Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 717774
Eingetragen
9.3.2018
Branche
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingBeteiligungsgesellschaftenVermietung von Schienenfahrzeugen
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Der Erwerb und die Vermietung von mobilen Wirtschaftsgütern jeglicher Art, auch im Wege des Finanzierungsleasing, insbesondere die Vermietung und Nutzung von Fahrrädern und Elektrorädern (incl. E-Bikes und S-Pedelecs) und deren Zubehör und alle damit zusammenhängenden Tätigkeiten. Der Gesellschaftszweck erstreckt sich auf alle unmittelbar oder mittelbar dem Geschäftszweck dienenden oder ihn fördernden Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sonja Sturm
seit 3.2.2026
Prokura
Prokura
Prokura
Prokura
André Hensel
seit 24.6.2024
Prokura
Simone Herold
seit 24.6.2024
Prokura
Prokura
Alexander Wiedenbach
seit 10.8.2022
Geschäftsführer
Felix Löffler
seit 8.4.2022
Prokura
Marco Josef Weber
seit 8.4.2022
Prokura
Frank Senn
seit 8.4.2022
Prokura
Stefan Rosengarten
seit 28.1.2022
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

JobRad Leasing GmbH

Freiburg im Breisgau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31.12.2023

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

Anhang

Anlagespiegel

Lagebericht

Bestätigungsvermerk

Besondere Auftragsbedingungen (Stand 01.10.2023)

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

BILANZ zum 31. Dezember 2023

JobRad Leasing GmbH, Freiburg i. Br.

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Forderungen an Kreditinstitute
täglich fällig 48.514.145,68 40.930.011,58
II. Forderungen an Kunden 6.750.017,43 2.075.113,40
III. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 101.800,00 35.800,00
IV. Leasingvermögen 544.735.144,90 365.218.311,38
V. Immaterielle Anlagenwerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 341,00 829,00
b) geleistete Anzahlungen 9.900,00 9.900,00
10.241,00 10.729,00
VI. Sachanlagen 171.827,00 121.364,61
VII. Sonstige Vermögensgegenstände 1.781.736,65 3.434.196,69
VIII. Rechnungsabgrenzungsposten 1.072.779,82 0,00
IX. Aktive latente Steuern 31.316.000,00 17.774.000,00
X. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 51.610.120,40 38.865.982,02
686.063.812,88 468.465.508,68

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 2.068.726,79 2.261.233,99
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 467.341.562,62 285.369.902,92
II. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit 154.609.041,08 117.392.066,87
III. Sonstige Verbindlichkeiten 53.790.444,45 63.051.446,63
IV. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 90.337,00 37.135,00
b) Steuerrückstellungen 7.398.455,88 0,00
c) andere Rückstellungen 765.245,06 353.723,27
V. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 2.025.000,00 2.025.000,00
b) Bilanzverlust 53.635.120,40- 40.890.982,02-
c) nicht gedeckter Fehlbetrag 51.610.120,40 38.865.982,02
0,00 0,00
686.063.812,88 468.465.508,68

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

JobRad Leasing GmbH, Freiburg i. Br.

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
1. Leasingerträge 314.838.463,27 151.414.173,82
2. Leasingaufwendungen -47.064.691,25 -21.888.196,14
3. Zinsaufwendungen -22.027.907,59 -7.528.321,36
4. Provisionsaufwendungen -40.390.513,29 -32.704.852,45
5. Sonstige betriebliche Erträge 6.812.770,92 3.548.412,24
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -5.444.273,56 -4.431.675,79
ab) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.169.379,02 -907.622,30
-6.613.652,58 -5.339.298,09
b) andere Verwaltungsaufwendungen -9.831.028,01 -11.068.131,50
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
a) auf Leasingvermögen -214.095.507,28 -107.990.888,62
b) auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -27.334,10 -48.454,26
-214.122.841,38 -108.039.342,88
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -488.282,59 -70.042,56
9. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -18.887.682,50 -31.675.598,92
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.143.544,12 9.450.000,00
11. Jahresfehlbetrag -12.744.138,38 -22.225.598,92
12. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -40.890.982,02 -18.665.383,10
13. Bilanzverlust -53.635.120,40 -40.890.982,02

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

JobRad Leasing GmbH

A. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der JobRad Leasing GmbH mit Sitz in Freiburg zum 31.12.2023 ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften der §§ 340 ff. HGB in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) und unter Beachtung der Vorschriften des GmbH-Gesetzes (GmbH) aufgestellt worden.

Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Freiburg i.Br. unter HRB 717774 eingetragen.

Grund für die Anwendung der RechKredV ist das Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2009 am 25.12.2008; infolgedessen das Finanzierungsleasing als erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung in § 1 Abs. 1a Nr. 10 KWG aufgenommen wurde. Die JobRad Leasing GmbH ist als Finanzdienstleistungsunternehmen verpflichtet, den Jahresabschluss in Übereinstimmung mit den §§ 340 ff. HGB in Verbindung mit der RechKredV aufzustellen.

Der bisher unter den anderen Verwaltungsaufwendungen erfasste Aufwand aus Anlagenabgang bei regulärer Vertragsbeendigung wurde im Geschäftsjahr 2023 unter den Leasingaufwendungen ausgewiesen. Der Vorjahresausweis (TEUR 1) wurde entsprechend angepasst.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemein erfolgte die Bilanzierung und Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden nach §§ 252 ff. HGB in Verbindung mit den §§ 340 ff. HGB.

Forderungen an Kreditinstitute wurden zum Nennwert angesetzt.

Die Forderungen an Kunden sind grundsätzlich mit dem Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken werden durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind mit ihren Anschaffungskosten bzw. bei dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Das Leasingvermögen wurde zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen (Nutzungsdauer 3 Jahre, Abschreibung auf einen Restwert von 10%) angesetzt.

Die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen (Nutzungsdauer 3 bis 7 Jahre) angesetzt. Bei Zugängen werden die Abschreibungen grundsätzlich im Zugangsjahr pro rata temporis verrechnet. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Anlagewerte werden zum Nennbetrag bewertet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt.

Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen ermittelt.

Sämtliche Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit Hilfe des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde gelegt:

Diskontierungssatz: 1,82 % (10 Jahresdurchschnitt)
Biometrische Rechnungsgrundlagen: Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck
Fluktuation: keine
Anwartschaftstrend: keiner
Rententrend: keiner

Der einer Ausschüttungssperre unterliegende Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 2.

Andere Rückstellungen berücksichtigen alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden unter Einbeziehung künftiger Preis- und Kostensteigerungen in der Höhe angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst worden.

C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Forderungen an Kreditinstitute betragen TEUR 48.514 (VJ: TEUR 40.930) und beinhalten in Höhe von TEUR 48.514 täglich fällige laufende Geschäftskonten.

Die Forderungen an Kunden per 31.12.2023 (darin enthalten Forderungen gegen verbundenen Unterhemen in Höhe von TEUR 16, im Vorjahr TEUR 362) betragen TEUR 6.750 (VJ: TEUR 2.075) und sind täglich fällig.

Hinsichtlich des Anlagevermögens wird auf den beigefügten Anlagenspiegel verwiesen, welcher integraler Bestandteil des Anhangs ist. Das Anlagevermögen beinhaltet im Wesentlichen Leasinggegenstände i.H.v. TEUR 544.735 (VJ: TEUR 365.218).

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen aus dem ABCP-Programm i.H.v. TEUR 813.

Aktive Latente Steuern wurden gebucht in Höhe von TEUR 31.316 (VJ: TEUR 17.774), basierend auf den Differenzen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz. Der für die Ermittlung zugrundeliegende Steuersatz beträgt 30,88% (KSt, SolZ und GewSt).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist weisen zum Bilanzstichtag folgende Fristengliederung (§8 RechKredV) auf:

Gesamt davon bis 1 Jahr 1-2 Jahre 2-3 Jahre > 3 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Leasingfinanzierung 467.341,56 216.737,42 171.709,97 78.894,17 -
Vorjahr 285.369,90 118.065,25 104.531,65 62.773,01 -

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit TEUR 467.341 sind vollständig besichert.

An die Banken sind jeweils die Mietobjekte sicherungsübereignet, welche über die entsprechenden Institute refinanziert sind. Darüber hinaus sind die Kundenforderungen abgetreten.

Die Verbindlichkeiten ggü. Kunden ergeben sich aus Sale-and-Mietkauf-back- Transaktionen mit der Südleasing GmbH und der AFL Mobilien GmbH.

