Kreissparkasse Melle

Melle

Stammdaten

Register
Amtsgericht Osnabrück HRA 6318
Eingetragen
6.10.1999
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des Nieders. Sparkassengesetzes (NSpG).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Olaf Kiefer
seit 3.7.2023
Vorstandsmitglied
Frank Finkmann
seit 2.7.2008
Vorsitzender des Vorstands

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kreissparkasse Melle

Melle

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse

Die Sparkasse ist gemäß § 3 NSpG eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Niedersachsen (SVN) in Hannover und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Osnabrück unter der Nummer A 6318 im Handelsregister eingetragen.

Träger der Sparkasse ist der Landkreis Osnabrück. Geschäftsgebiet der Sparkasse ist der Landkreis Osnabrück. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.

Die Sparkasse ist Mitglied im SVN und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("freiwillige Institutssicherung"). Ergänzend zu den bestehenden Sicherungsmitteln wird ab 2025 ein zusätzlicher Fonds zum institutseigenen Sicherungssystem von den Instituten befüllt.

Die Sparkasse bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an, soweit das Sparkassengesetz oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.

Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 % auf 247 erhöht, von denen 143 vollzeitbeschäftigt, 92 teilzeitbeschäftigt sowie 12 in Ausbildung sind. Der Aufbau ist Folge von bekannten zukünftigen Abgängen sowie weiterem Bedarf und soll dem Fachkräftemangel vorbeugen.

Die Kreissparkasse Melle hat zum 31. Dezember 2023 insgesamt acht Filialen. Die Gesamtzahl unserer Filialen hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Volkswirtschaftliches Umfeld

Das Jahr 2023 war weltweit nach 2022 erneut von hoher Inflation geprägt. Im zweiten Kriegsjahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine waren die Preissteigerungsraten zwar in den meisten Ländern nicht mehr ganz so hoch wie zu ihren Spitzenständen im Herbst 2022. Doch die Kaufkraft der Einkommen war weiterhin stark belastet. Das schwächte den Konsum. Zudem bremsten die in fast allen Währungsräumen fortgesetzten Zinssteigerungen die Nachfrage - ebenfalls beim Verbrauch, aber vor allem bei den Investitionen.

Der Internationale Währungsfonds beziffert das Wachstum der Weltwirtschaft 2023 auf insgesamt 3,0 % beziehungsweise auf 1,5 % für die Gruppe der fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Diese Werte entsprechen zwar annähernd den langjährigen Durchschnitten, doch für die Spätphase der weitgehend überwundenen Corona-Pandemie war eine stärkere Erholung von den gedrückten Wertschöpfungsniveaus aus erwartet worden. Der avisierte Aufholprozess blieb jedoch tatsächlich im Angesicht der hohen Inflation stecken.

Der Euroraum, der sich 2022 noch sehr gut erholt hatte, verlor 2023 dagegen stärker an Wachstumsdynamik. Er erreichte gemäß der Schätzung des IWF nur noch 0,7 % realen Zuwachs. Dabei überzeichnen die Jahresraten für den Euroraum insgesamt und für die meisten seiner Länder sogar noch die Entwicklung innerhalb des Jahres. Denn das im Jahresdurchschnitt ausgewiesene Wachstum stammt fast vollständig aus dem statistischen Überhang vom guten Jahresende 2022. Danach stagnierte das Euro-Währungsgebiet im Jahresverlauf 2023 weitgehend - mit einigen Ausnahmen wie etwa dem Wachstumsstar der letzten Jahre, Spanien, das auch zuletzt bei seinem BIP weiter zulegen konnte.

Deutschland ist am anderen Ende des europäischen Länderfeldes einzuordnen. Hierzulande ist die Stagnation schon länger offenkundig. Die deutsche Jahreswachstumsrate profitierte 2023 anders als der Euroraum insgesamt auch nicht von einem Überhang aus dem Vorjahr. Im Gegenteil: Das Schlussquartal 2022 lieferte in Deutschland bereits eine sehr schlechte Ausgangsbasis. Damals waren die Energiepreise auf ihren Höchstständen und es herrschte die Angst vor einem Gasmangel mit Rationierungen im Winter 2022/2023 vor.

Als sich Anfang 2023 zeigte, dass die Gas-Mangellage nicht schlagend werden würde und dass Deutschland aufgrund von getroffenen Maßnahmen zur Einsparung und zu neuen Bezugsquellen, aber auch aufgrund einer warmen Witterung recht gut durch den Winter kommen würde, verflog diese Angst. Es keimte Anfang 2023 die Zuversicht, dass der lang ersehnte Post-Corona-Aufschwung nun kraftvoll einsetzten würde. Diese Hoffnung erfüllte sich dann allerdings nicht.

Denn die bis weit in das Jahr 2023 hinein auf hohem Niveau bleibende Inflation kostete Kaufkraft. Die Nominaleinkommensentwicklung zog zwar nach, aber erst zeitlich verzögert. In Deutschland war im Jahresdurchschnitt die Entwicklung der verfügbaren Einkommen mit 5,9 % nominalem Zuwachs genauso hoch wie der Anstieg der Verbraucherpreise. Aber das zeitliche Profil der Kompensation, die Verteilung der Einkommens- und Preisanstiege über die Einkommensklassen und über die Güterkategorien und nicht zuletzt die psychologische Präsenz des Themas Inflation dämpften doch die Kauflust und die Konsummöglichkeiten. Mit -0,8 % schrumpfte der private Verbrauch 2023 stärker als das BIP. Die Sparquote stieg leicht um zwei Promillepunkte auf 11,3 %.

Noch stärker rückläufig als der private Verbrauch war der staatliche Konsum. Er schrumpfte 2023 preisbereinigt um 1,7 %. Hier spiegelt sich die Normalisierung nach der Pandemie wider. Es waren vor allem weggefallene Ausgaben für Impfstoffe und Testsets, die hier wirksam wurden. Die Staatsquote als Anteil der Staatsausgaben aller staatlichen Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungen) am Bruttoinlandsprodukt ging 2023 auf 48,2 % zurück. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 hatte diese Kennzahl vorübergehend die Fünfzig-Prozent-Marke überschritten.

Trotz der wegen steigender Zinssätze wieder etwas höherer Zinsausgaben in Höhe von 36,3 Mrd. EUR fiel das gesamtwirtschaftliche Finanzierungsdefizit mit 82,7 Mrd. EUR oder 2,0 % des BIP etwas geringer aus als im Vorjahr. Die noch nicht endgültig exakt bezifferte Staatschuldenquote dürfte auf die Größenordnung von 65 % des BIP leicht zurückgegangen sein.

Die Investitionen wurden stark von dem Zinsanstieg geprägt. Die geldpolitische Bremsung war in fast allen großen Währungen in diesem Ausmaß und in dieser Geschwindigkeit ohne Beispiel. Im Euroraum wurden die Leitzinsen aus dem noch bis Mitte 2022 herrschenden Negativzins heraus in nur gut einem Jahr bis zum Herbst 2023 um 450 Basispunkte erhöht.

Die Bautätigkeit in Deutschland wurde durch das einstweilen erhöhte Zinsniveau stark gebremst. Zunächst wurde noch der recht gute Auftragsbestand bei begonnenen Projekten abgearbeitet. Doch das Angehen neuer Projekte kam praktisch völlig zum Erliegen, was dann 2023 zunehmend auch in der laufenden Bauwertschöpfung sichtbar wurde. Die Bauinvestitionen sanken im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1 %. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau.

Insgesamt ergab sich nach der ersten Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes vom 15. Januar 2024 im abgelaufenen Jahr eine reale Veränderungsrate des deutschen BIP in Höhe von -0,3 %. Ein Teil dieser Schrumpfung ist allerdings auch auf den Effekt einer geringeren Zahl von 2023 zur Verfügung stehenden Arbeitstagen zurückzuführen. Arbeitstäglich bereinigt beziffert das Statistische Bundesamt (Destatis) die Entwicklung auf -0,1 %.

Am Arbeitsmarkt fühlt sich die Lage weiterhin nicht an wie eine Rezession. Trotz recht hoher Nettozuwanderung und stagnierender Produktion hat sich die Arbeitslosenquote in der Abgrenzung der Bundesagentur für Arbeit 2023 nur moderat um vier Promillepunkte auf 5,7 % erhöht.

Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen mit Händen zu greifen. Er ist zu einer angebotsseitigen Beschränkung der Wirtschaftsentwicklung geworden. Die Zahl der Erwerbstätigen konnte dennoch auch in dem schwierigen Jahr 2023 weiter gesteigert werden um jahresdurchschnittlich ca. 0,3 Mio. Personen auf einen neuen Rekordstand von 44,9 Mio. Noch nie waren in Deutschland so viele Menschen erwerbstätig wie 2023.

Wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsgebiet

Die nachfolgenden Angaben zum Geschäftsgebiet basieren auf der Konjunkturumfrage der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zum 4. Quartal 2023.

Die Wirtschaft in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist zu Beginn des Jahres 2024 in der Stagnation gefangen. Unter dem Eindruck politischer Unsicherheiten im Inland und einer schwachen Weltkonjunktur beträgt der IHK-Konjunkturklimaindex nahezu unverändert 69 Punkte. Damit liegt er weiter deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts von 104 Punkten.

Während per Saldo 14 % der Unternehmen von einer schlechten Geschäftslage berichten (plus ein Prozentpunkt im Vergleich zum Vorquartal), rechnen per Saldo 45 % der Unternehmen mit einer nochmals schlechteren Konjunktur in den kommenden Monaten (minus vier Prozentpunkte). Somit überwiegen die pessimistischen Einschätzungen sowohl hinsichtlich der aktuellen Lage als auch mit Blick auf die kommenden Monate weiter deutlich.

Auch die Investitionspläne sind weiter im Keller: Per Saldo rechnen 23 % der Betriebe mit niedrigeren Investitionen in den kommenden Monaten (Vorquartal: 16 %). Die Exporterwartungen fallen besser aus als zuletzt - mit per Saldo 12 % rechnet aber weiter die Mehrheit mit rückläufigen Ausfuhren in den kommenden Monaten (Vorquartal: 31 %). Die Beschäftigungspläne bleiben unverändert auf niedrigem Niveau und trüben die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ein.

Aktuell sehen zwei von drei Unternehmen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen beträchtlichen Risikofaktor für die Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten. Dies ist der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebung vor mehr als zehn Jahren gemessen wurde. Angesichts der ungelösten Probleme in der Energiepolitik sind vor allem die energieintensiven Betriebe stark beunruhigt. Quer durch alle Branchen wird zudem die ausufernde Bürokratie als gravierender Standortnachteil bemängelt.

Ebenfalls einen neuen Höchstwert erreicht die Sorge der regionalen Wirtschaft um steigende Arbeitskosten. So sind die Löhne infolge der hohen Inflation im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Eine anhaltende Lohn-Preis-Spirale kann nicht ausgeschlossen werden. Infolgedessen sehen 58 % der Unternehmen in den Arbeitskosten ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung (plus drei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorumfrage).

Steigende Zinsen und mehr Hürden auf dem Weg zu Fremdkapital führen dazu, dass die Finanzlage der Unternehmen weiterhin angespannt bleibt. Am häufigsten Probleme bereitet nach wie vor der Eigenkapitalrückgang (19 % nach 14 % im Vorjahr). Stärker zugenommen hat auch der Anteil an Unternehmen, die von Liquiditätsengpässen, Forderungsausfällen, hoher Fremdkapitalauslastung und erschwertem Zugang zu Fremdkapital berichten.

