Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 101144
Eingetragen
19.10.1990
Branche
Reparatur und Instandhaltung von SchienenfahrzeugenBau von BahnverkehrsstreckenHerstellung von Lokomotiven und anderen Schienenfahrzeugen
Gegenstand
Bauleistungen und komplette Bauwerke im Gewerke Gleis- und Tiefbau zu projektieren, vorzubereiten, herzustellen und zu verkaufen; Transport- und Reparatur- sowie Instandhaltungsleistungen zu und an Fahrzeugen und Maschinen auszuführen; Export- und Importleistungen in vorzubezeichnetem Gegenstand zu tätigen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stephan Sander
seit 14.6.2010
Geschäftsführer
Andreas Kürzinger
seit 17.8.2006
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Erfurt
1.000.000 DM
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Erfurter Gleisbau GmbH

Erfurt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Grundlagen, Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Geschäftsmodell

Die Erfurter Gleisbau GmbH erbringt Leistungen im Rahmen von Tiefbauarbeiten sowie für den Eisenbahnoberbau. Die Leistungen werden durch die Gesellschaft selbst oder in Arbeitsgemeinschaften mit anderen Bauunternehmen ausgeführt. Für spezielle Gewerke oder bei Kapazitätsengpässen nimmt die Erfurter Gleisbau GmbH Nachunternehmerleistungen in Anspruch.

Hauptauftraggeber der Gesellschaft sind die Deutsche Bahn AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem werden Neubau- und Instandhaltungsleistungen von Gleisstrecken für Nahverkehrsgesellschaften, Anschlussbahnen und andere öffentliche oder private Auftraggeber erbracht.

Die Erfurter Gleisbau GmbH ist präqualifizierter Partner des Deutsche Bahn AG (DB) Konzerns und als solcher deutschlandweit tätig. Für die Ausführung der Leistungen im Eisenbahnoberbau verfügt die Gesellschaft über einen eigenen Maschinenpark. Die Erfurter Gleisbau GmbH besitzt als Eisenbahnverkehrsunternehmen die Genehmigung am öffentlichen Eisenbahnbetrieb teilzunehmen. Die Wartungen der Gerätschaften und Maschinen erfolgen überwiegend durch eigenes Personal und eigene Werkstätten. Sofern weiterführende Vorschriften in der Instandhaltung - insbesondere die der Eisenbahnsicherheit - bestehen, werden diese durch qualifizierte Lieferanten abgedeckt.

Für die Bauprojekte werden regelmäßig Werkaufträge vereinbart, deren Schlussabrechnung mit Abnahme des Bauwerks erfolgt. Abschlagsrechnungen werden nach Baufortschritt vereinbart. Die Baumaterialien werden zum Teil durch die Auftraggeber beigestellt.

Zudem hält die Gesellschaft 100 % der Geschäftsanteile an der Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE). Die Thüringer Eisenbahn GmbH ist ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen und betreibt die Gleisstrecken "Sonneberger Netz" und "Pfefferminzbahn". Zwischen der Erfurter Gleisbau GmbH und der Thüringer Eisenbahn GmbH besteht ein Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrag.

Externe Einflussfaktoren

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft stand auch im Jahr 2023 weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Nach den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und den Störungen globaler Lieferketten in den Vorjahren belasteten vor allem die anhaltend hohen Inflationsraten und die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine die wirtschaftliche Entwicklung. Die Energiepreise, die infolge der verminderten Gaslieferungen aus Russland im Jahr 2022 stark gestiegen waren, blieben zwar auf einem hohen Niveau, zeigten jedoch im Jahresverlauf 2023 erste Anzeichen einer Stabilisierung. Gleichzeitig führten die von den Zentralbanken eingeleiteten Zinserhöhungen, mit denen die Inflation bekämpft werden sollte, zu einer Abkühlung der wirtschaftlichen Dynamik.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland stagnierte im Jahr 2023 weitgehend, wobei insbesondere die Industrieproduktion durch schwächelnde Exportmärkte und gestiegene Finanzierungskosten belastet wurde. Der private Konsum blieb angesichts der weiterhin hohen Inflation und einer erhöhten Unsicherheit der Verbraucher gedämpft. Nach einem leichten Wachstum von 1,8 % im Jahr 2022 verzeichnete die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 ein moderates Minus von 0,3 %.

Während die Inflationsrate zu Beginn des Jahres 2023 mit durchschnittlich 8,7 % p.a. weiterhin auf hohem Niveau lag, sank sie im Laufe des Jahres infolge der restriktiveren Geldpolitik auf etwa 3,7 % p.a. im Dezember 2023. Trotz dieses Rückgangs blieb die Kaufkraft der Verbraucher unter Druck, was die Erholung des Binnenmarktes erschwerte.

