Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 248162
Eingetragen
13.12.2022
Branche
Einzelhandel mit sonstigen Gebrauchtwaren a. n. g.Großhandel mit Geräten der UnterhaltungselektronikGroßhandel mit Büchern, Zeitschriften, Zeitungen sowie bespielten Ton- und Bildträgern
Gegenstand
Handel mit Gebrauchtwaren, insbesondere mit Druckerzeugnissen, Tonträgern, elektronischen Speichermedien, technischen Geräten und deren Zubehör sowie mit Bekleidung und Accessoires.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Anne Claudia Frese
seit 20.11.2025
Vorstandsmitglied
Stefan Klostermann
seit 2.5.2024
Prokura
Lenia Karallus
seit 2.5.2024
Prokura
Tim Kellermann
seit 2.5.2024
Prokura
Alexandra Schulz
seit 13.12.2022
Prokura
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

momox Holding SE (vormals: momox Holding AG)

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

1. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

2. Konzernbilanz

3. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

4. Konzern-Kapitalflussrechnung

5. Allgemeine Angaben

6. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

6.1 Konsolidierungsgrundsätze

6.2 Geschäfts- oder Firmenwert

6.3 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

6.4 Sachanlagen

6.5 Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten

6.6 Leasingverhältnisse

6.7 Vorräte

6.8 Finanzinstrumente

6.8.1 Finanzielle Vermögenswerte

6.8.2 Finanzielle Verbindlichkeiten

6.9 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

6.10 Anteilsbasierte Vergütung

6.11 Rückstellungen

6.12 Umsatzrealisierung

6.13 Ertragsteuern

6.14 Verwendung von Annahmen und Schätzungen

6.15 Änderungen von Rechnungslegungsvorschriften

7. Konsolidierungskreis

8. Segmentinformationen

9. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

9.1 Umsatzerlöse

9.2 Sonstige Erträge

9.3 Materialaufwand

9.4 Personalaufwand

9.5 Sonstige Aufwendungen

9.6 Abschreibungen

9.7 Finanzergebnis

9.8 Ertragsteuern

10. Erläuterungen zur Konzernbilanz

10.1 Geschäfts- oder Firmenwert

10.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

10.3 Sachanlagen

10.4 Leasingverhältnisse

10.5 Vorräte

10.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

10.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

10.8 Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

10.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

10.10 Eigenkapital

10.11 Anteilsbasierte Vergütung

10.12 Rückstellungen

10.13 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

10.14 Green Bond

10.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

10.16 Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

11. Sonstige Angaben

11.1 Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten

11.1.1 Finanzrisikomanagement

11.1.2 Zusätzliche Informationen zu Finanzinstrumenten

11.2 Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung

11.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

11.4 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

11.5 Haftungsverhältnisse

11.6 Mitarbeiter

11.7 Honorar des Abschlussprüfers

11.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022

11.9 Befreiung zu Offenlegung

11.10 Ergebnisverwendungsvorschlag

12. Gemehmigung des Abschlusses

1. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

TEUR Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse 9.1 336.582 335.137
sonstige betriebliche Erträge 9.2 3.935 2.785
Materialaufwand 9.3 -110.925 -107.080
Personalaufwand 9.4 -63.774 -58.419
sonstige betriebliche Aufwendungen 9.5 -143.656 -152.687
Abschreibungen 9.6 -10.530 -9.550
Betriebliches Ergebnis (EBIT) 11.632 10.186
Finanzerträge 9.7 146 98
Finanzaufwendungen 9.7 -7.708 -7.244
Finanzergebnis -7.562 -7.147
Ergebnis vor Steuern (EBT) 4.070 3.039
Ertragsteuern 9.8 -1.513 -1.059
Periodenergebnis 2.557 1.980
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Periodenergebnis 2.557 1.980
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0
Gesamtergebnis 2.557 1.980

2. Konzernbilanz

Aktiva

TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
258.296 239.494
Geschäfts- oder Firmenwert 10.1 108.327 108.327
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10.2 31.033 36.127
Sachanlagen 10.3 14.441 14.136
Nutzungsrechte 10.4 36.925 18.924
Finanzielle Vermögenswerte 10.7 4.874 4.931
Aktive latente Steuern 9.8 283 364
Langfristige Vermögenswerte 195.882 182.809
Vorräte 10.5 16.906 16.973
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.6 4.677 8.232
Forderungen aus Ertragsteuern 9.8 62 1.163
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10.7 1.118 1.586
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 10.8 1.594 1.631
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.9 38.056 27.100
Kurzfristige Vermögenswerte 62.414 56.685
Passiva 258.296 239.494
Grundkapital 10.10 120 120
Kapitalrücklage 10.10 61.269 61.269
Ergebnisvortrag 10.10 13.944 12.167
Gesamtergebnis 10.10 2.557 1.980
Eigenkapital 77.890 75.536
Rückstellungen 10.12 523 604
Leasingverbindlichkeiten 10.4 34.230 15.912
Green Bond 10.14 98.049 97.381
Passive latente Steuern 9.8 10.376 12.105
Langfristige Schulden 143.177 126.003
Rückstellungen 10.12 4.117 6.253
Leasingverbindlichkeiten 10.4 3.025 3.163
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.13 10.847 13.332
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 9.8 2.188 188
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 10.15 4.584 4.046
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 10.16 12.468 10.973
Kurzfristige Schulden 37.229 37.955

3. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Geschäftsjahr 2022
TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Ergebnisvortrag Gesamtergebnis Anteilseigner der momox Holding SE Konzern-Eigenkapital
01.01.2022 120 61.269 14.147 75.536 75.536
Periodenergebnis 2.557 2.557 2.557
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis 2.557 2.557 2.557
Kapitalerhöhung
Beteiligungsveränderungen
Abstockung
Aufstockung
Sonstige Veränderungen -203 -203 -203
Ausschüttungen
31.12.2022 120 61.269 13.944 2.557 77.890 77.890
Geschäftsjahr 2021
TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Ergebnisvortrag Gesamtergebnis Anteilseigner der momox Holding AG Konzern-Eigenkapital
01.01.2021 30 61.359 12.013 73.402 73.402
Periodenergebnis 1.980 1.980 1.980
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis 1.980 1.980 1.980
Kapitalerhöhung 90 -90
Beteiligungsveränderungen
Abstockung
Aufstockung
Sonstige Veränderungen 154 154 154
Ausschüttungen
31.12.2021 120 61.269 12.167 1.980 75.536 75.536

4. Konzern-Kapitalflussrechnung

TEUR Anhang 2022 2021
Periodenergebnis 2.557 1.980
+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 7.039 6.815
-/+ (Gewinn)/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 74 125
+ Abschreibungen auf Nutzungsrechte 3.492 2.735
+ Ertragsteuern 1.513 1.059
+ Finanzergebnis 7.562 7.147
-/+ sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 534 282
Zwischensumme 22.771 20.144
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte 67 -2.334
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.555 -3.861
-/+ Zunahme/Abnahme der sonstigen Aktiva -20.879 -6.650
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2.485 4.201
+/- Zunahme/Abnahme der Rückerstattungsverbindlichkeiten 245 718
+/- Zunahme/Abnahme der Vertragsverbindlichkeiten -117 1.225
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -2.218 703
+/- Zunahme/Abnahme der sonstigen Passiva 23.298 5.482
+ Veränderung latente Steuern in das Eigenkapital -203 154
- Gezahlte Ertragsteuer -162 -10.144
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 23.872 9.637
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -36 -14
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 37 90
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.329 -10.072
+ Erhaltene Zinsen 36 0
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.293 -9.995
- Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -3.313 -2.674
- Gezahlte Zinsen -6.733 -6.594
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -10.046 -9.268
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 11.533 -9.626
+/- Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds -576 -250
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 10.9 27.100 36.976
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 10.9 38.056 27.100

Anhang

5. Allgemeine Angaben

Die in Deutschland ansässige momox Holding SE (vormals: momox Holding AG) ist die Muttergesellschaft der momox Gruppe. Die momox Holding GmbH wurde am 4. Oktober 2019 in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (HRB 210838 B) eingetragen. Eingetragener Sitz und Hauptsitz der Gesellschaft ist Schreiberhauer Straße 30, 10317 Berlin. Mit Gesellschafterbeschluss vom 17. November 2021 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (HRB 236301 B) ist am 2. Dezember 2021 erfolgt. Mit Gesellschafterbeschluss vom 5. Dezember 2022 wurde die Gesellschaft in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, kurz: SE) umgewandelt. Die Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (HRB 248174 B) ist am 13. Dezember 2022 erfolgt.

Mit Erwerb von 59,68 % der Anteile an der ehemals momox GmbH von Verdane (siehe Abschnitt 11.3) durch die momox Holding GmbH am 12. Dezember 2019 ist der Konzern der momox Gruppe entstanden.

Die momox Gruppe ist ein großer Händler von gebrauchten Artikeln privater Verkäufer. Der wesentliche Fokus der momox Gruppe liegt hierbei auf Artikeln, wie Books, Media und Fashion, deren Ankauf (sog. Inbound) über die eigene Ankaufsplattform (www.momox.de, www.momox.at,www.momox.fr) und deren Verkauf (sog. Outbound) über verschiedene Sales Channel wie die eigenen Plattformen (www.medimops.de, www.momox-shop.fr, www.momoxfashion.com) und Dritt-Plattformen wie amazon und eBay erfolgt.

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie Art. 61 EU-VO 2157/2001 aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit erstellt und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Konzernabschluss umfasst das Geschäftsjahr 2022, welches wie das Kalenderjahr am 31.12. endet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der momox Holding SE und der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt.

Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Beträge kaufmännisch auf volle tausend Euro (TEUR) oder volle Millionen Euro (Mio. EUR) gerundet. Rundungen können gegebenenfalls dazu führen, dass die Beträge sich nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und sich Prozentangaben nicht exakt aus den dargestellten Beträgen ergeben.

Kurz- und langfristige Vermögenswerte sowie Schulden sind in der Bilanz getrennt dargestellt. Kurzfristig sind demnach alle Sachverhalte, die in der Regel innerhalb eines normalen Geschäftszyklus von maximal 1 Jahr realisiert bzw. erfüllt werden. Alle anderen Vermögenswerte und Schulden gelten als langfristig.

6. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

6.1 Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens (momox Holding SE) und der von ihr beherrschten Unternehmen. Beherrschung wird dabei erlangt, wenn:

Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausgeübt werden kann,

schwankende Renditen aus der Beteiligung resultieren, und

die Renditen aufgrund der Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflusst werden können.

In den Konzernabschluss sind die momox Holding SE und ihre Tochtergesellschaften, über die Beherrschung im Sinne von IFRS 10 ausgeübt wird, einbezogen. Die Anzahl der im Konsolidierungskreis enthaltenen Tochtergesellschaften hat sich im Geschäftsjahr 2022 nicht verändert. Die momox AG wurde jedoch mit Eintragung vom 13. Dezember 2022 in die momox SE umgewandelt (siehe Abschnitt 7).

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die momox Holding SE die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzern-Ergebnis erfasst.

Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses sind den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnen. Dies gilt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter einen Negativsaldo aufweisen.

Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen.

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert.

Die momox Gruppe nimmt eine Neubeurteilung vor, ob ein Beteiligungsunternehmen beherrscht wird oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines der drei zuvor genannten Kriterien der Beherrschung verändert hat.

Erwerb von Tochterunternehmen

Der Erwerb von Geschäftsbetrieben wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser bestimmt sich aus der Summe der zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der von den früheren Eigentümern des erworbenen Unternehmens übernommenen Schulden und der vom Konzern emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst.

Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Hierzu gelten folgende Ausnahmen:

Latente Steueransprüche oder latente Steuerschulden und Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Verbindung mit Vereinbarungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden gemäß IAS 12 "Ertragsteuern" bzw. IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer erfasst und bewertet;

Schulden oder Eigenkapitalinstrumente, welche sich auf anteilsbasierte Vergütungen oder auf den Ausgleich anteilsbasierter Vergütungen durch den Konzern beziehen, werden zum Erwerbszeitpunkt gemäß IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung bewertet (siehe Abschnitt 10.11) und

Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen), die gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind, werden gemäß diesem IFRS bewertet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter an Unternehmen des Konsolidierungskreises werden getrennt vom Eigenkapital des Konzerns ausgewiesen. Solche Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die gegenwärtig Eigentumsrechte vermitteln und dem Inhaber im Falle der Liquidation das Recht gewähren, einen proportionalen Anteil am Nettovermögen des Unternehmens zu erhalten, werden bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Dieses Wahlrecht kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden. Andere Komponenten von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten oder den Wertmaßstäben bewertet, die sich aus anderen Standards ergeben. Nach dem Erwerb ergibt sich der Buchwert der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter aus dem Wert der Anteile bei der erstmaligen Erfassung zuzüglich des Anteils der nicht beherrschenden Gesellschafter an den nachfolgenden Eigenkapitalveränderungen.

Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraums werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes sind Anpassungen, um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände widerzuspiegeln, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungszeitraum darf jedoch ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt an nicht überschreiten.

Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist. Handelt es sich bei der bedingten Gegenleistung um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung an nachfolgenden Abschlussstichtagen; ihre Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert. Bedingte Gegenleistungen, bei denen es sich nicht um Eigenkapital handelt, werden an nachfolgenden Abschlussstichtagen zum beizulegenden Zeitwert bewertet und ein resultierender Gewinn oder Verlust wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im Falle eines sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses wird der zuvor von der Gesellschaft an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust wird erfolgswirksam erfasst.

Vor dem Erwerbszeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen an den zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteilen werden in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, wenn die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt wird.

Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende eines Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, werden für die Posten vorläufige Beträge angegeben. Sofern innerhalb des Bewertungszeitraums neue Informationen bekannt werden, die die Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt erhellen, werden die vorläufig angesetzten Beträge korrigiert bzw. es werden zusätzliche Vermögenswerte oder Schulden angesetzt, falls erforderlich.

Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an bestehenden Tochterunternehmen

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.

Bei Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen wird der Entkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst. Dieser wird ermittelt aus der Differenz zwischen

I.

dem Gesamtbetrag des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert der zurückbehaltenen Anteile und

II.

dem Buchwert der Vermögenswerte (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts), der Schulden des Tochterunternehmens und aller nicht beherrschenden Anteile.

Alle im Zusammenhang mit diesem Tochterunternehmen im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge werden so bilanziert, wie dies bei einem Verkauf der Vermögenswerte erfolgen würde, d.h. Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung oder direkte Übertragung in die Gewinnrücklagen.

Sofern Anteile an dem bisherigen Tochterunternehmen zurückbehalten werden, sind diese mit dem zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung festgestellten beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dieser Wert stellt die Anschaffungskosten der Anteile dar, die abhängig vom Grad der Beherrschung in der Folge gemäß IFRS 9 "Finanzinstrumente" oder nach den Vorschriften für assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen bewertet werden.

Währungsumrechnung

Monetäre Posten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaften der momox Gruppe werden mit dem gültigen Stichtagskurs und nicht-monetäre Posten in Fremdwährung mit historischen Kursen umgerechnet. Erträge und Aufwendungen integrierter Gesellschaften werden mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle erfasst und für die Aufstellung des Konzernabschlusses zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entsprechende Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Zur Aufstellung eines Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen selbständigen Geschäftsbetriebe der momox Gruppe in die funktionale Währung des Konzerns in Euro umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet. Die Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer selbständiger Geschäftsbetriebe in Konzernwährung werden im sonstigen Ergebnis erfasst, wohingegen die Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer integrierter Geschäftsbetriebe erfolgswirksam erfasst werden.

Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse stellen sich wie folgt dar:

in EUR Stichtagskurs 31.12.2021 Stichtagskurs 31.12.2022 Jahresdurch schnittskurs 2021 Jahresdurch schnittskurs 2022
Britischer Pfund GBP 0,84 0,89 0,86 0,85
Polnischer Zloty PLN 4,60 4,68 4,57 4,69
US-Dollar USD 1,13 1,07 1,18 1,05
Schweizer Franken CHF 1,03 0,98 1,08 1,00
Schwedische Kronen SEK 10,25 11,12 10,15 10,63

6.2 Geschäfts- oder Firmenwert

Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggfs. erforderlicher Wertminderungen bilanziert. Dieser unterliegt in der Folge einem Wertminderungstest (Impairment Test) der mindestens einmal jährlich durchgeführt wird. Liegen konkrete Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, hat ein zusätzlicher Wertminderungstest zu erfolgen.

Zum Zweck der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt von denen erwartet wird, dass sie Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen, unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens zu diesen Einheiten oder Gruppen von Einheiten zugeordnet wurden. Dementsprechend ist der aus der Kaufpreisallokation resultierende Geschäfts- oder Firmenwert der einzigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit (auch "cash generating unit" oder "CGU") momox zugeordnet worden.

Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der nicht wieder aufgeholt werden kann. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Weitere Informationen zum Wertminderungstest können dem Abschnitt 6.5 und 10.1 entnommen werden.

6.3 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte

Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Softwarelizenzen. Diese werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und in den Folgeperioden über ihre planmäßige Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Darüber hinaus werden mögliche Wertminderungen berücksichtigt.

Alle separat erworbenen immateriellen Vermögenswerte der momox Gruppe haben eine bestimmbare Nutzungsdauer, die drei bis sechs Jahre beträgt.

Immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet (Anschaffungskosten). In den Folgeperioden werden diese immateriellen Vermögenswerte, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet.

Die Nutzungsdauern der entsprechenden immateriellen Vermögenswerte betragen sechs bis fünfzehn Jahre:

Jahre
Kundenbeziehungen 10
Marken 10-15
Technologie 6

6.4 Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Nachträgliche Aufwendungen werden aktiviert, wenn diese zu einer Änderung des Nutzungszwecks bzw. zu einer Erhöhung des Nutzungswerts der Sachanlage führen. Die Nutzungsdauer der Sachanlagen betragen zwischen ein bis fünfzehn Jahre:

Jahre
Logistikanlagevermögen 1-14
EDV-Hardware 1-7
Einbauten in fremde Grundstücke 3-15
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-15

Die momox Gruppe beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert ist. Liegen solche Anhaltspunkte vor, nimmt die momox Gruppe eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswertes vor. Übersteigt der Buchwert des Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag, wird er erfolgswirksam auf diesen Betrag vermindert.

Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen ausgewiesen.

6.5 Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Abschlussstichtag überprüft die momox Gruppe die Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Liegen entsprechende Anhaltspunkte vor wird der erzielbare Betrag des jeweiligen Vermögenwerts ermittelt, um den notwendigen Wertminderungsaufwand festzustellen. Der erzielbare Betrag ist in diesem Zusammenhang der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Kann der erzielbare Betrag für den jeweiligen Vermögenwert nicht ermittelt werden, erfolgt die Ermittlung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert zugeordnet ist.

Unterschreitet der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert, wird der Buchwert des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der daraus resultierende Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Sobald Hinweise vorliegen, dass die Gründe für die vorgenommene Wertminderung nicht länger existieren, überprüft die Gesellschaft die Notwendigkeit einer vollständigen oder teilweisen Wertaufholung.

