FWU Factoring GmbHLiquidiert

Bavariafilmplatz 7, 82031 Grünwald, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 91648
Vorher
FWU Provisions-Factoring GmbH
Eingetragen
7.11.2001
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteBeteiligungsgesellschaftenRückversicherungen
Gegenstand
Factoring als der laufende Ankauf von Forderungen auf der Grundlage von Rahmenverträgen mit oder ohne Rückgriff. Ferner stellt das Unternehmen Bürgschaften und/oder Garantien für Konzernunternehmen für mögliche Ausfallrisiken.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jürgen Schneider
seit 7.11.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
FWU AG
Germany
500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

FWU Factoring GmbH

Grünwald

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht 2021

Inhalt

I. GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND GESCHÄFTSSTRATEGIE DER FWU FACTORING GMBH

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

II.1 Konjunkturelle Lage

II.2 Geschäftsentwicklung der FWU Factoring GmbH

II.2.1 Ertragslage

II.2.2 Finanzlage

II.2.3 Vermögenslage

II.2.4 Abschließende Beurteilung

III. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

III.1 RISIKOSTRATEGIE

III.2 RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

III.3 BESCHREIBUNG DER WESENTLICHEN MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND DES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS (§ 289 Abs. 4 HGB)

III.4 RISIKOINVENTUR

III.5 Wesentliche Risiken

III.6 Weitere Risikokategorien

III.7 Zusammenfassung

III.8 EIGENKAPITALERFORDERNISSE

IV. PROGNOSEBERICHT

IV.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ERWARTUNGEN

IV.2 VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DER FWU FACTORING GMBH

I. Geschäftstätigkeit und Geschäftsstrategie der FWU Factoring GmbH

Die Geschäftstätigkeit der FWU Factoring GmbH umfasst im Wesentlichen den Erwerb von Forderungen, die seitens der FWU Life Insurance Lux S.A. (FLL) sowie der FWU Life Insurance Austria AG (FLA) gegenüber Versicherungsnehmern aus Lebens- und Rentenversicherungsverträgen in den Märkten Italien, Frankreich, Spanien und Belgien bestehen. Kaufgegenstand sind hierbei überwiegend Gebühreneinnahmen der FLL bzw. FLA aus tariflichen Abschlusskosten. Die Gesellschaft ist seit über 30 Jahren für die europäischen Versicherungsmärkte erfolgreich tätig.

Im Dezember 2021 kam es auf Ebene der FLA zu einer Umstellung bei der Finanzierung ihrer Abschlussprovisionen. Die Finanzierung der Abschlussprovisionen erfolgt seither über eine externe Rückversicherungsgesellschaft. Lediglich das Ausfallrisiko im Falle der Insolvenz eines Vertriebes wird über eine im Februar 2022 geschlossene Vereinbarung über die FWU Factoring GmbH abgesichert. Die FWU Factoring GmbH erwirbt daher Forderungen auf tarifliche Abschlusskosten von der FLA seit Dezember 2021 nicht mehr; die bestehenden Forderungen und Refinanzierungsverbindlichkeiten aus diesem Geschäft wurden abgelöst und sind in der Bilanz zum 31. Dezember 2021 nicht mehr enthalten. Ende 2017 wurde innerhalb der FWU Gruppe entschieden, sich aus dem deutschen Markt mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 zurückzuziehen. Somit gibt es seit 2018 kein Versicherungsneugeschäft mehr aus dem deutschen Markt, so dass nunmehr nur noch eine Bestandsverwaltung erfolgt.

Die Gesellschaft betreibt das Factoring überwiegend in Form des sogenannten "echten" Factorings und in einem geringen Umfang in der Form des sogenannten "unechten" Factorings. Tarifliche Abschlusskosten, die in Italien, Frankreich, Spanien, Österreich (von der FLA generiertes Geschäft bis November 2021) und Belgien entstanden sind, erwirbt die Gesellschaft im Grundsatz im Zuge des echten Factorings, d.h. sie übernimmt dabei das Forderungsausfallrisiko für die angekauften Forderungen (Delkredere). Echtes Factoring erfolgt nur mit Gesellschaften des FWU Konzerns.

Forderungen, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstanden sind, erwarb die Gesellschaft im Grundsatz im Wege des unechten Factorings, d.h., dass in der Regel neben dem Drittschuldner auch der Factoring-Kunde, also der Forderungsverkäufer, für die Erfüllung der verkauften Forderung haftet. Unechtes Factoring erfolgte mit der FWU Takaful GmbH und in der Vergangenheit mit Vertrieben und Vermittlern in Deutschland. Im Zuge einer Reorganisation des Geschäfts auf Ebene der FWU Takaful GmbH (Wechsel des Versicherungspartners) ist die Finanzierung von Abschlussprovisionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die FWU Factoring GmbH nicht mehr notwendig. Die FWU Factoring GmbH erwirbt daher Forderungen von der FWU Takaful GmbH seit dem Geschäftsjahr 2021 nicht mehr, so dass nunmehr im Wesentlichen nur noch eine Bestandsverwaltung erfolgt.

Die Factoring GmbH ist ein durch die BaFin reguliertes Unternehmen der FWU AG Gruppe (100%-iges Tochterunternehmen der FWU AG). Zur Abwicklung ihrer Geschäfte bedient sich die FWU Factoring GmbH überwiegend des Personals und der Infrastruktur der FWU AG, die diese Leistungen aufgrund von entsprechenden Nachweisen in Rechnung stellt. Sowohl das Personal als auch die Infrastruktur sind zwischen der FWU Factoring GmbH und der FWU AG klar abgegrenzt und definiert. Die FWU Factoring GmbH erzielt Erträge überwiegend aus der Zinsdifferenz zwischen dem Factoring-Satz und dem Refinanzierungssatz.

II. Wirtschaftsbericht

II.1 Konjunkturelle Lage

Lage der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft verzeichnete im Jahr 2021 nach dem pandemiebedingten Rückgang des Vorjahres ein Wachstum von 6,1 % (Vorjahr: Rückgang um 3,3 %). 1 Im Jahresverlauf hat die wirtschaftliche Dynamik jedoch nachgelassen. Die Covid-19-Infektionen schnellten 2021 insbesondere aufgrund des Ausbruchs der Omikron-Variante in den verschiedenen Regionen der Welt zu unterschiedlichen Zeiten wieder in die Höhe und belasteten die Wirtschaftsentwicklung. Auch die gravierenden Lieferengpässe in den internationalen Produktionsnetzwerken behinderten die wirtschaftliche Erholung im Jahr 2021. Die Inflation ist weltweit angestiegen, worin höhere Energiepreise und ein über die Sektoren hinweg breiter werdender Preisdruck ihren Niederschlag fanden. Dennoch erholte sich das reale BIP getragen von umfangreichen Stützungsmaßnahmen weiter. 2

1 IWF: World Economic Outlook, 04/2022, Vorjahreszahl: IWF: World Economic Outlook 04/2021
2 EZB, Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank - Ausgabe 2/2022

Die Entwicklungen der Bruttoinlandsprodukte der Volkswirtschaften in den Zielmärkten der FWU Gruppe sind folgender Übersicht zu entnehmen:

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

in % 2021 2020
Welt 6,1 -3,3
Europa 5,9 -6,6
Belgien 63 -6,4
Deutschland 2,8 -4,9
Österreich 4,5 -6,6
Frankreich 7,0 -8,2
Italien 6,6 -8,9
Spanien 5,1 -11,0
Asien
Vereinigte Arabische Emirate 23 -5,9

Quelle: IWF: World Economic Outlook, 04/2022, Vorjahreszahlen: IWF: World Economic Outlook 04/2021.

Entwicklung wesentlicher Wechselkurse und Zinsentwicklung

Der durchschnittliche Wechselkurs zum US-Dollar und zum AED lag um rund 3 % über dem Niveau des Vorjahres:

Währungsentwicklung (1 EUR zu Fremdwährung)

in % 2021 2020
USD 1,1797 1,1471
AED 4,3436 4,1947

Euro-Referenzkurs Durchschnitt im Jahr

Quelle: Deutsche Bundesbank, Devisenkursstatistiken

Im Vergleich zum Vorjahr sind die kurzfristigen, variablen Zinssätze des Europäischen Interbankenmarktes im Jahr 2021 weiter gefallen:

Geldmarktsätze

in % 2021 2020
3-Monats-Euribor -0,55 -0,43
6-Monats-Euribor -0,52 -0,37
12-Monats-Euribor -0,49 -0,31

Quelle: EZB, Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank - Ausgabe 2/2022

II.2 Geschäftsentwicklung der FWU Factoring GmbH

II.2.1 Ertragslage

Die FWU Factoring GmbH hat im Geschäftsjahr 2021 ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 1.740 erzielt nach TEUR 949 im Vorjahreszeitraum (Anstieg in Höhe von TEUR 791).

