Stammdaten

Register
Amtsgericht Dortmund HRB 20621
Eingetragen
29.8.2007
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieEntwicklung und Programmierung von Anwendungssoftware
Gegenstand
die Erbringung von Beratungsleistungen im IT Bereich, insbesondere die Erstellung von Software etc., sowie der Vertrieb von Softwareprodukten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexander Dr. Nyßen
seit 21.7.2025
Prokura
Stephan Dr. Eberle
seit 21.7.2025
Prokura
Felix Lerche
seit 21.7.2025
Prokura
Tim Hüttemann
seit 21.7.2025
Prokura
Jens Wagener
seit 29.8.2007
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

itemis AG

Lünen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht

Vorbemerkung: Die Berichterstattung ergibt sich aus § 289 HGB. Alle Währungszahlen sind in Euro. Die Vorjahreszahlen sind jeweils in Klammern angegeben.

A. Vergangenheitsorientierte Sicht: Grundlagen, Geschäftsverlauf, und Rahmenbedingungen sowie Lage der Gesellschaft

A.1. Grundlagen der Gesellschaft

Die itemis AG ist ein unabhängiges IT-Beratungsunternehmen und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für effiziente Softwareentwicklungsprojekte. Kernkompetenz ist die Automatisierung in der Softwareherstellung durch modellbasierte Entwicklungsverfahren.

Dabei helfen wir beim Systems Engineering, bei der Entwicklung von komplexen, vernetzten Systemen oder bei der Entwicklung und Modernisierung großer Cloud- und Enterprise Applikationen. Durch Standorte in ganz Deutschland, Europa und den USA sind wir dabei immer in der Nähe unserer Kunden.

Neu hinzugekommen ist zu Beginn des Jahres 2023 unsere Tochtergesellschaft itemis Kft in Ungarn. Dem gegenüber steht die Beendigung unserer Aktivitäten in Tunesien, Marokko und Frankreich. Dies erfolgte auf der Grundlage einer Veränderung in der Lebenssituation des ehemaligen Vorstandsmitglieds der itemis AG und Mitgesellschafters der itemis France SAS Abdelghani El-Kacimi. Ungarn übernimmt nunmehr die bislang durch Tunesien und Frankreich durchgeführten Arbeiten in der Produktentwicklung und unterstützt auch bei Dienstleistungsprojekten.

Die bisher unter dem Brand "YAKINDU" geführten Produkte erfuhren in 2022 ein Rebranding. Die drei Hauptprodukte heißen nun itemis ANALYSE, itemis CREATE und itemis SECURE (zusammen "Produktsuite"). Diese Produkte unterstützen Software- und Systems-Engineering vom ersten bis zum letzten Schritt.

Insgesamt setzt sich damit der Umsatz- bzw. Leistungskatalog der itemis aus den beiden Bereichen "Methoden und Tools" sowie "Cloud- und Enterprise-Anwendungen" zusammen.

Partner

Gemeinsam erreicht man mehr. Deshalb kooperieren wir mit erfahrenen Partnern, die einen ebenso hohen Qualitätsanspruch an ihre eigene Leistung haben wie wir selbst. Zusammen schaffen wir zusätzliche Vorteile für unsere Kunden.

Forschung

Die itemis AG ist eines der wenigen Beratungsunternehmen, das selbst umfangreich Forschung betreibt. Die von uns durchgeführten Projekte beschäftigen sich überwiegend mit den Methoden und Techniken der modellbasierten Entwicklung, insbesondere für komplexe, vernetzte Systeme. Dabei haben wir stets im Blick, Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen und so weiterzuentwickeln. Relevante Praxiserfahrungen werden regelmäßig publiziert und über Veranstaltungen öffentlich diskutiert.

A.2. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

Entwicklung von Gesamtwirtschaft, Branche und der itemis AG generell

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr 2021 bei andauernder Corona-Pandemie eingetrübt. Die Kriegsfolgen durch den Ukraine-Krieg führten zu Störungen in globalen Lieferketten, erheblich ansteigenden Energiepreisen und einer daraus folgenden hohen Inflation. Daraus resultierende Kürzungen in den IT-Budgets und kurzfristige Projektstopps haben uns in 2022 in der Form betroffen, dass sie insbesondere im IoT Consumer Segment auftraten. Hier konnten wir daher nicht die geplanten Vertriebserfolge erzielen.

In diesem Umfeld ist es der itemis AG im Jahr 2022 dennoch gelungen, ein außerordentliches Wachstum zu erreichen. Zu Beginn des Jahres 2021 wurde eine aggressive, mehrjährige Wachstumsstrategie verabschiedet, die zum Ziel hat, sowohl im Dienstleistungsgeschäft als auch im Produktgeschäft deutlich zu wachsen. Dieses Wachstum konnte nun in 2022 trotz eingetrübtem Marktumfeld erreicht werden. Insbesondere die o.g. Auswirkungen auf das IoT Consumer Segment führten hingegen zu Abweichungen vom geplanten Ergebnis (im Lagebericht des Vorjahres sind wir im Basisszenario von einem Vorsteuerergebnis von 882 Tsd. Euro ausgegangen). Das erste Quartal 2023 lässt allerdings hier bereits eine Fortführung des Wachstums bei verbesserten Ergebnissen erkennen (vgl. unten Leistungsindikatoren).