6.6 Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Für alle Leasingverhältnisse, bei denen die momox Gruppe Leasingnehmer ist, erfasst sie zu Beginn eines Leasingverhältnisses das Nutzungsrecht an dem zugrundeliegenden Vermögenswert sowie eine Leasingverbindlichkeit. Hiervon ausgenommen sind kurzfristige Leasingverhältnisse, die eine Laufzeit von maximal zwölf Monaten haben, und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte. Für diese Leasingverhältnisse wendet die momox Gruppe die Ausnahmeregelung an, wonach die mit diesen Leasingverhältnissen verbundenen Zahlungen aufwandswirksam erfasst werden.

Leasingverbindlichkeiten werden in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingzahlungen angesetzt. Die Leasingzahlungen setzen sich aus fixen und variablen Leasingzahlungen zusammen. Bei der Bewertung ist grundsätzlich der dem Leasingverhältnis implizite Zinssatz zu verwenden. Sollte sich dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmen lassen, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz verwendet. In der Folge wird die Leasingverbindlichkeit unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Höhe des Nutzungsrechtes entspricht im Zugangszeitpunkt der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten des Leasingnehmers. Zusätzlich können Anpassungen aufgrund von vom Leasinggeber erhaltener Leasinganreize, für Zahlungen am oder vor Beginn des Leasingverhältnisses und für Rückbau- und vergleichbare Verpflichtungen erforderlich sein. In der Folgebewertung werden die Nutzungsrechte über die ihnen zugrundeliegende Leasinglaufzeit linear abgeschrieben.

Änderungen der Vertragslaufzeit oder der erwarteten Leasingzahlungen führen zu einer Neubewertung der Verbindlichkeit und des Nutzungsrechts des zugrundeliegenden Vermögenswerts.

Leasingverträge können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Sofern die Ausübung der Verlängerungsoptionen bzw. Nichtausübung der Kündigungsoptionen als hinreichend sicher eingestuft wurden, wurden diese bei der Bestimmung der Laufzeit des Vertrages berücksichtigt.

Darüber hinaus bestehen Leasingverhältnisse, die auf unbestimmte Zeit geschlossen wurden und sowohl der momox Gruppe als Leasingnehmer als auch dem Leasinggeber das Recht zur Kündigung mit einer maximalen Kündigungsfrist von bis zu 12 Monaten einräumen. Derartige Vertragskonditionen werden verwendet, um dem Konzern die maximale operative Flexibilität in Bezug auf die genutzten Vermögenswerte zu ermöglichen und sind dementsprechend als kurzfristige Leasingverhältnisse eingestuft worden.

Als Leasinggeber trat die momox Gruppe im Jahr 2021 lediglich mit einem Vertragsverhältnis von untergeordneter Bedeutung auf. Im Geschäftsjahr lagen keine diesbezüglichen Vertragsverhältnisse mehr vor.

6.7 Vorräte

Die Vorräte der momox Gruppe werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt und umfassen im Wesentlichen Handelswaren sowie im kleineren Umfang Verpackungsmaterialien.

Bei der momox Gruppe werden die Anschaffungskosten der angekauften Handelswaren für jeden Artikel einzeln bestimmt und richten sich nach dem Ankaufspreis, der dem Kunden beim Befüllen der Verkaufsbox auf den konzerneigenen Beschaffungsplattformen angezeigt wird. Dieser Ankaufspreis wird mehrmals täglich mithilfe eines Preisfindungsalgorithmus, der auch für die Ermittlung des Verkaufspreises verantwortlich ist, neu berechnet. Neben externen Daten wie Original- und Marktpreisen berücksichtigt der Algorithmus außerdem interne Daten zu tatsächlichen und prognostizierten Lagermengen, Bearbeitungs- und Versandkosten, Marketingmaßnahmen, Verkaufsprovisionen sowie Risikoabschläge.

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Risiken aus überdurchschnittlicher Lagerdauer und / oder geminderter Verwertbarkeit werden bei der momox Gruppe durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung der Handelswaren geführt haben, weggefallen sind, ist eine entsprechende Wertaufholung zu erfassen.

Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu keinen Wertaufholungen bzw. Zuschreibungen.

6.8 Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn die momox Gruppe Vertragspartei eines Finanzinstruments wird.

Eine Saldierung von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich nicht. Sie werden nur saldiert, sofern ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

6.8.1 Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte der momox Gruppe umfassen insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Factoring sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Zusätzliche Informationen lassen sich unter Abschnitt 10.1 finden.

Bewertung

Finanzielle Vermögenswerte werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Hiervon ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente, die zum Transaktionspreis bewertet werden. In der Zugangsbewertung sind außerdem alle direkt zurechenbaren Transaktionskosten von finanziellen Vermögenswerten zu berücksichtigen, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

In der Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte entweder

1)

zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC);

2)

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVTOCI); oder

3)

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet.

In der momox Gruppe bestehen ausschließlich finanzielle Vermögenswerte die zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet werden.

Finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC; Amortized Cost) bewertet, wenn sie im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen und wenn die Vertragsbedingungen ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen. Nach der erstmaligen Erfassung werden diese finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVTPL; Fair Value Through Profit or Loss) werden im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung nicht darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und ihre Zahlungsströme stellen nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag dar.

Ausbuchung

Die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, an dem die vertraglichen Rechte auf Tilgungs- und Zinszahlungen aus finanziellen Vermögenswerten auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte auf einen Dritten übertragen werden.

Forderungen, einschließlich der damit verbundenen Wertminderungsaufwendungen, werden ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden.

Übertragung von Forderungen

Im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung überträgt die momox Gruppe einen Teil ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Barzahlung auf einen Factor, der das Ausfallrisiko (Delkredererisiko) der Forderungen übernimmt. Übertragene Forderungen werden nicht mehr unter der Bilanzposition Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Stattdessen wird ein finanzieller Vermögenswert erfasst, der erfolgswirksam zum beilzulegenden Zeitwert bewertet wird.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Gemäß IFRS 9 werden Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte mittels des Modells der erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Loss, ECL) ermittelt. Demnach erfolgt eine Untergliederung in drei Stufen, welche sich im Hinblick auf den Betrachtungszeitraum, die Risikovorsorge und die Zinserfassung unterscheiden. Der Umfang erforderlicher Wertminderungen hängt dabei von der Kreditqualität des Finanzinstruments ab.

Die Stufen des Wertminderungsmodells setzten sich wie folgt zusammen:

Stufe 1: Für Finanzinstrumente, bei denen sich das Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, sind Wertminderungen mittels des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes erfolgswirksam zu erfassen. Die Zinserfassung erfolgt basierend auf dem Bruttobuchwert.

Stufe 2: Besteht zum Abschlussstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos, ist die Risikovorsorge für die Restlaufzeit des Vermögenswerts zu erfassen. Der erwartete Verlust ist hierbei eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung. Die Erfassung von Zinsen erfolgt analog der Stufe 1.

Stufe 3: Sofern objektive Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, sind Finanzinstrumente der Stufe 3 zuzuordnen. Die Ermittlung der Risikovorsorge erfolgt ebenfalls auf Basis des erwarteten Verlusts über die Restlaufzeit. Die Zinserfassung ist in den Folgeperioden auf Basis des Nettobuchwertes anzupassen.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet die momox Gruppe das von IFRS 9 vorgesehene vereinfachte Wertminderungsmodell an, bei dem die Ermittlung der Risikovorsorge über die Laufzeit erfolgt. Demnach leitet die momox Gruppe die erwartete Ausfallquote von Forderungen aus historischen Erfahrungswerten ab, die sich aus den Abrechnungen bzw. Zahlungsabgleichen der Onlinehandelsplattformen ergeben. Eine Differenzierung in Bezug auf die Überfälligkeiten wird nicht vorgenommen, da Forderungsausfälle und die damit verbundenen Wertberichtigungen in der Vergangenheit von untergeordneter Größenordnung waren.

Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, die sich im Wesentlichen auf Forderungen aus Factoring, Kautionen und die Forderungen gegen die Mehrheitsgesellschafter beziehen, wird das Ausfallrisiko grundsätzlich als nicht signifikant eingestuft.

6.8.2 Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten der momox Gruppe umfassen insbesondere den Green Bond, Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Zusätzliche Informationen lassen sich unter Abschnitt 11.1 finden.

Bewertung

Finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn sie zu Handelszwecken gehalten werden (z.B. Derivate), eine bedingte Gegenleistung eines Erwerbers bei einem Unternehmenszusammenschluss darstellen oder freiwillig dieser Kategorie zugeordnet wurden (Fair Value-Option). Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden nach erstmaliger Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Effektivzinsmethode

Nach IFRS 9 ist die Effektivzinsmethode eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit und der Zuordnung von Zinsaufwendungen auf die jeweilige Periode. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Auszahlungen (einschließlich sämtlicher Gebühren, Entgelte und Transaktionskosten) über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls eine kürzere Periode auf den Nettobuchwert abgezinst werden. Mit einer Änderung des Marktzinssatzes ist der Effektivzinssatz eines variabel verzinslichen Finanzinstruments neu zu bestimmen.

Ausbuchung

Die Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Die Differenz zwischen dem Buchwert der ausgebuchten finanziellen Verpflichtung und der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung wird erfolgswirksam erfasst.

6.9 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) eines Finanzinstruments ist der Betrag, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde.

Alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder angegeben wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair Value-Hierarchie eingeordnet. Dabei sind beobachtbare Inputfaktoren den nicht beobachtbareren Inputfaktoren grundsätzlich vorzuziehen.

Stufe 1: Bewertungen ergeben sich aus notierten (unbereinigten) Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.

Stufe 2: Bewertungen ergeben sich aus Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt aus anderen Preisen abgeleitet werden können.

Stufe 3: Bewertungen ergeben sich aus Bewertungsmodellen, die nicht am Markt beobachtbare Inputfaktor verwenden

Die momox Gruppe übt weder für finanzielle Vermögenswerte noch für finanzielle Verbindlichkeiten die Fair Value-Option aus, die vorsieht, dass Finanzinstrumente freiwillig zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderung im Periodenergebnis (FVTPL) bewertet werden dürfen.

6.10 Anteilsbasierte Vergütung

Als anteilsbasierte Vergütung ist jede Transaktion definiert, in der ein Unternehmen (oder ein Unternehmen der Gruppe) Güter oder Dienstleistungen von einem Lieferanten (einschließlich eines Mitarbeiters) erhält, entweder als Gegenleistung für seine Eigenkapitalinstrumente oder durch Aufnahme von Schulden für Beträge, die auf dem Kurs von Aktien oder anderen Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens basieren.

Die momox Gruppe hat Vereinbarungen über anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich abgeschlossen. Zum Abschlussstichtag erfolgt daher eine Beurteilung, ob und in welcher Höhe hierfür eine Schuld anzusetzen ist. Grundsätzlich werden anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich bei Zugang bzw. Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Bis zur Begleichung der Schuld wird der beizulegende Zeitwert zu jedem Abschlussstichtag und am Erfüllungstag neu bestimmt. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst.

Weitere Informationen zur anteilsbasierten Vergütung können dem Abschnitt 10.11 entnommen werden.

6.11 Rückstellungen

Die momox Gruppe bildet Rückstellungen, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vergangenen Ereignis resultiert, es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird, und die Höhe der Rückstellung verlässlich ermittelt werden konnte.

Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag geschätzt. Dieser stellt die bestmögliche Schätzung des Erfüllungsbetrages dar, der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist.

Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage eines adäquaten Zinssatzes abgezinst.

Rückbauverpflichtungen

Die Rückstellung wird in Höhe des Barwerts der geschätzten künftigen Rückbauverpflichtungen angesetzt. Derzeit bestehen diese innerhalb der momox Gruppe ausschließlich für Immobilien-Leasingverhältnisse.

6.12 Umsatzrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, an dem die Verfügungsgewalt über die zugesagte Ware inkl. der Dienstleistung des Versands auf einen Kunden übergangen ist und die momox Gruppe somit ihre Leistungsverpflichtung erfüllt hat. Dies geschieht üblicherweise mit der Auslieferung der bestellten Ware.

Der Warenversand erfolgt gemäß AGB ausschließlich nach vollständiger Bezahlung des Kaufpreises einschließlich Versandkosten. Hierfür bietet die momox Gruppe ihren Kunden verschiedene (marktübliche) Zahlungsarten an, wobei diese keine signifikanten Finanzierungskomponenten beinhalten. Die Zahlungsarten werden in der Buchhaltung als Debitorenkonten dargestellt, auf denen die Forderungen aus bereits erfolgten Kundenanzahlungen an die Zahlungsdienstleister unterteilt nach den betreffenden Marktplätzen ausgewiesen werden.

Als Leistungsverpflichtungen identifiziert die momox Gruppe die in dem Vertrag mit dem Kunden zugesagten Waren und Dienstleistungen. Dies sind im Normalfall die vom Kunden bestellten Produkte und der Versand. Bilanziell werden die Produkte und der Versand zu einem Bündel, d. h. einer eigenständig abgrenzbaren Leistungsverpflichtung zusammengefasst.

Der Wertansatz von Umsatzerlösen erfolgt abzüglich eingeräumter Preisnachlässe, Steuern und Gebühren. Außerdem werden eingeräumte Rückgaberechte (Retouren) umsatzmindernd berücksichtigt. Die Höhe der prognostizierten Retouren basiert auf historischen Retourenquoten. In der Bilanz passiviert die momox Gruppe eine Rückerstattungsverbindlichkeit in Höhe der geschätzten Beträge, die an die Kunden zurückzuzahlen sind. Gleichzeitig wird der Materialaufwand um die Anschaffungskosten der verkauften Waren, die erwartungsgemäß zurückgegeben werden, korrigiert und ein Vermögenswert für das Recht auf Erhalt zurückgegebener Produkte in den sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerten erfasst.

Rückerstattungsverbindlichkeiten beziehen sich auf das Recht von Kunden, Produkte nach dem Kauf zurückzugeben. Grundsätzlich haben Kunden die Möglichkeit, Kaufverträge innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen zu widerrufen. Darüber hinaus gewährt die momox Gruppe Kunden ein erweitertes Rückgaberecht von 30 Tagen für Fashion Produkte.

Für Gutscheine und im Voraus erhaltene Zahlungen werden die von den Kunden erhalten Transaktionspreise als Vertragsverbindlichkeiten passiviert. In diesen Fällen werden Umsatzerlöse erst zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme bzw. der Auslieferung von Waren realisiert. Üblicherweise erfolgt die Inanspruchnahme von Gutscheinen innerhalb von 12 Monaten nach Ausstellung. Leistungsverpflichtungen, die per Vorkasse bezahlt wurden, werden in der Regel innerhalb weniger Tage erfüllt.

6.13 Ertragsteuern

Der Ertragssteueraufwand setzt sich aus dem laufenden und latenten Steueraufwand zusammen. Der laufende und latente Steueraufwand wird im Periodenergebnis ausgewiesen, es sei denn der Aufwand steht im Zusammenhang mit Posten, die entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden.

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens und unter Anwendung der zum Abschlussstichtag geltenden Steuervorschriften berechnet. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die steuerlich abzugsfähig sind vom Periodenergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Die latenten Steuern werden auf Grundlage von temporären Differenzen zwischen dem Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens ermittelt. Während latente Steuerschulden für sämtliche temporäre Differenzen bilanziert werden, ist die Bilanzierung von Steueransprüchen davon abhängig, wie wahrscheinlich es ist, dass steuerbare Gewinne zukünftig zur Verfügung stehen werden.

Der Buchwert latenter Steuern wird jährlich zum Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, sofern es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Die latenten Steuern werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetzte, die zum Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden, ermittelt.

Latente Steuerschulden und latente Steueransprüche können miteinander verrechnet werden, sofern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung laufender Steuererstattungsansprüche gegen Steuerschulden besteht oder wenn sich diese auf Ertragsteuern beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden und der Konzern beabsichtigt, seine laufenden Steueransprüche und -schulden netto zu begleichen.

6.14 Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden in Übereinstimmung mit den IFRS, Annahmen und Schätzungen getroffen, die sich auf die ausgewiesenen Beträge und die dazu gehörenden Angaben auswirken. Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen und auf den gegenwärtigen Ereignissen und Umständen beruhend erfolgen, kann es zu Abweichungen bei den sich tatsächlich ergebenden Beträge kommen. Wesentliche Annahmen und Schätzungen werden insbesondere bei den folgenden Sachverhalten vorgenommen:

Wertminderungstest des Geschäfts- oder Firmenwerts; siehe Abschnitt 10.1

Bestimmung von Wertberichtigungen auf Handelswaren und Forderungen; siehe Abschnitt 10.6

Festlegung der erwarteten Retourenquoten; siehe Abschnitt 6.12

Ermittlung des Abzinsungssatzes für Leasingverhältnisse; siehe Abschnitt 6.6

Ansatz und Bewertung von Rückstellungen; siehe Abschnitt 6.11

Die Annahmen und Schätzungen beruhen auf Einschätzungen am Abschlussstichtag, der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung des Konzerns und berücksichtigen voraussichtliche Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes. Sollten sich die Rahmenbedingungen verändern, werden die Annahmen und Schätzungen sowie die Buchwerte der angesetzten Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst.

6.15 Änderungen von Rechnungslegungsvorschriften

Die momox Gruppe wendet alle zum 31.12.2022 verabschiedeten und in der Europäischen Union verpflichtend anzuwendenden IFRS an.

Folgende Rechnungslegungsvorschriften hat die momox Holding SE im Geschäftsjahr 2022 erstmalig angewandt:

Änderungen an IFRS 3 - Unternehmenszusammenschlüsse - Verweis auf das Rahmenkonzept (Mai 2020): Mit den Änderungen des IFRS 3 bezieht sich der Standard nunmehr auf das Rahmenkonzept 2018 und führt zu Ergänzungen hinsichtlich der Identifizierung von Schulden, die bei einem Unternehmenszusammenschluss übernommen wurden. Diese sind bei der Feststellung auf Geschäftsvorfälle und ähnliche Ereignisse im Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 anzuwenden. Zusätzlich ist die Aussage aufzunehmen, dass bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Eventualforderungen nicht anzusetzen sind. Das EU-Endorsement erfolgte am 28. Juni 2021. Für den Konzernabschluss der momox Holding SE ist die Änderung irrelevant, da im Geschäftsjahr bei der momox Holding SE keine Unternehmenszusammenschlüsse stattgefunden haben.

Änderungen an IAS 16 - Sachanlagen - Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten Zustands (Mai 2020): Mit der Änderung erfolgt der Ausweis der Erträge, die aus der Veräußerung von Gütern entstehen, die produziert werden, während eine Sachanlage an den vom Management beabsichtigten Standort sowie in den beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird, und die Kosten für die Produktion dieser Güter im Betriebsergebnis. Ein Abzug von den Kosten ist damit unzulässig geworden. Das EU-Endorsement erfolgte am 28. Juni 2021. Für den Konzernabschluss der momox Holding SE hatte die Änderung keine wesentlichen Auswirkungen.

