Wüsthof
GmbH
Solingen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023
Lagebericht
I. Grundlagen der Unternehmung
II. Wirtschaftsbericht
1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene
Rahmenbedingungen
2. Geschäftsverlauf
3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
4. Finanzielle Leistungsindikatoren
III. Prognosebericht
IV. Chancen- und Risikobericht
V. Corporate Responsibility
1. Grundlagen der Unternehmung
Die Geschäftstätigkeit der WÜSTHOF GmbH
besteht aus der Herstellung und dem Vertrieb von hochwertigen
Schneidwaren. Die eigene Produktion erfolgt
ausschließlich in Solingen, um neben "Made in Germany"
insbesondere auch das Gütesiegel "Made in Solingen" zu
gewährleisten. Einige, das Sortiment ergänzende
Handelswaren werden primär in Deutschland und
Zentraleuropa, teilweise aber auch weltweit bezogen. Der
Vertrieb erfolgt durch eigene Vertreter und Vertretungen,
verbundene Unternehmen in den USA, Kanada und UK sowie lokale
Distributionspartner. Die wichtigsten Märkte sind
Nordamerika, Zentraleuropa und die Asia-Pazifik-Region. Der
Großteil der Außenumsätze der
Unternehmensgruppe wird nicht von der Wüsthof GmbH,
sondern durch verbundene Vertriebsgesellschaften erbracht,
die von der Wüsthof GmbH ihre Produkte beziehen.
Die WÜSTHOF GmbH wurde 2016 gegründet und hat
2018 die aktive Geschäftstätigkeit der seit mehr
als 200 Jahren bestehenden Ed. Wüsthof Dreizackwerk KG
übernommen. Das hierzu notwendige
Produktionsvermögen sowie die Marken und Lizenzrechte
werden von der Ed. Wüsthof Dreizackwerk KG gepachtet.
II. Wirtschaftsbericht
1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Nach einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts
(BIP) im Jahr 2022 von +3,5%, hat sich das globale Wachstum
im Kalenderjahr 2023 voraussichtlich auf 3,3% reduziert.
Insbesondere in dem wichtigen Auslandsmarkt USA lag das
BIP-Wachstum mit vorhergesagten +2,1% unter der EURO
Region mit +0,7% oder der Region Mittlerer Osten/Zentralasien
mit +3,3% (Quelle: IMF.org, 21.12.2023).
Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2023 nach einer
Einschätzung der Deutschen Bundesbank vom 21.12.2023
real um 0,3% geschrumpft, nach einem Anstieg des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8% im Jahr 2022. Der
Rückgang der Wirtschaftsaktivität ist vor allem
zurückzuführen auf die Energiekrise infolge des
Konflikts zwischen der Ukraine und Russland. Aufgrund der
hohen Inflation sinkt der Konsum der privaten Haushalte. Die
Energiekosten und eine schwache Auslandsnachfrage belasten
den Export. Darüber hinaus dämpfen die hohe
Unsicherheit und die gestiegenen Finanzierungskosten die
Investitionen der Unternehmen und im Wohnungsbau.
Der ifo Geschäftsklimaindex (Groß- und
Einzelhandel) hat sich vor, allem ausgelöst, durch die
anhaltende Ukraine-Krise sowie der energiepolitischen
Fehlentwicklung in Deutschland, nach einer zwischenzeitlichen
Erholung von -10,8 im Februar 2023 kontinuierlich
verschlechtert bis zu einem absoluten Tiefstand von -25,1 im
September 2023. Im Vorjahr hatte sich in Folge des
Ukrainekrise der Index von +6,3 im Februar auf -31,9 im
September 2022 deutlich eingetrübt. Dieses sich
nachhaltigverschlechternde Konsumklima hatte auch Einfluss
auf die Geschäftsentwicklung der WÜSTHOF GmbH.
2. Geschäftsverlauf
Der Geschäftsverlauf war geprägt durch die
negativen Auswirkungen der Ukrainekrise, den gestiegenen
Energiekosten, die deutliche Inflation somit
Kaufzurückhaltung bzw. einem gesunkenem Konsumklima.
Zudem führte der deutlich zu hohe Lagerbestand ab Januar
2023 zu Kurzarbeit in der Produktion und Verwaltung, um
Lager- und Produktionskapazitäten zu reduzieren.
Die Verfügbarkeit von Stahl als wichtigster
Rohstoff für die Klingenproduktion hat sich nach einem
volatilen Vorjahr beruhigt. Die Beschaffungspreise von Stahl
führten bedingt durch die deutlich gestiegenen
Energiekosten zu erhöhten Stückkosten, welche
versucht wurden an den Markt weiterzugeben.
Die Abschwächung des Geschäftes der
WÜSTHOF GmbH im Geschäftsjahr 2023 ist ein
Resultat, zu hoher Bestände in den USA, zudem hat die
eingeschlagene Vertriebsstrategie nicht zu den erwarteten
Ergebnissen geführt. Das lntercompany Geschäft mit
den USA ist im Geschäftsjahr um -54 % bzw. 17 Mio. EUR
zurückgegangen. Aufgrund der Erwartungen einer schnellen
Erholung des Konsumklimas in Nordamerika und Europa, hat das
Unternehmen die Vorratshaltung an Fertigerzeugnissen bis zum
Ende des Geschäftsjahres 2022 erhöht, um vor dem
Hintergrund vergangener Störungen in den Lieferketten
zeitnah liefern zu können. Diese Erwartungen wurden
jedoch verfehlt.
