2.477,3 2.338,3
Rückstellungen 140,4 232,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen 2.102,6 1.474,3
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.398,9 2.807,0
Übrige Passiva 71,9 76,8
Passiva 8.191,2 6.928,9

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Berichtsjahr um € 1.262,2 Mio. auf € 8.191,2 Mio. Das Anlagevermögen belief sich auf € 7.681,4 Mio. (Vj.: 6.555,1 Mio.) und stellte 93,8 % (Vj.: 94,6 %) des Gesamtvermögens dar. Es war zu 32,3 % (Vj.: 35,7 %) durch Eigenkapital gedeckt.

Die Finanzanlagen nahmen im Berichtsjahr um € 1.129,1 Mio. auf € 7.634,5 Mio. zu. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus Zugängen in Höhe von € 1.244,3 Mio. infolge von Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen von Tochtergesellschaften. Diese umfassten auch die Finanzierung des Erwerbs von POLITICO im Oktober 2021. Gegenläufig wirkten Abgänge von Finanzanlagen in Höhe von € 120,4 Mio., die sich nahezu ausschließlich aus Darlehenstilgungen ergaben.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (€ 364,9 Mio.; Vj.: € 225,5 Mio.) sowie die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (€ 3.398,9 Mio.; Vj.: € 2.807,0 Mio.) resultierten im Wesentlichen aus dem konzernweiten Liquiditätsmanagement.

Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2021 erhöhte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um € 139,0 Mio. und betrug € 2.477,3 Mio. (Vj.: € 2. 338,3 Mio.). Der Rückgang infolge der Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr (€ 400,3 Mio.) konnte durch den Jahresüberschuss des Berichtsjahres (€ 539,3 Mio.) überkompensiert werden. Die Eigenkapitalquote verringerte sich zum Bilanzstichtag auf 30,2 % (Vj.: 33,7 %).

Die Rückstellungen verminderten sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € 92,2 Mio. auf € 140,4 Mio. (Vj.: € 232,6 Mio.). Ursächlich für den Rückgang waren vor allem geringere Verpflichtungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen sowie geringere Steuerrückstellungen und Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen sind im Berichtsjahr um € 628,3 Mio. auf € 2.102,6 Mio. gestiegen. Ursächlich hierfür war insbesondere die Finanzierung des Erwerbs von POLITICO im Oktober 2021 (s.o.).

Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand der Axel Springer SE hat den nach § 312 AktG vorgeschriebenen Abhängigkeitsbericht an den Aufsichtsrat erstattet und folgende Schlusserklärung abgegeben:

"Die Axel Springer SE hat nach den Umständen, die ihr in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte mit einem verbundenen Unternehmen vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und hat im Berichtszeitraum weder auf Veranlassung noch im Interesse der herrschenden oder eines mit ihnen verbundenen Unternehmens Maßnahmen getroffen oder unterlassen."

Risiko- und Chancenbericht

Axel Springer ist als international agierender Konzern einer Vielzahl von internen und externen Einflüssen ausgesetzt, die das Erreichen unserer Ziele in wesentlichem Maße beeinflussen können. Dabei definieren wir Risiken als Möglichkeit einer negativen Abweichung der Unternehmensentwicklung von unseren Zielen, während Chancen die Möglichkeit einer Abweichung im positiven Sinn darstellen. Vor diesem Hintergrund sollen sich bietende Chancen zur Steigerung des Ertrags- und Unternehmenswertes genutzt und Risiken nur insoweit eingegangen werden, wenn sich diese in einem für das Unternehmen annehmbaren und angemessenen Rahmen bewegen. Risiken sollen durch geeignete Maßnahmen auf ein akzeptables Maß begrenzt werden, teilweise oder vollständig auf Dritte übertragen, vermieden bzw. beobachtet werden, sofern eine Risikobegrenzung nicht sinnvoll erscheint.

Risikomanagementsystem

Der Risikomanagementprozess ist darauf ausgerichtet, alle wesentlichen und potenziell bestandsgefährdenden Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten, um entsprechend gegensteuern zu können. Die grundsätzliche Ausgestaltung der Strukturen und Prozesse des Risikomanagementsystems bei Axel Springer orientiert sich neben nationalen Standards auch an dem international anerkannten "Enterprise Risk Management Framework", dem vom Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) entwickelten Rahmenwerk. Die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagement obliegt dem Vorstand der Axel Springer SE, das operative Management der Einzelrisiken liegt in erster Linie im Verantwortungsbereich der jeweiligen Unternehmensbereiche bzw. Beteiligungen von Axel Springer. Dies umfasst die Früherkennung, Identifikation und Bewertung bereichs- bzw. unternehmensspezifischer Risiken, die Festlegung geeigneter Maßnahmen, deren Steuerung und Kontrolle sowie eine angemessene Dokumentation und Berichterstattung.

Darüber hinaus sind die jeweiligen Bereichsleitungen und Geschäftsführungen unserer Unternehmen verpflichtet, an den turnusmäßigen, systematisierten und standardisierten Risikoerhebungen teilzunehmen. Wesentliche Ad-hoc-Änderungen der Risikosituation sind dem zentralen Corporate Risk Management umgehend zu melden.

Das zentrale Corporate Risk Management stellt übergreifende Standards, Methoden und Tools zur Verfügung, steuert sowohl die halbjährliche als auch die jährliche Risikoerhebung und gewährleistet die Berichterstattung an das Audit Committee des Aufsichtsrats und den Vorstand. Es koordiniert die konzernweiten Risikomanagementaktivitäten und plausibilisiert die gemeldeten Risiken auf Vollständigkeit. Darüber hinaus entwickelt das zentrale Corporate Risk Management das Risikomanagementsystem von Axel Springer kontinuierlich weiter.

Die Bewertung der Risiken erfolgt soweit zweckmäßig und bezifferbar anhand der Parameter "Schadenshöhe" (Wirkung) und "Eintrittswahrscheinlichkeit" quantitativ oder auf Basis qualitativer Kriterien. Eine qualitative Einschätzung des potenziellen Schadens erfolgt mittels Kriterien wie operative Auswirkungen, Einfluss auf unsere Reputation oder rechtliche Konsequenzen. Die Risikobewertung erfolgt unter Berücksichtigung der Maßnahmen zur Gegensteuerung bzw. Risikoreduzierung (Nettobetrachtung). Das auf diese Weise ermittelte Nettorisiko wird in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die anschließende Einordnung der Risiken erfolgt in einer ordinalskalierten Risikomatrix.

Zur Beurteilung der Wesentlichkeit im Gesamtrisikoportfolio werden die Risiken als bestandsgefährdend, wesentlich, zu überwachend, übrige oder nicht konzernrelevant kategorisiert.

Risikomatrix Axel Springer SE

Chancenmanagementsystem

Axel Springer verfolgt das Ziel, den unternehmerischen Erfolg nachhaltig zu sichern. Mögliche Chancen, die sich im Rahmen der Geschäftstätigkeit durch positive Entwicklungen ergeben, sollen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Im Rahmen der Führungs-, Strategie- und Planungsprozesse werden für die Unternehmensbereiche und Beteiligungen von Axel Springer mögliche intern sowie extern induzierte Chancen identifiziert und analysiert. Externe Chancen bieten sich beispielsweise durch sich verändernde Marktstrukturen oder Kundenwünsche, interne Chancen ergeben sich aus Produktinnovationen oder Qualitätsverbesserungen. Grundlage für die Chancenidentifikation sind dabei z. B. Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, Analysen sowie der regelmäßige Austausch mit Fachleuten. Identifizierte Chancen dienen bei Abwägung mit den einhergehenden Risiken als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen und der Einleitung entsprechender Maßnahmen, z. B. über Investitionen in neue Märkte oder Technologien. Die Steuerung der Chancen liegt konzernweit in der Verantwortung des Vorstands und erfolgt dezentral durch die operativen Bereiche und deren Geschäftsführer oder Bereichsleiter.

Das interne Revisionssystem

Die Konzernrevision (Corporate Audit) ist organisatorisch dem Direktionsbereich Corporate Audit, Risk Management und Corporate Cyber Security zugeordnet, der funktional dem Gesamtvorstand und disziplinarisch dem Vorstand Finanzen und Personal unterstellt ist. Sie untergliedert sich in die Teams Operational Audit und IT Audit, die organisatorisch und personell vom Team Corporate Risk Management und Corporate Cyber Security getrennt sind.

Corporate Audit erbringt risikoorientiert Prüfungs- und Beratungsleistungen in sämtlichen Konzerngesellschaften und -bereichen und richtet die Tätigkeit dabei an den maßgeblichen nationalen und internationalen Berufsstandards aus. Dem Bereich kommt insbesondere die Aufgabe zu, die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und Überwachungssystems risikoorientiert und systematisch zu überprüfen sowie gegebenenfalls Maßnahmen zur Schwachstellenbehebung abzuleiten. Zur Wahrung der Unabhängigkeit erstreckt sich der Prüfungsauftrag von Corporate Audit im Hinblick auf das Risikomanagement nur auf die dezentralen Bestandteile. Das zentrale Risikomanagement wird regelmäßig einer Wirksamkeitsprüfung durch qualifizierte, externe Revisionsdienstleister unterzogen.

Corporate Audit überwacht die ordnungsgemäße und fristgerechte Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zur Beseitigung der identifizierten Schwachstellen auf Grundlage eines systematischen Verfahrens (Follow-up).

Die Ergebnisse einzelner Prüfungs- bzw. Beratungsaufträge werden an den Vorstand berichtet und periodisch im Audit Committee des Aufsichtsrats zusammenfassend vorgestellt.

Zur Sicherstellung der Wirksamkeit des internen Revisionssystems sind Qualitätssicherungs- und -verbesserungsverfahren eingerichtet, die unter anderem externe Quality Assessments entsprechend den berufsständischen Vorgaben umfassen.

Bericht über das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem und interne Kontrollsystem

Einen wesentlichen Bestandteil des internen Überwachungssystems der Axel Springer SE bilden das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem sowie das angeschlossene interne Kontrollsystem, das gleichfalls auf dem COSO-Rahmenwerk basiert. Durch das effektive Zusammenspiel dieser Systeme sollen die Ordnungsmäßigkeit, Vollständigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sichergestellt werden. Die Finanzberichterstattung soll somit unter Beachtung einschlägiger Gesetze und Normen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Axel Springer SE und des Axel Springer Konzerns vermitteln. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement und interne Kontrollsystem umfassen alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung von und zum Umgang mit den Risiken der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung. Allerdings bietet selbst ein wirksames und somit angemessenes und funktionsfähiges Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem keine absolute Sicherheit, alle Unregelmäßigkeiten oder unzutreffenden Angaben zu verhindern oder aufzudecken.

Wesentliche Elemente des rechnungslegungsbezogenen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems sind:

Verfahren zur Identifikation, Beurteilung und Dokumentation aller wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Unternehmensprozesse und Risikofelder sowie dazugehöriger Schlüsselkontrollen.

Prozessintegrierte Kontrollen (EDV-gestützte Kontrollen, Validierung von Meldedaten, Vier-Augen-Prinzip, Funktionstrennung, analytische Kontrollen).

Standardisierte Finanzbuchhaltungsprozesse durch Einsatz eines konzerninternen Shared-Service-Centers, in das ein Großteil der konsolidierten deutschen Konzernunternehmen eingebunden sind.

Konzernweite Vorgaben zu Bilanzierungsrichtlinien, Kontenplänen und Meldeprozessen.

Quartalsweise Informationen an alle konsolidierten Konzerngesellschaften über Entwicklungen der Rechnungslegung und des Abschlusserstellungsprozesses.

Sicherstellung der fachlichen Eignung von im Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozess einbezogenen Beschäftigten durch entsprechende Auswahlprozesse und Schulungen. Einsatz externer Fachleute unter anderem bei der Pensionsbilanzierung sowie ausgewählten Bewertungsaufgaben.

Zentrale Erstellung des Konzernabschlusses (einschließlich Lagebericht) unter Einsatz von manuellen und systemtechnischen Kontrollen in Bezug auf rechnungslegungsspezifische Zusammenhänge.

Schutz von rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen vor nicht genehmigtem Zugriff durch Berechtigungsbeschränkungen.

Monatliche interne Konzernberichterstattung inklusive Analyse und Berichterstattung wesentlicher Entwicklungen sowie Soll-Ist-Abweichungen. Regelmäßige, konzernweite Berichterstattung an die Berichtsverantwortlichen, Vorstand und Aufsichtsrat.

Die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems wird durch prozessintegrierte Kontrollen überwacht. Als prozessunabhängige Instanz prüft Corporate Audit in regelmäßigen Abständen in Stichproben ausgewählte Elemente des auf zentraler Ebene und in den Konzerngesellschaften eingerichteten rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems, um Schwachstellen aufzudecken und somit zur Verbesserung der gesetzlichen Regelkonformität beizutragen. Darüber hinaus überwacht das Audit Committee des Aufsichtsrats die Finanzberichterstattungsprozesse sowie die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems.

Risiken und Chancen

Sofern nicht anders angegeben, werden im Folgenden jene Risiken und Chancen erläutert, die eine wesentliche Auswirkung auf das Erreichen unserer Unternehmensziele haben könnten. Innerhalb der dargestellten Risikoarten sind die Risiken und Chancen in der Regel nach ihrer Wesentlichkeit für den Konzern geordnet.

Die zum Bilanzstichtag identifizierten und im Folgenden dargestellten Risiken und Chancen beziehen sich grundsätzlich auf den Prognosezeitraum 2022, sofern sie nicht langfristige Ziele betreffen.

Covid-19-Pandemie

Der Ausblick auf 2022 ist weiterhin geprägt durch Unsicherheiten für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, die aus der Covid-19-Pandemie resultieren. So könnten mögliche erneute Einschränkungen (z. B. verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen) die wirtschaftliche Dynamik abbremsen. Die sich daraus möglicherweise ergebenden negativen Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Aktivitäten weltweit und insbesondere auf die Märkte, in denen wir tätig sind, könnten uns treffen. Das mögliche Ausmaß und die voraussichtliche Dauer einzelner Auswirkungen auf unser Geschäft sind äußerst schwierig zu prognostizieren. Wir könnten uns beispielsweise Ausfällen von Schlüsselpersonal ausgesetzt sehen, wodurch unsere Fähigkeit zur Erstellung unserer Produkte und Dienstleistungen negativ beeinflusst werden könnte.

Auf Konzernebene beobachtet eine zentrale Task Force laufend die Entwicklung der Covid-19-Pandemie und arbeitet übergreifende Entscheidungen aus, formuliert Empfehlungen und zeigt Hilfsangebote auf. Damit werden die unterschiedlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sorgfältig überwacht, wobei die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten stets im Vordergrund steht.

Bestimmte Geschäftsmodelle von Axel Springer könnten auch im Geschäftsjahr 2022 von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie profitieren. So hat beispielsweise das Bedürfnis der Menschen nach Nachrichten und Informationen überproportional und länderübergreifend stark zugenommen. Ferner könnten beispielsweise unsere Preisvergleichsportale durch den stark wachsenden Onlinekonsum der Bevölkerung während der Covid-19-Pandemie profitieren.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Markt- und Wettbewerbsrisiken beziehen sich grundsätzlich auf Änderungen der Absatz- und Beschaffungsbedingungen sowie die Entwicklung konkurrierender Anbieter. Da Axel Springer global agiert und akquiriert, ist eine Vielzahl wirtschaftlicher Einflussfaktoren zur Bestimmung der Marktrisiken zu berücksichtigen. Konjunkturprognosen vor allem für die bedeutenden Absatzmärkte Deutschland, Europa und die USA dienen als übergreifende Indikatoren zur Einschätzung der Markt- und Wettbewerbsrisiken.

Ausführungen zum Konjunkturverlauf und den Wachstumsannahmen im Jahr 2022 vor allem für unsere relevanten Absatzmärkte sind im Kapitel "Prognosebericht" ausführlich beschrieben.

Die Geschäftsaktivitäten in unseren Segmenten Classifieds Media, News Media und Marketing Media (siehe Kapitel "Grundlagen des Konzerns") sind weiterhin einer hohen Markt- und Wettbewerbsdynamik ausgesetzt, die zu Marktanteilsverlusten und somit zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen führen könnten. Insbesondere der Wettbewerb durch die weltweit agierenden Internet-Großkonzerne Google, Apple, Meta und Amazon, kurz GAFA genannt, nimmt weiterhin kontinuierlich zu. Diese Unternehmen bündeln nicht nur spezialisiertes Wissen in ihren Konzernen, sondern geben im Zuge der globalen Digitalisierung weltweit weiterhin die Richtung vor, treten in neue Marktsegmente ein und konkurrieren teilweise auch mit unseren Aktivitäten.

Die Abhängigkeit von Schlüsselkunden ist für die wirtschaftliche Entwicklung einiger unserer Geschäftsmodelle relevant. Der Verlust von Schlüsselkunden könnte wesentliche Umsatzeinbrüche zur Folge haben und unsere Position im Wettbewerb schwächen. Fokussierte Maßnahmen zur Kundenbindung und Kundenbegeisterung, die Suche nach und der Ausbau alternativer Vertragspartner sowie eine professionelle Kundenzusammenarbeit tragen zur Risikominimierung bei.

Neue innovative oder disruptive Geschäftsmodelle, das Verpassen von (Markt-)Trends und neue Technologien sowie allgemein eine mangelnde Weiterentwicklung unserer Produkte könnten ebenso zu einer potenziellen Gefährdung unserer bestehenden Marktposition beitragen und Umsatz- und Ergebnisrückgänge zur Folge haben. Zur Begrenzung der genannten Markt- und Wettbewerbsrisiken erfolgt eine systematische und kontinuierliche Beobachtung des relevanten Markt- und Wettbewerbsumfelds und sich abzeichnender Trends. Auf Grundlage dieser Informationen werden Steuerungsmaßnahmen für die operative Unternehmensführung abgeleitet. Die Attraktivität unserer Geschäftsmodelle verbessern wir unter anderem durch Investitionen in innovative Produktentwicklungen und -anpassungen, neue hochwertige Services, den Einsatz neuer Technologien, zielgruppenorientiertes Marketing und die Erhöhung der Markenbekanntheit. Mit diesen Maßnahmen wollen wir den sich verändernden Kundenbedürfnissen gerecht werden und zugleich den Abstand zum Wettbewerb halten bzw. ausbauen oder verringern. Auch die Einstellung und Weiterentwicklung von hoch qualifiziertem Fachpersonal und der Ausbau langfristiger Kundenbeziehungen wirken risikoreduzierend.

Eine große Anzahl der digitalen Angebote unserer Segmente Classifieds Media, Marketing Media sowie News Media sehen sich weiterhin permanent mit dem Risiko eines plötzlichen Verlusts an Sichtbarkeit konfrontiert, dass sich insbesondere aus der Dominanz großer Internetsuchmaschinen, insbesondere Google, ergibt. Die sich stetig verändernden und teilweise intransparenten Kriterien der Suchalgorithmen führen zu unerwarteten Sichtbarkeitsverlusten und können somit wesentliche Auswirkungen auf die aktuelle und künftige Erlössituation haben. Bereits kleine Auf- und Abwertungen in der Sichtbarkeit bzw. Platzierung auf den Ergebnisseiten können bei bestimmten Geschäftsmodellen zu signifikantem Traffic-Verlust und einem damit einhergehenden Rückgang Traffic-gebundener Erlöse führen.

Wir begegnen diesem Risiko durch ein professionelles Suchmaschinenmarketing, die Verbesserung der Online-Seitenstruktur sowie Investitionen in alternative Traffic-Quellen. Zugleich steht die kontinuierliche Verbesserung der Attraktivität unserer Angebote und die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Marken und Angebote von Axel Springer im Vordergrund.

Unsere Jobportale könnten sich zudem verstärkt dem Preisverfall durch Preisdumping, d. h. der Preissetzung unterhalb der eigenen Produktionskosten, konfrontiert sehen. Ein Preisdumping auf Seiten der Konkurrenz kann ebenfalls zu einer notwendig werdenden Preissenkung auf Seiten unserer Jobportale führen, was wiederum die Einnahmen schmälern könnte. Um dies zu verhindern, versuchen wir, unsere Marktposition zu steigern und unseren Marktvorsprung auszubauen.

Die anhaltende Veränderung des Leseverhaltens hin zu den digitalen Angeboten führt weiterhin zu erheblichem Erlösrückgang im Bereich der gedruckten Publikationen, die von den Erlösen der digitalen Angebote bisher nicht kompensiert werden können. Ein sich veränderndes Marktumfeld, welches durch Produktinnovationen geprägt ist, sowie unvorhersehbare Marktentwicklungen können die bereits einkalkulierten Rückgänge weiter verstärken. Auch der Verlust großer Anzeigen- und Werbekunden aufgrund rechtlicher Werbebeschränkungen oder das Ausweichen bedeutender Handelskunden auf andere Werbeformate wie beispielsweise Fernsehen, Radio oder andere Online-Medien stellen weiterhin ein ernst zu nehmendes Risiko dar.

Andere Risiken unserer digitalen Angebote bestehen weiterhin durch die Einführung des Consent Management. Hier könnte sich der Anteil der personalisierten Werbung reduzieren und damit zu einem Rückgang programmatischer Umsätze führen. Um diesen Risiken zu begegnen, bauen wir kontinuierlich ein Inventar nicht personalisierter Werbung auf und entwickeln neue "cookiefreie" Produkte.

Priorität bei allen Markt- und Wettbewerbsrisiken ist es, durch kontinuierliche Marktanalysen und intensive Kundenbetreuung die sich verändernden Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und unser Produktangebot an den Markttrends und den Kundenanforderungen auszurichten.

Markt- und Wettbewerbschancen

Die Unsicherheit aufgrund der Covid-19-Pandemie besteht weiterhin und voraussichtlich wird die Dynamik des Aufschwungs auch 2022 deutlich zwischen den Ländern und einzelnen Wirtschaftssektoren variieren. Sollte sich die globale Konjunktur schneller und besser als prognostiziert erholen, könnte dies positive Auswirkungen auf unsere Umsatzentwicklung haben. Insbesondere könnten unsere digitalen Geschäftsmodelle, die im Gegensatz zu vielen analogen Geschäftsmodellen, nicht von pandemiebedingten Ausgangssperren betroffen sind, auch 2022 von der Pandemie profitieren, da in der Krise die Verlagerung von "analog" zu "digital" exponentiell zugenommen hat.

Mit unseren Investitionen in digitale Wachstumsmärkte sieht sich Axel Springer in einer guten Position, die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie gut zu meistern und unsere Marktanteile bei den digitalen Geschäftsmodellen auszubauen. Selbst eine negative gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann Chancen eröffnen: So könnten Wettbewerber aus dem Markt ausscheiden, während dadurch unsere eigene Position gestärkt wird. Zusätzlich bestünde die Möglichkeit, Unternehmen zu vorteilhaften Preisen zu erwerben, somit in bestehenden Märkten unsere Position weiter auszubauen und in neue Märkte mit Wachstumspotenzial zu investieren.

Im Segment Classifieds Media gewinnen technologische Lösungen für die Vermarktung von Immobilien, wie bspw. unsere Beteiligungen an Purplebricks und Homeday, zunehmend an Bedeutung. Sie verbinden die Kompetenz klassischer Makler, wie die persönliche Betreuung der Kunden vor Ort, mit effizienzsteigernden Softwarelösungen sowie modernsten Werbe- und Kommunikationstechnologien. Durch die entstehenden Effizienzvorteile kann Immobilienverkäufern die professionelle Immobilienvermarktung zu deutlich günstigeren Konditionen angeboten werden. Darüber hinaus internationalisieren wir das Produkt von MeilleursAgents, das Makler unterstützt, verkaufswillige Eigentürmer zu identifizieren und so zusätzliches Geschäft zu generieren und führen es in Deutschland und Belgien ein.

Intelligente Matching- und Recruitingtechnologien gewinnen bei StepStone rasant an Bedeutung. Die Akquisition von Cammio (in 2020), ein niederländischer Video-Recruitment Anbieter, bietet uns die Chance, noch stärker von der Nachfrage aus Remote-Situationen zu rekrutieren zu profitieren. Mit der 2019 durch StepStone erfolgten Akquisition von Appcast, einem führenden Anbieter für programmatisches e-recruiting in den USA, partizipieren wir an diesem schnell wachsenden Markt und setzen damit unsere Wachstumsstrategie konsequent fort. Die Übernahme der neuen Conversational AI-Technologie Mya durch StepStone, trägt ebenfalls zur Erreichung unserer Wachstumsziele bei. Die für Dialogsituationen optimierte künstliche Intelligenz (Conversational AI) von Mya kann die Art und Weise der Kommunikation mit Jobsuchenden deutlich verändern. StepStone wird über neue Kanäle mit den Nutzern interagieren, um deren Präferenzen und Fähigkeiten zu erfahren. Die neuartige Technologie zieht Schlüsse aus den Kandidaten-Gesprächen und schlägt passende Jobs per sms, whatsApp oder Onsite-Chat vor. Dies kann zu einem verbesserten Matching und damit einer höheren Qualität sowie Anzahl passender Bewerbungen führen. Die Anzahl der erreichbaren Jobsuchenden kann hierdurch erhöht und unsere Erlöse gesteigert werden.

Im Bereich News Media National eröffnet die konstante Weiterentwicklung der Medienmarken BILD und WELT neue Möglichkeiten. Insbesondere der konsequente Ausbau der Digitalplattformen und der Fokus auf das Bewegtbildangebot von BILD und WELT bieten Chancen und stärken die Präsenz von zwei der größten Medienmarken Europas zusätzlich. Die Multi-Medialität (Print, Digital, TV und Audio) ermöglicht, ebenso wie das redaktionsübergreifende Sportkompetenzzentrum, das konsequente Erschließen neuer Geschäfts- und Wachstumsfelder, neue Geschäftschancen und die Gewinnung neuer Zielgruppen. Mit mehr als 590.000 Paid Content Nutzern (IVW/Dez. 2021) bei BILDplus und 180.000 Paid Content Nutzern (IVW/Dez. 2021) bei WELTplus sind wir medialer Vorreiter.

In den USA befindet sich der Medienmarkt weiterhin im Umbruch. Dies bietet unseren journalistischen Angeboten die Chance auf den Ausbau ihrer Marktposition. Unsere US-Tochter Insider Inc. bietet bereits jetzt mit Insider (vormals Business Insider) eine der größten Websites für Wirtschaftsnachrichten und -analysen in den USA. Sie ist mittlerweile in 23 Ländern mit eigenen Portalen vertreten und bietet maßgeschneiderte Informationen in Echtzeit für die digitale Generation. Insider Inc. könnte insofern als einer der Gewinner der Veränderungen im Medienmarkt hervorgehen. Dazu beitragen könnte ebenfalls die Tochtergesellschaft Morning Brew, die auf alternativen Kanälen (Newsletter, Podcast) auch eine jüngere Zielgruppe anspricht. Durch die Akquisition des US-Nachrichtenunternehmens POLITICO, das zu den führenden Anbietern in ihrem Segment gehört und durch Firmenkundenabonnements und unterschiedliche Werbeerlösströme über ein diversifiziertes Erlösmodell verfügt sowie in komplementären Segmenten operiert, hat Axel Springer seine Position im Medienmarkt ausbauen können.

Strategische Risiken

Wesentliche strategische Risiken resultieren bei Axel Springer vorrangig aus Entscheidungen zu Investitionen in neue Geschäftsfelder und -modelle sowie Unternehmen, die sich langfristig anders als geplant entwickeln oder sich nicht nachhaltig am Markt behaupten können bzw. durch neue Geschäftsmodelle verdrängt werden. Bilanziell außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung im Rahmen der durchzuführenden Werthaltigkeitstests und eine geringere Profitabilität wären die Folge. Von diesem Risiko sind die Aktivitäten in allen drei operativen Segmenten betroffen. Ebenfalls birgt eine mögliche unzureichende Diversifikation ein hohes Risikopotenzial.

Insgesamt sind die Geschäftsfelder und -modelle unserer Beteiligungen jedoch vielfältig, sodass durch die Diversifikation sogenannte Klumpenrisiken vermieden werden. Hinzu kommen zur weiteren Risikominimierung präventive Steuerungsmaßnahmen wie klare Investmentkriterien, nach denen wir im Rahmen unserer M&A-Aktivitäten neue Investitionen prüfen, sowie ein aktives Portfolio- und Beteiligungsmanagement, der Aufbau und Erhalt einer qualifizierten Führungsebene und eine aktive und systematische Überwachung der Geschäfts- und Marktentwicklung.

Neben den vorgenannten Risiken ist auch die Abhängigkeit von strategisch bedeutsamen Kooperationspartnern risikobehaftet. Ein aktives Key Account Management, eine rechtliche Begleitung bei der Aushandlung und Neuverhandlung der Verträge sowie eine kontinuierliche Beobachtung der Geschäftsaktivitäten unserer Kooperationspartner tragen zu einer Reduzierung dieses Risikos bei.

Strategische Chancen

In einem sich stetig wandelnden Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen und branchenspezifischen Herausforderungen auch zukünftig mit innovativen und bedarfsgerechten Lösungen begegnen zu können und unsere Position als Europas führendes digitales Medienhaus zu stärken.

Die Strategie von Axel Springer, die auf einen weiteren Ausbau des Geschäfts entlang der bestehenden Kernkompetenzen abzielt, bietet aufgrund einer sehr positiven Entwicklung der digitalen Märkte weiterhin gute Chancen, ein wachstums- und renditestarkes Digitalportfolio aufzubauen und Journalismus auch in der digitalen Welt als erfolgreiches Geschäftsmodell zu etablieren. Neben der kontinuierlichen digitalen Transformation und Monetarisierung der etablierten starken Medienmarken sowie eigener Neu-/Online-Entwicklungen nutzt Axel Springer die Marktentwicklung durch strategisch ausgerichtete Akquisitionen von und Investitionen in neue bzw. zukunftsweisende Unternehmen und Technologien. Auch die Vernetzung mit der Gründergeneration digitaler Start-ups, das Eingehen neuer und der Ausbau bestehender Kooperationen ist Bestandteil unserer internationalen Digitalisierungsstrategie.

Ebenfalls könnte uns der Eintritt in neue bzw. der Ausbau bestehender Märkte (z. B. USA) sowie eine weitere mögliche Verselbstständigung von Segmenten Wachstumsoptionen eröffnen.

Der Erwerb von Beteiligungen an Unternehmen mit aussichtsreichen digitalen Geschäftsmodellen in den Wachstumsphasen ihres Lebenszyklus bietet uns die Möglichkeit, Kontakte innerhalb der Branche und zu anderen Gründern und Investoren zu knüpfen sowie Zugang zu neuen Ideen und Geschäftsmodellen zu bekommen und zu nutzen. Bei erfolgreicher Entwicklung der Beteiligungsunternehmen können wir damit von potenziell signifikanten Wertsteigerungen profitieren.

Informationssicherheitsrisiken

Aufgrund der hohen Integration von Informationstechnologien in Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle ist Axel Springer auf eine hohe Verfügbarkeit von IT-Komponenten angewiesen, um Unterbrechungen der Geschäftstätigkeit mit weitreichenden Konsequenzen für Erlöse und Reputation zu vermeiden. Externe Faktoren in Form von Cybercrime stellen ein zunehmendes Risiko für das Unternehmen dar. Beispiele hierfür sind eingeschleuste Schadsoftware, die den Zugriff auf Unternehmensdaten durch eine Verschlüsselung unterbindet bzw. über die eine Veröffentlichung von Unternehmensdaten angedroht wird (Ransomware), gezielte Überlastattacken (DDoS-Angriffe) sowie CEO-Fraud (Betrugsversuche).

Als weitere IT-Risiken werden Ereignisse eingestuft, die eine Verletzung der Vertraulichkeit von Informationen oder der Datenintegrität zur Folge haben können. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von digitalen Bezahlinhalten, programmatischer Online-Werbung sowie der mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) konformen Verarbeitung personenbezogener Daten kommt dem Schutz zur Vermeidung von Diebstahl oder Verlust der Daten eine hohe Bedeutung zu. Aus diesem Grund wurden und werden spezifische Maßnahmen ergriffen, um Auswirkungen von kriminellen Handlungen und Ausfall von IT-Komponenten weitestgehend zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Der Risikoreduzierung dienen hier Maßnahmen, wie bspw. DDoS-Schutz, Ausweichrechenzentren, Analysen von Schwachstellen, Einsatz von Verschlüsselung, Netzwerkzugangskontrollen, Konsolidierung und Standardisierung, Suche nach Datenlecks sowie Härtung von Systemen. Die genannten Maßnahmen werden kontinuierlich analysiert und, sofern notwendig, ausgebaut und verbessert.

Datenschutzrechtliche Risiken

Die Relevanz des Datenschutzes sowie die gesellschaftliche und politische Sensibilität für Privatsphäre und Sicherheitslücken im digitalen Bereich nehmen seit Jahren stetig zu.

Für 2022 bestehen weiterhin Risiken insbesondere aus zwei europäischen Gesetzeswerken. Dies ist zum einen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO), die seit 2018 gilt. Neben zahlreichen inhaltlichen Verschärfungen zum Datenschutz (unter anderem bei Einwilligungen, Informationen an die Betroffenen, der Verarbeitung großer Datenmengen im Rahmen von "Big Data" und den Anforderungen an die IT-Sicherheit) brachte die DS-GVO vor allem zwei grundsätzliche Änderungen, welche die Risiken für datenverarbeitende Unternehmen deutlich erhöhen: Es gibt eine unternehmensseitige Rechenschaftspflicht, unter welcher der Datenverarbeiter die Einhaltung der DS-GVO nachweisen können muss. Nach der DS-GVO können Bußgelder in Höhe von bis zu € 20 Mio. oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 4 % des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres verhängt werden.

Als Reaktion auf die Einführung der DS-GVO haben wir bereits ab 2017 konzernweit zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören unter anderem die neue Festlegung von Verantwortlichkeiten betreffend den Datenschutz und Datensicherheit, die Durchführung von Schulungen sowie die Einführung einer neuen Richtlinie. Darüber hinaus wurde innerhalb der Holding innerhalb des Bereichs Data & IP (Group Legal) ein Service Center ("Data Privacy Hub") etabliert, welcher neben Prozessanleitungen, Merkblättern, Templates auch einen konzernweiten Austausch aller Stakeholder ermöglicht und strategisch wichtige sowie konzernweite Themen adressiert. Für die von Axel Springer im Bereich der IT-Sicherheit ergriffenen Maßnahmen wird auf den Abschnitt "Informationssicherheitsrisiken" verwiesen.

Im Dezember 2021 ist das neue Telekommunikations-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG) in Kraft getreten. Das TTDSG regelt unter anderem den Schutz der Privatsphäre bei der Nutzung von Endeinrichtungen (z. B. ein PC oder Smartphone), unabhängig davon, ob Personenbezug vorliegt oder nicht. Das TTDSG besagt, dass die Speicherung von Informationen wie Cookies und andere Tracking-Technologien in der Endeinrichtung oder der Zugriff auf diese Informationen nur mit ausreichend informierter Einwilligung der Endnutzer zulässig ist. Die geregelten Ausnahmen vom Einwilligungserfordernis sind mit dem neuen Gesetz noch einmal eingeschränkt worden, was erhebliche Auswirkungen auf unsere deutschen digitalen Geschäftsmodelle haben könnte. Konkret betrifft dies die Regulierung des Einsatzes sogenannter Cookies und ähnlicher Technologien, insbesondere die Zulässigkeit der Erstellung von Nutzerprofilen sowie die Einbindung von Werbenetzwerken und "Retargeting" in den Bereichen Web, Mobile und App sowie die hohen Anforderungen an die Einholung datenschutzkonformer Einwilligungen. Die von den Webseitenbetreibern eingesetzten Einwilligungs-Banner (Consent Management Lösungen) werden von den Aufsichtsbehörden zunehmend kritisch betrachtet, da diese nach Ansicht der Behörden oftmals keine informierten und freiwilligen Einwilligungen im Sinne der DS-GVO und des TTDSG generierten. Aktuell wird das Thema Cookie Banner intensiv diskutiert und nach rechtskonformen Lösungen gesucht. Diese rechtlichen Entwicklungen könnten sich auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer digitalen Geschäftsmodelle auswirken, beispielsweise könnte die Erzielung digitaler Werbeerlöse beeinträchtigt werden. Ein weiteres aktuelles Thema ist der sogenannte Drittland-Transfer von personenbezogenen Daten, was insbesondere Datenverarbeitungen in den USA betrifft. Beispielsweise ist dies relevant bei Verträgen mit Unternehmen, die ihren Firmensitz in den USA haben und dort z. B. Server betreiben, auf denen personenbezogene Daten verarbeitet werden. 2020 wurde das Datenschutzniveau der USA vom EuGH für nicht angemessen befunden (Schrems II) und der vorherige Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission für ungültig erklärt. Die bis dahin gültigen sogenannten Standardvertragsklauseln waren nun ohne zusätzliche Maßnahmen nicht mehr ausreichend. Im Juni 2021 hat die Europäische Kommission neue Standardvertragsklauseln (Standard Clauses - SCC) angenommen, mit welchen eine Rechtsgrundlage für den Datentransfer in jene Länder geschaffen wurde, in denen ein von der Europäischen Union abweichendes Datenschutzniveau herrscht.

Potenzielle Rechtsverstöße gegen die vorgenannten datenschutzrelevanten Gesetze könnten Bußgelder, Schadenersatzforderungen und mögliche Reputationsschäden zur Folge haben. Wir wirken diesen Risiken entgegen, in dem wir uns - auch über die uns vertretenden Verbände - frühzeitig über Entwicklungen im Bereich Datenschutz informieren und versuchen, die für uns relevanten Änderungen rechtzeitig zu erkennen und die sich daraus ergebenden organisatorischen und rechtlichen Anforderungen im Rahmen einer risikoorientierten Priorisierung angemessen umzusetzen.

