Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG

Friedrichshafen

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm GnR 630031
Vorher
Marktgemeinschaft Bodenseeobst eingetragene Genossenschaft
Eingetragen
31.8.1970
Branche
Anbau von sonstigem Obst und Nüssen a. n. g.Großhandel mit Obst, Gemüse und KartoffelnKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Die Genossenschaft (Gen.) hat zur Aufgabe, Produktion und Absatz des Obstes ihrer Mitglieder (Erzeugnisse im Sinne des Art. 7 der VO 23/62 des Rates der EG), durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Martin Knoblauch
seit 5.6.2025
Vorstandsmitglied
Andreas Ganal
seit 3.3.2025
Vorstandsmitglied
Vorsitzender des Vorstands
Tobias Mader
seit 17.11.2022
Vorstandsmitglied
Ulrich Hellwege
seit 27.10.2016
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG

Friedrichshafen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.09.2023 bis zum 31.08.2024

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24

I. Unternehmensstruktur und Geschäftstätigkeit der MaBo

Die Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG ist eine eingetragene Genossenschaft nach dem deutschen Genossenschaftsgesetz und eine anerkannte Erzeugerorganisation nach europäischen und nationalen Verordnungen im Sektor Obst und Gemüse insbesondere im Rahmen der Gemeinsamen Marktorganisation (nachfolgend kurz: GMO). Die MaBo bündelt die Obstproduktion von Obstproduzenten, die im Sinne des Genossenschaftsrechtes und der GMO Mitglieder der MaBo sind und ist darüber hinaus für ihre Vermarktung verantwortlich. Zur weiteren Bündelung der Obstproduktion aus der Region Bodensee erfasst die MaBo auch Obst von Produzenten aus der Region Bodensee, die nicht Mitglieder der MaBo gemäß des Genossenschaftsrechtes und der GMO sind. Die gebündelte Erfassung und Vermarktung von Obsterzeugnissen der Erzeuger der MaBo gewährleistet eine zweckmäßige Zusammenführung von Angebot und Nachfrage und damit eine bestmögliche Preisbildung für die Erzeuger und die Abnehmer.

Die Marktgemeinschaft ist eine Erzeugerorganisation im Sinne der Verordnung (EG) 1234/2007 in der Fassung der Verordnung (EG) 1308/2013 und als solche anerkannt. Auf Grundlage dieser Verordnung, einschließlich der europäischen und nationalen Durchführungsverordnungen, führt die Erzeugerorganisation im Rahmen der Gemeinsamen Marktorganisation für Obst und Gemüse die Aufgaben der Marktorganisation durch. Gemäß Artikel 125d VO 1234/2007, Art. 155 der VO 1308/2013, Artikel 27 VO 543/2011 sowie Art 13 der Del.VO (EU) 2027/891 in der jeweils gültigen Fassung ist die Erzeugerorganisation berechtigt, die in § 7f. OGErzeugerOrgDV genannten Tätigkeiten auch auszulagern. Zur Nutzung der Vorteile etablierter Vermarktungseinrichtungen mit ihren Kundenbindungen hat die MaBo die Lagerung, Aufbereitung und Vermarktung der Erzeugnisse ihrer Mitglieder grundsätzlich zu Dienstleistungsunternehmen der Obstbranche ausgelagert, behält jedoch die Kontrolle über diese. Diese Dienstleister sind ebenfalls im Großraum Bodensee angesiedelt. Die MaBo ist überzeugt, dass die dezentrale Erfassung, Aufbereitung und Vermarktung flexibel und effizient erfolgt und somit strukturell für die Mitglieder der MaBo von Vorteil ist.

II. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die im nachfolgenden Bericht genannten Daten, sind im Wesentlichen Angaben des Statistischen Bundesamtes, der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank entnommen.

1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftsflaute setzte sich fort

Das Jahr 2024 fiel in Deutschland aus gesamtwirtschaftlicher Sicht abermals schwach aus. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 %. Bereits im Jahr 2023 war die reale Wirtschaftsleistung aufgrund struktureller und konjunktureller Belastungen etwas zurückgegangen (-0,3 %). Erfreulich ist jedoch, dass die Inflation weiter nachließ. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresdurchschnitt 2024 um 2,2 %, nachdem sie sich 2022 und 2023 noch um hohe 6,9 % und 5,9 % verteuert hatten.

Erholungszeichen verfestigten sich nicht

Die zu Jahresbeginn hoffnungsvoll stimmenden Anzeichen für eine spürbare konjunkturelle Erholung verfestigten sich im weiteren Jahresverlauf nicht. Gründe für die bis zum Jahresende andauernde Wirtschaftsflaute waren neben der verhaltenen globalen Industriekonjunktur auch inländische Strukturprobleme, wie die im internationalen Vergleich hohen Strom- und Gaspreise, der anhaltende Fachkräftemangel, die hohe Bürokratiebelastung und die in weiten Teilen vernachlässigte Verkehrsinfrastruktur. Belastend wirkten auch die hohen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten - die mit dem Bruch der Ampel-Regierungskoalition in Deutschland und dem Wahlsieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen zum Jahresende nochmals zunahmen.

Diese dämpfenden Faktoren machten sich insbesondere im verarbeitenden Gewerbe bemerkbar, dessen preisbereinigte Wertschöpfung auf Jahressicht merklich nachließ. Auch im Baugewerbe gab die reale Wertschöpfung deutlich nach, obwohl die EZB im Juni eine Zinswende einleitete, die zu weniger hohen Finanzierungskosten führte. In vielen Dienstleistungsbereichen blieb die Entwicklung ebenfalls hinter den Erwartungen vom Jahresanfang zurück, da sich die privaten Haushalte trotz steigender Realeinkommen mit Konsumausgaben zurückhielten.

Verhaltener Anstieg des Privatkonsums

Nach dem vor allem inflationsbedingten Rückgang im Vorjahr um 0,4 % schwenkten die preisbereinigten privaten Konsumausgaben 2024 wieder auf ihren Wachstumspfad ein. Hierzu trug der nachlassende Preisauftrieb bei, der zusammen mit kräftigen Lohn- und Rentenzuwächsen zu Kaufkraftgewinnen führte. Das Wachstum des Privatverbrauchs fiel aber mit 0,3 % verhalten aus, auch weil das vergleichsweise hohe Zinsniveau die Sparanreize verstärkte. Dämpfend auf die Konsumneigung wirkten zudem die wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten sowie die eingetrübten Konjunktur- und Beschäftigungsaussichten vieler Verbraucher. Kräftiger als die privaten Konsumausgaben legten die realen Konsumausgaben des Staates (+2,6 %) zu, die im Vorjahr (-0,1 %) nahezu stagniert hatten.

Wachstumsimpulse gingen hier unter anderem von den steigenden Sachleistungen im Gesundheits- und Pflegebereich aus. Alles in allem haben die Konsumausgaben die gesamtwirtschaftliche Entwicklung mit einem positiven Wachstumsbeitrag von 0,8 Prozentpunkte merklich stabilisiert.

Eingetrübtes Investitionsumfeld

Das Investitionsklima blieb schwach. Angesichts gedämpfter Absatzperspektiven, niedriger Kapazitätsauslastungen in der Industrie, gestiegener Finanzierungskosten und hoher wirtschaftlicher Unsicherheiten gingen die preisbereinigten Ausrüstungsinvestitionen beschleunigt zurück (-5,5 % nach -0,8 % im Jahr 2023). Der Rückgang wäre noch deutlicher ausgefallen, wenn der Staat seine Ausrüstungsinvestitionen im Rahmen des Sondervermögens Bundeswehr nicht ausgeweitet hätte. Bei den realen Bauinvestitionen setzte sich der Abwärtstrend der Vorjahre fort. Sie gaben um 3,5 % nach und damit ähnlich stark wie im Vorjahr (-3,4 %). Im Wohnungsbau und im Wirtschaftsbau wurde erheblich weniger investiert, während sich der öffentliche Bau vergleichsweise robust zeigte. Insgesamt haben die Bruttoanlageinvestitionen die Veränderungsrate der preisbereinigten Wirtschaftsleistung um hohe 0,6 Prozentpunkte vermindert.

Exporte weiterhin rückläufig

Die preisbereinigten Exporte der deutschen Wirtschaft gingen 2024 erneut moderat zurück (-0,8 % nach -0,3 % im Vorjahr). Dies ist auch auf strukturelle Probleme der hiesigen Exportwirtschaft zurückzuführen. So haben die Investitionsgüterproduzenten innerhalb der deutschen Industrie eine hohe Bedeutung und die weltweite Nachfrage nach diesen Produkten war relativ schwach. Zudem dämpfte die Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums die deutschen Exporteure aufgrund der hohen außenwirtschaftlichen Verflechtung mit diesem Land stärker. Darüber hinaus verschlechterten auch die zunehmende Konkurrenz durch Industriegüter aus China und die überdurchschnittlichen Strom- und Gaspreise die Wettbewerbsposition der inländischen Unternehmen auf den Auslandsmärkten. Da zudem die Importe nach Deutschland etwas stiegen (+0,2 % nach -0,6 % 2023), verminderte der Außenhandel als Ganzes das reale Bruttoinlandsprodukt um merkliche 0,4 Prozentpunkte.

Höheres Budgetdefizit der öffentlichen Hand

Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit erhöhte sich gegenüber 2023 um 5,5 auf 113 Mrd. Euro. Zwar stiegen die Staatseinnahmen stärker als im Vorjahr, befördert unter anderem durch das Auslaufen von Mehrwertsteuervergünstigungen für Gas und Gaststättendienstleistungen sowie die weitere Anhebung des nationalen CO2 -Preises. Die Staatsausgaben legten jedoch ähnlich stark zu, trotz der abmildernden Wirkung des Auslaufens der staatlichen Preisbremsen für Strom und Gas. Bezogen auf das moderat gestiegene Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen ergab sich wie im Vorjahr eine Defizitquote von 2,6 %. Auch dürfte die staatliche Schuldenquote auf dem 2023 erreichten Niveau (rund 63 %) geblieben sein. Die Veröffentlichung erster amtlicher Angaben zur Schuldenquote im Jahr 2024 ist für Ende April 2025 vorgesehen.