Zusätzlich wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch den anhaltenden Fachkräftemangel und die angespannte geopolitische Lage weiter beeinträchtigt. Die deutschen Unternehmen mussten sich verstärkt auf Effizienzsteigerungen, Kostensenkungen und strategische Neuausrichtungen konzentrieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Entwicklung der Baubranche und des Gleisbaus

Dieser gesamtwirtschaftliche Kontext prägte auch die Rahmenbedingungen für die Baubranche. Im Jahr 2023 setzte sich die insgesamt schwache Entwicklung der Baubranche fort, die bereits 2022 durch hohe Baupreise, steigende Zinsen und eine gesamtwirtschaftliche Verunsicherung geprägt war. Während die nominalen Umsätze der Bauunternehmen um 8,4 % stiegen (2022: 10,7 %), resultierte dieser Anstieg vor allem aus der Erhöhung der Materialpreise. Real, nach Abzug der Preissteigerungen, verzeichnete die Baubranche einen Umsatzrückgang von 3,2 %, wobei besonders der Wohnungsbau und der Wirtschaftsbau von Rückgängen betroffen waren. Im Gegensatz dazu konnte der Gleisbau stabil bleiben, was insbesondere den anhaltenden Investitionen in die Schieneninfrastruktur zu verdanken war.

Wirtschaftliche Situation der Deutschen Bahn AG

Die Deutsche Bahn AG, als einer der Hauptauftraggeber für den Eisenbahnoberbau in Deutschland, spielte auch 2023 eine zentrale Rolle im Bereich des Gleisbaus. Die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bahn AG erholte sich nach den pandemiebedingten Einbrüchen der Jahre 2020 und 2021. Im Jahr 2023 wurden die Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur trotz gestiegener Kosten und Inflation fortgeführt. Der Konzern investierte etwa 4,8 Milliarden Euro in die Modernisierung und den Ausbau des Schienennetzes, was eine Steigerung von rund 3,2 % gegenüber dem Vorjahr darstellt. Diese kontinuierlichen Investitionen bieten den Unternehmen im Gleisbau Aufträge und Planungssicherheit und unterstützen die Branche somit in ihrer Stabilität.

Bedeutung des Schienengüterverkehrs

Der Schienengüterverkehr bleibt in Deutschland eine strategische Herausforderung. Trotz des geringen Marktanteils von etwa 19 % (2022: 18,7 %) am gesamten Güterverkehr verfolgt die Bundesregierung das Ziel, diesen Anteil bis 2030 auf 25 % zu steigern. Der Ausbau und die Modernisierung des Schienennetzes sind wesentliche Voraussetzungen für dieses Ziel. In diesem Zusammenhang wird der Gleisbau als zentrale Branche für die Aufrechterhaltung und den Ausbau des Schienengüterverkehrs weiter gestärkt. Die nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur und die Förderung des Schienengüterverkehrs sind entscheidend für die Erreichung der Klimaziele und die Sicherstellung einer effizienten Logistik.

Eisenbahninfrastruktur in Thüringen

Besondere Entwicklungen gab es auch im Bundesland Thüringen. Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft richtete eine Stabsstelle zur Entwicklung eines Masterplans Schienenverkehr 2030 ein. Ziel dieses Projekts ist es, die Streckenreaktivierung und die Ertüchtigung bestehender Eisenbahnstrecken, insbesondere im ländlichen Raum, zu untersuchen und voranzutreiben. Zudem wurde das Projekt Integraler Taktfahrplan (ITF) Thüringen ins Leben gerufen, um die Vernetzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu verbessern und die Schieneninfrastruktur effizienter zu gestalten. Diese Initiativen bieten dem Gleisbau neue Chancen, insbesondere im ländlichen Raum, und tragen dazu bei, dem drohenden Rückbau von Schienenstrecken entgegenzuwirken.

Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III)

Im Jahr 2023 wurde die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III) zwischen der Deutschen Bahn AG und dem Bund weiterhin eingehalten. Im Rahmen dieser Vereinbarung standen der Deutschen Bahn AG bis zum Jahr 2024 jährlich rund 4,6 Milliarden Euro an Bundeszuschüssen zur Verfügung, mit steigenden Beträgen in den Folgejahren. Diese Mittel sind für die Instandhaltung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur vorgesehen und bieten Unternehmen im Gleisbau langfristige Planungs- und Investitionssicherheit. Im Jahr 2023 flossen im Rahmen der LuFV III insgesamt etwa 5,5 Milliarden Euro in die Ersatzinvestitionen und Instandhaltungen des Schienennetzes. Die Mittelverwendung wurde durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) überwacht, und die Vereinbarungen wurden in vollem Umfang erfüllt.

