VR PLUS Altmark-Wendland eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Lüneburg GnR 120024
Vorher
Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg eG
Eingetragen
7.12.2005
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, sowie des Waren- und Dienstleistungsgeschäfts, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; b) die Entgegennahme von Mitgliederdarlehn gem. § 21b GenG; c) die Gewährung von Krediten aller Art; d) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; e) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; f) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; g) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; h) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; i) die Vermittlung und der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen, sowie die Vermittlung von Krediten und Finanzanlagen; j) der gemeinschaftliche Einkauf landwirtschaftlicher Bedarfsartikel; k) der gemeinschaftliche Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse; I) der Handel mit sonstigen Waren; m) der Handel mit Brenn-, Treib- (AG 21.12.83), Baustoffen, Haus- und Gartenartikeln und Lebensmitteln; n) die Unterhaltung und der Betrieb von Reparatur-, Hilfs- und Nebenbetrieben; o) der gemeinschaftliche Vertrieb, die Beschaffung und die Vermietung und Reparatur von Maschinen, Geräten und landwirtschaftlichen Betriebseinrichtungen; p) der Handel mit Gütern aus und für die Region sowie deren Veredelung; q) Dienstleistung für landwirtschaftliche und gewerbliche Kunden; r) die Gewinnung alternativer Energien; s) der gemeinschaftliche Bezug, Absatz und die Verwertung von Schlacht-, Nutzund Zuchtvieh; t) der Anbau und die Vermehrung von Saatgut aller Art; u) der Erwerb, die Belastung, die Erschließung, die Errichtung und der Betrieb von Immobilien zwecks Vermietung, Verpachtung und Verkauf sowie der Erwerb, die Belastung und die Veräußerung von grundstücksgleichen Rechten, die Vermittlung und Verwaltung von Immobilien sowie die Übernahme von sonstigen Unterhaltungs- und Pflegeleistungen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Thorsten Briest
seit 27.11.2024
Prokura
Tina Wehncke
seit 25.1.2024
Prokura
Mathias Knoll
seit 25.1.2024
Prokura
Marcus Klaus Hirsch
seit 25.2.2022
Prokura
Guido Lechtenberg
seit 7.1.2021
Prokura
Grit Worsch
seit 8.4.2013
Vorstandsmitglied
Berthold Hilmer
seit 2.4.2012
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VR PLUS Altmark-Wendland eG

Lüchow

Jahresabschluss mit Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit nach EntgTranspG als Anlage des Lageberichts zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

E. Erklärung zur Unternehmensführung - ungeprüft -

F. Nichtfinanzielle Berichterstattung - ungeprüft -

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet, das sich über die vier Bundeländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erstreckt. Da unser Einzugsgebiet sehr ländlich und landwirtschaftlich geprägt ist, verfügt unser Institut über ein umfangreiches Warengeschäft. Dies macht uns zu einem der größten gemischtwirtschaftlichen Kreditinstitute Deutschlands. Darüber hinaus nutzen wir das Leistungsangebot der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 3 KWG gehört die Bank der BVR Institutssicherung (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt. Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeienbanken e. V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wurde 2022 spürbar durch die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine belastet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,8 %. Damit expandierte die Wirtschaftsleistung deutlich schwächer als 2021 (+2,6 %), trotz der auch 2022 noch andauernden Erholung vom Coronakrisenjahr 2020. Die allgemeine Teuerung legte kriegsbedingt weiter zu. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes war die Inflationsrate mit 6,9 % so hoch wie seit fast 50 Jahren nicht mehr.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind 2022 preisbedingt deutlich um 4,3 % gestiegen und trugen mit 2,1 % zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Die Konsumausgaben des Staates sind erneut gestiegen. Der Zuwachs fiel aber mit 1,2 % schwächer als im Vorjahr (+3,8 %), das stärker durch pandemibedingte Sonderausgaben geprägt war, aus.

Die Gemengelage aus enormen Preiserhöhungen, andauernden Personal- und Materialengpässen, eingetrübten Ertragsaussichten, weniger günstiger Finanzierungsbedingungen sowie hohen Unsicherheiten belastete das Investitionsklima spürbar. Der preisbereinigte Zuwachs um 3,5 % blieb etwas hinter dem Anstieg des Vorjahres (+3,3 %) zurück.

Der Außenhandel erholte sich weiter vom pandemiebedingten Konjunktureinbruch des ersten Halbjahres 2020. Die Exporte (+2,9 %) und Importe (+6,0 %) legten zu, wenn gleich weniger dynamisch als im Vorjahr (+9,7 % beziehungsweise +9,0 %). Dämpfend wirkten nicht zuletzt die anhaltenden Materialknappheiten der deutschen Industrie, die aufgrund des Ukrainekrieges verhängten Sanktionen und die generell schwächere Weltkonjunktur. Da die Importe - in preisbereinigter Rechnung - angesichts der höheren inländischen Nachfrage nach Konsumgütern und nach Ausrüstungen erheblich stärker expandierten als die Exporte, verminderte der Außenhandel als Ganzes den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes rechnerisch merklich, um 1,2 Prozentpunkte.

Auch am Arbeitsmarkt setzte sich die Erholung vom Krisenjahr 2020 fort. Die Zahl der amtlich registrierten Arbeitslosen ging weiter zurück. Trotz eines zeitweisen Anstiegs, im Zuge der erstmaligen Erfassung ukrainischer Flüchtlinge, gab die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt um etwa 200.000 auf rund 2,4 Mio. nach. Vor diesem Hintergrund sank auch die Arbeitslosenquote nochmals, von 5,7 % im Vorjahr auf 5,3 %. Die Erwerbstätigenzahl erhöhte sich 2022 um knapp 600.000 auf rund 45,6 Mio. Menschen. Sie erreichte damit einen neuen Höchststand.

Die Inflationsrate, gemessen am Verbraucherpreisindex, lag mit 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 erheblich über ihrem Vorjahreswert von 3,1 %. Einen noch höheren Anstieg der Preise für die Lebenshaltung hatte es in der Bundesrepublik zuletzt 1973 mit 7,1 % gegeben. Maßgeblich für die enorme Teuerung waren die Energie- und Nahrungsmittelpreise, die im Zuge des Ukrainekrieges sowie der andauernden Lieferengpässe um außerordentliche 29,7 % und 13,4 % stiegen.

Das Verarbeitende Gewerbe hatte 2022 mit kriegsbedingt beschleunigten Preissteigerungen, anhaltenden Liefer- und Personalengpässen, einer schwächeren Weltkonjunktur und politischen Unsicherheiten zu kämpfen. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs stagnierte daher im Wesentlichen (+0,2 %), nachdem sie 2021 im Zuge der Erholung vom Coronaeinbruch 2020 noch um kräftige 5,1 % expandiert war. Innerhalb der Industrie zeigten sich aber teilweise recht unterschiedliche Tendenzen, was sich vielfach durch die verschiedenen Energieintensitäten der einzelnen Branchen erklären lässt. Die von den weiter anziehenden Energiepreisen besonders betroffenen Wirtschaftszweige verminderten ihre Produktion zumeist spürbar.

Für die Agrarwirtschaft war 2022 erneut ein sehr herausforderndes Jahr. Gemäß Angaben des Deutschen Bauernverbandes stieg das betriebswirtschaftliche Ergebnis je Haupterwerbsbetrieb im Wirtschaftsjahr 2021/22 gegenüber dem Vorjahr um 26.200 Euro auf 79.700 Euro. Damit konnte der Rückgang vom Wirtschaftsjahr 2020/21 mehr als ausgeglichen werden. Besonders stark fiel der Gewinnzuwachs bei den Ackerbau- und Milchviehbetriebe aus. Im gesamten Agrarsektor, der neben der Landwirtschaft die Forstwirtschaft und die Fischerei umfasst, hat sich die wirtschaftliche Lage auf Jahressicht jedoch merklich verschlechtert. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Sektors verminderte sich um 4,6 %, begleitet von einem weiteren Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 1,1 % auf knapp 560.000 Personen.

Das Jahr 2022 wurde auch an den Finanzmärkten vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geprägt, der am 24. Februar 2022 begann. Der Krieg führte zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, die sich wiederum global in den höchsten Verbraucherpreisinflationsraten seit mehreren Jahrzehnten niederschlugen. Weltweit reagierten Notenbanken auf die hohe Inflation mit Zinserhöhungen, also einer restriktiveren Geldpolitik. Die US-Notenbank Fed straffte ihren geldpolitischen Kurs 2022 deutlich und erhöhte den Leitzins um 425 Basispunkte. Die EZB erhöhte ihren Leitzins um 250 Basispunkte auf 2,5 %. An den Aktienmärkten begann der DAX das Jahr mit leichten Verlusten, die sich nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine schnell ausweiteten. Auf das Gesamtjahr gerechnet, verlor der DAX 12,3 % und zeichnete sich wie die globalen Aktien- und Anleihenmärkte durch deutlich gestiegene Volatilität aus.

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 737 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken sowie die sonstigen Genossenschaftsbanken ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren über 30 Millionen Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2022 erneut ausweiten. So stiegen die bilanziellen Kundenforderungen der Genossenschaftsbanken im Vorjahresvergleich um 46 Milliarden Euro auf 757 Milliarden Euro (+6,5 Prozent). Die Kundeneinlagen legten im Geschäftsjahr 2022 um 28 Milliarden EUR auf insgesamt 861 Milliarden EUR zu. Die (addierte) Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 1.175 Milliarden Euro erhöht. Den Genossenschaftsbanken ist es im Jahr 2022 gelungen, das bilanzielle Eigenkapital mit einem deutlichen Plus von 5,2 Prozent auf 62 Milliarden Euro zu steigern. Der Konsolidierungsprozess unter den Instituten setzte sich gegenüber dem Vorjahr in einem leicht verringerten Umfang fort. Die Zahl der selbständigen Genossenschaftsbanken lag per Ende 2022 bei 737 Banken. Sie sank fusionsbedingt um 35 Institute bzw. um -4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 62 Banken betrieben neben dem Bankgeschäft auch das Warengeschäft (Vorjahr: 67 Institute). Die Mitgliederzahl verringerte sich in 2022 um 231.000 auf insgesamt 17,9 Mio. (Vorjahr 18,2 Mio.).

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren: Betriebsergebnis vor Bewertung, Cost-Income-Ratio (CIR), das Wachstum der bilanziellen Kundenkredite im Bankbereich, die Umsatzrendite und der Rohertrag im Warenbereich, die Personalkostenqoute und das wirtschaftliche Eigenkapital, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar.

Das Wachstum der bilanziellen Kundenkredite im Bankbereich, die Umsatzrendite (auf den Umsatz bezogener Gewinnanteil), die Personalkostenquote (Personalkosten im Verhältnis zum Rohertrag bzw. zur dBS im Bankbereich) und der Rohertrag im Warenbereich definieren wir als bedeutsame Leistungsindikatoren für die Generierung von Erträgen, die die Zukunftsfähigkeit unseres Instituts, die zukünftige Ertragskraft und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmen.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dienen die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote und die harte Kernkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Als gemischtwirtschaftliches Kreditinstitut im ländlich und landwirtschaftlich geprägten Raum musste sich unser Unternehmen in einigen Geschäftsfeldern mit den direkten Auswirkungen der Pandemie auseinandersetzen.

Mit dem Ende 2019 verabschiedeten Wirtschaftlichkeitsprogramm 2020 reagieren wir auf die veränderten Rahmenbedingungen insbesondere im Geschäftsfeld Agrar und Bank aber auch in allen anderen Bereichen. Ziel des bis Ende 2022 aufgelegten Wirtschaftlichkeitsprogrammes war es, die VR PLUS nachhaltig auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten. Ein wesentlicher Kernpunkt dabei ist, die durch Trockenheit und sich verändernde Regulatorik beeinflusste Ertragslage des landwirtschaftlichen Geschäftes durch betriebliche Strukturveränderungen und Effizienserhöhung nachhaltig zu verbessern.

Mit dem Vorantreiben der Zentralisierung, Digitalisierung, den weiteren Veränderung in der Filialstruktur, mit Mitarbeiterqualifikationen und der Hebung von weiteren betrieblichen Potenzialen wurden im Wirtschaftlichkeitsprogramm 2020 sowohl Kostensenkungs- als auch Ertragspotenziale in allen Bereichen des Unternehmens systematisch erschlossen und auch über das Jahr 2022 weiter verfolgt.

Unsere Bank war in den Bereichen Gastronomie, Tankstellen- und Tankshopgeschäft sowie im Gastroservice weiterhin, jedoch auf einen deutlich niedrigeren Niveau, von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Bereits eingetretene Teilerfolge des Wirtschaftsprogramms konnten diese Auswirkungen jedoch kompensieren.

Hervorgerufen durch den Ukrainekrieg kam es zu Unterbrechungen von Lieferketten insbesondere in den Sparten Technik und Energie.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen in 2022 konnten wir durch die Gegensteuerungsmaßnahmen das Betriebsergebnis vor Bewertung und die Cost Income Ratio (CIR) gegenüber dem Vorjahr verbessern.

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2022 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung verbesserte sich von TEUR 5.840 auf TEUR 7.467. Die Rentabilitätskennzahl BE vor Bewertung/dBS verbesserte sich auf 0,73 % (Vorjahr 0,61 %). Die CIR lag im Geschäftsjahr 2022 bei 67,3 % (Vorjahr: 72,7 %).

Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 15,3 % und die Kernkapitalquote auf 14,6 %. Es ergaben sich bei einer höheren Bilanzsumme für beide Quoten keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Die Entwicklung aller bedeutsamsten Leistungsindikatoren liegt im Rahmen unserer Erwartungen.

Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 1.060.085 994.976 65.109 6,5
Außerbilanzielle Geschäfte *) 26.049 40.908 -14.859 -36,3

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen)

Die Steigerung der Bilanzsumme um 6,5 % resultiert im Wesentlichen auf der Aktivseite aus Steigerungen bei den Forderungen an Kreditinstituten (+36 Mio. EUR), den Forderungen an Kunden (+16 Mio. EUR), dem Warenbestand (+31 Mio. EUR) und der erstmaligen Aktivierung Aktive latente Steuern (+3 Mio. EUR). Diesen Zugängen auf der Aktivseite standen Reduzierungen bei der Barreserve (-11 Mio. EUR), den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere und Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (-11 Mio. EUR) gegenüber. Diese Entwicklung wurde auf der Passivseite durch höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (+65 Mio. EUR) getragen.

Die außerbilanziellen Geschäfte beinhalten die Eventualverpflichtungen (Bürgschaften) und die unwiderruflichen Kreditzusagen.

Die derivativen Geschäfte bzw. weitere Sicherungsinstrumente werden bei den "sonstigen Risiken" erläutert.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 482.064 466.496 15.568 3,3
Wertpapieranlagen 193.117 203.940 -10.822 -5,3
Forderungen an Kreditinstitute 138.872 102.750 36.121 35,2

Die Kundenforderungen erhöhten sich hauptsächlich im Bereich der Darlehensforderungen (+16 Mio. EUR). Die Wertpapiereinlagen reduzierten sich saldiert um 11 Mio. EUR. Die Forderungen an Banken erhöhten sich vor allen Dingen im Bereich der anderen Forderungen gegenüber der DZ BANK AG (+39 Mio. EUR). Hierbei handelt es sich um Termingeldanlagen bei der DZ BANK AG.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 111.261 119.185 -7.924 -6,6
Spareinlagen 201.070 195.612 5.458 2,8
andere Einlagen 587.683 528.382 59.301 11,2

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich gegenüber dem Vorjahr im Bereich Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit gegenüber sonstigen Kreditinstituten. Die Spareinlagen konnten im Berichtsjahr, wie auch schon in den Vorjahren, weiter gesteigert werden. Der Anstieg erfolgte bei den Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von 3 Monaten. Bei den anderen Einlagen stiegen vor allem Verbindlichkeiten aus laufender Rechnung (+63 Mio. EUR). Reduzierungen sind in diesem Bereich hauptsächlich bei den Termineinlagen (-3 Mio. EUR) und den Sparbriefen (-4 Mio. EUR) zu verzeichnen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 213 157 56 36,0
Vermittlungserträge 2.289 2.407 -118 -4,9
Erträge aus Zahlungsverkehr 3.306 3.200 106 3,3

Als Universalbank bieten wir unseren Kunden Wertpapier- und Dienstleistungsgeschäfte der genossenschaftlichen Verbundgruppe an. Die Erträge aus dem Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft haben sich gegenüber dem Vorjahr stark erhöhtt. Die Vermittlungserträge sind gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich in den Bereichen Vermögensverwaltungs und -beratungsprovisionen (-6 %), Bausparprovision (-20 %) und Versicherungsprovisionen (-10 %) gefallen. Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr und Kontoführung sind leicht gestiegen.

Warengeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Warenumsatz 408.964 332.502 76.462 23,0
Warenbestand 124.449 93.382 31.067 33,3
Rohergebnis 44.117 38.731 5.387 13,9

Das Jahr 2022 war durch teils erhebliche Preissteigerungen in der Folge des Krieges in der Ukraine nicht nur bei den Düngemitteln und den Futtermitteln geprägt, sondern auch bei den Brenn- und Treibstoffen. Zusätzlich verzeichnete das Unternehmen Umsatzsteigerungen im Maschinenhandel, Ersatzteilen, Werkstattleisungen, den Tankshops, den Kartoffeln und den Baustoffen, die insgesamt zu einer Umsatzsteigerung von 23,0 % führten.

Zum Ende des Berichtsjahres unterhielten wir einschließlich unserer Tochterunternehmen, Raiffeisen Handel & Lagerhaus GmbH, alka-tec GmbH, Raiffeisen Kartoffellager Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Raiffeisen Saatenzentrum GmbH Dahlenburg und Raiffeisen-Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH 43 Geschäftsstellen. Darunter fallen 23 Tankstellen mit 11 Tankshops sowie 15 Bau- bzw. Haus- und Gartenmärkte und 6 Werkstätten.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 13.145 13.885 -741 -5,3
Provisionsüberschuss 2) 5.602 5.535 67 1,2
Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben 44.117 38.731 5.387 13,9
Verwaltungsaufwendungen 50.137 47.920 2.217 4,6
a) Personalaufwendungen 30.845 30.116 729 2,4
b) andere Verwaltungsaufwendungen 19.292 17.804 1.489 8,4
Betriebsergebnis vor Bewertung 3) 8.263 5.663 2.600 45,9
Bewertungsergebnis 4) -4.350 -1.466 -2.884 196,8
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.913 4.198 -284 -6,8
Steueraufwand -1.924 1.182 -3.107 -262,8
davon Aufwand/Ertrag aus latenten Steuern -3.374 0 -3.374 ***. *
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.100 0 2.100 ***. *
Jahresüberschuss 3.738 3.015 722 24,0

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12

4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Das zinsbezogene Kundengeschäft ist für unser Institut von grundlegender wirtschaftlicher Bedeutung. Der Zinsüberschuss reduzierte sich im Geschäftsjahr 2022, hervorgerufen durch geringere Dividendenausschüttungen aus den Bereichen Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen und Geschäftsguthaben und der verbundenen Unternehmen. Der Verzicht auf mögliche Ausschüttungen erfolgte zur Stärkung dieser Positionen für einen weiteren möglichen Zinsanstieg. Der Zinsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr verringert.

Durch Steigerung der Erträge aus dem Zahlungsverkehr und der Kontoführung, kam es zu einer Erhöhung des Provisionsüberschusses.

Das Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben ist gegenüber dem Vorjahr in den Geschäftsfeldern Agrar +4.103 TEUR, Energie +827 TEUR und Markt +342 TEUR deutlich gestiegen.

Hier ergaben sich aus dem Geschäftsmodell unserer Genossenschaft positive Kompensationseffekte, die gleichzeitig negativen Auswirkungen des Ukrainekrieges, der Energiekrise sowie der Marktzinsentwicklung gegenüberstehen.

Die Personalaufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Erhöhungen stammen teilweise aus Tarifsteigerungen im Warenbereich ab 01 Januar 2022 mit +1,7 %. Weiterhin hat sich ab Oktober 2022 der Mindestlohn auf 12 EUR erhöht und es wurden Sonderzuwendungen in Höhe von insgesamt cirka 300 TEUR für die Mitarbeitenden aufgewandt.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um TEUR 1.488. Im Bankbereich fielen die Aufwendungen um TEUR 10 und im Warenbereich stiegen sie um TEUR 1.498.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung nach der Erfolgsübersicht hat sich gegenüber dem Vorjahr erheblich verbessert. Der Planwert aus dem Lagebericht 2021 für 2022 (6.089 TEUR) konnte deutlich (+ 1.378 TEUR) übertroffen werden. Nach der Erfolgsübersicht ist im Bankbereich das Betriebsergebnis vor Bewertung um TEUR 95 gefallen und im Warenbereich durch Steuerungsmaßnahmen des Unternehmens erheblich um TEUR 1.722 gestiegen.

Das Bewertungsergebnis für das Geschäftsjahr 2022 ist negativ. Es enthält neben den Aufwendungen für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sowie den Bewertungsänderungen im Wertpapierbestand auch Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen.

b) Finanzlage

Investitionen

Mit den in den letzten Jahren getätigten Investitionen haben wir die Grundlagen für das Bank- und Warengeschäft gelegt. Die bisher eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der EDV-Anwendungssysteme und der Hardwareplattformen werden mit dem Ziel fortgeführt, den immer weiter steigenden Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Schnelligkeit gerecht zu werden.

Für die zukünftige Zentralisierung und Digitalisierung wurden in 2020 Investitionsvorhaben zur Entwicklung der Standorte in Lüchow verabschiedet. Im Geschäftsjahr 2021 wurde mit der Errichtung eines Finanz- und Handelszentrums in Lüchow begonnen, die Mitte 2023 abgeschlossen sein sollen. Darüber hinaus soll mit der geplanten Umsetzung einer Zukunftswerkstatt die Beantwortung der wesentlichen Fragen des notwendigen Transformationsprozesses der Landwirtschaft und des landwirtschaftlichen Handelsgeschäftes mit iniziiert werden. Als Genossenschaft verfolgen wir das Ziel den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft gemäß den Nachhaltigkeitskriterien gerecht zu werden.

Im Bank- und Warenbereich wurden in 2022 folgende Investitionen (ohne Instandhaltungsaufwendungen) getätigt:

Im Bankbereich wurden Investitionen in den Bereichen Grundstücke und Gebäude (TEUR 557), Büroausstattungen (TEUR 236), Betriebsvorrichtungen (TEUR 371) und GWG (TEUR 87) getätigt.

Im Warenbereich investierten wir in Grundstücke und Gebäude (TEUR 523), Im Bau befindlich (TEUR 4.491), in Maschinen (TEUR 353), Betriebsvorrichtungen (TEUR 1.521), Fuhrpark (TEUR 389), Betriebs- und Geschäftsausstattung (TEUR 831), Software (TEUR 67) und GWG (TEUR 127).

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Durch unsere Refinanzierungsstruktur hauptsächlich im verbundinternen Bereich, besteht eine Unabhängigkeit zu den Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum 01.01.2022 bis 31.12.2022 einen Wert von mindestens 129 % bis maximal 218 % aus.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva und ausreichende Liquiditätsreserven auch in Form von Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in die Genossenschaftliche FinanzGruppe und den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen jederzeit gesichert.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gestärkt. Darüber hinaus wurden die Geschäftsguthaben durch unsere Bestands- und Neumitglieder deutlich erhöht.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des harten Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR wurden von uns im Geschäftsjahr eingehalten.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,35 %.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 136.520 129.665 6.854 5,3
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 135.877 131.751 4.126 3,1
Harte Kernkapitalquote 14,6 % 14,6 %
Kernkapitalquote 14,6 % 14,6 %
Gesamtkapitalquote 15,3 % 15,3 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittel der Bank haben sich im Berichtsjahr erhöht. Die Kapitalquoten haben sich gegenüber dem Vorjahr bei einer erhöhten Bilanzsumme nicht verändert.

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 185.306 161.902 23.403 14,5
Liquiditätsreserve 7.812 42.037 -34.226 -81,4

Davon:

festverzinsliche Wertpapiere, Aktiva 5 3.902 TEUR
variabel verzinsliche Wertpapiere, Aktiva 5 7.711 TEUR
DEVIF-Spezialfonds, Aktiva 6 130.213 TEUR
Publikumsfonds, Aktiva 6 9.969 TEUR
UIN-Fonds, Aktiva 6 41.323 TEUR

Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 6 % auf Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5) bzw. von 94 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6).

Die im Bestand befindlichen Wertpapiere im Aktivposten 5 wurden überwiegend der Liquiditätsreserve zugeordnet und nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Der Aktivposten 6 beinhaltet in voller Höhe Anteile an Investmentfonds die dem Anlagevermögen zugeordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet wurden.

Durch Umschichtungen von Wertpapieren aus Aktiva 5 (Liquiditätsreserve) in unseren Spezialfonds in Aktiva 6 (Anlagevermögen) kam es zu Reduzierungen im Bereich der Liquiditätsreserve und zu Steigerungen im Bereich des Anlagvermögens.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Abschreibungen in Höhe von 14.982 TEUR wurden nicht vorgenommen, da es sich nicht um dauerhafte Wertminderungen handelt.

In Anbetracht des anhaltenden Niedrigzinsniveaus wurde bei den Anlagen auf eine Ausgewogenheit zwischen Bonität, Rentabilität und Liquidität geachtet.

Im Bereich der Eigenanlagen hat die Bank keine direkten Fremdwährungsanlagen getätigt.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Vermögenslage unseres Hauses ist geprägt durch das bilanzielle Eigenkapital in Höhe von 136,5 Mio. Euro. Weiterhin bestehen Wertberichtigungen für akute und latente Risiken im Kredit- und Warengeschäft. Für zusätzliche Risiken im Warengeschäft bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen in versteuerter Form, die gemäß § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Vorjahren gebildet wurden. Alle Anforderungen der CRR und des KWG wurden eingehalten.

Das Bankgeschäft sowie das Warengeschäft sind, wie alle unternehmerischen Tätigkeiten, nicht frei von Risiken. Neben allgemeinen Risikofaktoren (z. B. Konjunkturschwankungen, neue Technologien und Wettbewerbssituationen, sonstige sich verändernde Rahmenbedingungen sowie des sich abzeichnenden Klimawandels) bestehen spezifische Bank- und Warengeschäftsrisiken, die sich insbesondere in Form von Adressenausfallrisiken sowie Marktpreis- und Kontraktrisiken (Zinsänderungs-, Währungs- und sonstige Preisrisiken) zeigen.

Die Finanz- und Liquiditätslage entspricht den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Wir nutzen Systeme, um die Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu überwachen. Auf der Grundlage von Risikotragfähigkeitsberechnungen sind Verlustobergrenzen für unterschiedliche Risikoarten definiert, an denen wir unter anderem unsere geschäftspolitischen Maßnahmen ausrichten.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

In unserer Unternehmenskonzeption haben wir uns auf die Bedarfssituation unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtet und daraus eine langfristige Unternehmensplanung entwickelt, die eine dauerhafte Begleitung unserer Mitglieder und Kunden in allen Fragen der Finanzierung, der Vermögensanlage und dem Handel mit Waren sicherstellt.

Die Identifikation, Begrenzung und Steuerung unserer Risiken aus unserer Geschäftstätigkeit ist für uns von besonderer Bedeutung. Durch eine Eckwert- und Kapitalplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren und mit Hilfe von Kennzahlen- und Limitsystemen planen und steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Wir verwenden dafür folgende finanzielle Leistungsindikatoren:

1. Betriebsergebnis vor Bewertung (BE vor Bewertung/dBS)

2. Cost Income Ratio (CIR)

3. Gesamtkapitalquote und Kernkapitalquote

4. bilanzielle Kundenkredite

5. Umsatzrendite (Warenbereich)

6. Rohertrag (Warenbereich)

7. Personalkostenquote

Das Risikomanagement zur Früherkennung von Risiken ist im Bank- und Warengeschäft von erheblicher Bedeutung. Die hierfür zuständigen Organisationseinheiten berichten direkt dem Vorstand.

Risikomanagementziele und -methoden

Neben allgemeinen Risikofaktoren (z.B. Konjunkturschwankungen, neue Technologien und Wettbewerbssituationen, sonstige sich verändernde Rahmenbedingungen) bestehen spezifische Bank- sowie Warengeschäftsrisiken. Die Kontrolle und das Management der Risiken sind für uns eine zentrale Aufgabe und an dem Grundsatz ausgerichtet, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu begrenzen und zu überwachen sowie negative Abweichungen von den Erfolgs-, Eigenmittel- und Liquiditätsplanungen zu vermeiden. Die für das Risikocontrolling zuständigen Stabsbereiche berichten direkt dem Vorstand. Die Interne Revision überwacht durch regelmäßige Kontrollen die vorhandenen Abläufe.

Zur Steuerung und Bewertung der Risiken nutzen wir EDV-gestützte Systeme; diese finden auch Berücksichtigung bei der Chancenbewertung. Auf der Grundlage von Risikotragfähigkeitsberechnungen sind Verlustobergrenzen für unterschiedliche Risikoarten definiert, an denen wir u.a. unsere geschäftspolitischen Maßnahmen ausrichten. Die Risikotragfähigkeit ermitteln wir auf Basis von Bestandteilen des wirtschaftlichen Eigenkapitals.

Unser Haus unterscheidet zwischen Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiko, Beteiligungsrisiken, Liquiditäts- und operationellen Risiken, Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko sowie sonstigen Risiken.

Die geschäftspolitische Ausrichtung unseres Unternehmens wurde in der Geschäftsstrategie verankert. Alle Kernbereiche des Bank- bzw. Warengeschäftes spiegeln sich hierin wider. Zur Spezifikation der Risiken haben wir ein Risikohandbuch erarbeitet, in dem die Verfahren zur Messung und Steuerung der jeweiligen Risikoarten detailliert beschrieben sind.

Die Bank hat zum 1. Januar 2023 auf ein barwertiges Risikotragfähigkeitskonzept gem. aufsichtlichem Leitfaden vom 24.05.2018 ("ICAAP") umgestellt.

Risiken

Adressenausfallrisiken

Adressenausfallrisiken entstehen im Rahmen von Eigenhandelsgeschäften bei Emittenten und Kontrahenten sowie im Kreditgeschäft mit Kunden.

Die Ermittlung struktureller Kreditrisiken (Adressenausfallrisiken) basiert auf der Einstufung aller Kreditnehmer in Risiko- und Bonitätsgruppen nach bankinternen Beurteilungskriterien. Das aggregierte Ergebnis wird nach Volumen und Blankoanteilen monatlich ausgewertet und in die Gesamtbanksteuerung einbezogen. Die Einstufungen werden regelmäßig nach einem bestimmten Raster überprüft. Unsere EDV-Statistiken geben außerdem Auskunft über die Verteilung des Kreditvolumens nach Branchen, Größenklassen, Sicherheiten, Geschäftsstellen, Laufzeiten und weiteren Kriterien.

Den Adressenausfallrisiken unserer Wertpapieranlagen begegnen wir dadurch, dass wir nur begrenzt Papiere außerhalb eines Investment Grade Ratings erwerben. In Ausnahmefällen werden durch Einzelentscheidungen kleinere Tranchen unter dem Investment Grade Rating zur Verbesserung der Rentabilität erworben. Es wurden in Einzelfällen strukturierte Anleihen erworben, die höhere Ertragsaussichten bieten. Zur Überwachung ist ein Limitsystem eingerichtet. Bonitätsrisiken werden durch uns anhand historischer Ausfallwahrscheinlichkeiten gemessen. In diesem Zusammenhang wird daneben auch der Bonitätsverlauf der einzelnen Forderungen überwacht.

Die Risikomessung nach ICAAP erfolgt ebenso über das VR-Control Modul KPM-EG über eine Monte-Carlo-Simulation mit der Messgröße CVaR. Die Risikoermittlung des Fondsbestandes erfolgt unter Verwendung der Risikokennzahlen der Kapitalgesellschaften.

Das Adressenausfallrisiko stufen wir aufsichtsrechtlich und betriebswirtschaftlich als hoch ein.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken entstehen durch Veränderungen von Marktpreisen bzw. sonstigen preisbildenden Parametern von Finanzinstrumenten (z. B. Volatilitäten) die eine Wertveränderung in nicht geschlossenen Positionen im Zins-, Fonds-, Derivate-, Aktien- und Währungsbereich auslösen.

Zur Überwachung der Auswirkungen der allgemeinen Zins-, Währungs- und Kursrisiken auf unsere Wertpapiere haben wir ein Controlling- und Managementsystem eingesetzt, das den von der Bankenaufsicht vorgegebenen Anforderungen entspricht.

Zur Quantifizierung der Risiken bewerten wir unsere Wertpapierbestände wöchentlich unter Zugrundelegung tagesaktueller Zinssätze und Kurse. Darüber hinaus analysieren wir regelmäßig die potenziellen Verlustrisiken aus möglichen künftigen Zins- und Kursänderungen. Eigenhandelsgeschäfte werden bei uns nicht getätigt.

Marktpreisrisiken in Form von Zinsänderungsrisiken werden im ICAAP noch mit dem Programm VR Control auf Basis einer historischen Simulation ermittelt.

Unsere Bank ist insbesondere aufgrund von bestehenden Inkongruenzen zwischen ihren aktiven und passiven Festzinspositionen dem allgemeinen Zinsrisiko ausgesetzt. Ausgehend von unseren Zinsprognosen werden die Auswirkungen hiervon abweichender Zinsentwicklungen auf das Jahresergebnis ermittelt. Nach abgestuften Entwicklungsszenarien haben wir für die möglichen Ergebnisbeeinträchtigungen Warngrenzen und Limite vorgegeben, deren Erreichen bzw. deren Überschreitung bestimmte Maßnahmen auslösen.

Auch das Warengeschäft unterliegt dem Marktpreisrisiko, was sich in Schwankungen der Handelsspanne niederschlägt. Auf Basis dieser Schwankungen analysieren wir potenzielle Risiken aus künftigen Marktpreisschwankungen. Dabei werden zu Steuerungszwecken Warngrenzen und Limite vorgegeben.