Mehr Arbeitslose und mehr Erwerbstätige

Auf dem Arbeitsmarkt hinterließ die hartnäckige Wirtschaftsschwäche deutliche Spuren. Erneut stieg die Arbeitslosenzahl leicht an. Sie kletterte im Jahresdurchschnitt 2024 um 178.000 auf knapp 2,8 Mio. Menschen und damit auf den höchsten Stand seit 2015. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 5,7 % im Vorjahr auf 6,0 %. Allerdings legte auch die Erwerbstätigkeit weiter zu, trotz des konjunkturellen Gegenwinds und der voranschreitenden Überalterung der Bevölkerung. Die Erwerbstätigenzahl stieg um 72.000 auf einen neuen Rekordstand von knapp 46,1 Mio. Menschen. Ausschlaggebend für den Anstieg war vor allem der abermalige Beschäftigungsaufbau im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit. In den Bereichen Verarbeitendes Gewerbe, Unternehmensdienstleister und Baugewerbe sank die Erwerbstätigenzahl hingegen.

Inflationsrate deutlich zurückgegangen

Die allgemeine Teuerung ließ 2024 erneut nach. Im Januar lag die Inflationsrate, gemessen an der jährlichen Veränderung des Verbraucherpreisindex, noch bei 2,9 %. Im weiteren Jahresverlauf sank die Inflationsrate dann unter Schwankungen auf bis zu 1,6 % im September, bevor sie zum Jahresende wieder anzog. Im Jahresdurchschnitt stiegen die Verbraucherpreise um 2,2 % und damit deutlich schwächer als 2023 (+5,9 %) und 2022 (+6,9 %). Der Rückgang der Inflationsrate war breit angelegt. Die Dienstleistungspreise verteuerten sich mit einer Jahresrate von 3,8 % zwar überdurchschnittlich, aber weniger kräftig als im Vorjahr (+4,4 %). Bei Nahrungsmitteln ließ die Teuerung noch stärker nach (+1,4 % nach +12,4 %), wobei im Berichtsjahr spürbare Preisanhebungen beispielsweise bei Speisefetten und Speiseölen rückläufigen Preisen in anderen Bereichen wie bei Molkereiprodukten und bei Gemüse gegenüberstanden. Energieprodukte verbilligten sich um 3,2 %, nachdem sie sich 2023 noch um 5,3 % verteuert hatten.

Notenbanken haben Zinssenkungszyklus begonnen

Im Jahr 2024 wurden in den meisten großen Volkswirtschaften die Leitzinsen gesenkt, nachdem sie im Jahr 2023 ihren Höhepunkt erreicht hatten. Während insbesondere die erste Hälfte des Jahres 2024 noch von einem Narrativ des „länger höher“ bei den Leitzinsen geprägt war, läutete die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Ratssitzung im Juni die Phase der Zinssenkungen ein. Die Bank von England und die US-amerikanische Fed folgten kurz darauf. Begründet wurden die Zinssenkungen mit dem Rückgang der Inflationsraten, der Aussicht auf ein mittelfristiges Erreichen des Inflationsziels und der Befürchtung, dass eine zu restriktive Geldpolitik die wirtschaftliche Entwicklung zu stark bremsen und mittelfristig sogar zu einem Unterschreiten des Inflationsziels führen könnte.

Schwierige „letzte Meile“ bei der Inflationsbekämpfung

Dennoch begleitete die vom EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel Ende 2023 in die Diskussion gebrachte "letzte Meile" der Inflationsbekämpfung die Notenbanken durch das Jahr. Insbesondere die für die Geldpolitik relevante Kerninflation, also die um die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Teuerung, erwies sich als hartnäckig. In den USA ging die Verbraucherpreisinflation zum Jahresende leicht auf 2,9 % zurück, nachdem sie im Januar noch bei 3,1 % gelegen hatte. In der Eurozone lag die Inflationsrate im Dezember bei 2,4 % nach 2,8 % im Januar. Die Kerninflation sank in den USA von 3,9 % auf 3,2 % und im Euroraum von 3,3 % auf 2,7 %. Sie blieb damit in beiden Währungsräumen oberhalb der Gesamtteuerung und deutlich über dem geldpolitischen Zielwert von 2 %. Insbesondere die Teuerung im Dienstleistungssektor war nach wie vor deutlich erhöht und lag über den langjährigen Mittelwerten. Sie lag im Euroraum zum Jahresende bei 4,0 % und damit unverändert gegenüber dem Januarwert. Auf beiden Seiten des Atlantiks standen die hohen Lohnzuwächse im Mittelpunkt der Diskussionen über die Inflationsaussichten. Auf der einen Seite wurde das Aufholen der inflationsbedingten Reallohnverluste als wichtiger Faktor zur Stabilisierung der Konjunktur durch einen verstärkten Konsum gesehen. Auf der anderen Seite wurde die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale gesehen, die für weiteren Preisdruck sorgen könnte.

2. Branchenentwicklung in Deutschland und Europa

Die nachfolgenden Daten sind den Veröffentlichungen der AMI entnommen.

a) Branchenentwicklung insgesamt

Die Situation in der Obstbranche hat sich seit Herbst 2014 vor dem Hintergrund des anhaltenden Russlandembargos durch die Rekordernte in Polen in 2018 und aufgrund einer zweithöchsten polnischen Ernte in 2021 und der allerhöchsten polnischen Ernte 2022 - weiter verschlechtert. In 2023 war Polen dann nach zwei größeren Ernten wieder knapp unter 4 Mio. t. Das hat sich erwartungsgemäß auch direkt auf das Preisniveau der Verarbeitungsprodukte (Mus-, Schäl-, Mostäpfel) ausgewirkt. Die Instabilität der nordafrikanischen Länder und der zunehmende Flächenbrand in Vorderasiens machen sich beim Export nach wie vor bemerkbar. Für deutsche Exporte weniger bedeutend als für die stark auf Kernobstexport angewiesene Länder Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, NL und Belgien.

Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass 2018 5,37 Mio. t Frischobst nach Deutschland importiert wurde. In 2020 waren es 5,63 Mio. t und 2022 dann nur 5,21 Mio. t (Quelle: AMI 30.11.2023). Das komplette Sommerobstsortiment wie auch das Zitrusangebot Spaniens oder europäische Kiwis fielen 2023/24 unterdurchschnittlich aus. Zitrus und vor allem Zitruskonzentrat stieg im Mai 2024 in nie da gewesene Höhen (>8.000 EUR/t). Dies ließ die Verwertungspreise für nicht tafelfähige Qualitäten in ganz Europa schon zu Beginn des Kalenderjahres 2024 anziehen. Der Welthandel stand in 2023/24 noch immer unter dem Einfluss der Kostensteigerung bei sehr vielen Faktorkosten.

Für die Überseeländer und deren Produzenten von Ananas, Mangos, Papayas war Europa in 2023/24 streckenweise durch den abgeschwächten Euro unattraktiv geworden. In Zeiten der Inflation flachte gleichzeitig das Interesse an hochpreisigen Exoten beim europäischen und auch deutschen Verbraucher ab. Andererseits haben sich aber auch die Exporte zur Angebotsentlastung aus der EU in den Mittelmeerraum, Nordafrika, Vorderasien und Ostasien weiter leicht reduziert, was den eben genannten Effekt in der Obstverfügbarkeit konterkariert. Der Krieg in Vorderasien weitete sich aus - wurde flächiger und tangierte Schiffspassagen. Der Ukrainekrieg mit den einhergehenden Warenstromverschiebungen blieb permanent unberechenbarer als zwei Jahre zuvor.

Im Herbstverkauf in 2023 ergab sich in Deutschland kein Überhang aus der Ernte des Vorjahres. Die Bestände konnten fast in ganz Europa bis zur neuen Ernte geräumt werden. Im Wesentlichen nur Golden in Italien, Frankreich und Polen waren noch vorhanden. Dies bedingte einen höheren Saisonpreiseinstieg 2023/24 als im Vorjahr.

Die Streuobsternte wurde in 2023 mit nur 300.000 t in Deutschland geschätzt (Vj. 500.000 t); (Quelle: VdF 2023). Durch die niedrigere Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr waren die Aussichten auf einen richtig guten Mostobstpreis von vorne herein belastbar unterstützt. Er wurde von den Keltereien nur nicht von Beginn der Saison bezahlt.

Am Bodensee belief sich die Ernte in 2023 auf rev. 218.000 t hängende Ware. In ganz Deutschland war die Schätzung für 2023 bei 941.000 Mio. t (Quelle: AMI).

Die Verwertungspreise 2023 lagen bei 14 Cent steigerten sich im Laufe der Ernte auf 17 Cent gegen Ende der Ernte dann 20 Cent/Kilo. Auf dem Niveau von 21 Cent verharrte der Preis dann ab Januar 2024 über die ganze Kampagne bis zur neuen Ernte hin.

Der Marktverlauf war mit der Ernte und der Vermarktung der ersten Lagersorten deutlich zufriedenstellender als im Herbst zuvor. Die Preisführung am Markt war nicht von Restmengen aus der Vorjahresernte beeinflusst. Der Markteinstieg gelang auf einem besseren Niveau. Die Unmöglichkeit in der Saison zuvor, dass das Produkt Kernobst ein Inflationsanteil am Warenkorb haben dürfte, war gebrochen. Der Konsum ging nicht wesentlich zurück. Die Konsumenten reagierten preisunelastisch. Dies lag u.a. auch daran, dass inzwischen in fast allen Branchen ordentliche Lohnanpassungen vorgenommen wurden. Im Durchschnitt fehlte es in der Bevölkerung also nicht mehr an Kaufkraft.