Zustand der Eisenbahninfrastruktur in Deutschland

Trotz der positiven Entwicklungen im Bereich der Investitionen bleibt der Zustand der Eisenbahninfrastruktur in Deutschland eine Herausforderung. Die Infrastruktur ist teils stark beansprucht, und die Eisenbahninfrastrukturunternehmen haben wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, den bestehenden Instandhaltungsstau abzubauen. Die Belastungsgrenze des Schienennetzes ist erreicht, was zu einem dringenden Handlungsbedarf führt. Auch wenn die Deutsche Bahn AG im Jahr 2023 zusätzliche Mittel für die Modernisierung und den Ausbau bereitgestellt hat, bleibt der Zustand vieler Strecken weiterhin unzureichend, was auch durch Unfälle und die daraus resultierenden Sicherheitsrisiken verdeutlicht wird. Die Branche fordert weiterhin eine haushaltsunabhängige Finanzierung von Investitionen in das Schienennetz, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene langfristig zu sichern.

Ausblick

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Gleisbaubranche in Deutschland im Jahr 2023 angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten stabil geblieben ist. Die kontinuierlichen Investitionen in die Schieneninfrastruktur und die Fortführung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung bieten eine solide Basis für die weitere Entwicklung. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, den Zustand der Eisenbahninfrastruktur nachhaltig zu verbessern, den Fachkräftemangel zu überwinden und die ambitionierten Ziele der Bundesregierung im Bereich des Schienengüterverkehrs zu erreichen.

Wirtschaftsbericht

Geschäftsverlauf

Durch die günstigen Witterungsverhältnisse im Jahr 2023 ergab sich ein früher Beginn der Bauphase. Die Bautätigkeit konnte während des gesamten Geschäftsjahres kontinuierlich ausgeführt werden. Bei der Erbringung der Stopfleistungen ergab sich im Frühjahr 2023 durch eine Beschädigung der Gleisstopfmaschine für Sonderspuren eine mehrwöchige Unterbrechung.

Die im Geschäftsjahr und in den Vorjahren angeschafften neuen Baugeräte und -maschinen konnten im Berichtsjahr planmäßig eingesetzt werden. Die Leistungsfähigkeit des Unternehmens wurde erwartungsgemäß gesteigert und die Fachkräfte durch die Neuanschaffungen in der Umsetzung der Qualitätsanforderungen unterstützt.

Die Finanzkredite wurden insgesamt planmäßig mit Mio. EUR 0,7 getilgt und valutieren zum Bilanzstichtag mit Mio. EUR 1,1. Im Geschäftsjahr wurde eine Gleisstopfmaschine für einen Kaufpreis von Mio. EUR 2,7 veräußert. Bei positiven Cash Earnings von Mio. EUR 3,4 ist das Working Capital mit Mio. EUR 7,8 (Vorjahr: Mio. EUR 5,2) deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Die Bauleistungen wurden im Geschäftsjahr in höheren Umfang als im Vorjahr mit Subunternehmerleistungen ausgeführt; es wurde mehr eigenes Material eingesetzt. Darüber hinaus wurden die eigenen Personalkapazitäten erweitert. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist bei sich stabilisierenden Preisen für Baumaterialien sowie für Reparatur und Entsorgungsleistungen mit Mio. EUR 9,2 um Mio. EUR 1,6 höher als im Vorjahr. Durch den Ausbau der eigenen Personalkapazitäten sowie Lohn- und Gehaltssteigerungen ist der Personalaufwand um 13,5 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Die Pensionszahlungen und die Bewertung der Pensionsverpflichtungen haben den Personalaufwand des Geschäftsjahres nicht belastet. Die übrigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres sind darüber hinaus durch erhöhte Aufwendungen für den Fuhrpark der Gesellschaft sowie im Rahmen der Eisenbahnsicherheit belastet und liegen um Mio. EUR 0,2 über dem Niveau des Vorjahres. Die Unterbrechung des Betriebs der Gleisstopfmaschine für Sonderspuren im Frühjahr und deren Reparatur wurden durch Schadenersatzzahlungen von Versicherungen kompensiert. Veräußerungen von Anlagevermögen, insbesondere der Verkauf einer Gleisstopfmaschine führten zu einem positiven Ergebnisbeitrag von Mio. EUR 2,7.

Das Jahresergebnis der Thüringer Eisenbahn GmbH (The) war im Geschäftsjahr bei erhöhten Instandhaltungsaufwendungen für die Gleisstreckennetze der Tochtergesellschaft im Wesentlichen ausgeglichen. Im Vorjahr hat die Thüringer Eisenbahn GmbH (The) mit einem Überschuss von Mio. EUR 0,2 zum Jahresergebnis der Erfurter Gleisbau GmbH beigetragen.

