ZENTIS Fruit Solutions GmbH

Jülicher Straße 177, 52070 Aachen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Aachen HRB 25019
Eingetragen
26.7.2021
Branche
BeteiligungsgesellschaftenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und SpirituosenGroßhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens der Gesellschaft ist die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Produkten für den Food Service. Die Gesellschaft ist - im In- und Ausland berechtigt: - alle Geschäfte und Arbeiten, die zur Durchführung und Erreichung des Geschäftszwecks oder im Interesse der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar erforderlich oder dienlich sind, selbst vorzunehmen oder durch Dritte ausführen zu lassen, - die Vertretung von Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art zu übernehmen, - ihre Tätigkeit auf andere mit dem Geschäftszweck verwandte Gebiete auszudehnen, - Zweigniederlassungen zu errichten, - Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art zu erwerben oder zu gründen oder sich an solchen zu beteiligen, auch als persönlich haftender oder geschäftsführender Gesellschafter von Gesellschaften.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Hamed Hesami Azar
seit 5.11.2025
Geschäftsführer
Nico Stobinski
seit 5.11.2025
Geschäftsführer
Jost Wulf
seit 26.7.2021
Prokura
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ZENTIS GmbH & Co. KG

Aachen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

I. Grundlagen der Unternehmensgruppe

1. Geschäftsmodell

Die Geschäftstätigkeit der ZENTIS-Gruppe umfasst insbesondere die Herstellung und den Vertrieb von frucht- und obsthaltigen sowie gemüsehaltigen und herzhaften Erzeugnissen sowie Süßwaren für die weiterverarbeitende Industrie bzw. Endverbrauchermärkte. In den USA werden zudem Komponenten für die Eiscremeindustrie und für den sogenannten Food Service produziert. Darüber hinaus erstreckt sich die Tätigkeit auch auf die Herstellung von Maschinen für das Ernährungsgewerbe. Zudem hat die Zentis Polska Sp. z o.o., Siedlce/Polen, sich mit der Herstellung von natürlichen Farben für die Lebensmittelherstellung ein weiteres Geschäftsmodell eröffnet.

Das Geschäftsmodell der ZENTIS-Gruppe ist in erster Linie durch die Geschäftsbeziehungen zu den großen Molkereien und zum Lebensmitteleinzelhandel geprägt.

Die Konzerngesellschaft Zentis Logistik Service GmbH, Aachen, fungiert darüber hinaus als Dienstleister für Speditions-, Transport- und Logistikdienstleistungen aller Art einschließlich Lagerhaltung und Kommissionierung, Organisation und Steuerung von Beschaffungs- und/oder Distributionslogistik. Das Geschäftsmodell der Zentis Logistik Service GmbH ist in erster Linie durch die Aktivitäten der Muttergesellschaft, der ZENTIS GmbH & Co. KG, Aachen, geprägt. Insbesondere gilt es, die logistische Leistungsfähigkeit der Muttergesellschaft sicherzustellen.

2. Forschung und Entwicklung

Die ZENTIS-Gruppe unterhält Forschungs- und Entwicklungsabteilungen an allen Produktionsstandorten mit im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 142 (Vorjahr: 121) Mitarbeitern. Hauptaufgabe dieser Abteilungen ist es, neue Produkte für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie zu entwickeln.

Die Entwicklungsabteilungen unterteilen sich in folgende Teilbereiche:

1. Entwicklung Milchindustrie

2. Entwicklung Süße Brotaufstriche

3. Entwicklung Backindustrie

4. Entwicklung Süßwarenindustrie

5. Entwicklung Food Service

6. Entwicklung Lebensmittelfarben

7. Entwicklung Eiscreme & Getränke

Insgesamt verringerten sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 31 auf TEUR 9.595.

II. Rahmenbedingungen

1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Weltwirtschaft im Jahr 2021 weiterhin auf Erholungskurs, wobei die Expansion stockend und insgesamt von mäßigem Tempo ist. Insbesondere da, wo die Impffortschritte nicht ausreichend sind, wirkt die Corona-Pandemie belastend auf die wirtschaftliche Aktivität. Lieferengpässe, die den Aufschwung der weltweiten Industrieproduktion einbremsten, haben zusammen mit dem Anstieg der gesamtmarktwirtschaftlichen Nachfrage zu einer erhöhten Inflation beigetragen.

Ein erhöhtes Infektionsgeschehen zu Beginn des Jahres und die exponentielle Ausbreitung der OmikronVariante haben in vielen EU-Ländern zu einer erneuten Belastung der Gesundheitssysteme und einem noch nie dagewesenen Anstieg der Arbeitsausfälle geführt, so die Europäische Kommission im European Economic Forecast Winter 2022. Im Euro-Raum wurden erneut Beschränkungen eingeführt, die jedoch im Allgemeinen milder oder gezielter sind als zuvor. Anhaltende Logistik- und Versorgungsengpässe, einschließlich der Verknappung von Halbleitern und einigen Metallrohstoffen, belasten weiterhin die Produktion. Zusammen mit den gestiegenen Frachtkosten und Rohstoffpreisen könnten die Lieferengpässe zu einem stärker als erwartet ausgeprägten Inflationsdruck führen, der die Kaufkraft der Haushalte belastet. Gemäß der Inflationsprognose wird die Inflationsrate im Jahr 2021 auf 2,6 % steigen. Mit dem Impffortschritt, dem Rückgang an Neuinfektionen sowie den graduellen Reduktionen der Beschränkungen kam es gemäß dem Jahresgutachten zum Strukturwandel 2022 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Statistischen Bundesamtes (Sachverständigenrat) zu einem Aufschwung im 2. Quartal, der wiederum durch den Dienstleistungsbereich unterstützt wurde. Auch der exportorientierte Industriesektor profitiert von der globalen Erholung, wenngleich Lieferengpässe die Produktion hemmen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euro-Raums lag im 2. Quartal dennoch 2,7 % unter dem Vorkrisenniveau, wobei die Abweichung zum 4. Quartal 2019 in den Mitgliedstaaten recht heterogen ausfiel und sich positive Trendwachstumsraten insbesondere bei den osteuropäischen Staaten abzeichneten. Nach einem schwächeren Start in das neue Jahr dürfte sich die wirtschaftliche Expansion im EU-Raum wieder stabilisieren. Die Europäische Kommission geht insgesamt von einem Wachstum von 5,3 % in Jahr 2021 aus, sodass das Vorkrisenniveau im Euro-Raum zum Ende des 4. Quartals erreicht sein dürfte.

Auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist im Jahr 2021 von der Corona-Pandemie gekennzeichnet, so das DIW in der Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2021. Mit den rückläufigen Inzidenzen ist das BIP seit Frühjahr wieder deutlich gestiegen, wobei konsumnahe Dienstleistungsbranchen zugelegt haben, während die Produktion aufgrund von Lieferengpässen bei den Vorprodukten im Verarbeitenden Gewerbe negativ beeinträchtigt wurde. Laut der im Dezember 2021 veröffentlichten konjunkturellen Prognose der Deutschen Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft nach einem erneuten Rückgang im Winterhalbjahr 2021/2022 bedingt durch verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen und anhaltende Lieferengpässe bei Vorprodukten erst ab dem Frühjahr 2022 wieder wachsen.

Das Konsumklima in Deutschland sinkt laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nach einem Jahrestief im Juni zum Jahresende noch einmal deutlich. Stark steigende Preise und die mit dem erhöhten Infektionsgeschehen einhergehenden Beschränkungen wirken sich negativ auf die Konsumstimmung aus. Drastische Einbußen sind im Jahresverlauf nicht nur für die Konjunktur- (17,1 Punkte) und Einkommenswartung (6,9 Punkte), sondern auch für die Anschaffungsneigung (0,8 Punkte) zu verzeichnen. Im Vorjahresvergleich entspricht der Rückgang in der Anschaffungsneigung einem Minus von 36 Punkten, welches neben der Inflation insbesondere auf die "2G-Regel" zurückzuführen ist, die eine Reduktion der Shopping-Lust und das Wegbrechen der nicht geimpften und nicht genesenen Konsumenten als Folge hatte. Im Hinblick auf die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante rechnet die GfK auch für Anfang 2022 mit einem gedämpften Konsumklima. Eine Erholung des Konsums ist abhängig vom weiteren Verlauf der Pandemie bzw. einer erfolgreichen Pandemiebekämpfung und der Lockerung der Beschränkungen.

In Russland hat sich die Wirtschaftsleistung laut dem 46. Russia Economic Report der World Bank in der ersten Jahreshälfte 2021 stark erholt und ist gemäß dem DIW um 4,8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nachdem das Vorkrisenniveau somit bereits nach dem 2. Quartal erreicht wurde, schwächt der Schwung in der zweiten Jahreshälfte infolge des erhöhten Infektionsgeschehens ab. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung war die Erholung des privaten Konsums, die von dem Zuwachs des Realeinkommens, dem Rückgang der Sparquote sowie der erhöhten Aufnahme von Verbraucherkrediten getragen wurde. Das Produzierende Gewerbe lag infolge der starken globalen Rohstoffnachfrage ebenfalls über dem Vorkrisenniveau, wobei die Exporte sowohl mengen- als auch preisbedingt gestiegen sind. Getrieben durch stark erhöhte Nahrungsmittelpreise und den Anstieg der Inlands- wie auch Auslandsnachfrage kam es im ersten Halbjahr zu einem deutlichen Anstieg der Inflation, der durch die Anhebung des Leitzinses versucht wurde abzuschwächen. Aufgrund der geringen Impfquote und der Ausbreitung der Delta-Variante rechnet das DIW im zweiten Halbjahr mit einem verlangsamten Produktionsanstieg. Insgesamt wird die russische Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 laut der World Bank voraussichtlich um 4,3 % wachsen.

Gemäß dem DIW hat sich die Wirtschaftsleistung in den USA im ersten Halbjahr 2021 dank des starken Zuwachses des privaten Konsums zügig erholt. Mit den Lockerungen im 2. Quartal verzeichnete insbesondere der Dienstleistungskonsum laut dem Sachverständigenrat einen starken Anstieg. Trotz erhöhter Unternehmensinvestitionen fiel die Expansion des BIPs im 2. Quartal infolge rückläufiger Aktivitäten im Wohnungsbau und der Reduktion von Lägern schwächer aus als erwartet. Sowohl die Beschäftigung als auch die Erwerbsquote erholen sich kontinuierlich, jedoch nur zögerlich, sodass das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht wurde. Trotz der hohen Inflationsraten bleibt die Geldpolitik zunächst expansiv, nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Unterauslastung am Arbeitsmarkt und der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie. Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich eine gedämpfte Konjunktur ab, da der private Konsum durch das erhöhte Infektionsgeschehen, den Wegfall der staatlichen Einmalzahlungen sowie das Auslaufen zusätzlicher Arbeitslosenunterstützungen gebremst wird. Der verlangsamte Produktionsanstieg ist ebenfalls auf den deutlichen Rückgang der Industrieproduktion ab September zurückzuführen, die sich trotz der Engpässe bis zum Sommer robust gehalten hatte. Für das Jahr 2021 prognostiziert das DIW ein Wachstum von 5,6 %.

2. Entwicklung der Branche

Für den strategischen Geschäftsbereich Milch ist die Entwicklung des Fruchtjoghurtmarkts ausschlaggebend. Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der deutsche Markt für Fruchtjoghurts im Vorjahresvergleich einen mengen- und wertmäßigen Rückgang von 3,9 % und 2,3 %. Dieser rückläufige Trend, der sich bereits vor der Pandemie abgezeichnet hatte und insbesondere in Westeuropa zu beobachten ist, setzt sich somit im Jahr 2021 weiter fort und ist unter anderem auf den Wechsel des Konsumenten hin zu Milchalternativen sowie Naturjoghurts zurückzuführen. Den rückläufigen Absatzmengen von -1,6 % steht in Polen eine Erhöhung des Joghurtmarktvolumens in Landeswährung von 1,4 % entgegen. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Russland zu beobachten, wobei der wertmäßige Anstieg in Rubel von 9,1 % etwas höher ausfiel. Die Joghurt-Absatzmengen im Einzelhandel sind in Russland um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. In den USA setzt sich die negative Entwicklung aus dem Vorjahr weiter fort. Das Absatzvolumen auf dem US-amerikanischen Joghurtmarkt sinkt um 2,4 % und das Umsatzvolumen in USD um 2,3 %.

Auch der Markt für süße Brotaufstriche kehrt nach einem starken Wachstum im Vorjahr wieder auf das Vorkrisenniveau zurück. Die Umsätze von süßen Frühstücksaufstrichen sind in Deutschland mengenbedingt um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Absatzmenge im Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete eine Verringerung von 5,0 %.

