Raiffeisen Lippe-Weser GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christian Josef Schürmann seit 19.12.2024 | Vorsitzender des Vorstands |
Stefan Pielsticker seit 4.10.2024 | Vorstandsmitglied |
Uwe Halve seit 29.9.2023 | Prokura |
Timo Buschendorf seit 29.9.2023 | Prokura |
Thomas Friedrich Rieks seit 29.9.2020 | Prokura |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
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| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AGLageJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023BILANZ zum 31. Dezember 2023Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG, LageAKTIVA
PASSIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.01.2023 bis 31.12.2023Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG, Lage
ANHANG zum 31. Dezember 2023Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AGLageAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juli 2023 wurden die Raiffeisen Lippe-Weser AG (kurz: RLW) (übernehmder Rechtsträger) und die Raiffeisen Lübbecker Land AG (kurz RLL) (übertragender Rechtsträger) mit Wirkung zum 1.Januar 2023 nach den Bestimmungen der §§ 2ff ., 4ff. und 60 ff. UmwG verschmolzen. Sämtliche Aktiva und Passiva des übertragenden Rechtsträgers wurden im Wege der Verschmelzung zu ihren Buchwerten übernommen. In der Hauptversammlung wurde auch die Änderung der Firma in Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG beschlossen. Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes sowie der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Die Vorjahreszahlen im Jahresabschluss enthalten nur die Werte der Raiffeisen Lippe-Weser AG vor der Verschmelzung, während die Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres unter Berücksichtigung der Verschmelzung sowohl die Werte der übernehmenden als auch der übertragenden Gesellschaft enthalten. Aus diesem Grund sind die Vorjahreszahlen nur eingeschränkt mit diesem Geschäftsjahr vergleichbar. Zum besseren Verständnis zeigen die folgenden Aufstellungen die einzelnen Posten des Jahresabschlusses der Raiffeisen Lübbecker Land eG (übertragende Rechtsträgerin) zum 31. Dezember 2022. Bilanz zum 31. Dezember 2022Raiffeisen Lübbecker Land AGAktivseite
Passivseite
Gewinn- und Verlustrechnungen vom 1. Junuar 2022 bis 31. Dezember 2022Raiffeisen Lübbecker Land AG
Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear und degressiv vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungspreis von 800 € sind voll abgeschrieben und im Anlageverzeichnis als Abgang behandelt worden. Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:
Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt. Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem beizulegenden Wert bewertet. In allen Fällen wurde das strenge Niederstwertprinzip eingehalten. Durch Anwendung der Bewertungsmethoden nach § 240 Abs. 4 HGB (Gruppenwertung) bzw. § 256 Satz 1 HGB (Verbrauchsfolgeverfahren) ergaben sich gegenüber einer Bewertung auf der Grundlage des Börsen- oder Marktpreises zum Bilanzstichtag keine erheblichen Unterschiedsbeträge. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen bilanziert. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zudem wurde eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von unverändert 1 % der nicht einzelwertberichtigten Forderungen zur Deckung der allgemeinen Risiken abgesetzt. Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten sind nur für wesentliche Posten gebildet worden. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe ihrer Erfüllungsbeträge gebildet und bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr abgezinst. Sie sind ausreichend bemessen. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übernommen werden. Angaben zur Bilanz Mitzugehörigkeitsvermerke Einzelne Sachverhalte können im vorliegenden Gliederungsschema mehreren Bilanzposten zugeordnet werden. Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit wird dazu folgende Erläuterung gegeben: Die Mitzugehörigkeitsvermerke betreffen folgende Posten und Sachverhalte: Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von 1.489,2 TE aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen an Beteiligungsunternehmen resultieren in Höhe von 65,7 T€ (Vorjahr: 5,3 Mio. €) aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von 11,7 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €) aus sonstigen Forderungen. In den Guthaben bei Kreditinstituten sind Guthaben bei Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von 200,0 T€ (Vorjahr: 200,0 T€) enthalten. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 1.621,0 T€ (Vorjahr: 1.851,0 T€) enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von 20,0 T€ (Vorjahr: 14,2 T€) sonstige Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen sind in Höhe 614,9 T€ (Vorjahr: 42,6 T€) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Anlagespiegel für die einzelnen Posten des AnlagevermögensDie Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
Angabe zu Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. Kapital Die Hauptversammlung vom 11. Juli 2023 hat die Erhöhung des Grundkapitals um 2.299.690,00 € aus Gesellschaftsmitteln, die Erhöhung des Grundkapitals zum Zwecke der Verschmelzung mit der Raiffeisen Lübbecker Land AG um weitere 4.652.956,00 € und die entsprechende Änderung des Satzung in § 3 (Höhe und Einteilung des Grundkapitals) beschlossen. Das Grundkapital der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG beträgt demnach zum 31.Dezember 2023 18.274.198,25 €. Es ist in 4.746.545 vinkulierten Namensaktien verbrieft. Der rechnerische Wert einer Aktie beträgt 3,85 €. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 werden 77.431 eigene Aktien in Höhe von 298, 1 T€ Vorjahr: 0,0 T€) bilanziert. Angaben über das Bestehen von Genussscheinen oder vergleichbaren Wertpapieren und Rechten Bei dem im Eigenkapital ausgewiesenen Genussrechtskapital handelt es sich um ein einzelnes nachrangiges Genussrecht, welches bis zum 31.12.2023 läuft und ggfls. am Verlust teilnimmt. Das Genussrecht wurde am 2. Januar 2024 zurückgezahlt. Entwicklung der Kapitalrücklagen Die Kapitalrücklage ist im Geschäftsjahr 2023 um 270,3 T€ (Eintrittsgelder) auf 1.321,3 T€ gestiegen. Zusätzliche Angaben zu den Gewinnrücklagen Entwicklung des Postens gesetzliche Rücklagen:
Entwicklung des Postens andere Gewinnrücklagen:
Pensionsrückstellungen Für die Berechnungen wurden folgende Annahmen getroffen:
Bei den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ein Unterschiedsbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 4.896 €; er unterliegt der Ausschüttungssperre. Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen Im Posten sonstige Rückstellungen sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten.