Änderungen an IAS 37 - Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen - Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen (Mai 2020): Durch die Änderungen wird Zusammensetzung der Kosten der Vertragserfüllung festgelegt. Diese beinhalten "Kosten, die sich direkt auf den Vertrag beziehen". Dabei kann es sich entweder um zusätzliche Kosten für die Erfüllung dieses Vertrages handeln (z.B. direkte Arbeitskosten, Materialien) oder um eine Zuweisung anderer Kosten, die sich direkt auf die Erfüllung von Verträgen beziehen (z.B. die Zuweisung der Abschreibungen für einen Posten des Sachanlagevermögens, der bei der Erfüllung des Vertrages verwendet wird). In den Änderungen geht es insbesondere um Kosten, die ein Unternehmen als Kosten für die Erfüllung eines Vertrages mit aufnehmen sollte, wenn es beurteilt, ob ein Vertrag belastend ist. Das EU-Endorsement erfolgte am 28. Juni 2021. Für den Konzernabschluss der momox Holding SE hatte die Änderung keine wesentlichen Auswirkungen, da es sich lediglich um eine Konkretisierung des Umfangs der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen handelt, welche die Bilanzierungspraxis vereinheitlichen soll.

Jährliche Verbesserungen - Verbesserungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 - Zyklus 2018-2020 (Mai 2020): Es handelt sich in allen Fällen um Klarstellungen bzw. Korrekturen, die nicht Teil eines größeren Projekts des IASB oder Gegenstand eines gesonderten Projekts sein mussten. Das EU-Endorsement erfolgte am 28. Juni 2021. Für den Konzernabschluss der momox Holding SE hatte die Änderung keine wesentlichen Auswirkungen.

Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten. Die momox Gruppe hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.

Standards IASB-Datum des Inkrafttretens * EU-Übernahme
Änderungen an IFRS 16 Leasingverbindlichkeit bei Sale-and-Leaseback 01.01.2024 Nein
Änderungen an IAS 1 Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen und Klassifizierung als kurz- und langfristig 01.01.2024 Nein
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 Ja
Änderungen an IFRS 10 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture Erstanwendung auf unbestimmte Zeit verschoben Nein
und IAS 28
IAS 12 Latente Steuern aus einer einzigen Transaktion 01.01.2023 Ja
Änderungen an IAS 1 Offenlegung von Rechnungslegungsgrundsätzen 01.01.2023 Ja
Änderungen an IAS 8 Definition Schätzungen 01.01.2023 Ja

* anwendbar für Geschäftsjahre die am oder nach dem entsprechendem Datum beginnen

Die erstmalige Anwendung der neuen bzw. geänderten Standards wird voraussichtlich keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der momox Gruppe haben.

7. Konsolidierungskreis

Zum 31. Dezember 2022 stellt sich der mittelbare und unmittelbare Anteilsbesitz der momox Holding SE an Tochtergesellschaften im Überblick folgendermaßen dar (Anteilsbesitzliste nach § 313 Abs. 2 HGB):

Nr. Unternehmen Sitz Währung Anteilsbesitz von Anteilsbesitz 2022 Anteilsbesitz 2021 Anteilsbesit z 2020
1 momox SE * Berlin Euro unmittelbar 100,00% 100,00% 100,00%
2 momox Services GmbH * Berlin Euro Nr. 1 100,00% 100,00% 100,00%
3 MOMOX Polska Sp.z o.o. Stettin Polnische Zloty Nr. 1 100,00% 100,00% 100,00%

* Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB

Die Anteilsbesitzliste zeigt alle in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Es bestehen keine nicht in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen, nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen oder sonstige Beteiligungen.

Einzelheiten zur Zusammensetzung des Konzerns zum Bilanzstichtag sind nachstehend aufgeführt:

Inland Ausland Gesamt
Einbezogen am 31.12.2021 3 1 4
Erstkonsolidierung 0 0 0
Einbezogen am 31.12.2022 3 1 4

Mit Gesellschafterbeschluss vom 17. November 2021 und Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (HRB 236261 B) ist am 1. Dezember 2021 die Umwandlung der momox GmbH in die momox AG erfolgt. Mit Gesellschafterbeschluss vom 5. Dezember 2022 und Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (HRB 248162 B) ist am 13. Dezember 2022 die Umwandlung der momox AG in die momox SE erfolgt.

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten keine Unternehmenszusammenschlüsse im Sinne des IFRS 3. Eine Veränderung des Konsolidierungskreises ergab sich ebenfalls nicht.

8. Segmentinformationen

Die momox Gruppe wird als eine Geschäftseinheit auf dem Gebiet des An- und Verkaufs von gebrauchten Artikeln privater Verkäufer gesteuert. Die interne Berichterstattung erfolgt entsprechend regelmäßig an die Geschäftsführung der momox Holding SE, die die Ressourcenallokation im Wesentlichen mit Blick auf die Geschäftstätigkeit als Re-Commerce Unternehmen vornimmt und gesamtverantwortlich für die momox Gruppe handelt.

Die Verteilung der Umsatzerlöse auf die Hauptproduktkategorien ist dem Abschnitt 9.1 zu entnehmen.

Die Außenumsätze verteilen sich unter Berücksichtigung der entsprechenden Absatzkanäle auf die folgenden Länder:

in TEUR 2022 2021
Deutschland 246.783 244.048
Frankreich 48.173 51.651
Österreich 15.614 14.231
Großbritannien 6.180 7.396
USA 3.830 1.199
Schweiz 3.486 3.651
Belgien 3.115 3.508
Sonstige * 9.400 9.454
Summe 336.582 335.137

* weitere Länder mit einem jeweiligen Umsatz von weniger als 3 Mio. EUR werden unter "Sonstige" aufgeführt

Aufgrund der Vielzahl an kleineren Einzelkunden wurde mit keinem Kunden ein Umsatz von 10 % getätigt.

Die Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte (ohne Finanzinstrumente oder latenten Steueransprüche) zu geographischen Regionen erfolgt auf Basis des Sitzlandes der jeweiligen Konzerngesellschaft:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Deutschland 185.519 173.189
Polen 5.207 4.324
Summe 190.726 177.513

Die im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten immateriellen Vermögenswerte sowie der Geschäfts- oder Firmenwert werden vollständig den in Deutschland ansässigen Konzerngesellschaften zugeordnet.

9. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

9.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der momox Gruppe unterteilen sich wie folgt:

in TEUR 2022 2021
Books 206.004 209.546
Anderes * 130.578 125.591
Summe 336.582 335.137

* Umsatzerlöse der Bereiche Medien und Fashion in Höhe von jeweils unter 20% Umsatzanteil werden unter der Position "Anderes" aufgeführt

Sämtliche Umsatzerlöse werden zeitpunktbezogen realisiert.

9.2 Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge der momox Gruppe setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2022 2021
Erträge aus der Währungsumrechnung 855 487
Erträge aus Rückversand 344 373
Erstattungen aus Aufwendungsausgleichsgesetz 208 286
Sachbezüge 201 191
Versicherungsentschädigungen 122 119
Erträge aus nicht in Anspruch genommenen Gutscheinen 1.164 197
Sonstige 1.040 1.133
Summe 3.935 2.785

Die Position "Erträge aus Rückversand" betrifft Erträge, die der Konzern für den Rückversand von Artikeln erhält, die nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen und die der Kunde zurückerhalten möchte. In der Position "Sonstige" sind im Wesentlichen Erträge aus den im Vorjahr vermehrt ausgegebenen Gutscheinen die im Geschäftsjahr ausgebucht wurden sowie aus der Auflösung von Rückstellungen (444 TEUR; Vorjahr insbesondere Erträge aus Pönalen für einen Mietvertrag in Polen 890 TEUR) enthalten.

9.3 Materialaufwand

Der Materialaufwand im Geschäftsjahr 2022 teilt sich wie folgt auf:

in TEUR 2022 2021
Aufwendungen für bezogene Handelswaren 104.625 98.616
Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.300 8.463
Summe 110.925 107.080

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen resultieren im Wesentlichen aus Arbeitnehmerüberlassungen.

9.4 Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2022 2021
Löhne und Gehälter 52.736 48.612
Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge und für Unterstützungen 11.037 9.807
Summe 63.774 58.419

Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung betragen 4.620 TEUR (Vorjahr: 4.148 TEUR).

9.5 Sonstige Aufwendungen

Die sonstigen Aufwendungen setzen sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

in TEUR 2022 2021
Kosten für den An- und Verkauf von Waren 68.022 80.151
Versandkosten 54.926 55.756
Fremdleistungen und Fremdarbeiten 3.687 3.623
Betriebskosten 4.646 2.732
Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten 3.092 1.286
Kosten für IT, Telekommunikation und Medien 1.342 1.225
Sonstige 7.941 7.913
Summe 143.656 152.687

Die Kosten für den An- und Verkauf von Waren resultieren im Wesentlichen aus Marketingaufwendungen und Verkaufsprovisionen.

Die Position "Sonstige" beinhaltet unter anderem Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (2022: 595 TEUR; Vorjahr: 1.300 TEUR; siehe Abschnitt 10.4), Aufwendungen aus Währungsumrechnungen (2022: 895 TEUR; Vorjahr: 519 TEUR) sowie weitere für den Geschäftsbetrieb notwendigen Aufwendungen mit Einzelwerten von jeweils unter 1 Mio. EUR.

9.6 Abschreibungen

Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2022 2021
Sachanlagen 1.908 1.686
Immaterielle Vermögenswerte 5.130 5.128
Nutzungsrechte 3.492 2.735
Summe 10.530 9.550

Für weitere Informationen siehe Abschnitt 10.2 bis 10.4.

9.7 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2022 2021
Zinserträge 146 98
Zinsaufwendungen 7.708 7.244
Finanzergebnis 7.562 7.147

Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus dem Green Bond (2022: 6.625 TEUR; Vorjahr: 6.337 TEUR) und aus Leasingverhältnissen (2022: 357 TEUR; Vorjahr: 141 TEUR).

9.8 Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in Deutschland und Polen gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern erfasst. Dabei umfassen die Steuern vom Einkommen und Ertrag die Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag und die entsprechenden polnischen Einkommen- und Ertragsteuern.

Seit dem 1. Januar 2020 besteht eine ertragssteuerliche Organschaft der momox Holding SE mit der momox SE und der momox Services GmbH.

Die laufenden und latenten Steuern sind aus der folgenden Übersicht zu entnehmen:

in TEUR 2022 2021
Laufende Steuern
Steueraufwand der laufenden Periode 3.387 2.805
In der laufenden Periode erfasste Anpassungen für laufende Steuern der Vorjahre -29 0
Latente Steuern
Erträge aus der Zuführung / Auflösung von latenten Steuern -1.872 -1.780
Aufwand aus der Zuführung / Auflösung von latenten Steuern 28 34
Summe 1.513 1.059

Die Ermittlung der erwarteten Ertragsteuern (laufende und latente) basiert auf der Anwendung des deutschen Gesamtsteuersatzes von 31,44 % (31. Dezember 2021: 30,82 %). Dieser ergibt sich aus dem Körperschaftsteuersatz für den Veranlagungszeitraum 2022 unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags (15,82 %, 31. Dezember 2021: 15,82 %) und dem maßgeblichen Gewerbesteuersatz (15,62 %, 31. Dezember 2021: 14,99 %). Die Veränderung resultiert insbesondere aus der Schließung des Lagers in Neuenhagen und dem Umzug nach Leipzig. Aus der Anpassung des Gesamtsteuersatzes ergab sich kein wesentlicher Effekt.

Der erwartete Steueraufwand kann wie folgt auf die ausgewiesenen Ertragsteuern übergeleitet werden:

in TEUR 2022 2021
Ergebnis vor Steuern 4.070 3.039
Ertragsteuersatz Konzern 31,44% 30,82%
Erwarteter Steueraufwand 1.280 937
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen und gewerbesteuerliche Hinzurechnungen 325 304
Nicht angesetzte Verlustvorträge 0 0
Periodenfremde Steueraufwendungen (-) / Steuererträge (+) 0 0
Steuersatzabweichungen -104 -186
Sonstige 12 4
Ertragsteueraufwand laut Konzern-Gesamtergebnisrechnung 1.513 1.059
Effektiver Steuersatz 37,17% 34,85%

Nachfolgend sind die wesentlichen vom Konzern angesetzten latenten Steueransprüche und -schulden sowie deren Entwicklung aufgeführt:

in TEUR Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Summe
31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022
Immaterielle Vermögenswerte 18 15 11.138 9.733 11.120 9.718
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 160 30 160 30
Rückstellungen 219 164 0 0 -219 -164
Leasing 47 104 0 0 -47 -104
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15 0 0 0 -15 0
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 65 0 0 0 -65 0
Finanzinstrumente 0 0 807 614 807 614
Summe 364 283 12.105 10.377 11.741 10.094

Passive latente Steuern, die im Zusammenhang mit den immateriellen Vermögenswerten stehen, resultieren im Wesentlichen aus der Kaufpreisallokation.

Latente Steueransprüche und -schulden werden für Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte saldiert ausgewiesen und betreffen aktive latente Steuern in Höhe von 10.437 TEUR (Vorjahr: 4.715 TEUR) und passive latente Steuern von 10.333 TEUR (Vorjahr 4.668 TEUR).

Zum 31. Dezember 2022 bestanden Verbindlichkeiten aus Ertragssteuern in Höhe von 2.188 TEUR (31. Dezember 2021: 188), die sich auf Gewerbesteuern (1.057 TEUR; 31. Dezember 2021: 0 TEUR) und Körperschaftssteuern (1.130 TEUR; 31. Dezember 2021: 188 TEUR) beziehen. Darüber hinaus lagen zum Abschlusstag Forderungen aus Ertragssteuern in Höhe von 62 TEUR (31. Dezember 2021: 1.163 TEUR) vor, die hauptsächlich aus Gewerbesteuer- (0 TEUR; 31. Dezember 2021: 424 TEUR) und Körperschaftssteuerüberzahlungen (62 TEUR; 31. Dezember 2021: 739 TEUR) resultieren.

10. Erläuterungen zur Konzernbilanz

10.1 Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert der momox Gruppe in Höhe von 108.327 TEUR resultiert aus dem Erwerb der momox SE (vormals: momox AG) im Dezember 2019 und wurde vollständig der zahlungsmittelgenerierenden Einheit momox zugeordnet.

Die jährliche Wertminderungsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde zum Bilanzstichtag durchgeführt. Als erzielbarer Betrag wird der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Dabei werden von der Unternehmensführung genehmigte Planungen und die entsprechenden Zahlungsströme für die nächsten 5 Jahre verwendet, die die Performance der momox Gruppe sowie die beste Schätzung des Managements in Bezug auf die zukünftige Entwicklung widerspiegeln. Für den Zeitraum nach der Detailplanungsphase wird ein Endwert (Terminal Value) unter Fortführung des letzten detaillierten Planungsjahres berechnet. Dabei wird eine Wachstumsrate von 1 % angenommen.

Der zur Diskontierung der Netto-Cashflows herangezogene gewichtete Kapitalkostensatz wird unter Verwendung des Capital Asset Pricing Models (CAPM) auf Basis eines risikolosen Zinssatzes, einer Marktrisikoprämie und einem Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread) sowie der Kapitalstruktur, des durchschnittlichen Steuersatzes und des Beta-Faktors ermittelt. Zur Bestimmung des systematischen Risikos der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird auf eine Peer Gruppe börsennotierter Unternehmen zurückgegriffen. Der gewichtete Kapitalkostensatz nach Steuern für den Wertminderungstest zum 31. Dezember 2022 beträgt 11,48 %.

Aus der Werthaltigkeitsprüfung ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Anhaltspunkte dafür, dass mögliche Änderungen der wesentlichen Annahmen dazu führen könnten, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit momox den erzielbaren Betrag übersteigt, lagen zum 31. Dezember 2022 nicht vor.

In den folgenden Berechnungen zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzunsicherheiten:

Wachstumsraten: Die geschätzten Wachstumsraten basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf produkt- und länderspezifischen Wachstumsannahmen der Zielmärkte. Das geschätzte Wachstum berücksichtigt ebenfalls die Internationalisierungsstrategie der momox Gruppe.

EBITDA-Margen: Die EBITDA-Margen basieren auf den Werten der Vergangenheit und gewichten die aktuelleren Werte stärker. Für den Detailplanungszeitraum erfolgen Adjustierungen, die bessere Erkenntnisse des Managements, insbesondere über Kostentreiber bzw. Effizienzsteigerungen, berücksichtigen.

Diskontierungssätze: Die Abzinsungssätze stellen die Markteinschätzungen hinsichtlich der der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zuzuordnenden spezifischen Risiken dar. Die Berechnung des Abzinsungssatzes berücksichtigt dabei die spezifischen Umstände des Geschäftsmodells.

Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse haben wir jeweils separat eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt angenommen. Auf dieser Basis ergab sich wie im Vorjahr, dass der Buchwert der Vermögenswerte den erzielbaren Betrag der Berichtseinheit übersteigt.

10.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Kundenbeziehungen Marken Technologie Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 8.098 23.770 14.502 46.370
Zugänge 0 0 14 14
Abgänge 0 0 -1 -1
Stand 31.12.2021 8.098 23.770 14.515 46.383
Zugänge 0 0 36 36
Abgänge 0 0 0 0
Stand 31.12.2022 8.098 23.770 14.551 46.419
Abschreibungen
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 810 1.892 2.425 5.127
Zugänge 810 1.893 2.427 5.130
Abgänge 0 0 -1 -1
Stand 31.12.2021 1.620 3.785 4.851 10.256
Zugänge 810 1.893 2.427 5.130
Abgänge 0 0 0 0
Stand 31.12.2022 2.430 5.678 7.278 15.386
Buchwerte
Stand 31.12.2020 7.288 21.878 12.077 41.243
Stand 31.12.2021 6.478 19.985 9.664 36.127
Stand 31.12.2022 5.668 18.092 7.273 31.033

In den Marken sind im Wesentlichen die Marken momox (11.628 TEUR; 31. Dezember 2021: 12.597 TEUR) und medimops (5.548 TEUR; 31. Dezember 2021: 6.237 TEUR) mit einer Restnutzungsdauer von 12 bzw. 7 Jahren enthalten.

10.3 Sachanlagen

Die Sachanlagen der momox Gruppe haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 3.096 3.785 6.882
Zugänge 2.759 7.312 10.071
Abgänge -448 0 -448
Umbuchungen 8.765 -8.765 0
Stand 31.12.2021 14.172 2.332 16.504
Zugänge 1.003 1.328 2.331
Abgänge -186 0 -186
Umbuchungen 3.648 -3.648 0
Stand 31.12.2022 18.637 12 18.649
Abschreibungen
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 919 0 920
Zugänge 1.685 0 1.685
Abgänge -236 0 -236
Stand 31.12.2021 2.368 0 2.368
Zugänge 1.908 0 1.908
Abgänge -69 0 -69
Stand 31.12.2022 4.207 0 4.207
Buchwerte
Stand 31.12.2020 2.177 3.785 5.963
Stand 31.12.2021 11.804 2.332 14.137
Stand 31.12.2022 14.430 12 14.442

Die Position "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" umfasst hauptsächlich Logistikanlagevermögen sowie im kleineren Umfang EDV-Hardware, Einbauten und Büroeinrichtungen. Die "Geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau" betreffen insbesondere Umbuchungen für den Logistikstandort Leipzig, an dem neue Lagerflächen angemietet wurden und ein neues Hochregallagersystem errichtet wurde. In diesem Zusammenhang bestanden zum 31. Dezember 2022 sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (31.12.2021: 3,7 Mio. EUR).

10.4 Leasingverhältnisse

Die Leasingverhältnisse der momox Gruppe, für die Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten erfasst werden, beziehen sich ausschließlich auf Gebäude (Büro- und Lagerräumen sowie Logistikzentren). Diese Verträge enthalten Verlängerungsoptionen und in einigen Fällen Optionen zur Kündigung des Vertrags. Darüber hinaus sehen mancher dieser Verträge variable Zahlungen vor, die von der Entwicklung von Verbraucherpreisindizes abhängig sind.

