Centogene AGLiquidiert

Am Strande 7, 18055 Rostock, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Rostock HRB 13225
Eingetragen
18.5.2001
Branche
Erbringung von Dienstleistungen von medizinischen LaboratorienForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieErbringung von Dienstleistungen der diagnostischen Bildgebung
Gegenstand
Der Betrieb von molekularbiologischen und gentherapeutischen Laboratorien, die Forschung und innovative Entwicklung auf dem Gebiet der Medizin und angrenzender Gebiete und der Handel mit Gegenständen und Verbrauchsmaterialien zum Betrieb oben genannter Einrichtungen. Gegenstand des Unternehmens ist darüber hinaus die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von diagnostischen und medizinischen Produkten und jeglicher hiermit verbundener Technologien, von Dienstleistungen für medizinische und industrielle Anwendungen und von Software für Laborinformationssysteme sowie die Erstellung, der Betrieb und die Verwertung von Datenbanken und Datenbankprodukten zu genetischen Daten und der dazugehörigen Software. In diesem Zusammenhang können auch einzelne projekt- oder technologiebezogene Gesellschaften gegründet und Beratungsleistungen angeboten werden.

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Jan Boysen
seit 13.5.2019
Prokura
Dirk Horst Dr. Ehlers
seit 26.4.2018
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Frank Volpers
seit 9.7.2015
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

Centogene AG

Rostock

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Centogene AG

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Centogene AG, Rostock, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Centogene AG, der mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus -

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können; -

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben; -

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann; -

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 22. März 2018

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Röders, Wirtschaftsprüfer

Klemm, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

31.12.2016
EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.342.719,77   4.199
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 927.909,07   1.106
3. Geleistete Anzahlungen 948.315,52   661
II. Sachanlagen   7.218.944,36 5.966
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.770.174,73   2.128
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.576.930,38   9.401
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.823.698,86   1.060
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.041.155,11   7.620
    29.211.959,08 20.209
III. Finanzanlagen      
Anteile an verbundenen Unternehmen   199.863,61 743
    36.630.767,05 26.918
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte      
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 703.681,75   357
2. Unfertige Leistungen 637.631,23   610
3. Fertige Erzeugnisse 75.098,52   10
    1.416.411,50 977
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.512.392,67   3.765
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.062.509,07   1.328
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.962.848,37   2.419
    10.537.750,11 7.512
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   2.982.374,80 893
    14.936.536,41 9.382
C. Rechnungsabgrenzungsposten   589.384,01 567
    52.156.687,47 36.867

Passiva

     
      31.12.2016
  EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital   261.585,00 216
II. Kapitalrücklage   24.701.081,50 5.297
III. Bilanzverlust   -7.887.801,29 -3.555
    17.074.865,21 1.958
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen   5.245.376,49 3.008
C. Rückstellungen      
1. Steuerrückstellungen 0,00   41
2. Sonstige Rückstellungen 1.990.721,22   1.986
    1.990.721,22 2.027
D. Verbindlichkeiten      
1. Verbindlichkeiten gegenüber stillem Gesellschafter 2.000.000,00   1.942
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.836.771,90   12.655
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 200,00   51
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.120.705,71   5.815
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.880.544,03   1.364
6. Verbindlichkeiten aus Mietkäufen 3.503.846,85   5.226
7. Sonstige Verbindlichkeiten 286.897,05   1.093
    26.628.965,54 28.146
E. Rechnungsabgrenzungsposten   680.171,61 207
F. Passive latente Steuern   536.587,40 1.521
    52.156.687,47 36.867

Gewinn- und Verlustrechnung für 2017

2016
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse   31.885.365,78 27.271
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnissen   93.095,04 418
3. Andere aktivierte Eigenleistungen   357.263,52 2.033
4. Sonstige betriebliche Erträge   1.221.602,75 1.308
    33.557.327,09 31.030
5. Materialaufwand      
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 6.096.612,10   6.368
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 629.063,45   588
    6.725.675,55 6.956
6. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter 12.697.925,28   11.757
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung (davon Altersversorgung TEUR 5, Vj. TEUR 5) 2.055.468,16   1.821
    14.753.393,44 13.578
7. Abschreibungen      
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   3.181.936,60 2.131
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten   451.974,15 0
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen   11.930.422,94 12.563
    37.043.402,68 35.228
9. Aufwand (Vj. Ertrag) aus Ergebnisführungsverträgen 294.109,11   74
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 27.876,14   57
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen 542.843,73   0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.021.111,30   959
    1.830.188,00 828
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Vj. Steuerertrag)   988.378,20 581
14. Ergebnis nach Steuern   -4.327.885,39 -5.607
15. Sonstige Steuern   4.757,33 3
16. Jahresfehlbetrag   -4.332.642,72 -5.610
17. Verlustvortrag, (Vj. Gewinnvortrag)   -3.555.158,57 2.055
18. Bilanzverlust   -7.887.801,29 -3.555

Anhang

Geschäftsjahr 2017

A. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum Jahresabschluss

I. Anwendung gesetzlicher Vorschriften

Die CENTOGENE AG, Rostock, (nachfolgend "CENTOGENE" oder die Gesellschaft) hat als mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB ihren Jahresabschluss unter Beachtung der §§ 242 ff. HGB sowie der sie ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 264 ff. HGB und des Aktiengesetzes aufzustellen und gemäß der §§ 325 ff. HGB offenzulegen.

Die Gliederung der Bilanz wurde unter Anwendung des § 265 Abs. 5 S. 2 HGB um die Posten Verbindlichkeiten gegenüber stillem Gesellschafter und Verbindlichkeiten aus Mietkäufen (seit 1. Januar 2016) erweitert.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte gemäß § 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren).

Das Geschäftsjahr der CENTOGENE stimmt mit dem Kalenderjahr überein und umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017, das Vorjahr entsprechend vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanz zum 31. Dezember 2017 ist vor Verwendung des Jahresergebnisses erstellt worden.

Die für die Aufstellung des Jahresabschlusses maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bleiben im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert.

Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach der Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 150,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000,00 werden aus Gründen der Wesentlichkeit und Vereinfachung in einem Sammelposten erfasst und über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Abschreibungen werden grundsätzlich zeitanteilig und nach der linearen Methode vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Diese enthalten die nach § 255 Abs. 2 HGB Einzel- und Gemeinkosten sowie angemessene Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Kosten der allgemeinen Verwaltung, Fremdkapitalzinsen sowie Aufwendungen für soziale Leistungen und Einrichtungen des Betriebes werden nicht mit einbezogen.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten und angemessenen Gewinn vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag ausgewiesen.

Für Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln wird seit 1. Januar 2012 ein Sonderposten gebildet, der gemäß der Nutzungsdauer der geförderten Anlagegüter ertragswirksam aufgelöst wird. Ab den 30. Juni 2017 werden die Zuschüsse direkt mit den Anschaffungskosten der geförderten Vermögensgegenstände verrechnet. Die Veränderung der Darstellung basiert auf einer Vereinfachung der Buchungssystematik. Der bestehende Sonderposten wird über die Restnutzungsdauer der geförderten Anlagen aufgelöst.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung unter Berücksichtigung von Kosten- und Preissteigerungen notwendig ist.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Der Steuersatz beträgt 31,14%. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Es werden keine Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet.

B. Erläuterungen zum Jahresabschluss

I. Angaben zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt (Anlage 1 zum Anhang).

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (Entwicklungskosten) des Anlagevermögens sind in Ausübung des Wahlrechts nach § 248 Abs. 2 HGB in Höhe von TEUR 5.343 (Vorjahr TEUR 4.199) zum 31. Dezember 2017 aktiviert.

Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert. Es handelt sich im Wesentlichen um selbst entwickelte diagnostische Systeme zur Früherkennung genetisch bedingter Stoffwechselerkrankungen. Die aktivierten Eigenleistungen werden seit 2017 nach der Nettomethode ausgewiesen.