Das Geschäftsfeld Non-Dairy B2B ist stark von der Gastronomie sowie Out-Of-Home geprägt, die aufgrund der lockdownbedingten Schließungen die stärksten Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Mit den Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen ist der Branchenumsatz im Bereich Backwaren im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen.

Trotz eines Rückgangs der Absatzmenge um 0,6 % zeichnete sich umsatzseitig eine positive Entwicklung auf dem deutschen Süßwarenmarkt ab, was auf das gestiegene Preisniveau zurückzuführen ist. Gegenüber zum Vorjahr ist der Süßwarenumsatz um 3,4 % gestiegen. Bei Pralinen, Marzipan- sowie Nougatprodukten ist bei einer nahezu unveränderten Absatzmenge ein Umsatzanstieg von 4,6 % zu verzeichnen.

III. Lage des Konzerns

1. Vermögenslage

Die immateriellen Vermögensgegenstände haben wertmäßig um TEUR 148 gegenüber dem Vorjahr abgenommen, wobei Zugängen von TEUR 2.858 in erster Linie Abschreibungen von TEUR 3.771 gegenüberstehen. Darüber hinaus sind Währungskurseffekte von TEUR 680 zu berücksichtigen, die im Wesentlichen auf das Währungskurspaar USD/EUR entfallen.

Das Sachanlagevermögen erhöht sich im Vorjahresvergleich um TEUR 10.113. Dies resultiert in erster Linie aus dem Anstieg der technischen Anlagen und Maschinen (TEUR +4.367) sowie der Gebäude (TEUR +3.570). Neben Investitionen tragen dabei Währungskurseffekte insbesondere des Kurspaares USD/EUR von TEUR 5.343 einen beträchtlichen Beitrag zur Werterhöhung bei.

Innerhalb des Anlagevermögens stehen im Jahr 2021 insgesamt Zugänge in Höhe von TEUR 25.568 Abschreibungen von TEUR 19.193 gegenüber.

Die Vorräte sind im Vorjahresvergleich um TEUR 28.009 gestiegen. Diese Entwicklung entfällt mit TEUR 20.717 insbesondere auf die Zunahme der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die in erster Linie durch signifikante Rohstoffpreiserhöhungen einiger Obstsorten sowie die Beschaffung von Emissionszertifikaten für die Jahre 2021 bis 2025 begründet ist. Der Währungskurseffekt beläuft sich in Bezug auf den Vorratsbestand auf TEUR 2.267 und ist im Wesentlichen auf die stichtagsbezogenen Währungskurseffekte des Kurspaares USD/EUR zurückzuführen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.433 gestiegen, wobei neben der Umsatzentwicklung auch Währungskurseffekte von TEUR 1.349 werterhöhend wirken.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um TEUR 6.665 erhöht. Dies ist in erster Linie auf die im Vorjahresvergleich erhöhten debitorischen Kreditoren und Steuererstattungsansprüche zurückzuführen.

Die flüssigen Mittel verringerten sich um TEUR 23.801 insbesondere aufgrund des deutlichen Aufbaus des Vorratsvermögens zum Bilanzstichtag sowie des hohen Investitionsvolumens im Jahr 2021.

Die Verringerung der aktiven latenten Steuern um TEUR 6.791 resultiert in erster Linie aus der im Jahr 2021 vorgenommenen Wertberichtigung der in Vorjahren gebildeten aktiven Abgrenzung aus steuerlichen Verlustvorträgen des Organkreises der Zentis North America LLC, Zentis North America Holding LLC und der Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG, Aachen.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 61,5 % nach 65,0 % im Vorjahr.

Die Erhöhung der Rückstellungen um TEUR 2.269 geht im Wesentlichen auf zinssatzbedingt gestiegene Pensionsrückstellungen (TEUR +3.483) zurück. Dagegen verminderten sich die sonstigen Rückstellungen um TEUR 1.632 insbesondere aufgrund um TEUR 1.152 geringerer Rückstellungen für Rückvergütungen und Werbekostenzuschüsse sowie um TEUR 553 niedrigerer Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen.

Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr deutlich um TEUR 18.651 gestiegen, wobei ein Währungskurseffekt von TEUR 2.530 zu berücksichtigen ist. Die Erhöhung ist vorrangig auf die erhöhten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR +9.830) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR +9.215) zurückzuführen.

Die passiven latenten Steuern haben sich im Vorjahresvergleich um TEUR 225 erhöht.

2. Finanzlage

Zur Erläuterung der Finanzlage verweisen wir auf die folgende zusammengefasste Kapitalflussrechnung, für weitergehende Informationen verweisen wir auf die detaillierte Kapitalflussrechnung als Bestandteil des Konzernabschlusses.

2021
TEUR
2020
TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 13.982 39.505
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -22.850 5.235
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -24.283 -30.002
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -33.151 14.738
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds -480 -966
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 19.930 6.158
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -13.701 19.930
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds    
Liquide Mittel 9.224 33.025
Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (-) -22.925 -13.095
  -13.701 19.930

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Berichtsjahr TEUR 13.982 und fällt somit um TEUR 25.523 geringer aus als im Vorjahr. Diese Entwicklung ergibt sich in erster Linie aus der Erhöhung des Working Capitals zum Bilanzstichtag sowie dem um TEUR 2.506 geringeren EBITDA.

Im Jahr 2021 ergab sich aus der Investitionstätigkeit ein Mittelabfluss von TEUR 22.850, der insbesondere aus den getätigten Investitionen in das Anlagevermögen resultiert. Im Vorjahr konnte aus der Investitionstätigkeit ein Mittelzufluss von TEUR 5.235 erzielt werden, der sich in erster Linie aus den Einzahlungen im Rahmen der Veräußerung der Maryman B.V. von TEUR 25.501 ergab.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2021 TEUR -24.283 und beinhaltet unverändert Zinszahlungen und Auszahlungen an die Gesellschafter. Durch die geringeren Auszahlungen an die Gesellschafter fällt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Vorjahresvergleich um TEUR 5.719 höher aus.

Da der im Jahr 2021 erzielte Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht ausreichte, um den Liquiditätsbedarf für die Investitions- und Finanzierungstätigkeit zu decken, fiel der Finanzmittelfonds, bestehend aus Guthaben bei Kreditinstituten abzgl. Kontokorrentverbindlichkeiten, mit TEUR -13.701 (Vorjahr: TEUR 19.930) deutlich geringer aus als im Vorjahr. Dabei bestehen zum Bilanzstichtag offene Kontokorrentkreditlinien von TEUR 72.944.

3. Ertragslage

Die Absatzmenge der ZENTIS-Gruppe lag im Geschäftsjahr 2021 um 4,3 % über dem Niveau des Vorjahres. Dabei konnten alle Gesellschaften, mit Ausnahme der ungarischen (-11,7 %) und der russischen Unternehmen (-9,7 %), im Vorjahresvergleich eine positive Absatzentwicklung ausweisen. Während die deutschen produktiven Gesellschaften ein moderates Absatzwachstum von 1,6 % und 2,9 % erzielt haben, ist das Volumen bei der polnischen und der US-amerikanischen Gesellschaft deutlich um 12,2 % bzw. 9,5 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die ZENTIS-Gruppe erzielte im Jahr 2021 einen Netto-Umsatz von Mio. EUR 625,3, was einer Erhöhung um 2,8 % gegenüber dem Vorjahreswert und einer negativen Abweichung vom Planwert (Mio. EUR 641,0) von -2,4 % entspricht. Im Vorjahresvergleich haben die Gesellschaften in Polen und USA mit 14,2 % und 7,0 % kräftige Umsatzsteigerungen erzielen können. Der Umsatz der ZENTIS GmbH & Co. KG ist leicht um 1,5 % gestiegen. Demgegenüber stehen Umsatzeinbüßen bei der russischen Gesellschaft von -7,2 %, bei der Zentis Süßwaren GmbH & Co. KG von -5,0 %, bei der Zentis Logistik GmbH von -4,7 % sowie bei der Gesellschaft in Ungarn von -1,2 %.

Ein bedeutsamer Leistungsindikator für die ZENTIS-Gruppe ist das Wachstum, was dem Verhältnis aus der IST-Gesamtleistung und der IST-Gesamtleistung des Vorjahres entspricht. Hierbei umfasst die Gesamtleistung die Umsatzerlöse, Bestandveränderungen und aktivierten Eigenleistungen. Im Berichtsjahr hat die ZENTIS-Gruppe ein Wachstum von 3,6 % erwirtschaftet und verfehlte den Planwert von 4,7 % um 1,1 %-Punkte. Damit liegt die Kennzahl 12,9 %-Punkte über dem Vorjahr (-9,3 %) bzw. 7,9 %-Punkte über dem um die Sondereffekte aus der im Jahr 2020 erfolgten Veräußerung der Maryman B.V. bereinigten Vorjahreswert von -4,3 %. Zum positiven Wachstum trug neben dem Umsatzanstieg auch die gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.411 höhere Bestandsveränderung bei.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich deutlich um TEUR 5.934. Dies resultiert mit TEUR 4.787 in erster Linie aus einer in den USA gewährten Corona-Beihilfe in Form eines Darlehensverzichts sowie aus höheren Wechselkursgewinnen und Erträgen aus Rückstellungsauflösungen.

Der Materialaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,7 % auf TEUR 401.055. Dabei haben sich Währungskurseffekte von TEUR -5.317 wertmindernd ausgewirkt, die vorrangig auf die jahresdurchschnittsbezogenen Effekte der Kurspaare USD/EUR und PLN/EUR entfallen. Der deutliche Anstieg des Materialaufwands ist einerseits auf die Erhöhungen der globalen Rohstoff- und Energiepreise und andererseits auf die Mengenerhöhung zurückzuführen.

Der Personalaufwand beträgt im Geschäftsjahr 2021 TEUR 113.484 und liegt somit um 1,3 % unter dem Vorjahreswert. Zu berücksichtigen sind die Sondereffekte für Abfindungszahlungen, die im Vorjahr im Zusammenhang mit dem Sozialplan standen (TEUR 3.844).

Die Abschreibungen, inklusive der Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts, sind im Berichtsjahr auf TEUR 19.193 gesunken und liegen damit um 15,0 % unter dem Vorjahr. Die Reduktion resultiert im Wesentlichen aus der im Vorjahr vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert bei der Zentis North America Holding LLC in Höhe von TEUR 4.378.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um TEUR 3.107, was in erster Linie auf gestiegenen Fracht- und Werbekosten beruht.

Das Zinsergebnis beläuft sich auf TEUR -12.019 und besteht in erster Linie aus Zinsaufwendungen für Sonderkonten (TEUR 8.809) und Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen (TEUR 3.602). Dementgegen stehen Zinserträge aus Bankguthaben sowie sonstige Zinserträge in Summe von TEUR 895.

Der deutliche Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um TEUR 6.811 resultiert im Wesentlichen aus der im Jahr 2021 vorgenommenen Wertberichtigung auf in Vorjahren aktivierte latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge des Organkreises der Zentis North America LLC, Zentis North America Holding LLC und der Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG, Aachen.

Der Konzernjahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2021 beträgt TEUR -3.158 (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss von TEUR 2.001).

4. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Insgesamt konnte die ZENTIS-Gruppe im Geschäftsjahr 2021 einen Absatzzuwachs von 4,3 % und ein Umsatzwachstum von 2,8 % erzielen, wobei die Steigerungen im Wesentlichen durch die Gesellschaften in Polen und USA getragen wurden. Die heterogene Entwicklung von Absatz und Umsatz resultiert aus dem Produktmix, insbesondere aus volumenstarken Artikeln, die aufgrund des anhaltenden Preisdrucks geringere Umsätze wie auch Margen generiert haben. Negativ ausgewirkt haben sich zudem Mengenverluste in Osteuropa. Auf der Aufwandsseite ist die ZENTIS-Gruppe mit überproportional gestiegenen Materialaufwendungen konfrontiert, die ebenfalls die Einsparungen im Personalaufwand aufgezehrt haben. Der Zuwachs des Materialaufwands ist dabei in erster Linie auf erhöhte Rohstoffpreise einiger Obstsorten sowie steigende Energie- und Transportkosten zurückzuführen. Aufgrund der jährlich vereinbarten Preise konnten die erhöhten Kosten im Geschäftsjahr 2021 noch nicht durch Preisanpassungen weitergegeben werden und führten so zu der Verschlechterung des Konzernergebnisses.