Der weitere Ausbau des Geschäftes im Bereich DTC
(Direct to Consumer) hat sich auch in diesem
Geschäftsjahr weiter beschleunigt und führte zu
2-stelligen Wachstumsraten, auch durch die gesteigerte
Präsenz in den Sozialen Medien. Der Relaunch des
deutschen Webshops (https://www.wusthof.com/de-de) im
Frühjahr 2022 hat sich weiter positiv entwickelt, so
dass das Online-Geschäft inzwischen einen 2-stelligen
Prozentanteil hat. Angesichts der Tatsache, dass verbundene
Unternehmen in Nordamerika einen bis zu 3-fachen
Online-Umsatzanteil haben, lässt starkes Umsatzwachstum
in diesem Segment auch für die WÜSTHOF GmbH
erwarten.
Insgesamt sind die Außenumsätze, d.h.
Umsätze, die nicht mit verbundenen Unternehmen erzielt
wurden, im Geschäftsjahr 2023 zur Vorjahresperiode um
37% zurückgegangen Ein Grund hierfür liegt vor
allem in der Konsumschwäche, die auch beim Wettbewerb im
gleichen Produkt- und Preissegment zu ähnlichen
Umsatzrückgängen führte. Zudem musste
WÜSTHOF im Jahr 2022 und 2023 die Preise anheben, so
dass dies zwar zu einem Rückgang der Verkaufsmengen in
den Handel, jedoch auch zu deutlich verbesserten Margen
geführt hat.
Um die Präsenz in Europa nachhaltig zu verbessern,
hat sich WÜSTHOF in den Märkten Belgien, Schweiz
und Österreich dazu entschlossen, eigene
Vertriebsstrukturen zu entwickeln und aufzubauen.
Seit Mitte 2022 werden somit lokale Händler direkt
von Außendienstmitarbeitern von WÜSTHOF in diesen
Ländern und dem Serviceteam in Solingen betreut. Der
sehr positive Geschäftsverlauf in den genannten
Märkten hat die Richtigkeit der Entscheidung zu diesem
Schritt bestätigt und das Unternehmen strebt eine
Ausweitung des Konzeptes auf weitere Märkte an. Im Juli
2022 wurde eine Vertriebsniederlassung über eine
Schwestergesellschaft in Großbritannien gegründet
und in 2023 Frankreich mit einem eigenen Außendienst
betreut.
Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde eine
Restrukturierung mit einem externen Beratungsunternehmen
geplant und umgesetzt, die eine bedeutende Auswirkungen auf
das Unternehmen hatte. Dieser Auftrag umfasste die Bildung
eines Sozialplanes, der darauf abzielte, die sozialen
Auswirkungen der Reduzierung im gewerblichen und
kaufmännischen Bereich zu mildern. Die erwarteten und
geplanten Ergebniseffekte werden im Prognosebericht
detaillierter beschrieben. Mit Umsetzung der
Restrukturierungsmaßnahmen ist das Unternehmen
bestrebt, seine Wettbewerbsposition zu stärken,
langfristiges Wachstum zu initiieren und eine nachhaltige
Entwicklung sicher zu stellen.
III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Vermögenslage Die Bilanzsumme zum 30. September
2023 betrug 35,0 Mio. EUR und setzt sich, bedingt durch
Anmietung der betriebsnotwendigen
Vermögensgegenstände von der Muttergesellschaft,
auf der Aktivseite zusammen aus 0,3% (Vorjahr: 0,3%) mittel-
und langfristig gebundenem Vermögen und 99,7%
Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten
(Vorjahr: 99,7%).
Das Sachanlagevermögen enthält im
Wesentlichen Wirtschaftsgüter zur
Produktpräsentation und geringwertige
Wirtschaftsgüter. Investitionen in Höhe von 41,5
TEUR und Abgänge von 9,7 TEUR, stehen
planmäßigen Abschreibungen von 108,7 TEUR
gegenüber, so dass sich das Sachanlagevermögen von
133,6 TEUR auf 66,4 TEUR verringert hat.
Der Vorratsbestand im Unternehmen hat sich
gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mio. EUR erhöht. Die
Bestände an fertigen Erzeugnissen konnten um 1,3 Mio.
EUR und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe um 0,4 Mio. EUR
reduziert werden bei gleichzeitiger Erhöhung der
unfertigen Erzeugnisse um 0,4 Mio. EUR. Es erfolgte zudem
eine Anzahlung auf einen Rohstoff, um zukünftig
erwartete Preissteigerungen abzufedern.
Der Forderungsbestand gegenüber Dritten hat sich
gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio. EUR verringert und die
Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Vergleich zum
Vorjahr um 1,8 Mio. EUR erhöht. Die Erhöhung der
sonstigen Vermögensgegenstände um 0,6 Mio. EUR
resultiert überwiegend aus
Steuererstattungsansprüchen sowie Forderungen auf Basis
der umgesetzten Kurzarbeit.
Der Bestand an flüssigen Mitteln hat sich zum
Vorjahr um 2,4 Mio. EUR verringert, dieser negative Cash-Flow
ist das Resultat des negativen Jahresüberschusses.
Das Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2023
absolut auf 2,5 Mio. EUR (Vorjahr 6,8 Mio. EUR) reduziert und
die Eigenkapitalquote beträgt nunmehr 7,2 % (Vorjahr
17,4%) der um 4,2 Mio. EUR verringerten Bilanzsumme. Der
Rückgang des Eigenkapitals um 4,3 Mio. EUR resultiert
hauptsächlich aus der Erhöhung der
Kapitalrücklage um 6,0 Mio. EUR auf 13,5 Mio. EUR sowie
der Veränderung des Jahresergebnisses um 13,8 Mio. EUR
auf-10,3 Mio. EUR
Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen
Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus dem
Anstieg personalbezogener Rückstellungen von 0,6 Mio.