Im Anlagevermögen sind Bakterienstämme in Höhe von TEUR 74 (Vorjahr TEUR 74) ausgewiesen, die keiner Abnutzung unterliegen. Es erfolgt insofern keine Abschreibung; Verwertbarkeit und Werthaltigkeit sind durch die Ermittlung der Wiederverkaufswerte nachgewiesen.

2. Angaben zum Anteilsbesitz

Die Gesellschaft hat acht Tochterunternehmen; die CENTOGENE GmbH in Wien/Österreich, die CENTOGENE Shared Service GmbH (CSS GmbH) in Rostock, die CENTOGENE FZ-LLC in Dubai/VAE, die CENTOGENE India Private Ltd in New Dheli/Indien, die LPC Laboratory Process Consulting GmbH in Berlin, die CENTOGENE IP GmbH in Freiburg, die "Ludewig" - Wasserbau- und Werft GmbH in Rostock sowie die CENTOGENE US LLC, Burlington, Massachusetts/USA. Die Anteile an der CENTOGENE GmbH in Wien/Österreich, wurde im Geschäftsjahr 2017 aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung in Höhe von TEUR 543 außerplanmäßig abgeschrieben.

Beteiligung Anteile
in %
31.12.2017 Eigenkapital
in TEUR
2017 Ergebnis
in TEUR
CENTOGENE GmbH, Wien, Österreich 90 -519 -20
CENTOGENE Shared Service GmbH, Rostock 100 25 0 *
CENTOGENE IP GmbH, Freiburg 100 -155 -134
CENTOGENE FZ-LLC, Dubai, VAE 100 1.817 610
CENTOGENE India Pvt. Ltd., New Delhi, Indien 51 -430 -166
LPC GmbH, Berlin 51 -331 -222
"Ludewig" - Wasserbau und Werft GmbH, Rostock 100 -32 -13
CENTOGENE US LLC, Burlington, Massachusetts, USA 100 -447 -447

* Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der CENTOGENE AG.

3. Vorräte

Die Vorräte bestehen aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertigen Leistungen sowie fertigen Erzeugnissen.

Die Bestände wurden durch eine körperliche Bestandsaufnahme ermittelt.

Unter den unfertigen Leistungen werden angearbeitete, noch nicht fertiggestellte Diagnostiken für im Haus befindliche Proben ausgewiesen.

4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Im Geschäftsjahr wurden Forderungen in Höhe von TEUR 291 (Vorjahr TEUR 243) einzelwertberichtigt.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 2.356 (Vorjahr TEUR 1.254) den Liefer- und Leistungsverkehr und mit TEUR -294 (Vorjahr TEUR 74) die Ergebnisabführung der CSS GmbH. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Forderungen in Höhe von TEUR 452 gegen die CENTOGENE GmbH, Wien, Österreich, vollständig wertberichtigt.

5. Sonstige Vermögensgegenstände

Der Gesamtbetrag der Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt TEUR 1.963 (Vorjahr TEUR 2.419). Sie setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Forderungen aus der Umsatzsteuer, Fördermitteln sowie Mietkautionen.

Bei den unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Forderungen handelt es sich in Höhe von TEUR 1.436 (Vorjahr TEUR 2.034) um Steuerforderungen.

6. Liquide Mittel

Zum Bilanzstichtag standen der Gesellschaft liquide Mittel in Höhe von TEUR 2.982 (Vorjahr TEUR 893) zur Verfügung.

7. Rechnungsabgrenzungsposten

In diesem Posten sind im Wesentlichen Vorauszahlungen an Versicherungen, Wartungsverträge und Bearbeitungsgebühren für Darlehen abgebildet. Im Berichtsjahr ist hierin kein Disagio enthalten (Vorjahr TEUR 1).

Die als aktive Rechnungsabgrenzungsposten bilanzierten Finanzierungskosten für Mietkaufverträge betragen zum Bilanzstichtag TEUR 64 (Vorjahr TEUR 146) und werden über die Laufzeit der Verträge aufgelöst.

8. Eigenkapital

Das vollständig eingezahlte gezeichnete Kapital der Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2017 in 261.585 nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Das gezeichnete Kapital unterteilt sich in 230.195 Stammaktien und 31.390 Vorzugsaktien.

Folgende Veränderungen wurden im Geschäftsjahr 2017 vorgenommen:

Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung um 312 Aktien gegen Bareinlage auf 230.195 Aktien beschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde am 1. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen.

Die Hauptversammlung vom 9. Juni 2017 hat eine Kapitalerhöhung um EUR 31.390 auf EUR 261.585 beschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde am 30. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 31. Dezember 2021 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 34.010 neuen Vorzugsaktien der Serie A gegen Bareinlage um EUR 34.010 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2017/1).

Im Geschäftsjahr 2017 beträgt die Kapitalrücklage TEUR 24.701 (Vorjahr TEUR 5.297).

Der Bilanzverlust entwickelte sich wie folgt:

31.12.2017
(TEUR)
Jahresfehlbetrag (-) -4.333
Verlustvortrag -3.555
Bilanzverlust (-) -7.888

Aufgrund der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände (inkl. Anzahlungen) über TEUR 6.119 (Vorjahr 4.738) besteht nach Berücksichtigung passiver latenter Steuern in Höhe von 537 TEUR eine Ausschüttungssperre über TEUR 5.582 nach § 268 Abs. 8 HGB.

9. Sonderposten

Der Sonderposten wurde für öffentliche Investitionszuschüsse (GRW-Mittel) gebildet und wird über die Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter aufgelöst. Ab Mitte des Geschäftsjahres 2017 werden die Zuschüsse direkt mit den Anschaffungskosten verrechnet. Die Veränderung der Darstellung basiert auf einer Vereinfachung der Buchungssystematik.

10. Rückstellungen

Personalrückstellungen wurden insbesondere für Bonuszahlungen und nicht in Anspruch genommene Urlaubstage in Höhe von insgesamt TEUR 1.385 (Vorjahr TEUR 1.294) gebildet.

Der verbleibende Rückstellungsbetrag in Höhe von TEUR 606 (Vorjahr TEUR 691) entfällt mit TEUR 427 (Vorjahr TEUR 579) hauptsächlich auf Rückstellungen für anfallende Vertriebskosten, Beratungsleistungen und Reisekosten. Weitere Rückstellungen sind für die Prüfung und Erstellung des Jahresabschlusses in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr TEUR 90) gebildet worden.

11. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt.

Unter den Verbindlichkeiten sind keine Beträge ausgewiesen, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus fixen Aufsichtsratsvergütungen, Boni, Beratungshonoraren und ausstehenden Reisekostenerstattungen.

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

TEUR Restlaufzeit
Verbindlichkeiten
(Vorjahr)
Gesamtbetrag bis zu einem Jahr über 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber stillem Gesellschafter 2.000 - 1.000 1.000
  (1.942) (-) (-) (1.942)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.837 1.635 5.177 7.025
  (12.655) (8.048) (4.607) (-)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - - - -
  (51) (51) (-) (-)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.121 5.121 - -
  (5.815) (5.815) (-) (-)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.880 1.880 - -
  (1.364) (1.364) (-) (-)
Mietkäufe 3.504 1.231 2.273 -
  (5.226) (1.787) (3.303) (136)
Sonstige Verbindlichkeiten 287 287 - -
  (1.093) (1.093) (-) (-)
Gesamtsumme 26.629 10.154 8.450 8.025
  (28.146) (18.158) (7.910) (2.078)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 13.837 (Vorjahr TEUR 12.655) sind durch eine Buchgrundschuld in Höhe von TEUR 19.910 für das Investitionsvorhaben auf dem Grundstück Am Strande 7 in Rostock, Raumsicherungsübereignung sowie einer Globalzession von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Bürgschaften sonstiger nahestehender Personen gesichert. Ebenso sind die Verbindlichkeiten gegenüber stillem Gesellschafter durch Bürgschaften sonstiger nahestehender Personen gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 1.880 (Vorjahr TEUR 1.364) und resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen TEUR 223 (Vorjahr TEUR 222) auf Steuern. Daneben entfallen TEUR -7 (Vorjahr TEUR 18) auf eine Überzahlung von Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft insgesamt TEUR 31.885 (Vorjahr TEUR 27.271) an Umsatzerlösen erzielt, was eine Erhöhung von 17 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Umsätze setzen sich dabei aus dem Diagnostikgeschäft, dem Industriegeschäft, Kooperationen und Produktverkäufen zusammen.