Die itemis AG hat sich im Rahmen der Wachstumsstrategie für eine Positionierung im Markt für komplexe Systeme entschieden. Solche Systeme sind smart, vernetzt, selbstlernend (Künstliche Intelligenz), über mobile Endgeräte steuerbar, besitzen vielfältige Sensoren und liefern große Datenmengen, die es häufig über Cloud-Lösungen auszuwerten gilt. Dazu zählen selbstfahrende, vernetzte Automobile, moderne Züge, medizinische Geräte oder Industrieanlagen.

Der Bau solcher komplexen Systeme erfordert Kompetenzen in den unterschiedlichsten Disziplinen wie beispielsweise Hardware, Elektronik/Elektrik, hardwarenahe Software, Cloud-Software, Software für mobile Endgeräte, Cyber Security, Funktionale Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit, Künstliche Intelligenz, Data Analytics, moderne Webtechnologien und mehr.

Der Einsatz geeigneter Entwicklungsmethoden und unterstützender Entwicklungswerkzeuge ermöglicht es, die zunehmende Komplexität zu beherrschen und schneller und in besserer Qualität Systeme zur Marktreife bringen zu können.

itemis verfügt über einen großen Erfahrungsschatz in diesem Gebiet durch die langjährige Arbeit in der Automobilbranche. Smarte, vernetzte Autos stellen heute die höchsten Anforderungen an Entwicklungsmethoden und -werkzeuge. Diese Erfahrungen werden in neue Methoden und in die Erweiterung und den Ausbau der Produktsuite übertragen. Die bestehenden Produkte sind noch nicht vollständig in der Cloud lauffähig, nicht vollständig integriert nutzbar und auf die Automobil-Branche ausgerichtet. Mit der itemis Produktsuite entsteht eine Entwicklungsumgebung, die vollständig in der Cloud genutzt werden kann und damit auch ohne Installation auf Anwenderrechnern einfachen und schnellen Zugang erlaubt. Sie unterstützt die Entwicklung von komplexen Systemen in drei unterschiedlichen Aspekten mit den drei Teilprodukten (itemis SECURE, itemis CREATE, itemis ANALYZE). Die Vermarktung erfolgt in unterschiedlichen Branchen (Industrie 4.0, Medizintechnik, Railway etc.) auch außerhalb der Automotive-Branche. Sie lässt sich leicht mit weiteren Entwicklungsumgebungen integrieren.

Für die Aktivierung selbst geschaffener, immaterieller Wirtschaftsgüter macht die itemis AG erneut vom Ansatzwahlrecht nach § 248 II S. 1 HGB Gebrauch und aktiviert die Entwicklungskosten der Produkte itemis SECURE, itemis CREATE und itemis ANALYZE seit 2021.

Bei der bilanziellen Behandlung dieser Thematik richten wir uns nach den Regelungen in DRS 24, da dieser die praktikabelsten und konkretesten Hilfestellungen bietet. Dieser gilt zwar grds. für deutsches HGB-Konzernrecht, wir halten ihn allerdings mangels konkreter Alternativen für HGB-Einzelabschlüsse auch dort für anwendbar.

Die Aktivierung von (eigenen als auch zugekauften) Entwicklungskosten in 2022 erfolgt in einer Gesamthöhe von 1.183 Tsd. Euro.

Im Rahmen der notwendigen Restrukturierung der Produktentwicklung von Frankreich/Tunesien auf Ungarn wurden für Teile Lösungen, Überarbeitungen oder Neuentwicklungen entschieden. Daher erfolgt eine einmalige Korrektur der aktivierten immateriellen Wirtschaftsgüter in 2022 i.H.v. 340 Tsd. Euro. Schlussendlich wurden zum 31.12.2022 Entwicklungskosten von insgesamt 1.828 Tsd. EUR aktiviert, die voraussichtlich nach endgültiger Fertigstellung ab 2023 über ihre planmäßig Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Für unsere Analyse des Geschäftsverlaufs und der Lage der itemis AG verwenden wir unsere nachfolgend dargestellten, bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren.

Umsatz- und Auftragsentwicklung

Der Umsatz im Jahr 2022 betrug 26,454 Mio. Euro (VJ 20,082 Mio. Euro). Der Umsatz erfolgte zu etwa 48% im Bereich "Methoden und Tools" und zu 52% im Bereich von "Cloud- und Enterprise-Anwendungen".

Investitionen

Es gab im Rahmen des Wachstums entsprechend ansteigende Investitionen in die hausintern genutzten Softwarelizenzen, die Erneuerungen von Arbeitsplatzhardware, in die Serverinfrastruktur sowie in Büromöbel und -ausstattung. Weiterhin wurde in die Produktentwicklung investiert und in diesem Rahmen eine Aktivierung selbsterstellter Software i.H.v. 1.183 Tsd. Euro vorgenommen. Außerdem erfolgt eine einmalige Korrektur der aktivierten immateriellen Wirtschaftsgüter i.H.v. 340 Tsd. Euro.

Finanzierung

Die Gesellschaft verfügt über laufende Kreditlinien bei den Hausbanken. Diese betrugen im Berichtsjahr bei der Sparkasse an der Lippe 400 Tsd. Euro sowie bei der GENO Bank 1,000 Mio. Euro. Neben der Finanzierung aus eigenem Cashflow finanzierte sich die Gesellschaft über einen KfW Betriebsmittelkredit in Höhe von 1,000 Mio. Euro (aus 2021). Weiterhin erfolgt seit Mitte 2022 eine Finanzierung über ein Factoring Verfahren mit der Deutschen Factoring Bank in einer Maximalhöhe von 1,800 Mio. Euro. Der Cash-Bestand betrug am Stichtag inklusive Kassenbestand -505 Tsd. Euro (VJ 145 Tsd. Euro). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit entwickelte sich mit 1.655 Tsd. Euro (VJ -989 Tsd. Euro) deutlich positiv.