Politische Risiken

Mögliche Unsicherheiten ergeben sich für Axel Springer aus unseren Geschäftsaktivitäten in Polen, welche zum Segment News Media International gehören. Die politische Lage ist geprägt durch politische Einflussname der dortigen nationalkonservativen Regierung auf öffentlich-rechtliche Medien, aber auch durch mögliche zukünftige Versuche der Einflussnahme auf private Medien.

Politische und rechtliche Chancen

Im politischen und rechtlichen Umfeld ist die (mittlerweile erfolgte) Umsetzung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie in das nationale Recht als Chance für Presseverleger zu nennen. Im Jahr 2019 hatte sich die Europäische Union auf eine Reform des Europäischen Urheberrechts verständigt. Infolgedessen können für die Internetnutzung von Verlagsinhalten durch Aggregatoren und Suchmaschinenanbieter Lizenzgebühren gefordert werden, sofern es sich nicht um "einzelne Wörter" oder "sehr kurze Auszüge" handelt. Dies stärkt die Rechtsposition von Axel Springer für seine verlegerischen Erzeugnisse in der EU. Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht ist im Sommer 2021 erfolgt. Nun bedarf es einer Aushandlung entsprechender Vereinbarungen mit den Plattform-Betreibern. Parallel bestehen Bestrebungen, die Regelungen auch in andere Länder zu exportieren, insbesondere in die USA.

Auf europäischer Ebene arbeiten die Institutionen derzeit an zwei besonders wichtigen neuen Gesetzestexten, dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act. Letzterer soll für faire Marktbedingungen in Bezug auf die großen Digital-Plattformen sorgen, von denen auch Axel Springer profitieren würde. Nach jeweils verabschiedeten Entwürfen werden die Institutionen im Jahr 2022 um einen gemeinsamen Kompromiss ringen.

Reputationsrisiken

Neben den bisher genannten Reputationsrisiken im Zusammenhang mit Datenschutz und Informationssicherheit können sich weitere als Sekundärrisiko bzw. Sekundärwirkung im Zusammenhang mit einem primären Risiko ergeben. Beispielsweise kann ein Verstoß gegen Recht und Gesetz aufgrund der exponierten Stellung von Axel Springer und seinem Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung eine hohe Aufmerksamkeit verursachen und unsere Reputation schädigen. Weitere mögliche Reputationsrisiken können beispielsweise aus der Verletzung der journalistischen Unabhängigkeit erwachsen, wenn die journalistische Arbeit aufgrund persönlicher Vorteilsnahme, mangelhafter Recherche, unvollständigen Informationen oder fehlender Sorgfalt im Umgang mit Quellen gefährdet wird. Auch der Verstoß gegen länderspezifische Gesetze und Verordnungen, die Missachtung von Programmen zur Gleichbehandlung und Chancengleichheit oder soziale und ökologische Konflikte im Rahmen des Beschaffungsprozesses von Ressourcen könnten Reputationsschäden zur Folge haben. Verstöße gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen und nicht korrekt veröffentlichte Informationen im Rahmen der externen Berichterstattung können wirtschaftliche oder juristische Konsequenzen für Axel Springer nach sich ziehen. Zudem besteht das Risiko eines Imageschadens für den Konzern bzw. seiner Marken durch eine negative Berichterstattung oder Kampagnen in Social-Media-Kanälen schon dann, wenn rechtlich betrachtet noch kein Gesetzesverstoß vorliegt.

Den genannten Reputationsrisiken wird unter anderem mit regelmäßigen Sensibilisierungen der Beschäftigten durch beispielsweise eLearning, Richtlinien und Corporate Principles einer transparenten internen und externen Kommunikation sowie unserem Code of Conduct, der konzernweit gültige Verhaltensstandards definiert, entgegengewirkt. Darüber hinaus wirkt unsere International Social Policy, ein Katalog sozialer Standards, potenziellen Reputationsrisiken entgegen. Die International Social Policy legt die Haltung des Unternehmens unter anderem zu Fragen der Rechtstreue, des Kinder- und Jugendschutzes, des Umgangs mit Beschäftigten sowie Gesundheit und Sicherheit dar.

Personalrisiken

Die individuellen Fähigkeiten, fachlichen Kompetenzen und das Engagement unserer Beschäftigten tragen wesentlich zum Erfolg von Axel Springer bei. Ein wesentliches Risiko stellen deshalb der Verlust von Fach- und Führungskräften und der damit einhergehende unternehmensspezifische Wissens- und Kompetenzverlust dar. Diesem wirken wir professionell und aktiv entgegen. Ein Schwerpunkt unseres Personalmanagements liegt in der gezielten und zukunftsweisenden Entwicklung und Motivation der Beschäftigten mithilfe individueller Aus-und Weiterbildungsmaßnahmen, regelmäßigen Feedbackgesprächen sowie attraktiven Bonusprogrammen. Fachbereichsspezifische Maßnahmen wie Coachings, Bildungsbedarfsanalysen und unser konzernweites Talentmanagement unterstützen dabei, zunächst die individuellen Bedürfnisse zu identifizieren und im nächsten Schritt Positionen mit den passenden Personen/Talenten zu besetzen und diese gezielt weiterzuentwickeln. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Besetzung von Top-Führungspositionen durch Frauen. Auch flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit des mobilen Arbeitens und umfassende Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, haben insbesondere während der Covid-19-Pandemie an Bedeutung gewonnen und tragen ebenfalls zur Risikominimierung bei.

Eine systematische Nachfolgeplanung und -entwicklung, insbesondere bei altersbedingter Fluktuation, unterstützt die Besetzung von Schlüsselpositionen und ist unabdingbar. Auf diese Weise soll der Transfer von wertvollem Erfahrungsschatz und Unternehmensexpertise gewährleistet und der Personalbedarf nachhaltig gedeckt werden. Darüber hinaus stellt auch die erschwerte Situation bei der Rekrutierung von Nachwuchs- als auch Führungskräften ein kontinuierlich wachsendes Risiko dar. Infolge des demografischen Wandels und des steigenden Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt ist es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Mit Blick auf die kontinuierlich steigende Digitalisierung des Konzerns werden insbesondere IT-Fachkräfte nach wie vor verstärkt nachgefragt. Deshalb haben wir personalstrategische Initiativen gestartet, um beispielsweise den langfristigen Aufbau eines gemeinsamen Talente-Pools mit Fokus auf Engpass- und Schlüsselfunktionen zu sichern. Auch unser proaktiver Rekrutierungsansatz, zusätzliche Rekrutierungsressourcen und ein den aktuellen Marktpreisen angepasstes Gehaltsniveau leisten einen wichtigen Beitrag, Axel Springer als attraktiven und innovativen Arbeitgeber in Zeiten von New Work in der relevanten Zielgruppe zu positionieren.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten

Aufgrund des Internationalisierungsgrads von Axel Springer ist der Konzern einer Reihe von Marktpreisrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen durch den Bereich Konzernfinanzen auf Basis der durch den Axel Springer Vorstand festgelegten Richtlinien gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Währungsrisiken werden überwiegend dadurch vermieden, dass operative Kosten in den Ländern entstehen, in denen wir unsere Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Darüber hinaus verbleibende Währungsrisiken aus Fremdwährungs-Cashflows (Transaktionsrisiken) werden nicht gesichert. Währungsrisiken aus offenen Nettopositionen ab € 5 Mio. je Fremdwährung werden auf Einzelbasis mit den entsprechenden Fachbereichen diskutiert und weitestgehend gesichert. Währungseffekte aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen (Translationsrisiko) werden direkt im kumulierten Eigenkapital erfasst. Daher sichert sich Axel Springer nicht gegen solche Währungsrisiken ab. Das bestehende Zinsänderungsrisiko resultiert in erster Linie aus finanziellen Forderungen oder Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung. Aufgrund von fest definierten Finanzierungsgrundsätzen und eines regelmäßigen Monitorings des variablen Zinsanteils ist dieses Risiko allerdings begrenzt oder wird, soweit erforderlich, durch den Einsatz von Zinsderivaten minimiert.

Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig auf Basis der Mittelfristplanung überwacht. Die abgeschlossene Kreditlinie, die zusätzlich im Mai 2020 und Oktober 2021 vereinbarten Laufzeitdarlehen von € 300,0 Mio. bzw. € 500,0 Mio. sowie die Schuldscheindarlehen bilden einen ausreichenden Risikopuffer für ungeplante Auszahlungen.

Die Anlage liquider Mittel generiert im Konzern nur geringe Ausfallrisiken. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, erfolgt die Anlage nach vorgegebenen Kriterien, die in einer Konzernrichtlinie festgelegt sind.

Die Risiken aus Finanzinstrumenten und Sicherungsmaßnahmen sind im Konzernanhang unter Ziffer (31) ausführlich erläutert. Insgesamt werden die finanzwirtschaftlichen Risiken als gering eingeschätzt.

Sonstige Risiken

Im Rahmen unseres fortgeschrittenen Nachhaltigkeitsmanagements haben wir eine umfangreiche Klimastrategie erarbeitet, welche die kontinuierliche Emissionsreduktion vorsieht. Unsere Druckereien betreiben bereits ein optimiertes Energiemanagement und wir nehmen regelmäßig erfolgreich an Energie-Audits teil.

Mögliche Risiken, die sich aus dem globalen Klimawandel ergeben, wurden ebenfalls untersucht. Jedoch gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Klimawandel einen unmittelbaren Einfluss auf die Geschäftsmodelle von Axel Springer hätte.

Im Rahmen unserer journalistischen Tätigkeit sehen wir uns mit Risiken konfrontiert, die entstehen können, wenn unsere Journalistinnen und Journalisten Reisen in Kriegsgebiete antreten müssen. Neben möglichen körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen könnte insbesondere in Hochrisikogebieten auch eine Berichterstattung vor Ort unmöglich für uns werden. Bedingt durch die Covid-19-Pandemie sind mittlerweile jedoch nicht nur Kriegsgebiete als Risikogebiete einzustufen und somit nicht ausschließlich unsere Journalistinnen und Journalisten potenziellen Gefahren ausgesetzt, sondern jeder unserer Beschäftigten, der eine zwingend notwendige Reise antritt und somit seine Gesundheit mit einer potenziellen Ansteckung mit Covid-19 gefährdet. Nicht nur der krankheitsbedingte Ausfall unserer Beschäftigten oder entstehende Rückführungskosten, sondern auch der mögliche Ausfall unserer Berichterstattung wären die Folge. Mit speziellen Trainings zur Vorbereitung der Reisenden auf den Ernstfall, entsprechenden Versicherungen sowie eine 24/7 Hotline, um eine medizinische und sicherheitsrelevante Betreuung vor Ort zu gewährleisten, minimieren wir diese Risiken deutlich.

Nach wie vor stellen terroristische Angriffe für Axel Springer ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Diesem begegnen wir unter anderem mit erhöhten Sicherheitsstandards, deutlich verschärften Zutrittsregelungen und Kontrollen sowie einer ausführlichen Aufklärung und Schulung des sicherheitsrelevanten Personenkreises. Das finanzielle Risiko durch mögliche Sachschäden und Betriebsunterbrechungen ist hier über entsprechende Versicherungen abgedeckt.

Betriebliche und sonstige Chancen

Der laufende kulturelle Wandel bei Axel Springer hin zu einem Weltmarktführer im digitalen Journalismus und bei den digitalen Rubriken bringt zusätzliche Chancen in verschiedenen Bereichen mit sich. Zum einen wird durch den Abbau strikter Hierarchien und durch Umstrukturierungen eine schnellere Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit auf sich verändernde Markt- und Wettbewerbsbedingungen gewährleistet. Zum anderen bietet sich die Chance, Axel Springers Arbeitgeberattraktivität durch ein modernes, internationales und zunehmend digitales Arbeitsumfeld zu steigern. Verschiedene Initiativen machen unser Haus insbesondere auch für junge Fachkräfte aus dem Start-up-Umfeld und anderen relevanten Zielgruppen als Arbeitgebermarke attraktiver. So wird beispielsweise mit der "FreeTech Academy of Journalism and Technology" das Ziel verfolgt, die eigene Technologie-Kompetenz langfristig auszubauen, Journalismus und Technologie in einzigartiger Weise miteinander zu verbinden und die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit auf diesen Gebieten zu legen. Als erste Institution dieser Art verzahnt die FreeTech Academy die Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten und Tech-Talenten unter einem Dach.

Gesamtbetrachtung der Risiko- und Chancensituation

Das Gesamtbild der Risiko- und Chancensituation des Axel Springer Konzerns setzt sich aus den Einzelrisiken und -chancen aller Risiko- und Chancenkategorien der konsolidierten Mehrheitsbeteiligungen und der Zentralbereiche zusammen.

Die Gesamtrisikoposition des Axel Springer Konzerns verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen moderaten Anstieg. Gegenwärtig sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Axel Springer Konzerns gefährden oder die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage maßgeblich beeinflussen könnten. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass es nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Konjunktur in unseren Märkten sowie der Medienbranche und damit verbunden zu einer wesentlichen Verschlechterung der Ertragslage des Konzerns kommt. Zudem werden Risikokonzentrationen durch kontinuierliche Diversifizierung, Internationalisierung, Optimierung des Marken- und Produktportfolios sowie Digitalisierung reduziert.

Prognosebericht

Erwartetes wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in seinem Ausblick vom Januar 2022 eine Fortsetzung der Erholung der Weltwirtschaft und prognostiziert für das Jahr 2022 ein globales Wirtschaftswachstum von real 4,4 %. Die Verlangsamung des Wachstums resultiert insbesondere aus Mobilitätseinschränkungen und gesundheitlichen Auswirkungen der Omikron-Variante des Covid-19-Virus, die die wirtschaftliche Entwicklung im 1. Quartal 2022 noch belasten. Der IWF unterstellt in seiner Prognose, dass die Covid-19-Pandemie im Laufe des 2. Quartals 2022 abklingt und es keine neuen Virusvarianten mehr geben wird, die zu Mobilitätseinschränkungen führen könnten. Ferner rechnet der IWF mit zunächst weiter bestehenden Lieferengpässen, die erst in der zweiten Jahreshälfte 2022 aufgelöst werden.

Das ifo Institut sieht in seiner im Dezember 2021 veröffentlichten Konjunkturprognose die deutsche Konjunktur zu Jahresbeginn 2022 wegen anhaltender Lieferengpässe und einer anhaltenden Covid-19-Pandemie noch in einer Stagnationsphase. Im weiteren Jahresverlauf wird mit einem Abklingen der Lieferengpässe und einer Erholung der Konsumausgaben gerechnet, so dass für 2022 von einem realen Wirtschaftswachstum von 3,7 % ausgegangen wird (IWF: 3,8 %). Dabei soll der private Konsum um real 6,5 % wachsen. Das ifo Institut rechnet 2022 angesichts verbesserter Geschäftserwartungen wieder mit einer höheren Auslastung der Kapazitäten und demzufolge mit einer Steigerung der preisbereinigten Ausrüstungsinvestitionen um 5,2 %. Die Wirtschaftsforscher gehen von einem Exportzuwachs von real 5,2 % aus. Dem stehen voraussichtlich ebenfalls steigende Importe um real 5,4 % gegenüber. Das ifo Institut rechnet für das Jahr 2022 mit einer weiterhin kräftigen Steigerung der Verbraucherpreise um 3,3 %.

Die Zahl der Erwerbstätigen wird laut ifo Institut voraussichtlich um rund 400.000 auf jahresdurchschnittlich 45,3 Mio. Personen steigen. Die Arbeitslosenquote dürfte rund 5,2 % betragen.

Erwartete konjunkturelle Entwicklung (Auswahl)

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts ggb. Vj. (real) 2022
Deutschland 3,8 %
Großbritannien 4,7 %
Frankreich 3,5 %
Polen 4,6 %
USA 4,0 %

Quelle: IWF, Januar 2022.

Die für die Weltwirtschaft insgesamt genannten wesentlichen negativen Einflussfaktoren wirken gleichermaßen dämpfend auf das für 2022 erwartete Wirtschaftswachstum in allen für uns wesentlichen Märkten. Für die entwickelten Märkte erwartet der IWF 2022 eine Inflation von durchschnittlich 3,9 %, insbesondere getrieben von Lieferengpässen und steigenden Energiepreisen.

In den USA erwartet der IWF zudem dämpfende Effekte auf das Wirtschaftswachstum durch eine restriktivere Zinspolitik der US-amerikanischen Zentralbank. Dabei setzt sich annahmegemäß der Trend eines ausgeprägten Mangels an Arbeitskräften und damit einhergehend stark steigender Löhne fort.

Die Entwicklung des Wirtschaftswachstums in China beeinflusst maßgeblich die Entwicklung der Weltwirtschaft insgesamt. Für China rechnet der IWF 2022 mit einem Wachstum von nur 4,8 % nach geschätzten 8,1 % im Jahr 2021. Bei dieser Einschätzung spielen eine zurückhaltende Konsumentwicklung und die angespannte Situation am Immobilienmarkt eine wesentliche Rolle.

Branchenumfeld

Nach der aktuellen Werbemarktprognose von Zenith wird für das Jahr 2022 weltweit ein Plus von 9,1 % (nominal) erwartet.

Mit der anhaltenden Covid-19-Pandemie hat sich auch die Phase der digitalen Transformation verlängert. Das Kaufverhalten der Menschen hat sich strukturell geändert und die Bedeutung des E-Commerce Geschäfts hat stark zugenommen. Unternehmen haben darauf reagiert und begleiten ihre Investitionen in technische Infrastruktur und Anpassungen ihrer Geschäftsmodelle auch mit stärkeren Investitionen in Werbung. Mit Branding-Kampagnen wird auf E-Commerce-Angebote der Anbieter aufmerksam gemacht, Performance Marketing leitet den Nutzer-Traffic auf die Plattformen und Werbung innerhalb der Shops (Retail Media Advertising) hebt spezifische Produkte hervor. Trotz Fortschritten in der Pandemie-Bekämpfung durch mittlerweile verfügbare Impfstoffe gestaltet sich die Eindämmung der Covid-19-Pandemie langwieriger als zunächst angenommen. Das Tempo der digitalen Transformation wird sich mit zunehmender Erholung von der Covid-19-Pandemie zwar verlangsamen, nicht jedoch umkehren.

In der Folge setzte sich auch die Verlagerung der Werbebudgets ins Internet 2021 weiter fort. Laut der aktuellen Prognose von Zenith floss bis Ende des Jahres 2021 deutlich mehr als die Hälfte (59,0 %) der weltweiten Werbeausgaben in Online-Werbung. 2022 wird sich der Anteil voraussichtlich noch einmal auf 61,5 % erhöhen.

Die strukturelle Änderung des Kaufverhaltens hat auch zu einem starken Anstieg an Retail Media Advertising - Display- oder Search-Werbung auf E-Commerce-Plattformen - geführt. Diese effektive Art der Werbung erlaubt es Marken, aktive Kunden am Point of Sales zu adressieren. Nach einem Wachstum von 24 % im Jahr 2019 und 53 % im Jahr 2020 wuchs Retail Media Advertising im Jahr 2021 um 47 % gegenüber dem Vorjahr. Zenith schätzt, dass das weltweite Volumen 2021 USD 77 Mrd. betrug, was dem Volumen von Werbung in Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Kino zusammen entspricht und einem Anteil von 20 % aller digitalen Display- und Search-Anzeigen.

Daneben erwartet Zenith das größte Wachstum der nächsten Jahre in Social Media mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 14,8 %, gefolgt von Online-Video mit 14,0 %. Für das Jahr 2022 wird erwartet, dass die weltweiten Werbeausgaben im Bereich Social Media (USD 177 Mrd.) die Werbeausgaben im Bereich TV (USD 174 Mrd.) erstmals übertreffen.

Die bisher vorliegenden Prognosen für Deutschland zeigen für die einzelnen Mediengattungen ein weitgehend ähnliches Bild. Zenith erwartet für den Nettowerbemarkt (Werbeumsätze nach Abzug von Rabatten und Mittlerprovisionen) 2022 in Deutschland einen Anstieg um 3,7 % (nominal).

Neben dem zu erwartenden Trend des digitalen Werbewachstums (7,5 %), wird auch linearem TV (3,0 %) und Out-of-home (2,8 %) ein Wachstum im Jahr 2022 prognostiziert. Für Zeitungen (- 2,0 %), Zeitschriften (- 3,0 %) und Radio (- 2,5 %) wird von Zenith hingegen ein leichter Rückgang der Nettowerbeumsätze prognostiziert. Die klassischen Medien Zeitungen, Zeitschriften und TV werden sich dabei in Deutschland jedoch positiver entwickeln als im internationalen Vergleich.

Dennoch ist die strukturelle Umverteilung der Werbeausgaben zugunsten digitaler Angebote im vergangenen Jahr schneller fortgeschritten als zunächst prognostiziert. Während für das vergangene Jahr 2021 noch ein Anteil digitaler Werbung in Deutschland von 44,9 % prognostiziert wurde, betrug der Anteil für das Jahr 2021 laut neuester Erhebung bereits 48,5 %. Für 2022 soll der Anteil auf 50,3 % steigen. Damit liegt Deutschland jedoch unter dem globalen Durchschnitt (59,0 %).

Da organisches Wachstum im Printmarkt schwierig ist und im wachsenden Digitalbereich die Tech-Konzerne aus den USA dominieren, wird erwartet, dass sich der Markt auch weiterhin stark in Zusammenschlüssen und Partnerschaften formieren wird.

Die digitalen Auslandsmärkte, in denen sich Axel Springer mit eigenen Unternehmensaktivitäten engagiert, werden sich nach der Prognose von Zenith unterschiedlich entwickeln: Auf dem Online-Markt in Westeuropa wird das Nettowerbevolumen im Jahr 2022 um 8,7 % auf USD 77,1 Mrd. steigen. Nachdem die digitalen Werbeausgaben 2021 in Frankreich, Großbritannien und den USA deutlich stärker wuchsen als in Deutschland, werden die Wachstumsraten 2022 in Frankreich (+ 13,4 %) und den USA (+ 17,2 %) voraussichtlich wieder deutlich höher ausfallen als in Deutschland (+ 7,5 %). Großbritannien hingegen (+ 6,8 %) wird voraussichtlich ein niedrigeres Wachstum verzeichnen.

Erwartete digitale Werbekonjunktur 2022 (Auswahl)

Veränderung der Nettowerbeumsätze ggb. Vj. (nominal) Digital
Deutschland 7,5 %
Mittel- und Osteuropa 18,6 %
USA 17,2 %
Großbritannien 6,8 %

Quelle: Zenith, Advertising Expenditure Forecast, Dezember 2021.

Konzern

Strategische und organisatorische Ausrichtung

Axel Springer hat das Ziel, der weltweite Marktführer für digitalen Journalismus und Rubrikenangebote zu werden. Hierfür entwickeln wir unsere Angebote permanent weiter und bauen unser Geschäft organisch und, wo möglich und sinnvoll, durch zielgerichtete Akquisitionen weiter aus. Zusammen mit unseren Investoren wollen wir den eingeschlagenen Wachstumspfad konsequent weiter beschreiten und dadurch einen langfristigen Unternehmenswertzuwachs erzielen.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

In der im Geschäftsbericht 2020 veröffentlichten Prognose rechneten wir für das Geschäftsjahr 2021 im Konzern mit einem Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das adjusted EBITDA und das adjusted EBIT erwarteten wir ein Ergebnis deutlich unter dem Vorjahr. Tatsächlich wurde das Geschäftsjahr 2020 umsatz- und EBITDA-seitig trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie im zweistelligen Prozentbereich übertroffen, das adjusted EBIT wurde sogar deutlich übertroffen.

Die Pro-forma-Umsatzerlöse im Segment Classifieds Media erwarteten wir im Jahr 2021 mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Für das adjusted EBITDA und das adjusted EBIT rechneten wir aufgrund von erhöhten Investitionen in zukünftiges Wachstum mit einem Rückgang im einstelligen Prozentbereich. Tatsächlich konnten wir das Geschäftsjahr 2020 sowohl beim Umsatz als auch beim adjusted EBIT deutlich übertreffen, das adjusted EBITDA wurde im zweistelligen Prozentbereich übertroffen. Hierzu trug insbesondere das Geschäft mit unseren Jobportalen bei, die von einer anziehenden Konjunktur und einem signifikanten Arbeitskräftemangel profitierten.

Im Segment News Media rechneten wir für das Jahr 2021 marktbedingt mit Pro-forma-Umsatzerlösen auf dem Niveau des Vorjahrs. Beim adjusted EBITDA und adjusted EBIT erwarteten wir einen deutlichen Rückgang. Die Erwartungen wurden trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie bei den Pro-forma-Umsatzerlösen mit einem hohen einstelligen prozentualen Wachstum übertroffen. Das adjusted EBITDA ist gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 entsprechend nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich gesunken, der Rückgang beim adjusted EBIT bewegte sich im mittleren einstelligen Prozentbereich. Wir konnten im Segment News Media insbesondere von einer deutlich besser als erwarteten Entwicklung des Werbemarkts profitieren.

Im Segment Marketing Media rechneten wir für das Jahr 2021 mit einem Anstieg der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Durch die gestiegene Bedeutung von E-Commerce in Zuge der anhaltenden Covid-19-Pandemie und der verbesserten konjunkturellen Lage konnten wir das Geschäftsjahr 2021 in diesem Segment mit einem zweistelligen Wachstum jedoch deutlich übertreffen. Dementsprechend stiegen das adjusted EBITDA und das adjusted EBIT deutlich. Im Rahmen unserer Prognose rechneten wir noch investitionsbedingt mit einem Rückgang im einstelligen Prozentbereich.

Für das Segment Services/Holding gingen wir für das Jahr 2021 aufgrund einer erfolgten Straffung von Holdingfunktionen von einer Erhöhung des adjusted EBITDA im einstelligen Prozentbereich aus, während wir beim adjusted EBIT von einer deutlichen Verbesserung ausgingen. Tatsächlich verbesserten sich die beiden Prognosegrößen im zweistelligen Prozentbereich.

Sofern in unserer Prognose auf den zweistelligen Prozentbereich Bezug genommen wird, bezieht sich dies in Anlehnung an den englischen Begriff "Teens" auf den Bereich von mindestens 10 % und höchstens 20 %. Demgegenüber sind mit "deutlich unter Vorjahr" bzw. "deutlich über Vorjahr" Abweichungen gegenüber dem Vorjahr von mehr als 20 % gemeint.

Erwartete Geschäfts- und Ertragsentwicklung

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 basiert auf Pro-forma-Zahlen. Dabei sind Finanzkennzahlen von Unternehmenserwerben, die im Zeitraum 1. Januar 2021 bis zum Erstellungszeitpunkt der Prognose getätigt wurden, ab 1. Januar 2021 in den für interne Steuerungszwecke verwendeten Konzernkennzahlen enthalten. Umgekehrt sind Finanzkennzahlen von Konzernunternehmen, die im gleichen Zeitraum veräußert wurden, ab 1. Januar 2021 in den für interne Steuerungszwecke verwendeten Konzernkennzahlen nicht mehr enthalten.

Für das Geschäftsjahr 2022 rechnen wir mit einem Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Wir gehen davon aus, dass das Segment Classifieds Media überproportional zum Umsatzwachstum beiträgt, da wir insbesondere bei StepStone eine dynamische Entwicklung des Geschäfts erwarten. Im Segment News Media rechnen wir dagegen mit einem leicht unterproportionalen Wachstum, insbesondere aufgrund des strukturell weiterhin rückläufigen Printgeschäfts. Für das adjusted EBITDA und das adjusted EBIT erwarten wir ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, das fast ausschließlich durch das Segment Classifieds Media erzielt wird. Im Segment News Media erwarten wir investitionsbedingt rückläufige Ergebnisse.

Erwartete Finanz- und Vermögenslage

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden 2022 voraussichtlich auf dem Niveau des Jahres 2021 liegen. Die Finanzierung erfolgt aus dem operativen Cashflow.

Dividendenpolitik

Bei den künftigen Dividendenvorschlägen an die Hauptversammlung sollen der jeweilige Stand der Umsetzung der Wachstumsstrategie und dazu notwendige Finanzmittel berücksichtigt werden.

Erwartete Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten

Die Anzahl der Beschäftigten im Axel Springer Konzern wird im Jahresdurchschnitt 2022 den Erwartungen nach über dem Vorjahreswert liegen. Wesentlicher Grund hierfür ist die Umsetzung der Wachstumsstrategie des Unternehmens.

Planungsgrundlagen

Die künftige Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage planen wir auf Basis von Annahmen, die aus heutiger Sicht plausibel und hinreichend wahrscheinlich sind. Die tatsächliche Entwicklung kann jedoch deutlich von den getroffenen Annahmen und den daraus resultierenden Planungen und Trendaussagen abweichen.

Insbesondere liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass es zu keiner signifikanten Verschlechterung unserer dargelegten Erwartung bezüglich des wirtschaftlichen Umfelds kommt. Unsere Erwartung beruht dabei auf einem Abklingen der Covid-19-Pandemie und einer Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung im 2. Halbjahr 2022. Ferner liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass die tatsächlichen Wechselkurse nicht signifikant von den zugrunde gelegten Plan-Wechselkursen abweichen.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand diesen beraten und dessen Geschäftsführung überwacht.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat anhand schriftlicher und mündlicher Berichte eingehend, regelmäßig und zeitnah über alle für das Unternehmen wesentlichen Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Über Vorkommnisse von besonderer Bedeutung wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen durch den Vorstand informiert; darüber hinaus führten der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende regelmäßige Informations- und Beratungsgespräche.

Der Aufsichtsrat hat in die ihm vorgelegten wesentlichen Planungs- und Abschlussunterlagen Einsicht genommen und sich von deren Richtigkeit und Angemessenheit überzeugt. Er prüfte und erörterte alle ihm unterbreiteten Berichte und Unterlagen im gebotenen Maß. Darüber hinaus war eine Einsicht in die Bücher und Schriften der Gesellschaft durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr nicht erforderlich.

Vorgänge von entscheidender Bedeutung für die Gesellschaft wie insbesondere die Durchführung des von der ordentlichen Hauptversammlung am 26. November 2020 beschlossenen Squeezeouts, die Unternehmensplanung, größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben und Personalfragen wurden mit dem Vorstand beraten; die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde zwischen Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt und der Stand der Strategieumsetzung erörtert. Der Aufsichtsrat entschied über alle Rechtsgeschäfte und Maßnahmen, an denen der Aufsichtsrat aufgrund Gesetzes, Satzung oder Geschäftsordnung des Vorstands mitzuwirken hat.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Im Laufe des Berichtsjahres ergab sich folgende Veränderung im Aufsichtsrat: Ulrich Plett hat sein Mandat zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2021 niedergelegt; zu seinem Nachfolger als Mitglied des Aufsichtsrats wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom selben Tag Herr Pascal Keutgens gewählt. Seine Amtszeit endet, ebenso wie die Amtszeit aller übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats, mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2024. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Plett für dessen erfolgreiche Arbeit als Aufsichtsrat der Axel Springer SE. Insbesondere mit seiner herausragenden Expertise auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung hat er unser Unternehmen umfassend und nachhaltig unterstützt.

Wesentliche vom Aufsichtsrat behandelte Themen

Schwerpunkte der Beratung des Aufsichtsrats bildeten im Berichtsjahr vor allem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Entwicklung des Unternehmens, der mit Eintragung in das Handelsregister am 23. Februar 2021 vollzogene Squeezeout der Minderheitsaktionäre der Axel Springer SE, die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 (mit zusammengefasstem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns) und des Berichts über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) sowie im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres der Erwerb von POLITICO in den USA.

Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat ausführlich beschäftigt mit Personalangelegenheiten des Vorstands einschließlich der Einführung eines neuen Incentivierungsprogramms, Compliance-Fragen, der Entwicklung und Strategie von BILD und BILD TV und einer Kooperation mit Facebook sowie mit Änderungen beim OsteuropaJoint Venture mit Ringier, wonach Ringier sämtliche Anteile von Axel Springer in Ungarn, Serbien, der Slowakei und in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen übernahm und das Joint-Venture in Polen unverändert bestehen bleibt. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit den der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2021 zu unterbreitenden Beschlussvorschlägen des Aufsichtsrats, einschließlich des Beschlussvorschlages zu TOP 7 (Beschlussfassung über Änderungen der Satzung).

Weitere Themen der Aufsichtsratsarbeit im Berichtsjahr waren ferner die weitere Entwicklung von Aviv und StepStone sowie das neu eingeführte Incentivierungsprogramm für Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterhalb der Ebene des Vorstands.

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat sich der Aufsichtsrat auch der von ihm als ständige Ausschüsse gebildeten Gremien Präsidium, Audit Committee, Personalausschuss und Nominierungsausschuss bedient.

Jahres- und Konzernabschluss sowie Lage- und Konzernlagebericht, Abhängigkeitsbericht

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Die vorstehenden Unterlagen sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und die Prüfungsberichte der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Die Unterlagen wurden in Anwesenheit des Abschlussprüfers in der Sitzung des Audit Committee vom 16. März 2022 umfassend geprüft und erörtert. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagements bezogen auf den Rechnungslegungsprozess wurden dabei nicht festgestellt. Der Abschlussprüfer ging ferner auf Umfang, Schwerpunkte sowie Kosten der Abschlussprüfung ein. Umstände, die die Befangenheit des Abschlussprüfers besorgen lassen, lagen nicht vor. Der Prüfungsausschuss beschloss, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, den Jahres- und Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht zu billigen.

Der Vorsitzende des Audit Committee hat in der Bilanzsitzung am 17. März 2022 dem Aufsichtsrat über die vom Audit Committee angestellten Untersuchungen und deren Ergebnisse berichtet und Empfehlungen zur Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts abgegeben. Der Aufsichtsrat hat sodann unter Berücksichtigung dieses Berichts und dieser Empfehlungen, der Prüfungsberichte der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Diskussion mit dem auch in der Bilanzsitzung anwesenden Abschlussprüfer die vorstehend genannten Unterlagen seinerseits geprüft.

Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht entsprechend den Empfehlungen des Audit Committee gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Axel Springer SE festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen.

Außerdem hat der Vorstand dem Aufsichtsrat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG vorgelegt. Ebenfalls lag dem Aufsichtsrat der hierzu von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellte Prüfungsbericht vor. Beide Berichte wurden vorab jedem Aufsichtsratsmitglied übermittelt.

Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers lautet wie folgt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Auch den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG sowie den hierzu erstellten Prüfungsbericht des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat geprüft. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 17. März 2022 außerdem mündlich über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen.

Gegen die Ergebnisse des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers und die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG sind vom Aufsichtsrat nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen zu erheben.

Dank an die Mitglieder des Vorstands sowie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die hervorragenden Leistungen im zurückliegenden Geschäftsjahr.

 

Berlin, den 17. März 2022

Der Aufsichtsrat

Ralph Büchi, Vorsitzender

Konzernabschluss

Konzern-Bilanz

Aktiva

Mio. € Anhang 31.12.2021 31.12.2020 * 01.01.2020 *
Langfristige Vermögenswerte   6.044,1 5.170,5 5.559,9
Immaterielle Vermögenswerte (4) 4.668,6 3.854,4 4.072,7
Sachanlagen (5) 632,5 669,0 832,1
Finanzanlagen (6) 624,6 566,5 553,9
Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen   304,5 237,9 280,1
Sonstige Finanzanlagen   320,2 328,7 273,7
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen (32) 0,0 0,0 1,7
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern   0,7 0,0 0,0
Sonstige Vermögenswerte (8) 53,6 31,5 35,2
Aktive latente Steuern (26) 64,1 49,1 64,3
Kurzfristige Vermögenswerte   1.278,1 1.317,4 1.188,9
Vorräte   29,0 29,1 26,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (7) 904,9 728,2 731,5
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen (32) 9,0 13,0 9,3
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern   21,3 18,9 44,5
Sonstige Vermögenswerte (8) 112,3 133,1 90,9
Finanzmittel (28) 201,6 216,3 286,1
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (9) 0,0 178,7 0,0
AKTIVA   7.322,3 6.487,9 6.748,8

Passiva

       
Mio. € Anhang 31.12.2021 31.12.2020 * 01.01.2020 *
Eigenkapital (10) 2.490,8 2.397,7 2.458,9
Anteile der Aktionäre der Axel Springer SE   2.254,9 2.046,3 2.103,5
Anteile anderer Gesellschafter   235,9 351,4 355,4
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten   3.198,0 2.706,5 2.879,8
Rückstellungen für Pensionen (12) 137,2 202,6 217,0
Sonstige Rückstellungen (13) 147,2 108,7 126,9
Finanzverbindlichkeiten (14) 2.399,4 1.943,8 2.102,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   0,1 2,1 0,2
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen (32) 22,1 29,4 23,4
Sonstige Verbindlichkeiten (15) 234,3 149,0 90,0
Passive latente Steuern (26) 257,8 271,0 319,4
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten   1.633,5 1.383,7 1.410,0
Rückstellungen für Pensionen (12) 20,4 20,3 20,7
Sonstige Rückstellungen (13) 159,0 188,4 220,5
Finanzverbindlichkeiten (14) 226,4 79,6 136,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   628,0 534,3 470,0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen (32) 8,8 42,7 59,5
Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern   58,0 70,1 68,0
Sonstige Verbindlichkeiten (15) 532,9 414,7 435,1
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (9) 0,0 33,6 0,0
PASSIVA   7.322,3 6.487,9 6.748,8

* Zur Anpassung der Werte zum 1. Januar und 31. Dezember 2020 vgl. Ziffer (3p).