Wie ein Blick in die Ergebnisse der einzelnen Branchen zeigt, werden nahezu durch die Bank sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate überwiegend negativ beurteilt. Besonders prekär stellt sich die Situation in der Industrie dar, wo mehr als jedes zweite Unternehmen von rückläufigen Auftragseingängen berichtet. Für 58 % der Industriebetriebe stellt sich der Auftragsbestand aktuell zu klein dar. Während die Geschäftslage im Baugewerbe weiter von den hohen Bauzinsen eingetrübt wird, sorgt die verhaltene Binnenkonjunktur dafür, dass auch im Handel kaum konjunkturelle Dynamik herrscht.

Der Strukturwandel, die teils enormen Kostenbelastungen sowie die Rezession haben spürbaren Einfluss auf die regionalen Unternehmen. Die Ausfallquote der hiesigen Unternehmen spiegelt diese Entwicklung wider. Sie ist in den letzten zwölf Monaten von 0,97 % auf 1,16 % gestiegen und hat damit wieder das Niveau von "vor Corona".

Nach einer Veröffentlichung der Agentur für Arbeit (Geschäftsstelle Melle) lag die Arbeitslosenquote in Melle per Ende Dezember 2023 stabil bei 3,3 % (2022: 2,9 %) und bewegt sich damit deutlich unter den Werten der Bundesrepublik und auch des Landes Niedersachsen.

Entwicklung der Kreditwirtschaft und des Zinsniveaus

Die deutsche Kreditwirtschaft steht im Hinblick auf zunehmende Regulierung, intensiven Wettbewerb, schnell fortschreitende Digitalisierung und die Notwendigkeit, Investitionen in die ökologisch-ökonomische Transformation des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu unterstützen, vor großen Herausforderungen. Das aus öffentlich-rechtlichen Instituten, Genossenschaftsbanken und Privatbanken bestehende Drei-Säulen-Modell der deutschen Kreditwirtschaft hat sich bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen und Krisen der letzten Jahre bewährt. Die Sparkassen-Finanzgruppe mit ihren 353 Sparkassen, sechs Landesbank-Konzernen, der Deka-Bank, fünf Landesbausparkassen, neun Erstversicherergruppen der Sparkassen und weiteren, wichtigen Verbundpartnern stand den Kundinnen und Kunden als verlässlicher Finanzpartner zur Seite.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 2022 eine bedeutende Zinswende eingeleitet: Erstmals seit 2011 wurden Leitzinsen für den Euroraum erhöht. Die Anhebungen erfolgten in den Jahren 2022 und 2023 in mehreren zum Teil kräftigen Schritten. Seit der zehnten Zinserhöhung am 14.09.2023 liegt der Leitzins bei 4,50 %.

Für Verbraucher bedeutet die Zinswende einige Änderungen. Viele Kreditnehmer und Bauherren werden mit höheren Kosten belastet. Sparer hingegen profitieren von der Zinswende und erhalten wieder Zinsen auf Spareinlagen, Tages- und Festgeldkonten. In Deutschland liegt die aktuelle Rendite einer Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit im Dezember 2023 bei 2,06 % (Vorjahr: 2,53 %). Am Geldmarkt, an dem Banken unbesichert ihren kurzfristigen Liquiditätsbedarf decken, steigen die Zinsen zwar weiter, liegen aber leicht unter dem Niveau der Einlagenfazilität. Der EURIBOR, einer der am stärksten genutzten Referenzzinssätze in der Eurozone (hier für Geschäfte mit drei Monaten Laufzeit, Monatsdurchschnittswert) notierte im Dezember 2023 bei etwa 3,94 % (Vorjahr: 2,06 %). Der Zinssatz der Einlagefazilität der EZB bleibt deshalb die maßgebliche Vorgabe für das Geldmarktgeschehen.

2.2. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Im Jahr 2023 wurden verschiedenste aufsichtliche Regelungen veröffentlicht oder in Kraft gesetzt, die vor allem durch die nationale Umsetzung des EU-Bankenpakets bestimmt wurden und entsprechende Umsetzungsmaßnahmen erforderten. Unter anderem handelt es sich um folgende Neuregelungen:

Mit der im Januar 2023 in Kraft getretenen DORA-Richtlinie (Digital Operational Resilience Act) hat die EU länderübergreifende Vorgaben für den Schutz der Finanz-IT-Landschaft geschaffen, um so das bestehende europäische und nationale Regelwerk zu vervollständigen. Alle Finanzdienstleister müssen nachweisen, dass ihre Organisation über alle Ebenen und Bereiche unterschiedlichsten IKT-Krisen (Informations- und Kommunikationstechnologie) gewachsen ist und die Betriebsstabilität digitaler Systeme jederzeit sichergestellt ist.

Ende Juni 2023 hat die BaFin auf ihrer Internetseite eine novellierte Fassung ihres Rundschreibens "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" veröffentlicht. Vorrangiges Ziel dieser siebten MaRisk-Novelle ist es, die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) für die Kreditvergabe und -überwachung umzusetzen. Sie betreffen u. a. die Prozesse im Kreditgeschäft und die Risikomanagementmodelle der Institute. Darüber hinaus hat die BaFin folgende wesentliche Aspekte angepasst oder neu in die MaRisk integriert:

Anforderungen an den Umgang des Risikomanagements der Institute mit eigenen Immobilien,

Erleichterungen zum Wertpapierhandel im Homeoffice,

Vorgaben zum Thema Nachhaltigkeit.

Nach der Taxonomie-VO (Verordnung (EU 2020/852) und der hierzu im Juni 2021 veröffentlichten Ergänzung (EU 2021/2139) müssen in den Anwendungsbereich der Non Financial Directive (NFRD) fallende Unternehmen in ihrer nichtfinanziellen Berichterstattung Angaben darüber aufnehmen, wie und in welchem Umfang die Tätigkeiten des Unternehmens mit Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, die als ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten gemäß der Taxonomie-VO einzustufen sind. Mitte Dezember 2023 wurden die ersten zwölf Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im EU-Amtsblatt veröffentlicht.

Die Umsetzung der Neuregelungen erfordert in der Kreditwirtschaft einen hohen Zeitaufwand und bindet Mitarbeiterkapazitäten.

2.3. Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren

Folgende Kennzahlen dienen gemäß der Geschäfts- und Risikostrategie der internen Steuerung und wurden als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren definiert:

Kennzahlen

Cost-Income-Ratio 1

Betriebsergebnis vor Bewertung 2

Gesamtkapitalquote nach CRR 3

1 Cost-Income-Ratio =
Verwaltungsaufwand in Relation zum Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
2 Betriebsergebnis vor Bewertung =
Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen und abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
3 Gesamtkapitalquote nach CRR =
Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte (Adressenausfall-, operationelle, Markt- und CVA-Risiken)

2.4. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand Anteil in % des Geschäftsvolumens
2023
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
%
Bilanzsumme 1.728,8 1.747,0 -18,2 -1,0 97,1
DBS 1 1.744,9 1.722,4 22,5 1,3 98,0
Geschäftsvolumen 2 1.781,1 1.806,7 -25,6 -1,4 100,0
Barreserve 31,7 26,1 5,6 21,5 1,8
Forderungen an Kreditinstitute 66,7 155,0 -88,3 -57,0 3,7
Forderungen an Kunden 1.422,6 1.352,7 69,9 5,2 79,9
Wertpapieranlagen 183,7 186,2 -2,5 -1,3 10,3
Beteiligungen / Anteilsbesitz 5,2 5,2 0,0 0,0 0,3
Sachanlagen 10,9 10,8 0,1 0,9 0,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 267,9 309,8 -41,9 -13,5 15,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.236,0 1.217,8 18,2 1,5 69,4
Rückstellungen 22,9 25,7 -2,8 -10,9 1,3
Eigenkapital 104,4 103,1 1,3 1,3 5,9

1 DBS =Durchschnittliche Bilanzsumme
2 Geschäftsvolumen =Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten

2.4.1. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme ist entgegen unserer Erwartungen um 1,0 % auf 1.728,8 Mio. EUR leicht gesunken. Diese Entwicklung ist auf der Aktivseite im Wesentlichen in Rückgängen bei den Forderungen an Kreditinstituten begründet. Auf der Passivseite ist der Rückgang insbesondere auf die Position Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen. Entsprechend der Entwicklung der Bilanzsumme ist auch das Geschäftsvolumen leicht gesunken.

2.4.2. Aktivgeschäft

2.4.2.1. Barreserve

Der deutliche Anstieg der Barreserve ist auf normale Schwankungen bei dem bei der Deutschen Bundesbank unterhaltenen Guthaben zurückzuführen.

2.4.2.2. Forderungen an Kreditinstitute

Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus bei der Deutschen Bundesbank und Kreditinstituten unterhaltenen kurzfristigen Geldanlagen und Darlehen zusammen. Der deutliche Rückgang des Bestandes resultiert aus der Reduzierung der Übernachtguthaben bei der Deutschen Bundesbank.

2.4.2.3. Forderungen an Kunden

Das Wachstum der Forderungen an Privatkunden vollzog sich überwiegend im langfristigen Bereich. Vor allem bei den Privatkunden kam es zu einem Bestandszuwachs bei den langfristigen Wohnungsbaukrediten, jedoch fiel der Zuwachs im Vergleich mit dem Vorjahr aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus geringer aus. Bei den gewerblichen Kreditkunden ergaben sich Zuwächse in allen Laufzeiten, den stärksten im langfristigen Bereich (Investitionskredite).

Das Kundenkreditgeschäft hat sich damit deutlich besser entwickelt als prognostiziert.

Dagegen lagen die Darlehenszusagen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Sparkasse hat im Geschäftsjahr 2023 neue Kredite in Höhe von insgesamt 221,1 Mio. EUR zugesagt (im Vorjahr: 356,6 Mio. EUR). Die Darlehenszusagen zur Finanzierung des Wohnungsbaus verminderten sich im Gesamtjahr deutlich um 42,6 % auf 125,7 Mio. EUR.

2.4.2.4. Wertpapieranlagen

Der leichte Rückgang des Bestands der Wertpapieranlagen ist im Wesentlichen auf Verkäufe bei Investmentfonds zurückzuführen. Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wurde dagegen ausgebaut, konnte den Rückgang aber nur zum Teil kompensieren.

2.4.2.5. Beteiligungen / Anteilsbesitz

Der Wert der Beteiligungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund geringfügiger Abschreibungen nur unwesentlich reduziert. Unsere prognostizierte Erwartung, wonach Abschreibungen auf Beteiligungen nicht auszuschließen sind, ist somit eingetroffen.

2.4.2.6. Sachanlagen

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Investitionen in Sachanlagen in Form von Neu- und Umbauten mit dem Ziel der Ertragsdiversifikation (vgl. 2.4.6. Investitionen / Wesentliche Baumaßnahmen).

2.4.3. Passivgeschäft

2.4.3.1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Der deutliche Rückgang des Bestandes resultiert vorwiegend aus einer Verminderung der Offenmarktgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank, die durch aufgenommene Sparkassenbriefe nicht ausgeglichen werden konnten.

2.4.3.2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Vor dem Hintergrund des gestiegenen Zinsniveaus und der unklaren wirtschaftlichen Entwicklung kam in 2023 zu deutlichen Umschichtungen. Der Bestand der täglich fälligen Kundeneinlagen verringerte sich zu Gunsten von Sparkassenbriefen und Termineinlagen. Täglich fällige Kundeneinlagen dienten als kurzfristige Zwischenanlage. Während die Privatkunden ihre bilanziellen Kundeneinlagen geringfügig reduzierten, verminderten die öffentlichen Haushalte ihre Einlagenbestände um 18,4 Mio. EUR. Dagegen erhöhten die Unternehmen und Organisationen ohne Erwerbszweck ihr Einlagen um 37,1 Mio. EUR.

Die im Vorjahr geäußerten Erwartungen eines leichten Wachstums der Kundeneinlagen sind somit eingetroffen.

2.4.4. Dienstleistungsgeschäft

Entgegen unserer Prognose konnten die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft das Vorjahresniveau leicht übersteigen.