EUR. Die im Geschäftsjahr 2019 gebildete
Rückstellung für Prozesskosten wurde
aufgelöst.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
sind um 0,9 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR gesunken.
Finanzlage
Die Gesellschaft weist einen negativen Cashflow aus der
laufenden Geschäftstätigkeit von 2,8 Mio. EUR
(Vorjahr: 5,8 Mio. EUR) aus. Es ergibt sich ein marginal
höherer Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit
im Vergleich zum Vorjahr. Aus der Finanzierungstätigkeit
ergibt sich ein Mittelzufluss von 0,5 Mio. EUR als Saldo aus
der Zuführung zu Kapitalrücklage in Höhe von 6
Mio. EUR und der Tilgung von Gesellschafterdarlehen von 5,5
Mio. EUR. Die Reduzierung des Finanzmittelbestands der
Gesellschaft in Höhe von 2,4 Mio. EUR (Vorjahr: -1,3
Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus der negativen
Entwicklung in der laufenden Geschäftstätigkeit.
Zur Finanzierung des Working Capitals stehen der.
Gesellschaft mittel- bis langfristig Mittel der
Muttergesellschaft in Höhe von 25,2 Mio. EUR zur
Verfügung.
Ertragslage
Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich
Bestandsveränderung) betrug 36,6 Mio. EUR und hat sich
gegenüber dem Vorjahr (64,4 Mio. EUR) somit um -27,8
Mio. EUR reduziert.
Der Materialaufwand betrug im Jahr 2023 9,2 Mio. EUR.
Prozentual zur Gesamtleistung hat sich die
Materialeinsatzquote um 4,7 % verbessert. Das Rohergebnis hat
sich mit besserer Materialeinsatzquote, jedoch bei gesunkener
Gesamtleistung um 17,8 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr
reduziert. Die Rohertragsmarge hat sich von 70,1 % auf 74,8 %
im Verhältnis zur Gesamtleistung leicht verbessert.
Der Personalaufwand hat sich um 5,3 Mio. EUR reduziert.
Ursache hierfür war im Wesentlichen die
Entgeltkürzungen in der Kurzarbeit am Standort mit 4,3
Mio. EUR, Outsourcing der Logistik und Nichtfortführung
befristeter Verträge im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Die Personalkostenquote hat sich durch diese Maßnahmen
nicht reduziert und beträgt 53,5 % (Vorjahr 38,7 %).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe
von 20,0 Mio. EUR haben sich um 0,4 Mio. EUR reduziert. Diese
sind im Wesentlichen auf, eine Veränderung der Miete KG,
reduzierten betrieblichen Kosten im kausalen Zusammenhang mit
der Kurzarbeit, erhöhten Beratungskosten bedingt durch
die Restrukturierung, erhöhten Werbungskosten und
Aufwendungen für die weitergehende Digitalisierung,
zurückzuführen.
Der Jahresfehlbetrag beträgt -10,3 Mio. EUR
(Vorjahr Jahresüberschluss+ 3,6 Mio. EUR).
1. Finanzielle LeistungsindikatorenDie folgenden
finanziellen Leistungsindikatoren werden für die
Steuerung des Unternehmens herangezogen:
- Umsatzerlöse
- Materialeinsatz
- Personalkostenquote
- EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen)
Die EBITDA-Rendite bezogen auf die Gesamtleistung
stellt einen finanziellen Hilfsindikator dar.
Das EBITDA 2023 hat sich von 4,0 Mio. EUR auf-9,6 Mio.
EUR verschlechtert. Ursache hierfür sind der deutliche
Umsatzrückgang. Die im Frühjahr 2023
frühzeitig getroffenen Maßnahmen zur
Restrukturierung der Kosten mit Unterstützung externer
Berater, wie z.B. Kurzarbeit in der Produktion und
Verwaltung, striktes Kostenmanagement, Mitarbeiterreduzierung
werden jedoch erst im folgenden Jahr 2024 positive Effekte
zeigen. Das EBITDA ist zudem reduziert durch die einmaligen
Kosten zur Restrukturierung, wie z.B.
Restrukturierungsberatung, rechtsanwaltliche
Unterstützung bei der Umsetzung der
Personalmaßnahmen, Abfindungsleistungen, freiwillige
Aufstockungen der Gesellschaft im Rahmen der Kurzarbeit.
IV.
Prognosebericht
Die Weltwirtschaft steht weiterhin vor einer Reihe von
Herausforderungen. Die Inflation ist immer noch hoch wie seit
Jahrzehnten nicht mehr, Verschärfung der finanziellen
Rahmenbedingungen in den meisten Volkswirtschaften,
andauernder Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und
der im Oktober aufflammende Konflikt in Israel belasten die
Aussichten weiterhin schwer. Eine Normalisierung der Geld-
und Fiskalpolitik, die während der Pandemie eine
beispiellose Unterstützung bot, kühlt die Nachfrage
ab, obwohl die Politik die Inflation wieder in Richtung des
Zielkorridors zu senken versucht. Während sich ein
zunehmender Anteil von Volkswirtschaften in langsames
Wachstum befindet, hat sich die Situation der deutschen
Wirtschaft nicht sichtbar verbessert. Das künftige
Wohlergehen der Weltwirtschaft hängt entscheidend ab von
der erfolgreichen Kalibrierung der Geldpolitik, dem Verlauf
des Krieges in der Ukraine und einer möglicherweise
eskalierenden Situation im Nahen Osten. Das globale Wachstum
wird sich der Schätzung zufolge von +3,2 % im Jahr 2023
konstant bei prognostizierten +3,2 % im Jahr 2024 halten {IMF
vs. Statista, Stand 06. Februar 2024). Dies ist das
schwächste Wachstumsprofil seit 2001 mit Ausnahme der
globalen Finanzkrise und der akuten Phase der
COVID-19-Pandemie und spiegelt eine Abschwächung in den
größten Volkswirtschaften wider. Die globale
Inflation wird voraussichtlich von 6,9 Prozent im Jahr 2023
auf 5,8 % im Jahr 2024 steigen (Quelle: Statista 06.02.2024).