Maßgeblichen Anteil an dieser Ergebnisentwicklung hatten neben Kosteneinsparmaßnahmen (Rückgang der Verwaltungsaufwendungen um TEUR 547) insbesondere die Entwicklung des Währungsergebnisses. Dieses war im Berichtsjahr positiv (TEUR 260), nachdem im Vorjahr ein Währungsverlust in Höhe TEUR -1.112 zu berücksichtigen war. Grund für den Währungsverlust im Vorjahr war im Wesentlichen der gestiegene Wechselkurs zum AED bei einem hohen auf AED lautenden Forderungsbestand. Dieser hat sich im Berichtsjahr im Zuge der Reorganisation des Geschäfts auf Ebene der FWU Takaful GmbH (Wechsel des Versicherungspartners und Einstellung des Erwerbs von Forderungen aus dem Takaful-Geschäft durch die FWU Factoring GmbH) stark abgebaut. Gegenläufig wirkten gestiegene Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Factoringforderungen (TEUR -523) und ein Rückgang des Zinsergebnisses (TEUR -553). Die Eigenkapitalrendite betrug 348%.

Das im Jahresvergleich geringere Zinsergebnis resultierte vor allem aus niedrigeren Zinseinnahmen in Italien (TEUR -695 bzw. -10 %), im Mittleren Osten (TEUR -664 bzw. -59%) und in Frankreich (TEUR -471 bzw. -42%). Auf dem belgischen (TEUR +339 bzw. +57 %) und spanischen Markt (TEUR +212 bzw. +8 %) konnte die FWU Factoring GmbH trotz der Einschränkungen infolge der Covid-19 Pandemie auf Jahressicht erneut eine sehr positive Entwicklung verzeichnen. Dies ist vor allem auf die erfolgreiche Einführung einer Online-Vertriebslösung (Remote-Sales-Solution, RSS) für Versicherungsunternehmen und -vertriebe durch die FWU AG im ersten Halbjahr 2020 zurückzuführen.

Den Zinserträgen stehen Zinsaufwendungen von insgesamt TEUR 7.871 gegenüber, die sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 635 bzw. 7 % verminderten. Im Berichtsjahr wurde insgesamt ein Zinsergebnis von TEUR 5.667 erzielt nach TEUR 6.220 im Vorjahreszeitraum (Rückgang um TEUR 553 bzw. 9 %).

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 538, die vor allem aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen (in AED) gegen das verbundene Unternehmen FWU Takaful GmbH resultieren. Diesen Erträgen stehen Wechselkursverluste in Höhe von TEUR 278 gegenüber (Ausweis unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen), die vor allem aus der Bewertung einer Refinanzierungsverbindlichkeit in AED resultieren, die bis Ende 2021 planmäßig zurückgeführt wurde. Das Währungsergebnis war im Jahr 2021 somit positiv und betrug TEUR 260.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen konnten aufgrund von Kosteneinsparmaßnahmen insbesondere für Beratungs- und sonstige Dienstleistungen weiter reduziert werden (Rückgang um TEUR 547 bzw. 16 % auf TEUR 2.812).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere betrugen im Geschäftsjahr TEUR 1.562. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich diese Aufwendungen um TEUR 523 bzw. 50 %. Ursächlich hierfür waren höhere Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem französischen und dem italienischen Markt.

Im Dezember 2021 kam es auf Ebene der FLA zu einer Umstellung bei der Finanzierung ihrer Abschlussprovisionen. Die Finanzierung der Abschlussprovisionen erfolgt seither über eine externe Rückversicherungsgesellschaft. Lediglich das Ausfallrisiko im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FLA wird über eine im Februar 2022 geschlossene Vereinbarung über die FWU Factoring GmbH abgesichert. Die FWU Factoring GmbH erwirbt daher Forderungen auf tarifliche Abschlusskosten von der FWU Life Insurance Austria AG seit Dezember 2021 nicht mehr; die bestehenden Forderungen und Refinanzierungsverbindlichkeiten aus diesem Geschäft wurden abgelöst und sind in der Bilanz zum 31. Dezember 2021 nicht mehr enthalten. Die entsprechenden Zinserträge beliefen sich in 2021 auf TEUR 688, die Zinsaufwendungen auf TEUR 277 und die Abschreibungen auf Forderungen auf TEUR 73. Diese Positionen werden ab 2022 nicht mehr anfallen. Durch die Übernahme des Ausfallrisikos im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FWU Life Insurance Austria AG und durch die Übernahme administrativer Tätigkeiten (Provisionsabrechnung) konnte sich die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2022 ein neues Geschäftsfeld erschließen, welches voraussichtlich den bisher in diesem Markt erzielten Margen entsprechen wird.

Da die FWU Factoring GmbH für Zwecke der Gewerbe-, Körperschafts- und Umsatzsteuer Organgesellschaft der FWU AG ist, werden Steueraufwendungen auf Ebene des Organträgers erfasst.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit betrug TEUR 1.740 und wird aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages mit der FWU AG in voller Höhe abgeführt.

II.2.2 Finanzlage

Die liquiden Mittel betrugen zum 31. Dezember 2021 TEUR 9.670 und lagen damit um TEUR 23.227 unter dem Vorjahreswert von TEUR 32.897. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die planmäßige Rückführung von Refinanzierungsverbindlichkeiten und erhöhtem, nicht refinanziertem Factoringvolumen zurückzuführen.

Die Finanzierung des Factoring-Geschäfts erfolgt über Refinanzierungsdarlehen von Nichtbanken, davon vor allem von kapitalmarktorientierten Finanzierungspartnern. Zur Refinanzierung wurden im Berichtsjahr von einem Kapitalmarktpartner ebenfalls Warehousing Facilities zur Verfügung gestellt, die je nach Bedarf (revolvierend) in Anspruch genommen werden können. Die Finanzierungslinien beliefen sich zum 31. Dezember 2021 auf insgesamt EUR 30 Mio.; die Höhe der in Anspruch genommenen Warehousing-Linien lag bei EUR 19,2 Mio.

Im Rahmen von sogenannten Take Outs werden die finanzierten Gebührenansprüche mithilfe weiterer Kapitalmarktpartner in längerfristigen Exit Funding Bonds platziert. Im Berichtsjahr wurde mit einem Finanzierungspartner ein Bond mit einem Gesamtvolumen von EUR 25,8 Mio. begeben.

Die Finanzierung über Anleihen belief sich zum 31. Dezember 2021 auf insgesamt EUR 43,8 Mio. Die Anleihebedingungen der im September 2010 begebenen Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von EUR 30,0 Mio. sahen eine Rückzahlung der Schuldverschreibungen am 17. September 2020 und eine Verzinsung der Schuldverschreibungen mit einem Zinssatz von 7,0 % vor. Mit Vertrag vom 11. März 2020 zwischen der Gesellschaft und der Anleihegläubigerin wurden die Anleihebedingungen geändert und die Laufzeit um zehn Jahre bis zum 17. September 2030 verlängert. Der Zinssatz wurde für den Zeitraum vom 17. September 2020 bis zum 17. September 2030 auf 5,5 % angepasst.

II.2.3 Vermögenslage

Zum 31. Dezember 2021 belief sich das Gesamtvermögen der FWU Factoring GmbH auf TEUR 152.629. Die Bilanzsumme verkürzte sich gegenüber dem vorangegangenen Bilanzstichtag um TEUR 14.701 bzw. 9%.

Die Aktivseite ist unverändert von der Bilanzposition "Forderungen an Kunden" geprägt (TEUR 142.903 nach TEUR 134.368 im Vorjahr). Ihr Anteil an der Bilanzsumme betrug zum Bilanzstichtag 93,6 % nach 80,3 % im Vorjahr. Die in dieser Position ausgewiesenen Forderungen aus dem Factoring-Geschäft erhöhten sich um insgesamt TEUR 2.999 auf TEUR 115.757 und die sonstigen Forderungen gegen dem Gesellschafter um TEUR 5.775 auf TEUR 27.097. Gegenläufig wirkte die Verminderung der flüssigen Mittel zum Bilanzstichtag um TEUR 23.227 auf TEUR 9.670.

Die Finanzierung des Factoring-Geschäfts erfolgt weitgehend über Refinanzierungsdarlehen von Nichtbanken. Die Verbindlichkeiten hieraus betrugen zum Stichtag TEUR 81.330 nach TEUR 94.303 im Vorjahr (Rückgang um TEUR 12.973).

Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages mit der FWU AG verfügt die FWU Factoring GmbH unverändert über ein bilanzielles Eigenkapital von TEUR 500.

II.2.4 Abschließende Beurteilung

In Anbetracht der externen Umstände kann die Gesellschaft auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Insgesamt beurteilen wir die geschäftliche Entwicklung der Gesellschaft daher als zufriedenstellend.