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio. € Anhang 2021 2020 *
Umsatzerlöse (17) 3.379,2 2.917,6
Sonstige betriebliche Erträge (18) 435,1 134,1
Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen (19) 107,7 97,1
Materialaufwand (20) - 497,7 - 424,7
Personalaufwand (21) - 1.532,3 - 1.268,0
Abschreibungen (22) - 381,6 - 328,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen (23) - 1.037,9 - 833,1
Beteiligungsergebnis (24) 76,1 0,2
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen   15,4 - 36,8
Übriges Beteiligungsergebnis   60,6 36,9
Finanzergebnis (25) - 32,3 - 8,9
Finanzerträge   17,1 35,0
Finanzaufwendungen   - 49,4 - 43,9
Ertragsteuern (26) - 77,0 - 77,6
Konzernüberschuss   439,2 208,2
Auf Aktionäre der Axel Springer SE entfallender Konzernüberschuss   390,4 189,2
Auf andere Gesellschafter entfallender Konzernüberschuss   48,8 19,0

* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer (3p)

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. € Anhang 2021 2020 *
Konzernüberschuss   439,2 208,2
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen   34,4 - 1,9
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (nach Steuern)   34,4 - 1,9
Veränderungen aus der Währungsumrechnung   142,2 - 121,4
Veränderungen der Zeitwerte von Derivaten in Cashflow Hedges   0,0 0,1
Sonstiges Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen   5,7 0,0
Posten, die zukünftig bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (nach Steuern)   147,9 - 121,3
Sonstiges Ergebnis (27) 182,3 - 123,2
Konzerngesamtergebnis   621,6 85,0
Auf Aktionäre der Axel Springer SE entfallendes Konzerngesamtergebnis   572,2 82,7
Auf andere Gesellschafter entfallendes Konzerngesamtergebnis   49,3 2,3

* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer (3p).

Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio. € Anhang 2021 2020 *
Konzernüberschuss   439,2 208,2
Überleitung des Konzernüberschusses auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit:      
Abschreibungen/Zuschreibungen   381,6 328,5
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen (24) - 15,4 36,8
Ausschüttungen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen   2,3 18,3
Ergebnis aus dem Abgang von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten sowie immateriellen Vermögenswerten, Sach- und Finanzanlagen   - 339,2 - 56,6
Veränderung der langfristigen Rückstellungen   - 26,2 - 25,3
Veränderung der latenten Steuern   - 29,3 - 30,2
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen   - 23,6 - 38,1
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   - 161,3 - 1,6
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   96,6 66,0
Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva   109,5 4,3
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (28) 434,2 510,3
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen abzüglich gezahlter Veräußerungskosten   - 0,5 398,3
Einzahlungen aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich abgegebener Zahlungsmittel (2c) 466,8 8,7
Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen   105,6 6,8
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen   - 184,7 - 203,3
Erwerb von Anteilen an konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich übernommener Zahlungsmittel (2c) - 909,5 - 77,5
Investitionen in Finanzanlagen   - 76,5 - 89,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit (28) - 598,9 43,7
Gewinnausschüttung an Gesellschafter der Axel Springer SE   - 400,3 - 125,2
Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter   - 5,1 - 5,2
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (2c) 0,0 - 21,6
Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen   0,0 10,5
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten   - 69,4 - 75,5
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten   2.776,8 2.444,6
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten   - 2.157,5 - 2.838,1
Sonstige Finanzierungen   - 0,6 - 5,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (28) 143,9 - 616,0
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds   - 20,8 - 62,0
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds   3,2 - 4,4
Veränderung des Finanzmittelfonds aus Konsolidierungskreisänderungen   0,0 - 0,5
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode   216,3 286,1
Zahlungsmittelveränderung im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten   2,8 - 2,8
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (28) 201,6 216,3
Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthaltene Ein- und Auszahlungen:      
Gezahlte Ertragsteuern   - 155,4 - 91,8
Erhaltene Ertragsteuern   15,7 51,2
Gezahlte Zinsen   - 27,8 - 22,7
Erhaltene Zinsen   0,6 4,7
Erhaltene Dividenden   9,0 23,0

* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer (3p).

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Kumuliertes übriges Eigenkapital
Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftetes Eigenkapital Währungsumrechnung
Stand 01.01.2020 107,9 579,0 1.600,0 - 17,0
Anpassung *     - 24,1  
Stand 01.01.2020 angepasst * 107,9 579,0 1.575,8 - 17,0
Konzernüberschuss     189,2  
Sonstiges Ergebnis       - 104,7
Konzerngesamtergebnis     189,2 - 104,7
Gewinnausschüttungen     - 125,2  
Konsolidierungskreisänderungen     0,0  
Erwerb/Veräußerung nicht beherrschender Anteile     0,7  
Sonstige Veränderungen   0,5 - 15,9  
Stand 31.12.2020 * 107,9 579,5 1.624,6 - 121,7
Konzernüberschuss     390,4  
Sonstiges Ergebnis       141,7
Konzerngesamtergebnis     390,4 141,7
Gewinnausschüttungen     - 400,3  
Konsolidierungskreisänderungen       12,1
Erwerb/Veräußerung nicht beherrschender Anteile   - 2,2 0,1 0,1
Sonstige Veränderungen   25,0 0,5  
Stand 31.12.2021 107,9 602,2 1.615,3 32,2
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Zeitwertanpassung
Mio. € Derivate in Cashflow Hedges Sonstiges Eigenkapital
Stand 01.01.2020 0,0 - 142,3
Anpassung *    
Stand 01.01.2020 angepasst * 0,0 - 142,3
Konzernüberschuss    
Sonstiges Ergebnis 0,1 - 1,9
Konzerngesamtergebnis 0,1 - 1,9
Gewinnausschüttungen    
Konsolidierungskreisänderungen    
Erwerb/Veräußerung nicht beherrschender Anteile    
Sonstige Veränderungen    
Stand 31.12.2020 * 0,1 - 144,1
Konzernüberschuss    
Sonstiges Ergebnis 0,0 40,1
Konzerngesamtergebnis 0,0 40,1
Gewinnausschüttungen    
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 1,2
Erwerb/Veräußerung nicht beherrschender Anteile    
Sonstige Veränderungen    
Stand 31.12.2021 0,1 - 102,8
Mio. € Anteile der Aktionäre der Axel Springer SE Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
Stand 01.01.2020 2.127,6 355,4 2.483,1
Anpassung * - 24,1   - 24,1
Stand 01.01.2020 angepasst * 2.103,5 355,4 2.458,9
Konzernüberschuss 189,2 19,0 208,2
Sonstiges Ergebnis - 106,5 - 16,7 - 123,2
Konzerngesamtergebnis 82,7 2,3 85,0
Gewinnausschüttungen - 125,2 - 7,1 - 132,2
Konsolidierungskreisänderungen 0,0 2,0 2,0
Erwerb/Veräußerung nicht beherrschender Anteile 0,7 0,7 1,4
Sonstige Veränderungen - 15,5 - 2,0 - 17,4
Stand 31.12.2020 * 2.046,3 351,4 2.397,7
Konzernüberschuss 390,4 48,8 439,2
Sonstiges Ergebnis 181,8 0,5 182,3
Konzerngesamtergebnis 572,2 49,3 621,6
Gewinnausschüttungen - 400,3 - 6,9 - 407,2
Konsolidierungskreisänderungen 13,3 - 159,1 - 145,9
Erwerb/Veräußerung nicht beherrschender Anteile - 2,0 1,0 - 1,0
Sonstige Veränderungen 25,5 0,1 25,6
Stand 31.12.2021 2.254,9 235,9 2.490,8

* Zur Anpassung der Werte zum 1. Januar und 31. Dezember 2020 vgl. Ziffer (3p).

Anhang

Allgemeine Angaben

(1) Grundlagen

Die Axel Springer SE ist eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea) mit Sitz in Berlin, Deutschland. Die Gesellschaft wird beim Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Handelsregisternummer HRB 154517 B geführt. Die Hauptaktivitäten der Axel Springer SE und ihrer Tochterunternehmen ("Axel Springer Konzern", "Axel Springer" oder "Konzern") sind in Ziffer (17) beschrieben.

Der Vorstand der Axel Springer SE hat am 28. Februar 2022 den vorliegenden Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 freigegeben und anschließend dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte in Anwendung von § 315e HGB nach den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union (EU) anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den vom IASB gebilligten Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC). Die Darstellungswährung ist Euro (€); sofern nicht anderweitig angegeben, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) berichtet. Summen und Prozentangaben wurden auf Basis der nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet und können von einer Berechnung auf Basis der berichteten Millionen-Euro-Beträge abweichen.

(2) Konsolidierung

(a) Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss sind die Axel Springer SE und ihre Tochtergesellschaften einbezogen, über die die Axel Springer SE unmittelbar oder mittelbar die Verfügungsmacht besitzt, die variablen Rückflüsse aus dem Tochterunternehmen beeinflussen kann und der Variabilität dieser Rückflüsse ausgesetzt ist.

Die Anschaffungskosten im Rahmen eines Unternehmens- oder Geschäftserwerbs, bei dem Axel Springer die Beherrschung erlangt (Unternehmenszusammenschluss), werden mit dem anteiligen Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein aus der Verrechnung entstehender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und - sofern wir nicht sämtliche Anteile des Unternehmens erwerben - in Höhe des auf unsere Anteile entfallenden Betrags aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam erfasst. Der Erwerbszeitpunkt stellt den Zeitpunkt dar, an dem die Möglichkeit der Beherrschung über das erworbene Unternehmen bzw. Geschäft erlangt wird. Unterschiedsbeträge aus Verkäufen und Käufen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter verrechnen wir innerhalb des Eigenkapitals.

Sind im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses Verkaufsoptionen über verbleibende Anteile nicht beherrschender Gesellschafter vereinbart, wird der bedingte Kaufpreis dieser Anteile als finanzielle Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert erfasst und ergebniswirksam zu jedem Bilanzstichtag neu bewertet. Bei Abschluss identischer bzw. nahezu identischer Kauf- und Verkaufsoptionen über verbleibende Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, bei denen sich der zu zahlende Kaufpreis an den künftigen Unternehmensergebnissen bemisst, wird ein antizipierter Erwerb dieser Anteile angenommen. Insofern unterbleibt ein Ausweis von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter.

Assoziierte Unternehmen, bei denen Axel Springer einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann, und Gemeinschaftsunternehmen, die von Axel Springer und einer oder mehreren Parteien gemeinschaftlich geführt werden, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Hierfür werden grundsätzlich die IFRS-Einzel- bzw. -Konzernabschlüsse dieser Unternehmen zum Konzernabschlussstichtag zugrunde gelegt. Im fortgeführten Beteiligungsbuchwert enthaltene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Vermögenswerte und Schulden werden nach den Bilanzierungsgrundsätzen für Unternehmens- und Geschäftserwerbe ermittelt. Verluste, die den Beteiligungsbuchwert bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht. Zwischenergebnisse werden anteilig eliminiert. Beteiligungsbuchwerte werden hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit überprüft und bei vorliegender Wertminderung außerplanmäßig auf den niedrigeren erzielbaren Betrag abgeschrieben.

(b) Konsolidierungskreis

Die Zusammensetzung der in unseren Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften (Konsolidierungskreis) ergibt sich aus folgender Darstellung:

31.12.2021 31.12.2020
Vollkonsolidierte Gesellschaften    
Deutschland 84 84
Übrige Länder 98 112
Nach der Equity-Methode einbezogene Gesellschaften    
Deutschland 12 12
Übrige Länder 8 8

Die Gesellschaften des Konsolidierungskreises sind in Ziffer (35) angegeben. Im Geschäftsjahr 2021 ergaben sich insbesondere die folgenden Veränderungen im Konsolidierungskreis:

Ende März haben wir 100,0 % der Anteile an der französischen La Centrale-Gruppe, Paris, Frankreich, und deren Tochtergesellschaft sowie deren nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligung veräußert.

Ende September haben wir 87,0 % der Anteile an der Bistro.sk a.s. (vormals Ringier Axel Springer SK, a.s.), Bratislava, Slowakei, veräußert.

Mitte Oktober erfolgte der Erwerb von 100,0 % der Anteile an Politico Media Group, LLC, (vormals Allbritton, LLC), Arlington, USA. Der Erwerb umfasste auch die ausstehenden 50,0 % der Anteile an AS TYFP Media GmbH & Co. KG, Berlin, die Holdinggesellschaft der POLITICO Europe-Gruppe. Beide Gesellschaften werden seitdem mit ihren insgesamt sechs Tochtergesellschaften vollkonsolidiert.

Ende Dezember wurde die Veräußerung von 50,0 % der Anteile an der Ringier Axel Springer Media AG, Zürich, Schweiz, vollzogen und die Ringier Axel Springer Media AG sowie deren 18 vollkonsolidierte Tochtergesellschaften entkonsolidiert.

Die weiteren Veränderungen betrafen insbesondere für den Konzernabschluss unwesentliche Verschmelzungen, Erst- und Entkonsolidierungen sowie erstmalige at-Equity-Konsolidierungen von Gesellschaften.

(c) Akquisitionen und Desinvestitionen

Mitte Oktober 2021 haben wir 100,0 % der Anteile an Politico Media Group, LLC, (vormals Allbritton, LLC), Arlington, USA, erworben und seitdem vollkonsolidiert. Der Erwerb umfasste auch 50,0 % der Anteile an AS TYFP Media GmbH & Co. KG, Berlin, die Holdinggesellschaft der POLITICO EU-Gruppe, sodass Axel Springer nun Alleineigentümer ist. POLITICO verfügt über eines der weltweit einflussreichsten Angebote für politische Nachrichten und unterstützt Axel Springers Wachstumsstrategie, insbesondere die Expansion auf dem US-amerikanischen Medienmarkt.

Die vorläufigen Anschaffungskosten betrugen insgesamt € 912,3 Mio. und beinhalteten neben dem gezahlten Kaufpreis von € 881,0 Mio. auch die zum Zeitwert bewertete bestehende Beteiligung von 50,0 % an der POLITICO EU-Gruppe von € 31,3 Mio. (vgl. zum Ertrag aus der Neubewertung Ziffer (24)). Die im sonstigen betrieblichen Aufwand erfassten Anschaffungsnebenkosten beliefen sich auf € 3,2 Mio.

Die vorläufigen Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses wurden den erworbenen Vermögenswerten und Schulden anhand der vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag wie folgt zugeordnet:

Mio. € Buchwert nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 334,1
Sachanlagen und Finanzanlagen 26,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31,7
Sonstige Vermögenswerte und aktive latente Steuern 8,0
Aktive latente Steuern 1,3
Finanzmittel 19,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 5,5
Finanzverbindlichkeiten - 21,3
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 61,8
Passive latente Steuern - 6,4
Nettoreinvermögen 325,9
Anschaffungskosten (vorläufig) 912,3
Geschäfts- oder Firmenwert (vorläufig) 586,4

Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Markenrechte sowie Kundenstämme. Die Kaufpreisallokation berücksichtigt alle auf den Erwerbsstichtag bezogenen werterhellenden Erkenntnisse und war insbesondere wegen der zeitlichen Nähe zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen.

Der zu großen Teilen steuerlich abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separierbaren Werten wie dem Mitarbeiter-Know-how und erwarteten Synergieeffekten aus der Integration sowie strategischen Vorteilen aus der führenden Marktposition und digitalen Reichweite des Unternehmens zuzurechnen.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug € 32,1 Mio. Hierauf wurden Wertberichtigungen in Höhe von € 0,4 Mio. erfasst.

Seit dem erstmaligen Einbezug Mitte Oktober 2021 hat POLITICO zum Konzernumsatz in Höhe von € 40,2 Mio. sowie zum Konzernüberschuss in Höhe von € 1,1 Mio. beigetragen. Wenn POLITICO bereits am 1. Januar 2021 vollkonsolidiert worden wäre, hätten sich der Konzernumsatz 2021 um € 171,3 Mio. sowie der Konzernüberschuss 2021 um € 5,5 Mio. verändert.

Anfang März 2021 wurde der Verkauf von 100,0 % der von Axel Springer gehaltenen Anteile an der französischen La Centrale-Gruppe, Paris, Frankreich, für einen Gesamtkaufpreis von € 399,1 Mio. vollzogen. Im Konzern bereits erfasste Finanzmittel der Gesellschaft von € 78,0 Mio. wurden nicht veräußert, sondern vor Veräußerung an uns ausgeschüttet. Axel Springer hat sich anschließend mit einem Betrag von € 50,0 Mio. zu 22,5 % an der neu gegründeten Erwerbergesellschaft beteiligt. Der im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasste Veräußerungsgewinn betrug € 251,3 Mio. Das Veräußerungsergebnis beinhaltete zuvor im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasste Aufwendungen in Höhe von € 0,6 Mio. Im Rahmen der Veräußerung entstanden veräußerungsbedingte Kosten von insgesamt € 1,1 Mio., die im Personalaufwand, sonstigen betrieblichen Ertrag bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst wurden. Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich wie folgt dar:

Mio. € Buchwert
Geschäfts- oder Firmenwert 96,3
Immaterielle Vermögenswerte 65,4
Sach- und Finanzanlagen 1,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11,1
Übrige Vermögenswerte 4,1
Finanzmittel 6,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 3,3
Finanzverbindlichkeiten - 1,1
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 18,8
Passive latente Steuern - 14,8
Abgang Nettoreinvermögen 147,2
Realisierung der zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Aufwendungen - 0,6
Verkaufserlös 399,1
Veräußerungsergebnis 251,3

Ende September 2021 haben wir die durch die Ringier Axel Springer Media AG gehaltenen Anteile (87,0 %) an der Bistro.sk (vormals Ringier Axel Springer SK, a.s.), Bratislava, Slowakei, für einen vorläufigen Gesamtkaufpreis von € 43,5 Mio. veräußert, wovon € 42,8 Mio. im Berichtsjahr gezahlt wurden. Zuvor wurde das News Media und Community Business in separate Gesellschaften ausgegliedert. Der im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasste vorläufige Veräußerungsgewinn betrug € 24,8 Mio. Im Zug der Veräußerung sind Anteile anderer Gesellschafter von € 0,2 Mio. abgegangen. Zudem entstanden veräußerungsbedingte Kosten von € 1,8 Mio., die im Personalaufwand bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst wurden. Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich wie folgt dar:

Mio. € Buchwert
Geschäfts- oder Firmenwert 18,0
Immaterielle Vermögenswerte 1,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,4
Übrige Vermögenswerte 0,3
Finanzmittel 2,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 0,5
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 2,7
Abgang Nettoreinvermögen 18,9
Anteile anderer Gesellschafter am Nettoreinvermögen - 0,2
Verkaufserlös (vorläufig) 43,5
Veräußerungsergebnis (vorläufig) 24,8

Ende Dezember 2021 haben wir den Verkauf unserer bislang vollkonsolidierten Anteile (50,0 %) an der Ringier Axel Springer Media AG, Zürich, Schweiz, vollzogen. Zuvor erfolgte die Ausgliederung der polnischen Beteiligungen in die Grupa Ringier Axel Springer Polska AG, Zürich, Schweiz, an der wir wie bislang 50,0 % der Anteile halten und die wir weiterhin aufgrund gesellschaftsvertraglicher Rechte vollkonsolidieren. Die Ringier Axel Springer Media AG und alle nach Ausgliederung verbleibenden Tochtergesellschaften haben wir für einen vorläufigen Gesamtkaufpreis von € 213,9 Mio. vollständig veräußert. Von dem Gesamtkaufpreis wurde ein Betrag von € 52,7 Mio. durch Übertragung einer Darlehensforderung erfüllt, die in der Vergangenheit aufgrund nicht mehr benötigter Finanzmittel an die Axel Springer SE gewährt wurde. Der verbleibende vorläufige Kaufpreis von € 161,2 Mio. wurde im Berichtsjahr gezahlt. Der im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasste vorläufige Veräußerungsgewinn betrug € 41,7 Mio. Das Veräußerungsergebnis beinhaltete zuvor im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasste Aufwendungen von € 12,3 Mio., fast ausschließlich Fremdwährungsdifferenzen. Im Zug der Veräußerung sind Anteile anderer Gesellschafter von € 159,0 Mio. abgegangen. Die im Rahmen der Veräußerung entstandenen veräußerungsbedingten Kosten von € 0,9 Mio. wurden im Personalaufwand bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich wie folgt dar:

Mio. € Buchwert
Geschäfts- oder Firmenwert 67,9
Immaterielle Vermögenswerte 49,6
Sach- und Finanzanlagen 14,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17,6
Übrige Vermögenswerte 59,8
Finanzmittel 98,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 10,6
Finanzverbindlichkeiten - 7,4
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 18,5
Passive latente Steuern - 5,4
Abgang Nettoreinvermögen 266,2
Anteile anderer Gesellschafter am Nettoreinvermögen - 159,0
Realisierung der zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Aufwendungen - 12,3
Verkaufserlös (vorläufig) 213,9
Übertragung einer Darlehensforderung - 52,7
Veräußerungsergebnis (vorläufig) 41,7

Weitere im Berichtszeitraum vollzogene Unternehmenstransaktionen sowie die Finalisierung von Kaufpreisallokationen des Vorjahres hatten einzeln und in Summe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Akquisitionen und Desinvestitionen im Vorjahr:

Ende Februar 2020 haben wir über unsere Tochtergesellschaft Ringier Axel Springer Media AG 100,0 % der Anteile an Gratka Spolka Z.o.o., Warschau, Polen, erworben. Zudem erwarb die Ringier Axel Springer Media AG Ende April 2020 und im Juni 2020 insgesamt 79,6 % der Anteile an MZN Property S.A., Warschau, Polen ("Morizon"), und deren Tochtergesellschaften. Die Gesellschaften werden seit dem Erwerb vollkonsolidiert. Gratka betreibt das Rubrikenportal gratka.pl und Morizon das Portal Morizon.pl für Immobilienkleinanzeigen.

Für die restlichen 20,4 % der Anteile an Morizon wurden Kauf- und Verkaufsoptionen vereinbart, bei denen sich der zu zahlende Kaufpreis an den künftigen Unternehmensergebnissen beider Gesellschaften bemisst. Dementsprechend haben wir einen antizipierten Erwerb dieser Anteile angenommen und keine Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ausgewiesen.

Die Anschaffungskosten betrugen insgesamt € 42,8 Mio. und beinhalteten den im Geschäftsjahr 2020 gezahlten Kaufpreis von € 34,2 Mio. sowie den in Höhe von € 8,7 Mio. als Kaufpreis zu behandelnden Zeitwert der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit für die vereinbarten Optionsrechte. Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit betrug insgesamt € 10,7 Mio. und enthielt in Höhe von € 2,0 Mio. einen Teilbetrag, der als Personalaufwand über die Optionslaufzeit erfasst wird. Die im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres 2020 erfassten Anschaffungsnebenkosten betrugen € 1,0 Mio.

Die kumulierten Anschaffungskosten dieser Unternehmenszusammenschlüsse wurden den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten anhand der Kaufpreisallokationen zu den jeweiligen Erwerbsstichtagen wie folgt zugeordnet:

Mio. € Buchwert nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 12,3
Sachanlagen und Finanzanlagen 0,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,9
Vorräte 0,2
Sonstige Vermögenswerte und aktive latente Steuern 0,2
Finanzmittel 0,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 0,9
Finanzverbindlichkeiten - 0,2
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 0,2
Passive latente Steuern - 1,8
Nettoreinvermögen 11,5
Anschaffungskosten 42,8
Geschäfts- oder Firmenwert 31,3

Die steuerlich nicht abzugsfähigen Geschäfts- oder Firmenwerte sind vor allem nicht separierbaren Werten wie dem Mitarbeiter-Know-how und erwarteten Synergieeffekten aus der Integration sowie strategischen Vorteilen aus den führenden Marktpositionen und digitalen Reichweiten der Unternehmen zuzurechnen.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug € 1,1 Mio. Hierauf wurden Wertberichtigungen in Höhe von € 0,2 Mio. erfasst.

Seit dem erstmaligen Einbezug Ende Februar bzw. Ende April 2020 haben Gratka und Morizon zum Konzernumsatz 2020 in Höhe von € 10,7 Mio. sowie zum Konzernüberschuss 2020 in Höhe von € - 0,4 Mio. beigetragen. Wenn Gratka und Morizon bereits am 1. Januar 2020 vollkonsolidiert worden wäre, hätten sich der Konzernumsatz 2020 um € 13,1 Mio. sowie der Konzernüberschuss 2020 um € - 0,2 Mio. verändert.

Ende Oktober 2020 haben wir 66,0 % der Anteile an Morning Brew, Inc., New York, USA, erworben und seitdem vollkonsolidiert. Morning Brew ist ein auf Wirtschaftsnachrichten fokussierter, reichweitenstarker Newsletter-Anbieter. Mit seinen verschiedenen tagesaktuellen Rubriken komplementiert Morning Brew die digitalen Nachrichten-Angebote der Insider (vormals Business Insider) Gruppe.

Für die restlichen 34,0 % der Anteile an Morning Brew wurden Kauf- und Verkaufsoptionen vereinbart, bei denen sich der zu zahlende Kaufpreis an den künftigen Unternehmensergebnissen von Morning Brew bemisst. Dementsprechend haben wir einen antizipierten Erwerb dieser Anteile angenommen und keine Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ausgewiesen.

Die vorläufigen Anschaffungskosten betrugen insgesamt € 77,9 Mio. und beinhalteten neben dem im Geschäftsjahr 2020 gezahlten Kaufpreis von € 28,1 Mio. und einem Kaufpreiseinbehalt von € 1,3 Mio. eine bedingte Kaufpreisverbindlichkeit von € 48,5 Mio. Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit resultierte aus einer Earn-out- und Optionsvereinbarung und wurde mit ihrem Zeitwert zum Erwerbsstichtag erfasst. Die im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres 2020 erfassten Anschaffungsnebenkosten beliefen sich auf € 0,5 Mio.

Die vorläufigen Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses wurden den erworbenen Vermögenswerten und Schulden anhand der zum 31. Dezember 2020 vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag wie folgt zugeordnet:

Mio. € Buchwert nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 21,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2,9
Sonstige Vermögenswerte 0,4
Finanzmittel 2,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1,0
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 1,0
Passive latente Steuern - 7,7
Nettoreinvermögen 16,9
Anschaffungskosten (vorläufig) 77,9
Geschäfts- oder Firmenwert (vorläufig) 60,9

Die Kaufpreisallokation berücksichtigt alle auf den Erwerbsstichtag bezogenen werterhellenden Erkenntnisse und war insbesondere wegen der zeitlichen Nähe zum 31. Dezember 2020 noch nicht abgeschlossen.

Der steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separierbaren Werten wie dem Mitarbeiter-Know-how und erwarteten Synergieeffekten aus der Integration sowie strategischen Vorteilen aus der führenden Marktposition und digitalen Reichweite des Unternehmens zuzurechnen.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug € 2,9 Mio. Darauf wurden keine Wertberichtigungen erfasst.

Seit dem erstmaligen Einbezug Ende Oktober 2020 hat Morning Brew zum Konzernumsatz 2020 in Höhe von € 3,7 Mio. sowie zum Konzernüberschuss 2020 in Höhe von € 0,7 Mio. beigetragen. Wenn Morning Brew bereits am 1. Januar 2020 vollkonsolidiert worden wäre, hätten sich der Konzernumsatz 2020 um € 18,5 Mio. sowie der Konzernüberschuss 2020 um € 2,5 Mio. verändert.

Weitere im Geschäftsjahr 2020 vollzogene Unternehmenstransaktionen sowie Finalisierungen von Kaufpreisallokationen aus Unternehmenserwerben des Geschäftsjahres 2019 hatten einzeln und in Summe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

(d) Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte und Zeitwertanpassungen von Vermögenswerten und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben außerhalb der Europäischen Währungsunion werden dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und entsprechend mit dem Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Posten der Gewinn- und Verlustrechnung dieser Tochterunternehmen werden zum gewichteten Durchschnittskurs umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten werden zum historischen Kurs bei Entstehung umgerechnet. Aus der Umrechnung resultierende Währungsdifferenzen werden innerhalb des kumulierten übrigen Eigenkapitals bzw. der Anteile anderer Gesellschafter erfasst.

Die Kurse der für uns wichtigen Fremdwährungen haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt entwickelt:

1 € in Fremdwährung Durchschnittskurs Stichtagskurs
2021 2020 31.12.2021 31.12.2020
Britische Pfund 0,86 0,89 0,84 0,90
Israelischer Schekel 3,83 3,92 3,51 3,95
Polnische Zloty 4,56 4,44 4,59 4,56
US-Dollar 1,18 1,14 1,13 1,23

(3) Erläuterung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(a) Grundlagen

Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr grundsätzlich unverändert zum Vorjahr angewendet.

(b) Erlösrealisierung

Der Axel Springer Konzern ist ein führender digitaler Verlag mit einem Schwerpunkt auf digitalen Rubrikenangeboten und Journalismus. Umsatzerlöse erzielen wir überwiegend aus Werbe- und Vertriebserlösen.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich mit Erfüllung der identifizierten Leistungsverpflichtungen, d. h. wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter erlangt und Nutzen hieraus ziehen kann oder die vereinbarten Dienstleistungen erbracht wurden. Die Erlöse bemessen sich in Höhe der jeweiligen Vergütung, die wir für die Übertragung zugesagter Güter oder die Erbringung von Dienstleistungen voraussichtlich erhalten werden ("Transaktionspreis") und die sich aus veröffentlichten Preislisten oder individuellen Vereinbarungen ergibt. Verträge mit Kunden werden entweder über einzelne Lieferungen und Leistungen geschlossen oder haben Laufzeiten, die überwiegend kurzfristig sind. Die Vergütung ist entweder im Voraus, im Zeitpunkt der Leistungserbringung oder unter Gewährung kurzfristiger Zahlungsziele fällig. Aufwendungen für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden sind in der Regel von untergeordneter Bedeutung oder betreffen kurzfristige Verträge und werden daher aus Vereinfachungsgründen sofort aufwandswirksam erfasst.

Sofern wir einen Teil unserer Leistungsverpflichtung bereits erfüllt haben, unser Anspruch auf Bezahlung jedoch von weiteren Leistungen abhängig ist, weisen wir einen Vertragsvermögenswert in den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten aus. Hat der Kunde bereits bezahlt, ohne dass wir unsere Leistungsverpflichtung erfüllt haben, bilanzieren wir eine Vertragsverbindlichkeit in den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten.

Werbeerlöse umfassen insbesondere Erlöse aus digitalen Rubrikenangeboten, aus der Vermarktung der Online- und Printmedien sowie aus der reichweiten- und performancebasierten Vermarktung. Werbeerlöse aus digitalen Rubrikenangeboten werden im Wesentlichen aus dem Verkauf von Stellen-, Immobilien- und Autoanzeigen erzielt. Die Erlöse werden entsprechend der Leistungserbringung grundsätzlich linear über den Zeitraum der Schaltung der jeweiligen Anzeige realisiert. Die diesbezüglichen Vergütungen werden vielfach im Voraus oder mit Beginn der Leistungserbringung vereinnahmt, so dass wir in Bezug auf die noch ausstehenden Leistungen Vertragsverbindlichkeiten ausweisen.

Die Vermarktung der Online- und Printmedien führt zu Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, aus TV-Werbung und aus dem Verkauf von Werbung in unseren Online-Medien. Die Realisierung der Erlöse erfolgt mit der Veröffentlichung bzw. Ausspielung der Werbung. Gewährte Rabatte und Boni werden bei der Bemessung der Umsatzerlöse mindernd berücksichtigt.

In der Reichweitenvermarktung vermarkten wir Werbeplätze an Werbekunden, die in Abhängigkeit von der generierten Reichweite oder von der durch die Reichweite erzeugten Interaktion vergütet werden. Im Rahmen der performancebasierten Vermarktung bieten wir Plattformen an, die als Marktplatz Werbetreibende und Anbieter von Online-Werbeplätzen zusammenbringen. Die Werbetreibenden zahlen den Anbietern nur eine erfolgsabhängige Vergütung, sofern die Werbung zur vom Werbekunden gewünschten Transaktion geführt hat.

Unsere Dienstleistung besteht insbesondere in der technischen und finanziellen Abwicklung zwischen den beiden Parteien. Da wir regelmäßig nicht die Verfügungsgewalt über die angebotenen Werbeplätze erlangen, werden wir im Bereich der performancebasierten Vermarktung überwiegend als Agent tätig und weisen die Umsatzerlöse nur in Höhe unseres Provisionsanspruchs aus.

Vertriebserlöse umfassen vor allem den Verkauf von gedruckten Zeitungen und Zeitschriften an den Einzel-und Großhandel sowie an Abonnenten und den Verkauf digitaler Abonnements. Die Realisierung der Erlöse aus dem Verkauf gedruckter Angebote erfolgt grundsätzlich im Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden. Erwartete Rücklieferungen werden auf Basis von Erfahrungswerten erlösmindernd berücksichtigt. Digitale Abonnements werden über deren Laufzeit linear realisiert, da die Leistungsverpflichtungen sukzessive mit der stetigen Aktualisierung der Inhalte erfüllt werden. Zahlungen an Kunden für den Abschluss von Abonnements vermindern den Transaktionspreis und werden entsprechend erlösmindernd über die Abonnementlaufzeit verteilt. Abonnementsvergütungen werden grundsätzlich im Voraus vereinnahmt, so dass für die noch ausstehenden Leistungen Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen werden.

Umsatzerlöse aus Tauschgeschäften werden realisiert, wenn nicht gleichartige Güter oder Dienstleistungen getauscht werden und Erlöse eindeutig messbar sind. Sie werden zum Zeitwert der erhaltenen Leistung bewertet. Sofern im Rahmen von Tauschgeschäften der Zeitwert der erhaltenen Leistung nicht zuverlässig bestimmt werden kann, wird dieser anhand des Zeitwerts der erbrachten Leistung bemessen.

Bei Angeboten, die mehrere Leistungskomponenten enthalten ("Bündelangebote"), erfolgt die Aufteilung des Transaktionspreises grundsätzlich auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der einzelnen Leistungsverpflichtungen. Sofern Einzelveräußerungspreise nicht unmittelbar am Markt ableitbar sind, werden diese zu Beginn des Vertrags geschätzt.

(c) Immaterielle Vermögenswerte

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die direkt der Entwicklungsphase zurechenbaren Kosten. Aufwendungen für selbst erstellte Internetseiten aktivieren wir, sofern diese unmittelbar der Erzielung von Umsatzerlösen dienen. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt.

Selbst geschaffene und erworbene immaterielle Vermögenswerte, die eine bestimmbare Nutzungsdauer aufweisen, werden mit Beginn der Nutzungsbereitschaft linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:

in Jahren Nutzungsdauer
Software und andere Lizenzen 2 bis 11
Belieferungsrechte 3 bis 5
Internet-Plattformen 3 bis 8
Kundenbeziehungen 3 bis 15
Titel- und Markenrechte 7 bis 25

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer, zu denen insbesondere Geschäfts- oder Firmenwerte sowie einzelne Titel- und Markenrechte zählen, werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für diese Vermögenswerte bestehen derzeit keine wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Restriktionen hinsichtlich ihrer Nutzung.

(d) Sachanlagen

Sachanlagen, mit Ausnahme von Leasing-Nutzungsrechten, werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen weisen wir in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen aus. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich über die folgenden Nutzungsdauern:

in Jahren Nutzungsdauer
Gebäude 30 bis 50
Mietereinbauten 2 bis 21
Druckmaschinen 5 bis 20
Redaktionssysteme 3 bis 10
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15

Investitionszuschüsse und -zulagen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Zulagen und Zuschüsse für die Anschaffung bzw. Herstellung von Sachanlagen bilanzieren wir in einem passiven Abgrenzungsposten innerhalb der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten. Der Abgrenzungsposten wird nachfolgend über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst.

Nutzungsrechte, die sich aus Leasingverhältnissen ergeben, weisen wir innerhalb der Sachanlagen aus. Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn wir berechtigt sind, über einen bestimmten Zeitraum einen identifizierbaren Vermögenswert, über den wir Kontrolle erlangt haben, gegen Entgelt nutzen zu können. Leasingverhältnisse betreffen bei Axel Springer im Wesentlichen Büroflächen, Leasingfahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Leasing-Nutzungsrechte werden zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses ("Bereitstellungsdatum") zu Anschaffungskosten bewertet, die sich insbesondere in Höhe der korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten und geleisteter Leasingvorauszahlungen unter Berücksichtigung erhaltener Leasinganreize ergeben. Laufende Abschreibungen nehmen wir linear vor.

Leasingverbindlichkeiten werden zum Bereitstellungsdatum zum Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen angesetzt und innerhalb der Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Abzinsung wird grundsätzlich unter Anwendung laufzeit- und währungsspezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze ermittelt, da wir die den Leasingverhältnissen zugrundeliegenden Zinssätze regelmäßig nicht bestimmen können. Die Fortschreibung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode. Entsprechende Zinsaufwendungen weisen wir im Finanzergebnis aus.

Leasingzahlungen im Zusammenhang mit Leasingverträgen mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten und Leasingverhältnissen über sogenannte geringwertige Vermögenswerte (Neuwert von bis zu € 5.000) werden vereinfachend als sonstige betriebliche Aufwendungen über die jeweilige Laufzeit der Leasingverhältnisse erfasst.

Als Leasinggeber werden wir insbesondere im Rahmen von Untervermietungen von Büroflächen tätig. Am Bereitstellungsdatum wird geprüft, ob ein Operating- oder Finanzierungsleasingverhältnis vorliegt. Sofern alle wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden, handelt es sich um ein Finanzierungsleasingverhältnis. In diesem Fall wird eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bilanziert. Die entsprechenden Zinserträge weisen wir im Finanzergebnis aus. Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden ergebniswirksam in den Umsatzerlösen erfasst.

(e) Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen nehmen wir vor, sofern aufgrund bestimmter Ereignisse oder veränderter Umstände der Buchwert der Vermögenswerte nicht mehr durch den erzielbaren Betrag, d. h. den höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ("Nettoveräußerungswert") bzw. Nutzungswert, gedeckt ist. Sofern eine Ermittlung des erzielbaren Betrags für einen einzelnen Vermögenswert nicht möglich ist, erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Ebene der Zahlungsmittel generierenden Einheit oder der Gruppe von Zahlungsmittel generierenden Einheiten (jeweils "Berichtseinheit"), zu der der Vermögenswert gehört.

