Centogene GmbH
Selbe AdresseErbringung von Dienstleistungen von medizinischen Laboratorien
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jan Boysen seit 13.5.2019 | Prokura |
Dirk Horst Dr. Ehlers seit 26.4.2018 | Vorstandsmitglied |
Hans-Volkmar Dr. Weckesser seit 1.8.2016 | Vorstandsmitglied |
Richard Frans Maria Stoffelen seit 9.6.2016 | Vorstandsmitglied |
Arndt Thomas Florian Prof. Dr. Rolfs seit 9.7.2015 | Vorstandsmitglied |
Frank Volpers seit 9.7.2015 | Prokura |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Centogene AGRostockJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Centogene AG Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Centogene AG, Rostock, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Centogene AG, der mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus -
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 22. März 2018 Ernst
& Young GmbH
Röders, Wirtschaftsprüfer Klemm, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2017Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für 2017
AnhangGeschäftsjahr 2017A. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum JahresabschlussI. Anwendung gesetzlicher Vorschriften Die CENTOGENE AG, Rostock, (nachfolgend "CENTOGENE" oder die Gesellschaft) hat als mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB ihren Jahresabschluss unter Beachtung der §§ 242 ff. HGB sowie der sie ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 264 ff. HGB und des Aktiengesetzes aufzustellen und gemäß der §§ 325 ff. HGB offenzulegen. Die Gliederung der Bilanz wurde unter Anwendung des § 265 Abs. 5 S. 2 HGB um die Posten Verbindlichkeiten gegenüber stillem Gesellschafter und Verbindlichkeiten aus Mietkäufen (seit 1. Januar 2016) erweitert. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte gemäß § 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren). Das Geschäftsjahr der CENTOGENE stimmt mit dem Kalenderjahr überein und umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017, das Vorjahr entsprechend vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016. II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanz zum 31. Dezember 2017 ist vor Verwendung des Jahresergebnisses erstellt worden. Die für die Aufstellung des Jahresabschlusses maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bleiben im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach der Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 150,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000,00 werden aus Gründen der Wesentlichkeit und Vereinfachung in einem Sammelposten erfasst und über 5 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen werden grundsätzlich zeitanteilig und nach der linearen Methode vorgenommen. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Diese enthalten die nach § 255 Abs. 2 HGB Einzel- und Gemeinkosten sowie angemessene Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Kosten der allgemeinen Verwaltung, Fremdkapitalzinsen sowie Aufwendungen für soziale Leistungen und Einrichtungen des Betriebes werden nicht mit einbezogen. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten und angemessenen Gewinn vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag ausgewiesen. Für Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln wird seit 1. Januar 2012 ein Sonderposten gebildet, der gemäß der Nutzungsdauer der geförderten Anlagegüter ertragswirksam aufgelöst wird. Ab den 30. Juni 2017 werden die Zuschüsse direkt mit den Anschaffungskosten der geförderten Vermögensgegenstände verrechnet. Die Veränderung der Darstellung basiert auf einer Vereinfachung der Buchungssystematik. Der bestehende Sonderposten wird über die Restnutzungsdauer der geförderten Anlagen aufgelöst. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung unter Berücksichtigung von Kosten- und Preissteigerungen notwendig ist. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Der Steuersatz beträgt 31,14%. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Es werden keine Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet. B. Erläuterungen zum JahresabschlussI. Angaben zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt (Anlage 1 zum Anhang). Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (Entwicklungskosten) des Anlagevermögens sind in Ausübung des Wahlrechts nach § 248 Abs. 2 HGB in Höhe von TEUR 5.343 (Vorjahr TEUR 4.199) zum 31. Dezember 2017 aktiviert. Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert. Es handelt sich im Wesentlichen um selbst entwickelte diagnostische Systeme zur Früherkennung genetisch bedingter Stoffwechselerkrankungen. Die aktivierten Eigenleistungen werden seit 2017 nach der Nettomethode ausgewiesen. Im Anlagevermögen sind Bakterienstämme in Höhe von TEUR 74 (Vorjahr TEUR 74) ausgewiesen, die keiner Abnutzung unterliegen. Es erfolgt insofern keine Abschreibung; Verwertbarkeit und Werthaltigkeit sind durch die Ermittlung der Wiederverkaufswerte nachgewiesen. 2. Angaben zum Anteilsbesitz Die Gesellschaft hat acht Tochterunternehmen; die CENTOGENE GmbH in Wien/Österreich, die CENTOGENE Shared Service GmbH (CSS GmbH) in Rostock, die CENTOGENE FZ-LLC in Dubai/VAE, die CENTOGENE India Private Ltd in New Dheli/Indien, die LPC Laboratory Process Consulting GmbH in Berlin, die CENTOGENE IP GmbH in Freiburg, die "Ludewig" - Wasserbau- und Werft GmbH in Rostock sowie die CENTOGENE US LLC, Burlington, Massachusetts/USA. Die Anteile an der CENTOGENE GmbH in Wien/Österreich, wurde im Geschäftsjahr 2017 aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung in Höhe von TEUR 543 außerplanmäßig abgeschrieben.
* Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag
mit der CENTOGENE AG.
