Stadler Rail Service Deutschland GmbH

Hertzstraße 63A, 13158 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 154322
Vorher
SILEX Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH
Eingetragen
25.11.2013
Branche
Reparatur und Instandhaltung von SchienenfahrzeugenVermietung von SchienenfahrzeugenHerstellung von Lokomotiven und anderen Schienenfahrzeugen
Gegenstand
Die Erbringung von Serviceund Instandhaltungsdienstleistungen für Schienenfahrzeuge, insbesondere Leistungen für die Instandhaltung, die Revision, Reparatur und Umrüstung von Schienenfahrzeugen einschließlich des technischen Supports sowie der Ein- und Verkauf von Ersatzteilen nebst Logistikdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Bernd Bettels
seit 8.10.2025
Geschäftsführer
Michael Stritter
seit 25.1.2024
Prokura
Stefan Faulstroh
seit 9.2.2021
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Stadler Rail AGCHE
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
3.500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Stadler Deutschland GmbH

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 790.516,44 1.085.105,45
2. Entgeltlich erworbene Software 2.801.955,00 2.970.954,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 669.174,19 752.820,97
4. Geleistete Anzahlungen 15.415.021,08 19.676.666,71 1.082.065,89 5.890.946,31
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden Grundstücken 92.181.942,08 38.116.278,07
2. Technische Anlagen und Maschinen 26.060.833,00 15.444.404,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.584.543,60 10.587.404,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.200.634,49 149.027.953,17 62.838.029,81 126.986.115,88
168.704.619,88 132.877.062,19
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 39.520.276,00 30.663.845,62
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 457.322.354,36 410.495.675,11
3. Fertige Erzeugnisse 368.751.095,34 236.210.430,76
4. Geleistete Anzahlungen 126.110.885,09 88.884.261,24
5. Erhaltene Anzahlungen -797.110.562,19 194.594.048,60 -766.254.212,73 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 116.081.570,75 55.370.658,21
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.764.097,61 12.956.175,86
3. Sonstige Vermögensgegenstände 5.163.337,49 135.009.005,85 33.386.407,48 101.713.241,55
III. Wertpapiere
Sonstige Wertpapiere 1.652.650,43 1.890.566,30
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 72.759.232,01 83.050.119,91
404.014.936,89 186.653.927,76
C. Rechnungsabgrenzungsposten 494.477,96 2.000.886,96
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 195.348,05
E. Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 968.203,74
573.214.034,73 322.695.428,70

Passiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 6.180.000,00 6.180.000,00
II. Kapitalrücklage 59.936.127,52 35.005.214,13
III. Konzernbilanzverlust -28.360.631,80 -42.153.417,87
IV. Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 968.203,74
37.755.495,72 0,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 882.491,00 848.076,00
2. Steuerrückstellungen 1.026.389,22 485.901,91
3. Sonstige Rückstellungen 70.039.279,37 81.986.155,46
71.948.159,59 83.320.133,37
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 375.179.105,87 106.549.187,61
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 39.179.102,77
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.920.201,89 27.621.741,95
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 56.077.674,75 56.911.672,97
5. Sonstige Verbindlichkeiten 16.458.884,75 6.113.770,27
- davon aus Steuern EUR 6.654.758,53 (i. Vj. EUR 1.972.210,62) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 62.678,24 (i. Vj. EUR 12.915,22) -
457.635.867,26 236.375.475,57
D. Rechnungsabgrenzungsposten 5.874.512,16 2.999.819,76
573.214.034,73 322.695.428,70

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 443.732.361,36 490.928.704,60
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen und fertigen Erzeugnissen 179.659.913,33 8.137.293,68
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.468.278,81 1.732.179,37
4. Sonstige betriebliche Erträge 30.209.084,36 26.502.168,04
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 1.626.463,25 (i. Vj. EUR 1.531.019,24) -
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -388.167.238,01 -269.700.056,91
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -69.518.778,76 -457.686.016,77 -75.545.220,97 -345.245.277,88
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -100.933.959,77 -88.241.622,74
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -19.448.614,44 -120.382.574,21 -17.547.752,45 -105.789.375,19
- davon für Altersversorgung EUR 139.163,29 (i.Vj. EUR 104.383,31) -
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -10.035.512,79 -7.703.863,27
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -69.842.766,53 -63.698.161,20
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 2.004.125,77 (i. Vj. EUR 2.805.636,76) -
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 113.960,68 142.675,98
- davon Erträge aus der Abzinsung EUR 51.623,12 (i. Vj. EUR 2.297,29) -
10. Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -8.204,56 0,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -9.300.334,68 -7.655.146,68
- davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 104.984,00 (i.Vj. EUR 265.835,85) -
- davon an verbundene Unternehmen EUR 860.837,55 (i. Vj. EUR 187.534,15) --
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -138.396,46 -1.534.578,60
13. Ergebnis nach Steuern -11.210.207,46 -4.183.381,15
14. Sonstige Steuern -66.093,08 -62.204,83
15. Konzernjahresfehlbetrag -11.276.300,54 -4.245.585,98
16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -42.153.417,87 -37.907.831,89
17. Entnahme aus der Kapitalrücklage 25.069.086,61 0,00
18. Konzernbilanzverlust -28.360.631,80 -42.153.417,87

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
TEUR TEUR
- Konzernjahresfehlbetrag -11.276 -4.246
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 10.036 7.704
-/+ Abnahme/Zunahme der Rückstellungen -806 14.319
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -53 -263
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1.042 234
- Zunahme der Vorräte, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -230.549 -15.358
- Abnahme der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -45.211 -27.820
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 9.186 7.512
+/- Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung -11.106 -5.571
+/- Ertragsteueraufwand/ertrag 138 1.535
+ Einzahlungen im Zusammenhang mit Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung 5.571 0
+/- Ertragsteuerzahlungen 4.763 -1.049
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -270.349 -23.003
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 696 7.998
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -16.094 -3.861
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 1.391 9.174
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -35.669 -61.064
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 -3.243
+ Erhaltene Zinsen 62 140
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -49.614 -50.856
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 318.629 106.549
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten 0 -10.000
- gezahlte Zinsen -9.195 -7.389
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 309.434 89.160
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -10.529 15.301
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 84.941 69.640
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 74.412 84.941
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Liquide Mittel 72.759 83.050
Wertpapiere 1.653 1.891
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 74.412 84.941

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Konzernbilanzverlust
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Verlustvortrag Konzernjahresfehlbetrag, der dem Mutter-unternehmen zuzurechnen ist Zwischensumme
EUR EUR EUR EUR EUR
Stand 1. Januar 2020 6.180.000,00 35.005.214,13 -37.907.831,89 0,00 -37.907.831,89
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -4.245.585,98 -4.245.585,98
Umgliederung in den Aktivposten
"Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag" 0,00 0,00 0,00 968.203,74 968.203,74
Stand am 31. Dezember 2020 6.180.000,00 35.005.214,13 -37.907.831,89 -3.277.382,24 -41.185.214,13
Umgliederung vom Aktivposten
"Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag"
in den Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -968.203,74 -968.203,74
Umgliederung in den Verlustvortrag 0,00 0,00 -4.245.585,98 4.245.585,98 0,00
Stand am 1. Januar 2021 6.180.000,00 35.005.214,13 -42.153.417,87 0,00 -42.153.417,87
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -11.276.300,54 -11.276.300,54
Einlage in die Kapitalrücklage 0,00 50.000.000,00 0,00 0,00 0,00
Verrechnung Verlustvortrag mit Kapitalrücklage 0,00 -25.069.086,61 25.069.086,61 0,00 25.069.086,61
Stand am 31. Dezember 2021 6.180.000,00 59.936.127,52 -17.084.331,26 -11.276.300,54 -28.360.631,80
Konzerneigenkapital des Mutterunternehmens/ Konzerneigenkapital
Summe
EUR
Stand 1. Januar 2020 3.277.382,24
Konzernjahresfehlbetrag -4.245.585,98
Umgliederung in den Aktivposten
"Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag" 968.203,74
Stand am 31. Dezember 2020 0,00
Umgliederung vom Aktivposten
"Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag"
in den Konzernjahresfehlbetrag -968.203,74
Umgliederung in den Verlustvortrag 0,00
Stand am 1. Januar 2021 -968.203,74
Konzernjahresfehlbetrag -11.276.300,54
Einlage in die Kapitalrücklage 50.000.000,00
Verrechnung Verlustvortrag mit Kapitalrücklage 0,00
Stand am 31. Dezember 2021 37.755.495,72

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

A. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM KONZERNABSCHLUSS

I. Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 der Stadler Deutschland GmbH, Berlin, wurde auf der Grundlage der geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den Rechnungslegungsvorschriften für Gesellschaften mit beschränkter Haftung aufgestellt. Die Stadler Deutschland GmbH (Muttergesellschaft) hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg (Reg. Nr. HRB 74295 B).

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach § 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren) gegliedert.

Über gesetzliche Pflichtangaben hinausgehende Anhangangaben, die von einem Deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS) gefordert werden, sind als Wahlrechte anzusehen. Es wurde teilweise auf von den DRS geforderte Anhangangaben verzichtet, soweit sie über die gesetzlichen Pflichtangaben hinausgehen.

Die Tochterunternehmen Stadler Rail Service Deutschland GmbH, Berlin, und STAP Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH, Berlin, sind von sämtlichen in § 264 Abs. 3 HGB genannten Vorschriften (Aufstellung eines Anhangs gemäß §§ 284 bis 288 HGB, Aufstellung eines Lageberichts gemäß § 289 bis §289f HGB, Offenlegung gemäß §§ 325 bis 329 HGB und Prüfung gemäß §§ 316 bis 323 HGB) befreit.

Die Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Bundesanzeiger für die Stadler Rail Service Deutschland GmbH, Berlin, erfolgte am 7. September 2021 bzw. mit Ergänzung vom 29. Juli 2022. Die Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Bundesanzeiger für die STAP Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH, Berlin, erfolgte am 16. Dezember 2021 bzw. wurde eine Ergänzung dazu am 29. Juli 2022 beim Bundesanzeiger eingereicht.

II. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss wurden neben der Stadler Deutschland GmbH (Mutterunternehmen) alle Unternehmen einbezogen, auf die die Stadler Deutschland GmbH unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt. Der Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2021 stellt sich wie folgt dar:

Name Sitz der Gesellschaft Tochterunternehmen seit Anteil am Kapital Anm. 1
Stadler Deutschland GmbH Berlin ./. Muttergesellschaft VK
Stadler Reinickendorf GmbH i.L. Berlin 01.01.2010 100 % VK
Stadler Rail Service Deutschland GmbH Berlin 25.11.2013 2 100 % VK
STAP Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Berlin 22.11.2019 2 100 % VK
Stadler Chemnitz GmbH Chemnitz 20.01.2017 100 % VK
Stadler Mannheim GmbH Mannheim 01.01.2020 100 % VK

1 VK: Als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen

2 Diese Gesellschaften haben einen Ergebnisabführungsvertrag mit der Stadler Deutschland GmbH

III. Konsolidierungsgrundsätze

1. Konzernabschlussstichtag

Der Konzernabschluss ist auf den 31. Dezember 2021 auf Basis der Annahme der Unternehmensfortführung ("Going-Concern") gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt.

2. Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Die einheitliche Bilanzierung und Bewertung werden gewährleistet.