Gesamt davon bis 1 Jahr 1-2 Jahre 2-3 Jahre > 3 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Leasingfinanzierung 154.609,04 77.761,24 56.336,41 20.511,39 -
Vorjahr 117.392,07 50.308,58 45.331,24 21.752,24 -

Die sonstigen Verbindlichkeiten (darin enthalten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Untermehmen in Höhe von TEUR 15.014, im Vorjahr TEUR 19.921) bestehen im Wesentlichen aus einem Darlehen der Muttergesellschaft JobRad Holding SE in Höhe von TEUR 15.000 und verkauften Forderungen im Rahmen des ABCP- Refinanzierungsprogramms i.H.v. TEUR 14.120.

Die sonstigen Verbindlichkeiten mit Ausnahme der Darlehen, sowie der Provision an die JobRad GmbH haben eine Laufzeit < 3 Monate.

Die sonstigen Rückstellungen bestehen in Höhe von 62 TEUR aus Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten (VJ: TEUR 42) sowie TEUR 210 für Personalkosten (VJ: TEUR 237). Weiterhin wurde eine Rückstellung i.H.v. TEUR 168 für die Übernahme der Pauschalversteuerung geldwerten Vorteils gebildet, der Jobradlern aus der (vorzeitigen) Übernahme des Rades entsteht.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde Formblatt 3 (Staffelform) gemäß RechKredV verwendet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Leasingerträge i.H.v. TEUR 314.838 (VJ: TEUR 151.414) erzielt, die sich wie folgt aufgliedern:

Leasingerträge TEUR 269.214 (VJ: TEUR 130.095)
Versicherungen TEUR 28.631 (VJ: TEUR 13.985)
Inspektionen TEUR 15.028 (VJ: TEUR 7.334)
Erträge Anlagenabgang TEUR 1.965 (VJ: TEUR 0)
Summe TEUR 314.838 (VJ: TEUR 151.414)

Leasingaufwendungen sind i.H.v TEUR 47.064 angefallen (VJ: TEUR 21.888).

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Auslagerungstatbeständen in Höhe von TEUR 735 (VJ: TEUR 679), Gewinne aus vorzeitigen nicht planmäßigen Abgängen von Leasingvermögen in Höhe von TEUR 5.832 (VJ: TEUR 2.632) sowie periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 132 (VJ: TEUR 154).

In den Abschreibungen des Anlagevermögens sind TEUR 214.095 (VJ: TEUR 107.991) Abschreibungen für Leasingvermögen sowie auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen i.H.v. TEUR 27 (VJ: TEUR 48).

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus der Berücksichtigung von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 13.542 (VJ: TEUR 9.450) enthalten.

Der Jahresfehlbetrag i.H.v. TEUR 12.744 (VJ: TEUR 22.225) und der Verlustvortrag aus den Vorjahren i.H.v. TEUR 40.891 ergeben einen Bilanzverlust von TEUR 53.635.

D. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben.

E. Sonstige Angaben

Die Gesellschaft hat gemäß den Vorgaben des § 285 Abs. 7 HGB im Jahresdurchschnitt 101 Mitarbeiter beschäftigt, davon 52 weiblich und 49 männlich.

Nicht zu marktüblichen Bedingungen zu Stande gekommene Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 285 Nr. 21 HGB lagen und liegen nicht vor.

Die JobRad Leasing GmbH finanzierte einen Teil ihres Leasingvermögens auf der Grundlage von Sale-and-Mietkauf-back-Verträgen. Das Volumen belief sich insgesamt im Geschäftsjahr auf TEUR 154.609 (VJ: TEUR 117.392). Besondere neue Risiken entstehen aus diesen Geschäften nicht.

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 62 und beinhaltet im Wesentlichen Abschlussprüfungsleistungen.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens wie folgt geführt:

Herrn Stefan Rosengarten

Geschäftsführer für die Bereiche Leasing Services, Prozess- und Leasingkoordination, Vertragsmanagement, Risikoprüfung und IT-Strategie und Digitalisierung

Herrn Alexander Wiedenbach

Geschäftsführer für die Bereiche Compliance, Legal, Risikocontrolling, Finanzierung und Rechnungswesen

Auf die Angabe der Bezüge gemäß § 285 Nr. 9a HGB wird in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mutterunternehmen im Sinne des § 285 Nr. 14 HGB ist die JobRad Holding SE mit Sitz in Freiburg i. Br.

Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzverlust von EUR - 53.635.120,40 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Freiburg, den 27.03.2024

Stefan Rosengarten

Alexander Wiedenbach

Entwicklung des Anlagevermögens Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
01.01.2023 Zugang Abgang 3 1.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 36 66 0 102
Leasingvermögen 504.162 416.247 -56.489 863.920
Immaterielle Anlaaewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 105 0 0 105
b) geleistete Anzahlungen 10 0 0 10
115 0 0 115
Sachanlagen 146 92 -24 214
Summe 504.459 416.405 -56.513 864.351
Abschreibungen
01.01.2023 Zugang Abgang 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0 0 0 0
Leasingvermögen 138.944 214.095 -33.854 319.185
Immaterielle Anlaaewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 104 1 0 105
b) geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
104 1 0 105
Sachanlagen 25 27 -10 42
Summe 139.073 214.123 -33.864 319.332
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 102 36
Leasingvermögen 544.735 365.218
Immaterielle Anlaaewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 1
b) geleistete Anzahlungen 10 10
10 11
Sachanlagen 172 121
Summe 545.019 365.386

Lagebericht Berichtszeitraum 01.01.-31.12.2023

Gender-Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Inhalt

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Rechtliche Grundlagen und Organisation der JobRad Leasing GmbH

1.2. Geschäftsmodell

2. Wirtschaftliches Umfeld und Geschäftsverlauf

2.1. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

2.2. Der Fahrrad- und E-Bike-Markt in Deutschland

2.3. Die deutsche Leasingbranche 2023 und das Dienstradleasing in Deutschland

3. Lage der Gesellschaft: Finanz-, Vermögens- und Ertragslage

4. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

4.1. Risikobericht

4.1.1. Risikomanagementsystem

4.1.2. Wesentliche Risiken

4.1.2.1. Adressenausfallrisiken

4.1.2.2. Marktpreisrisiken

4.1.2.3. Liquiditätsrisiken

4.1.2.4. Operationelle Risiken

4.1.2.4.1. Operationelle Risiken i.e.S

4.1.2.4.2. Operationelle Risiken i.w.S

4.1.2.5. Weitere wesentliche Risiken

4.1.2.5.1. Politische / steuerliche Risiken

4.1.2.5.2. Reputationsrisiken

4.1.2.5.3. Rückgang Verkaufspreis

4.1.2.5.4. Strategische Risiken

4.2. Risikotragfähigkeit

4.3. Sonstiges

4.4. Chancenbericht

4.5. Prognosebericht

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Rechtliche Grundlagen und Organisation der JobRad Leasing GmbH

Die JobRad Leasing GmbH - im Folgenden auch kurz JobRad Leasing" "Gesellschaft" oder "Institut" genannt - wurde im Februar 2018 gegründet. Sitz der Gesellschaft ist die Heinrich-von-Stephan-Straße 13, 79100 Freiburg im Breisgau. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Freiburg unter der Handelsregisternummer HRB 717774 eingetragen.

Die JobRad Leasing verfügt über die Erlaubnis zum Abschluss von Finanzierungsleasingverträgen als Leasinggeber gemäß §1 Abs.1a S.2 Nr. 10 KWG (Finanzierungsleasing). Die Erlaubnis zum Betreiben des Finanzierungsleasings wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im April 2019 erteilt.

Die Aufnahme der Geschäftstätigkeit erfolgte zum 03. November 2019 und wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter ausgebaut.

Als 100%-Tochter der JobRad Holding SE, Freiburg im Breisgau, ist die JobRad Leasing Teil der JobRad Gruppe, die primär ein ganzheitliches Dienstfahrrad-Leasing-Konzept anbietet.

Die Gesellschaft wird von den beiden Geschäftsführern, Stefan Rosengarten, Stegen, (seit dem 01.01.2022) und Alexander Wiedenbach, Uhldingen-Mühlhofen, (seit dem 01.08.2022) geleitet.

Die Vertretungsregelungen der Gesellschaft bestehen unverändert fort.

Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, vertritt dieser allein; sind mehrere Geschäftsführer bestellt, vertreten mindestens zwei Geschäftsführer gemeinsam die Gesellschaft oder ein Geschäftsführer mit einem Prokuristen zusammen. Die Vertretung kann der Gesellschaft auch durch zwei Prokuristen gemeinsam erfolgen.