3. Vorräte Die Vorräte bestehen aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertigen Leistungen sowie fertigen Erzeugnissen. Die Bestände wurden durch eine körperliche Bestandsaufnahme ermittelt. Unter den unfertigen Leistungen werden angearbeitete, noch nicht fertiggestellte Diagnostiken für im Haus befindliche Proben ausgewiesen. 4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Im Geschäftsjahr wurden Forderungen in Höhe von TEUR 291 (Vorjahr TEUR 243) einzelwertberichtigt. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 2.356 (Vorjahr TEUR 1.254) den Liefer- und Leistungsverkehr und mit TEUR -294 (Vorjahr TEUR 74) die Ergebnisabführung der CSS GmbH. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Forderungen in Höhe von TEUR 452 gegen die CENTOGENE GmbH, Wien, Österreich, vollständig wertberichtigt. 5. Sonstige Vermögensgegenstände Der Gesamtbetrag der Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt TEUR 1.963 (Vorjahr TEUR 2.419). Sie setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Forderungen aus der Umsatzsteuer, Fördermitteln sowie Mietkautionen. Bei den unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Forderungen handelt es sich in Höhe von TEUR 1.436 (Vorjahr TEUR 2.034) um Steuerforderungen. 6. Liquide Mittel Zum Bilanzstichtag standen der Gesellschaft liquide Mittel in Höhe von TEUR 2.982 (Vorjahr TEUR 893) zur Verfügung. 7. Rechnungsabgrenzungsposten In diesem Posten sind im Wesentlichen Vorauszahlungen an Versicherungen, Wartungsverträge und Bearbeitungsgebühren für Darlehen abgebildet. Im Berichtsjahr ist hierin kein Disagio enthalten (Vorjahr TEUR 1). Die als aktive Rechnungsabgrenzungsposten bilanzierten Finanzierungskosten für Mietkaufverträge betragen zum Bilanzstichtag TEUR 64 (Vorjahr TEUR 146) und werden über die Laufzeit der Verträge aufgelöst. 8. Eigenkapital Das vollständig eingezahlte gezeichnete Kapital der Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2017 in 261.585 nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Das gezeichnete Kapital unterteilt sich in 230.195 Stammaktien und 31.390 Vorzugsaktien. Folgende Veränderungen wurden im Geschäftsjahr 2017 vorgenommen: Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung um 312 Aktien gegen Bareinlage auf 230.195 Aktien beschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde am 1. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen. Die Hauptversammlung vom 9. Juni 2017 hat eine Kapitalerhöhung um EUR 31.390 auf EUR 261.585 beschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde am 30. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum Ablauf des 31. Dezember 2021 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 34.010 neuen Vorzugsaktien der Serie A gegen Bareinlage um EUR 34.010 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2017/1). Im Geschäftsjahr 2017 beträgt die Kapitalrücklage TEUR 24.701 (Vorjahr TEUR 5.297). Der Bilanzverlust entwickelte sich wie folgt:
Aufgrund der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände (inkl. Anzahlungen) über TEUR 6.119 (Vorjahr 4.738) besteht nach Berücksichtigung passiver latenter Steuern in Höhe von 537 TEUR eine Ausschüttungssperre über TEUR 5.582 nach § 268 Abs. 8 HGB. 9. Sonderposten Der Sonderposten wurde für öffentliche Investitionszuschüsse (GRW-Mittel) gebildet und wird über die Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter aufgelöst. Ab Mitte des Geschäftsjahres 2017 werden die Zuschüsse direkt mit den Anschaffungskosten verrechnet. Die Veränderung der Darstellung basiert auf einer Vereinfachung der Buchungssystematik. 10. Rückstellungen Personalrückstellungen wurden insbesondere für Bonuszahlungen und nicht in Anspruch genommene Urlaubstage in Höhe von insgesamt TEUR 1.385 (Vorjahr TEUR 1.294) gebildet. Der verbleibende Rückstellungsbetrag in Höhe von TEUR 606 (Vorjahr TEUR 691) entfällt mit TEUR 427 (Vorjahr TEUR 579) hauptsächlich auf Rückstellungen für anfallende Vertriebskosten, Beratungsleistungen und Reisekosten. Weitere Rückstellungen sind für die Prüfung und Erstellung des Jahresabschlusses in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr TEUR 90) gebildet worden. 11. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Unter den Verbindlichkeiten sind keine Beträge ausgewiesen, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus fixen Aufsichtsratsvergütungen, Boni, Beratungshonoraren und ausstehenden Reisekostenerstattungen. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 13.837 (Vorjahr TEUR 12.655) sind durch eine Buchgrundschuld in Höhe von TEUR 19.910 für das Investitionsvorhaben auf dem Grundstück Am Strande 7 in Rostock, Raumsicherungsübereignung sowie einer Globalzession von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Bürgschaften sonstiger nahestehender Personen gesichert. Ebenso sind die Verbindlichkeiten gegenüber stillem Gesellschafter durch Bürgschaften sonstiger nahestehender Personen gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 1.880 (Vorjahr TEUR 1.364) und resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen TEUR 223 (Vorjahr TEUR 222) auf Steuern. Daneben entfallen TEUR -7 (Vorjahr TEUR 18) auf eine Überzahlung von Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit. II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft insgesamt TEUR 31.885 (Vorjahr TEUR 27.271) an Umsatzerlösen erzielt, was eine Erhöhung von 17 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Umsätze setzen sich dabei aus dem Diagnostikgeschäft, dem Industriegeschäft, Kooperationen und Produktverkäufen zusammen.