3. Kapitalkonsolidierung

Die Stadler Deutschland GmbH stellte erstmals für das Geschäftsjahr 2020 - Eröffnungsbilanzstichtag 1. Januar 2020 - einen Konzernabschluss auf. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung zum Eröffnungsbilanzstichtag wurden gem. § 301 Abs. 2 S. 5 Hs 1 HGB die fortgeführten Wertansätze zum historischen Erwerbszeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, zugrunde gelegt. Entsprechend wurden die Wertansätze zum Zeitpunkt der Entstehung des Mutter-Tochter-Verhältnisses gem. § 301 Abs. 2 S. 1 HGB angesetzt. Dies betrifft von Dritten erworbene Tochterunternehmen, die zunächst unter den Voraussetzungen des § 296 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden (und letztendlich zu dessen Befreiung nach § 290 Abs. 5 HGB führten) und für die im Erwerbszeitpunkt stille Reserven sowie ein Geschäfts- und Firmenwert in der Beteiligung vergütet wurde, dieser Erwerbszeitpunkt aber weit in der Vergangenheit zurück liegt und dabei davon ausgegangen wird, dass sämtliche Effekte aus der früheren Zeitwertbewertung bereits erfolgswirksam geworden sind (Inanspruchnahme der "Rückausnahme").

Die zwischen dem Zeitpunkt der Entstehung des Mutter-Tochter-Verhältnisses und der Konzerneröffnungsbilanz realisierten Gewinne bzw. aufgelaufene Verluste wurden in den Konzernergebnisvortrag eingestellt.

Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die ab dem 1. Januar 2020 aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, wird nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen. Dabei wurde bei der Erstkonsolidierung der Stadler Mannheim GmbH (vormals VIPCO GmbH) aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten auf die Aufstellung eines Zwischenabschlusses zum Erwerbszeitpunkt 18. Juni 2020 verzichtet und die Gesellschaft zum 1. Januar 2020 in den Konzernabschluss einbezogen.

Bei der Kapitalkonsolidierung wurde der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Die Rückstellungen sind nach § 253 Abs. 1 S. 2 und 3 und Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. HGB bewertet worden. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden grundsätzlich linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Bei der erstmaligen Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss zum 1. Januar 2020 wurden die in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Erstkonsolidierung zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, neu bewertet respektive angesetzt.

Bei der Kapitalkonsolidierung der Stadler Reinickendorf GmbH i.L. hat sich ein passiver Unterschiedsbetrag mit Fremdkapitalcharakter - aufgrund absehbarer negativer Ertragsentwicklungen - ergeben. Da diese Verluste in den folgenden zwei Geschäftsjahren 2010 und 2011 bereits realisiert wurden, wurde der passive Unterschiedsbetrag im Rahmen der Erstkonsolidierung erfolgsneutral im Konzerneigenkapital (Konzernverlustvortrag) erfasst.

Bei der erstmaligen Einbeziehung der zum 1. Januar 2020 erstkonsolidierten Stadler Mannheim GmbH wurden die in den Konzernabschluss aufgenommenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Erstkonsolidierung neu bewertet respektive angesetzt.

4. Schuldenkonsolidierung

Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen in den Konzern einbezogenen Unternehmen sowie entsprechende Rechnungsabgrenzungsposten werden aufgerechnet. Haftungsverhältnisse werden gegeneinander aufgerechnet. Die sich bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten ergebenden Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden ergebniswirksam behandelt.

5. Eliminierung von Zwischenergebnissen

Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden eliminiert, wenn sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Zum 31.12.2021 wurde somit keine Zwischenergebniseliminierung durchgeführt.

6. Aufwands- und Ertragskonsolidierung

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Erlöse aus Innenumsätzen sowie anderen konzerninterne Erträgen mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bleiben gegenüber dem 31. Dezember 2020 unverändert. Es gelten grundsätzlich die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Mutterunternehmes mit Ausnahme der Anwendung des Ansatzwahlrechts eines Aktivüberhangs an latenten Steuern, der im Konzernabschluss im Gegensatz zum Mutterunternehmen nicht in Anpruch genommen wird (siehe Erläuerungen zu latenten Steuern nachfolgend).

Die Vermögensgegenstände und Schulden werden im Konzernabschluss einheitlich bewertet. Abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in den Jahresabschlüssen der Konzernunternehmen werden angepasst (Handelsbilanz II).

Im Einzelnen wird nach den folgenden Grundsätzen bewertet.

Anlagevermögen

Der Konzern hat in Übereinstimmung mit dem Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB in den Vorjahren Aufwendungen für die Entwicklung neuer Technologien als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert. Diese werden ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ansatzkriterien des DRS 24 Tz. 45 zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 und 3 HGB i. V. m. Abs. 2a HGB, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die planmäßige Abschreibung der aktivierten Eigenleistungen erfolgt nutzungsabhängig. Basis bildet die Anzahl der erwarteten Absatzmenge an Wagenkästen über die Gesamtlaufzeit der jeweiligen Baureihe. Die Abschreibungshöhe berechnet sich auf Basis der budgetierten Gesamtaufwendungen (einschließlich noch nicht angefallener Aufwendungen) der betreffenden Entwicklungsmaßnahmen. Abschreibungsbeginn ist die Zulassung des jeweiligen Auftrags durch das Eisenbahnbundesamt bzw. die Technische Aufsichtsbehörde oder die Auslieferung der Fahrzeuge.

Der aus der Erstkonsolidierung der Stadler Mannheim GmbH entstandene Geschäfts- und Firmenwert wird unter Bezugnahme auf § 309 Abs. 1 HGB i. V. m. § 253 Abs. 3 S. 3 und 4 HGB über 10 Jahre linear abgeschrieben, da die voraussichtliche Nutzungsdauer ausnahmsweise nicht verlässlich geschätzt werden kann.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer wurden bei den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen und den Sachanlagen Abschreibungen linear vorgenommen, die im Wesentlichen den steuerlich zulässigen AfA-Sätzen entsprechen.

Geringwertige Anlagegüter, deren Anschaffungskosten 800 EUR nicht übersteigen, werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang aufgezeigt.

Die Zugänge werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, die auch die zugehörenden Nebenkosten umfassen.

Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden die Aufwendungen gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 und 3 HGB zugrunde gelegt.

Soweit erforderlich, werden auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten gemäß § 253 Abs. 1 und Abs. 4 HGB bewertet. Der Bewertungsansatz erfolgt entweder zu Durchschnittspreisen, die laufend aus den Einzelpreisen von Eingangsrechnungen ermittelt wurden, oder zum niedrigeren letzten Einkaufspreis (Niederstwertprinzip). Die Vorratsbestände werden unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- und des Realisationsprinzips monatlich neu bewertet.

Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen und fertige Erzeugnisse werden die Aufwendungen gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 und 3 HGB zugrunde gelegt. Avalprovisionen auf Anzahlungsbürgschaften werden gemäß § 255 Abs. 3 HGB aktiviert, soweit sie auf den Herstellungszeitraum und das konkrete Projekt entfallen. Soweit notwendig, erfolgt gemäß § 253 Abs. 4 HGB eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Geleistete und erhaltene Anzahlungen werden zum Nominalwert angesetzt. Erhaltene Anzahlungen werden bis zur Höhe der Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit ihrem Nennwert angesetzt und unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken maximal mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Dabei werden Ausfallrisiken auch pauschal berücksichtigt.

Pauschalwertberichtigungen wurden in Höhe von 1 % bezogen auf die nicht einzelwertberichtigten und mehr als 30 Tage fälligen Nettoforderungen zum Bilanzstichtag gebildet.

Sonstige Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips gemäß § 253 Abs. 4 Satz 1 und 2 HGB bewertet.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nominalwert angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände sind im Zugangszeitpunkt zum Devisengeld(mittel)kurs und am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wurden § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB gemäß § 256a HGB nicht angewendet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben bzw. auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern

Auf Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, wurden latente Steuern nach § 274 HGB ermittelt und bewertet.

Latente Steuern wurden für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz ermittelt (Temporary-Konzept). Diese temporären Differenzen betreffen Rückstellungen und steuerliche Verlustvorträge, sofern davon ausgegangen wurde, dass diese in den nächsten fünf Jahren genutzt werden können, (aktive latente Steuern) sowie Anlagevermögen (passive latente Steuern). Die Abgrenzungen wurden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes von 30% vorgenommen. Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 305 HGB beruhen, wurden aus Wesentlichkeitsgünden nicht berücksichtigt. Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung wurden grundsätzlich nicht berücksichtigt. Der Ausweis der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB saldiert. Ergibt sich insgesamt eine Steuerentlastung (hier aus steuerlichen Verlustvorträgen), wird vom Aktivierungswahlrecht gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Deckungsvermögen

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag dieser Schulden verrechnet. Entsprechend wird mit den zugehörigen Aufwendungen und Erträgen aus der Abzinsung und aus dem zu verrechnenden Vermögen verfahren. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der Vermögensgegenstände den Betrag der Schulden, wird der übersteigende Betrag als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung aktiviert.

Rückstellungen, Verbindlichkeiten

Die Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung eines Zinssatzes gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB sowie Annahmen zur durchschnittlichen Fluktuation, zur Dynamik der anrechenbaren Bezüge und zur Anpas-sung der laufenden Renten ermittelt. Der Berechnung wurden die "Richttafeln Heubeck 2018 G" der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, zugrunde gelegt.

Die Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen sind mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei der Bemessung der anderen Rückstellungen tragen wir allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und drohenden Verlusten angemessen Rechnung. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden pro Projekt unter Berücksichtigung der Gewährleistungsfristen nach pauschalen Erfahrungssätzen auf den gewährleistungsbehafteten Umsatz und, soweit notwendig, zusätzlich für einzelne bereits bekannte Sachverhalte gebildet. Rückstellungen für ausstehende Rechnungen werden bei der Umsatzlegung entsprechend der Projektkalkulation für noch zu erwartende Kosten gebildet.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden im Zugangszeitpunkt mit dem Devisenkassamittelkurs und zum Abschlussstichtag unter Beachtung des § 256a HGB bewertet.

Aufwendungen, die das Geschäftsjahr 2021 betreffen, für die die Rechnungen erst im Geschäftsjahr 2022 eingegangen sind und noch nicht sachlich geprüft waren, werden als Rückstellungen für ausstehende Rechnungen unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr sind Devisentermingeschäfte erworben worden, die in Bewertungseinheiten (Mikrohedge) gemäß § 254 HGB im Geschäftsjahr einbezogen und nach der Einfrierungsmethode gebucht wurden. Sie dienen der Absicherung zukünftiger Wechselkursrisiken für erwartete Zahlungen für den Zeitraum bis zum Oktober 2023 als auch der Absicherung zukünftiger Zinszahlungen für Bankverbindlichkeiten für den Zeitraum bis zum Juli 2023.

Abgesicherte Risiken Nominalwert Sicherungsgeschäft 31.12.2021 Marktwert Sicherungsgeschäft 31.12.2021
(in TEUR) (in TEUR)
Wechselkursrisiko bei Vermögensgegenständen und erwarteten Transaktionen (Devisenoptionen) 78.994 -5.134
Zinsrisiko bei erwarteten Transaktionen (Zinssicherungsgeschäfte) 80.000 187

Der in der Tabelle angegebene Marktwert der Zinssicherungsgeschäfte ist der Saldo aus dem Marktwert eines SWAPs von -427 TEUR und des Marktwerts des zugehörigen Floors von 615 TEUR.

Die Devisenoptionen sichern einzelne erwartete Zahlungsmittelzuflüsse in Fremdwährung als auch einzelne erwartete Zahlungsabflüsse aus Darlehensverträgen, wobei sich die Höhe und der Sicherungszeitraum der Devisenoptionen ausschließlich nach den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen und -abflüssen richten (vollständige Volumen- und Laufzeitkongruenz). Die Effektivität wird nach der "Dollar Off Set Methode" bestimmt.

Die Zahlungsmittelzu- und abflüsse werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet, weil sie ausschließlich bereits verbindlich vereinbarte zu leistende Zahlungen aus Zukäufen für Projekte in Fremdwährung betreffen.