Segment Umsatzerlöse 2016
(TEUR)
Umsatzerlöse 2017
(TEUR)
Industrie 10.904 12.742
Diagnostik 14.930 17.538
Produkte 1.437 1.605
Gesamtergebnis 27.271 31.885

Die Umsätze in der Diagnostik unterteilen sich wie folgt auf die folgenden Hauptregionen: MENA TEUR 8.713 (Vorjahr TEUR 6.682), Europa TEUR 5.110 (Vorjahr TEUR 4.889), Südamerika TEUR 1.474 (Vorjahr TEUR 746), Nord-Amerika und Kanada TEUR 1.459 (Vorjahr TEUR 1.998) und Asia-Pacific TEUR 782 (Vorjahr TEUR 615).

2. Sonstige betriebliche Erträge

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind nach § 277 Abs. 5 Satz 2 HGB Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 158 enthalten (Vorjahr TEUR 95).

Die periodenfremden Erträge betragen TEUR 63 (Vorjahr TEUR 204).

3. Materialaufwand

Unter den Materialaufwendungen in Höhe von TEUR 6.097 (Vorjahr TEUR 6.368) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Reagenzien zusammengefasst, die in der genetischen und biochemischen Analyse eingesetzt werden.

4. Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für die Altersversorgung in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr TEUR 5) enthalten.

5. Abschreibungen

Die ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen im Jahr 2017 von TEUR 3.182 (Vorjahr TEUR 2.131) enthalten keine außerplanmäßigen Abschreibungen.

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Im Berichtsjahr sind keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen (Vorjahr TEUR 218) angefallen.

Aufwendungen aus der Währungsumrechnung sind mit TEUR 146 (Vorjahr TEUR 85) enthalten.

7. Forschungs- und Entwicklungskosten

Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten beläuft sich im Geschäftsjahr auf TEUR 5.249 (Vorjahr TEUR 5.885). Davon wurden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (inklusive Anzahlungen) mit einem Betrag von TEUR 2.321 (Vorjahr TEUR 2.553) aktiviert.

8. Finanzergebnis

Unter den Zinserträgen sind solche aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 57) enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind solche an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 32) enthalten. Es wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 543 vorgenommen.

9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Posten enthält einen latenten Steuerertrag in Höhe von TEUR 985 (Vorjahr latenter Steueraufwand TEUR -623).

C. Sonstige Angaben

1. Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnissen

Die Gesellschaft hat in 2015 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm für Mitarbeiter aufgelegt, welches aus den Reihen der Aktionäre bedient wird. Zum Bilanzstichtag war eine Tranche von 794.783 Optionen ausgegeben, was ungefähr 8.000 Aktien entspricht.

Die Gesellschaft hat in 2016 ein weiteres virtuelles Aktienoptionsprogramm für Mitarbeiter aufgelegt. Zum Bilanzstichtag war eine Tranche von 4.318 Optionen ausgegeben. Bei beiden Programmen ist die Ausübung nur bei einem sogenannten Exit Event möglich. Mit Verweis auf das BFH Urteil vom 15. Juli 2017 hat die Gesellschaft bislang keine Rückstellung für die ausgegebenen virtuellen Optionen gebildet.

Weitere Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht.

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen handelt es sich ausschließlich um Dauerschuldverhältnisse aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen sowie Bestellobligo, die zum Abschlussstichtag bestanden haben. Die Miet- und Leasingverträge stellen hierbei die größte Position dar. Diese Verträge dienen der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. Bei den gemieteten bzw. geleasten Sachanlagen handelt es sich im Wesentlichen um technische Anlagen und Maschinen. Durch die abgeschlossenen Verträge erfolgt keine Ausweitung der Fremdfinanzierung und Liquiditätsabfluss kontinuierlich über die Laufzeit der Verträge. Demgegenüber stehen Planungssicherheit und ein aktueller technischer Stand.

Weitere, wesentliche außerbilanzielle Geschäfte lagen zum Abschlussstichtag nicht vor.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

(in TEUR, p. a.) 2018 2019 2020
Miete 192 168 168
Leasingverträge für Sachanlagen (ohne Immobilien) 1.231 1.146 1.020
Wartungs- bzw. Serviceverpflichtungen für technische Anlagen und Gebäude 35 28 28
Wartungsverträge für IT und Telefone 55 29 25
Bestellobligo für Waren und Dienstleistungen 1.049 - -
Total 2.562 1.371 1.241

2. Organe der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr 2017 waren folgende Personen zum Vorstand bestellt:

Prof. Dr. Arndt Rolfs, Arzt CEO  
Richard Stoffelen, Kaufmann CFO  
Prof. Dr. Peter Bauer, Arzt CSO bestellt bis 31.12.2017
Dr. Volkmar Weckesser, Mathematiker CIO  

Im Geschäftsjahr 2017 waren weiterhin folgende Personen zum Aufsichtsrat bestellt:

Dr. Hubert Birner, Kaufmann bestellt seit 30.06.2017 Vorsitzender seit 04.07.2017
Christoph Ehlers, Rechtsanwalt   Vorsitzender vom 09.06.2017 bis zum 04.07.2017; stellvertretender Vorsitzender seit 04.07.2017
Holger Friedrich, Kaufmann    
Eric Souetre, Arzt und Kaufmann bestellt seit 09.06.2017  
Guido Prehn, Kaufmann bestellt seit 09.06.2017  
Daniel Parera, Arzt und Kaufmann bestellt seit 30.06.2017  
Jacob Kaluski, Kaufmann   Stellvertretender Vorsitzender bis zum 04.07.2017
Michael Schlenk, Dipl.-Kaufmann    
Prof. Dr. Joachim Schindler, Wirtschaftsprüfer ausgeschieden am 03.06.2017 Vorsitzender bis zu seinem Ausscheiden am 03.06.2017
Prof. Dr. Mathias Freund, Arzt ausgeschieden am 09.06.2017  

3. Aufsichtsratsvergütung

An Aufsichtsratsvergütungen wurden in 2017 TEUR 120 (Vorjahr TEUR 160) als Aufwand erfasst. Zusätzlich erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 insgesamt TEUR 7 als Erstattung für entstandene Spesen, die im Zusammenhang mit der Aufsichtstätigkeit standen (Vorjahr TEUR 8).

4. Vorstandsvergütung

Die Vorstandsvergütungen beliefen sich im Berichtsjahr insgesamt auf TEUR 1.843 (Vorjahr TEUR 1.483).

5. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Geschäftsjahr 2017 wurden Honorarverträge und Beratungsleistungen, die mit Aufsichtsräten und Aktionären geschlossen wurden, in Höhe von TEUR 476 abgerechnet (Vorjahr TEUR 1.242). Die Vergütung der Beratungsleistungen entsprach einer üblichen Höhe.

6. Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 7.887.801,29 auf neue Rechnung vorzutragen.

7. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt 229 Vollzeitkräfte (Vorjahr 227), zum Stichtag am 31. Dezember 2017 waren 234 (Vorjahr 237) Mitarbeiter beschäftigt.

8. Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 94. Weitere Leistungen wurden nicht vereinbart.

9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Berichtspflichtige Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Abschlussstichtag nicht ergeben.

10. Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft erstellt als deutsche Muttergesellschaft einen Konzernabschluss. Der Konzernabschluss der CENTOGENE AG, Rostock, wird unter Anwendung der International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt (§315a HGB).

11. Angaben zur Identifikation

Die CENTOGENE AG mit Sitz in Rostock ist im Handelsregister des Amtsgerichts Rostock unter HRB Nr. 13225 eingetragen.