Es haben sich im Jahr 2023 folgende Schwerpunkte ergeben:

Zahlungsverkehr

Der Bestand an Girokonten erhöhte sich um 103 (+0,3 %) und der Bestand an vermittelten Kreditkarten stieg um 343 (+4,6 %) gegenüber dem Vorjahr. Der Bestandszuwachs an Girokonten fiel im Jahr 2023 damit geringer aus als im Vorjahr (+2,1 %). Der Bestandszuwachs bei den Kreditkarten war nahezu identisch wie im Vorjahr (+4,6 %). Das Neugeschäft im Bereich Girokonten und Kreditkarten unterliegt damit weiterhin einem Wachstum.

Vermittlung von Wertpapieren

Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt durch die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen und das gestiegene Zinsniveau. Insgesamt nahmen die Wertpapierumsätze gegenüber dem Vorjahr um 9,6 % deutlich zu. Neben den Anteilen an Investmentvermögen lag der Schwerpunkt der Wertpapierumsätze auf den festverzinslichen Wertpapieren.

Immobilienvermittlung

Die Nachfrage nach Immobilien konzentrierte sich vorwiegend auf Wohnhäuser und Eigentumswohnungen. Es wurden insgesamt 55 Objekte vermittelt. Die Courtagezahlungen lagen unter dem Vorjahresniveau.

Vermittlung von Bausparverträgen und Versicherungen

Im Geschäftsjahr wurden Bausparverträge mit einem Volumen von insgesamt 39,4 Mio. EUR abgeschlossen, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 11,9 % bedeutet.

An Versicherungen konnten Verträge mit einer Versicherungssumme von 6,6 Mio. EUR vermittelt werden. Das bedeutet einen Rückgang von 0,1 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Das Vorjahresergebnis der vermittelten Lebensversicherungen konnte nicht erreicht werden.

2.4.5. Derivate

Die derivativen Finanzinstrumente dienten ausschließlich der Sicherung der eigenen Positionen und nicht spekulativen Zwecken. Hinsichtlich der zum Jahresende bestehenden Geschäfte wird auf die Darstellung im Anhang verwiesen.

2.4.6. Investitionen / Wesentliche Baumaßnahmen

Das Bauvorhaben an der Johann-Sebastian-Bach-Str. mit 11 Wohneinheiten hat die Sparkasse zwecks Erzielung einer Marge erstellt. Die Wohnungen wurden planmäßig im Mai 2023 an die Käufer übergeben. Das gesamte Investitionsvolumen lag bei 2,6 Mio. EUR.

Der Wiederaufbau der Filiale Bruchmühlen wurde planmäßig im März 2023 abgeschlossen, so dass sie Anfang April wiedereröffnet werden konnte. Zusätzlich wurde der Kundenservice (KSC) in die Räumlichkeiten der Filiale integriert. Die Kosten für den Wiederaufbau inkl. Elektronikschäden lagen bei ca. 440 TEUR. Die Investitionen für die Integration des KSC in die Filiale lagen bei ca. 270 TEUR.

Die Filiale in Riemsloh wurde zum 31.12.2023 geschlossen. Das Gebäude wird abgerissen, damit das Grundstück für den Neubau einer Kindertagesstätte genutzt werden kann. Das Investitionsvolumen liegt bei ca. 4,2 Mio. EUR. Als Kompensation für den Wegfall des SB-Angebotes im Ortsteil Riemsloh wird in Kooperation mit der Volksbank Herford-Mindener Land eG ein SB-Pavillon mit Cash-Recycler und SB-Terminal an einem zentralen Standort aufgestellt.

Die Kreissparkasse Melle plant das Neubauprojekt "Wohnen am Kurpark" auf den im Eigenbestand befindlichen Grundstücken an der Ecke Mühlenstraße/Stadtgraben. Erste Kostenschätzungen ergeben ein voraussichtliches Investitionsvolumen von ca. 11 Mio. EUR. Das Bauvorhaben wird für verlässliche Zahlen ausgeschrieben. Anschließend fällt die Entscheidung bezüglich der Umsetzung.

2.5. Bedeutsamster nichtfinanzieller Leistungsindikator

Der bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikator gemäß unserer Geschäfts- und Risikostrategie ist die Kundenzufriedenheit. Entgegen unserer Prognose von 58,0 % betrug die Gesamtzufriedenheit (ausgezeichnet, sehr gut) unserer Kunden bei der letzten Online-Kundenbefragung im Jahr 2022 lediglich 56,0 % (in 2020: 60,0 %). Der Rückgang ist im Zusammenhang mit den Themen "AGBÄnderungsmechanismus" und "Kündigung von Prämiensparverträgen" zu betrachten. Die Werte lagen jedoch mit denen der niedersächsischen Sparkassen auf Augenhöhe. Die Online-Kundenbefragung wird alle zwei Jahre durchgeführt.

2.6. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.6.1. Vermögenslage

Die Vermögenslage unserer Sparkasse ist gekennzeichnet durch einen Anteil der Forderungen an Kunden am Geschäftsvolumen in Höhe von 79,9 % (im Vorjahr: 74,9 %). Der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden hat sich mit 69,4 % ebenfalls erhöht (im Vorjahr: 67,4 %). Aufgrund der vollständigen Rückführung der Offenmarktgeschäfte und der damit verbundenen deutlichen Reduzierung der Übernachtguthaben bei der Deutschen Bundesbank haben sich die Strukturanteile gegenüber dem Vorjahr auf der Aktivseite von den Forderungen an Kreditinstituten (3,7 % in 2023 gegenüber 8,6 % im Vorjahr, d.h. -4,9 %-Punkte) schwerpunktmäßig zu den Forderungen an Kunden (+ 5,0 %-Punkte) verschoben. Auf der Passivseite führte die Verringerung des Strukturanteils bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (15,0 % in 2023 gegenüber 17,1 % im Vorjahr, d.h. -2,1 %-Punkte) zu einer Erhöhung des Anteils bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (+2,0 %-Punkte).

Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen. Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute besteht zusätzliche Vorsorge.

Die zum Jahresende ausgewiesenen Gewinnrücklagen erhöhten sich durch die Zuführung des Bilanzgewinns 2023. Insgesamt weist die Sparkasse inklusive des Bilanzgewinns 2023 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital von 104,4 Mio. EUR (im Vorjahr: 103,1 Mio. EUR) aus. Neben den Gewinnrücklagen verfügt die Sparkasse über umfangreiche weitere aufsichtliche Eigenkapitalbestandteile. So wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB von 83,6 Mio. EUR auf 90,1 Mio. EUR erhöht. Zum 31.12.2023 wurden erstmalig Reserven nach § 340f HGB als Ergänzungskapital berücksichtigt.

Die Eigenkapitalanforderungen der CRR wurden jederzeit eingehalten. Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionen) als einer der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 17,90 % (im Vorjahr: 14,60 %) den vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag sowie Kapitalerhaltungs- und antizyklischem Kapitalpuffer. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75 % der risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00 % für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Die Quoten waren seit 01. Februar 2023 zu beachten. Die anrechnungspflichtigen Positionen zum 31. Dezember 2023 betragen 1.104,0 Mio. EUR und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 197,7 Mio. EUR.

Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte. Die Kernkapitalquote beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 16,82 % der anrechnungspflichtigen Positionen nach CRR.

Der für 2023 prognostizierte Wert von 16,24 % für die Gesamtkapitalquote konnte übertroffen werden.

Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt am 31. Dezember 2023 10,34 % und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 %.

Auf Grundlage unserer Kapitalplanung bis zum Jahr 2028 ist auch weiterhin eine Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung als Basis für die Umsetzung unserer Geschäftsstrategie vorhanden.

Die Vermögenslage der Sparkasse ist geordnet.

2.6.2. Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 117,53 % bis 180,96 % oberhalb des zu erfüllenden Mindestwerts von 100 %. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 143,02 %. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio -NSFR) lag innerhalb einer Bandbreite von 117,81 % bis 124,27 %; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100 % durchgängig eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Deutschen Bundesbank und der Norddeutschen Landesbank. Sie wurden teilweise in Anspruch genommen.

Die Zahlungsfähigkeit ist nach unserer Finanzplanung auch für die absehbare Zukunft gewährleistet. Deshalb beurteilen wir die Finanzlage der Sparkasse als gut.

2.6.3. Ertragslage

Die Analyse zur Ertragslage folgt dem in der Sparkassenorganisation geltenden Schema für überbetriebliche Vergleiche der Sparkassen (Betriebsvergleich der Sparkassen). Dem Betriebsvergleich liegt eine betriebswirtschaftliche Betrachtung der Erfolge aus dem Sparkassengeschäft zugrunde, die Grundlage der Planung und Berichterstattung sowie der internen Steuerung ist. In dieser betriebswirtschaftlichen Sichtweise werden Erfolge des laufenden Jahres dann dem Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet, wenn diese keinen periodenfremden oder einmaligen Charakter haben. Liegen periodenfremde oder einmalige Erfolgswirkungen vor, werden diese im Betriebsvergleich dem sogenannten neutralen Ergebnis zugeordnet. Die handelsrechtlich vorgeschriebene Gliederung der Aufwands- und Ertragspositionen weicht daher teilweise von dieser Betrachtung ab. In der nachstehenden Tabelle ist eine Überleitung der handelsrechtlich vorgeschriebenen Werte auf die betriebswirtschaftliche Darstellung des Betriebsvergleiches vorgenommen.

Überleitungsrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung GV-Posten 2023
Mio. EUR
Überleitung
Mio. EUR
2023
Mio. EUR
Betriebsvergleich
Zinsüberschuss (einschl. laufender Ertrag) 1 bis 4 30,2 -0,1 30,1 Zinsüberschuss
Provisionsüberschuss 5,6 12,2 0,0 12,2 Provisionsüberschuss
Sonstige betriebliche Erträge 8 2,1 -0,7 1,4 Sonstige ordentliche Erträge
Verwaltungsaufwendungen -25,2 0,3 -24,9 Verwaltungsaufwendungen
- davon Personalaufwand 10aa + 10ab -17,0 0,6 -16,4 - davon Personalaufwand
- davon andere Verwaltungsaufwendungen 10b -8,2 -0,3 -8,5 - davon andere Verwaltungsaufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen 11, 12, 17 -2,5 2,2 -0,3 Sonstige ordentliche Aufwendungen
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 16,8 1,7 18,5 Betriebsergebnis vor Bewertung
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 1) 13 bis 16 und 18 -10,7 -0,3 -11,0 Bewertungsergebnis 1)
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 19 6,1 1,4 7,5 Betriebsergebnis nach Bewertung
Außerordentliches Ergebnis 20,21 0,0 -1,4 -1,4 Neutrales Ergebnis
Ergebnis vor Steuern 6,1 0,0 6,1 Ergebnis vor Steuern
Steuern 23,24 -4,4 0,0 -4,4 Gewinnabhängige Steuern
Jahresüberschuss 25 1,7 0,0 1,7 Jahresüberschuss

1) Einschließlich der Veränderungen des Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB sowie der Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB

Die wesentlichen Gründe für die Abweichung sind nachfolgend dargestellt.

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind im Zinsüberschuss Erfolge aus vorzeitigen Darlehensrückzahlungen enthalten, die im Betriebsvergleich dem neutralen Ergebnis zuzuweisen sind.

Die Umsetzungen bei den sonstigen betrieblichen Erträgen entfallen hauptsächlich auf Auflösungen von Rückstellungen sowie außerordentliche/aperiodische Erträge, die im Betriebsvergleich neutraler Ertrag sind.

Die Überleitungen bei den Verwaltungsaufwendungen betreffen hauptsächlich die Sanierung von Gebäuden sowie aperiodische Personal- und Sachaufwendungen. In der Darstellung nach dem Betriebsvergleich werden diese Aufwendungen als Teil des neutralen Ergebnisses dargestellt.