III. Chancen- und Risikobericht

III.1 Risikostrategie

Der Erfolg unserer Geschäftstätigkeit steht in engem Zusammenhang mit den eingegangenen Risiken. Die Übernahme von Risiken und deren bewusste Steuerung ist daher ein wichtiger Erfolgsfaktor und ist die Voraussetzung zur Erzielung einer angemessenen Rendite. Unter Risiko verstehen wir dabei grundsätzlich mögliche Vermögensverluste bei der FWU Factoring GmbH, d.h. damit verbunden die negative Abweichung des tatsächlichen Unternehmensergebnisses vom geplanten Ergebnis.

Entsprechend ist es die grundsätzliche Unternehmenszielsetzung, einen angemessenen Jahresüberschuss bei gleichzeitiger Sicherstellung der Tragfähigkeit der eingegangenen Risiken zu erwirtschaften.

Die FWU Factoring GmbH verfügt über Verfahren zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung und Überwachung von Risiken, die sich auf alle Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse der Gesellschaft einschließlich der von der FWU AG bezogenen Dienstleistungen im Sinne von § 25b KWG (Outsourcing) beziehen.

III.2 Risikomanagementsystem

Die FWU Factoring GmbH hat den überwiegenden Teil ihres Geschäftsbetriebs im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags an die FWU AG ausgelagert (Outsourcing). In der FWU Factoring GmbH sind neben Mitgliedern der Geschäftsführung nur der Outsourcing-Manager, der Risikocontroller und seine Stellvertreterin (unabhängige Risikocontrolling-Funktion) sowie die Compliance Beauftragte und die Datenschutzbeauftragte angestellt. Somit wird der größte Teil der für den Geschäftsbetrieb notwendigen Prozesse durch die FWU AG wahrgenommen. Die FWU AG ist im Rahmen dieses Geschäftsbesorgungsvertrags dazu verpflichtet, geeignete Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation aller relevanten Geschäftsprozesse zu treffen. Der Geschäftsführung der FWU Factoring GmbH obliegt die Überwachung der Einhaltung dieser Regelungen.

Die Geschäftsstrategie und die Risikostrategie werden von der Geschäftsführung der FWU Factoring GmbH eigenständig festgelegt.

Die Aufgaben der Internen Revision werden durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausgeführt. Die Steuerung unserer Risiken erfolgt durch regelmäßige Aufnahme aller relevanten Risiken, der Bewertung der wesentlichen Risiken sowie der laufenden Überwachung z.B. im Vergleich zur bestehenden Planung. Die FWU AG verfügt im Rahmen der Übernahme der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft über ein festgelegtes Verfahren zur operativen Planung. Die Verantwortung für die Koordination aller Planungsaktivitäten liegt bei der zentralen Abteilung Controlling. Diese Planung wird in jährlichen Intervallen von der Geschäftsführung der FWU Factoring GmbH beschlossen.

Maßgebliches Steuerungsinstrument ist das interne Berichtswesen. Durch Soll-Ist-Vergleiche werden Planabweichungen in der operativen Planung rechtzeitig identifiziert und mögliche Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet.

Bei allen Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage haben können, wird ein wirksames Risikomanagement und -controlling eingesetzt, welches nach Bedarf durch Einzelanalysen ergänzt wird.

III.3 Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

(§ 289 Abs. 4 HGB)

Die FWU Factoring GmbH verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Ziel des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Sicherstellung der Einhaltung von für das Unternehmen maßgeblichen gesetzlichen und rechtlichen Vorschriften. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem liegt in der Verantwortung der Geschäftsleitung. Zusätzlich zu den ersten beiden Verteidigungslinien durch Kontrollen im operativen Betrieb sowie durch Risikomanagement und Compliance dient die Interne Revision als dritte Verteidigungslinie. Sie unterstützt die Geschäftsführung unabhängig, objektiv und risikoorientiert durch Prüfungs- und Beratungsleistungen, die darauf ausgerichtet sind, die Geschäftsprozesse der FWU Factoring GmbH hinsichtlich Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen und zu optimieren.

Sie bewertet regelmäßig die Angemessenheit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems und ist somit ein wichtiger Teil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Internes Kontrollsystem

Zur Gewährleistung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung hat die FWU Factoring GmbH ein internes Kontrollsystem (IKS) eingerichtet. Es beinhaltet Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Rechnungslegung.

Wesentliches Ziel des IKS ist es sicherzustellen, dass sämtliche Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien vollständig und richtig erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden.

Das interne Kontrollsystem basiert auf einer schriftlich fixierten Ordnung der Geschäftstätigkeit. In dieser sind entsprechende organisatorische Funktionstrennungen, ein Zugriffsberechtigungssystem und manuelle Prozesskontrollen im Rahmen des Arbeitsablaufs unter Beachtung des "Vier-Augen-Prinzips" sowie maschinelle IT-Prozesskontrollen berücksichtigt.

Zu den manuellen Kontrollen gehören die Prüfung und Freigabe von Abrechnungen und Belegen sowie die Abstimmung der Bücher. Die Prüfung und Freigabe von Zahlungen erfolgt systemgestützt unter Beachtung des "Vier-Augen-Prinzips".

Die Einbindung der ausgelagerten Bereiche in das IKS wird durch eine laufende Überwachung sichergestellt.

III.4 Risikoinventur

Die jährlich durchzuführende Risikoinventur ist die Grundlage der Risikostrategie der FWU Factoring GmbH. In der Risikoinventur sind für jedes Risiko Maßnahmen zur Steuerung abgeleitet und fixiert. Mit der Bewertung der Risiken wird auch die Wesentlichkeit aller Risiken überprüft.

Die durchgeführte Risikoinventur identifizierte die nachstehenden Risiken:

Strategische Risiken

Liquiditätsrisiken*

Rechtliche Risiken

Marktpreisrisiken*

Adressenausfallrisiken*

Kostenrisiken

Operationelle Risiken*

Konzentrationsrisiken

Reputationsrisiken

Ertragsrisiko

Auslagerungsrisiko

ESG (Environment, Social, Governance) Risiken

* explizit als wesentliche Risiken definiert gemäß MaRisk AT 2.2

Die aufgeführten Risiken und ihre einzelnen Komponenten werden in wesentliche und unwesentliche Risiken unterteilt. Wesentliche Risiken werden gemäß MaRisk eingehender betrachtet. Hierzu erfolgt eine weitere Unterscheidung in quantifizierbare und nicht-quantifizierbare Risiken. Die in den MaRisk AT 2.2 genannten wesentlichen Risiken werden quantifiziert und im Risikotragfähigkeitskonzept bewertet und aggregiert dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Über die wesentlichen Risiken wurde mindestens quartärlich Bericht erstattet.

Im Rahmen dieses Lageberichtes werden geschäftsrelevante Risiken zusammengefasst und auf die ermittelten Eigenkapitalerfordernisse des Geschäftes der FWU Factoring GmbH eingegangen.

III.5 Wesentliche Risiken

Abhängigkeit vom Erfolg der FWU Gruppe

Wesentliche Risiken ergeben sich für die FWU Factoring GmbH grundsätzlich aus den folgenden Bereichen:

Geschäftsstrategisches Risiko;

Einbindung in das Geschäftsmodell der FWU-Gruppe und

Geschäftsbesorgung durch die FWU AG.

Diese Risiken lassen sich zusammenfassend als Risiko der Abhängigkeit der FWU Factoring GmbH vom Erfolg der FWU-Gruppe charakterisieren. Alle drei genannten Risiken sind für die FWU Factoring GmbH wesentlich. Die komplette Einstellung des Neugeschäftes als geschäftsstrategisches Risiko würde in einer kontrollierten Abwicklung der Gesellschaft münden. Ein Ausfall der FLL würde die Gesellschaft stark betreffen.

Bei einem Ausfall der Geschäftsbesorgung durch die FWU AG müsste die FWU Factoring GmbH eigene Ressourcen in diesem Bereich aufbauen, was sowohl organisatorisch als auch finanziell aufgrund der dann entfallenden, auf den tatsächlich entstehenden Kosten basierenden, Kostenumlagen darstellbar sein sollte.

Verlust der Kreditwürdigkeit / Wegfall von Refinanzierungsmöglichkeiten

Die FWU Factoring GmbH ist auf die konstante Refinanzierung des Neugeschäfts im Factoring angewiesen. Für den Fall, dass dieses nicht mehr möglich wäre, würde das Neugeschäft der FWU Factoring GmbH zum Erliegen kommen. Dies würde zu einer kontrollierten Abwicklung der FWU Factoring GmbH führen.

Eintreten kann dieser Fall bei einem Verlust der Kreditwürdigkeit der FWU Factoring GmbH bzw. der FWU AG als 100 %ige Muttergesellschaft und Garantiegeber für Finanzierungen.

Dem Risiko wird durch die Erschließung zusätzlicher Refinanzierungsquellen, insbesondere von sogenannten "Insurance Linked Securities" (ILS), sowie anderer Refinanzierungsinstrumente innerhalb der Gruppe im ausreichenden Umfang Rechnung getragen.