Für die Bank als auch für den Warenbereich sehen wir hier hohe Risiken.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko besteht in einer aus Marktzinsänderungen resultierenden negativen Abweichung vom geplanten bzw. erwarteten Erfolg. Unterschieden werden kann zwischen einem periodischen (GuV- orientierten) und einem barwertigen Zinsänderungsrisiko.

Die Zinsänderungsrisiken und -chancen messen wir regelmäßig mit der rollierenden Zinsergebnis-Simulation in der Software VR-Control Zinsmanagement. Die Betrachtung erfolgt auf zwölf Monate rollierend. Ausgehend von unseren Zinsprognosen werden die Auswirkungen auf das Jahresergebnis ermittelt. Nach abgestuften Entwicklungsszenarien haben wir für mögliche Ergebnisbeeinträchtigungen Warngrenzen und Limite vergeben, deren Erreichen bzw. Überschreitung die Einleitung festgelegter Maßnahmen auslösen.

Bedingt durch die anhaltende Niedrigzinsphase rechneten wir in 2022 mit einem weiteren Rückgang des Zinsüberschusses. Darüber hinaus würde die zukünftige Ergebnisentwicklung im Falle eines deutlichen Zinsanstieges erheblich beeinträchtigt werden.

Das Zinsänderungsrisiko stufen wir betriebswirtschaftlich als hoch ein. Durch die wirtschafts- und währungspolitische Ausrichtung in der Europäischen Union schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein.

Währungsrisiko

Aus einem kalkulierten Gewinn kann aufgrund des Währungsrisikos ein Verlust entstehen. Dies kann der Fall sein, wenn sich der zugrundegelegte Wechselkurs der Währung, in der das Geschäft getätigt wurde, bei Fälligkeit der Rechnung/Zahlung geändert hat.

Bei den von uns getätigten Fremdwährungsgeschäften bestehen keine ungedeckten Währungsrisiken.

Liquiditätsrisiken / Risiken aus Zahlungsstromschwankungen

Das Liquiditätsrisiko beinhaltet die Gefahr Zahlungsverpflichtungen nicht uneingeschränkt und fristgerecht nachkommen zu können, weil die benötigten Finanzmittel nicht zur Verfügung stehen.

Das Liquiditätsrisiko wird durch die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsvorgaben begrenzt und gesteuert. Daneben ist die Finanzplanung unseres Hauses streng darauf ausgerichtet, allen gegenwärtigen und künftigen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen zu können. Insoweit achten wir auf ausgewogene Laufzeitstrukturen der Aktiv- und Passivpositionen unserer Bilanz. Geldanlagen bei unserer Zentralbank bzw. bei Anlagen in Wertpapieren tragen neben Ertrags- auch Liquiditätsaspekten Rechnung. Durch die Einbindung in den genossenschaftlichen Finanzverbund bestehen ausreichende Refinanzierungsmöglichkeiten, um unerwartete Zahlungsstromschwankungen auffangen zu können.

Die Risikomessung im ICAAP erfolgt über VR Control unter Anwendung der Szenariotechnik. Es wird eine Barwertschätzung, die sich auf Basis einer historisch abgeleiteten Spreadausweitung bei einem Konfidenzniveau von 99,9 % ergibt, gemessen.

Da wir verbundintern organisiert sind, stufen wir das Liquiditätsrisiko als gering ein.

Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken und dolose Handlungen ein.

Neben den Adressenausfall- und Marktpreisrisiken hat sich unsere Bank auch auf operationelle Risiken (z.B. Betriebsrisiken im EDV-Bereich, fehlerhafte Bearbeitungsvorgänge, Rechtsrisiken, Betrugs- und Diebstahlrisiken, allgemeine Geschäftsrisiken) einzustellen. Unser innerbetriebliches Überwachungssystem trägt dazu bei, die operationellen Risiken zu identifizieren und so weit wie möglich zu begrenzen. Den Betriebs- und Rechtsrisiken begegnen wir auch durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern (u.a. im EDV-Bereich oder im Bereich der Rechtsberatung); daneben bestehen insbesondere für den Ausfall technischer Einrichtungen und unvorhergesehene Personalausfälle Notfallpläne. Versicherbare Gefahrenpotenziale, z.B. Diebstahl- und Betrugsrisiken, haben wir durch Versicherungsverträge abgeschirmt. Die dargestellten Risiken werden nach unserer derzeitigen Einschätzung die künftige Entwicklung unserer Volksbank nicht beeinträchtigen.

In der Risikomessung beim ICAAP wird der Wert der operationellen Risiken aus dem Meldewesen Eigenmittelmeldung verwendet.

Operationelle Risiken sehen wir in unserem Hause hauptsächlich im Warenbereich. Sehr stark wird dieses Risiko durch Witterungseinflüsse bestimmt und ist als hoch einzustufen.

Beteiligungsrisiken

Das Beteiligungsrisiko ist das Risiko, bei den die eingegangenen Beteiligungen zu Verlusten (aufgrund von Dividendenausfall, Teilwertabschreibungen, Veräußerungsverlusten oder Verminderung der stillen Reserven) aus bereitgestelltem Eigenkapital, aus Ergebnisabführungsverträgen (Verlustübernahmen) oder aus Haftungsrisiken (z. B. Patronatserklärungen) führen können.

Auch unsere Beteiligungen sind nicht frei von Risiken. Die Feststellung und Überwachung etwaiger Risiken wird durch die Stelle Beteiligungscontrolling durchgeführt. Darüber hinaus werden die Risiken durch eine separate Risikoinventur der Beteiligungen identifiziert und bewertet. Weiterhin arbeiten wir auch zukünftig an der Restrukturierung unseres Portfolios. Aus diesem Grund schätzen wir das Beteiligungsrisiko aktuell als neutral ein.

Sonstige Risiken

Für das traditionelle Warengeschäft in Bezug und Absatz setzen wir als Sicherungsinstrument Ein- und Verkaufskontrakte mit Kunden und Lieferanten ein. Der Erfüllungsgrad dieser Geschäfte wird in Nebenbüchern fortgeschrieben. Zur Aufrechterhaltung der Leistungen für die traditionelle landwirtschaftliche Kundschaft und zur Absicherung von Marktpreisschwankungen aus diesem Bereich haben wir branchenübliche Ein- und Verkaufskontrakte abgeschlossen.

Sofern negativen Marktwerten aus der Bewertung der Grundgeschäfte positive Preiseffekte aus den Sicherungsgeschäften gegenüberstehen, werden diese einheitlich bewertet und nicht bilanziert. Das Volumen beläuft sich auf insgesamt TEUR 120.146, davon entfallen auf die Absicherung von Vermögensgegenständen TEUR 78.299 sowie TEUR 41.846 auf die Absicherung von schwebenden Geschäften. Weiterhin bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 21.083. Im Gesamtvolumen von TEUR 141.228 sind Handelsbuchpositionen in Höhe von TEUR 13.305 enthalten. Für ungesicherte Positionen werden im Bedarfsfall Drohverlustrückstellungen gebildet. Chancen und Risiken wirken sich somit im kurzfristigen Erfolgsstatus aus. Die zukünftigen Zahlungsströme der Sicherungsgeschäfte gewährleisten mit hoher Wahrscheinlichkeit den Ausgleich gegenläufiger Preisänderungseffekte bei den Grundgeschäften. Unser Risikomanagement überwacht regelmäßig die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen.

Die sonstigen Risiken betreffen ausschließlich unser Warengeschäft. Die Auswirkungen hieraus sehen wir als gering an.

Die anderen sonstigen Risiken die nicht das Warengeschäft betreffen werden beim ICAAP bereits im Abzugsposten bei der Berechnung des Risikodeckungspotentials berücksichtigt

Gesamtbild der Risikolage

Nach aktueller Erwartung ist die Aussage zur zukünftig gegebenen Risikotragfähigkeit auch unter der barwertigen Konzeption zutreffend.

Chancen

Wesentliche Chancen für unser Geschäft ergeben sich, wenn die Nachfragen sowohl im Kreditgeschäft als auch im Warengeschäft weiter zunehmen. Wir rechnen mit einem gleichbleibenden Volumen im Bereich der Kundeneinlagen, da gute und sichere Produkte vom Kunden nach wie vor nachgefragt werden. Durch weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Bank und Ware sehen wir für die Zukunft eine Verbesserung in der Nutzung der Kundenpotenziale und damit eine weitere Steigerung der Erträge. Durch die Neuerrichtung unseres Finanz- und Handelszentrums in Lüchow, Fertigstellung im Mai 2023, ergeben sich durch Zentralisierungen der Abteilungen an einen Standort erhebliche Synergieeffekte und dadurch Kosteneinsparungen.

D. Prognosebericht

Den grundsätzlichen Prognosezeitraum definieren wir auf zwei Jahre.

Im Sinne des 2022 abgeschlossenen Wirtschaftlichkeitsprogramm 2020 arbeiten wir weiterhin an der Stärkung der Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft. Die Maßnahmen haben das Ziel, die VR PLUS auf die sich grundlegend veränderten Rahmenbedingungen (Inflation, Regulatorik, europäische Klimaziele, Digialisierung und veränderte Arbeitwelten, u.a.) anzupassen sowie die Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft zu stärken. Auf Basis kooperativen Wirtschaftens im Finanz- und Handelsverbund und genossenschaftlichen Werten gemäß der Westerwälder Erklärung richten wir alle Maßnahmen auf eine nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens aus. Dabei nehmen wir die genossenschaftliche Verantwortung als wichtiger Arbeitgeber der Region ernst und streben die Umsetzung der Restrukturierung ohne betriebsbedingte Kündigungen an. Die konsequente Umsetzung des notwendigen Wandels steht im Fokus des Prognosezeitraums. Gleichzeitig setzen wir uns mit der Erschließung neuer Ertragsquellen rund um unser bisheriges Betätigungsfeld systematisch auseinander.

Das Jahr 2023 wird nach unserer Prognose durch eine sich verstärkende Inflation und daraus resultierend steigende Zinsen sowie eine erhebliche Verteuerung der Rohstoffpreise hauptsächlich hervorgerufen durch den Ukrainekrieg stark beeinflusst werden. Für das Warengeschäft rechnen wir bei normalen Witterungsverhältnissen und trotz des Ukrainekrieges insgesamt mit verbesserten Ergebnissen, die jedoch weiterhin unter unserem langjährigen Mittel im Warengeschäft zurück bleiben.

Wir sehen für die nächsten zwei Jahre im Kundenkreditgeschäft (Aktiva 4) einer steigenden Nachfrage entgegen. Für das Jahr 2023 rechnen wir mit einem Wachstum von 1,83 % auf das Berichtsjahr 2022 bezogen und für das Folgejahr 2024 von 2,77 % auf das Vorjahr 2023 bezogen. Beim Einlagengeschäft rechnen wir für das Jahr 2023 mit einem Wachstum von 0,73 % auf das Berichtsjahr 2022 bezogen und für das Jahr 2024 mit einem Wachstum von 1,04 % auf das Jahr 2023 bezogen.

Aufgrund des zinspolitischen Umfeldes rechnen wir für 2023 gegenüber 2022 mit einer Steigerung des Zinsergebnisses in Höhe von 1.833 TEUR. Für 2024 rechnen wir gegenüber 2023 mit einer Erhöhung des Zinsergebnisses in Höhe von 1.673 TEUR. Das Provisionsergebnis wird sich voraussichtlich für 2023 gegenüber 2022 um 313 TEUR verringern und für 2024 gegenüber 2023 um 163 TEUR erhöhen.

Beim Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben gehen wir für das Jahr 2023 von einer Reduzierung in Höhe von 4.936 TEUR gegenüber dem Berichtsjahr 2022 aus. Für das Jahr 2024 rechnen wir gegenüber dem Jahr 2023 mit einer Erhöhung von 1.964 TEUR.

Die Entwicklung der Erträge aus dem Warengeschäft ist sehr stark von der Vermarktung der Bestände aus der Ernte 2022 und dem Verkauf der Ernte 2023 sowie der Preisentwicklung auf den Warenmärkten abhängig und deshalb schwer prognostizierbar. Seit Beginn des Jahres sind die Getreidepreise stark gesunken. Durch den Einsatz von Managementsystemen, insbesondere für die Überwachung, der Risikobegrenzung und Steuerung der Ertrags- und Aufwandspositionen, überwachen wir die Geschäftsentwicklung. Weiterhin arbeiten wir massiv an der Intensivierung und dem Ausbau von Vertriebsaktivitäten. Auch der sich abzeichnende Klimawandel, der durch langanhaltene Trockenheitsphasen, wie in den Geschäftsjahren 2018 bis 2021 bereits eingetreten, lässt die Erntemengen auf weiterhin deutlich niegrigen Niveau erwarten.

Die Verwaltungsaufwendungen (GV 10) werden sich bis 2023 bezogen auf das Berichtsjahr 2022 um 1.618 TEUR reduzieren und für 2024 bezogen auf das Jahr 2023 um 1.129 TEUR erhöhen.

Wir erwarten für 2023 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 6.080 TEUR und für 2024 rechnen wir mit 8.368 TEUR. Die geplanten Jahresergebnisse ermöglichen eine Zunahme des wirtschaftlichen Eigenkapitals. Für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 rechnen wir dann mit einer Gesamtkapitalquote von 15,80 % und von 15,10 %.

Aufgrund unserer Liquiditätsplanung und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der unterhaltenen Bankguthaben, gehen wir davon aus, dass auch in den kommenden zwei Jahren eine gleichbleibende Liquiditätslage gegeben sein wird.

Für das Warengeschäft rechnen wir im Geschäftsjahr 2023 bei normalen Wetterverhältnissen mit einem Betriebsergebnis vor kalkulatorischen Zinsen in Höhe von 1.527 Mio. EUR. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir mit einem Betriebsergebnisses vor kalkulatorischen Zinsen in Höhe von 2.638 TEUR. Im Bankgeschäft rechnen wir für 2023 mit einem Betriebsergebnis vor kalkulatorischen Zinsen in Höhe von 4.873 TEUR und für 2024 in Höhe von 6.051 TEUR.

Durch Digitalisierung und Kosteneffizienz wurde die Wirtschaftlichkeit unserer Genossenschaft verbessert. Das Zinsergebnis soll sich vor dem Hintergrund steigender Zinsen für die Jahre 2023 und 2024 deutlich verbessern. Das Provisionsergebnis wird für die Jahre 2023 und 2024 voraussichtlich auf gleichem Niveau erwartet. Auf der Kostenseite erreichen wir durch die Fertigstellung der neuen Firmenzentrale mehr Effizienz in Verwaltung und damit eine deutliche Reduzierung von Sachaufwendungen, was zu einer höheren Wirtschaftlichkeit führt. Zusätzlich soll die Reduzierung der Verwaltungsaufwendungen die Erreichung der Finanzziele unterstützen.

Die Einschätzungen zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Kreditgenossenschaften wurden zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts auf Basis des andauernden Angriffs Russlands auf die Ukraine getroffen. In welchem Umfang sich die weiteren Folgen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in den Geschäftsjahren 2023 und 2024 auswirken werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzbar und nur bedingt quantifizierbar. Wir werden mögliche Auswirkungen analysieren. Die kommende Entwicklung ist mit hoher Unsicherheit behaftet und hängt entscheidend von der Dauer des Ukrainekrieges und der sich veränderten Lieferketten ab.

Die aktuelle Situation ist geprägt von geopolitischen Spannungen, die weltweit in die Volkswirtschaften ausstrahlen. So haben zum Beispiel die Europäische Union sowie die USA zwischenzeitlich umfangreiche Sanktionspakete verabschiedet und verstärkt. Es ist nicht auszuschließen, dass auf Ebene der Wirtschaftspolitik weitere Maßnahmen beschlossen werden, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und somit auch auf die Wirtschaftlichkeit des Handelns der Marktteilnehmer in den betroffenen Wirtschaftsräumen haben können. Ein Ende, dieser durch Ungewissheit geprägten Situation, ist nicht absehbar. In welchem Umfang sich die Auswirkungen explizit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Bank niederschlagen werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht anhand von validen Aussagen beurteilt werden.

Die Risiken werden barwertig durch Simulation und Portfoliomodelle mit einer einheitlichen Haltedauer von 250 Tagen und einem einheitlichen Konfidenzniveau von 99,90 % berechnet. Bei Risiken wo diese Anwendung nicht möglich ist, werden alternative Messverfahren die das Konfidenzniveau erfüllen, verwendet.

Nach einer Probeberechnung zum 31.12.2022 ist die Risikotragfähigkeit in der Bank neben der periodischen Berechnungsweise auch in einer barwertigen Berechnungsweise gegeben.

E. Erklärung zur Unternehmensführung - ungeprüft -

Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft (Festlegung von Zielgrößen vor dem 12. August 2021)

Die Genossenschaftsbank fördert im Rahmen der regional bestehenden Möglichkeiten den Einsatz von qualifizierten Frauen in Führungspositionen der Bank.