Im Berichtszeitraum wurde der Ausbau der personellen Kapazitäten fortgeführt. Die JobRad Leasing beschäftigte zum 31. Dezember 2023 insgesamt 120 Mitarbeiter (Vorjahr: 82), davon waren 112 Personen im Angestelltenverhältnis (Vorjahr: 78), vier Personen als Werkstudenten (Vorjahr: 1) und vier Personen als Duale Hochschulstudenten (Vorjahr: drei) angestellt. Aushilfen waren zum Stichtag keine beschäftigt (Vorjahr: 0).

Im Jahresdurchschnitt waren insgesamt 93,57 Full-Time Equivalent (im Folgenden "FTE") bzw. ein Headcount - im Folgenden "HC" - von 101,1 beschäftigt (Vorjahr: 71,87 FTE, HC =77,17).

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Euregio Südwest GmbH, Freiburg im Breisgau, zum Abschlussprüfer bestellt.

1.2. Geschäftsmodell

Im Fokus der JobRad Leasing steht das Angebot von Leasing für Fahrräder und E-Bikes an private oder öffentliche (Arbeitgeber-)Kunden in Deutschland zum Zweck der Überlassung an deren Arbeitnehmer oder zur direkten gewerblichen bzw. unternehmerischen Nutzung.

Der Vertrieb der Leasingleistungen wird exklusiv von der Schwestergesellschaft JobRad GmbH, Freiburg im Breisgau (im Folgenden JobRad), übernommen, die als Marktführer diesen Bereich seit mehr als 11 Jahren erfolgreich bedient.

Als Zielkunden kommen alle Arbeitgeber in Deutschland in Frage - unabhängig von Größe, Branche, Eigentümerstruktur, Region und Gesellschaftsform - solange sie unserer Risikostrategie und den weiteren internen Vorgaben entsprechen.

Zur Geschäftstätigkeit der JobRad Leasing gehört es zudem, neben dem Finanzierungsleasing auch Serviceleistungen wie die Inspektion, den Full-Service und die Versicherung der Leasinggegenstände anzubieten.

Die Geschäftsstrategie stellt gemeinsam mit der Risikostrategie, der Nachhaltigkeitsstrategie und der IT- Strategie, der Refinanzierungs- und der Personalstrategie die Gesamtstrategie der JobRad Leasing dar.

Darüber hinaus wurde die Nachhaltigkeitsvision gemeinsam mit der Schwestergesellschaft JobRad GmbH weiterentwickelt und der erste Nachhaltigkeitsbericht der JobRad-Gruppe im Jahr 2022 veröffentlicht.

Der Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2023/24 befindet sich derzeit in der Erstellung.

Die Geschäfts- und Neugeschäftsplanung erfolgt in Abstimmung mit der Schwestergesellschaft JobRad GmbH und der JobRad Holding SE im Hinblick auf die Gesamtstrategie der JobRad-Gruppe.

2. Wirtschaftliches Umfeld und Geschäftsverlauf

2.1. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

Im nach wie vor krisengeprägten Umfeld kam die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im Jahr 2023 ins Stocken. Trotz der jüngsten Rückgänge dämpften die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur. Ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und eine geringe Nachfrage aus dem In- und Ausland kamen hinzu.

Die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 hat sich nicht weiter fortgesetzt.

Gemäß der Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht Januar 2024 ist das reale BIP in Deutschland im vierten Quartal etwas zurückgegangen. Im Gesamtjahr 2023 sank das reale BIP nach den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahr um 0,3%, kalenderbereinigt um 0,1%. 1

Die Inflationsrate für 2023 fiel geringer aus als im Vorjahr: Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt um 5,9% erhöht. Dr. Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, ordnete ein, dass die Inflationsrate für das Jahr 2023 unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022 lag und sie mit knapp 6% aber weiterhin auf einem hohen Stand sei. Nahrungsmittel haben sich im Jahresdurchschnitt 2023 besonders stark verteuert.

Im Dezember 2023 lag die Inflationsrate - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - bei +3,7 %. Sie verstärkte sich damit zum Jahresende, nachdem sie in den Monaten zuvor rückläufig gewesen war.

Wie im Vorjahr wurde die Teuerung für das Jahr 2023 von den Auswirkungen der Kriegs- und Krisensituation beeinflusst, die die Preisentwicklung auf allen Wirtschaftsstufen prägte. Im Jahresverlauf zeigten sich zudem auch infolge der umgesetzten Entlastungsmaßnahmen Sondereffekte in den monatlichen Inflationsraten auf verbraucherebene.

1 https://publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/berichte-studien/monatsberichte/monatsbericht-januar- 2024-922000 S.5

Die Jahresteuerungsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag 2023 bei +5,1 %, nach +3,8 % im Jahr 2022 und hat sich im Vergleich zum Vorjahr damit verstärkt. Diese Kenngröße verdeutlicht auch, dass die Teuerung in anderen Güterbereichen im Jahresdurchschnitt 2023 ebenfalls hoch war. 2

Das Jahr 2023 startete mit der Rekordzahl in der Bevölkerungszahl von 84,4 Millionen: aufgrund der Nettozuwanderung von 960.000 Menschen aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskriegs stieg die Bevölkerungszahl auf den neuen Höchstwert, der bis im September sogar nochmals auf 84,6 Millionen anwuchs. 3

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333.000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu.

Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demographischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt. 4

Gemäß der Übersicht des statistischen Bundesamtes (Destatis) lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2023 bei 5,7% und somit um 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahresdurchschnitt. 5

2.2. Der Fahrrad- und E-Bike-Markt in Deutschland

Die Lage bei den Fahrradherstellern und im Fachhandel war und ist nicht einfach und auch 2024 wird ein herausforderndes Jahr für die Branche. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die schleppende Verkehrswende, die schwierige wirtschaftliche Gesamtlage sowie zunehmende regulatorische Herausforderungen belasten die Hersteller von Fahrrädern, Komponenten und Zubehör auch in diesem Jahr stark. 6

Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2023 hielten sich die Verbraucher inflationsbedingt branchenübergreifend mit Käufen zurück. Aufgrund von Zukunftssorgen und hohen Energiepreisen reduzierten viele ihr für Konsum zur Verfügung stehendes Budget weiter.

Die Liefersituation und damit die Warenverfügbarkeit kehrte sich im Vergleich zu 2022 insbesondere in der zweiten Jahreshälfte vollständig um. Die bereits im Herbst 2022 erkennbare Auflösung der Lieferengpässe setzte sich 2023 weiterhin fort und führte letztlich zu massiven Überbeständen im Fachhandel, welche dort zu Liquiditätsherausforderungen geführt haben. 7

Entgegen den Erwartungen und dem allgemeinem negativen Konsumklima haben im Jahr 2023 sowohl die Fahrradproduktion als auch die Fahrradverkäufe abermals ein sehr hohes Niveau erreicht - vergleichbar mit dem coronabedingten Fahrrad-Boomjahr 2020.

Insgesamt ist der Fahrrad- bzw. E-Bike Bestand in Deutschland in 2023, wie in den vergangenen Jahren, weiter gewachsen - auf 84 Mio. (2022: 82,8 Mio.), mit einem Anteil von ca. 11 Mio. E-Bikes. Der Trend geht dabei neben dem Neukauf vermehrt auch zur Anschaffung von Zeit- oder Dritträdern. Gemäß ZIV ist daher von einer Marktsättigung weiterhin nicht aus zu gehen.

2 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24 020 611.html
3 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/12/PD23 495 p001.html
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/statement-bip.pdf? blob=publicationFile
5 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Koniunkturindikatoren/Arbeitsmarkt/arb210a.html
6 https://www.ziv-zweirad.de/2024/01/09/fahrradindustrie-fordert-verlaessliche-politische-rahmenbedingungen-fuer-2024/
7 https://radmarkt.de/vdz-zieht-bilanz-fuer-2023-umsatz-stabil-trotz-herausforderungen/

Das E-Bike ist der Motor der Fahrradbranche und das in fast allen Produktsegmenten. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland mit 53% (2022: 48%) erstmals mehr E-Bikes als klassische Fahrräder verkauft (klassische Fahrräder: 1,9 Mio./ E-Bikes: 2,1 Mio. Stück).

Der Wert der im Jahr 2023 verkauften Fahrräder und E-Bikes betrug ca. EUR 7,06 Mrd. (2022: EUR 7,36 Mrd.; 2021: EUR 6,56 Mrd.). 8

Der E-Bike-Markt weist stabile Umsätze aus, laut VDZ vor allem wegen des stabilen Umsatzes mit Dienstradleasing, was für weitere Berufsgruppen geöffnet wurde. Eine unübersichtliche Vielzahl von Anbietern und eine hohes Leasingaufkommen stelle jedoch Ansprüche an die Administration und die Werkstatt und erfordere mehr Personal und eine Professionalisierung. Die klassische Form der Finanzierung werde auf gleichbleibend geringem Niveau weiter nachgefragt.