 

Rostock, 22. März 2018

CENTOGENE AG

Der Vorstand

Prof. Dr. Arndt Rolfs

Herr Richard Stoffelen

Dr. Volkmar Weckesser

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2017

CENTOGENE AG, Rostock

Historische Anschaffungskosten
Stand Zugänge Abgänge Stand
01.01.2017 2017 31.12.2017
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.569.299,47 2.084.820,11 0,00 7.654.119,58
2. Entgeltlich erworbene Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 1.892.766,70 75.936,01 0,00 1.968.702,71
Rechten und Werten        
3. Geleistete Anzahlungen 660.918,44 287.397,08 0,00 948.315,52
  8.122.984,61 2.448.153,20 0,00 10.571.137,81
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 2.128.061,80 -357.887,07 0,00 1.770.174,73
2. Technische Anlagen und Maschinen 11.819.985,84 847.603,28 0,00 12.667.589,12
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.076.712,41 1.081.578,82 -5.501,75 3.152.789,48
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.620.152,90 9.421.002,21 0,00 17.041.155,11
  23.644.912,95 10.992.297,24 -5.501,75 34.631.708,44
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 742.707,34 0,00 0,00 742.707,34
Summe 32.510.604,90 13.440.450,44 -5.501,75 45.945.553,59
Kumulierte Abschreibungen
Stand Abschreibungen Abgänge Stand
01.01.2017 Geschäftsjahr 31.12.2017
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte -1.369.880,89 -941.518,92 0,00 -2.311.399,81
2. Entgeltlich erworbene Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen -787.025,91 -253.767,73 0,00 -1.040.793,64
Rechten und Werten        
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  -2.156.906,80 -1.195.286,65 0,00 -3.352.193,45
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen -2.418.911,02 -1.671.747,72 0,00 -4.090.658,74
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -1.016.343,80 -314.902,23 2.155,41 -1.329.090,62
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  -3.435.254,82 -1.986.649,95 2.155,41 -5.419.749,36
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 -542.843,73 0,00 -542.843,73
Summe -5.592.161,62 -3.724.780,33 2.155,41 -9.314.786,54
Buchwerte
Stand Stand
31.12.2017 31.12.2016
EUR EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.342.719,77 4.199.418,58
2. Entgeltlich erworbene Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 927.909,07 1.105.740,79
Rechten und Werten    
3. Geleistete Anzahlungen 948.315,52 660.918,44
  7.218.944,36 5.966.077,81
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.770.174,73 2.128.061,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.576.930,38 9.401.074,82
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.823.698,86 1.060.368,61
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.041.155,11 7.620.152,90
  29.211.959,08 20.209.658,13
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 199.863,61 742.707,34
Summe 36.630.767,05 26.918.443,28

Zusammengefasster Lagebericht

1. Grundlagen des Konzerns

a. Organisation der CENTOGENE Gruppe

Die CENTOGENE AG hat ihren Hauptsitz in Rostock. Unter ihrem Dach sind Vertriebsgesellschaften der Gruppe in den zentralen Märkten und Geschäftsbereichen angesiedelt. Darüber hinaus sind die folgenden Gesellschaften an verschiedenen Standorten Bestandteil des Konzerns:

Beteiligung Zweck Anteile
%
CENTOGENE Shared Service GmbH, Rostock Finanzen, Marketing & Vertrieb 100
IP GmbH, Freiburg IP Entwicklung 100
CENTOGENE FZ-LLC, Dubai/VAE Vertrieb Naher Osten 100
"Ludewig" - Wasserbau -und Werft GmbH, Rostock Real Estate Entwicklung 100
CENTOGENE US LLC, Burlington, Massachusetts, USA Vertrieb USA 100
CENTOGENE GmbH, Wien/Österreich Vertrieb Industrieprojekte 90
CENTOGENE India Private Ltd., Indien Vertrieb Indien & Asien 51
LPC Laboratory process Consulting GmbH, Berlin Entwicklung des Laborinformationssystems 51

b. Geschäftsmodell der CENTOGENE Gruppe

CENTOGENE ist weltweit eines der führenden Diagnostikunternehmen für genetische und biochemische Analytik seltener angeborener Erkrankungen. Es wird am Hauptsitz in Rostock die genetische Diagnostik von ca. 2.900 Genen auf diversen technischen Plattformen mit insgesamt 6.600 Tests durchgeführt, die durch biochemische Diagnostik und proprietäre Biomarkeranalytik ergänzt wird. Am zweiten Standort in Berlin sind die Abteilungen Bioinformatik, Marketing und IT angesiedelt. Das Unternehmen kooperiert darüber hinaus weltweit mit Forschungsinstituten, Universitäten und Industriepartnern im Rahmen neuer Diagnostiktechniken und pharmazeutischer Produkte im Umfeld seltener Erkrankungen.

CENTOGENE hat in 2017 das Produktportfolio vor allem um einen nicht invasiven Pränataltest (NIPT) erweitert. Die bestehenden onko-genetischen Targets, neue Biomarker, neue enzymatische DBS 1-basierende Tests und der Whole Genome Sequencing-Bereich wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erweitert.

1 Dry Blood Spots Filterkarten

CENTOGENE verfügt somit über das weltweit größte Testportfolio, hohes Prozess- und Technologie-Know-how sowie langjährige und internationaler Erfahrung im Umfeld seltener Erkrankungen, welches im Zusammenhang mit der ausgewiesenen medizinische Expertise für Einsender und Patienten weltweit einen hohen klinischen Nutzen schafft.

Dieses Know-how wird durch die Entwicklung der Mutationsdatenbank CentoMD ®, basierend auf Patientendaten, weiter gestärkt. CentoMD ® ist ein webbasiertes Produkt, das durch interne Strukturen, insbesondere durch ein wissenschaftlich-medizinisches Team aus Kuratoren, Bioinformatikern und Softwareentwicklern, zu einer weltweit einzigartigen Informationsplattform entwickelt wurde. Nach dem Produktlaunch in 2015 wurde das Jahr 2017 für die weitere Produktentwicklung genutzt.

Die Datenbasis in CentoMD ® wächst durch die steigenden Diagnostikzahlen weiter signifikant; darüber hinaus ist die funktionale Diversifizierung in weitere pharmako-genetische Segmente geplant. CENTOGENE hat in diesem Zusammenhang die Food and Drug Administration (FDA) Zulassung für ein Medical Devices Class II beantragt und erwartet eine Erteilung im Geschäftsjahr 2018.

CENTOGENE hat in 2017 eigene Produkte maßgeblich weiter entwickelt. Hierzu gehören insbesondere CentoCard ® Kits, die eine Prozessierung des gesamten genetischen und biochemischen Diagnostikspektrums auf Basis von Filterkarten erlauben und somit eine hoch effiziente einzigartige logistische Lösung in der weltweiten genetischen Diagnostik darstellen. Des Weiteren gehört hierzu CentoPortal, das eine digitale Erfassung der Aufträge durch den Arzt ermöglicht und eine webbasierte Umgebung für den Kunden darstellt, um die medizinischen Befunde einzusehen und den Auftragsstatus nachvollziehen zu können.

CENTOGENE hat bereits in 2011 modernste Sequenzierungstechnologien in ihre diagnostischen Workflows implementiert. Dieser Bereich wurde im Berichtsjahr wesentlich um die Zukunftstechnologien Whole Exome und Whole Genome Sequencing erweitert und die Gesellschaft erzielte hierdurch ein nachhaltiges starkes Wachstum.

Basierend auf CENTOGENE's Expertise in der genetischen Diagnostik konnten in attraktiven Märkten im Laufe des Jahres weitere Partnerschaften entwickelt und kontrahiert werden. Neben neuen Distributoren- und Vertriebsverträgen wurden insbesondere in Saudi-Arabien und Europa umfangreiche Kooperationen initiiert.