Der Aufsichtsrat hat gemäß § 9 Abs. 4 GenG für die Besetzung des Vorstands mit Frauen eine Zielgröße von 30 % festgelegt.

Der Aufsichtsrat hat gemäß § 9 Abs. 4 GenG für die Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen eine Zielgröße von 25 % festgelegt.

Die festgelegten Zielgrößen für die Führungsebenen entsprechen für die Besetzung des Vorstands mit Frauen dem Status quo, für die Besetzung des Aufsichtsrats entspricht die Zielgröße nicht dem Status quo. Eine Steigerung kommt nicht in Betracht, da nach derzeitigem Stand im Bezugszeitraum voraussichtlich weder Stellen frei noch zusätzliche Stellen geplant sind.

F. Nichtfinanzielle Berichterstattung - ungeprüft -

Wir werden den gesonderten nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2022 zusammen mit dem Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 nach § 325 HGB im Bundesanzeiger offenlegen. Eine nichtfinanzielle Erklärung ist daher nicht abzugeben.

 

Lüchow, 20. Juni 2023

VR PLUS Altmark-Wendland eG

Der Vorstand:

Grit Worsch

Berthold Hilmer

Bericht nach §§ 21ff. EntgTranspG für die Geschäftsjahr 2017 bis 2021

Das Entgeltgleichheitsgebot fordert von allen privaten und öffentlichen Arbeitgebern in Deutschland, dass sie weiblichen und männlichen Beschäftigten gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit zahlen. Ziel des neuen Entgelttransparenzgesetztes ist es, das Entgeltgleichheitsgebot in der Praxis zu stärken und besser durchzusetzen. Das Gesetz will die Transparenz von Entgelten und Entgeltregelungen in der Privatwirtschaft und auch im öffentlichen Dienst fördern. Danach haben Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Erstellung eines Lagebericht nach den §§ 264 und 289 HGB verpflichtet sind, eine Bericht zur Gleichstellung und Entgeltsicherheit zu erstellen.

Gemäß § 22 abs. 1 EntgTranspG haben tarifgebundene Arbeitgeber den Bericht alle fünf Jahre zu erstellen. Der Berichtszeitraum umfasst dabei die vergangenen fünf Jahre.

Laut den Übergangsbestimmungen nach § 25 Abs. 3 EntgTranspG umfasst der Berichtszeitraum für diesen ersten Bericht nur das Kalenderjahr 2016.

I. Statistische Angabe, §§ 21 Abs. 2,22 Abs. 3 EntgTranspG

Folgende durchschnittliche Beschäftigungszahlen haben in den Kalenderjahren 2017, 2018, 2019, 2020, 2021 bestanden:

Kalenderjahr 2017 Kalenderjahr 2018 Kalenderjahr 2019 Kalenderjahr 2020 Kalenderjahr 2021
Ø Gesamtzahl der weiblichen Beschäftigen: 270 308 318 305 315
Ø Gesamtzahl der männlichen Beschäftigen: 322 333 341 340 351
Ø Zahl der weiblichen Vollzeitbeschäftigen: 127 154 146 139 141
Ø Zahl der männlichen Vollzeitbeschäftigen: 288 300 319 307 309
Ø Zahl der weiblichen Teilzeitbeschäftigen: 143 154 172 166 174
Ø Zahl der männlichen Teilzeitbeschäftigen: 34 33 22 33 42

Ermittlung der Werte erfolgt nach Köpfen (ohne Vorstände, Reinigungspersonal, Auszubildende)

II. Inhaltliche Angaben, § 21 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 und 2 EntgTranspG

Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit

(§ 21 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EntgTranspG)

Die grundlegenden Entgeltregelungen und Stellenbewertungsverfahren der VR-PLUS Altmark-Wendland eG beruhen auf dem Vergütungstarif für die Volksbanken und Raiffeisenbanken (VTV), der auf diskriminierungsfreien Kriterien aufbaut.

Jeder Stelle ist ein Vergütungskorridor zugewiesen. Die tatsächliche Vergütung innerhalb dieses Korridors ergibt sich aufgrund der erbrachten Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und orientiert sich nicht an dem Geschlecht.

Auskunftsverlangen nach §§ 10 ff. EntgTranspG konnten im Berichtszeitraum noch nicht geltend gemacht werden.

Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung im Berichtsjahr

(§ 21 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EntgTransG)

Besetzungsentscheidungen vakanter Stellen werden zugunsten von Frauen getroffen, soweit sie den jeweiligen Anforderungen der Stelle gerecht werden und im Übrigen auch über einen etwaigen männlichen Mitbewerber gleichwertige Qualifikation verfügen.

Für Mütter, die aus Elternzeiten zurückkehren, werden regelmäßig Teilzeitlösungen gefunden, die sowohl den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen (Arbeitszeit, Wohnortnähe) als auch den unternehmerischen Anforderungen entsprechen.

Im Rahmen eines Programms zur Führungskräfteentwicklung wurden gezielt Mitarbeiterinnen zur Teilnahme angesprochen und ausgewählt.

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2022

VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow

Genossenschaftsregisternummer 120024 beim Amtsgericht Lüneburg

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 11.373.101,13 22.084
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 1.500,00 2
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 1.500,00 (2)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 11.374.601,13 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 77.235.129,27 79.676
b) andere Forderungen 61.636.667,51 138.871.796,78 23.075
4. Forderungen an Kunden 482.063.950,17 466.496
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 169.541.756,45 (167.242)
Kommunalkredite 9.373.288,62 (7.945)
Warenforderungen 33.243.012,77 (25.640)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
bb) von anderen Emittenten 11.612.702,16 11.612.702,16 46.837
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 10.812.702,16 (19.175)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 11.612.702,16 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 181.504.770,86 157.103
6a. Handelsbestand 0,00 0
6aa. Warenbestand 124.449.265,87 93.382
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 29.445.552,05 29.445
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 57.968,00 29.503.520,05 58
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 1.630,00 (2)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.654.504,24 8.655
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 4.095.454,97 4.999
darunter: Treuhandkredite 4.095.454,97 (4.999)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 281.507,00 331
c) Geschäfts- oder Firmenwert 64.116,00 76
d) geleistete Anzahlungen 0,00 345.623,00 0
12. Sachanlagen 61.944.069,86 58.262
13. Sonstige Vermögensgegenstände 2.147.972,24 4.339
14. Rechnungsabgrenzungsposten 142.126,29 156
15. Aktive latente Steuern 3.374.276,00 0
Summe der Aktiva 1.060.084.633,62 994.976

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 0,00 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 111.260.772,36 111.260.772,36 119.185
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 200.192.313,34 194.588
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 878.105,89 201.070.419,23 1.024
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 557.032.474,03 494.410
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 30.650.630,70 587.683.104,73 788.753.523,96 33.972
2a. Verpflichtungen aus Warengeschäften und aufgenommenen Warenkrediten 9.155.422,28 8.147
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 4.095.454,97 4.999
darunter: Treuhandkredite 4.095.454,97 (4.999)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.174.919,41 722
6. Rechnungsabgrenzungsposten 424.421,00 568
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 2.789.751,00 2.864
b) Steuerrückstellungen 1.140.180,34 198
c) andere Rückstellungen 4.770.472,62 8.700.403,96 4.634
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 15.100.000,00 13.000
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 9.607.588,51 8.345
b) Kapitalrücklage 34.341,49 34
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 58.270.577,43 56.887
cb) andere Ergebnisrücklagen 49.769.476,38 108.040.053,81 48.384
d) Bilanzgewinn 3.737.731,87 121.419.715,68 3.015
Summe der Passiva 1.060.084.633,62 994.976
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 1.920.728,96 2.013
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 1.920.728,96 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 24.128.219,31 24.128.219,31 38.894
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 11.399.559,19 11.026
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 448.110,05 11.847.669,24 476
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 12.361,70 (28)
2. Zinsaufwendungen 677.249,13 11.170.420,11 819
darunter: erhaltene negative Zinsen 132.603,68 (173)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.267.830,57 2.116
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 506.319,22 637
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 200.000,00 1.974.149,79 448
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 6.112.200,64 6.024
6. Provisionsaufwendungen 510.444,64 5.601.756,00 490
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
7a. Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben 44.117.213,94 38.731
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.971.783,30 1.660
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 25.186.519,68 24.578
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.658.502,14 30.845.021,82 5.538
darunter: für Altersversorgung 830.762,65 (795)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 19.292.368,09 50.137.389,91 17.804
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 5.781.717,21 5.709
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 652.857,48 518
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 4.253.423,15 1.267
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -4.253.423,15 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 96.530,00 199
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 -96.530,00 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.913.405,39 4.198
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.248.883,79 840
darunter: latente Steuern -3.374.276,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 324.557,31 -1.924.326,48 341
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.100.000,00 0
25. Jahresüberschuss 3.737.731,87 3.015
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
3.737.731,87 3.015
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
3.737.731,87 3.015
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 3.737.731,87 3.015

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2022

VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow

A. Allgemeine Angaben

Die VR PLUS Altmark-Wendland eG mit Sitz in Lüchow ist beim Amtsgericht Lüneburg unter der Genossenschaftsregisternummer 120024 eingetragen.

Der Jahresabschluss der VR PLUS Altmark-Wendland eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungs- und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Gemäß Art. 67 Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) werden die (nachstehenden) im Jahresabschluss 2010 angewandten Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) (hier: Beibehaltungs- und Fortführungswahlrechte für bestimmte Bilanzposten und Wertansätze) entsprechend der Rechtslage vor Inkrafttreten des BilMoG wie folgt fortgeführt:

- Von dem eingeräumten Wahlrecht zur Fortführung von niedrigeren Wertansätzen von Vermögensgegenständen, die auf Abschreibungen nach § 253 Abs. 4 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung basieren, wurde Gebrauch gemacht. Zum 31. Dezember 2021 wurden die beibehaltenen niedrigeren Wertansätze in Höhe von EUR 240.000 von den Forderungen an Kunden und dem Anlagevermögen angesetzt.

- Beibehaltung der steuerrechtlichen Abschreibungen (§ 279 Abs. 2 i. V. m. § 254 Satz 1 HGB a. F.) nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen abgedeckt.

Von der bisherigen Vorgehensweise für latente Kreditrisiken eine Pauschalwertberichtigung nach den Grundsätzen des BMF-Schreibens vom 10. Januar 1994 zu bilden und den vorzunehmenden Abschlag in Höhe von 40 % nicht vorzunehmen, wurde im Geschäftsjahr abgewichen.

Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 erstmals im vollem Umfang Rechnung getragen. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt zum 31. Dezember 2022 erstmalig über ein Expected-Credit-Loss-Modell, ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien bei dem ein Lifetime-Expected-Loss unter Anrechnung vertraglich vereinbarter Bonitätsprämien ermittelt wird. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen).

Gegenüber der bisherigen Berechnung nach den Grundsätzen des BMF-Schreibens vom 10. Januar 1994 ohne Berücksichtigung eines Abschlages von 40 % aus dem Vorjahr, ergibt sich ein zusätzlicher Aufwand in Höhe von EUR 278.666, der im Posten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft (GuV 13) berücksichtigt worden ist.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Bei den wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere lagen keine voraussichtlich dauernden Wertminderungen vor. Deshalb wurden sie nicht auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben (gemildertes Niederstwertprinzip).

Die Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzip hatte folgenden Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage: Durch die Ausübung haben sich der Posten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (Aktiva 5) und der Posten Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktiva 6) im Geschäftsjahr um insgesamt EUR 14.981.657,66 erhöht und der Posten Abschreibungen und Wertberichtigungen aus Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere um EUR 14.981.657,66 verringert.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 verlustfrei bewertet. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt und von dem positiven Differenzbetrag die Risiko- und Bestandsverwaltungskosten abgezogen. Für einen dadurch eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2022 war keine Rückstellung zu bilden.

Die nicht in der Bilanz enthaltenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus derivativen Geschäften betragen EUR 21.082.741,37.

Die bestehenden Bewertungseinheiten werden im Lagebericht unter dem Punkt "Sonstige Risiken" erläutert.

Es bestehen Handelsbuchpositionen mit einem Gesamtvolumen von EUR 13.304.534,87

Warenbestand

Die Bewertung des Warenbestandes erfolgte vorwiegend zu den Anschaffungskosten. In Einzelfällen waren Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorzunehmen.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung wurden sie mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Treuhandvermögen

Im Bereich des Treuhandvermögens und der Treuhandverbindlichkeiten werden ausschließlich Kredite ausgewiesen, die bankseitig treuhänderisch für dritte Institute verwaltet werden. Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten vermindert um Zuschüsse mit Zweckbindung und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, bei Gebäuden linear, beim beweglichen Sachanlagevermögen linear und soweit möglich in Einzelfällen degressiv vorgenommen. Darüber hinaus wurden in Vorjahren Sonderabschreibungen gem. § 4 Fördergebietsgesetz, Zonenrandfördergebietsgesetz und außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Die nach steuerlichen Gesichtspunkten vorgenommenen Abschreibungen werden beibehalten.

Die Abschreibungen der vor dem 1. Januar 2016 erworbenen Geschäfts- und Firmenwerte wurden grundsätzlich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf mehr als fünf Jahre verteilt, weil die Anlagegüter des erworbenen Unternehmens eine durchschnittliche Nutzungsdauer von mehr als fünf Jahren auswiesen. Die Abschreibungen von nach dem 31. Dezember 2015 erworbenen Geschäfts- und Firmenwerten wurden grundsätzlich über 10 Jahre vorgenommen, da die voraussichtliche Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden konnte.

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktive latente Steuern

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen zeitliche oder quasi-permanente Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen.

Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB angesetzt wurde.

Die erstmalige Aktivierung des aktiven Überhangs unter der Bilanzposition Aktive latente Steuern (Aktiva 15) hatte folgenden Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage: Durch die geänderte Ausübung hat sich der Posten Aktive latente Steuern im Geschäftsjahr um EUR 3.374.276 erhöht und der Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um EUR 3.374.276 ertragswirksam verringert.

Aktive und passive latente Steuern wurden saldiert ausgewiesen (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Der Berechnung der Steuerlatenzen wurde für die aktive Steuerlatenz ein Steuersatz von 29,589 % und für die passivische Steuerlatenz ein Steuersatz von 31,225 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst, nur in Ausnahmefällen wurde wegen Geringfügigkeit darauf verzichtet.

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften wurden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern wurden mit dem Barwert bilanziert.

Für die Pensionsrückstellungen wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,00 % und eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % zugrunde gelegt.

Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,78 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vorjahr 1,87 %) auf Basis des von der Deutschen Bundesbank per 31.12.2022 ermittelten Zinssatzes festgelegt. Der ausschütungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregelung beträgt TEUR 102.

Für Laufende Pensionen und Pensionsanwartschaften die auf einen Pensionsfonds ausgelagert wurden, sind Rückstellungen für mittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen sowie für ähnliche unmittelbare und mittelbare Verpflichtungen in Höhe von EUR 232.508 zulässigerweise nicht gebildet worden.

Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen wurden in Höhe von EUR 2.945 gebildet.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2022

Anschaffungs- / Zugänge (a) Umbuchungen (a) Anschaffungs- /
Herstellungskosten zu Zuschreibungen (b) Abgänge (b) Herstellungskosten
Beginn des am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.679.483 83.100 (a) 0 (a) 1.762.583
0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 173.747 0 (a) 0 (a) 173.747
0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0
0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 83.124.959 5.597.731 (a) 620 (a) 88.502.975
0 (b) 220.335 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 74.488.991 3.943.158 (a) -620 (a) 76.722.661
0 (b) 1.708.868 (b)
Summe a 159.467.180 9.623.989 (a) 0 (a) 167.161.966
0 (b) 1.929.203 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Abschreibungen Zugängen (a) Umbuchungen (a) Abschreibungen am Buchwerte
Beginn des Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen (b) Abgängen (b) Ende des Bilanzstichtag
Geschäftsjahres (gesamt) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b) Geschäftsjahres (gesamt)
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.348.720 132.357 (a) 0 (a) 0 (a) 1.481.076 281.507
0 (b) 0 (b) 0 (b)
c) Geschäfts- oder Firmenwert 97.601 12.030 (a) 0 (a) 0 (a) 109.631 64.116
0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete Anzahlungen 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 44.441.436 1.710.354 (a) 0 (a) 0 (a) 46.022.405 42.480.569
0 (b) 0 (b) 129.385 (b)
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.910.352 3.926.976 (a) 0 (a) 0 (a) 57.259.160 19.463.500
0 (b) 0 (b) 1.578.167 (b)
Summe a 100.798.109 5.781.717 (a) 0 (a) 0 (a) 104.872.272 62.289.692
0 (b) 0 (b) 1.707.552 (b)
Buchwerte zu Beginn des Geschäftsjahres Veränderungen (saldiert) Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des Anlagevermögens 161.899.454 23.404.117 185.303.571
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 29.503.459 61 29.503.520
Anteile an verbundenen Unternehmen 8.654.504 0 8.654.504
Summe b 200.057.417 23.404.178 223.461.595
Summe a und b 359.524.597 285.751.287

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 122.338.589 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 3.615.216 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 2.007.840 fällig.