Anhand der Bestandszahlen im Dezember 2023 konnte man bereits erkennen, dass in der EU 27 -5 % zum Vorjahres-Dezember an Äpfel zur Verfügung standen, Deutschland jedoch ein Minus von 20 % verzeichnete. Somit einen der niedrigsten Dezember-Bestände im Vergleich zu den Jahren zuvor aufwies. So lagen die Bestände zum 1. Dezember 2023 in der EU-27 bei 4,22 Mio. t (-5 %) in Deutschland bei 314.000 t (-20 %). Der Bodensee hatte jedoch mit 93.900 t -17 % zum Vorjahr.

Im März 2024 lagen die Bestände in der EU-27 dann mit 2,49 Mio. t bei exakt +-0 % zum Vorjahr. In Deutschland war man mit 168.000 t bereits bei -25 % zum Vorjahr. Am Bodensee mit zu dem Zeitpunkt 55.640 t und damit -24 % zum März des Vorjahres.

Alternatives Sommerobst war witterungsbedingt in ordentlichen Mengen verfügbar jedoch oft in ungenügender Qualität. So ergab sich auch bedingt durch relative Knappheit, dass Äpfel den ganzen Sommer hindurch gut zu vermarkten waren. Eigentlich waren es nur Golden Delicious, die im EU-Umfeld ein verlängertes Vermarktungsfenster bis zur neuen Golden-Ernte hin benötigten.

So lagen in der EU-27 zum 1. Juli die Bestände bei 423.000 t (+37 %). Große Anteile (absolut und relativ) an dem Bestandsplus hatten in der EU-27 Frankreich mit +80 % Bestand Italien mit +75 %, Spanien mit +74 %. Das hing mit dem erschwerten Export zusammen durch den sich ausweitenden Krieg im Nahen Osten. Allein Golden Delicious stand Ende Juli noch mit einem noch nie da gewesenen Bestand von 254.500 t und damit einem Plus von 116 % in der Lagerliste der o.g. Länder plus Polen. In Deutschland bei 24.400 t (-8 %) und am Bodensee mit 8.722 t -2 % zum Vorjahr.

Der Abverkauf der Restmengen aus der Ernte 2023 lief am Bodensee mit nur noch ca. 1.600 t im August mit ruhigem Übergang ab und beeinträchtigte nicht den Herbsteinstieg der neuen geernteten Sorten. In den anderen Gebieten Europas war die alte Saison nur für Golden Delicious nicht frühzeitig beendet.

b) Marktbetrachtung

Zur Prognosfruit 2023 war in Europa schon erkennbar, dass die Ernte mit 11,5 Mio. t nicht weit unter dem Vorjahr (rev. 11,9 Mio. t) sein würde.

Die Lagerbestandserhebungen (AMI) bei den deutschen EOs zum 1. Dez. 2023 lagen Deutschland bei 313.770 t (-20 %). In Nord-Deutschland bei 156.940 (-22 %). Der Süden Deutschlands hatte einen Lagerbestand von 100.620 t (-15 %) zum Vorjahr. Der Bodensee wies einen Bestand von 93.900 t (-17 %) auf. Die MaBo selbst lag bei 63.050 t (-14 %). In der gesamten EU-27 lag der Bestand bei 4,22 Mio. t (-5 %).

Die Preise waren von Herbst an recht ordentlich. Aus den Markteinstiegspreisen für Elstar und Gala, die nicht belastet waren von Restmengen an Red Jonaprince, Jonagold sowie -gored und Idared aus dem Vorjahr, ergaben sich auch für die nachfolgenden Sorten ein höherer Preiseinstieg.

Die niedrigere Erntemenge in Europa ließ letztlich eine bessere Preisführung als im Vorjahresherbst zu. Die Nachfrage der Konsumenten bei Äpfeln war besser, die Äpfel durften auch mit der Inflation im Warenkorb mehr kosten.

Die Preise auch auf Erzeugerebene konnten im Laufe der Saison noch etwas gesteigert werden. Somit konnte ein Teil der gestiegenen Lagerkosten wettgemacht werden. Der Konsum war dennoch in der Breite über alle Verkaufsformen vorhanden. Nicht nur bei Werbeaktionen. Das war in früheren Jahren oft ein festzustellendes Phänomen, dass nur durch Werbeaktionen stärkerer Konsumerfolg erzielt werden konnte. Man musste sich den Konsum förmlich erkaufen. Den durchgängig guten Konsum belegen die Bestände zum 1. März 2024.

Die Bestände der EU-27 waren im März bei 2,49 Mio. t (+-0 %). Deutschland bei 168.090 t (-25 %), Deutschland Nord war bei 86.660 (-23 %), Deutschland Süd war bei 57.650 t (-24 %). Die MaBo hatte im März noch 36.845 t Äpfel (-21 %).

c) Zusammenfassung

Es gab kaum Überlappung von alternativer Ware bis in den September 2023, welche die Preise der neuen Ernte hätten schwächen können. Der Saisonstart gelang deutlich besser als im Herbst des Vorjahres. Der Absatz an Herbstware, der sonst nur über Werbeaktionen lief, verlief ab Herbst 2023 ohne große preisliche Aderlasse. Der Herbstmarktdruck war wenig zu spüren. Das hat die Basispreise von Anfang an deutlich gut aussehen lassen. Anders als im Vorjahr waren wenig Werbungen mit `Wetteräpfel ́, `Die etwas Anderen ́, `Krumme Dinger ́ etc. notwendig, um Mengen zu bewegen.

In Polen standen nur knapp unter 4 Mio. t Äpfel zur Ernte an. Dass durch einen besseren Mostobstpreis und immer noch bestehender Mangel an Erntehelfern die Bestände im Dez. 2023 in Polen ein denkbar niedriges Niveau mit nur 1,225 Mio. t (-14 %; Vj. 1,42 Mio. t, -16 %) hatten wird insbesondere im Vergleich mit dem Vorvorjahr deutlich. Das half ganz Europa, insbesondere den etwas mehr unter Druck geratenen exportorientierten Ländern.

Diese im größten Produktionsgebiet Polen deutlicher erkennbare Marktentlastung zeigte sich zwar schwächer, aber in niedrigeren entlastenden Minuspositionen auch über alle Länder in den EU-Beständen mit nur 4,22 Mio. t (-5 %; Vj. 4,43 t; -8 %).

Die Sortenabrechnungen bei den Produzenten hier am Bodensee zeigten, dass bei den kürzer und bei den länger laufenden Sorten, nicht nur bei den Clubsorten, ein wirklich erträgliches Erlösniveau erzielt werden konnte.

2.) Marktprognose für die Ernte 2024/25

Der zerstörerische Witterungsverlauf mit Frühjahrsfrösten kühl und regnerisch im Frühjahr/Sommer 2024 - vor allem in Nordosteuropa - ergab für die Ernte im Herbst eine geschätzte EU-Menge von nur 10,2 Mio. t (-11 %) (Quelle: WAPA, AMI 2024).

In den einzelnen Ländern sehr uneinheitlich. Das Minus von Deutschland und Rumänien von 15 % sind dabei die kleinsten Minuspositionen. Tschechien -76 %, Österreich nennt -49 %, Ungarn -40 %, Polen -20 %, aber auch als nordwesteuropäisches Land Belgien -34 %. Bei schwachen Vorjahren liegen die Pluspositionen mit +56 % in Griechenland, mit +40 % in Dänemark, Slowakei mit 32 %, Slowenien +26 %, Spanien bei +9 %, Schweden und Italien liegen bei +-0 % zum Vorjahr und gehören in der kommenden Kampagne sicher zu den Gewinnern. Der hohe Mostobstpreis zwischen 25 und 27 Cent/kg frei Kelterei in ganz Europa führte dazu, dass die schwächeren Partien in von der Witterung schwerer betroffenen, mengenschwachen Ländern tatsächlich in die Verarbeitung abgegeben wurden. Sodass der Bestand zum 1. Nov. in der EU (mit geschätzten 1,2 Mio. t in Polen) mit -12 % sehr exakt die EU-Schätzung widerspiegelt.

Für die Einlagerung nur bester Qualitäten sorgte, dass - anders als im vorigen Herbst - von Beginn an 23 Cent, schnell 25 Cent, dann in der Hälfte der Ernte am Bodensee gar 27 Cent/kg ab Rampe der Vermarkter für Mostobst bezahlt wurde. Für Bio-Mostäpfel um 38 Cent/kg. Auch die Schäl- und Muswarenpreise waren hoch wie schon lange nicht mehr, wodurch eher nur gute Qualitäten an Tafelware und insgesamt ca. 15 % mehr zur Einlagerung kamen. Das wird in der kommenden Saison doppelten Umsatzeffekt haben.

Apfelsaftkonzentrat erlebte noch stärker als im Vorjahr eine nie dagewesen starke Nachfrage. Zitruskonzentrat erreichte die selten da gewesene Marke von 8.000 EUR/t. Das ist der doppelte Betrag im Vergleich zum Vorjahr. Die unterdurchschnittliche Schätzung der Streuobsternte in Deutschland von 500.000 t unterstützte die knappe Situation in der Verarbeitung natürlich.

Deutschland erwartete aufgrund des sehr unterschiedlichen Zerstörungsgrades der Witterung für 2024 eine Apfelernte von nur 793.000 (-16 %) (Quelle: AMI). In den Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich: An der Niederelbe schätzte man 229.000 t (-22 %), im Rheinland 53.000 t (-25 %), in Ost-Deutschland 8.000 t (-89 %) und am Bodensee ging man von einer Schätzung von 247.000 t (+13 %) hängender Ernte aus. Ohne größere Witterungsschäden gibt es hier mehr Äpfel als an der Niederelbe.

Für die Bio-Apfelernte 2024 in West-Europa (Quelle: EBF) wurde eine Menge von 181.730 t (-16 %) geschätzt. In Deutschland sollte die Ernte um 54.700 t (-18 %) betragen. Der Süden Deutschlands war geschätzt auf 22.380 t (+15 %).