Der globale Gesamtmarkt von ILS mit einer exklusiven Anzahl an Marktakteuren bietet sowohl die Möglichkeit der Finanzierung von tariflichen Gebührenströmen als auch deren Ankauf. Die FWU AG zusammen mit der FWU Factoring GmbH ist in diesem ILS-Markt seit vielen Jahren fest etabliert und macht von beiden Möglichkeiten, der Finanzierung (liquiditätswirksam) wie auch dem Ankauf (ertragswirksam), Gebrauch. Dabei kann sie sich auf langfristig stabile und verlässliche Partner stützen. Aufgrund der Bekanntheit der FWU Gruppe bei Banken im Mittleren und Nahen Osten hat sich die FWU Gruppe darüber hinaus eine zusätzliche Refinanzierungsquelle über shariakonforme ILS-Anleihen erschlossen.

Das Vertrauen, das der FWU Gruppe im ILS-Markt entgegengebracht wird, basiert auch auf ihrem IT-System, das den ILS-Partnern kurzfristig und flexibel die erforderliche individuelle Information zur Verfügung stellen kann.

III.6 Weitere Risikokategorien

Adressenausfallrisiko

Unter Adressenausfallrisiken verstehen wir die Gefahr, dass aufgrund von Bonitätsveränderungen und/oder des Ausfalls einer Person oder Unternehmung, zu der eine wirtschaftliche Beziehung besteht, Verluste entstehen. Der Definition entsprechend ist für die FWU Factoring GmbH das Adressenausfallrisiko im Factoring-Geschäft von Bedeutung.

Der Ankauf von Forderungen birgt grundsätzlich ein Ausfallrisiko dergestalt, dass durch den Ausfall von Geschäftspartnern oder eine anderweitige Störung der Rückführung der Factoring-Forderungen ein potenzieller Verlust entstehen kann.

Zur Sicherung unserer Ansprüche und Minimierung des Ausfallrisikos des abgewickelten Geschäfts (echtes Factoring) haben die Versicherungsgesellschaften der FWU Gruppe als Forderungsverkäufer sämtliche Ansprüche aus dem stornierten Geschäft an uns abgetreten. Zusätzlich wird bei der Ausschüttung ein Sicherheitsanteil von 10-20 % einbehalten. Ferner werden Bankgarantien / Bankbürgschaften von den Vertriebsgesellschaften gefordert, die als Sicherungsinstrument der FWU Factoring GmbH zur Verfügung stehen. Die Ansprüche der FLL aus versicherten Forderungen an deren Vertriebspartner gegenüber Euler Hermes SA sind an die FWU Factoring GmbH abgetreten.

Für das Bestandsgeschäft der FLL der ehemaligen Märkte Deutschland und Österreich ist das Adressenausfallrisiko dadurch minimiert, dass das Bonitätsrisiko sowie das Veritäts- und Storno-Risiko vollständig beim Forderungsverkäufer verbleiben (unechtes Factoring). Im Fall des Ausfalls der Forderung werden Verrechnungen mit den gebildeten Sicherheitseinbehalten vorgenommen. Aufgrund der Einstellung des Versicherungsneugeschäftes der FLL in diesen Märkten ist das Forderungsvolumen rückläufig. Für das sogenannte Nettogeschäft aus dem deutschen und österreichischen Markt der FLL wurde der zugehörige Versicherungsvertrag mit der Euler Hermes Deutschland Anfang 2018 aufgehoben.

Das nicht durch vorhandene Sicherheiten gedeckte Risiko im Factoring überwachen wir monatlich. Wir erhalten von den einzelnen Factoring-Partnern regelmäßig und zeitnah Informationen zur Steuerung unseres Geschäftes. Ebenso überwachen wir monatlich die Stornosituation der dem Factoring zugrundeliegenden Grundgeschäfte (Versicherungsverträge) je Land, Vertriebskanal und/oder Vermittler und haben somit auch hier die Möglichkeit der sehr zeitnahen Reaktion auf Veränderungen.

Als Ergebnis der Ermittlung der nicht durch vorhandene Sicherheiten gedeckten Risiken erfolgen Wertberichtigungen, falls zu erwarten ist, dass die Forderung nicht durch Inanspruchnahme der verschiedenen Sicherungsmaßnahmen zurückgeführt wird.

Neben den operativen Forderungen aus dem Factoringgeschäft bestehen unter anderem Forderungen an Gruppengesellschaften aus Darlehensausreichungen, die generell auch einem Adressenausfallrisiko unterliegen können.

Andere Geschäfte mit Adressenausfallrisiken, z.B. Forderungen an Kreditinstitute sind für die Gesellschaft eher von untergeordneter Bedeutung und werden ausschließlich mit erstklassigen Kontrahenten abgeschlossen.

Die Überwachung des Adressenausfallrisikos beinhaltet auch Methoden zur Quantifizierung der möglichen Auswirkungen auf die Ertragssituation der Gesellschaft. Der tatsächliche Ausfall lag im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bei rund 1,15% der Höhe der Forderungen an Kunden.

Marktpreisrisiken

Unter Marktpreisrisiko wird die Gefahr verstanden, dass sich Marktpreise von Sachgütern oder Finanztiteln aufgrund von Änderungen der Marktlage zu Ungunsten des Inhabers entwickeln. Für die Gesellschaft sind das Zinsänderungsrisiko und das Fremdwährungsrisiko grundsätzlich identifizierbare Marktpreisrisiken, deren spezifische Relevanz für das Unternehmen in den folgenden beiden Abschnitten erläutert wird.

Zinsänderungsrisiko

Unter dem Zinsänderungsrisiko verstehen wir die Gefahr, dass eine Änderung des Marktzinses zu negativen Veränderungen der bestehenden und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen führt. Im Rahmen unserer Stress-Tests ermitteln wir regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen an den Kapitalmärkten.

Die Gesellschaft hat größtenteils Refinanzierungen mit fixen Zinsen vereinbart. Diese sind laufzeitkongruent mit dem zugrundeliegenden Factoring-Geschäft. Darüber hinaus bestehen in geringem Umfang zeitlich kurzfristige variable Refinanzierungen.

Von daher ist aus Sicht der Geschäftsführer der Gesellschaft das Risiko steigender Refinanzierungssätze, ceteris paribus, während der Finanzierungslaufzeiten reduziert. Um Adressenausfallrisiken aus diesen Geschäften zu vermeiden, werden die Verträge ausschließlich mit erstklassigen Kontrahenten abgeschlossen.

Fremdwährungsrisiko

Unter dem Fremdwährungsrisiko verstehen wir die Gefahr einer Wertminderung von Forderungen aufgrund einer Änderung von Wechselkursen. Die Forderungen aus dem Takaful-Geschäft werden in Fremdwährung geführt. Dieses Risiko wird laufend überwacht. Im Zuge einer Reorganisation des Geschäfts auf Ebene der FWU Takaful GmbH (Wechsel des Versicherungspartners) ist die Finanzierung von Abschlussprovisionen über die FWU Factoring GmbH nicht mehr notwendig. Die FWU Factoring GmbH hat daher im Geschäftsjahr 2021 keine Forderungen mehr von der FWU Takaful GmbH angekauft. Die zum 31. Dezember 2021 bestehenden Forderungen (TEUR 945) aus dem sogenannten Takaful Geschäft werden sich über die Restlaufzeit planmäßig abbauen.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko verstehen wir die Gefahr, dass Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht erfüllt werden können. Dieses kann als Ergebnis der vorgenannten Risiken (insbesondere z.B. der Wegfall externer Refinanzierungsmöglichkeiten) sowie in Folge extremer Szenarien (beispielsweise durch ungeplant hohe Neugeschäftsvolumina oder ungeplante Zahlungen durch Loan-To-Value-Anpassungen z. B. durch erhöhte Storni der zugrundeliegenden Grundgeschäfte oder durch Auswirkungen von pandemischen Erkrankungen) auftreten.

Dieses Risiko wird im Rahmen des Geschäftsbesorgungsvertrags durch die zentrale Treasury- Abteilung der FWU AG durch eine detaillierte Liquiditätsplanung gesteuert. Hierzu existieren regelmäßig aktualisierte nach Fristigkeiten gegliederte Zahlungspläne/Vorschaurechnungen, auf deren Basis der Finanzmittelbedarf bestimmt und gedeckt wird.

Die Verantwortung für das Management des Liquiditätsrisikos obliegt der zentralen Treasury- Abteilung und der Geschäftsführung der FWU Factoring GmbH.

Das Geschäftsvolumen wird durch weitgehend kongruente Finanzierungsmittelaufnahme anhand von unterschiedlichen Refinanzierungsinstrumenten sowie verschiedenen Mittelgebern wie ILS (Insurance Linked Securities)-Investoren und mittelbar im Rahmen von Rückversicherungstransaktionen finanziert.