Die Summe der Verbindlichkeiten belief sich auf 4,476 Mio. Euro (VJ 3,484 Mio. Euro).

Die Gesellschaft zahlte im Berichtsjahr keine Dividende.

Personal- und Sozialbereich

Die itemis AG beschäftigt überwiegend hochwertig ausgebildetes Personal, meistens mit Hochschulabschluss oder ähnlicher Ausbildung und Erfahrung. Die Fluktuation lag im marktüblichen Niveau.

Die itemis AG bildet ständig Auszubildende aus und übernimmt diese bei Eignung in den Betrieb. Die itemis AG hat keinen Betriebsrat.

Zusätzlich zu den gesetzlichen Sozialleistungen werden diverse freiwillige Sozialleistungen in Form von Zuschüssen zu Direktversicherungen, Kindergartenbeiträgen und zur Gesundheitsförderung geleistet. Die Personalakquise und Sicherung des Personalbestandes werden durch viele zusätzliche mitarbeiterfreundliche Maßnahmen unterstützt. Diese bilden die Basis für eine starke Arbeitgebermarke. Die itemis AG hat einen Sicherheitsbeauftragten und einen Datenschutzbeauftragten.

Büroflächen

Alle angemieteten Flächen in Lünen (Hauptsitz), Bonn, Heide, Leipzig, Hamburg, Frankfurt am Main, Paderborn, Stuttgart und Essen und werden eigengenutzt.

Rechtsstreitigkeiten

Rechtsstreitigkeiten, die für die Beurteilung der vergangenen als auch künftigen Entwicklung sowie der aktuellen Lage zum Bilanzstichtag von wesentlicher Bedeutung sind, sind nicht gegeben.

Beurteilung der Geschäftsentwicklung

Die itemis AG blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurück. Die in 2021 vorgenommenen Investitionen in Arbeitgebermarke und Recruiting, Sales, Marketing und internationale Ausdehnung zahlen sich aus. Dies lässt sich an unterschiedlichen Kennziffern festmachen. So konnten wir mit 106 Neuverträgen im Jahr 2022 im Personalbereich deutlich schneller wachsen als vergleichbare Wettbewerber und den Wert von 61 Neuverträgen in 2021 noch deutlich übertreffen. Der Auftragseingang im Dienstleistungsgeschäft konnte im Jahr 2022 mit 29,732 Mio. Euro gegenüber 23,423 Mio. Euro im Vorjahr erheblich gesteigert werden. Darüber hinaus konnten Verträge mit Großkonzernen erreicht werden, die ein weiterhin starkes Wachstum in 2023 ermöglichen. Hier streben wir ein deutlich über der Branchenerwartung liegendes Umsatzwachstum um 15-25% bei verbesserter Ertragslage an.

A.3. Darstellung der Lage der Gesellschaft

Vermögenslage

Die Gesellschaft weist zum Stichtag ein (wirtschaftliches) Eigenkapital in Höhe von 4,491 Mio. Euro (VJ 3,430 Mio. Euro) aus. Dies entspricht einer Eigenkaptalquote von rd. 40 % (VJ 39 %). Darin einbezogen ist ein Eigenkapitalanteil im Sonderposten (70%) in Höhe von 1,332 Mio. Euro (VJ 551 Mio. Euro). Zudem bestehen Gewinn- als auch Kapitalrücklagen von insgesamt 0,502 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Restlaufzeit bis zu einem Jahr) betragen 3,726 Mio. Euro (VJ 2,609 Mio. Euro), langfristige Verbindlichkeiten (Restlaufzeit mehr als ein Jahr) betragen 0,750 Mio. Euro (VJ 0,875 Mio. Euro). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände betrugen zum Stichtag 6,525 Mio. Euro (VJ 5,921 Mio. Euro) und bilden mit rd. 59 % (VJ rd. 68 %) den größten Posten auf der Aktivseite. Die Vorräte beliefen sich auf 752 Tsd. Euro (VJ 777 Tsd. Euro). Die aktivierte, selbsterstellte Software hat sich um 1.183 Tsd. Euro auf 1.828 Tsd. Euro erhöht. Der Vorstand beurteilt die Vermögenslage als ausreichend zu den Erfordernissen der Gesellschaft.

Finanzlage

Die Gesellschaft konnte jederzeit ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen, aufgenommene Bankdarlehen wurden planmäßig bedient, zugesagte Kreditlinien wurden teilweise in Anspruch genommen, Finanzierungsengpässe waren nicht gegeben. Der Vorstand beurteilt die Finanzlage als ausreichend zu den Erfordernissen der Gesellschaft.

Ertragslage (Geschäftsergebnis)

Bei einer Gesamtleistung von 26,777 Mio. Euro (VJ 19,899 Mio. Euro) wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 279 Tsd. Euro (VJ 344 Tsd. Euro) erwirtschaftet. Dieser Jahresüberschuss enthält einen einmaligen Sondereffekt durch die Aktivierung selbsterstellter immaterieller Wirtschaftsgüter i.H.v. 572 Tsd. Euro (VJ 668 Tsd. Euro). Grund für die im Vergleich zum Vorjahr schlechteren operativen Margen sind die oben beschriebenen Auswirkungen auf das IoT Comsumer Segment gepaart mit Kostensteigerungen in allen Bereichen (insb. eigenes Personal, Freelancer, Overheadbereich (Raumkosten, Reise-/Vertriebskosten, Lizenzen)). Die Umsatzrendite betrug rd. 1 % (VJ rd. 2 %).