Die EBIT-Marge (EBIT ohne sonstige Steuern / Gesamtleistung) ist ein weiterer bedeutsamer Leistungsindikator der ZENTIS-Gruppe. Im Geschäftsjahr 2021 hat die ZENTIS-Gruppe ein EBIT von TEUR 19.945 (Vorjahr: TEUR 19.074) sowie eine EBIT-Marge von 3,2 % erzielt und somit den Planwert von 3,2 % erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr (3,1%) ist die Kennzahl um 0,1 %-Punkte gestiegen. Zu berücksichtigen sind dabei Sondereffekte im Geschäftsjahr 2021 von TEUR 4.787 aus Erträgen aus Corona-Beihilfen in den USA sowie Sondereffekte im Vorjahr aus der außerplanmäßigen Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei der Zentis North America Holding LLC in Höhe von TEUR 4.378 sowie Sozialplanaufwendungen von TEUR 3.844.

5. Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter (exklusive Auszubildende) beträgt zum 31. Dezember 2021 konzernweit 2.032 (Vorjahr: 1.992). Dies entspricht einer stichtagsbezogenen Erhöhung um 40 Mitarbeiter. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (exklusive Auszubildende) beträgt im Jahresverlauf 1.982 (Vorjahr: 2.033).

Die Produktivität pro Mitarbeiter gemessen an der Gesamtleistung lag um 6,3 % über dem Niveau des Vorjahres.

6. Umwelt

Der ZENTIS GmbH & Co. KG wurden vom Bundesamt für Mensch und Umwelt mit Bescheid vom 16. August 2021 für die Jahre 2021 bis 2025 insgesamt 19.145 t Emissionsberechtigungen gemäß Gesetz über den nationalen Zuteilungsplan für Treibhausgas-Emissionsberechtigungen für den Betrieb einer Feuerungsanlage (Kessel 1-4) zugeteilt. Im Geschäftsjahr 2021 wurden insgesamt ca. 19.150 t CO 2-Ausstoß gemessen. Die ZENTIS-Gruppe unternimmt weiterhin Bemühungen, die Emissionen zu reduzieren.

Die ZENTIS GmbH & Co. KG ist seit dem 10. Juni 2013 an allen Standorten gemäß ISO 50001:2011 zertifiziert. Somit erfüllt die ZENTIS GmbH & Co. KG die erforderlichen Nachweise eines Energiemanagementsystems. Die Zertifizierung gemäß ISO 50001:2011 ist Voraussetzung, um auch weiterhin Energiekostenerstattungen gemäß "Ökosteuergesetz" in Anspruch nehmen zu dürfen.

Der Eigenfuhrpark der Zentis Logistik Service GmbH ist schwerpunktmäßig im Fernverkehr tätig und hat dort ausschließlich Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro VI im Einsatz. Durch die moderne Fahrzeugflotte konnten Einsparungspotenziale im Bereich Diesel-Kraftstoffe realisiert werden. Seit 2020 wurde zudem ein erstes Fahrzeug mit Flüssiggas-Antrieb (LNG) in Betrieb genommen. Die konzernweite Kooperation im Bereich der Beschaffungslogistik wurde weiter ausgebaut, wodurch weitere Synergien gehoben werden konnten.

7. Konsolidierungskreis

Die Zuckerkartell-Geschädigte Klage GmbH & Co. KG, Celle, sowie die Zuckerkartell-Geschädigte Verwaltungs-GmbH, Celle, wurden wie in den Vorjahren gemäß § 296 Abs. 2 S. 1 HGB wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert. Im Jahr 2021 wurde die ZENTIS Fruit Solutions GmbH, Aachen, gegründet und erstmals im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Die übrigen Gesellschaften der ZENTIS-Gruppe werden unverändert vollkonsolidiert.

IV. Risikobericht

Der vorliegende Bericht gibt einen zusammenfassenden Überblick über das Risikomanagement und die Risikosituation bei der ZENTIS-Gruppe (ZENTIS) per Ende Dezember 2021. Die Risikoidentifikation wurde unter der Leitung des Zentralen Risikomanagements gemäß den organisatorischen Vorgaben des Risikomanagement-Prozesses durch die Risikoverantwortlichen vorgenommen.

Zusammenfassung und Risikopolitik

Es sind derzeit keine aus einzelnen oder aggregierten Risiken bestandsgefährdenden Entwicklungen erkennbar, die der ZENTIS-Gruppe im Geschäftsjahr 2021 existenziell schaden könnten. Das Management sieht vor dem Hintergrund der unternehmensindividuellen Risikotragfähigkeit und der Geschäftsaussichten keine signifikante Veränderung des Gesamtrisikos. Gegenüber der letzten Berichterstattung sind keine wesentlichen Veränderungen zu vermerken.

Durch die global ausgerichtete Geschäftstätigkeit ist ZENTIS mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert, die untrennbar mit unserem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Zu den schwerwiegendsten Risiken gehören unverändert umweltbedingte Risiken des Milchmarktes, ausgelöst bspw. durch Verunreinigungen oder etwa Seuchen. Latente, aber trotz aller Vorsicht nie gänzlich auszuschließende Gefahren drohen durch Complianceverstöße, Reputationsrisiken oder etwa den Verlust von Zulassungen und erfordern darum permanent, wie auch alle anderen Risikopotenziale, die höchste Aufmerksamkeit unseres Managements. Betriebsunterbrechungsrisiken oder Cyber-Attacken können zwar durch Versicherung und Kontinuitätsmanagement in ihrer Auswirkung reduziert werden, erfordern aber dennoch die stetige Pflege gezielter Präventions- und Reaktionsmaßnahmen durch die Risikoverantwortlichen.

Zusammen mit der Geschäftsführung wurden mögliche bestandsgefährdende Risiken anhand einer Risikoliste erörtert. Es wurden daraus keine unternehmenskritischen Risiken abgeleitet.

Oberster Grundsatz unserer Risikopolitik ist es, Risiken nur dann einzugehen, insofern ein angemessener Mehrwert für das Unternehmen geschaffen werden kann und die Unternehmensziele nicht maßgeblich gefährdet werden. Risiken sind bei ZENTIS definiert als Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Zielabweichung führen können.

Diese von der Geschäftsführung festgelegte Risikopolitik bestimmt das Handeln aller am Risikomanagement-Prozess beteiligten Personen und dient dem Zweck der Früherkennung der bereits aufgeführten und weiterer möglicher bestandsgefährdender Entwicklungen. ZENTIS definiert somit Risikomanagement in erster Linie als Führungs- und Fachverantwortung. Mittels Managementsystemen, Verfahrensanweisungen und Kontrollmechanismen werden die Tätigkeiten des operativen Managements gesteuert, überwacht und kontrolliert. Hierbei unterstützen auch das bei ZENTIS eingerichtete Compliance-Management, das Finanz-Controlling mit dem Internen Kontroll-System sowie das Höchstschadenswert-Management in den Bereichen Umwelt und Arbeitssicherheit.

Die Grundprinzipien unseres Risikomanagement-Systems

Das Risikomanagement-System bei ZENTIS wird kontinuierlich weiterentwickelt. Ziele unseres Risikomanagements sind u. a. die Absicherung unserer Unternehmensziele, frühzeitiges Einleiten von Maßnahmen sowie die Reduzierung von Risikokosten. Die Aufgaben des Risikomanagements sind es, über die gesamte Wertschöpfungskette vorhandene und zu erwartende Risiken zu erkennen, zu analysieren, zu bewerten und zu überwachen sowie Maßnahmen abzuleiten. Dabei definiert ZENTIS einen auf die Unternehmensgruppe angepassten Orientierungsrahmen, der sich an den gängigen Management-Normen als auch Prüfungsstandards anlehnt.

Die zentrale Überwachung und Koordinierung des Risikomanagement-Prozesses erfolgen durch eine direkt der Geschäftsführung und dem Beiratsvorsitzenden berichtspflichtige Stelle. Sie ermittelt und beschreibt auch die Gesamtrisikolage der ZENTIS. Im Risikomanagement-System sind ein Risikomanager sowie eine Vielzahl an Risikoverantwortlichen aus allen Unternehmensbereichen eingebunden. Die direkte Verantwortung für Früherkennung, Steuerung und Kommunikation von Risiken obliegt den operativ tätigen Personen (Risikoverantwortlichen) und ist ein kontinuierlicher operativer Prozess. Dadurch sollen nicht nur die Risikokultur gefördert, sondern auch die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit stetig verbessert werden. Mit einer Risikomanagement-Software wird der gesamte Prozess unterstützt. Die Überwachung und Verbesserung obliegen dem Risikomanager zusammen mit der internen Revision.

Für die Identifikation von Risiken wurden Risikokategorien definiert und einzelne Risikofelder zugeordnet. Dadurch werden Schwerpunkte gesetzt. Die Risikokategorien bei ZENTIS sind strategische Risiken, Marktrisiken, Finanzmarktrisiken, politische/rechtliche und Compliance-Risiken, Organisations- und Führungsrisiken, Wertschöpfungsrisiken und Risiken durch Unterstützungsprozesse.

Relevanzskala

Relevanz Definition (bezogen auf den realistischen Höchstschaden)
1 Weniger bedeutende Risiken, die kaum spürbare Abweichungen vom operativen Ergebnis verursachen
2 Mittlere Risiken, die spürbare Abweichungen vom operativen Ergebnis bewirken
3 Bedeutende Risiken, die das operative Ergebnis stark beeinflussen oder sich auch langfristig auswirken
4 Schwerwiegende Risiken, die zu großen Abweichungen vom operativen Ergebnis führen und/oder sich auch langfristig auswirken
5 Kritische Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können

Relevante Risiken oberhalb eines bestimmten Schwellenwerts werden anhand von Szenarien im Hinblick auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen systematisch bewertet. Planungsrisiken werden mittels Standardabweichungen eingeschätzt. Die Wirkungen der Einzelrisiken werden im Kontext der Unternehmensplanung mittels der Risikosimulation aggregiert und die Gesamtrisikoposition wird berechnet. Dies bedeutet, dass in unabhängigen Simulationsläufen mit Hilfe von Zufallszahlen die Gewinn- und Verlustrechnung eines Geschäftsjahres mehrere tausend Mal durchgespielt wird (Monte-Carlo-Simulation).

Darstellung der Risikofelder und Einzelrisiken

Nachfolgend beschreiben wir potenzielle Risiken, die bedeutende Auswirkungen auf unsere Finanz- und Ertragslage sowie unsere Reputation haben können, und geben eine Einschätzung der Relevanz für unser Geschäft. Die Aufgliederung erfolgt nach den gleichen Risikokategorien, die wir auch in unserem Risikomanagementsystem verwenden. Die Risikofelder wurden zusammengefasst. Sofern nicht anderslautend angegeben, betreffen die nachfolgend beschriebenen Risiken alle unsere Geschäftssegmente.

Strategische Risiken

Periodisch wird im Rahmen des Strategieplanungsprozesses die strategische Ausrichtung der ZENTISGruppe den Umfeld- und Unternehmensgegebenheiten angepasst. Die Risikoanalyse ist ein integraler Bestandteil dieses Prozesses. Das größte strategische Einzelrisiko für ZENTIS als Lieferant von Fruchtzubereitungen stellt unverändert die bereits eingangs erwähnte starke Ausrichtung auf den Molkereisektor und damit verbunden das Thema «Milch» dar.

Den strategischen Risiken aus der Geschäftsfeldstruktur bei ZENTIS begegnen wir durch eine internationale Aufteilung unseres Geschäfts sowie die Gliederung in die Kompetenzfelder Fruchtzubereitungen für die Milchwirtschaft, Fruchtzubereitungen für Non-Dairy, Süße Brotaufstriche, Süßwaren, Logistik. Damit verfolgen wir auch die Ziele, die konjunkturelle Abhängigkeit zu reduzieren, Verbundvorteile zu schaffen und durch Spezialisierung die Markt- und Wettbewerbsposition zu stärken.

Marktrisiken

Als Produzent von Produkten sowohl für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie (Milch, Backwaren) als auch direkt für den Einzelhandel (LEH) haben die aktuell ungünstige konjunkturelle Entwicklung in unseren Absatzmärkten (speziell Europa), das Konsumentenverhalten und Verbrauchertrends, aber auch der Konzentrationsprozess von Molkereien in Europa einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsvolumen und dadurch unser Unternehmensergebnis.

Die Bedeutung der Pflege der Marke ZENTIS stellt in diesen Märkten ein latentes Risiko dar. So könnten sich bspw. Produktrückrufe rasch zu einem Reputationsrisiko entwickeln. Mit einem Krisenmanagement und Krisenkommunikationsplan bereiten wir uns auf solche Ereignisse vor.

Als Entwicklungspartner unserer Kunden liefert ZENTIS Innovationen und Produktkonzepte, um sowohl den Mengenrückgängen entgegenzuwirken als auch die Markt- und Wettbewerbsposition mit zukünftigen Erfolgspotenzialen zu stärken.

Dem Risiko der «Abhängigkeit von Kunden» begegnet ZENTIS mit traditionell engen und stabilen Kundenbeziehungen sowie dem stetigen Bestreben einer Verbreiterung der Kundenbasis.