Die Nachfrage nach Werkstattleistungen nahm 2023 gegenüber dem Vorjahr z. T. deutlich zu, vor allem weil mit E-Bikes die Fahrleistungen steigen und entsprechend die Nachfrage nach Wartungen und Inspektionen wächst. Gegenüber den Vor-Corona-Jahren konnten insbesondere die Lohnerlöse gesteigert werden, allerdings fehlten Fachkräfte, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Das Flächenangebot für die Fahrradsortimente habe sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert, was den Wettbewerb verschärfe, stellt der VDZ fest: Franchisesystemen wie Emotion, Vit-Bikes und Veloland wachsen, und die Branchenfilialisten (z. B. B.O.C., Stadler, Lucky Bike und XXL) eröffneten neue Standorte. Zudem gingen Hersteller mit eignen Markenshops an den Start. 9

Wie eine Umfrage unter den Mitgliedern der Verbandes ZIV Ende 2023 ergab, rechnen die meisten deutschen Fahrradhersteller mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation in der zweiten Jahreshälfte 2024. Unter den Komponenten- und Zubehörherstellern ist die Stimmung dagegen verhaltener. Sie leiden unter der schwachen Nachfrage seitens der Fahrradproduzenten, deren Lager aktuell gut gefüllt sind. Die meisten von ihnen rechnen aber für Anfang 2025 mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Auch der anhaltende Fachkräftemangel ist und bleibt eine wesentliche Herausforderung für die deutsche Fahrrad- und Fahrradzubehörindustrie. 10

2.3. Die deutsche Leasingbranche 2023 und das Dienstradleasing in Deutschland

In seiner Trendmeldung für das IV. Quartal 2023 vom 25. Januar 2024 veröffentlichte der BDL eine vorläufige Prognose über den Geschäftsverlauf der Leasingbranche für das Jahr 2023 und einen ersten Ausblick über die Entwicklung der Leasingbranche im Geschäftsjahr 2024.

Gemessen an den Anschaffungswerten repräsentieren die Daten rund 2/3 des Gesamt-Leasinggesamtmarktes .11

Das im Jahr 2023 weiter reduzierte Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen von etwa 3,0 % strahlte auch auf die Leasingbranche aus. Trotzdem geht der BDL aufgrund der Datenbasis aus dem IV. Quartal 2023 von einem Anstieg des Neugeschäfts, gemessen in Anschaffungswerten in EUR, von ca. plus 15% aus.

8 https://www.ziv-zweirad.de/2024/03/13/marktdaten-2023-fahrradbranche-trotzt-negativem-konsumklima/
9 https://radmarkt.de/vdz-zieht-bilanz-fuer-2023-umsatz-stabil-trotz-herausforderungen/
10 https://www.ziv-zweirad.de/2024/01/09/fahrradindustrie-fordert-verlaessliche-politische-rahmenbedingungen-fuer-2024/
11 https://intern.leasingverband.de/intranet/10-Volkswirtschaft/Statistik/7-01-2024-01-25_Prognose_Geschaeftsverlauf 2023.pdf

Dieser Wert teilt sich auf in ein Wachstum des Neugeschäfts von plus 17,8% im Leasing-Neugeschäft und von plus 1,8% bei Mietkauf.

Die Anzahl der Verträge stieg demnach gesamt um ca. 19,1% an, anteilig bei Leasingverträgen um plus 20,2% und einem Rückgang der Mietkaufverträge um minus 3,1%.

Für den starken Anstieg der Vertragszahlen ist gern, der BDL-Prognose abermals das Leasinggeschäft mit Fahrrädern und Pedelecs ursächlich, das gemessen an den Anschaffungswerten in EUR um ca. 17,1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. 12

In seiner Veröffentlichung zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft der Universität zu Köln (IW) am 01.03.2024 verkündet der BDL das neue Rekordhoch im Neugeschäft der Leasingbranche im Jahr 2023 in Höhe von Mrd. 85,6 EUR, nach 69,9 Mrd. EUR im Jahr 2022. (plus 22,6% geg. dem Vorjahr). 13

Der Leasinganteil daran beträgt 74,2 Mrd. EUR, der Anteil von Mietkaufverträgen erreicht 11,4 Mrd. EUR (Vorjahr: 59,4 Mrd. EUR/10,5 Mrd. EUR). 14

Die Leasingbranche baut im deutschen Markt ihren Marktanteil an den Ausrüstungsinvestitionen weiter aus 15 und finanziert nun bereits über ein Viertel der Gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen. 16

Traditionell ist für die Leasing-Wirtschaft die Objektgruppe Personenkraftwagen (Pkw) von überragender Bedeutung. 17 Im Jahr 2023 gingen wie im Vorjahr rd. 63% des anteiligen Neugeschäftsvolumens in diesen Bereich. 18

Zwar nimmt das Leasing von Fahrrädern und E- Rollern stark zu, der Marktanteil-gemessen am Anschaffungswert aller Leasing-Objekte-liegt aber noch im niedrigen Bereich. 19

12 https://intern.leasingverband.de/intranet/10-Volkswirtschaft/Statistik/07-01-2024-01- Gesamtwirtschaftliche Einordnung.pdf
13 https://bdl.leasingverband.de/newsroom/pressemitteilungen/einzelansicht/leasing-wirtschaft-investitionsmotor- fuer-unternehmen-laeuft-zuverlaessig
14 https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/presse/pressemitteilungen/2024-03-06 Praesentation- Leasing Markt2023-.pdf S. 3: unter Berufung auf Institut der deutschen Wirtschaft, BDL | Stand 01. März 2024. 2023: Hochrechnung der Neugeschäftsentwicklung (nicht preisbereinigt) der BDL- Mitglieder auf dem gesamten Leasingmarkt. Die Volumina wurden gerundet, die Änderungen in Prozent basieren auf den exakten Werten.
15 https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/presse/pressemitteilungen/2024-03-06 Praesentation- Leasing Markt2023-.pdf S. 5 unter Berufung auf Institut der deutschen Wirtschaft, BDL | Stand 01. März 2024. Hochrechnung der Neugeschäftsentwicklung (Leasing und Mietkauf, nicht preisbereinigt) der BDL- Mitglieder auf den gesamten Leasing- Markt. Sonstige Ausrüstungen: u.a. Erneuerbare Energien
16 https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/presse/pressemitteilungen/2024-03-06 Praesentation- Leasing Markt2023-.pdf S. 4 unter Berufung auf Institut der deutschen Wirtschaft, BDL, Statistisches Bundesamt | 2023: Hochrechnung | Stand: 01. März 2024
17 Grömling, Michael / Kauder, Björn, 2023, Leasing-Marktbericht 2023, Gutachten im Auftrag des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, Köln
18 https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/presse/pressemitteilungen/2024-03-06 Praesentation-Leasing Markt2023-.pdf S. 5 unter Berufung auf Institut der deutschen Wirtschaft, BDL | Stand 01. März 2024. Hochrechnung der Neugeschäftsentwicklung (Leasing und Mietkauf, nicht preisbereinigt) der BDL- Mitglieder auf den gesamten Leasing- Markt
19 Grömling, Michael / Kauder, Björn, 2023, Leasing-Marktbericht 2023, Gutachten im Auftrag des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, Köln

Die Objektgruppe Fahrräder und Roller erreichte 2023 nun einen Anteil von 3% 20 (Vorjahr: 2,6%) 21 am gesamten Neugeschäftsvolumen der Leasing Branche und verzeichnete insgesamt einen Anstieg auf Basis des anteiligen Neugeschäftsvolumens von über 24% gegenüber dem Vorjahr. 22

3. Lage der Gesellschaft: Finanz-, Vermögens- und Ertragslage

Die geschäftliche Entwicklung der JobRad Leasing im letzten Geschäftsjahr führte zu einer um EUR 217,6 Mio. auf EUR 686,0 Mio. erhöhten Bilanzsumme. Wesentliche Ursache hierfür ist das starke Wachstum des Neugeschäftsvolumens im Berichtszeitraum.

Dieses betrug 2023 EUR 417,2 Mio. mit einem davon zum Bilanzstichtag aktivierten Leasingvermögen von EUR 544,7 Mio.

Daneben bestehen zum Jahresende liquide Mittel von EUR 48,5 Mio. (Vorjahr: EUR 40,9 Mio.) Auf der Passivseite verlängert sich die Bilanz durch neu in Anspruch genommenen Refinanzierungsdarlehen in Höhe von EUR182,0 Mio., weiteren Mietkauftransaktionen in Höhe von EUR 37,2 Mio. und einem Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR15,0 Mio.