Die Umsätze in der Diagnostik unterteilen sich wie folgt auf die folgenden Hauptregionen: MENA TEUR 8.713 (Vorjahr TEUR 6.682), Europa TEUR 5.110 (Vorjahr TEUR 4.889), Südamerika TEUR 1.474 (Vorjahr TEUR 746), Nord-Amerika und Kanada TEUR 1.459 (Vorjahr TEUR 1.998) und Asia-Pacific TEUR 782 (Vorjahr TEUR 615). 2. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind nach § 277 Abs. 5 Satz 2 HGB Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 158 enthalten (Vorjahr TEUR 95). Die periodenfremden Erträge betragen TEUR 63 (Vorjahr TEUR 204). 3. Materialaufwand Unter den Materialaufwendungen in Höhe von TEUR 6.097 (Vorjahr TEUR 6.368) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Reagenzien zusammengefasst, die in der genetischen und biochemischen Analyse eingesetzt werden. 4. Personalaufwand Im Personalaufwand sind Aufwendungen für die Altersversorgung in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr TEUR 5) enthalten. 5. Abschreibungen Die ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen im Jahr 2017 von TEUR 3.182 (Vorjahr TEUR 2.131) enthalten keine außerplanmäßigen Abschreibungen. 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen Im Berichtsjahr sind keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen (Vorjahr TEUR 218) angefallen. Aufwendungen aus der Währungsumrechnung sind mit TEUR 146 (Vorjahr TEUR 85) enthalten. 7. Forschungs- und Entwicklungskosten Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten beläuft sich im Geschäftsjahr auf TEUR 5.249 (Vorjahr TEUR 5.885). Davon wurden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (inklusive Anzahlungen) mit einem Betrag von TEUR 2.321 (Vorjahr TEUR 2.553) aktiviert. 8. Finanzergebnis Unter den Zinserträgen sind solche aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 57) enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind solche an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 32) enthalten. Es wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 543 vorgenommen. 9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Posten enthält einen latenten Steuerertrag in Höhe von TEUR 985 (Vorjahr latenter Steueraufwand TEUR -623). C. Sonstige Angaben 1. Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnissen Die Gesellschaft hat in 2015 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm für Mitarbeiter aufgelegt, welches aus den Reihen der Aktionäre bedient wird. Zum Bilanzstichtag war eine Tranche von 794.783 Optionen ausgegeben, was ungefähr 8.000 Aktien entspricht. Die Gesellschaft hat in 2016 ein weiteres virtuelles Aktienoptionsprogramm für Mitarbeiter aufgelegt. Zum Bilanzstichtag war eine Tranche von 4.318 Optionen ausgegeben. Bei beiden Programmen ist die Ausübung nur bei einem sogenannten Exit Event möglich. Mit Verweis auf das BFH Urteil vom 15. Juli 2017 hat die Gesellschaft bislang keine Rückstellung für die ausgegebenen virtuellen Optionen gebildet. Weitere Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen nicht. Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen handelt es sich ausschließlich um Dauerschuldverhältnisse aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen sowie Bestellobligo, die zum Abschlussstichtag bestanden haben. Die Miet- und Leasingverträge stellen hierbei die größte Position dar. Diese Verträge dienen der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. Bei den gemieteten bzw. geleasten Sachanlagen handelt es sich im Wesentlichen um technische Anlagen und Maschinen. Durch die abgeschlossenen Verträge erfolgt keine Ausweitung der Fremdfinanzierung und Liquiditätsabfluss kontinuierlich über die Laufzeit der Verträge. Demgegenüber stehen Planungssicherheit und ein aktueller technischer Stand. Weitere, wesentliche außerbilanzielle Geschäfte lagen zum Abschlussstichtag nicht vor. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
2. Organe der Gesellschaft Im Geschäftsjahr 2017 waren folgende Personen zum Vorstand bestellt:
Im Geschäftsjahr 2017 waren weiterhin folgende Personen zum Aufsichtsrat bestellt:
3. Aufsichtsratsvergütung An Aufsichtsratsvergütungen wurden in 2017 TEUR 120 (Vorjahr TEUR 160) als Aufwand erfasst. Zusätzlich erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 insgesamt TEUR 7 als Erstattung für entstandene Spesen, die im Zusammenhang mit der Aufsichtstätigkeit standen (Vorjahr TEUR 8). 4. Vorstandsvergütung Die Vorstandsvergütungen beliefen sich im Berichtsjahr insgesamt auf TEUR 1.843 (Vorjahr TEUR 1.483). 5. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen Im Geschäftsjahr 2017 wurden Honorarverträge und Beratungsleistungen, die mit Aufsichtsräten und Aktionären geschlossen wurden, in Höhe von TEUR 476 abgerechnet (Vorjahr TEUR 1.242). Die Vergütung der Beratungsleistungen entsprach einer üblichen Höhe. 6. Ergebnisverwendung Es wird vorgeschlagen, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 7.887.801,29 auf neue Rechnung vorzutragen. 7. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt 229 Vollzeitkräfte (Vorjahr 227), zum Stichtag am 31. Dezember 2017 waren 234 (Vorjahr 237) Mitarbeiter beschäftigt. 8. Prüfungs- und Beratungsgebühren Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 94. Weitere Leistungen wurden nicht vereinbart. 9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Berichtspflichtige Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Abschlussstichtag nicht ergeben. 10. Konzernverhältnisse Die Gesellschaft erstellt als deutsche Muttergesellschaft einen Konzernabschluss. Der Konzernabschluss der CENTOGENE AG, Rostock, wird unter Anwendung der International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt (§315a HGB). 11. Angaben zur Identifikation Die CENTOGENE AG mit Sitz in Rostock ist im Handelsregister des Amtsgerichts Rostock unter HRB Nr. 13225 eingetragen.
Rostock, 22. März 2018 CENTOGENE AG Der Vorstand Prof. Dr. Arndt Rolfs Herr Richard Stoffelen Dr. Volkmar Weckesser Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2017CENTOGENE AG, Rostock
Zusammengefasster Lagebericht1. Grundlagen des Konzernsa. Organisation der CENTOGENE Gruppe Die CENTOGENE AG hat ihren Hauptsitz in Rostock. Unter ihrem Dach sind Vertriebsgesellschaften der Gruppe in den zentralen Märkten und Geschäftsbereichen angesiedelt. Darüber hinaus sind die folgenden Gesellschaften an verschiedenen Standorten Bestandteil des Konzerns:
b. Geschäftsmodell der CENTOGENE Gruppe CENTOGENE ist weltweit eines der führenden Diagnostikunternehmen für genetische und biochemische Analytik seltener angeborener Erkrankungen. Es wird am Hauptsitz in Rostock die genetische Diagnostik von ca. 2.900 Genen auf diversen technischen Plattformen mit insgesamt 6.600 Tests durchgeführt, die durch biochemische Diagnostik und proprietäre Biomarkeranalytik ergänzt wird. Am zweiten Standort in Berlin sind die Abteilungen Bioinformatik, Marketing und IT angesiedelt. Das Unternehmen kooperiert darüber hinaus weltweit mit Forschungsinstituten, Universitäten und Industriepartnern im Rahmen neuer Diagnostiktechniken und pharmazeutischer Produkte im Umfeld seltener Erkrankungen. CENTOGENE hat in 2017 das Produktportfolio vor allem um einen nicht invasiven Pränataltest (NIPT) erweitert. Die bestehenden onko-genetischen Targets, neue Biomarker, neue enzymatische DBS 1-basierende Tests und der Whole Genome Sequencing-Bereich wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erweitert.