Angabe zu Verbindlichkeiten mit Restlaufzeitvermerken
Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:
Für die Verbindlichkeiten bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Latente Steuern Aus Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bilanzansatz in den Positionen Sachanlagen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Pensionsrückstellungen und Sonstigen Rückstellungen resultieren aktive latente Steuern in Höhe von 7.377,9 T€ (Vorjahr: 887,7 T€). Die Bewertung erfolgte mit dem am Abschlussstichtag gültigen Steuersatz von 30,877 % (Vorjahr: 31,080 %). Der Ansatz ist gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB unterblieben. Nicht in der Bilanz erscheinende Geschäfte Am Bilanzstichtag bestanden sowohl Einkaufs- als auch Verkaufskontrakte. Insgesamt ergab sich aus den schwebenden Geschäften ein negativer Marktwert. Die hierzu gebildete Drohverlustrückstellung beträgt 15,2 T€. Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB Zum Abschlussstichtag bestehen folgende Haftungsverhältnisse: Der Volksbank Lübbecker Land eG wurde eine selbstschuldnerische Bürgschaft bis zu einem Höchstbetrag von 250,0 T€ gewährt. Durch die Bürgschaft werden Kredite der Volksbank an die Lübbecker Hafen GmbH abgesichert. Der Saldo der Konten beträgt zum 31. Dezember 2023 0,0 T€. Von den oben genannten Haftungsverhältnissen wurden 250,0 T€ (Vorjahr: 250,0 T€) zugunsten von verbundenen Unternehmen übernommen. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung bei der Lübbecker Hafen GmbH rechnet die Gesellschaft nicht mit einer Inanspruchnahme aus dem o. g. Haftungsverhältnis. Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
Es bestehen zum Bilanzstichtag folgende nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente: Die Gesellschaft stellt einen Teil ihrer Finanzierung durch einen variabel verzinsten Kredit sicher und ist damit dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zur Begrenzung dieses Risikos hat die Gesellschaft einen Zinsswap bei der VerbundVolksbank OWL eG abgeschlossen. Nominalwert zum Bilanzstichtag 393,8 T€, Laufzeit 30. Juni 2012 bis 30. Juni 2032, der durch den Kontrahenten (Kreditinstitut) ermittelte Marktwert beträgt 1,8 T€. Die Gesellschaft veräußert landwirtschaftliche Erzeugnisse mit der Verpflichtung, diese auf Verlangen des Erwerbers zurück zu erwerben (unechte Pensionsgeschäfte). Zweck und Vorteile dieser Geschäfte sind der Absatz von Vorräten, die Liquiditätsbeschaffung und die Verbesserung der Bilanzstrukturen. Am Bilanzstichtag bestanden Rückkaufverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften in Höhe von 8,8 Mio. €. Risiken bestehen darin, dass sich die Marktpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse im Zeitpunkt eines eventuellen Rückerwerbs unterhalb des vereinbarten Rückkaufpreises befinden. Der Marktwert der Rückkaufverpflichtungen belief sich am Bilanzstichtag auf 11,0 Mio. €. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Aufgliederung der Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen
Erläuterung der periodenfremden Erträge In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind - soweit nicht vorstehend erläutert - folgende periodenfremde Erträge und Aufwendungen enthalten:
Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigen Arbeitnehmer betrugen:
Außerdem wurden durchschnittlich 12 Auszubildende beschäftigt. Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:
Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an:
Gewährte Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Der Gesamtbetrag der Forderungen gegen Mitglieder des Vorstands beläuft sich auf 0,0 T€. Der Gesamtbetrag der Forderungen gegen Mitglieder des Aufsichtsrats beläuft sich auf 41,3 T€. Die Gesamtbezüge für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2023 betrugen für die Mitglieder des Aufsichtsrats 47,3 T€ (Vorjahr: 25,2 T€). Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstandes und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 40,9 T€ (Vorjahr: 40,9 T€). Die für diese Personen gebildeten Rückstellungen für Pensionen betragen 329,5 T€ (Vorjahr: 354,4 T€). Die Gesellschaft verzichtet unter Bezug auf die Bestimmungen des § 286 Abs. 4 HGB auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstandes. Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen gemäß § 271 Abs. 1 HGB Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:
Die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG erstellt gemäß §§ 290 Abs. 1 HGB, § 296 Abs. 2 HGB zulässigerweise keinen Konzernabschluss. Die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG wird als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster/Hannover einbezogen. Honorar des Abschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt 79,9 TE und gliedert sich wie folgt:
Vorgänge von besonderer Bedeutung Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind, eingetreten. Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung Der Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss wie folgt zu verwenden:
Unterschrift der Geschäftsführung