Das Zinssicherungsgeschäft erlaubt die Zinszahlungen auf einem im Voraus festgelegten Zins («Festbetrag»). Das Absicherungsgeschäft berücksichtigt dabei die Zinsbegrenzung des 3-Monats-EURIBOR inkl. Floor bei 0 % aus dem Grundlagengeschäft (variable verzinslichs EUR Bankdarlehen inkl. Floor). Die einzelnen Fälligkeiten aus dem Zinssatzswap als auch aus dem Zinsfloor mit einer Mindestsatzvereinbarung sind mit den Zahlungsterminen der Zinszahlungen aus dem Darlehensgeschäft identisch. Die Effektivität wird nach der "critical terms match-Methode" bestimmt.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Nach den Grundsätzen der Wesentlichkeit und Klarheit wird nachfolgend nur über diejenigen Posten von Bedeutung berichtet, die einer Aufgliederung und/oder Erläuterung bedürfen.

AKTIVA

ANLAGEVERMÖGEN

Die nachfolgenden Erläuterungen basieren auf den Nettobuchwerten des Anlagevermögens. Der Anlagenspiegel am Ende des Konzernanhangs zeigt die Bruttoentwicklung.

Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

Der Konzern hat in Übereinstimmung mit dem Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB Aufwendungen für die Entwicklung neuer Technologien als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens zum Buchwert von 791 TEUR (Vj. 1.085 TEUR) aktiviert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betragen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 14 HGB 32,7 Mio. EUR (Vj. 38,1 Mio. EUR). Diese resultieren im Wesentlichen aus projektspezifischen Entwicklungsaufwendungen der Fahrzeugaufträge in der Konstruktionsphase. Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen betragen insgesamt 1.123 TEUR (Vj. 1.195 TEUR).

Geschäfts- oder Firmenwert

Der im Rahmen der Kapitalkonsolidierung zum 1. Januar 2020 entstandene Geschäfts- oder Firmenwert (TEUR 836) wird planmäßig mit TEUR 84 abgeschrieben und beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 669.

UMLAUFVERMÖGEN

Vorräte

Die Inventur der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurde permanent durchgeführt.

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
(in TEUR) (in TEUR)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 39.520 30.664
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 457.323 410.496
Fertige Erzeugnisse 368.751 236.210
Geleistete Anzahlungen 126.111 88.884
Zwischensumme 991.705 766.254
Erhaltene Anzahlungen von Kunden -797.111 -766.254
Vorräte (netto) 194.594 0

Die geleisteten Anzahlungen werden netto, d. h. ohne Umsatzsteuer, ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Bezeichnung 31.12.2021 31.12.2020
(in TEUR) (in TEUR)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 116.082 55.371
• davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.764 12.956
• davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.764 12.956
• davon Forderungen gegen Gesellschafter 0 0
• davon sonstige Vermögensgegenstände 0 0
• davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 5.163 33.386
• davon aus Ertragsteuern 1.319 4.292
• davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7 7
135.009 101.713

Sonstige Wertpapiere

Die ausgewiesenen sonstigen Wertpapiere betreffen unter anderem die Anlage von Wertguthaben aus Langzeitarbeitskonten in Geldmarktfonds als Insolvenzsicherung der Arbeitnehmeransprüche.

Rechnungsabgrenzungsposten

Bezeichnung 31.12.2021 31.12.2021
(in TEUR) (in TEUR)
Rechnungsabgrenzungsposten 495 2.001
§ davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0

Ein Disagio ist hierin nicht enthalten.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der Erfüllungsbetrag aus bereits abgeschlossenen Altersteilzeitvereinbarungen über 1.020 TEUR (Vj. 695 TEUR) wurde mit vorhandenem Deckungsvermögen (Börsenkurs zum 31. Dezember 2021: 855 TEUR, Anschaffungskosten: 806 TEUR) verrechnet. Im Geschäftsjahr 2021 wird damit kein aktivischer Saldo in der Bilanz unter dem Posten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung (Vj. 195 TEUR) ausgewiesen. Aus der Bewertung des Deckungsvermögens zum beizulegenden Zeitwert resultierte in 2021 ein Aufwand in Höhe von 2 TEUR (Vj. Ertrag 1 TEUR), der zusammen mit dem Aufzinsungsbetrag der Rückstellung von 7 TEUR (Vj. 10 TEUR) im Finanzergebnis (Zinsen und ähnliche Aufwendungen) ausgewiesen wird.

PASSIVA

EIGENKAPITAL

Das gezeichnete Kapital der Stadler Deutschland GmbH beträgt 6.180 TEUR. Die Anteile werden seit dem 1. Juni 2001 allein durch die Stadler Rail AG, Bussnang/Schweiz, gehalten.

Die Kapitalrücklage beträgt 59.936 TEUR (Vorjahr: 35.005 TEUR).

Zur Stärkung des Eigenkapitals hat die Stadler Rail AG, Bussnang/Schweiz, im Geschäftsjahr 2021 Einstellungen in die Kapitalrücklage mit Vereinbarung vom 20. Dezember 2021 über 50 Mio. EUR beschlossen. Die Einstellung in die Kapitalrücklage wurde vollständig durch die Einlage von Forderungen des Gesellschafters geleistet. Außerdem wurde mit Gesellschafter-Beschluss vom 20. Dezember 2021 festgelegt, dass EUR 25.069.086,61 aus dieser Kapitalrücklage entnommen werden, um damit den Verlustvortrag in dieser Höhe auszugleichen.

RÜCKSTELLUNGEN

Rückstellungen für Pensionen

Für Pensionen gegenüber Mitarbeitern wurde ein Betrag in Höhe von 883 TEUR (Vj. 848 TEUR) zurückgestellt. Die Zuführung für das abgelaufene Geschäftsjahr erfolgte auf der Grundlage von Berechnungen der Willis Towers Watson GmbH, Wiesbaden, nach der projizierten Einmalbeitragsmethode. Dabei wurden die "Richttafeln Heubeck 2018 G" der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, unter Anwendung der Regelung des § 253 Abs. 2 S. 2 HGB für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren ein Rechnungszinsfuß von 1,87 % (Vj. 2,30 %), eine durchschnittliche Fluktuation von 2,0 % (Vj. 2,0 %), eine Dynamik der anrechenbaren Bezüge von 2,50 % (Vj. 2,50 %) sowie eine Dynamik der Anpassung der laufenden Renten von 1,50 % (Vj. 1,50 %) zugrunde gelegt. Die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 67 TEUR (Vj. 88 TEUR).

Sonstige Rückstellungen

Bei den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildeten sonstigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von TEUR 12.187 TEUR (Vj. 8.660 TEUR), für ausstehende Rechnungen (inkl. fehlender Herstellkosten) in Höhe von 41.465 TEUR (Vj. 50.540 TEUR), für Pönale in Höhe von 7.304 TEUR (Vj. 15.394 TEUR) und für Personal in Höhe von 8.295 TEUR (Vj. 7.392 TEUR). Für Personal wurden vor allem zukünftige Jubiläumszahlungen an Mitarbeiter sowie Verpflichtungen aus Urlaubs- und Mehrarbeitszeitansprüchen ("Gleitzeit" und "Flexzeit") zurückgestellt. Die Ansprüche der Arbeitnehmer aus "Flexzeit", für die ein Betrag in Höhe von 2.135 TEUR (Vj. 1.876 TEUR) zurückgestellt wurde, sind durch Wertpapierdepots mit einem Buchwert in Höhe von 1.653 TEUR (Vj. 1.658 TEUR) besichert. In diesem Fall erfolgt keine Verrechnung der Rückstellung mit dem Marktwert des Wertpapierdepots, da das Wertpapierdepot kein Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 1 HGB darstellt.

VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeitenspiegel

Art der Verbindlichkeit Zum 31.12.2021 Gesamt davon mit einer Restlaufzeit
bis 1 Jahr von 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
(in TEUR) (in TEUR) (in TEUR) (in TEUR)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 375.179 144.515 140.206 90.458
(31.12.2020) (106.549) (0) (106.549) (0)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
(31.12.2020) (39.179) (39.179) (0) (0)
3.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.920 9.920 0 0
(31.12.2020) (27.622) (27.622) (0) (0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 56.078 20.078 36.000 0
• davon gegenüber Gesellschaftern 36.000 0 36.000 0
• davon aus Lieferungen und Leistungen 20.078 20.078 0 0
• davon aus Darlehen 36.000 0 36.000 0
(31.12.2020) (56.911) (20.911) (0) (36.000)
• davon gegenüber Gesellschaftern (37.928) (1.928) (0) (36.000)
• davon aus Lieferungen und Leistungen (20.911) (20.912) (0) (0)
• davon aus Darlehen (36.000) (0) (0) (36.000)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 16.459 16.459 0 0
• davon aus Steuern 6.655 6.655 0 0
(31.12.2020) (6.114) (6.114) (0) (0)
• davon aus Steuern (1.972) (2.378) (0) (0)
Gesamt 457.636 190.972 176.206 90.458
(31.12.2020) (236.375) (93.826) (106.549) (36.000)

Die erhaltenen Anzahlungen von Kunden von 797.111 TEUR (Vj. 805.433 TEUR) (vor offener Absetzung von den Vorräten) haben folgende Restlaufzeiten: in Höhe 571.245 TEUR (Vj. 579.326 TEUR) bis zu einem Jahr, in Höhe von 221.834 TEUR (Vj. TEUR 218.043) von einem bis fünf Jahre und in Höhe von 4.032 TEUR (Vj. 8.064 TEUR) über fünf Jahre.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende wesentliche finanzielle Verpflichtungen:

Bezeichnung 31.12.2021 31.12.2020
(in TEUR) (in TEUR)
Aus bestehenden Vertragsverhältnissen (Mietverträge, Leasing etc.) 24.853 24.790
Bestellobligo für Investitionen 15.538 12.959
Summe 40.391 37.749

Weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen oder Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB bestehen nicht.

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf von Regionalfahrzeugen (Umsatzanteil: 51%), Stadtbahnen (Umsatzanteil: 12%), Taylor Made Fahrzeuge (Umsatzanteil 21%) und auf den Bereich Service (Umsatzanteil: 14%) sowie sonstiges wie Engineering (Umsatzanteil: 2%).

Die Umsatzerlöse werden zu 89 % (Vj. 81%) im Inland, zu 3 % (Vj. 16%) im EU-Ausland und zu 8% (Vj. 4%) im Drittland erbracht.

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 11.225 TEUR (Vj. 2.315 TEUR) enthalten, bei denen es sich im Wesentlichen um die Auflösung von Rückstellungen handelt.

Außergewöhnliche Erträge

Die periodenfremden Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 11.106 TEUR stellen Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung dar.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im Steueraufwand des abgelaufenen Geschäftsjahres resultiert in Höhe von 778 TEUR (Vj. 476 TEUR Aufwand) ein Ertrag aus Ertragsteuern für Vorjahre.

E. SONSTIGE ANGABEN

Abschlussprüferhonorare

Für den bestellten Abschlussprüfer - KPMG AG - wurde im Geschäftsjahr das folgende berechnete Gesamthonorar erfasst und wie folgt aufgeschlüsselt:

Art der Leistung 2021 2020
(in TEUR) (in TEUR)
Abschlussprüfungsleistungen 239 220
andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 48 69
sonstige Leistungen 10 50
Summe 297 339

Durchschnittlich Zahl der Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt:

Gruppenbezeichnung 2021 2020
(in TEUR) (in TEUR)
Gewerbliche Arbeitnehmer 728 668
Angestellte 1.067 868
Summe 1.795 1.536
Auszubildende 48 72

Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung des Konzerns (Anlage 1.3) wird gemäß DRS 21 erstellt. Sie ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert.