Im Jahr 2022 wurden für die Durchführung von Kundenprojekten Fremdleistungen in Höhe von 3,421 Mio. Euro (VJ 3,074 Mio. Euro) bezogen. Der Rohertrag (definiert als Gesamtleistung abzgl. bezogene Fremdleistungen (sog. Freelancer) und eigenem Personalaufwand) erhöhte sich deutlich um +40% auf 4,741 Mio. Euro (VJ 3,393 Mio. Euro). Gleichwohl sorgen die zuvor erwähnten Kostensteigerungen für ein verringertes Betriebsergebnis (EBIT; 0,466 Mio. Euro, VJ 0,585 Mio. Euro) als auch geringere Vor-/Nachsteuerergebnisse (EBT) sowie ein geringeres Jahresergebnis (0,279 Mio. Euro, VJ 0,344 Mio. Euro).

Rating

Das aktuelle Bilanzrating (JA 2021) von Creditreform beträgt CR5 = Bilanzbonitätsklasse II. Das Unternehmen hat eine gute Bonität. Für unseren Jahresabschluss 2021 wurden wir mit dem Creditreform Bonitätszertifikat CrefoZert ausgezeichnet. Die Zertifizierung für den Jahresabschluss 2022 wird wieder beantragt.

B. Zukunftsorientierte Sicht: Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung (Prognosebericht) mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken (Chancen- und Risikobericht)

B.1. Prognosebericht

Voraussichtliche Entwicklung

Für 2023 ist ein progressiver Plan mit drei unterschiedlichen Szenarien (Gut, Basis, Schlecht) erstellt worden. Der Gewinn ist im Basisszenario in Höhe von ca. 650 Tsd. Euro vor Steuern geplant. Diese Aussagen basieren auf dem detaillierten Unternehmensplan für 2023.

Investitions- und Finanzplanung

Es sind derzeit keine Investitionen geplant, die über den Erhalt der augenblicklichen Infrastruktur hinausgehen.

Die Finanzplanung als integraler Bestandteil der zuvor erwähnten Gesamtunternehmensplanung zeigt uns plan- und absehbare Liquiditätsengpässe an. Aufbauend auf diesem Erkenntnisstand werden erforderliche Handlungsmaßnahmen identifiziert und ggf. erforderliche Maßnahmen ergriffen. Deshalb wurde beispielsweise zur Finanzierung unserer Wachstumsstrategie das in Abschnitt A.2. Finanzierung erwähnte Forderungsfactoring bei der Deutschen Factoring Bank im Jahr 2022 implementiert. Zudem sind wir uns unverändert bewusst, dass die Finanzierung aus Eigenmitteln nur mit signifikanten Umsatzsteigerungen zu erreichen ist.

Entwicklung einzelner Geschäftsfelder

Im Jahr 2023 sollen verstärkt Systems Engineering und Cloud/Enterprise Applikationsentwicklungen akquiriert und durchgeführt werden. Hier erwarten wir eine weiter steigende Nachfrage in einem stark wachsenden Marktsegment. Weiterhin erwarten wir zunehmende Nachfrage nach Werkzeuglösungen zur Sicherstellung der Compliance zu Security-Normen. Insbesondere der Automobilsektor unterliegt hier starkem Regulierungsdruck.

B.2. Chancen- und Risikobericht (Hinweise auf wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung) einschließlich Angaben zum Risikomanagementsystem

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Chancen

Die zunehmenden Herausforderungen in der Digitalisierung und der Entwicklung smarter, intelligenter Systeme erfordern vermehrt interdisziplinäre Teams mit verschiedenen Eigenschaften. Solche Teams kann itemis zur Verfügung stellen und komplexe Gesamtlösungen erstellen. Außerdem erfordert die Entwicklung solcher Lösungen zunehmend bessere Methoden und Werkzeuge. Hier entstehen vermehrt Chancen zur Positionierung unserer Werkzeuglösungen.

Risiken

Es bleibt weiterhin erforderlich, Vertrieb und Marketing zu stärken, um das geplante, starke Wachstum abzusichern.

Bezüglich Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter werden ständig entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt.

Die "Ukraine-Krise" sorgt noch immer für einige Verunsicherung im Markt. Eine enge und organisierte Kommunikation mit unseren Kunden ermöglicht es uns, schnell auf mögliche Budget-Risiken oder drohenden Projektstopps reagieren zu können.

Bericht über Risikomanagementziele und -methoden

Zur Früherkennung von Risiken werden für die einzelnen operativen Einheiten monatlich alle erforderlichen Führungszahlen und Business-Informationen ermittelt und beurteilt. Es gibt kurzfristige Forecast-Prozesse und mittel- und langfristige Pipeline-Verfahren, die insgesamt ein Frühwarnsystem für ungünstigen Geschäftsverlauf bilden. Wöchentlich werden Forecasts und Geldfluss analysiert, monatlich werden die Führungszahlen für alle Geschäftsbereiche besprochen. Dies schließt jeweils die Beurteilung der Perspektive aufgrund bestehender Chancen, möglicher Projektrisiken und notwendiger Aktivitäten ein.

Im IT-Bereich und in den operativen Bereichen gibt es Notfallpläne für die denkbaren Störungen. Datensicherungsmedien werden regelmäßig ausgelagert. Es besteht eine hohe Sicherheit gegenüber unbefugten Zugriffsversuchen auf alle wichtigen Unternehmensdaten.