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CENTOGENE verfügt somit über das weltweit größte Testportfolio, hohes Prozess- und Technologie-Know-how sowie langjährige und internationaler Erfahrung im Umfeld seltener Erkrankungen, welches im Zusammenhang mit der ausgewiesenen medizinische Expertise für Einsender und Patienten weltweit einen hohen klinischen Nutzen schafft. Dieses Know-how wird durch die Entwicklung der Mutationsdatenbank CentoMD ®, basierend auf Patientendaten, weiter gestärkt. CentoMD ® ist ein webbasiertes Produkt, das durch interne Strukturen, insbesondere durch ein wissenschaftlich-medizinisches Team aus Kuratoren, Bioinformatikern und Softwareentwicklern, zu einer weltweit einzigartigen Informationsplattform entwickelt wurde. Nach dem Produktlaunch in 2015 wurde das Jahr 2017 für die weitere Produktentwicklung genutzt. Die Datenbasis in CentoMD ® wächst durch die steigenden Diagnostikzahlen weiter signifikant; darüber hinaus ist die funktionale Diversifizierung in weitere pharmako-genetische Segmente geplant. CENTOGENE hat in diesem Zusammenhang die Food and Drug Administration (FDA) Zulassung für ein Medical Devices Class II beantragt und erwartet eine Erteilung im Geschäftsjahr 2018. CENTOGENE hat in 2017 eigene Produkte maßgeblich weiter entwickelt. Hierzu gehören insbesondere CentoCard ® Kits, die eine Prozessierung des gesamten genetischen und biochemischen Diagnostikspektrums auf Basis von Filterkarten erlauben und somit eine hoch effiziente einzigartige logistische Lösung in der weltweiten genetischen Diagnostik darstellen. Des Weiteren gehört hierzu CentoPortal, das eine digitale Erfassung der Aufträge durch den Arzt ermöglicht und eine webbasierte Umgebung für den Kunden darstellt, um die medizinischen Befunde einzusehen und den Auftragsstatus nachvollziehen zu können. CENTOGENE hat bereits in 2011 modernste Sequenzierungstechnologien in ihre diagnostischen Workflows implementiert. Dieser Bereich wurde im Berichtsjahr wesentlich um die Zukunftstechnologien Whole Exome und Whole Genome Sequencing erweitert und die Gesellschaft erzielte hierdurch ein nachhaltiges starkes Wachstum. Basierend auf CENTOGENE's Expertise in der genetischen Diagnostik konnten in attraktiven Märkten im Laufe des Jahres weitere Partnerschaften entwickelt und kontrahiert werden. Neben neuen Distributoren- und Vertriebsverträgen wurden insbesondere in Saudi-Arabien und Europa umfangreiche Kooperationen initiiert. CENTOGENE hat im vergangenen Jahr an der Entwicklung diverser neuer Biomarker gearbeitet, von denen inzwischen bereits drei Biomarker zur Patentanmeldung gelangt sind. CENTOGENE verfügt damit über ein Portfolio von fünf über Patentanmeldungen geschützte Biomarker sowie vier weitere über Patentanmeldungen geschützte Entwicklungen. In 2018 plant CENTOGENE die Einreichung von weiteren Patentanmeldungen von Biomarkern. Basierend auf diesen innovativen Technologien sowie der langjährigen Erfahrung in der Diagnostik im Hochdurchsatz ist es gelungen, die Kundenplattform zu erweitern und bestehende Verträge weit über dem kontrahierten Volumen auszulasten. Neue Produktentwicklungen, insbesondere CentoMD ® und CentoXome ®, eine Vergrößerung und Diversifizierung des Testportfolios, sowie die weitere Ausrichtung auf die Entwicklung und Patentierung eigener, proprietärer Biomarker waren erneut Schwerpunkte in 2017. CENTOGENE verfügt über das erste global agierende Hochdurchsatzlabor zur Genome-Sequenzierung. Die Investition belief sich auf rund EUR 6 Mio. und hat das Angebot des Unternehmens in der wichtigsten Zukunftstechnologie der genetischen Diagnostik nachhaltig gestärkt sowie das weitere globale Wachstum gestützt. Im Pharma-Bereich konnte CENTOGENE weitere strategische Partnerschaften abschließen, die für das zukünftige Wachstum maßgeblich beteiligt sein werden. Der Neubau des neuen Hauptsitzes von CENTOGENE, Am Strande 7 in Rostock konnte im Dezember 2017 planmäßig bezogen werden. 2. Wirtschaftsbericht der CENTOGENE Gruppea. Entwicklung, Branche und Gesamtwirtschaft CENTOGENE bietet Diagnostikdienstleistungen auf internationalen Märkten an; Einsender für genetische Diagnostik senden ihre Proben aus mehr als 115 Ländern, wesentliche Märkte sind der Mittlere Osten, Lateinamerika, Skandinavien und Kanada. Die einzelnen Märkte sind stark diversifiziert im Bereich der Vergütungsmodelle und regionalen Gesundheitsstruktur sowie der damit verbundenen Preissituation. Die Strukturen blieben in 2017 in wesentlichen Märkten wie dem Mittleren Osten, Skandinavien und Lateinamerika weitgehend stabil. In den USA entwickelte sich der Markt getrieben durch große Anbieter, Konzentrationsbewegungen und gut kapitalisierte Neugründungen im Laufe des Jahres hoch kompetitiv mit steigendem Druck in einzelnen Segmenten der genetischen Diagnostik. Im Gesundheitswesen und der medizinischen Industrie ist die genetische Diagnostik nach wie vor eine der jüngsten und am schnellsten wachsenden Segmente. Allein der U.S. Markt ist bereits bis 2020 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 17 % auf insgesamt 3,1 Mrd. EUR (World Recent Past, Current & Future Analysis for Genetic Testing by Geographic Region - Revenue Figures in US$ Million, Market Research by Global Industry Analysts, Inc., June 2014) jährlich prognostiziert. Somit ist die Molekulare Diagnostik mit Wachstumsraten von 15 % - 17 % im Vergleich zur restlichen Pharmabranche (5 % - 7 %) beispiellos. Dieses Wachstum ist zum einen getrieben durch die technologische Entwicklung, die den Zugang zu Sequenzierungsdaten bei stark abnehmenden Kosten und Durchlaufzeiten in Forschung und Entwicklung signifikant erleichtert und auf eine breitere Basis stellt. Nicht nur im Bereich seltener Erkrankungen, sondern auch in anderen breiteren Indikationen wie z. B. der Onkologie führt diese Entwicklung zur Identifizierung