Das längerfristige gebundene Leasingvermögen (EUR 544,7 Mio.) ist fristenkongruent mit Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden finanziert. Kurzfristigen Verbindlichkeiten stehen ausreichende liquide Mittel (EUR 48,5 Mio.) gegenüber. Zum Bilanzstichtag bestehen freie Kreditlinien in Höhe von EUR102,8 Mio.

Leasingerträge in Höhe von EUR 314,8 Mio. (Vorjahr EUR 151,4 Mio.) stehen Leasing- und Provisionsaufwendungen in Höhe von EUR 87,5 Mio. (Vorjahr EUR 54,6 Mio.) sowie Zinsaufwendungen von EUR 22,0 Mio. (Vorjahr: EUR 7,5 Mio.) und Abschreibungen auf das Leasingvermögen von EUR 214 Mio. (Vorjahr: EUR108 Mio.) gegenüber.

Leasingerträge beinhalten neben den Erlösen aus Leasinggegenständen (EUR 269,2 Mio.) Erlöse aus dem Verkauf von Objektversicherungen (EUR 28,6 Mio.) sowie Erlöse aus dem Verkauf von Inspektions- bzw. Full-Service-Verträgen (EUR 15,0 Mio.). Sämtliche Erträge werden mit inländischen Kunden generiert.

Die Verwaltungsaufwendungen 2023 in Höhe von EUR 16,4 Mio. bewegen sich auf Vorjahresniveau, obwohl der Personalaufwand um EUR l,3Mio. gestiegen ist. Hintergrund dafür ist, dass im Vorjahr ein Einmaleffekt aufgrund des Abgangs des bislang aktivierten ERP- Systems zur Erhöhung der Verwaltungsaufwendungen geführt hat.

Bei einem EBIT von 3,1 Mio. € ergab sich ein Verlust aus der normalen Geschäftstätigkeit (EBT) von EUR -18,9 Mio., der sich durch die Erhöhung des Ausweises latenter Steuerforderungen aus der Inanspruchnahme des diesbezüglichen Wahlrechts von EUR 6,1 Mio. auf einen Jahresverlust von EUR 12,7 Mio. vermindert.

20 https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/presse/pressemitteilungen/2024-03-06 Praesentation-Leasing Markt2023-.pdf S. 5 unter Berufung auf Institut der deutschen Wirtschaft, BDL | Stand 01. März 2024. Hochrechnung der Neugeschäftsentwicklung (Leasing und Mietkauf, nicht preisbereinigt) der BDL- Mitglieder auf den gesamten Leasing- Markt
21 Grömling, Michael / Kauder, Björn, 2023, Leasing-Marktbericht 2023, Gutachten im Auftrag des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, Köln
22 https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/presse/pressemitteilungen/2024-03-06 Praesentation-Leasing Markt2023-.pdf S. 3 unter Berufung auf Institut der deutschen Wirtschaft, BDL | Stand 01. März 2024. 2023: Hochrechnung der Neugeschäftsentwicklung (nicht preisbereinigt) der BDL- Mitglieder auf dem gesamten Leasingmarkt. Die Volumina wurden gerundet, die Änderungen in Prozent basieren auf den exakten Werten.

Durch das stark gewachsene Leasingvermögen im Berichtszeitraum hat das handelsbilanziell negative Betriebsergebnis der JobRad Leasing nur eine begrenzte Aussagekraft. Der Jahresabschluss weist die leasingtypischen Periodenverschiebungen auf und kann betriebswirtschaftlich nur gemeinsam mit einer Substanzwertrechnung betrachtet werden.

Beim Substanzwert handelt es sich um eine Berechnung der im Leasingvertragsbestand enthaltenen stillen Reserven. Die JobRad Leasing verwendet das vom Bundesverband Deutscher Leasingunternehmen e.V. (BDL) entwickelte Schema zur Berechnung des Substanzwertes, das das bilanzielle Eigenkapital um den barwertigen Überschuss der zukünftigen Erträge über die zukünftigen Aufwendungen unter Berücksichtigung kalkulatorischer Risikoabschläge und geschätzter zukünftiger Kosten zur Abwicklung des Vertragsbestandes ergänzt.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag der Gesellschaft wird durch diesen Überschuss weit überkompensiert und führt zu einem Substanzwert der JobRad Leasing für das Geschäftsjahr 2023 von EUR 80,9 Mio. (Vorjahr: EUR 45,7 Mio.). Das wirtschaftliche Eigenkapital der Gesellschaft konnte insofern im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gestärkt werden. Konkret wurde der Substanzwert um rund 77 % erhöht, wodurch der Fortbestand der Gesellschaft sichergestellt ist.

Obwohl die Neugeschäftsplanzahlen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht vollständig erreicht wurden, konnte wieder ein deutliches Wachstum im Neugeschäftsvolumen erreicht werden.

Die Liquidität der Gesellschaft war durchgehend gewährleistet.

Die JobRad Leasing hat sich damit weiterhin mehr als zufriedenstellend entwickelt.

4. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

4.1. Risikobericht

Die JobRad Leasing betreibt ausschließlich Finanzierungsleasing mit gewerblichen Firmenkunden, gemeinnützigen Trägerorganisationen und der öffentlichen Hand auf der Basis des bewährten Vertragskonzepts. Die Gesellschaft arbeitet weiterhin im Vertrieb exklusiv mit ihrer Schwestergesellschaft JobRad GmbH zusammen.

Als Finanzdienstleistungsinstitut unterliegt die Gesellschaft der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und durch die Deutsche Bundesbank und hat u.a. die Anforderungen an das Risikomanagement gemäß §25a KWG, die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) zu erfüllen.

Die JobRad Leasing verfolgt eine konservative Risikopolitik. Das bewusste Eingehen von Risiken und deren Steuerung bilden dabei die Grundlage für die Bewältigung betriebswirtschaftlicher Herausforderungen und eine verantwortungsvolle Geschäftsführung.

Seitens der Gesellschaft wird der Risikogehalt der Geschäftstätigkeit als vergleichsweise gering angesehen. Risiken für JobRad Leasing werden durch eine regelmäßige und anlassbezogene Risikoinventur erhoben, bewertet und mittels einer Risikomatrix in wesentliche und unwesentliche Risiken eingeteilt. Bestehende Risiken werden mindestens jährlich bzw. anlassbezogen neu bewertet und eingeschätzt.

Neu entstehende Risiken, z.B. aus sich verändernden wirtschaftlichen Umständen, werden in der Risikoinventur ergänzt, ad-hoc analysiert sowie bewertet.

Im Rahmen des Gesamtrisikoprofils wurden folgende wesentliche Risiken identifiziert, welche sich in folgende Risikokategorien und Risikoarten unterteilen:

Adressenausfallrisiken

Marktpreisrisiken

Liquiditätsrisiken

Operationelle Risiken i.e.S. und i.w.S.

Weitere wesentliche Risiken

Die wesentlichen Risiken der JobRad Leasing werden in der Risikotragfähigkeit berücksichtigt.

Die Geschäftsführung und Management der JobRad Leasing wird regelmäßig und anlassbezogen über die laufende Entwicklung der Risikosituation informiert.

4.1.1. Risikomanagementsystem

Hauptzweck des Risikomanagements ist es, eine jederzeit ausreichende Risikotragfähigkeit sicherzustellen. Die Risikotragfähigkeitsrechnung bildet somit die Basis für die Risikosteuerung der JobRad Leasing. Durch die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung und Überwachung sowie Kommunikation der Risiken werden ein erfolgreicher Geschäftsverlauf und die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes sichergestellt.

Das ganzheitliche Risikomanagement-System der JobRad Leasing umfasst neben der Trennung von Markt und Marktfolge auch die Aufstellung der einzelnen Bereiche nach dem "Three Lines of Defence"-Modell (kurz: 3LoD). Im Rahmen des 3LoD werden klare Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten in der Zusammenarbeit zwischen den operativen Fachabteilungen (erste Verteidigungslinie), dem Risikomanagement (zweite Verteidigungslinie) sowie der internen Revision (dritte Verteidigungslinie) definiert.

4.1.2. Wesentliche Risiken

Im Folgenden werden die o.g. wesentlichen Risiken detaillierter beschrieben.

4.1.2.1. Adressenausfallrisiken

Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern Dienstfahrrad-Leasing anbieten möchten, durchlaufen in der JobRad Leasing vor Vertragsabschluss einen Bonitätsprüfungs- und Genehmigungsprozess.