CENTOGENE hat im vergangenen Jahr an der Entwicklung diverser neuer Biomarker gearbeitet, von denen inzwischen bereits drei Biomarker zur Patentanmeldung gelangt sind. CENTOGENE verfügt damit über ein Portfolio von fünf über Patentanmeldungen geschützte Biomarker sowie vier weitere über Patentanmeldungen geschützte Entwicklungen. In 2018 plant CENTOGENE die Einreichung von weiteren Patentanmeldungen von Biomarkern. Basierend auf diesen innovativen Technologien sowie der langjährigen Erfahrung in der Diagnostik im Hochdurchsatz ist es gelungen, die Kundenplattform zu erweitern und bestehende Verträge weit über dem kontrahierten Volumen auszulasten.

Neue Produktentwicklungen, insbesondere CentoMD ® und CentoXome ®, eine Vergrößerung und Diversifizierung des Testportfolios, sowie die weitere Ausrichtung auf die Entwicklung und Patentierung eigener, proprietärer Biomarker waren erneut Schwerpunkte in 2017.

CENTOGENE verfügt über das erste global agierende Hochdurchsatzlabor zur Genome-Sequenzierung. Die Investition belief sich auf rund EUR 6 Mio. und hat das Angebot des Unternehmens in der wichtigsten Zukunftstechnologie der genetischen Diagnostik nachhaltig gestärkt sowie das weitere globale Wachstum gestützt.

Im Pharma-Bereich konnte CENTOGENE weitere strategische Partnerschaften abschließen, die für das zukünftige Wachstum maßgeblich beteiligt sein werden.

Der Neubau des neuen Hauptsitzes von CENTOGENE, Am Strande 7 in Rostock konnte im Dezember 2017 planmäßig bezogen werden.

2. Wirtschaftsbericht der CENTOGENE Gruppe

a. Entwicklung, Branche und Gesamtwirtschaft

CENTOGENE bietet Diagnostikdienstleistungen auf internationalen Märkten an; Einsender für genetische Diagnostik senden ihre Proben aus mehr als 115 Ländern, wesentliche Märkte sind der Mittlere Osten, Lateinamerika, Skandinavien und Kanada.

Die einzelnen Märkte sind stark diversifiziert im Bereich der Vergütungsmodelle und regionalen Gesundheitsstruktur sowie der damit verbundenen Preissituation. Die Strukturen blieben in 2017 in wesentlichen Märkten wie dem Mittleren Osten, Skandinavien und Lateinamerika weitgehend stabil. In den USA entwickelte sich der Markt getrieben durch große Anbieter, Konzentrationsbewegungen und gut kapitalisierte Neugründungen im Laufe des Jahres hoch kompetitiv mit steigendem Druck in einzelnen Segmenten der genetischen Diagnostik.

Im Gesundheitswesen und der medizinischen Industrie ist die genetische Diagnostik nach wie vor eine der jüngsten und am schnellsten wachsenden Segmente. Allein der U.S. Markt ist bereits bis 2020 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 17 % auf insgesamt 3,1 Mrd. EUR (World Recent Past, Current & Future Analysis for Genetic Testing by Geographic Region - Revenue Figures in US$ Million, Market Research by Global Industry Analysts, Inc., June 2014) jährlich prognostiziert. Somit ist die Molekulare Diagnostik mit Wachstumsraten von 15 % - 17 % im Vergleich zur restlichen Pharmabranche (5 % - 7 %) beispiellos.

Dieses Wachstum ist zum einen getrieben durch die technologische Entwicklung, die den Zugang zu Sequenzierungsdaten bei stark abnehmenden Kosten und Durchlaufzeiten in Forschung und Entwicklung signifikant erleichtert und auf eine breitere Basis stellt. Nicht nur im Bereich seltener Erkrankungen, sondern auch in anderen breiteren Indikationen wie z. B. der Onkologie führt diese Entwicklung zur Identifizierung von immer mehr und wesentlichen kausalen Zusammenhängen genetischer Faktoren und damit auch zur Steigerung der Diagnostiknachfrage.

Zum anderen ist die steigende Bedeutung von begleitender Biomarker-Diagnostik in der Zulassung von pharmazeutischen Produkten (orphan drugs) ein weiterer Wachstumstreiber. In Deutschland sind heute bereits 20 Wirkstoffe zugelassen, die nur nach einer begleitenden diagnostischen Untersuchung verabreicht werden dürfen (www.vfa.de, Individualisierte Medizin). Die Boston Consulting Group hat darüber hinaus ermittelt, dass der Anteil der klinischen Studien, die begleitend Biomarker verwenden, von 4 % auf 20 % seit 2005 gestiegen ist (BCG Report, www.clinicaltrieals.gov). Bereits im Juli 2011 veröffentlichte die Food and Drug Association (FDA) die "Guidance on companion diagnostics" und setzte damit ein Signal für die zunehmende Bedeutung und systematische Rolle begleitender Diagnostik in der Zulassung und Umsetzung neuer Therapien.

Insbesondere in den für die CENTOGENE relevanten "orphan drug" Märkten nimmt darüber hinaus die Anzahl der Therapien stetig zu. So wurden in 2017 ca. 800 Anträge auf klinische Zulassungen an die FDA erteilt und ca. 4.740 Produkte befinden sich in den Pipelines der Pharmaunternehmen in der Indikation der "orphan drugs" (source: https://blogs.fda.gov).

Ein wesentlicher Trend im Gesamtmarkt ist darüber hinaus die Verbreitung und Akzeptanz neuer Sequenzierungstechnologien, insbesondere Panels, Whole Exome und Whole Genome Tests. Waren in den Vorjahren diese Technologien hauptsächlich in der Forschung im Einsatz, hat dieses Segment einen zunehmend bedeutenden Platz in der Diagnostik einnehmen können. Gleichzeitig erzeugt die somit signifikant gestiegene Menge an Sequenzierungsdaten einen hohen Bedarf an Bioinformatik sowie geeigneten Mutationsdaten zur Auswertung und medizinischen Interpretation.

Akquisitionen wie der Kauf von Biobase (HGMD Mutationsdatenbank) und Ingenuity (bioinformatorische Services) durch Qiagen zeigen diese Notwendigkeit deutlich. Aber auch die erwartete Marktentwicklung 2 spiegelt diesen Trend durch starkes Wachstum von 200 Mio. USD in 2013 auf 600 Mio. USD in 2018 wider. Zudem wird die Segmentierung des Marktes von Sequenzierung zu Medizinischer Interpretation einen weiteren Wachstumsschub im Bereich von Interpretations- und bioinformatorischen Services und Produkten auslösen.

Aufgrund dieses nachhaltig positiven, wachsenden und dynamischen Marktumfeldes, der zunehmenden Zahl an kontrahierten industriellen und weltweiten Diagnostik Partnern sowie der innovativen, diversen und marktgerechten Produktentwicklungen, beurteilt die Unternehmensleitung das Wachstumspotential des Konzerns als überaus positiv - wie später auch im Prognosebericht ausgeführt wird.

2 Quelle: Frost & Sullivan Global Next Generation Sequencing / Informatics Market (October 2013)

b. Personal- und Sozialbereich

Insgesamt beschäftigte die Gruppe zum Stichtag 263 FTE (2016: 250 FTE) und damit 5% (2016: +11%) mehr als im Vorjahr. Neueinstellungen erfolgten vorwiegend in den Bereichen New Technologies, IT und Softwareentwicklung, Marketing, Medical Reporting, Produktentwicklung und Business Development.

Der Vorstand des Unternehmens hat sich im Geschäftsjahr folgendermaßen verändert:

Prof. Dr. Arndt Rolfs, CEO

Prof. Dr. Peter Bauer, CSO, bis 31.12.2017

Richard Stoffelen, CFO

Dr. Volkmar Weckesser, CIO

Die Position des Chief Business Development Officers (CBDO) soll im Geschäftsjahr 2018 neu besetzt werden.

c. Produkt- und Service Strategie

CENTOGENE bietet Diagnostikdienstleistungen an und generierte in 2017 aus den Segmenten des Next Generation Sequencings (Paneltests), Whole Exome Sequencing sowie aus Industriekooperationen das größte Umsatzwachstum.