Während die ILS-Refinanzierung im Wesentlichen durch besicherte Darlehens- und Anleihestrukturen gekennzeichnet ist, bietet die letztgenannte Finanzierungsform für die FWU Factoring GmbH die Möglichkeit, über die Schwestergesellschaft FWU Life Insurance Lux S.A. mittelbar (auch im Wege des Forderungsrückverkaufs) an versicherungstypischen Rückversicherungsrefinanzierungstransaktionen teilzunehmen.

Die Refinanzierung des Neugeschäfts erfolgt durch kapitalmarktorientierte Refinanzierungsformen sowie durch die Zwischenfinanzierung über interne und externe Kurzfristlinien ("Warehousing Facilities"). In diesem Zusammenhang steht die Gesellschaft in regelmäßigem Austausch mit ihren Refinanzierungspartnern.

Die Intensivierung der Verbindungen zu bestehenden und neuen Kapitalmarktpartnern ermöglicht es, die bestehenden Geschäftsbeziehungen auszuweiten.

Operationelle Risiken

Als operationelle Risiken bezeichnen wir die Gefahr von Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten können.

Die Beobachtung und Einschätzung dieser Risiken liegt aufgrund des zum überwiegenden Teil ausgelagerten Geschäftsbetriebs bei der FWU AG und wird dort über das eingeführte IKS kontrolliert und gesteuert. Die Geschäftsführung der FWU Factoring GmbH überwacht diese von der FWU AG durchgeführten Maßnahmen in regelmäßigen Abständen und hält sie für angemessen. Zur Kontrolle und Steuerung der operationellen Risiken in den nicht ausgelagerten Bereichen hat die FWU Factoring GmbH ebenfalls ein IKS eingerichtet.

IT-Verfügbarkeit

Das Geschäftsmodell der FWU Factoring GmbH ist existentiell von einer funktionsfähigen IT abhängig. Die gesamte IT ist im Rahmen von Outsourcing-Vereinbarungen an die FWU AG ausgelagert. Im Rahmen regelmäßiger externer Audits wird die Zuverlässigkeit der Systeme geprüft und bestätigt.

Auslagerungsrisiko

Unter dem Auslagerungsrisiko bezeichnen wir die Gefahr, dass Prozesse aufgrund von Auslagerung nicht kontrolliert, gesteuert oder beeinflusst werden können und daraus ein Schaden für die FWU Factoring GmbH entsteht. Die FWU Factoring GmbH hat ihren operativen Bereich nahezu vollständig an die FWU AG als 100%ige Konzernmutter ausgelagert. Darüber hinaus ist die Funktion der Internen Revision an die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) ausgelagert. Die FWU AG verfügt über eine leistungsfähige und zuverlässige Organisation, die die geforderte Leistungserbringung gewährleistet. Der Dienstleister EY gehört zu den Big Four und verfügt über eine allgemein anerkannte Expertise. Die FWU Factoring GmbH hat ein Auslagerungs-Controlling installiert und überprüft die Auslagerungen gemäß eines Kontrollplans, der aus den Leistungsanforderungen der jeweiligen Service Level Agreements abgeleitet wurde. Das Auslagerungsrisiko wird gering eingestuft.

Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Die Infektionszahlen der COVID-19 Pandemie sind insbesondere aufgrund des Ausbruchs der Omikron-Variante nach wie vor auf einem hohen Niveau. Der unterschiedliche Impffortschritt in den Märkten der FWU Gruppe und das Auftreten und die Ausbreitung von neuen Virusvarianten könnten Versicherungsnehmer und Geschäftspartner belasten und die weitere Entwicklung der Gesellschaft potenziell negativ beeinflussen.

Wir gehen von einem Abklingen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie im Laufe des Jahres 2022 aus. Es besteht daher das Risiko, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie schwerwiegender sind als prognostiziert. Wir werden die langfristigen Auswirkungen der Pandemie weiterhin sorgfältig überwachen, darunter fallen auch die Auswirkungen auf die Werthaltigkeit und Entwicklung unserer Forderungen an Kunden.

Konflikt Russland / Ukraine

Da die FWU Gruppe und die FWU Factoring GmbH keine direkten Geschäftsbeziehungen in die Ukraine, nach Russland und/oder Belarus haben, erwarten wir keine unmittelbaren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts auf die Gesellschaft.

Die Gesellschaft könnte jedoch potenziell mittelbar betroffen sein. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wird wesentliche Auswirkungen auf die Konjunktur und Inflation haben und könnte zu einer reduzierten Nachfrage nach Lebensversicherungen führen. Das Ausmaß dieser Folgen wird von der weiteren Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts, der Wirkung der verhängten Sanktionen und von etwaigen weiteren Maßnahmen abhängen.

Wir gehen aktuell von nur geringfügigen mittelbaren Auswirkungen des Konflikts auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FWU Factoring GmbH aus. Es besteht daher das Risiko, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts für die Gesellschaft schwerwiegender sind als aktuell prognostiziert. Wir werden die Auswirkungen des Konflikts sorgfältig über wachen, darunter fallen auch die Auswirkungen auf die Werthaltigkeit und Entwicklung unserer Forderungen an Kunden.

Risiken aus abgegebenen Bürgschaften

Zur Absicherung des Ausfallrisikos im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FWU Life Insurance Austria AG, Wien, hat die FWU Factoring GmbH im Februar 2022 eine selbstschuldnerische Höchstbetragsbürgschaft gegenüber der FWU Life Insurance Austria AG, Wien, bis zu EUR 15,0 Mio. abgegeben. Die Gesellschaft schätzt das Risiko der Inanspruchnahme als gering ein. Die aktuellen Geschäftszahlen und die Planung zur Gewinn- und Verlustrechnung für die Folgejahre dieses Vertriebspartners lassen keinen Rückschluss zu, aus dem ein Ausfall drohen könnte.

III.7 Zusammenfassung

Die laufende Risikoüberwachung und das Risiko Reporting erfolgen entsprechend des installierten Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Auf Basis des kontinuierlichen Monitorings werden die Risikosituation der Gesellschaft umfassend analysiert und Maßnahmen zur Risikominimierung ergriffen, die das Fortbestehen der FWU Factoring GmbH sichern.

III.8 Eigenkapitalerfordernisse

Das notwendige Kapital der FWU Factoring GmbH, das zur Abdeckung der im Rahmen der Risikoinventur ermittelten und im Risiko-Report bewerteten Risiken notwendig ist, beläuft sich zum 31.12.2022 auf EUR 4,2 Mio. Als Sicherheitspuffer berücksichtigen wir einen Aufschlag von 30 %. Hieraus ergibt sich eine Risikokapitalanforderung in Höhe von EUR 5,5 Mio.

Dem stehen ein vorhandenes Eigenkapital von EUR 0,5 Mio. sowie der für 2022 geplante Gewinn vor Ergebnisabführung als Risikodeckungspotenzial gegenüber, so dass eine Eigenkapitalunterdeckung von EUR 2,1 Mio. verbleibt.

Im Rahmen der vorhandenen Beherrschungs- bzw. Ergebnisabführungsverträge steht der FWU Factoring GmbH formell auch das Eigenkapital der FWU AG (vorläufiges Eigenkapital per 31. Dezember 2021 rund EUR 150 Mio.) zur Verfügung. Im Rahmen ihres Eigenkapitalerfordernisses greift die FWU Factoring GmbH kalkulatorisch somit auf EUR 2,1 Mio. bzw. rund 1,4 % des Eigenkapitals der FWU AG zurück.

Die Bestandteile des notwendigen Eigenkapitals sind nachfolgend dargestellt:

Risikoart Risikobeschreibung Risikobetrag
Adressenausfallrisiken i.W. Bonität Factoring-Partner 3.260
Marktrisiken i.W. Zins- und Währungsänderung 83
Liquiditätsrisiken i.W. Refinanzierungskosten 7
Operationale Risiken i.W. Planabweichung gem. operationeller Einflüsse 878
Risikobewertung 4.228
Puffer 30 % 1.268
Gesamter Kapitalbedarf 5.496
Risikodeckungspotenzial 3.358
Ausgleich Unterdeckung durch FWU AG 2.138

Alle Angaben in TEUR

IV. Prognosebericht

IV.1 Gesamtwirtschaftliche Erwartungen

Weltwirtschaftliche Lage

Die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, der am 24. Februar 2022 in den Einmarsch Russlands in die Ukraine mündete, wird wesentliche Auswirkungen auf die Konjunktur und Inflation haben. Der Konflikt wird unter anderem zu einer Verteuerung von Energie und Rohstoffen führen, den Welthandel stören und das Vertrauen schwächen. Das Ausmaß dieser Folgen wird von der weiteren Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts, der Wirkung der verhängten Sanktionen und von etwaigen weiteren Maßnahmen abhängen. 3

