Drebacher Fleischwaren GmbHLiquidiert
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ingrid Stoiber seit 29.5.2026 | Liquidator |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Drebacher Fleischwaren GmbH,DrebachJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 28.04.2006 bis zum 31.12.2006LageberichtI. Darstellung des Geschäftsverlaufs1. Allgemeines Seit Verfahrensbeginn wurde eine Fortführungskonzeption verfolgt, welche die zumindest befristete Aufrechterhaltung des operativen Geschäftsbetriebes der Gesellschaft vorsah. Demgemäß standen sowohl die Übertragungsbemühungen als auch die zur Aufrechterhaltung und Stabilisierung der geschäftlichen Tätigkeit der Gesellschaft erforderlichen Maßnahmen im Mittelpunkt der zwischenzeitlichen Verfahrensabwicklung. Entsprechend einem Beschluss des Gläubigerausschusses sollte die Fortführung des operativen Geschäftsbetriebes der Gesellschaft längstens bis Ende letzten Jahres erfolgen. Diese Absicht stand vor dem Hintergrund, dass allen Beteiligten von Anfang an klar war, dass trotz positiver Ergebnisse eine Unternehmensfortführung mit zumindest ausgeglichenem Betriebsergebnis nicht möglich sein würde. Zwar ist bereits unmittelbar nach Verfahrenseinleitung mit der Umsetzung diverser Sanierungsmaßnahmen in Form der Schließung mehrerer defizitärer Filialstandorte, einer Sortimentsbereinigung, der Einführung höherer Mindestabnahmemengen sowie etlicher Gespräche über eine Preisanpassung im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels begonnen worden, doch vermochten diese Maßnahmen die defizitäre Ergebnisentwicklung nicht zu beseitigen. Hierzu hätte es weiterer Maßnahmen wie dem Aufbau neuer bzw. der Entwicklung vorhandener Filialstandorte bedurft, wofür aber insolvenzbedingt finanzielle Möglichkeiten nicht bestanden. Zudem konnte trotz intensiver Bemühungen das "Wegbrechen" mehrerer durchaus attraktiver Filialen auf Grund auslaufender Filialverträge nicht verhindert werden. Auf Grund der fehlenden Langzeitperspektive waren die Vermieter hier zu einer Prolongation der Mietverträge auch nicht bereit. Nachdem sämtliche Bemühungen für eine Gesamtlösung zu keinem Ergebnis geführt hatten, sind die Verhandlungen über eine separate Übertragungslösung für den Standort Eilenburg, in dem das sog. Brokergeschäft betrieben wurde, wieder aufgenommen worden. Auf Grundlage des von der "sogut Fleisch- und Wurstwaren GmbH Leipziger Land" abgegebenen Übernahmeangebotes und einer diesbezüglichen Zuschlagsentscheidung des Gläubigerausschusses ist mit Kaufvertrag vom 14. Dezember 2006 die Übertragung dieses Standortes samt aller zugehörigen Assets erfolgt. In diesem Zusammenhang wurden 10 Mitarbeiter des Standortes Eilenburg vom Erwerber übernommen. 2. Personal Zum Bilanzstichtag wurden ca. 100 Arbeitnehmer beschäftigt. 3. Umsatz und Auftragsentwicklung Trotz positiver Ergebnisse im Zeitraum der Antragsphase, welche aber ausschließlich der Tatsache verkürzter Kostenbelastung geschuldet waren - bekanntlich entfallen während des Insolvenzgeldzeitraumes die kompletten Personalkosten -,wäre unter Vollkosten im eröffneten Insolvenzverfahren eine Unternehmensfortführung mit zumindest ausgeglichenem Betriebsergebnis nicht möglich. Am Produktionsstandort Drebach läuft seit Beginn des Geschäftsjahres 2007 die Ausproduktion. II. Darstellung der Lage1. Ertragslage Die Ertragslage stellt sich deshalb wie folgt dar:
Der Jahresfehlbetrag für den Berichtszeitraum beträgt TEUR 225. Das negative Jahresergebnis resultiert im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft. Ein ausgeglichenes Ergebnis konnte im Geschäftsjahr trotz diverser Sanierungsmaßnahmen nicht erzielt werden. 2. Vermögenslage und Kapitalstruktur Die Vermögenslage der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