Es steht bei Bio wiederholt eine nicht leichte Kampagne bevor, da die preisreagible Konsumschwäche in den letzten beiden Saisons bei Bio deutlich stärker ausgeprägt war als bei der konventionellen Nachfrage. Ein Inflations- und Kostenaufschlag ist bei Bio-Äpfeln schwerer durchzusetzen. Jedoch durch die etwas überschaubarere Gesamtmenge in Europa, aber auch im Norden Deutschlands, sollte die Mehrmenge am Bodensee gut zu vermarkten sein.

III. Geschäftsverlauf der Genossenschaft

a) Ertragslage

Die strategische Steuerung des Unternehmens erfolgt über die wertorientierte Unternehmensführung unter Beachtung des Risikomanagements. Die kurzfristige operative Steuerung erfolgt über finanzielle Leistungsindikatoren, welche die Umsatzerlöse sowie die Entwicklung der operativen Marge beinhalten.

Der Umsatz in 2023/24 ist durch eine im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Menge von 13.586 t beim Tafelkernobst deutlich um -13 % gekennzeichnet. Im Umsatz aber durch ein Plus von sehr guten +23,5 % bzw. 11,05 Mio. EUR.

Die Ertragslage ist durch den gestiegenen Umsatz beim Obst zufriedenstellend.

Umsatzerlöse

Die Ertragslage ist im Wesentlichen durch den Obstumsatz1 von 98,0 Mio. EUR (Vj. 82,5 Mio. EUR) geprägt.

Das gesamte Obst lag im Wj. 2023/24 mit 114.821 t (Vj. 130.602 t) um 12 % unter der Menge des Vorjahres. Damit wurde ein Erzeugerumsatz von 67,27 Mio. EUR erzielt (+25,7 %).

Elstar als wichtige Sorte war mit nur 14.855 t und einem Umsatz von 9,48 Mio. EUR vermarktet worden. Die Menge sank hier um gar 28,5 %, der Preis stieg jedoch um 46,7 %. Dadurch stieg der Umsatz für Elstar um knapp 5 %.

Gala Royal hatte eine Tonnage von 15.025 t, also marginale Mindermenge zum Vorjahr. Der Umsatz lag bei 9,246 Mio. EUR. Dies ergab durch die Preissteigerung von 34 % eine Umsatzsteigerung von doch 32,5 %.

Braeburn lag mit 11.052 t nur marginal über dem Vorjahr. Durch einen Preisanstieg zum schlechten Vorjahr von 69 % ergab sich ein Umsatz von 6,74 Mio. EUR und damit ein Anstieg von sehr guten 72 %.

Beim Umsatzträger Jona-Gruppe lag Jonagold bei 6.601 t (-36,7 %), Jonagored bei 3.468 t (-40 %), Red Jonaprince bei 5.261 t (-27 %). Zusammen also 15.330 t (-34,6 %) mit einem Umsatz von 8,51 Mio. EUR (-5,5 %).

Bei den Clubsorten KIKU/Fuji 5.143 t, Cameo 3.590 t, Kanzi 1.950 t, Evelina 4.562 t, Opal 61 t, SweeTango 544 t, Fräulein 759 t, Rockit 332 t, Swing 625 t, Magic Star 1.724 t, mit Xenia 3.176 t wurden zusammen 22.466 t (Vj. 23.444 t) mit 16,42 Mio. EUR (Vj. 11,77 Mio. EUR) umgesetzt.

Die Clubsorten haben mengenmäßig einen Anteil am Tafelkernobst von 24,6 % (Vj. 20,0 %). Die Clubsorten haben am Umsatz Tafelkernobst einen Anteil von 28,2 % (Vj. 19,2 %).

Bei Zwetschgen wurden in 2023/24 3.019 t (+60 %) abgerechnet. Der Durchschnittspreis lag mit knapp 0,71 EUR pro Kilo um knapp 14 % niedriger als im Vorjahr. Der Umsatz lag bei 2,153 Mio. EUR (+38 %).

Bei Süßkirschen wurden in 2023 248 t angeliefert. 2024 allerdings mit 525 t mehr als das Doppelte. Der Umsatz lag bei 2,034 Mio. EUR (+62 %), da der Durchschnitt bei 3,87 EUR/kg lag (Vj. 5,05 EUR/kg).

Die abgerechnete Erdbeermenge lag 2023 nur noch bei 229 t. In 2024 bei 265 t mit einem Umsatz von 0,74 Mio. EUR (+23 %), da der Durchschnitt bei 2,79 EUR/kg lag.

Bei Strauchbeeren (rote Johannis-, Brom-, Stachel- und Himbeeren) wurden in 2023 nur 138 t angeliefert. In 2024 waren es 169 t. Der Umsatz lag bei 0,858 Mio. EUR (+29,7 %).

Im Bio-Segment wurden 2.493 t (Vj. 4.002 t) mit einem Umsatz von 2,42 Mio. EUR (Vj. 2,696 Mio. EUR) umgesetzt.

Im Bereich Bedarfsartikel ist der Umsatz mit 3,74 Mio. EUR (Vj. 2,89 Mio. EUR) um knapp 30 % gestiegen im Vergleich zum Vorjahr.

1 Nachrichtlich weisen wir darauf hin, dass der Obstumsatz den gesamten Umsatz auf Erzeugerpreis, Verpackungskosten und sonstigen Gebühren (u.a. Sortier- und Lagergebühren) umfasst.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen die Zuschüsse für Maßnahmen der Erzeugerorganisation im Rahmen der GMO.

Materialaufwand

Die Materialaufwendungen ohne Rückvergütungen wie im Vorjahr betragen 97,7 % der Umsatzerlöse.

Personalaufwand

Die Personalintensität2 beläuft sich auf 1,3 % (Vj. 1,5 %). Der relative Rückgang ist vorwiegend durch die höhere Gesamtleistung verursacht.

2 Personalaufwand/Gesamtleistung

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die wesentlichen Bestandteile des sonstigen betrieblichen Aufwandes sind Aufwendungen für Werbung, Rechts- und Beratungskosten, Kosten der Betriebsführung, Verwaltung und Energiekosten.

b) Vermögenslage und Kapitalstruktur

2023/2024 2022/2023 2021/2022 2020/2021
Sachanlagenintensität 6,0% 5,6% 4,9% 3,6%
Eigenkapitalquote 26,4% 24,3% 24,8% 18,6%

Die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft ist insgesamt als sehr solide und geordnet zu bezeichnen.

Der Anstieg der Eigenkapitalquote im mehrjährigen Vergleich ist vorwiegend bedingt durch den Bilanzsummenrückgang.

Anlagevermögen

Die Zugänge des Sachanlagevermögens belaufen sich auf TEUR 84,5.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfallen auf eine Vielzahl an Bestandskunden.

Eigenkapital

Aufgrund des Jahresüberschusses beläuft sich nun das Eigenkapital zum Bilanzstichtag auf 3.475,4 TEUR (Vj. 3.426,9 TEUR). Die Eigenkapitalquote stieg von Vj. 24,3 % auf 26,4 %.

Verbindlichkeiten/Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus den personalbezogenen Rückstellungen und der Rückstellungen für Prüfungs- und Beratungskosten sowie ausstehende Rechnungen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind, angestiegen, was insbesondere durch die Verbindlichkeiten an Erzeugern bedingt ist und auf die Warenvergütung von TEUR 697.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten mit 1.285,8 TEUR insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber dem Betriebsfonds.

IV. Investitionen/Finanzierung

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2023/24 wurden aus eigenen Mitteln finanziert. Investitionen standen im Wj. 2023/24 in Bezug auf eine neu programmierte EDV an. Auch eine Photovoltaikanlage und vier E-Ladestationen mit entsprechenden Verkabelungen und Stromspeicher wurden installiert.

V. Liquidität und Finanzlage

Die Gesellschaft verfügt über einen ausreichenden und jederzeit verfügbaren Bestand an finanziellen Mitteln. Die Finanzlage ist somit geordnet.

VI. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die strategische Steuerung der Genossenschaft erfolgt über die wertorientierte Unternehmensführung unter Beachtung des Risikomanagements. Die kurzfristige, operative Steuerung erfolgt über die finanziellen Leistungsindikatoren, welche in nachfolgender Tabelle dargestellt sind.

Durch das frühzeitige Erkennen von Marktentwicklung konnte, insbesondere durch gute Produkte und deren Ausbau, eine gute Nutzung der Marktlage erzielt sowie die Marktstellung gehalten und ausgebaut werden.

Die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren, die auch zur internen Steuerung des Unternehmens herangezogen werden, haben sich wie folgt entwickelt:

Berichtsjahr Vorjahr
Umsatz TEUR 98.007,4 TEUR 82.507,3
Jahresergebnis TEUR 48,5 TEUR - 177
Eigenkapitalquote 26,4 % 24,3 %

Zudem stellen die Umsatzentwicklungen der einzelnen Sorten (ohne Verpackung und sonstige Gebühren) eine wichtige Erfolgsgröße dar.

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren haben sich wie folgt entwickelt:

Berichtsjahr Vorjahr
Anzahl Mitglieder 331 342

Ein weiterer wichtiger Leistungsindikator ist die Mengenentwicklung der einzelnen Sorten.

Neben den angegebenen Indikatoren wird insbesondere Wert auf die Erhaltung der einzelnen Sorten bzw. Aufrechterhaltung der erforderlichen Zertifizierungen geachtet.

Die Genossenschaft muss für die aktuellen und künftigen Mitarbeiter ein attraktiver, vertrauenswürdiger Arbeitgeber sein. Für den Vorstand ist die Motivation und Qualifizierung der Mitarbeiter von großer Bedeutung. Die Fluktuation ist auf sehr niedrigem Niveau.