Die Adressenausfallrisiken beschreiben den finanziellen Verlust aufgrund des (teilweisen) Ausfalls eines Leasingnehmers. Die JobRad Leasing unterscheidet diese in Adressenausfallrisiken Leasingnehmer sowie in Wiederverwertungsrisiken.

Das Adressenausfallrisiko Leasingnehmer beschreibt die Gefahr, dass ein Leasingnehmer die aus den Leasingverträgen entstehenden Verpflichtungen nicht bzw. nur eingeschränkt erfüllen kann.

Die Wiederverwertungsrisiken entstehen bei Verwertung der Leasingobjekte bei vorzeitigen Vertragsbeendigungen, wenn diese nach Rücknahme durch die Gesellschaft nicht zu den in Höhe, der zum Ausfallzeitpunkt gegenüber der Leasinggesellschaft noch bestehenden Restforderungen verwertet werden können. Die JobRad Leasing vermarktet die zurückgenommenen Leasingobjekte über eine Zweitvermarktungsfirma.

Die Adressenausfallrisiken sind volumenseitig durch die Erweiterung des Portfolios und des wachsenden Neugeschäfts im Vergleich zum Vorjahr analog mitgewachsen. Dennoch werden die Adressenausfallrisiken in der Summe aus Adressenausfallrisiken Leasingnehmer und Wiederverwertungsrisiken weiterhin als gering angesehen.

Das Portfolio ist gut diversifiziert. Zur Qualität des Portfolios trägt auch die Tatsache bei, dass das Angebot des Dienstfahrradleasings für Arbeitnehmer zu den "Mitarbeiter-Benefit-Programmen" der Unternehmen gehört. Diese werden überwiegend von Unternehmen angeboten, die wirtschaftlich auf soliden Beinen stehen.

Die allgemeine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes führte im Berichtszeitraum lediglich zu einer geringen Zunahme des Adressenausfalls im Bestand der JobRad Leasing und bewegt sich weiterhin auf sehr geringem Niveau. Lediglich ist eine geringe Verschlechterung von Bonitäten der Leasingnehmer im Berichtszeitraum zu verzeichnen.

Die Ermittlung der ESG-Risiken bei den Adressenausfallrisiken wird von der JobRad Leasing regelmäßig vorgenommen und konsequent weiterentwickelt. Durch die breite Diversifikation des Portfolios und die geografische Beschränkung auf Deutschland wird derzeit von geringen bis moderaten ESG-Risiken ausgegangen.

Hierbei werden die physischen Risiken derzeit relevanter eingeschätzt als die transitorischen Risiken. Ursachen hierfür sind die relativ kurzen (Rest-)Laufzeiten der Einzelleasingverträge von maximal 36 Monaten.

Weiterhin unterstützt und fördert JobRad Leasing mit ihrem taxonomiefähigen Produkt "Fahrrad" ihre Leasingnehmer beim Thema "Nachhaltige Mobilität".

4.1.2.2. Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken bezeichnen die Gefahr eines Verlusts, der durch Marktpreisänderungen (z.B. Zinssätze, Wechselkurse, Zinssätze, Objektpreise etc.) entstehen kann.

Von Bedeutung im Kontext der Marktpreisrisiken sind für die JobRad Leasing die Margenrisiken. Diese beschreiben das Risiko, dass finanzielle Nachteile aus der Veränderung des Zinsniveaus während der Vorfinanzierung (erster Vertragsmonat) entstehen.

Zinsänderungsrisiken bestehen nicht, da sich die JobRad Leasing fristenkongruent refinanziert.

Margenrisiken hinsichtlich der Zinsänderung bestehen somit vorwiegend nur im ersten Vertragsmonat.

Im Berichtszeitraum konnte die JobRad Leasing die stark gestiegenen Refinanzierungskosten über die angepassten Konditionen an die Leasingnehmer weitergeben. Lediglich in Einzelfällen bestehen Konditionsbindungen zu Lasten der JobRad Leasing Marge.

Im Berichtsjahr wurden vorhandene Maßnahmen weiterentwickelt, um das Marktpreisrisiko angemessen zu messen und zu steuern. Hierzu gehören u. a. ein regelmäßiges Zins- und Margenreporting.

Restwertrisiken sind durch vertraglich vereinbarte Andienungsrechte mit den Leasingnehmern oder Dritten abgesichert.

Geschäfte in fremder Währung werden nicht abgeschlossen. Währungsrisiken bestehen keine.

ESG-Risiken, die aus Marktpreisrisiken resultieren, wurden für den Berichtszeitraum nicht festgestellt.

4.1.2.3. Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken beschreiben die Gefahr, dass der JobRad Leasing unzureichende liquide Mittel zur Verfügung stehen. Dies umfasst sowohl den kurzfristigen Liquiditätsbedarf sowie die Vor- und Refinanzierung der Leasingobjekte.

Um die erforderlichen liquiden Mittel zu beschaffen, arbeitet JobRad Leasing mit mehreren Refinanzierungspartnern zusammen, von denen einige als Konsortium auftreten.

Im Verlauf des Jahres 2023 wurden weitere Geschäftsbeziehungen zu mindestens zwei neuen Refinanzierungspartnern aufgebaut.

Zusätzlich wurde 2023 mit der LBBW ein ABCP-Programm zur Refinanzierung von Einzel-Leasingverträgen aufgesetzt und in Betrieb genommen. Dies stärkt und diversifiziert die Refinanzierung weiter.

Der Liquiditätsbedarf wird mittels Darlehen, Sale-and-Mietkauf-back und ABCP voll gedeckt.

Die Liquidität wird täglich überwacht.

ESG-Risiken, die aus Liquiditätsrisiken resultieren, wurden für den Berichtszeitraum nicht festgestellt. Im Gegenteil: Alle Refinanzierungspartner verfolgen eigene, teilweise sehr ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und bestätigen der JobRad Leasing, dass diese durch die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft gestärkt werden. Darüber hinaus besteht die Aussicht das ABCP-Programm als Green-Bond zu vermarkten.

4.1.2.4. Operationelle Risiken

JobRad Leasing unterteilt die operationellen Risiken in zwei Kategoerien:

(1)

Operationelle Risiken i.e.S. und

(2)

Operationelle Risiken i.w.S.

Operationelle Risiken i.e.S. betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von Menschen, internen Prozessen, IT-Systemen (IKT) oder infolge externer Ereignisse eintreten. Operationelle Risiken entstehen somit im Zuge der normalen Geschäftstätigkeit.

Operationelle Risiken i.w.S. umfassen die Auslagerungsrisiken, Compliance-/Rechtsrisiken, Informationssicherheitsrisiken und Datenschutzrisiken sowie Risiken aus der unsachgemäßen Umsetzung der Anforderung zu Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung sowie sonstigen strafbaren Handlungen.

4.1.2.4.1. Operationelle Risiken i.e.S.

4.1.2.4.1.1. Personalrisiken

Die JobRad Leasing legt - analog der JobRad Gruppe - großen Wert auf den Faktor "Mensch" und sieht diesen mit als wichtigsten Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg.

Zu den identifizierten Personalrisiken gehören insb. der Fachkräftemangel und potentielle Fluktuation. Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, setzt die JobRad Leasing auf ein umfassendes Personalmanagementkonzept sowie attraktive Mitarbeiter-Bindungsmaßnahmen, welche stetig weiterentwickelt werden.

Die Personalrisiken sind umfassend in das Risikomanagementsystem der JobRad Leasing eingebunden.

4.1.2.4.1.2. Prozessrisiken

Prozessrisiken beziehen sich auf Gefahren oder Unsicherheiten in den Geschäftsabläufen und - aktivitäten, die zu Fehlern, Unterbrechungen, Verzögerungen oder anderen Problemen führen können und die Effektivität, Effizienz, Zuverlässigkeit und Integrität der Geschäftsabläufe beeinträchtigen können.

Als Präventionsmaßnahme hat die JobRad Leasing ein umfassendes Prozessmanagement etabliert, welches u.a. zum Ziel hat die Prozessrisiken zu reduzieren.

Ferner sind risikobasierte Kontrollen in den Geschäftsabläufen etabliert.

4.1.2.4.1.3. IT-/ Systemrisiken (IKT-Risiken)

IKT-Risiken beziehen sich auf Schwächen in den Systemen - die analog zu den Prozessrisiken - zu Fehlern, Unterbrechungen, Verzögerungen oder anderen Problemen im Geschäftsablauf führen können und die Effektivität, Effizienz, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Integrität der Geschäftsabläufe beeinträchtigen können.