Für die Herstellung der Produkte benötigt ZENTIS eine Vielzahl von Agrarrohstoffen. Die Preisentwicklung der Materialkosten ist einer Vielzahl von Einflüssen ausgeliefert. Ziel unserer Einkaufsstrategie ist es, durch gutes Timing wettbewerbsfähige Preise für gute Qualitäten zu erzielen. Da auch wir uns überraschenden Sondereinflüssen (wie z.B. Wetter, Politik, Lieferantenrisiken, etc.) nicht gänzlich entziehen können, fließen Planungsunsicherheiten als relevante Risiken in die Risikobewertung mit ein.

Neben dem Preis kommt auch der Verfügbarkeit von entsprechenden Qualitäten eine besondere Rolle zu. Dem Einkauf bei ZENTIS wird dementsprechend strategische Bedeutung beigemessen. Durch eine sorgfältige Lieferantenauswahl, langfristige Lieferkontrakte, geographische Diversifizierung und profunde Marktkenntnisse sollen die Verfügbarkeit erforderlicher Qualitäten sichergestellt und Lieferengpässe vermieden werden.

Finanzmarktrisiken

Zur Absicherung des operativen Geschäftes verfügt ZENTIS über langfristige Kreditzusagen seiner langjährigen Hausbanken.

Die Liquiditätssituation wird täglich überwacht. Die Steuerung des zukünftigen Liquiditätsbedarfs erfolgt über eine zweistufige, rollierende Liquiditätsplanung. Die Sicherstellung der Liquidität ist ein strategisches Ziel.

Den Risiken aus «Forderungsverlusten» begegnet ZENTIS mit einem konsequenten Credit Management. Alle ZENTIS-Kunden, die auf Kreditbasis beliefert werden, müssen eine Bonitätsprüfung durchlaufen. Der Kreditvergabeprozess ist Teil der bestehenden Credit Policy. Es besteht der Grundsatz, dass Forderungen kreditversichert werden. Darüber hinaus kommen interne Kreditlimite bei Kunden zum Einsatz, die von der Andienungspflicht ausgenommen bzw. aus anderen Gründen nicht versichert sind. Die regelmäßige Analyse des Forderungsbestandes und der Forderungsstruktur sichert eine laufende Überwachung des Risikos. Per 31. Dezember 2021 gab es keine Hinweise darauf, dass signifikante Beträge von in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht ausgeglichen werden. Das Restrisiko stufen wir als mittleres Risiko ein.

ZENTIS kann aus finanzieller Perspektive als gesundes Unternehmen bezeichnet werden.

Politische, rechtliche und Compliance-Risiken

Für ZENTIS ist verantwortungsvolles und rechtmäßiges Handeln ein Grundprinzip für erfolgreiches wirtschaftliches Agieren, für die Qualität unserer Produkte sowie für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Wir legen größten Wert darauf, dass gesellschaftliche Konventionen, rechtliche Vorgaben und Unternehmensregeln eingehalten werden, um das Risiko von Verstößen gegen geltendes Recht, vertragliche Vereinbarungen als auch Normen und interne Prinzipien (Ethik-Kodex, Richtlinien) zu reduzieren. Die latente Gefahr aus Compliance-Verstößen, die z. B. aufgrund von vorsätzlichen Handlungen nie gänzlich ausgeschlossen werden kann, stufen wir als schwerwiegendes Risiko ein und untermauern dadurch unser Bestreben, Compliance-Risiken auf einem geringen Niveau zu halten.

Risiken aus der Produkthaftung begrenzen wir mittels einer maßgeschneiderten Produkthaftpflichtversicherung. Dennoch könnten für ZENTIS im Falle von Produktrückrufen nicht versicherbare Kosten in der Größenordnung der mittleren Risikorelevanz entstehen.

Risiken aus vertraglichen Vereinbarungen als auch aus der Auslegung bestehender Gesetzgebung begegnen wir mit eigener Kompetenz und bei Bedarf mit Unterstützung externer Rechtsberatung.

Organisations- und Führungsrisiken

Der Risikokategorie zugeordnet sind Themen in Bezug auf Interne Kontrollsysteme als auch Themenfelder wie bspw. das Betriebsklima, die Unternehmenskultur sowie die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. Die identifizierten Risiken werden beobachtet und mit Steuerungsmaßnahmen, soweit möglich, vermindert.

Wertschöpfungsrisiken

Die Lieferfähigkeit unserer Standorte könnte durch Naturereignisse und Feuerkatastrophen, aber auch durch technisches Versagen der Produktionsanlagen, behördliche Verfügungen oder Ausfälle in der Lieferkette u.v.m. beeinträchtigt werden. Gelingt es unserem Kontinuitäts- bzw. Krisenmanagement in solchen Fällen nicht, eine Produktionsverlagerung auf andere Standorte vorzunehmen oder die Nachfrage aus Lagerbeständen abzudecken, drohen Betriebsunterbrechungen und Umsatzrückgänge. Die Entschädigungssummen der Versicherungsdeckungen werden jährlich aktualisiert.

Einem Versorgungsengpass bei strategisch wichtigen Rohstoffen begegnen wir mit einer Qualifizierung mehrerer Lieferanten.

Für den Fall technischer Ausfälle verfügen wir über qualifiziertes Personal, das nicht nur die Anlagen entwickelt, sondern auch in regelmäßigen Abständen kontrolliert und wartet.

Produktrisiken begegnen wir mit einem hochqualifizierten Qualitätssicherungssystem. Seit 2003 erreicht ZENTIS beim IFS (International Featured Standard - Food) das Ergebnis "higher level" Darüber hinaus besteht die Zertifizierung nach dem Food Safety System Certification (FSSC) 22000 (u.a. Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit). Dennoch bergen Produktentwicklungen Kostenrisiken, die bspw. mit der Sensitivität der Konsumenten im Zusammenhang stehen oder mit unzureichend erfolgreichen Produktinnovationen, aber auch mit der abnehmenden Innovationsbereitschaft unserer Großkunden verbunden sein können. Auch Qualitätskosten können trotz etablierter Verfahren nicht ausgeschlossen werden.

Risiken durch Unterstützungsprozesse

Qualifiziertes Personal ist einer der wichtigsten Pfeiler unserer Erfolgsgeschichte. Die Entwicklung unserer Mitarbeiter als auch Stellvertreterregelungen reduzieren die latenten Risiken aus dem Ausfall von Schlüsselpersonen bzw. Know-how-Trägern. Weitere identifizierte Risiken werden beobachtet und mit Steuerungsmaßnahmen, soweit möglich, vermindert.

Der Informationssicherheit (Datenvertraulichkeit und -integrität, Systemverfügbarkeit) wird hohe Bedeutung beigemessen. Die IT-Bereiche bei ZENTIS zeigen ein professionelles Fundament einer gelebten Praxis in Bezug auf Leistungserbringung, Qualität der erbrachten Dienstleistungen und Kosten, welches das IT-Management als «good practice» bezeichnet, also eine in Bezug auf die Größe, Geschäftstätigkeit und Komplexität leistungsfähige und angemessene IT. Ein Ausweichrechenzentrum als Notfallsystem wird vorgehalten und ein IT-Sicherheitsbeauftragter sorgt dafür, dass die bestehenden Richtlinien eingehalten werden.

Gesamtrisikoposition

Die konservative Entnahmepolitik der Gesellschafter und die solide Ertragslage sorgen für eine gute Risikotragfähigkeit.

Die obigen Ausführungen geben einen Einblick in umfassendes Risikoinventar der ZENTIS-Gruppe. Aus heutiger Sicht können die dokumentierten Risiken als beherrschbar bezeichnet werden.

Risiken, die im Rahmen des Identifikationsprozesses bisher noch nicht ermittelt werden konnten, bzw. Risiken, die gegenwärtig als weniger relevant bewertet wurden, könnten sich jedoch nachteilig auf ZENTIS auswirken.

Die Risiken werden quantitativ bewertet und die Gesamtrisikoposition mittels statistischer Verfahren im Zusammenwirken dargestellt.

V. Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns

1. Allgemeine Marktentwicklung

Insgesamt erwartet die Deutsche Bundesbank für Deutschland einen erneuten pandemiebedingten Rückgang im ersten Quartal 2022 gefolgt von einem kräftigen Wachstum im Projektionszeitraum 2022 bis 2024. Unter der Annahme, dass die Schutzmaßnahmen weitestgehend entfallen werden, wird der private Konsum in Deutschland erheblich steigen. Verstärkt wird die Entwicklung durch die während der Pandemie unfreiwillig aufgebauten Ersparnisse, die zusätzlich ausgegeben werden dürften. Zudem rechnet die Deutsche Bundesbank bis Ende 2022 mit der Auflösung von Lieferengpässen bei Vorprodukten sowie einem signifikanten Exportanstieg aufgrund von Auf- und Nachholeffekten. Für 2022 und 2023 wird ein kräftiges Wachstum des BIPs von 4 % bzw. 3 % prognostiziert. Das Vorkrisenniveau wird voraussichtlich Ende 2024 erst erreicht, wobei die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten in den letzten zwei Jahren des Projektionszeitraums überdurchschnittlich ausgelastet sein werden.

Gemäß der aktuellen Kaufkraftstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erfährt die Kaufkraft im Jahr 2022 in Deutschland seit Beginn der Pandemie erstmals einen deutlichen Anstieg. Die GfK rechnet mit einer Steigerung der Kaufkraft der Deutschen auf EUR 24.807 pro Kopf. Dies entspricht einem rechnerischen Plus von 4,3 % pro Kopf im revidierten Vorjahresvergleich.

Laut der GfK wirken sich die steigenden Inzidenzen und Inflation weiterhin negativ auf das Konsumklima aus, wobei der Abwärtstrend zu Beginn des Jahres 2022 zum Ende kommen soll. Der Konsumklimaindex beträgt im Januar -6,9 Punkte und wird sich im Februar voraussichtlich um 0,2 Punkte erhöhen. Nicht nur die Konjunktur- und Einkommenserwartung, sondern auch die Anschaffungsneigung haben sich im Januar gegenüber dem Vormonat verbessert. Die steigende Sparneigung verhindert einen deutlicheren Anstieg des Konsumklimas. Die GfK rechnet mit einer Erholung der Binnenkonjunktur, sobald sich das Infektionsgeschehen im Frühjahr beruhigt hat und Lieferengpässe behoben und Beschränkungen aufgehoben sind.

Der Sachverständigenrat sagt für 2022 günstige Wachstumsbedingungen im Euro-Raum voraus. Weitere Lockerungsschritte und die Normalisierung des Konsum- und Reiseverhaltens dürften dem Dienstleistungs- und Tourismusbereich starke Wachstumsimpulse geben. Einen Zuwachs des privaten Konsums könnte zudem durch den Abbau pandemiebedingter ungeplanter Ersparnisse entstehen. Das DIW geht davon aus, dass die Lieferengpässe allmählich gelöst werden und dass die Pandemie in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend an Bedeutung verlieren wird, sodass die wirtschaftliche Aktivität ab Mitte 2022 kaum mehr beeinträchtigt werden sollte. Günstige Finanzierungsbedingungen sowie die zunehmende Realisierung der europäischen Aufbau- und Resilienzpläne dürften außerdem für höhere Investitionsausgaben sorgen. Laut dem European Economic Forecast Winter 2022 wurden die Inflationsraten gegenüber der Herbstprognose nach oben korrigiert, da die Energiepreise voraussichtlich länger auf einem hohen Niveau bleiben werden und sich der Preisdruck auf mehrere Waren- und Dienstleistungskategorien ausweiten wird. Demnach wird die Inflationsrate im ersten Quartal 2022 ihren Höhepunkt erreichen und insgesamt voraussichtlich auf 3,5 % steigen, vorausgesetzt der Druck durch Versorgungsengpässe und Energiepreise lässt zum Jahresende hin nach. Im Jahresgutachten zum Strukturwandel wird für das Jahr 2022 ein Wachstum von 4,3 % im Euro-Raum prognostiziert. Die Risiken für die Wachstums- und Inflationsaussichten bestehen im Wesentlichen aus den geopolitischen Verschärfungen in Osteuropa und einem länger als angenommen andauernden Infektionsgeschehen, das zu neuen Unterbrechungen kritischer Lieferketten führen könnte. Auf der anderen Seite könnte der Verbrauch der privaten Haushalte stärker wachsen, wie es nach früheren Wellen zu beobachten war, während die durch die Fazilität für Konjunkturbelebung und Krisenbewältigung geförderten Investitionen einen stärkeren Konjunkturimpuls geben könnten.