Zur Begegnung von langfristigen Risiko-Szenarien durch Wegfall von Märkten oder Teilmärkten werden ständig alternative Absatzgebiete ermittelt und beurteilt.

Nichtverwendung derivativer Finanzinstrumente

Die Gesellschaft verfolgt eine konservative, transparente und risikoarme Finanzierungspolitik. Sie verwendet neben üblichen Lieferantenkrediten ausschließlich Standard-Bank-Finanzierungen und verzichtet komplett auf den Einsatz risikoreicher, derivativer Finanzinstrumente. Übliche und risikofreie Off-Balance-Instrumente wie beispielsweise PKW-Leasingverträge werden eingesetzt.

C. Sonstige Angaben / Berichterstattung nach § 289 Abs. 2 HGB

Forschungs- und Entwicklungsbericht

Der Forschungs- und Entwicklungsbereich bei der itemis AG besteht aus zwei Bereichen mit unterschiedlichen Zielen. Zum einen in der Weiterentwicklung und Pflege unserer Produkte. Eine Teilaktivierung der Personalkosten sowie bezogener Fremdarbeiten für die Produktentwicklung ist in Höhe von 1.183 Tsd. Euro im Jahr 2022 erfolgt..

Zum anderen agieren wir in der projektbezogenen Forschung gemeinsam mit Partnern und Kunden. Hier sollen neue Verfahren und Lösungen erarbeitet und validiert sowie neue Chancen für Produkte erkannt und prototypisch umgesetzt werden.

Dieser Bereich wurde im Jahr 2022 durch Forschungsprojektzuwendungen von staatlicher Seite i.H.v. 322 Tsd. Euro (VJ 178 Tsd. Euro) gefördert.

Zweigniederlassungsbericht

Es gibt derzeit Zweigniederlassungen in Bonn, Heide, Leipzig, Hamburg, Frankfurt am Main, Paderborn, Stuttgart und Essen.

Eigene Aktien

Die Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG zu eigenen Aktien werden im Anhang dargestellt.

 

Lünen, den 31. Mai 2023

Der Vorstand

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 3.133.000,74 1.604.612,75
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.835.291,79 997.922,80
II. Sachanlagen 673.063,00 457.044,00
III. Finanzanlagen 624.645,95 149.645,95
B. Umlaufvermögen 7.745.585,83 6.960.951,56
I. Vorräte 751.681,98 776.827,29
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.525.160,31 5.921.974,78
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 468.743,54 262.149,49
C. Rechnungsabgrenzungsposten 292.023,67 178.976,30
Bilanzsumme, Summe Aktiva 11.170.610,24 8.744.540,61

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 3.159.227,25 2.879.129,14
I. gezeichnetes Kapital 219.575,00 219.575,00
1. Eigene Anteile - offen vom Gezeichneten Kapital abgesetzt -20.810,00 -21.956,00
2. eingefordertes Kapital 198.765,00 197.619,00
II. Kapitalrücklage 487.025,00 487.025,00
III. Gewinnrücklagen 15.000,00 15.000,00
IV. Gewinnvortrag 2.179.485,14 1.835.197,34
V. Jahresüberschuss 278.952,11 344.287,80
B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 1.902.904,29 787.370,39
C. Rückstellungen 1.014.000,00 1.135.210,34
D. Verbindlichkeiten 4.476.087,29 3.483.983,55
E. Rechnungsabgrenzungsposten 230.704,41 160.626,19
F. Passive latente Steuern 387.687,00 298.221,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 11.170.610,24 8.744.540,61

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 23.963.070,27 17.168.290,42
2. Personalaufwand 18.614.775,80 13.431.876,47
a) Löhne und Gehälter 15.651.019,80 11.342.529,47
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.963.756,00 2.089.347,00
3. Abschreibungen 300.114,19 196.297,08
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 300.114,19 196.297,08
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.577.204,45 2.949.860,25
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 622,98 2.541,23
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 102.158,13 41.286,07
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 85.931,30 201.649,00
8. Ergebnis nach Steuern 283.509,38 349.862,78
9. sonstige Steuern 4.557,27 5.574,98
Jahresüberschuss 278.952,11 344.287,80

Anhang

1. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft lt. Registergericht

Sitz der itemis AG ist Lünen. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 20621 im Register des Amtsgerichts Dortmund eingetragen.

Allgemeine Angaben

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Herstellungskosten angesetzt. Sie wurden in Ausübung des Wahlrechtes gem. § 248 Abs. 2 HGB in 2021 erstmalig aktiviert. Es werden nur Entwicklungskosten und keine Forschungskosten aktiviert. Beginn der Einbeziehung der Entwicklungskosten in die Herstellungskosten war der 1. Januar 2021. Da die selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände im Geschäftsjahr noch nicht fertiggestellt sind, erfolgt noch keine Abschreibung.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände nach linearer Methode vorgenommen.

Bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Wert bis zu EUR 800,00 wurden in Anlehnung an die steuerlichen Vorschriften im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Die unter den Vorräten ausgewiesenen fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Zinsen für Fremdkapital werden hierbei nicht mit einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung zu Forderungen Rechnung getragen worden.

Der Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen ist zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Sonstigen Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Kurzfristige Verpflichtungen bis zu einem Jahr wurden nicht abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Auf fremde Währung lautende, kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag umgerechnet worden.

Zeitlich begrenzte Unterschiedsbeträge zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen werden durch den Ausweis Passiver latenter Steuern berücksichtigt. Der Ansatz erfolgte unter Berücksichtigung des unternehmensindividuellen Steuersatzes.