von immer mehr und wesentlichen kausalen Zusammenhängen genetischer Faktoren und damit auch zur Steigerung der Diagnostiknachfrage. Zum anderen ist die steigende Bedeutung von begleitender Biomarker-Diagnostik in der Zulassung von pharmazeutischen Produkten (orphan drugs) ein weiterer Wachstumstreiber. In Deutschland sind heute bereits 20 Wirkstoffe zugelassen, die nur nach einer begleitenden diagnostischen Untersuchung verabreicht werden dürfen (www.vfa.de, Individualisierte Medizin). Die Boston Consulting Group hat darüber hinaus ermittelt, dass der Anteil der klinischen Studien, die begleitend Biomarker verwenden, von 4 % auf 20 % seit 2005 gestiegen ist (BCG Report, www.clinicaltrieals.gov). Bereits im Juli 2011 veröffentlichte die Food and Drug Association (FDA) die "Guidance on companion diagnostics" und setzte damit ein Signal für die zunehmende Bedeutung und systematische Rolle begleitender Diagnostik in der Zulassung und Umsetzung neuer Therapien. Insbesondere in den für die CENTOGENE relevanten "orphan drug" Märkten nimmt darüber hinaus die Anzahl der Therapien stetig zu. So wurden in 2017 ca. 800 Anträge auf klinische Zulassungen an die FDA erteilt und ca. 4.740 Produkte befinden sich in den Pipelines der Pharmaunternehmen in der Indikation der "orphan drugs" (source: https://blogs.fda.gov). Ein wesentlicher Trend im Gesamtmarkt ist darüber hinaus die Verbreitung und Akzeptanz neuer Sequenzierungstechnologien, insbesondere Panels, Whole Exome und Whole Genome Tests. Waren in den Vorjahren diese Technologien hauptsächlich in der Forschung im Einsatz, hat dieses Segment einen zunehmend bedeutenden Platz in der Diagnostik einnehmen können. Gleichzeitig erzeugt die somit signifikant gestiegene Menge an Sequenzierungsdaten einen hohen Bedarf an Bioinformatik sowie geeigneten Mutationsdaten zur Auswertung und medizinischen Interpretation. Akquisitionen wie der Kauf von Biobase (HGMD Mutationsdatenbank) und Ingenuity (bioinformatorische Services) durch Qiagen zeigen diese Notwendigkeit deutlich. Aber auch die erwartete Marktentwicklung 2 spiegelt diesen Trend durch starkes Wachstum von 200 Mio. USD in 2013 auf 600 Mio. USD in 2018 wider. Zudem wird die Segmentierung des Marktes von Sequenzierung zu Medizinischer Interpretation einen weiteren Wachstumsschub im Bereich von Interpretations- und bioinformatorischen Services und Produkten auslösen. Aufgrund dieses nachhaltig positiven, wachsenden und dynamischen Marktumfeldes, der zunehmenden Zahl an kontrahierten industriellen und weltweiten Diagnostik Partnern sowie der innovativen, diversen und marktgerechten Produktentwicklungen, beurteilt die Unternehmensleitung das Wachstumspotential des Konzerns als überaus positiv - wie später auch im Prognosebericht ausgeführt wird.
2 Quelle: Frost & Sullivan Global Next
Generation Sequencing / Informatics Market (October 2013)
b. Personal- und Sozialbereich Insgesamt beschäftigte die Gruppe zum Stichtag 263 FTE (2016: 250 FTE) und damit 5% (2016: +11%) mehr als im Vorjahr. Neueinstellungen erfolgten vorwiegend in den Bereichen New Technologies, IT und Softwareentwicklung, Marketing, Medical Reporting, Produktentwicklung und Business Development. Der Vorstand des Unternehmens hat sich im Geschäftsjahr folgendermaßen verändert:
Die Position des Chief Business Development Officers (CBDO) soll im Geschäftsjahr 2018 neu besetzt werden. c. Produkt- und Service Strategie CENTOGENE bietet Diagnostikdienstleistungen an und generierte in 2017 aus den Segmenten des Next Generation Sequencings (Paneltests), Whole Exome Sequencing sowie aus Industriekooperationen das größte Umsatzwachstum. Das Unternehmen investierte in 2017 erneut stark in die Ausweitung seiner personellen und technischen Kapazitäten. Hierbei lagen neben der Kapazitätserweiterung Schwerpunkte in der Entwicklung strategischer Komponenten wie dem Business Development und der Implementierung sowie dem Ausbau neuer Technologien, insbesondere dem Next Generation Sequencing, der Genomsequenzierung, der bioinformatischen Auswertung und der Automatisierung von Diagnostikprozessen mit IT-Unterstützung. Die bereits in Vorjahren begonnene Entwicklung neuer Geschäftsfelder konnte durch die Weiterentwicklung der Mutationsdatenbank zur Informationsplattform CentoMD®, die Entwicklung und Vermarktung der Produktlinie CentoXome®/CentoGenome®, die Erweiterung des DBS Kits CentoCard® als übergreifendes Logistiktool in eigener Vermarktung und letztlich die Erweiterung des Produktportfolios in der Onkologie erfolgreich fortgesetzt werden. In der Forschung und Entwicklung wurde die Gesellschaft insbesondere von Wissenschaftlern in der Biochemie verstärkt, wodurch weitere proprietäre Verfahren für Biomarker im Bereich metabolischer Speichererkrankungen entwickelt wurden. Somit hat die Gesellschaft mittlerweile zwei Patente angemeldet basierend auf der verbesserten Diagnostik spezifischer Erberkrankungen unter Verwendung neuer massenspektroskopischer Biomarker und Therapieentwicklung. Die weiteren Patente beschreiben neue therapeutische "small molecules" zur Behandlung von spezifischen Stoffwechselerkrankungen. Dieser hoch innovative Ansatz wird dem Unternehmen attraktive neue Opportunitäten eröffnen. Weitere Patentanmeldungen, auch aus umfangreichen Verbundprojekten mit den Universitäten in Greifswald und Rostock, sind in der Entwicklung. 