Der Finanzmittelfonds beinhaltet den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sowie die Wertpapiere. Bei den Wertpapieren bestehen Verfügungsbeschränkungen, da die Geldmarktfonds als Insolvenzsicherung der Arbeitnehmeransprüche dienen.

Die außergewöhnlichen Erträge aus Bonsgutschriften von Lieferanten in Höhe von TEUR 5.571 aus 2020 sind in 2021 liquiditätswirksam. Die Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung betreffen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und sind somit nicht zahlungswirksam.

Wesentliche noch nicht in 2021 zahlungswirksame Investitionsvorgänge betreffen das Sachanlagevermögen in Höhe von 3,8 Mio. EUR (Vj. 8,6 Mio. EUR). Außerdem stellen die Einstellungen in die Kapitalrücklage über 50 Mio. EUR durch die Einlage von Forderungen des Gesellschafters sowie die Entnahme von 25,1 Mio EUR aus dieser Kapitalrücklage ebenfalls wesentliche zahlungsunwirksame Geschäftsvorfälle dar.

Erläuterungen zum Konzerneigenkapitalspiegel

Das gezeichnete Kapital der Stadler Deutschland GmbH beträgt 6.180 TEUR. Die Anteile werden seit dem 1. Juni 2001 allein durch die Stadler Rail AG, Bussnang/Schweiz, gehalten.

Zum 31. Dezember 2021 stehen im Posten Kapitalrücklage 59.936 TEUR (Vj. TEUR 35.005) und im Konzenverlustvortrag nach Verrechnung mit einer Entnahme aus der Kapitalrücklage von 25.069 TEUR ein Betrag von 17.084 TEUR (Vj. TEUR 37.908).

Bei der Muttergesellschaft Stadler Deutschland GmbH besteht im Berichtsjahr aufgrund der aktiven latenten Steuern in Höhe von 14.774 TEUR (Vj. 16.769 TEUR) und bei der Muttergesellschaft und deren Tochtergesellschaft Stadler Rail Service Deutschland GmbH aufgrund von Zeitwertüberschüssen bei dem Deckungsvermögen in Höhe von 35 TEUR (Vj. 51 TEUR) grundsätzlich eine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von insgesamt 14.809 TEUR (Vj. 16.820 TEUR).

Für den Unterschiedsbetrag aus der geänderten Abzinsung von Pensionsrückstellungen nach § 253 Abs. 6 S. 1 HGB von 67 TEUR (Vj. 88 TEUR) gilt die Ausschüttungssperre im Sinne des § 253 Abs. 6 S. 2 HGB.

Gewinnverwendungsvorschlag / Gewinnverwendungsbeschluss

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlägt vor, den Bilanzverlust des Mutterunternehmens von 13.210 TEUR, der dem Jahresfehlbetrages des abgelaufenen Geschäftsjahres entspricht, auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht / Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Infolge der Corona-Pandemie erwartet die Geschäftsführung keine signifikanten Einschränkungen bzw. liegen diese nicht vor.

Die Situation in der Ukraine und die Verwerfungen an den Rohstoffmärkten betreffen uns nur zum Teil. Die Stadler Gruppe konnte gute Rahmenbedingungen aushandeln, und wir erwarten keine signifikanten Preissteigerungen. Die wichtigsten Lieferketten sind abgesichert, und wir haben auch funktionierende Alternativmöglichkeiten, auf die wir umstellen können. Auch hier stehen wir sehr eng mit den Kunden in Kontakt, und wir gehen davon aus, dass wir für das Jahr 2022 unser Budget halten werden.

Die Betriebsstätte in Essingen wurde im Geschäftsjahr 2022 geschlossen und eine neue Betriebsstätte in Kiel gegründet.

Zur Vermeidung weiterer Verluste aus einem Währungssicherungsgeschäft infolge der Kursverschlechterung des ungarischen Forint, hervorgerufen durch die Folgen den Ukrainekriegs, wurde dieses Sicherungsgeschäft in 2022 glattgestellt, was zu einem Verlust von 6 Mio. EUR führte.

Weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag nach § 314 Abs. 1 Nr. 25 HGB liegen nicht vor bzw. haben sich nicht ergeben.

Mitglieder des Beirates

Der Beirat der Stadler Deutschland GmbH setzt sich wie folgt zusammen:

Herr Peter Spuhler, lic. oec HSG, (Vorsitzender), Präsident des Verwaltungsrates der Stadler Rail AG, Bussnang/Schweiz

Bezüge für die Mitgliedschaft im Beirat wurden im Geschäftsjahr nicht gewährt.

Mitglieder der Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der Stadler Deutschland GmbH setzt sich wie folgt zusammen:

Herr Jure Mikolčić, Dipl.-Vw., (Vorsitzender), CEO

Herr Thomas Jürg Freiburghaus, Dipl.-Ing., CFO

Herr Martin Bernhardsgrütter, COO, bestellt zum 1. Mai 2022 (Eintragung im Handelsregister am 16.05.2022)

Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung für 2021 nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB wurde die Schutzklausel nach § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

Angaben zur Konzernzugehörigkeit

Alleinige Gesellschafterin der Stadler Deutschland GmbH ist die Stadler Rail AG, Buss-nang/Schweiz, die für den kleinsten und größten Kreis an Unternehmen einen Konzernabschluss erstellt; die Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt auf der Homepage der Stadler Rail AG im Bereich Investor Relations.

 

Berlin, 01.12.2022

Stadler Deutschland GmbH

Jure Mikolčić, Geschäftsführer

Thomas Freiburghaus, Geschäftsführer

Martin Bernhardsgrütter, Geschäftsführer

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.194.794,27 0,00 71.649,76 0,00 1.123.144,51
2. Entgeltlich erworbene Software 11.132.075,42 399.789,71 3.698.245,94 1.117.450,99 8.951.070,18
3. Geschäfts- oder Firmenwert 836.467,74 0,00 0,01 0,00 836.467,73
4. Geleistete Anzahlungen 1.082.065,89 15.694.052,43 243.646,25 -1.117.450,99 15.415.021,08
14.245.403,32 16.093.842,14 4.013.541,96 0,00 26.325.703,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 67.557.512,00 302.657,21 221.286,12 56.285.492,42 123.924.375,51
2. Technische Anlagen und Maschinen 26.379.410,40 4.159.406,32 350.555,15 8.230.349,70 38.418.611,27
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 30.824.190,59 9.301.889,82 2.776.360,12 1.145.727,40 38.495.447,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 62.838.029,81 17.049.717,20 25.543,00 -65.661.569,52 14.200.634,49
187.599.142,80 30.813.670,55 3.373.744,39 0,00 215.039.068,96
201.844.546,12 46.907.512,69 7.387.286,35 0,00 241.364.772,46
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 109.688,82 222.939,25 0,00 332.628,07
2. Entgeltlich erworbene Software 8.161.121,42 1.305.894,70 3.317.900,94 6.149.115,18
3. Geschäfts- oder Firmenwert 83.646,77 83.646,77 0,00 167.293,54
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
8.354.457,01 1.612.480,72 3.317.900,94 6.649.036,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 29.441.233,93 2.389.074,90 87.875,40 31.742.433,43
2. Technische Anlagen und Maschinen 10.935.006,40 1.668.619,02 245.847,15 12.357.778,27
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.236.786,59 4.365.338,15 2.691.220,65 21.910.904,09
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
60.613.026,92 8.423.032,07 3.024.943,20 66.011.115,79
68.967.483,93 10.035.512,79 6.342.844,14 72.660.152,58
Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögens- gegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 790.516,44 1.085.105,45
2. Entgeltlich erworbene Software 2.801.955,00 2.970.954,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 669.174,19 752.820,97
4. Geleistete Anzahlungen 15.415.021,08 1.082.065,89
19.676.666,71 5.890.946,31
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 92.181.942,08 38.116.278,07
2. Technische Anlagen und Maschinen 26.060.833,00 15.444.404,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.584.543,60 10.587.404,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.200.634,49 62.838.029,81
149.027.953,17 126.986.115,88
168.704.619,88 132.877.062,19

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Der Stadler Deutschland-Konzern (kurz: Konzern) repräsentiert die Aktivitäten der Stadler Rail Group in Deutschland.

Die Stadler Deutschland GmbH ist seit dem Jahr 2001 eine 100%ige Tochtergesellschaft der Stadler Rail AG. Sie ist selbst wiederum alleinige Gesellschafterin der Stadler Reinickendorf GmbH i.L., Berlin, der Stadler Rail Service Deutschland GmbH (vormals SILEX Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft GmbH), Berlin, der STAP Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH, Berlin, der Stadler Chemnitz GmbH, Chemnitz, sowie der Stadler Mannheim GmbH (vormals VIPCO GmbH), Mannheim.

Die Stadler Reinickendorf GmbH i.L. wird geschlossen. Die Tätigkeiten wurden in 2020 in die Stadler Deutschland GmbH überführt und integriert. Die SILEX Grundstück-Verwaltungsgesellschaft GmbH wurde in die Stadler Rail Service Deutschland GmbH umbenannt, die nun die Geschäftstätigkeiten "Service" ausübt. Die Stadler Chemnitz GmbH ist als gruppeninterner Engineering-Dienstleister seit April 2017 tätig, sowie die Stadler Mannheim GmbH seit Juni 2020.

Der Konzern wird primär nach SWISS GAP FER geführt und unterliegt den Führungsgrundsätzen der Stadler Rail Group. Aufgrund der unwesentlichen Unterschiede bei unseren bedeutsamsten Leistungsindikatoren (Umsatz, Auftragseingang und Betriebsergebnis/Ergebnis vor Steuern) zwischen SWISS GAP FER und HGB erfolgen die Erläuterungen nach HGB.

Die Stadler Rail AG ist ein Hersteller von Schienenfahrzeugen mit Hauptsitz in Bussnang in der Schweiz. Im Bereich der Vollbahnen bedient Stadler Rail die Marktsegmente Regional-, S-Bahn-, Interregio-, Intercity- und Hochgeschwindigkeitsverkehr bis 250 km/h. Den Bereich Stadtverkehr deckt Stadler Rail mit dem Angebot von Stadt- und Straßenbahnen sowie kundenspezifischen U-Bahn-Fahrzeugen ab. Im Bereich Taylor Made bietet Stadler Rail maßgeschneiderte Spezialfahrzeuge in Kleinserien an. Mit dem Bereich Service komplettiert Stadler Rail das Angebotsspektrum durch Komponenten und Ersatzteile sowie Wartung, Reparatur, Revision und Modernisierung von Komponenten und Schienenfahrzeugen.

Die Muttergesellschaft des Stadler Deutschland-Konzerns, die Stadler Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin, stellt Vollbahnen (insbesondere für den Regional- und S-Bahnverkehr), kundenspezifische U-Bahnen und Taylor Made-Fahrzeuge her und ist verantwortlich für die Marktbearbeitung in Deutschland und den Export von Straßenbahnen innerhalb Europas. Stadler Deutschland GmbH ist innerhalb der Stadler Rail Group das Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Straßenbahnen und Metros. Am Hauptstandort Pankow in Berlin befinden sich die Abteilungen für Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Verwaltung. Die Entwicklung wird unterstützt durch die Stadler Chemnitz GmbH sowie die Stadler Mannheim GmbH.

Am Standort Velten in Brandenburg erfolgen die Inbetriebnahme und Auslieferung der Fahrzeuge. Die Instandhaltungsarbeiten für Schienenfahrzeuge erfolgen an den Standorten Herne und Essingen. Diese Standorte gehören zu der Stadler Rail Service Deutschland GmbH.