VII. Personal- und Sozialbereich

Im Berichtsjahr beschäftigt die Genossenschaft durchschnittlich 12,5 Vollzeitmitarbeiter (Vj. 12,5).

Um die ständig steigenden und sich ändernden Kundenbedürfnisse zu befriedigen, ist eine kontinuierliche Weiterbildung und -qualifizierung unserer Mitarbeiter unerlässlich. Unsere Mitarbeiter haben deshalb im Berichtsjahr in ihren Fachbereichen an diversen Schulungen und Seminaren teilgenommen. Die meisten erfolgten seit der Pandemie mittels Videokonferenzen. Das ist eine Erleichterung, dass Seminare kurzfristig mitten in der Arbeit wahrgenommen werden können.

Arbeitssicherheitsschulungen wurden durchgeführt.

VIII. Umweltschutz/Arbeitsschutz

Im Bereich Umweltschutz wurde nach wie vor weiter an der Einhaltung der Vorgaben für die Integrierte Produktion (IP) gearbeitet. Es wurden auch in 2023/24 alle Betriebe nach QS-GAP rezertifiziert.

Das Unternehmen überwacht laufend die Einhaltung seiner rechtlichen Verpflichtungen und reduziert die Belastungen für die Umwelt kontinuierlich. Es werden zunehmend nachhaltiger zu produzierende Sorten auf die Empfehlungsliste genommen, so z.B. WURtwinning und Mammut. Nachhaltigkeitskonzepte zur Biodiversität wie ProPlanet mit REWE wurden weiter ausgebaut.

Über den Obstregion Bodensee e.V. wird mit finanzieller Unterstützung des MLR Stuttgart an einem neuen Nachhaltigkeitskonzept für die Obstregion Bodensee gearbeitet. Ein Projektantrag zur Erlangung von Fördermittel dafür wurde bereits genehmigt und teilweise umgesetzt. Ein Folgeantrag ist bereits in Arbeit. Es wurde bereits ein Markenkonzept und ein entsprechendes Design entwickelt. Die ersten Ergebnisse wurden auf der Messe Fruchtwelt Bodensee im Februar 2024 vorgetragen. Die ersten größeren Pflanzungen aus diesem Testsortengarten wurden bereits in die Fläche gebracht. Weitere Bäume werden in Baumschulen produziert.

Große Sorgen bereitete das Volksbegehren „Rettet die Biene“ in Baden-Württemberg. Nur durch das mit viel Aufwand seitens des Berufsstandes abgewendete Volksbegehren wird der vom Landtag angenommene Volksantrag in mittlerer Zukunft die Obstproduktion in Baden-Württemberg noch ermöglichen. Viele Betriebe in Schutzgebieten hätten sonst die Obstproduktion einstellen müssen. Dann kam allerdings wieder neues Ungemach aus Brüssel aus einer anderen Richtung auf die Produzenten zu. Ein neuer VO-Entwurf zur Pflanzenschutzreduzierung (SUR - Sustainable Use of Pesticides) lag in Brüssel vor. Am 17.11.2022 wurde deshalb am Rande der Messe Interpoma unter Beteiligung von acht EU-Landesverbänden (D, I, F, CZ, ES, Pol, Bel, NL) ein Kommuniqué dagegen verfasst, das mit mehreren Mitgliedern des Europaparlamentes besprochen und mitgetragen wurde. Eine pauschale Reduzierung bis zu 50 % auch in Sonderkulturen ist nicht möglich. Außerdem würden 3.000 ha Natur- und Landschaftsschutzfläche alleine am Bodensee aus der Produktion genommen werden müssen. Nur durch intensivste berufsständische Arbeit aller Obst-, Gemüse-, Gartenbau- und Zierpflanzenverbände und des DRV an den Politikern des Europaparlamentes konnte eine positive Entscheidung zu dieser Verordnung im Nov. 2023 abgewendet werden. Kaum war das EU-Thema vom Tisch dachte man in Berlin schon über ein nationales Reduzierungskonzept nach.

Die Produzenten mussten in den letzten zwei Jahren gewaltige Kostenschübe bei den Produktionsfaktoren, der Energie, in der Vermarktung sowie steigende Mindestlöhne - ab 1.1.2024 nochmals - hinnehmen. Kostendeckende Erlöse waren daher dringend notwendig. Daran schloss sich direkt auch eine Zinssteigerung an. Betriebe, die schwache Liquidität hatten, aber dennoch kontinuierlich investieren wollten, waren bei Fremdkapitalaufnahmen mit einem seit eineinhalb Jahrzehnten nicht da gewesenen Zinsniveau konfrontiert.

IX. Sonstige wichtige Vorgänge

Der Lebensmitteleinzelhandel lässt nach wie vor nicht davon ab Unterschreitungen der zugelassenen gesetzlichen Pflanzenschutzhöchstmengen von den Produzenten zu fordern. Außerdem wurden schon seit langem auch die Wirkstoffe in der Anzahl begrenzt. Problematisch ist, dass die Obstanlagen längst Resistenzen zeigen. Hinzu kommt der politische Druck zu Reduzierung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Klimaveränderungen, Umweltauflagen, höhere Löhne, deutlich höhere Kosten für Saison-AK und des festen Personals, Einführung einer Bundesstraßenmaut, Erhöhung der Autobahnmaut, Verteuerung der Speditionsleistungen (Frachten), teurere umweltfreundlichere Verpackungen (Vollpappe) etc. tragen dazu bei, dass die Erlössituation in den Obstbaubetrieben schneller immer enger wird als vor Jahren noch zu erwarten war. Hinzu kamen in 2021/22 extreme Teuerungen für Diesel, Energie, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, die in 2022/23 nur unwesentlich zurückgingen. Arbeitskräfte wurden ab Okt. 2022 teurer und dann nochmals ab 1.1.2024. Die Rücknahme der Mehrwertsteuer bei pauschalierenden Landwirten (>600.000 EUR Umsatz) von 10,7 % auf mittlerweile 9,0 % ist dabei noch das kleinere Problem. Jetzt im Dezember wird diese pauschale Besteuerung zum 6.12.2024 auf 8,4 % und zum 1.1.2025 noch einmal auf 7,8 % heruntergenommen.

Auch der Nachhaltigkeitstrend, der in den Packbetrieben zu ad hoc-Umstellung von Packlinien führte, kostete die Obstproduzenten Geld. Wobei die Umstellung weg von Folienverpackung auf Vollpappe nicht umweltfreundlicher ist - nur deutlich teurer. Durch die Verschließtechnik und damit verbundene langsamere Taktung der Maschinen - einhergehend oft mit unter einem Kilo Gewicht - kostet die Obstproduzenten in manchen Fällen Cent-Beträge im zweistelligen Bereich mehr pro Kilo. Die Verbraucher reagierten mit Konsumvermeidung, obgleich speziell Äpfel - definitiv in 2022/23 keine Inflationstreiber waren. Jetzt in 2023/24 durften diese im Warenkorb durchaus etwas zu Inflation beitragen.

Weitere Nachhaltigkeitsversprechungen des Lebensmitteleinzelhandels werden laufend veröffentlicht. Nur manchmal wird im selben Augenblick geäußert, dass die Vorlieferanten in der Wertschöpfungskette ihren Teil selbstverständlich dazu beitragen müssen.

X. Prognosebericht

Prognose- und Evaluierung

Wir weisen darauf hin, dass verlässliche Ergebnisprognosen im Bereich der Landwirtschaft angesichts der unterschiedlichen und unsicheren Rahmenbedingungen sehr schwierig sind und mit hoher Unsicherheit einhergehen.

Im letzten Bericht wurde für 2023/24 im Vergleich zum Vorjahr, ein um 10 % höher Umsatz als im vorigen Wirtschaftsjahr erwartet - trotz einer 12-15 % niedrigeren Anliefermenge. In der Bilanz 2023/24 gab es jedoch ein Umsatzzuwachs von knapp 26 % bei einem Mengenrückgang von 12 % zu berichten.

In 2024/25 ist von einem noch höheren Umsatz als im vorigen Wirtschaftsjahr auszugehen. Mit einer Mehrmenge von ca. 14 %, bisher ca. 4 Cent/kg höherem Durchschnittserlös, sollte der Obstumsatz um gut 12-15 % höher liegen als im jetzigen Berichtsjahr.

Alleine für Bio wurde in 2023/24 im letzten Lagebericht eine Anliefermenge unter 3.000 t erwarten. Der Bio-Umsatz, so die Erwartung, sollte dennoch eine ähnliche Größenordnung wie in 2022/23 erreichen. Tatsächlich wurden mit nur knapp 2.500 t (-37 %) Bio-Ware auch nur knapp 2,5 Mio. EUR (-8 %) Umsatz generiert.

Bei einer Erfassungssteigerung in 2024/25 auf um 3.000 t dürften es bei leicht höheren Durchschnittspreisen etwas über 3 Mio. EUR Bio-Umsatz sein.

Für das vergangene Wirtschaftsjahr wurde der Umsatz im Bereich Bedarfsartikel als nicht wesentlich höher eingeschätzt als im Vorjahr (Vj. 2,88 Mio. EUR), da die Obstbaubetriebe noch nicht aus ihrer Liquiditätskrise heraus seien. Tatsächlich konnten aber 3,7 Mio. EUR (+ 30 %) realisiert werden. Gestiegene Materialkosten, vorkontrahierte Baumzahlen und insbesondere seit letztem Herbst die begründete Aussicht auf ein deutlich besseres Erlösjahr, brachten dies mit sich.

Für den Bereich Bedarfsartikel kann für 2024/25 durchaus mit über 4 Mio. EUR gerechnet werden.

Wir rechneten in 2023/24 trotz der Gebührenreduzierung vor 2022/23 um 0,2 Prozentpunkte, bei gleichzeitiger Betriebsfondserhöhung um ebenfalls 0,2 Prozentpunkte, wieder mit einer mittleren Rückvergütung. Dies wird auch der Fall sein. Für 2024/25 wird eine Rückvergütung wieder in früherer gewohnter Höhe von 700.000 bis 1 Mio. EUR möglich sein. D.h. das Jahresergebnis wird somit mindestens auf Höhe bzw. leicht über dem Ergebnis des Berichtsjahres 2023/24 liegen.