Das Unternehmen investierte in 2017 erneut stark in die Ausweitung seiner personellen und technischen Kapazitäten. Hierbei lagen neben der Kapazitätserweiterung Schwerpunkte in der Entwicklung strategischer Komponenten wie dem Business Development und der Implementierung sowie dem Ausbau neuer Technologien, insbesondere dem Next Generation Sequencing, der Genomsequenzierung, der bioinformatischen Auswertung und der Automatisierung von Diagnostikprozessen mit IT-Unterstützung.

Die bereits in Vorjahren begonnene Entwicklung neuer Geschäftsfelder konnte durch die Weiterentwicklung der Mutationsdatenbank zur Informationsplattform CentoMD®, die Entwicklung und Vermarktung der Produktlinie CentoXome®/CentoGenome®, die Erweiterung des DBS Kits CentoCard® als übergreifendes Logistiktool in eigener Vermarktung und letztlich die Erweiterung des Produktportfolios in der Onkologie erfolgreich fortgesetzt werden.

In der Forschung und Entwicklung wurde die Gesellschaft insbesondere von Wissenschaftlern in der Biochemie verstärkt, wodurch weitere proprietäre Verfahren für Biomarker im Bereich metabolischer Speichererkrankungen entwickelt wurden. Somit hat die Gesellschaft mittlerweile zwei Patente angemeldet basierend auf der verbesserten Diagnostik spezifischer Erberkrankungen unter Verwendung neuer massenspektroskopischer Biomarker und Therapieentwicklung. Die weiteren Patente beschreiben neue therapeutische "small molecules" zur Behandlung von spezifischen Stoffwechselerkrankungen. Dieser hoch innovative Ansatz wird dem Unternehmen attraktive neue Opportunitäten eröffnen. Weitere Patentanmeldungen, auch aus umfangreichen Verbundprojekten mit den Universitäten in Greifswald und Rostock, sind in der Entwicklung.

3. Geschäftsverlauf der CENTOGENE Gruppe

a. Ertragslage

Der Umsatz des Konzerns ist im Berichtsjahr um TEUR 4.020 oder 15 % auf TEUR 31.689 erneut gegenüber dem Vorjahr (27.669 TEUR) gestiegen. Im diagnostischen Bereich war die CentoXome ® Produktgruppe der wesentlichste Wachstumstreiber. Aus den unter den Geschäftsgrundlagen beschriebenen Kooperationen sowie mit Industriepartnern generierte der Konzern EUR 12 Mio. an Umsatzerlösen.

Der Umsatz liegt deutlich über dem letztjährigen Umsatzvolumen. Die Umsätze entwickeln sich damit weiter stabil und nachhaltig analog zur Marktentwicklung. Darüber hinaus konnten weitere Kooperationen geschlossen werden, die in 2018 eine wichtige Basis für die weitere Umsatzentwicklung darstellen.

Bei den im Rahmen der Entwicklungsarbeit aktivierten Eigenleistungen handelt es sich um interne Aufwendungen sowie fremd beauftragte klinische Studien aus selbst geschaffenen Biomarkerpatenten bzw. um Softwareentwicklungen für die Mutationsdatenbank CentoMD ® und das Projekt CentoPortal.

Die Herstellkosten zur Erzielung des Umsatzes sind auf Grund des Umsatzwachstums auf TEUR 14.939 gestiegen. Die operative Marge blieb im Jahresvergleich konstant bei 53 %. Dies führte zu einem Rohertrag von TEUR 16.750 (2016: TEUR 14.813)

Die Vertriebskosten in Höhe von insgesamt TEUR 5.858 (2016: TEUR 5.299) stiegen insgesamt um 11 % oder TEUR 559. Sie reflektieren die Investitionstätigkeiten in die weitere Internationalisierung der Unternehmensgruppe und die Erschließung neuer Märkte. Wesentliche Kostenfaktoren waren die gestiegenen Personalaufwendungen aufgrund eines wachsenden Teams im Bereich Sales & Marketing und der Aufbau des US-Teams.

Im Bereich Forschung und Entwicklung lagen die ergebniswirksamen Aufwendungen des Konzerns bei TEUR 2.801 (2016: TEUR 5.885) und damit um TEUR 3.084 unter dem Vorjahr. Dies liegt im Wesentlichen an den erhöhten Aufwendungen für die Entwicklung für Verfahren im letzten Jahr. Zusätzlich wurden Eigenleistungen für Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 380 aktiviert.

Fokus der Entwicklungsleistungen waren die Entwicklung neuer Biomarker, die Weiterentwicklung bestehender patentierter Biomarker in klinischen Validierungsstudien, die Erweiterung des Diagnostikportfolios und der technischen sowie bioinformatorischen Plattformen sowie die weiteren Produktenwicklungen im Wesentlichen im Kontext mit den Produktgruppen CentoMD®.

Die allgemeinen Verwaltungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.358 erhöht und betragen TEUR 12.742 (2016: TEUR 10.384). Die Aufwendungen verteilen sich im Wesentlichen auf die Bereiche Personal, Raumkosten, IT Kosten und sonstige administrative Aufwendungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Forschungs- und Entwicklungs- sowie Investitionszuschüsse. Es wird ein Betriebsergebnis in Höhe von TEUR -3.595 (2016: TEUR -6.185) ausgewiesen.

Der Konzern erwirtschaftete einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -5.455 (2016: TEUR -5.537) sowie ein Gesamtergebnis von TEUR -5.445 (2016: TEUR -5.528).

b. Vermögenslage

Die langfristigen Vermögenswerte des Konzerns haben sich, insbesondere durch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Grundstück- und Gebäudeentwicklung sowie technische Anlagen um TEUR 7.877 auf TEUR 39.078 (2016: TEUR 31.201) erhöht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit TEUR 7.589 (2016: TEUR 4.745) aufgrund höherer Umsatzerlöse sowie aufgrund von Meilensteinzahlungen gestiegen.

Das lang- und kurzfristige Fremdkapital des Konzerns hat sich im Wesentlichen durch die Aufnahme neuer Darlehen in Verbindung mit Investitionen in das neue Gebäude erhöht. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um TEUR 728 auf TEUR 5.289 (2016: TEUR 6.017) und beinhalten offene Rechnungen aus Bauleistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen durch die Baufinanzierungen um TEUR 1.241 von TEUR 14.596 auf TEUR 15.837.

Das Eigenkapital des Konzerns hat sich wie folgt entwickelt:

Konzernjahresfehlbetrag Eigenkapital
31.12.2016 -5.537 3.903
31.12.2017 -5.455 17.097

c. Finanzlage

Die Finanzlage des Konzerns war im Berichtsjahr durch hohe Investitionen in Produktentwicklungen und IT, den Neubau der Firmenzentrale und den Ausbau der Kapazitäten geprägt. Diese Investitionen haben die Liquidität des Unternehmens in 2017 belastet.

Die Liquiditätssituation konnte durch die Aufnahme weiterer Investoren in zwei Finanzierungsrunden mit Zusagen von insgesamt 30 Mio. Euro in 3 Tranchen, von denen 2 Tranchen bzw. rund 20 Mio. Euro im Berichtsjahr zugeflossen sind, stabil gehalten werden.

Die zur Verfügung stehende Kreditlinie wurde im Berichtsjahr konstant auf TEUR 4.000 (2016: TEUR 4.000) gehalten. Für den Neubau der Firmenzentrale und wesentliche damit im Zusammenhang stehender Investitionen konnten entsprechende Fördermittel akquiriert werden.

4. Risiko- und Chancenbericht der CENTOGENE Gruppe

Der Konzern bewegt sich mit seinem Kerngeschäft in einem jungen Wachstumsmarkt, der nur beschränkt sensitiv auf allgemeine wirtschaftliche Schwankungen reagiert. Die Risiken für einen Rückgang im Diagnostikgeschäft durch eine allgemeine Rezession werden - wie im gesamten medizinischen Marktumfeld - kurz- und mittelfristig als gering eingeschätzt.