2. Bilanzerläuterungen

AKTIVA

Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 einschließlich der kumulierten Anschaffungskosten und der kumulierten Abschreibungen je Anlageposten ist nachfolgend dargestellt.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 984.323,80 1.183.501,79 340.139,80
Übrige immaterielle Vermögensgegenstände 139.825,66 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 1.124.149,46 1.183.501,79 340.139,80
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.897.938,05 510.147,19 14.417,23
Summe Sachanlagen 1.897.938,05 510.147,19 14.417,23
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 14.645,95 0,00 0,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 565.000,00 0,00
Übrige Finanzanlagen 135.000,00 0,00 90.000,00
Summe Finanzanlagen 149.645,95 565.000,00 90.000,00
Summe Anlagevermögen 3.171.733,46 2.258.648,98 444.557,03
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 1.827.685,79
Übrige immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 139.825,66
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.967.511,45
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 2.393.668,01
Summe Sachanlagen 0,00 2.393.668,01
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 14.645,95
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 565.000,00
Übrige Finanzanlagen 0,00 45.000,00
Summe Finanzanlagen 0,00 624.645,95
Summe Anlagevermögen 0,00 4.985.825,41
kumulierte Abschreibungen 01.01.2022
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige immaterielle Vermögensgegenstände 126.226,66 5.993,00 0,00 0,00 132.219,66
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 126.226,66 5.993,00 0,00 0,00 132.219,66
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.440.894,05 294.121,19 14.410,23 0,00 1.720.605,01
Summe Sachanlagen 1.440.894,05 294.121,19 14.410,23 0,00 1.720.605,01
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Übrige Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 1.567.120,71 300.114,19 14.410,23 0,00 1.852.824,67
Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Buchwert 31.12.2022
EUR
Buchwert 31.12.2021
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 1.827.685,79 984.323,80
Übrige immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 7.606,00 13.599,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.835.291,79 997.922,80
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 673.063,00 457.044,00
Summe Sachanlagen 0,00 673.063,00 457.044,00
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 14.645,95 14.645,95
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 565.000,00 0,00
Übrige Finanzanlagen 0,00 45.000,00 135.000,00
Summe Finanzanlagen 0,00 624.645,95 149.645,95
Summe Anlagevermögen 0,00 3.133.000,74 1.604.612,75

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände

Bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um Software. Es wurden zum Bilanzstichtag folgende Entwicklungskosten aktiviert:

T-EUR
a) Personaleinzelkosten 559
b) Personalgemeinkosten 27
c) Bezogene Fremdleistungen 1.241
1.827

Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt in 2022 T-EUR 2.258. Davon wurden in 2022 T-EUR 1.183 aktiviert.

Finanzanlagen

Der Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022 umfasst:

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital Landeswährung gesamtes Eigenkapital Jahresergebnis Jahr
T-EUR % in T-EUR in T-EUR
itemis France SAS, Vélizy-Villacoublay, Frankreich 5,0 50,0 EUR 1.904 73 2021
itemis Inc., Chicago, USA 0,1 100,0 EUR -585 -471 2022
itemis S.a.r.l., Marrakesch, Marokko 9,6 99,0 EUR -7 -24 2022

Ein Konzernabschluss wird von der itemis AG als oberstem Mutterunternehmen wegen Unterschreiten der Größenkriterien in § 293 HGB nicht aufgestellt.

Forderungen

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Ansprüche mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr von insgesamt T-EUR 1.346 (Vj.: T-EUR 596) enthalten.

Des Weiteren sind in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenänden Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 189.089,75 (Vj.: T-EUR 252) enthalten.

PASSIVA

Eigenkapital / Gewinnrücklagen

Das Grundkapital beträgt EUR 219.575,00. Es ist eingeteilt in 134.100 Stammaktien (EUR 134.100,00) und 85.475 Vorzugsaktien (EUR 85.475,00) zum Nennwert von jeweils EUR 1,00/Aktie.

Angaben zu eigenen Aktien

Der Bestand an eigenen Aktien hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Grundkapital (Nennwert pro Aktien: EUR 1,00):

Stammaktien Vorzugsaktien
Anzahl Anteil am Grundkapital Anzahl Anteil am Grundkapital
31.12.2021 6.179 2,8% 15.777 7,2%
Zugänge (Ankauf) 0 0,0% 0 0,0%
Abgänge (Verkauf) 1.146 0,5% 0 0,0%
31.12.2022 5.033 2,3% 15.777 7,2%
gesamt Stammaktien Vorzugsaktien gesamt
Anzahl Anteil am Grundkapital EUR EUR EUR
31.12.2021 21.956 10,0% 6.179,00 15.777,00 21.956,00
Zugänge (Ankauf) 0 0,0% 0,00 0,00 0,00
Abgänge (Verkauf) 1.146 0,5% 1.146,00 0,00 1.146,00
31.12.2022 20.810 9,5% 5.033,00 15.777,00 20.810,00

Der Preis der im Geschäftsjahr veräußerten Aktien entsprach dem Nennwert. Der Verkaufserlös wurde ausschließlich ins Grundkapital eingestellt.

Die Kapitalrücklage ist durch Aufgeld (Agio) bei der Ausgabe neuer Aktien erzielt worden (§ 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB).

Die gesetzliche Rücklage gemäß § 150 AktG ist in voller Höhe von EUR 15.000,00 eingestellt worden.