Der Deutschland-Prognose der Bundesbank zufolge legt
das kalenderbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im
kommenden Jahr um 0,4 Prozent zu, nach einem Rückgang um
-0,3 % in diesem Jahr. In den Jahren 2025 und 2026
wächst die Wirtschaft um 1,2 % beziehungsweise 1,3 %
(Quelle: Deutschland-Prognose der Bundesbank: Sinkende
Inflation. aber noch keine Entwarnung 1 Deutsche Bundesbank).
Aufgrund der Energiekrise und der hohen Inflation wird der
private Konsum weiterhin zurückhaltend erwartet. Auch
wird die Exportnachfrage sowie die Investitionen der
Unternehmen gedämpft bleiben, aber es wird erwartet das
die Auslandsnachfrage anzieht.
WÜSTHOFAngesichts der im Geschäftsverlauf
beschriebenen Entwicklung und des schwachen Konsumklimas ist
die Produktion zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/2024
wieder in weiten Teilen in Kurzarbeit getreten als
Bestandteil der angestoßenen Restrukturierung. Die
vorübergehend geringe Produktionsauslastung sowie
erwartete Kostensteigerungen, z.B. durch das Auslaufen
langfristiger Energiesicherungsverträge bei dem
Großteil unserer Lieferanten sowie deren erhöhte
Personalkosten und Preiserhöhungen aufgrund von
geringeren Bestellvolumina bzw. Losgrößen
beeinflussen die wirtschaftlichen Aussichten für das
Geschäftsjahr 2024 erneut negativ. Darüber hinaus
erhöhen sich im Jahr 2024 die Personalkosten aufgrund
der abgeschlossenen Tarifverträge der IG Metall, an
denen sich WÜSTHOF mit seinem Entlohnungssystem
orientiert.
Nichtsdestotrotz, es wird ein geringes Umsatzwachstum
von 1,1% geplant, wobei der erwartete Jahresfehlbetrag von
-4,0 Mio. EUR sich um -6,3 Mio. EUR verbessern soll. Die im
abgelaufenen Geschäftsjahr eingeführten
Maßnahmen wurden unternommen, um die Kostenstruktur
anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Neben der oben beschriebenen Kurzarbeit haben wir einen
gezielten Personalabbau getätigt. Neben den
Personalkosten wurden auch die nicht-operative Kosten einer
genauen Überprüfung unterzogen. Diese strukturiere
Analyse und folgende Implementierung effizienterer Prozesse
soll zu den benannten, signifikanten Einsparungen
führen, ohne dabei die Qualität unserer Produkte zu
beeinträchtigen.
Sehr vielversprechend entwickelt sich der Umsatz mit
dem neu gegründeten Schwesterunternehmen in UK, hier
wird ein deutlich besserer Umsatz als ursprünglich
geplant erwartet. Mit den getroffenen Maßnahmen
erwarten wir für 2024 eine verbesserte
Profitabilität, die nachhaltig sein sollte.
Investitionen im IT-Bereich werden konstant fortgeführt.
Diese Investitionen dienen der Stärkung der digitalen
Infrastruktur und der Verbesserung der technologischen
Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Durch die
fortgesetzten Investitionen in IT werden
Effizienzsteigerungen, Prozessoptimierungen und Innovationen
ermöglicht, die langfristig zu einer Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit und des Unternehmenserfolgs
beitragen sollen. Auch der von der Muttergesellschaft
gemietete Maschinenpark soll im Jahr 2024 reinvestiert
werden. Insgesamt profitiert die WÜSTHOF GmbH von der
wirtschaftlichen Stärke des gesamten
Unternehmensverbundes. In dem Zusammenhang gilt es die
hervorzuheben, dass das Mutterunternehmen mit seiner
finanziellen Stärke die GmbH finanziell und im Rahmen
eines qualifizierten Rangrücktritts unterstützen
wird, um die Liquiditätssituation des Unternehmens zu
erhalten und die finanzielle Stabilität in der
Unternehmensfortführung gewährleistet. Die
Unternehmensgruppe zeigt ein Eigenkapitalquote von über
70 % aus, was die Aussage zur nachhaltigen Fortführung
des Unternehmens unterstreicht.
IV. Chancen- und Risikobericht
Chancen
Durch die Umsetzung der Unternehmensstrategie geht die
WÜSTHOF GmbH davon aus, weitere Umsatzanteile im In- und
Ausland gewinnen zu können. Insbesondere der weitere
Ausbau des B2C Geschäftes sowie der Aufbau neuer
Märkte in Europa und Asien lässt weiteres
Umsatzwachstum erwarten. Auch aus der Übernahme des
direkten Vertriebs in ausgewählten Märkten, die
vormals durch Distributionspartner bearbeitet wurden,
erwartet die Unternehmensleitung eine bessere
Markttransparenz bei zugleich verbesserten Margen. Weitere
Chancen ergeben sich für die WÜSTHOF GmbH durch die
aktive Suche nach Geschäftspotentialen außerhalb
des aktuellen Kerngeschäftes ebenso wie durch die
Entwicklung innovativer Produkte und durch die stetige
Weiterentwicklung der Produktionsverfahren im Hinblick auf
effiziente Verwendung der eingesetzten Rohstoffe und der
Sicherung von qualitativ hochwertigen Materialien.