Die Nutzungsrechte beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt 36.925 TEUR (Vorjahr: 18.924 TEUR). Die Zugänge im Geschäftsjahr 2022 betreffen in erster Linie die Anpassungen von bestehenden Mietverträgen (TEUR 17.814) sowie die Anmietung zusätzlicher Flächen an den Logistikzentren in Leipzig und Stettin (TEUR 3.805).

Die Entwicklung der Nutzungsrechte stellt sich wie folgt dar:

in TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 19.032
Zugänge 4.920
Abgänge 0
Stand 31.12.2021 23.953
Zugänge 21.619
Abgänge -126
Stand 31.12.2022 45.446
Abschreibungen
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 2.294
Zugänge 2.735
Abgänge 0
Stand 31.12.2021 5.029
Zugänge 3.492
Abgänge 0
Stand 31.12.2022 8.521
Buchwerte
Stand 31.12.2020 16.739
Stand 31.12.2021 18.924
Stand 31.12.2022 36.925

Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Leasingverbindlichkeiten setzen sich nach ihrer Fälligkeit wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
In weniger als 1 Jahr fällig 4.011 3.276
In 1 bis 5 Jahren fällig 15.297 12.688
In mehr als 5 Jahren fällig 26.543 3.523
Summe 45.851 19.487

Der Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 357 TEUR (Vorjahr: 141 TEUR) und wird im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Die Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten betrugen 3.670 TEUR (Vorjahr: 2.815 TEUR) und werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.

Variable Zahlungen betreffen Mietzahlungen, die von der Entwicklung von Verbraucherpreisindizes abhängig sind. Grundsätzlich werden Anpassungen seit dem Geschäftsjahr 2022 soweit erforderlich einmal jährlich vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2022 hat sich die zu zahlende Miete um etwa 6,6 % durch den zugrundeliegenden Index verändet. Damit beliefen sich die zusätzlichen Zahlungen für diese indexbasierten Mietanpassungen auf insgesamt 0,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR).

Aktuell bestehen für die Lagerflächen in Polen Verlängerungsoptionen. Diese Optionen zur Verlängerung von Leasingverträgen sind aus Sicht des Konzerns wesentlich und bewegen sich zwischen 1 und 5 Jahren. Die Ausübung aller dieser Optionen könnte zu einem zusätzlichen Mittelabfluss in Höhe von insgesamt 5,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) führen.

Darüber hinaus ist momox einen Leasingvertrag eingegangen, indem zusätzliche Mietflächen in Deutschland noch ungenutzt ist. Der Leasingvertrag beginnt im April 2023 und führt zu zusätzlichen Zahlungen (einschließlich sämtlicher Optionen zur Verlängerung) in Höhe von insgesamt bis zu 0,8 Mio. EUR (vier vergleichbare Sachverhalte im Vorjahr: 3,1 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse auf 487 TEUR (Vorjahr: 1.224 TEUR) und die Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte auf 108 TEUR (Vorjahr: 76 TEUR). Im Geschäftsjahr haben sich keine wesentlichen Änderungen des Portfolios aus kurzfristigen Leasingverhältnissen ergeben.

Die Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen (einschließlich Zahlungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse) umfassten im Geschäftsjahr insgesamt 4.265 TEUR (Vorjahr: 4.104 TEUR).

Im Berichtszeitraum gab es aufgrund der oben genannten variablen Zinszahlungen sowie Verlängerung von Mietverträgen in Deutschland Änderungen an bestehenden Leasingverhältnissen, die eine Neubewertung der Nutzungsrechte um 17,8 Mio. EUR bzw. Leasingverbindlichkeiten um 17,4 Mio. EUR zur Folge gehabt haben.

10.5 Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 511 354
Fertige Erzeugnisse und Waren 16.386 16.620
Geleistete Anzahlungen 9 0
Summe 16.906 16.973

Die Wertberichtigung der Waren betragen auf den Nettoveräußerungswert 7.935 TEUR (Vorjahr: 4.994 TEUR) und die Veränderungen zum Vorjahr wurden in Höhe von 2.941 TEUR im Geschäftsjahr 2022 als Aufwand angesetzt und sind im Posten Materialaufwand enthalten.

In Bezug auf die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die geleisteten Anzahlungen ergaben sich zu den beiden Stichtagen keine Wertberichtigungen.

10.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 31. Dezember 2022 insgesamt 4.677 TEUR (Vorjahr: 8.232 TEUR) und resultierten im Wesentlichen aus Forderungen gegen die Onlinehandelsplattformen, auf denen die Produkte Books & Media sowie Fashion an den Endkunden vertrieben werden.

Der Nettobestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bruttobestand Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.764 8.370
Vorgenommene Wertberichtigungen -87 -138
Nettobestand Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.677 8.232

Die momox Gruppe wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Die erwartete Ausfallquote beträgt dabei 2 % auf eine für diese Berechnung modifizierte Bemessungsgrundlage und basiert auf historischen Erfahrungswerten angepasst um prospektive Erwartungen. Die verhältnismäßig geringe Ausfallquote ist unter anderem auf die angebotenen Zahlungsbedingungen sowie die Abtretung von Forderungen im Rahmen von einer Factoring-Vereinbarung zurückzuführen.

Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt weiterhin eine Einschätzung, ob es objektive Anhaltspunkte für Wertberichtigungen von einzelnen Forderungen gibt. Liegen objektive Hinweise eines Kreditausfalls vor, erfolgt eine Wertberichtigung der Stufe 3. Weder zum 31. Dezember 2021 noch zum 31. Dezember 2022 war dies der Fall.

Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum Abschlussstichtag 87 TEUR (Vorjahr: 138 TEUR). der Rückgang der Wertberichtigung basierte auf dem Umstand, dass zum 31. Dezember 2022 die ausstehenden Forderungen - bei gleicher Risikoeinschätzung - deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Wesentlichen nicht überfällig (4.749 TEUR; Vorjahr: 8.362 TEUR).

10.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte der momox Gruppe setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Kautionen 2.726 2.886
Forderungen gegen Gesellschafter 2.147 2.045
Summe 4.874 4.931

Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Abnahme der Kautionen zurückzuführen.

In den Forderungen gegen Gesellschafter, die aus den SARs-Vereinbarungen (Stock Appreciation Rights) resultieren, die die momox Holding SE erworben, deren Rechte sie jedoch vertraglich an die Gesellschafter abgetreten hat (siehe Abschnitt 10.11), sind Zinsen in Höhe von 102 TEUR (Vorjahr: 97 TEUR) enthalten.

Zum 31. Dezember 2022 betrugen die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte insgesamt 1.118 TEUR (Vorjahr: 1.586 TEUR) und umfassten mit 306 TEUR (Vorjahr: 465 TEUR) unter anderem Forderungen aus Factoring und mit 0 TEUR Forderungen aus Pönalen (Vorjahr: 840 TEUR).

10.8 Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Recht auf Erhalt zurückgegebener Produkte 949 910
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 343 268
Umsatzsteuerforderungen 279 411
Sonstige 24 41
Summe 1.594 1.630

10.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der momox Gruppe umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben bei Kreditinstituten und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalent setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Kassenbestand 5 11
Geldtransit 0 1.500
Bankguthaben 38.051 25.589
Summe 38.056 27.100

10.10 Eigenkapital

Das Grundkapital betrug zum 31. Dezember 2022 insgesamt 120.168,00 EUR (31. Dezember 2021: 120.168,00 EUR). Das Grundkapital von EUR 120.168,00 ist in 19.288 Aktien der Klasse-A und 100.880 Aktien der Klasse-B aufgeteilt. Die Aktien haben einen Nennwert von je 1,00 EUR und das Grundkapital wurde vollständig eingezahlt.

Aktiengattung Anzahl Aktien Nennbetrag
in EUR
Stammaktien Klasse-A 19.288 19.288
Vorzugsaktien Klasse-B 100.880 100.880
Summe 120.168 120.168

Die Klasse-A-Aktien sind Stammaktien mit vollem Stimmrecht. Die Klasse-B-Aktien sind Vorzugsaktien mit einer bestimmten Vorzugsrendite und ebenfalls vollem Stimmrecht.

Die Klasse-A-Aktien geben ihren Inhabern grundsätzlich kein Recht auf Ausschüttung von Gewinnen, sonstige Ausschüttungen, Zahlungen im Rahmen einer Vermögensverteilung nach Auflösung der Gesellschaft oder jeglichen sonstigen Zahlungen der Gesellschaft, bevor nicht die Inhaber der Klasse-B-Aktien die ihnen zustehende Vorzugsrendite in voller Höhe erhalten haben.

Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 stellt sich vor dem Hintergrund der Umwandlung der momox Holding AG in die momox Holding SE mit Umwandlungsbeschluss vom 5. Dezember 2022 und Eintragung in das Handelsregister am 13. Dezember 2022 folgendermaßen dar:

Anzahl Aktien Grundkapital
in EUR
Stand zum 1. Januar 2022 120.168 120.168
Abgänge 0 0
Zugänge 0 0
Ausgabe neuer Aktien 0 0
Aktienrückkäufe 0 0
Stand zum 31. Dezember 2022 120.168 120.168

Die Kapitalrücklage in Höhe von 61.269 TEUR (31. Dezember 2021: 61.269 TEUR) resultiert aus Einlagen von Anteilen der Gesellschafter an der momox SE (vormals: momox AG) und anderer Einlagen.

Der Ergebnisvortrag hat sich von 12.167 TEUR zum 31. Dezember 2021 auf 13.944 TEUR zum 31. Dezember 2022 erhöht. Es erfolgte im Geschäftsjahr eine Kapitalanpassung im Ergebnisvortrag durch die ergebnisneutrale Buchung von latenten Steuern in Höhe von 203 TEUR aufgrund der Änderung des Steuersatzes auf Konzernebene im Rahmen der Ermittlung der PPA sowie weiterer Anpassungen in dem Einzelabschluss der MOMOX Polska Sp.z o.o.

Das Gesamtergebnis der momox Gruppe beträgt für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt 2.557 TEUR.

10.11 Anteilsbasierte Vergütung

Die momox SE (vormals: momox AG) hat mit bestimmten Mitgliedern des Managements zwischen 2013 und 2019 Vereinbarungen über Stock Appreciation Rights ("SARs") getroffen. Diese Vereinbarungen sahen vor, dass den Managern bei Eintritt von bestimmten Fälligkeitsereignissen Ausgleichzahlungen in bar gewährt werden, sofern die Berechtigten die vertraglich vereinbarten Dienstzeitbedingungen von vier bzw. fünf Jahren erfüllen.

Im Zuge des sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses hat die momox Holding SE (vormals: momox Holding AG) den SARs-Berechtigten mit Wirkung zum 20. Januar 2020 alle bzw. Teile (meistens 50 %) ihrer SARs zu einem Preis von insgesamt 1.924 TEUR abgekauft, die zum Bilanzstichtag weiterhin bestehen.

Zum 31. Dezember 2022 wurde keine Schuld für diese SARs-Vereinbarungen angesetzt, da die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Fälligkeitsereignisses bis zum Verfall der SARs in 2032 nicht eingeschätzt werden kann.

Für weitere Informationen siehe Abschnitt 11.3.

10.12 Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2021 01.01.2022 Verbrauch / Umgliederung Zuführung / Umgliederung Auflösung Zinsaufwand 31.12.2022
Rückstellungen für Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten 567 -346 0 -16 0 205
Rückbaurückstellungen 432 0 59 0 -11 479
Rückstellungen für Marketing und Vertrieb 2.438 -2.184 0 0 0 254
Rückstellungen für Abschluss und Prüfung 655 -383 656 -131 0 797
Personalrückstellungen 446 -307 391 -152 0 378
Rückstellung für drohende Verluste 0 0 28 0 0 28
Sonstige Rückstellungen 2.319 -1.180 1.505 -146 0 2.498
Summe 6.857 -4.400 2.638 -444 -11 4.639

Im Vorjahr haben sich die Rückstellungen folgendermaßen entwickelt:

in TEUR 31.12.2020 01.01.2021 Verbrauch / Umgliederung Zuführung / Umgliederung Auflösung Zinsaufwand 31.12.2021
Rückstellungen für Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten 2.026 -2.014 555 0 0 567
Rückbaurückstellungen 629 -629 428 0 4 432
Rückstellungen für Marketing und Vertrieb 236 -236 2.438 0 0 2.438
Rückstellungen für Abschluss und Prüfung 801 -632 486 0 0 655
Personalrückstellungen 433 -411 424 0 0 446
Sonstige Rückstellungen 2.022 -1.978 2.272 0 3 2.319
Summe 6.147 -5.901 6.604 0 7 6.857

Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen betreffen ausschließlich bestehende Immobilien-Leasingverhältnisse. In den Personalrückstellungen sind 17 TEUR (Vorjahr: 146 TEUR) Altersvorsorge für Mitarbeiter der MOMOX Polska enthalten, die für die momox Gruppe jedoch von untergeordneter Größenordnung sind. Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Rechnungen, deren Höhe und Fälligkeit ungewiss sind (2.168 TEUR; Vorjahr: 1.743 TEUR), Bezugsnebenkosten (303 TEUR; Vorjahr: 549 TEUR) und Aufbewahrungspflichten (27 TEUR, Vorjahr: 27 TEUR).

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Sonstige Rückstellungen 4.117 43 6.253 172
Rückbauverpflichtungen 0 479 0 432
Summe 4.117 522 6.253 604

10.13 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Zum 31. Dezember 2022 betrugen sie insgesamt 10.847 TEUR (Vorjahr: 13.332 TEUR) und beinhalten unter anderem alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die zum Bilanzstichtag noch nicht in Rechnung gestellt wurden.

10.14 Green Bond

Die momox Holding SE (vormals: momox Holding AG) hat am 10. Juli 2020 einen Green Bond in Höhe von 100 Mio. EUR und mit einer Laufzeit von fünf Jahren emittiert. Dieser Green Bond dient in erster Linie der Finanzierung des Kaufpreises für den Anteilserwerb der momox Holding SE (vormals: momox Holding AG) an der momox SE (vormals: momox AG). Darüber hinaus soll der Betrag der Ausschüttung und Rückzahlung von Kapitalrücklagen dienen. Am 8. Juli 2021 wurde der Green Bond an der Osloer Börse gelistet.

Im Zusammenhang mit dem Green Bond sind in 2020 Transaktionskosten in Höhe von 3.528 TEUR angefallen, die unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode abgegrenzt und über die Laufzeit des Green Bonds amortisiert werden.

Die Verzinsung des Green Bonds ist variabel und an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. In Übereinstimmung mit der Zinsberechnung wird der Effektivzinssatz aufgrund der Schwankungen des 3-Monats-EURIBOR fortlaufend ermittelt.

Die Verbindlichkeiten aus der Begebung des Green Bonds sind durch die Verpfändung aller Anteile an der momox SE (vormals: momox AG) und der momox Services GmbH (mit Vereinbarung vom 30. Juli 2021), aller Forderungen sowie inländischen Bankkonten besichert (siehe Abschnitt 11.4).

10.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Rückerstattungsverbindlichkeiten aus Retouren 2.855 2.610
Zinsverbindlichkeiten Green Bond 1.729 1.424
Sonstige 0 12
Summe 4.584 4.046

10.16 Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Vertragsverbindlichkeiten 6.677 6.794
Verbindlichkeiten aus Löhnen und Gehältern 2.643 2.188
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 2.129 973
Sonstige 1.019 1.018
Summe 12.468 10.973

Die Position "Sonstige" beinhaltet hauptsächlich Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuern (423 TEUR; Vorjahr: 362 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (510 TEUR; Vorjahr: 382 TEUR).

Die Vertragsverbindlichkeiten der momox Gruppe umfassen zum 31. Dezember 2022 Verbindlichkeiten aus Gutscheinen in Höhe von 6.314 TEUR (Vorjahr: 6.679 TEUR) sowie erhaltene Anzahlungen in Höhe von 363 TEUR (Vorjahr: 115 TEUR).

Die Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten ist in der folgenden Übersicht dargestellt:

in TEUR
Stand zum 31.12.2021 / 01.01.2022 6.794 5.569
Zuführung 4.792 2.871
In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse -3.745 -1.477
Erträge aus nicht in Anspruch genommenen Gutscheinen -1.164 -169
Stand zum 31.12.2022 6.677 6.794

Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Umsätze aus Leistungsverpflichtungen erfasst, die im Vorjahr erfüllt wurden.

11. Sonstige Angaben

11.1 Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten

11.1.1 Finanzrisikomanagement

Die momox Gruppe ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken (Zins- und Währungsrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die potenziell negativen Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns zu minimieren, sodass die Schuldentilgungsfähigkeit und finanzielle Substanz des Konzerns auch in Zukunft erhalten bleiben. Die sich für die momox Gruppe im Rahmen der operativen Tätigkeit ergebenden Risiken werden daher vom Management laufend überwacht und aktiv gesteuert.

Ausfallrisiko

Für die momox Gruppe besteht das Risiko, dass Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und es somit zu einem Ausfall eines finanziellen Vermögenswerts kommt. Aus diesem Grund wird das Ausfallrisiko von finanziellen Vermögenswerten kontinuierlich durch das Management überwacht, was insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrifft.

Das maximale Bonitäts- und Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen Beträgen. Darüber hinaus besteht keine nennenswerte Konzentration von Ausfallrisiken.

Das Ausfallrisiko von Forderungen wird durch eine Factoring-Vereinbarung reduziert. Außerdem werden überwiegend Zahlungsmodalitäten angeboten, bei denen der Kunde vor dem Versand der Ware zahlt. Weitere Informationen zur Entwicklung der Wertberichtigungen sowie zur Fälligkeitsstruktur sind unter Abschnitt 10.6 aufgeführt.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Konzern seinen finanziellen Verpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen kann. Das Management der momox Gruppe überwacht daher laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses mittels der Liquiditätsplanung. Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung eines Kontokorrentkredits mit einer Verzinsung von 2,5 % (ab 1. Dezember 2022 zuzüglich Euro Short Term Rate) zu schaffen. Zum 31. Dezember 2021 sowie zum 31. Dezember 2022 war die Kreditlinie in Höhe von 6,5 Mio. EUR vollständig ungenutzt.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns, die zum 31. Dezember 2022 bestanden, sind mit Ausnahme der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Green Bond (siehe Abschnitt 10.14) und der Leasingverbindlichkeiten (siehe Abschnitt 10.4) ausschließlich kurzfristiger Natur und somit innerhalb von 12 Monaten fällig.

Die nachstehenden Tabellen analysieren die finanziellen (undiskontierten) Verbindlichkeiten des Konzerns in den jeweiligen Laufzeitbändern, basierend auf ihren vertraglichen Laufzeiten.