Die kräftige wirtschaftliche Erholung im Jahr 2021 hat die russische Wirtschaft gemäß dem 46. Russia Economic Report der World Bank früher als erwartet auf das Vorkrisenniveau zurückgeführt. Das Wachstum wird für das kommende Jahr mit 2,4 % prognostiziert, was auf einen anhaltend starken Ölsektor zurückzuführen ist, bevor es sich 2023 weiter auf 1,8 % abschwächt. Aufgrund der geringen Impfquoten könnten im Jahr 2022 weitere Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich werden, die die Konjunktur erheblich belasten dürften und gegebenenfalls weitere fiskalische Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen erfordern. Sollte sich die Inflation hartnäckiger erweisen als erwartet oder die geldpolitischen Maßnahmen in den größeren Volkswirtschaften nicht wie erwartet eintreten, wird eine längere Straffung der Geldpolitik in Russland erforderlich sein, die sich ebenfalls negativ auf die Nachfrage und somit auf die Wachstumsaussichten auswirken wird. Eine Abschwächung des Wachstums geht von der privaten Nachfrage aus, da der Nachholbedarf abklingt und die höheren Zinssätze die Aufnahme neuer Kredite weniger attraktiv machen. Das Investitionswachstum wird voraussichtlich ab 2021 zurückgehen, aber relativ robust bleiben, wobei ein Anstieg der Investitionen im Bergbausektor erwartet wird. Aufgrund der steigenden Ölfördermengen rechnet die World Bank mit dem stärksten Wachstum im Industriesektor. Bis 2023 wird das Produktionsniveau voraussichtlich immer noch um 1,7 % unter dem Vorkrisenniveau liegen, was darauf hindeutet, dass die Pandemie noch nachwirkt.

Laut der Einschätzung des Sachverständigenrats dürfte das Wachstum in den USA im kommenden Jahr wieder stärker an Fahrt gewinnen, vorausgesetzt Engpässe werden allmählich gelöst, sodass die Industrieproduktion ihren Teil dazu beitragen kann. Fiskalpolitische Impulse könnten die Infrastrukturpakete geben, deren Wirkung in den Folgeperioden zum Tragen kommen wird. Demgegenüber stehen die rückläufigen pandemiebedingten Konjunkturpakete, die bereits im Jahresverlauf 2021 abgeschwächt sind. Die Inflationsrate wird laut dem DIW voraussichtlich auf 2 % sinken, sobald die pandemiebedingten Sondereffekte wegfallen und sich die Rohstoffpreise verringern. Bei einer fortdauernden wirtschaftlichen Erholung dürfte die Fed im kommenden Jahr den Leitzins erhöhen. Insgesamt wird ein Wachstum des BIPs von 3,5 % für 2022 und 2,1 % für 2023 prognostiziert.

Die oben stehenden Projektionen wurden vor dem Angriff auf die Ukraine erstellt und die Folgen sind laut dem DIW unabsehbar. Mit den einhergehenden Wirtschaftssanktionen des Westens kam es bereits zu einer drastischen Abwertung des Rubels, was insbesondere durch den Ausschluss einiger russischer Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT verschärft wurde. Infolge der geopolitischen Krise dürften fossile Energiepreise wie Öl und Gas deutlich ansteigen und somit zu einer weiteren Belastung der Wirtschaft führen. Zusammen mit der Unterbrechung der Transportwege, die die Lieferengpässe weiter verstärken wird und die Transportpreise aufgrund von Umwegen weiter steigen lässt, werden die Öl- und Gaspreiserhöhungen die Inflation - nicht nur in Deutschland - stärker anfeuern.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass das Infektionsgeschehen und die sich daraus ableitenden Folgen auch im Jahr 2022 maßgeblich das Konsumverhalten beeinflussen werden. Wir gehen aber weiterhin davon aus, dass insbesondere im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels keine pandemiebedingten Einschränkungen zu erwarten sind. Somit wird sich Corona in Bezug auf den privaten Konsum für unsere Entwicklung nicht merklich auswirken. Was die Marktentwicklungen für Fruchtjoghurts und Süße Fruchtaufstriche angeht, so ist von einem stagnierenden bis rückläufigen Trend auszugehen. Dies ist insbesondere auf den Wechsel des Konsumenten hin zu Milchalternativen und Naturjoghurts zurückzuführen. Nach einem lockdownbedingten Wachstum dürften sich die Absatzmengen im Bereich Süße Brotaufstriche weiterhin auf dem Vorkrisenniveau bewegen, wobei ein Trend zu zuckerreduzierter Konfitüre, palmölfreien Schokocremes sowie Erdnussbutter zu beobachten ist. Im Süßwarenbereich geht der Trend hin zu Saisonprodukten, edleren Zutaten sowie zuckerreduzierten Produkten. Wachstumsimpulse erwarten wir in den Bereichen Non-Dairy B2B und Food Service, welches sich mit den weiteren Öffnungsschritten erholen dürfte. Im Lockdown haben sich Konsumenten selbst wieder mit dem Thema Backen beschäftigt. Es bleibt daher spannend, ob sich daraus eine erhöhte Nachfrage nach neuen Produkten in den Bäckereien ergibt.

2. Zielsetzung des Konzerns

Die strategische Planung des Konzerns geht von einem moderaten Wachstum über die nächsten Jahre aus. Dieses soll einerseits aus der Entwicklung neuer Produkte für bestehende Kunden und andererseits durch den Eintritt in neue Märkte erreicht werden. Das Ziel der Eroberung neuer Märkte bedeutet aber auch, dass wir Chancen, die sich aus veränderten Verzehrgewohnheiten ergeben, nutzen und neue Kunden mit neuen Produkten und Konzepten beliefern wollen. Dabei wird der Fokus auch weiterhin im Bereich der genussvollen Ernährung liegen - die Ausweitung unserer Tätigkeit in völlig andere Bereiche ist nicht geplant.

Um unsere finanziellen Ziele zu erreichen, streben wir primär ein organisches Wachstum an. Die Möglichkeit, durch Kooperationen und Übernahmen zu wachsen, halten wir uns offen. Insgesamt wird sich unser Fokus im Wesentlichen auf die Nutzung organischer Wachstumsmöglichkeiten verschieben.

3. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Die großen Molkereien bleiben eine wichtige Säule unseres Geschäfts. Hier gilt es, die bestehenden Partnerschaften weiter zu stärken. Die exklusive Entwicklungsarbeit innerhalb der ZENTIS-Gruppe wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Konzern die Position als Innovationsführer am Markt weiter ausbauen und festigen können wird. Dies versetzt uns in die Lage, gezielt auf die Wünsche der Kunden bei Innovationen und Lösungen eingehen zu können.

Insgesamt sehen wir weiterhin unsere größten Risiken auf der Einkaufs- und Verkaufsseite. Preisentwicklungen und Lieferengpässe bei den Lieferanten sind nicht vorherzusehen und unterliegen sehr starken Schwankungen. Der herrschende Konkurrenzdruck und die stagnierenden Märkte mit einhergehenden Absatz- und Umsatzrückgängen, insbesondere im für Fruchtzubereitungen so wichtigen Fruchtjoghurtmarkt, sehen wir als Risiko.

Gleichzeitig ergeben sich aus geänderten Verzehrgewohnheiten neue Absatzchancen: Schlagworte wie Convenience, Food Service, fleischlose oder vegane Ernährung, Clean Label oder Bio stehen für Märkte, die künftig wachsen werden. Davon wollen wir profitieren, zumal wir davon ausgehen, dass auf diesen Märkten nicht nur ein Mengenwachstum zu realisieren ist, sondern auch attraktive Margen möglich sind.

Ein neu hinzu gekommenes Risiko ist die zunehmend unsichere Verfügbarkeit von Rohstoffen und Dienstleistungen. Dieses betrifft einige Rohstoffgruppen, aber auch Frachten, Maschinen und Ersatzteile und zunehmend auch qualifizierte Mitarbeiter.

Jenseits dieser Entwicklungen, die ihre Ursache auf den Einkaufs- und Absatzmärkten haben, treten geopolitische Risiken deutlich stärker in den Vordergrund. Der Krieg in der Ukraine inklusive der daraus folgenden Sanktionsmaßnahmen gegen Russland stellen ein potenzielles Ertragsrisiko dar, welches insbesondere den Wegfall des von der ZENTIS-Gruppe bisher erzielten Umsatzes und Ertrags auf dem russischen Markt betrifft. Darüber hinaus ergeben sich hieraus auch weitere Ertragsrisiken durch steigende Energiepreise sowie mögliche Zusatzkosten im Falle einer erforderlichen Stilllegung der russischen Konzerngesellschaft.

4. Prognose

Für das Geschäftsjahr 2022 wird von einer weiterhin anhaltenden schwierigen Branchenentwicklung in den für die ZENTIS-Gruppe zentralen Märkten ausgegangen. Trotzdem gehen wir von einem leichten Wachstum des Umsatzes auf Mio. EUR 685 aus. Diese Entwicklung wird von allen Gesellschaften der ZENTIS-Gruppe mitgetragen, wobei die Hauptursache nicht in einem Absatzwachstum liegt. Vielmehr steigen die Rohwarenpreise stark an und die sich daraus ergebenden Preiserhöhungen für unsere Kunden führen zu dem beschriebenen Wachstum. Anders ausgedrückt handelt es sich hierbei primär um einen durch steigende Fruchtpreise erzeugten inflationären Effekt.

Wir rechnen mit einem Wachstum der Gesamtleistung von 8,5 % und einer EBIT-Marge von 0,9 %. Im Vorjahresvergleich kommt es aufgrund steigender Kosten und des weiter verschärften Wettbewerbs zu einem Rückgang der operativen Marge. Dieser Rückgang folgt primär dem Preisdruck auf unseren wichtigsten Märkten sowie stark steigenden Kosten für Rohstoffe. Der anhaltende Marktrückgang in den letzten Jahren sorgt für ein allmähliches Entstehen von Überkapazitäten, deren Ergebnis teilweise massive Preiskämpfe sind. Insbesondere volumenstarke Artikel können teilweise nur noch zu Preisen vermarktet werden, die keine Vollkostendeckung erlauben. Dieses ist in unserer Planung und den oben genannten Werten berücksichtigt. Wir begegnen diesem Preisdruck mit verstärkten Bemühungen um Effizienzsteigerungen und der Entwicklung innovativer Artikel, bei denen der Preisdruck geringer ist.

Wie oben erwähnt steigen die Beschaffungskosten im Jahr 2022 weiter stark an. Das betrifft einige Fruchtsorten, allerdings auch Energie, Frachten und Instandhaltungsleistungen.

Zwischenzeitlich stellt sich die Situation jedoch besser als erwartet dar. Bis Februar 2022 konnte trotz einer Verfehlung des Absatzziels ein um rund Mio. EUR 0,8 über dem Plan liegendes EBIT erzielt werden. Sollte sich diese Ergebnisentwicklung weiter fortsetzen, ist auch die Erreichung einer EBIT-Marge von 2,3 % möglich.

In diesen Einschätzungen sind Effekte aus dem aktuellen Konflikt in der Ukraine bisher nicht enthalten. Neben den oben bereits beschriebenen Risiken durch den drohenden Wegfall unseres Geschäfts mit und in Russland könnten insbesondere weiter steigende Kosten für Energie und Rohstoffe, die in der Ukraine angebaut werden, sowie mögliche Restrukturierungsmaßnahmen für die russische Gesellschaft unsere Umsätze und Erträge weiter belasten. Eine Quantifizierung dieser Effekte ist aufgrund der unsicheren Lage momentan aber noch nicht möglich.

5. Geplante Investitionen

Das geplante Investitionsbudget für das Geschäftsjahr 2022 beträgt insgesamt Mio. EUR 18,0. Anders als in den Vorjahren gibt es nicht ein oder zwei dominierende Projekte mit hohem Budget, sondern eine Vielzahl kleiner und mittlerer Projekte. Schwerpunkt sind unverändert Investitionen zur Effizienzsteigerung und Digitalisierung.