3. Geschäftsverlauf der CENTOGENE Gruppea. Ertragslage Der Umsatz des Konzerns ist im Berichtsjahr um TEUR 4.020 oder 15 % auf TEUR 31.689 erneut gegenüber dem Vorjahr (27.669 TEUR) gestiegen. Im diagnostischen Bereich war die CentoXome ® Produktgruppe der wesentlichste Wachstumstreiber. Aus den unter den Geschäftsgrundlagen beschriebenen Kooperationen sowie mit Industriepartnern generierte der Konzern EUR 12 Mio. an Umsatzerlösen. Der Umsatz liegt deutlich über dem letztjährigen Umsatzvolumen. Die Umsätze entwickeln sich damit weiter stabil und nachhaltig analog zur Marktentwicklung. Darüber hinaus konnten weitere Kooperationen geschlossen werden, die in 2018 eine wichtige Basis für die weitere Umsatzentwicklung darstellen. Bei den im Rahmen der Entwicklungsarbeit aktivierten Eigenleistungen handelt es sich um interne Aufwendungen sowie fremd beauftragte klinische Studien aus selbst geschaffenen Biomarkerpatenten bzw. um Softwareentwicklungen für die Mutationsdatenbank CentoMD ® und das Projekt CentoPortal. Die Herstellkosten zur Erzielung des Umsatzes sind auf Grund des Umsatzwachstums auf TEUR 14.939 gestiegen. Die operative Marge blieb im Jahresvergleich konstant bei 53 %. Dies führte zu einem Rohertrag von TEUR 16.750 (2016: TEUR 14.813) Die Vertriebskosten in Höhe von insgesamt TEUR 5.858 (2016: TEUR 5.299) stiegen insgesamt um 11 % oder TEUR 559. Sie reflektieren die Investitionstätigkeiten in die weitere Internationalisierung der Unternehmensgruppe und die Erschließung neuer Märkte. Wesentliche Kostenfaktoren waren die gestiegenen Personalaufwendungen aufgrund eines wachsenden Teams im Bereich Sales & Marketing und der Aufbau des US-Teams. Im Bereich Forschung und Entwicklung lagen die ergebniswirksamen Aufwendungen des Konzerns bei TEUR 2.801 (2016: TEUR 5.885) und damit um TEUR 3.084 unter dem Vorjahr. Dies liegt im Wesentlichen an den erhöhten Aufwendungen für die Entwicklung für Verfahren im letzten Jahr. Zusätzlich wurden Eigenleistungen für Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 380 aktiviert. Fokus der Entwicklungsleistungen waren die Entwicklung neuer Biomarker, die Weiterentwicklung bestehender patentierter Biomarker in klinischen Validierungsstudien, die Erweiterung des Diagnostikportfolios und der technischen sowie bioinformatorischen Plattformen sowie die weiteren Produktenwicklungen im Wesentlichen im Kontext mit den Produktgruppen CentoMD®. Die allgemeinen Verwaltungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.358 erhöht und betragen TEUR 12.742 (2016: TEUR 10.384). Die Aufwendungen verteilen sich im Wesentlichen auf die Bereiche Personal, Raumkosten, IT Kosten und sonstige administrative Aufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Forschungs- und Entwicklungs- sowie Investitionszuschüsse. Es wird ein Betriebsergebnis in Höhe von TEUR -3.595 (2016: TEUR -6.185) ausgewiesen. Der Konzern erwirtschaftete einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -5.455 (2016: TEUR -5.537) sowie ein Gesamtergebnis von TEUR -5.445 (2016: TEUR -5.528). b. Vermögenslage Die langfristigen Vermögenswerte des Konzerns haben sich, insbesondere durch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Grundstück- und Gebäudeentwicklung sowie technische Anlagen um TEUR 7.877 auf TEUR 39.078 (2016: TEUR 31.201) erhöht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit TEUR 7.589 (2016: TEUR 4.745) aufgrund höherer Umsatzerlöse sowie aufgrund von Meilensteinzahlungen gestiegen. Das lang- und kurzfristige Fremdkapital des Konzerns hat sich im Wesentlichen durch die Aufnahme neuer Darlehen in Verbindung mit Investitionen in das neue Gebäude erhöht. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um TEUR 728 auf TEUR 5.289 (2016: TEUR 6.017) und beinhalten offene Rechnungen aus Bauleistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen durch die Baufinanzierungen um TEUR 1.241 von TEUR 14.596 auf TEUR 15.837. Das Eigenkapital des Konzerns hat sich wie folgt entwickelt:
c. Finanzlage Die Finanzlage des Konzerns war im Berichtsjahr durch hohe Investitionen in Produktentwicklungen und IT, den Neubau der Firmenzentrale und den Ausbau der Kapazitäten geprägt. Diese Investitionen haben die Liquidität des Unternehmens in 2017 belastet. Die Liquiditätssituation konnte durch die Aufnahme weiterer Investoren in zwei Finanzierungsrunden mit Zusagen von insgesamt 30 Mio. Euro in 3 Tranchen, von denen 2 Tranchen bzw. rund 20 Mio. Euro im Berichtsjahr zugeflossen sind, stabil gehalten werden. Die zur Verfügung stehende Kreditlinie wurde im Berichtsjahr konstant auf TEUR 4.000 (2016: TEUR 4.000) gehalten. Für den Neubau der Firmenzentrale und wesentliche damit im Zusammenhang stehender Investitionen konnten entsprechende Fördermittel akquiriert werden. 4. Risiko- und Chancenbericht der CENTOGENE GruppeDer Konzern bewegt sich mit seinem Kerngeschäft in einem jungen Wachstumsmarkt, der nur beschränkt sensitiv auf allgemeine wirtschaftliche Schwankungen reagiert. Die Risiken für einen Rückgang im Diagnostikgeschäft durch eine allgemeine Rezession werden - wie im gesamten medizinischen Marktumfeld - kurz- und mittelfristig als gering eingeschätzt. Der Konzern ist auf den Ausbau von eigenkapitalbasierten Finanzierungsoptionen aufgrund des starken Wachstums, der investiven eigenen Produktentwicklungen und der fremdkapitalbasierten Vertragsauslastungen angewiesen. Im Berichtsjahr konnten neue Eigenkapitalzuflüsse in Höhe von 5,0 Mio. Euro im Januar 2017 sowie die Gewinnung neuer Investoren mit einem Zeichnungsvolumen von insgesamt 25,0 Mio. Euro mit einem direkten Mittelzufluss in der Jahresmitte von 15,0 Mio. Euro zur Sicherung der Liquidität realisiert werden. Die Unternehmensgruppe benötigt zunehmend hochqualifiziertes Personal in den Bereichen Bioinformatik, IT, Finanzen und Sales, insbesondere im mittleren Management. Das Wachstum wird dabei ebenso über den Berliner Standort für 2018 weiter entwickelt. Darüber hinaus wurde in Rostock an einem attraktiven Standort ein neues Gebäude entwickelt, in dem die Arbeits- und Prozessbedingungen stark verbessert wurden und hoch qualifizierte Wissenschaftler und technisch ausgebildete Mitarbeiter in der Region gehalten werden konnten. Der Anstieg der Fixkosten, unter anderem durch den starken Personalaufbau mit den korrelierenden Kosten sowie die Investitionen und damit zusammenhängende