Vertragliche Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten
in TEUR
Bis zu 12 Monaten Zwischen 1-5 Jahren Über fünf Jahre Summe Buchwert Verbindlich keiten
31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung 13.332 0 0 13.332 13.332
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Sonstige 4.046 0 0 4.046 4.046
Green Bond 0 100.000 0 100.000 97.381
Leasingverbindlichkeiten 3.276 12.688 3.523 19.487 19.075
SUMME 20.654 112.688 3.523 136.864 133.834
Vertragliche Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten
in TEUR
Bis zu 12 Monaten Zwischen 1-5 Jahren Über fünf Jahre Summe Buchwert Verbindlich keiten
31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung 10.847 0 0 10.847 10.847
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Sonstige 4.584 0 0 4.584 4.584
Green Bond 0 100.000 0 100.000 98.049
Leasingverbindlichkeiten 4.011 15.297 26.543 45.851 37.255
SUMME 19.442 115.297 26.543 161.282 150.735

Währungsrisiko

Da die momox Gruppe international tätig ist, bestehen Risiken aus Ein- und Auszahlungen in Fremdwährungen. Dies betrifft insbesondere Transaktionen in Britischen Pfund, US Dollar, Kanadischen Dollar und Polnischen Zloty. Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden bislang im Konzern als unwesentlich eingestuft, da der Einkauf vollständig und der Verkauf zum überwiegenden Teil in Eurowährung abgewickelt wird. Im Berichtszeitraum betrug der Anteil der nicht in Eurowährung erzielten Umsatzerlöse weniger als 5 % am Gesamtumsatz.

Zinsrisiko

Innerhalb der momox Gruppe hat lediglich der am 10. Juli 2020 emittierte Green Bond mit einer Höhe von 100 Mio. EUR und einer Laufzeit von fünf Jahren eine variable Verzinsung.

Eine Absicherung gegen potenzielle Zinsänderungen wurde im Geschäftsjahr nicht vorgenommen. Hintergrund ist die vereinbarte Mindestverzinsung, die nicht unterschritten werden kann. Ein Anstieg der Zinskosten ist erst mit positivem Referenzzinssatz (EURIBOR) zu verzeichnen. Dieser ist aufgrund der Abrechnungssystematik unserer Anleihe erst ab 10. Oktober 2022 über 0 Prozentpunkte gestiegen. Eine Analyse der Zinssensitivität ergibt, dass ein Anstieg der variablen Verzinsung um 0,5 Prozentpunkte zu höheren Zinszahlungen von 115 TEUR geführt hätte. Dementsprechend hätte ein Rückgang der Zinssätze um 0,5 Prozentpunkte die Zinszahlungen um 115 TEUR reduziert. Dies macht 1,74% der Zinskosten für den Bond aus, wodurch die Auswirkungen für das Geschäftsjahr als unwesentlich erachtet wurden. Zukünftigen potentiellen Zinsrisiken wird durch eine kontinuierliche Analyse von finanziellen Absicherungsmöglichkeiten begegnet.

11.1.2 Zusätzliche Informationen zu Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zum Zugangszeitpunkt entsprechend der Kategorien des IFRS 9 klassifiziert und bilanziert. Der erstmalige Ansatz eines Finanzinstruments erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert unter Einbeziehung etwaiger Transaktionskosten.

Aufgrund der kurzen Laufzeit der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird angenommen, dass der jeweilige beizulegende Zeitwert näherungsweise dem Buchwert entspricht.

Auch bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten, Leasingverbindlichkeiten und dem Green Bond entspricht der jeweilige beizulegende Zeitwert näherungsweise dem Buchwert.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzpositionen und der Bewertungskategorien nach IFRS 9:

Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Zeitwert
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 38.056 27.100 38.056 27.100
Forderungen aus Lieferungen und Leistung AC 4.677 8.232 4.677 8.232
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
davon Forderungen aus Factoring FVTPL 306 465 306 465
davon Sonstige AC 812 1.121 812 1.121
Langfristige finanzielle Vermögenswerte AC 4.874 4.931 4.874 4.931
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung AC 10.847 13.332 10.847 13.332
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Call-/Put-Option AC 0 0 0 0
davon Gesellschafterdarlehen AC 0 0 0 0
davon Sonstige AC 4.584 4.046 4.584 4.046
Green Bond AC 98.049 97.381 98.049 97.381
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten AC 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten N/A 37.255 19.075 37.255 19.075

AC: Amortized Cost, FVTPL: Fair Value Through Profit and Loss

Forderungen aus Factoring werden sowohl in der Erst- als auch Folgebewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet und der Stufe 1 innerhalb der Fair Value-Hierarchie zugeordnet. Grundsätzlich entspricht der beizulegende Zeitwert der Forderungen dem Buch- bzw. Transaktionswert, weswegen keine signifikanten Wertänderungen im Periodenergebnis erfasst werden.

Die Nettogewinne/-verluste aus Finanzinstrumenten sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

in TEUR 2022 2021
Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte (AC) -51 -47
Währungskurseffekte finanzieller Vermögenswerte (AC) 1 -4
Zinsergebnis finanzieller Vermögenswerte (AC) 102 97
Währungskurseffekte finanzieller Verbindlichkeiten (AC) -112 -19
Zinsergebnis finanzieller Verbindlichkeiten (AC) -7.649 -7.103
davon aus Effektivzinsmethode -1.025 -766
Fair Value-Anpassung finanzieller Vermögenswerte (FVTPL) 0 0
Summe -7.597 -7.053

11.2 Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Finanzverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:

in TEUR 31.12.2020 Zahlungswirksame Bewegungen Nicht-zahlungswirksame Bewegungen 31.12.2021
Neue Leasingverträge Zinseffekte
Green Bond 96.756 0 0 625 97.381
Gesellschafterdarlehen 1 -1 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 16.829 -2.815 4.920 141 19.075
Summe 113.586 -2.816 4.920 766 116.456
in TEUR 31.12.2021 Zahlungswirksame Bewegungen Nicht-zahlungswirksame Bewegungen 31.12.2022
Neue Leasingverträge Zinseffekte
Green Bond 97.381 0 0 668 98.049
Gesellschafterdarlehen 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 19.075 -3.670 21.493 357 37.255
Summe 116.456 -3.670 21.493 1.025 135.304

11.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (31.12.2021: 3,7 Mio. EUR) aus der Lagererweiterung in Leipzig (siehe Abschnitt 10.3). Es besteht ferner eine finanzielle Verpflichtung aus einem Mietvertrag in Leipzig für die Zahlung einer Mietkaution in Höhe von 0,5 Mio. EUR.

11.4 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Der momox Holding SE (vormals: momox Holding AG) nahestehende Unternehmen und Personen werden in Übereinstimmung mit IAS 24 identifiziert und umfassen die Mehrheitsgesellschafter, Verdane Capital X (E) AB und Verdane Capital X (D) AB sowie die Mitglieder der Geschäftsführung, des Vorstands, des Aufsichtsrates, des Prüfungsausschusses sowie andere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen.

Zum 31. Dezember 2022 bestanden Forderungen gegen die Gesellschafter der momox Holding SE in Höhe von 2.147 TEUR (Vorjahr: 2.045 TEUR), die aus dem Erwerb der SARs von den berechtigten Mitarbeitern resultieren. Verdane wird der momox Holding SE diese Ausgaben erstatten und bis zum Begleichen der Forderung mit 5 % verzinsen (siehe Abschnitt 10.11). In diesem Zusammenhang sind im Geschäftsjahr Zinserträge in Höhe von 102 TEUR (Vorjahr: 97 TEUR) erfasst worden.

Die am 12. Mai 2020 gegründete Stromboli ManCo GmbH & Co. KG (MEP KG) ermöglicht den Geschäftsführern und ausgewählten leitenden Angestellten über ein management equity program Kommanditanteile an der MEP KG zu erwerben und somit eine indirekte Beteiligung an der momox Holding SE zu erhalten. Alle berechtigten Vorstände und ausgewählten leitenden Angestellten haben Kommanditanteile an der Gesellschaft erworben und somit eine indirekte Beteiligung an der momox Holding SE erlangt.

Für die Geschäftsführer und Vorstände sowie andere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen wurden im Geschäftsjahr 2022 Aufwendungen in Höhe von 1.818 TEUR (Vorjahr: 1.966 TEUR) und für die Aufsichtsräte Aufwendungen in Höhe von 184 TEUR (Vorjahr: 133 TEUR) erfasst. Davon entfallen 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) auf kurzfristige Leistungen und 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) auf anteilsbasierte Vergütung.

Die Geschäftsführung innerhalb der momox Gruppe setzen sich für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

Christian von Hohnhorst, Kaufmann, Vorstand momox SE und momox Holding SE, Geschäftsführer der MOMOX Polska Sp.z o.o. sowie momox Services GmbH (bis 14. Januar 2022, ab 4. Juli 2022)

Heiner Kroke, Kaufmann, Vorstand momox SE und momox Holding SE, Geschäftsführer der MOMOX Polska Sp.z o.o. sowie momox Services GmbH (bis 14. Januar 2022)

Peter Buse, Kaufmann, Geschäftsführer momox Services GmbH (bis 2. August 2022)

Tim Kellermann, Kaufmann, Geschäftsführer momox Services GmbH (mit Eintragung in das Handelsregister ab 19. Januar 2023)

Im Rahmen des Rechtsformwechsels der momox Holding AG in die momox Holding SE sowie der momox AG in die momox SE wurde der Vorstand neu bestellt und mit konstituierender Sitzung des Aufsichtsrats vom 5. Dezember 2022 bestätigt.

Die Geschäftsführer und Vorstände übten ihre Tätigkeiten hauptberuflich aus.

Im Geschäftsjahr 2022 bestand der Aufsichtsrat der momox Holding AG und momox AG und seit seiner Konstituierung als Aufsichtsrat der momox Holding SE und momox SE am 5. Dezember 2022 aus folgenden Mitgliedern

Dr. Thomas Tochtermann, Berater, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Staffan Mörndal, Professional Investment Consultant, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates

Morwenna White, CEO Hyperwild Associates Consulting, Mitglied des Aufsichtsrates

Eric Daniel Bowman, CTO bei TomTom, Mitglied des Aufsichtsrates

Victor del Pozo, COO der Veepee Gruppe, Mitglied des Aufsichtsrats (ab 14. Januar 2022)

Ursula Radeke-Pietsch, Global Senior Vice President Finance der Siemens AG, Mitglied des Aufsichtsrats (ab 16. März 2022)

Der Prüfungsausschuss der momox Holding AG wurde im Rahmen der Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft für die momox Holding SE in gleicher Besetzung durch Beschluss des Aufsichtsrates der momox Holding SE eingerichtet. Damit setzt sich der Prüfungsausschuss für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

Ursula Radeke-Pietsch, Global Senior Vice President Finance der Siemens AG, Mitglied des Prüfungsausschusses (ab 20. März 2022), Vorsitzende des Prüfungsausschusses (ab 22. März 2022)

Staffan Mörndal, Professional Investment Consultant, stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses

Dr. Thomas Tochtermann, Berater, Vorsitzender des Prüfungsausschusses (bis 22. März 2022), Mitglied des Prüfungsausschusses

Der Aufsichtsrat der momox Services GmbH setzt sich mit dem Beschluss vom 18. Dezember 2021 wie folgt zusammen:

Heiner Kroke, CEO momox, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Christian von Hohnhorst, CFO momox, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 28. Juni 2022)

Dr. Thomas Tochtermann, Berater, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (ab 28. Juni 2022)

Chris Herber, Arbeitnehmer momox, Mitglied des Aufsichtsrates

Weitere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen sind:

Dr. Dimitrios Tritaris, CMO: Marketing & Vertrieb, Pricing, Business Intelligence, Customer Support (bis 31. Juli 2022)

Lenia Karallus, Chief Fashion Officer

Bastian Salewsky, Interim Chief Fashion Officer (bis 31. März 2022)

Stefan Klostermann, Chief Books & Media Officer (ab 1. Juli 2022)

Marco Trettin, CTO: Technologie- und Produkt-Bereich

Alexandra Schulz, Human Resources

11.5 Haftungsverhältnisse

Die Verbindlichkeiten aus dem am 10. Juli 2020 emittierten Green Bond in Höhe von 100 Mio. EUR wurden im Rahmen einer Globalzession besichert, die die Verpfändung der Gesamtheit der Gesellschafteranteile einschließlich aller Nebenrechte an der momox SE (vormals: momox AG) (Share Pledge Agreement vom 9. Juli 2020) sowie die Verpfändung aller bestehenden und zukünftigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Global Assignment Agreement vom 5. Oktober 2020) und der Bankkonten inländischer Kreditinstitute (Account Pledge Agreement vom 5. Oktober 2020) umfasst.

Die Buchwerte der als Sicherheit für den Green Bond verpfändeten Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

2022 2021
Geschäftsanteile 120 120
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.371 7.753
Bankkonten inländischer Kreditinstitute 18.273 13.229
Summe 22.764 21.102

Darüber hinaus wurde mit der am 5. Oktober 2020 geschlossenen Garantievereinbarung (Guarantee Agreement) vereinbart, dass die momox SE (vormals: momox AG) eine Garantie in Höhe von 195 Mio. EUR stellt, die zur Besicherung von Verpflichtungen und Verbindlichkeiten der momox Holding SE (vormals: momox Holding AG) in Bezug auf den Green Bond dient.

Die momox Services GmbH ist mit Vereinbarung am 30. Juli 2021 (Accession Letter) als zusätzlicher Garantiegeber in die abgeschlossene Garantievereinbarung, das Global Assignment Agreement und Account Pledge Agreement vom 5. Oktober 2020 eingetreten.

Im Hinblick auf Unternehmensentwicklung der momox Gruppe wird das Risiko einer Inanspruchnahme als gering eingeschätzt.

Des Weiteren wurden alle Bürgschaften für Mietkautionen in 2022 aufgelöst (Vorjahr: 155,1 TEUR).

11.6 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten verteilt sich wie folgt:

2022 2021
Frauen 762 1.019
Männer 1.470 1.188
Summe 2.232 2.207

11.7 Honorar des Abschlussprüfers

Die momox Holding SE ist nach deutschem Handelsrecht verpflichtet, das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers, RSM GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, anzugeben.

Die folgenden Honorare sind für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers angefallen:

in TEUR 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 392 405
andere Bestätigungsleistungen 56 8
Steuerberatungsleistungen 0 94
sonstige Leistungen 2 1
Summe 450 508

Die Abschlussprüfungsleistungen entfielen vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses der momox Holding SE und von Jahresabschlüssen der deutschen Konzerngesellschaften sowie auf die Designbeurteilung des internen Kontrollsystems von deutschen Konzerngesellschaften im Vorjahr. Andere Bestätigungsleistungen umfassten die gesetzlich vorgeschriebene Verpackungsprüfung sowie die Prüfung des nichtfinanziellen Konzernberichts. Die Steuerberatungsleistungen des Abschlussprüfers beinhalteten im Vorjahr die steuerliche Beratung sowie Unterstützungsleistungen für die Erstellung von Steuererklärungen. Die sonstigen Leistungen entfielen auf die technische Unterstützung zur Offenlegung. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Finanzintegrität zum 1. Januar 2021 und dem damit einhergehenden Wegfall von § 319a HGB ab dem 1. Januar 2022 wurden keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen mehr erbracht.

11.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2022

Es sind keine Ereignisse nach dem Abschlussstichtag eingetreten die einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten.

11.9 Befreiung zu Offenlegung

Die Gesellschaften momox SE und momox Services GmbH sind nach den Bestimmungen des § 264 Abs. 3 HGB von der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse und von der Aufstellung eines Anhangs und Lageberichts befreit gemäß Gesellschafterversammlungsbeschlüssen vom 21./22 Oktober 2022.

11.10 Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand der momox Holding SE schlägt vor, den Bilanzgewinn der momox Holding SE in Höhe von 27.907 TEUR auf neue Rechnung vorzutragen.

12. Genehmigung des Abschlusses

Der Abschluss wird am 27. März 2023 vom Vorstand genehmigt.

Die Billigung des Konzernabschlusses der momox Holding SE für das Geschäftsjahr 2022 durch den Aufsichtsrat der momox Holding SE findet planmäßig am 28. März 2023 statt. Nach Freigabe der Veröffentlichung der Unterlagen erfolgt zeitnah die Offenlegung.

 

Berlin, 27. März 2023

Der Vorstand

Gez. Heiner Kroke, Vorsitzender

gez. Christian von Hohnhorst

Zusammengefasster Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Grundlagen des Konzerns

B. Wirtschaftsbericht

C. Darstellung der Lage

D. Wiedergabe des Wortlauts der Schlusserklärung des Vorstands zum Abhängigkeitsbericht

E. Chancen- und Risikobericht

F. Prognosebericht

G. Nichtfinanzieller Konzernbericht

H. Sonstige Angaben

A. Grundlagen des Konzerns

Die momox Gruppe (kurz: "momox") mit Sitz in Berlin ist ein großer Händler von gebrauchten Artikeln privater Verkäufer. Der wesentliche Fokus der momox Gruppe liegt hierbei auf Artikeln, wie Books, Media und Fashion. Als Vorreiter bzw. Pionier ist es momox gelungen, sich als einer der Marktführer im Re-Commerce zu etablieren. Unter Nutzung unterschiedlicher Verkaufskanäle (medimops.de, momox-shop.fr, momoxfashion.com) profitiert momox von der allgemeinen Marktentwicklung des e-Commerce. Durch die vielen unterschiedlichen Privatpersonen, welche gebrauchte Artikel verkaufen, und auf der anderen Seite die Anbindung an Amazon-, eBay- und weitere Partner-Plattformen, ist momox im Markt sehr gut aufgestellt.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 5. Dezember 2022 und Eintragung in das Handelsregister vom 13. Dezember 2022 wurde die momox Holding AG als Mutterunternehmen in die momox Holding SE umgewandelt. Die Umwandlung der Tochtergesellschaft momox AG in die momox SE wurde am 13. Dezember 2022 in das Handelsregister eingetragen. Über die beiden Gesellschaften hinaus umfasst der Konzern die MOMOX Polska Sp. z o.o. sowie die momox Services GmbH.

Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der momox Holding SE wurden zusammengefasst.

B. Wirtschaftsbericht

1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Die deutsche Wirtschaft wurde im Jahr 2022 durch den russischen Angriff auf die Ukraine, hohe Teuerung und Lieferengpässen beeinflusst. 1 Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2022 um 1,9% (Vorjahr: 2,7% 2 ) gegenüber dem Vorjahr 2021 gewachsen. 3 Die Inflationsrate stieg im Berichtsjahr von 3,1% 4 auf 7,9%. 5

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK); Januar 2023: "Jahreswirtschaftsbericht 2023 - Wohlstand erneuern"
2 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK); Januar 2022: "Jahreswirtschaftsbericht 2022: Transformation innovativ gestalten"
3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2112/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr/
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/01/PD22_025_611.html
5 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_022_611.html

Das BIP in Frankreich (+2,6%) und Österreich (+4,8%) ist ebenfalls solide gestiegen, auch wenn das Wachstumstempo in den einzelnen Ländern und Sektoren uneinheitlich bleiben dürfte. 6 Die Entwicklung der Wirtschaft im Euroraum war durch die Energiekrise, hohe Unsicherheiten bei den Verbrauchern und Unternehmen, weltweit nachlassende Wirtschaftstätigkeiten sowie verschärfte Finanzierungsbedingungen beeinflusst. 7 Das Wirtschaftswachstum könnte sich demnach wahrscheinlich auf 0,9% im Jahr 2023 verringern. 8

6 European Comission: "Winter 2023 Economic Forecast: EU Economy set to avoid recession, but headwinds persist"; abrufbar unter: https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2023-economic-forecast-eu-economy-set-avoid-recession-headwinds-persist_en
7 Europäische Zentralbank, Wirtschaftsbericht, Ausgabe 8 / 2022; abrufbar unter: https://www.bundesbank.de/resource/blob/903052/fa32a4fea4c10247022f9daa5a1e9cb4/mL/2022-08-ezb-wb-data.pdf
8 European Comission: "Winter 2023 Economic Forecast: EU Economy set to avoid recession, but headwinds persist"; abrufbar unter: https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2023-economic-forecast-eu-economy-set-avoid-recession-headwinds-persist_en

2. Entwicklung der Branche

Re-Commerce kann als Erweiterung der klassischen Wertschöpfungskette gesehen werden. Produkte, welche normalerweise aus dem Warenkreislauf "ausscheiden" würden, werden in den Wirtschaftskreislauf wieder eingebracht und einem neuen Endverbraucher zugeführt.