Prognosebericht

Branchenkenner wissen, dass bei einer hängenden Ernte von unter 11 Mio. t das Angebot und die Nachfrage so ausgeglichen sind, dass hinreichende Erlöse am Markt möglich sind. Für 2023 wurden auf der Prognosfruit rev. 11,5 Mio. t geschätzt. Es wurde dort aber schon der erwartete positive Einfluss der ansteigenden Preisverläufe im Verarbeitungssektor und im Konzentratmarkt antizipiert - mitverursacht insbesondere durch den Zitruskonzentratmarkt. Dieser Einfluss ist zur Ernte hin in 2024 noch einmal deutlich stärker geworden. Natürlich zusätzlich durch die niedrigste Schätzung 2024 in der EU mit nur 10,2 Mio. t hängende Ernte seit dem Frostjahr 2017. Einige EU-Länder haben in den Erntemengen signifikante Einbrüche.

In dieser geschätzten niedrigen Ernte ist durch den Witterungseinfluss auch ein unbekannter Anteil an schwächerer Qualität für den Tafelmarkt geerntet worden. Obgleich man bei dem Preisniveau für Verarbeitungsware noch viel mehr in die Verarbeitung hätte geben sollen. Aber man hätte dann in manchen Regionen noch weniger Kunden in der Kampagne mit eigener Ware bedienen können. Dennoch wird es keinen Angebotsdruck auf dem Tafelapfelmarkt geben. Es kann nur passieren, dass die Preisoptik durch Werbepreise mit nicht transparenten schwächeren Qualitäten etwas gestört wird.

Die Ernte 2024 in Deutschland lag bei nur 793.000 t (-16 %), am Bodensee mit 247.000 t (+13 %), D-Nord bei 229.000 (-22 %), D-West bei 53.000 t (-25 %), D-Ost bei nur 8.000 (-90 %) (Quelle: Prognosfruit 2024, AMI).

Die Mostobstpreise am Bodensee (in ganz Europa) in 2024 gingen von 21 Cent im Laufe des Sommers direkt zur Ernte Elstar auf 23 Cent/kg, dann nur 10 Tage später auf 25 Cent/kg, um dann zur Ernte der drei Sorten der Jona-Gruppe auf gar 27 Cent/kg zu steigen (ab Station zzgl. MwSt.).

Die Geschäftsleitung und der Aufsichtsrat erwarten in 2024/25 einen noch einmal deutlich höheren Umsatz als im vorigen Wirtschaftsjahr. Dies aufgrund der Mehrmenge von ca. 14 % in guter Qualität. Das Packout wird auch höher sein, da witterungsbeeinträchtigte Qualitäten in die Verarbeitung gingen. Außerdem lief die Herbstkampagne bisher ca. 4 Cent/kg höher bei Klasse I. Alleine der Obstumsatz (ohne Bedarfsartikel) wird über 12-15 % höher liegen.

XI. Chancen- und Risikobericht

a) Chancenbericht

Die Menge an Tafelkernobst am Bodensee zeigt, dass ein mengenmäßig überdurchschnittliches, durch Witterung wenig beeinträchtigtes Obstwirtschaftsjahr, vor uns liegt. Die Bestände am Bodensee liegen bei +14 % zum Dez. des Vorjahres. Gegen alle Einflüsse der Klimaveränderungen kann sich ein Obstproduzent nicht schützen. Das sieht man auch an den großen witterungsbedingten Mengeneinbußen in anderen deutschen Regionen.

Gegen Verknappungen von Pflanzenschutzmitteln und vor politischen Fehlentscheidungen kann die Obstproduzenten niemand schützen. Die extrem steigenden Kosten für Produktionsfaktoren und Löhne in den Obstbaubetrieben waren im vorigen Jahr durch die schwachen Obsterlöse nicht gedeckt. Erst in 2023/24 lagen die Erlöse wieder über der Kostendeckung. Schwach mit Kapital ausgestatteten Obstbaubetrieben würde dennoch mittelfristig Insolvenz drohen, wenn nicht in der jetzt bereits gut laufenden Kampagne die guten bis sehr guten Marktaussichten nicht gegeben wären. Dies aber in erster Linie nicht intrinsisch aus dem Markt her, sondern extrinsisch durch die enormen witterungsbedingten Zerstörungen in anderen Regionen Deutschlands und der EU. Denn es reicht nicht ein gutes Jahr und zwei schlechte Jahre. Es muss genau umgekehrt sein. Dies scheint den Obstbauern am Bodensee beschert zu werden.

Die verstärkte Förderung von Hagelschutznetzen und neuen Anlagen, sowie Frostberegnung, Tropfbewässerung, Pflanzenschutzspritzen sollen die Kostensteigerungen in den Betrieben etwas abmildern. Ab dem Jahr 2021 sind auch für die Erzeugerbetriebe kostenintensive Geräte zum Obstbaumschneiden und zum pneumatischen Entblättern der Kernobstbäume zur besseren Ausfärbung in der Antragstellung für eine GMO-Bezuschussung.

Insgesamt konnte man auch wieder in 2023 einige Flächen an Hagelschutznetzen und neuen Apfelanlagen mit EU-Förderung abwickeln. Da in den Obstbaubetrieben jedoch die Liquidität fehlte, wurde in 2023 die niedrigste GMO-Beihilfesumme der letzten zwei Dekaden im Antrag realisiert.

Mit den Vermarktern wiederholt beschlossen und von diesen finanziert, wurde eine Zuzahlung über die MaBo von 1.000 EUR (in 2023 auch 1.000 EUR) pro Hektar auf Ersatznetze vorgenommen.

b) Risikobericht

Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Die MaBo geht nur angemessene, überschaubare und beherrschbare Risiken bewusst ein und trägt sie, wenn sie gleichzeitig eine entsprechende Wertsteigerung erwarten lassen. Witterungsrisiken - und das sind die größten Umsatzrisiken - kann die MaBo selbst nicht abwenden. Sie kann nur die Produzenten darin unterstützen Maßnahmen zu ergreifen.

Das Chancen- und Risikomanagement ist in der Strategieentwicklung verankert und fließt in alle weiteren Planungsprozesse mit ein. Das Risikomanagementsystem besteht aus Risikoinventur, Risikodeckungspotential, Risikobewertung und Risikoversicherung (z.B. Warenkreditversicherung). Potenzielle Risiken können somit früh erkannt und entsprechende Maßnahmen und Kontrollen entwickelt werden.

Darüber hinaus streben die Vorstände an, durch eine aktive systematische Erfassung und Steuerung der Risiken, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieser Risiken zu reduzieren und das Ausmaß von nicht vermeidbaren Schäden so gering wie möglich zu halten.

Der Vorstand beurteilt nach den vorliegenden Erkenntnissen des Risikomanagementsystems die potenziellen Risiken für das nächste Jahr wie folgt:

- Subventionen / GMO

Die Auflagen in den Richtlinien und Verordnungen der GMO werden eingehalten, stellen jedoch ein ständiges nicht bezifferbares latentes Risiko in Bezug auf Rückforderungen oder Streichungen dar. Nicht zuletzt, da regelmäßig und unregelmäßig Prüfungen vorgenommen werden.

Der im Wj. 2023/24 eingereichte GMO-Änderungsantrag wurde bewilligt. Die Kosten der Zertifizierung nach QS-GAP, Hagelnetze, Pflanzprojekte sowie Bewässerung und Pflanzenschutzspritzen sind nach wie vor die wichtigsten Maßnahmen auch in naher Zukunft. Der Rechenschaftsbericht, der für das Kalenderjahr 2023 zum 15. Februar 2024 eingereicht wurde, war genehmigt und mit wenigen Streichungen im Oktober 2024 ausbezahlt worden.

- Kreditrisiko

Das Kreditrisiko der Vertragsvermarkter ist durch eine Warenkreditversicherung zwar abgesichert, im Falle einer kurzfristigen Insolvenz wären dennoch erhebliche Außenstände außerhalb des versicherten Teiles vakant. Zusätzliche Sicherheit ist gewährleistet über die Obst vom Bodensee VertriebsGmbH die ebenfalls Außenstände versichert. Dadurch ist das Risiko letztlich VEBO-seitig sehr minimiert. Dies trifft eher bei der Salem-Frucht nicht zu. Dort bleibt ein erhebliches Restrisiko offen. Dennoch konnte vor drei Kampagnen auch dieses reduziert werden indem wir die Verkaufsgemeinschaft Salem-Frucht GmbH & Co. KG bei der Warenkreditversicherung versichert haben.

- Absatzrisiko

Die Investitionen werden planmäßig und vorausschauend durchgeführt. Die Beschaffungs- und Absatzverhältnisse sind über entsprechende Verträge geregelt. Die Umsatzgröße ist entscheidend für die vereinnahmten Erzeuger- und Vermarktungsgebühren. Diese passte in 2023/24 und wird auch 2024/25 passen. Selbst ohne allzu großen Angebotsdruck in 2019/20, 2020/21 aus der Bodenseeregion heraus wurde wiederholt deutlich, dass wir als Lieferanten von `Obst vom Bodensee ́ nicht einmal mehr im südlichen Deutschland bei den wichtigen LEH-Kunden bzw. deren Verteillager eine relativ sichere Listung hatten. Selbst in 2021/22 mit vergleichsweise wenig Äpfel am Bodensee hat sich die Vermarktung weit über die Mengenverhältnisse hinaus schwergetan. In früheren Jahren war eine zeitgerechte Vermarktung am ehesten gefährdet, wenn man einen überhöhten, für den Einkäufer nicht mehr wettbewerbsfähigen Abgabepreis, verlangt hatte. Heute haben wir eher noch wegen der Verfügung über begehrte Clubsorten einen Trumpf, um gelistet zu werden. `Obst vom Bodensee ́ als Qualität oder gar als Gebietsmarke hatte bis zur Saison 2022/23 kein Gewicht mehr. Dies hat sich jedoch mit der neuen Geschäftsführung in der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbH ab 2023 ff. wieder geändert. Es wurden schnell erste Maßnahmen bezüglich des Absatzes ergriffen. Die Kommunikation, die Messen, das Marketing wurden wieder deutlich strategischer angegangen als in den vorigen fünf Jahren. Sichtbar geworden ist dies auch mit der Auszeichnung (Award) für das neue Xenia-Marketingkonzept.