Ertragslage

Bei stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelang es der Erfurter Gleisbau GmbH einen Jahresüberschuss von Mio. EUR 3,0 zu erzielen. Die Ertragslage stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Differenz
TEUR
Umsatzerlöse 12.931 13.451 -520
Bestandsveränderungen / aktivierte Eigenleistungen 2.980 -1.525 4.505
Materialaufwand -6.671 -4.280 -2.391
Bruttoergebnis vom Umsatz 9.240 7.646 1.594
Personalaufwand -5.546 -4.886 -660
Übrige operative Aufwendungen und Erträge -1.564 -1.751 187
Betriebsergebnis vor Abschreibungen 2.130 1.009 1.121
Abschreibungen -541 -433 -108
Betriebsergebnis 1.589 576 1.031
Neutrales Ergebnis 2.690 262 2.428
Beteiligungsergebnis -7 164 -171
Finanzergebnis 73 29 44
Ergebnis vor Steuern 4.345 1.031 3.314
Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.387 -245 -1.142
Jahresüberschuss 2.958 786 2.172

Im Geschäftsjahr wurden Nachunternehmerleistungen in größerem Umfang als im Vorjahr in Anspruch genommen; es wurde vermehrt eigenes Baumaterial eingesetzt. Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt konnten die eigenen Personalkapazitäten weiter ausgebaut werden. Die bereits in den Vorjahren beobachtete Entspannung der Wettbewerbssituation in der Gleisbaubranche setzte sich auch im Geschäftsjahr fort. Dadurch war es möglich, die Angebotspreise der Bauprojekte mit einer auskömmlichen Bruttomarge zu kalkulieren.

Die im vorhergehenden Geschäftsjahr begonnenen Preisanstiege bei Baumaterialien, Reparaturen und Entsorgungsleistungen gingen im Jahr 2023 zurück. Diese Kosten konnten größtenteils an die Kunden weitergegeben werden und belasteten - im Gegensatz zum Vorjahr - die Bruttomarge nicht. Im Geschäftsjahr wurden Gewinne aus Großbaustellen, einschließlich solcher, die im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften mit anderen Bauunternehmen ausgeführt wurden, bei deren Fertigstellung realisiert.

Insgesamt stieg das Bruttoergebnis vom Umsatz im Geschäftsjahr auf Mio. EUR 9,2 und lag damit um Mio. EUR 1,6 über dem Niveau des Vorjahres.

Durch das motivierte Engagement der Arbeitnehmer war die Auslastung der Kapazitäten im Geschäftsbereich Eisenbahnoberbau über das ganze Jahr hinweg gewährleistet. Die Tätigkeiten im Eisenbahnoberbau betrafen den Einsatz im Netz des Tochterunternehmens Thüringer Eisenbahn GmbH als auch im Bereich der Nahverkehrsunternehmen, der Industrie und der Deutschen Bahn AG.

Die Preise für Baumaterial sind bedingt durch eine Materialknappheit bei anhaltend hoher Nachfrage sowie schwankende Energiekosten durch die Auswirkungen des Krieges auf dem Staatsgebiet der Ukraine im Vorjahr angestiegen und haben sich im Geschäftsjahr stabilisiert. Im Gegensatz zum Vorjahr konnten die gestiegenen Material- und Energiekosten weitgehend in den Angebotspreisen berücksichtigt werden.

Während eines Übergangszeitraum bis zur Wiedererlangung einer Sicherheitsbescheinigung (Re-Zertifizierung) mussten Fremdleistungen für Fahrzeugreparaturen und Auditorenleistungen im Zusammenhang mit der Bahnsicherheit in erhöhten Umfang in Anspruch genommen werden.

Bei einem Aufbau der eigenen Personalkapazitäten ist der Personalaufwand um Mio. EUR 0,7 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Pensionszahlungen sowie die Bewertung der Pensionsrückstellungen haben im Geschäftsjahr den Personalaufwand nicht belastet. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Erfurter Gleisbau GmbH 91 Arbeitnehmer (Vorjahr: 86 Arbeitnehmer).

Die übrigen operativen Aufwendungen und Erträge sind durch die Inanspruchnahme zusätzlicher Dienstleistungen bis zur Wiedererlangung der Sicherheitsbescheinigung belastet. In den übrigen operativen Erträgen ist der Schadenersatz für die Reparatur der Gleisstopfmaschine für Sonderspuren und deren Betriebsausfall im Frühjahr 2023 mit Mio. EUR 0,3 berücksichtigt. In Summe liegen die übrigen operativen Aufwendungen abzüglich Erträge um Mio. EUR 0,2 unter dem Niveau des Vorjahres.