Der Umsatz im E-Commerce-Bereich wird 2023 für Deutschland etwa auf 119,40 Mrd. EUR (Vorjahr: 109.561 Mio. EUR) prognostiziert. Laut Schätzung wird im Jahr 2027 ein Marktvolumen von 163,50 Mrd. EUR (2025: 157,7 Mrd. EUR) erreicht werden können. Damit weist der E-Commerce-Bereich ein erwartetes jährliches Wachstum (CAGR 2023-2027) von 8,18% (Vorjahr: 11,32%) auf. 9

9 https://de.statista.com/outlook/dmo/ecommerce/deutschland

Durch die wachsende Online-Affinität der Konsumenten und die zunehmende Bekanntheit von Re-Commerce Modellen, schätzt momox die weitere Entwicklung der Branche sehr positiv und mit hohem Potenzial ein. Auch ist eine Verstetigung des Trends zur umweltschonenden längerfristigen Nutzung von Gegenständen zu beobachten. 10

10 ETC/WMGE Report 2/2021: "Business Models in a Circular Economy"; abrufbar unter: https://www.eionet.europa.eu/etcs/etc-wmge/products/etc-wmge-reports/business-models-in-a-circular-economy
Mitteilung der Kommission an das europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen (30.03.2022): "EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien"; abrufbar unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52022DC0141&from=DE

3. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Umsätze der momox Gruppe betrugen im Geschäftsjahr 336.582 TEUR (Vorjahr: 335.137 TEUR). Dies ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 1.445 TEUR. Der deutlich überwiegende Teil der Umsätze wurde in Deutschland erwirtschaftet. Produktseitig wurden Bücher, CDs, DVDs, Videospiele, Software und Kleidung umgesetzt. Damit ist die im Vorjahr prognostizierte Steigerung der Umsatzerlöse nicht im Rahmen der Vorjahresentwicklungen erreicht worden. Ein wesentlicher Grund für dieses Ergebnis liegt in der gesunkenen Marktnachfrage verursacht durch den Ukrainekrieg und der Inflation.

4. Geschäftsergebnis

Das Geschäftsergebnis nach Steuern betrug 2.557 TEUR (Vorjahr: 1.980 TEUR) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 577 TEUR gestiegen. Damit konnte die angestrebte Prognose eines vergleichbaren Ergebnisses zu 2021 übertroffen werden, ebenfalls begründet durch im Vorjahr ausgewiesene Sondereffekte.

5. Beschaffung

Der Ankauf der Waren ist von großer Bedeutung für den Erfolg von momox. Die Menge der angekauften Güter konnte innerhalb des Geschäftsjahres 2022 erhöht werden. Aufgrund des Nachfragedrucks im Vertrieb wurde der Fokus im Einkauf auf höherwertige Produkte gelegt. Die Lagerkapazitäten und das Personal wurden an die veränderten Mengen angepasst.

6. Investitionen

Die größten Investitionen betrafen das Anlagevermögen (u.a. Lagertechnik und Geschäftsausstattung) und den verstärkten Aufbau von Arbeitsplätzen. Besonders wesentlich waren die Investitionen in die Erweiterung des Lagers in Leipzig (0,8 Mio. EUR) und Polen (1,3 Mio. EUR). Die Lagererweiterung in Leipzig wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2022 noch nicht vollständig abgeschlossen.

7. Finanzierungsmaßnahmen

Der Erwerb der Anteile an der damaligen momox GmbH durch die momox Holding SE wurde durch den am 10. Juli 2020 emittierten Green Bond in Höhe von 100 Mio. EUR finanziert, neue Finanzierungstätigkeiten wurden in 2022 nicht vorgenommen. Die Geschäftstätigkeit und Investitionstätigkeit werden durch den operativen Cashflow finanziert.

8. Personal- und Sozialbereich

Durch die geplante Erweiterung der Geschäftstätigkeit wurde zusätzliches Personal eingestellt. Mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine wurde der Arbeitnehmerbestand reduziert, im Durchschnitt stieg dieser jedoch leicht von 2.207 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2021 auf 2.232 Mitarbeiter in 2022. Der im Vorjahr aufgebaute Bestand an Leiharbeitern wurde im ersten Quartal des laufenden Jahres vollständig abgebaut.

9. Gesamtaussage des Vorstands zu Geschäftsverlauf und wirtschaftlichem Umfeld

Insgesamt ist das wirtschaftliche Umfeld des Konzerns als herausfordernd zu betrachten. Dennoch war die momox Gruppe im Geschäftsjahr in der Lage, sich auf den aktuellen Märkten zu behaupten. momox beurteilt den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen insgesamt positiv.

C. Darstellung der Lage

1. Entwicklung der Vermögenslage

Die Bilanzsumme der momox Gruppe hat sich um 18.802 TEUR bzw. 8% auf 258.296 TEUR erhöht.

Auf der Aktivseite haben sich die langfristigen Vermögenswerte im Wesentlichen durch Investitionen für die Erweiterung der Lagerkapazität in Leipzig und Anmietung zusätzlicher Flächen auf 195.882 TEUR erhöht.

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 5.729 TEUR auf 62.414 TEUR gestiegen. Insbesondere durch dem Ergebnis entsprechend geringeren Steuerzahlungen sowie die im Berichtsjahr wieder normalisierten Investitionen in die Erweiterung der Lagerkapazitäten, haben sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 10.956 TEUR auf 38.056 TEUR erhöht. Gegenläufig ist der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 3.555 TEUR (31.12.2022: 4.677 TEUR; Vorjahr: 8.232 TEUR), welcher unter anderem auf die Zahlungsmodalitäten der Verkaufskanäle zurückzuführen ist. Zusätzlich ergaben sich um TEUR 1.101 geringere Forderungen aus Ertragsteuern aufgrund ausgeglichener Überzahlungen an das Finanzamt und laufenden Vorauszahlungen.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital von 75.536 TEUR auf 77.890 TEUR. Die Erhöhung um 2.354 TEUR resultierte im Wesentlichen aus dem positiven Periodenergebnis (Jahresergebnis aus der Gesamtergebnisrechnung). Darüber hinaus erhöhten sich die langfristigen Verbindlichkeiten auf 143.177 TEUR, im Wesentlichen bedingt durch neue und angepasste Mietverträge und entsprechende Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten um 18.318 TEUR.

Der stichtagsbedingte Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2022: 10.847 TEUR; Vorjahr: 13.332 TEUR) und der Rückstellungen (31.12.2022: 4.117 TEUR; Vorjahr: 6.253) hat wesentlich zum Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten (31.12.2022: 37.229; Vorjahr: 37.955 TEUR) beigetragen. Gegenläufigen Einfluss hatte der Anstieg Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern um 1.999 TEUR auf 2.188 TEUR (siehe Erläuterung bei den Forderungen aus Ertragsteuern) sowie der sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten um 1.495 TEUR auf 12.468 TEUR, unter anderem durch den Aufbau von Arbeitsplätzen und entsprechend höheren Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt.

2. Entwicklung der Finanzlage

2.1 Cashflow

Im Jahr 2022 waren die momox Holding SE und ihre Tochtergesellschaften jederzeit in der Lage ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Unternehmensführung überwacht laufend die Liquiditätssituation und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein, um etwaigen Liquiditätsengpässen rechtzeitig vorzubeugen. Die benötigten finanziellen Mittel für Investitionen in den Lagerausbau sowie in den Vertrieb und die Vermarktung der Produkte wurden aus dem operativen Geschäft und aus Barliquidität finanziert. Die zu leistenden Zinszahlungen für die Verbindlichkeiten aus dem Green Bond wurden aus den Barmitteln bestritten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns, die zum 31. Dezember 2022 bestanden, sind mit Ausnahme der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Green Bond (siehe Konzernanhang Abschnitt 10.14) und der Leasingverbindlichkeiten (siehe Konzernanhang Abschnitt 10.4) ausschließlich kurzfristiger Natur und somit innerhalb von 12 Monaten fällig.

Die Finanzierung der momox Unternehmen erfolgt derzeit im Wesentlichen über die im Juli 2020 ausgegebenen Anleihe (Green Bond) der momox Holding SE. Darüber hinaus finanziert sich die momox Gruppe über den operativen Cashflow.

2.2 Cashflow aus operativer Tätigkeit

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde ein positiver Cash-Flow in Höhe von 23.872 TEUR (Vorjahr: 9.637 TEUR) erzielt. Die Entwicklung basiert im Wesentlichen auf den geringeren gezahlten Ertragssteuern (31.12.2022: -162 TEUR; Vorjahr: -10.144 TEUR) aufgrund angepasster Vorauszahlungsbescheide und unterjährigen Rückzahlungen.

2.3 Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit betrug -2.293 TEUR (Vorjahr: -9.995 TEUR). Der Rückgang resultiert insbesondere aus im Vorjahr abgeschlossenen Investitionen in das Anlagevermögen, im Speziellen Investitionen in die Erweiterung des Lagers in Leipzig und Polen. Schwerpunkt der Investitionen war demnach die konsequente Fortführung der Unternehmenstrategie.

Die bis zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 eingegangenen Verpflichtungen für Investitionen, die in den folgenden Berichtsperioden zu Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von rund 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 3,7 Mio. EUR) führen, werden aus den bestehenden Cash-Beständen und aus dem operativen Cashflow finanziert.

2.4 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Gegenläufig hat sich der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (-10.046 TEUR; Vorjahr: -9.268 TEUR), in dem im Wesentlichen die Zinszahlungen aus dem emittierten Green Bond sowie die Auszahlungen im Zusammenhang mit den Leasingverbindlichkeiten enthalten sind, entwickelt.

Innerhalb der momox Gruppe hat lediglich der am 10. Juli 2020 emittierte Green Bond mit einer Höhe von 100 Mio. EUR und einer Laufzeit von fünf Jahren eine variable Verzinsung. Die Kreditlinie mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023 und einer Höhe von 6,5 Mio. EUR war zum Bilanzstichtag vollständig ungenutzt. Ab dem 1. Januar 2023 wird die Kreditlinie um 3 Mio. EUR auf 3,5 Mio. EUR reduziert.

Zur Sicherung der in 2020 ausgegebenen Anleihe wurden u.a. Anteile an der momox SE verpfändet (siehe Konzernanhang Abschnitt 11.4).

3. Entwicklung der Ertragslage

Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2022 betragen 336.582 TEUR und unterteilen sich wie folgt:

in TEUR 2022 2021
Inland 246.783 244.048
Ausland 89.799 91.089
Summe 336.582 335.137

Die bei Beginn des Ukrainekriegs eingetretene rückläufige Nachfrage hat sich im 4. Quartal weitestgehend erholt. Der dadurch eingetretene Nachfragerückgang wirkte sich stärker auf den internationalen Absatz aus.

Die Materialeinsatz betrug 110.925 TEUR (Vorjahr: 107.080 TEUR) und die Materialeinsatzquote beläuft sich auf 33,0% (Vorjahr: 32,0%). Der Anstieg ist insbesondere auf die Fokussierung des Einkaufs auf restriktiverere, hochwertigere Produkte zurückzuführen.

Der Personalaufwand stieg von 58.419 TEUR (Vorjahr) auf 63.774 TEUR bzw. im Verhältnis zum Umsatz von 17,4% (Vorjahr) auf 18,9%. Dies ist hauptsächlich auf Anpassungen bei den Gehältern und Löhnen zurückzuführen. Zum einen gab es zwei Mindestlohnerhöhungen in 2022, zum anderen wurde dem starken Wettbewerb an den lokalen Arbeitsmärkten Rechnung getragen sowie Personal aufgebaut.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (143.681 TEUR, Vorjahr: 152.687 TEUR) wurde im Wesentlichen durch deutlich geringere Marketingaufwendungen verursacht. Die Erweiterung der Lagerkapazität sowie steigende Energiekosten führten zu höheren Raumkosten. Das Finanzergebnis beinhaltet insbesondere die Zinszahlungen für den Green Bond, welche sich - EURIBOR-gekoppelt - mittelbar durch die gestiegene Inflation erhöht haben.

Das Periodenergebnis erhöht sich als Folge der dargestellten Effekte von 1.980 TEUR auf 2.557 TEUR.

4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und Steuerungsgrößen

Die wirtschaftliche Planung und Steuerung des Konzerns erfolgt zentral über von der Geschäftsführung vorgegebene Zielgrößen.

Auf Basis dieser Vorgaben erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Geschäftsentwicklung anhand stetig aktualisierter Einschätzungen der Steuerungs- und Leistungskennzahlen, bei der die Umsetzung der strategischen Ziele verfolgt und Maßnahmen zur Gegensteuerung bei Planabweichungen eingeleitet werden. Die wichtigsten Steuerungsgrößen und finanziellen Leistungsindikatoren sind der Umsatz und das EBITDA.

Die für den Konzern wichtigen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wie Nachhaltigkeit, Kundenzufriedenheit, Umweltbelange und Mitarbeiterbelange werden nicht unmittelbar zur Steuerung des Konzerns herangezogen, haben jedoch Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung der Geschäftstätigkeit.

5. Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Insgesamt ist die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns als angemessen, angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen als positiv zu betrachten. Die momox Gruppe verfügt über ausreichend Liquidität und über eine ausreichende Finanzierung. Es wird weiterhin ein positives Periodenergebnis ausgewiesen.

6. momox Holding SE - Lage der Muttergesellschaft

Ergänzend zur Konzernberichterstattung erfolgt im Folgenden separat die Entwicklung der Muttergesellschaft momox Holding SE in Übereinstimmung mit § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 Satz 2 HGB.

Die momox Holding SE erstellt den Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) in Verbindung mit Art. 61 EU-VO 2157/2001.

Die momox Holding SE agiert als Holdinggesellschaft für die Tochtergesellschaften der momox Gruppe. Aus diesem Grund wurden auf Einzelabschlussebene keine gesonderten wesentlichen finanzielle oder nichtfinanziellen Steuerungsgrößen definiert. Damit bedingt sich die wirtschaftliche Lage und der Geschäftsverlauf aus der Entwicklung der Tochtergesellschaften. Die Entwicklung der momox Holding SE selbst ist demnach hauptsächlich von den Finanzierungsaufwendungen und dem Ergebnisabführungsvertrag geprägt.

6.1 Entwicklung der Vermögenslage der momox Holding SE

Die Bilanzsumme der momox Holding SE erhöht sich um 11.434 TEUR bzw. 5,08% auf 236.695 TEUR.

Auf der Aktivseite haben sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einem Anstieg von 16.188 TEUR positiv entwickelt. Hintergrund ist die Stundung der Gewinnabführung der Tochtergesellschaft (momox SE). Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich von 3.214 TEUR auf 2.152 TEUR insbesondere aufgrund ausgeglichener Steuerrückforderungen aus dem Vorjahr verringert.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital von 83.365 TEUR auf 89.296 TEUR. Die Erhöhung um 5.931 TEUR resultierte aus dem positiven Periodenergebnis von 5.931 TEUR (Jahresergebnis aus der Gewinn- und Verlustrechnung).

Darüber hinaus stiegen die Rückstellungen um 2.162 TEUR insbesondere aufgrund im laufenden Jahr auszuweisenden erhöhten Steuerverpflichtungen (Vorjahr: Steuerrückforderungen). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Stichtag 52 TEUR und sind geringfügig gestiegen im Vergleich zum Vorjahr (31.12.2021: 41 TEUR). Dagegen sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 3.037 TEUR unter anderem durch Zinsbelastungen aus Intercompany-Darlehensverträgen gestiegen. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich unter anderem auf Grund der Zinsentwicklung des Bond um 293 TEUR erhöht.

6.2 Entwicklung der Ertragslage der momox Holding SE

In der Holding werden keine Umsatzerlöse generiert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 1.248 TEUR auf 802 TEUR verringert. Wesentliche Ursachen für den Rückgang sind in Summe geringere Beratungskosten und Abschluss- und Prüfungskosten. Die Erträge aus Gewinnabführung haben sich gemäß dem Ergebnis der Tochtergesellschaft (momox SE) von 16.725 TEUR auf 18.280 TEUR erhöht.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge haben sich mit einem Anstieg von 301 TEUR auf 1.158 TEUR entwickelt. Ursächlich ist insbesondere die Anpassung des Zinssatzes eines Intercompany-Darlehens mit der momox SE, Berlin, aufgrund der Referenzierung am EURIBOR. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen erhöhten sich von 9.084 TEUR auf 9.660 TEUR. Dies beinhaltet im Wesentlichen die Verpflichtungen aus der Anleihe sowie aus einem Intercompany Darlehen mit der momox SE.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag haben sich entsprechend des Periodenergebnisses von 2.507 TEUR auf 3.177 TEUR erhöht.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 4.750 TEUR auf 5.931 TEUR.

6.3 Entwicklung der Finanzlage der momox Holding SE

Im Jahr 2022 war die momox Holding SE jederzeit in der Lage ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Unternehmensführung überwacht laufend die Liquiditätssituation und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein, um etwaigen Liquiditätsengpässen rechtzeitig vorzubeugen. Die zu leistenden Zinszahlungen für die Verbindlichkeiten aus dem Green Bond wurden aus den Barmitteln bestritten, die über Intercompany Darlehen zur Verfügung gestellt werden.

Die finanziellen Verbindlichkeiten der Gesellschaft, die zum 31. Dezember 2022 bestanden, sind mit Ausnahme der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Green Bond und der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Darlehen ausschließlich kurzfristiger Natur und somit innerhalb von 12 Monaten fällig.

Die Finanzierung der momox Holding SE erfolgt derzeit im Wesentlichen über die im Juli 2020 ausgegebenen Anleihe (Green Bond) sowie über Intercompany Darlehen und Ergebnisabführung.

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde ein negativer Cash-Flow in Höhe von -505 TEUR (Vorjahr: -13.107 TEUR) erzielt. Die Entwicklung basiert im Wesentlichen auf den Anstieg des Periodenergebnisses um 1.182 TEUR sowie der ertragsteuerlichen Organschaft (Rückgang gezahlte Ertragsteuern um 11.881 TEUR) mit den Tochtergesellschaften momox SE, Berlin, und momox Services GmbH, Berlin, welche Steuernach- und -vorauszahlungen im Vorjahr bedingte.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit zum 31. Dezember 2022 beträgt 1.139 TEUR (Vorjahr: 36.225 TEUR) und ist damit um 35.086 TEUR verringert. Die Veränderung resultiert insbesondere aus der Verminderung der Ansprüche der noch nicht geflossenen Ergebnisabführung der Vorjahre aufgrund von Stundungsvereinbarungen. In 2022 erhöhten sich die erhaltenen Zinsen um TEUR 471, insbesondere aufgrund Orientierung eines Intercompany-Darlehens mit der momox SE, Berlin, am EURIBOR.