Zu den im Kern identifizierten Risiken zählen insbesondere Cyberangriffe, Datenverluste sowie Ausfälle von IT-Systemen und technologische Veränderungen.

Die JobRad Leasing investiert hierfür fortlaufend in robuste IT-Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere in das IT-Risikomanagement und "State of the Art Technologien". Die JRL setzt im Rahmen der IT auf qualifizierte Dienstleister.

4.1.2.4.1.4. Externe Risiken

Um den wirtschaftlichen Erfolg der JobRad Leasing nachhaltig zu gewährleisten, werden fortlaufend die externen Risiken beobachtet und bewertet. Hierzu zählen u.a. das wirtschaftliche und politische Umfeld auf nationaler und internationaler Ebene sowie die geopolitische Lage.

4.1.2.4.2. Operationelle Risiken i.w.S.

4.1.2.4.2.1. Auslagerungsrisiken

Im Geschäftsjahr hat die JobRad Leasing auf Basis einer Auslagerungsstrategie auf diverse externe Dienstleister zurückgegriffen. Das Ziel ist insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Ressourcen der JobRad Leasing effizient einzusetzen.

Sämtliche Auslagerungsvorhaben werden auf die rechtliche Zulässigkeit sowie die inhärenten Chancen und Risiken hin analysiert. Hierfür hat die JobRad Leasing ein wirksames Auslagerungsmanagement implementiert, das sich insbesondere durch eine sorgfältige Due Diligence des Dienstleisters sowie der fortlaufenden Überwachung und Steuerung der ausgelagerten Aktivitäten und damit verbundener Risiken auszeichnet.

4.1.2.4.2.2. Compliance-/Rechtsrisiken

Die JobRad Leasing verfügt über ein Compliance-Management-System (CMS) als integralen Bestandteil des werteorientierten Geschäftsmodells. Das CMS ist auf die spezifische Risikolage der JobRad Leasing ausgelegt und wird fortlaufend weiterentwickelt. Die wesentlichen rechtlichen Regelungen werden fortlaufend überwacht und die Einhaltung durch angemessene, risikoadjustierte und wirksame Verfahren sichergestellt.

Die JobRad Leasing hat eine Whistleblowing-Stelle eingerichtet, die es Mitarbeitern und Externen ermöglicht, anonym Compliance-Verstöße zu melden.

4.1.2.4.2.3. Informationssicherheitsrisiken

Um die Integrität der Daten zu erhalten und Informationssicherheitsrisiken zu begegnen hat die JobRad Leasing ein Informationssicherheitsmanagementsystem implementiert. Neben der Einrichtung der Funktion des Informationssicherheitsbeauftragten einschließlich Stellvertretung wurde u.a. ein Governance-Rahmen etabliert, der sowohl technische, organisatorische als auch prozessintegrierte Maßnahmen zum Schutz der Informationssicherheit umfasst.

Die Informationssicherheit ist im Risikomanagementprozess der JobRad Leasing fest verankert.

4.1.2.4.2.4. Datenschutzrisiken

Vernetzung und Digitalisierung spielen für das Geschäftsmodell der JobRad Leasing eine entscheidende Rolle.

Im Einklang mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung und dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz hat die JobRad Leasing technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen implementiert, die ein hohes Datenschutzniveau für die Daten unserer Mitarbeiter, Vertragspartner, Kunden und Lieferanten gewährleisten.

Die Datenschutzmaßnahmen der JobRad Leasing werden fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt.

4.1.2.4.2.5. Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung sowie sonstigen strafbaren Handlungen

Die JobRad Leasing ist als Finanzdienstleistungsinstitut Verpflichtete i.S.d. Gesetzes über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz, GwG).

Im Rahmen einer Risikoanalyse hat der Geldwäschebeauftragte die für die Gesellschaft relevanten Risiken identifiziert und bewertet. Es wurden risikobasiert angemessene geschäfts- und kundenbezogene Sicherungsmaßnahmen sowie Kontrollen zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung sowie sonstigen strafbaren Handlungen entwickelt und implementiert.

4.1.2.5. Weitere wesentliche Risiken

Im Rahmen der Risikoinventur sind weitere wesentliche Risiken identifiziert worden.

4.1.2.5.1. Politische / steuerliche Risiken

Das Geschäftsmodell von JobRad beruht auf der steuerlichen Festlegung, dass das Dienstrad dem Dienstwagen gleichgestellt ist. Die Überlassung von Dienstfahrrädern an Mitarbeitern von Arbeitgebern wird seit dem 01.01.2020 mit 0,25% p.m. der unverbindlichen Preisempfehlung des Fahrradherstellers steuerlich günstig behandelt.

Daraus realisieren Mitarbeiter in einer Nachsteuerbetrachtung der Gesamtkosten solcher Dienstradüberlassungen in einer vergleichenden Betrachtung mit den Anschaffungskosten nennenswerte Nettovorteile.

Die JobRad Leasing fungiert als exklusive Leasinggesellschaft für die JobRad GmbH.

Eine Abschaffung der sogenannten "Dienstauto-/Dienstrad-Regelung" würde die Anzahl der neuen Leasingrahmenverträge signifikant reduzieren. Aufgrund der starken positiven Umweltwirkung des Geschäftsmodells wird dieses Risiko jedoch als sehr gering betrachtet.

Da Änderungen steuerlicher Regeln sich nicht auf Bestandsverträge auswirken, könnte eine verlustfreie Abwicklung erfolgen.

4.1.2.5.2. Reputationsrisiken

Reputationsrisiken beziehen sich auf die potenziellen Gefahren und Unsicherheiten, die sich auf den guten Ruf und das Ansehen einer Organisation auswirken können. Diese Risiken können verschiedene Ursachen haben und haben oft weitreichende Auswirkungen auf die Wahrnehmung, das Vertrauen und die Beziehungen zu Stakeholdern.

Aufgrund von verstärkten Marketingaktivitäten und des Wachstums sowie das gestiegene öffentliche Interesse am Produkt im Berichtszeitraum rückte die Marke JobRad zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit.

Das Risiko, Gegenstand negativer Berichtserstattung zu werden, stieg somit naturgemäß an. Mittels einer transparenten Kommunikation mit allen relevanten Stakeholdern und einem offenen und ehrlichen Austausch mit diesen wird diesem Risiko wirksam entgegengewirkt.

4.1.2.5.3. Rückgang Verkaufspreis

Leasingobjekte sind anfällig für Marktschwankungen. Ein Rückgang des Verkaufspreises würde zu finanziellen Nachteilen aufgrund eines geringeren Neugeschäftsvolumens führen.

Die Entwicklung der Objektpreise wird konstant überwacht.

Im Berichtszeitraum war ein marginaler Aufwärtstrend zu beobachten.

4.1.2.5.4. Strategische Risiken

Strategische Risiken sind Risiken, die zum einen aus der Geschäftsstrategie, aber auch aus falschen geschäftspolitischen Entscheidungen entstehen können. Neben inadäquaten Strategien können sich strategische Risiken aber auch aufgrund von (vermeintlich) unvorhersehbaren Marktentwicklungen oder unzureichend umgesetzten Strategien ergeben.

Diesem Risiko werden durch gezielte Strategien sowie durch eine fortlaufende Berichtserstattung entgegengewirkt.

4.2. Risikotragfähigkeit

Zur Ermittlung der Risikodeckungsmasse zieht die Gesellschaft zunächst vom als Risikodeckungspotenzial zur Verfügung stehenden erweiterten betriebswirtschaftlichen Kapital (Substanzwert) erhebliche Abschläge als Risikopuffer ab.

Sämtliche quantifizierten Risiken der Gesellschaft werden sodann durch die Risikodeckungsmasse mehr als zufriedenstellend gedeckt, sodass die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft - auch unter Stress - jederzeit gegeben ist.

4.3. Sonstiges

Weitere nach dem Bilanzstichtag aufgetretene Tatsachen oder Ereignisse, über die zu Berichten wäre und die einen materiellen Einfluss auf den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft haben oder den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind nicht bekannt.

Die Ausführungen hierzu beziehen sich auf den aktuellen Wissenstand zum 12.03.2024.

4.4. Chancenbericht

Im Jahr 2018 hat der Bundestag bereits die Steuerfreiheit für Diensträder beschlossen, sofern sie vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zur Verfügung gestellt werden.

Nachdem das vollständig arbeitgeberfinanzierte Dienstrad mit Erlass vom 13.03.2019 in seiner steuerlichen Behandlung den Regelungen von E-Autos gleichgestellt wurde (0,5 % - Regelung), konnte diese - im Klimapaket der Bundesregierung nochmals verbesserte - Bestimmung (0,25 % - Regelung) zum 01.01.2020 auch für Diensträder übernommen werden.