Lage, 23. April 2024 Der Vorstand Siegbert Jäger Christian Schürmann Karl Heinz Eikenhorst Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am: 04.06.2024 LAGEBERICHT zum 31. Dezember 2023Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AGLageA. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG ist im Wesentlichen auf den Handel mit landwirtschaftliche Produktionsmittel und die Vermarktung von Agrarprodukten und Dienstleistungen rund um die Landwirtschaft ausgerichtet. Das Produktsortiment beinhaltet schwerpunktmäßig Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Getreide, Brenn-, Kraft- und Schmierstoffe und betriebsspezifische Futtermittel. Als Partner unserer landwirtschaftlichen Kunden legen wir Wert auf eine langfristige Zusammenarbeit mit einer qualifizierten Beratung. Unsere Raiffeisenmärkte bieten an ihren Standorten ein umfangreiches Sortiment aus den Bereichen Haus, Tier und Garten an. 2. Geschäftsbereiche, Produkte und Dienstleistungen Das Waren- und Dienstleistungsangebot der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG wird in die folgende Geschäftsbereiche unterteilt: Landwirtschaftliches Geschäft In diesem Geschäftsbereich wird insbesondere der Handel und die Herstellung von Futtermitteln, Düngemitteln, Saatgut und Pflanzenschutz sowie die Bereiche Getreideannahme, Getreideaufbereitung und Getreidehandel zusammengefasst. Einzelhandel Dieser Bereich umfasst den Betrieb von Raiffeisen-Märkten und Tankshops mit einem Sortiment für Haus, Tier, Garten und Freizeit. Brenn- und Treibstoffe Hier wird der Betrieb von SB-Tankstellen sowie der Handel und die Auslieferung von festen und flüssigen Brenn- und Treibstoffen zusammengefasst. Sonstige Umsatzerlöse Hierzu zählen der Betrieb der Autowaschanlagen, der Handel mit Baustoffen, Lagerhaltung sowie diverse andere Dienstleistungen. Insbesondere die Einlagerung von Zucker und Rübennachprodukten, Getreide und Düngemitteln, die Vermietung von Hallen an fremde Unternehmen und der Hafenumschlag sind hier zu nennen. 3. Standorte Die Gesellschaft unterhält in ihrem Vertriebsgebiet die folgenden 21 Standorte:
4. Absatzmärkte Die Absatzmärkte der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG liegen primär in den Veredelungsregionen des Geschäftsgebietes sowie den regionalen Abnehmern für Getreide und Raps. Darüber hinaus wird Getreide und Raps in den Großhandel vermarktet. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen DRV Geschäftsbericht 2023 Folgen des Ukraine-Krieges für die Lebensmittelversorgung | Statista (31.01.2024) Der Russland-Ukraine-Krieg hat weltweit für folgenreiche Unterbrechungen in Lieferketten gesorgt, von denen die verschiedensten Branchen betroffen sind. Auch der internationale Handel und die Produktion von Lebensmitteln und Agrargütern waren hierbei Einschränkungen unterworfen. Zum einen sind Russland und die Ukraine beim Export von Agrargütern wie Weizen und Sonnenblumenöl von zentraler Bedeutung. Zum anderen sorgen gestiegene Preise und Engpässe bei Düngemitteln sowie Energieträgern für Schwierigkeiten bei der internationalen Landwirtschaft sowie in der Ernährungsindustrie. Russland und die Ukraine sind beide führende Erzeuger- und Exportländer für wichtige Agrargüter. So ist Russland das führende Anbau- und Exportland für Weizen und Weizenprodukte weltweit - mit einem Anteil von rund 20,0 % an den weltweiten Exporten. Auch die Ukraine gehört als "Kornkammer Europas" zu den bedeutendsten Lieferländern des Getreides (rund 8,5 % der Exporte im Jahr 2020/2021). Trotz der hohen Bedeutung der Ukraine und Russlands bei der weltweiten Weizenversorgung ist Deutschland nicht von Weizenimporten aus diesen Ländern abhängig. Auch gestiegene Preise und Versorgungsengpässe bei Energieträgern wie Gas und Kraftstoffen (z. B. Benzin und Diesel) sowie Düngemittel erhöhen die Kosten für die Landwirtschaft und Unternehmen in der Ernährungsindustrie. https://www.oecd.org/economic-outlook/november-2023/ . Wachstum des weltweiten BIP bis 2025 | Statista Die gegenwärtige globale Wirtschaftslage steht vor den anhaltenden Herausforderungen der Inflation und der begrenzten Wachstumsaussichten. Das BIP-Wachstum war stärker als erwartet, schwächte sich aber aufgrund der restriktiveren Finanzierungsbedingungen, des schwachen Handelswachstums und des geringeren Geschäfts- und Verbrauchervertrauens ab. Zu den Risiken zählen auch verstärkte geopolitische Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem sich entwickelnden Konflikt nach den terroristischen Angriffen der Hamas auf Israel. Mithin wird das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 voraussichtlich um 3,1 % ansteigen. Für das Jahr 2025 wird das weltweite Wirtschaftswachstum auf rund 3,2 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastung sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es in 2022 noch merklich zugelegt hatte (+ 1,8 %). Jahresbericht Agrarwirtschaft 2023, DRV Die Inflationsrate verminderte sich von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % im Jahr 2023. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um durchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung von 13,4 % im Vorjahr. Jahresrückblick 2023 | Bundesagentur für Arbeit (arbeitsagentur.de) Gemessen am Ausmaß der Belastungen und Unsicherheiten behauptete sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2023 nach wie vor gut. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung sind so hoch wie nie zuvor und auch das Jahr 2023 zählt zu den Jahren mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung. Im Jahresdurchschnitt waren 2.609.000 Menschen arbeitslos. Das sind 191.000 mehr als im Jahr 2022. Damit stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 %-Punkte auf 5,7 %. Der Anstieg beruht besonders auf der schwachen Wirtschaftsentwicklung, wodurch es für Arbeitslose schwieriger war, eine neue Stelle zu finden. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wurde bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2022 spürbar schwächer. Dieser Trend setzte sich 2023 fort. Dennoch ist der Kräftebedarf im langjährigen Vergleich weiterhin hoch. In Summe wurden 2023 mit 1.633.000 Stellen 251.000 weniger gemeldet als 2022. Jahresbericht Agrarwirtschaft 2023 | Deutscher Raiffeisenverband e. V. Der DRV Deutscher Raiffeisenverband e.V. veröffentlichte in seinem Jahresbericht für das Jahr 2023 eine insgesamt noch knapp durchschnittliche Getreideernte in Höhe von 42,3 Mio. t. Diese liegt um 1 Mio. t unter der eingefahrenen Ernte des Vorjahres. Das Anbaujahr 2023 war erneut durch erhebliche witterungsbedingte Herausforderungen geprägt. Die Herbstaussaat 2022 erfolgte weitgehend ohne Probleme, allerdings erwies sich die Frühjahrssaat aufgrund teilweise starker Niederschläge als schwierig. Eine sich anschließende Trockenphase wurde zur Erntezeit von teilweise massiven Niederschlägen abgelöst. Die Äcker waren durch den Regen zum Teil nicht mehr mit schweren Maschinen befahrbar, so dass die Ernte komplett ausfiel. Die Ernte war in vielen Fällen wegen der vielerorts aufgetretenden Nässe mit enttäuschenden Qualitäten eingefahren worden. Insbesondere Roggen- und Weizenpartien erreichten oftmals nur noch Futterqualitäten. Jahresbericht Agrarwirtschaft 2023 | Deutscher Raiffeisenverband e. V. Der weltweite Getreidemarkt wurde im Jahr 2023 weiterhin von den Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine und Wetterunbilden in wichtigen Anbaugebieten überschattet. Besonders herausfordernd waren erneut die Getreideexporte aus der Ukraine, die nach dem Ende des Schwarzmeerabkommens und durch einseitige Grenzschließungen von Anrainerstaaten zu erheblichen Unsicherheiten am Markt führten. Die weltweite Getreideernte lag laut US-amerikanischem Landwirtschaftsministerium (USDA) mit 2,33 Mrd. t über dem Vorjahresniveau (+ 60 Mio. t). Grund für das insgesamt zufriedenstellende Ergebnis waren insbesondere gute Maiserträge in den USA und gute Ernten in der Schwarzmeerregion. Die weltweite Nachfrage stieg aber ebenfalls an und wird auf 2,21 Mrd. t und damit knapp unter der Produktion prognostiziert. DRV-Geschäftsbericht 2023 Die Situation der viehhaltenden Betriebe ist weiterhin äußerst angespannt. Neben der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sorgen vor allem die hohen Kosten für Energie und Futter für Einbußen. Im Jahr 2023 pendelte sich der Schweinebestand aufgrund der Exportverbote in Drittländern mit 21,2 Mio. Tieren und einem Rückgang von 0,7 % bzw. 150.600 Tieren zum Vorjahr auf einem neuen Tiefstand ein. 2. Geschäftsverlauf der Gesellschaft Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Umsatz von 242,3 Mio. € ab. Hierbei sind unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsbereichen zu verzeichnen. In der nachfolgenden Übersicht ist zu berücksichtigen, dass die dargestellten Vorjahreswerte in Anlehnung an die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023 ausschließlich die Raiffeisen Lippe-Weser AG als aufnehmende Gesellschaft betreffen. Aus diesem Grund sind die Vorjahreswerte nur eingeschränkt mit den Werten des Geschäftsjahres 2023 vergleichbar, da diese die Umsätze der beiden fusionierten Gesellschaften (Raiffeisen Lippe-Weser AG und Raiffeisen Lübbecker Land AG) für das gesamte Geschäftsjahr 2023 beinhalten. Die Umsatzentwicklung der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
2.1 Landwirtschaftliches Geschäft Der Umsatz im landwirtschaftlichen Geschäft hat sich von 104.813,2 T€ auf 145.192,6 T€ in der fusionierten Gesellschaft erhöht. Hauptumsatzträger im landwirtschaftlichen Geschäft sind die Sparten Agrarerzeugnisse (38,5 %), Futtermittel (26,9 %) und Pflanzenschutz (13,6 %). 2.2 Einzelhandel Das Einzelhandelsgeschäft bewegt sich mit einem Umsatz von 17.078,5 T€ auf einem rückläufigen Niveau der kumulierten Vorjahreswerte. 2.3 Brenn- und Treibstoffe Die Absatzmengen im Brenn- und Treibstoffgeschäft belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 22.343 tsd. Liter, was einen wertmäßigen Umsatz von 23.329,4 T€ entspricht. 2.4 Tankstellen Die Absatzmengen im Tankstellenbereich belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 37.342 tsd. Liter, was einen wertmäßigen Umsatz von 52.621,3 T€ entspricht. 2.5 Tankstellenshops In den Tankstellenshops wurden insgesamt Umsätze in Höhe von 2.222,7 T€ realisiert. 2.6 Sonstige Umsatzerlöse Die sonstigen Umsätze bestehen hauptsächlich aus Miet- und Pachterträgen, Trocknungserlösen und Einspeisevergütungen. 3. Leistungsindikatoren der Gesellschaft 3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren Die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG verwendet die nachfolgend beschriebenen Kennzahlen intern zur Steuerung der Gesellschaft.
Die Leistungskennzahlen unterliegen einer kontinuierlichen Überwachung und Optimierung durch den Vorstand. 3.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Personal- und Sozialbereich Im Geschäftsjahr 2023 beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 137 kaufmännische und 58 gewerbliche Mitarbeiter. Sie sind in einer Vielzahl unterschiedlicher Berufsfelder beschäftigt. Die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG benötigt zur langfristigen Sicherstellung des geschäftlichen Erfolgs qualifizierte Mitarbeiter. Auch unterstützt die Gesellschaft die Teilnahme an modernen studienbegleitende Ausbildungsformen. Traditionell setzt die Gesellschaft auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Im Unternehmen waren am 31. Dezember 2023 insgesamt 13 Frauen und Männer in unterschiedlichen kaufmännischen Ausbildungen beschäftigt. Qualitätsmanagement Als regionaler Anbieter von Futtermitteln fühlen wir uns verpflichtet, allen Anforderungen an Menge, Qualität und Individualität gerecht zu werden. Regelmäßige Qualitätsprüfungen und Kontrollen durch unabhängige Institute und Ämter garantieren die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien. Wir sind zertifiziert nach Bio GFRS, GMBP+B1, GMBP+B4, nach REDcert, GMO VLOG und dem QSS Zertifikat für Saatgut. 4. Lage der Gesellschaft 4.1 Ertragslage In der nachfolgenden Übersicht werden die aus dem Jahresabschluss abgeleiteten Kennziffern zur Ertragslage der Gesellschaft dargestellt. Es ist zu berücksichtigen, dass die dargestellten Vorjahreswerte in Anlehnung an die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsajahr 2023 ausschließlich die Raiffeisen Lippe-Weser AG als aufnehmende Gesellschaft betreffen. Aus diesem Grund sind die Vorjahreswerte nur eingeschränkt mit den Werten des Geschäftsjahres 2023 vergleichbar.