Im Rahmen von Unternehmens- und Geschäftserwerben erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, werden jedoch mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Zur Durchführung des Werthaltigkeitstests werden diese Vermögenswerte denjenigen Berichtseinheiten zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien der Unternehmens- und Geschäftserwerbe profitieren. Diese Berichtseinheiten repräsentieren die unterste Ebene, auf der diese Vermögenswerte für Zwecke der Unternehmenssteuerung überwacht werden. Sie entsprechen in der Regel einzelnen Titeln und digitalen Angeboten des Konzerns. Im Fall von integrierten Geschäftsmodellen fassen wir einzelne Titel und digitale Angebote zu einer Berichtseinheit zusammen.

Soweit der Buchwert höher als der erzielbare Betrag ist, ergibt sich eine außerplanmäßige Abschreibung. Bei Berichtseinheiten wird zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert gemindert, ein darüberhinausgehender Abschreibungsbetrag wird im Verhältnis der Buchwerte auf die anderen Vermögenswerte der Berichtseinheit verteilt.

Grundsätzlich wird der erzielbare Betrag zunächst anhand des Nutzungswerts ermittelt. Sofern der Nutzungswert unterhalb des Buchwerts liegt, bestimmen wir zusätzlich den Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem um Veräußerungskosten geminderten Betrag, der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts oder einer Berichtseinheit zu marktüblichen Bedingungen erzielbar ist. Da in der Regel keine Marktpreise vorliegen, wird der Nettoveräußerungswert als Barwert zukünftiger Cashflows ermittelt, die aus den Mittelfristplanungen aus Sicht eines unabhängigen Dritten abgeleitet werden. Die Bewertung erfolgt somit auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3, vgl. Ziffer (3f)).

Die Ermittlung des Nutzungswerts erfolgt unter Berücksichtigung der weiteren Nutzung im Konzern auf Basis geschätzter zukünftiger Cashflows, die aus der Mittelfristplanung abgeleitet werden. Aufwendungen der Zentralbereiche des Konzerns werden bei der Ermittlung berücksichtigt. Der Planungshorizont der Mittelfristplanung beträgt grundsätzlich fünf Jahre. Die Nutzungswerte werden jedoch im Wesentlichen durch den Endwert bestimmt. Die Höhe des Endwerts hängt neben dem prognostizierten Cashflow im letzten Jahr der Mittelfristplanung von der Wachstumsrate der Cashflows nach Ablauf der Mittelfristplanung und dem Diskontierungssatz ab. Die Zahlungsströme nach dem letzten Jahr werden unter Nutzung einer Wachstumsrate extrapoliert, die aus dem angenommenen durchschnittlichen Markt- oder Branchenwachstum der Berichtseinheit abgeleitet wird.

Die Diskontierungssätze ermitteln wir für jede Berichtseinheit auf Basis des gewichteten Durchschnitts von Eigen- und Fremdkapitalkostensätzen vergleichbarer Unternehmen. Hierbei werden länderspezifische Risikozuschläge und Steuersätze entsprechend berücksichtigt.

In den folgenden Annahmen, die den Berechnungen zugrunde gelegt wurden, bestehen Schätzunsicherheiten:

Mittelfristplanung: Die Mittelfristplanung basiert auf vergangenheitsbezogenen Erfahrungswerten und berücksichtigt geschäftssegmentspezifische Marktwachstumserwartungen. Dabei nehmen wir an, dass im Bereich der digitalen Geschäftsmodelle in der Regel ein höheres Wachstum der Cashflows als im Bereich Print realisiert werden kann.

Diskontierungssätze: Ausgehend von branchenüblichen durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten werden in den Abzinsungssätzen der Berichtseinheiten zusätzlich länderspezifische Risiken berücksichtigt, die auf aktuellen Markteinschätzungen beruhen.

Wachstumsraten: Den Wachstumsraten liegen veröffentlichte branchenbezogene Marktforschungen zugrunde. Bei der Schätzung der Wachstumsraten berücksichtigen wir, dass sich aufgrund der strategischen Ausrichtung des Konzerns bei langfristigen Wachstumsraten Kompensationseffekte zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern des Konzerns ergeben.

Zuschreibungen nehmen wir vor, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer Berichtseinheit aufgrund von Änderungen in den der Bewertung zugrunde liegenden Schätzungen übersteigt. Die Zuschreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne die Vornahme vorheriger außerplanmäßiger Abschreibungen ergeben hätte. Eine Zuschreibung auf einen außerplanmäßig abgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt nicht.

(f) Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die finanziellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Finanzmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen, Ausleihungen, Beteiligungen und Finanzderivate mit einem positiven Marktwert. Die finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen, Leasingverbindlichkeiten, bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile sowie Finanzderivate mit einem negativen Marktwert.

Bei der erstmaligen bilanziellen Erfassung werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Transaktionspreis, alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitwert angesetzt. Transaktionskosten werden einbezogen, sofern die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Anderenfalls werden sie sofort aufwandswirksam erfasst.

Die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie der bilanzielle Abgang marktüblicher Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag vorgenommen.

Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte, sofern sie nicht Teil einer bilanziellen Sicherungsbeziehung sind, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Das bei einzelnen finanziellen Vermögenswerten bestehende Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert nehmen wir grundsätzlich nicht in Anspruch. Die Folgebewertung hängt vom Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte und den Eigenschaften der diesbezüglichen vertraglichen Zahlungsströme ab. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, für die eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts vorgesehen ist, wenden wir die nachfolgend beschriebene Bewertungshierarchie an. Demnach werden die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen eingeordnet:

Stufe 1: Notierte (nicht berichtigte) Preise in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden (z. B. Börsenkurse).

Stufe 2: Inputfaktoren, bei denen es sich um andere als in Stufe 1 genannte Marktpreisnotierungen handelt, die für den Vermögenswert oder die Schuld direkt oder indirekt zu beobachten sind (z. B. Zinsstrukturkurven, Währungsterminkurse).

Stufe 3: Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld auf dem Markt nicht beobachtbar sind (z. B. geschätzte zukünftige Ergebnisse).

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die Eingruppierung der Bemessungsverfahren in die einzelnen Stufen überprüfen wir zum Ende jeder Berichtsperiode.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen oder an Dritte übertragen worden sind oder wenn der Konzern eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei eingegangen ist, bei der Chancen und Risiken oder die Verfügungsmacht übertragen wurden. Sofern wir nach angemessener Einschätzung nicht mehr davon ausgehen können, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist, erfolgt eine Abschreibung und somit eine Ausbuchung dieses Vermögenswerts. Spätestens ab einer Überfälligkeit von einem Jahr nehmen wir eine Realisierbarkeit nicht mehr an. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.

Beteiligungen

Die Folgebewertung von Beteiligungen, die nicht konsolidiert oder nicht nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, erfolgt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Den beizulegenden Zeitwert ermitteln wir anhand von Börsen- oder Marktpreisen bzw. mittels anerkannter Bewertungsmethoden. Zu den Bewertungsmethoden gehört insbesondere die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) auf Basis der erwarteten Beteiligungsergebnisse. Die aus der Veränderung des Zeitwerts resultierenden unrealisierten Gewinne und Verluste werden unmittelbar ergebniswirksam im Beteiligungsergebnis erfasst.

Ausleihungen, Forderungen und sonstige finanzielle nicht-derivative Vermögenswerte

Mit Ausnahme von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wandeldarlehen werden alle übrigen Ausleihungen, Forderungen und sonstige finanzielle nicht-derivative Vermögenswerte grundsätzlich nach der erstmaligen Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertberichtigungen bilanziert, da sie ausschließlich zur Vereinnahmung vertraglich vereinbarter Tilgungs- und Zinszahlungen gehalten werden. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung, Wertberichtigungen sowie Währungsumrechnungsdifferenzen erfassen wir ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder im Finanzergebnis.

Wertberichtigungen bilden wir unter Berücksichtigung zukunftsorientierter Informationen grundsätzlich in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle aufgrund von wahrscheinlichkeitsgewichteten Ausfallereignissen der nächsten zwölf Monate. Sofern das Risiko eines Ausfalls seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist, werden bei der Ermittlung der Wertberichtigung die Ausfallereignisse der gesamten Restlaufzeit des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigt. Ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos liegt insbesondere ab einer Überfälligkeit von 30 Tagen vor. Als Ausfallereignis gilt auch eine Überfälligkeit von 90 Tagen.

Zinserträge werden grundsätzlich auf Basis der Brutto-Forderung unter Anwendung des Effektivzinssatzes ermittelt und im Finanzergebnis erfasst. Hat sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz erhöht und liegen darüber hinaus objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, insbesondere eine beeinträchtigte Bonität des finanziellen Vermögenswerts, werden Zinserträge nur noch auf Basis der wertgeminderten Forderung unter Anwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelt. Die Bonität des finanziellen Vermögenswerts ist vor allem bei signifikanten finanziellen Schwierigkeiten oder Vertragsbrüchen des Schuldners, wie beispielsweise einer Zahlungsüberfälligkeit von 90 Tagen, oder bei drohender Insolvenz beeinträchtigt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Leasingverhältnissen wenden wir das vereinfachte Verfahren zur Bestimmung von Wertminderungen an. Ungeachtet der tatsächlichen Veränderung des Kreditrisikos werden demnach die Ausfallereignisse der gesamten Restlaufzeit berücksichtigt. Die Wertberichtigung bemisst sich auf Basis historischer Forderungsausfälle und zukunftsgerichteter Informationen. Unter Verwendung von Wertberichtigungsmatrizen werden getrennt nach Geschäftsmodellen und geografischen Regionen Forderungsausfallraten für verschiedene Überfälligkeiten ermittelt und auf den tatsächlichen Forderungsbestand zum Bilanzstichtag angewendet.

Unter den sonstigen finanziellen nicht-derivativen Vermögenswerten weisen wir außerdem Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen und ein im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen bestehenden Erstattungsanspruch aus. Zur Bilanzierung vgl. Ziffer (3d) bzw. (3i).

Finanzderivate

Zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken, die Einfluss auf zukünftige Zahlungsströme ausüben, setzen wir Finanzderivate ein. Diese werden zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Bewertung erfolgt auf Basis beobachtbarer Parameter mittels anerkannter Bewertungsmethoden und ist insbesondere von der Entwicklung der Terminkurse bzw. Zinsstrukturkurven beeinflusst. Sofern die Kriterien für die Abbildung von Sicherungsbeziehungen erfüllt sind, bilanzieren wir die Zeitwertänderungen unter Berücksichtigung der steuerlichen Wirkungen erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital. Die im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesenen Beträge werden ausgebucht, sofern das Grundgeschäft bilanziell erfasst bzw. erfolgswirksam geworden ist. Zeitwertänderungen von Derivaten, die ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Sicherungswirkung die Kriterien für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen nicht-derivativen Verbindlichkeiten werden bei ihrer Ersterfassung mit dem Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Zur Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten vgl. Ziffer (3d).

Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus antizipierten Unternehmenserwerben (vgl. Ziffer (2a)) und aus Earn-out-Vereinbarungen aus Unternehmenserwerben sowie sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen bilanzieren wir nach dem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und weisen diese unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus. Sofern verlässlich ermittelbar, ergibt sich der Zeitwert aus den geschätzten Ergebnissen der erworbenen Gesellschaften in den Jahren vor den möglichen Ausübungszeitpunkten der Optionsrechte bzw. den Zahlungszeitpunkten der Earnouts. Zeitwertänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Diskontierungszinssätze werden auf Basis des Fremdkapitalkostenzinssatzes des Konzerns ermittelt. Bei den der Bewertung zugrunde gelegten Ergebnissen handelt es sich in der Regel um EBITDAs, bereinigt um wesentliche Einmaleffekte.

(g) Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnittswerts. Die Herstellungskosten umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten sowie produktionsbezogene Gemeinkosten. Die Bewertung der Vorräte zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag von Anschaffungs- oder Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. Der Nettoveräußerungswert von unfertigen Erzeugnissen wird retrograd aus dem Nettoveräußerungswert der fertigen Erzeugnisse unter Berücksichtigung der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten ermittelt. Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Wertminderung der Vorräte geführt haben, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen.

(h) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Aktivitäten

Vermögenswerte klassifizieren wir als zur Veräußerung gehalten, sofern ihr Verkauf eingeleitet wurde, die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder Zeitwert abzüglich Verkaufskosten bewertet. Für diese Vermögenswerte erfolgen keine planmäßigen Abschreibungen mehr. Die im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehenden Verbindlichkeiten werden ebenfalls in der Bilanz separat als kurzfristige Posten ausgewiesen.

Nicht fortgeführte Aktivitäten stellen einen als zur Veräußerung verfügbar gehalten klassifizierten wesentlichen geografischen oder operativen Geschäftszweig des Konzerns dar.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Ergebnisse des Berichtsjahres und des Vorjahres aus fortgeführten Aktivitäten dargestellt. Die Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten weisen wir, sofern vorhanden, gesondert aus. In diesen Fällen werden Mittelzu- und -abflüsse aus nicht fortgeführten Aktivitäten in den Angaben im Anhang getrennt ausgewiesen. Die Angaben im Anhang beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Konzerns.

(i) Pensionsrückstellungen

Pensionsverpflichtungen für leistungsorientierte Versorgungspläne und ein diesbezüglich bestehender, in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesener Erstattungsanspruch ermitteln wir nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen. Das Planvermögen wird zum Zeitwert bilanziert. Zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen werden die Pensionsverpflichtungen mit dem Planvermögen saldiert.

Die Lebenserwartung der Pensionsberechtigten wird auf Basis länderspezifischer versicherungsmathematischer Richttafeln berücksichtigt. Der Barwert der leistungsorientierten Versorgungszusagen ergibt sich durch Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsmittelabflüsse. Der Abzinsungssatz orientiert sich hierbei an hochqualitativen Unternehmensanleihen, die im Hinblick auf Währung und Laufzeit den zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen entsprechen. Liegen Unternehmensanleihen gleicher Laufzeit nicht vor, werden hilfsweise die Stichtagsrenditen dieser Anleihen entlang der Zinsstrukturkurve für festverzinsliche Staatsanleihen unter Verwendung eines konstanten Spreads auf die Laufzeiten der zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen angepasst.

Die der Bewertung des Planvermögens zugrunde gelegte Rendite, entspricht dem Rechnungszinssatz für leistungsorientierte Versorgungszusagen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus der Veränderung der versicherungsmathematischen Parameter resultieren, werden erfolgsneutral mit dem kumulierten übrigen Eigenkapital verrechnet.

(j) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren rechtlichen und faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig eingeschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen für Restrukturierungen werden nur angesetzt, sofern zum Bilanzstichtag eine hinreichende Konkretisierung der beabsichtigten Maßnahmen erfolgt ist und diese Maßnahmen kommuniziert worden sind.

(k) Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden die gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern erfasst. Die Ertragsteuern setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und den entsprechenden ausländischen Einkommen- bzw. Ertragsteuern zusammen. Der Berechnung der Ertragsteuern werden die in den jeweiligen Ländern gültigen gesetzlichen Regelungen und Steuersätze zugrunde gelegt. Bei der Beurteilung ertragsteuerlicher Sachverhalte können sich Unsicherheiten darüber ergeben, wie die jeweiligen Steuerrechtsvorschriften anzuwenden sind. In diesen Fällen berücksichtigen wir auf Basis möglicher Alternativen das aus unserer Sicht wahrscheinlichste Ergebnis.

Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und deren Wertansätzen im Konzernabschluss sowie auf Zins- und Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres erlassenen Regelungen für die Geschäftsjahre, in denen sich die Differenzen ausgleichen bzw. die Verlustvorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bzw. Zins- und Verlustvorträge setzen wir nur an, sofern ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Auf temporäre Unterschiede, die aus der Zeitwertbilanzierung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im Rahmen von Unternehmenserwerben resultieren, werden latente Steuern bilanziert; auf temporäre Unterschiede bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden diese nur dann angesetzt, wenn die Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich geltend gemacht werden können. Aktive und passive latente Steuern werden bei steuerlich organschaftlich verbundenen Unternehmen saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen und die gleiche Steuerart betreffen; im Übrigen erfolgt eine Saldierung nur, sofern sich die latenten Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und auch laufende Steuern gegeneinander verrechnet werden können.

(l) Anteilsbasierte Vergütungsprogramme

Als Bestandteil von erfolgsabhängigen Vergütungsprogrammen werden im Axel Springer Konzern anteilsbasierte Vergütungsprogramme mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und mit Barausgleich ausgegeben. Die über den Erdienungszeitraum aufwandswirksam zu erfassenden Vergütungskomponenten entsprechen dem Zeitwert der gewährten Optionen zum Gewährungszeitpunkt (bei Ausgleich durch Anteile) bzw. zum Bilanzstichtag (bei Ausgleich durch Finanzmittel). Die Bestimmung der Zeitwerte erfolgt auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmodelle. In korrespondierender Höhe wird eine Erhöhung der Kapitalrücklage (bei Ausgleich durch Anteile) bzw. werden Rückstellungen/Verbindlichkeiten (bei Ausgleich durch Finanzmittel) bilanziert. Verbindlichkeits- oder Rückstellungszuführungen werden im Personalaufwand, Auflösungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

(m) Transaktionen in Fremdwährung

Käufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Fremdwährungsvermögenswerten und -verbindlichkeiten in die funktionale Währung erfolgt mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.

(n) Schätzungen und Annahmen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen sowie die Ausübung von Ermessensspielräumen, die Einfluss auf Höhe und Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sowie von Eventualverbindlichkeiten haben können. Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft und gegebenenfalls angepasst. Dennoch können sie von den tatsächlichen Werten abweichen. Mit Unsicherheit behaftete Schätzungen und Annahmen betreffen insbesondere Werthaltigkeitstests von Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer (vgl. Ziffer (3e)) sowie von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen (vgl. Ziffer (2a)), Kaufpreisallokationen (vgl. Ziffer (2c)) und Bewertungen von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten sowie sonstigen Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile (vgl. Ziffer (3f)), die versicherungsmathematischen Parameter im Rahmen der Bewertung von Pensionsverpflichtungen sowie die Bestimmung der Zeitwerte des Planvermögens (vgl. Ziffer (3i)), die Ermittlung der Höhe aktivierungsfähiger latenter Steueransprüche (vgl. Ziffer (3k)), die Ermittlung beizulegender Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten (vgl. Ziffer (3f)), die Bilanzierung von sonstigen Rückstellungen (vgl. Ziffer (3j)), die Bewertung anteilsbasierter Vergütungsprogramme (vgl. Ziffer (3l)) sowie die Bestimmung von Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten (vgl. Ziffer (3c)) und Sachanlagen (vgl. Ziffer (3d)). Zur Angabe der Buchwerte, denen Schätzungen und Annahmen zugrunde lagen, verweisen wir auf die entsprechenden Einzelerläuterungen.

(o) Neue Rechnungslegungsvorschriften

Im Berichtsjahr haben sich für Axel Springer keine wesentlichen Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards oder Interpretationen ergeben. Es wurden zudem keine Verlautbarungen des IASB oder des IFRS IC veröffentlicht, die nach verpflichtender Anwendung wesentliche Auswirkungen auf den Axel Springer Konzernabschluss haben werden.

(p) Anpassung der Vorjahreszahlen

Im Berichtsjahr haben wir Kenntnis erlangt, die eine Anpassung der Vorjahreszahlen erforderlich machte.

Bei der Analyse der Vertragsbeziehungen einer unserer vollkonsolidierten Tochtergesellschaften haben wir festgestellt, dass die Gesellschaft tatsächlich als Agent agiert. Die bisherige Bilanzierung der Vertragsbeziehungen war von einer Prinzipalstellung ausgegangen. Durch diese Anpassung verminderten sich die Umsatzerlöse sowie die Materialaufwendungen im Geschäftsjahr 2020 um jeweils € 50,7 Mio.

Für unsere im Geschäftsbereich Jobs tätigen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften haben wir festgestellt, dass die mit Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Stellenanzeigen einhergehenden Umsatzerlöse über die Nutzungsdauer (d. h. den Veröffentlichungszeitraum) der jeweiligen Anzeige realisiert werden müssen. Bisher erfolgte die Realisierung im Zeitpunkt der Schaltung der Anzeige. Durch die nunmehr spätere Umsatzrealisierung erhöhten sich die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2020 um € 2,4 Mio. und die Ertragssteuern um € 0,4 Mio., so dass sich der Konzernüberschuss um insgesamt € 2,0 Mio. erhöhte. Das Konzerngesamtergebnis erhöhte sich um € 2,3 Mio. aufgrund des um € 0,3 Mio. höheren sonstigen Ergebnisses, das ausschließlich Veränderungen aus der Währungsumrechnung betraf. Zum 1. Januar und 31. Dezember 2020 erhöhten sich die aktiven latenten Steuern um jeweils € 9,0 Mio. und die Vertragsverbindlichkeiten als Teil der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um € 34,2 Mio. bzw. € 31,4 Mio.; die passiven latenten Steuern verminderten sich um € 1,0 Mio. bzw. € 0,5 Mio. Das Eigenkapital verminderte sich zum 1. Januar und 31. Dezember 2020 um € 24,1 Mio. bzw. € 21,9 Mio. Die Veränderung des Eigenkapitals betraf lediglich die Anteile der Aktionäre der Axel Springer SE und setzte sich aus einem Rückgang des erwirtschafteten Eigenkapitals um € 24,1 Mio. bzw. € 22,1 Mio. und einer Zunahme des kumulierten übrigen Eigenkapitals um € 0,0 Mio. bzw. € 0,3 Mio. zusammen.

Einzelne vollkonsolidierte Tochtergesellschaften hatten bisher Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu einem Zeitpunkt erfasst, zu dem noch kein unbedingter Anspruch auf Gegenleistung bestand. Durch die Anpassung des bilanziellen Ausweises haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ebenso wie die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten zum 1. Januar und 31. Dezember 2020 um € 111,7 Mio. bzw. € 96,0 Mio. vermindert. Hiervon entfielen € 95,5 Mio. bzw. € 82,2 Mio. auf die Verminderung von Vertragsverbindlichkeiten.

Die Änderungen hatten lediglich Auswirkungen auf einzelne Positionen innerhalb des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

(4) Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellte sich wie folgt dar:

Mio. € Erworbene Rechte und Lizenzen Selbst geschaffene Rechte Geschäfts- oder Firmenwerte Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten        
Stand 01.01.2020 2.190,7 491,4 2.540,8 5.222,9
Erstkonsolidierung 39,8 2,0 103,4 145,2
Entkonsolidierung - 1,8 0,0 0,0 - 1,8
Währungseffekte - 58,8 - 8,4 - 62,6 - 129,7
Zugänge 17,3 94,4 0,0 111,7
Abgänge - 10,7 - 17,8 0,0 - 28,6
Umbuchungen - 62,9 - 47,4 - 96,3 - 206,7
Stand 31.12.2020 2.113,6 514,2 2.485,3 5.113,0
Erstkonsolidierung 329,5 16,1 592,9 938,5
Entkonsolidierung - 100,0 - 10,3 - 87,0 - 197,2
Währungseffekte 63,1 8,0 81,2 152,4
Zugänge 45,1 103,0 0,0 148,0
Abgänge - 28,2 - 17,0 0,0 - 45,2
Umbuchungen - 0,5 4,3 0,0 3,8
Stand 31.12.2021 2.422,7 618,3 3.072,4 6.113,4
Abschreibungen        
Stand 01.01.2020 746,0 325,7 78,6 1.150,3
Entkonsolidierung - 1,8 0,0 0,0 - 1,8
Währungseffekte - 12,7 - 5,8 0,0 - 18,5
Zugänge 111,9 90,4 0,0 202,3
davon planmäßig 96,7 83,6 0,0 180,2
davon außerplanmäßig 15,2 6,8 0,0 22,0
Abgänge - 10,4 - 17,4 0,0 - 27,8
Umbuchungen - 5,3 - 40,6 0,0 - 45,8
Stand 31.12.2020 827,7 352,3 78,6 1.258,6
Entkonsolidierung - 52,1 - 5,5 0,0 - 57,6
Währungseffekte 12,8 5,7 0,3 18,9
Zugänge 143,0 89,4 31,7 264,1
davon planmäßig 142,4 87,8 0,0 230,2
davon außerplanmäßig 0,6 1,7 31,7 33,9
Abgänge - 23,2 - 16,0 0,0 - 39,1
Umbuchungen - 2,8 2,8 0,0 0,0
Stand 31.12.2021 905,5 428,8 110,6 1.444,8
Buchwerte        
Stand 31.12.2021 1.517,2 189,5 2.961,9 4.668,6
Stand 31.12.2020 1.285,8 161,9 2.406,7 3.854,4

Die erworbenen Rechte und Lizenzen umfassten am Bilanzstichtag entsprechend dem Vorjahr im Wesentlichen Titel- und Markenrechte sowie Kundenstämme. Bei den selbst geschaffenen Rechten handelte es sich wie im Vorjahr insbesondere um Softwarelösungen und Internetseiten.

Die Umbuchungen des Vorjahres betrafen ausschließlich Umgliederungen in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte (vgl. Ziffer (9)).

Die Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte und der in den erworbenen Rechten und Lizenzen enthaltenen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Berichtseinheiten sowie die im Werthaltigkeitstest verwendeten Diskontierungssätze und Wachstumsraten stellten sich wie folgt dar:

Mio. €
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige 31.12.2021 Diskontsatz (vor Steuern) Diskontsatz (nach Steuern) Wachstumsrate
AVIV 1.018,9 0,2 1.019,1 9,4 % 7,6 % 2,0 %
POLITICO * 604,9 0,0 604,9      
Insider 407,3 0,9 408,3 10,0 % 8,1 % 2,0 %
StepStone 365,6 41,2 406,9 9,5 % 7,5 % 2,0 %
Awin 250,0 0,3 250,3 9,0 % 7,3 % 2,0 %
Sonstige 315,0 104,5 419,5 7,2 % bis 10,5 % 5,5 % bis 8,0 % 0,0 % bis 2,0 %
Summe 2.961,9 147,2 3.109,1      

* Erwerb der POLITICO-Gruppe Mitte Oktober 2021 (vgl. Ziffer (2c)).

Mio. €
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige 31.12.2020 Diskontsatz (vor Steuern) Diskontsatz (nach Steuern) Wachstumsrate
AVIV 1.030,9 374,1 1.405,0 8,7 % bis 9,6 % 6,6 % bis 7,8 % 2,0 %
Insider 375,7 214,9 590,6 9,1 % bis 9,2 % 7,5 % 2,0 %
StepStone 355,2 186,7 541,9 9,2 % 7,3 % 2,0 %
Awin 242,2 0,3 242,5 10,1 % 8,1 % 2,0 %
Sonstige 402,7 160,7 563,4 5,9 % bis 11,2 % 4,5 % bis 9,5 % 0,0 % bis 2,0 %
Summe 2.406,7 936,8 3.343,5      

Die Geschäfts- oder Firmenwerte der größten Berichtseinheiten entwickelten sich hierbei wie folgt:

Mio. € 01.01.2020 Erstkonsolidierung Währungseffekte Umbuchungen 31.12.2020 Erstkonsolidierung
AVIV 1.129,8 0,0 - 2,5 - 96,4 1.030,9 2,0
POLITICO 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 586,4
StepStone 364,1 1,2 - 10,1 0,0 355,2 0,0
Insider 346,9 60,9 - 32,1 0,0 375,7 0,0
Awin 251,1 2,1 - 4,7 - 6,3 242,2 2,5
Summe 2.091,9 64,3 - 49,3 - 102,7 2.004,0 590,9
Mio. € Wertberichtigung Währungseffekte 31.12.2021
AVIV - 31,7 17,7 1.018,9
POLITICO 0,0 18,5 604,9
StepStone 0,0 10,4 365,6
Insider 0,0 31,6 407,3
Awin 0,0 5,3 250,0
Summe - 31,7 83,6 2.646,8

Die Veränderung sonstiger immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer resultierte fast ausschließlich aus Titel- und Markenrechten, die aufgrund von identifizierbaren Nutzungsdauern ab dem Berichtsjahr planmäßig abgeschrieben wurden. Die ermittelten Nutzungsdauern beliefen sich auf 10 bis 25 Jahre. Für diese Titel- und Markenrechte wurden im Berichtsjahr erstmalig planmäßige Abschreibungen von € 51,3 Mio. vorgenommen (vgl. Ziffer (22)).

Im Berichtsjahr haben wir entsprechend der aktuellen Steuerung Anpassungen in den Berichtseinheiten vorgenommen. Die Berichtseinheit Insider beinhaltet die im Vorjahr separat ausgewiesen Berichtseinheiten Insider und Insider Intelligence sowie die im Vorjahr erworbene Morning Brew. Die Berichtseinheit AVIV beinhaltet die im Vorjahr separat ausgewiesenen Berichtseinheiten SeLoger, Yad2, Immowelt und MeilleursAgents sowie die unter den sonstigen Berichtseinheiten ausgewiesene Immoweb. Hinzu kommt die im Berichtsjahr erworbene Housell. Im Rahmen der Anpassung der Berichtseinheiten wurden die im Vorjahr existierenden Berichtseinheiten auf Werthaltigkeit getestet. Hierbei ergab sich bei einer Berichtseinheit eine außerplanmäßige Abschreibung von € 31,7 Mio. auf den Geschäfts- oder Firmenwert. Die Abschreibung resultierte aus angepassten Ergebnisplanungen durch marktbedingt reduzierte Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den Kerngeschäftsfeldern.

Zusätzlich zu den oben dargestellten Diskontsätzen und Wachstumsraten hängen die Werthaltigkeitstests von den Mittelfristplanungen der Berichtseinheiten ab.

Nach einem makroökonomisch durch Aufholeffekte gekennzeichneten Jahr 2021, von denen die StepStone-Gruppe stark profitieren konnte, basiert die Mittelfristplanung von StepStone auf der Annahme, dass sich die wirtschaftliche Situation in den für StepStone wesentlichen Märkten EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) und Nordamerika weiterhin positiv entwickelt. Außerdem rechnet StepStone mit einer zusätzlichen Ausweitung seines Geschäfts auf Grund eines im Planungszeitraum erwarteten fortgesetzten Arbeitskräftemangels und einer zunehmenden Häufigkeit von Arbeitsplatzwechseln. Um neue Kunden zu gewinnen und das Geschäft mit bestehenden Kunden auszuweiten, plant StepStone erhebliche Investitionen in kundengruppenspezifische Produkte sowie Technologien, die eine hohe Bewerberquote pro veröffentlichte Anzeige sicherstellen. In EMEA wird StepStone weiterhin in Branding-Kampagnen investieren, um die Markenbekanntheit zu stärken und die Marktposition auszubauen. Zusammenfassend führen diese Annahmen in der Mittelfristplanung von StepStone zu einem kräftigen Erlös- und Ergebniswachstum.

Die Mittelfristplanung der AVIV-Gruppe, die mit ihren Immobilienportalen in den Märkten Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien und Israel tätig ist, basiert auf der Annahme stabiler Marktbedingungen. Im Planungszeitraum wird von einem Umsatz- und Ergebniswachstum ausgegangen. Der größte Teil des Umsatzwachstums soll aus der Monetarisierung von Kontakten zu verkaufsbereiten Immobilienbesitzern resultieren. In Spanien wird in das Hybrid-Makler-Portal Housell investiert, das ein weiterer Treiber des Umsatzwachstums der AVIV-Gruppe sein soll. Insbesondere soll über Investitionen in Personal und Werbung eine signifikante Steigerung der Anzahl von Instruktionen erreicht werden. Neben diesen Wachstumsinitiativen soll auch das Kerngeschäft der Anzeigen über kontinuierliche Investitionen in Personal, Werbung und Technologie sowie erweiterte Produktangebote ausgebaut werden, um den Kundenstamm zu erweitern und den durchschnittlichen Erlös pro Kunde zu steigern.

In der Mittelfristplanung erwartet die Insider-Gruppe ein deutliches Wachstum der Umsatzerlöse und des operativen Ergebnisses. Insider geht dabei von einer weiterhin positiven Entwicklung der makroökonomischen Lage in den USA und damit von einem freundlichen Werbeumfeld aus. Die Werbeerlöse sollen darüber hinaus durch Optimierung der Vermarktung des Premiuminventars gesteigert werden. Neben den Werbeerlösen als Hauptumsatzquelle sowie den Umsätzen aus dem Bereich Content Commerce sind die Vertriebserlöse bedingt durch den Ausbau von B2C- und B2B-Abonnementangeboten ein wesentlicher Treiber für das prognostizierte Erlöswachstum. Treiber dieses Wachstums ist dabei eine kontinuierliche Erweiterung von journalistischen und datengetriebenen Inhalten. Umfangreiche Investitionen vor allem in die Bereiche Journalismus und Produkt & Technologie werden im Planungszeitraum weiter forciert.

Die Mittelfristplanung der POLITICO-Gruppe sieht ein kräftiges Umsatz- und Ergebniswachstum vor. Dabei wird eine anhaltend positive ökonomische Entwicklung im Hauptmarkt USA unterstellt. Wesentliche Wachstumstreiber sind dabei mengen- und preisbedingt steigende Werbeerlöse und der Ausbau des Abonnementgeschäfts. POLITICO entwickelt seine POLITICO Pro-Plattform zu einer kompletten Workflow Lösung mit interaktivem Stakeholder Management und Kommunikationsfunktionen sowie personalisierten Daten/Informations-Feeds. Zusätzliches Wachstum wird darüber hinaus durch eine Reihe von neuen Geschäftsaktivitäten wie zum Beispiel Nachrichten und Informationen rund um die Themen Energie, Umwelt und Technologie erwartet.

Die Mittelfristplanung der Awin-Gruppe ist im Wesentlichen durch die Umsetzung strategischer Projekte gekennzeichnet. Diese umfassen die Schaffung einer Self-Service-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen, maßgeschneiderte Software-as-a-Service-Lösungen für Großkunden und die Etablierung flexibler Bezahlmodelle. Hierdurch sollen Bestandskunden stärker gebunden und Neukunden gewonnen werden, sodass eine deutliche Steigerung von Umsatz und Ergebnis über die nächsten Jahre realisiert werden kann.

Der erzielbare Betrag wurde bei allen oben genannten großen Berichtseinheiten wie im Vorjahr grundsätzlich durch den Nutzungswert bestimmt. Im Vorjahr wurde lediglich bei einer früheren Berichtseinheit im Geschäftsbereich Classifieds Media mit dem Nettoveräußerungswert gerechnet. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse haben wir für jede der oben genannten großen Berichtseinheiten jeweils separat eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt angenommen. Auf dieser Basis ergab sich wie im Vorjahr für keine dieser großen Berichtseinheiten, dass der Buchwert der Vermögenswerte den erzielbaren Betrag der Berichtseinheit übersteigt.

Den sonstigen Berichtseinheiten des Konzerns zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von insgesamt € 419,5 Mio. (Vj.: € 563,4 Mio.) beliefen sich je Berichtseinheit auf weniger als 10 % bzw. kumuliert auf weniger als 20 % des Gesamtwerts. Der erzielbare Betrag dieser Berichtseinheiten wurde wie im Vorjahr grundsätzlich durch den Nutzungswert bestimmt. Im Vorjahr wurde lediglich bei der Berichtseinheit News Media National mit dem Nettoveräußerungswert gerechnet. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse haben wir für jede sonstige Berichtseinheit jeweils separat eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt angenommen. Auf dieser Basis ergab sich für keine dieser Berichtseinheiten, dass der Buchwert der Vermögenswerte den erzielbaren Betrag der Berichtseinheit übersteigt.

Im Vorjahr wurde für einen im Segment News Media ausgewiesenen sonstigen immateriellen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von € 12,4 Mio. erfasst. Die Abschreibung resultierte aus einer angepassten Ergebnisplanungen für die kommenden Jahre. Die Ermittlung erfolgte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) in Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens mit einem Diskontsatz nach Steuern von 11,3 % sowie einer Wachstumsrate in der ewigen Rente von 0,0 %.

(5) Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Mio. € Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Leasing-Nutzungsrechte Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten            
Stand 01.01.2020 228,6 544,1 257,0 283,5 373,0 1.686,2
Erstkonsolidierung 0,2 0,0 0,1 0,0 0,5 0,8
Entkonsolidierung - 11,6 - 0,7 - 1,7 0,0 - 0,2 - 14,3
Währungseffekte - 1,5 - 0,9 - 5,7 - 0,2 - 7,6 - 15,9
Zugänge 33,4 3,7 42,0 21,5 211,7 312,4
Abgänge - 324,2 - 2,3 - 22,4 0,0 - 27,1 - 376,0
Umbuchungen 256,8 9,5 4,6 - 273,7 - 5,1 - 7,8
Stand 31.12.2020 181,7 553,3 274,0 31,0 545,3 1.585,4
Erstkonsolidierung 0,0 0,1 6,0 0,4 20,6 27,0
Entkonsolidierung - 7,6 - 12,9 - 8,6 - 0,2 - 11,4 - 40,7
Währungseffekte 0,7 - 0,1 3,4 0,0 7,9 11,9
Zugänge 0,6 3,8 25,0 5,6 59,9 95,0
Abgänge - 0,5 - 12,3 - 17,1 - 0,4 - 81,1 - 111,4
Umbuchungen - 0,2 18,2 5,8 - 27,6 0,0 - 3,8
Stand 31.12.2021 174,7 550,1 288,6 8,9 541,1 1.563,3
Abschreibungen            
Stand 01.01.2020 89,9 462,1 186,6 0,0 115,4 854,0
Entkonsolidierung - 4,2 - 0,5 - 1,5 0,0 - 0,1 - 6,4
Währungseffekte - 0,2 - 0,8 - 3,7 0,0 - 2,3 - 7,0
Zugänge 4,2 18,6 30,6 0,0 72,9 126,2
davon planmäßig 4,2 18,6 30,5 0,0 72,8 126,2
davon außerplanmäßig 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Abgänge - 2,0 - 2,0 - 20,5 0,0 - 19,8 - 44,3
Umbuchungen 0,0 0,0 - 2,4 0,0 - 3,9 - 6,2
Stand 31.12.2020 87,8 477,3 189,2 0,0 162,1 916,4
Entkonsolidierung - 3,0 - 10,2 - 6,6 0,0 - 5,9 - 25,7
Währungseffekte 0,1 - 0,1 2,0 0,0 2,5 4,5
Zugänge 4,3 20,2 30,1 0,0 62,9 117,5
davon planmäßig 4,3 20,2 29,1 0,0 62,8 116,4
davon außerplanmäßig 0,0 0,0 1,0 0,0 0,1 1,1
Abgänge - 0,4 - 12,3 - 16,1 0,0 - 53,0 - 81,8
Umbuchungen 0,3 0,0 - 0,3 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2021 89,0 475,0 198,3 0,0 168,5 930,8
Buchwerte            
Stand 31.12.2021 85,7 75,1 90,2 8,9 372,5 632,5
Stand 31.12.2020 93,9 76,0 84,9 31,0 383,2 669,0

Zum 31. Dezember 2021 wurden Sachanlagen mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in Höhe von € 404,6 Mio. (Vj.: € 331,9 Mio.) genutzt, die bereits vollständig abgeschrieben worden sind. Zum Bilanzstichtag waren wie im Vorjahr keine Sachanlagen als Sicherheiten für eigene Verpflichtungen begeben worden.