Bei einer deutlich gestiegenen Bruttomarge und im Vergleich zum Vorjahr höheren Personalaufwendungen ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen mit Mio. EUR 1,0 über dem durch Preissteigerungen der Baumaterialien und schwankende Energiekosten belasteten Vorjahr und liegt damit auf dem Niveau der Geschäftsjahre vor 2022.

Die Abschreibungen des materiellen und immateriellen Anlagevermögens sind auf Grund der hohen Investitionstätigkeit im Vorjahr mit Mio. EUR 0,5 geringfügig höher als im Jahr 2022.

Die Ergebnisabführung der Thüringer Eisenbahn GmbH hat das Jahresergebnis der Erfurter Gleisbau GmbH nur geringfügig beeinflusst (Vorjahr: Ergebnisentlastung von Mio. EUR 0,2). Dabei war das Ergebnis der Thüringer Eisenbahn GmbH durch im Vergleich zum Vorjahr höhere Instandhaltungsaufwendungen für die von der Tochtergesellschaft betriebenen Gleisstreckennetze belastet. Dagegen konnten die Erlöse aus Trassenentgelten erhöht werden.

Das Finanzergebnis hat sich bei einer Rückführung der Finanzkredite im Verlauf des Geschäftsjahres und steigenden Guthabenzinsen im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Im neutralen Ergebnis sind im Wesentlichen die Gewinne aus der Veräußerung einer Gleisstopfmaschine mit Mio. EUR 2,7 berücksichtigt. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag haben das Jahresergebnis mit Mio. EUR 1,4 belastet.

Vermögenslage

Erwähnenswert für die wirtschaftliche Beständigkeit der Gesellschaft sind der eigene Maschinenpark, eigener Grund und Boden sowie die darauf befindlichen Gebäude. Die zeitnahe Handlungsfähigkeit ist hierdurch permanent gewährleistet und lässt zudem eine kalkulierbare Belastung zu.

Durch Investitionen von Mio. EUR 3,2 in den Geschäftsjahren 2019 bis 2023 wurde der Maschinenpark der Erfurter Gleisbau GmbH erweitert und modernisiert. Die gleisgebundenen Baumaschinen sind auf Grund wiederkehrender Abnahmen durch die technischen Aufsichtsämter in einem guten Zustand, bedürfen jedoch regelmäßiger geplanter Instandsetzungsmaßnahmen (beispielsweise gemäß § 32 EBO). Den Abschreibungen des Anlagevermögens von Mio. EUR 0,5 stehen Anlageninvestitionen von Mio. EUR 0,4 gegenüber. Die Investitionen des Geschäftsjahres betreffen im Wesentlichen Maschinen und Gleisbaugeräte.

Die Entscheidung der Erfurter Gleisbau GmbH 1999 das Tochterunternehmen, die Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE), zu gründen ist als strategisch richtig zu bewerten. Das Ziel, stilllegungsbedrohte Strecken der Deutschen Bahn AG zu pachten, die Infrastruktur zu ertüchtigen und mit öffentlichen Eisenbahnverkehren zu betreiben, sicherte den Personenverkehr auf zwei Strecken im Thüringer Raum und gewährleistete optimale Voraussetzungen für den notwendigen Schienengüterverkehr. Die ThE hat ihr gestecktes Ziel erreicht, die Infrastrukturen der beiden gepachteten Eisenbahnstrecken "Sonneberger Netz" und "Pfefferminzbahn" sowohl oberbautechnisch als auch sicherungstechnisch in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen. Damit sind die Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit eines Regel-Eisenbahnbetriebes geschaffen. Die Förderung des Personen- und Güterverkehrs trägt dabei maßgeblich zu einer positiven Entwicklung der Region bei. Der steigende und wichtige Güterverkehrsumschlag in diesen Regionen ist ein hocherfreuliches Zeichen der Eisenbahnkultur. Ansiedlungen von Gewerbe mit Umschlagbedürfnissen hoher Tonnage führen bereits heute zum notwendigen Ausbau der Strecke. Geförderte Investitionen in die technische Sicherheit und Zuverlässigkeit der Strecken sind weiterhin in der Umsetzung und können im Wesentlichen durch die Erfurter Gleisbau GmbH zeitnah bearbeitet werden. Notwendige Anträge und Planungsunterlagen bei den Ministerien können durch eigenes Fachpersonal eigenhändig und vollumfänglich erstellt werden.

Das Jahresergebnis der Thüringer Eisenbahn GmbH wird im Rahmen eines im Geschäftsjahr 2008 geschlossenen Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrages an die Erfurter Gleisbau GmbH abgeführt.

Von den im Vorratsvermögen berücksichtigten unfertigen Baustellen werden die erhaltenen Anzahlungen offen abgesetzt. Soweit die erhaltenen Anzahlungen den Wert der unfertigen Baustellen insgesamt übersteigen, wird der Saldo unter den Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen ausgewiesen. Die zum Bilanzstichtag vereinnahmten Abschlagszahlungen sind auf Grund des kurzfristigen Zahlungsverhaltens der Kunden um Mio. EUR 0,4 (Vorjahr: Mio. EUR 1,0) geringer als der Wert der unfertigen Baustellen.