Obwohl in vielen Teilen der Welt die Beeinträchtigungen durch das Corona Virus (Covid-19) nachlassen, ist die Zahl der Todesfälle nach wie vor hoch. Darüber hinaus werden die jüngsten Lockdowns in wichtigen Produktions- und Handelszentren in China die Versorgungsunterbrechungen und damit die Angebotsengpässe verstärken. Der Internationale Währungsfonds IWF erwartet für 2022 und 2023 ein globales Wirtschaftswachstum von jeweils 3,6 %. Der IWF geht in dieser Prognose davon aus, dass der Konflikt auf die Ukraine begrenzt bleibt, weitere Sanktionen gegen Russland den Energiesektor ausnehmen und die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie im Laufe des Jahres 2022 abklingen. 4

Prognose Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

in % 2021 2022 2023
Welt 6,1 3,6 3,6
Europa 5,9 1,1 1,9
Belgien 6,3 2,1 1,4
Deutschland 2,8 2,1 2,7
Österreich 4,5 2,6 3,0
Frankreich 7,0 2,9 1,4
Italien 6,6 2,3 1,7
Spanien 5,1 4,8 3,3

Quellen: Internationaler Währungsfonds (IWF): World Economic Outlook, 04/2022

3 EZB, Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank - Ausgabe 2/2022
4 IWF: World Economic Outlook, 04/2022

Entwicklung wesentlicher Wechselkurse und Zinsentwicklung

Aufgrund der hohen Energiekosten geht der IWF für das Jahr 2022 von einer Inflationsrate von 5,7 % in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und 8,7 % in den Schwellen- und Entwicklungsländern aus. 5 Als Reaktion auf die unerwartet hohe Inflation hat die US-Notenbank (FED) die Leitzinsen in den USA im März 2022 erhöht und die Gesamtzahl der für 2022 voraussichtlich erfolgenden Zinserhöhungen auf insgesamt sieben erhöht. 6 Der EZB Rat entschied in seiner Sitzung vom 14. April 2022, den Leitzins im Euroraum zunächst bei Null Prozent zu belassen. 7 Etwaige Änderungen der EZB-Leitzinsen sollen erst einige Zeit nach dem Ende der Nettoankäufe von Vermögenswerten im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme-APP) vorgenommen werden. 8 Diese Nettoankäufe von Vermögenswerten sollen im dritten Quartal 2022 eingestellt werden. 9

Während der US-Dollar vor allem im zweiten Halbjahr 2021 von zunehmenden Leitzinserhöhungsspekulationen profitiert hat, hat deren Einfluss in den letzten Monaten spürbar nachgelassen. Seit der Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts hat der Euro gegenüber dem Dollar deutlich nachgegeben. Der Euro geriet aufgrund der zu befürchtenden wirtschaftlichen Auswirkungen und der geografischen Nähe der Europäischen Union zu Russland unter Abgabedruck. Daneben war der US-Dollar als sicherer Hafen gefragt. Mittel- bis langfristig wird erwartet, dass sich die Vorgaben für den Euro-Dollar aufhellen und dadurch Kurse bis 1,15 USD ermöglichen. 10

IV.2 Voraussichtliche Entwicklung der FWU Factoring GmbH

Die Vertriebsplanung der FWU Gruppe geht infolge des Abklingens der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie im Laufe des Jahres 2022 in Kombination mit dem erzielten hohen Digitalisierungsgrad durch die Online-Vertriebslösung (Remote-Sales-Solution, RSS) in den kommenden drei Jahren von einem Wachstum des Neugeschäfts in Europa aus. Dieser Effekt wird die niedrigere Zinsmarge aus der neuen Produktserie, die im ersten Quartal 2022 eingeführt wurde, kompensieren. Gleichzeitig erwarten wir durch die neue Produktserie geringere Abschreibungen auf Forderungen. Zudem werden höhere Zinserträge aus gestiegenen, nicht refinanzierten Forderungen gegen den Gesellschafter erwartet. Des Weiteren werden die Kosteneinsparmaßnahmen in 2022 fortgesetzt und durch konkret geplante Liquiditätsmaßnahmen soll die Liquiditätsausstattung verbessert werden.

5 IWF: World Economic Outlook, 04/2022
6 EZB, Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank - Ausgabe 2/2022
7 EZB, Pressekonferenz vom 14.04.2022
8 EZB, Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank - Ausgabe 2/2022
9 EZB, Pressekonferenz vom 14.04.2022
10 DZ Bank, Währungsinformation Ausgabe 3/2022

Im Dezember 2021 kam es auf Ebene der FWU Life Insurance Austria AG (FLA) zu einer Umstellung bei der Finanzierung ihrer Abschlussprovisionen. Die Finanzierung der Abschlussprovisionen erfolgt seither über eine externe Rückversicherungsgesellschaft. Lediglich das Ausfallrisiko im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FLA wird über eine im Februar 2022 geschlossene Vereinbarung über die FWU Factoring GmbH abgesichert. Die FWU Factoring GmbH erwirbt daher Forderungen auf tarifliche Abschlusskosten von der FLA seit Dezember 2021 nicht mehr. Durch die Übernahme des Ausfallrisikos im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FWU Life Insurance Austria AG und durch die Übernahme administrativer Tätigkeiten (Provisionsabrechnung) konnte sich die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2022 ein neues Geschäftsfeld erschließen, welches voraussichtlich den bisher in diesem Markt erzielten Margen entsprechen wird.

In unserer Prognose gehen wir davon aus, dass der Russland-Ukraine-Konflikt nur geringfügige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FWU Factoring GmbH haben wird.

Ergebniserwartung

Entgegen der Vorjahresprognose (leichter Rückgang des Jahresergebnisses im Jahr 2021 gegenüber 2020) erzielte die Gesellschaft im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.740 nach TEUR 949 in 2020 (Anstieg um TEUR 791). Ursächlich für das bessere Ergebnis gegenüber dem Planwert für 2021 waren im Wesentlichen höhere Kosteneinsparungen und höhere Zinserträge aus gestiegenen, nicht refinanzierten Forderungen gegen den Gesellschafter.

Für das Geschäftsjahr 2022 geht die Gesellschaft von einem Jahresergebnis von EUR 2,5 Mio. bis EUR 3,0 Mio. aus.

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2021

AKTIVA

Euro Euro TEUR
31.12.2021 31.12.2020
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 9.669.686,44 32.897
b) andere Forderungen 0,00 9.669.686,44 0
2. Forderungen an Kunden 142.902.871,38 134.368
3. Rechnungsabgrenzungsposten 56.699,39 65
SUMME DER AKTIVA 152.629.257,21 167.330

PASSIVA

Euro Euro TEUR
31.12.2021 31.12.2020
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 108.149.019,72 122.504
2. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 43.832.183,62 44.137
3. Rechnungsabgrenzungsposten 53,87 46
4. Rückstellungen
a) andere Rückstellungen 148.000,00 143
5. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 500.000,00 500
SUMME DER PASSIVA 152.629.257,21 167.330
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 88.058,00 88

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021

Euro Euro TEUR
2021 2020
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 13.537.883,29 14.726
2. Zinsaufwendungen -7.871.256,58 5.666.626,71 -8.506
3. Provisionserträge 0,00 28
4. Sonstige betriebliche Erträge 725.678,07 680
davon: Erträge aus der Währungsumrechnung: TEUR 538 (TEUR 457)
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) andere Verwaltungsaufwendungen -2.812.078,58 -3.360
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -277.921,19 -1.569
davon: Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: TEUR 278 (TEUR 1.569)
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere -1.562.078,99 -1.050
8. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.740.226,02 949
9. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs-oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne -1.740.226,02 -949
10. Jahresüberschuss 0,00 0

ZUSAMMENSETZUNG UND ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS FÜR DIE ZEIT VOM 01. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021

Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 50.575,00 0,00 50.575,00 0,00
ANLAGEVERMÖGEN INSGESAMT 50.575,00 0,00 50.575,00 0,00
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 50.574,00 0,00 50.574,00 0,00
ANLAGEVERMÖGEN INSGESAMT 50.574,00 0,00 50.574,00 0,00
Buchwerte
Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 1,00
ANLAGEVERMÖGEN INSGESAMT 0,00 1,00

Das Eigenkapital der FWU Factoring GmbH hat sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt entwickelt:

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen
gesetzliche Rücklage
EUR EUR EUR
Stand am 31.12.2020 500.000,00 0,00 0,00
Ausschüttung 0,00 0,00 0,00
Einstellung in Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00
Entnahmen aus Kapitalrücklagen 0,00 0,00 0,00
Einstellung in gesetzl. Rücklagen 0,00 0,00 0,00
Jahresüberschuss 0,00 0,00 0,00
Stand am 31.12.2021 500.000,00 0,00 0,00
Gewinnrücklagen Differenz aus Währungsumrechnung Bilanzgewinn Eigenkapital
andere Gewinnrücklagen FWU Factoring GmbH
EUR EUR EUR EUR
Stand am 31.12.2020 0,00 0,00 0,00 500.000,00
Ausschüttung 0,00 0,00 0,00 0,00
Einstellung in Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00
Entnahmen aus Kapitalrücklagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Einstellung in gesetzl. Rücklagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Jahresüberschuss 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31.12.2021 0,00 0,00 0,00 500.000,00