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 11.612.702 10.812.702 800.000 3.000.773

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind für marktpreisbezogene Wertveränderungen unterblieben, da Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind.

Anzeichen für eine Bonitätsbeeinträchtigung des jeweiligen Emittenten oder andere dauernde Wertminderungen sind nicht erkennbar.

Der Buchwert des betreffenden Wertpapiers beträgt EUR 2.998.800, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 2.688.900

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 10.366.121 11.078.124 657.453 28.276

Investmentvermögen mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent

Im Bilanzposten "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" (A 6) sind folgende Anteile mit Anteilsquoten von mehr als 10 % enthalten:

Anlageziel Wert der Anteile (Zeitwert)
EUR
Differenz zum Buchwert (Reserve)
EUR
Erfolgte Ausschüttung für das Geschäftsjahr
EUR
1. Anlage liquider Mittel 118.898.257 -11.314.635 1.102.153
2. Anlage liquider Mittel 39.688.103 -1.634.831 100.102

Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit bestehen nicht. Die Vertragsbedingungen enthalten ausschließlich eine Beschränkung nach § 98 Abs. 2 Satz 1 KAGB.

Eine Abschreibung gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB in Höhe von EUR 12.949.466,96 ist unterblieben, da es sich hier nicht um eine dauerhafte Wertminderung handelt.

Folgende Anhaltspunkte deuten darauf hin, dass die Wertminderung nicht dauerhaft ist: der zinsinduzierte Kursrückgang ist unseres Erachtens nur kurzfristig.

Der Buchwert der betreffenden Wertpapiere beträgt EUR 171.535.827, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 158.586.360

Darüber hinaus bestehen stille Lasten bei Publikumsfonds in Höhe von EUR 1.722.291. Deren Buchwert beträgt EUR 9.968.944, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 8.246.653. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung wurde verzichtet, da es sich um zinsinduzierte Kursrückgänge handelt.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2022 wie folgt:

Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz Anteil am Gesellschaftskapital
%
Jahr TEUR Jahr TEUR
a) Raiffeisen Handel & Lagerhaus GmbH, Osterburg 100,00 2021 4.326 2021 84
b) Raiffeisen Kartoffellager Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Karwitz 100,00 2021 1.184 2021 -14
c) alka-tec GmbH, Oetzen 100,00 2021 820 2021 417
d) Raiffeisen-Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH, Lüneburg 100,00 2021 1.814 2021 105
e) WSB Beteiligungs GmbH, Lüchow 32,00 2021 -23 2021 -2
f) Raiffeisen Saatenzentrum GmbH Dahlenburg, Dahlenburg 100,00 2021 98 2021 35
g) Volksbanken und Raiffeisen Holding Norddeutschland GmbH, Lüchow 32,52 2021 17.983 2021 223
h) VR PLUS Holding GmbH, Lüchow 100,00 2021 841 2021 210
i) NGB AG & Co. KG, Hannover 0,60 2022 1.750.553 2022 37.790
j) VR Holding GmbH, Klein Berßen 17,07 2021 56.490 2021 1.115
k) VR Beteiligungsgesellschaft Norddeutschland GmbH, Hannover 0,39 2021 264.625 2021 12.427
l) Atruvia AG, Frankfurt am Main 0,03 2021 449.045 2021 9.936
m) GAD Beteiligungs GmbH & Co. KG, Münster 0,28 2022 119.597 2022 3.023
n) AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster 0,10 2021 535.649 2021 10.116
o) VGQ GmbH & Co. KG, Niederwöhren 6,94 2021 4.811 2021 330
p) VR PLUS ImmoService GmbH, Lüchow 85,00 2021 104 2021 54
q) VV I GmbH i. L., Lüchow 72,00 2020 774 2020 -118

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 38.534.713 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 19.463.500 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2022
EUR
Steuerforderungen Umsatzsteuer laufendes Jahr 202.158
Forderungen Versicherungsschäden (Warenbereich) 500.000

Aktive latente Steuern

Latente Steuern sind in Höhe des Überhangs aus der Gesamtdifferenzbetrachtung aktiviert. Die aktiven latenten Steuern beruhen auf nachfolgend genannten Differenzen aus Rückstellungen, Forderungen an Kunden, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften, Immaterielle Anlagewerte sowie Sachanlagen. Dem stehen passive latente Steuern auf folgende Differenzen gegenüber Sonderposten mit Rücklageanteil. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 29,2 % zugrunde gelegt.

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
4 Forderungen an Kunden 1.372.887 1.525.432
5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 800.000 800.000

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 35.000.000 0 21.000.000 5.000.000
Forderungen an Kunden (A 4) 45.789.261 34.167.901 139.778.270 258.479.703

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 3.675.679 9.788.405 42.059.118 55.692.596
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 46.915 534.407 296.783 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 27.394.486 1.752.581 1.468.525 35.000

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 13.801.400 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2022
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 290.393
Lohn- und Kirchensteuer 238.305

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 118.363 (Vorjahr EUR 82.375) enthalten.

Rückstellungen

Rückstellungen wurden zulässigerweise nicht gebildet für mittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen sowie für ähnliche unmittelbare und mittelbare Verpflichtungen in Höhe von EUR 232.508.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 2.282.440 2.316.084 1.518.028 515.750
Verbindlichkeiten aus Warengeschäften und aufgenommenen Warenkrediten (P 2a) 0 0 0 255.232

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 9.336.054
b) der ausscheidenden Mitglieder 262.835
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 8.700

Die Kapital- und Ergebnisrücklagen (P 12b) und c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Kapitalrücklage
EUR
Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2022 34.341 56.886.577 48.383.725
Einstellungen 0
aus Bilanzgewinn des Vorjahres 1.384.000 1.385.751
Stand 31.12.2022 34.341 58.270.577 49.769.476

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute und latente Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt. Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen ausschließlich breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für Kunden bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt.

Die unter dem Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 111.215.798

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind in den Zinserträgen (GuV 1) als Reduktion des Zinsertrags bzw. in den Zinsaufwendungen (GuV 2) aus Passivgeschäften als Reduktion des Zinsaufwands enthalten.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, insbesondere von Bausparverträgen, Versicherungen, Investmentanteilen, Krediten und Immobilien nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV 8) sind folgende nicht unwesentliche Einzelbeträge enthalten:

Art EUR
Miet- und Pachterträge 573.032
Erstattung von Personalaufwendungen 262.486
Erträge aus dem Betreiben von Photovoltaikanlagen 627.061

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 8.605 (Vorjahr EUR 0) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 78.304 (Vorjahr EUR 194.616) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 794.758 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 389.310 enthalten.

Hiervon entfallen auf:

lfd. Posten der GuV - Art Betrag Aufwand
EUR
Betrag Ertrag
EUR
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen (Warenbereich) 0 344.395
Verwaltungsaufwendungen (Warenbereich) 233.125 0

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

An die Mitglieder des Vorstands wurden Gesamtbezüge gewährt in Höhe von EUR 580.468.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 52.577.

Die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebenen erhielten EUR 170.248.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2022 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 2.516.355.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 13.183 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 649.502.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Insgesamt sind Beträge der anderen Ergebnisrücklagen im Jahresabschluss in Höhe von EUR 3.476.090 für die Ausschüttung gesperrt. Dieser Betrag beruht auf der Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von EUR 3.374.276 sowie aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB mit einem ausschüttungsgesperrten Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 101.814. Diesen ausschüttungsgesperrten Beträgen, stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüber.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von insgesamt EUR 8.190.816

Darin enthalten sind Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesver bandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 2.930.000

Des Weiteren bestehen mit der Union Investment Institutional GmbH unwiderrufliche Vereinbarungen über die Zeichnung von Fondsanteilen in Höhe von EUR 5.260.815,94.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2022 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 6 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 248 194
Gewerbliche Mitarbeiter 142 67
396 261

Außerdem wurden durchschnittlich 54 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2022 13.082 55.624 0
Zugang 2022 305 10.381 0
Abgang 2022 455 2.405 0
Ende 2022 12.932 63.600 0
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 1.199.748
Höhe des Geschäftsanteils EUR 150

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Art. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 258.067
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 1.980
- Steuerberatungsleistungen EUR 7.727
- Sonstige Leistungen EUR 1.139

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V.

Karl-Wiechert-Allee 76 a

30625 Hannover

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Worsch, Grit, - Vorsitzende - , Geschäftsleiterin, Markt

Hilmer, Berthold, Geschäftsleiter, Marktfolge

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Wojahn, Torsten, - Vorsitzender - , selbständiger Landwirt

Pengel, Dorothee, - stellvertretende Vorsitzende - , angestellte Steuerberaterin

Albrecht, Thomas, Angestellter *

Buchner, Dr. Werner, Dipl. Ökonom, selbständiger Landwirt

Kalkhake, Dieter, Angestellter *

Kayatz, Britta, Angestellte *

Kern, Rene, Verwaltungsoberamtsrat

Kühn, Rainer, selbständiger Landwirt

Wiese, Frank, Dipl. Agrar Ingenieur, Vorstand Agrargenossenschaft "Altmärkische Höhe", (bis 28.6.2022)

Geyer, Gabi, Wirtschaftsprüferin, (seit 28.6.2022)

* Arbeitnehmer gemäß Drittelbeteiligungsgesetz

Angaben gemäß § 340a Abs. 4 HGB

In den Aufsichtsgremien folgender großer Kapitalgesellschaften nehmen Vorstandsmitglieder oder Mitarbeiter unserer Bank Mandate wahr:

Name und Sitz Anzahl der Mandate
Nordzucker AG, Braunschweig 1
KRAVAG-Sach VVaG, Hamburg 1

Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 3.737.731,87 wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,00 % 257.504,99
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 1.740.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 1.740.226,88
3.737.731,87

 

Lüchow, 30. März 2023

VR PLUS Altmark-Wendland eG

Der Vorstand

Grit Worsch

Berthold Hilmer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. Bewertung der Kundenforderungen

2. Verändertes Marktzinsumfeld und Auswirkungen auf den Jahresabschluss

3. Bewertung des Warenbestands

Unsere Darstellung der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

zu 1.a) Die Genossenschaft ist in einem bedeutenden Umfang im Kundenkreditgeschäft tätig. Eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern kann Auswirkungen auf die Höhe der zu bildenden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen haben. Hieraus können sich erhebliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben. Im Rahmen der Rechnungslegung ist zur Bewertung der Forderungen neben der Bonitätsbeurteilung in der Regel die Nutzung geschätzter Werte für gestellte Sicherheiten erforderlich. Da die hiermit verbundenen Einschätzungen einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Einzelwertberichtigungen und Abschreibungen haben und diese insofern mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, haben wir die Bewertung der Kundenforderungen als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt eingestuft.

zu 1.b) Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst die Angemessenheit und Wirksamkeit des relevanten internen Kontrollsystems der Genossenschaft zur Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse, zur Risikoklassifizierung, zur Sicherheitenbewertung, zur Bestandsaufnahme sowie zur Risikovorsorge beurteilt. In dem Zusammenhang haben wir uns von der regelmäßigen Überprüfung der Angemessenheit der Schätzannahmen durch die Genossenschaft überzeugt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Kundenforderungen einschließlich der Sicherheiten auf Basis risikoorientiert ausgewählter Einzelfälle beurteilt und mit den Einschätzungen der Genossenschaft abgeglichen.

zu 1.c) Zur Bewertung der Forderungen an Kunden verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs.

zu 2.a) Die im Geschäftsjahr gestiegenen Marktzinsen haben insbesondere Auswirkungen auf die künftige Zinsmarge der Genossenschaft sowie auf die Marktpreise der Wertpapiere.

Mit den Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden, den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren auf der Aktivseite und den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden gehören wesentliche Teile der Bilanz der Genossenschaft.

Die Finanzinstrumente des Zinsbuchs sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen des Bankbuchs nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. von der Genossenschaft verlustfrei zu bewerten. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikobarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden, die unter den anderen Rückstellungen auszuweisen wäre.

Die Wertpapierbestände (Aktivposten 5 und 6) belaufen sich auf insgesamt 193,1 Mio. EUR. Dies entspricht 18,2 % der Bilanzsumme. Davon werden 185,3 Mio. EUR (17,5 % der Bilanzsumme) im Jahresabschluss 2022 wie Anlagevermögen bewertet. Durch die Bewertung wie Anlagevermögen wurden außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich nicht dauernden Wertminderungen in Höhe von 15,0 Mio. EUR vermieden.

Sowohl dem Ansatz und der Folgebewertung von Rückstellungen als auch der Beurteilung einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung bei Wertpapieren des Anlagevermögens einschließlich der hierbei zugrundeliegenden Annahmen und Parameter liegen in einem hohem Ausmaß Einschätzungen und Annahmen und Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass wesentliche Annahmen und Parameter nicht sachgerecht berücksichtigt werden bzw. Ermessenspielräume nicht sachgerecht genutzt werden. Daher waren diese Sachverhalte für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und waren aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

zu 2.b) Im Rahmen unserer Prüfung der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir uns unter anderem mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Parametern sowie der Abgrenzung des Bankbuchs auseinandergesetzt. Das Berechnungsschema der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir anhand der einfließenden wesentlichen Annahmen und Parameter einschließlich der Diskontierung nachvollzogen und plausibilisiert.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir weiter die Bestände an Wertpapieren analysiert, deren Bewertungen mit erhöhter Ermessensentscheidung behaftet sind. Wir haben uns ein Verständnis darüber verschafft, wie die gesetzlichen Vertreter die für Schätzwerte relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Annahmen und Datenquellen, identifiziert haben. Anhand ausgewählter Einzelfälle haben wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Ermessensentscheidungen und genutzten Bewertungswahlrechte risikoorientiert im Hinblick auf erhöhte Bewertungsunsicherheiten nachvollzogen. Bei Verzicht auf Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei Wertpapieren des Anlagevermögens haben wir beurteilt, ob die Wertminderung lediglich von vorübergehender Natur ist.

zu 2.c) Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, Forderungen und Wertpapieren sind im Anhang im Abschnitt "B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden" enthalten.

zu 3.a) Neben Bankdienstleistungen betreibt die Genossenschaft ländlichen und gewerblichen Handel (im Folgenden Warengeschäft). Eine mögliche Verschlechterung der Marktpreise kann Auswirkungen auf die Bewertung des Vorratsvermögens haben. Hierbei können sich Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben. In der Rechnungslegung erfolgt eine verlustfreie Bewertung nach dem strengen Niederstwertprinzip.

zu 3.b) Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst die Angemessenheit und Wirksamkeit des relevanten internen Kontrollsystems der Genossenschaft in den Bereichen Absatz, Einkauf und Bestandsaufnahme beurteilt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung des Warenbestands auf Basis risikoorientiert ausgewählter Einzelfälle beurteilt und mit den Einschätzungen der Genossenschaft abgeglichen.

zu 3.c) Zur Bewertung des Warenbestands verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben keine Leistungen zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Uwe Möller-Boldt.

 

Hannover, 20. Juni 2023

Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V.

Haimo Mader, Wirtschaftsprüfer

Uwe Möller-Boldt, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Generalversammlung vom 27.06.2023 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2022 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 3.737.731,87 wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Bericht des Aufsichtsrates

VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG. Weiter hat der Aufsichtsrat den gesonderten nicht finanziellen Bericht nach § 289b HGB geprüft.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat \und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Der vorliegende Jahresabschluss 2022 mit Lagebericht wurde vom Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Generalversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2022 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden in diesem Jahr Herr Torsten Wojahn und Herr René Kern aus dem Aufsichtsrat aus.

Die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist zulässig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Lüchow, 20. Juni 2023

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender

VR PLUS Altmark-Wendland eG, Lüchow

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG

zum 31. Dezember 2022

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die VR PLUS Altmark-Wendland eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der VR PLUS Altmark-Wendland eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Im Rahmen Ihrer Tätigkeit betreibt die VR PLUS Altmark-Wendland eG auch den Verkauf der für die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte benötigten Güter.

Die VR PLUS Altmark-Wendland eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands, Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 TEUR 64.835.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 589,5.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 3.913.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR -2.249 und betreffen sowohl laufende wie auch latente Steuern.

Die VR PLUS Altmark-Wendland eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Gesonderte Nichtfinanzielle Berichterstattung für die VR PLUS Altmark-Wendland eG

Mit diesem gesonderten nichtfinanziellen Bericht kommt die VR PLUS Altmark-Wendland eG (im Folgenden auch "Bank") ihren Verpflichtungen gemäß § 340a Abs. 1a HGB i. V. m. § 289b Abs. 2 bis 4 und §§ 289c bis 289e) nach. Gemäß § 315b Abs. 3 Satz 2 i. V. m. § 289d HGB ist anzugeben, welches Rahmenwerk ggf. für die Erstellung des gesonderten nichtfinanziellen Berichts genutzt wird. Der Bericht basiert auf dem Rahmenwerk des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).

Allgemeine Informationen

Beschreiben Sie ihr Geschäftsmodell (u.a. Unternehmensgegenstand, Produkte und Dienstleistungen)

Die VR PLUS Altmark-Wendland eG ist eine Genossenschaftsbank mit Warengeschäft in einer ländlich geprägten Region im Vierländereck von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, die sich stark an den genossenschaftlichen Grundsätzen orientiert. Dies betrifft beispielsweise die Förderung der Mitglieder und eine regionale und somit nachhaltige Ausrichtung.