Diese Regelung sorgt auch weiterhin für einen deutlich positiven Einfluss auf die Akzeptanz des Dienstrad-Leasings und damit auch auf den Geschäftsverlauf.

Mit Hinblick auf die Nachhaltigkeit bietet das Dienstrad-Leasing Arbeitgebern eine klimafreundliche Alternative für den Arbeitsweg. Durch die Durchdringung des Marktes mit Pedelecs werden sowohl die Distanz als auch topographische Begebenheiten zunehmend unproblematisch.

Die weiterhin hohen Energiekosten und die hohe Preissteigerungsrate sowie das weiter gestiegene Umweltbewusstsein und die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten auch in der Mobilität, sieht die JobRad Leasing als mögliche Chancen für das weitere Wachstum im Dienstradleasing in Deutschland.

Mittlerweile haben auch viele Großunternehmen in Deutschland tarifrechtlich die Möglichkeit geschaffen, Dienstradleasing ihren Mitarbeitenden anzubieten. Auch öffentliche Arbeitgeber in Deutschland können ihren Angestellten und Beamten nun Dienstradleasing anbieten.

Beide Entwicklungen erachtet die JobRad Leasing weiterhin als Chancen für weiteres Wachstum. Zusätzlich sieht die Gesellschaft in den Ergebnissen aus dem "Fahrrad-Monitor 2023" des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) in seiner Studienreihe des SINUS Institutes ein steigendes Interesse und hohe Kaufbereitschaft für das Fahrrad, insbesondere für Pedelecs: Ein Viertel der Deutschen plant gemäß dieser Studie innerhalb der nächsten 12 Monate ein Fahrrad oder ein Pedelec zu erwerben. 23

4.5. Prognosebericht

Der Prognosebericht und Ausblick 2024 ist geprägt von Unsicherheiten. Die aktuellen Herausforderungen ergeben sich vor allem durch die anhaltenden geopolitischen Risiken.

Die mittel- und langfristigen Auswirkungen des anhaltenden Krieges in der Ukraine lassen sich zum jetzigen Zeitraum nicht abschließend abschätzen, zusätzlich sind die Folgen des Überfalls der Hamas auf Israel und dessen Reaktion in Gaza nicht abschätzbar sowie die zunehmenden Angriffe der Huthi Rebellen auf die Schifffahrt im Roten Meer. 24

Neben den Kriegen in der Ukraine und im Gaza werden nach heutigem Wissen die Rohstoff- und Energiepreise, die anhaltende Inflation aber auch die (wieder) gestörten Lieferketten (u.a. vor dem Suezkanal) und Lieferengpässe als auch der Fachkräftemangel neben der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland die beherrschenden Themen 2024 sein. 25

23 https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Radverkehr/fahrradmonitor.html
24 https://intern.leasingverband.de/intranet/10-Volkswirtschaft/Statistik/07-01-2024-01 - Gesamtwirtschaftliche Einordnung.pdf
25 https://intern.leasingverband.de/intranet/10-Volkswirtschaft/Statistik/07-01-2024-01 - Gesamtwirtschaftliche Einordnung.pdf

Die Deutsche Bundesbank geht in ihrem Monatsbericht Januar 2024 von folgendem Szenario aus: "Alles in Allem könnte die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2024 bestenfalls stagnieren. 26

Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich leicht aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar 2024 auf 85,5 Punkte gestiegen, nach 85,2 Punkten im Januar. Dies war auf etwas weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage blieben unverändert. Die Konjunktur stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. 27

Die Konjunkturprognosen der verschiedenen Wirtschaftsinstitute oder staatlicher Stellen in Deutschland zeigen auf Ebene der erwarteten Zahlen für 2024 ein uneinheitliches Bild. Alle Prognosen haben aber einen gemeinsamen Trend im Vergleich zu ihrer jeweiligen bisherigen Prognose: Dieser ist negativ. 28

Die Bundesregierung geht aktuell nur noch von einem Wachstum für 2024 von + 0,2% aus. 29

Die weiter bestehende Energiekrise und die aktuellen Tarifabschlüsse werden voraussichtlich wieder zu einer leicht erhöhten Inflationsrate im Jahr 2024 führen, so dass kurzfristig von keiner anhaltenden Zinssenkung durch die EZB ausgegangen werden kann. 30

Trotz dieser schwierigen Umstände zeigen sich aber die ZIV-Mitglieder insgesamt optimistisch, denn das Fahrrad bleibt weiterhin ein sehr beliebtes Verkehrsmittel. Radfahren ist mittlerweile in der Gesellschaft stark verankert und gilt als wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende. Burkhard Stork, Verbandchef des ZIV, ordnet ein, dass Fahrrad und E-Bike nicht aufzuhalten sind und diese wichtige deutsche Industrie mit den entsprechenden politischen Rahmenbedingungen gestärkt wird sowie ihre Bedeutung für den Innovationsstandort Deutschland und ihre große Beliebtheit in der Bevölkerung gewürdigt werden. 31

Unterstrichen wird diese Aussage von der im Chancenbericht genannten Studie "Fahrrad-Monitor 2023". Daraus geht unter anderem hervor, dass 46% der Deutschen in Zukunft häufiger mit dem Fahrrad oder Pedelec fahren möchten. 32

Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass der bereits bestehende Trend hin zur Fahrradmobilität sich durch die erhöhten Energiepreise weiter beschleunigen wird.

Die JobRad Leasing beobachtet die beschriebenen Entwicklungen laufend und passt die internen Planungs-Szenario-Berechnungen dementsprechend kurzfristig an.

Insgesamt gibt es dadurch weiterhin Chancen, dass das Dienstradleasing und damit die JobRad Leasing weiter gestärkt aus der aktuellen allgemeinen gesamtwirtschaftlichen Krisensituation hervorgeht. Den Fokus der Nachhaltigkeit des Dienstfahrradleasings gilt es weiter herauszuarbeiten und die nachhaltige Ausrichtung des Geschäftsmodells ist als Chance zu sehen.

Wirtschaftliche Einbußen sollen sowohl durch eine professionelle Bonitäts- und Risikoanalyse als auch durch vorsichtiges Agieren auf niedrigem Risikovolumen-Niveau vermieden oder minimiert werden.

26 https://www.bundesbank.de/resource/blob/920552/c9c89e23644dee70a9db8691087b8aa3/mL/2024-01- monatsbericht-data.pdf S.5
27 https://www.ifo.de/fakten/2024-02-23/ifo-geschaeftsklimaindex-gestiegen-februar-2024
28 https://www.businessinsider.de/wirtschaft/alle-konjunktuprognosen-fuer-die-konjunktur-in-deutschland-2024- und-2025-tabelle-2-2/
29 https://www.ifo.de/sites/default/files/secure/prognosen/prog-20240306/VGR-Anhang-2024-03-06-de.pdf
30 https://intern.leasingverband.de/intranet/10-Volkswirtschaft/Statistik/07-01-2024-01 - Gesamtwirtschaftliche Einordnung.pdf
31 https://www.ziv-zweirad.de/2024/01/09/fahrradindustrie-fordert-verlaessliche-politische-rahmenbedingungen- fuer-2024/
32 https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Radverkehr/fahrradmonitor.html

Gestörte globale Lieferketten können dazu führen Produktionsstätten wieder nach Deutschland zurück zu verlagern.

Dafür werden Mitarbeiter benötigt, die man an sein Unternehmen binden möchte, zum Beispiel mit attraktiven Mitarbeiterangeboten wie dem Dienstfahrrad.

Die JobRad Leasing arbeitet weiter an der Verbesserung und Ausbau der Digitalisierung der Prozesse, der Aufbau- und Ablauforganisation und führt auch den Personalaufbau im geplanten und notwendigen Umfang weiter fort.

Für das Geschäftsjahr 2024 gehen wir von einem weiteren Wachstum beim Neugeschäft analog Vorjahr aus und rechnen mit einem leicht verbesserten Jahresergebnis sowie einem entsprechend proportional zunehmenden Substanzwert.

Bestätigungsvermerk

An die JobRad Leasing GmbH:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der JobRad Leasing GmbH-bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der JobRad Leasing GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Freiburg im Breisgau, 03.05.2024

EUREGIO Südwest GmbH, Freiburg im Breisgau
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hansjörg Winterhalter, Wirtschaftsprüfer

ppa. Sven Michel, Wirtschaftsprüfer

Die Feststellung des Jahresabschlusses 2023 der JobRad Leasing GmbH erfolgte am 28.5.2024.

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