Der Konzern ist auf den Ausbau von eigenkapitalbasierten Finanzierungsoptionen aufgrund des starken Wachstums, der investiven eigenen Produktentwicklungen und der fremdkapitalbasierten Vertragsauslastungen angewiesen. Im Berichtsjahr konnten neue Eigenkapitalzuflüsse in Höhe von 5,0 Mio. Euro im Januar 2017 sowie die Gewinnung neuer Investoren mit einem Zeichnungsvolumen von insgesamt 25,0 Mio. Euro mit einem direkten Mittelzufluss in der Jahresmitte von 15,0 Mio. Euro zur Sicherung der Liquidität realisiert werden.

Die Unternehmensgruppe benötigt zunehmend hochqualifiziertes Personal in den Bereichen Bioinformatik, IT, Finanzen und Sales, insbesondere im mittleren Management. Das Wachstum wird dabei ebenso über den Berliner Standort für 2018 weiter entwickelt.

Darüber hinaus wurde in Rostock an einem attraktiven Standort ein neues Gebäude entwickelt, in dem die Arbeits- und Prozessbedingungen stark verbessert wurden und hoch qualifizierte Wissenschaftler und technisch ausgebildete Mitarbeiter in der Region gehalten werden konnten.

Der Anstieg der Fixkosten, unter anderem durch den starken Personalaufbau mit den korrelierenden Kosten sowie die Investitionen und damit zusammenhängende Finanzierungen erhöhen das Risiko für die Gruppe, unerwartete Marktveränderungen auffangen zu können. Weiterhin werden die Expansion bestehender langfristiger Industrieverträge und die Exklusivität eigener Verfahren die unmittelbare Abhängigkeit von Marktentwicklungen zunehmend verringern.

Durch die Entwicklung neuer Technologien, durch Konsolidierungsbewegungen einzelner großer Marktteilnehmer sowie durch potentielle Veränderungen in den Gesundheitssystemen kann ein hoher Preisdruck entstehen, der die Ertragskraft des Unternehmens beinträchtigen kann. Marktbeobachtung und Anschluss an die technologischen Entwicklungen in der genetischen Diagnostik, Erweiterung und Diversifizierung des Produktportfolios insbesondere im Pharma-bereich sollen das weitere Wachstum der CENTOGENE AG zusätzlich absichern.

Die zunehmende Kapitalisierung in den für CENTOGENE relevanten Märkten bietet neben den Chancen auch eine spürbare Erhöhung der Konkurrenzsituation und erzeugt zusätzlichen Kostendruck. CENTOGENE ist mit seinem diversifizierten und innovativen Produkt- und Serviceportfolio sowie des nachhaltigen Brandings in den letzten zwei Jahren gut positioniert, um seinen Marktanteil zu erweitern und abzusichern.

Mit dem Wachstum der genetischen Diagnostik als einem wesentlichen Bestandteil des Gesundheitswesens wächst neben dem Kosten- und Preisdruck auch die Gefahr von regulatorischen Restriktionen für die Diagnostik außerhalb jeweiliger nationaler Grenzen. CENTOGENE hat bereits frühzeitig begonnen, über Partnerkonzepte und Niederlassungen potentiellen Umsatz- und Marktverlusten vorzubeugen.

Das frühe Adaptieren neuer Technologien birgt das Risiko, dass nicht komplett ausgereifte Produkte Verzögerungen oder Wiederholungsprozesse verursachen, die den return on investment verlängern und die Finanzsituation des Unternehmens partiell stark belasten können. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten für Kerntechnologien. CENTOGENE hat daher die Strategie, für alle wesentlichen Plattformen Redundanzen zu entwickeln, um Ausfälle überbrücken zu können. Auch führt die Diversifizierung der Produkte und Services zu einer geringeren Abhängigkeit von einzelnen Segmenten.

Risiken hinsichtlich Zahlungsausfällen oder Zahlungsverzögerungen ergeben sich aus den Kundenforderungen, bei denen sich die regional bedingt längeren Forderungslaufzeiten im Durchschnitt verlängert haben. Auch wenn in 2017 die Forderungslaufzeiten signifikant gesenkt werden konnten, begegnet CENTOGENE diesem Risiko mit Risikovermeidung bei der Bonitätsbeurteilung der jeweiligen Kunden sowie einem weiter aktiven länderspezifischen Forderungs- und Key-Account-Management.

Währungsschwankungsrisiken bei den Kundenforderungen aus dem Diagnostik-Geschäft liegen nur geringfügig vor, da weitestgehend die Rechnungslegung in EURO erfolgt. Auf Basis der Verbreiterung der Partnerbasis werden zunehmend Verträge auch in USD abgeschlossen. CENTOGENE sichert dieses Risiko in vielen Fällen durch Währungssicherungsklauseln in den Verträgen ab, die ab einer definierten Schwankungsbreite eine Preisanpassung vorsehen. Ebenfalls konnte durch den Aufbau der US-amerikanischen Tochtergesellschaft ein "natural hedge" erzeugt werden. Darüber hinaus werden Währungsschwankungen engmaschig beobachtet und können in Einzelfällen in ihrer Auswirkung durch Sicherungsgeschäfte und durch Nutzung von Fremdwährungskonten begrenzt werden.

Aufgrund der Entwicklung einzigartiger und proprietärer Konzepte und Technologien ist es CENTOGENE gelungen, langjährige und großvolumige Verträge mit Pharma- und Diagnostikpartnern abzuschließen. Diese können partiell zu einer Konzentration von Umsatz- und Liquiditätszuflüssen führen. CENTOGENE konnte bereits eine deutliche Ausweitung der Business Development und Sales Aktivitäten erzielen, um auch im Industriesegment eine breite und diversifizierte Kundenstruktur zu entwickeln.

Zur Finanzierung des Neubaus wurde eine Kreditverbindlichkeit eingegangen, deren Kapitaldienste langfristig durch das operative Geschäft gesichert werden müssen. Darüber hinaus sind Förderbedingungen und Covenants der Finanzierungspartner einzuhalten. Der Konzern hat ein sehr engmaschiges Kontrollsystem zum Monitoring der einzelnen Parameter implementiert und die vertraglichen Gestaltungen und Finanzkennzahlen auf einer Planung etabliert.

5. Prognosebericht CENTOGENE Gruppe

CENTOGENE hat mit einem breiten, innovativen und diversifiziertem Diagnostik- und Produktportfolio, eigenen Entwicklungen, internationalen Akkreditierungen (ISO, CAP, CLIA) und als bewährter Partner führender Pharmaunternehmen eine hervorragende Basis, um an den Wachstumspotentialen des Marktes, wie in der Entwicklung der Branche beschrieben, überproportional zu partizipieren.

Es ist daher auch für die Folgejahre davon auszugehen, dass getätigte Investitionen sich kurz- bis mittelfristig materialisieren.

Darüber hinaus wird der Konzern mit Hilfe einer zusätzlichen Kapitalisierung die signifikante Steigerung der Probenzahlen, den weiteren Ausbau der Produktentwicklungen sowie Forschungs- und Entwicklungstätigkeit vorantreiben und letztlich die Expansion in neue Märkte, um die eigenen Marktanteile weltweit nachhaltig in einem stark wachsenden, dynamischen Umfeld realisieren.

Der Vorstand erwartet vor diesem Hintergrund insgesamt für 2018 ein Umsatzwachstum in Höhe von 20 % und eine positive EBITDA-Marge.

Für das Folgejahr 2019 wird von einem Anschluss an diese Entwicklung ausgegangen und ein produktgetriebenes signifikantes Wachstum erwartet.

6. Entwicklung der Ertragslage der CENTOGENE AG

Die CENTOGENE AG mit Sitz in Rostock ist Mutterunternehmen sämtlicher in der CENTOGENE-Gruppe enthaltener Gesellschaften. Da die Vermögens- und Finanzlage der CENTOGENE AG im Wesentlichen mit der Vermögens- und Finanzlage der CENTOGENE-Gruppe vergleichbar ist, wird diese nicht gesondert erläutert, sondern auf die Ausführungen unter Punkt 3. b. und 3. c. verwiesen.