Die Forderungen gegen die Tochtergesellschaft Thüringer Eisenbahn GmbH haben sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um Mio. EUR 1,3 im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Finanzlage

Die Erfurter Gleisbau GmbH weist zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 69,0 % (Vorjahr: 66,9 %) aus. Die Fremdfinanzierung der Gesellschaft erfolgt im Wesentlichen durch mittel- und langfristige Investitionsfinanzierungen (Mio. EUR 1,1; Vorjahr: Mio. EUR 1,8). Zudem stehen der Erfurter Gleisbau GmbH Kontokorrentlinien von Kreditinstituten über Mio. EUR 0,8 zur Verfügung. Die Deckung des Anlagevermögens durch Eigenkapital sowie mittel- und langfristiges Fremdkapital ist gewährleistet und beträgt mehr als 100 %.

Der Finanzmittelfonds hat sich zum Bilanzstichtag um Mio. EUR 3,0 auf Mio. EUR 4,0 erhöht. Die Tilgungen von Finanzierungsdarlehen (Mio. EUR 0,7) konnten vollständig aus den Cash Earnings gedeckt werden. Durch den Verkauf einer Gleisstopfmaschine ergab sich ein Mittelzufluss von Mio. EUR 2,7. Investitionen in die immateriellen Anlagen und das Sachanlagevermögen wurden im Wesentlichen aus dem Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit bzw. dem Mittelzufluss aus dem Verkauf von Sachanlagen finanziert.

Die Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit war innerhalb des abgelaufenen Geschäftsjahres aus dem Leistungs- und Abrechnungsprozess sowie eingeräumten Kreditlinien von Kreditinstituten jederzeit gewährleistet.

Die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die liquiden Mittel übersteigen das kurzfristige Fremdkapital um Mio. EUR 7,3 (Vorjahr: Mio. EUR 4,0). Unter Berücksichtigung des Vorratsvermögens ergibt sich eine Überdeckung der kurzfristig liquidierbaren Vermögensgegenstände über das kurzfristig fällige Fremdkapital von Mio. EUR 7,8 (Vorjahr: Mio. EUR 5,1).

Sonstige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Zum Jahresende 2023 lag der Personalbestand bei 100 (Vorjahr: 93) aktiven Arbeitnehmern einschließlich Auszubildender und Geschäftsführer. Dabei wurden Lücken durch altersbedingt und auf eigenen Wunsch ausscheidende Mitarbeiter weitgehend durch junge oder berufserfahrene Fachkräfte kompensiert. Derzeit befinden sich neun Auszubildende auf Ihrem Weg zum Facharbeiter und Baumaschinengeräteführer. Die Erfurter Gleisbau GmbH verpflichtet sich für tätigkeitsbezogene Qualifikationen der Arbeitnehmer und die Teilnahme an fachspezifischen Lehrgängen, um das Leistungsspektrum qualitativ ausführen zu können. Die Abdeckung der komplexen Leistungen für die Deutsche Bahn AG erfolgt weitestgehend mit eigenem Personal.

Der Umweltschutz hat für die Gesellschaft stets einen hohen Stellenwert. Die geforderten Nachweise des gelebten Umweltschutzes werden mittels wiederkehrenden Qualitätsaudits gewährleistet. Die Ergebnisse der Audits zeigen, dass die Erfurter Gleisbau GmbH nach dem Qualitätsmanagement der Norm DIN EN ISO 9001 arbeitet. Die Qualitätsaudits bescheinigen der Gesellschaft nicht nur den gelebten Umweltschutz, sondern auch die Einhaltung der für die Durchführung von Aufträgen des Deutsche Bahn AG Konzerns notwendigen hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards.

In den Auditberichten wird der Gesellschaft und deren Mitarbeitern regelmäßig zertifiziert, dass das Qualitätssicherungssystem von allen Beteiligten nicht nur verstanden, sondern auch ständig verbessert und in allen Arbeitsabläufen angewandt wird. Dazu werde das Qualitätsmanagementsystem insbesondere nach dem Vorbild der Geschäftsführung von allen Beteiligten gelebt und umgesetzt.

Die Gesellschaft hat im Zertifizierungsprozess die notwendige Sicherheitsbescheinigung nach § 7a AEG durch das Eisenbahnbundesamt erreicht. Die Durchführung von Eisenbahnverkehrsleistungen im Rahmen der Bauvorhaben und Zu- bzw. Abführungen von Materialien und Maschinen kann somit eigenständig vorgenommen werden. Es ist vorgesehen, in den kommenden Jahren weiteren Zertifizierungsprozessen zu begegnen und Standards im Unternehmensverbund zu festigen.