Finanzierungen erhöhen das Risiko für die Gruppe, unerwartete Marktveränderungen auffangen zu können. Weiterhin werden die Expansion bestehender langfristiger Industrieverträge und die Exklusivität eigener Verfahren die unmittelbare Abhängigkeit von Marktentwicklungen zunehmend verringern. Durch die Entwicklung neuer Technologien, durch Konsolidierungsbewegungen einzelner großer Marktteilnehmer sowie durch potentielle Veränderungen in den Gesundheitssystemen kann ein hoher Preisdruck entstehen, der die Ertragskraft des Unternehmens beinträchtigen kann. Marktbeobachtung und Anschluss an die technologischen Entwicklungen in der genetischen Diagnostik, Erweiterung und Diversifizierung des Produktportfolios insbesondere im Pharma-bereich sollen das weitere Wachstum der CENTOGENE AG zusätzlich absichern. Die zunehmende Kapitalisierung in den für CENTOGENE relevanten Märkten bietet neben den Chancen auch eine spürbare Erhöhung der Konkurrenzsituation und erzeugt zusätzlichen Kostendruck. CENTOGENE ist mit seinem diversifizierten und innovativen Produkt- und Serviceportfolio sowie des nachhaltigen Brandings in den letzten zwei Jahren gut positioniert, um seinen Marktanteil zu erweitern und abzusichern. Mit dem Wachstum der genetischen Diagnostik als einem wesentlichen Bestandteil des Gesundheitswesens wächst neben dem Kosten- und Preisdruck auch die Gefahr von regulatorischen Restriktionen für die Diagnostik außerhalb jeweiliger nationaler Grenzen. CENTOGENE hat bereits frühzeitig begonnen, über Partnerkonzepte und Niederlassungen potentiellen Umsatz- und Marktverlusten vorzubeugen. Das frühe Adaptieren neuer Technologien birgt das Risiko, dass nicht komplett ausgereifte Produkte Verzögerungen oder Wiederholungsprozesse verursachen, die den return on investment verlängern und die Finanzsituation des Unternehmens partiell stark belasten können. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten für Kerntechnologien. CENTOGENE hat daher die Strategie, für alle wesentlichen Plattformen Redundanzen zu entwickeln, um Ausfälle überbrücken zu können. Auch führt die Diversifizierung der Produkte und Services zu einer geringeren Abhängigkeit von einzelnen Segmenten. Risiken hinsichtlich Zahlungsausfällen oder Zahlungsverzögerungen ergeben sich aus den Kundenforderungen, bei denen sich die regional bedingt längeren Forderungslaufzeiten im Durchschnitt verlängert haben. Auch wenn in 2017 die Forderungslaufzeiten signifikant gesenkt werden konnten, begegnet CENTOGENE diesem Risiko mit Risikovermeidung bei der Bonitätsbeurteilung der jeweiligen Kunden sowie einem weiter aktiven länderspezifischen Forderungs- und Key-Account-Management. Währungsschwankungsrisiken bei den Kundenforderungen aus dem Diagnostik-Geschäft liegen nur geringfügig vor, da weitestgehend die Rechnungslegung in EURO erfolgt. Auf Basis der Verbreiterung der Partnerbasis werden zunehmend Verträge auch in USD abgeschlossen. CENTOGENE sichert dieses Risiko in vielen Fällen durch Währungssicherungsklauseln in den Verträgen ab, die ab einer definierten Schwankungsbreite eine Preisanpassung vorsehen. Ebenfalls konnte durch den Aufbau der US-amerikanischen Tochtergesellschaft ein "natural hedge" erzeugt werden. Darüber hinaus werden Währungsschwankungen engmaschig beobachtet und können in Einzelfällen in ihrer Auswirkung durch Sicherungsgeschäfte und durch Nutzung von Fremdwährungskonten begrenzt werden. Aufgrund der Entwicklung einzigartiger und proprietärer Konzepte und Technologien ist es CENTOGENE gelungen, langjährige und großvolumige Verträge mit Pharma- und Diagnostikpartnern abzuschließen. Diese können partiell zu einer Konzentration von Umsatz- und Liquiditätszuflüssen führen. CENTOGENE konnte bereits eine deutliche Ausweitung der Business Development und Sales Aktivitäten erzielen, um auch im Industriesegment eine breite und diversifizierte Kundenstruktur zu entwickeln. Zur Finanzierung des Neubaus wurde eine Kreditverbindlichkeit eingegangen, deren Kapitaldienste langfristig durch das operative Geschäft gesichert werden müssen. Darüber hinaus sind Förderbedingungen und Covenants der Finanzierungspartner einzuhalten. Der Konzern hat ein sehr engmaschiges Kontrollsystem zum Monitoring der einzelnen Parameter implementiert und die vertraglichen Gestaltungen und Finanzkennzahlen auf einer Planung etabliert. 5. Prognosebericht CENTOGENE GruppeCENTOGENE hat mit einem breiten, innovativen und diversifiziertem Diagnostik- und Produktportfolio, eigenen Entwicklungen, internationalen Akkreditierungen (ISO, CAP, CLIA) und als bewährter Partner führender Pharmaunternehmen eine hervorragende Basis, um an den Wachstumspotentialen des Marktes, wie in der Entwicklung der Branche beschrieben, überproportional zu partizipieren. Es ist daher auch für die Folgejahre davon auszugehen, dass getätigte Investitionen sich kurz- bis mittelfristig materialisieren. Darüber hinaus wird der Konzern mit Hilfe einer zusätzlichen Kapitalisierung die signifikante Steigerung der Probenzahlen, den weiteren Ausbau der Produktentwicklungen sowie Forschungs- und Entwicklungstätigkeit vorantreiben und letztlich die Expansion in neue Märkte, um die eigenen Marktanteile weltweit nachhaltig in einem stark wachsenden, dynamischen Umfeld realisieren. Der Vorstand erwartet vor diesem Hintergrund insgesamt für 2018 ein Umsatzwachstum in Höhe von 20 % und eine positive EBITDA-Marge. Für das Folgejahr 2019 wird von einem Anschluss an diese Entwicklung ausgegangen und ein produktgetriebenes signifikantes Wachstum erwartet. 6. Entwicklung der Ertragslage der CENTOGENE AGDie CENTOGENE AG mit Sitz in Rostock ist Mutterunternehmen sämtlicher in der CENTOGENE-Gruppe enthaltener Gesellschaften. Da die Vermögens- und Finanzlage der CENTOGENE AG im Wesentlichen mit der Vermögens- und Finanzlage der CENTOGENE-Gruppe vergleichbar ist, wird diese nicht gesondert erläutert, sondern auf die Ausführungen unter Punkt 3. b. und 3. c. verwiesen. Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft insgesamt TEUR 31.885 (2016: TEUR 27.271) an Umsatzerlösen erzielt, was eine Erhöhung von fast 17 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Umsätze setzen sich dabei aus dem Diagnostikgeschäft, dem Industriegeschäft, Kooperationen und Produktverkäufen zusammen. Unter den Materialaufwendungen in Höhe von TEUR 6.726 (2016: TEUR 6.956) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Reagenzien zusammengefasst, die in der genetischen und biochemischen Analyse eingesetzt werden. Der Anteil des Personalaufwandes am Umsatz reduzierte sich auf 46,3% und liegt unter dem Niveau des Vorjahres (49,8 %) und beträgt absolut TEUR 14.753. Das Wachstum ist auf den Ausbau der Kapazitäten und die Investitionen in strategische Geschäftsfelder und Produkte sowie den weiteren Ausbau der Sales-Aktivitäten zurückzuführen. Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt 229 Vollzeitkräfte (FTE) (2016: 227 FTE), zum Stichtag am 31. Dezember 2017 waren 234 FTE (2016: 237 FTE) Mitarbeiter beschäftigt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 633 auf TEUR 11.930 gesunken, was auf reduzierte Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zurückzuführen ist. Für das Geschäftsjahr 2017 wird ein positives EBITDA von TEUR 148 (2016: TEUR -2.068) ausgewiesen. Das Finanzergebnis ist durch die Ausweitung der Finanzverbindlichkeiten auf TEUR -1.830 (2016: TEUR -828) angestiegen und beinhaltet im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für das langfristige Fremdkapital sowie die Wertberichtigung auf eine Beteiligung. Die Gesellschaft erzielte einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -4.333 (2016: TEUR -5.610). Das Eigenkapital der Gesellschaft hat sich wie folgt entwickelt:
7. Sonstige Angaben und NachtragsberichtSonstige berichtspflichtige Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Abschlussstichtag nicht ergeben.
Rostock, 22. März 2018 Prof. Dr. Arndt Rolfs Richard Stoffelen Dr. Volkmar Weckesser Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017der CENTOGENE AGSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, der Aufsichtsrat hat den Vorstand im Berichtsjahr regelmäßig beraten und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegende Aufsichtsfunktion fortlaufend und umfassend wahrgenommen. Regelmäßig und ausführlich haben wir uns mit der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage unserer Gesellschaft befasst. Wir ließen uns alle wesentlichen Einflussgrößen für das Geschäft und die relevanten Geschäftsvorfälle berichten. Der Aufsichtsrat stand den Mitgliedern des Vorstands auch außerhalb der Sitzungen stets beratend zur Seite. Eilbedürftige Entscheidungen haben wir im schriftlichen Verfahren, per Email oder per Telefon getroffen. Alle Beschlüsse wurden im Berichtszeitraum einstimmig mit allen bzw. mit allen abgegebenen Stimmen gefasst. Im Aufsichtsrat hat es folgende Veränderungen gegeben:
Sitzungen des Aufsichtsrats und Schwerpunkte der Tätigkeit Im Geschäftsjahr 2017 fanden 6 Aufsichtsratssitzungen statt, an denen überwiegend jeweils alle zum betreffenden Zeitpunkt bestellten Mitglieder in Person oder telefonisch teilgenommen haben, lediglich in zwei Fällen fehlte jeweils ein Mitglied des Aufsichtsrats entschuldigt. Der Aufsichtsrat beriet in seinen Sitzungen regelmäßig und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Strategie, der Planung, der wirtschaftlichen und finanziellen Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie über Investitionsvorhaben. Darüber hinaus standen folgende Themen und Beschlüsse besonders im Fokus:
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat regelmäßig gemeinsam mit dem Vorstand Telefonate geführt sowie in Teilen mit dem Vorstand Strategietreffen abgehalten, in denen jeweils die Geschäftsentwicklung und Situation des Unternehmens sowie aktuelle Themen, insbesondere Investitionen und die strategische Ausrichtung, erörtert wurden. Rechnungslegung Der von der Hauptversammlung am 24. April 2017 gewählte Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Jahresabschluss (nach HGB) und den Konzernabschluss (nach IFRS) für das Geschäftsjahr 2017 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht 2017 geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 23. März 2018 hat sich der Aufsichtsrat mit den Jahresabschlussunterlagen und dem Prüfungsbericht für das Geschäftsjahr 2017 beschäftigt. Vertreter der Prüfungsgesellschaft Ernst & Young nahmen zu dem betreffenden Tagesordnungspunkt an der Sitzung des Aufsichtsrats teil und erörterten die Abschlüsse sowie die Lageberichte gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Vorstand. Die Prüfer informierten dabei über die wichtigsten Ergebnisse der Prüfung und beantworteten weitergehende Fragen. Die Mitglieder des Audit Committees sprachen im Anschluss eine Empfehlung zur Billigung von Jahres- und Konzernabschluss durch den Aufsichtsrat aus. Dem Bericht des Abschlussprüfers hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung von Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie Lagebericht und Konzernlagebericht, jeweils für das Geschäftsjahr 2017, vollumfänglich angeschlossen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 nebst Lagebericht sowie den Konzernabschluss 2017 nebst Konzernlagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss 2017 der CENTOGENE AG ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat sich ferner dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns 2017 angeschlossen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre hervorragende Arbeit im vergangenen Jahr.
Berlin, den 23. März 2018 Dr. Hubert Birner, Aufsichtsratsvorsitzender |
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