Risiken
Wesentliche Ergebnisparameter der WÜSTHOF GmbH,
d.h. vor allem die Rohstoff- und Energieeinkaufspreise,
unterliegen seit längerem stärkeren Schwankungen
als in früheren Perioden, da nicht nur tatsächliche
Verbraucher, sondern auch Spekulanten sowie globale
Einflüsse das Marktgeschehen in Europa beeinflussen.
Zudem besteht das Risiko von Lieferengpässen. Den
Preisrisiken wird mit langfristigen Einkaufsverträgen
begegnet, Lieferengpässen nach Möglichkeit mit
einem Mehrlieferantenkonzept sowie frühzeitige Sicherung
von wichtigen Rohstoffen. Das Maßnahmenpaket reduziert
die Eintrittswahrscheinlichkeit für das beschriebene
Risiko erheblich und reduziert seine finanzielle Auswirkung,
jedoch können die Auswirkungen einer Inflation im hohen
einstelligen Prozentbereich über längere Perioden
nur bedingt abgefedert werden.
Weiterhin sieht die Unternehmensleitung ein Risiko im
Bereich der Abhängigkeit vom US amerikanischen
Markt und dem damit verbundenen Währungsrisiko. Die
Gesellschaft ist in das Währungskurssicherungsmanagement
der Muttergesellschaft eingebunden. Durch die
Muttergesellschaft werden entsprechend der Markt- und
Wechselkurssituation verschiedene Sicherungsgeschäfte
getätigt, um das Risiko möglichst zu reduzieren.
Ein weiteres Risiko besteht im Bereich der Fertigung,
weil bestimmte Maschinen und Anlagen Sonderanfertigungen
sind, die teilweise nur einmal vorhanden sind. Hier wird
einerseits durch Instandhaltung und Wartung vorgebeugt,
andererseits hat die WÜSTHOF GmbH insbesondere
hinsichtlich des Ausfalls von Maschinen und Anlagen
(Betriebsunterbrechung) ein schlüssiges
Versicherungskonzept. Aufgrund der hohen ökonomischen
Volatilität stehen auch langjährige Lieferanten von
Maschinen und Anlagen unter Druck, so dass zunehmend mit
Ausfällen zu rechnen ist. Die WÜSTHOF GmbH begegnet
diesem Risiko durch eine erhöhte Lagerhaltung an
Ersatzteilen und regelmäßigen Gesprächen mit
den Lieferanten.
Wie bei vielen anderen Unternehmen besteht bei der
WÜSTHOF GmbH das Risiko, dass von außen unbemerkt
in das Informationstechnologie-Netzwerk eingedrungen werden
könnte und dann entweder Daten entwendet, Daten,
Geräte oder Systeme manipuliert und im schlimmsten Fall
der Geschäftsbetrieb massiv gestört werden
könnte. Diesem Risiko begegnet WÜSTHOF durch
mehrere, aufeinander abgestimmte Maßnahmen inklusive
steigende Investitionen in Cyber Security (z. B. Firewalls,
Security Event Monitoring), IT-Security-Richtlinien sowie
einem auf die Mitarbeiter ausgerichteten Schulungsprogramm.
Die konjunkturelle Entwicklung in den
Absatzmärkten kann zu Forderungsausfällen
führen. Das Unternehmen verfügt grundsätzlich
über einen solventen Kundenstamm. Soweit bei
finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und
Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende
Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von
Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein
adäquates Debitorenmanagement. Die
Eintrittswahrscheinlichkeit wird daher ebenso wie das
finanzielle Risiko als sehr niedrig eingeschätzt.
Die Risikolage der Gesellschaft hat sich gegenüber
dem Vorjahr aufgrund der volkswirtschaftlichen Unsicherheiten
erhöht. Aufgrund der identifizierten Risiken, deren
Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie die Einschätzung zur
Wirksamkeit bestehender Maßnahmen zur Risikoabwehr bzw.
Schadensminderung ist die Geschäftsleitung dennoch
weiterhin der Ansicht, dass die Risikolage der Gesellschaft
insgesamt beherrschbar ist. Risiken, die den Fortbestand des
Unternehmens konkret gefährden könnten, sind
derzeit nicht ersichtlich. Das Unternehmen hat eine
Vereinbarung mit seiner Muttergesellschaft getroffen, die
einen qualifizierten Rangrücktritt gegenüber dieser
vorsieht. Diese Maßnahme dient dazu, die finanzielle
Solidität des Unternehmens zu stärken und
potenzielle Risiken einer Überschuldung zu mindern.
Durch diese Vereinbarung wird sichergestellt, dass
Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft im
Falle einer Insolvenz des Unternehmens erst nach Bedienung
anderer Gläubiger beglichen werden. Dieser qualifizierte
Rangrücktritt unterstreicht das Bemühen, eine
solide finanzielle Basis zu erhalten und langfristige
finanzielle Stabilität zu gewährleisten.
V. Corporate Responsibility
Die WÜSTHOF GmbH toleriert keine Form von
Korruption oder Bestechung und lässt sich in keiner
Weise darauf ein, durch Zuwendungen gleich welcher Art
Entscheidungsfindungen zu beeinflussen.