Der Bank gehören 15 Geschäftsstellen und 7 SB-Standorte mit etwa 119 Mitarbeitenden an. Dabei erstreckt sich die Unternehmenstätigkeit über umfassende Bankdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden.

Der Geschäftsbereich Ware zeichnet sich durch die Tätigkeit als Handels- und Serviceunternehmen mit umfangreichem Sortiment an Waren und Dienstleistungen mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt aus. Der Geschäftsbereich Ware unterteilt sich in folgende Sparten:

VR PLUS Technik

VR PLUS Agrar

VR PLUS Markt

VR PLUS Energie

Inklusive unserer Tochtergesellschaften Raiffeisen Handel & Lagerhaus GmbH, alka-tec GmbH, Raiffeisen Kartoffellager Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Raiffeisen Saatenzentrum GmbH Dahlenburg und Raiffeisen-Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH sind wir in 43 Orten mit Geschäftsstellen vertreten. Darunter fallen 23 Tankstellen mit 11 Tankshops sowie 15 Bau- bzw. Haus- und Gartenmärkte und 6 Werkstätten. Die alka-tec GmbH wird, anders als im vergangenen Jahr, nicht mehr konsolidiert. Es besteht keine Notwendigkeit einer Konzernbilanz. Aus diesem Grund wird der nichtfinanzielle Bericht in diesem Jahr erstmalig nur für die Bank erstellt.

Die Bilanzsumme beläuft sich auf etwa 1.060 Millionen EUR, der Bilanzgewinn beläuft sich für das Geschäftsjahr 2022 auf 3.738 TEUR.

Insgesamt arbeiten bei der VR PLUS Altmark-Wendland eG 808 Mitarbeiter. Zusätzlich werden 61 Auszubildende beschäftigt. Die Bank betreut 40.895 Privat- und Firmenkunden.

Bei der Formulierung dieses Berichtes sind wir bestrebt, alle Geschlechter angemessen zu berücksichtigen und die Vielfalt unserer Kundschaft und Mitarbeiterschaft abzubilden. Wir setzen daher überwiegend auf neutrale Formulierungen. Aus Gründen der Lesbarkeit wird vereinzelt auf die Verwendung des generischen Maskulinums zurückgegriffen, da die durchgehende Nutzung einer gendersensitiven Sprache für uns sehr herausfordernd ist.

Weitere allgemeine Informationen befinden sich auch im Lagebericht.

Eine externe Prüfung des Berichts ist nicht erfolgt.

Kriterien 1-4 zu Strategie

Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Bank versteht sich als Partner des privaten und gewerblichen Mittelstandes und bietet eine hohe Servicequalität sowie bedarfsgerechte Finanzdienstleistungen. Als mitgliederorientierte Genossenschaftsbank wahrt sie die Tradition und stellt den genossenschaftlichen Förderauftrag durch ihren Anspruch, bei Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitenden über alle Kanäle Netzwerkmöglichkeiten zu bieten, nachhaltig sicher. Ihre Wurzeln liegen in den regional angestammten Geschäftsgebieten. Die Betreuung der Mitglieder und ihre wirtschaftliche Förderung sind und bleiben oberste Maxime und Zielsetzung der Bank. Ergänzt wird dieses durch Förderung der kulturellen und sozialen Belange unserer Mitglieder. Als Voraussetzung dazu streben wir an, eine leistungsstarke Stellung im Markt zu sichern und auszubauen sowie die Nähe zu Mitgliedern und Kunden mit einem zeitgemäßen Einsatz von Vertriebswegen und Kommunikationsmitteln zu erhalten. Im Ergebnis soll die langfristige Existenz der Bank gesichert werden. Von unseren Mitbewerbern heben wir uns durch eine kompetente kunden- (mitglieder-) und bedarfsorientierte Beratung in Verbindung mit einer Präsenz in den digitalen Medien ab. Wir kombinieren professionelle Informations- und Kommunikationskanäle der digitalen Welt mit der persönlichen, vertrauensvollen und wertschätzenden Beratung vor Ort und einem am Kunden ausgerichteten Beziehungsmanagement. Das sich ändernde Nutzungsverhalten sowie die sich veränderten Kundenerwartungen an ein modernes Kreditinstitut lassen sich so schnell adaptieren. Die uneingeschränkte Einhaltung rechtlicher Vorgaben gehört zum Selbstverständnis der Unternehmenskultur der Bank. Ein guter Ruf ist die Grundlage für das Vertrauen in die Fachkompetenz der Mitarbeitenden sowie die hohe Qualität der Dienstleistungen und Produkte. Für uns sind deshalb die Sicherung der Integrität der Mitarbeitenden und die Erhaltung der hohen Qualität von Dienstleistungen und Produkten wesentliche Grundlage für die Zufriedenheit unserer Kunden. Dementsprechend gehören zu unseren Grundwerten sowohl eine hohe Veränderungs- und Lernbereitschaft, die Übernahme von Verantwortung als auch die interne wie externe Vernetzung der Mitarbeitenden und die regionale Verbundenheit. Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist in der VR PLUS Altmark-Wendland eG unter Einbezug sozialer und ökologischer Aspekte noch nicht schriftlich festgehalten. Wir planen, dazu zeitliche und personelle Kapazitäten im Rahmen eines Projektauftrages bereitzustellen. Bereits heute fördern wir nachhaltiges Denken und Handeln im gesamten Haus.

Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Einen wesentlichen Einfluss der Geschäftstätigkeit auf Aspekte der Nachhaltigkeit sehen wir in der Stärkung der regionalen Wertschöpfung und der besonderen Berücksichtigung regionaler Anbieter. Seit jeher verfolgen wir daher diese Prinzipien. Wir sind uns bewusst, dass Banken insbesondere über das Kredit- und Anlagegeschäft, die Spar- und Anlageberatung sowie über den Zahlungsverkehr einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten können (Inside-Out-Perspektive). Darüber hinaus fließen auch in die internen Prozesse Nachhaltigkeitsaspekte ein. Hier ist insbesondere der Bereich Personal als wesentlich identifiziert worden. Es besteht das Risiko, dass die Gewinnung qualifizierter Mitarbeitende zunehmend zur Herausforderung wird. Dem begegnen wir durch die vielfältige Auswahl bei der Berufsausbildung, eine hohe Ausbildungsquote, die Wertschätzung älterer Teammitglieder, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen Unternehmensebenen, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, wie auch die Förderung gesellschaftlichen Engagements der Mitarbeitenden.

Zudem ist uns bewusst, dass sich durch den wirtschaftlichen und klimabedingten Wandel auch Nachhaltigkeitsrisiken (Outside-In-Perspektive) ergeben können, die als Treiber der von uns bereits gemanagten Risiken wirken. Wir haben diese Risiken daher in der Risikoinventur berücksichtigt und somit in die Unternehmenssteuerung aufgenommen. Wesentlich erhöhte Risiken sehen wir hier nicht.

Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Da wir bisher keine umfassenden qualitativen und quantitativen Nachhaltigkeitsziele definiert haben, erfolgt keine explizite Kontrolle dieser. Die grundsätzlichen Anstrengungen in den zuvor als wesentlich identifizierten Bereichen (Mitgliederförderung, regionale Ausrichtung, Personalmanagement) erfolgen jedoch kontinuierlich. In anderen Bereichen wie beispielsweise Energieeffizienz oder erneuerbarer Energie liegt der Fokus bisher auf Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der bestehenden Situation. In diesem Zusammenhang ist z. B. eines unserer Ziele, bei der Erbauung neuer Gebäude zu überprüfen, inwieweit diese möglichst emissionsarm betrieben werden können. Unseren Verwaltungsneubau, der bis Ende 2023 fertiggestellt werden soll, planen wir, weitestgehend CO 2 -neutral zu betreiben. Grundsätzlich möchten wir mit unserem Handeln einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen leisten.

4 Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfung liegt überwiegend im eigenen Betrieb. Im Warenbereich findet beispielsweise zur Erntezeit der Einkauf von Getreide statt. Je nach Rahmenbedingungen wird die Ware beispielsweise durch Trocknung und Gesunderhaltung im weiteren Verlauf qualitätssichernd behandelt. Der Nachhaltigkeitsaspekt liegt dabei in zuverlässiger Qualitätssicherung mit möglichst effizientem Energieeinsatz, wobei letzterer im Wesentlichen durch die Witterungsbedingungen bestimmt wird.

Die Stärkung der regionalen Wirtschaft und der Mitglieder steht im Fokus. Diese Vorgehensweise hat eine lange Tradition, die sich bewährt hat. Dadurch entfallen ebenso zahlreiche Risiken in Bezug auf nicht nachhaltige Vorgehensweisen innerhalb der Wertschöpfungskette. In Bezug auf nicht regionale Märkte erfolgt eine Zusammenarbeit mit Unternehmen der genossenschaftlichen FinanzGruppe, insbesondere mit der DZ BANK Gruppe, der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Union Investment und de R+V Versicherung.

Die Unternehmen der DZ BANK Gruppe haben den Global Compact der Vereinten Nationen unterzeichnet und sich damit zum Handeln nach den zehn Prinzipien zur nachhaltigen Unternehmensführung verpflichtet. Die Unternehmen der DZ BANK Gruppe bekennen sich zu international anerkannten Menschenrechtsstandards, wie den Prinzipien des "Global Compacts" der Vereinten Nationen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) oder der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen.

Die DZ BANK Gruppe wurde seit 2011 regelmäßig mit dem Prime Status von oekom research ausgezeichnet, der den Unternehmen ein überdurchschnittliches Engagement in Sachen Umwelt und Soziales attestiert. Bereits seit dem Jahr 2015 ist die DZ BANK Gruppe Industry Leader in der Kategorie "Financials / Publick & Regional Banks".

Die DZ BANK, Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V Versicherung und Union Investment verpflichten seit 2012 ihre Lieferanten mithilfe einer Nachhaltigkeitsvereinbarung auf die Einhaltung der DZ BANK Gruppe-Mindeststandards sowie der Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen und der Anforderungen der International Labour Organization.

Die Aktivitäten der Union Investment im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms werden im CSR-Bericht veröffentlicht. Eine transparente und ausführliche Berichterstattung ist somit gewährleistet.

Die DZ BANK, Bausparkasse Schwäbisch Hall, DG HYP, DZ PRIVATBANK, R+V Versicherung, TeamBank, Union Investment und VR Smart Finanz verpflichten seit 2012 ihre Lieferanten mithilfe einer Nachhaltigkeitsvereinbarung auf die Einhaltung der DZ BANK Gruppe-Mindeststandards sowie der Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen und der Anforderungen der International Labour Organization.

Die Warenzentrale AGRAVIS Raiffeisen AG zu nennen, die ebenfalls umfangreich zur Nachhaltigkeit berichtet und sich dabei an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert.

Ansonsten lassen sich nicht alle Aspekte einer Wertschöpfungskette auf uns als Handelsunternehmen übertragen. Aufgrund der starken Priorisierung auf die umliegende ländliche Region finden im Warenbereich keine erwähnenswerten Exportgeschäfte bzw. Auslandsgeschäfte durch uns statt.

Ausgehend von unserem Förderauftrag für die Mitglieder unserer Bank messen wir dem Aspekt der ökonomischen Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg höchste Priorität bei - von der sicheren Verwahrung von Kundeneinlagen über die Abwicklung des Zahlungsverkehrs und die nachhaltige Kreditvergabe bis hin zu einer qualitativ hochwertigen, risikobewussten Finanzberatung. Auch soziale und ökologische Nachhaltigkeitsaspekte werden in verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette berücksichtigt. Angefangen beim Angebot nachhaltiger Geldanlageprodukte über die Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Kriterien bei der Kreditvergabe bis hin zum Einkauf von Dienstleistungen und Produkten, bei dem neben der Wirtschaftlichkeit auch Umweltfaktoren ausschlaggebend sind. Wir versuchen beispielsweise den Ressourcenverbrauch, der sich aus dem Betrieb unserer Bankstellen ergibt, durch die fortlaufende Identifizierung und teilweise Umsetzung von Einsparpotenzialen zu senken.

5 Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die zentrale Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der VR PLUS Altmark- Wendland eG trägt der Gesamtvorstand. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsthemen (Strategie, Überwachung, Analyse) obliegt den Führungskräften.

Aktuell übernimmt jede Führungskraft in ihrem Bereich bzw. in ihrer Abteilung die Verantwortung, nachhaltig zu wirtschaften und ressourcenschonend zu arbeiten. Künftig planen wir, unsere nachhaltigen Aktivitäten zu schärfen und zu diesem Zweck projektorientierte zeitliche und personelle Kapazitäten zur Verfügung zu stellen.

6 Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Für die Mitarbeitenden sind klar definierte Arbeitsanweisungen im Organisationshandbuch sowie in der Betriebsvereinbarung verbindlich niedergeschrieben.

Eine schriftlich fixierte Nachhaltigkeitsstrategie ist bei uns noch nicht implementiert. Das Geschäftsmodell von Genossenschaften stellt jedoch den Förderauftrag und damit das Wohl unserer Mitglieder in den Fokus. Es gibt vielfältige Einzelregelungen und Anweisungen für nachhaltiges Handeln. Dazu zählen unter anderem Compliance- und Geschenkerichtlinie sowie unsere Regelungen bzgl. Geldwäsche und Betrugsprävention.

Die ESG-Komponenten haben wir jedoch bereits ganzheitlich in unserer Risikoinventur berücksichtigt. Zudem haben wir im Jahr 2022 die verpflichtende Nachhaltigkeitspräferenzabfrage in die Prozesse unserer Anlageberatung integriert. Somit finden die ESG-Kriterien verstärkt Einzug in unser Kerngeschäft.

Zukünftig möchten wir die Nachhaltigkeitsauswirkungen bei neuen Vorhaben vermehrt in Betracht ziehen. Der Vorstand wird in seiner Position als Gesamtverantwortlicher regelmäßig über entsprechende Auswirkungen informiert werden.

7 Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

In Ermangelung einer bisher definierten Nachhaltigkeitsstrategie existiert auch kein diesbezügliches Kontrollwesen.

Unabhängig davon wurden aber, für die Nachhaltigkeitsberichterstattung als wesentlich erkannte Felder, Kennzahlen erfasst und ausgewertet. Im Bereich des Personalmanagements sind dies z. B. Angaben zu Themenfeldern wie Geschlechterverhältnis, Fluktuation, Krankheit, Weiterbildung und Ausbildung.

Darüber hinaus wurde 2019 das Energieaudit nach DIN EN 16247-1 entsprechend dem Energiedienstleistungsgesetz durchgeführt. Das Energieaudit bezieht sich auf den Analysezeitraum 01.01.2018 - 31.12.2018. Das nächste Energieaudit ist für das Kalenderjahr 2023 geplant. Damit gehen auch zukünftig Auseinandersetzungen mit Verbesserungspotenzialen im Energiebereich einher.

Welche Kennzahlen darüber hinaus beispielsweise im Bereich der Ressourcennutzung oder weiteren Themenfeldern noch maßgeblich sind und in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis erfasst werden können, muss zukünftig noch abgewogen werden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte

Wir stellen unsere Werte und Grundsätze durch unser Unternehmensleitbild heraus. Unserer Rechtsform entsprechend liegt dem der genossenschaftliche Förderauftrag zugrunde. Der oberste Grundsatz des Wirkens ist und bleibt die Zufriedenheit unserer Mitglieder und Kunden. Zusätzlich gelten weiterhin die Grundsätze ein starker Partner des Mittelstands zu sein und die Verpflichtung die ländlichen Strukturen der Region zu stärken. Wir leben den genossenschaftlichen Förderauftrag, der zudem untrennbar mit dem Nachhaltigkeitsgedanken verbunden ist.

Als demokratisch organisierte Genossenschaft, haben wir uns im Wandel der Zeiten bewährt und weiterentwickelt. Dazu gehört eine lange Tradition. Nach den Vorbildern Raiffeisens und Schulze-Delitzschs wurde unsere Genossenschaft ursprünglich gegründet, um der Industrialisierung und der einhergehenden Liberalisierung des Wirtschaftslebens ein Modell entgegenzustellen, dass Absatz und Beschaffung von Waren und Krediten in der ländlich geprägten Region im Vierländereck von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sichern sollte.

8 Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist bisher nicht explizit definiert, gleichwohl sich bereits in verschiedensten Aspekten ein nachhaltiger Ansatz in unserem Leitbild widerspiegelt. Insofern ist der Indikator für nachhaltiges Handeln der langfristige Erfolg, der in Form von Wachstum und Stabilität kontrolliert wird. Eine explizite Fixierung von Nachhaltigkeitszielen in Zielvereinbarungen und im Vergütungssystem setzt zunächst geeignete Maßstäbe dafür voraus, die aktuell noch nicht abgeleitet werden können.