Die Umbuchungen des Berichtsjahres der geleisteten Anzahlungen und Anlagen in Bau betrafen überwiegend Studiotechnik im Axel-Springer-Neubau. Die Umbuchungen und Zugänge zu Grundstücken und Gebäuden des Vorjahres in Höhe von € 33,0 Mio. betrafen den Axel-Springer-Neubau am Standort Berlin. Darüber hinaus entfielen die Umbuchungen und Zugänge insbesondere auf Mietereinbauten und Betriebsvorrichtungen im Zusammenhang mit dem Axel-Springer-Neubau.

Der im Juli 2017 vertraglich vereinbarte Verkauf des Axel-Springer-Neubaus wurde im Vorjahr mit Zahlung des Kaufpreises und der Übergabe des fertiggestellten Gebäudes vollzogen. Der Veräußerungspreis belief sich auf insgesamt € 427,1 Mio. (vor Steuerzahlungen von € 35,4 Mio. im Vorjahr sowie im Berichtsjahr), von denen € 426,1 Mio. im Vorjahr gezahlt wurden (vgl. Ziffer (28)). Zur weiteren Nutzung des Gebäudes durch Axel Springer wurde mit dem Erwerber ein langfristiger Mietvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahre (mit drei Verlängerungsoptionen über jeweils fünf Jahre) zur vollständigen Anmietung des Neubaus zu einer anfänglichen Miete in Höhe von € 15,0 Mio. p. a. abgeschlossen.

Die im Vorjahr erfolgte Veräußerung und Rückmietung des Axel-Springer-Neubaus wurde als sogenannte Sale-and-leaseback-Transaktion abgebildet. Demnach wurden die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Grundstücks (€ 26,9 Mio.) und des Gebäudes (€ 289,0 Mio.) zum Veräußerungszeitpunkt in Höhe von € 152,8 Mio. als neues Leasing-Nutzungsrecht fortgeführt und in Höhe von € 163,1 Mio. ausgebucht. Auf Basis der zukünftigen Mietzahlungen wurde zum Veräußerungszeitpunkt eine Leasingverbindlichkeit in Höhe von € 206,6 Mio. erfasst. Insgesamt führte die Transaktion im Vorjahr zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von € 57,4 Mio. (vgl. Ziffer (18)).

Folgende Leasing-Nutzungsrechte wurden bilanziert:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Immobilien 366,5 374,6
Technische Anlagen und Maschinen 1,3 2,4
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4,7 6,2
Leasing-Nutzungsrechte 372,5 383,2

Die Abschreibungen auf Leasing-Nutzungsrechte setzten sich folgendermaßen zusammen:

Mio. € 2021 2020
Immobilien 56,5 64,7
Technische Anlagen und Maschinen 1,7 1,6
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4,7 6,6
Abschreibungen auf Leasing-Nutzungsrechte 62,9 72,9

Weitere Angaben zu Leasing-Nutzungsrechten, Leasingverbindlichkeiten bzw. Leasingaufwendungen finden sich in den folgenden Ziffern in diesem Anhang: Ziffer (3d), (14), (16), (17), (23), (25), (28) und (34).

(6) Finanzanlagen

(a) Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen

Nachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für alle nach der Equity-Methode einbezogenen und einzeln nicht wesentlichen Unternehmen dargestellt:

Mio. € 2021 2020 *
Nicht wesentliche assoziierte Unternehmen    
Buchwerte 261,6 192,9
Auf den Konzern entfallender Anteil am:    
Konzernüberschuss 50,3 21,4
Sonstigen Ergebnis 5,7 0,0
Gesamtergebnis 56,0 21,4

* Angepasst um die seit dem Berichtsjahr nicht mehr als wesentliches assoziiertes Unternehmen eingestufte Purplebricks Group plc.

Von den Buchwerten und dem Gesamtergebnis des Berichtsjahres entfielen € 138,6 Mio. (Vj.: € 60,3 Mio.) bzw. € 82,4 Mio.(Vj.: € 21,2 Mio.) auf unsere Frühphasenfonds, im Wesentlichen aus in den Fonds erfassten Neubewertungseffekten auf Beteiligungen.

Mio. € 2021 2020
Nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen    
Buchwerte 42,9 45,0
Auf den Konzern entfallender Anteil am:    
Konzernüberschuss 2,9 3,5
Sonstigen Ergebnis 0,0 0,0
Gesamtergebnis 2,9 3,6

Zu den außerplanmäßigen Abschreibungen auf nicht wesentliche assoziierte Unternehmen und nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen vgl. Ziffer (24).

Im Berichtsjahr wurden im Beteiligungsergebnis zu vereinnahmende anteilige Ergebnisse in Höhe von € - 3,4 Mio. (Vj.: € - 3,5 Mio.) nicht erfasst, da durch außerplanmäßige Abschreibungen oder die Berücksichtigung der anteiligen Ergebnisse für die entsprechenden Nettoinvestitionen in die Beteiligungen ein Buchwert von Null erreicht wurde. Die aus diesem Grund zum 31. Dezember 2021 kumulierten nicht vereinnahmten Ergebnisse beliefen sich auf € - 10,6 Mio. (Vj.: € - 7,2 Mio.).

Für zum Bilanzstichtag bestehende Verpflichtungen im Zusammenhang mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen vgl. Ziffer (32).

(b) Sonstige Finanzanlagen

Die sonstigen Finanzanlagen beinhalteten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzanlagen in Höhe von € 289,5 Mio. (Vj.: € 300,8 Mio.). Diese betrafen Beteiligungen in Höhe von € 234,2 Mio. (Vj.: € 261,8 Mio.) sowie Wandeldarlehen in Höhe von € 55,3 Mio. (Vj.: € 39,0 Mio.). Die übrigen sonstigen Finanzanlagen entfielen in Höhe von € 30,7 Mio. (Vj.: € 27,9 Mio.) auf Ausleihungen und wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Für die übrigen sonstigen Finanzanlagen wurden im Berichtsjahr Abschreibungen in Höhe von € 1,0 Mio. (Vj.: Zuschreibung von € 0,2 Mio.) erfasst. Der Bestand der Wertberichtigungen betrug € 1,8 Mio. (Vj.: € 0,8 Mio.). Zusätzlich wurden Zuschreibungen auf Kreditzusagen in Höhe von insgesamt € 0,7 Mio. (Vj.: Wertberichtigungen von € 0,2 Mio.) erfasst.

Die Beteiligungen umfassten insbesondere Anteile an der Lakestar II LP mit € 49,3 Mio. (Vj.: € 29,2 Mio.) sowie an der Group Nine Media Inc. mit € 44,0 Mio. (Vj.: € 54,5 Mio.). Im Vorjahr waren zudem unsere Anteile an der Airbnb Inc. mit € 72,2 Mio. enthalten (vgl. Ziffer (28)).

(7) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzten sich wie folgt zusammen:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Brutto-Forderungen 931,9 770,0
Wertberichtigungen - 27,0 - 41,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 904,9 728,2

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe der erwarteten Forderungsverluste ermittelt. Es ergab sich folgende Wertminderungsmatrix zum 31. Dezember 2021:

Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Überfälligkeit Erwartete Ausfallquote Brutto-Forderungen Wertberichtigungen
nicht überfällig 0,2 % 696,4 - 1,3
bis 30 Tage 0,8 % 153,7 - 1,2
31 bis 90 Tage 3,9 % 41,4 - 1,6
91 bis 180 Tage 33,5 % 13,2 - 4,4
über 180 Tage 67,9 % 27,2 - 18,5
31.12.2021 - 931,9 - 27,0

Zum 31. Dezember 2020 ergab sich folgende Wertminderungsmatrix:

Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Überfälligkeit Erwartete Ausfallquote Brutto-Forderungen Wertberichtigungen
nicht überfällig 0,9 % 603,0 - 5,3
bis 30 Tage 1,6 % 78,7 - 1,3
31 bis 90 Tage 5,2 % 32,7 - 1,7
91 bis 180 Tage 31,9 % 24,3 - 7,7
über 180 Tage 82,4 % 31,4 - 25,9
31.12.2020 - 770,0 - 41,8

Nachfolgend ist die Entwicklung der auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildeten Wertberichtigungen dargestellt:

Mio. € 2021 2020
Stand am 01.01. 41,8 21,1
Zuführungen 25,7 38,1
Auflösungen - 29,3 - 8,9
Inanspruchnahmen - 9,8 - 7,9
Sonstige Veränderungen - 1,4 - 0,6
Stand am 31.12. 27,0 41,8

In Höhe von € 9,8 Mio. (Vj.: € 7,9 Mio.) wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Berichtsjahr abgeschrieben und ausgebucht (Inanspruchnahmen). Von den im Berichtsjahr ausgebuchten Beträgen unterlagen € 0,1 Mio. (Vj.: € 0,3 Mio.) weiterhin einer Vollstreckungsmaßnahme.

(8) Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte gliederten sich wie folgt:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Erstattungsanspruch aus Pensionsverpflichtungen 18,6 21,0
Kautionen 6,8 5,4
Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen 1,0 3,8
Darlehensforderungen gegen Dritte 0,7 48,3
Übrige 24,2 16,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 51,3 94,6
davon kurzfristig 25,5 70,4
davon langfristig 25,8 24,2
Geleistete Vorauszahlungen 43,3 31,5
Forderungen aus sonstigen Steuern 17,0 22,6
Vertragskosten 2,2 0,0
Forderungen an Mitarbeiter 0,5 0,8
Vertragsvermögenswerte 0,3 0,5
Übrige 51,3 14,6
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 114,6 70,0
davon kurzfristig 86,8 62,6
davon langfristig 27,8 7,3
Sonstige Vermögenswerte 165,9 164,6
davon kurzfristig 112,3 133,1
davon langfristig 53,6 31,5

Die Darlehensforderungen gegen Dritte des Vorjahres bestanden fast ausschließlich gegen die Ringier AG, Zürich, Schweiz, betrafen nicht benötigte Finanzmittel der Ringier Axel Springer Media AG und sind im Berichtsjahr durch die Veräußerung der Gesellschaft abgegangen (vgl. Ziffern (2c), (28)). Zum Erstattungsanspruch aus Pensionsverpflichtungen vgl. Ziffer (12). Die Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen betrafen nahezu ausschließlich Untervermietungen von angemieteten Büroflächen.

In den übrigen finanziellen Vermögenswerten waren insbesondere ein vertraglicher Anspruch gegenüber einem fremden Dritten auf Übernahme eines Teilbetrags eines Mitarbeitervergütungsprogramms einer Tochtergesellschaft, eine Kaufpreisforderung für die Schlussrate der im Geschäftsjahr 2016 erfolgten Veräußerung des Bürogebäudekomplexes am Standort Hamburg sowie debitorische Kreditoren enthalten. Die übrigen nicht finanziellen Vermögenswerte betrafen im Wesentlichen die Abgrenzung des Vergütungsteilbetrags aus der Anpassung der Optionsverbindlichkeit zum Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an Appcast (vgl. Ziffer (30)).

(9) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die im Vorjahr als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von € 178,7 Mio. und die damit im Zusammenhang stehenden Verbindlichkeiten von € 33,6 Mio. betrafen die französischen La Centrale-Gruppe und sind im Berichtsjahr vollständig abgegangen (vgl. Ziffer (2c)).

(10) Eigenkapital

Die Bestandteile und Veränderungen des Konzerneigenkapitals sind in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

(a) Gezeichnetes Kapital

Das voll eingezahlte Grundkapital in Höhe von unverändert € 107,9 Mio. ist in 107.895.311 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von € 1,00 je Aktie eingeteilt. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden.

(b) Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis zum 17. April 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich gemischter Sacheinlagen) einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 10,5 Mio. zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären ist dabei grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen.

Zum 31. Dezember 2021 war das genehmigte Kapital unverändert zum Vorjahresbilanzstichtag nicht ausgenutzt und betrug € 10,5 Mio.

(c) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage (€ 602,2 Mio.; Vj. € 579,5 Mio.) umfasste im Wesentlichen Aufgelder aus einer Sachkapitalerhöhung und der Ausgabe eigener Aktien sowie den Gegenwert des rechnerischen Personalaufwands aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (vgl. Ziffer (11)).

(d) Erwirtschaftetes Eigenkapital

Das erwirtschaftete Eigenkapital umfasste die erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Im Berichtsjahr hat die Axel Springer SE für das vorangegangene Geschäftsjahr € 400,3 Mio. (Vj.: € 125,2 Mio.) bzw. € 3,71 (Vj.: € 1,16) je dividendenberechtigte Stückaktie ausgeschüttet. Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlagen für das Geschäftsjahr 2021 die Ausschüttung einer Dividende von € 1,16 je dividendenberechtigte Aktie vor. Dies entspricht einer erwarteten Gesamtzahlung von € 125,2 Mio. Die Zahlung dieser Dividende ist von der Zustimmung der Hauptversammlung abhängig.

Darüber hinaus werden im erwirtschafteten Eigenkapital Transaktionen mit Gesellschaftern erfasst.

Das erwirtschaftete Eigenkapital wurde zum 1. Januar 2020 aufgrund von Anpassungen der Vorjahreszahlen um € 24,1 Mio. auf € 1.575,8 Mio. vermindert (vgl. Ziffer (3p)).

(e) Kumuliertes übriges Eigenkapital

Das sonstige kumulierte übrige Eigenkapital umfasste am Bilanzstichtag im Wesentlichen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Pensionsbilanzierung in Höhe von € - 102,5 Mio. (Vj.: € - 138,0 Mio.).

Die Veränderungen aus der Währungsumrechnung entfielen im Berichtsjahr im Wesentlichen auf die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen in US-Dollar, israelischen Schekeln und britischen Pfund (vgl. Ziffer (2d)). Im Vorjahr betrafen diese im Wesentlichen die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen in US-Dollar, britischen Pfund und polnischen Zloty.

(f) Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfielen im Wesentlichen auf die folgenden Unternehmen:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Ringier Axel Springer Polska-Gruppe (Vj.: Ringier Axel Springer Media-Gruppe) 123,5 252,3
Awin-Gruppe 72,3 62,4
Sonstige Gesellschaften 40,1 36,7
Anteile anderer Gesellschafter 235,9 351,4

Ende Dezember 2021 haben wir den Verkauf unserer bislang vollkonsolidierten Anteile (50,0 %) an der Ringier Axel Springer Media AG, Zürich, Schweiz, vollzogen (vgl. Ziffer (2c)). Zuvor erfolgte die Ausgliederung der polnischen Beteiligungen in die Grupa Ringier Axel Springer Polska AG, Zürich, Schweiz, an der wir wie bislang 50,0 % der Anteile halten und die wir weiterhin aufgrund gesellschaftsvertraglicher Rechte vollkonsolidieren. Im Zug der Veräußerung sind Anteile anderer Gesellschafter von € 159,0 Mio. abgegangen.

(11) Anteilsbasierte Vergütung

Die Aufwendungen bzw. Erträge für anteilsbasierte Vergütungen betrugen im Berichtsjahr € - 65,5 Mio. bzw. € 0,8 Mio. (Vj.: € - 28,6 Mio. bzw. € 0,6 Mio.) und bezogen sich in Höhe von € - 24,0 Mio. (Vj.: € - 0,1 Mio.) auf Zusagen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente sowie in Höhe von € - 41,5 Mio. bzw. € 0,8 Mio. (Vj.: € - 28,4 Mio. bzw. € 0,6 Mio.) auf Zusagen mit Barausgleich. Die bilanzierten Verbindlichkeiten und Rückstellungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen beliefen sich auf insgesamt € 72,3 Mio. (Vj.: € 121,0 Mio.), wovon € 21,3 Mio. (Vj.: € 64,7 Mio.) in den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen ausgewiesen wurden (vgl. Ziffer (32)). Zudem wurde ein Betrag in Höhe von € 23,2 Mio. direkt in der Kapitalrücklage erfasst. Die zusammengefasst dargestellten Effekte betrafen insbesondere die nachfolgenden Optionsprogramme.

Im Berichtsjahr wurde ein Management Incentive Plan für die Vorstandsmitglieder der Axel Springer SE und für ausgewählte Führungskräfte des Axel Springer Konzerns aufgelegt ("MIP"). Dem MIP liegen jeweils vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Teilnehmenden und der jeweiligen Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden zugrunde.

Der MIP umfasst die Gewährung von Virtual Shares der Axel Springer SE ("VS") und von verschiedenen Phantom Stock Programmen ("PSP"). Den Teilnehmenden werden zu Beginn des Programms VS gewährt, für die sie ein Eigeninvestment zu leisten haben. Das Eigeninvestment erfolgt durch zukünftige Arbeitsleistung, für die die Teilnehmenden einen teilweisen Gehaltsverzicht erklären, oder durch Zahlung. Die VS sind keine Eigenkapitalinstrumente. Sie begründen ausschließlich Vergütungsansprüche gegen die jeweilige Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden, die eine Beteiligung an der Wertentwicklung der Axel Springer SE entsprechend der eines Aktionärs nachbilden sollen. Dies umfasst auch Ansprüche auf Zahlungen in Höhe der an Aktionäre geleisteten Dividenden.

Zusätzlich partizipieren die Teilnehmenden an den PSP, die jeweils einen in der Höhe begrenzten Vergütungsanspruch gegen die jeweilige Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden auf eine prozentuale Beteiligung an der Wertsteigerung der Axel Springer SE ("AS-PSP") und für einen Teil der Führungskräfte zusätzlich eine Beteiligung an der Wertsteigerung der sie angehörenden Konzernbereiche ("OpCo-PSP"), insbesondere StepStone, AVIV und News Media National ("NMN"), begründen. Die für die Ermittlung der Wertsteigerung relevanten Basiswerte wurden jeweils auf Grundlage der Wertverhältnisse zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 vereinbart. Zahlungsansprüche aus dem AS-PSP und den OpCo-PSP (mit Ausnahme des OpCo-PSP für den Bereich NMN) entstehen grundsätzlich nur, wenn der Marktwert der Axel Springer SE und der jeweiligen Konzernbereiche mindestens um 50 % bzw. 40 % im Vergleich zum jeweiligen Basiswert gestiegen ist. Der prozentuale Vergütungsanspruch für diese OpCo-PSP erhöht sich ab einer Wertsteigerung von 150 %. Bei dem OpCo-PSP für den Bereich NMN entsteht ein Vergütungsanspruch bei Erreichen bestimmter Umsatz- und Ergebnisziele.

Die Erfüllung der Vergütungsansprüche erfolgt nur bei Eintritt definierter Zahlungs- oder Bewertungsereignisse, insbesondere Ausschüttungen, die Veräußerung von Anteilen der Axel Springer SE oder einzelner Konzernbereiche in bestimmter Höhe, Börsengänge einzelner Konzernbereiche, der erneute Börsennotierung der Axel Springer SE, und grundsätzlich nur dann, wenn der Teilnehmende zu diesem Zeitpunkt noch für Axel Springer tätig ist. Im Fall einer erneuten Börsennotierung der Axel Springer SE können die Vergütungsansprüche auch durch die Ausgabe von Aktien erfüllt werden. Wird ein einzelner Konzernbereich, für den ein OpCo-PSP besteht, an die Börse gebracht, können die Vergütungsansprüche der diesem Konzernbereich angehörenden Führungskräfte ebenfalls in Form von Aktien erfüllt werden. Die hierbei in Aktien zu wandelnden Vergütungsansprüche sind um etwaig abzuführende Steuerbeträge zu mindern. Sofern ein Börsengang bis Ende 2024 stattfindet, sind die Vergütungsansprüche aus den betreffenden PSP zunächst nur zeitanteilig auf Basis einer rechnerischen Laufzeit ab Januar 2020 zu erfüllen. Verbleibende Ansprüche aus diesen PSP verfallen, führen jedoch zu entsprechenden Ansprüchen der Teilnehmenden im Rahmen eines dann neu zu vergleichbaren Konditionen aufzulegenden Vergütungsprogramms. Im Fall eines vorzeitigen Ausscheidens erhält der Teilnehmende grundsätzlich nur eine Zahlung in Höhe seines geleisteten Investments bzw. den niedrigeren Zeitwert der VS. In bestimmten Fällen wird zusätzlich ein Anteil an der erreichten Wertsteigerung gewährt.

In Abhängigkeit des jeweils wahrscheinlichsten Zahlungs- oder Bewertungsereignisses werden die VS und PSP (mit Ausnahme des OpCo-PSP für den Bereich NMN) entweder als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Aktien oder mit Barausgleich erfasst. Die den Berechtigten eines Konzernbereichs gewährten VS und PSP werden als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Aktien bilanziert, da ein Börsengang als das wahrscheinlichste Zahlungs- oder Bewertungsereignis für dieses Teilprogramm anzusehen ist und keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht. Für die übrigen Teilprogramme überwiegt die Wahrscheinlichkeit eines Barausgleichs. Das OpCo-PSP für den Bereich NMN erfüllt nicht die Kriterien einer anteilsbasierten Vergütung und wird als Leistungen an Arbeitnehmer bilanziert.

Die sich aus den VS und PSP ergebenden Vergütungskomponenten werden linear auf Basis der beizulegenden Zeitwerte der VS und PSP zum Gewährungszeitpunkt (bei Ausgleich durch Aktien) bzw. zum jeweiligen Bilanzstichtag (bei Barausgleich) ergebniswirksam über den jeweils erwarteten Erdienungszeitraum erfasst. Die für die gewährten VS geleisteten Eigeninvestments werden bis zur Erfüllung der VS in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

Die Gewährung des MIP erfolgte zwischen Mai und Dezember 2021 durch individuell geschlossene Vereinbarungen mit den Teilnehmenden. Der Erdienungszeitraum begann mit der jeweiligen Bekanntmachung des Programms im zweiten und dritten Quartal 2021. Er endet annahmegemäß für die den Berechtigten eines Konzernbereichs gewährten VS und die bis dahin zu erfüllenden Teile der PSP (rd. 41 %) mit dem voraussichtlichen Börsengang, der für 2022 geplant ist. Für Ansprüche aus den verfallenden Teilen dieser PSP (rd. 59 %), die in ein neues Vergütungsprogramm zu überführen sind, wurde ein erwarteter Gesamterdienungszeitraum von vier Jahren bis zum zweiten Quartal 2025 geschätzt. Für die den übrigen Berechtigten gewährten VS und PSP wurde ein Gesamterdienungszeitraum von vier oder fünf Jahren bis zum zweiten Quartal 2025 bzw. 2026 angenommen. Erwartete Zahlungen aus den VS in Höhe der Dividenden werden über den jeweiligen Zeitraum bis zur Zahlung erdient. Hierbei wird eine regelmäßige Dividende von € 1,16 p. a. angenommen. Nachfolgend sind weitere Parameter des Programms in Bezug auf die anteilsbasierte Vergütung dargestellt:

Anteilsbasierte Vergütung
Ausgleich durch Aktien Barausgleich
VS AS-PSP OpCo-PSP VS AS-PSP OpCo-PSP
Gewährte VS (in Tausend) 173 - - 451 - -
Laufzeit (Jahre) * 1,0 1,0 / 4,0 1,0 / 4,0 4,0 bis 5,0 4,0 bis 5,0 4,0
Eigeninvestment pro VS (€) 58,13 - - 58,13 - -
PSP-Anspruch/erhöhter PSP-Anspruch an der Wertsteigerung (%) - 0,294/ - 1,837/ 2,143 - 3,272/ 3,345 1,035/ 1,196
Beizulegender Zeitwert zum Bewertungsstichtag gesamt (Mio. €) ** 5,9 8,0 49,3 15,3 93,0 9,4

* Ausgleich durch Aktien: PSP-Laufzeiten getrennt für den zu erfüllenden Teil im Zeitpunkt des geplanten Börsengangs des betreffenden Konzernbereichs und für weitergehende Ansprüche aus der Überführung in ein neues Vergütungsprogramm.
** Beizulegender Zeitwert der VS abzüglich des Eigeninvestments. Ausgleich durch Aktien: Beizulegender Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt; Barausgleich: Beizulegender Zeitwert zum Bilanzstichtag.

Die beizulegenden Zeitwerte der VS zu den jeweiligen Bewertungsstichtagen wurden als anteilige Zeitwerte der Axel Springer SE auf Basis eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Hierbei wurden die jeweiligen Mittelfristplanungen sowie bereichsspezifische Diskontierungssätze und Wachstumsraten berücksichtigt.

Die beizulegenden Zeitwerte des AS-PSP und der OpCo-PSP wurden unter Anwendung eines Binomialmodells geschätzt. Die wesentlichen Bewertungsparameter sind die Wertsteigerungen auf Basis der Marktwerte der Axel Springer SE und der jeweiligen für die OpCo-PSP relevanten Konzernbereiche im Vergleich zu deren Basiswerten, die erwartete Volatilität der Marktwerte in Bezug auf die voraussichtlichen Restlaufzeiten im Bewertungszeitpunkt und die laufzeitabhängigen risikolosen Zinssätze. Die Marktwerte für die Axel Springer SE und die betreffenden Konzernbereiche ergeben sich aus den jeweiligen Zeitwerten zuzüglich der gezahlten Dividenden bzw. Ergebnisabführungen seit Anfang 2020. Die Zeitwerte wurden jeweils auf Basis eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Hierbei wurden die jeweiligen Mittelfristplanungen sowie bereichsspezifische Diskontierungssätze und Wachstumsraten berücksichtigt. Des Weiteren wurden folgende wesentliche Parameter für die Bewertung der PSP zu den jeweiligen Bewertungsstichtagen berücksichtigt:

Ausgleich durch Aktien Barausgleich
AS-PSP OpCo-PSP AS-PSP OpCo-PSP
Restlaufzeit (Jahre) * 0,3 / 3,3 0,3 / 3,3 3,3 bis 4,3 3,3
Wertsteigerung im Vergleich zum Basiswert (%) 54,0 80,4 54,0 1,0
Volatilität des Marktwerts (%) ** 29,2 / 34,7 37,1 / 43,4 34,7 42,9
Risikoloser Zinssatz (%) ** - 0,5 / - 0,1 - 0,5 / - 0,1 - 0,1 - 0,2

* Ausgleich durch Aktien: Restlaufzeiten getrennt für den zu erfüllenden Teil im Zeitpunkt des geplanten Börsengangs des betreffenden Konzernbereichs und für verbleibende Ansprüche.
** Jeweils bezogen auf die Restlaufzeit.

Die erwarteten Volatilitäten basieren auf einer Beurteilung der historischen Volatilitäten von Aktienkursen vergleichbarer Unternehmen, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht.

Die im Berichtsjahr gewährten VS und PSP bestanden zum Bilanzstichtag unverändert fort. Der im Berichtsjahr erfasste Aufwand aus dem MIP setzte sich wie folgt zusammen:

2021
Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Aktien 24,0
Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich 16,8
Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung 40,7
Aufwand aus Leistungen an Arbeitnehmer 1,0
Aufwand aus dem MIP 41,7

Der Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Aktien (€ 24,0 Mio.) wurde in Höhe von € 23,2 Mio. direkt in der Kapitalrücklage erfasst. In Höhe des übrigen Aufwands (€ 18,5 Mio.) wurden Rückstellungen gebildet. Außerdem wurden Zahlungsansprüche aus anderen anteilsbasierten Vergütungsprogrammen, auf die als Eigeninvestment für die Gewährung der VS verzichtet wurde, in Höhe von € 12,3 Mio. den Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem MIP zugeführt. Diese betrugen zum 31. Dezember 2021 in Summe € 30,8 Mio.

Ergänzend zu dem MIP wurde im Berichtsjahr ein Virtual Employee Participation Program für Beschäftigte des Axel Springer Konzerns eingeführt ("VEP"). Dem VEP liegen jeweils vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Teilnehmenden und der jeweiligen Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden zugrunde. Den Teilnehmenden werden zu Beginn des Programms Virtual Shares der Axel Springer SE ("VS") gewährt, für die sie ein Eigeninvestment zu leisten haben. Dieses wird durch zukünftige Arbeitsleistung, für die die Teilnehmenden einen teilweisen Gehaltsverzicht erklären, erbracht. Die VS sind keine Eigenkapitalinstrumente. Sie begründen ausschließlich Zahlungsansprüche gegen die jeweilige Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden, die eine Beteiligung an der Wertentwicklung der Axel Springer SE entsprechend der eines Aktionärs nachbilden sollen. Jedoch erhält der Teilnehmende in jedem Fall sein geleistetes Eigeninvestment zurück.

Die Erfüllung der Zahlungsansprüche erfolgt ausschließlich in bar und nur bei Eintritt definierter Zahlungs- oder Bewertungsereignisse, die grundsätzlich denen beim MIP entsprechen. Ergänzend haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, zum Ende des Geschäftsjahres 2025 eine Auszahlung auf Basis der sich dann ergebenden Zeitwerte der VS zu verlangen, sofern sich bis dahin kein anderes Zahlungs- oder Bewertungsereignis ereignet hat. Bei vorzeitigem Ausscheiden des Teilnehmenden vor Eintritt eines definierten Zahlungs- oder Bewertungsereignisses wird grundsätzlich nur das geleistete Eigeninvestment ausgezahlt.

Das VEP wird als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert. Über den Erdienungszeitraum werden die sich aus dem Programm ergebenden Vergütungskomponenten linear auf Basis des beizulegenden Zeitwerts des VEP zum jeweiligen Bilanzstichtag ergebniswirksam erfasst. Die für die gewährten VS geleisteten Eigeninvestments werden bis zur Erfüllung der VS in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

Der Beginn des Erdienungszeitraums war im September 2021 mit Bekanntgabe des Programms. Da - analog zum MIP - für einen Konzernbereich ein Börsengang als das wahrscheinlichste Zahlungs- oder Bewertungsereignis gilt, endet das Programm und somit der Erdienungszeitraum für die Berechtigten dieses Konzernbereichs annahmegemäß im Geschäftsjahr 2022. Für den verbleibenden Teil des VEP wird eine Laufzeit von rd. fünf Jahren bis zum zweiten Quartal 2026 unterstellt. Der jeweilige Gewährungszeitpunkt ist die individuell geschlossene Programmvereinbarung des Teilnehmenden. Nachfolgend sind weitere Parameter des Programms dargestellt:

VEP
Gewährte VS (in Tausend) * 34 / 192
Laufzeit (Jahre) * 0,7 / 4,7
Eigeninvestment pro VS (€) 58,13
Beizulegender Zeitwert zum Bilanzstichtag gesamt (Mio. €) ** 9,4

* Getrennt für den Teil, der zum Zeitpunkt des geplanten Börsengangs des betreffenden Konzernbereichs zu erfüllen ist, und den verbleibenden Teil des VEP.
** Abzüglich des Eigeninvestments.

Der beizulegende Zeitwert des VEP wird auf Basis eines Optionspreismodells ermittelt. Wesentliche Bewertungsparameter sind der Zeitwert der Axel Springer SE sowie dessen Volatilität über die antizipierte Restlaufzeit des VEP. Zur Ermittlung des Zeitwerts der Axel Springer SE vgl. die Ausführungen zum MIP.

Die im Berichtsjahr gewährten VS bestanden zum Bilanzstichtag unverändert fort. Der im Berichtsjahr erfasste Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich betrug € 1,1 Mio. Die zum 31. Dezember 2021 für Verpflichtungen aus dem VEP gebildeten Rückstellungen beliefen sich einschließlich der im Berichtsjahr geleisteten Eigeninvestments € 1,4 Mio.

Vorstandsmitgliedern und ausgewählten Führungskräften wurden 2016 bzw. 2018 eine langfristige variable Vergütung in Form eines Long-Term Incentive Plan ("LTIP") gewährt. Der LTIP wurde im Berichtsjahr mit Einführung des MIP (siehe oben) nahezu vollständig beendet und die bis zu diesem Zeitpunkt erworbenen Vergütungsansprüche aus dem LTIP als Eigeninvestment in das MIP überführt oder ausgezahlt.

Der LTIP wurde als anteilsbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich mit seinem unter Anwendung eines stochastischen Modells zur Bewertung von Aktienoptionsrechten ermittelten Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet und entsprechend der voraussichtlich eintretenden Unverfallbarkeit erfasst. In der im Vorjahr endenden vierjährigen Leistungsperiode wurde das vorgegebene Wertsteigerungsziel erreicht. Auf Basis eines der Ermittlung der Steigerung der Marktkapitalisierung zugrunde gelegten volumengewichteten Durchschnittskurses der Axel-Springer-Aktie von € 62,30 ergab sich ein Vergütungsanspruch in Höhe von insgesamt € 100,0 Mio., der jeweils zur Hälfte auf den Auszahlungsbetrag I und II entfiel.

Ein Vergütungsanspruch setzte voraus, dass die Marktkapitalisierung der Axel Springer SE innerhalb von drei, vier oder höchstens fünf Jahren ab Gewährung (jeweils die "Leistungsperiode") um mindestens 40 % gesteigert wird. Unterhalb dieser Schwelle entstand kein Vergütungsanspruch. Der Vergütungsanspruch erhöhte sich nur bis zu einer Steigerung der Marktkapitalisierung um maximal 60 %. Im Falle der Zielerreichung stand den berechtigten Vorstandsmitgliedern und Führungskräften ein Zahlungsanspruch in Höhe von insgesamt 3,63 % bzw. 0,48 % der Steigerung der Marktkapitalisierung zu. Die Steigerung der Marktkapitalisierung wurde berechnet auf Basis des volumengewichteten Durchschnittskurses der Axel Springer-Aktie der letzten 90 Kalendertage vor dem 1. Mai 2016 bzw. vor Ende der jeweiligen Leistungsperiode, multipliziert mit der Anzahl der ausstehenden Axel Springer-Aktien (abzüglich eigener Aktien) unter Addition der Dividendenausschüttungen während der Leistungsperiode.

Die Auszahlung des im Vorjahr unverfallbar gewordenen Auszahlungsbetrages I wurde aufgrund einer im Vorjahr mit den Berechtigten geschlossenen Stundungsvereinbarung zunächst in das Jahr 2021 verschoben. Der Auszahlungsbetrag II wäre nach einer Wartefrist von zwei Jahren 2022 zur Auszahlung gekommen. Der Nettobetrag aller Auszahlungen (nach Berücksichtigung abzuführender Steuern und Abgaben) wäre vollständig in ausgegebene Axel-Springer-Aktien zu investieren gewesen. Im Berichtsjahr wurde jedoch mit der überwiegenden Zahl der Berechtigten am LTIP eine teilweise Überführung von Vergütungsansprüchen als Eigeninvestment in das MIP und Auszahlung der verbleibenden Vergütungsansprüche vereinbart und somit der LTIP beendet. Den übrigen Berechtigten wurde der Auszahlungsbetrag I im Berichtsjahr ausgezahlt. Den Auszahlungsbetrag II erhalten sie entsprechend der ursprünglichen Vereinbarung im Geschäftsjahr 2022.

Im Berichtsjahr führte das LTIP zu Personalaufwand in Höhe von € 9,0 Mio. (Vj.: € 11,4 Mio.). Zahlungsansprüche von Berechtigten am LTIP in Höhe von € 11,4 Mio. wurden als Eigeninvestment in das MIP überführt. In Höhe von € 67,9 Mio. (Vj.: € 17,8 Mio.) wurden Zahlungen an Berechtigte (einschließlich der im Berichtsjahr ausgeschiedenen Berechtigten) geleistet. Für fortbestehende Ansprüche aus dem LTIP waren zum 31. Dezember 2021 Rückstellungen in Höhe von € 1,4 Mio. (Vj.: Verbindlichkeiten und Rückstellungen in Höhe von € 63,1 Mio. bzw. € 8,6 Mio.) zu bilden.

Dem nicht am LTIP beteiligten Vorstandsmitglied wurde im Geschäftsjahr 2018 ein virtueller Aktienoptionsplan gewährt. Das Programm wurde im Berichtsjahr mit Einführung des MIP (siehe oben) beendet und die bis zu diesem Zeitpunkt erworbenen Ansprüche als Eigeninvestment in das MIP überführt. Nachfolgend sind die wesentlichen Parameter des Programms dargestellt:

Vorstandsprogramm 2018
Gewährungszeitpunkt 01.10.2018
Laufzeit in Jahren 6
Wartezeit in Jahren 4
Gewährte Optionsrechte 225.000
Basiswert (€) 62,06
Maximaler Zahlungsanspruch (€) 124,12

Die weiteren Bedingungen des Programms und Voraussetzungen für einen Vergütungsanspruch, die nachfolgend wiedergegeben werden, wären insbesondere von der Entwicklung der Axel-Springer-Aktie abhängig gewesen. Der Kurs der Axel-Springer-Aktie wurde jedoch seit dem im Vorjahr erfolgten Rückzug von der Börse nicht mehr festgestellt.

Hätte das Beschäftigungsverhältnis mindestens bis zum Ablauf der Wartezeit bestanden, hätten alle gewährten virtuellen Aktienoptionen unverfallbar werden können. Wäre das Beschäftigungsverhältnis vor Ende der Wartezeit beendet worden, jedoch frühestens ein Jahr nach dem Gewährungszeitpunkt, wären die Optionsrechte pro rata temporis im Verhältnis zur Wartezeit unverfallbar geworden.