Die Grundrechte der Mitarbeiter wie Chancengleichheit,
Gleichbehandlung u. ä. werden beachtet. Auch hält
sich das Unternehmen selbstverständlich an das Verbot
von Kinderarbeit.
Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter stehen
stets im Vordergrund unternehmerischer Entscheidungen.
Solingen, den 20. März
2024
gez.
Harald Wüsthof (Geschäftsführer)
gez.
Viola Wüsthof (Geschäftsführerin)
Bilanz
Aktiva
|
|
30.9.2023
EUR |
30.9.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
89.978,00 |
170.512,98 |
| I.
Sachanlagen |
66.362,00 |
135.113,00 |
| 1.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
66.362,00 |
135.113,00 |
| II.
Finanzanlagen |
23.616,00 |
35.399,98 |
| 1.
Rückdeckungsansprüche aus
Lebensversicherungen |
23.616,00 |
35.399,98 |
| B.
Umlaufvermögen |
34.682.185,42 |
38.718.955,28 |
| I.
Vorräte |
24.355.757,11 |
24.126.863,36 |
| 1.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
2.081.419,66 |
2.471.174,08 |
| 2.
unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen |
9.304.942,99 |
8.917.443,21 |
| 3.
fertige Erzeugnisse und Waren |
11.579.478,78 |
12.893.564,35 |
| 4.
geleistete Anzahlungen |
1.389.915,68 |
13.864,95 |
| 5.
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen |
|
169.183,23 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
8.705.627,76 |
10.593.574,33 |
| 1.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
2.617.386,79 |
3.171.078,51 |
| 2.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
5.532.840,34 |
6.883.187,61 |
| davon
gegen Gesellschafter |
126.818,27 |
|
| 3.
sonstige Vermögensgegenstände |
555.400,63 |
539.308,21 |
| davon
gegen Gesellschafter |
|
445.380,75 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
1.620.800,55 |
3.998.517,59 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
213.552,30 |
306.631,76 |
| Aktiva |
34.985.715,72 |
39.196.100,02 |
Passiva
|
|
30.9.2023
EUR |
30.9.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
2.527.270,49 |
6.806.904,02 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
1.000.000,00 |
1.000.000,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
13.500.000,00 |
7.500.000,00 |
| III.
Verlustvortrag |
1.693.095,98 |
5.255.248,02 |
| IV.
Jahresfehlbetrag |
10.279.633,53 |
-3.562.152,04 |
| B.
Rückstellungen |
6.509.762,39 |
5.973.888,00 |
| 1.
Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen |
610.866,00 |
642.326,00 |
| 2.
Steuerrückstellungen |
132.480,75 |
450.172,00 |
| 3.
sonstige Rückstellungen |
5.766.415,64 |
4.881.390,00 |
| C.
Verbindlichkeiten |
25.948.682,84 |
26.415.308,00 |
| 1.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
442.083,87 |
1.303.886,48 |
| 2.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
25.144.178,59 |
24.627.560,52 |
| davon
gegenüber Gesellschaftern |
25.144.178,59 |
24.627.560,52 |
| 3.
sonstige Verbindlichkeiten |
362.420,38 |
483.861,00 |
| davon
aus Steuern |
139.532,62 |
288.507,63 |
| Passiva |
34.985.715,72 |
39.196.100,02 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.10.2022 - 30.9.2023
EUR |
1.10.2021 - 30.9.2022
EUR |
| 1.
Umsatzerlöse |
37.534.013,59 |
59.877.145,47 |
| 2.
Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen |
689.582,13 |
-4.526.049,72 |
| 3.
sonstige betriebliche Erträge |
3.838.525,88 |
4.193.393,54 |
| davon
Erträge aus der Währungsumrechnung |
1.226.850,02 |
3.219.400,39 |
| 4.
Materialaufwand |
9.464.238,84 |
19.265.286,97 |
| a)
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren |
8.587.367,28 |
15.692.154,97 |
| b)
Aufwendungen für bezogene Leistungen |
876.871,56 |
3.573.132,00 |
| 5.
Personalaufwand |
19.580.178,28 |
24.909.681,07 |
| a)
Löhne und Gehälter |
15.164.950,45 |
20.623.754,22 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
4.415.227,83 |
4.285.926,85 |
| davon
für Altersversorgung |
1.566,65 |
1.354,17 |
| 6.
Abschreibungen |
109.602,90 |
87.919,46 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
109.602,90 |
87.919,46 |
| 7.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
21.385.019,10 |
20.453.766,44 |
| davon
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung |
1.292.219,56 |
16.812,86 |
| 8.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
6,05 |
4,92 |
| 9.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
418.276,61 |
177.481,67 |
| davon
an verbundene Unternehmen |
401.810,61 |
16.149,00 |
| davon
sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus
Abzinsung |
16.466,00 |
159.046,02 |
| 10.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
|
132.480,00 |
| 11.
Ergebnis nach Steuern |
-10.274.352,34 |
3.569.978,04 |
| 12.
sonstige Steuern |
5.281,19 |
7.826,00 |
| 13.
Jahresfehlbetrag |
10.279.633,53 |
-3.562.152,04 |
Anhang
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der
§§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der
ergänzenden Bestimmungen für große
Kapitalgesellschaften und des GmbH Gesetzes aufgestellt.
Die Gesellschaft ist eine große Gesellschaft im
Sinne des § 267 Abs. 3 und 5 HGB.
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das
Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 HGB
gewählt.