Die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von T-EUR 0 ergeben sich wie folgt:

T-EUR
Agio aus dem Verkauf eigener Aktien in 2019 195
Verrechnung der in 2020 erworbenen eigenen Aktien (Agio) -195
0

Der Gewinnvortrag zum 31. Dezember 2022 in Höhe von T-EUR 2.179 hat sich wie folgt entwickelt:

T-EUR
Stand zum 01.01.2022 1.835
Jahresüberschuss 2021 344
2.179

Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen

Der Sonderposten wurde gemäß § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB (Erweiterung des Gliederungsschemas) für Entwicklungsprojekte und hierfür gewährte, staatliche Zuschüsse gebildet (Bruttoansatz). Er verkörpert die Durchführungsverpflichtung für die (noch) zu erhaltenen Zuschüsse. Die erfolgswirksame Auflösung erfolgt entsprechend dem Kostenanfall der Projektdurchführungen. Die erfolgswirksame Auflösung betrug im laufenden Geschäftsjahr T-EUR 322 (Vorjahr: T-EUR 174) und wurde unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit bis 1 Jahr EUR (Vj.: T-EUR) Restlaufzeit über 1 Jahr EUR (Vj.: T-EUR) Gesamt EUR (Vj.: T-EUR) Sicherheiten EUR (Vj.: T-EUR)
Verbindlichkeiten gegen- 1.098.475,59 750.000,00 1.848.475,59 1.173.475,59 *)
über Kreditinstituten (306) (875) (1.181) (264) *)
Verbindlichkeiten gegenüber 538.398,58 0,00 538.398,58 0,00
verbundenen Unternehmen (564) (0) (564) (0)
Übrige sonstige 2.089.213,12 0,00 2.089213,12 0,00
Verbindlichkeiten (1.739) (0) (1.739) (0)
3.726.087,29 750.000,00 4.476.087,29 1.173.475,59
(2.609) (875) (3.484) (264)

*) Art der Sicherheiten:

Sicherung durch Globalabtretung sämtlicher Kundenforderungen und durch Verpfändung eines Bankkontos.

Passive latente Steuern

Die Salden der Steuerlatenzen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021
T-EUR
Veränderung
T-EUR
31.12.2022
T-EUR
aktive Steuerlatenzen 84 116 200
passive Steuerlatenzen -382 -206 -588
saldierte Steuerlatenzen -298 -90 -388

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben Verpflichtungen aus Fahrzeugleasingverträgen im Rahmen des üblichen Geschäftsbetriebes bestehen Verpflichtungen aus Mietverträgen wie folgt:

31.12.2022
T-EUR
- fällig 2023 (Folgejahr) 1.026
- fällig 2024 - 2027 (2. - 5. Jahr) 988
- fällig ab 2028 (ab 6. Jahr) 0
2.014

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Aufwendungen für Altersversorgung

In den sozialen Abgaben sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von T-EUR 367 (Vorjahr: T-EUR 303) enthalten.

Periodenfremde Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T-EUR 376 (Vj.: T-EUR 19) enthalten. Sie betreffen in 2022 im Wesentlichen die Ausbuchung von zuvor aktivierter selbst erstellter Software.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

2022
T-EUR
2021
T-EUR
Tatsächlicher Steueraufwand (-) / -ertrag (+) 3 96
Latenter Steueraufwand (-) / -ertrag (+) -89 -298
Gesamter Steueraufwand (-) / -ertrag (+) -86 -202

Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn gem. § 158 Abs. 1 AktG zum 31.12. des jeweiligen Geschäftsjahres ermittelt sich wie folgt:

2022
T-EUR
2021
T-EUR
Jahresüberschuss 279 344
Gewinnvortrag 2.179 1.835
= Bilanzgewinn 2.458 2.179

4. Sonstige Angaben

Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)

Während des Geschäftsjahres wurden im Durchschnitt 258 angestellte Arbeitnehmer, davon 29 Werkstudenten beschäftigt (§ 285 Nr. 7 i.V.m. § 267 Abs. 5 HGB).

Zusammensetzung der Organe und deren Gesamtbezüge

Vorstand: Herr Jens Wagener, Dortmund

Vorstandsvorsitzender

- einzelvertretungsberechtigt -

Herr Wolfgang Neuhaus, Dortmund, stellvertretender Vorsitzender

Vorstand für Finanzen und Controlling

- einzelvertretungsberechtigt -

Herr Dr. Stephan Eberle, Sèvres/Frankreich

Vorstand für Technologie und Innvovation

- gemeinschaftlich vertretungsberechtigt -

Herr Franz-Josef Schürmann, Nottuln

Vorstand für Vertrieb

- gemeinschaftlich vertretungsberechtigt -

bis 6. September 2022:

Herr Abdelghani El-Kacimi, Uchaud/Frankreich

Vorstand für internationale Geschäftsentwicklung und strategische Partnerschaften

- gemeinschaftlich vertretungsberechtigt -

Die Gesamtbezüge des Vorstandes betragen T-EUR 1.666.

Aufsichtsrat: Herr Michael Neuhaus (Vorsitzender), Wirtschaftsprüfer/Steuerberater

Herr Harald Goertz (stellvertretenderVorsitzender),

Generalvertreter einer Versicherung

Herr Eric Swehla, International Business Consultant

Auf die Angabe der Aufsichtsratsvergütungen ist nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet worden.