Der Absatz in 2023/24 lief vom Herbst an planbar durch. Das ganze Sommerobst war schwer zu vermarkten, da zu viel Wasser die Kulturen in den Qualitäten beeinträchtigten. Auch deshalb lief die Vermarktung von Kernobst bis zum Saisonende reibungslos.

Erstmals in der Generalversammlung im Febr. 2020 wurde das Problem Vermarktungsstruktur am Bodensee vom Aufsichtsratsvorsitzenden öffentlich angesprochen. Im März 2020 wurden seitens der Vermarkter Ansätze einer verbesserten Zusammenarbeit mitgeteilt. Seitens der Geschäftsführung der MaBo wurde auf mangelnden Nutzen für alle hingewiesen. Zweieinhalb Jahre ist das angedachte Konstrukt an rechtlichen Hindernissen gescheitert. Im Laufe des Frühjahres 2022 wurde die Entscheidung getroffen die AFC Consulting, Bonn, zu beauftragen. Die Gruppenbefragungen durch die AFC haben im Spätsommer, vor der neuen Ernte, stattgefunden. Noch im Dezember 2022 und im Frühjahr 2023 wurden erste Ergebnisse vorgetragen. Zur Umsetzung kam dann jedoch nichts, da vorgesehene erste Umsetzungsschritte an blind blockierenden VEBO-Gesellschaftern scheiterten.

- Erfüllungsrisiken, Marktpreisrisiken, Ertragsrisiken, Betriebsrisiken

Erfüllungs- und Betriebsrisiken war durch die nasse Witterung - aber fast keine Frostschäden - in 2023/24 weniger gegeben als in den Vorjahren. Die Erntemengen am Bodensee waren mit rev. 218.000 t hängende Ware sehr unterdurchschnittlich. Im Frühjahr 2024 war schon absehbar, dass die Kampagne sauber durchlaufen könnte. Das schuf auch beste Voraussetzungen für den Start 2024/25 mit einer am Bodensee deutlich größeren, aber im deutschen und europäischen Umfeld deutlich kleineren Ernte.

Vor zweieinhalb Jahren standen Warenströme unter dem negativen Einfluss des am 24. Febr. 2022 durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelösten Krieges. Zum einen haben sich sofort die mehr oder weniger etablierten, relativ vorhersehbaren Warenströme verschoben. Durch den Mengenrückgang am Bodensee in der letzten Saison verspürte man hier die Auswirkungen nicht so sehr. Auch in der bereits laufenden Saison wird das wegen der geringen deutschen Menge so sein. Die gleichzeitig stark steigenden Kosten für alle Produktionsfaktoren in den Betrieben unserer Mitglieder, die steigenden Löhne, Energie- sowie Verpackungskosten in den Betrieben unserer Vertragsvermarkter lassen sich so leichter decken. Jetzt, schon über drei Monate in der neuen Saison, zeichnet sich ab, dass diese noch etwas besser läuft als die letzte, die auch schon zufriedenstellend verlief. Nicht nur für die Mitglieder der Genossenschaft, sondern auch für die Genossenschaft.

- Rechtsrisiken sowie Haftungs-, Betrugs- und Diebstahlrisiken

Es liegt derzeit kein erkennbares Rechtsstreitrisiko vor.

Bilanzielle Risiken, soweit sie bei der Bilanzerstellung erkennbar waren, wurden durch die Bildung entsprechender Rückstellungen berücksichtigt.

Risiken bestehen unter Umständen im Zusammenhang mit unseren Vertragsvermarktern aufgrund immer wiederkehrender Nichterfüllung vertraglichen Verpflichtungen. Etwas konkreter heißt dies, es werden Regelungen in den gültigen Verträgen und der Verkaufsordnung oder Beschlüsse nicht unterstützt oder einfach ignoriert.

Risiken im eigenen Unternehmen sind für die Geschäftsführung derzeit nicht zu erkennen. Spezifische Arbeitsbereiche im Unternehmen konnten wieder gut besetzt werden.

- Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen

Preisänderungsrisiken ergeben sich zwangsläufig aufgrund der Marktverhältnisse in der EU. Angesichts der in den letzten Jahren erhöhten liquiden Reserven wird auch bei einem Umsatzeinbruch keinerlei Liquiditätsrisiko gesehen. Ein Ausgleich erfolgt grundsätzlich durch die vorhandene Liquiditätssteuerung. Ausfallrisiken aus Exportgeschäften mit Tafelware bestehen kaum, da derzeit extrem wenig exportiert wird. Wenn, dann müssen diese zunächst von der Vertriebsgesellschaft und dann von den Vertragsvermarktern aufgefangen werden - wirken also nicht direkt auf die Genossenschaft ein.

Beschaffungs- und absatzseitig werden derzeit keine Geschäfte in fremden Währungen abgeschlossen. Währungsrisiken bestehen somit nicht.

XII. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres (Nachtragsbericht)

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres gibt es nicht.

 

Friedrichshafen, den 17. Januar 2025

Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG

Der Vorstand

Ledergerber

Marschall

Mader

Steffelin

Hellwege

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt.

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr 2023/24 im Rahmen seiner Überwachungsfunktion, vom Vorstand regelmäßig in gemeinsamen Sitzungen und per Fax bzw. e-mail eingehend über die Lage und Entwicklung des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Ereignisse und Vorhaben und über Fragen der Geschäftspolitik unterrichten lassen. Nach der Pandemie wurde die Sitzungshäufigkeit wieder erhöht. Die Sitzungen wurden wieder in Präsenz durchgeführt. Damit wurde man dem Wunsch nach häufigerem Austausch und Aussprache mit dem Vorstand vor allem mit den jüngeren Mitgliedern des Aufsichtsrates besser gerecht.

Es wurden über das Wirtschaftsjahr verteilt regelmäßig ausführliche Mitgliederrundschreiben verfasst, um regelmäßig alle Gremien und auch die Mitglieder über die jeweils aktuellen Marktentwicklungen über die Saison der Produkte über das Jahr zu informieren.

Leider gab es auch im Jahr eins nach der Pandemie noch immer hin und wieder Ausfälle von Mitarbeiter/innen in der MaBo und auch in den Vermarktungsbetrieben. Der Krankenstand, die Ausfallzeiten kehren bislang nicht auf den Stand vor der weltweiten Covid-Pandemie zurück.

Nach eingehenden Beratungen wurden die satzungsgemäß erforderlichen Beschlüsse gefasst. Über wichtige ad hoc Ereignisse wurde der Vorsitzende des Vorstandes und des Aufsichtsrates per Telefon unverzüglich unterrichtet.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat außerdem eigenständige Prüfungshandlungen zur Überwachung der Geschäftsführung durchgeführt. Er war bei allen Vorstandsitzungen anwesend. Regelmäßig und häufig stattgefunden haben Videokonferenzen der VEBO mit der OvB Vertriebsgesellschaft mbH zum Vertriebsgeschehen - immer unter Anwesenheit des Geschäftsführers der MaBo.

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband e.V., Karlsruhe, hat am 17.01.2025 über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung für das Geschäftsjahr 2023/24 berichtet. Vom Ergebnis der gesetzlichen Prüfung hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag zur Deckung des Jahresfehlbetrages für das Berichtsjahr 2023/24 geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes. Dieser Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 17.01.2025 festzustellen und die vorgeschlagene Gewinnverwendung zu beschließen.

Für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiter/innen seinen Dank aus. Den Erzeugern dankt er für die gute Zusammenarbeit.

 

Friedrichshafen, den 17.01.2025

Bernd Sprissler, Vorsitzender des Aufsichtsrates

BILANZ ZUM 31. AUGUST 2024

AKTIVA

31.8.2024
EUR
31.8.2023
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 965.547,97 977.590,47
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 75.189,00 95.662,00
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 75.189,00 95.662,00
II. Sachanlagen 791.506,97 783.076,47
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 510.568,42 545.371,42
2. Technische Anlagen und Maschinen 134.220,78 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 146.717,77 167.276,77
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 70.428,28
III. Finanzanlagen 98.852,00 98.852,00
1. Beteiligungen 95.852,00 95.852,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.000,00 3.000,00
B. UMLAUFVERMÖGEN 12.120.965,14 13.028.934,46
I. Vorräte 751.693,12 598.546,67
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 751.693,12 598.546,67
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 11.368.639,07 12.426.483,60
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.923.133,44 4.361.360,49
2. Sonstige Vermögensgegenstände 6.445.505,63 8.065.123,11
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 632,95 3.904,19
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 86.241,57 90.101,26
13.172.754,68 14.096.626,19

PASSIVA

31.8.2024
EUR
31.8.2023
EUR
A. EIGENKAPITAL 3.475.421,11 3.426.948,92
I. Geschäftsguthaben 70.600,00 70.600,00
1. der verbleibenden Mitglieder 66.200,00 68.400,00
2. der ausscheidenden Mitglieder 4.400,00 2.200,00
II. Kapitalrücklage 81.218,51 81.218,51
III. Ergebnisrücklagen 3.275.130,41 3.452.106,27
1. Gesetzliche Rücklage 1.046.000,00 1.046.000,00
2. Andere Ergebnisrücklagen 2.229.130,41 2.406.106,27
IV. Bilanzgewinn 48.472,19 -176.975,86
1. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 48.472,19 -176.975,86
B. RÜCKSTELLUNGEN 822.475,68 375.221,45
1. Steuerrückstellungen 4.290,00 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 818.185,68 375.221,45
C. VERBINDLICHKEITEN 8.874.557,89 10.294.155,82
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.766,57 2.285.174,44
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.494.024,85 6.795.192,36
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.350.766,47 1.213.789,02
- davon aus Steuern: EUR 11.840,11 (Vorjahr: EUR 12.439,96)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 3.011,85 (Vorjahr: EUR 2.896,46)
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 300,00 300,00
13.172.754,68 14.096.626,19