Das Unternehmen entlohnt ihre Mitarbeitenden entsprechend des genossenschaftlichen Werteverständnisses nach dem Tarifvertrag der Volksbanken und Raiffeisenbanken und dem Mantel- und Tarifvertrag der Raiffeisen- Warengenossenschaften und der Kreditgenossenschaften mit Warenverkehr. Grundsätzlich werden die Anforderungen der Institutsvergütungsverordnung eingehalten und es erfolgt eine Orientierung am langfristigen Erfolg. Es entstehen keine Abhängigkeiten zu variablen Vergütungen.

Die Vergütungssysteme verleiten grundsätzlich nicht zum Eingehen unverhältnismäßig hoher Risiken.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik

Die Arbeitsverhältnisse unserer Beschäftigten bestimmen sich nach den geltenden Tarifverträgen. Die tarifliche Vergütung bildet den Schwerpunkt der Vergütung der Beschäftigten. Neben der tariflichen Vergütung können Mitarbeitenden eine variable Vergütung erhalten. Unser Vergütungssystem ist zwar derzeit nicht an Nachhaltigkeitsziele gekoppelt, doch sehen wir uns mit dem bestehenden System gut positioniert.

Abfindungen oder Rückforderungen sind im Berichtszeitraum nicht vorgekommen.

GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresvergütung

Die Kennzahl zur Vergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters ist eine vertrauliche und wettbewerbsrelevante Information, da für uns als regional tätiges Unternehmen die Gefahr der Abwerbung und Konkurrenz vor Ort ungleich größer ist, als für andere Unternehmen. Daher sehen wir von einer Veröffentlichung ab. Eine weitergehende Auswertung diesbezüglicher Vergütungskennzahlen erfolgt nicht.

9 Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Wie auch bei anderen genossenschaftlichen Unternehmen führt unsere demokratische Organisation zur zusätzlichen Einbindung der Mitglieder in Entscheidungen und geht somit über einen kontinuierlichen Dialog hinaus. Ebenso wird der oberste Grundsatz des Unternehmensleitbildes, d.h. die Zufriedenheit der Kunden und Mitglieder durch die Begleitung der Kunden als fairer Partner in allen Lebensphasen, sichergestellt. Das so erhaltene Feedback nutzen wir für unsere Ausrichtung, um auch weiterhin zu bestehen und zu wachsen. Durch unsere dezentrale und regionale Struktur sind wir fest in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben vor Ort eingebunden. Insbesondere die bestehenden Strukturen der Mitgliederbeteiligung bauen wir mit Blick auf die Nachhaltigkeitsthemen gezielt aus. Somit binden wir unsere Stakeholder (z.B. durch Dialoge oder Förderung der Kinder- und Jugendarbeit) gezielt ein.

Wesentliche Stakeholder sind für uns:

Unsere Mitglieder und Kunden

Unsere Mitarbeitenden

Städte und Gemeinden im Geschäftsgebiet

Unser Aufsichtsrat

Unser Fachrat für das warenwirtschaftliche Geschäft

Genossenschaftliche Verbände bzw. die genossenschaftliche FinanzGruppe

Neben dem Dialog mit unseren Mitgliedern, ist selbstverständlich auch der Aufsichtsrat in die strategische Ausrichtung der Bank eingebunden. Dies betrifft auch das Thema Nachhaltigkeit.

Leistungsindikator zu Kriterium 9 (SRS)

GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen

Als demokratisch organisierte Genossenschaft spielen für uns die Stakeholder, d.h. insbesondere unsere Mitglieder, eine zentrale Rolle. Die Kommunikation findet dabei über verschiedene Kanäle statt. Dazu zählt auch die jährliche Generalversammlung. Dabei nehmen wir jedes Feedback an und nutzen es zu unserer Weiterentwicklung um unsere Dienstleistungen im Bank- wie auch im Warenbereich für unsere Kunden zu verbessern.

Zudem ergeben sich verschiedene Anforderungen aus den täglichen Beratungsgesprächen mit unseren Kunden und Mitgliedern. Relevante Fragestellungen werden somit persönlich über die Ansprechpartner, aber auch über unser Beschwerdemanagement beantwortet.

10 Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Wir sind bereits seit Jahren bemüht Innovationen zu nutzen um damit nachhaltig positive Auswirkungen zu erzielen.

Neben der Finanzierung von Vorhaben der Kunden und Mitglieder wurde bereits 2009 begonnen die CO 2 -Emissionen durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen zu reduzieren. In der jüngeren Vergangenheit wurde zudem zur Verbesserung der Energieeffizienz auf LED-Beleuchtung gesetzt. Zusätzlich ersparen wir unseren Kunden, durch unser breit aufgestelltes Filialnetz und die stetig wachsenden Möglichkeiten im Online-Banking weite Anfahrtswege und sparen somit CO 2 -Emissionen ein. Auch die Nutzung des elektronischen Postfachs führt zu Einsparungen und vor allem zu einem sinkenden Papierverbrauch.

Unseren Kunden bieten wir zudem Produkte aus dem Bereich nachhaltige Geldanlagen an und stellen in unseren Beratungsgesprächen dieses Thema in den Fokus. Nicht zuletzt, weil sich die Union Investment bereits seit Jahren zu einem führenden Anbieter von nachhaltigen Geldanlagen entwickelt. Die Union Investment bietet den Mitliedern und Kunden die Möglichkeit, Investments mit Nachhaltigkeitsansatz zu tätigen. Ebenso wurde vor einigen Jahren eine internetbasierte Crowdfunding Plattform zur Stärkung gemeinnütziger Organisationen aus unserer Region ins Leben gerufen.

Als regionales Kreditinstitut unterstützen wir unsere privaten Kunden, sowie Firmen- und Agrarkunden bei ihren jeweiligen Klimaschutzvorhaben und Aktivitäten zur Energiewende - Gebäude energieeffizient bauen oder sanieren, Investitionen in Erneuerbare Energien, Einsparungen bei Ressourcen bis hin zur Finanzierung von Elektromobilität - durch Kreditvergaben. Zusätzlich bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit einer nachhaltigen Kreditkarte aus Maisstärke und recyceltem Plastik an.

Leistungsindikator zu Kriterium 10

G4-FS11 Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

Ein Prozentsatz wird aktuell nicht ermittelt. Wir greifen bei nachhaltigen Geldanlageprodukten u.a. auf die Angebote unserer Verbundpartner zurück. Z. B. bieten wir neben den klassischen Investmentportfolios die Investmentportfolios der Union Investment an, die einen expliziten nachhaltigen Investmentansatz verfolgen.

Kriterien 11 bis 13 zu Umweltbelangen

11 Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Aufgrund des Unternehmensgegenstandes als Kredit- und Handelshaus ist die Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen gering.

Als nicht KMU haben wir mittels des ersten Energieaudits nach DIN EN 16247-1 für den Bereich Energie bereits 2015 begonnen, uns einen genaueren Überblick über die verbrauchte Energie zu schaffen. Dies wurde entsprechend der Vorgaben nach aktuellem Gesetzesstand 2019 wiederholt. Die nächste Durchführung des Energieaudits ist für das Jahr 2023 geplant. Die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen abseits von Energie wurde aufgrund des weitestgehend geringen Bedarfs bisher nicht erhoben. Als Dienstleistungsunternehmen sehen wir zudem den Ressourcenverbrauch und die daraus resultierenden Umweltauswirkungen im Vergleich zu verarbeitenden Unternehmen als untergeordnet an. Hier muss zukünftig zunächst abgewogen werden, welche Angaben verwertbar und zielführend sind. Die Implementierung eines Umweltmanagementsystems oder konkrete Ziele und zeitliche Umsetzungsvorgaben sehen wir aktuell als nicht notwendig an.

Im Energieaudit haben wir Wasser und Abfall als nicht wesentlich identifiziert und daher nicht in die Nachhaltigkeitsberichterstattung einbezogen. Angaben zum Energieverbrauch folgen im Kriterium Ressourcenmanagement unter GRI SRS-302-1.

Trotz der geringen Auswirkungen auf die Umwelt, die unsere Bank hat, ist es unser Ziel, unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Wir haben daher alle Beschäftigen für ein umweltbewusstes Verhalten am Arbeitsplatz sensibilisiert und prüfen fortlaufend Einsparpotentiale (vgl. Kriterium 10).

12 Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz Erneuerbarer Energie, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Wir sind grundsätzlich um die Einsparung von Ressourcen bemüht und stellen dies an verschiedenen Punkten auch unter Beweis. Dennoch sind die Einsparpotentiale im Vergleich zu produzierenden Unternehmen von geringer Bedeutung. Wesentliche Auswirkungen liegen für Finanzdienstleister in den Auswirkungen aus dem Anlage- und Kreditgeschäft sowie in den Eigenanlagen. Die zugrundeliegende Strategie ist die Umsetzung von Einzelmaßnahmen zur Reduzierung des Bedarfs oder der Emissionen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Prozesse, die maßgeblich zum Energiebedarf beitragen, wie beispielsweise der Bereich Transport. Im Rahmen des Energieaudits 2022 wurden sowohl weitere Verbesserungspotenziale erkannt, als auch die Entwicklung der vergangenen drei Jahre analysiert. Somit erfüllt es auch gleichzeitig eine Kontrollfunktion und vermittelt die Erkenntnisse an das Energieteam und den Vorstand.

Hinsichtlich der Beleuchtung, die an einigen Standorten ein wesentlicher Energieverbraucher ist, wurde sukzessive auf LED-Technik umgestellt. Im Bereich der Erhebung und Bewertung der eingesetzten Ressourcenmengen auf Ebene des gesamten Unternehmens betrachtet, besteht noch Verbesserungspotenzial. Aufgrund der Vielfalt an unterschiedlichen Geschäftsbereichen und der hohen Anzahl an Standorten, liegt hier eine herausfordernde Aufgabe für die Zukunft.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12 (SRS)

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien

Aufgrund der Tätigkeit als Dienstleistungsunternehmen verarbeiten wir keine Materialien, sondern bieten unsere Produkte in elektronischer Form an. Die eingesetzten Materialien für die Erstellung unserer Dienstleistungen werden bisher nicht ganzheitlich mengenmäßig erhoben, wurden nicht als wesentlich identifiziert und daher auch nicht nach ihrer Erneuerbarkeit differenziert. Es wird allerdings Wert auf umweltverträgliches Handeln gelegt und somit auch auf einen effizienten Umgang mit den eingesetzten Materialien geachtet.

Leistungsindikator GRI SRS-302-1 Energieverbrauch

Für das Berichtsjahr 2022 wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Energieverbrauch der VR Plus Altmark-Wendland eG zusammengetragen.

Verbrauch absolut
in MWh
VR Plus
Energieträger 2022 2021
Dieselkraftstoff 15.701,56 15.904,72
Erdgas 1.642,13 1.124,45
Heizöl leicht 6.108,02 13.066,65
Strom 5.031,46 6.213,63
Summe 28.483,16 36.309,45

Da wir in diesem Jahr keinen Konzernabschluss erstellen müssen wurden keine Werte für den ehemaligen Konzern ausgewiesen. Diese wurden auch nicht erhoben. Ein klarer Trend hinsichtlich des Gesamtverbrauchs lässt sich daher nur schwer herleiten.

GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs

Die genauen Werte können der Tabelle zu Leistungsindikator GRI SRS-302-1 entnommen werden.

GRI SRS-303-3: Wasserentnahme

Der Wasserverbrauch an den einzelnen Standorten wurde bisher nicht zusammengeführt. An den meisten Standorten wie Bankfilialen, Raiffeisenmärkten und Lagern ist der Verbrauch grundsätzlich unwesentlich.

Die VR PLUS Altmark Wendland eG verwendet kein Oberflächen-, Grund-, Meer- oder produziertes Wasser. Es wird ausschließlich von örtlichen Wasserversorgern (Wasser von Dritten) verwendet.

GRI SRS-306-2: Abfall

Der Bereich Abfall wurde entsprechend Kriterium 11 als nicht wesentlich identifiziert und wird aus diesem Grund nicht erhoben.

13 Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas-(THG)-Emission entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Wir sind uns der entstehenden Emissionen durch Nutzung von Energie bewusst. Unser Ziel ist die kontinuierliche Reduktion von Treibausgasemissionen, Energie- und Wasserverbräuchen sowie insgesamt ein schonenderer Umgang mit Ressourcen. Eine Konkretisierung der Ziele erfolgte bisher nicht.

Die Verwendung von Dieselkraftstoff und Heizöl sind zusammen mit über 5.420 Tonnen im Berichtsjahr als die zwei größten direkten Emissionsquellen zu benennen. Die Berechnungen der CO 2 -Emissionen erfolgten auf Basis des entsprechenden Merkblatts des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit Stand vom 15. November 2021. Eine Reduktion der klimarelevanten Emissionen findet im Rahmen von Einzelmaßnahmen zur Effizienzsteigerung statt. Analog zum Ressourcenmanagement fehlt es noch an einer umfassenden Strategie und konkreten Zielsetzungen auf Ebene des Gesamtunternehmens und der Untersuchung der weiteren Emissionen (Scope 3). Parallel zur Verbesserung der Erhebung und Bewertung sind bereits weitere Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise weitere Photovoltaikanlagen und LED-Technik, zur Verringerung der Emissionen geplant.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13 (SRS)

GRI SRS-305-1: Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

Die Emissionen werden in Bezug auf die eingekauften Energieträger und Mengen ermittelt. Dadurch ergeben sich direkte Emissionen durch Dieselkraftstoff, Heizöl und Erdgas von 5.750 Tonnen für die Bank im Berichtsjahr.

GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2)

Durch den Strombezug ergeben sich indirekte THG-Emissionen von 1.842 Tonnen für die Bank im Berichtsjahr. Weitere Angaben erfordern zunächst eine Verbesserung der Datenbasis. Einen konkreten Zeitplan haben wir nicht definiert.

GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Für die Berechnung weiterer THG-Emissionen (Scope 3) ist es ebenfalls zunächst erforderlich, die Datenbasis zu verbessern.

GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen

Die Reduzierung der Emissionen wird indirekt durch die Verbesserung der energiebezogenen Leistung angestrebt. Dazu wurden bereits zuvor geschilderte Einzelmaßnahmen ergriffen und daran wird auch zukünftig weiterhin gearbeitet. Eine quantitative Auswertung aller Maßnahmen ist noch nicht erfolgt.

Berichterstattung zur EU-Taxonomie

Leistungsindikatoren (KPI)

Nachfolgend berichten wir über die nach Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung in Verbindung mit den Delegierten Rechtsakten zu veröffentlichenden klimabezogenen Leistungsindikatoren (KPI).

Auswertung nach Umsatzerlösen Taxonomiefähige Risikoaktiva Nicht taxonomiefähige Risikoaktiva Anteil an Risikoaktiva
Art. 10 GAR-Aktiva 11,4 % 88,86% 100,00 %
Kurzfristige Interbankenkredite 0,00 %
Derivate 0,00 %
Risikoaktiva an nicht-CSR-berichtspflichtige Unternehmen 33,28 %
Auswertung nach Investitionen (CapEx) Taxonomiefähige Risikoaktiva Nicht taxonomiefähige Risikoaktiva Anteil an Risikoaktiva
Art. 10 GAR-Aktiva 11,10 % 88,90 % 100,00 %
Kurzfristige Interbankenkredite 0,00 %
Derivate 0,00 %
Risikoaktiva an nicht-CSR-berichtspflichtige Unternehmen 33,47 %

Ansatz/ Prozessbeschreibung

Unsere Bank nutzt das IT-System des organisationseigenen Rechenzentrums, welches seit dem 1. September 2021 unter dem Namen Atruvia AG firmiert. Auch zur Unterstützung der Erstellung unserer quantitativen Indikatoren einschließlich des Umfangs der Vermögenswerte und Indikatoren, die von den KPIs abgedeckt werden, greifen wir u. a. auf Daten im Bankenanwendungsverfahren agree21 und Auswertungen der Atruvia AG zurück.

Wir beschreiben im Folgenden, wie die einzelnen Tabellenzeilen zu interpretieren sind und wie wir die einzelnen Werte ermittelt haben. Hierbei halten wir uns sowohl an die Vorgaben der Delegierte Verordnung (EU) 2021/2178 der EU-Kommission ("Delegierte Verordnung vom 6. Juli 2021 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates durch Festlegung des Inhalts und der Darstellung der Informationen, die von Unternehmen, die unter Artikel 19a oder Artikel 29a der Richtlinie 2013/34/EU fallen, in Bezug auf ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten offenzulegen sind, und durch Festlegung der Methode, anhand deren die Einhaltung dieser Offenlegungspflicht zu gewährleisten ist"), [die am 10. Dezember 2021 im EU-Amtsblatt veröffentlicht wurde und die Berichtspflichten nach Art. 8 der Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852) ergänzt und konkretisiert] als auch an die ergänzend durch die EU-Kommission [am 6. Oktober im EU-Amtsblatt veröffentlichten sowie am 19. Dezember 2022 veröffentlichten] FAQs mit Auslegungen und Klarstellungen.