Gegenläufig hat sich der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (-4.326 TEUR; Vorjahr: -21.359 TEUR), in dem im Wesentlichen die Zinszahlungen aus dem emittierten Green Bond sowie die Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Intercompany Darlehen an die momox SE, Berlin, enthalten sind, entwickelt. Die Entwicklung basiert insbesondere aus dem im Vorjahr ausgegebenen (15 Mio. EUR) und im Geschäftsjahr teilweise zurückgezahltem (2 Mio. EUR) Intercompany Darlehen.

Zusammenfassung der Lage der momox Holding SE

Insgesamt ist die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der momox Holding SE angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen als positiv zu betrachten. Die Gesellschaft verfügt über ausreichend Liquidität und über eine ausreichende Finanzierung. Über die Ergebnsiabführung der Tochtergesellschaften kann eine positive Ertragslage dargestellt werden.

D. Wiedergabe des Wortlauts der Schlusserklärung des Vorstands zum Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand der momox Holding SE hat den nach § 312 AktG vorgeschriebenen Abhängigkeitsbericht an den Aufsichtsrat erstattet und folgende Schlusserklärung abgegeben:

"Die momox Holding SE hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen, nach den Umständen die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass diese Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden."

E. Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des unternehmerischen Handelns bei momox. Zur Sicherung der momox Gruppe vor bestandsgefährdenden Entwicklungen ist ein ausführliches Risikomanagementsystem auf der Grundlage der Risikopolitik in Übereinstimmung mit der verabschiedeten Unternehmensstrategie implementiert. Die grundsätzliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an dem international anerkannten Rahmenwerk COSO-Enterprise-Risk-Management-Framework (COSO: Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Dadurch werden Hinweise auf den Eintritt bestandsgefährdender Entwicklungen frühzeitig aufgezeigt, damit geeignete Gegenmaßnahmen zum Schutze vor Vermögensverlusten ergriffen werden können.

Die Risikopolitik von momox ist als wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung zur Erreichung der strategischen und operativen Unternehmensziele zu verstehen, womit sowohl der Bedeutung als auch der Verantwortung auf Vorstandsebene sowie der 1. Führungsebene gebührend Rechnung getragen wird. Profitables Wachstum und nachhaltig positive Ergebnisse in allen Unternehmensbereichen sind eines der wichtigsten strategischen Ziele.

Der Risikomanagementprozess ist hierbei ein dynamischer Prozess in der momox Gruppe und so ausgelegt, dass alle Risikofelder erfasst werden. Er darf nicht als eine einmalige zeitpunktbezogene Durchführung und Abstimmung von Maßnahmen verstanden werden, sondern ist als kontinuierlicher Unternehmensprozess in allen geschäftlichen Aktivitäten auf allen Unternehmensebenen eingebunden. Die etablierten Grundsätze und der Prozess des Risikomanagements werden im Einklang mit der Unternehmensstrategie vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat abgeleitet, verabschiedet und sind verbindlich dokumentiert.

Aufbauend auf der vorgenannten Ausgangssituation lässt sich der Prozessablauf sowohl für die momox Holding SE als auch die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wie folgt darstellen:

Im Rahmen der Risikobewertung wird das durch das Management zuvor identifizierte Risiko und das damit verbundene Gefährdungspotential ermittelt. Um bestandsgefährdende Risiken zu erkennen, wird eine zweifache Bewertung vorgenommen nach den Paramter "Schadenshöhe" und "Eintrittswahrscheinlichkeit". Die Einzelrisiken werden in die Kategorien Marktrisiken, strategische und operative Risiken systematisiert und in einer Risikomatrix (Risikoprofil) dargestellt. Das Risikoprofil zeigt in Abhängigkeit der Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit an, welcher Handlungsbedarf bei Eintritt der identifzierten Risiken besteht. Um den Handlungsbedarf eindeutig zu ermitteln, wird auf Basis eines Limitsystems der Schwellenwert je Risiko festgelegt. Das Limitsystem definiert Schwellenwerte je Risikokategorie oder Einzelrisiko, deren Erreichen die Einschaltung zusätzlicher Kontrollinstrumente bewirkt. Im Ergebnis wurden die Risiken eingeteilt nach akutem Handlungsbedarf, verschärfte bzw. erhöhte Beobachtung und jährliche Überwachung.

Für alle Kombinationen mit akutem Handlungsbedarf (roter Bereich) sind überdurchschnittliche Auswirkungs-/ Wahrscheinlichkeitsausprägungen signifikant. Alle Risiken in diesem Bereich sind bei Identifikation berichtsrelevant. Der gelb markierte Bereich weisen auf ausgeglichene, "durchschnittliche Risikoauswirkungs-/ -wahrscheinlichkeitskombination" hin, d.h. Positionen, die sich durch eine durchschnittliche Auswirkung und eine durchschnittliche Wahrscheinlichkeit auszeichnen.

Hier ist eine unterjährige Anpassung nur bei Erhalt neuer Informationen notwendig, die das Risiko prägen. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet. Die Risiken in den weißen Feldern werden wie alle Risiken jährlich überprüft und bedürfen keiner unterjährigen Reaktion.

Mit Hilfe der Risikoüberwachung werden die Abweichungen zwischen der auf der Risikopolitik basierenden, gewollten Chancen- und Risikolage des Unternehmens sowie der tatsächlichen Lage erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Im momox Konzern wird ein Risikoberichtswesen implementiert, d.h. die einzelnen Risikoverantwortlichen berichten einmal jährlich über die Aktualität und Einschätzung der Kernrisiken. Den Risk Owner werden zum besseren Überblick in der jeweils aktuellen Risk Map all ihre berichtspflichtigen Risiken aufgelistet. So muss der Risk Owner lediglich überprüfen, ob sich etwas im Berichtszeitraum verändert hat, oder die Gefahr besteht, dass sich in Kürze etwas ändern könnte. Aktuelle Veränderungen möglicher Risiken laufen dann im Rahmen des Risk-Reporting zusammen und werden hinsichtlich Relevanz überprüft. Sofern Berichtspflicht besteht, werden Vorschläge zur Lösung bzw. Abwendung des Risikos mit dem jeweiligen Risk Owner besprochen und die Meldung wird an den Vorstand weitergeleitet. Von da aus wiederum werden in Zusammenarbeit mit dem Risk Owner die geeigneten Gegensteuerungsmaßnahmen in die Wege geleitet.

2. Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Einen wesentlichen Bestandteil des internen Überwachungssystems der momox Gruppe bilden das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem und das angeschlossene interne Kontrollsystem gemäß § 315 Abs. 4 HGB. Zielsetzung ist es, die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung sicherzustellen. Grundlage ist die Übereinstimmung mit den einschlägigen Normen und Gesetzen zur Abbildung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Dafür bilden die Grundlagen die Bilanzierungsrichtlinien sowie der konzerneinheitliche konsistent angewendete Kontenplan, welcher von der Finance-Abteilung vorgegeben und kontrolliert wird. Neue Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere offizielle Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich ihrer Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht analysiert.

Auf Basis der einheitlichen Buchungen und der zu berichtenden Abschlussinformationen wird der Konzernabschluss im Konsolidierungssystem erstellt. Die Sicherstellung der terminlich und inhaltlich korrekten Darstellung und Veröffentlichung wird durch hochqualifizierte Mitarbeiter mit entsprechender Verantwortung auf verschiedensten Ebenen sichergestellt. Die zur Erstellung des Konzernabschlusses durchzuführenden Schritte werden auf allen Ebenen manuellen (z.B. 4-Augen-Prinzip und Freigabeprozesse auf allen Ebenen) wie auch systemtechnischen Kontrollen unterzogen. Weitere Kontrollmechanismen sind unter anderem Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderungen der einzelnen Posten, sowohl der von Konzerneinheiten berichteten Abschlussinformationen als auch des Konzernabschlusses.

Die den rechnungslegungsbezogenen Daten zugrundeliegenden IT-System werden unter anderem durch definierte Berechtigungskonzepte, Zugriffsbeschränkungen, Firewalls und Notfallkonzepte geschützt.

Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand der momox Holding SE (§ 91 Abs. 3 AktG), der zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilt. Zusätzlich überwacht der Aufsichtsrat in Übereinstimmung mit § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG die Finanzberichterstattungsprozesse sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems.

3. Risikobeschreibung

3.1 Marktrisiken

Allgemeine Marktentwicklung

Die unsichere und sich rasch verändernde geopolitische Lage im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation und die daraus resultierende Straffung der Geldpolitik stellen erhöhte Risiken für die Wirtschaftsaussichten im Vergleich zum Vorjahr dar. Die damit einhergehenden Konsequenzen, z.B. höhere Energiepreise und Zinsen, können finanzielle Verluste verursachen und zu Schwankungen im Ergebnis führen. Weiterhin können die gestiegenen Lebenshaltungskosten geringere Verbraucherausgaben und rückläufige Kundenaktivitäten nach sich ziehen. Kurzfristig stehen demnach die Bewältigung des geopolitischen Risikos und die erhöhte finanzielle Unsicherheit auf der Agenda unseres Risikomanagements.

momox begegnet den daraus resultierenden Risiken durch eine schnelle Anpassung an die veränderten Umstände. Die Diversifizierung unseres Geschäftsmodells trägt dazu bei, die Anfälligkeit für bestimmte Risiken zu mindern. Wir aktualisieren regelmäßig unsere Prognosen und passen, falls erforderlich, Investitionsprioritäten und Kosten an. Durch kontinuierliche Optimierung unserer Preisgestaltung sowie fortlaufende Identifikation von Marktperspektiven, wie z.B. die weitere Internationalisierung unseres Ankaufs, minimieren wir die Risiken auf ein adäquates Minimum. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

Branchenspezifische Risiken

Durch das prognostizierte weitere Wachstum im Recommerce ist das Marktumfeld sehr vorteilhaft und es wird erwartet, dass die Umsatzlage davon profitieren wird. Der Wettbewerb insgesamt im e-Commerce-Umfeld ist jedoch grundsätzlich hoch. Andere Anbieter wie z. B. Rebuy und World of Books verzeichnen ebenfalls hohe Wachstumsraten in den vergangenen Jahren und verdeutlichen die Dynamik in diesem Marktsegment. Aus der Sicht von momox ist es eher unwahrscheinlich und von geringer Bedeutung, dass kurzfristig ein relevanter neuer Wettbewerber in den Markt eintritt, weil es schwierig ist, adäquate Preisalgorithmen und Logistikkapazitäten aufzubauen. Die Marktdurchdringung und der Bekanntheitsgrad von momox hat sich über die Jahre sehr positiv entwickelt. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

Ertragsspezifische Risiken

Es besteht eine direkte Abhängigkeit von den genutzten Verkaufskanälen. Durch weitere Diversifizierung der Vertriebskanäle, dem weiteren Aufbau von eigenen Vertriebsstrukturen und der Internationalisierung versucht momox, der Abhängigkeit von bestimmten Verkaufskanälen entgegenzutreten. Ein Risiko besteht in der deutlichen Zunahme des Wettbewerbs unter den bestehenden Anbietern sowohl auf der Ankaufs- als auch auf der Verkaufsseite. Diesem Risiko begegnet momox durch verstärkte Maßnahmen zur Kundenbindung, durch Verbesserung des Angebotes und Preisoptimierungen.

Bereits in unserer Mission und den Leadership Guidelines haben wir verankert, dass neben einer hohen Performance und Zielerreichung für uns der Mensch im Mittelpunkt steht. Um hier langfristig erfolgreich zu sein, hat die momox Gruppe verschiedene Konzepte im Bereich der Beschäftigten umgesetzt (weitere Informationen sind im nichtfinanziellen Konzernbericht unter Abschnitt 4.1 aufgeführt). Trotz unserer Bemühungen, eine angemessene Lebensperspektive der Mitarbeiter zu schaffen, hat die momox Gruppe daraus resultierende Risiken in der kontinuierlichen Kostenplanung zu berücksichtigen. Dem Risiko einer verminderten Gewinnspanne aufgrund weiterer Mindestlohnerhöhungen begegnet momox unter anderem durch eine Angleichung der Preis- und Kostenstruktur sowie Verlagerung kostspieliger Prozesse.

Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

3.2 Strategische Risiken

Strategische Risiken bedrohen in erster Linie die Erreichung der langfristigen Unternehmensziele, insbesondere hinsichtlich Profitabilität und Umsatzwachstum. Es besteht die Gefahr, dass die notwendigen Ressourcen zur Erreichung des Umsatzwachstums nicht in adäquatem Umfang zur Verfügung stehen oder dass der geplante personelle, materielle und finanzielle Aufwand überschritten wird. Zur Risikominimierung sind präventive Steuerungsmaßnahmen wie eine aktive und systematische Überwachung der Geschäfts- und Marktentwicklung, eine Langfristplanung sowie ein Konzept für den Aufbau und Erhalt einer qualifizierten Führungsebene implementiert. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

3.3 Operative Risiken

Im gesamten Wertschöpfungsprozess der momox Gruppe existieren in den jeweiligen Funktionsbereichen weitere Risiken, die zwar hinsichtlich ihrer Wirkung oder Eintrittswahrscheinlichkeit einen Einfluss auf die momox Gruppe haben können, jedoch größtenteils zu akzeptablen Kosten führen können. Die wesentlichen Risiken wurden durch die Gruppe identifiziert:

Finanzwirtschaftliche Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Zentralbanken haben ihre Geldpolitik deutlich gestrafft, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Dies hat zu einer erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten und einer größeren finanziellen Anfälligkeit geführt und die Märkte weltweit gebremst. Je nach den künftigen Entwicklungen kann sich demnach das Kreditrisiko im momox Portfolio erhöhen. Darüber hinaus könnten sich potenziell negative Auswirkungen durch die Volatilität der Finanzmärkte und risikoaverseres Auftreten der Banken ergeben, was sich auf das Transaktionsvolumen und die Zinsentwicklung auswirken könnte. momox begegnet diesen Risiken unter anderem durch die fortlaufende Überwachung der globalen Wirtschaftslage sowie daraus resultierende kontinuierliche Analyse von finanziellen Absicherungsmöglichkeiten. Weitere Informationen zu den finanzwirtschaftlichen Risiken sind im Konzernanhang unter Abschnitt 11.1 aufgeführt. Insgesamt werden die finanzwirtschaftlichen Risiken als gering eingeschätzt und jährlich überprüft.

IT-Risiken

Die Gruppe ist weitgehend von funktionierenden IT-Systemen abhängig, und Störungen / Sabotage in den IT-Systemen können sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit, die Aussichten, die Finanzlage und das Betriebsergebnis der Gruppe auswirken. Zur Reduzierung der IT-Risiken, werden Wartung, Aufrüstung und Unterstützung dieser IT-Systeme kontinuierlich durchgeführt. Implementierte Notfallkonzepte, Frühwarnsysteme, Firewalls und ausreichende Virenschutzsoftware sichern die Gruppe vor Konsequenzen aus IT-Risiken weiterhin ab. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

Logistik-Risiken

Der Erfolg der Gruppe hängt in hohem Maße von einer effizienten Logistik ab, einschließlich des Transports zu und von seinen Lagereinrichtungen sowie dazwischen. Unterbrechungen im Transportwesen können unter anderem die Lieferzeiten an die Kunden verlängern. Auch die Transportkosten können aufgrund der Abhängigkeit von Drittanbietern steigen. Diese Risiken können sich nachteilig auf die Finanzlage und die Ergebnisse der Gruppe auswirken. Eine ineffiziente Lagerhaltung kann darüber hinaus zu Über- oder Unterkapazitäten in der Logistik führen.

Die Gruppe verfügt über Lagereinrichtungen in Deutschland und Polen. Schäden oder Störungen in der Lagereinrichtung, einschließlich Schäden oder Störungen an den Maschinen, z.B. durch Brände, Naturkatastrophen oder Betriebsstörungen, können zu erheblichen direkten und indirekten Verlusten führen. Dieses Risiko hat in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Einsatz von automatisierten Prozessen und speziellen Fördersystemen - und damit auch die Anfälligkeit der Prozesse durch technische Probleme - zugenommen hat. Zur Absicherung wurden Versicherungen abgeschlossen, um mögliche negative Auswirkungen auf die die Geschäftstätigkeit, die Aussichten, die Finanzlage und das Betriebsergebnis abzufangen. Die momox Gruppe hat weiterhin eine effektive und optimierte Logistik und Bestandsverwaltung eingeführt. Lagertechnik, Belüftung und Brandschutzmaßnahmen führen zu einer Absicherung gegen Risiken aus Betriebsstörungen oder höhere Gewalt. Wareneingang, Prüfung und Bearbeitung der eingehenden Waren, Lagerhaltung, Verpackung, Ausgangsfracht sowie Annahme, Prüfung und Bearbeitung von Retouren erfolgen an verschiedenen Standorten der Gruppe. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet und jährlich überwacht.

Personelle Risiken

Die momox Gruppe ist abhängig von hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften in diversen Funktionen. Ein nicht am Geschäftsplan ausgerichtetes Rekruting oder streikbedingte Abwesenheit könnten die Perspektiven des Konzerns verschlechtern und haben im Vergleich zum Vorjahr zu einer neuen Risikoeinschätzung geführt. Durch eine aktive Personalarbeit, wie z.B. die Anpassung der Gehaltsstruktur, fachspezifische Ausarbeitung von Stellenbeschreibungen, jährliche Mitarbeiterbefragungen sowie die Einrichtung eines Betriebsrats, ist die momox Gruppe bestrebt, die Beschäftigten langfristig zu motivieren und zu halten. Weitere Informationen der verschiedenen Konzepte im Bereich der Beschäftigten sind im nichtfinanziellen Konzernbericht unter Abschnitt 4.1 aufgeführt. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Die Gruppe unterliegt Gesetzen und Vorschriften in verschiedenen Rechtsordnungen, und deren Änderungen. Die Nichteinhaltung geltender Gesetze und Vorschriften können sich negativ auf die Gruppe auswirken. Aufgrund der engmaschigen Überwachung, gesteuert durch qualifizerte Mitarbeiter der Legal-Abteilung bei momox, können etwaige Veränderungen im gesetzlichen Umfeld frühzeitig erkannt und umgesetzt werden. Diese Risiken werden von Vorstand und Aufsichtsrat kritisch beobachtet.

3.4 Zusammenfassung der Risiken

Insgesamt können die direkte Abhängigkeit von den genutzten Verkaufskanälen sowie die Bewältigung der aktuellen Marktentwicklung als wesentlichste Risiken gesehen werden. Dies betrifft jedoch alle Marktteilnehmer und die Auswirkungen sind wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements. Die Risikoanalyse bildet ein umfangreiches wöchentliches bzw. monatliches Berichtswesen. Es werden wöchentlich die entscheidenden Unternehmens-KPI permanent überwacht und analysiert. So werden Fehlentwicklungen schnell erkannt und notwendige Gegenmaßnahmen zeitnah eingeleitet. Die sich stetig weiterentwickelnde Business Intelligence (BI) Lösung versetzt momox in die Lage, umfangreiche Analysen zielgerichtet durchzuführen und notwendige Anpassungen an die jeweiligen Marktgegebenheiten schnell umzusetzen. Damit werden die Auswirkungen auf die Ertragslage begrenzt.