2. MARKTENTWICKLUNG

Die Entwicklung der für den Konzern wichtigen Absatzmärkte war im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv. Aufgrund der sich in 2021 verschärfenden Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie stellten wir leichte Verzögerungen im Vergabeprozess fest. Daneben werden aus Gründen der politischen Abstimmung und der finanziellen Absicherung von Verkehrsleistungen und/oder Fahrzeugpools bei den Aufgabenträgern Ausschreibungen verschoben. Dies führt oft zu verkürzten Angebots- oder auch Lieferzeiträumen. Die hohe Nachfrage in unserem Heimatmarkt Deutschland hat sich dennoch 2021 weiter fortgesetzt.

Die Konkurrenzsituation auf dem Markt ist hoch und intensiv. Wir haben erneut Ausschreibungen verloren, weil wir dem starken Preisdruck nicht folgen wollten.

Low-Budget Produkte der Wettbewerber drücken die Preise. CAF tritt mit dem Gewinn des Netzes Niederrhein-Münsterland (VRR) mit batterie-elektrischen Zügen plus 30 Jahre Wartung noch aggressiver im Regionalmarkt auf. Mit der geplanten Übernahme (Abschluss in 2022) der Coradia-Polyvalent-Plattform des Werkes Reichshoffen und der TALENT-3-Plattform (Werk in Hennigsdorf) von Alstom baut die CAF ihre Präsenz in Deutschland weiter aus.

Es ist ein Trend zu beobachten, dass Aufgabenträger vermehrt Finanzierungsmodelle anbieten, um mehr Wettbewerb zu generieren. Weiterhin finanzieren die kommunalen Verkehrsbetriebe ihre Fahrzeugneubeschaffungen über staatliche Fördermittel. Zusammen mit den Eigenmitteln der Betriebe ergeben sich hieraus die verfügbaren Budgets zur Neubeschaffung. Bedingt durch die steigenden Kosten am Markt sind diese Budgets knapp bemessen und reduzieren entsprechend das Bieterfeld in den Ausschreibungen.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten (enormer Preisdruck auch bei den Betreibern) haben sich mit Abellio Rail und Keolis zwei private Betreiber aus bestehenden Verkehrsverträgen zurückziehen müssen. Die weitere Teilnahme am Markt ist ungewiss.

Einhergehend damit ist ein Erstarken der DB wahrnehmbar, die sich zunehmend wieder in vielen Ausschreibungen behaupten kann.

Unsere Position am Markt wollen wir in Zukunft vor allem mit Hilfe von der im Vorjahr getätigten Investitionen in die Stadler Mannheim GmbH sowie weiterer Zukäufe stärken. Wir erwarten im Bereich der S-Bahn und Metro weiterhin eine hohe Nachfrage nach Schienenfahrzeugen kombiniert mit Servicedienstleistungen. 1

1 ÖPNV-Report 2021/2022: https://www.urban-transport-magazine.com/en/new-boom-in-the-construction-of-vehicles-for-road-and-light-rail-in-germany/ Vergabekalender SPNV: https://bag-spnv.de/wettbewerb-markt

Das Potential in dem vom Stadler Deutschland-Konzern fokussierten Marktsegmenten - Regional-, S-Bahn- und Stadtverkehr - ist weiterhin gut ausgeprägt. Wieder steigende Fahrgastzahlen, insbesondere in den Ballungsräumen, geben dem politischen Willen zu kontinuierlichem Wettbewerb und den damit verbundenen Neuausschreibungen von Verkehrsleistungen zusätzlichen Auftrieb. 2 Dazu kommen positive Auswirkungen durch das von der Bundesregierung beschlossene "Klimaschutzprogramm 2030" und den damit verbundenen Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr und insbesondere die Bahn. 3

2 Zahlen, Statistiken zum Verkehr: https://www.vdv.de/daten-fakten.aspx https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2186/umfrage/befoerderte-personen-im-schienenfernverkehr/ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154531/umfrage/passagiere-deutscher-eisenbahnen-im-personenverkehr-seit-2007/

3 Siehe dazu die beschlossenen Maßnahmen für den Verkehr: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/verkehr-1672896

Die Liberalisierung der Märkte in Europa bietet weitere Chancen für die Branche der Hersteller durch Abschaffung der technischen Grenzen, durch Interoperabilität und Standardisierung sowie ein vereinfachtes Zulassungsverfahren und dessen gegenseitige Anerkennung in den Ländern. Für die Zulassung im Bereich Vollbahnen gab es auch für Deutschland eine deutliche Veränderung, da die Zulassung im Rahmen des 4. Eisenbahnpakets von den nationalen Behörden zur Europäischen Eisenbahn Agentur (ERA) überging. Auch die Fragen des Netzzugangs werden nun europäisch geregelt. 4 Auf die Auswirkungen dieser Veränderungen stellt sich der Konzern proaktiv ein.

4 Siehe dazu: https://www.eba.bund.de/SharedDocs/Fachmitteilungen/DE/2019/05_2019_Information_zur_Umsetzung_4EP.html

Gleichzeitig haben die zunehmende Liberalisierung und Deregulierung des Marktes für Schienenfahrzeuge in Europa dazu geführt, dass sich der Stadler Deutschland-Konzern einer gewachsenen Zahl von Wettbewerbern stellen muss. Dazu gehören auch Wettbewerber aus Asien. 5 Auch auf dem europäischen Markt zeigt sich der Wille zur Konsolidierung und damit das Erstarken des Wettbewerbs. Mit Alstom/(BT) und CAF ist neben CRRC und Siemens ein weiterer großer Player am Markt.

5 Siehe dazu: CRRC beats Skoda and Siemens for Porto LRV order: https://www.railjournal.com/fleet/crrc-beats-skoda-and-siemens-for-porto-lrv-order/

Durch die breite und laufend modernisierte Produktpalette bieten sich dem Konzern weiterhin gute Absatzchancen. Eine wichtige Rolle spielen dabei insbesondere Fahrzeuge, die für den Einsatz auf nicht-elektrifizierten Strecken vorgesehen sind. In 2018 lag der Anteil nicht-elektrifizierter Strecken noch bei 39 % und wird in den kommenden Jahren nur langsam sinken. 6 Die Trendwende weg vom "Diesel" hat sich in 2021 weiter fortgesetzt. Von den Aufgabenträgern werden für nichtelektrifizierte Strecken ausschließlich Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausgeschrieben. Dazu rücken parallel Themen zur Digitalisierung der Schiene und der Fahrzeuge immer weiter in den Vordergrund und spiegeln sich in den Anforderungen der Ausschreibungen wider.

6 Vergleiche dazu: Daten & Fakten zur Schieneninfrastruktur: https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/infrastruktur/daten-fakten/ Wettbewerbsfahrplan der Aufgabenträger des SPNV: https://www.schienennahverkehr.de/wp-content/uploads/2021/09/Wettbewerbsfahrplan_2021_Bundesverband-SchienenNahverkehr.pdf Alternativen zu Dieseltriebzügen im SPNV: https://www.vde.com/resource/blob/1889656/5f42b90859412b8590d0c7539604b0bc/pressemitteilung---studie-alternative-antriebssysteme-im-spnv--1--data.pdf

Wir sehen in der Entwicklung der Batterietechnik (Zell-Chemie) Chancen zur Reduzierung der LCC (life cycle costs) und Ausbau unserer Marktposition.

Eine wichtige Alternative zu den bereits verkauften batterieelektrischen Fahrzeugen wird die Entwicklung der Wasserstofftechnologie sein.

Im Straßenbahnbereich profitiert der Konzern zukünftig von einer neu entwickelten, innovativen Produktplattform. Auf diese Weise soll der Marktanteil in diesem Segment über die nächsten Jahre kontinuierlich gesteigert werden. Ein Trend hin zu kombinierten Angeboten Fahrzeuge + Instandhaltung bei kommunalen Betreibern ist zu erkennen. Die langfristige Absicherung der Ersatzteilversorgung durch die Fahrzeugindustrie stößt bei immer mehr Verkehrsbetrieben auf Interesse und bietet zukünftig die Chance zu einer längerfristigen Partnerschaft.

Die neue Taktmontage wurde 2021 in Betrieb genommen, und mit dem zweiten Bauabschnitt wird nahtlos weitergebaut. Die Disziplinen Engineering, Projektierung, Einkauf und Planung (Logistik und Produktion) werden im neuen Bürogebäude zusammengezogen und werden täglich die Entwicklung in der Produktion miterleben können. Diese Situation wird sich sehr positiv auf die interdisziplinarische Zusammenarbeit und auf die Effizienzsteigerung und die Verringerung von Qualitätskosten auswirken.

Mit dem von Stadler entwickelten ETCS-Zugsicherungssystem GUARDIA kann der Konzern seine Position im Markt für Neufahrzeuge zusätzlich stärken. Erweiterte Absatzchancen ergeben sich zudem insbesondere bei der Nachrüstung von schon im Einsatz befindlichen Bestandsflotten. Zur Erlangung der Zulassung werden derzeit erste Fahrzeuge mit dem System ausgerüstet. Anschließend wird der Konzern auch an diesem attraktiven Marktsegment teilhaben können.

Mit den Service Tätigkeiten der Stadler Rail Service Deutschland GmbH reagieren wir auf das veränderte Nachfrageverhalten der Kunden, die in Verbindung mit der Beschaffung von Neufahrzeugen auch Interesse an Service- und Wartungsleistungen zeigen. Neben der Instandhaltung von Fahrzeugen gehört dazu auch die Modernisierung oder Modifizierung von Fahrzeugen, die bereits vor einigen Jahren in den Verkehr gebracht wurden, aber nun an die sich dynamisch entwickelnden neuen Kunden- und Einsatzanforderungen angepasst werden müssen.

Die Engineering-Dienstleister Stadler Mannheim GmbH und die Stadler Chemnitz GmbH folgen ganz der Marktentwicklung der Firmengruppe und besitzen keinen eigenen Vertrieb. Grundsätzlich sind sie in die Portfolio Abstimmungen eingebunden und richten die Weiterbildung bzw. Rekrutierung des Personals an den Bedarfen des Konzerns aus.

3. GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Den Auftragseingang im Jahr 2021 konnten wir dank der Verbuchung des AKKU FLIRT Projektes und der gewonnenen Straßenbahnprojekte ViP Potsdam + BLT Tram auf solide 795,1 Mio. EUR melden.

Im Segment Regionalfahrzeuge konnte die Gesellschaft mit dem Auftragserhalt von 44 FLIRT Akku für den Einsatz im süddeutschen Pfalznetz ihren Marktanteil im Bereich der alternativen Antriebstechnologien erneut ausbauen. 7

7 Siehe dazu: Flirt Akku Archive - electrive.net

Das Scheitern im Projekt für den LNVG Dosto Pool werten wir als großen Verlust für den Konzern, der zum einen auf dem enormen Preisdruck, hier besonders im Wettbewerb mit der sich konsolidierenden Alstom mit Bombardier Transportation, zurückzuführen ist, aber auch auf das eigene Verfehlen der Möglichkeiten bei der Bewertung des Angebotes. Die intensive Auswertung im Rahmen eines "Lost Reports" als auch die Umsetzung der Maßnahmen aus dem FahrPlanZukunft bieten hier neue Chancen. Weiterhin sollten durch die moderne Fließfertigung in der neuen Montagehalle höhere Kapazitäten und positive Effekte/Effizienzgewinne dargestellt werden können.

Es ist zu beobachten, dass die Kunden nach wie vor Festpreise fordern (d.h. Kalkulationsrisiko über die Entwicklung der Material- und Lohnkostenindizes über mehrere Jahre liegt beim Hersteller). Die geringen oder ganz fehlenden Anzahlungen (Cash-In) und die stark zum Nachteil des Herstellers verschärften, oft unverhandelbaren Vertragsbedingungen, stellen damit ein hohes Risiko dar.