Abweichend zur Ermittlung der Gesamtsumme im Vorjahr, bei der wir als Basis die "Gesamtaktiva" genommen haben, bildet in diesem Jahr die Basis die "GAR Aktiva". Die Position "GAR Aktiva" setzt sich zusammen aus dem Nettobilanzwert zuzüglich Wertänderungen abzüglich "Risikopositionen gegenüber Staaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten" sowie der Position "Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte". Die Zusammensetzung dieser Position erfolgt bereits mit Blick auf die zukünftigen Berichtsjahre.

Taxonomiefähig sind zum einen Risikopositionen aus dem Mengengeschäft. Dies betrifft Kredite gegenüber privaten Haushalten, welche grundpfandrechtlich durch Wohnimmobilien besichert sind und Kredite, die für die Sanierung eines Gebäudes oder einer Wohnung gemäß des Delegierten Rechtsakts zur EU-Klimataxonomie gewährt wurden. Des Weiteren sind hiervon Kfz-Kredite an Privatkunden umfasst. Diese Kredite haben wir in der Position "davon taxonomiefähig" ausgewiesen.

Taxonomiefähig sind des Weiteren nach Art. 19a oder Art. 29a Bilanzrichtlinie CSR-berichtspflichtige Unternehmen und Finanzunternehmen, bei denen der Finanzierungszweck bekannt ist und dieser als taxonomiefähig eingestuft werden kann. Wir interpretieren diese Vorgabe so, dass die Ermittlung der berichtspflichtigen Unternehmen und Finanzunternehmen nach Art. 19a oder Art. 29a Bilanzrichtlinie zu erfolgen hat. Die Bewertung der Berichtspflicht haben wir manuell durchgeführt und plausibilisiert. Bei Darlehen und Krediten mit unbekannter Verwendung der Erlöse haben wir die KPIs - getrennt nach Umsatz und CapEx - in unseren beiden Tabellen dargestellt. Die so ermittelten Werte sind ebenfalls in die Position "davon taxonomiefähig" eingeflossen.

Wir definieren die "davon nicht taxonomiefähigen" Positionen als Differenz aus den Positionen "GAR Aktiva" und "davon taxonomiefähig".

In der Position "davon Risikopositionen gegenüber Unternehmen, die nicht zur Veröffentlichung nichtfinanzieller Informationen nach Artikel 19a oder Artikel 29a der Richtlinie 2013/34/EU verpflichtet sind", sind Unternehmen zu zeigen, die unterhalb der Kriterien der Berichtspflichten nach Art. 19a oder Art. 29a Bilanzrichtlinie liegen und somit nicht berichtspflichtig sind. Dies können bspw. KMU sein. Diese Risikopositionen werden seitens der Atruvia regelbasiert zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Informationen geprüft und plausibilisiert.

Da kein Handelsbestand vorliegt, haben wir uns dazu entschieden, diesen nicht als Position aufzuführen. Es werden die "täglich kündbaren Interbankenkredite" aufgeführt, sowie "Derivate" und "Risikoaktiva an zentrale Regierungen, Zentralbanken und supranationale Emittenten", die getrennt ausgewiesen werden. Die Position "davon kurzfristige Interbankenkredite" zeigt die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute.

Der Umfang der quantitativen Angaben wird im Rahmen eines von der Europäischen Union vorgegebenen Phase-in-Prozesses über mehrere Jahre, beginnend mit der Berichterstattung per 31. Dezember 2021, sukzessive aufgebaut. Aktuell sind auf dem Markt noch nicht alle Daten verfügbar, sodass auch hier nur ein schrittweiser Aufbau von entsprechenden Daten erfolgen kann. Eine auf granularer Bewertung von Einzelaktivitäten berechnete Green Asset Ratio für Finanzunternehmen ist erstmals per 31. Dezember 2023 gefordert. Zu weiteren methodischen und datenbezogenen Aspekten verweisen wir auf die Ausführungen oben.

Für unsere Bank ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftsstrategie, unseres Produktgestaltungsprozesses und unserer Zusammenarbeit mit Kunden und Gegenparteien. Die durch die Taxonomie-Verordnung festgelegte Nachhaltigkeitsdefinition bietet hierfür den Rahmen. Zur Konkretisierung unserer Nachhaltigkeitspositionierung ist ein Nachhaltigkeitsleitbild im Einklang mit der genossenschaftlichen Finanzgruppe erstellt worden. Damit stellen wir sicher, dass unser Handel auf regionaler Ebene mit den internationalen Zielen und Standards im Bereich der nachhaltigen Entwicklung verknüpft ist.

Kriterien 14 bis 20 zu Gesellschaft

14 Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken gibt.

Als regional verwurzeltes Finanzinstitut haben wir den Anspruch, als Arbeitgeber attraktive und zukunftsfähige Arbeitsplätze anzubieten. Hierbei unterliegen wir den gültigen rechtlichen Standards für die Bundesrepublik Deutschland. Durch die Beschränkung der Unternehmenstätigkeit auf die Bundesrepublik Deutschland erfolgt keine Auseinandersetzung mit internationalen Standards bzw. der Umsetzung deutscher Standards im Ausland. Im Rahmen unserer Tarifbindung unterliegen wir hohen Anforderungen an den Schutz von Arbeitnehmerrechten. Unsere Mitarbeitenden profitieren zudem von den bundesweit gültigen Flächentarifverträgen. So geht beispielsweise der Urlaubsanspruch über die gesetzliche Regelung hinaus und es wird auf eine altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung Wert gelegt. Eine weitere freiwillige Leistung liegt im betrieblichen Eingliederungsmanagement, um Mitarbeitende schrittweise wieder mit den aktuellen Anforderungen vertraut zu machen. Beispiele dazu bietet das folgende Kriterium der Chancengerechtigkeit. In Ermangelung einer eigenständigen Nachhaltigkeitsstrategie fehlt bisher ein Konzept zur Einbindung der Mitarbeitenden in das Nachhaltigkeitsmanagement.

Zur nachhaltigen Wahrung der Arbeitnehmerinteressen werden diese sowohl durch die Betriebsräte und dem Gesamtbetriebsrat, als auch durch eigene Aufsichtsratsmitglieder vertreten.

Wesentliche Risiken sehen wir im Bereich der Arbeitnehmerrechte nicht.

15 Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Die Einhaltung geltenden Rechts ist die Grundlage eines fairen, vielfältigen und diskriminierungsfreien Handelns. Die Tarifvereinbarungen stellen eine angemessene Bezahlung oberhalb der gesetzlichen Vorgaben sicher. Zudem stellen wir sicher, dass jeder Mitarbeitende unabhängig von Nationalität, Kultur, Religion, Gesinnung, Lebensform, Geschlecht, Sexualität, Alter oder Behinderung gleich behandelt wird.

Die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen wird bis in die Vorstandsebene gelebt und durch die Vorstandsvorsitzende sowie die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende unterstrichen.

Zur Förderung der Integration existiert beispielsweise das betriebliche Eingliederungsmanagement. In mehreren Fällen konnte das Ziel, die Arbeitnehmer nach einer Krankheit wieder in das Berufsleben einzugliedern, erreicht werden. In Zusammenarbeit mit den Betriebsräten, dem Integrationsamt und den zuständigen Vorgesetzten, als auch der Personalabteilung, konnten viele positive Alternativen entwickelt werden.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird im Rahmen der betrieblichen Erfordernisse über eine Vielzahl von Teilzeitarbeitsverhältnissen und Vertrauensarbeitszeit gefördert. Zudem wurde im letzten Jahr Mitarbeitenden in nachgelagerten Bereichen, mobiles Arbeiten ermöglicht.

Unsere Mitarbeitenden werden im Wesentlichen nach festen Gehältern bezahlt. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine feste, bereits im Vorfeld vereinbarte, Aufwandsentschädigung für ihr geleistetes Engagement.

16 Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d.h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Im Hinblick auf den demografischen Wandel und eine generell diskriminierungsfreie Personalpolitik ist die altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung ein bedeutender und wahrgenommener Nachhaltigkeitsaspekt für uns. Die Gesunderhaltung unserer Mitarbeitenden ist uns sehr wichtig. Neben den entsprechenden Arbeitssicherheitsunterweisungen und regelmäßigen Untersuchungen beim Betriebsarzt bieten wir auch weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Einführung des Job-Rads für unsere Mitarbeitenden an. Die Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeitsstelle trägt zusätzlich zur Gesunderhaltung und mehr Bewegung auch zu einer Einsparung von Emissionen bei. Außerdem wird durch Maßnahmen wie z. B. der Einführung des Lebensarbeitszeitkontos dem demografischen Wandel auch in dem Sinne begegnet, dass die Aufstellung als attraktiver Arbeitgeber potenzielle neue Mitarbeitende zu einer Bewerbung bewegen soll. Die Schaffung von Stellen wie beispielsweise Trainee oder Junior-Positionen soll jungen Menschen die Möglichkeit bieten, auch in einer ländlichen Region den Start in das Berufsleben (z. B. nach dem Studium) zu finden und wohnortnah arbeiten zu können. Durch explizit und individuell für den Mitarbeitenden erarbeitete Entwicklungspläne, werden zukünftige Perspektiven im Unternehmen aufgezeigt und die Mitarbeiterbindung gesteigert.

Darüber hinaus soll die Weiterbildung der Mitarbeitenden die genannten Aspekte stärken. Sie dient dazu, sicherzustellen, dass die vorhandenen Mitarbeitenden auch zukünftig und unter sich verändernden Anforderungen optimal eingesetzt werden können. Ebenso steigert es unsere Attraktivität als Arbeitgeber, dass unsere Mitarbeitenden weiterhin die Möglichkeit haben an Fachschulungen und Angeboten externer Anbieter teilzunehmen.

Als einer der größten Arbeitgeber in der Region, legen wir Wert darauf, eine Vielzahl von jungen Menschen selbst auszubilden. Dies kann dazu beitragen, geeignete Fachkräfte gezielt für den Bedarf im Unternehmen weiter zu entwickeln.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16 (SRS)

GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Es wird im folgenden Kriterium über die arbeitsbedingten Verletzungen berichtet. Neben der Dokumentation dieser Fälle verwenden wir die Erkenntnisse um uns diesbezüglich zukünftig zu verbessern und den Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz noch besser gerecht zu werden. Dazu gibt es einen Arbeitssicherheitsausschuss in dem Vertreter des Arbeitgebers, der Betriebsrat, Mitarbeitenden, der Betriebsarzt, die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Brandschutzbeauftragte vertreten sind. Dieser Ausschuss tagt mindestens vier Mal pro Jahr. Zur Prävention werden beispielsweise psychische Gefährdungsbeurteilungen unter Mitbeteiligung der Betriebsräte vorgenommen. Über alle geplanten Veränderungen werden die Betriebsräte im Rahmen der Mitbestimmung informiert.

Die Betriebsvereinbarungen zu Alkohol- und Suchtmitteln, Arbeitszeiten, betrieblicher Altersvorsorge, Lebensarbeitszeitkonto und betrieblichem Vorschlagswesen sind für die Nachhaltigkeit unseres Unternehmens von großer Bedeutung.

GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen

Es gab in 2022 keine Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen und ebenso keine arbeitsbedingten Verletzungen mit schweren Folgen.

GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen

Die zur Berichterstattung notwendigen Informationen wurden im Berichtsjahr erhoben.

GRI SRS-404-1: Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen

Dieser Indikator wird von uns nicht weiter erhoben. Sofern wir eine Aus- und Weiterbildung als notwendig erachten, nehmen unsere Mitarbeiter daran teil. Insbesondere stellen wir sicher, dass den regulatorischen Anforderungen durch angemessene Weiterbildungen Rechnung getragen wird.

GRI SRS-405-1: Diversität

Die hier gewünschten Daten wurden bisher überwiegend nicht erhoben. Es wurden im Hinblick darauf im Rahmen des Entgelttransparenzberichts lediglich Informationen zum Geschlechterverhältnis der Mitarbeitenden erhoben und im Jahresabschluss veröffentlicht. Dieser wurde mit dem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 erhoben und wird gemeinsam mit dem Jahresabschluss veröffentlicht.

GRI SRS-406-1 Diskriminierungsvorfälle

Es sind keine Fälle bekannt.

17 Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Die Menschenrechte werden im Rahmen der in Deutschland geltenden Gesetze an allen Geschäftsstandorten eingehalten. Daher und aufgrund der eigenen regionalen Prägung wird dieser Punkt als unwesentlich für uns angesehen. Dementsprechend verfolgen wir diesbezüglich keine weiteren Strategien oder Konzepte.

Als Genossenschaft, die sich der Förderung der Region verschrieben hat, werden Aufträge fast ausschließlich an Kunden und Mitglieder vergeben, zu denen bereits langjährige Geschäftsbeziehungen bestehen. Außerdem bestehen als im Wesentlichen nicht produzierendes Unternehmen nicht die typischen Supply-Chain-Risiken. Die starke regionale Prägung und das Beschränken auf nationale Investitionsvereinbarungen sind auch der Grund, weshalb die folgenden Leistungsindikatoren als unwesentlich für uns eingestuft wurden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17 (SRS)

GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen

Entsprechend der Ausführungen unter 17 nicht relevant.

GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten

Entsprechend der Ausführungen unter 17 nicht relevant.

GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten

Entsprechend der Ausführungen unter 17 nicht relevant.

GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette

Entsprechend der Ausführungen unter 17 nicht relevant.

18 Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Unser Beitrag zum Gemeinwesen ist umfangreich und umfasst viele Aspekte. Der bereits erläuterte Grundsatz der regionalen Prägung und der genossenschaftliche Förderauftrag führen zu einem wichtigen Beitrag für die Region. Darüber hinaus ist die VR Plus ein attraktiver Arbeitgeber in der Region. Damit einher geht auch die Tätigkeit als Ausbilder für verschiedene Berufe und selbstverständlich ist die VR Plus auch ein maßgeblicher Steuerzahler in der Region.

Aber auch darüber hinaus unterstützen wir regionale Projekte durch Spenden und Zuschüsse. Beispielsweise wurde eine eigene Crowdfunding-Plattform ins Leben gerufen um für Projekte zu werben, Spenden dafür zu sammeln und sich selbst auch daran zu beteiligen.

Insgesamt wurden für verschiedenste gemeinnützige Organisationen wie Sportvereine, Heimatvereine, Schützenvereine und auch Schulen Zuschüsse, Zuwendungen und Spenden von rund 80.000,- Euro in 2022 ausbezahlt.

Leistungsindikator zu Kriterium 18 (SRS)

GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert

Erwirtschafteter Jahresüberschuss: 3,74 Mio. EUR

Abschreibungen auf Sachanlagen: 5,78 Mio. EUR

Personalaufwendungen: 30,85 Mio. EUR

Steuern (Ertragsteuern): - 2,25 Mio. EUR

Spenden- und Sponsoring für regionale Einrichtungen: 80 TEUR

19 Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Die Einflussnahme der Genossenschaft erfolgt durch die Mitgliedschaft in den dafür zuständigen Verbänden. Hier sind sowohl der Bundesverband Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) als auch der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) zu nennen. Diese setzen sich für die Interessenvertretung ihrer Genossenschaften auf nationaler und internationaler Ebene ein. So nimmt der BVR die Interessenvertretung der Genossenschaftsbanken gegenüber der Politik und den zuständigen Behörden beispielsweise bei geschäftspolitischen, kreditwirtschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Fragen wahr.

Darüber hinaus besteht die Mitgliedschaft im Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V. im Hinblick auf die Interessenvertretung auf Landesebene. Dazu führt der Verband Gespräche mit Ministern, Abgeordneten sowie Wirtschaftsvertretern und fördert den Austausch seiner Mitglieder mit der Politik.

Wir tätigen grundsätzlich keine Parteispenden und sind auch nicht Mitglied in politischen Parteien.

Neben der Einhaltung aller für die jeweiligen Geschäftsbereiche relevanten Gesetze, bestehen hier keine weiteren berichtsrelevanten Sachverhalte.

Leistungsindikator zu Kriterium 19 (SRS)

GRI SRS-415-1: Parteispenden

Es wurden keine politischen Spenden getätigt.

20 Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Wir erfüllen die gesetzlichen Compliance- und Antikorruptionsrichtlinien. Umgesetzt wird dies durch die Verankerung des Themas in die Unternehmensorganisation, d.h. konkret, dass entsprechende Regelungen im Unternehmenshandbuch festgehalten sind, die beispielsweise jährliche und anlassbezogene Auseinandersetzung definieren und die Kompetenzen auf das Beauftragtenwesen (z. B. Geldwäsche, Compliance, Datenschutz) verteilt werden. Die Beauftragten unterstehen in ihrer Funktion der Geschäftsleitung und verfügen jeweils über einen Stellvertreter, sodass ihre Funktion und somit die Einhaltung der Gesetze jederzeit sichergestellt sind.

Die entsprechenden internen Verhaltensrichtlinien werden den Mitarbeitenden auf verschiedenen Wegen (Rundschreiben, Schulungen, etc.) vermittelt. Diese sind sich dementsprechend ihrer Verantwortung und Handlungsspielräume bewusst.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20 (SRS)

GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten

Keine Prüfung erfolgt.

GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle

Keine bestätigten Fälle.

GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften

Es wurden alle Gesetze eingehalten und somit waren keine signifikanten Bußgelder zu zahlen.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.