Ausschüttungssperre

Der Gesamtbetrag, der gem. § 268 Abs. 8 HGB der Ausschüttungssperre unterliegt, gliedert sich wie folgt:

31.12.2022
T-EUR
Ausschüttungssperre aus der
1. Aktivierung selbst geschaffener immaterielle Vermögensgegenstände 1.828
abzüglich zugehöriger passiver latenter Steuern -588
2. Bildung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge 172
Gesamtbetrag 1.412

Ergebnisverwendungsvorschlag für 2022

Wir, der unterzeichnende Vorstand, schlagen vor, den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 278.952,11 zusammen mit dem Gewinnvortrag in Höhe von EUR 2.179.485,14 (= EUR 2.458.437,25) auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Lünen, den 31. Mai 2023

Jens Wagener

Wolfgang Neuhaus

Dr. Stephan Eberle

Franz-Josef Schürmann

Bericht des Aufsichtsrats

Nachdem die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Jahre 2020 und 2021 stark durch die Corona-Pandemie geprägt waren, hat der völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 das gesamte Jahr 2022 und auch das laufende Geschäftsjahr 2023 erheblich geprägt. Das menschliche Leid der betroffenen Menschen in der Ukraine ist nach jahrzehntelangem Frieden für Mitteleuropäer kaum nachvollziehbar. Wirtschaftlich wurde Deutschland durch den Krieg insbesondere durch die hierdurch verursachten Energieknappheit und die verstärkte Inflation spürbar beeinflusst.

Mit den Folgen dieser Entwicklung für die itemis, sei es direkt oder vor allem mittelbar auf den Märkten der itemis-Kunden hat sich der Aufsichtsrat regelmäßig befasst und vom Vorstand unterrichten lassen.

Ferner stand die Umsetzung der strategischen Ausrichtung im gesamten Jahr im Fokus der Aufsichtsratstätigkeit.

Auch im Zusammenhang mit der Amtsniederlegung des bisherigen Vorstandsmitglieds Abdelghani El-Kacimi zum 06.09.2022 und entsprechende Umstrukturierungen wurden mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats abgehalten.

Insgesamt hat der Aufsichtsrat 2022 zehn Aufsichtsratssitzungen abgehalten und seine Überwachungsaufgaben im abgelaufenen Geschäftsjahr entsprechend intensiv wahrgenommen.

Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 Aktiengesetz den Jahresabschluss zum 31.12.2022 der itemis AG und den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Der Aufsichtsrat hat ferner die Geschäftsführung der itemis AG durch Berichterstattung des Vorstands über die geschäftliche Entwicklung, die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie über die beabsichtigte Geschäftspolitik fortlaufend überwacht.

Zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems haben die turnusmäßigen Schwerpunkthemen "Planung", "Jahresabschluss und Jahresabschlussprüfung", "Corporate Governance und interne Prozesse" sowie "Strategie" festgelegt und die jeweils relevanten Themen ausführlich mit dem Vorstand erörtert.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 der itemis AG waren von einem Abschlussprüfer zu prüfen. Entsprechend hat der Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 22.06.2022 vorgeschlagen, die Dr. Friederich & Collegen GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Osnabrück, als Abschlussprüfer zu wählen und nach erfolgter Wahl den Prüfungsauftrag erteilt. Hierbei hat sich der Aufsichtsrat auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers befasst. Der Abschlussprüfer hat an der Aufsichtsratssitzung vom 07.06.2023 teilgenommen, in der der Aufsichtsrat die vom Vorstand vorgelegten Unterlagen verhandelt hat. In dieser Sitzung hat der Abschlussprüfer auch über die wesentlichen Feststellungen seiner Prüfung berichtet.

Der mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss zum 31.12.2022 zeigt einen Jahresüberschuss von TEUR 279 (Vorjahr TEUR 344) sowie bei einer Bilanzsumme von TEUR 11.171 ein Eigenkapital von TEUR 3.159 (Vorjahr TEUR 2.879).

Der Jahresüberschuss von TEUR 279 und der Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von TEUR 2.179 sollen nach dem vom Aufsichtsrat gebilligten Vorschlag des Vorstands über die Ergebnisverwendung in voller Höhe auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Der Aufsichtsrat hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen erhoben und den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der itemis AG zum 31.12.2022 gebilligt, der damit festgestellt ist.

Die Hauptversammlung vom 21.06.2022 hat alle drei Aufsichtsratsmitglieder für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Der Aufsichtsrat dankt den aktuellen Vorstandsmitgliedern wie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich für das 2022 gezeigte Engagement und die Begeisterung bei der Umsetzung vielfacher Maßnahmen zur Weiterentwicklung und langfristigen Wertsteigerung der itemis AG.

Im Jahr 2023 feiert die itemis AG ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. Der Aufsichtsrat beglückwünscht die Gesellschaft und insbesondere die Gründer und Vorstandsmitglieder Jens Wagener und Wolfgang Neuhaus zu diesem Jubiläum und bedankt sich im Namen der AG bei allen Beteiligten, die in den letzten Jahren und teilweise seit Unternehmensbeginn an der erfolgreichen Entwicklung der Firma mitgewirkt haben. Wir freuen uns auf eine noch erfolgreichere Zukunft.

Der Aufsichtsrat der itemis AG

 

Lünen, im Juli 2023

Michael Neuhaus, Aufsichtsratsvorsitzender

Harald Goertz, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender

Eric Swehia, Aufsichtsratsmitglied

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 07.06.2023 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Im offengelegten Jahresabschluss wurden Erleichterungen in Anspruch genommen. Der Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die itemis AG:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der itemis AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der itemis AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 31. Mai 2023

DR. FRIEDERICH & COLLEGEN GMBH
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