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft insgesamt TEUR 31.885 (2016: TEUR 27.271) an Umsatzerlösen erzielt, was eine Erhöhung von fast 17 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Umsätze setzen sich dabei aus dem Diagnostikgeschäft, dem Industriegeschäft, Kooperationen und Produktverkäufen zusammen.

Unter den Materialaufwendungen in Höhe von TEUR 6.726 (2016: TEUR 6.956) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Reagenzien zusammengefasst, die in der genetischen und biochemischen Analyse eingesetzt werden.

Der Anteil des Personalaufwandes am Umsatz reduzierte sich auf 46,3% und liegt unter dem Niveau des Vorjahres (49,8 %) und beträgt absolut TEUR 14.753. Das Wachstum ist auf den Ausbau der Kapazitäten und die Investitionen in strategische Geschäftsfelder und Produkte sowie den weiteren Ausbau der Sales-Aktivitäten zurückzuführen.

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt 229 Vollzeitkräfte (FTE) (2016: 227 FTE), zum Stichtag am 31. Dezember 2017 waren 234 FTE (2016: 237 FTE) Mitarbeiter beschäftigt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 633 auf TEUR 11.930 gesunken, was auf reduzierte Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zurückzuführen ist.

Für das Geschäftsjahr 2017 wird ein positives EBITDA von TEUR 148 (2016: TEUR -2.068) ausgewiesen.

Das Finanzergebnis ist durch die Ausweitung der Finanzverbindlichkeiten auf TEUR -1.830 (2016: TEUR -828) angestiegen und beinhaltet im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für das langfristige Fremdkapital sowie die Wertberichtigung auf eine Beteiligung.

Die Gesellschaft erzielte einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -4.333 (2016: TEUR -5.610).

Das Eigenkapital der Gesellschaft hat sich wie folgt entwickelt:

Jahresfehlbetrag Eigenkapital
31.12.2016 -5.610 1.958
31.12.2017 -4.333 17.075

7. Sonstige Angaben und Nachtragsbericht

Sonstige berichtspflichtige Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Abschlussstichtag nicht ergeben.

 

Rostock, 22. März 2018

Prof. Dr. Arndt Rolfs

Richard Stoffelen

Dr. Volkmar Weckesser

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017

der CENTOGENE AG

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat hat den Vorstand im Berichtsjahr regelmäßig beraten und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegende Aufsichtsfunktion fortlaufend und umfassend wahrgenommen. Regelmäßig und ausführlich haben wir uns mit der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage unserer Gesellschaft befasst. Wir ließen uns alle wesentlichen Einflussgrößen für das Geschäft und die relevanten Geschäftsvorfälle berichten.

Der Aufsichtsrat stand den Mitgliedern des Vorstands auch außerhalb der Sitzungen stets beratend zur Seite. Eilbedürftige Entscheidungen haben wir im schriftlichen Verfahren, per Email oder per Telefon getroffen. Alle Beschlüsse wurden im Berichtszeitraum einstimmig mit allen bzw. mit allen abgegebenen Stimmen gefasst.

Im Aufsichtsrat hat es folgende Veränderungen gegeben:

Herr Joachim Schindler ist mit Wirkung zum 02. Juni 2017 und Herr Mathias Freund ist mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung vom 09. Juni 2017 als Aufsichtsratsmitglied zurückgetreten.

In der Hauptversammlung vom 09. Juni 2017 wurden Herr Eric Souetre, wohnhaft in Brüssel, Belgien sowie Herr Guido Prehn, wohnhaft in München, zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats bestellt.

Außerdem beschloss die Hauptversammlung vom 09. Juni 2017 die Erweiterung des Aufsichtsrats um zwei weitere Mitglieder auf insgesamt 8 Mitglieder. Die zwei neuen Mitglieder werden gemäß einer Vereinbarung der Aktionäre durch Entsendung bestimmt.

Mit Eintragung der betreffenden Satzungsänderung am 30. Juni 2017 wurden dementsprechend Herr Dr. Hubert Birner, wohnhaft in Gräfelfing, sowie Herr Daniel Parera, wohnhaft in Ammerland bei München, als neue Mitglieder in den Aufsichtsrat entsandt.

In der ersten Sitzung des dementsprechend neu besetzten Aufsichtsrats am 04. Juli 2017 wurden Herr Dr. Hubert Birner zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herr Christoph Ehlers zu seinem Stellvertreter bestimmt.

Zum neuen Vorsitzenden des Audit Committees wurde am gleichen Tag Herr Guido Prehn gewählt, zum neuen Vorsitzenden des Nomination and Compensation Committees Herr Jacob Kaluski und zum Vorsitzenden des neuen Strategy Committees Herr Daniel Parera.

Sitzungen des Aufsichtsrats und Schwerpunkte der Tätigkeit

Im Geschäftsjahr 2017 fanden 6 Aufsichtsratssitzungen statt, an denen überwiegend jeweils alle zum betreffenden Zeitpunkt bestellten Mitglieder in Person oder telefonisch teilgenommen haben, lediglich in zwei Fällen fehlte jeweils ein Mitglied des Aufsichtsrats entschuldigt.

Der Aufsichtsrat beriet in seinen Sitzungen regelmäßig und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Strategie, der Planung, der wirtschaftlichen und finanziellen Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie über Investitionsvorhaben. Darüber hinaus standen folgende Themen und Beschlüsse besonders im Fokus:

1.

Billigung und Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses 2016

2.

Beauftragung der Ernst & Young GmbH als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017

3.

Budgetfestlegung und Budgetprüfung für 2017 und 2018 nebst regelmäßiger Information und Diskussion über die aktuellen Geschäftszahlen

4.

Besprechung, Überprüfung des Standes der Verhandlungen und Zustimmung zum Abschluss der Finanzierungsrunde und der Verhandlungen mit Investoren

5.

Organisationsstrukturen

6.

Vorstandsangelegenheiten

7.

Vorgabe und regelmäßige Überprüfung der organisatorischen und finanziellen Ziele des Unternehmens sowie der Investitionen und des Cash-Flows für das Geschäftsjahr gemeinsam mit dem Vorstand

8.

Langfristige Strategie des Unternehmens für die nächsten Jahre

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat regelmäßig gemeinsam mit dem Vorstand Telefonate geführt sowie in Teilen mit dem Vorstand Strategietreffen abgehalten, in denen jeweils die Geschäftsentwicklung und Situation des Unternehmens sowie aktuelle Themen, insbesondere Investitionen und die strategische Ausrichtung, erörtert wurden.

Rechnungslegung

Der von der Hauptversammlung am 24. April 2017 gewählte Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Jahresabschluss (nach HGB) und den Konzernabschluss (nach IFRS) für das Geschäftsjahr 2017 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht 2017 geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 23. März 2018 hat sich der Aufsichtsrat mit den Jahresabschlussunterlagen und dem Prüfungsbericht für das Geschäftsjahr 2017 beschäftigt. Vertreter der Prüfungsgesellschaft Ernst & Young nahmen zu dem betreffenden Tagesordnungspunkt an der Sitzung des Aufsichtsrats teil und erörterten die Abschlüsse sowie die Lageberichte gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Vorstand. Die Prüfer informierten dabei über die wichtigsten Ergebnisse der Prüfung und beantworteten weitergehende Fragen. Die Mitglieder des Audit Committees sprachen im Anschluss eine Empfehlung zur Billigung von Jahres- und Konzernabschluss durch den Aufsichtsrat aus.

Dem Bericht des Abschlussprüfers hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung von Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie Lagebericht und Konzernlagebericht, jeweils für das Geschäftsjahr 2017, vollumfänglich angeschlossen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 nebst Lagebericht sowie den Konzernabschluss 2017 nebst Konzernlagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss 2017 der CENTOGENE AG ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat sich ferner dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns 2017 angeschlossen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre hervorragende Arbeit im vergangenen Jahr.

 

Berlin, den 23. März 2018

Dr. Hubert Birner, Aufsichtsratsvorsitzender

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

5 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.