Das geplante Budget-Projekt RE13 NRW (Maas-Wupper-Express) hat sich seitens Vergabestelle stark verzögert und verschob sich auf Anfang 2022.

Der Auftragseingang im Jahr 2021 lag bei 795,1 Mio. EUR (Vorjahr 277,4 Mio. EUR). Größter Einzelauftrag sind die AKKU FLIRT für das Projekt Pfalznetz. Der Auftragsbestand ist auf 3.641,3 Mio. EUR (Vorjahr 2.632,2 Mio. EUR) gestiegen. Grund dafür sind einige Ausschreibungen- und Entscheidungsverschiebungen. Für das Jahr 2022 ergaben sich wichtige neue AKKU Flirt Bestellungen und wir konnten unsere Position in der alternativen Antriebstechnologie festigen.

Der Auftragseingang verteilte sich zu 35 % (Vorjahr 62 %) auf Fahrzeugbau, auf den Bereich Service 63 % (Vorjahr 37 %) sowie auf Engineering 2 % (Vorjahr 1 %).

Im Umsatz abgerechnet wurden im Geschäftsjahr 2021 82 Fahrzeuge (Vorjahr: 81 Fahrzeuge).

Der Umsatz, den der Konzern als zweiten wesentlichen Leistungsindikator verfolgt, betrug 443,7 Mio. EUR. Es konnten nicht alle geplanten Fahrzeuge nach HGB als Umsatz realisiert werden, was zu einer Umsatzverschiebung nach 2022 führen wird.

Dabei lag der Schwerpunkt der Umsatzanteile mit 51 % (Vorjahr 54 %) im Segment Regionalfahrzeuge. Auf das Segment der Stadtbahnen entfielen 12 % (Vorjahr 30 %), auf die Taylor Made Fahrzeuge 21 % (Vorjahr 2 %), auf den Service 14 % (Vorjahr 13 %) sowie sonstiges wie Engineering 2 % (Vorjahr 2 %).

Das abgelaufene Jahr 2021 war wieder geprägt von der Covid-19 Situation. Trotzdem konnten wir das größte interne Projekt, das neue Produktions- und Verwaltungsgebäude, in Betrieb nehmen. Dank der Technik konnten wir trotz Home-Office viele Arbeiten in den Bereichen Auftragsabwicklung, Einkauf und Logistik professionalisieren und haben unser Reporting weiter ausgebaut. Einzig in der Produktion und Inbetriebsetzung spürten wir die Auswirkungen des Lock-Downs und der außerordentlichen Situation, die wir gemeinschaftlich mit den jeweiligen Kunden gut lösen konnten. Die Kundenbeziehung wurde in dieser Zeit dank guter und transparenter Kommunikation weiter gestärkt. Um die zeitgerechte Auslieferung der Aufträge sicherzustellen, wurde die Belegschaft weiter ausgebaut. In Teilbereichen wurden zur Abarbeitung der Aufträge temporär externe Standorte mit eingebunden.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Prozesse und Systeme des Konzerns mit dem Ziel einer standortübergreifenden Vereinheitlichung und Integration sowie einer effizienteren Auftragsabwicklung kontinuierlich weiterentwickelt. Das ERP-Projekt SPEED konnte mit zusätzlichen Super-Usern entwickelt werden. Dieses Projekt ist für den Konzern wichtig, damit er für die bevorstehenden Aufträge mit größeren Stückzahlen, die wir bereits gewonnen haben und die wir für unsere Zukunft erwarten, richtig aufgestellt ist. Die Liefertaktungen werden weiter angepasst, verkürzt und das Zusammenspiel zwischen den operativen Fachbereichen noch konsequenter abgestimmt. Wir erwarten, dass der Standort in Zukunft der Fertigungsstandort für große Stückzahlen in der Gruppe sein wird.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Steuern) lag mit -11,1 Mio. EUR unter unseren Erwartungen. Neben dem starken Wettbewerb ist die Ursache in den sehr hohen Materialkosten sowie der erhöhten Margenerwartung zu sehen. Die immer noch negativen Auswirkungen aus den vergangenen Jahren konnten weiter abgeschlossen werden und haben das Jahresergebnis negativ geprägt. Jedoch sehen wir, dass wir wichtige Streit- und Gerichtsverfahren final abschließen konnten, die uns in Zukunft nicht mehr so stark belasten wie die Jahre zuvor. Dass wir gerade im Jahr 2021, einem weiteren Pandemiejahr, trotzdem unsere Marktpräsenz festigen konnten, zeigt auf, dass wir die richtigen Maßnahmen in den Jahren zuvor eingeleitet haben. 2021 war ein Jahr, in dem wir eine wichtige Entscheidung der Einführung eines modernen ERP-System gefällt, den Umzug in ein neues Gebäude und wichtige Entscheidungs- und Gerichtsverfahren finalisiert haben. Die Situation unter Covid-19 begünstigte diese Tätigkeiten und Veränderungen nicht.

4. Forschung und Entwicklung

Als ein Hersteller von Schienenfahrzeugen hat der Konzern erneut erhebliche Ressourcen in die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Technologien investiert. Dies geschah wiederum im Verbund mit den anderen Gesellschaften der Stadler Rail Group.

Ein Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten der Stadler Deutschland GmbH besteht in Innovationen auf der Fahrzeug- und Komponenten-Ebene. So setzen wir weiter die Markteinführung von Batterie-Fahrzeugen mit der neuesten Batterie-Technologie um. Ebenso gehen wir die Entwicklung neuer Fahrzeug-Generationen an. Auf der Komponenten-Ebene steht die Weiterentwicklung von neuen Subsystemen mit unseren Zulieferern auf dem Programm.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr betragen die Entwicklungsaufwendungen im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 14 HGB 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 38,1 Mio. EUR). Diese resultieren im Wesentlichen aus projektspezifischen Entwicklungsaufwendungen der Fahrzeugaufträge in der Konstruktionsphase der Stadler Deutschland GmbH.

Der Konzern hat in Übereinstimmung mit dem Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB Aufwendungen im Vorjahr von 1,1 Mio. EUR für die Entwicklung neuer Technologien, Konzept "Drehgestellrevision" sowie "Wartungsmanagement", als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert und mit 0,2 Mio. EUR in 2021 abgeschrieben.

5. DARSTELLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Ertragslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Konzern erneut ein negatives Ergebnis erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Steuern), das den dritten wesentlichen Leistungsindikator darstellt, betrug -11,1 Mio. EUR (Vj. -2,6 Mio. EUR). Zurückzuführen ist dies auf die bereits oben genannten immer noch negativen Auswirkungen aus den vergangenen Jahren, Verschiebungen von Aufträgen sowie Mehrkosten in den Projekten.

Der Umsatz beträgt im Berichtszeitraum 443,7 Mio. EUR (Vj. 490,9 Mio. EUR). Dieser Rückgng ist trotz der fast unveränderten Anzahl von 82 ausgelieferten Fahrzeugen (Vj. 81) darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2020 mehr Vollbahnen und im Jahr 2021 verstärkt S-Bahnen (Tailor Made) ausgeliefert wurden.

Die Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen um 179,7 Mio. EUR spiegelt insbesondere die gegenüber dem Vorjahr etwas höhere Produktionsleistung bei einer geringfügig höheren Anzahl an abgerechneten Fahrzeugen wider.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 3,7 Mio. EUR auf 30,2 Mio. EUR. Die Differenz zum Vorjahr ergibt sich maßgeblich aus den gestiegenen Auflösungen von Rückstellungen für fehlende Herstellungskosten sowie Pönalerückstellungen (außergewöhnliche Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 11,1 Mio. EUR).

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / (Gesamtleistung 8 abzüglich sonstige betriebliche Erträge)) hat sich im Berichtszeitraum von 68,9 % auf 73,1 % erhöht. Der prozentuale Anstieg ist auf den Produktmix zurückzuführen. Die Fokusprojekte (S-Bahn Berlin und S-Bahn Hannover) aus 2021 haben eine hohe Materialquote.

8 Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderung, aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge

Der Personalaufwand hat sich im Geschäftsjahr von 105,8 Mio. EUR um 14,6 Mio. EUR auf 120,4 Mio. EUR erhöht. Der Anstieg ist vor allem durch die gestiegene Mitarbeiterzahl begründet. Durch die Tariferhöhung sind jedoch auch die Personalkosten je Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die resultierende Personalaufwandsquote (Personalaufwand / (Gesamtleistung abzüglich sonstige betriebliche Erträge)) liegt aufgrund der höheren Produktionsleistung bei 19,2 % (Vorjahr 21,1 %).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betragen im Berichtszeitraum 10,0 Mio. EUR, was einer Erhöhung um 2,3 Mio. EUR entspricht. Die höheren Werte resultieren im Wesentlichen aus höheren planmäßigen Abschreibungen für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, und höheren planmäßigen Abschreibungen für EDV-Software.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 63,7 Mio. EUR auf 69,8 Mio. EUR erhöht. Sie beinhalten im Wesentlichen Verrechnungen innerhalb der Stadler Rail Group bezüglich der Aufwendungen des Vertriebsnetzes, Zuführungen zu Rückstellungen, Rechts- und Beratungskosten und Mietaufwendungen.

Das Finanzergebnis hat sich im Jahr 2021 von -7,5 Mio. EUR auf -9,2 Mio. EUR verschlechtert, insbesondere bedingt durch höhere Zinsen für Kreditverbindlichkeiten. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten im Wesentlichen Aufwand aus laufenden Ertragsteuern von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 1,1 Mio. EUR), denen periodenfremde Steuererträge von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR Aufwand) gegenüber stehen.

Insgesamt hat der Konzern das Geschäftsjahr 2021 mit einem Jahresergebnis in Höhe von -11,3 Mio. EUR abgeschlossen. Dies stellt eine Verschlechterung in Höhe von 7,0 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr dar und ist im Wesentlichen auf das gesunkene Betriebsergebnis und das deutlich negative Finanzergebnis zurückzuführen.

Finanzlage

Der Bestand liquider Mittel zum 31.12.2021 betrug 72,8 Mio. EUR (Vorjahr 83,0 Mio. EUR). Zuzüglich des Wertpapierbestandes von 1,7 Mio EUR (Geldmarktfonds) ergibt sich ein Finanzmittelfonds von 74,4 Mio EUR (Vj. 84,9 Mio EUR).

Der Cash Flow setzt sich zusammen aus einem Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 270,3 Mio. EUR, einem Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von insgesamt 49,6 Mio. EUR (siehe Erläuterungen zu den Investitionen unter dem Punkt Vermögenslage) sowie einem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 309,4 Mio. EUR, der durch die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten bei den Banken und dem Gesellschafter (letztere später in Kapitalrücklage umgewandelt) in Höhe von insgesamt 318,6 Mio. EUR geprägt ist. Wir verweisen diesbezüglich auf die Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 des Konzernabschlusses.

Der negative Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit spiegelt insbesondere die Verlustfinanzierung sowie den um 233,8 Mio. EUR gesunkenen Überhang der erhaltenen Anzahlungen gegenüber den durch diese vorfinanzierten Vorräte inklusive geleistete Anzahlungen wider.