Weitere Voraussetzung für den Eintritt der Unverfallbarkeit wäre gewesen, dass innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr vor Ende der Wartezeit entweder der volumengewichtete Durchschnittskurs der Axel-Springer-Aktie eines Zeitraums von 90 Kalendertagen mindestens 30 % über dem Basiswert gelegen hätte oder die prozentuale Steigerung dieses Durchschnittskurses gegenüber dem Basiswert die Entwicklung des DAX-Kursindex übertroffen hätte.

Die Ausübung der Optionsrechte wäre nur möglich gewesen, wenn der volumengewichtete Durchschnittskurs der Axel-Springer-Aktie 90 Kalendertage vor Ausübung mindestens 30 % über dem Basiswert gelegen hätte und seine prozentuale Steigerung gegenüber dem Basiswert die Entwicklung des DAX-Kursindex übertroffen hätte. Jedes Optionsrecht hätte einen auf maximal 200 % des Basiswerts begrenzten Zahlungsanspruch in Höhe des Wertzuwachses der Axel-Springer-Aktie, der der Differenz zwischen dem volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 90 Kalendertage vor Ausübung und dem Basiswert entspricht, gewährt.

Das berechtigte Vorstandsmitglied wäre verpflichtet gewesen, für je zehn Optionsrechte eine Axel-Springer-Aktie als Eigeninvestment zu halten. Eine Verfügung über diese Aktien vor Ausübung der Optionsrechte hätte zu einem Verfall der Optionsrechte im gleichen Verhältnis geführt.

Der virtuelle Aktienoptionsplan wurde als anteilsbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich mit seinem unter Anwendung eines Black-Scholes-Modells in einer Monte-Carlo-Simulation ermittelten Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag bzw. bis zum Beendigungszeitpunkt bewertet und entsprechend der voraussichtlich eintretenden Unverfallbarkeit erfasst. Die Neubewertung zum Zeitpunkt der Beendigung des Programms führte zu Erträgen in Höhe von € 0,7 Mio. (Vj.: Aufwendungen in Höhe von € 0,4 Mio.). Der verbleibende Anspruch betrug € 0,9 Mio. (Vj.: € 1,6 Mio.) und wurde als Eigeninvestment in das MIP überführt.

Bei unseren Tochtergesellschaften bestanden zum Bilanzstichtag folgende wesentliche anteilsbasierte Vergütungsprogramme:

Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Appcast im Geschäftsjahr 2019 wurde eine bestehende anteilbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente in eine anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich umgewandelt. Die Aktienoptionen werden über einen Zeitraum von vier Jahren unverfallbar und wurden mit Kauf- und Verkaufsoptionen verknüpft, die in den Jahren 2023 bis 2025 ausübbar sind und bei denen sich der Kaufpreis an künftigen Unternehmensergebnissen bemisst (vgl. Ziffer (30)). Im Mai 2021 wurden die Kauf- und Verkaufsoptionen angepasst. Der Ausübungspreis basiert nunmehr auf einem Umsatz-Multiple. Darüber hinaus wurden Ausübungszeitpunkte individualisiert sowie maximale Auszahlungsbeträge in Abhängigkeit der jeweiligen Ausübungszeitpunkte festgelegt. Aufgrund der Anpassung erfüllte das Vergütungsprogramms ab dem Änderungszeitpunkt nicht mehr die Voraussetzungen für anteilsbasierte Vergütungen. Der Ausweis erfolgte seitdem als sonstige langfristige Vergütung (vgl. Ziffern (13), (21)).

Im Berichtszeitraum wurden bis zum Änderungszeitpunkt Personalaufwand aus anteilsbasierter Vergütung in Höhe von € 6,8 Mio. (Vj.: € 4,8 Mio.) und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von € 0,0 Mio. (Vj.: € 0,2 Mio.) erfasst. Zum 31. Dezember 2020 betrug die Rückstellung € 10,4 Mio.

Zum Vollzug des Erwerbs von Insider Ende 2015 wurden dem heutigen Vorstand von Insider als Ersatz für ein bestehendes Aktienoptionsprogramm 15.854 Optionen auf Erwerb von insgesamt 13 % der Anteile von Insider gewährt. Die Optionen werden über einen Zeitraum bis Ende 2025 (30 % nach drei Jahren und anschließend jährlich weitere 10 %) unverfallbar und sind danach bis Ende 2025 ausübbar. Ende 2025 können dann sämtliche bezogenen Anteile Axel Springer gegen Zahlung des Zeitwerts angedient werden, so dass eine unentziehbare Verpflichtung zum Barausgleich und damit eine anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich besteht. Zum Gewährungszeitpunkt betrug der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen € 9,3 Mio. Ein Teilbetrag von € 6,3 Mio. wurde im Rahmen der Erstkonsolidierung als Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs behandelt. Der Restbetrag wurde als Gegenleistung für die fortgesetzte Tätigkeit klassifiziert. 2018 wurden bis dahin unverfallbar gewordene 4.756 Optionen gegen Zahlung von USD 4,6 Mio. (€ 4,0 Mio.) zurückgekauft, so dass unverändert zum Vorjahr zum 31. Dezember 2021 noch 11.098 Optionen bestanden.

Durch Erreichen von Umsatzzielen für das Geschäftsjahr 2020 wurde eine Vorabzahlung von USD 7,5 Mio. (€ 6,3 Mio.) im Berichtsjahr gewährt. Zudem wird bei Erreichen von Umsatz- und Ergebniszielen für 2022 und 2023 eine weitere Vorabzahlung von bis zu USD 12,0 Mio. (€ 10,6 Mio.) erfolgen. Zusätzlich werden USD 9,0 Mio. (€ 8,0 Mio.) ohne festgelegte Ziele in jährlichen Raten von USD 1,5 Mio. (€ 1,3 Mio.) in den Jahren 2018 bis 2023 ausgezahlt. Alle diese Vorabzahlungen werden mit künftigen Zahlungen aus den Optionen verrechnet. Bei Verfall oder Nichtausübung der Optionsrechte besteht keine Rückzahlungspflicht.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde im Zusammenhang mit der operativen Zusammenführung der beiden US-Unternehmen Insider und Insider Intelligence dem Vorstand von Insider die Gesamtverantwortung für die zusammengeführten Unternehmen übertragen und somit das bestehende Optionsprogramm derart erweitert, dass auch die Wertentwicklung von Insider Intelligence im Vergleich zu einer Basisbewertung von ca. USD 400,0 Mio. umfasst ist. Hierzu wurden dem Vorstand 9.351 Optionen auf Erwerb von insgesamt 9,1 % der Anteile an Insider Intelligence unter Beibehaltung sämtlicher Bedingungen des bestehenden Optionsprogramms gewährt.

Zum 31. Dezember 2021 bestanden unverändert zum Vorjahr Optionsrechte auf Erwerb von 9,1 % der Anteile an den zusammengeführten Unternehmen Insider und Insider Intelligence, von denen keine ausübbar waren. Der Ausübungspreis bzw. die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der bestehenden Optionen beträgt TUSD 3,6 bis 3,9 (T€ 3,2 bis 3,4) pro Anteil bzw. 3,8 Jahre (Vj.: 4,8 Jahre).

Der beizulegende Zeitwert wurde zum Gewährungszeitpunkt sowie zu jedem Bilanzstichtag anhand eines Optionspreismodells auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung des Ausübungspreises der Optionen, des risikolosen Zinssatzes und der erwarteten Dividenden ermittelt; die Volatilität des Anteilspreises wurde über einen Peer Group-Vergleich bestimmt. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Optionsrechte neu bewertet und der über den Zeitraum bis zum Erreichen der Unverfallbarkeit (Erdienungszeitraum) zu erfassende Personalaufwand ermittelt. Im Berichtszeitraum wurde aus dem Aktienoptionsprogramm ein Personalaufwand in Höhe von € 5,7 Mio. (Vj.: € 8,9 Mio.) erfasst. Die Rückstellung belief sich zum 31. Dezember 2021 auf € 36,5 Mio. (Vj.: € 35,6 Mio.) und war auch durch die im Berichtsjahr erfolgten Auszahlungen (€ 7,6 Mio.) sowie Währungseffekte beeinflusst.

Sonstige anteilsbasierte Vergütungsprogramme waren einzeln und in Summe von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

(12) Pensionsverpflichtungen

Die Pensionsverpflichtungen betrafen nahezu ausschließlich Konzerngesellschaften mit Sitz in Deutschland.

Aus beitragsorientierten Versorgungsplänen zahlt der Konzern im Wesentlichen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen an staatliche Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen betrugen € 54,3 Mio. (Vj.: € 49,7 Mio.) und wurden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen wurden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an ehemalige und aktive Mitarbeiter des Axel Springer Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet. Dabei entsprach die Rückstellung für leistungsorientierte Versorgungspläne dem Barwert der Verpflichtungen am Bilanzstichtag abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens. Im Zusammenhang mit den Pensionsplänen ist der Konzern allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Gehalts- und Rentensteigerungen, Langlebigkeit und Zinssatzänderungen sowie dem Inflationsrisiko und dem Kapitalmarkt- und Anlagerisiko ausgesetzt.

In den deutschen Konzerngesellschaften existieren im Wesentlichen vier unterschiedliche leistungsorientierte Pensionspläne, die dem Betriebsrentengesetz und somit den gesetzlichen Regelungen insbesondere zur Unverfallbarkeit, zum Inflationsausgleich in der Leistungsphase und zum Insolvenzschutz durch den Pensionssicherungsverein unterliegen. Die Pensionspläne werden zum Teil durch Planvermögen finanziert, das durch den Axel Springer Pensionstreuhand e. V. treuhänderisch verwaltet wird. Zwei Pensionspläne sehen für den Versorgungsberechtigten eine jährliche Rente auf Basis von Festbeträgen vor, die für den ersten Pensionsplan nur von der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und für den zweiten Pensionsplan zusätzlich von der Stellung im Unternehmen abhängen und statisch in der Anwartschaftsphase und dynamisch in der Leistungsphase entsprechend den Vorgaben des Betriebsrentengesetzes sind. Die Vorstandszusagen entsprechen in der Ausgestaltung dem zweiten Pensionsplan und sind darüber hinaus dynamisch in der Anwartschaftsphase in Abhängigkeit von der Inflation. Der dritte Pensionsplan ist eine Leistungszusage, die sich in Abhängigkeit von umgewandelten Entgeltbestandteilen unter Berücksichtigung von festgeschriebenen Faktorentabellen berechnet. Ab Rentenbeginn erfolgt eine Anpassung der laufenden Leistungen mit 1 % p. a. Der vierte Pensionsplan umfasst Direktzusagen auf Basis bezuschusster Entgeltumwandlungen, die über eine Versicherung kongruent gedeckt sind, und im Regelfall eine Einmalzahlung mit Renteneintritt gewähren.

Im Wesentlichen wurden die folgenden Parameter der Bewertung zugrunde gelegt:

Angaben
in %
2021 2020
Rechnungszins 1,0 % 0,7 %
Gehaltstrend 1,5 % 1,4 %
Rententrend 1,5 % 1,4 %

Für die Lebenserwartung der Pensionszusagen in Deutschland wurden unverändert zum Vorjahr im Wesentlichen die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Im Folgenden ist die Entwicklung der leistungsorientierten Versorgungspläne, des Planvermögens und der Erstattungsansprüche dargestellt:

Leistungsorientierte Verpflichtungen Planvermögen Rückstellungen für Pensionen
Mio. € 2021 2020 2021 2020 2021 2020
Stand zum 01.01. 595,7 591,9 - 372,7 - 354,1 223,0 237,8
Laufende Dienstzeitaufwendungen 5,7 6,7     5,7 6,7
Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen 0,0 - 0,2     0,0 - 0,2
Nettozinsaufwendungen 4,0 5,7 - 2,6 - 3,5 1,4 2,1
Pensionsaufwendungen 9,7 12,1 - 2,6 - 3,5 7,1 8,6
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Planvermögen     - 28,0 - 12,0 - 28,0 - 12,0
Veränderungen der finanziellen Annahmen - 19,2 18,8     - 19,2 18,8
Erfahrungsbedingte Anpassungen - 1,4 - 3,7     - 1,4 - 3,7
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste - 20,6 15,2 - 28,0 - 12,0 - 48,6 3,2
Arbeitgeberbeiträge     0,0 - 3,3 0,0 - 3,3
Arbeitnehmerbeiträge 2,5 2,8 - 0,1 - 0,2 2,4 2,7
Leistungszahlungen - 21,2 - 21,8 0,0 0,5 - 21,2 - 21,3
Konsolidierungskreisänderungen - 3,3 - 0,2 - 1,9 0,0 - 5,2 - 0,2
Sonstiges 0,1 - 4,4     0,1 - 4,4
Sonstige Veränderungen - 22,0 - 23,5 - 2,0 - 3,0 - 23,9 - 26,6
Stand zum 31.12. 562,8 595,7 - 405,3 - 372,7 157,6 223,0
Erstattungsansprüche Nettoverpflichtung
Mio. € 2021 2020 2021 2020
Stand zum 01.01. - 21,0 - 22,6 202,0 215,2
Laufende Dienstzeitaufwendungen     5,7 6,7
Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen     0,0 - 0,2
Nettozinsaufwendungen - 0,1 - 0,2 1,3 1,9
Pensionsaufwendungen - 0,1 - 0,2 7,0 8,4
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Planvermögen     - 28,0 - 12,0
Veränderungen der finanziellen Annahmen 0,3 0,3 - 18,9 19,2
Erfahrungsbedingte Anpassungen 0,5 - 0,4 - 1,0 - 4,0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 0,8 0,0 - 47,8 3,2
Arbeitgeberbeiträge     0,0 - 3,3
Arbeitnehmerbeiträge     2,4 2,7
Leistungszahlungen 1,8 1,8 - 19,4 - 19,5
Konsolidierungskreisänderungen     - 5,2 - 0,2
Sonstiges     0,1 - 4,4
Sonstige Veränderungen 1,8 1,8 - 22,2 - 24,8
Stand zum 31.12. - 18,6 - 21,0 139,0 202,0

Der laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wurden im Personalaufwand als Aufwendungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfasst (vgl. Ziffer (21)). Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis enthalten (vgl. Ziffer (25)). Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wurden im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen (vgl. Ziffer (27)).

Zum 31. Dezember 2021 betrug die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen 14 Jahre (Vj.: 14 Jahre).

Das Planvermögen setzte sich wie folgt zusammen:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Anleihen 105,3 120,2
Aktien 76,0 49,9
Immobilienfonds 5,5 5,5
Finanzmittel 9,4 6,3
Sonstiges 5,2 5,4
Planvermögenswerte, für die Marktpreisnotierungen existieren 201,2 187,4
Immobilien 202,0 184,7
Sonstiges 2,0 0,7
Planvermögenswerte, für die keine Marktpreisnotierungen existieren 204,0 185,3
Planvermögen 405,3 372,7

Die Immobilien betrafen in Höhe von € 202,0 Mio. (Vj.: € 184,0 Mio.) das selbstgenutzte Axel-Springer-Hochhaus am Standort Berlin.

Für das Geschäftsjahr 2022 rechnen wir mit keinen wesentlichen Arbeitgeberbeiträgen zum Planvermögen.

Der Axel Springer SE stehen im Zusammenhang mit einer 2005 erfolgten Ausgliederung von Tiefdruckaktivitäten Erstattungsansprüche aus Pensionsverpflichtungen bzw. der in diesem Zusammenhang entstehenden Pensionsaufwendungen zu. Der Ausweis der Erstattungsansprüche erfolgte als sonstiger finanzieller Vermögenswert (vgl. Ziffer (8)), während in der Gewinn- und Verlustrechnung die Erträge aus der Erstattung mit den korrespondierenden Pensionsaufwendungen saldiert wurden. Aufgrund bestehender vertraglicher Vereinbarungen gehen wir nicht von einem kurzfristigen Ausgleich der Erstattungsansprüche und der zugrundeliegenden Pensionsverpflichtungen aus und weisen den Vermögenswert sowie die entsprechende Pensionsverpflichtung in Höhe von € 16,8 Mio. (Vj.: € 19,1 Mio.) als langfristig aus. Der Restbetrag von € 1,8 Mio. (Vj.: € 1,9 Mio.) wird als kurzfristig ausgewiesen.

Ein Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der gesamten Pensionsverpflichtungen zum Bilanzstichtag folgende prozentuale Auswirkungen:

Erhöhung um 25 Basispunkte Senkung um 25 Basispunkte
2021 2020 2021 2020
Rechnungszins - 3,3 % - 3,5 % 3,5 % 3,7 %
Gehaltstrend 0,1 % 0,1 % - 0,1 % - 0,1 %
Rententrend 2,3 % 2,4 % - 2,2 % - 2,3 %

Eine um durchschnittlich ein Jahr verlängerte Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten zum 31. Dezember 2021 hätte zu einem Anstieg der Pensionsverpflichtungen um 4,5 % (Vj.: 4,6 %) geführt. Den Sensitivitätsberechnungen liegt die durchschnittliche Laufzeit der zum Bilanzstichtag ermittelten Versorgungsverpflichtungen zugrunde. Die Berechnungen wurden für die wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter isoliert vorgenommen. Da den Sensitivitätsanalysen die durchschnittliche Duration der erwarteten Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt und folglich die erwarteten Auszahlungszeitpunkte unberücksichtigt bleiben, führen sie nur zu näherungsweisen Informationen bzw. Tendenzaussagen.

(13) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzten sich wie folgt zusammen:

Mio. € Stand 01.01.2021 Inanspruchnahme Auflösung Zuführung Andere Veränderungen Stand 31.12.2021
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 128,8 - 85,9 - 1,9 128,1 13,1 182,2
Altersteilzeit 44,3 - 14,1 0,0 11,0 0,8 42,0
Strukturmaßnahmen 61,4 - 41,8 - 3,9 13,2 - 0,8 28,2
Sonstige Steuern 14,4 - 0,8 - 0,2 0,1 0,0 13,6
Rabatte und Boni 10,8 - 10,3 - 0,4 11,3 0,0 11,4
Remission 6,5 - 5,6 - 0,3 7,6 - 1,1 7,2
Prozesskosten 6,5 - 0,3 - 0,9 1,6 - 2,2 4,7
Rückbauverpflichtungen 6,6 - 2,7 - 0,7 1,0 0,1 4,3
Übrige 17,7 - 8,7 - 3,2 6,5 0,3 12,5
Sonstige Rückstellungen 297,1 - 170,1 - 11,5 180,4 10,3 306,2
Mio. € davon kurzfristig davon langfristig
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 78,9 103,3
Altersteilzeit 13,9 28,0
Strukturmaßnahmen 20,0 8,3
Sonstige Steuern 13,6 0,0
Rabatte und Boni 11,4 0,0
Remission 7,2 0,0
Prozesskosten 3,6 1,1
Rückbauverpflichtungen 1,4 2,9
Übrige 9,0 3,5
Sonstige Rückstellungen 159,0 147,2

Sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern betrafen insbesondere leistungsabhängige Vergütungen. Ebenfalls enthalten waren anteilsbasierte Vergütungen (vgl. Ziffer (11)). Der Anstieg des Berichtsjahres beruht im Wesentlichen auf dem im Berichtsjahr aufgelegten Management Incentive Plan sowie auf dem langfristigen Vergütungsprogramm für die Mitarbeiter von Appcast (vgl. zu beiden Programmen Ziffer (11)).

Übrige Rückstellungen entfielen unter anderem auf die Aufsichtsratsvergütung (vgl. Ziffer (32)) sowie auf noch auszuführende Umbaumaßnahmen im Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr 2016 erfolgten Veräußerung des Bürogebäudekomplexes am Standort Hamburg und der Veräußerung der Axel-Springer-Passage am Standort Berlin im Geschäftsjahr 2017.

Die anderen Veränderungen resultierten im Wesentlichen aus der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Unternehmen sowie der Entkonsolidierung von veräußerten Unternehmen (vgl. Ziffer (2c)), aus der Währungsumrechnung sowie aus der Aufzinsung.

(14) Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten umfassten Schuldscheindarlehen in Höhe von € 612,7 Mio. (Vj.: € 623,1 Mio.), andere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von € 1.480,4 Mio. (Vj.: € 849,2 Mio.) sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von € 532,7 Mio. (Vj.: € 551,1 Mio.).

Die Schuldscheindarlehen (Nominalbeträge) waren zum Bilanzstichtag durch die folgenden Inanspruchnahmen, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet.

2021
Mio. €
2020
Mio. €
Zinssatz
in %
Fälligkeit
322,0 322,0 1,14 30.05.2024
146,0 146,0 0,73 30.05.2022
72,0 72,0 0,91 30.05.2023
62,5 62,5 6-Monats-EURIBOR + 0,70 30.05.2024
12,0 12,0 6-Monats-EURIBOR + 0,55 30.05.2022
0,0 11,5 0,51 30.05.2021

Die anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Nominalbeträge) betrafen nahezu ausschließlich die Inanspruchnahme der Kreditlinie der Axel Springer SE (inkl. der Laufzeitdarlehen), die durch die folgenden Inanspruchnahmen, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet waren.

2021
Mio. €
2020
Mio. €
Zinssatz
in %
Fälligkeit
500,0 0,0 3-Monats-EURIBOR + 1,45 03.07.2026
300,0 300,0 3-Monats-EURIBOR + 0,85 (Vj. EURIBOR + 1,65) 03.07.2024
300,0 0,0 1-Monats-EURIBOR + 0,525 03.07.2024
187,5 167,6 0,04 * 03.07.2024
169,0 180,0 Eonia + 0,45 03.07.2024
30,0 100,0 Eonia + 0,45 03.07.2024
0,0 100,0 Eonia + 0,575 03.07.2024

* Täglich veränderbar durch das Kreditinstitut, abhängig von der Marktentwicklung.

Im Rahmen und in Erweiterung unserer Kreditline haben wir im September 2021 ein Laufzeitdarlehen in Höhe von € 500,0 Mio. abgeschlossen und im Oktober in voller Höhe in Anspruch genommen. Das Darlehen ist im Juli 2026 zur Rückzahlung fällig. Das im Vorjahr abgeschlossene Laufzeitdarlehen in Höhe von € 300,0 Mio. wurde im Berichtsjahr um ein Jahr bis Juli 2024 verlängert.

Am Bilanzstichtag bestanden nicht in Anspruch genommene langfristige Kreditlinien in Höhe von insgesamt € 813,5 Mio. (Vj.: € 952,4 Mio.).

Das Commercial Paper Programm (vgl. Ziffer (29)) wurde im Berichtsjahr durchschnittlich in Höhe von ca. € 228 Mio. (Vj.: ca. € 240 Mio.) mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 0,03 % (Vj.: 0,06 %) genutzt. Wie im Vorjahr erfolgt keine Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag.

(15) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten gliederten sich wie folgt:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile 222,1 144,3
Kreditorische Debitoren 16,3 21,2
Verbindlichkeiten aus Darlehen 5,3 7,6
Übrige 27,1 25,1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 270,8 198,3
davon kurzfristig 58,0 58,5
davon langfristig 212,8 139,7
Vertragsverbindlichkeiten 298,8 199,5
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 74,7 75,3
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 48,3 26,7
Passivische Abgrenzungen 26,3 25,4
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 14,5 12,9
Investitionszuschüsse 8,8 10,3
Verbindlichkeiten für Abgaben und Beiträge 4,2 4,2
Übrige 20,7 11,1
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 496,4 365,5
davon kurzfristig 474,9 356,2
davon langfristig 21,5 9,2
Sonstige Verbindlichkeiten 767,2 563,7
davon kurzfristig 532,9 414,7
davon langfristig 234,3 149,0

Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstigen Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile erhöhten sich im Wesentlichen durch Anpassungen der Optionsverbindlichkeiten zum Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an Appcast und Morning Brew (vgl. Ziffer (30)). Die Vertragsverbindlichkeiten betrafen im Wesentlichen Kundenvorauszahlungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern betrafen ausstehende Lohn- und Gehaltszahlungen, Tantieme- und Abfindungsansprüche. Die passivischen Abgrenzungen beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen aus noch nicht genommenen Urlaubstagen.

(16) Analyse der Fälligkeit finanzieller Verbindlichkeiten

Nachfolgend sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse im Zusammenhang mit finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:

Undiskontierte Mittelabflüsse
Mio. € Buchwert 31.12.2021 2022 2022 bis 2026 2027 ff.
Finanzverbindlichkeiten 2.625,8 254,3 2.211,8 295,2
davon aus Leasingverbindlichkeiten 532,7 75,0 239,0 295,2
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 686,3 670,3 13,9 2,2
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile 222,1 24,3 185,6 18,3
Undiskontierte Mittelabflüsse
Mio. € Buchwert 31.12.2020 2021 2021 bis 2025 2026 ff.
Finanzverbindlichkeiten 2.023,4 102,0 1.709,6 336,2
davon aus Leasingverbindlichkeiten 551,1 75,0 224,2 336,2
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 597,7 579,6 10,5 7,7
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile 144,3 20,4 122,6 5,1

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(17) Umsatzerlöse

Das Geschäft von Axel Springer ist in drei operative Geschäftsbereiche gebündelt: Classifieds Media, News Media und Marketing Media. Hinzu kommt der Geschäftsbereich Services/Holding.

Im Geschäftsbereich Classifieds Media sind alle Geschäftsmodelle zusammengefasst, die ihre Erlöse überwiegend dadurch erzielen, dass Werbekunden für das Inserieren von Jobs, Immobilien, Autos usw. zahlen. Die Aktivitäten des Geschäftsbereichs Classifieds Media sind in zwei operative Bereiche StepStone (Jobs) und AVIV (Immobilien) gegliedert.

Die Stellenportale von StepStone umfassen die Portale von Totaljobs, Jobsite und Saongroup, das Regionalportal meinestadt.de, den Employer-Branding-Spezialisten Universum sowie die Angebote von Gehalt.de, Studydrive und Appcast. Die Immobilienportale von AVIV umfassen die Portale von SeLoger (inkl. Logic-Immo), MeilleursAgents, Immoweb, Immowelt/Immonet sowie das Generalistenportal Yad2. Im März 2021 wurde das Autoportal La Centrale veräußert (vgl. Ziffer (2c)).

Der Geschäftsbereich News Media umfasst im Wesentlichen Geschäftsmodelle, deren Grundlage die Erstellung von journalistischen Inhalten ist und die durch Werbung, zahlende Leser und Inhalteverwertung mit Dritten wie zum Beispiel Social Media-Plattformen finanziert werden.

News Media National beinhaltet im Wesentlichen die Marken BILD und WELT mit ihren jeweiligen Digital-, TV-und Print-Angeboten, inkl. der Computer-, Auto- und Sportzeitschriften der Markenfamilie BILD sowie das Preisvergleichsportal Idealo. Seit August 2021 erweitert der TV-Sender BILD LIVE den Bereich.

News Media International umfasst internationale Digital- und Printmedienangebote. In den USA ist Axel Springer mit der Insider-Gruppe vertreten, zu der die Wirtschafts-, Börsen- und Finanznachrichtendienste Insider, Insider Intelligence sowie Morning Brew gehören. Mitte Oktober 2021 wurde mit dem Erwerb von POLITICO die Präsenz in den USA gestärkt und POLITICO EU vollständig übernommen (vgl. Ziffer (2c)). In Europa sind wir insbesondere mit der Ringier Axel Springer Polska-Gruppe vertreten, zu der das News- und Entertainmentportal onet.pl, das Rubrikenportal Gratka.pl und das Immobilienportal Morizon.pl gehören. Darüber hinaus umfasst der Geschäftsbereich den Nachrichtenaggregator upday, das Finanzportal finanzen.net sowie den Drive-to-Store Marketing Partner Bonial. Der Geschäftsbereich umfasste bis zur Veräußerung der Ringier Axel Springer Media im Dezember 2021 auch unsere Geschäftsaktivitäten in Ungarn, Serbien, der Slowakei und den baltischen Ländern (vgl. Ziffer (2c)).

Der Geschäftsbereich Marketing Media beinhaltet die Affiliate-Marketing-Plattform Awin als wesentliche operative Einheit. Awin generiert Erlöse im Wesentlichen durch performancebasierte Platzierung von Werbung im Internet.

Im Geschäftsbereich Services/Holding werden übergeordnete Konzernservices sowie Holdingfunktionen ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse wurden sowohl in der Berichtsperiode als auch im Vorjahr nahezu ausschließlich aus Verträgen mit Kunden erzielt und setzten sich wie folgt zusammen:

Mio. € Classifieds Media News Media Marketing Media Services/ Holding 2021 Classifieds Media *
Werbeerlöse 1.253,5 1.053,5 145,5 1,1 2.453,6 1.010,8
Vertriebserlöse 0,0 525,8 0,0 0,0 525,8 0,0
Übrige Erlöse 60,4 301,1 31,7 6,6 399,8 52,4
Umsatzerlöse 1.313,9 1.880,4 177,2 7,7 3.379,2 1.063,1
Mio. € News Media * Marketing Media Services/ Holding 2020
Werbeerlöse 905,3 127,3 0,0 2.043,4
Vertriebserlöse 521,4 0,0 0,0 521,4
Übrige Erlöse 276,2 19,0 5,2 352,8
Umsatzerlöse 1.702,9 146,3 5,2 2.917,6

* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer (3p).

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Classifieds Media resultierten nahezu ausschließlich aus Werbeerlösen im Online-Rubrikengeschäft und teilten sich wie folgt auf:

Mio. € 2021 2020
Jobs 812,0 556,8
Immobilien 501,9 506,4
Umsatzerlöse 1.313,9 1.063,1

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich News Media ergaben sich vor allem aus nationalen und internationalen Werbe- und Vertriebserlösen und teilten sich wie folgt auf:

Mio. € 2021 2020
Werbeerlöse national 570,5 562,0
Vertriebserlöse national 406,8 422,8
Übrige Erlöse national 203,2 200,1
Umsatzerlöse national 1.180,5 1.184,9
Werbeerlöse international 483,0 343,3
Vertriebserlöse international 118,9 98,6
Übrige Erlöse international 98,0 76,1
Umsatzerlöse international 699,9 517,9
Umsatzerlöse 1.880,4 1.702,9

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Marketing Media wurden wie im Vorjahr zum größten Teil durch Werbekunden in der performancebasierten Vermarktung generiert.

Mio. € 2021 2020
Performancebasierte Vermarktung 162,6 139,8
Reichweitenvermarktung 14,6 6,5
Umsatzerlöse 177,2 146,3

Darüber hinaus ergaben sich Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Services/Holding für Konzernservices und Holdingfunktionen in Höhe von € 7,7 Mio. (Vj.: € 5,2 Mio.).

Die zum 31. Dezember 2020 erfassten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von € 199,5 Mio. (Vj.: € 276,9 Mio.) führten im Berichtsjahr in Höhe von € 195,3 Mio. (Vj.: € 266,3 Mio.) zu Umsatzerlösen.

In den übrigen Erlösen waren Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von € 2,9 Mio. (Vj.: € 3,5 Mio.) enthalten. Davon entfielen im Berichtsjahr € 2,5 Mio. (Vj.: € 2,9 Mio.) auf Erträge aus Unterleasingverträgen.

(18) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliederten sich wie folgt:

Mio. € 2021 2020
Erträge aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten 324,3 0,0
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigung auf Forderungen 29,3 8,9
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 10,7 12,2
Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten 9,5 19,5
Währungskursgewinne 7,5 5,6
Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 6,2 61,8
Übrige betriebliche Erträge 47,5 26,0
Sonstige betriebliche Erträge 435,1 134,1

Die Erträge aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten resultierten im Wesentlichen aus der Veräußerung der La Centrale-Gruppe, der Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) sowie der Bistro.sk (vgl. Ziffer (2c)). Zu den Erträgen aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten vgl. Ziffer (30). Im Vorjahr resultierten die Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von € 57,4 Mio. aus der Veräußerung des Axel-Springer-Neubaus (vgl. Ziffer (5)). Die übrigen betrieblichen Erträge enthielten eine Vielzahl betragsmäßig unwesentlicher Sachverhalte.

(19) Bestandveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen

Die Bestandveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen erhöhten sich im Berichtsjahr auf € 107,7 Mio. (Vj.: € 97,1 Mio.) und standen wie im Vorjahr im Wesentlichen im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen Geschäftsmodelle.

(20) Materialaufwand

Der Materialaufwand unterteilte sich wie folgt:

Mio. € 2021 2020
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 73,5 86,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen 424,2 338,5
Materialaufwand 497,7 424,7

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren betrafen in Höhe von € 34,2 Mio. (Vj.: € 37,0 Mio.) Aufwendungen für Papier.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen entfielen wie im Vorjahr überwiegend auf Fremddruckleistungen (inkl. Papierkosten), Honorarleistungen sowie sonstige bezogene Leistungen.

(21) Personalaufwand

Der Personalaufwand setzte sich wie folgt zusammen:

Mio. € 2021 2020
Löhne und Gehälter 1.270,3 1.061,2
Übrige soziale Abgaben 134,3 121,4
Anteilsbasierte Vergütungen 65,5 28,5
Aufwendungen aus beitragsorientierten Versorgungsplänen 54,3 49,7
Aufwendungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 5,7 6,5
Übriger Personalaufwand 2,3 0,8
Personalaufwand 1.532,3 1.268,0

Die Löhne und Gehälter enthielten Zuführungen zu Rückstellungen für Strukturmaßnahmen. Der Anstieg im Berichtsjahr war im Wesentlichen neben dem Personalaufbau auch auf den Anstieg variabler Vergütungsbestandteile zurückzuführen. Der Anstieg dieser variablen Vergütungsbestandteile resultierte insbesondere aus den im Berichtsjahr erfassten Vergütungsteilbeträgen aus den Anpassungen der Optionsverbindlichkeiten zum Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an Appcast und Morning Brew (vgl. Ziffer (30)) sowie aus dem Vergütungsprogramm für die Mitarbeiter von Appcast, das nach Programmanpassung im Berichtsjahr ab diesem Zeitpunkt anstatt als anteilsbasierte Vergütung nunmehr als sonstige langfristige Vergütung auszuweisen war (vgl. Ziffer (11)).

Im Konzern waren durchschnittlich beschäftigt:

2021 2020
Angestellte 13.611 13.110
Redakteure 2.936 2.760
Gewerbliche Mitarbeiter 289 344
Anzahl der Mitarbeiter 16.835 16.213

Der Anstieg der Personalzahlen gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Personalaufbau in den wachstumsstarken digitalen Geschäftsbereichen sowie aus konsolidierungsbedingten Veränderungen. Gegenläufig wirkte insbesondere der Rückgang von Mitarbeitern im Geschäftsbereich Services/Holding aufgrund von Strukturmaßnahmen.

(22) Abschreibungen

Die Abschreibungen teilten sich wie folgt auf:

Mio. € 2021 2020
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte 31,7 0,0
Planmäßige Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte 230,2 180,2
Außerplanmäßige Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte 2,2 22,0
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 116,4 126,2
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 1,1 0,0
Abschreibungen 381,6 328,5

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beinhalteten Abschreibungen auf Leasing-Nutzungsrechte in Höhe von € 62,8 Mio. (Vj.: € 72,8 Mio.), vgl. Ziffer (5).

Die Erhöhung der planmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte betraf fast ausschließlich Titel- und Markenrechte und resultierte aus der seit dem Berichtsjahr erfolgenden planmäßigen Abschreibung aufgrund identifizierter Nutzungsdauern für diese Vermögenswerte (vgl. Ziffer (4)). Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte des Vorjahres betrafen im Wesentlichen einen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer (vgl. Ziffer (4)). Zu den außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vgl. Ziffer (4).

Vorgenommene Abschreibungen auf Beteiligungen sind Bestandteil des Beteiligungsergebnisses (vgl. Ziffer (24)).

(23) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen:

Mio. € 2021 2020
Werbekosten 353,7 262,5
Aufwendungen für Fremdpersonal 227,8 201,1
Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten 70,7 2,5
Versand- und Portokosten 68,1 70,2
Beratungs-, Prüfungs-, Gerichts- und Anwaltskosten 61,2 55,0
Provisionen und Vergütungen 46,6 39,4
Instandhaltung und Reparaturen 40,8 36,3
Wertberichtigungen auf Forderungen 25,7 38,1
Fortbildung Mitarbeiter 18,8 14,8
Währungskursverluste 16,2 5,3
Sonstige Steuern 15,2 15,9
Reisekosten 10,8 10,1
Leistungen von nahestehenden Personen und Unternehmen 9,0 8,2
Leasingaufwendungen 7,9 8,6
Übrige Aufwendungen 65,4 65,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.037,9 833,1

Zu den Aufwendungen aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten vgl. Ziffer (30). Die übrigen Aufwendungen enthielten Mietnebenkosten, Aufwendungen aus Zahlungsverkehr sowie andere betriebliche Aufwendungen.

Die Leasingaufwendungen beinhalteten Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (€ 6,1 Mio.; Vj.: € 7,0 Mio.), Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (€ 1,0 Mio.; Vj.: € 0,9 Mio.) sowie Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen (€ 0,8 Mio.; Vj.: € 0,7 Mio.).

Für Dienstleistungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH sind folgende Honorare erfasst worden:

Mio. € 2021 2020
Abschlussprüfungen 2,4 1,6
Steuerberatungsleistungen 0,2 0,3
Sonstige Leistungen 0,0 0,3
Gesamthonorar 2,6 2,2

Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassten im Wesentlichen gesetzliche bzw. freiwillige Prüfungen der Jahresabschlüsse der Axel Springer SE und weiterer deutscher Tochterunternehmen, des Konzernabschlusses, die Prüfung nach IDW PS 480 von Abschlüssen, die nach Rechnungslegungsgrundsätzen für einen speziellen Zweck aufgestellt wurden, sowie die Prüfung des internen Kontrollsystems bei Dienstleistungsunternehmen nach IDW PS 951. Die Steuerberatungshonorare resultierten aus Unterstützungsleistungen bei steuerlichen Einzelfragen. Die im Vorjahr angefallenen sonstigen Leistungen stehen im Zusammenhang mit Unterstützungsleistungen im Rahmen von Unternehmenserwerben.