Angaben zur
Identifikation der
Gesellschaft
laut
Registergericht
| Firmenname laut
Registergericht: |
Wüsthof GmbH |
| Firmensitz laut
Registergericht: |
Solingen |
| Registereintrag: |
Handelsregister |
| Registergericht: |
Wuppertal |
| Register-Nr.: |
HR B 27714 |
Angaben
zu
Bilanzierungs-
und
Bewertungsmethoden
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden
gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Das
Prinzip der Darstellungsstetigkeit wurde beachtet.
Das
Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um
planmäßige Abschreibungen vermindert.
Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der
Vermögensgegenstände linear vorgenommen.
Die
Finanzanlagen wurden zum Zeitwert bewertet.
Die
Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt. Die geleisteten Anzahlungen
wurden zum Nennwert angesetzt. Es wurde das strenge
Niederstwertprinzip berücksichtigt.
Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände werden
grundsätzlich mit dem Nennwert bzw. mit dem am
Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Den
in den Forderungen enthaltenen Risiken wird durch Bildung
angemessener Einzelwertberichtigung und einer
Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.
Die
flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bewertet.
Im
aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Zahlungen
für Zeiträume nach dem Bilanzstichtag abgegrenzt.
Die
Rückstellungen werden mit dem nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen
Erfüllungsbetrag angesetzt. Dabei wurden alle
erkennbaren Risiken berücksichtigt, zukünftige
Preis- und Kostensteigerungen werden, soweit erforderlich,
bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrages
berücksichtigt.
Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Geschäftsvorfälle in
fremder Währung wurden zum jeweiligen monatlichen
Planwert eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in
Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr
beträgt, wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am
Bilanzstichtag bewertet(§ 256a HGB).
Erläuterung zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der
Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) zu
entnehmen.
Forderungen
gegen verbundene Unternehmen
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen
mit 208 (Vorjahr 334T€) sonstige
Vermögensgegenstände und mit 5.325(Vorjahr 6.995
T€) T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Rückstellungen
Die
Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen werden nach anerkannten
versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung
der "Projected-Unit-Credit-Methode "auf Basis der
"Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck angesetzt.
Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche
Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Als Abzinsungsfaktor
wurde der dazu von der Deutschen Bundesbank auf den
Bilanzstichtag durchschnittliche Marktzinssatz der
vergangenen 10 Jahre von 1,81 % (Vorjahr 1,78 %) angesetzt.
Ein Rententrend und Lohn- und Gehaltssteigerungen waren nicht
zu berücksichtigen. Der Unterschiedsbetrag
gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 30.
September 2023 9 T€.
Die
Rückstellungen
für Altersteilzeit ergibt sich aus der Summe der
Rückstellung für die laufenden Vergütungen in
der Freistellungsphase sowie der Rückstellungen für
Ausgleichszahlungen des Arbeitsgebers. Die Rückstellung
wurde versicherungsmathematisch ermittelt. Als
Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Dr.
Klaus Heubeck, Rechnungszins 0,84 %, verwendet.
Die
Rückstellungen für Jubiläum ergibt sich
aus der Bewertung nach der PUC-Methode. Die Rückstellung
wurde versicherungsmathematisch ermittelt. Als
Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Dr.
Klaus Heubeck, Rechnungszins 1,66 %, verwendet.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im
Wesentlichen:
30.09.2023 30.09.2022
|
in TEUR
|
in TEUR
|
Restrukturierung
|
2.450
|
0
|
Personal (Urlaub,
Freizeit, Boni,Abfindung)
|
1.653
|
1.838
|
noch ausstehende
Rechnungen
|
769
|
553
|
Gewährleistung
|
346
|
507
|
Jubiläum
|
236
|
242
|
Altersteilzeit
|
132
|
253
|
Rechtsstreit
|
0
|
1.250
|
Die Rückstellung im Personalbereich im Kontext mit
einem Rechtstreit mit einem ehemaligen
Geschäftsführer der Gesellschaft, konnte aufgrund
der Beendigung des Verfahrens i.H.v. 1,25 Mio.€
aufgelöst und unter den sonstigen betrieblichen
Erträgen ausgewiesen werden.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen sind 24.144 T€ (VJ 24.628 T€) sonstige
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter enthalten.
Für Darlehen in Höhe von 2.000 T€ hat die
alleinige Gesellschafterin, die Ed. Wüsthof Dreizackwerk
KG, einen Rangrücktritt ausgesprochen.
Angabe zu Restlaufzeitvermerken
|
bis zu einem Jahr
|
von mehr als einem Jahr
|
von mehr als 5 Jahren
|
aus Lieferungen und
Leistungen
|
T€ 442 (VJ
1.304)
|
T€ 0 (VJ
0)
|
T€ 0 (VJ
0)
|
ggü. verbundenen
Unternehmen
|
T€ 0 (VJ 0)
|
T€ 25.144
(VJ 24.628)
|
T€ 0 (VJ
0)
|
aus sonstigen
Verbindlichkeiten
|
T€ 362 (VJ 484)
|
T€ 0 (VJ 0)
|
T€ 0 (VJ 0)
|
Sonstige
finanzielle Verpflichtungen
Die Zahlungsverpflichtungen aus mehrjährigen
Leasingverträgen belaufen sich auf 361 T€.
Ferner ergeben sich aus abgeschlossenen
Mietverträgen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von
24.129 T€ gegenüber verbundenen Unternehmen und 14
T€ gegenüber Dritten.