Der Gesamtumsatz der Gesellschaft stieg um 49.921,7 T€ bzw. 25,9 %. Im Zuge dieser Entwicklung in Verbindung mit einem unterproportional gestiegenen Materialaufwand verbesserte sich der Rohertrag um 10.358,8 T€, während sich die Rohertragsspanne gegenüber dem Vorjahr von 7,9 % auf 10,5 % verbesserte. Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge wurde ein Rohergebnis in Höhe von 25.658,1 T€ erzielt. Die ordentlichen Aufwendungen haben sich auf 22.551,6 T€ erhöht. Grund hierfür ist einerseits der Personalaufwand, der durch eine im Jahresdurchschnitt gestiegenen Beschäftigtenzahl fusionsbedingt zugenommen hat. Andererseits sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Instandhaltung, Fuhrpark, EDV) insgesamt um 4.160,1 T€ gestiegen. Das positive Finanzergebnis von 1.468,6 T€ hat sich insbesondere aufgrund höherer Beteiligungserträge deutlich erhöht. Neben einem negativen Ergebnis aus Forderungsbewertung von 1.030, 4 T€ beträgt das neutrale Ergebnis 248,0 T€. Die Ertragsteuern haben sich um 1.329,4 T€ auf 2.056,6 T€ erhöht. Es verbleibt für das Geschäftsjahr 2023 ein Jahresüberschuss von 1.736,1 T€ (Vorjahr: 1.998,6 T€). 4.2 Vermögens- und Finanzlage Das Gesamtvermögen ist zum 31. Dezember 2023 um 30.278,8 T€ bzw. 44,1 % auf 98.983,0 T€ gestiegen. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen (ohne Zugänge durch die Verschmelzung) in immaterielle Vermögensgegenstände und in das Sachanlagevermögen in Höhe von insgesamt 4.500,1 T€ getätigt. Demgegenüber betrug das Abschreibungsvolumen 2.766,3 T€. Investitionen in das Finanzanlagevermögen erfolgten in Höhe von 524,6 T€. Die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG investiert langfristig in ihre Standorte, um Werte zu erhalten, Qualität zu sichern und anhaltende Wertschöpfung zu betreiben. Das bilanzierte Vorratsvermögen stieg um 2.623,6 T€ auf 15.824,7 T€. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Bilanzstichtag um 10.747,4 T€ auf 30.996,0 T€ stichtagsbedingt und umsatzbedingt gestiegen. Der Bestand an liquiden Mitteln hat sich um 1.050,8 T€ auf 2.178,5 T€ erhöht. Das Eigenkapital hat sich im Berichtsjahr um 11.910,0 T€ auf 38.603,1 T€ erhöht. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2023 39,0 % gegenüber 38,9 % zum 31. Dezember 2022. Bezüglich der bilanzierten eigenen Aktien wird auf die Ausführungen im Anhang verwiesen. Die Rückstellungen sind insbesondere aufgrund von höheren Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen um 2.379,6 T€ auf 5.790,2 T€ gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nehmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6.329,5 T€ zu. Der Anstieg resultiert aus der Übernahme der Kredite des Rechtsüberträgers in Folge der Verschmelzung. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und gegenüber Verbund- und Beteiligungsunternehmen erhöhten sich stichtagsbedingt. Die sonstigen Verbindlichkeiten nehmen gegenüber dem Vorjahr um 8.762,1 T€ zu. Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist als geordnet anzusehen. Die Gesellschaft war in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen. Die Einhaltung der Fristenkongruenz ist ein wichtiger zu beachtender Grundsatz. Investitionen in Sach- und Finanzanlagen werden aus mittel- und langfristigem Kapital gedeckt.
(1) Anlagevermögen/Bilanzsumme
4.3 Gesamtaussage des Vorstandes zum Geschäftsverlauf und Lage Die Getreideernte lag im abgelaufenen Geschäftsjahr unter den Erwartungen vieler Landwirte. Trotz der teilweise massiven Regenfälle zur Erntezeit konnte eine Getreideernte in Höhe von 42,3 Mio. t eingefahren werden, die damit um 1,0 Mio. t unter der des Vorjahres liegt. Die Qualitäten litten allerdings unter den hohen Niederschlägen und in unserer Region wurde kaum noch Brotgetreide geerntet. Die Gesellschaft ist mit den im Geschäftsjahr 2023 gegebenen und genutzten Marktchancen zufrieden. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist stabil, die Vermögens- und Finanzlage ist geordnet; die Ertragslage gemessen am Betriebsergebnis hat sich deutlich verbessert. Die getätigten Investitionen sichern die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft. Die stabile Ertragslage der Gesellschaft kann dazu genutzt werden, den Mitgliedern eine Dividende in Höhe von 14 Cent/Aktie zu gewähren und die Eigenkapitalbasis zu stärken. Die Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 entsprach aufgrund der rechtlichen und organisatorischen Veränderungen (Verschmelzung) nicht den ursprünglichen betrieblichen Prognosen aus dem Lagebericht des Geschäftsjahres 2022. Die zur Steuerung und Erfolgsmessung herangezogenen Indikatoren haben sich - mit Ausnahme der Eigenkapitalquote - allesamt gegenüber dem Vorjahr positiver als geplant entwickelt. Hierbei sind jedoch die Effekte aus der Verschmelzung mit der Raiffeisen Lübbecker Land AG entsprechend zu berücksichtigen. In der folgenden Übersicht sind die Plan-/Ist-Abweichungen in komprimierter Form in Bezug auf die finanziellen Leistungsindikatoren dargestellt:
C. Chancen- und Risikobericht 1. Grundsätze des Risikomanagement Das Risikomanagement erfolgt insbesondere über das Rechnungswesen und das Warenwirtschaftssystem. Das Warenwirtschaftssystem wird zur Informationsgewinnung und der Auswertungen der betrieblichen Daten genutzt. Zur Erkennung und Steuerung von Unternehmensrisiken hat die Gesellschaft ein System eingerichtet, welches im Wesentlichen auf folgenden Instrumenten aufbaut:
Darüber hinaus finden regelmäßige Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Risikolage der Gesellschaft Die Berichterstattung wird dokumentiert. 2. Unternehmensspezifische Chancen und Risiken Aufgrund der Ausrichtung des Kerngeschäftes der Gesellschaft auf elementare Bedürfnisse wie tierische und pflanzliche Grundnahrungsmittel und Energieversorgung wirken sich zyklische Schwankungen weniger stark aus als in anderen Wirtschaftszweigen. Das Risiko, insbesondere in den Diversifikationssparten wie dem Baustoffhandel und dem Einzelhandel in unseren Raiffeisen-Märkten, liegt vor allem in einem sich verstärkenden allgemeinen konjunkturellen Abschwung. Dieser zeigt sich, bedingt durch die geopolitischen Spannungen durch den Ukraine-Krieg und die Anschläge der Hamas auf Israel, in der stark angestiegenen Teuerungsrate, insbesondere im Energiesektor und bei den Nahrungsmitteln. Umweltbundesamt.de, Energieverbauch nach Energieträgern und Sektoren (19.01.2024) Der Energieverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre kaum gesunken. Energie wird zwar immer effizienter genutzt und teilweise eingespart, doch Wirtschaftswachstum und Konsumsteigerungen verhindern einen deutlicheren Verbrauchsrückgang. Ein immer größerer Anteil des Bruttoendenergieverbrauchs wird in Deutschland durch erneuerbare Energien gedeckt. Im Jahr 2022 lag der Anteil bei 20,8 %, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (19,4 %). Der Gesetzgeber hat im Herbst 2023 das "Energieeffizienzgesetz" (EnEfG) beschlossen. Dieses sieht vor, dass der Endenergieverbrauch gegenüber dem Wert des Jahres 2008 bis 2030 um etwa 26,5 % sinken soll (1.867 TWh) und bis 2045 um 45,0 % (1.400 TWh). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass insbesondere die Umweltwärme und oberflächennahe Geothermie bei der Berechnung dieses Indikators nicht einbezogen werden. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/224105/umfrage/durchschnittlicher-preis-fuer-diesel-kraftstoff/ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/224101/umfrage/durchschnittlicher-preis-fuer-e10/ Einen weiteren deutlichen Anstieg hat es seit Beginn des Ukraine-Krieges in Bezug auf Kfz-Kraftstoffe gegeben. Bis zum 26. Dezember 2023 belief sich der Durchschnittspreis je Liter Diesel auf etwa 1,69 €. Der Durchschnittpreis für Benzin lag bei 1,71 € je Liter. bundesregierung.de, Klimaschutzprogramm (04.10.2023) | bmwk.de, Pressemitteilung Klimaschutz (04.10.2023) Die Gesetzesnovelle des Klimaschutzgesetzes vom 31. August 2021 sieht bis zum Jahr 2030 eine Minderung der Treibhausgasemmissionen von rund 65,0 % im Vergleich zu 1990 vor, bis 2045 wird gar eine generelle Treibhausneutralität angestrebt. Zur Erreichung dieser Ziele wurde in 2021 eine CO 2 -Steuer eingeführt, die zum 1. Januar 2022 von 25,00 € je Tonne CO 2 auf 30,00 € und zum 1. Januar 2024 auf 40,00 € je Tonne CO 2 erhöht worden ist. Am 4. Oktober 2023 verabschiedete das Bundeskabinett die neue Gesetzesnovelle des Klimaschutzgesetzes vom 21. Juni 2023. Mit den nunmehr enthaltenen Klimaschutzmaßnahmen kann die Bundesregierung bis zu 80,0 % der bestehenden Klimaschutzlücke bis zum Jahr 2030 schließen. Die Gesetzesnovelle sieht vor, dass künftig eine zukunftsgewandte, mehrjährige und sektorübergreifende Gesamtrechnung ausschlaggebend für weitere Maßnahmen ist. Statt eines Rückblicks auf das vergangene Jahr ist nun der Ausblick auf die zukünftige Entwicklung ausschlaggebend. Die Reduzierung der gesamten Treibhausgasemissionen soll nun im Fokus stehen, unabhängig davon, wo sie entstanden sind. Dadurch wird die Flexibilität zwischen den Sektoren gestärkt, bei gleichbleibend voller Transparenz in welchem Sektor Emissionen in welchem Maß entstehen. Das Klimaschutzgesetz erfordert zudem ein Klimaschutzprogramm, das die Maßnahmen der Bundesregierung zur Ereichung der Klimaschutzziele beinhaltet. Viele Maßnahmen des aktuellen Programms sind bereits umgesetzt, so etwa das Deutschland-Ticket, die CO 2 -abhängige LKW-Maut, Verfahrensbeschleunigungen und Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien oder die Förderungen für energetisches Bauen und Sanieren. DRV-Geschäftsbericht 2023 Auftretende witterungsbedingte Extreme nehmen in immer stärkerem Maße Einfluss auf das Angebot, die Preisbildung und den Handel mit Agrarerzeugnissen und damit auch auf das Geschäft mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln. Ein weiteres Risiko stellt der Auftritt der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland und den damit verbundenen Liefersperrungen dar. Als weiterer Grund für die sinkenden Exporte sei das im internationalen Vergleich hohe Preisniveau zu sehen. Die deutschen Ausfuhren von Schweinefleisch inkl. Nebenprodukten verringerten sich in den ersten elf Monaten des Jahres 2023 um 12,3 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1,93 Mio. t. Rund 84,4 % der Ausfuhren fanden innerhalb der EU ihr Ziel. Die wichtigsten Exportländer innerhalb der EU waren dabei Italien und die Niederlande. Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine lag zum Zeitpunkt der Novemberzählung 2023 des Statistischen Bundesamtes bei 21,2 Millionen Tieren, was einer Reduzierung von 0,7 % bzw. 150.600 Tieren im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahl der Schweinehalter hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 % bzw. 800 Betrieben auf 16.200 Betriebe verringert. Im Zweijahreszeitraum lag der Rückgang bei 2.700 Betrieben bzw. 14,2 %. Die Ferkelnotierungen zeigten jedoch einen beträchtlichen Aufwärtstrend und lagen 2023 im Durchschnitt bei 84,45 € pro Vermarktungsferkel, im Jahr zuvor waren es ca. 49,77 € (+ 69,7 %). Erzeuger erhielten mit 1,86 € im Durchschnitt 48 Cent mehr pro Kilogramm Schlachtgewicht für ein Schlachtschwein der Klasse S als im Vorjahr. Die weiteren Folgen und langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Landwirte in unserer Region und damit auch für unser gesamtes landwirtschaftliches Geschäft sind zur Zeit nur schwer zu fassen und noch nicht endgültig kalkulierbar. Insgesamt ist aber zu erwarten, dass das zeitgleiche Auftreten der Afrikanischen Schweinepest und die hohen Kosten für Energie und Futtermittel