(24) Beteiligungsergebnis

Das Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen in Höhe von € 15,4 Mio. (Vj.: € - 36,8 Mio.) betraf im Wesentlichen neben dem anteiligen laufenden Ergebnis von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von € 63,9 Mio. (Vj.: € 63,7 Mio.) sowie Erträge aus der Übergangskonsolidierung der POLITICO EU-Gruppe von € 26,1 Mio. (vgl. Ziffer (2c)). Das anteilige laufende Ergebnis war wie im Vorjahr insbesondere durch Erträge unserer Frühphasenfonds geprägt (vgl. Ziffer (6a)). Die außerplanmäßigen Abschreibungen entfielen auf die Beteiligungen an Purplebricks in Höhe von € 59,4 Mio. (Vj.: € 16,5 Mio.) und Ringier Axel Springer Schweiz AG in Höhe von € 4,5 Mio. (Vj.: € 41,4 Mio.).

Das übrige Beteiligungsergebnis in Höhe von € 60,6 Mio. (Vj.: € 36,9 Mio.) enthielt im Wesentlichen Gewinne aus der erfolgswirksamen Bewertung sonstiger Beteiligungen in Höhe von € 48,9 Mio. (Vj.: € 33,4 Mio.). Diese betrafen im Berichtsjahr im Wesentlichen unsere Beteiligung an Frühphasenfonds, im Vorjahr unsere Beteiligung an Airbnb Inc.

(25) Finanzergebnis

Die Finanzerträge setzten sich wie folgt zusammen:

Mio. € 2021 2020
Zinserträge aus Ausleihungen und Wertpapieren 3,1 2,1
Zinserträge aus Steuern 0,3 4,4
Zinserträge aus Bankguthaben 0,1 0,2
Übrige Zinserträge 0,1 0,3
Zinserträge 3,6 6,9
Sonstige Finanzerträge 13,5 28,1
Finanzerträge 17,1 35,0

Die Finanzaufwendungen gliederten sich wie folgt:

Mio. € 2021 2020
Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen 17,6 13,7
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen 8,5 8,9
Nettozinsaufwendungen aus der Pensionsbilanzierung 1,3 1,9
Zinsaufwand aus der Aufzinsung 1,7 0,3
Übrige Zinsaufwendungen 3,6 5,0
Zinsaufwendungen 32,8 29,8
Sonstige Finanzaufwendungen 16,6 14,2
Finanzaufwendungen 49,4 43,9

Auf finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum Zeitwert bilanziert wurden, entfielen Zinserträge und -aufwendungen in Höhe von € 3,3 Mio. (Vj.: € 2,3 Mio.) bzw. € - 28,8 Mio. (Vj.: € - 26,2 Mio.).

Die sonstigen Finanzerträge bzw. sonstigen Finanzaufwendungen enthielten Ergebnisse aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 8,2 Mio. (Vj.: € 12,6 Mio.) bzw. € - 11,9 Mio. (Vj.: € - 10,8 Mio.). Darüber hinaus waren in den sonstigen Finanzerträgen und -aufwendungen Erträge bzw. Aufwendungen aus der Neubewertung von begebenen Wandeldarlehen in Höhe von € 0,0 Mio. (Vj.: € 8,9 Mio.) bzw. € - 3,4 Mio. (Vj.: € - 2,1 Mio.) enthalten.

(26) Ertragsteuern

Die Ertragsteuern gliederten sich wie folgt:

Mio. € 2021 2020
Laufende Steuern 129,8 97,7
Latente Steuern - 52,8 - 20,1
Ertragsteuern 77,0 77,6

Der Anstieg der laufenden Steuern sowie der Anstieg des Ertrags aus latenten Steuern stand insbesondere im Zusammenhang mit dem ab diesem Geschäftsjahr vereinbarten Management Incentive Plan sowie sonstigen Mitarbeitervergütungsprogrammen (vgl. Ziffer (11)). Des Weiteren ergibt sich ein latenter Steuerertrag aus in diesem Geschäftsjahr erstmalig vorgenommenen Abschreibungen auf Titel- und Markenrechte (vgl. Ziffer (4)).

Nachfolgend ist die Überleitung des bei Anwendung des Steuersatzes der Axel Springer SE erwarteten Steueraufwands zu den tatsächlich erfassten Ertragsteuern dargestellt:

Mio. € 2021 2020
Ergebnis vor Ertragsteuern 516,3 285,8
Steuersatz der Axel Springer SE 31,0 % 31,0 %
Erwarteter Steueraufwand 160,0 88,6
Abweichende Steuersätze - 33,2 - 1,5
Steuersatzänderungen - 3,0 - 0,3
Permanente Differenzen 53,7 - 10,9
Ansatzkorrekturen latenter Steuern - 12,5 4,7
Laufende Ertragsteuern für Vorjahre 2,2 - 6,3
Latente Ertragsteuern für Vorjahre - 6,1 - 4,8
Nicht abziehbare Betriebsausgaben 25,9 12,9
Steuerfreie Erträge - 112,1 - 4,7
Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen 0,3 1,1
Sonstige Effekte 1,8 - 1,2
Ertragsteuern 77,0 77,6

Bei in Deutschland ansässigen Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft fällt Körperschaftsteuer in Höhe von 15,0 % sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer an. Zusätzlich unterliegen die Gewinne dieser Gesellschaften der Gewerbesteuer, deren Höhe sich in Abhängigkeit von gemeindespezifischen Hebesätzen bestimmt. Die Gewinne der Unternehmen in der Rechtsform der Personengesellschaft unterliegen ausschließlich der Gewerbesteuer. Das Ergebnis wird dem Gesellschafter für Zwecke der Körperschaftsteuer zugerechnet. Der Konzernsteuersatz beträgt unverändert zum Vorjahr 31,0 %.

Die Auswirkungen abweichender Steuersätze für Personengesellschaften und für ausländische Ertragsteuern vom Steuersatz der Axel Springer SE sind in der Überleitungsrechnung unter den abweichenden Steuersätzen ausgewiesen. Die permanenten Differenzen ergaben sich im Wesentlichen aus Neubewertungseffekten von Beteiligungen (vgl. Ziffer (24)), bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (vgl. Ziffer (30)) sowie weiteren Konsolidierungseffekten, die steuerrechtlich nicht zu berücksichtigen sind. Zudem waren außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (vgl. Ziffer (4)) enthalten. In den Ansatzkorrekturen latenter Steuern waren € 2,3 Mio. (Vj.: € 6,7 Mio.) enthalten, die auf den Nichtansatz von latenten Steuern auf Verlustvorträge entfielen. Gegenläufig wirkten sich Effekte aus dem erstmaligen Ansatz von aktiven latenten Steuern aus. Die steuerfreien Erträge resultierten insbesondere aus der Veräußerung der La Centrale-Gruppe, der Ringier Axel Springer Media-Gruppe sowie der Bistro.sk (vgl. Ziffern (2c)).

Die aktiven und passiven latenten Steuern ergaben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:

31.12.2021 31.12.2020
Mio. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 17,7 341,3 14,2 344,3
Sachanlagen 6,5 121,5 5,1 129,7
Finanzanlagen 0,2 1,7 1,2 1,6
Vorräte 0,6 0,0 0,5 0,0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 66,7 3,6 61,7 5,8
Pensionsrückstellungen 12,8 56,5 17,4 43,9
Sonstige Rückstellungen 32,4 6,2 23,7 4,8
Verbindlichkeiten 175,5 7,5 171,3 3,4
Temporäre Differenzen 312,5 538,4 295,1 533,5
Verlustvorträge 32,1 0,0 16,5 0,0
Gesamt 344,7 538,4 311,7 533,5
Saldierung -280,5 -280,5 -262,6 -262,6
Bilanzansatz 64,1 257,8 49,1 271,0

Die passiven latenten Steuern auf Sachanlagen und die aktiven latenten Steuern auf Verbindlichkeiten resultierten im Wesentlichen aus der Leasingbilanzierung (vgl. Ziffer (3d)). Der Anstieg der aktiven latenten Steuern auf sonstige Rückstellungen stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Management Incentive Plan (vgl. Ziffer (11)).

Die Entwicklung des Saldos der latenten Steuerpositionen ist nachfolgend dargestellt:

Mio. € 2021 2020
Aktive latente Steuern zum 1. Januar 49,1 64,3
Passive latente Steuern zum 1. Januar - 271,0 - 319,4
Netto-Steuerposition zum 1. Januar - 221,9 - 255,0
Latente Steuern des Jahres 52,8 20,1
Erfolgsneutrale Veränderung der latenten Steuern - 13,9 1,2
Veränderungen aufgrund von Währungsumrechnungen - 9,5 9,0
Zugang durch Erstkonsolidierung/Abgang durch Entkonsolidierung - 1,2 - 10,1
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden 0,0 13,0
Netto-Steuerposition zum 31. Dezember - 193,7 - 221,9
Aktive latente Steuern zum 31. Dezember 64,1 49,1
Passive latente Steuern zum 31. Dezember - 257,8 - 271,0

Von den aktiven und passiven latenten Steuern können € 20,9 Mio. (Vj.: € 28,0 Mio.) bzw. € 22,5 Mio. (Vj.: € 4,5 Mio.) kurzfristig realisiert werden.

Der nach IAS 12.82 anzugebende Betrag der aktiven latenten Steuern betrug € 4,0 Mio. (Vj.: € 2,7 Mio.) und kann voraussichtlich planmäßig durch entsprechende Gewinne aus dem laufenden Geschäft realisiert werden.

Latente Steuern in Höhe von insgesamt € 46,8 Mio. (Vj.: € 60,7 Mio.) wurden aufgrund von erfolgsneutral im Eigenkapital bilanzierten Sachverhalten ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Im Berichtsjahr wurden auf steuerliche Verlustvorträge für körperschaftsteuerliche Zwecke in Höhe von € 175,6 Mio. (Vj.: € 247,8 Mio.) und für gewerbesteuerliche Zwecke in Höhe von € 87,0 Mio. (Vj.: € 85,6 Mio.) keine aktiven latenten Steuern bilanziert, da für diese Beträge die Generierung eines ausreichenden steuerlichen Einkommens in der näheren Zukunft nicht wahrscheinlich ist. Von den nicht aktivierten steuerlichen Verlust- bzw. Zinsvorträgen unterlagen wie im Vorjahr keine Beträge einer zeitlich beschränkten Vortragsfähigkeit von bis zu zehn Jahren. Die Realisierung bisher nicht aktivierter steuerlicher Verlust- bzw. Zinsvorträge führte zu einer Minderung der laufenden Ertragsteuern in Höhe von € 4,3 Mio. (Vj.: € 3,2 Mio.). Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es Korrekturen von aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen aufgrund von Betriebsprüfungen bzw. abweichenden Steuerveranlagungen in Höhe von € 1,4 Mio. (Vj.: € - 4,8 Mio.).

Auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzern-Bilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und den korrespondierenden steuerbilanziellen Beteiligungsansätzen, z. B. durch Gewinnthesaurierung, sind unter bestimmten Voraussetzungen latente Steuern zu bilanzieren. Auf Unterschiedsbeträge in Höhe von € 51,2 Mio. (Vj.: € 24,9 Mio.) wurden passive latente Steuern nicht angesetzt, da eine Realisierung aus heutiger Sicht nicht geplant ist. Bei Veräußerung oder Ausschüttung würden der Veräußerungsgewinn bzw. die Dividende zu 5,0 % der Besteuerung in Deutschland unterliegen; ggf. würden zusätzlich ausländische Quellensteuern anfallen.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

(27) Sonstiges Ergebnis

Das sonstige Ergebnis setzte sich wie folgt zusammen:

2021 2020
Mio. € Vor Steuern Steuereffekt Netto Vor Steuern Steuereffekt Netto
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen 47,8 - 13,5 34,4 - 3,2 1,3 - 1,9
Veränderungen aus der Währungsumrechnung 142,2 0,0 142,2 - 121,4 0,0 - 121,4
Veränderungen der Zeitwerte von Derivaten in Cashflow Hedges 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 0,1
Sonstiges Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 5,7 0,0 5,7 0,0 0,0 0,0
Sonstiges Ergebnis 195,8 - 13,5 182,3 - 124,5 1,3 - 123,2

Das sonstige Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen entfällt wie im Vorjahr ausschließlich auf Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden.

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

(28) Sonstige Angaben

Der Finanzmittelfonds setzte sich aus kurzfristig verfügbaren Bankguthaben, Wertpapieren und Kassenbeständen zusammen. Im Vorjahr waren zudem Scheckbestände enthalten.

Zugänge von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von € 1,6 Mio. (Vj.: € 2,8 Mio.) waren noch nicht zahlungswirksam. Zu den Investitionen des Vorjahres in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen im Zusammenhang mit dem Axel-Springer-Neubau vgl. Ziffer (5).

Die gesamten Leasingzahlungen beliefen sich auf € 85,7 Mio. (Vj.: € 93,0 Mio.).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit enthielt gezahlte Ertragsteuern von € 7,6 Mio. (Vj.: € 27,8 Mio.). Diese resultierten aus der Veräußerung des Axel-Springer-Neubaus (vgl. Ziffer (5)). Zusammen mit den unterhalb der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Steuerzahlungen im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beliefen sich die gezahlten Ertragsteuern auf insgesamt € 163,0 Mio. (Vj.: € 119,6 Mio.).

Nachfolgend sind die Anschaffungskosten, Auszahlungen sowie übernommenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Rahmen von Unternehmenserwerben dargestellt (zu den wesentlichen Unternehmenserwerben vgl. Ziffer (2c)):

Mio. € 2021 2020
Immaterielle Vermögenswerte 345,7 41,4
Sachanlagen 26,8 0,8
Vorräte 0,0 0,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 34,5 6,4
Übrige Vermögenswerte 8,7 5,2
Aktive latente Steuern 2,0 0,0
Finanzmittel 25,0 6,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 6,5 - 2,0
Finanzverbindlichkeiten - 22,0 - 0,7
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 63,6 - 5,1
Passive latente Steuern - 9,3 - 11,4
Nettoreinvermögen 341,3 41,4
Anschaffungskosten 934,0 142,7
davon gezahlt 895,6 73,1

Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Cashflow aus dem Erwerb von Anteilen an konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich übernommener Zahlungsmittel betraf im Berichtsjahr insbesondere den Erwerb von POLITICO (vgl. Ziffer (2c)) und enthielt neben den oben ausgewiesenen Barauszahlungen und übernommenen Finanzmitteln auch Auszahlungen für Unternehmenserwerbe aus Vorjahren (insbesondere Auszahlungen aus bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten von € 37,3 Mio. (Vj.: € 10,6 Mio.); vgl. Ziffer (30)).

Die Investitionen in Finanzanlagen betrafen im Berichtsjahr unter anderem ein kurzfristiges Darlehen an Ringier in Höhe von € 5,0 Mio. (Vj.: € 47,5 Mio.); vgl. Ziffer (8).

Nachfolgend sind die Verkaufserlöse, Einzahlungen sowie abgegangenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Rahmen von Beteiligungstransaktionen mit Beherrschungsverlust dargestellt:

Mio. € 2021 2020
Geschäfts- oder Firmenwert 183,4 0,0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 118,0 0,0
Sach- und Finanzanlagen 15,3 6,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29,2 0,0
Übrige Vermögenswerte 65,4 0,0
Finanzmittel 108,4 0,0
Finanzverbindlichkeiten - 8,6 0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 14,4 0,0
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten - 39,9 0,0
Passive latente Steuern - 20,9 0,0
Abgang Nettoreinvermögen 435,8 6,1
Verkaufserlöse 666,4 8,0
davon eingezahlt 563,0 8,0

Im Berichtsjahr entfielen die Verkaufserlöse insbesondere auf die Veräußerungen der La Centrale-Gruppe von € 399,1 Mio., von denen sich Axel Springer anschließend mit € 50,0 Mio. an der neu gegründeten Erwerbergesellschaft beteiligt hat, sowie der Ringier Axel Springer Media-Gruppe von € 213,9 Mio. (vgl. Ziffer (2c)). Der Ausweis der Zahlungsmittelzuflüsse aus Desinvestitionen erfolgte in der Kapitalflussrechnung in den Einzahlungen aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich abgegebener Zahlungsmittel. Diese enthielten darüber hinaus auch Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen aus Vorjahren.

Im Berichtsjahr betrafen die Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen im Wesentlichen Einzahlungen aus den Verkäufen unserer Anteile an Airbnb Inc. von € 76,1 Mio.

Im Vorjahr umfasste der Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen im Wesentlichen die Auszahlung im Zusammenhang mit dem Erwerb der restlichen Anteile an der Immowelt-Gruppe in Höhe von € 21,6 Mio.

Die bilanzielle Veränderung der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierte nahezu ausschließlich aus den im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen zahlungswirksamen Aufnahmen und Tilgungen. Die Veränderung der Leasingverbindlichkeiten betraf neben den Tilgungsbeträgen und Zinszahlungen (vgl. Ziffer (25)) auch zahlungsunwirksame Veränderungen der Leasingverbindlichkeiten aus Zu- und Abgängen.

Die Zahlungsabflüsse aus sonstigen Finanzierungen des Berichtsjahres und des Vorjahres betrafen im Wesentlichen die Rückzahlung sonstiger langfristiger Darlehen. Gemeinsam mit den konsolidierungsbedingten Veränderungen im Berichtsjahr (vgl. Ziffer (2c)) und dem im Vorjahr erfolgten Rückkauf sonstiger langfristiger Darlehen unter dem Nominalwert führte dies zu deren bilanzieller Veränderung innerhalb der übrigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten.

Sonstige Angaben

(29) Kapitalsteuerung

Die Axel Springer SE unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von uns verwendeten Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse unseres Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Sowohl für allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung von Akquisitionen können wir die Finanzmittel aus den Schuldscheindarlehen (€ 614,5 Mio.) und aus dem seit dem Vorjahr bestehenden Laufzeitdarlehen (€ 300,0 Mio.) einsetzen sowie unsere langfristigen Kreditlinien (€ 1.500,0 Mio.) in Anspruch nehmen. Zudem besteht seit dem Berichtsjahr ausschließlich zur Akquisitionsfinanzierung ein weiteres Laufzeitdarlehen (€ 500,0 Mio.). Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen Kapitalbedarfs können wir zudem bestimmte Formen kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio. und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Für weitere Ausführungen zu den Finanzverbindlichkeiten vgl. Ziffer (14).

Zum Bilanzstichtag können wir auf langfristige Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. zurückgreifen, deren Inanspruchnahmen im Juli 2024 zur Rückzahlung fällig werden. Im Rahmen und in Erweiterung unserer Kreditline haben wir im September 2021 ein weiteres Laufzeitdarlehen in Höhe von € 500,0 Mio. mit einer Laufzeit bis Juli 2026 abgeschlossen und im Oktober in voller Höhe in Anspruch genommen. Die Laufzeit des im Vorjahr aufgenommenen Laufzeitdarlehens in Höhe von € 300,0 Mio. wurde im Berichtsjahr um ein Jahr bis Juli 2024 verlängert. Die Inanspruchnahme der Kreditlinien und des Laufzeitdarlehens ist an die Einhaltung von Kreditbedingungen geknüpft. Sämtliche Kreditbedingungen sind bisher von uns eingehalten worden.

Zudem bestanden zum 31. Dezember 2021 Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt € 614,5 Mio. mit Laufzeiten bis Mai 2022 (€ 158,0 Mio.), bis Mai 2023 (€ 72,0 Mio.) und bis Mai 2024 (€ 384,5 Mio.).

Das Commercial Paper Programm wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Eine Inanspruchnahme erfolgte lediglich unterjährig (vgl. Ziffer (14)).

Zur Aufrechterhaltung und Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner vornehmen oder eigene Aktien bis zur Höhe von 10,0 % des zum Zeitpunkt des Hauptversammlungsbeschlusses über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien vom 18. April 2018 satzungsgemäßen Grundkapitals erwerben. Eigene Aktien können u.a. zur Akquisitionsfinanzierung verwendet oder eingezogen werden. Zum Bilanzstichtag und zum Vorjahresstichtag hielten wir keine eigenen Aktien.

(30) Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Nachfolgend sind die Buchwerte der Bilanzposten zum 31. Dezember 2021, die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten enthalten, den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zugeordnet (vgl. Ziffer (3f)):

Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Mio. € Buchwert 31.12.2021 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten Übrige *
AKTIVA        
Beteiligungen 234,2 234,2    
Ausleihungen 86,0 55,3 30,7  
Sonstige Finanzanlagen 320,2 289,5 30,7  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 904,9   904,9  
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 9,1   9,1  
Sonstige Vermögenswerte 165,9   51,3 114,6
Finanzmittel 201,6   201,6  
PASSIVA        
Finanzverbindlichkeiten 2.625,8   2.093,1 532,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 628,1   628,1  
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 30,8   9,6 21,3
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile 222,1 222,1    
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 545,1   48,7 496,4
Sonstige Verbindlichkeiten 767,2 222,1 48,7 496,4

* Keine Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Eine Designation finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgte nicht.

Nachfolgend sind die Buchwerte der Bilanzposten zum 31. Dezember 2020, die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten enthalten, den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zugeordnet:

Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Mio. € Buchwert 31.12.2020 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten Übrige *
AKTIVA        
Beteiligungen 261,8 261,8    
Ausleihungen 66,9 39,0 27,9  
Sonstige Finanzanlagen 328,7 300,8 27,9  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 728,2   728,2  
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 13,1   13,1  
Sonstige Vermögenswerte 164,6   94,6 70,0
Finanzmittel 216,3   216,3  
PASSIVA        
Finanzverbindlichkeiten 2.023,4   1.472,3 551,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 536,4   536,4  
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 72,1   7,4 64,7
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile 144,3 144,3    
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 419,5   54,0 365,5
Sonstige Verbindlichkeiten 563,7 144,3 54,0 365,5

* Keine Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Nachfolgend ist die für alle nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendete Stufe der Bewertungshierarchie angegeben (vgl. Ziffer (3f)):

31.12.2021 31.12.2020
Mio. € Zeitwert auf Basis von Börsenkursen (Stufe 1) Zeitwert auf Basis beobachtbarer Marktdaten (Stufe 2) Zeitwert auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) Zeitwert auf Basis von Börsenkursen (Stufe 1) Zeitwert auf Basis beobachtbarer Marktdaten (Stufe 2) Zeitwert auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3)
Beteiligungen 20,3   213,9 79,9   181,9
Ausleihungen     55,3     39,0
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile     222,1     144,3

Die Entwicklung der Beteiligungen betraf im Wesentlichen Zugänge von € 21,1 Mio., Abgänge von € 93,3 Mio., im sonstigen Beteiligungsergebnis erfasste Zeitwertanpassungen aus der erfolgswirksamen Bewertung von € 48,9 Mio. sowie Umbuchungen in die nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen von € 5,1 Mio.

Die Entwicklung der Ausleihungen betraf im Wesentlichen Zugänge von € 28,4 Mio., im sonstigen Finanzergebnis erfasste Zeitwertanpassungen aus der erfolgswirksamen Bewertung von € - 3,4 Mio. sowie Umbuchungen in die nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen von € 7,4 Mio.

Die Zeitwerte der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile entwickelten sich wie folgt:

Mio. € 2021 2020
01.01. 144,3 80,3
Unternehmenserwerb bzw. Vergabe von Optionsrechten 1,1 92,5
Zahlung - 37,3 - 10,6
Folgebewertung erfolgswirksam 61,2 - 17,0
davon sonstige betriebliche Erträge - 9,5 - 19,5
davon sonstige betriebliche Aufwendungen 70,7 2,5
Aufzinsung 1,6 0,0
Sonstiges 51,2 - 0,9
31.12. 222,1 144,3

Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 betrafen im Wesentlichen die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile an Morning Brew und Appcast (Vj.: Morning Brew).

Der Aufwand des Berichtsjahres betraf im Wesentlichen Morning Brew und stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit vertraglichen Anpassungen der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung und der damit einhergehenden Anpassung der Mittelfristplanung. Die Erträge des Vorjahres aus der erfolgswirksamen Folgebewertung entfielen im Wesentlichen auf gehalt.de sowie upday. Die sonstigen Veränderungen betrafen die zum Änderungszeitpunkt der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten identifizierten Vergütungsteilbeträge für Morning Brew und Appcast, die teilweise im Zeitpunkt der Änderung im Personalaufwand erfasst wurden (vgl. Ziffer (21)). Für den verbleibenden Teil erfolgte im Änderungszeitpunkt eine Abgrenzung als Vermögenswert, der über die verbleibende Optionslaufzeit in den Personalaufwand aufgelöst wird (vgl. Ziffer (8))

Die Zeitwertbewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten hängt im Wesentlichen von den geschätzten Ergebnissen der erworbenen Gesellschaften in den Jahren vor den möglichen Ausübungszeitpunkten der Optionsrechte bzw. den Zahlungszeitpunkten der Earnouts ab. Bei den der Bewertung zugrunde gelegten Ergebnissen handelt es sich in der Regel um EBITDAs, bereinigt um Effekte aus der Leasingbilanzierung und wesentliche Einmaleffekte. Bei einer Steigerung der für die Bewertung zugrunde gelegten geschätzten Ergebnisgrößen um 10 % würde sich der Wert der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten um ca. 7 % erhöhen, bei einer Verringerung der Ergebnisgrößen um 10 %, würde sich eine Wertreduzierung von ca. 7 % ergeben.

Mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten Finanzverbindlichkeiten stimmten die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit den Zeitwerten überein:

31.12.2021 31.12.2020
Mio. € Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Finanzverbindlichkeiten 538,2 547,9 548,6 563,4

Der ausgewiesene Zeitwert betraf wie im Vorjahr vollständig Schuldscheindarlehen und ergab sich aus dem Unterschied zwischen der vertraglich vereinbarten Effektivverzinsung und dem aktuellen Marktzinssatz unter Berücksichtigung unseres Kreditrisikos (Stufe 2 der Bewertungshierarchie, vgl. Ziffer (3f)).

Nachfolgend sind die ergebniswirksam erfassten Nettogewinne und -verluste (ohne Zinsen, Beteiligungsergebnisse und Ergebnisse aus der Währungsumrechnung) dargestellt:

Mio. € 2021 2020
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - 1,0 50,6
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 7,9 - 23,3

Die Nettogewinne bzw. -verluste der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" betrafen ebenso wie im Vorjahr im Wesentlichen die Neubewertung von sonstigen Beteiligungen und Wandeldarlehen sowie Effekte aus der Folgebewertung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten. Im Berichtsjahr waren zudem Ergebnisse aus Abgängen von sonstigen Beteiligungen enthalten.

Bei den Nettoverlusten der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" handelte es sich wie im Vorjahr im Wesentlichen um Bewertungseffekte bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerten. Darüber hinaus waren im Berichtsjahr Effekte aus der Neubewertung einer modifizierten Finanzverbindlichkeit enthalten. Im Vorjahr handelte es sich zudem um Erträge aus dem Rückkauf sonstiger langfristiger Darlehen unter dem Nominalwert.

(31) Finanzielles Risikomanagement

Der Axel Springer Konzern unterliegt hinsichtlich seiner finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Finanzmarkt-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken. Die Aufgabe des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch gezielte Aktivitäten zu begrenzen.

(a) Finanzmarktrisiken

Die Finanzmarktrisiken bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Grundsätzlich können die Auswirkungen dieser Risiken auf die Wertentwicklung zeitnah bewertet und Verlustrisiken gegebenenfalls reduziert werden.

Zur Risikobegrenzung werden ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Der Einsatz von Finanzderivaten ist durch entsprechende Richtlinien des Konzerns geregelt. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, der Handlungsrahmen, die Berichterstattung, die Geschäftspartner-Limite sowie die strikte Trennung von Handel und Abwicklung festgelegt.

Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos setzen wir im Wesentlichen Festzinsvereinbarungen ein. Der Sicherungsgrad bewegt sich zwischen 25,0 % und 39,0 % (Vj.: 27,0 % und 46,0 %) des Grundgeschäftsvolumens. Im Jahresdurchschnitt wurde ausschließlich (Vj.: fast ausschließlich) durch den Einsatz von Festzinsvereinbarungen eine Sicherungsquote in Bezug auf die Bruttoverschuldung (Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) von 34,2 % (Vj.: 37,1 %) realisiert.

Auswirkungen von Marktzinssatzänderungen auf nicht durch Finanzderivate gesicherte, variabel verzinsliche Finanzinstrumente werden mittels einer Sensitivitätsanalyse berechnet. Bei einer unterstellten Anhebung des Zinsniveaus um 50 Basispunkte hätte sich das Finanzergebnis im Berichtsjahr um € 0,4 Mio. (Vj.: € 0,4 Mio.) verschlechtert. Bei einer unterstellten Senkung des Zinsniveaus um 50 Basispunkte hätte sich das Finanzergebnis um € 0,4 Mio. (Vj.: € 0,4 Mio.) verbessert. Das Finanzergebnis reagiert grundsätzlich weniger sensitiv auf Zinsreduktionen aufgrund von vereinbarten Mindestverzinsungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Wie im Vorjahr war dies aufgrund der höheren negativen Marktzinssätze nicht der Fall.

Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden überwiegend dadurch vermieden, dass operative Kosten in den Ländern entstehen, in denen wir unsere Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Verbleibende Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden bislang im Konzern als unwesentlich eingestuft, da das adjusted EBITDA zum überwiegenden Teil im Eurowährungsraum erwirtschaftet wird (zur Definition des adjusted EBITDAs vgl. den Abschnitt "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage" im Lagebericht). Im Berichtszeitraum betrug der Anteil des nicht in Euro erwirtschafteten adjusted EBITDAs 33 % (Vj.: 25 %).

Währungsrisiken aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (ohne bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten) sowie Forderungen und Verbindlichkeiten in Euro in Nicht-Euroländer mit Nettoexposures ab € 5 Mio. je Fremdwährung werden grundsätzlich mit fristenkongruenten Devisenderivaten gesichert.

In Nicht-Euroländern erwirtschaftete Finanzmittel in lokalen Währungen werden entweder zum Ausbau der lokalen Geschäftsaktivitäten reinvestiert, bei der Axel Springer SE angelegt und durch Devisentermingeschäfte gesichert oder ausgeschüttet. Das Währungsrisiko aus Wechselkursschwankungen bei in Fremdwährung gehaltenen Finanzmitteln ist daher begrenzt.

Effekte aus der Währungsumrechnung von Fremdwährungsabschlüssen von Tochtergesellschaften werden direkt im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Daher sichert sich Axel Springer gegen solche Währungseffekte nicht ab.

(b) Liquiditätsrisiken

Wir überwachen mittels einer konzernweiten Liquiditätsplanung und monatlichen Cashflow-Analysen die Verfügbarkeit von finanziellen Mitteln zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit sowie zur Durchführung von Akquisitionen. Die Liquidität und finanzielle Flexibilität des Axel Springer Konzerns ist durch fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. (bis 2024), zwei Laufzeitdarlehen in Höhe von insgesamt € 800,0 Mio. (bis 2024 bzw. 2026) sowie durch Schuldscheindarlehen (€ 614,5 Mio.) sichergestellt. Ziffer (16) enthält eine Analyse der Fälligkeit unserer finanziellen Verbindlichkeiten. Die Zahlungsverpflichtungen für noch nicht erfasste, aber vertraglich vereinbarte finanzielle Verpflichtungen sind in Ziffer (34) dargestellt.

(c) Ausfallrisiken

Die Werthaltigkeit von finanziellen Vermögenswerten kann beeinträchtigt sein, wenn Geschäftspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Wesentliche Risikopositionen sind in den Finanzanlagen (Ausleihungen) sowie den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Forderungen gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen und den sonstigen Vermögenswerten enthalten. Die maximalen Risikopositionen aus finanziellen Vermögenswerten, die grundsätzlich einem Ausfallrisiko unterliegen, entsprechen deren Buchwerten. Sicherheiten für diesbezügliche Forderungen und Rückzahlungsansprüche bestehen in der Regel nicht.

Der überwiegende Teil unserer Geschäftsmodelle beruht auf einer breit gestreuten und heterogenen Kundenbasis. Das Risiko von signifikanten Forderungsausfällen schätzen wir daher als gering ein. Sofern Bonitätsrisiken erkennbar sind, reduzieren wir diese durch aktives Forderungsmanagement, Kreditlimits und Bonitätsprüfungen unserer Geschäftspartner. Ausfallrisiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen bilanziell berücksichtigt (vgl. Ziffer (3f)). Zur Wertminderungsmatrix für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vgl. Ziffer (7).

Die Wertminderungsaufwendungen (netto) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte beliefen sich auf € - 3,9 Mio. (Vj.: € 28,4 Mio.).

Investitionen in Wertpapiere dürfen gemäß unserem Finanzreglement im Wesentlichen nur mit Emittenten erfolgen, die über eine erstklassige Bonität verfügen. Die Anlage von Termingeldern erfolgt ausschließlich bei Finanzinstituten, die den Einlagensicherungsfonds angehören und/oder von führenden Ratingagenturen mindestens mit Investment Grade Status BBB- (S&P) bzw. Baa3 (Moody's) eingestuft wurden.

(32) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Der Axel Springer Konzern wurde im Berichtsjahr gemeinschaftlich durch Herrn Dr. Mathias Döpfner, KKR Management LLP, Wilmington, Delaware, USA ("KKR"), und Canadian Pension Plan Investment Board, Toronto, Kanada ("CPPIB"), geführt. KKR ist das oberste Mutterunternehmen des Finanzinvestors Kohlberg Kravis Roberts. CPPIB ist das Mutterunternehmen des staatlichen kanadischen Finanzinvestors CPP Investments. Im Vorjahr wurde der Axel Springer Konzern bis zum 29. November 2020 gemeinschaftlich durch Frau Dr. h. c. Friede Springer und KKR, vom 30. November 2020 bis zum 6. Dezember 2020 gemeinschaftlich durch Frau Dr. h. c. Friede Springer, KKR und CPPIB und seit dem 7. Dezember 2020 gemeinschaftlich durch Herrn Dr. Mathias Döpfner, KKR und CPPIB geführt.

Für den Axel Springer Konzern nahestehend waren für die jeweiligen Zeiträume ihrer gemeinschaftlichen Führung Frau Dr. h. c. Friede Springer und Herr Dr. Mathias Döpfner sowie jeweils ihre nahen Familienangehörigen, die durch sie beherrschten, gemeinschaftlich geführten und maßgeblich beeinflussten Unternehmen sowie Unternehmen, in deren Management sie eine Schlüsselposition ausüben. Darüber hinaus waren für die genannten Zeiträume der gemeinschaftlichen Führung die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen des Axel Springer Konzerns sowie für die jeweiligen Zeiträume ihrer gemeinschaftlichen Führung die weiteren durch KKR und CPPIB jeweils beherrschten, gemeinschaftlich geführten und maßgeblich beeinflussten Unternehmen nahestehende Unternehmen.

Ebenfalls nahestehend waren die im Berichtsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Axel Springer SE (einschließlich deren Familienangehörigen) sowie deren mehrheitlich bzw. gemeinschaftlich geführten Beteiligungen sowie der Planvermögen des Konzerns verwaltende Axel Springer Pensionstreuhand e. V.

Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen:

Mio. € Summe Assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen Sonstige nahestehende Personen und Unternehmen Summe
Bilanz 31.12.2021     31.12.2020
Ausleihungen 59,7 59,7 0,0 39,7
Forderungen 9,1 4,1 4,9 14,8
davon Lieferungen und Leistungen 4,9 1,0 3,9 3,2
enthaltene Wertberichtigungen 0,0 0,0 0,0 0,1
Rückstellungen 25,7 0,6 25,1 31,1
Verbindlichkeiten 30,5 0,2 30,2 72,0
davon Lieferungen und Leistungen 3,1 0,2 2,8 0,9
Gewinn- und Verlustrechnung 2021     2020
Erbrachte Leistungen 16,8 5,3 11,5 10,1
Empfangene Leistungen 53,0 1,5 51,5 47,5
Finanzergebnis 1,9 2,3 - 0,5 1,2
Mio. € Assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen Sonstige nahestehende Personen und Unternehmen
Bilanz    
Ausleihungen 39,6 0,1
Forderungen 10,8 4,0
davon Lieferungen und Leistungen 0,3 2,9
enthaltene Wertberichtigungen 0,0 0,1
Rückstellungen 1,2 29,9
Verbindlichkeiten 0,2 71,8
davon Lieferungen und Leistungen 0,2 0,7
Gewinn- und Verlustrechnung    
Erbrachte Leistungen 2,6 7,4
Empfangene Leistungen 1,7 45,8
Finanzergebnis 1,2 0,1

Der Bestand der Wertberichtigungen auf Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen betrug € 0,0 Mio. (Vj.: € 0,1 Mio.). Im Berichtsjahr wurden Auflösungen in Höhe von € 0,1 Mio. (Vj.: Auflösungen in Höhe von € 0,4 Mio.) erfasst.

Die auf assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen entfallenden Ausleihungen betrafen im Wesentlichen ein Wandeldarlehen gegenüber einem Gemeinschaftsunternehmen, über das wir die Beteiligung an Homeday halten. Zum 31. Dezember 2021 waren Wertberichtigungen auf Ausleihungen gegen assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen von € 1,8 Mio. (Vj.: € 2,9 Mio.) erfasst.

Die auf assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen entfallenden Forderungen betrafen im Berichtsjahr vor allem das Gemeinschaftsunternehmen, über das wir die Beteiligung an Homeday halten, im Vorjahr vor allem die Ringier Axel Springer Schweiz AG. Zudem waren im Vorjahr Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen in Höhe von € 1,7 Mio. enthalten.

Bei den Rückstellungen handelte es sich hauptsächlich um Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands der Axel Springer SE. Die Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen enthalten insbesondere Verpflichtungen aus dem Vorstand der Axel Springer SE gewährten anteilsbasierten Vergütungsprogrammen in Höhe von € 21,3 Mio. (Vj.: € 64,7 Mio.) (vgl. Ziffer (11)).