Erläuterung zur
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse werden gemäß §
285 Nr. 4 HGB wie folgt aufgegliedert:
Geografisch bestimmter Markt
|
Umsatz in TEUR
|
Nordamerika
|
19.164
|
Deutschland
|
7.961
|
Europa (ohne Deutschland)
|
7.004
|
Asien
|
1.929
|
Afrika
|
550
|
Ozeanien
|
475
|
Südamerika / Karibik
|
302
|
Naher Osten
|
134
|
sonstige
|
15
|
Gesamt
|
37.534
|
Sonstige
betriebliche
Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind
folgende wesentliche Posten enthalten:
Raumkosten 7.008 T€ (Vorjahr 8.442 T€),
Reparaturen und Instandhaltung 1.794 T€ (Vorjahr 2.996
T€), Werbekosten 2.945 T€ (Vorjahr 2.469 T€),
IT-Kosten 987 T€ (Vorjahr 763 T€) und
Vertreterprovisionen in Höhe von 425 T€ (Vorjahr
528 T€).
Zudem sind im Geschäftsjahr Kosten für die
Neuausrichtung i.H.v. 2.450 T€ entstanden, die für
das Geschäftsjahr 2023/2024 zurückgestellt wurden.
Sonstige
Angaben
Durchschnittliche Zahl der
während des Geschäftsjahrs beschäftigten
Arbeitnehmer
Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren
während des Geschäftsjahres im Unternehmen
beschäftigt:
Arbeitnehmergruppen
|
|
Zahl
|
Gewerbliche Mitarbeiter
|
|
279
|
Angestellte Mitarbeiter
|
|
87
|
Auszubildene
|
|
12
|
|
Gesamt
|
378
|
Namen der
Geschäftsführer
Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs
wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende
Personen geführt:
Geschäftsführer:
|
Viola Wüsthof,
B.B.A., Geschäftsführerin Marketing Vertrieb
|
|
Harald Wüsthof, Dipl.
Ing., Geschäftsführer Operations
|
|
Jan Patrick Schmitz, MBA,
BA Economics, (bis 13.01.2023)
|
Vorgänge
von besonderer Bedeutung nach Abschluss des
Geschäftsjahres
Hinsichtlich der Auswirkungen infolge des
Ukrainekrieges und der Corona-Virus-Pandemie auf die
Gesellschaft verweisen wir auf unsere Ausführungen im
Lagebericht.
Honorar des Abschlussprüfers
Das vom Abschlussprüfer für das
Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für die
Jahresabschlussprüfung beträgt 40 T€.
Vorschlag bzw.
Beschluss zur Ergebnisverwendung
Die Geschäftsführung schlägt in
Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende
Ergebnisverwendung vor:
Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung
vorgetragen.
Unterschrift der Geschäftsführung
Solingen, 20. März
2024
gez.
Harald Wüsthof
gez.
Viola Wüsthof, Entwicklung des Anlagevermögens
zum 30. September 2023
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
|
|
|
01.10.2022
|
Zugänge
|
Umbuchungen
|
Abgänge
|
30.09.2023
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
€
|
1. Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
404.220,92
|
42.409,04
|
0,00
|
48.139,44
|
398.490,52
|
Sachanlagen
|
404.220,92
|
42.409,04
|
0,00
|
48.139,44
|
398.490,52
|
2. Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
Rückdeckungsversicherungsansprüche
|
35.399,98
|
0,00
|
0,00
|
11.783,98
|
23.616,00
|
aus Lebensversicherungen
|
|
|
|
|
|
Finanzanlagen
|
35.399,98
|
0,00
|
0,00
|
11.783,98
|
23.616,00
|
|
439.620,90
|
42.409,04
|
0,00
|
59.923,42
|
422.106,52
|
|
Abschreibungen
|
|
Buchwerte
|
|
01.10.2022
|
Zugänge
|
Abgänge
|
30.09.2023
|
30.09.2023
|
30.09.2022
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
€
|
€
|
1. Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
|
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
269.107,92
|
109.602,90
|
46.582,30
|
332.128,52
|
66.362,00
|
135.113,00
|
Sachanlagen
|
269.107,92
|
109.602,90
|
46.582,30
|
332.128,52
|
66.362,00
|
135.113,00
|
2. Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
|
Rückdeckungsversicherungsansprüche
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
23.616,00
|
35.399,98
|
aus Lebensversicherungen
|
|
|
|
|
|
|
Finanzanlagen
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
23.616,00
|
35.399,98
|
|
269.107,92
|
109.602,90
|
46.582,30
|
332.128,52
|
89.978,00
|
170.512,98
|
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 08.05.2024 festgestellt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Wüsthof GmbH, Solingen
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Wüsthof GmbH,
Solingen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023
und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September
2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung
der Bilan zierungs- und Bewertungsmethoden -
geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht
der Wüsthof GmbH, Solingen, für das
Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September
2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September
2023 und
· vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser
Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht
den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben
unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts in Übereinstimmung mit§ 317 HGB unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen
deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die
von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht
zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den
Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen
Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des
Jahresabschlusses, der den deutschen, für
Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten
- falschen Darstellungen ist.Bei der Aufstellung des
Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung,
Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig,
anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür
verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft
vermittelt sowie in allen wesentli chen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen
Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und
um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber
zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -
falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt
ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft
vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen
Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen
Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie
einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht
beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit§ 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine
wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus Verstößen oder
Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der
Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -
falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht,
planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion
auf diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen.
Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher
als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen,
beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Sys teme
der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von
den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den
gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte
und damit zusammenhängenden Angaben.· ziehen
wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von
den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben
unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass
die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.· beurteilen wir die
Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Jahresabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass
der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der
Lage der Gesellschaft.· führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prü fungsnachweise vollziehen wir dabei
insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den
gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen
Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundelie
genden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Dortmund, den 20. März
2024
gez.
Dipl.-Kfm. Schulte (Wirtschaftsprüfer)
|