Chancen

Das Chancenmanagementsystem bei momox soll sicherstellen, dass positive Entwicklungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit frühzeitig und umfänglich genutzt werden können.

Der steigende E-Commerce-Markt stellt für momox eine Chance dar, den Umsatz auszuweiten. Darüber hinaus ist das steigende Bewusstsein zum Thema Sustainability von Produkten ebenfalls eine Chance für momox. Chancen sind in der weiteren Durchdringung, Internationalisierung und in der Diversifizierung des Geschäftsmodells zu sehen. Mit dem entwickelten Know-how und der dahinterstehenden Technik können neue Geschäfts- und Marktfelder aufgebaut und skaliert ausgebaut werden.

momox hat sich in den letzten Jahren eine auf das Geschäftsmodell abgestimmte und etablierte Logistik aufgebaut, die es der Gesellschaft in den nächsten Jahren weiterhin ermöglicht, wachsende Volumen abzuwickeln. momox sieht eine Chance in der weiteren Verbesserung der Preisalgorithmen zur Optimierung der Margen. Grundlage für die Chancenidentifikation sind dabei z. B. Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, Analysen sowie der regelmäßige Austausch mit Experten.

momox ist bestrebt, stetig zu wachsen und sieht Chancen für ein Wachstum des Unternehmens durch Akquisition oder Fusion. Weitere Chancen wurden im Bereich des nachhaltigen Geschäftsmodells (siehe nichtfinanzieller Konzernbericht), der Effizienzsteigerung, der Personalentwicklung sowie der Marktanteilgewinnung identifiziert.

Gesamtbetrachtung der Risiko- und Chancensituation

Aus den beschriebenen Risiken und Chancen setzt sich das Gesamtbild der Situation für die momox Gruppe zusammen. Die Gesamtrisikosituation hat sich gegenüber dem Vorjahr mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sowie der erhöhten finanzielle Unsicherheit geändert. Es sind jedoch keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand der momox Gruppe gefährden oder die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage maßgeblich beeinflussen könnten. Die Chancensituation hat sich für die momox Gruppe jedoch im Vergleich zum Vorjahr unter anderem aufgrund des veränderten Bewusstseins der Kunden, nachhaltig und umweltbewusst zu leben, verbessert. Zudem werden Risikokonzentrationen durch kontinuierliche Diversifizierung des Geschäftsmodells, Internationalisierung sowie Digitalisierung reduziert.

F. Prognosebericht

1. Ziele und Strategien

Die momox Gruppe arbeitet mit Jahres-, Mittel- und Langfristplanungen sowie unterjährigen Forecastmodellen.

Die Folgen des Ukrainekriegs für die globalen Finanzmärkte, die internationalen Lieferketten, sowie das Wirtschaftsleben in Deutschland und die momox Gruppe sind aufgrund der hohen Dynamik der aktuellen Situation derzeit nicht absehbar, können sich jedoch auf die Prognosegenauigkeit auswirken.

Dennoch geht die momox Gruppe davon aus, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage im Jahr 2023 weiter erholen und dass der Umsatz weiter im niedrigen einstelligen Bereich wachsen wird. Die kontinuierlichen Preiserhöhungen der Versanddienstleister sowie Anpassung der Mindestlöhne in Polen und Deutschland werden im Jahr 2023 voraussichtlich die Marge von momox weiter belasten. Es ist ein leicht höheres Periodenergebnis als in 2022 auf Basis einer EBITDA-Marge im mittleren einstelligen Bereich geplant. Aufgrund der Umsatzausweitung wird mit einem weiteren Ausbau der Mitarbeiterzahl geplant.

Das Umsatzwachstum hängt im Wesentlichen von der Fähigkeit ab, weiterhin den Ankauf von Handelsware zu steigern. Um dies zu erreichen, plant momox, den Ankauf im Jahr 2023 weiter zu internationalisieren. Damit die angekaufte Ware auch abgesetzt werden kann, plant momox neben den vorhandenen Vertiebskanälen weitere Marktplätze anzubinden. momox hat im 4. Quartal 2022 mit der Iteration des Fashionbereichs begonnen. Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität zu verbessern. Dies wird hauptsächlich durch die Optimierung des Sortiments, das momox einkauft und anschließend verkaufen kann, geschehen. Diese Iteration wird momox durch das Jahr 2023 begleiten. Das Wachstumsniveau in den anderen Kategorien wird nach Einschätzung der momox Gruppe Niveau von 2022 leicht übersteigen.

Der Einfluss des russischen Angriffs auf die Ukraine wurde in die Planung mit einbezogen. Die momox Gruppe geht davon aus, dass der weitere Verlauf und die Auswirkung auf das Gesamtwirtschaftswachstum keine wesentlichen Änderungen der Geschäftsentwicklung im Vergleich zum letzten Jahr darstellt. In Summe wird ein geringeres Wachstum in 2023 erwartet.

2. Gesamtaussage des Prognoseberichts

Von den genannten Erweiterungen und Prognosen erwartet sich momox eine stabile Basis für die Erwirtschaftung zukünftiger Erträge. Längerfristig sieht momox sich durch die bereits durchgeführten Optimierungen grundsätzlich stärker und flexibler aufgestellt, um möglichen Änderungen in der Wirtschafts- oder Wettbewerbssituation wirkungsvoll entgegenzutreten.

G. Nichtfinanzieller Konzernbericht

Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht der momox Gruppe wird nach den Vorgaben der §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB nach der Veröffentlichung im Geschäftsbericht auf der Internetseite der momox Gruppe unter der Internetadresse https://momox-holding-client-berhb3gjgq-ew.a.run.app/ abrufbar sein.

H. Sonstige Angaben

Ein Forschungs- und Entwicklungsbericht entfällt, da dies bei unserem Konzern nicht vorliegt.

Es besteht zum Jahresende folgende wesentliche Zweigniederlassung:

Lager Leipzig,

Die Zweigniederlassung ist eine unselbständige Zweigniederlassung der momox Gruppe. Es erfolgten in den Lagern Investitionen in die Geschäftsausstattung sowie Logistik- bzw. Fördertechnik.

 

Berlin, den 27. März 2023

Heiner Kroke, Vorstandvorsitzender

Christian von Hohnhorst, Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die momox Holding SE:

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der momox Holding SE und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie den Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der momox Holding SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, nachfolgend "Konzernlagebericht" genannt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts und

Existenz und Bemessung von Umsatzerlösen aus dem Versand von Handelswaren unter Berücksichtigung erwarteter Retouren.

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

1.

Sachverhalt und Problemstellung,

2.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse,

3.

Verweis auf weitergehende Informationen.

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts

1.

Im Konzernabschluss der momox Holding SE wird unter dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwert" ein Wert in Höhe von EUR 108,3 Mio. ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet den Geschäfts- oder Firmenwert der relevanten Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich zum Bilanzstichtag oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest ("Impairment Test") unterzogen. Hierbei wird grundsätzlich dem ermittelten Nutzungswert jeweils der Buchwert der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Grundlage dieser Bewertung ist regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zuzuordnen ist. Der Bewertung liegt die Planungsrechnung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugrunde, die auf dem vom Management genehmigten Finanzplan beruht. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung ist.

2.
Um dieses Risiko zu adressieren, haben wir die Annahmen und Schätzungen des Managements kritisch hinterfragt und dabei unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir uns ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zum Impairment Test verschafft und das methodische Vorgehen zur Durchführung des Impairment Tests nachvollzogen.

Wir haben uns davon überzeugt, dass die der Bewertung zugrundeliegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die verwendeten Diskontierungszinssätze insgesamt eine sachgerechte Grundlage für den Impairment Test der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bilden.

Bei unserer Einschätzung haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie umfangreiche Erläuterungen des Managements zu den wesentlichen Werttreibern der Planung sowie Abgleich dieser Angaben mit dem aktuellen Budget aus der vom Aufsichtsrat gebilligten Planung gestützt.

Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswertes haben können, haben wir uns mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital") beschäftigt und das Berechnungsschema der Gesellschaft nachvollzogen.

Ferner haben wir ergänzend eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ein mögliches Wertminderungsrisiko bei einer für möglich gehaltenen Änderung einer wesentlichen Annahme der Bewertung einschätzen zu können. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten, insbesondere hinsichtlich der Fortführung des Wachstumspfades.

Wir haben festgestellt, dass der Geschäfts- oder Firmenwert und insgesamt der Buchwert der relevanten Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt ist.

3.

Die Angaben der Gesellschaft zum Geschäfts- oder Firmenwert sind in den Textziffern 6.2. und 10.1. des Anhangs enthalten.

Existenz und Bemessung von Umsatzerlösen aus dem Versand von Handelswaren unter Berücksichtigung erwarteter Retouren

1.

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns erstreckt sich im Wesentlichen auf die Veräußerung von Handelswaren. Die Realisierung des Umsatzes nach IFRS 15 ist abhängig von der Erfüllung der Leistungsverpflichtung, die grundsätzlich erst mit Auslieferung der Ware, d. h. mit Übergang der Verfügungsmacht erfüllt wird. Für die Kunden der momox Gruppe besteht die Möglichkeit der kostenlosen Rücksendung von Waren innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfristen bzw. der eingeräumten Rücksendezeiträume. Die nicht als Umsatz zu realisierenden erwarteten Retouren werden durch die momox Gruppe berechnet. Dieser Berechnung liegen Annahmen und Ermessensentscheidungen, insbesondere perioden- und artikelgruppenspezifische erwartete Rücksendequoten zu Grunde. Gutschriften aufgrund von Retouren, sowie weitere Erlösschmälerungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den ausgewiesenen Umsatz. Die Umsatzerlöse haben einen maßgeblichen Einfluss auf das Jahresergebnis des Konzerns und stellen einen der bedeutenden Leistungsindikatoren für den Konzern dar.

Auf Grund des großen Transaktionsvolumens beim Verkauf von Handelswaren unter Berücksichtigung der Erlösschmälerungen sowie der mit Unsicherheiten behafteten Schätzung der erwarteten Retouren erachten wir die Existenz und die Bemessung von Umsatzerlösen aus dem Versand von Handelswaren als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.

2.
Um dieses Risiko zu adressieren, haben wir den Prozess der Umsatzrealisierung und die Annahmen und Schätzungen des Managements kritisch hinterfragt und dabei unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den unternehmensintern festgelegten Methoden, Verfahren und Kontrollmechanismen des Umsatzprozesses mit Schwerpunkt auf den Retouren und weiteren Erlösschmälerungen von der Bestellung bis zum Zahlungseingang und der Retourenabwicklung auseinandergesetzt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und Wirksamkeit der rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen durch Nachvollziehen von spezifischen Geschäftsvorfällen von deren Entstehung bis zur Abbildung im Konzernabschluss sowie durch Testen von Kontrollen beurteilt. Dieses Vorgehen beinhaltet insbesondere die Funktionsfähigkeit der IT-gestützten und unternehmensinternen Kontrollen und Analyse der Entwicklungen der Erlösschmälerungen und deren Abbildung im Konzernabschluss.

Ferner haben wir die Einhaltung der in IFRS 15 vorgegebenen Voraussetzungen für die Umsatzrealisierung gewürdigt.

Im Rahmen von substanziellen Prüfungshandlungen haben wir auf Basis risikoorientiert ausgewählter Stichproben von Verkäufen und Retouren Nachweise (Rechnungen und Zahlungseingänge und -ausgänge) zur Existenz der Umsatzerlöse erlangt, um zu beurteilen, ob den erfassten Umsatzerlösen ein entsprechender Warenversand zugrunde lag. Des Weiteren haben wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Schätzungen und Annahmen zur Ermittlung der erwarteten Retouren unter Berücksichtigung der perioden- und artikelgruppenspezifischen Rücksendequoten anhand einer Vergangenheitsanalyse nachvollzogen.

Im weiteren wurde die Existenz und Vollständigkeit der Umsatzerlöse durch analytische Prüfungshandlungen sowie durch die Prüfung der Umsatzabgrenzung überprüft.

Die Abbildung der Umsatzerlöse nebst Erlösschmälerungen in der Ergebnisrechnung und zugehöriger Bilanzpositionen wurden von uns auf die korrekte Übernahme aus der Nebenbuchhaltung in die Hauptbuchhaltung untersucht.

Ferner haben wir Befragungen des Managements und der Mitarbeiter der Controlling Abteilung zur Entwicklung der Umsätze und dazugehörigen Erlösschmälerungen und der Deckungsbeiträge der verschiedenen Bereiche sowie Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter zu möglichen Umsatz- und Bewertungsrisiken durchgeführt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Existenz von Umsätzen sowie aus der Bemessung der Umsatzerlöse aus dem Versand von Handelswaren unter Berücksichtigung erwarteter Retouren ergeben.

3.

Die Angaben der Gesellschaft zu den im Rahmen der Bilanzierung von Umsatzerlösen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sind in Textziffer 6.12 und 9.1 des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den nichtfinanziellen Konzernbericht nach § 315b HGB i. V. m. § 289b HGB,

die übrigen Teile des Geschäftsberichts (insbesondere der Bericht des Aufsichtsrats), mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks und

die Versicherung der gesetzlichen Vertreter.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei 2022_momoxholdinggroup_IFRS.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Rechtsunsicherheit über die Konformität der Auslegung der einschlägigen europäischen Vorschriften

Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss ist aufgrund des von der Gesellschaft gewählten Konvertierungsprozesses hinsichtlich der Anhanginformationen im iXBRL-Format ("Blocktagging") nicht vollumfänglich sinnvoll maschinell auswertbar. Die Rechtskonformität der Auslegung der gesetzlichen Vertreter, dass eine sinnvolle maschinelle Auswertbarkeit der strukturierten Anhanginformationen von der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 beim Blocktagging des Anhangs nicht explizit gefordert wird, unterliegt einer bedeutsamen Rechtsunsicherheit, die damit auch eine inhärente Unsicherheit unserer Prüfung darstellt.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegiertenverordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden durch Beschluss der Hauptversammlung der Muttergesellschaft am 22. Juni 2022 als Konzernabschlussprüfer bestellt. Wir wurden am 3. Juli 2022 durch den Aufsichtsrat, vertreten durch die Vorsitzende des Prüfungsausschusses bestätigend beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer des Konzerns tätig, davon das zweite Geschäftsjahr, während dessen der Konzern die Definition als Unternehmen von öffentlichem Interesse i. S. d. § 316a S. 1 HGB erfüllte.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Stefan Grabs.

 

Berlin, den 28. März 2023

RSM GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Gez. Hanxleden, Wirtschaftsprüfer

Gez. Dr. Grabs, Wirtschaftsprüfer

Sonstige Informationen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter des Konzerns der momox Holding SE, Berlin

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der momox Holding SE zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Berlin, 27. März 2023

Der Vorstand

Heiner Kroke

Christian von Hohnhorst

Bericht des Aufsichtsrats

Arbeit des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat der momox Holding AG und seit seiner Konstituierung als Aufsichtsrat der momox Holding SE am 5. Dezember 2022 die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung erforderlichen Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung des Vorstands überwacht.

Durch die regelmäßige, zeitnahe und umfassende Berichterstattung des Vorstands konnte sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Lage und Entwicklung des Unternehmens befassen. Hierzu hat er sich vom Vorstand in schriftlichen und mündlichen Berichten unter anderem über den Gang der Geschäfte sowie über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik unterrichten lassen, bedeutsame Geschäftsvorfälle mit dem Vorstand eingehend beraten und die erforderlichen Entscheidungen getroffen. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat regelmäßig Kenntnis von der Risikolage und dem Risikomanagementsystem des Konzerns, Plan- und Zielabweichungen sowie diesen entgegenwirkenden Maßnahmen genommen. Der Aufsichtsrat konnte sich dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat eingebunden.

Besetzung des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses

Im Geschäftsjahr 2022 ist der Aufsichtsrat der momox Holding AG in den Aufsichtsrat der momox Holding SE am 5. Dezember 2022 übergegangen und personell unverändert. Der Aufsichtsrat besteht aktuell aus sechs Mitgliedern, die von der Hauptversammlung der Aktionäre zu wählen sind. Fünf der sechs Aufsichtsratsmitglieder wurden im Rahmen des Formwechsels der Gesellschaft in eine Europäische Gesellschaft mit Umwandlungsbeschluss vom 5. Dezember 2022 gewählt. Ein weiteres Mitglied wurde durch den den Mehrheitsaktionär entsendet. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist, und bringen die notwendige Expertise mit.

Zudem hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss eingerichtet. Der Prüfungsausschuss der momox Holding AG war im Geschäftsjahr 2022 bis zum 22. März 2022 unvollständig besetzt. Mit Sitzung des Aufsichtsrats am 20. März 2022 wurde ein weiteres Mitglied in den Prüfungsausschuss der momox Holding AG bestellt. Im Rahmen der Umwandlung der momox Holding AG in eine Europäische Gesellschaft wurde der Prüfungsausschuss für die momox Holding SE in gleicher Besetzung durch Beschluss des Aufsichtsrates der momox Holding SE eingerichtet.

Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022

Dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss wurden die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte, insbesondere der Jahresabschluss nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften, der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), jeweils zum 31. Dezember 2022 sowie der zusammengefasste Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns und der nichtfinanzielle Konzernbericht gemäß §§ 315b und 315c HGB i. V. m. §§ 289b bis 289e HGB für das Geschäftsjahr 2022 rechtzeitig vorgelegt, sodass für diese ausreichend Gelegenheit zur Prüfung bestand.

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurden durch den Aufsichtsrat der momox Holding AG gewählten und, nach dem Wirksamwerden des Formwechsels der Gesellschaft in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, kurz: SE), vom Aufsichtsrat der momox Holding SE beauftragten Abschlussprüfer, der RSM GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, Niederlassung Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 erfolgte auf Empfehlung des Prüfungsausschusses der momox Holding AG. Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermitteln der Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme der Gesellschaft und des Konzerns.

Bei den Beratungen des Prüfungsausschusses am 21. März 2023 über den Jahres- und Konzernabschluss sowie der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 28. März 2023 waren Vertreter des Abschlussprüfers anwesend, die über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen berichteten und dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung standen.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben unter Berücksichtigung der vorstehend genannten Berichterstattung die Unterlagen ihrerseits geprüft und den Ergebnissen der Abschlussprüfung zugestimmt.

Schlusserklärung

Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse zu billigen. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts hat der Aufsichtsrat die jeweiligen Berichte des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und den Aufsichtsrat wurden keine Einwendungen erhoben. Mit der Beurteilung der weiteren Entwicklung der Gesellschaft hat sich der Aufsichtsrat einverstanden erklärt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 28. März 2023 gebilligt. Der Jahresabschluss der momox Holding SE ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen.

Auch den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG sowie den hierzu erstellten Prüfungsvermerk gemäß § 313 Abs. 3 AktG des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1.

die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind,

2.

bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen sind

3.

bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Gegen die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG sind vom Aufsichtsrat nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen zu erheben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Führungskräften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im momox Konzern für ihren hohen persönlichen Einsatz und ihre Leistung im Geschäftsjahr 2022.

 

Berlin, 28. März 2023

Für den Aufsichtsrat

Dr. Thomas Tochtermann, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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