Bei den sonstigen ordentlichen Aufwendungen betreffen die Umsetzungen die Aufzinsung laufender Pensionen, Spenden, außerordentlichen Aufwand und außerplanmäßige Abschreibungen, die im Betriebsvergleich neutraler Aufwand sind.

Im Bewertungsergebnis resultieren die Unterschiede vor allem aus außerordentlichen Abschreibungen bei Gebäuden, die in der GuV unter sonstige ordentliche Aufwendungen erfasst sind.

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung, gegliedert nach dem bundeseinheitlichen Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation, sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

2023
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
Zinsüberschuss 30,1 24,4 5,7 23,4
Provisionsüberschuss 12,2 11,3 0,9 8,0
Sonstige ordentliche Erträge 1,4 0,9 0,5 55,6
Gesamtertrag 43,7 36,6 7,1 19,4
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen -24,9 -23,0 -1,9 8,3
- davon Personalaufwand -16,4 -15,5 -0,9 5,8
- davon andere Verwaltungsaufwendungen -8,5 -7,5 -1,0 13,3
Sonstige ordentliche Aufwendungen -0,3 -0,3 0,0 0,0
Betriebsergebnis vor Bewertung 18,5 13,3 5,2 39,1
Bewertungsergebnis 1 -11,0 -11,8 0,8 -6,8
Betriebsergebnis nach Bewertung 7,5 1,5 6,0 400,0
Neutrales Ergebnis -1,4 2,5 -3,9 -156,0
Ergebnis vor Steuern 6,1 4,0 2,1 52,5
Gewinnabhängigen Steuern -4,4 -2,2 -2,2 100,0
Jahresüberschuss 1,7 1,8 -0,1 -5,6

1 Einschließlich der Veränderung des Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB

Die dargestellten Tabellen und Angaben können rundungsbedingte Abweichungen enthalten.

Die beiden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für die Ertragslage sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

2023 2022
Cost-Income-Ratio (%) 57,5 63,3
Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS 1,06 0,77

Nach dem bundeseinheitlichen Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation hat sich die Ertragslage wie folgt entwickelt:

Erwartungsgemäß hat sich der Zinsüberschuss aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus deutlich verbessert. Er erhöhte sich um 23,4 % auf 30,1 Mio. EUR. Der Anstieg des Zinsüberschusses ist insbesondere auf die Erhöhung der Erträge aus dem Kunden- und Eigengeschäft zurückzuführen.

Demgegenüber verbesserte sich der Provisionsüberschuss deutlich über der Planung. Er lag insbesondere aufgrund der Erträge aus dem Giroverkehr, aus dem Avalgeschäft und aus dem Wertpapiergeschäft mit Kunden sowie der Vermittlung von Investmentfonds um 8,0 % über dem Vorjahreswert.

Entgegen unserer Prognose ist der Verwaltungsaufwand stark angestiegen. Die Personalaufwendungen erhöhten sich in 2023 um 5,8 % auf 16,4 Mio. EUR. Zudem erhöhten sich die anderen Verwaltungsaufwendungen deutlicher als im Vorjahresbericht erwartet um 13,3 % auf 8,5 Mio. EUR. In 2023 fielen unter anderem deutlich höhere Ausgaben für Löhne und Gehälter an. Weiterhin sind die Kosten für Energie und Dienstleistungen Dritter sowie die Aufwendungen für Pflichtbeiträge gestiegen.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung auf Basis von Betriebsvergleichswerten beträgt 1,06 % (im Vorjahr: 0,77 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2023; es liegt damit unter dem Durchschnitt der Sparkassen des SVN von 1,28 %. Die im Vorjahreslagebericht prognostizierte deutliche Erhöhung des Betriebsergebnisses vor Bewertung wurde somit erheblich übertroffen.

Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich erwartungsgemäß von 63,3 % auf 57,5 %. Das im Vorjahreslagebericht angestrebte Ziel, einen Wert kleiner 70 % einzuhalten, wurde deutlich erreicht.

Das Bewertungsergebnis verringerte sich um 0,8 Mio. EUR auf 11,0 Mio. EUR. Während sich aus dem Kreditgeschäft entsprechend unseren Erwartungen deutlich höhere Bewertungsaufwendungen ergaben, stellte sich das Bewertungsergebnis aus den Wertpapieranlagen aufgrund der Realisierung hoher Kursgewinne positiv und damit anders als im Vorjahr prognostiziert dar. Sonstige Bewertungsmaßnahmen waren von untergeordneter Bedeutung. Der Sonderposten nach § 340g HGB wurde insgesamt um 6,5 Mio. EUR deutlich aufgestockt.

Für das Geschäftsjahr 2023 war ein um 2,2 Mio. EUR auf 4,4 Mio. EUR höherer Steueraufwand auszuweisen. Dies beruht im Wesentlichen auf einem deutlich gestiegenen Ergebnis vor Steuern.

Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs, der hohen Inflation und der insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse aufgrund der bereits genannten Krisen ist der Vorstand mit der Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2023 sehr zufrieden.

Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Nettogewinn (Jahresüberschuss) und Bilanzsumme, betrug im Geschäftsjahr 2023 0,10 %.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen bewerten wir die Geschäftsentwicklung als zufriedenstellend. Mit der Ertragsentwicklung des Jahres 2023 sind wir insgesamt sehr zufrieden. Das Betriebsergebnis vor Bewertung hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen, weil sich die CIR besser als prognostiziert entwickelte. Ursächlich für die positive Entwicklung war in erster Linie das überdurchschnittliche Wachstum unseres Kundenkreditgeschäfts sowie des Provisionsgeschäfts, so dass eine Stärkung unseres Eigenkapitals möglich war.

Das Ergebnis des nichtfinanziellen Leistungsindikators "Kundenzufriedenheit" hat unseren Erwartungen nicht entsprochen. Vor dem Hintergrund der rechtlichen Herausforderungen ist die Sparkasse jedoch mit dem um 4%-Punkte rückläufigen Ergebnis der Online-Kundenzufriedenheitsanalyse zufrieden.

3. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4. Risikobericht

4.1. Risikomanagementsystem

Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.

In der Geschäftsstrategie werden die Ziele des Instituts für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko
Aktienrisiko
Spreadrisiko
Immobilienrisiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Refinanzierungskostenrisiko
Operationelles Risiko

Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.

Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 237,2 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 169,0 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten unterjährig aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken. Aufgrund einer Parameteranpassung beim Zinsänderungsrisiko musste dieses Limit per 31.12.2023 erhöht werden.

Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen, Spreads und Aktien risikomindernde Diversifikationseffekte.

Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenrisiko Kundengeschäft 30,0 14,9 49,7
Eigengeschäft 10,0 2,6 26,2
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko 65,0 53,9 82,9
Spreadrisiko 7,0 4,0 57,1
Aktienrisiko 8,0 4,4 55,8
Immobilienrisiko 10,0 6,7 66,5
Beteiligungsrisiko 4,0 1,3 33,0
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko 25,0 22,8 91,2
Operationelles Risiko 10,0 8,1 80,8
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko 169,0 118,7 70,3

Die zuständigen Stellen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.

Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für mehrere adverse Szenarien getroffen.

In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung und die Eigenmittelempfehlung) sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.

Für den betrachteten Zeitraum von 5 Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.

Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).

Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuches einbezogen.

Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass die Risikotragfähigkeit gegeben ist.

Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.

Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.

Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren und die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die RisikocontrollingFunktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeiter der Abteilung Gesamtbanksteuerung, für die Überwachung der Adressenausfallrisiken unterstützt durch das Kreditbüro, wahrgenommen.

Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.

Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.

Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2. Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1. Adressenrisiko

Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.

Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.

Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.

Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.

4.2.1.1. Adressenausfallrisiko im Kundengeschäft

Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).

Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).

Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldiensttragfähigkeit auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung

regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting

Zum 31. Dezember 2023 wurden 50,4 % der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen vergeben, 46,5 % an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen.

Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Den Schwerpunktbereich bilden mit 28,5 % die Ausleihungen an Unternehmen des Grundstücks- und Wohnungswesens sowie an das verarbeitende Gewerbe mit 16,4 %. Darüber hinaus entfallen 8,7 % auf Unternehmen des Baugewerbes. Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Kundenkreditvolumens. 63,3 % des Kundenkreditvolumens entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen bis 2,0 Mio. EUR. 13,5 % des Kundenkreditvolumens betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 2,0 Mio. EUR bis 5,0 Mio. EUR und 23,2 % entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 5,0 Mio. EUR.

Die Adressenrisikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Anzahl in % Volumen
in %
1 bis 10 96,1 94,2
11 bis 15 2,9 4,6
16 bis 18 1,0 1,2

Das Länderrisiko, das neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z.B. aus einem Transferstopp umfasst, ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen einschließlich Wertpapiere betrug am 31. Dezember 2023 1,1 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG.

Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio in folgenden Bereichen: Größenkonzentration bei Großkrediten nach Art. 392 CRR und Branchenkonzentration bei der Branche Grundstückswesen, Risikokonzentration aufgrund der regionalen Begrenzung des Geschäftsgebietes sowie Konzentration im Bereich der regionalen, grundpfandrechtlichen Sicherheiten. Aufgrund der angemessenen Diversifizierung sowie der vorsichtigen Bewertung der Beleihungsobjekte und der vorhandenen Prozesse werden diese Risikokonzentrationen für vertretbar gehalten.

Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist.

Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand haben wir Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.

Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2023
TEUR
Zuführung
TEUR
Auflösung
TEUR
Verbrauch
TEUR
Endbestand per 31.12.2023
TEUR
Einzelwertberichtigungen 4.725 3.806 1.381 229 6.921
Rückstellungen 175 38 82 - 131
Pauschalwertberichtigungen 4.002 212 - - 4.214
Gesamt 8.902 4.056 1.463 229 11.266

Die dargestellten Tabellen und Angaben können rundungsbedingte Abweichungen enthalten.

Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang zum Jahresabschluss erläutert.

4.2.1.2. Adressenausfallrisiko im Eigengeschäft

Die Adressenausfallrisiken im Eigengeschäft umfassen die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.

Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.

Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.

Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.

Die Steuerung der Adressenausfallrisiken des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenausfallrisikos für die Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 187,5 Mio. EUR. Wesentliche Positionen sind dabei die Schuldverschreibungen und Anleihen (145,5 Mio. EUR), Immobilienfonds (30,8 Mio. EUR) sowie Wertpapierfonds (11,1 Mio. EUR).

Die direkt durch die Sparkasse gehaltenen Wertpapiere verfügen nahezu ausnahmslos über ein Rating im Bereich des Investmentgrades. Keine Ratings liegen überwiegend bei Anteilen an Investmentfonds vor, bei denen aber die Anlagerichtlinien Vorgaben zu den möglichen Anlagen enthalten, so dass eine angemessene Risikostreuung gewährleistet ist.

Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das Volumen in Form von Wertpapieren betrug am 31. Dezember 2023 16,1 Mio. EUR.

Konzentrationen bestehen in der Anlageklasse der Corporate Bonds, die aber aufgrund der Diversifizierung auf verschiedene Emittenten vertretbar sind. Die Risikokonzentration in der Anlageklasse der Pfandbriefe ist ebenfalls aufgrund der Absicherung der Papiere über grundpfandrechtlich gesicherte Darlehen bzw. Forderungen gegen die öffentliche Hand vertretbar. Daneben gibt es eine Risikokonzentration im Bereich der Immobilienfonds sowie eine Branchenkonzentrationen bei den Branchen Kreditinstitute und Kredit- und Versicherungswesen.

4.2.2. Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.