Kapitalflussrechnung

2021 2020
Laufende Geschäftstätigkeit
1. Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung 1.740.226,02 949.806,31
2. Abschreibungen, Wertberichtigungen/Zuschreibungen auf Forderungen und Gegenstände des Anlagevermögens 1.562.078,99 1.049.609,41
3. Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 4.600,00 -4.580,04
4. Zunahme/Abnahme der Forderungen an Kunden -5.281.685,23 3.654.775,92
5. Zunahme/Abnahme anderer Aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit 8.432,80 -32.818,78
6. Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
7. Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden -15.145.672,93 -635.884,68
8. Zunahme/Abnahme verbriefter Verbindlichkeiten -293.983,00 -267.511,00
9. Zunahme/Abnahme anderer Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit -45.993,69 20.425,66
10. Zinsaufwendungen/Zinserträge -5.666.626,71 -6.219.811,40
11. Erhaltene Zinszahlungen und Dividendenzahlungen 8.722.720,90 10.716.564,69
12. Gezahlte Zinsen -7.881.560,25 -8.647.634,60
13. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -22.277.463,10 582.941,49
Investitionstätigkeit
14. Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen 0,00 0,00
15. Cashflow aus der Investitionstätigkeit 0,00 0,00
Finanzierungstätigkeit
16. Ergebnisabführung -949.806,31 -1.799.306,08
17. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -949.806,31 -1.799.306,08
18. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -23.227.269,41 -1.216.364,59
19. Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 32.896.955,85 34.113.320,44
20. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 9.669.686,44 32.896.955,85
21. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
22. Guthaben bei Kreditinstituten 9.669.686,44 32.896.955,85
23. täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
24. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 9.669.686,44 32.896.955,85

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

I. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde unter Berücksichtigung der auf Finanzdienstleistungsinstitute anzuwendenden, ergänzenden Vorschriften der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV), des GmbH-Gesetzes (GmbHG) sowie auf Grundlage des § 340 Abs. 4 HGB gemäß der §§ 340 ff. HGB aufgestellt.

Aufgrund der Emission einer Schuldverschreibung in 2010, die am regulierten Markt der Berliner Wertpapierbörse zum Handel zugelassen ist, ist die FWU Factoring GmbH gemäß § 264d HGB als eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft zu qualifizieren und hat den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2021 gemäß § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel erweitert.

Die FWU Factoring GmbH ist für Zwecke der Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer Organgesellschaft der FWU AG. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Grünwald und wird unter der Firmierung FWU Factoring GmbH beim Registergericht München und im Handelsregister München unter der Nummer 91648 geführt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.

Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden werden mit dem Nennwert angesetzt. Das erkennbare Risiko aus dem Factoringgeschäft ist durch angemessene Einzelwertberichtigungen und das latente Risiko durch eine Pauschalwertberichtigung gedeckt.

Die immateriellen Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die immateriellen Anlagewerte unterlagen einer Nutzungsdauer von drei Jahren.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.

Die Umrechnung der Fremdwährungsbeträge wurde entsprechend den Regelungen des § 340h HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag vorgenommen. Auf Fremdwährung lauten insgesamt Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 1.346.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Forderungen und eigene Schuldverschreibungen

Die Fälligkeiten ergeben sich aus folgender Aufstellung:

Restlaufzeit bis zu drei Monaten Restlaufzeit 3 Monate bis ein Jahr Restlaufzeit ein Jahr bis fünf Jahre Restlaufzeit länger als fünf Jahre Gesamt
Forderungen an Kreditinstitute 9.669.686 0 0 0 9.669.686
Forderungen an Kunden 12.082.642 30.072.095 90.430.055 10.318.079 142.902.871
Forderungen gesamt 21.752.328 30.072.095 90.430.055 10.318.079 152.572.557

Forderungen an Kunden betreffen im Wesentlichen Forderungen aus dem Factoring-Geschäft (T€ 115.707), davon entfallen T€ 22.895 auf den Gesellschafter. Sonstige Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Gesellschafter betragen T€ 27.097 und entfallen vollständig auf den Gesellschafter. Gerichtskostenvorschüsse umfassen T€ 99.

2. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens des Geschäftsjahres 2021 ist in dem gesonderten Anlagespiegel 2021 dargestellt.

3. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Restlaufzeit bis zu drei Monaten Restlaufzeit 3 Monate bis ein Jahr Restlaufzeit ein Jahr bis fünf Jahre Restlaufzeit länger als fünf Jahre Gesamt lt. Bilanz
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 12.519.741 37.883.620 57.745.659 0 108.149.020
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 1.244.510 1.492.213 41.095.461 43.832.184
Gesamt 12.519.741 39.128.130 59.237.872 41.095.461 151.981.204

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden beinhalten insbesondere Refinanzierungs-Darlehen von Nicht-Banken in Höhe von T€ 81.330 und Sicherheitseinbehalte von vorfinanzierten Vermittlungs-Provisionen bzw. tariflichen Abschlusskosten in Höhe von insgesamt T€ 20.336, davon entfallen T€ 20.264 auf verbundene Unternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter betragen T€ 1.740 und resultieren aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der FWU AG.

Zur Absicherung der Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung von Factoring-Geschäften wurden Forderungen in gleicher Höhe aus dem Factoring-Geschäft abgetreten (Stand 31.12.2021: T€ 81.330).

4. Verbriefte Verbindlichkeiten

Die im September 2010 begebenen Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von € 30,0 Mio. sind eingeteilt in 300 Schuldverschreibungen im Nennbetrag von je T€ 100. Die Schuldverschreibungen sind in einer Dauerglobalurkunde ohne Zinsscheine verbrieft. Die Zulassung der Schuldverschreibungen zum Handel im regulierten Markt der Börse Berlin erfolgte im September 2010. Die Anleihebedingungen sahen eine Rückzahlung der Schuldverschreibungen am 17. September 2020 vor (Endfälligkeitstag).

Mit Vertrag vom 11. März 2020 wurden die Anleihebedingungen geändert und die Laufzeit um zehn Jahre bis zum 17. September 2030 verlängert. Der Zinssatz wurde für den Zeitraum vom 17. September 2020 bis zum 17. September 2030 auf 5,5 % angepasst (nach 7,0 % für den Zeitraum vom Ausgabetrag bis zum 16. September 2020).

Die im Juli 2012 begebene Schuldverschreibung in Höhe von € 15 Mio. unterliegt einer festen Verzinsung von 7 % und wird ratierlich bis März 2041 zurückgezahlt. Die Anleihe ist mit dem Nominalbetrag passiviert.

5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 148 betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen.

6. Eigenkapital

Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages mit der Muttergesellschaft FWU AG beträgt das Eigenkapital der Gesellschaft unverändert € 500.000,00, bestehend aus einem Gezeichneten Kapital von € 500.000,00.

7. Eventualverbindlichkeiten / Haftungsverhältnisse

Die als Eventualverbindlichkeit ausgewiesene Bürgschaft in Höhe von T€ 88 besteht zu Gunsten des Gesellschafters FWU AG. Die Bürgschaft resultiert aus Mietverpflichtungen der FWU AG. Es wurden hierzu keine Vermögensgegenstände abgetreten. Aufgrund der derzeitigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FWU AG gehen wir derzeit nicht von einer Inanspruchnahme aus dieser Bürgschaft aus.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Aufgliederung der Zinserträge nach geographischen Märkten gem. § 34 Abs. 2 Nr. 1 Rech-KredV:

Zinserträge 2021 2020
Deutschland / Österreich 2.463.540 2.373.718
Frankreich 647.396 1.117.914
Italien 6.253.828 6.948.584
Spanien 2.779.152 2.567.269
Belgien 936.488 597.403
Mittlerer Osten 457.479 1.120.821
Gesamt 13.537.883 14.725.709

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in Deutschland erzielt worden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen aus Währungsdifferenzen resultieren aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen gegen das verbundene Unternehmen FWU Takaful GmbH und einer in Zusammenhang mit diesen Forderungen stehenden Refinanzierungsverbindlichkeit, die bis Ende 2021 planmäßig zurückgeführt wurde.

Bilanzergebnis

Der Gewinn des Geschäftsjahres in Höhe von € 1.740.226,02 ist aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages an die Muttergesellschaft FWU AG abzuführen.

V. Sonstige Angaben

1. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen

Sämtliche Geschäfte und Transaktionen in 2021 mit nahestehenden Personen und Unternehmen sind zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen.