Gesamtaussage

Trotz des gesamtwirtschaftlich weiterhin schwierigen Umfelds mit steigenden Preisen und einem Fachkräftemangel konnte die Erfurter Gleisbau GmbH bei einem Bruttoergebnis vom Umsatz von Mio. EUR 9,2 und dem Gewinn aus dem Verkauf einer Gleisstopfmaschine von Mio. EUR 2,7 ein Ergebnis vor Ertragsteuer von Mio. EUR 4,3 erwirtschaften, welches deutlich über Niveau des Vorjahres liegt. Die Eigenkapitalquote (69,0 %) und somit die Finanzlage konnte bei einer um 31,8 % erweiterten Bilanzsumme weiter verbessert werden. Die Kredittilgungen wurden vollständig aus den Cash Earnings finanziert. Die Investitionen in das Anlagevermögen wurden im Wesentlichen durch den Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit bzw. die Mittelzuflüsse aus der Veräußerung einer Gleisstopfmaschine finanziert. Neben dem Finanzmittelfonds von Mio. EUR 4,0 stehen der Gesellschaft Kreditlinien von Mio. EUR 0,8 zur Verfügung.

Chancen- und Risikobericht

Durch die 100 % ige Tochtergesellschaft, das Eisenbahninfrastrukturunternehmen Thüringer Eisenbahn GmbH, sind gute Voraussetzungen geschaffen, auch in auftragsschwachen Zeiten die Kapazitäten der Erfurter Gleisbau GmbH auszulasten.

Der Konkurrenz- und Preisdruck in der deutschen Bauindustrie wird trotz des Abbaus von Überkapazitäten weiterhin bestehen bleiben. Im Bereich des Eisenbahnoberbaus stellt die Einhaltung hoher Anforderungen unter den Bedingungen straffer Ausführungszeiten eine besondere Herausforderung dar - eine Tatsache, der sich die Arbeitnehmer der Erfurter Gleisbau GmbH voll bewusst sind. Dank des eigenen modernen Maschinenparks sowie eines Teams aus langjährig erfahrenen, fachlich qualifizierten und motivierten Arbeitnehmern ist das Unternehmen gut aufgestellt, um diesen Risiken erfolgreich zu begegnen. Die erfolgreichen Maßnahmen der vergangenen Jahre haben es ermöglicht, notwendige Ersatzinvestitionen zu tätigen und so die Leistungsfähigkeit durch den Einsatz moderner Geräte, Maschinen und Datentechnik zu sichern. Die Einführung digitaler Technologien und Hilfsmittel ist ein unverzichtbarer Innovationsschritt, der im Bereich des Eisenbahnoberbaus längst überfällig war. Die Gesellschaft sieht darin nicht nur eine Chance zur Effizienzsteigerung, sondern auch eine Notwendigkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Die hohe Komplexität der Projekte erfordert weiterhin einen erheblichen personellen Aufwand. Insbesondere die zunehmenden logistischen Anforderungen nehmen dabei einen zentralen Stellenwert ein. Gleichzeitig bleiben die Bearbeitungszeiten während der Angebotsphase stellenweise in einem unausgewogenen Verhältnis. Der Zertifizierungsprozess zur Erlangung einer Sicherheitsbescheinigung für Eisenbahnverkehrsleistungen hat der Erfurter Gleisbau GmbH die Möglichkeit eröffnet, sich weiterzuentwickeln. Im Zuge dessen konnten zusätzliche Strukturreformen angestoßen werden, die langfristig zu Ertragssteigerungen und einer höheren Kosteneffizienz beitragen sollen. Dies stärkt die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und seine Position als leistungsstarker Partner für seine Kunden. Der Antrag auf Erneuerung der Sicherheitsbescheinigung gemäß § 7a AEG, die bis zum 6. August 2022 gültig war, wurde zurückgezogen, um den seit 2017 verschärften gesetzlichen Anforderungen besser gerecht zu werden. Im Jahr 2022 wurde das Zwischenziel erreicht, als ECM-Stelle (Entity in Charge of Maintenance) zertifiziert zu werden. Für das Jahr 2024 ist geplant, die Sicherheitsbescheinigung als Fahrzeughalter von Eisenbahnfahrzeugen erneut zu erlangen. Während der Übergangsphase erfüllt das Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen gemäß § 7a AEG durch Kooperationsverträge in enger Zusammenarbeit mit dem Eisenbahn-Bundesamt. Diese Übergangszeit ging mit zusätzlichen Aufwendungen einher, unter anderem für Fremdleistungen im Bereich der Fahrzeuginstandhaltung, die Übernahme von Verantwortlichkeiten im Eisenbahnverkehr, die Überwachung des Bereichs Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie Auditorenleistungen.