Die Steuerung der Marktpreisrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite. Der Anlageausschuss hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

4.2.2.1. Marktpreisrisiko aus Zinsen (Zinsänderungsrisiko)

Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschluss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie einer Bildung oder Erhöhung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert. Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der fünf Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "MPR"

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis einer modernen historischen Simulation der Marktzinsänderungen: Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 90 Kalendertage (Haltedauer) wird mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Neuanlagen, Verkäufe bzw. Absicherungen.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Zur Steuerung und Absicherung von Zinsänderungsrisiken wurden neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps in bedeutendem Umfang eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).

Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiko
Währung Barwertveränderung
+200 BP -200 BP
TEUR -37.702 +30.772
in % der Eigenmittel -19,07 15,57

Der erneut starke Zinsanstieg im Jahr 2023 führte zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

4.2.2.2. Marktpreisrisiko aus Spreads

Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread der Aufschlag auf eine risikolose Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendungen SimCorp Dimension ("SCD") und "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

4.2.2.3. Aktienrisiko

Das Marktpreisrisiko aus Aktien wird definiert als die Gefahr eines Verlustes einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.

In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "msgGillardon Kapitalplanungsprozess"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

Aktien werden per 31. Dezember 2023 ausschließlich in Publikumsfonds gehalten. Das Risikokapital wird vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit festgelegt und überwacht.

4.2.2.4. Immobilienrisiko

Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von Immobilienpreisen ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).

In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko das Mietertragsrisiko aus eigenen und fremdgenutzten Immobilien.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "msgGillardon Kapitalplanungsprozess"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito"

Aktuell besteht eine Risikokonzentration bei den Anlagen in Immobilienfonds. Aufgrund der angemessenen Diversifizierung sowie der vorsichtigen Bewertung der Beleihungsobjekte und der vorhandenen Prozesse wird diese jedoch als vertretbar eingestuft.

4.2.3. Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Veränderung einer Beteiligung.

Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.

Die Steuerung der Beteiligungsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des SVN für die Verbundbeteiligungen

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse

Regelmäßige Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse der Beteiligungsunternehmen

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens

Das Beteiligungsportfolio besteht vorwiegend aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe (3.875 TEUR). Daneben bestehen weitere strategische Beteiligungen zur Förderung des regionalen Wirtschaftsraumes oder zur Erschließung und Vermarktung von Baugebieten (1.281 TEUR).

Konzentrationen bestehen im Beteiligungsportfolio in der mittelbaren Beteiligung an der Norddeutschen Landesbank. Diese Risikokonzentration wird regelmäßig beobachtet und akzeptiert.

4.2.4. Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.

Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.

Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.

Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.

In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.

Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der LCR

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "RKR"

Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert werden.

Die Survival Period der Sparkasse liegt zum Bilanzstichtag im Planszenario über 60 Monate.

Die Ergebnisse der Analysen zu den Risikokonzentrationen per 31. Dezember 2023 zeigen einen weiterhin hohen Bestand an variablen Passiva. Vereinzelt sind größere Fälligkeiten von Refinanzierungsmitteln in einzelnen Laufzeitbändern zu finden. Aufgrund der Rahmenbedingungen sind jedoch keine besonderen Steuerungsmaßnahmen erforderlich.

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.5. Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten.

Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige jährliche Schätzung von operationellen Risiken auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien"

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Periodische und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren"

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT

Konzentrationen bestehen bei den operationellen Risiken in folgenden Bereichen:

Aufgrund der fast ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen des Sparkassenverbunds bestehen hohe Abhängigkeiten zu:

der Finanz Informatik

der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH (SR)

der dwpbank

Diese Risikokonzentrationen werden akzeptiert.

4.3. Gesamtbeurteilung der Risikolage

Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.

Auf Basis unserer internen Risikoberichte bewegten sich die Risiken 2023 innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 50,1 % ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.

Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht erkennbar. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen durch die Regulatorik sowie in weiteren starken Zinsanstiegen (u. a. Drohverlustrückstellung gemäß IDW RS BFA 3).

Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Verbands teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse ist der besten Bewertungsstufe zugeordnet.

Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als ausgewogen.

5. Chancen- und Prognosebericht

5.1. Chancenbericht

Chancen sehen wir vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur. Insbesondere eine rege Nachfrage nach Wohnungen und Häusern würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage und einem Anstieg des Zinsüberschusses führen.

Die Chance auf eine Stabilisierung bzw. Steigerung unserer Ertragskraft wollen wir nutzen, indem wir künftig insbesondere die Abteilung "Private Banking" weiter ausbauen werden. Darüber hinaus arbeiten wir laufend daran, unsere Prozesse zu optimieren.

Chancen erwarten wir aus unseren Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien.

Chancen wollen wir nutzen, indem wir neben der Filialpräsenz in der Fläche und der flächendeckend angebotenen SB-Technik digitale Vertriebskanäle weiter ausbauen.

Darüber hinaus sehen wir durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit unseren Verbundpartnern in der Sparkassenorganisation die Möglichkeit, dem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen.

5.2. Prognosebericht

Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen.

Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.

5.2.1. Rahmenbedingungen

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe veranschlagen im Mittel für 2024 ein leichtes Wachstum des realen BIP um 0,3 %. Die Gründe dafür sind komplex.

Zum einen schwindet Chinas Bedeutung als wichtigster deutscher Handelspartner. China steckt in einer Wachstumsdelle. Zudem schottet sich das Land ab und versucht, Exporte durch heimische Produktion zu ersetzen. Gleichzeitig wurde abgesehen von chinesischen Autos weniger aus dem Reich der Mitte importiert. Der Präsident des DSGV, Ulrich Reuter, konstatierte daher auf der Pressekonferenz zur Konjunkturprognose, dass die deutsche Wirtschaft mehr Partner in der Welt brauche.

Eine wesentliche Gefahr für die Wirtschaft sind außerdem Angriffe auf die Handelsrouten. So müssen seit dem Jahreswechsel 2023/2024 viele Schiffe von Asien nach Europa den Umweg rund um Afrika nehmen. Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, könnten Container und Schiffe knapp werden, wenn sie länger für eine Tour auf hoher See sind.

Weiterhin stellen die hohen Energiepreise eine Herausforderung für die deutsche Wirtschaft dar, die aufgrund ihrer Energieintensität besonders betroffen ist. Gebraucht werden Lösungen für Phasen, wenn nicht genügend Energie auf erneuerbarem Weg erzeugt werden kann. Zwar stammte bereits 2023 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen. Doch sind noch erhebliche Investitionen notwendig, um die Emissionen weiter zurückzufahren.

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe heben hervor, dass der Mittelstand finanziell gut aufgestellt sei. Zudem seien die Zinsen am Markt wieder gefallen, was Investitionen erleichtere. Niedrigere Zinsen würden auch die Bauwirtschaft stützen.

Entscheidend dafür, wie sich die Zinsen entwickeln, ist allerdings die Inflation. Denn die Europäische Zentralbank liegt die Leitzinsen fest. Jüngst, am 25. Januar 2024, wurde der Leitzins nicht verändert. Doch sinken werden die Leitzinsen erst, wenn die Inflationsrate den Zielwert von 2 % erreicht. Für den Jahresdurchschnitt rechnen die Sparkassen-Volkswirte mit einer Teuerung von 2,6 %. Voraussetzung ist, dass die Rohstoffe durch kriegerische oder terroristische Handlungen nicht erheblich teurer werden.

Positiv ist dieser Ausblick: Die Arbeitslosigkeit soll nahezu stabil bleiben und nur leicht von 5,7 auf 5,8 % steigen. Arbeitskräfte werden in fast allen Branchen gesucht. So sehr, dass der Fachkräftemangel zu einem von zwei großen Wachstumshemmnissen wird.

Ein weiteres Hindernis besteht in der Bürokratie. Unternehmen kostet ein Übermaß an Verwaltung bares Geld und verhindert mitunter Investitionen.

Prozesse zu vereinfachen und Arbeitszeit zu sparen, das verspricht die künstliche Intelligenz. Unklar ist jedoch auch hier, welchen Einfluss sie auf die Wirtschaft haben wird. 2024 dürfte dafür ein erster Gradmesser sein, denn von der Medizin bis zur Büroarbeit könnten ganz unterschiedliche Bereiche profitieren.

Die Sparkassen-Volkswirte sind davon überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft an Schwung gewinnen wird. 2025 rechnen sie schon wieder mit einem solideren Wirtschaftswachstum von 1,1 %.

Für Niedersachsen wird für 2024 ein Wachstum in der Größenordnung von +0,4 % prognostiziert.

Die regionale Konjunktur ist laut Aussage der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zu Beginn des Jahres 2024 in der Stagnation gefangen. Unter dem Eindruck politscher Unsicherheiten und fehlender Planbarkeit beträgt der IHK-Konjunkturklimaindex nahezu unverändert 69 Punkte. Damit liegt er weiter deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts von 104 Punkten.

Während per Saldo 14 % der Unternehmen von einer schlechteren Geschäftslage berichten, rechnen per Saldo 45 % mit einer nochmals schlechteren Konjunktur in den kommenden Monaten. Somit überwiegen die pessimistischen Einschätzungen sowohl hinsichtlich der aktuellen Lage als auch mit Blick auf die kommenden Monate weiter deutlich.

Hauptproblem aus Sicht vieler Unternehmen sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Angesichts der ungelösten Probleme in der Energiepolitik sind vor allem die energieintensiven Betriebe stark beunruhigt. Quer durch alle Branchen werde zudem die ausufernde Bürokratie als ein gravierender Standortnachteil bemängelt. Ebenfalls einen neuen Höchstwert erreicht die Sorge der regionalen Wirtschaft um steigende Arbeitskosten.

Als Chancen und Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven bzw. negativen Prognose- oder Zielabweichung führen können.

Die Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg haben wir im Einklang mit unserem internen Reporting bei der Ermittlung der Prognosen für das Geschäftsjahr 2024 berücksichtigt.

5.2.2. Geschäftsentwicklung

Abgeleitet aus der Bestandsentwicklung des Jahres 2023 rechnen wir mit einem weiteren leichten Wachstum für unser Kundenkreditgeschäft.

Aufgrund des steigenden Zinsniveaus erwarten wir für 2024 ein nur geringfügiges Wachstum der Kundeneinlagen.

Bei der Bilanzsumme erwarten wir aufgrund von rückläufigen Volumenentwicklungen im Eigengeschäft für das Folgejahr einen leichten Rückgang.

Das Dienstleistungsgeschäft wird im Jahr 2024 aufgrund der rückläufigen konjunkturellen Voraussetzungen voraussichtlich das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen.

Hinsichtlich unseres nichtfinanziellen Leistungsindikators "Kundenzufriedenheit" rechnen wir für das kommende Jahr mit einem Zielwert von > 58 %.

5.2.3. Finanzlage

Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

Für das Jahr 2024 ist der Abschluss folgender Baumaßnahme geplant:

Neubau einer Kindertagesstätte in Riemsloh nach vorherigem Abriss des Filialgebäudes.

Ausschreibung des Neubauprojektes "Wohnen am Kurpark" auf den im Eigenbestand befindlichen Grundstücken an der Ecke Mühlenstraße/Stadtgraben.

5.2.4. Ertrags- und Vermögenslage

Auf Basis von Betriebsvergleichszahlen rechnen wir aufgrund niedrigeren Konditionenbeiträgen aus dem Kundengeschäft mit einem leicht sinkenden Zinsüberschuss.

Beim Provisionsüberschuss gehen wir für das nächste Jahr von einem leichten Rückgang von 0,1 Mio. EUR aus.

Trotz unseres stringenten Kostenmanagements wird der Verwaltungsaufwand stark steigen. Die tendenziell erheblich steigenden Personalkosten wollen wir durch ein stringentes Personalmanagement in Grenzen halten. Aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung erwarten wir geringfügig steigende Sachkosten.