Neben dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft FWU AG unterhält die Gesellschaft Beziehungen zu nahestehenden Personen insbesondere in den Bereichen:

Erbringung von Factoringleistungen

Finanzierungen

Gewährung/Erhalt von Bürgschaften oder anderen Sicherheiten

Daneben besteht folgender relevanter Unternehmensvertrag:

Die FWU Factoring GmbH bedient sich für die Durchführung ihrer Aufgaben des Personals und der technischen Einrichtungen ihrer Gesellschafterin, der FWU AG. Es besteht ein unbefristeter Rahmenvertrag, der mit einer Frist von zwölf Monaten zum Jahresende gekündigt werden kann. Die FWU AG erhält eine jährlich neu zu ermittelnde pauschale Vergütung für ihre Tätigkeit. Im Geschäftsjahr 2021 hat die FWU Factoring GmbH einen Betrag in Höhe von T€ 1.800 entrichtet.

2. Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte während des Geschäftsjahres 2021 durchschnittlich 4 Mitarbeiter. Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2021 waren es 4 Mitarbeiter.

3. Abschlussprüferhonorar

Im Berichtsjahr wurden insgesamt für das Honorar des bestellten Abschlussprüfers € 44.500 aufgewendet. Davon entfallen auf

a)

die Abschlussprüfung € 44.500

b)

andere Bestätigungsleistungen € 0

c)

Steuerberatungsleistungen € 0

d)

sonstige Leistungen € 0

4. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung waren

Herr Dr. Stefan Kunowski, Dipl.-Kaufmann, Hohenbrunn (bis 25.November 2021)

Finanzen/Controlling, Interne Revision, Compliance, Outsourcing, Datenschutz

Herr Jürgen Schneider, Dipl. Betriebswirt (FH), Straßlach-Dingharting

Risk Controlling, Risikomanagement, aufsichtsrechtliche Themen, Factoring-Abwicklung, Support, Geldwäsche, Prozesscontrolling und Interne Revision, Datenschutz (seit 26. November 2021)

Finanzen/Controlling/Treasury, Refinanzierung, Compliance, Outsourcing, Produkte/Tarife/Vertriebs-Scoring (26. November 2021 - 12. April 2022)

Frank Wolf, Bankkaufmann, München (seit 13. April 2022)

Finanzen/Controlling/Treasury, Refinanzierung, Compliance, Outsourcing, Produkt e/Tarife/Vertriebs-Scoring

Die Geschäftsführer erhielten keine Bezüge von der FWU Factoring GmbH.

5. Nachtragsbericht sowie Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung

a) Geschäftsbeziehungen mit der FWU Life Insurance Austria AG

Im Dezember 2021 kam es auf Ebene der FWU Life Insurance Austria AG (FLA), Wien, zu einer Umstellung bei der Finanzierung ihrer Abschlussprovisionen. Die Finanzierung der Abschlussprovisionen erfolgt seither über eine externe Rückversicherungsgesellschaft. Die FWU Factoring GmbH erwirbt daher Forderungen auf tarifliche Abschlusskosten von der FLA seit Dezember 2021 nicht mehr; die bestehenden Forderungen und Refinanzierungsverbindlichkeiten aus diesem Geschäft wurden abgelöst und sind in der Bilanz zum 31. Dezember 2021 nicht mehr enthalten. Die entsprechenden Zinserträge beliefen sich in 2021 auf T€ 688, die Zinsaufwendungen auf T€277 und die Abschreibungen auf Forderungen auf T€73. Diese Positionen werden ab 2022 nicht mehr anfallen.

Zur Absicherung des Ausfallrisikos im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FWU Life Insurance Austria AG, Wien, hat die FWU Factoring GmbH im Februar 2022 eine selbstschuldnerische Höchstbetragsbürgschaft gegenüber der FWU Life Insurance Austria AG, Wien, bis zu € 15,0 Mio. abgegeben. Die Gesellschaft schätzt das Risiko der Inanspruchnahme aus dieser Bürgschaft als gering ein. Die aktuellen Geschäftszahlen und die Planung zur Gewinn- und Verlustrechnung für die Folgejahre dieses Vertriebspartners lassen keinen Rückschluss zu, aus dem ein Ausfall drohen könnte. Durch die Übernahme des Ausfallrisikos im Falle der Insolvenz eines Vertriebspartners der FWU Life Insurance Austria AG und durch die Übernahme administrativer Tätigkeiten (Provisionsabrechnung) konnte sich die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2022 ein neues Geschäftsfeld erschließen, welches voraussichtlich den bisher in diesem Markt erzielten Margen entsprechen wird.

b) Konflikt Russland / Ukraine

Die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, der am 24. Februar 2022 in den Einmarsch Russlands in die Ukraine mündete, wird wesentliche Auswirkungen auf die Konjunktur und Inflation haben. Da die FWU Gruppe und die FWU Factoring GmbH keine direkten Geschäftsbeziehungen in die Ukraine, nach Russland und/oder Belarus haben, erwarten wir keine unmittelbaren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts auf die Gesellschaft. Wir gehen aktuell von nur geringfügigen mittelbaren Auswirkungen des Konflikts auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FWU Factoring GmbH aus.

6. Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Finanzmittelfond bezieht sich unverändert zu den Vorjahren ausschließlich auf die täglichen fälligen Forderungen an Kreditinstitute.

7. Gesellschafter und Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der FWU AG, Grünwald, und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Die FWU AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der einbezogenen Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der FWU AG wird gemäß § 325 HGB im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und ist dort erhältlich.

 

Grünwald, den 6. Mai 2022

FWU Factoring GmbH

Jürgen Schneider, Geschäftsführer

Frank Wolf, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die FWU Factoring GmbH, Grünwald

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der FWU Factoring GmbH, Grünwald, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung und dem Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der FWU Factoring GmbH, Grünwald, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-AprVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war die Bewertung der Forderungen an Kunden am bedeutsamsten in unserer Prüfung. Nachfolgend stellen wir diesen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1) Sachverhalt und Problemstellung

Das Adressenausfallrisiko resultiert bei der FWU Factoring GmbH im Wesentlichen aus dem Factoring-Geschäft gegenüber verbundenen Unternehmen sowie aus der Bereitstellung von Mitteln gegenüber der Gesellschafterin, was im Rahmen eines zentralen Gruppen-Cash-Managements zur Gewährleistung eines gruppeninternen Liquiditätsausgleichs erfolgt. Aufgrund der vorliegenden Adressenausfallrisiken haben wir die Bewertung der Forderungen an Kunden und die damit einhergehende Bildung von Risikovorsorge als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt eingestuft.

2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben den Prozess der monatlichen Abrechnung in Verbindung mit verbundenen Unternehmen anhand einer Aufbauprüfung sowie stichprobenartig geprüft.

Im Rahmen unserer Aufbau- und Funktionsprüfung haben wir Aufbau, Einrichtung und Wirksamkeit der internen Kontrollen im Hinblick auf die Bewertung der Forderungen an Kunden unter Berücksichtigung der gebildeten Risikovorsorge beurteilt. Dies umfasste unter anderem Kontrollen hinsichtlich der Genehmigung, Überwachung sowie der Ermittlung von Wertberichtigungen.

Neben der analytischen Beurteilung der Bilanzposition haben wir durch Einzelfallprüfungshandlungen die Bewertung der Forderungen und Ermittlung der Einzelwertberichtigungen in Stichproben geprüft.

Basierend auf den Ergebnissen unserer Prüfung kommen wir zu der Überzeugung, dass die getroffenen Annahmen und Szenarien zur Ermittlung der Wertberichtigungen auf Forderungen angemessen sind. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bewertung der Forderungen an Kunden sowie deren Überwachung und Ausweis ergeben.

3) Verweis auf weitere Informationen

Die Angaben der FWU Factoring GmbH zum Ausweis und zur Bewertung der Forderungen an Kunden, einschließlich verbundenen Unternehmen und Gesellschafter, sind im Anhang im Abschnitt II. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" sowie im Abschnitt III. "Erläuterungen zur Bilanz" enthalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den anderen deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen im Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werten und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Gesellschafterversammlung am 26. Juli 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. September 2021 von der Geschäftsführung beauftragt. Wir sind erstmalig als Abschlussprüfer der FWU Factoring GmbH tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Stephan Müller.

 

Frankfurt am Main, den 10. Mai 2022

BANSBACH GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Hiss, Wirtschaftsprüfer

Müller, Wirtschaftsprüfer

PROTOKOLL der Gesellschafterversammlung der FWU Factoring GmbH vom 14. Juli 2022

Die FWU AG als Gesellschafterin der FWU Factoring GmbH beschließt unter Verzicht auf alle durch Satzung und Gesetz vorgesehenen Ladungsfristen einstimmig was folgt:

 

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 in der vorliegenden Fassung vom 6. Mai 2022 wird festgestellt.

 

Das Bilanzergebnis ist 0,00 Euro.

 

Der Geschäftsleitung wird für das Geschäftsjahr 2021 einstimmig Entlastung erteilt.

 

Als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 wird die BANSBACH GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft - Niederlassung Frankfurt - bestimmt.

 

Grünwald, 14. Juli 2022

FWU AG

Dr. Manfred J. Dirrheimer

Alexander Dirrheimer

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