Der Bestand an erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen vor Verrechnung mit den Vorräten beträgt im Geschäftsjahr 797,1 Mio. EUR (Vorjahr 805,4 Mio. EUR) und der Bestand der durch diese finanzierten Vorräte inklusive geleisteten Anzahlungen 991,7 Mio. EUR (Vorjahr 766,3 Mio. EUR). Diese Entwicklung ergab sich aus dem Auftragseingang der letzten Jahre, der teilweise hohe Anzahlungen mit sich brachte. Auch in diesem Jahr ist es damit gelungen, die Vorräte größtenteils im Wege von Kundenanzahlungen zu finanzieren. Eine Ausnahme bilden die beiden Kundenaufträge ohne Kundenanzahlung, KISS ENO sowie die S-Bahn Berlin. Hier wurden die Projektfinanzierungen über unsere Kreditinstitute (Stand der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum Stichtag 375,2 Mio. EUR, Vj. 106,5 Mio. EUR) gesichert.

Aufgrund des hohen Bestands an erhaltenen Anzahlungen und der freien Kreditlinie bei den Banken sowie unter Berücksichtigung der aufgenommenen Kreidite bei Kreditinstituten und Gesellschafter war die Zahlungsfähigkeit der Stadler Deutschland GmbH und des Konzerns in 2021 jederzeit gesichert.

Freie liquide Mittel brachten wegen des niedrigen Zinsniveaus keine nennenswerten Zinserträge. Dem gegenüber stehen Avalprovisionen und Zinsaufwendungen insbesondere aus dem operativen Geschäft sowie aus der Aufzinsung von Rückstellungen. In der Summe betrug das Finanzergebnis -9,2 Mio. EUR (Vj. -7,5 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2021 bestehen weiterhin Devisenoptionen und Zinssicherungsgeschäfte, die einerseits der Absicherung zukünftiger Wechselkursänderungsrisiken für vertraglich vereinbarte Zahlungen in Fremdwährung und andererseits der Absicherung zukünftiger Zinsänderungsrisiken für vertraglich vereinbarte Zahlungen dienen.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Konzerns beträgt zum 31. Dezember 2021 573,2 Mio. EUR, was einer Erhöhung von 250,5 Mio. EUR entspricht.

Das Anlagevermögen bemisst sich insgesamt auf 168,7 Mio. EUR und hat sich um 35,8 Mio. EUR erhöht (Vorjahr 132,9 Mio. EUR), insbesondere durch Investitionen in die Infrastruktur des Pankow Parks im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Fertigungshalle sowie durch geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit der Einführung der neuen SAP-Software.

Die Vorräte (vor Verrechnung mit den erhaltenen Anzahlungen) zum 31. Dezember 2021 von 991,7 Mio. EUR (Vorjahr 766,3 Mio. EUR) wurden bis auf 194,6 Mio. EUR mit den erhaltenen Anzahlungen verrechnet (im Vorjahr vollständig). Dabei sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe um 8,9 Mio. EUR sowie die fertigen und unfertigen Erzeugnisse und Leistungen um 179,4 Mio. EUR gestiegen. Die geleisteten Anzahlungen sind um 37,2 Mio. EUR gestiegen. Die Veränderung aller Posten steht im direkten Zusammenhang mit der Anzahl der in der Produktion und Inbetriebsetzung befindlichen Fahrzeuge.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 116,1 Mio. EUR (Vorjahr 55,4 Mio. EUR). Der Anstieg ist durch die beginnende Fakturierung eines Großprojektes zum Jahresende begründet.

Die Sonstigen Vermögengegenstände sind von 33,4 Mio. EUR auf 5,2 Mio. EUR gesunken. Im Vorjahr bestanden höhere Forderungen gegen die Finanzbehörden aus Umsatzsteuer.

Trotz eines Jahresfehlbetrages von 11,3 Mio. EUR hat sich das Eigenkapital durch die Einstellung in die Kapitalrücklage von 50 Mio. EUR um 37,8 Mio. EUR (unter Berücksichtigung des im Vorjahr ausgewiesenen nicht durch Konzerneigenkapital gedeckten Fehlbetrags um 38,7 Mio. EUR) verbessert. Obwohl sich die Bilanzsumme erhöht hat, hat sich dadurch die Eigenkapitalquote auf 6,6 % verbessert.

Die Sonstigen Rückstellungen liegen mit 70,0 Mio EUR in Summe 12,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (Vorjahr 82,0 Mio. EUR). Dabei bilden wie im Vorjahr die Rückstellungen des operativen Geschäfts, die Rückstellungen zur Vorsorge von auftragsbezogenen Risiken sowie die Personalrückstellungen die größten Posten.

Die Finanzierungsseite ist durch die in 2021 aufgenommenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Insgesamt 571,2 Mio. Euro der erhaltenen Anzahlungen werden bis 2022 verrechnet werden, andere werden sich in die darauffolgenden Jahre verschieben.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten betragen 16,5 Mio. EUR, was eine Erhöhung um 10,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr bedeutet (Vorjahr 6,1 Mio. EUR). Sie umfassen überwiegend noch nicht fällige Verbindlichkeiten gegenüber inländischen und ausländischen Finanzbehörden, im Wesentlichen aus Lohn- und Umsatzsteuern, sowie kreditorische Debitoren.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betragen zum 31. Dezember 2021 40,4 Mio. EUR (Vorjahr 37,7 Mio. EUR).

Die Geschäftsentwicklung sowie die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns waren damit in 2021, insbesondere die Ertragslage und Finanzlage betreffend, nicht zufriedenstellend.

Investitionen

Es erfolgten erhebliche geleistete Anzahlungen (15,7 Mio. EUR) im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Einführung der neuen SAP-Software.

Der Buchwert der Sachanlagen liegt bei 149,0 Mio. EUR.

Die Investitionen in die Sachanlagen betrug im Jahr 2021 30,8 Mio. EUR. Am Standort Pankow wurde im Jahr 2021 die Fortsetzung des Baus der neuen Montage- und Aufsetzhalle sowie Bürobereiche abgeschlossen. Die Nutzung erfolgte ab Ende drittes Quartals 2021. In diesem Zusammenhang hat der Konzern die bereits oben in den Erläuterungen zur Vermögenslage genannten Investitionen getätigt.

Personal

Am Abschlussstichtag waren im Konzern 1.822 (Vorjahr 1.423) Mitarbeiter beschäftigt. In der Mitarbeiterzahl enthalten sind 53 Mitarbeiter in einem Ausbildungsverhältnis. Diese Erhöhung spiegelt die Auslastungssituation, insbesondere in den Bereichen Produktion und Inbetriebsetzung, wider. Die Fluktuationsrate bei den fest angestellten Mitarbeitern lag bei 4,2%.

6. CHANCEN UND RISIKEN DER GESCHÄFTLICHEN ENTWICKLUNG

Die Darstellung der Chancen und Risiken erfolgt hauptsächlich (mit Ausnahme der nicht abschließend einschätzbaren Risiken aus der Corona-Pandemie und dem Konflikt in der Ukraine) in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die geschäftliche Entwicklung des Konzerns, beginnend mit der höchsten Bedeutung.

Der Konzern geht vor dem Hintergrund der Anziehungskraft großer Ballungsräume sowie der Diskussion in der Öffentlichkeit um einen ökologisch sinnvollen Personenverkehr unverändert von einer steigenden Attraktivität des Schienenverkehrs aus trotz den Widrigkeiten aus der Covid-19-Situation. Gerade der Konflikt in der Ukraine zeigt uns die Stärke eines Transportsystem, das nicht von Gas und Öl abhängig ist. Der Schienenverkehr, die S-Bahnen und U-Bahnen sind noch stärker als wichtiges Transportmittel der Zukunft bestätigt worden. Das Marktsegment des Regional- und Stadtverkehrs wird noch wichtiger und schneller ausgebaut, um die Abhängigkeit und die Preisvolatilität von bzw. bei Öl und Gas weiter zu reduzieren. Gerade in Zeiten steigender Inflation sind funktionierende Transportsysteme entscheidend. Alternative Antriebstechnologie spielt dabei eine entscheidende Rolle beim Überbrücken von Strecken, die nicht elektrifiziert sind und lassen den Ausbau von Strecken schneller realisieren. Wir gehen davon aus, dass gerade dieser Sektor großes Wachstum erleben wird. Die Stadler Rail Group hat große, wichtige Ausschreibungen gewonnen, die sich positiv auf die Stadler Deutschland GmbH und den Konzern in Bezug auf Auftragseingang, Umsatz, Auslastung und Ergebnis auswirken. Daher sind weitere mögliche Akquisitionen in Deutschland nicht auszuschließen. Das heißt, dass der Markt in Deutschland für die Stadler Rail Group wichtig ist und der Stadler Deutschland-Konzern mit seiner Präsenz und Arbeit das Geschäft der Stadler Rail Group unterstützen wird. Zusätzliche Chancen ergeben sich auf Basis der wachsenden Installed Base von Stadler-Produkten und -Dienstleistungen aus dem Bestreben von Betreibern, über möglichst typenreine Fahrzeugflotten zu verfügen. Die wachsende Fahrzeugflotte ermöglicht zudem wachsende Absatzchancen für Ersatzteile, Reparaturen und Modernisierungen. Das Wachstum der Division Signalling der Stadler Rail Group in Deutschland ist hier zu erwähnen. Sie wird in Zukunft ein wichtiger Partner sein und entscheidend zur Projektgewinnung beitragen. Diese Marktchancen stellen die bedeutsamste Chance für den Konzern mit entsprechend positiven Einflussmöglichkeiten auf Umsatz, Betriebsergebnis und letztendlich auch auf die Finanzlage des Konzerns dar.

Dem Stadler Deutschland-Konzern entstehen weitere Chancen durch die Einbindung in die Stadler Rail Group und den Finanzmarktzugriff aufgrund des Börsengangs der Schweizer Muttergesellschaft im Jahre 2019. So konnte u.a. die Stadler Deutschland GmbH attraktive Projektfinanzierungen abschließen und in 2021 sehr erfolgreich ein Darlehensschuldschein im deutschen Finanzmarkt erstmalig platzieren. Ein klares Zeichen zum Markt und Willen, die Präsenz in Deutschland weiter auszubauen.

Das Kerngeschäft der Stadler Deutschland GmbH und damit des Konzerns sind das komplexe Projektgeschäft und die Montage von Fahrzeugen, die mit einer Reihe von Risiken verbunden sind. Die große Wettbewerbsintensität während der Vertragsanbahnung führt dazu, dass sich nicht immer die angestrebten Regelungen zur Risikoverteilung umsetzen lassen. Unerwartete technische Probleme, unter anderem bei der Entwicklung oder Zulassung von Fahrzeugen oder organisatorische und technische Herausforderungen in der Produktion bei parallelen Neuanläufen von mehreren Projekten, Schwierigkeiten bei der Erreichung der geforderten Qualität, unvorhergesehene Entwicklungen bei Lieferanten und/oder Abwicklungsprobleme während der mehrjährigen Auftragslaufzeit, können zu Mehrkosten, Terminverzug, Vertragsstrafen, Schadensersatzpflichten oder erhöhten Gewährleistungsaufwendungen führen. Dies kann sich negativ auf die Finanz- und Ertragslage auswirken und stellt in Summe das für das Mutterunternehmen und den Konzern bedeutsamste Risikofeld dar.

Weiterhin verstärkt sich der Wettbewerb um Führungs- sowie hochqualifizierte Fachkräfte am Arbeitsmarkt. Maßgeblich für die erfolgreiche Akquisition von neuen Aufträgen sowie deren erfolgreiche Abwicklung wird jedoch sein, dass es auch künftig gelingen wird, solche Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Der Konzern versucht deshalb, sich durch eine Vielzahl von Maßnahmen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und vom Wettbewerb zu differenzieren. Anderenfalls drohen Einschränkungen insbesondere in der verfügbaren Produktionskapazität mit negativen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns.