Insgesamt ergibt sich unter Berücksichtigung der vorgestellten Annahmen für das Jahr 2024 ein prozentual stark sinkendes Betriebsergebnis vor Bewertung von rund 0,82 % der jahresdurchschnittlichen Bilanzsumme von ca. 1,7 Mrd. EUR.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung nur mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren. Bei der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft erwarten wir nach den Zuführungen zu den Risikovorsorgemaßnahmen im Vorjahr ein insgesamt deutlich sinkendes negatives Bewertungsergebnis.

Aus den eigenen festverzinslichen Wertpapieren sowie den weiteren Eigenanlagen in Aktien- und Immobilienfonds rechnen wir bei nach wie vor hohen Unsicherheiten an den Kapitalmärkten mit einem deutlich geringeren positiven Bewertungsergebnis.

Das sonstige Bewertungsergebnis ist von untergeordneter Bedeutung. Auch künftig können weitere Risiken in unserem Beteiligungsportfolio nicht ausgeschlossen werden.

Bei der CIR erwarten wir für 2024 einen deutlich höheren Wert. Gemäß unserer Geschäfts- und Risikostrategie gehen wir davon aus, dass der Wert von 70 % nicht überschritten wird.

Die prognostizierte Entwicklung der Ertragslage ermöglicht eine weitere Stärkung der Eigenmittel. Die intern festgelegte Mindest-Gesamtkapitalquote in Höhe von 12,58 %, die über dem aktuell vorgeschriebenen Mindestwert nach der CRR von 8,0 % zuzüglich des Kapitalerhaltungspuffers und des SREP-Zuschlags von 2,5 %-Punkten bzw. 1,0 %-Punkten liegt, wird mit einem Wert von zurzeit 17,90 % überschritten. Für das Jahr 2024 rechnen wir aufgrund nennenswerter Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 g HGB und Eigenkapitalthesaurierung mit einem Wert von 16,75 %.

Für die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) wird für das Jahr 2024 die Einhaltung der aufsichtlichen Mindestanforderungen von 3,0 % erwartet.

Insbesondere bei einer konjunkturellen Abschwächung könnten sich gleichwohl weitere Belastungen für die künftige Ergebnis- und Kapitalentwicklung ergeben.

Des Weiteren können sich aufgrund regulatorischer Verschärfungen für die Finanzwirtschaft (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel III-Regelungen, Meldewesen) weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken können.

5.3. Gesamtaussage

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 lässt insgesamt erkennen, dass das hinsichtlich Wettbewerbssituation und Zinslage schwieriger werdende Umfeld auch an der Sparkasse nicht spurlos vorbeigeht.

Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung der Eigenmittel gesichert sein.

Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir unter Berücksichtigung der von uns erwarteten Entwicklung der Rahmenbedingungen und unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als weiterhin günstig.

Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir daher davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs können die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung hinsichtlich des Eintreffens der für die bedeutsamsten Leistungsindikatoren getroffenen Prognosen ggf. über das bereits in unserem internen Reporting enthaltene Ausmaß hinaus negativ beeinflussen.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Kreissparkasse Melle

Sitz Melle
eingetragen beim Amtsgericht Osnabrück
Handelsregister-Nr. HRA 6318

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

EUR EUR EUR 31.12.2022
TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 6.102.348,47 7.923
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 25.644.637,25 18.203
31.746.985,72 26.127
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzins- liche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 30.949.546,32 117.994
b) andere Forderungen 35.725.461,89 36.959
66.675.008,21 154.953
4. Forderungen an Kunden 1.422.597.001,11 1.352.734
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 623.531.640,11 EUR (556.133)
Kommunalkredite 69.047.731,27 EUR (72.421)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 64.957.169,59 54.817
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 64.957.169,59 EUR (54.817)
bb) von anderen Emittenten 76.683.850,70 71.766
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 76.683.850,70 EUR (71.766)
141.641.020,29 126.583
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
141.641.020,29 126.583
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 42.090.294,48 59.589
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 5.156.173,42 5.206
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 5.772.362,32 6.471
darunter:
Treuhandkredite 5.772.362,32 EUR (6.471)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 23.685,00 38
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
23.685,00 38
12. Sachanlagen 10.912.242,28 10.849
13. Sonstige Vermögensgegenstände 2.072.225,03 4.324
14. Rechnungsabgrenzungsposten 64.814,80 101
Summe der Aktiva 1.728.751.812,66 1.746.975

Passivseite

EUR EUR EUR 31.12.2022
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.966.339,60 382
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 265.953.339,31 309.410
267.919.678,91 309.792
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 192.553.886,31 261.120
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 1.037.072,69 1.308
193.590.959,00 262.428
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 754.266.977,72 866.754
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 288.153.817,04 88.591
1.042.420.794,76 955.344
1.236.011.753,76 1.217.772
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 5.772.362,32 6.471
darunter:
Treuhandkredite 5.772.362,32 EUR (6.471)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.558.963,08 419
6. Rechnungsabgrenzungsposten 63.410,01 99
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.069.964,00 15.762
b) Steuerrückstellungen 1.577.782,30 4.306
c) andere Rückstellungen 5.271.594,07 5.639
22.919.340,37 25.706
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 90.100.000,00 83.600
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 102.714.989,94 101.327
102.714.989,94 101.327
d) Bilanzgewinn 1.691.314,27 1.788
104.406.304,21 103.115
Summe der Passiva 1.728.751.812,66 1.746.975
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 52.373.647,33 59.764
Über eine weitere, nicht quantifizierbare Eventualverbindlichkeit wird im Anhang berichtet.
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
52.373.647,33 59.764
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 76.894.770,71 129.051
76.894.770,71 129.051

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

EUR EUR EUR 1.1.-31.12.2022
TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 38.181.422,67 27.152
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (162)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR (0)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 1.650.434,25 651
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (0)
39.831.856,92 27.803
2. Zinsaufwendungen 11.619.412,67 2.750
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 4.971,68 EUR (926)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 19,21 EUR (0)
28.212.444,25 25.053
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.652.320,53 1.820
b) Beteiligungen 311.894,03 235
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
1.964.214,56 2.056
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 13.356.664,74 12.632
6. Provisionsaufwendungen 1.150.182,96 1.312
12.206.481,78 11.320
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 2.067.225,00 2.096
darunter:
aus der Abzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR (0)
9. (weggefallen)
44.450.365,59 40.526
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 13.199.735,99 12.017
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.797.389,54 3.815
darunter:
für Altersversorgung 1.203.117,24 EUR (1.326)
16.997.125,53 15.832
b) andere Verwaltungsaufwendungen 8.196.752,62 6.921
25.193.878,15 22.753
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.170.242,66 867
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.283.280,14 1.119
darunter:
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 321.512,47 EUR (320)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 3.872.814,39 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 10.995
3.872.814,39 10.995
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 318.526,58 1.133
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 0
318.526,58 1.133
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 6.500.000,00 21.600
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 6.111.623,67 4.048
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.366.403,51 2.203
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 53.905,89 58
4.420.309,40 2.260
25. Jahresüberschuss 1.691.314,27 1.788
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
1.691.314,27 1.788
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
1.691.314,27 1.788
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 1.691.314,27 1.788

Anhang

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern. Aufgrund der kaufmännisch gerundeten Einzelbetragsangaben in TEUR können bei den Summenpositionen Rundungsdifferenzen auftreten.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Aktiva

Forderungen

Die Forderungen an Kunden und Kreditinstitute einschließlich Schuldscheindarlehen wurden mit ihrem Nennwert angesetzt, der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert und dem niedrigeren Auszahlungsbetrag wurde unter den Rechnungsabgrenzungsposten der Passivseite aufgenommen. Er wird grundsätzlich laufzeit- und kapitalanteilig aufgelöst, im Falle von Festzinsvereinbarungen erfolgt die Verteilung auf die Dauer der Festzinsbindung.

Erkennbaren Risiken im Kreditgeschäft wird im Rahmen der turnusmäßigen bzw. anlassbezogenen Kreditüberwachung durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Die Höhe der Einzelwertberichtigung bemisst sich regelmäßig nach dem Unterschiedsbetrag zwischen der ausfallgefährdeten Kreditforderung und dem erwarteten Realisationswert der gestellten Kreditsicherheiten.

Den latenten Ausfallrisiken wird durch eine pauschale Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen, die wir auf Basis der Stellungnahme IDW RS BFA 7 bewertet haben.

Dabei haben wir mit der in der internen Risikosteuerung eingesetzten Anwendung CreditPortfolioView (CPV) für das vorgenannte Kreditportfolio den erwarteten Verlust für einen 12-Monatszeitraum ohne Anrechnung einer Bonitätsprämie berechnet. Der erwartete Verlust wurde mit Hilfe eines Kreditrisikomodells mit den auf Basis der eingesetzten Risikoklassifizierungsverfahren bestimmten statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt.

Grundlage dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Adressen, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen.

Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.

Wir haben als Voraussetzung für die Anwendung der Bewertungsvereinfachung im Rahmen der Kreditvergabepraxis sichergestellt, dass die Konditionenvereinbarung bei Kreditausreichung unter Berücksichtigung einer risikoadäquaten Bonitätsprämie erfolgt, deren Höhe sich an dem erwarteten Verlust über die Restlaufzeit orientiert. Diese Ausgeglichenheitsannahme haben wir zum Bilanzstichtag überprüft. Dabei haben wir auch im Rahmen eines Stichtagsvergleichs die Entwicklung des mit CreditPortfolioView für die Restlaufzeit berechneten erwarteten Verlusts des Portfolios (sog. Lifetime Expected Loss) analysiert. Die Grundlagen der Berechnungen entsprechen im Wesentlichen der Ermittlung des erwarteten Verlusts für einen 12-Monatszeitraum. Danach kann die Ausgeglichenheit weiter angenommen werden.

Der Ausweis der Pauschalwertberichtigungen erfolgt als Risikovorsorge zu den Forderungen an Kunden (Aktivposten 4). Die für Eventualverbindlichkeiten sowie unwiderrufliche Kreditzusagen ermittelten Pauschalwertberichtigungen werden an den Unterstrichpositionen abgesetzt und als Risikovorsorge bzw. pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesen. Für widerrufliche Kreditzusagen erfolgt allein der Ausweis als Risikovorsorge bzw. pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c).

Für die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute besteht Vorsorge.

Wertpapiere

Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden nach dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten. Dies gilt auch für die dem Anlagevermögen zugeordneten Fondsanteile.

Bei den festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens werden Abschreibungen nur im Zusammenhang mit voraussichtlich dauernden Wertminderungen vorgenommen. Ob eine dauernde Wertminderung vorliegt, wird für jedes festverzinsliche Wertpapier individuell überprüft. Wertaufholungen werden durch Zuschreibungen auf den höheren Kurswert, maximal aber bis zu den Anschaffungskosten, berücksichtigt.

Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die festverzinslichen Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten (insgesamt 106.500 TEUR Nominalvolumen der festverzinslichen Wertpapiere), haben wir die Bewertung anhand von Kursen des Kursinformationsanbieters Refinitiv Germany GmbH vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted-Cashflow-Modell zugrunde liegt.

Die Anteile an Investmentvermögen wurden zum investmentrechtlichen Rücknahmepreis angesetzt, soweit keine niedrigeren Anschaffungskosten zu beachten waren. Bei den Immobilienfonds und einem weiteren Fonds sind mit der Kapitalanlagegesellschaft Rücknahmeabschläge vereinbart. Diese werden aufgrund der Zuordnung zum Anlagevermögen nicht berücksichtigt. Wertaufholungen werden durch Zuschreibungen (maximal bis zu den Anschaffungskosten) auf den höheren Kurswert vorgenommen.