die Einkommenssituation unserer landwirtschaftlichen Kunden verschlechtert haben dürften. Die Rahmenbedingungen bedürfen unserer weiteren intensiven Beobachtung und bei einer deutlichen Verschlechterung unserer Absatzmärkte für Futtermittel und Getreide eines besonderen Risikomanagementsystems. bmel.de, Pressemitteilung Nr. 68/2023 Der Entwurf für ein neues Düngegesetz wurde am 31. Mai 2023 von der Bundesregierung beschlossen. Mit dem neuen Düngegesetz sollen künftig die Düngedaten der Höfe mit einer Monitoringverordnung nachvollzogen und bewertet werden können. Dies soll das Verursacherprinzip im Düngerecht stärken. So sollen mittelfristig die Daten der Betriebe die Basis für passgenaue Änderungen der Düngeverordnung sein, mit denen gezieltere Maßnahmen erarbeitet werden können, um etwa Betriebe zu entlasten, die schon wasserschonend arbeiten. Zudem soll der Mehraufwand für die Betriebe verringert werden, indem einmal erhobene Daten besser bzw. mehrfach verwendet werden. 3. Preisänderungsrisiken Vielfach bewegt sich die Gesellschaft auf Märkten, die vom volatilen Weltmarkt abhängen, insbesondere bei Gütern wie Düngemitteln, Getreide, Einzelkomponenten für Futtermittel oder Mineralöl. Durch die Einlagerung entsprechender Waren bzw. durch Abschluss von Lieferverträgen über den Bezug von Waren in der Zukunft unterliegt die Gesellschaft dem Risiko von Preisschwankungen. Eine vollständige Absicherung ist hier weder möglich noch sinnvoll. Sofern nicht bereits bei Vertragsabschluss entsprechende Deckungsgeschäfte vorliegen, werden die hieraus resultierenden Risiken fortlaufend durch dazu zuständige Mitarbeiter überwacht. 4. Liquiditätsrisiken Aufgrund einer soliden Finanzierungsstruktur und den eingeräumten Kreditlinien bei Banken und Lieferanten ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft sichergestellt. 5. Ausfallrisiken Die Gefahr, dass Vertragspartner ihren Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft nicht oder nicht fristgerecht nachkommen und dadurch finanzielle Verluste für die Gesellschaft entstehen, wird durch ein zeitnahes Debitorenmanagement und den Abschluss einer Kreditversicherung (für bestimmte Kunden und Kundengruppen) begrenzt. 6. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen Aufgrund des implementierten Überwachungssystems werden derartige Risiken nicht gesehen. 7. Gesamtrisiko Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Im Berichtsjahr war die Risikosituation bei der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG beherrschbar und die mit unserer unternehmerischen Tätigkeit verbundenen Risiken waren als nicht bestandsgefährdend einzustufen. Auch für die absehbare Zukunft sind keine Risiken erkennbar, welche den Fortbestand der Gesellschaft gefährden. D. Prognosebericht OECD: 2024 geringes Wirtschaftswachstum in Deutschland - dpa - FAZ Die OECD rechnet in Deutschland für 2024 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,3 %, die niedrigste Rate seit der globalen Finanzkrise mit Ausnahme der Pandemieperiode 2020. Für 2025 wird mit einem Wachstum von 1,1 % gerechnet. Die Gesamtinflation ist in den letzten Monaten insbesondere aufgrund des Rückgangs der Energiepreise weiter gesunken, obwohl die Lebensmittel- und Dienstleistungspreise auf einem hohen Niveau verblieben sind. Sie wird für 2024 auf 2,6 % prognostiziert. Das wirtschaftliche Umfeld der Gesellschaft befindet sich damit weiterhin in einer umfangreichen Veränderungsphase. Im Folgenden haben wir unsere Erwartungen beschrieben, unter der Voraussetzung, dass normale Witterungsbedingungen vorherrschen, keine wesentlichen atypischen Schwankungen auf den Beschaffungsmärkten sowie Lebensmittelskandale von gravierendem Ausmaß auftreten und die Konjunktur sich wieder positiv entwickelt. Eine exakte Prognose bleibt allerdings gleichwohl schwierig, da sich die Preise auf den Weltmärkten für Agrarrohstoffe und Agrarprodukte auch zukünftig durch externe nicht prognostizierbare Ereignisse sehr volatil entwickeln können. Zur Zeit lassen sich die mittel- und langfristigen Auswirkungen aus dem Auftreten der ASP in Deutschland auf unsere Geschäftsbereiche noch nicht klar prognostizieren. Die Gesellschaft startet erfolgreich in das Geschäftsjahr 2024. Nachdem sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr fusionsbedingt auf 242,3 Mio. € erhöht hat, dürfte sich das Geschäftsvolumen für das kommende Geschäftsjahr aus heutiger Sicht auf einen Umsatz auf 232,7 Mio. € belaufen. Die Gesellschaft strebt einen Rohertrag von rd. 23,6 Mio. € (ohne BilRUG-Erträge) und ein Jahresergebnis vor Steuern von rd. 4,2 Mio. € an. Für das Geschäftsjahr 2024 soll unter Berücksichtigung der geplanten Investitionen und bei solider Finanzierung ein Eigenkapital in Höhe von 40,8 Mio. € erreicht werden. Es ist geplant, dass die Eigenkapitalquote am 31. Dezember 2024 insgesamt 40,0 % beträgt und damit gegenüber dem abgeschlossenem Geschäftsjahr leicht gesteigert werden kann. Der Vorstand blickt insgesamt aufgrund der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. Sollte sich das Umfeld ändern oder sollten Risiken - wie beispielsweise im Risikobericht erläutert - eintreten, kann die tatsächliche Entwicklung von den angenommenen Prognosen abweichen. Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Münster, 23. April 2024 ASM
Audit Service Münster GmbH