Den Risiken, die sich aus punktuellen Abhängigkeiten bei der Beschaffung von Komponenten und Dienstleistungen ergeben mit möglichen negativen Konsequenzen auf Einhaltung von Lieferterminen verbunden mit Pönale- und Reputationsrisiken, begegnet der Stadler Deutschland-Konzern durch ein aktives Lieferantenmanagement, das im Jahr 2021 erfolgreich umgesetzt werden konnte. Dieses aktive Lieferantenmanagement zeigt nun jetzt gerade, aufgrund des Konfliktes in der Ukraine, seine Wichtigkeit. Wir konnten dadurch schnell und frühzeitig Risiken minimieren und Lieferketten sichern.

Die finanziellen Auswirkungen des im Frühjahr 2022 ausgebrochenen Ukraine-Russland-Konfliktes auf den Stadler Deutschland-Konzern sind zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts nicht abschließend beurteilbar und stark abhängig von der weiteren Entwicklung der Geschehnisse. Der Stadler Deutschland-Konzern beobachtet die Lage laufend und trifft alle möglichen Maßnahmen, um negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns so gering wie möglich zu halten.

Die politische Lage bewerten wir fragiler als noch vor einem Jahr, was für uns die Aussicht auf die zeitlich angesagten Vergabetermine schwierig macht, was Auslieferungsverzögerungen und einen Umsatzrückgang zur Folge habe könnte. Die neuesten Entwicklungen aufgrund des Konfliktes in der Ukraine an den Rohstoffmärkten betreffen uns noch nicht, aber wir werten die Situation als ein größeres Risiko für die Wirtschaft ein. Die fragile Rohstoffmarktsituation, die angespannte politische Lage und die Ungewissheit über die möglichen wiederkehrenden Corona-Maßnahmen erschweren uns das mittelfristige Planen, das Wirtschaften um unsere Fertigung. Wir glauben aber an die Langfristigkeit der Branche und die Wichtigkeit des Transportwesens auf der Schiene bei steigenden Gas- und Ölpreisen. Sollte sich die Situation auf den Rohstoff- und Energiemärkten verschärfen, kann das zu Lieferengpässen und zu einem Umsatzrückgang mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns kommen.

Seit Januar 2020 befinden wir uns in der Pandemie. Die Corona-Situation, die noch nicht gebannt ist, kann neue Entwicklungen hervorrufen, die dem Stadler Deutschland-Konzern auch im Jahr 2022 wieder ein schwieriges Jahr bescheren. Aus der heutigen Sicht sehen wir Herausforderungen in der externen Lieferkette. Demnach bedarf es weiterhin großen Anstrengungen, unsere Lieferziele und -prognosen zu erfüllen. Derzeit haben wir aus unseren Lagern eine solide Liefersicherheit. Das Risiko kann aber mittelfristig Auswirkungen auf die eigene Liefertreue mit entsprechenden Pönalerisiken haben, die sich negativ auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns auswirken könnten.

Die Stadler Deutschland GmbH wie der gesamte Konzern richten großes Augenmerk darauf, solchen Entwicklungen durch ein umfassendes Projekt- und Qualitätsmanagementsystem vorzubeugen. Die Prozesse des Konzerns sind nach der DIN ISO 9001 (Qualitätsmanagement), der ISO 14001 (Umweltmanagement) sowie der ISO 50001 (Energiemanagement) zertifiziert. Eine Zertifizierung nach dem Regelwerk IRIS (International Railway Industry Standard) wird angestrebt. Das Mutterunternehmen hat zudem entsprechend den Erfordernissen des Projektgeschäfts ein Projektmanagementsystem aufgebaut, dessen zentraler Bestandteil die laufende Überwachung der abzuwickelnden Aufträge sowie die kontinuierliche Einschätzung von Chancen und Risiken sowie die Definition von Maßnahmen im Rahmen des Projektcontrollings darstellt.

Die Entwicklung neuer Fahrzeuge ist ebenfalls mit dem Risiko einer fehlerhaften Konstruktion mit negativen Konsequenzen auf Gewährleistungs- bzw. Pönaleaufwendungen und Reputation des Konzerns verbunden. Soweit technisch möglich und sinnvoll, wird dieses Risiko gemindert durch die Tatsache, dass es sich bei diesen Baureihen um die Weiterentwicklungen bereits bestehender modularer Fahrzeugkonzepte handelt, die sich teilweise seit mehr als 10 Jahren im täglichen Fahrgastbetrieb bewährt haben.

Die wirtschaftlichen Risiken von Forderungsausfällen und Liquiditätsengpässen werden durch die in der Branche üblichen Anzahlungen bei Auftragseingang sowie während des laufenden Produktionsprozesses deutlich gemindert. Vor dem Hintergrund der neuen, gruppenweiten Finanzierungsstruktur wird das Risiko von zukünftigen Liquiditätsengpässen nach dem derzeitigen Stand der Unternehmensplanung für den Prognosezeitraum als gering eingestuft.

Der Konzern schließt beschaffungs- und absatzseitig Geschäfte in Fremdwährungen ab und ist damit dem Risiko schwankender Währungskurse ausgesetzt mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns. Der gruppeninterne Bezug von Fahrzeugkomponenten erfolgt zum Teil in Schweizer Franken sowie nachrangig in ungarischen Forint, die abgesichert wurden. Rechnungen in Schweizer Franken werden derzeit nicht abgesichert. Bei einer weiterhin schwächeren EUR-CHF-Kursentwicklung würden sich die Bezugspreise für die o.g. Komponenten in EUR erhöhen und sich insgesamt margenreduzierend für den Konzern auswirken. Auf der Absatzseite bestehen zurzeit keine Kursrisiken, weil in Euro abgerechnet wird.

Für mögliche Schadensfälle und zur Absicherung von Haftungsrisiken bestehen branchenübliche Haftpflicht- und Sachversicherungen. Besondere Risiken aus bestehenden Verträgen werden durch Bildung angemessener Rückstellungen (z.B. für Pönalen, Prozesskosten und Gewährleistungen) berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr sind Devisentermingeschäfte und Zinssicherungsgeschäfte erworben worden, die in Bewertungseinheiten (Mikrohedge) gemäß § 254 HGB im Geschäftsjahr einbezogen und nach der Einfrierungsmethode gebucht wurden. Sie dienen der Absicherung zukünftiger Wechselkursänderungsrisiken für erwartete Zahlungen für den Zeitraum bis zum Oktober 2023 als auch der Absicherung zukünftiger Zinszahlungen für den Zeitraum bis zum Juli 2023.

Abgesicherte Risiken Nominalwert Sicherungsgeschäft 31.12.2021 Marktwert Sicherungsgeschäft 31.12.2021
(in TEUR) (in TEUR)
Wechselkursrisiko bei Vermögensgegenständen und erwarteten Transaktionen (Devisenoptionen) 78.994 -5.134
Zinsrisiko bei erwarteten Transaktionen (Zinssicherungsgeschäfte) 80.000 187

Der in der Tabelle angegebene Marktwert der Zinssicherungsgeschäfte ist der Saldo aus dem Marktwert eines Zinsswaps in Höhe von -427 TEUR und des Marktwerts des zugehörigen Floors von 615 TEUR.

Die Devisenoptionen sichern einzelne erwartete Zahlungsmittelzuflüsse in Fremdwährung als auch einzelne erwartete Zahlungsabflüsse aus Darlehensverträgen, wobei sich die Höhe und der Sicherungszeitraum der Devisenoptionen ausschließlich nach den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen und -abflüssen richten (vollständige Volumen- und Laufzeitkongruenz). Die Effektivität wird nach der "Dollar Off Set Methode" bestimmt.

Die Zahlungsmittelzu- und -abflüsse werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet, weil sie ausschließlich bereits verbindlich vereinbarte zu leistende Zahlungen aus Zukäufen für Projekte in Fremdwährung betreffen.

Die Zinssicherungsgeschäfte erlauben die Zinszahlungen auf einem im Voraus festgelegten Zins («Festbetrag»). Die Absicherungsgeschäfte berücksichtigen dabei die Zinsbegrenzung des 3-Monats-EURIBOR inkl. Floor bei 0% aus dem Grundgeschäft (variable verzinsliches EUR Bankdarlehen inklusive Floor). Die einzelnen Fälligkeiten aus dem Zinsswap als auch aus dem Zinsfloor mit einer Mindestsatzvereinbarung sind mit den Zahlungsterminen der Zinszahlungen aus dem Darlehensgeschäft identisch. Die Effektivität wird nach der "critical terms match-Methode" bestimmt.

7. AUSBLICK

Die Geschäftsführung hat ihre Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung 2022 auch unter der Corona-Pandemie und den Entwicklungen in der Ukraine nicht angepasst.

Trotz des pandemiebedingten Anstiegs der Krankenquote planen wir unsere Umsatzziele zu realisieren. Die Situation in der Ukraine und die Verwerfungen an den Rohstoffmärkten einschließlich Wechselkursentwicklung stellt die Division Deutschland vor Herausforderungen, die Ergebnisziele zu erreichen. Die Stadler Gruppe konnte gute Rahmenbedingungen aushandeln, die die Risiken teilweise mitigieren. Für Neuvergaben können wir signifikante Preissteigerungen nicht ausschließen. Die wichtigsten Lieferketten sind abgesichert, und wir haben auch funktionierende Alternativmöglichkeiten, auf die wir umstellen könnten. Auch hier stehen wir sehr eng mit den Kunden im Kontakt. Wir rechnen für das Jahr 2022 mit keiner signifikanten Ergebnisverschlechterung gegenüber dem Vorjahr.

Nach dem sehr erfreulichen Auftragseingang im Jahr 2021 der AKKU FLIRTS konnten wir auch für 2022 mit weiteren Bestellungseingängen im Bereich der alternativen Antriebstechnologie aufwarten. Insgesamt verzeichnen wir eine sehr deutliche Erhöhung des Auftragseingangs. Infolge der guten Auslastung und der Verschiebung von geplanten Umsätzen aus dem Jahr 2021 nach 2022 ist mit einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse für das Jahr 2022 zu rechnen. Die laufenden Prozessverbesserungsmaßnahmen in den Bereichen Produktion und IBS (Inbetriebnahme) werden sich positiv auf das operative Ergebnis auswirken. Die Umsetzung der geplanten und freigegebenen Großinvestition am Standort Pankow wird die Prozessverbesserungen in der Produktion und IBS nochmals steigern. Wir sind zuversichtlich, dass das bessere Zusammenspiel aller Disziplinen (u. a. Projektabwicklung) sich zukünftig positiv auf die Produktionszeit und somit auf die Auslieferungstreue auswirkt. Aufgrund der externen Unwägbarkeiten wird in 2022 für den Stadler Deutschland-Konzern dennoch das Ergebnis vor Steuern auf Berichtsjahrsniveau erwartet, welches immer noch unter dem angestrebten Gruppenziel bezüglich der Marge liegt. Sollte die Zulassung für den Großteil eines Großauftrages entgegen den Erwartungen nicht in 2022 erfolgen, verschiebt sich ein Ergebnisbeitrag in Höhe eines sehr niedrigeren zweistelligen Millionenbetrag nach 2023.

Die Finanzierung des Betriebes und Geschäftes für das Jahr 2022 und das Folgejahr ist nach dem derzeitigen Stand der Unternehmensplanung gesichert und wird mit Refinanzierungen gewährleistet. Aufgrund der vielen Maßnahmen, welche die Geschäftsführung initiiert hat, geht die Geschäftsführung davon aus, eine schrittweise Verbesserung der Ertrags- und Finanzlage in den nächsten zwei Jahren zu erzielen.

 

Berlin, den 20.12.2022

Stadler Deutschland GmbH

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Stadler Deutschland GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Stadler Deutschland GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Stadler Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 21. Dezember 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Waubke, Wirtschaftsprüfer

Müller, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

6 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.