Beteiligungen

Die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bzw. im Falle dauernder oder vorübergehender Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Beteiligungsbewertung erfolgt grundsätzlich nach dem Ertragswertverfahren. Andere Bewertungsmethoden kommen dann zum Einsatz, wenn die Art bzw. der betragliche Umfang der Beteiligung dies rechtfertigen.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Anlagewerte werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach höchsten steuerlich zulässigen Sätzen bilanziert, soweit dies auch handelsrechtlich vertretbar ist. Vermögensgegenstände von geringem Wert (Anschaffungskosten bis 250 Euro) werden sofort als Sachaufwand erfasst; bei Anschaffungswerten von bis zu 1.000 EUR ohne Mehrwertsteuer im Einzelfall erfolgt analog zur steuerlichen Regelung des § 6 Abs. 2a EStG die Einstellung in einen Sammelposten, der linear mit je einem Fünftel jährlich abgeschrieben wird. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen haben wir durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden nach den für das Umlaufvermögen geltenden Vorschriften bewertet. Die hier ausgewiesenen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Wert am Bilanzstichtag bewertet.

Passiva

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen dem Erfüllungs- und dem niedrigeren Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Betrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Beträgt die Zeitspanne bis zum erwarteten Erfüllungszeitpunkt mehr als ein Jahr, erfolgt eine Abzinsung mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente, insbesondere Zinsswaps, des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Die Pensionsrückstellungen wurden nach dem modifizierten Teilwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G bewertet. Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde der auf das Jahresende prognostizierte Durchschnittszins von 1,83 % für die pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt. Im Vergleich zu dem von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2023 veröffentlichten Zinssatz von 1,82 % ergaben sich lediglich geringfügige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Die bis zur voraussichtlichen Erfüllung zu erwartenden Gehalts- und Rentensteigerungen wurden mit jährlich 2,60 % berücksichtigt.

Der BGH hat mit Urteil vom 27. April 2021 (Az. XI ZR 26/20) den AGB-Änderungsmechanismus in den AGB einer Bank für unwirksam erklärt. Von unseren Kunden geltend gemachte Erstattungsansprüche haben wir nach einer internen rechtlichen Bewertung der Anspruchsgrundlagen reguliert. Für noch in der Zukunft zu erwartende Erstattungsansprüche haben wir im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung Rückstellungen gebildet.

Mit Urteil vom 06. Oktober 2021 (Az. XI ZR 234/20) hat der BGH in einem Musterfeststellungsverfahren zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen entschieden. Danach sind Zinsanpassungen monatlich unter Beibehaltung des anfänglich relativen Abstands zwischen Vertragszins und Referenzzins vorzunehmen. Die dreijährige Verjährung eines möglichen Zinsanspruchs beginnt erst ab Fälligkeit des Sparvertrags. Hinsichtlich der Bestimmung eines angemessenen Referenzzinssatzes hat der BGH das Verfahren an das OLG Dresden zurückverwiesen. Soweit das Ergebnis unserer Prüfung eine vergleichbare Ausgestaltung ergeben hat, haben wir nach einer Einschätzung der möglichen Betroffenheit von berechtigten Erstattungsansprüchen in unserem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen gebildet. Hierbei haben wir den vom OLG Dresden festgelegten Referenzzinssatz verwendet.

Mittelbare Altersversorgungsverpflichtungen

Die Sparkasse ist tarifvertraglich verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine zu einer Betriebsrente führende Versicherung bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Sie erfüllt diese Verpflichtung durch Anmeldung der betreffenden Mitarbeiter bei der Emder Zusatzversorgungskasse für Sparkassen (ZVK-Sparkassen) mit Sitz in Emden. Die ZVK-Sparkassen ist eine kommunale Zusatzversorgungseinrichtung im Sinne des § 1 des Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K) vom 01. März 2002. Träger der ZVK-Sparkassen ist der Niedersächsische Sparkassen- und Giroverband (SVN) in Hannover, der das Vermögen der ZVK-Sparkassen als Sondervermögen getrennt von seinem übrigen Vermögen verwaltet.

Die Versorgungsverpflichtungen werden von der ZVK-Sparkassen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G mit 7jähriger Generationenverschiebung bewertet, um den kassenindividuellen Verhältnissen angemessen Rechnung zu tragen.

Nachdem die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes sich mit Wirkung vom 01. Januar 2002 auf eine Abkehr vom seit 1967 bestehenden Gesamtversorgungssystem verständigt hatten, hat die ZVK-Sparkassen zum 01. Januar 2003 den Versicherten- und Rentnerbestand in zwei getrennte Abrechnungsverbände unterteilt, den Abrechnungsverband P für die zu diesem Zeitpunkt Pflichtversicherten bzw. den Abrechnungsverband R für die sogenannten Altrentner.

Seit diesem Zeitpunkt ist der Abrechnungsverband P unter Zugrundelegung der Bewertungsparameter gem. ATV-K vom 01. März 2002 kapitalgedeckt.

Bei den aktiven Beschäftigten beträgt der Beitragssatz seit dem 01. Januar 2021 nach einer stufenweisen Anhebung in den Vorjahren 5,8 %. Hiervon werden 5,4 % durch die Sparkasse und 0,4 % von den Arbeitnehmern getragen.

Bemessungsgrundlage für den Beitrag sind die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte, sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 11,4 Mio. EUR.

Die ZVK-Sparkassen hat in 2022 die Kapitaldeckung im Abrechnungsverband R erreicht und diesen in 2023 rückwirkend zum 01. Januar 2023 auf den Abrechnungsverband P nach Genehmigung verschmolzen. Für den Abrechnungsverband R wurde bis zum Erreichen der Kapitaldeckung eine Umlage in Höhe von 2,2 % und ein Sanierungsgeld in Höhe von 1,5% der zusatzversicherungspflichtigen Entgelte erhoben. Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen für die Altrentner berücksichtigt die zugesagte jährliche Erhöhung der Renten um 1 %.

Gewinn- und Verlustrechnung

Positive Zinsaufwendungen

Für von der Norddeutschen Landesbank und anderen Kreditinstituten bei uns hinterlegten Weiterleitungsmitteln wurden uns Zinsen vergütet, die wir mit den Zinsaufwendungen (GuV-Posten 2) verrechnet haben.

Angaben zu Derivaten

Die strukturierten Produkte (im Wesentlichen Forward Darlehen im Kundengeschäft und Anleihen mit Kündigungsrechten im Eigengeschäft) wurden einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert und bewertet.

Erläuterungen zur Jahresbilanz

Aktiva

Posten 3: Forderungen an Kreditinstitute

Die unter Posten 3 b) andere Forderungen ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt (ohne anteilige Zinsen):

- bis drei Monate 20.000 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 5.000 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 10.000 TEUR
- mehr als fünf Jahre -- TEUR
Forderungen an die eigene Girozentrale 1.876 TEUR

Posten 4: Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt (ohne anteilige Zinsen und ähnliche das Geschäftsjahr betreffende Beträge, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden):

- bis drei Monate 39.066 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 100.129 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 386.735 TEUR
- mehr als fünf Jahre 862.865 TEUR
- mit unbestimmter Restlaufzeit 31.216 TEUR

Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:

Bestand am Bilanzstichtag 33.656 TEUR
Bestand am 31.12. des Vorjahres 27.737 TEUR
Forderungen mit Nachrangabrede sind enthalten in Höhe von 16.562 TEUR
(davon: an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht) (16.562 TEUR)
Bestand am 31.12. des Vorjahres 12.003 TEUR
(davon: an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht) (12.003 TEUR)

Posten 5: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Im Posten Aktiva 5 enthaltene Beträge, die in dem Jahr, das auf den Bilanzstichtag folgt, fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 18.053 TEUR
Von den unter Aktiva 5 ausgewiesenen börsenfähigen Wertpapieren sind börsennotiert 140.140 TEUR
nicht börsennotiert 1.501 TEUR

Die Angabe erfolgt einschließlich abgegrenzter Zinsen.

Von den börsenfähigen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wurden nicht mit dem Niederstwert bewertet (Buchwert) 66.107 TEUR
Diese Wertpapiere verkörpern einen Marktwert von 60.242 TEUR

Es handelt sich dabei um Titel mit einem Nominalzinssatz von 0,000 % bis zu 2,000 %.

Die Wertminderungen sind ausschließlich zinsinduziert und dürften daher nach unserer Auffassung voraussichtlich nicht von Dauer sein.

Posten 6: Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Von den unter diesem Posten ausgewiesenen börsenfähigen Wertpapieren sind börsennotiert 0 TEUR
nicht börsennotiert 24.903 TEUR

Posten 7: Beteiligungen

Die Sparkasse ist am Stammkapital des Sparkassenverbandes Niedersachsen, Hannover, mit einem Anteil von 1,22 % beteiligt. Angaben zum Eigenkapital und zum Jahresergebnis unterbleiben aufgrund von § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB.

Die Sparkasse ist an der Seedhouse Beteiligungs GbR, Osnabrück, als unbegrenzt haftender Gesellschafter beteiligt.

Weitere Angaben zum Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB entfallen, weil sie gemäß § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse von untergeordneter Bedeutung sind.

Posten 9: Treuhandvermögen

Das Treuhandvermögen gliedert sich wie folgt:

Forderungen an Kunden (Posten 4 des Formblattes) 5.772 TEUR

Posten 12: Sachanlagen

Die für sparkassenbetriebliche Zwecke genutzten Grundstücke und Bauten belaufen sich auf (Bilanzwert) 4.261 TEUR
Der Bilanzwert der Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt 1.462 TEUR

Posten 13: Sonstige Vermögensgegenstände

Die Sparkasse ist an der DKE-GbR, Berlin, als unbegrenzt haftender Gesellschafter beteiligt.

Anlagespiegel:

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben
in TEUR)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere Beteiligungen Immaterielle Anlagewerte
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 109.751 38.016 16.724 692
Zugänge 39.753 0 0 4
Abgänge 13.213 3.075 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 136.291 34.941 16.724 696
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 798 1.027 11.518 654
Abschreibungen im Geschäftsjahr 0 0 50 18
Zuschreibungen im Geschäftsjahr 0 108 0 0
Änderungen der gesamten Abschreibungen
im Zusammenhang mit Zugängen 0 0 0 0
im Zusammenhang mit Abgängen 219 394 0 0
im Zusammenhang mit Umbuchungen 0 0 0 0
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 579 525 11.568 672
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 135.712 34.416 5.156 24
Stand am 31.12. des Vorjahres 108.953 36.989 5.206 38
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben
in TEUR)
Sachanlagen sonstige Vermögensgegenstände
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 50.610 135
Zugänge 1.240 10
Abgänge 310 0
Umbuchungen 0 0
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 51.540 145
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 39.761 85
Abschreibungen im Geschäftsjahr 1.152 10
Zuschreibungen im Geschäftsjahr 0 17
Änderungen der gesamten Abschreibungen
im Zusammenhang mit Zugängen 0 0
im Zusammenhang mit Abgängen 285 0
im Zusammenhang mit Umbuchungen 0 0
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 40.628 78
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 10.912 67
Stand am 31.12. des Vorjahres 10.849 50

Passiva

Posten 1: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die unter Posten Passiva 1b) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt (ohne anteilige Zinsen und ähnliche das Geschäftsjahr betreffende Beträge, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden):

- bis drei Monate 24.020 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 13.529 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 80.125 TEUR
- mehr als fünf Jahre 146.331 TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 156.603 TEUR
Gesamtbetrag der als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten übertragenen Vermögensgegenstände 169.006 TEUR

Posten 2: Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die unter Posten Passiva 2 a) Unterposten ab) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt (ohne anteilige Zinsen):

- bis drei Monate 372 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 331 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 307 TEUR
- mehr als fünf Jahre 27 TEUR

Die unter Posten 2 b) Unterposten bb) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt (ohne anteilige Zinsen):

- bis drei Monate 157.722 TEUR
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 60.970 TEUR
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 57.274 TEUR
- mehr als fünf Jahre 11.571 TEUR

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:

Bestand am Bilanzstichtag 5.643 TEUR
Bestand am 31.12. des Vorjahres 5.522 TEUR

Posten 4: Treuhandverbindlichkeiten

Die Treuhandverbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Posten 1 des Formblattes) 5.772 TEUR

Posten 6: Rechnungsabgrenzungsposten

Unterschiedsbeträge zwischen dem Auszahlungsbetrag bzw. den Anschaffungskosten von Forderungen gegenüber dem höheren Nominalbetrag sind enthalten mit 63 TEUR
Bestand am 31.12. des Vorjahres 99 TEUR

Posten 7a: Rückstellungen

Zum 31. Dezember 2023 beträgt der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB 154 TEUR. Eine Ausschüttungssperre besteht nicht, da bereits in Vorjahren in diesem Zusammenhang entsprechende Beträge der Sicherheitsrücklage zugeführt wurden.