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24

2023/24
EUR
2022/23
EUR
1. Rohergebnis 2.880.020,16 2.782.194,40
2. Personalaufwand -1.250.312,02 -1.230.847,46
a) Löhne und Gehälter -1.026.599,29 -1.026.586,94
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -223.712,73 -204.260,52
- davon für Altersversorgung: EUR 10.464,12 (Vorjahr: EUR 8.011,36)
3. Abschreibungen -125.686,59 -115.579,68
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -125.686,59 -115.579,68
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.544.374,18 -1.633.761,59
5. Zwischensumme -40.352,63 -197.994,33
6. Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben 112.064,42 28.546,02
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 23.596,87 31.052,98
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -28.020,44 -40.582,47
9. Finanzergebnis 107.640,85 19.016,53
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -14.870,11 6.156,86
11. Ergebnis nach Steuern 52.418,11 -172.820,94
12. Sonstige Steuern -3.945,92 -4.154,92
13. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 48.472,19 -176.975,86
14. Bilanzgewinn/-verlust 48.472,19 -176.975,86

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24

A. Allgemeine Angaben

Die Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG mit Sitz in Friedrichshafen ist registriert beim Amtsgericht in Ulm und eingetragen unter der Registernummer GnR 630031.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

Bauten und bewegliche Anlagegegenstände wurden mit den Anschaffungskosten bewertet. Auf Bauten wurden planmäßige lineare Abschreibungen vorgenommen. Bewegliche Anlagegegenstände wurden linear abgeschrieben.

Die Finanzanlagen wurden mit Anschaffungskosten bewertet.

Die Vorräte wurden in der Regel mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Abschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert wurden vorgenommen.

Die Forderungen wurden mit dem Nennwert, abzüglich einer versteuerten Wertberichtigung und einer Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel bewertet. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen abgesetzt. Dabei wurde von den in Artikel 67 EGHGB für bestimmte Bilanzposten und Wertansätze eingeräumten Beibehaltungs- und Fortführungswahlrechten der Rechtslage vor Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes, wie folgt Gebrauch gemacht: Niedrigere Wertansätze von Vermögensgegenständen, die auf Abschreibungen nach § 253 Abs.4 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung basieren, wurden in Höhe von TEUR 1.207,0 beibehalten.

Sonstige Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert angesetzt.

Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt.

Die sonstige Rückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr bestehen zum Stichtag nur in absolut untergeordnetem Umfang.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Rechnungsabgrenzung wurde zeitanteilig vorgenommen.

Die Berechnung der latenten Steuern ergab einen Überhang der aktiven latenten Steuern. Vom Wahlrecht der Bilanzierung aktiver latenter Steuern wurde kein Gebrauch gemacht.

Von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres wurde nicht abgewichen.

C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. BILANZ

Angaben zu Unternehmen, soweit es sich um Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB handelt:

Anteil am Unter- Eigenkapital des Unternehmens Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
Name und Sitz nehmenskapital
%
Jahr TEUR Jahr EUR
VEBO-Frucht Verkaufsgemeinschaft GmbH 50,0 2022/23 172,5 2022/23 -2.305,45
Obst vom Bodensee Marketing GmbH 34,0 2023 139,8 2023 5.414,57
Deutsches Obstsorten Konsortium GmbH 17,2 2023 231,2 2023 8.043,40

Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr bestehen nicht.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den geleisteten Anzahlungen auf Vorräte und den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen gegen verbundene Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:

Forderungen gegen
verbundene Unternehmen Beteiligungsunternehmen
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Sonstige Vermögensgegenstände 0,00 0,00 166.358,52 125.881,54

Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage Andere Ergebnisrücklagen
Betriebsrücklage Risikorücklage
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Anfangsbestand 1.046.000,00 1.043.000,00 2.406.106,27 2.380.014,90 500.000,00 500.000,00
Einstellung aus dem Bilanzgewinn Vorjahr 0,00 3.000,00 0,00 26.091,37 0,00 0,00
Entnahme für das Geschäftsjahr 0,00 0,00 176.975,86 0,00 0,00 0,00
Endbestand 1.046.000,00 1.046.000,00 2.229.130,41 2.406.106,27 500.000,00 500.000,00

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten:

- Rückstellung für ausstehende Rechungen sowie Personalkosten (Urlaub, Überstunden, Sonderzahlungen)

Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit:

bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr über 5 Jahre
Verbindlichkeiten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- gegenüber Kreditinstituten 29.766,57 2.285.174,44 0,00 0,00 0,00 0,00
- aus Lieferungen und Leistungen 7.494.024,85 6.795.192,36 0,00 0,00 0,00 0,00
- sonstige Verbindlichkeiten 1.350.766,47 1.213.789,02 0,00 0,00 0,00 0,00

Von den Verbindlichkeiten haben insgesamt EUR 0,00 eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren.

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Beteiligungsunternehmen
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- aus Lieferungen und Leistungen 0,00 0,00 281.805,50 156.338,76

In den Verbindlichkeiten sind folgende antizipative Posten größeren Umfangs enthalten:

Genossenschaftliche Rückvergütung in Höhe von EUR 697.600.

Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:

Gewährtes Pfandrecht oder ähnliches Recht EUR
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Grundschulden 2.266.937,82
insgesamt 2.266.937,82

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind u.a. TEUR 1.285,8 (Vorjahr TEUR 1.136,5) Verbindlichkeiten gegenüber Betriebsfonds enthalten. Hierbei handelt es sich um ein selbstständiges Zweckvermögen i.S. von § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG.

D. Sonstige Angaben

Zur Verwendung des Ergebnisses wird folgender Vorschlag gemacht:

Einstellung in die Gesetzliche Rücklagen: 5.000,00 EUR
Einstellung in die andere Ergebnisrücklagen: 43.742,19 EUR

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Kaufmännische Mitarbeiter 9,9 0,2
Gewerbliche Mitarbeiter 2,0 0,0
11,9 0,2

Mitgliederbewegung

Zahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile
Anfangsbestand 342 342
Zugang 1 1
Abgang 12 12
Endbestand 331 331
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr verändert um EUR 2.200,00
Höhe des Geschäftsanteils EUR 200,00

Eine Haftsumme besteht nicht.

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

Am Rüppurrer Schloss 40

76199 Karlsruhe

Mitglieder des Vorstands (Vor- und Zuname):

Hermann Sommerfeld - Vorsitzender (bis 31.08.2024)

Clemens Steffelin - stv. Vorsitzender

Markus Marschall

Bertram Ledergerber

Tobias Mader

Dr. Egon Treyer (bis 31.08.2024)

Ulrich Hellwege

Mitglieder des Aufsichtsrats (Vor- und Zuname):

Bernd Sprissler - Vorsitzender-

Hubert Langenstein - stellv. Vorsitzender-

Stefan Büchele

Michael Katzenmaier

Martin Knoblauch

Markus König

Roland Manz (bis 07.03.2024)

Markus Mecking

Christian Oelhaf

Dietmar Rist

Othmar Schatz

Uwe Specht

Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an:

Mitglieder des Vorstands EUR 499,92
Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 4.453,87

 

Friedrichshafen, den 17. Januar 2025

Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG

Der Vorstand:

Steffelin

Marschall

Ledergerber

Mader

Hellwege

Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 20.02.2025 festgestellt und die Ergebnisverwendung wie vorgeschlagen beschlossen.

Entwicklung des Anlagevermögens

(volle EUR)

im Geschäftsjahr
Anschaffungs-/ Herstellungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres Zugänge Umbuchungen Abgänge Zuschüsse Anschaffungs-/ Herstellungskosten am Ende des Geschäftsjahres
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 292.275,25 19.100,00 0,00 0,00 0,00 311.375,25
292.275,25 19.100,00 0,00 0,00 0,00 311.375,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 1.476.601,17 0,00 0,00 0,00 0,00 1.476.601,17
2. Technische Anlagen und Maschinen 26.952,11 55.277,55 70.428,28 0,00 10.000,00 162.657,94
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 852.793,71 29.266,54 0,00 0,00 0,00 882.060,25
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 70.428,28 0,00 -70.428,28 0,00 0,00 0,00
2.426.775,27 84.544,09 0,00 0,00 10.000,00 2.521.319,36
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 95.852,00 0,00 0,00 0,00 0,00 95.852,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.000,00
98.852,00 0,00 0,00 0,00 0,00 98.852,00
2.817.902,52 103.644,09 0,00 0,00 10.000,00 2.931.546,61
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt) Abschreibungen Geschäftsjahr Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 196.613,25 39.573,00 236.186,25
196.613,25 39.573,00 236.186,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 931.229,75 34.803,00 966.032,75
2. Technische Anlagen und Maschinen 26.952,11 1.485,05 28.437,16
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 685.516,94 49.825,54 735.342,48
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
1.643.698,80 86.113,59 1.729.812,39
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00
1.840.312,05 125.686,59 1.965.998,64
Buchwert Geschäftsjahr Buchwert Vorjahr
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 75.189,00 95.662,00
75.189,00 95.662,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 510.568,42 545.371,42
2. Technische Anlagen und Maschinen 134.220,78 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 146.717,77 167.276,77
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 70.428,28
791.506,97 783.076,47
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 95.852,00 95.852,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 3.000,00 3.000,00
98.852,00 98.852,00
965.547,97 977.590,47

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