 

Aachen, den 17. März 2022

ZENTIS GmbH & Co. KG, Aachen
vertreten durch die
ZENTIS BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG, Aachen

Die Geschäftsführung

Karl-Heinz Johnen

Norbert Weichele

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.917.506,44 19.021.438,40
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.751.262,92 4.031.065,07
3. Geleistete Anzahlungen 2.079.757,27 843.719,96
  23.748.526,63 23.896.223,43
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 57.283.189,99 53.713.219,72
2. Technische Anlagen und Maschinen 41.317.405,10 36.950.251,30
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 38.569.187,54 38.288.525,51
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 15.456.164,94 13.560.666,13
  152.625.947,57 142.512.662,66
III. Finanzanlagen    
1. Beteiligungen 3.840.027,21 3.216.836,73
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.119.083,33 2.000.000,00
3. Sonstige Ausleihungen 12.595,13 17.038,10
  5.971.705,67 5.233.874,83
  182.346.179,87 171.642.760,92
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 83.562.516,97 62.845.630,18
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 6.510.061,61 6.768.382,20
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 28.623.480,31 21.085.936,36
4. Geleistete Anzahlungen 49.398,18 36.779,93
  118.745.457,07 90.736.728,67
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 95.770.520,67 93.337.744,48
2. Forderungen gegen die Komplementärin 2.205.680,38 2.329.812,10
3. Sonstige Vermögensgegenstände 12.410.261,68 5.745.128,39
  110.386.462,73 101.412.684,97
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 9.224.048,45 33.025.362,85
  238.355.968,25 225.174.776,49
C. Rechnungsabgrenzungsposten 551.149,29 791.707,19
D. Aktive latente Steuern 3.406.493,61 10.197.690,39
  424.659.791,02 407.806.934,99

Passiva

   
31.12.2021
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital    
I. Kapitalanteile    
1. Festkapital 20.000.000,00 20.000.000,00
2. Sonderkonten 143.886.121,36 147.933.811,10
  163.886.121,36 167.933.811,10
II. Konzernrücklagen 95.862.408,15 95.975.103,20
III. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 4.511.117,19 -745.487,03
IV. Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss) 3.157.577,49 2.001.466,35
  261.102.069,21 265.164.893,62
B. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen 35.093.821,75 31.610.732,32
2. Steuerrückstellungen 2.378.520,35 1.959.958,34
3. Sonstige Rückstellungen 31.785.800,43 33.418.011,10
  69.258.142,53 66.988.701,76
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22.925.148,55 13.094.774,62
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 154.592,94 212.301,22
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 65.066.035,25 55.850.766,73
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.478.583,96 4.815.512,43
  92.624.360,70 73.973.355,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.199.342,88 1.428.972,75
E. Passive latente Steuern 475.875,70 251.011,86
  424.659.791,02 407.806.934,99

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
EUR
Vorjahr
EUR
1. Umsatzerlöse 625.345.853,56 608.182.508,30
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 5.613.114,98 1.202.364,71
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 379.699,82 133.222,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 15.753.155,45 9.818.823,24
5. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 393.716.252,68 367.027.944,98
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 7.339.057,33 5.376.119,14
6. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 97.136.811,53 98.924.140,88
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 16.347.154,90 16.057.889,23
davon für Altersversorgung: EUR 867.375,64 (Vorjahr: TEUR 1.318)    
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 19.193.151,55 22.569.826,91
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 93.414.406,61 90.307.285,12
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 894.810,20 231.193,42
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12.914.155,81 13.040.043,85
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 3.602.127,000 (Vorjahr: TEUR 3.265)    
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 9.687.030,23 2.876.529,03
davon latente Steuern: EUR 7.312.989,72 (Vorjahr: TEUR -3.809)    
12. Ergebnis nach Steuern -1.761.386,63 3.388.332,53
13. Sonstige Steuern 1.396.190,86 1.386.866,18
14. Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss) 3.157.577,49 2.001.466,35

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss der ZENTIS GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2021 ist auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches erstellt worden. Die ZENTIS GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Aachen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Aachen mit der Nummer HRA 120.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Gliederungsschema nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

In der Konzernbilanz wurde eine Anpassung der Vorjahreszahlen zur Korrektur eines unzutreffenden Ausweises vorgenommen. Dies betrifft einerseits die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, deren Saldo um TEUR 2.000 auf TEUR 2.000 erhöht wurde, sowie andererseits die Forderungen gegen die Komplementärin, deren Saldo entsprechend um TEUR 2.000 auf TEUR 2.330 reduziert wurde. Entsprechend wurde auch eine Anpassung der Kapitalflussrechnung vorgenommen, indem die im Vorjahr erfolgte Auszahlung aus der Ausreichung der Ausleihung dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit anstelle der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet wurde. Darüber hinaus wurde im Anlagenspiegel der Vortragswert der Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, auf TEUR 2.000 angepasst.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung erfolgt nach den geltenden handelsrechtlichen Vorschriften unter Berücksichtigung der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die auf den vorhergehenden Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Im Einzelnen wird nach den folgenden Grundsätzen bilanziert:

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden dabei entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear über einen Zeitraum von 15 Jahren, die sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände über einen Zeitraum von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - und soweit abnutzbar -vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Festlegung der Abschreibungssätze der Vermögensgegenstände erfolgt entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Dabei werden grundsätzlich Nutzungsdauern von drei bis 25 Jahren angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen ausschließlich nach der linearen Methode. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit den Gegenständen am Bilanzstichtag ein niedrigerer Wert beizulegen ist. Die Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten, Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst.

Seit 2018 werden Vermögensgegenstände mit einem Einzelanschaffungspreis bis EUR 800,00 im Anschaffungsjahr sofort voll abgeschrieben. Unter Berücksichtigung dessen beliefen sich diese Abschreibungen für 2021 insgesamt auf TEUR 317 (Vorjahr: TEUR 208).

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Bei voraussichtlich nur vorübergehender Wertminderung werden keine Abschreibungen auf den Buchwert vorgenommen.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bzw. Marktpreisen am Bilanzstichtag unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Anschaffungskosten werden als gleitender Durchschnitt ermittelt. Für Rohstoffe und Verpackungsmaterialien wurden zum Bilanzstichtag Abschläge als Ergebnis einer Gängigkeitsanalyse vorgenommen.

Der Konzern wendet für Hilfs- und Betriebsstoffe zum Teil das Festwertverfahren an. Die zu Festwerten angesetzten Hilfs- und Betriebsstoffe werden im Abstand von mindestens drei Jahren körperlich aufgenommen. Die letzte Inventur dieser Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zum Ende des Geschäftsjahres 2019.

Entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe bilanziert. Sie werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionsrechte werden zum Erinnerungswert angesetzt, deren Marktwert zum Stichtag TEUR 307 beträgt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden entsprechend ihrem Fertigungsstand zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten, Material- und Fertigungsgemeinkosten, den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst, sowie Verwaltungskosten.

Für Minderqualitäten bei fertigen Erzeugnissen des Großgebinde-Bereichs wird bei den ausländischen Tochtergesellschaften eine Pauschalwertberichtigung von 1,47 % (Vorjahr: 1,39 %) und bei der ZENTIS GmbH & Co. KG von ebenfalls 1,47 % (Vorjahr: 1,30 %) gebildet. Bei fertigen Erzeugnissen des Kleingebinde- und Süßwaren-Bereichs beträgt die Pauschalwertberichtigung jeweils 0,5 % (Vorjahr: 0,5 %). Bei unfertigen Erzeugnissen wird wie im Vorjahr eine Pauschalwertberichtigung von jeweils 0,5 % für Großgebinde und Kleingebinde gebildet. Für fertige Erzeugnisse im Kleingebinde- und Süßwarenbereich wurden daneben Abwertungen im Rahmen der verlustfreien Bewertung vorgenommen.

Die Handelswaren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bzw. Marktpreisen am Bilanzstichtag angesetzt.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen entsprechen die Bilanzwerte den Nominalbeträgen unter Berücksichtigung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen. Da in der Vergangenheit keine wesentlichen Forderungsausfälle zu verzeichnen waren, die nicht über die Warenkreditversicherung oder die gebildeten Einzelwertberichtigungen abgedeckt waren, wird bei den deutschen Gesellschaften auf die Bildung einer Pauschalwertberichtigung verzichtet.

Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden zunächst mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt der Ersteinbuchung und am Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert angesetzt. Fremdwährungsguthaben werden zunächst mit dem Referenzkurs der EZB am Transaktionstag und am Abschlussstichtag mit dem Referenzkurs der EZB am Bilanzstichtag bewertet.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitbedarf.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt, soweit dies nach § 274 HGB zulässig ist, sowie für zeitliche Unterschiede zwischen den Wertansätzen in Handelsbilanz (HB) und HB II aufgrund von Anpassungen an die konzerneinheitliche Bilanzierung. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Ermittlung der primären latenten Steuern erfolgt auf Basis der lokalen unternehmensindividuellen Steuersätze. Von dem Wahlrecht zum Ansatz des aktiven latenten Steuerüberhangs aufgrund sich ergebender Steuerentlastungen wird für die primären latenten Steuern im vorliegenden Konzernabschluss Gebrauch gemacht. Dabei erfolgt eine Saldierung der primären latenten Steuern auf Gesellschafts- bzw. Organkreisebene.

Sofern infolge der Schuldenkonsolidierung, der Zwischenergebniseliminierung oder sonstiger Konsolidierungsmaßnahmen zeitliche Differenzen entstehen, werden hierauf gemäß § 306 HGB latente Steuern angesetzt. Für die Ermittlung der sekundären latenten Steuern wurde unverändert zum Vorjahr ein einheitlicher Steuersatz von 25 % zu Grunde gelegt. Die sekundären latenten Steuern werden mit den primären latenten Steuern zusammengefasst.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen am Bilanzstichtag. Sie sind in der Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst, wobei Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes im Finanzergebnis ausgewiesen werden.

Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Projected Unit Credit Method (PuC-Methode) berechnet. Dabei sind der Rententrend mit unverändert 1,5 % p.a. sowie eine alters- und dienstzeitabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit von durchschnittlich 0,0 % bis 10,92 % für die verschiedenen Leistungspläne berücksichtigt. Als Rechnungszins wurde der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre verwendet (Bundesbankzins), der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt und der zum 31. Dezember 2021 1,87 % p.a. beträgt. Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB zum 31. Dezember 2021 beträgt TEUR 3.933 (Vorjahr: TEUR 4.903).

Es wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.

Aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen zum 1. Januar 2010 ergab sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 2.680. Aufgrund des Wahlrechts gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wurden im Geschäftsjahr 2021 TEUR 179 (1/15 des zum 1. Januar 2010 ermittelten Unterschiedsbetrags) den Pensionsrückstellungen zugeführt. Die verbleibende Unterdeckung zum 31. Dezember 2021 beträgt TEUR 536.

Rückstellungen für Altersteilzeit- und Sterbegeldverpflichtungen werden nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutsche Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt und der zum 31. Dezember 2021 1,35 % beträgt.

Die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen wurden unter Zugrundelegung eines Gehaltstrends von 2,0 % p.a. sowie der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt.

Die Sterbegeldverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Projected Unit Credit Method (PuC-Methode) berechnet. Es wurden ein Gehaltstrend von 2,0 % p.a. sowie eine alters- und dienstzeitabhängige durchschnittliche Fluktuationswahrscheinlichkeit von 3,72 % bis 4,25 % berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden zunächst mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt der Ersteinbuchung und am Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitbedarf.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren in Staffelform erstellt.

3. Konsolidierungskreis

Nach der Methode der Vollkonsolidierung sind in den Konzernabschluss der ZENTIS GmbH & Co. KG mit folgenden Ausnahmen alle Unternehmen einbezogen, auf die die ZENTIS GmbH & Co. KG einen beherrschenden Einfluss ausüben kann: Auf die Einbeziehung der in 2015 gegründeten Zuckerkartell-Geschädigte Klage GmbH & Co. KG, Celle, sowie der Zuckerkartell-Geschädigte Verwaltungs-GmbH, Celle, an denen die ZENTIS GmbH & Co. KG mit jeweils 80,1 % beteiligt ist, wurde gem. § 296 Abs. 2 S. 1 HGB verzichtet, da deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns aufgrund ihrer nur geringfügigen Geschäftstätigkeit einzeln und in ihrer Gesamtheit von untergeordneter Bedeutung ist.

Im Jahr 2021 wurde die ZENTIS Fruit Solutions GmbH, Aachen, gegründet, an der die ZENTIS GmbH & Co. KG mittelbar zu 100 % beteiligt ist, und erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Die Veränderung des Konsolidierungskreises hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit mit den Vorjahresangaben.

Übersicht der neben der ZENTIS GmbH & Co. KG vollkonsolidierten Unternehmen des ZENTIS-Konzerns zum 31. Dezember 2021:

Gesellschaft Sitz Anteil (unmittelbar/mittelbar) der ZENTIS GmbH & Co. KG am Kapital in %
Allfrucht Vertriebs GmbH Düsseldorf 100
Obstbauern Nahrungsmittel GmbH Aachen 100
Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG Aachen 100
ZENTIS Holding GmbH Aachen 100
Zentis Logistik Service GmbH Aachen 100
Zentis Süßwaren GmbH & Co. KG Aachen 100
Zentis Süßwaren Verwaltungs-GmbH Aachen 100
ZENTIS Ventures GmbH Aachen 100
Zentis Verwaltungs GmbH Aachen 100
ZENTIS Fruit Solutions GmbH Aachen 100
Zentis Polska Sp. z o.o. Siedlce, Polen 100
OOO Zentis Russland Moskau, Russland 100
Zentis Holding Kft. Drégelypalánk, Ungarn 100
Zentis Hungária BT Drégelypalánk, Ungarn 100
Zentis North America LLC Philadelphia/Pennsylvania, USA 100
Zentis North America Holding LLC Plymouth/Indiana, USA 100

4. Konsolidierungsgrundsätze

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden zunächst unter Beachtung der jeweiligen nationalen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften aufgestellt. Sofern sich daraus wesentliche Abweichungen zu einer Bilanzierung nach dem deutschen Handelsrecht bzw. der konzerneinheitlichen Bilanzierung ergaben, wurden die ausländischen Abschlüsse an das deutsche Handelsrecht bzw. die konzerneinheitliche Bilanzierung angepasst.