Passiva unter dem Strich

Posten 1b: Eventualverbindlichkeiten

Bei den unter Posten 1b) unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um übernommene Bürgschafts- und Gewährleistungsverpflichtungen. Auf Basis der regelmäßigen Bonitätsbeurteilungen der Kunden im Rahmen unserer Kreditrisikomanagementprozesse gehen wir für die hier ausgewiesenen Beträge davon aus, dass sie nicht zu einer wirtschaftlichen Belastung der Sparkasse führen werden. Auch haben sich in den letzten Jahren nur geringfügige Ansprüche Dritter ergeben.

In diesem Unterposten b) Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen ist ein Einzelposten in Höhe von 10.000 TEUR enthalten, der in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse von wesentlicher Bedeutung ist.

Für die Darlehensschuld eines Dritten mit unbestimmter Laufzeit haftet die Sparkasse anteilig für den Zinsdienst (zurzeit 1,478 % auf einen Kapitalbetrag von 2,1 Mio. EUR) und für ggf. anfallende Steuern sowie ggf. Kosten.

Posten 2c: Unwiderrufliche Kreditzusagen

Durch die künftige Inanspruchnahme der unter Posten 2c) ausgewiesenen unwiderruflichen Kreditzusagen entstehen nach den Erkenntnissen des Bilanzstichtages werthaltige Forderungen. Insoweit bestehen auch hier keine Anhaltspunkte dafür, dass sich mit einer Inanspruchnahme seitens der Kreditnehmer bereits Vermögensbelastungen der Sparkasse verbinden.

Sollte im Ausnahmefall aus einer Eventualverbindlichkeit bzw. einer unwiderruflichen Kreditzusage ein Verlust drohen, werden hierfür Rückstellungen gebildet und die unter der Bilanz ausgewiesenen Beträge entsprechend gekürzt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Posten 8: Sonstige betriebliche Erträge

Der Posten enthält periodenfremde Erträge in Höhe von 630 TEUR. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Posten 10: Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

In diesem Posten sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 716 TEUR enthalten. Es handelt sich im Wesentlichen um Aufwendungen zur Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und der Rückstellungen für Beihilfen.

Posten 12: Sonstige betriebliche Aufwendungen

Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen stammen 541 TEUR aus Spenden.

Posten 29: Bilanzgewinn

Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner für den 19. Juni 2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, von dem Bilanzgewinn einen Betrag in Höhe von 500.000 EUR auszuschütten und 1.191.314,27 EUR der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Sonstige Angaben

Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsregelungen zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum 31. Dezember 2023 Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Eine passive Steuerabgrenzung war demzufolge nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde verzichtet.

Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei nicht festverzinslichen Wertpapieren. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen an Kunden, bei Wertpapieren, Pensionsrückstellungen und anderen Rückstellungen. Die Ermittlung der Differenzen erfolgte unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 29,3 %.

Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Zinsbezogenes Termingeschäft (11 Zinsswapgeschäfte)

Nominalwert 95.000 TEUR
davon: Restlaufzeit bis 1 Jahr 10.000 TEUR
Restlaufzeit 1 -5 Jahre 5.000 TEUR
Restlaufzeit größer 5 Jahre 80.000 TEUR
Zeitwert 14.129 TEUR

Zinsbezogenes Termingeschäft (6 Zinsswapgeschäfte)

Nominalwert 50.000 TEUR
davon: Restlaufzeit bis 1 Jahr 0 TEUR
Restlaufzeit 1 -5 Jahre 0 TEUR
Restlaufzeit größer 5 Jahre 50.000 TEUR
Zeitwert -2.292 TEUR

Bei den Kontrahenten der Zinsswapgeschäfte handelt es sich um die eigene Girozentrale sowie um die DekaBank Deutsche Girozentrale.

Für die Zinsswaps wurde der Zeitwert als Barwert zukünftiger Zinszahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode ermittelt. Dabei fanden die Swap-Zinskurven per 31. Dezember 2023 Verwendung.

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat

Vorsitzender

Dr. André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes e.V.

Mitglieder nach § 11 NSpG

Wilhelm Hunting, Industriekaufmann i. R.

(1. stellv. Vorsitzender)

Gerhard Boßmann, Bereichsleiter Stiftung Bethel

Rainer Kavermann, Geschäftsführer eines Unternehmens im Garten- und Landschaftsbau

Annegret Mielke, Medizinisch-Technische-Assistentin i. R

Heinrich Niederniehaus, selbstständiger Landwirt

Alfred Reehuis, Berufsschullehrer i. R.

Heinrich Thöle, selbstständiger Landwirt

Christina Tiemann, kfm. Angestellte in einem landwirtschaftlichen Betrieb

Michael Weßler, Betriebsleiter in einem Transport- und Entsorgungsunternehmen

Mitglieder nach § 110 NPersVG

Michael Heckmann, Sachbearbeiter Marketing (2. stellv. Vorsitzender)

Uwe Aschemeyer, Portfoliomanager

Heidrun Bowenkamp, Leiterin Private Banking

Ralf Köckler, Bilanzanalyst

Sabine Becker, Gewerkschaftssekretärin

Vorstand

Frank Finkmann

Vorstandsvorsitzender

Josef Theißing

Vorstandsmitglied (bis 31. Mai 2023)

Olaf Kiefer

Vorstandsmitglied (ab 01. Juni 2023)

Vorstandsvertreter

Im Falle der Verhinderung wird der Vorstand vertreten durch:

Thomas Bombien

Oliver Oomen

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2023 652 TEUR, die des Verwaltungsrats 91 TEUR.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 5.852 TEUR zurückgestellt; die laufenden Bezüge betrugen im Geschäftsjahr 233 TEUR.

Kredite und Vorschüsse an den Vorstand sowie zu seinen Gunsten eingegangene Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag nicht, die entsprechenden Kreditgewährungen an Mitglieder des Verwaltungsrates betragen 1.314 TEUR.

Für Abschlussprüfungsleistungen der Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes sind im Geschäftsjahr 2023 261 TEUR aufgewendet worden. Auf andere Bestätigungsleistungen des Abschlussprüfers entfielen Aufwendungen in Höhe von 22 TEUR. Bei diesen Bestätigungsleistungen handelt es sich um Leistungen für die Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts.

Wir beschäftigten im Jahresdurchschnitt gemäß § 267 Abs. 5 HGB:

männlich weiblich gesamt
Vollzeitbeschäftigte 89 49 138
Teilzeitbeschäftigte 7 80 87
96 129 225
Auszubildende 3 7 10
99 136 235

 

Melle, den 22. April 2024

KREISSPARKASSE MELLE

Der Vorstand

Finkmann

Kiefer

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs.1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Kreissparkasse Melle hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Kreissparkasse Melle besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Kreissparkasse Melle definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands (Erträge und Aufwendungen saldiert) und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 44.450 TEUR.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 190.

Der Gewinn vor Steuern beträgt 6.112 TEUR.

Die Steuern auf den Gewinn betragen 4.366 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.

Die Kreissparkasse Melle hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Kreissparkasse Melle, Melle

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Kreissparkasse Melle, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Kreissparkasse Melle für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen gemäß Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Forderungen an Kunden

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhaltes haben wir wie folgt aufgebaut:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Bewertung der Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Für die Sparkasse stellen die Forderungen an Kunden ein maßgebliches Geschäftsfeld dar. Durch Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft können sich wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse, ergeben. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. vor allem die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann (Ausfallwahrscheinlichkeit), maßgeblich. Dies gilt insbesondere für die von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise und des Krieges in der Ukraine betroffenen Kreditengagements. Die Sparkasse bewertet ihre Kundenforderungen mit den in der S-Finanzgruppe entwickelten Rating- und Scoringsystemen. Zur Bestimmung des Kreditrisikos werden die Kreditnehmer entsprechend ihrer individuellen Ausfallwahrscheinlichkeit einzelnen Ratingklassen zugeordnet. Bei der Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit bestehen allerdings Ermessensspielräume. Daneben ist die Bewertung der Sicherheiten von besonderer Bedeutung. Dabei haben einzelne Bewertungsparameter bedeutsame Auswirkungen auf den Ansatz der Sicherheiten und damit ggf. auf die Wertberichtigungen und die Höhe der Forderungen.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung die von der Sparkasse eingerichteten Prozesse zur Bewertung der Kundenforderungen nachvollzogen. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Angemessenheit des Internen Kontrollsystems haben wir auf Basis der Organisationsrichtlinien beurteilt. Daneben haben wir Prüfungshandlungen zur Wirksamkeit dieser Prozesse vorgenommen. Bei einer risikoorientierten Einzelfallprüfung von Kundenkreditengagements haben wir anhand der vorliegenden Unterlagen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung von Kreditsicherheiten und der dabei zugrunde gelegten Bewertungsparameter gewürdigt. Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses haben wir insbesondere untersucht, ob der Kreditbestand Forderungen enthält, bei denen sich Ausfallrisiken abzeichnen oder bereits eingetreten sind.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Informationen zur Bewertung der Forderungen an Kunden sind im Anhang zum Jahresabschluss in den Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellung im Lagebericht (Abschnitt Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage; Ertragslage).

Sonstige Informationen

Der Vorstand bzw. der Verwaltungsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen

den Bericht des Verwaltungsrats,

alle übrigen Teile des uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden Geschäftsberichts,

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Verwaltungsrat ist für den Bericht des Verwaltungsrats verantwortlich. Im Übrigen ist der Vorstand für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Sparkasse abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind gemäß § 23 Abs. 2 Satz 1 des Niedersächsischen Sparkassengesetzes i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht gemäß Artikel 11 EU-APrVO im Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Stephan Quittek.

 

Hannover, den 29. Mai 2024

Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes

Quittek, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Verwaltungsrates mit Gewinnverwendungsbeschluss

Der Verwaltungsrat hat im Jahr 2023 die ihm durch Sparkassengesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er wurde vom Vorstand regelmäßig über die Lage und Geschäftsentwicklung der Sparkasse informiert. Er hat die Geschäftsführung des Sparkassenvorstandes in geeigneter Weise überwacht und die erforderlichen Beschlüsse gefasst.

Die Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes in Hannover hat den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Jahr 2023 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Verwaltungsrat billigt gemäß § 23 Abs. 3 NSpG den Lagebericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2023. Er hat von dem schriftlichen und in seiner Sitzung am 19. Juni 2024 zusätzlich vom mündlichen Bericht der Prüfungsstelle des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes Kenntnis genommen und daraufhin den Jahresabschluss 2023 in der geprüften Fassung festgestellt. In Übereinstimmung mit dem Vorschlag des Vorstandes wurde beschlossen, aus dem Bilanzgewinn einen Betrag in Höhe von 500.000,00 EUR auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 1.191.314,27 EUR der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

 

Melle, den 19. Juni 2024

Der Vorsitzende

Dr. Berghegger

Nachrichten & Medien

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