Die erbrachten Leistungen für assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen umfassten im Wesentlichen Werbeleistungen (im Vorjahr Werbeleistungen sowie sonstige Dienstleistungen). Die erbrachten Leistungen für sonstige nahestehende Personen und Unternehmen des Berichtsjahres betrafen insbesondere Vertriebserlöse.

Die von sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen empfangenen Leistungen entfielen wie im Vorjahr insbesondere auf die Vorstands- und Aufsichtsratstätigkeit. Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die festen Bezüge der Mitglieder des Vorstands der Axel Springer SE € 11,5 Mio. (Vj.: € 14,2 Mio.). Die variable Barvergütung belief sich auf € 8,4 Mio. (Vj. € 8,6 Mio.). Die Bewertung der dem Vorstand gewährten anteilsbasierten Vergütungsprogramme (vgl. Ziffer (11)) führte im Berichtsjahr zu Personalaufwand in Höhe von € 18,3 Mio. (Vj.: € 10,7 Mio.) und sonstigen betrieblichen Erträgen von € 0,8 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.). Aus Pensionszusagen an Vorstandsmitglieder ergab sich ein Personalaufwand von € 1,1 Mio. (Vj.: € 1,4 Mio.). Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf € 3,0 Mio. (Vj.: € 2,9 Mio.). Darüber hinaus waren in den empfangenen Leistungen wie im Vorjahr sonstige Dienstleistungen nahestehender Unternehmen enthalten.

An ehemalige Vorstandsmitglieder und ehemalige geschäftsführende Sonderorgane sowie deren Hinterbliebene wurden € 2,4 Mio. (Vj.: € 2,4 Mio.) gezahlt. Für deren Pensionsverpflichtungen wurden insgesamt € 33,7 Mio. (Vj.: € 29,2 Mio.) zurückgestellt.

Zum Bilanzstichtag bestanden Einzahlungsverpflichtungen gegenüber assoziierten sowie Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von € 13,0 Mio. bzw. € 15,2 Mio. (Vj.: € 4,5 Mio. bzw. € 31,7 Mio.). Zudem wurden zugunsten assoziierter Unternehmen Darlehenszusagen in Höhe von € 2,1 Mio. (Vj.: € 4,6 Mio.) getätigt und Finanzierungsbürgschaften in Höhe von € 2,1 Mio. (Vj.: € 2,4 Mio.) übernommen (vgl. Ziffer (33) und (34)).

In den Vorjahren haben wir einem nahestehenden Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds Wandeldarlehen in Höhe von insgesamt € 3,5 Mio. gewährt. Das Unternehmen entwickelt Konzepte für die Mobilität der Zukunft. Im Dezember 2019 haben wir das Darlehen in Anteile an dem Unternehmen gewandelt. Zum Bilanzstichtag halten wir unverändert 27,3 % der Anteile. Das nahestehende Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds hält unverändert weitere 41,0 % der Anteile.

Zudem halten wir weiterhin einen Anteil von ca. 93 % an einen Investmentfonds für Medien-Start-Ups, an dem die restlichen Anteile von einem nahestehenden Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds gehalten werden. Aufgrund gesellschaftsrechtlicher Vereinbarungen behandeln wir diese Beteiligung als Gemeinschaftsunternehmen. Zum Bilanzstichtag bestanden Einzahlungsverpflichtungen in diesen Investmentfonds von € 1,1 Mio. (Vj.: € 1,1 Mio.). Für die Übernahme der Management-Dienstleistungen hat das nahestehende Unternehmen des Aufsichtsratsmitglieds wie im Vorjahr eine Vergütung in Höhe von € 0,3 Mio. erhalten.

Das Axel-Springer-Hochhaus am Standort Berlin wird seit Anfang 2018 treuhänderisch vom Axel Springer Pensionstreuhand e. V. verwaltet. Zur weiteren Nutzung des Gebäudes wurde ein Mietvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren geschlossen. Die entsprechende Leasingverbindlichkeit betrug zum 31. Dezember 2021 € 107,4 Mio. (Vj.: € 110,0 Mio.). Die Mietzahlungen beliefen sich im Berichtsjahr auf € 6,1 Mio. (Vj.: € 6,1 Mio.). Zu weiteren Ausführungen zum Planvermögen vgl. Ziffer (12).

(33) Eventualschulden

Zum 31. Dezember 2021 bestanden Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von € 4,1 Mio. (Vj.: € 3,5 Mio.), welche in Höhe von € 2,1 Mio. (Vj.: € 2,4 Mio.) assoziierte Unternehmen betrafen (vgl. Ziffer (32)).

(34) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzten sich wie folgt zusammen:

Mio. € 31.12.2021 31.12.2020
Bestellobligo für    
- Immaterielle Vermögenswerte 0,9 0,3
- Sachanlagen 4,4 22,1
- Vorräte 54,7 22,1
Künftige Zahlungen aus nicht bilanzierten Leasingverhältnissen 29,9 6,8
Übrige Verpflichtungen 174,1 178,8
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 264,0 230,1

Die künftigen Zahlungen aus nicht bilanzierten Leasingverhältnissen beinhalteten Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen (€ 3,9 Mio.; Vj.: € 1,3 Mio.), Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte (€ 0,8 Mio.; Vj.: € 0,7 Mio.) sowie aus Verträgen, die bereits abgeschlossen wurden, deren Laufzeit jedoch erst nach dem Bilanzstichtag beginnt (€ 25,2 Mio.; Vj.: € 4,8 Mio.). Verpflichtungen aus den übrigen Leasingverhältnissen wurden bereits als Finanzverbindlichkeiten erfasst (vgl. Ziffer (14)).

Die potenziellen künftigen Zahlungsmittelabflüsse aufgrund von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die bislang nicht bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten berücksichtigt wurden, betrugen zum 31. Dezember 2021 € 353,4 Mio. (Vj.: € 326,0 Mio.). Diese Optionen betrafen nahezu ausschließlich Leasingverträge über angemietete Büroflächen, insbesondere die Rückanmietung des Axel-Springer-Neubaus (vgl. Ziffer (5)). Zum Bilanzstichtag war es nicht hinreichend sicher, dass diese Optionen in Zukunft ausgeübt werden.

In den übrigen Verpflichtungen waren Verpflichtungen gegenüber assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen von € 30,3 Mio. (Vj.: € 40,8 Mio.) enthalten (vgl. Ziffer (32)). Darüber hinaus enthielten die übrigen Verpflichtungen im Wesentlichen Verträge für TV-Produktionen bzw. TV-Rechte sowie sonstige Dienstleistungen.

(35) Konsolidierungskreis und Anteilsbesitz

31.12.2021 31.12.2020
Nr. Gesellschaft Anteil über Nr. Anteil über Nr.
1 Axel Springer SE, Berlin - - - -  
  Vollkonsolidierte Tochterunternehmen          
  Deutschland          
2 AS TV-Produktions- und Vertriebsges. mbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1  
3 AS TYFP Media GmbH & Co. KG, Berlin 50,0 % 192 - - 6)
    50,0 % 1 - -  
4 AS TYFP Media Management GmbH, Berlin 100,0 % 3 - -  
5 AVIV Group GmbH, Berlin 100,0 % 13 100,0 % 13 5)
6 AWIN AG, Berlin 80,0 % 14 80,0 % 14  
7 Axel Springer All Media GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
8 Axel Springer Asia GmbH, Hamburg - - 100,0 % 24  
9 Axel Springer Audio GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
10 Axel Springer Auto-Verlag GmbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
11 Axel Springer Corporate Solutions GmbH & Co. KG, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 6)
12 Axel Springer Digital Classifieds GmbH, Berlin 100,0 % 14 100,0 % 14 5)
13 Axel Springer Digital Classifieds Holding GmbH, Berlin 100,0 % 12 100,0 % 12 5)
14 Axel Springer Digital GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
15 Axel Springer Digital Ventures GmbH, Berlin 100,0 % 14 100,0 % 14 5)
16 Axel Springer Digital Ventures US GmbH, Berlin 100,0 % 15 100,0 % 15  
17 Axel Springer Digital Ventures US II GmbH, Berlin 100,0 % 15 100,0 % 15  
18 Axel Springer Druckhaus Spandau GmbH & Co. KG, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 6)
19 Axel Springer hy GmbH, Berlin 55,7 % 15 55,7 % 15  
20 Axel Springer hy Technologies GmbH, Berlin 100,0 % 19 - -  
21 Axel Springer Ideas Engineering GmbH, Berlin - - 100,0 % 30  
22 Axel Springer INSIDER Ventures GmbH, Berlin 80,1 % 15 80,1 % 15  
    19,9 % 142 19,9 % 142  
23 Axel Springer International GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
24 Axel Springer International Holding GmbH, Berlin 100,0 % 23 100,0 % 23 5)
25 Axel Springer Kundenservice GmbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
26 Axel Springer Liveware IT GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1  
27 Axel Springer Media for Equity GmbH, Berlin 100,0 % 15 100,0 % 15 5)
28 Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
29 Axel Springer Medien Accounting Service GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
30 Axel Springer National Media & Tech GmbH & Co. KG, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 6)
31 Axel Springer Offsetdruckerei Ahrensburg GmbH & Co. KG, Ahrensburg 100,0 % 1 100,0 % 1 6)
32 Axel Springer Offsetdruckerei Kettwig GmbH & Co. KG, Essen 100,0 % 1 100,0 % 1 6)
33 Axel Springer Print Management GmbH, Ahrensburg 100,0 % 1 100,0 % 1  
34 Axel Springer Services & Immobilien GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
35 Axel Springer Sport Verlag GmbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
36 Axel Springer Syndication GmbH, Berlin 100,0 % 38 100,0 % 38 5)
37 Axel Springer Teaser Ad GmbH, Berlin 100,0 % 7 100,0 % 7  
38 "Axel Springer Verlag" Beteiligungsgesellschaft mbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
39 B.Z. Ullstein GmbH, Berlin 100,0 % 38 100,0 % 38 5)
40 BILD GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
41 Bonial Holding GmbH, Berlin 100,0 % 14 95,0 % 14 9)
42 Bonial International GmbH, Berlin 100,0 % 41 100,0 % 41  
43 Business Insider Deutschland GmbH, Berlin 100,0 % 15 100,0 % 15 5)
44 Buzz Technologies GmbH, Berlin 51,0 % 1 51,0 % 1  
45 Cammio GmbH, Berlin 100,0 % 115 100,0 % 115  
46 CeleraOne GmbH, Berlin - - 100,0 % 1  
47 Commerz-Film GmbH, Berlin - - 100,0 % 24  
48 comparado GmbH, Lüneburg 100,0 % 58 100,0 % 58  
49 COMPUTER BILD Digital GmbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
50 Content Factory TV-Produktion GmbH, Berlin 100,0 % 89 100,0 % 89 5)
51 Einundneunzigste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
52 eprofessional GmbH, Hamburg 100,0 % 7 100,0 % 7  
53 finanzen.net GmbH, Karlsruhe 75,0 % 15 75,0 % 15 10)
54 finanzen.net zero GmbH, Karlsruhe 100,0 % 53 - -  
55 FRAMEN GmbH, Berlin 57,50 % 1 57,5 % 1 11)
56 Gehalt.de GmbH, Hamburg 100,0 % 74 51,0 % 74 9)
57 Idealo International GmbH, Berlin 100,0 % 58 100,0 % 58  
58 Idealo Internet GmbH, Berlin 74,9 % 14 74,9 % 14  
59 ImmoSolve GmbH, Bad Bramstedt 100,0 % 61 100,0 % 61  
60 Immowelt GmbH (vormals Immowelt AG), Nürnberg 100,0 % 62 100,0 % 62 5)
61 Immowelt Hamburg GmbH, Hamburg 100,0 % 62 100,0 % 62 5)
62 Immowelt Holding GmbH (vormals Immowelt Holding AG), Nürnberg 100,0 % 5 100,0 % 5 5)
63 infoRoad GmbH, Heroldsberg 90,0 % 10 90,0 % 10  
64 MAZ & More TV-Produktion GmbH, Berlin 100,0 % 89 100,0 % 89 5)
65 Media Impact GmbH & Co. KG, Berlin 100,0 % 7 100,0 % 7 6)
66 Media Impact Management GmbH, Berlin 100,0 % 7 - - 5)
67 meinestadt.de GmbH, Köln 100,0 % 74 100,0 % 74  
68 meinestadt.de Vertriebs-GmbH, Köln 100,0 % 67 100,0 % 67  
69 PACE Paparazzi Catering & Event GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
70 Panther Holding GmbH, Berlin 100,0 % 58 100,0 % 58  
71 Press Impact GmbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1  
72 Sales Impact GmbH, Hamburg 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
73 SAMAS upday Investment GmbH, Berlin 51,0 % 1 51,0 % 1  
74 StepStone Continental Europe GmbH, Düsseldorf 100,0 % 76 100,0 % 76  
75 StepStone Deutschland GmbH, Düsseldorf 100,0 % 74 100,0 % 74  
76 StepStone GmbH, Berlin 100,0 % 13 100,0 % 13  
77 Studydrive GmbH, Berlin 100,0 % 74 100,0 % 74  
78 TraderFox GmbH, Reutlingen 50,1 % 53 50,1 % 53  
79 Transfermarkt GmbH & Co. KG, Hamburg 51,0 % 40 51,0 % 40 6)
80 Ullstein GmbH, Berlin 100,0 % 38 100,0 % 38 5)
81 Umzugsauktion GmbH & Co. KG, Bötzingen 100,0 % 61 100,0 % 61 6)
82 Universum Employer Branding Services GmbH, Berlin 100,0 % 202 100,0 % 202  
83 upday GmbH & Co. KG, Berlin 77,6 % 1 77,6 % 1 6)
    22,4 % 73 22,4 % 73  
84 upday Holding GmbH, Berlin 100,0 % 83 100,0 % 83  
85 Vertical Media GmbH, Berlin - - 100,0 % 89  
86 Visoon Video Impact GmbH & Co. KG, Berlin 51,0 % 7 51,0 % 7 6)
87 Visual Meta GmbH, Berlin 96,0 % 58 96,0 % 58  
88 Wake Word GmbH, München 64,9 % 9 64,9 % 9  
89 WeltN24 GmbH, Berlin 100,0 % 1 100,0 % 1 5)
  Übrige Länder          
90 APM Print d.o.o., Belgrad, Serbien - - 100,0 % 166  
91 Appcast, Inc., Lebanon, USA 91,2 % 76 91,2 % 76 9)
92 Appcast.IO LTD, Bristol, Großbritannien 100,0 % 91 100,0 % 91  
93 AS-NYOMDA Kft, Kecskemét, Ungarn - - 100,0 % 167  
94 Autobazar.EU portál s.r.o., Nové Mesto nad Váhom, Slowakei - - 100,0 % 193  
95 AWIN AB, Stockholm, Schweden 100,0 % 6 100,0 % 6  
96 AWIN B.V., Amsterdam, Niederlande 100,0 % 6 100,0 % 6  
97 AWIN Global Affiliate Network S.L., Madrid, Spanien 100,0 % 6 100,0 % 6  
98 AWIN Inc., Wilmington, USA 100,0 % 99 100,0 % 99  
99 AWIN Ltd., London, Großbritannien 100,0 % 6 100,0 % 6  
100 AWIN SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 6 100,0 % 6  
101 AWIN Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0 % 6 100,0 % 6  
102 AWIN SRL, Mailand, Italien 100,0 % 6 100,0 % 6  
103 AWIN VEICULAÇÃO DE PUBLICIDADE NA INTERNET LTDA., São Paulo, Brasilien 100,0 % 6 100,0 % 6  
104 Axel Springer Beteiligungen Schweiz AG, Zürich, Schweiz 100,0 % 108 100,0 % 108  
105 Axel Springer España S.A., Madrid, Spanien 100,0 % 1 100,0 % 1  
106 Axel Springer France S.A.S., Paris, Frankreich 100,0 % 1 100,0 % 1  
107 Axel Springer International Limited, London, Großbritannien 100,0 % 24 100,0 % 24  
108 Axel Springer Schweiz AG, Zürich, Schweiz 100,0 % 107 100,0 % 107  
109 Axel Springer Services Inc., Wilmington, USA 100,0 % 15 100,0 % 15  
110 Axel Springer Wagon Holding Inc., Wilmington, USA 100,0 % 15 - -  
111 Blikk Kft., Budapest, Ungarn - - 100,0 % 168  
112 Bonial SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 42 100,0 % 42  
113 Business Insider Europe Limited, London, Großbritannien 100,0 % 142 100,0 % 142  
114 Cammio B.V., Den Haag, Niederlande 100,0 % 115 100,0 % 115  
115 Cammio Holding B.V., Den Haag, Niederlande 100,0 % 76 100,0 % 76  
116 Candidate Manager Ltd, Dublin, Irland 100,0 % 172 100,0 % 172  
117 CaribbeanJobs Ltd, George Town, Kaimaninseln 100,0 % 172 100,0 % 172  
118 City-Nav Sp. z o.o., Poznań, Polen 69,3 % 169 69,3 % 169  
119 Commission Factory Pty Ltd, Sydney, Australien 100,0 % 6 100,0 % 6  
120 Commission Factory Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,0 % 119 100,0 % 119  
121 Concept Multimédia SAS, Aix-en-Provence, Frankreich - - 100,0 % 124  
122 Coral-Tell Ltd., Tel Aviv, Israel 100,0 % 5 100,0 % 5  
123 CV Keskus OÜ, Tallinn, Estland - - 100,0 % 168  
124 Digital Classifieds France SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 5 100,0 % 5  
125 Drive Innovation Insight SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 4 - -  
126 eMarketer Inc., New York, USA 100,0 % 15 100,0 % 15  
127 Estascontratadocom S.A., Panama City, Panama 100,0 % 184 100,0 % 184  
128 Falguière Conseil SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 124 100,0 % 124  
129 FinPack Sp. z o.o., Stettin, Polen 100,0 % 154 100,0 % 154  
130 Garantie System SAS, Paris, Frankreich - - 100,0 % 133  
131 G-Construct SA, Brüssel, Belgien - - 100,0 % 141  
132 Gratka Spolka Z.o.o., Warschau, Polen - - 100,0 % 154  
133 Groupe La Centrale SAS, Paris, Frankreich - - 100,0 % 124  
134 Grupa Morizon-Gratka Sp. z o.o. (vormals Grupa Morizon Sp. z o.o.), Warschau, Polen 100,0 % 154 100,0 % 154  
135 Grupa Ringier Axel Springer Polska AG, Zürich, Schweiz 50,0 % 107 - - 3)
136 HOUSELL FINANCE ONLINE SERVICES SL, Madrid, Spanien 100,0 % 137 - -  
137 Housell Inmo Online Services, S.L., Madrid, Spanien 99,3 % 5 - -  
138 ICI Formations SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 176 100,0 % 176  
139 ictjob SPRL, Brüssel, Belgien 1,0 % 177 1,0 % 177  
    99,0 % 74 99,0 % 74  
140 Immoweb Financial Services SA, Brüssel, Belgien 100,0 % 141 100,0 % 141  
141 Immoweb SA, Brüssel, Belgien 100,0 % 124 100,0 % 124  
142 Insider Inc., New York, USA 100,0 % 15 100,0 % 15  
143 Interactive Junction Holdings Proprietary Limited, Rosebank/Johannesburg, Südafrika 100,0 % 159 100,0 % 159  
144 Jobcity Ltd., Tel Aviv, Israel 100,0 % 122 100,0 % 122  
145 Jobmagnet Limited, London, Großbritannien 100,0 % 76 100,0 % 76  
146 Jobs LU Ltd, Dublin, Irland 100,0 % 172 100,0 % 172  
147 Jobs.ie Ltd, Dublin, Irland 100,0 % 172 100,0 % 172  
148 Jobsite UK (Worldwide) Limited, Havant, Großbritannien 100,0 % 181 100,0 % 181  
149 Lendi Finance Sp. z o.o., Pruszcz Gdanski, Polen - - 100,0 % 154  
150 Lendi Property Sp. z o.o., Warschau, Polen - - 100,0 % 154  
151 Lendi Sp. z o.o., Stettin, Polen 100,0 % 154 100,0 % 154  
152 Morning Brew, Inc., New York, USA 75,4 % 15 66,0 % 15 9)
153 My Web Ltd, Ebene, Mauritius 100,0 % 159 100,0 % 159  
154 MZN Property S.A., Warschau, Polen 90,0 % 135 90,0 % 168 9)
155 NARKS INFOSERVIS, a.s., Bratislava, Slowakei - - 100,0 % 193  
156 New Digital d.o.o. Belgrade, Belgrad, Serbien - - 100,0 % 166  
157 NIJobs.com Ltd, Belfast, Großbritannien 100,0 % 172 100,0 % 172  
158 NIN d.o.o., Belgrad, Serbien - - 99,7 % 166  
159 Pnet (Pty) Ltd, Johannesburg, Südafrika 100,0 % 172 100,0 % 172  
160 Politico LLC, Arlington, USA 100,0 % 161 - -  
161 Politico Media Group, LLC, Arlington, USA 100,0 % 110 - -  
162 POLITICO SRL, Brüssel, Belgien 100,0 % 4 - -  
163 profession.hu Kft, Budapest, Ungarn - - 100,0 % 168  
164 Protocol Media LLC, Arlington, USA 100,0 % 161 - -  
165 RealSoft s.r.o., Nové Mesto nad Váhom, Slowakei - - 50,0 % 193  
    - - 50,0 % 188  
166 Ringier Axel Springer d.o.o., Belgrad, Serbien - - 100,0 % 168  
167 Ringier Axel Springer Magyarország Kft, Budapest, Ungarn - - 100,0 % 168  
168 Ringier Axel Springer Media AG, Zürich, Schweiz - - 50,0 % 107 3)
169 Ringier Axel Springer Polska Sp. z o. o., Warschau, Polen 100,0 % 135 100,0 % 168  
170 Ringier Axel Springer SK, a.s., Bratislava, Slowakei - - 87,0 % 168  
171 Saknai Net Ltd., Tel Aviv, Israel 80,2 % 122 80,2 % 122  
172 Saongroup Limited, Dublin, Irland 100,0 % 76 100,0 % 76 12)
173 ShareASale.com Inc., Chicago, USA 100,0 % 98 100,0 % 98  
174 Single. V.iew Tech Ltd., Manchester, Großbritannien 100,0 % 6 - -  
175 SPORT.SK s.r.o., Zilina, Slowakei - - 66,7 % 170  
176 StepStone France SAS, Paris, Frankreich 100,0 % 74 100,0 % 74  
177 StepStone NV, Brüssel, Belgien 100,0 % 74 100,0 % 74  
    0,0 % 179 0,0 % 179 7)
178 Stepstone Online-Recruiting Inc. (vormals Good & Co Labs, Inc.), San Francisco, USA 100,0 % 76 100,0 % 76  
179 StepStone Österreich GmbH, Wien, Österreich 100,0 % 75 100,0 % 75  
180 StepStone Services Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0 % 74 100,0 % 74  
181 StepStone UK Holding Limited, London, Großbritannien 100,0 % 76 100,0 % 76  
182 StepStone.pl Sp. z o.o., Warschau, Polen - - 51,0 % 168  
    - - 49,0 % 74  
183 Tecoloco El Salvador S.A. de C.V., San Salvador, El Salvador 100,0 % 184 100,0 % 184  
    0,0 % 172 0,0 % 172 7)
184 Tecoloco International Inc, Panama City, Panama 100,0 % 172 100,0 % 172  
185 Tecoloco S.A. de C.V. Honduras, Tegucigalpa, Honduras 99,6 % 184 99,6 % 184  
    0,4 % 172 0,4 % 172  
  Tecoloco.com Cybersearch S.A. (vormals Cybersearch S.A.), Guatemala City, Guatemala 100,0 % 184 100,0 % 184  
    0,0 % 172 0,0 % 172 7)
    95,0 % 184 95,0 % 184  
187 Tecoloco.com S.A. de C.V. Nicaragua, Managua, Nicaragua 3,0 % 183 3,0 % 183  
    2,0 % 186 2,0 % 186  
188 Topreality.sk s.r.o., Nové Mesto nad Váhom, Slowakei - - 100,0 % 193  
189 Totaljobs Group Limited, London, Großbritannien 100,0 % 181 100,0 % 181  
190 Turijobs México S DE RL DE CV, Mexiko-Stadt, Mexiko 100,0 % 184 100,0 % 184  
    0,0 % 172 0,0 % 172 7)
191 Turijobs Tourism Services S.L., Barcelona, Spanien 100,0 % 74 100,0 % 74  
192 TYFP Europe, LLC, Arlington, USA 100,0 % 160 - -  
193 United Classifieds s.r.o., Bratislava, Slowakei - - 60,0 % 170  
194 Universum Business Consulting Shanghai Co. Ltd, Shanghai, China 100,0 % 202 100,0 % 202  
195 Universum Communications Inc., New York, USA 100,0 % 202 100,0 % 202  
196 Universum Communications Italy S.R.L., Mailand, Italien 100,0 % 202 100,0 % 202  
197 Universum Communications Ltd, London, Großbritannien 100,0 % 202 100,0 % 202  
198 Universum Communications Norway AS, Oslo, Norwegen 100,0 % 202 100,0 % 202  
199 Universum Communications Pte Ltd, Singapur, Singapur 100,0 % 202 100,0 % 202  
200 Universum Communications SA (PTY) Ltd, Johannesburg, Südafrika 100,0 % 202 100,0 % 202  
201 Universum Communications SARL, Paris, Frankreich 100,0 % 202 100,0 % 202  
202 Universum Communications Sweden AB, Stockholm, Schweden 100,0 % 76 100,0 % 76  
203 Universum Communications Switzerland AG, Zürich, Schweiz 100,0 % 202 100,0 % 202  
204 upday France SARL, Paris, Frankreich 100,0 % 84 100,0 % 84  
205 upday Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,0 % 84 100,0 % 84  
206 upday Nederlands B.V., Amsterdam, Niederlande 100,0 % 84 100,0 % 84  
207 upday Nordics AB, Stockholm, Schweden 100,0 % 84 100,0 % 84  
208 upday Polska Sp. z o.o. Sp.k., Warschau, Polen 100,0 % 84 100,0 % 84  
209 upday UK Ltd., London, Großbritannien 100,0 % 84 100,0 % 84  
210 Virtal Sp. z o.o., Danzig, Polen 90,0 % 154 90,0 % 154  
211 WEBIMM SAS, Paris, Frankreich 65,0 % 124 65,0 % 124  
212 YOURCAREERGROUP Schweiz GmbH, Kloten, Schweiz 100,0 % 74 100,0 % 74  
31.12.2021
Nr. Gesellschaft Anteil über Nr.
  Übrige Tochterunternehmen 1)      
  Deutschland      
213 Achtundachtzigste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
214 AS Buchversand GmbH, München 100,0 % 38  
215 Axel Springer Corporate Solutions Verwaltungs-GmbH, Berlin 100,0 % 1  
216 Axel Springer Financial Media GmbH i.L., München 100,0 % 1  
217 Axel Springer National Media & Tech Management GmbH, Berlin 100,0 % 1  
218 Axel Springer Security GmbH, Berlin 100,0 % 1  
219 Buch- und Presse-Großvertrieb Hamburg GmbH & Co. KG, Hamburg 100,0 % 1  
220 Dreizehnte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH i.L., Hamburg 100,0 % 1  
221 Einhundertachte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
222 Einhundertdreizehnte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 38  
223 Einhundertelfte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
224 Einhunderterste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
225 Einhundertneunte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
226 Einhundertsechste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
227 Einhundertste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
228 Einhundertvierzehnte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 38  
229 Einhundertzehnte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
230 Einhundertzwölfte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
231 Finanzen Corporate Publishing GmbH i.L., Berlin 100,0 % 1  
232 Fünfundneunzigste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
233 Hammerich & Lesser Zeitschriften- und Buchverlag GmbH, Hamburg 100,0 % 1  
234 Informationsmedien Handels GmbH, Hamburg 100,0 % 1  
235 kinkaa GbR, Berlin 50,0 % 58  
    50,0 % 70  
236 meinestadt.de Vermögensverwaltungsges. mbH, Köln 100,0 % 67  
237 SCOUTASTIC GmbH, Bremen 50,1 % 79  
238 Scubia GbR, Berlin 50,0 % 58  
    50,0 % 70  
239 Siebenundachtzigste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
240 Tarif24 GmbH, Berlin 100,0 % 58  
241 Transfermarkt Verwaltungs GmbH, Hamburg 51,0 % 40  
242 Umzugsauktion Verwaltungs GmbH, Bötzingen 100,0 % 61  
243 upday Management GmbH, Berlin 100,0 % 1  
244 Varsavsky Axel Springer Management GmbH, Berlin 100,0 % 15  
245 Vertical Media GmbH, Berlin 100,0 % 89  
246 Vierundneunzigste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
247 Visoon Video Impact Management GmbH, Berlin 51,0 % 7  
248 Zweiundsechzigste "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 100,0 % 1  
  Übrige Länder      
249 affilinet Schweiz GmbH in Liquidation, Zürich, Schweiz 100,0 % 6  
250 Axel Springer International Group Limited, London, Großbritannien 100,0 % 1  
251 Axel Springer Media Italia s.r.l., Mailand, Italien 100,0 % 65  
252 Axel Springer Norway AS, Oslo, Norwegen 100,0 % 107  
253 Axel Springer Publishing International Limited, London, Großbritannien 100,0 % 249  
254 Axel Springer TV International Limited, London, Großbritannien 100,0 % 249  
255 BILD Inc., City of Wilmington, USA 100,0 % 40  
256 Business Insider Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,0 % 142  
257 Car Price List Yad2 Ltd., Tel Aviv, Israel 100,0 % 122  
258 Commission Factory Pte Ltd, Singapore, Singapur 100,0 % 119  
259 Digitalni klik d.o.o., Zagreb, Kroatien 60,0 % 60  
260 ETSBA Ltd., Tel Aviv, Israel 100,0 % 122  
261 eurobridge Inc., New York, USA 100,0 % 1  
262 Immostreet ES, Barcelona, Spanien 100,0 % 124  
263 Lendi Care Sp. z o.o., Stettin, Polen 100,0 % 154  
264 MB Insider Holdings Inc., New York, USA 100,0 % 15  
265 Politico Canada Corp, Arlington, USA 100,0 % 160  
266 Politico International Services LLC, Arlington, USA 100,0 % 160  
267 Saongroup Caribbean (Jamaica) Ltd, Kingston, Jamaika 100,0 % 117  
268 Saongroup Caribbean (Trinidad) Ltd, Port of Spain, Trinidad und Tobago 100,0 % 117  
269 Saongroup.com India Pvt Ltd, Pune, Indien 100,0 % 172  
270 upday Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,0 % 84  
271 Vooop GmbH, Wien, Österreich 100,0 % 64  
272 Yad2 Internet Ads Ltd., Haifa, Israel 100,0 % 122  
273 Yad2Pay Ltd., Tel Aviv, Israel 100,0 % 122  
  Nach der Equity-Methode einbezogene assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen      
  Deutschland      
274 Axel Springer Plug and Play Accelerator GmbH, Berlin 50,0 % 15  
275 Axel Springer Porsche GmbH & Co. KG, Berlin 50,0 % 15  
276 Boerse Stuttgart Digital Exchange GmbH, Stuttgart 9,0 % 53  
    18,0 % 1  
277 Einhundertsiebte "Media" Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin 50,0 % 5  
278 Goggo Network GmbH, Berlin 27,3 % 15  
279 InterRed GmbH, Haiger 24,0 % 1  
280 Media Pioneer Publishing AG, Berlin 36,5 % 51  
281 Oskar.de GmbH, Karlsruhe 37,8 % 53  
282 Project A Ventures GmbH & Co. KG, Berlin 26,3 % 14  
283 Radio Hamburg GmbH & Co. KG, Hamburg 35,0 % 9  
284 SoD ScreenOnDemand GmbH, München 25,1 % 7  
285 Varsavsky Axel Springer GmbH & Co. KG, Berlin 93,3 % 15 4)
Übrige Länder
286 BV (Germany) Ltd., Gibraltar, Gibraltar 0,0 % 40 8)
287 Editions Mondadori Axel Springer (EMAS) S.E.N.C., Montrouge Cedex, Frankreich 50,0 % 106  
288 GLC Group SAS, Paris, Frankreich 22,5 % 124  
289 No Fluff Jobs Sp. z o.o., Danzig, Polen 44,0 % 135  
290 Purplebricks Group plc, Solihull, Großbritannien 26,5 % 5  
291 QWANT SAS, Paris, Frankreich 15,6 % 15 8)
292 Ringier Axel Springer Schweiz AG, Zürich, Schweiz 50,0 % 104  
293 WeCheck Ltd., Ramat Hasharon, Israel 25,0 % 122  
  Übrige assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 2)      
  Deutschland      
294 Axel Springer Porsche Management GmbH, Berlin 50,0 % 15  
295 Berliner Pool TV Produktion Gesellschaft mbH, Berlin 50,0 % 89  
296 Blitz-Tip Radio Hessen Beteiligungsges. mbH & Co. KG, Bad Soden am Taunus 33,3 % 9  
297 cmmrcl.ly GmbH, Hamburg 25,1 % 7  
298 Dalim Software GmbH, Kehl 20,4 % 1  
299 Filmgarten GmbH, Berlin 42,0 % 58  
300 Ges. für integr. Kommunikationsforschung mbH & Co. KG, München 20,0 % 1  
301 Ges. für integr. Kommunikationsforschung Verwaltungs GmbH, München 20,0 % 1  
302 Intermedia Standard Presse-Code GmbH, Hamburg 32,0 % 1  
303 ISPC Intermedia Standard Presse-Code GmbH & Co.KG, Hamburg 32,0 % 1  
304 LAUT AG, Konstanz 25,0 % 1  
305 Project A Management GmbH, Berlin 26,3 % 14  
306 Qivive GmbH i. L., Bad Homburg 33,3 % 1  
307 Sparheld International GmbH, Berlin 30,0 % 58  
308 Xingu Advertising GmbH, München 25,1 % 7  
  Übrige Länder      
309 BULGARPRESS OOD i.L., Veliko Tarnovo, Bulgarien 25,5 % 1  
310 EMAS Digital SAS, Montrouge Cedex, Frankreich 50,0 % 106  
311 Inoveo Holding SA, Sugiez, Schweiz 20,0 % 124  
312 Real Estate Media S.A., Eschsur-Alzette, Luxemburg 35,0 % 141  
31.12.2021
Nr. Gesellschaft Anteil über Nr. Eigenkapital Mio. € 13) Jahresergebnis Mio. € 13)
  Sonstige wesentliche Beteiligungen          
  Deutschland          
313 ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG, Ismaning 16,0 % 1 - - 14)
    1,0 % 1      
314 dpa Deutsche Presse Agentur GmbH, Bonn 1,0 % 39 41,7 1,6  
    1,4 % 89      
315 Project A Ventures II GmbH & Co. KG, Berlin 2,1 % 14 109,7 - 7,9  
316 Project A Ventures III GmbH & Co. KG, Berlin 2,7 % 14 73,1 - 6,7  
317 RADIO/TELE FFH GmbH & Co. Betriebs-KG, Bad Vilbel 15,0 % 9 - - 14)
  Übrige Länder          
318 F&J Labs Co-Invest III, L.P., New York, USA 4,0 % 15 60,9 - 2,0  
319 Group Nine Media, Inc., New York, USA 8,7 % 15 194,9 - 34,6  
320 Lakestar II LP, Guernsey, Guernsey 5,7 % 15 503,3 130,3  
321 Lerer Hippeau Ventures IV, LP, New York, USA 1,6 % 15 176,2 - 4,0  
322 Lerer Hippeau Ventures V, LP, New York, USA 1,8 % 15 255,0 81,2  
323 Lerer Hippeau Ventures VI, LP, New York, USA 2,5 % 15 82,8 9,6  

1) Keine Vollkonsolidierung wegen untergeordneter Bedeutung (Relation Jahresergebnis und Bilanzsumme der Gesellschaft zu Jahresergebnis bzw. Bilanzsumme des Konzerns).
2) Keine Einbeziehung nach der Equity-Methode wegen untergeordneter Bedeutung (Relation Jahresergebnis der Gesellschaft zu Jahresergebnis des Konzerns).
3) Beherrschung aufgrund bestehender, jederzeit ausübbarer Optionsrechtsvereinbarung.
4) Im Berichtsjahr und/oder im Vorjahr keine Beherrschung aufgrund vertraglicher Vereinbarungen, die die Verfügungsmacht sowie die Beeinflussbarkeit der variablen Rückflüsse ausschließen.
5) Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB.
6) Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264b HGB.
7) Anteil im Berichtsjahr und/oder im Vorjahr kleiner als 0,1 %.
8) Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen im Berichtsjahr und/oder im Vorjahr bestehende Rechte, die maßgeblichen Einfluss gewähren.
9) Aufgrund von Optionsrechten im Berichtsjahr und/oder im Vorjahr wurde eine Anteilsquote in Höhe von 100,0 % konsolidiert.
10) Aufgrund von Optionsrechten im Berichtsjahr und im Vorjahr wurde eine Anteilsquote in Höhe von 89,99 % konsolidiert.
11) Aufgrund von Optionsrechten im Berichtsjahr und im Vorjahr wurde eine Anteilsquote in Höhe von 74,79 % konsolidiert.
12) Anwendung der Regelungen nach Section 357(1) Companies Act 2014.
13) Eigenkapital und Jahresergebnis gemäß lokaler Jahresabschlüsse für das Geschäftsjahr 2020. Werte in fremder Währung umgerechnet mit dem Stichtagskurs zum 31. Dezember 2021.
14) Keine Nennung von Eigenkapital und Jahresergebnis, da Jahresabschluss nicht veröffentlicht wird.

 

Berlin, den 28. Februar 2022

Axel Springer SE

Dr. Mathias Döpfner

Jan Bayer

Dr. Stephanie Caspar

Dr. Julian Deutz

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Axel Springer SE

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Axel Springer SE, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Axel Springer SE (im Folgenden "Konzernlagebericht") vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 2. März 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ludwig, Wirtschaftsprüfer

von Michaelis, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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