Abweichend vom Jahresabschluss der ZENTIS GmbH & Co. KG wird im Konzernabschluss vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 HGB bei aktiven latenten Steuern Gebrauch gemacht. Daneben werden im Konzernabschluss für Sachanlagen teilweise vom Jahresabschluss der ZENTIS GmbH & Co. KG abweichende Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Die Abweichungen erfolgen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen besser entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des ZENTIS-Konzerns.

Alle konsolidierten Unternehmen haben als Abschlussstichtag wie die ZENTIS GmbH & Co. KG den 31. Dezember.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für alle Tochtergesellschaften, die seit dem 1. Januar 2010 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen werden, nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB auf den Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Hierbei erfolgt die Verrechnung des Beteiligungsansatzes mit dem Eigenkapital des Tochterunternehmens, das dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht, der diesen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung beizulegen war.

Für Tochterunternehmen, die vor dem 1. Januar 2010 erworben wurden, haben wir die Kapitalkonsolidierung überwiegend auf den Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB a.F. durch Verrechnung des Beteiligungsansatzes mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens durchgeführt.

Aktive Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Für die Sweet Ovations LLC, Philadelphia/Pennsylvania, USA, die im Jahr 2017 mit der Zentis North America Operating LLC verschmolzen und umbenannt wurde in Zentis North America LLC, ergab sich aus der Erstkonsolidierung zum 1. November 2012 ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 19.760 (TUSD 25.635) nach Aufdeckung stiller Reserven in den immateriellen Vermögensgegenständen (Kundenstamm in Höhe von TEUR 3.083) sowie in den Sachanlagen (TEUR 3.802). Die planmäßige Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes belief sich im Geschäftsjahr auf TEUR 615. Unter Berücksichtigung von Währungseffekten ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Geschäfts- oder Firmenwert für die Sweet Ovations LLC von TEUR 3.751. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wird auf 15 Jahre geschätzt. Diese Schätzung basiert auf der Dauer der Verwertbarkeit von vorhandenem branchenspezifischen Know-how und der durchschnittlichen Dauer der Kunden- und Lieferantenbeziehungen.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Kundenstamms wurde aufgrund der hohen Kundenloyalität und der langlebigen Kundenbeziehungen in der Branche ebenfalls auf 15 Jahre geschätzt.

Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des Konzerns werden aufgerechnet, Umsätze, Aufwendungen und Erträge eliminiert.

Die in den Vorräten aus konzerninternen Lieferungen enthaltenen wesentlichen Zwischenergebnisse wurden eliminiert. Die wesentlichen Zwischenergebnisse aus gruppeninternen Lieferungen von Gegenständen des Sachanlagevermögens, die nicht als Eigenleistung aktivierungsfähig sind, sowie daraus resultierende Abschreibungen wurden eliminiert.

Die Erträge aus konzerninternen Ausschüttungen wurden eliminiert.

Bei der Einbeziehung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften erfolgt die Währungsumrechnung für die Posten der Konzernbilanz mit Ausnahme des Eigenkapitals mit dem Stichtagskurs und für die Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Periodendurchschnittskurs, Umrechnungsunterschiede werden ergebnisneutral behandelt und gesondert innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital sowie die in Vorjahren dotierten Rücklagen werden mit dem historischen Kurs umgerechnet.

Als Umrechnungskurse wurden folgende Devisenkurse zugrunde gelegt:

Kurs zum
Land Einheiten Kürzel Jahresdurchschnittskurs 31.12.2021 31.12.2020
Polen 100 PLN 21,904800 21,753800 21,931300
Ungarn 100 HUF 0,278924 0,270863 0,274808
Russland 100 RUB 1,147360 1,172327 1,093289
USA 1 USD 0,845523 0,882924 0,814930

5. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Zusammensetzung sowie die Bewegungen des Anlagevermögens sind dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

Umlaufvermögen

In den sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Betrag von TEUR 395 (Vorjahr: TEUR 386) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Unter den Forderungen gegen die Komplementärin wird wie im Vorjahr das Verrechnungskonto für den Liefer- und Leistungsverkehr mit der ZENTIS BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG, Aachen, ausgewiesen.

Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 3.406 (Vorjahr: TEUR 10.198) angesetzt und entfallen mit TEUR 2.792 (Vorjahr: TEUR 2.102) mehrheitlich auf Bewertungsunterschiede bei Konzerngesellschaften, die aus zeitlichen Differenzen im Anlagevermögen, Umlaufvermögen und bei den Rückstellungen resultieren. Die Bewertung erfolgte mit dem jeweiligen lokalen Steuersatz, der zwischen 9,0 % und 32,45 % beträgt. Zusätzlich wurden aktive latente Steuern von TEUR 614 (Vorjahr: TEUR 640) gebildet, die auf die sekundären latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen entfallen (überwiegend aus der Zwischenergebniseliminierung) und mit dem Konzernsteuersatz von 25 % bewertet wurden.

Im Vorjahr entfielen darüber hinaus aktive latente Steuern von insgesamt TEUR 7.455 auf den Organkreis der Zentis North America LLC, Zentis North America Holding LLC und der Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG. Diese resultierten aus Steuervorteilen aus steuerlichen Verlustvorträgen sowie aus zeitlichen Bewertungsunterschieden immaterieller Vermögensgegenstände, Vorräte, Forderungen und Rückstellungen und wurden mit passiven latenten Steuern dieses Organkreises saldiert, die auf die zeitlichen Differenzen im Sachanlagevermögen und in den Verbindlichkeiten entfielen. Die Bewertung erfolgte im Vorjahr mit dem lokalen Steuersatz für Indiana/USA in Höhe von 25,0 %. Aufgrund der steuerlichen Verluste in den letzten Jahren wurde im Jahr 2021 eine Wertberichtigung auf den aktiven Steuerüberhang dieses Organkreises vorgenommen, so dass zum Bilanzstichtag ein passiver Überhang von TEUR 288 für diesen Organkreis verbleibt.

Eigenkapital

Die Kapitalanteile umfassen mit TEUR 20.000 (Vorjahr: TEUR 20.000) das Festkapital und mit TEUR 143.886 (Vorjahr: TEUR 147.934) die Sonderkonten der Gesellschafter der ZENTIS GmbH & Co. KG.

Das Konzerneigenkapital hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

TEUR
1. Januar 2021 265.165
Veränderung Sonderkonten ZENTIS GmbH & Co. KG (ohne Gewinnverteilung) -6.162
Veränderung Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 5.257
Konzernjahresfehlbetrag 2021 -3.158
31. Dezember 2021 261.102

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Rücklagen beinhalten insbesondere den Konzerngewinnvortrag (TEUR 85.850; Vorjahr: TEUR 85.963), bisherige Anpassungen aus konzerneinheitlicher Bewertung (unverändert TEUR 9.384), verrechnete Unterschiedsbeträge (TEUR -1.531) und die Anpassungsbeträge in Höhe von unverändert TEUR 2.159, die sich aus der geänderten Ausübung des Ansatzwahlrechts für aktive latente Steuern im Jahr 2010 ergaben und im Rahmen des Artikels 67 Abs. 6 S. 1 EGHGB erfolgsneutral den Konzernrücklagen zugeführt wurden.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Beträge für Rückvergütungen und Werbekostenzuschüsse (TEUR 11.696; Vorjahr: TEUR 12.848), rückständige Urlaubsansprüche (TEUR 4.230; Vorjahr: TEUR 3.627), Werks- und Zielprämien (TEUR 2.004; Vorjahr: TEUR 2.356) sowie Altersteilzeitverpflichtungen (TEUR 1.545; Vorjahr: TEUR 1.670). Im Übrigen sind in den sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 3.865; Vorjahr: TEUR 4.418) enthalten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr setzen sich wie folgt zusammen:

Art der Verbindlichkeit 31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Kreditinstitute 22.925 13.095
Erhaltene Anzahlungen 154 212
Lieferungen und Leistungen 65.066 55.851
Sonstige Verbindlichkeiten 4.479 4.815
(davon aus Steuern) (842) (399)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (368) (321)
  92.624 73.973

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen wie im Vorjahr nicht.

Zur Besicherung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 12.567 (Vorjahr: TEUR 10.315) wurden Pfandrechte an den Vermögensgegenständen der Zentis North America LLC und der Zentis North America Holding LLC gewährt. Die restlichen Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr unbesichert.

Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern von TEUR 476 (Vorjahr: TEUR 251) betreffen mit TEUR 288 (Vorjahr: TEUR 0) zeitliche Bewertungsunterschiede im Organkreis der Zentis North America LLC, Zentis North America Holding LLC und der Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG, Aachen sowie mit TEUR 188 (Vorjahr: TEUR 251) zeitliche Differenzen bei der Zentis Polska Sp. z o.o., Siedlce, Polen. Für die Bewertung wurde der jeweilige lokale Steuersatz (23,5 % bzw. 19,0 %) zugrunde gelegt.

6. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse teilen sich wie folgt auf:

Umsatzerlöse nach strategischen Geschäftsfeldern 2021
EUR
2020
EUR
Milch 393.423.222 390.970.416
Non-Dairy B2B 96.489.587 83.874.552
Süße Brotaufstriche 90.073.443 86.773.840
Süßwaren 38.682.893 39.877.466
Sonstige 6.676.709 6.686.234
  625.345.854 608.182.508
Umsatzerlöse nach regionalen Märkten    
Europa 462.052.737 454.912.438
Amerika 160.507.092 150.493.223
Asien 1.117.655 1.265.372
Australien & Afrika 1.668.370 1.511.475
  625.345.854 608.182.508

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge von außergewöhnlicher Bedeutung gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 23 HGB in Höhe von TEUR 4.787, die aus einer in den USA gewährten Corona-Beihilfe in Form eines Darlehensverzichts resultieren. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge im Wesentlichen Erträge aus Währungskursdifferenzen (TEUR 4.232; Vorjahr: TEUR 3.328) sowie periodenfremde Erträge (TEUR 3.007; Vorjahr: TEUR 1.734), die in erster Linie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen.

Personalaufwand

Der Personalaufwand enthielt im Vorjahr Abfindungen aus einem Sozialplan von TEUR 3.844, die Aufwendungen außergewöhnlicher Bedeutung nach § 314 Nr. 31 HGB darstellten.

Abschreibungen

Im Vorjahr erfolgte eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert bei der Zentis North America Holding LLC in Höhe von TEUR 4.378, die Aufwendungen außergewöhnlicher Bedeutung nach § 314 Nr. 31 HGB darstellte.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Zuführung zu Einzelwertberichtungen auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 1.826 (Vorjahr: TEUR 15), Währungskursdifferenzen in Höhe von TEUR 1.729 (Vorjahr: TEUR 4.016) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 610 (Vorjahr: TEUR 4.237) enthalten.

Darüber hinaus werden wie im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von TEUR 179 ausgewiesen, die aus dem Mindestansammlungsbetrag nach Art. 67 Abs. 1 und 2 EGHGB (1/15 des ursprünglichen Unterschiedsbetrags) für die Pensionsrückstellungen resultieren.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen mit TEUR 728 (Vorjahr: TEUR 0) vorangegangene Perioden.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge von TEUR 1.176 (Vorjahr: Aufwendungen von TEUR 625) enthalten, die sich auf vorangegangene Perioden beziehen.

Darüber hinaus beinhalten die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag einen Betrag von TEUR 7.979, der Aufwendungen außergewöhnlicher Bedeutung nach § 314 Nr. 31 HGB darstellt und sich auf die Wertberichtigung in Vorjahren gebildeter aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge im Organkreis der Zentis North America LLC, Zentis North America Holding LLC und der Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG bezieht.

7. Sonstige Angaben

a. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Folgende wesentliche Anpassungen der Vorjahreszahlen in der Konzernkapitalflussrechnung wurden im Sinne einer sachgerechten Darstellung vorgenommen:

Zahlungsunwirksame Währungskurseffekte im Anlagevermögen (TEUR -6.023; Vorjahr: TEUR 8.706) werden im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und nicht mehr im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.