Steffi Große Breuing, Wirtschaftsprüferin Jörg Hesse, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesSehr geehrte Aktionäre, das Jahr 2023 stand weltweit im Zeichen von heftigen geopolitischen Konflikten, auch mitten in Europa, denn die Meldungen vom Krieg in der Ukraine mit seinen Grausamkeiten begleiteten uns durch das gesamte Jahr hindurch und dauern auch jetzt noch an. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren durch eine anhaltend hohe Inflation und parallel dazu durch eine steigende Zinsentwicklung geprägt. Für die Raiffeisen Lippe-Weser AG stand die Fusion mit der Raiffeisen Lübbecker Land AG im Mittelpunkt der Aktivitäten. Nach den Vorbereitungen bereits Ende 2022 beschlossen die Aufsichtsräte beider Aktiengesellschaften im Januar 2023, den jeweiligen Aktionären eine Verschmelzung zu empfehlen. In den Hauptversammlungen am 10.Juli 2023 in Lübbecke und am 11. Juli 2023 in Lage entschieden sich die Aktionäre beider Gesellschaften mit großer Mehrheit, der Fusion zuzustimmen. Im Anschluss an die Versammlung in Lage hat sich der Aufsichtsrat neu konstituiert und den Vorsitzenden und seine beiden Stellvertreter gewählt. Den Prozess von der Entscheidung in den Aufsichtsräten bis zu den Hauptversammlungen haben die Aufsichtsräte aktiv begleitet. Die Eintragung der Verschmelzung erfolgte beim Amtsgericht in Lemgo am 30.August 2023 und die technische Fusion wurde am 13.November 2023 umgesetzt. Die neue Aufbauorganisation wurde den Mitarbeitenden in mehreren Veranstaltungen Anfang September vorgestellt. Die wirtschaftliche Entwicklung des neuen Unternehmens gründete die Fortführung der soliden Geschäftspolitik, die beide Häuser bereits selbstständig verfolgt hatten. Das Agrargeschäft konnte die Mengenumsätze und damit auch den Ertrag steigern, die wertmäßigen Umsätze verminderten sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund rückläufiger Preisentwicklungen insbesondere bei Getreide und Düngemitteln. An den Tankstellen wurden die Abgabemengen aus dem Vorjahr wiederum übertroffen. Das Energiegeschäft litt unter den relativ hohen Rohölnotierungen, sodass die Verbraucher nur vorsichtig einlagerten. Die Raiffeisenmärkte konnten das hohe Niveau aus dem Vorjahr erfreulicherweise halten. Die Dienstleistungen entwickeln sich mehr und mehr zu einem wichtigen Standbein des Unternehmens, sodass sich der Erwerb der Lagerstandorte auszahlt. Mit dem Hafenstandort Lübbecke, der mit einem Masterplan ausgebaut und zu einem zentralen Stützpunkt für das Agrargeschäft entwickelt werden soll, sind weitere Erträge im Bereich der Dienstleistungen hinzugekommen und zu erwarten. Sehr positiv haben sich auch die zusätzlichen Investitionen in die Photovoltaikanlagen erwiesen, denn damit ist die ROWL unabhängiger vom Energiemarkt geworden. Einen außergewöhnlich hohen Ergebnisbeitrag haben die Beteiligungen insbesondere in der Landtechnik zum Ergebnis der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG beigetragen. In sieben Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat durch den Vorstand in schriftlicher und in mündlicher Form über die Geschäftsentwicklung, über die Lage des Unternehmens und über die Planungen informiert. Zusätzlich hat sich der Kreditausschuss eingehend mit den Forderungen befasst. Der Personalausschuss hat sich mit den Vorstandsangelegenheiten befasst und die Nachfolgeregelung im Vorstand auf den Weg gebracht und erfolgreich abgeschlossen. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat sich regelmäßig mit dem Vorstand ausgetauscht und sich über alle wichtigen Geschäftsvorfälle im Unternehmen informiert. Der Aufsichtsrat hat ferner über alle weiteren geschäftspolitischen Angelegenheiten, die nach Satzung oder Geschäftsordnung der Entscheidung, Zustimmung oder Unterrichtung des Aufsichtsrates bedürfen, eingehend beraten und die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Die Strategie der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG stand ebenso im Focus wie die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft sowie die der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen. Die Investitionsplanungen für 2024 wurden vom Aufsichtsrat beraten und beschlossen. Die Tätigkeit des Vorstandes ist auf Grundlage seiner Berichterstattung laufend überprüft worden. Besondere Schwerpunkte waren die Fusionsvorbereitung und -umsetzung, die geplanten Investitionen, umfangreiche Instandhaltungen und das Risikomanagement. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat war jederzeit konstruktiv und vertrauensvoll. Die von der Hauptversammlung gewählten und vom Aufsichtsrat beauftragten Abschlussprüfer, die Audit Service Münster GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, kurz ASM, haben den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023, sowie den Lagebericht der AG unter Einbeziehung der Buchführung und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung (entsprechend § 53 GenG) geprüft und mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer der ASM hat die Prüfungsschwerpunkte mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden besprochen. Der Aufsichtsrat wurde in einer Sitzung ausführlich über die Durchführung und die Ergebnisse der Prüfung unterrichtet. Die Prüfung ergab keinen Anlass zu Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG mit dem Bericht des Abschlussprüfers sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns eingesehen und erörtert. Nach dem Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat werden keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss daher fest. Der Vorstand hat vorgeschlagen, den Jahresüberschuss in Höhe von 1.736.123,29 Euro wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 14 Eurocents pro Aktie (entspricht 3,64 % auf den Nennwert), das ergibt eine Gesamtausschüttung von 653.675,96 Euro und die Einstellung eines Betrages von 1.082.447,33 Euro in die anderen Gewinnrücklagen. Der Aufsichtsrat stimmt diesem Vorschlag zu. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe AG für den persönlichen Einsatz, insbesondere im Rahmen der Fusionsarbeiten, und für die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2023.
Lage, den 23.04.2024 Heinrich-Wilhelm Tölle, Vorsitzender |
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