Die Bilanzsumme hat sich zum Vorjahresstichtag von TEUR 2.077 auf TEUR 1.707 vermindert. Mit einer Eigenkapitalunterdeckung von TEUR 2.303 ist die Gesellschaft bilanziell überschuldet. III. Berichterstattung nach § 289 Abs. 2 HGBAm Produktionsstandort Drebach läuft seit Beginn Geschäftsjahres 2007 aufgrund eines fehlenden Übernahmeinteressenten die Ausproduktion, in deren Rahmen derzeit noch rd. 50 Mitarbeiter befristet bis Ende des Monats beschäftigt sind. Parallel liefen Gespräche mit Interessenten für die aktuell noch betriebenen acht Filialstandorte. Im Zuge dieser Aktivitäten konnte dann Kontakt zu einem bis dahin unbekannten Erwerbsinteressenten für den Produktionsstandort in Drebach hergestellt werden. Die mit diesem Interessenten, vor dem zeitlichen Hintergrund der bereits angelaufenen Ausproduktion geführten Gespräche, konnten schließlich noch im Laufe des Monats Februar 2007 erfolgreich beendet werden. Zum Stichtag 1. März 2007 wurde der bis zu diesem Zeitpunkt durch den Insolvenzverwalter fortgeführte Geschäftsbetrieb auf eine neu gegründete Drebacher Wurst GmbH übertragen. Insgesamt 30 der vormals rd. 50 in der Produktion beschäftigten Mitarbeiter haben in diesem Unternehmen eine neue Anstellung gefunden. Gleichzeitig begann die Abwicklung der Drebacher Fleischwaren GmbH. Dresden, den 20. Oktober 2008 Rechtsanwalt Dr. Christoph Junker als Verwalter im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Drebacher Fleischwaren GmbH BilanzAKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für Offenlegungszwecke
AnhangI. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des JahresabschlussesDer Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt worden. Die Gesellschaft weist zum Abschluss-Stichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostverfahren angewendet. Ergänzend weisen wir darauf hin, dass die Geschäftsführerin der Gesellschaft am 24. März 2006 einen Insolvenzantrag stellte. Mit Beschluss des Amtsgerichtes Chemnitz wurde das vorläufige Insolvenzverfahren am 24. März 2006 eingeleitet und mit Beschluss vom 28. April 2006 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr RA Dr. Christoph Junker, Dresden, bestellt. Da es sich beim Vorjahresabschluss aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens um ein Rumpfgeschäftsjahr von vier Monaten handelt, sind insbesondere die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahres (Rumpfgeschäftsjahr vom 28. April bis 31. Dezember 2006) mit denen des Vorjahres (Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 27. April 2006) nicht vergleichbar. II. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDer Geschäftsbetrieb wurde im Rahmen eines asset deals im ersten Quartal 2007 veräußert. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses ist somit die Going-Concern-Prämisse nicht mehr gegeben. Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet: 1. Anlagevermögen Unterlagen zur Zusammensetzung des Anlagevermögens lagen nicht vor. Im Rahmen der kaufmännischen Vorsicht wurde auf die Zerschlagungswerte, die im Wege des Verkaufs erreicht wurden, abgewertet. Damit konnten aber wesentliche Bilanzierungsrichtlinien, wie der Grundsatz der Einzelbewertung, nicht beachtet werden. 2. Vorräte Die Bewertung des Vorratsvermögens wurde durch den Unterzeichner unverändert aus den Unterlagen der Gesellschaft übernommen. Mangels Nachweise kann nicht beurteilt werden, ob dieser Ansatz vollständig und richtig ist. 3. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Eine Pauschalwertberichtigung zur Berücksichtigung des allgemeinen Ausfall- und Kreditrisikos wurde ebenfalls gebildet. 4. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen zum Bilanzstichtag erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen. III. Angaben zur Bilanz1. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände In den sonstigen Vermögensgegenständen sind hauptsächlich debitorische Kreditoren (TEUR 36), Geldtransit (TEUR 47), Kautionen (TEUR 8), Forderungen gegen das Finanzamt (TEUR 17) und Pfand- und Sicherungsguthaben (TEUR 2) enthalten. 2. Eigenkapital Der Bilanzverlust entwickelte sich wie folgt:
Das Eigenkapital ist somit aufgebraucht und die Gesellschaft bilanziell überschuldet. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag der Bilanz weist einen Betrag von EUR 2.302.503,12 aus. 3. Rückstellungen In den sonstigen Rückstellungen sind folgende wesentliche Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten berücksichtigt.
4. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie folgt besichert: Darlehen Volksbank Erzgebirge eG (Kontokorrentkredit; Kreditlinie 153.387,56 EUR)
Darlehen Volksbank Erzgebirge eG (Darlehen 867.389,29 EUR)
Sämtliche übrige Verbindlichkeiten sind unbesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen in Höhe von TEUR 201 Darlehensverpflichtungen. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit mit TEUR 124 (im Vorjahr TEUR 57), Verbindlichkeiten aus Steuern mit EUR 29 (im Vorjahr EUR 29) sowie Mietkaufverbindlichkeiten TEUR 104 (im Vorjahr: TEUR 129) enthalten. VI. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung1. Umsatzerlöse Der Umsatz beträgt EUR 5.456.793,06 (im Vorjahr in Höhe von TEUR 2.800.723,31) und wurde im Inland erbracht. 2. Außerordentliche Erträge und Aufwendungen Das außerordentliche Ergebnis (TEUR -12) ergibt sich im Wesentlichen aus insolvenzbedingten Sachverhalten, wie Verfahrenskosten und Tabellenanmeldungen. V. Sonstige Angaben1. Anzahl der Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 107 Mitarbeiter (ohne Geschäftsführer) beschäftigt. 2. Gesellschaftsorgane Im Berichtsjahr erfolgte die Geschäftsführung durch Frau Ingrid Stoiber. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 28. April 2006 wurde der Unterzeichner zum Insolvenzverwalter bestellt. Mit Verfahrenseröffnung geht das allgemeine Verfügungsrecht gemäß § 80 Abs. 1 InsO auf den Insolvenzverwalter über. Dresden, den 20. Oktober 2008 Rechtsanwalt Dr. Christoph Junker als Verwalter im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Drebacher Fleischwaren GmbH Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersVersagungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Drebacher Fleischwaren GmbH, Drebach, für das Geschäftsjahr 28. April bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Regelungen im Gesellschaftsvertrag liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe als Abschlussprüfer ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Unsere Prüfung hat zu folgenden Einwänden geführt. Die Buchhaltung der Gesellschaft war für uns in wesentlichen Teilen nicht nachprüfbar. Mangels Aufklärungen und Nachweise durch die Gesellschaft konnte trotz alternativer Prüfungshandlungen für wesentliche Bilanzpositionen kein abschließendes Urteil gebildet werden. Wir waren insbesondere nicht in der Lage, das Anlagevermögen und das Vorratsvermögen auf deren Richtigkeit und Vollständigkeit zu prüfen. Beide Bilanzpositionen machen ca. 46 % des Aktivvermögens - ohne Berücksichtigung des "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages" - in der Bilanz der Drebacher zum 31. Dezember 2006 aus. Wegen der Bedeutung der erläuterten Sachverhalte für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006 versagen wir den Bestätigungsvermerk." Dresden, den 10. Dezember 2008 audicon AG WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT Matthes, Wirtschaftsprüfer |
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