Im Vorjahr im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit irrtümlich ausgewiesene Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten (TEUR 3.159) wurden mangels erfolgter Kreditaufnahme in den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit umgegliedert.

b. Haftungsverhältnisse

Zugunsten einer Treuhandgesellschaft hat die ZENTIS-Gruppe zur Sicherung von Arbeitnehmeransprüchen unbefristete Zahlungsbürgschaften in Höhe von TEUR 1.450 (Vorjahr: TEUR 1.450) und TEUR 300 (Vorjahr: TEUR 300) ausgereicht.

Auf Basis der aktuellen Situation sowie der Finanz- und Ertragsplanungen für die Treuhandgesellschaft rechnet die ZENTIS-Gruppe nicht mit einer Inanspruchnahme aus diesem Haftungsverhältnis.

c. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 16.614 (Vorjahr: TEUR 17.327) haben eine Mindestlaufzeit von 1 bis 9 Jahren und setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021
TEUR
Verpflichtungen aus  
- Miet- & Leasingverträgen - Immobilien 4.832
- Miet- & Leasingverträgen - BGA 3.930
- Lizenzen 770
- Serviceverträgen 7.076
- Sonstigen Verträgen 6
  16.614

Die Miet- und Leasingverträge betreffen neben der Betriebs- und Geschäftsausstattung auch Gebäude. Das Eingehen dieser Verträge trägt zur Verringerung der Kapitalbindung bei und belässt das Investitionsrisiko beim Leasinggeber.

d. Beirat

Der Beirat setzt sich wie folgt zusammen:

Walter Döring (Vorsitzender)

Dr. Thomas Goerdt (stellvertretender Vorsitzender)

Henner Klein (bis 30. April 2021)

Martina Sandrock

Christoph Zentis

Ulrich Harnacke

Martine Snels (seit 1. Januar 2021)

Christian Kessy (seit 1. Mai 2021)

Die Beiratsmitglieder erhielten im Geschäftsjahr für ihre Tätigkeit eine Vergütung in Höhe von insgesamt TEUR 199.

e. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der ZENTIS GmbH & Co. KG wird durch die persönlich haftende Gesellschafterin, die ZENTIS BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG, Aachen, mit einem gezeichneten Kapital von TEUR 800 wahrgenommen. Sie ist nicht am Gesellschaftskapital der ZENTIS GmbH & Co. KG beteiligt. Die Geschäftsführer der ZENTIS BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG, Aachen, waren im Berichtsjahr die Herren

Karl-Heinz Johnen, Aachen Geschäftsführer Marketing und Vertrieb
Norbert Weichele, Aachen Geschäftsführer Produktion, Finanzen und IT

Auf die Angabe der Bezüge der aktiven Geschäftsführung für das Jahr 2021 wird unter Inanspruchnahme von § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Im Jahr 2021 wurden Bezüge an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebene in Höhe von TEUR 294 entrichtet. Darüber hinaus ist in den Pensionsrückstellungen zum Bilanzstichtag ein Betrag von TEUR 695 für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung enthalten. Ein Anteil von TEUR 72 aus der zum 31. Dezember 2021 verbleibenden Unterdeckung aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen zum 1. Januar 2010 entfällt auf ehemalige Geschäftsführer.

f. Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2021:

2021 Vorjahr
Gewerbliche Mitarbeitende 1.345 1.352
Angestellte 637 681
Gesamt 1.982 2.033

g. Abschlussprüferhonorar

Das von dem Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 129 und betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

h. Befreiungsvorschriften nach HGB

Folgende deutsche Tochterunternehmen nehmen für das Geschäftsjahr 2021 die Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264 b HGB in Anspruch:

Allfrucht Vertriebs GmbH

Obstbauern Nahrungsmittel GmbH

ZENTIS GmbH & Co. KG

Zentis Logistik Service GmbH

ZENTIS Ventures GmbH

Zentis Süßwaren GmbH & Co. KG

ZENTIS Fruit Solutions GmbH

Zentis Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG

8. Nachtragsbericht

Der Krieg in der Ukraine inklusive der daraus folgenden Sanktionsmaßnahmen gegen Russland stellen ein schwer kalkulierbares Ertragsrisiko für die ZENTIS-Gruppe dar. Der Umsatz auf dem russischen Markt betrug im Jahr 2021 rund Mio. EUR 21. Neben dem Risiko des Verlustes eines Großteils dieses Umsatzes im Jahr 2022 ergeben sich weitere Risiken aus möglichen Zusatzkosten im Falle einer erforderlichen vorübergehenden Stilllegung der russischen Konzerngesellschaft, der RUB-Entwicklung sowie steigenden Energiekosten. Wir verweisen diesbezüglich auch auf die Risikoberichterstattung im Konzernlagebericht.

 

Aachen, den 17. März 2022

ZENTIS GmbH & Co. KG, Aachen
vertreten durch die
ZENTIS BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG, Aachen

Die Geschäftsführung

Karl-Heinz Johnen

Norbert Weichele

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Bruttobuchwerte
Stand am 1.1.2021
EUR
Kursdifferenz
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände            
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 52.765.583,49 703.751,48 1.286.188,06 448.699,06 519.253,03 54.684.969,06
2. Geschäfts- oder Firmenwert 23.918.259,10 1.807.070,63 0,00 0,00 0,00 25.725.329,73
3. Geleistete Anzahlungen 843.719,96 24.393,04 1.572.205,38 -359.601,95 959,16 2.079.757,27
  77.527.562,55 2.535.215,15 2.858.393,44 89.097,11 520.212,19 82.490.056,06
II. Sachanlagen            
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 131.679.481,64 2.863.896,83 1.666.518,69 2.350.553,80 86.874,76 138.473.576,20
2. Technische Anlagen und Maschinen 184.873.572,82 2.206.171,72 3.143.751,11 5.873.329,20 1.843.345,39 194.253.479,46
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 155.845.059,29 3.077.799,49 5.611.074,84 653.725,31 3.927.882,52 161.259.776,41
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 13.560.666,13 418.277,79 11.546.298,08 -8.966.705,42 1.102.371,64 15.456.164,94
  485.958.779,88 8.566.145,83 21.967.642,72 -89.097,11 6.960.474,31 509.442.997,01
III. Finanzanlagen            
1. Beteiligungen 3.216.836,73 0,00 623.190,48 0,00 0,00 3.840.027,21
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.000.000,00 0,00 119.083,33 0,00 0,00 2.119.083,33
3. Sonstige Ausleihungen 17.038,10 -244,59 0,00 0,00 4.198,38 12.595,13
  5.233.874,83 -244,59 742.273,81 0,00 4.198,38 5.971.705,67
  568.720.217,26 11.101.116,39 25.568.309,97 0,00 7.484.884,88 597.904.758,74
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2021
EUR
Kursdifferenz
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 33.744.145,09 383.080,28 3.156.163,29 515.926,04 36.767.462,62
2. Geschäfts- oder Firmenwert 19.887.194,03 1.471.798,50 615.074,28 0,00 21.974.066,81
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  53.631.339,12 1.854.878,78 3.771.237,57 515.926,04 58.741.529,43
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 77.966.261,92 735.215,81 2.540.988,24 52.079,76 81.190.386,21
2. Technische Anlagen und Maschinen 147.923.321,52 888.825,71 5.944.146,31 1.820.219,18 152.936.074,36
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 117.556.533,78 1.599.397,43 6.936.779,43 3.402.121,77 122.690.588,87
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  343.446.117,22 3.223.438,95 15.421.913,98 5.274.420,71 356.817.049,44
III. Finanzanlagen          
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  397.077.456,34 5.078.317,73 19.193.151,55 5.790.346,75 415.558.578,87
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2021
EUR
Vorjahr
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.917.506,44 19.021.438,40
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.751.262,92 4.031.065,07
3. Geleistete Anzahlungen 2.079.757,27 843.719,96
  23.748.526,63 23.896.223,43
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 57.283.189,99 53.713.219,72
2. Technische Anlagen und Maschinen 41.317.405,10 36.950.251,30
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 38.569.187,54 38.288.525,51
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 15.456.164,94 13.560.666,13
  152.625.947,57 142.512.662,66
III. Finanzanlagen    
1. Beteiligungen 3.840.027,21 3.216.836,73
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.119.083,33 2.000.000,00
3. Sonstige Ausleihungen 12.595,13 17.038,10
  5.971.705,67 5.233.874,83
  182.346.179,87 171.642.760,92

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

2021
TEUR
Vorjahr
TEUR
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag (-) -3.158 2.001
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 19.193 22.570
Zunahme/Abnahme (-) der Rückstellungen 1.746 7.751
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge (-) 8.523 4.488
Zunahme (-)/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -34.039 -5.634
Zunahme/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 8.591 5.391
Gewinn (-)/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -129 140
Zinsaufwendungen/Zinserträge (-) 8.417 9.544
Ertragsteueraufwand/-ertrag (-) 9.687 2.877
Ertragsteuerzahlungen -4.849 -9.623
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 13.982 39.505
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermöge 4 57
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -2.858 -1.859
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 1.815 698
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -21.968 -17.396
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 4 4
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -742 -2.001
Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 0 25.501
Erhaltene Zinsen 895 231
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -22.850 5.235
Auszahlungen (-) an Gesellschafter des Mutterunternehmens -14.971 -20.227
Gezahlte Zinsen (-) -9.312 -9.775
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -24.283 -30.002
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -33.151 14.738
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -480 -966
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 19.930 6.158
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -13.701 19.930
2021
TEUR
Vorjahr
TEUR
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds    
Liquide Mittel 9.224 33.025
Jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (-) -22.925 -13.095
  -13.701 19.930

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

Kapitalanteile
Festkapital
EUR
Sonderkonten
EUR
Summe
EUR
Stand 1.1.2020 20.000.000,00 147.349.999,89 167.349.999,89
Gewinnverteilung für 2019 0,00 11.540.990,98 11.540.990,98
Konzernjahresüberschuss 2020 0,00 0,00 0,00
Zinsgutschrift 0,00 9.270.076,77 9.270.076,77
Saldo aus Entnahmen und Einlagen 0,00 -20.227.256,54 -20.227.256,54
Sonstige ergebnisneutrale Veränderungen 0,00 0,00 0,00
Konzernkreisänderung 0,00 0,00 0,00
Währungsdifferenzen 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2020/1.1.2021 20.000.000,00 147.933.811,10 167.933.811,10
Gewinnverteilung für 2020 0,00 2.114.161,41 2.114.161,41
Konzernjahresfehlbetrag 2021 0,00 0,00 0,00
Zinsgutschrift 0,00 8.809.132,02 8.809.132,02
Saldo aus Entnahmen und Einlagen 0,00 -14.970.983,17 -14.970.983,17
Sonstige ergebnisneutrale Veränderungen 0,00 0,00 0,00
Konzernkreisänderung 0,00 0,00 0,00
Währungsdifferenzen 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2021 20.000.000,00 143.886.121,36 163.886.121,36
Konzerneigenkapital
Konzernrücklagen
EUR
Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung
EUR
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss
EUR
Summe
EUR
Stand 1.1.2020 101.339.799,45 11.443.388,13 5.113.724,16 285.246.911,63
Gewinnverteilung für 2019 -6.427.266,82 0,00 -5.113.724,16 0,00
Konzernjahresüberschuss 2020 0,00 0,00 2.001.466,35 2.001.466,35
Zinsgutschrift 0,00 0,00 0,00 9.270.076,77
Saldo aus Entnahmen und Einlagen 0,00 0,00 0,00 -20.227.256,54
Sonstige ergebnisneutrale Veränderungen 5.354,91 0,00 0,00 5.354,91
Konzernkreisänderung 1.057.215,66 0,00 0,00 1.057.215,66
Währungsdifferenzen 0,00 -12.188.875,16 0,00 -12.188.875,16
Stand 31.12.2020/1.1.2021 95.975.103,20 -745.487,03 2.001.466,35 265.164.893,62
Gewinnverteilung für 2020 -112.695,06 0,00 -2.001.466,35 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 2021 0,00 0,00 -3.157.577,49 -3.157.577,49
Zinsgutschrift 0,00 0,00 0,00 8.809.132,02
Saldo aus Entnahmen und Einlagen 0,00 0,00 0,00 -14.970.983,17
Sonstige ergebnisneutrale Veränderungen 0,01 0,00 0,00 0,01
Konzernkreisänderung 0,00 0,00 0,00 0,00
Währungsdifferenzen 0,00 5.256.604,22 0,00 5.256.604,22
Stand 31.12.2021 95.862.408,15 4.511.117,19 -3.157.577,49 261.102.069,21

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ZENTIS GmbH & Co. KG, Aachen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss ZENTIS GmbH & Co. KG, Aachen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ZENTIS GmbH & Co. KG, Aachen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 17. März 2022

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Max Schürtz, Wirtschaftsprüfer

Andrea Goertzen, Wirtschaftsprüferin

Feststellung des Jahresabschlusses am 30.04.2022

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

12 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.