Der seit Jahren bestehende Fachkräftemangel wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Dieses Problem betrifft nicht nur die Erfurter Gleisbau GmbH, sondern kann sich auch auf die fristgerechte Durchführung von Bauvorhaben auswirken, insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Nachunternehmerleistungen, was zu Verzögerungen bei Sperrpausenterminen führen kann. Die Geschäftsführung der Erfurter Gleisbau GmbH sieht in diesen Herausforderungen zugleich eine Chance, um durch die Einführung moderner und attraktiver Arbeitszeitmodelle die Position des Unternehmens als Arbeitgeber zu stärken. Solche Modelle erfordern jedoch auch die Bereitschaft der Auftraggeber, sich auf Veränderungen einzulassen. Insbesondere wäre ein Umdenken notwendig, da der Verzicht auf Wochenend- und Nachteinsätze aus Kundensicht zwar zu Ertragsminderungen führen könnte, langfristig jedoch eine nachhaltigere Arbeitsweise fördern würde. Eine frühzeitige und vorausschauende Planung von Bauprojekten unter Einbindung aller beteiligten Leistungsträger ist unerlässlich, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Darüber hinaus könnte ein gezielter Fokus auf die Schaffung einer besseren Work-Life-Balance dazu beitragen, das Unternehmen für potenzielle neue Fachkräfte attraktiver zu machen und die bestehende Belegschaft langfristig zu binden.

Die fachliche Qualifikation der Arbeitnehmer der Erfurter Gleisbau GmbH ist insbesondere für den Hauptauftraggeber Deutsche Bahn AG von hoher Bedeutung. Die Gesellschaft hat die Präqualifikation für die Auftragsvergabe der Deutschen Bahn AG im Oberbau von Weichen mit Leitgeschwindigkeit II erreicht und erhalten. Zudem bestehen Präqualifikationen für Erdbauwerke - Allgemeiner Tiefbau der Produktkategorien Erdkörper und Kabelführungssysteme sowie Ver- und Entsorgungsleistungen. Auch für private Nahverkehrsgesellschaften qualifizieren sich die Arbeitnehmer der Erfurter Gleisbau GmbH erfolgreich, um den Zugang zu beschränkten Ausschreibungen zu sichern. Die Resonanz der Auftraggeber unterstreicht die hohe fachliche Kompetenz und die qualitativ hochwertige Ausführung der erbrachten Leistungen, was das Unternehmen als verlässlichen und geschätzten Partner in der Branche bestätigt.

Dem zunehmenden Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft begegnet die Erfurter Gleisbau GmbH durch die Schaffung eines den Bedürfnissen aller Arbeitnehmer entsprechenden Arbeitsumfelds. Seit 1990 ist die Gesellschaft als anerkannter Ausbildungsbetrieb tätig. Die Gewinnung von Auszubildenden stellt sowohl eine gesellschaftspolitische als auch eine unternehmerische Herausforderung dar. Es gelingt der Gesellschaft weitgehend, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Um junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern, setzt die Gesellschaft auf verschiedene Werbestrategien. Als Mittelstandsunternehmen sieht die Erfurter Gleisbau GmbH ihre Qualität insbesondere im Umgang mit ihren Arbeitnehmern und der Nähe der Führungsebene zur Belegschaft und enge Kooperationen mit regionalen Schulungseinrichtungen. Die Anzahl der Fachmitarbeiter konnte im Geschäftsjahr erweitert werden. Im Jahr 2023 wurde nahezu Vollauslastung der Arbeitskapazitäten erreicht.

Die Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten tangieren die Erfurter Gleisbau GmbH nur in geringem Ausmaß, da Baustoffe zumeist vom Auftraggeber bereitgestellt oder diesem separat in Rechnung gestellt werden. Steigerungen der Energiepreise, insbesondere zum Transport und Betrieb der Baumaschinen, können aufgrund der langen Zeiträume zwischen Angebotserstellung und Ausführung der Bauarbeiten nur in begrenzten Umfang in den Angebotspreisen berücksichtigt werden und könnten somit zukünftig die erzielbaren Margen belasten. Zudem belasten Preiserhöhungen bei Vorunternehmerleistungen, wie etwa Reparaturen von Fahrzeugen oder Entsorgungsleistungen, das Ergebnis der Gesellschaft.

In der Entscheidung des Bundestags, das Schienennetz nicht zu privatisieren, sieht die Erfurter Gleisbau GmbH die Chance, dass der bestehende Instandhaltungsstau im deutschen Schienennetz beseitigt wird und somit zu einer Auslastung der Kapazitäten der Gesellschaft führt. Dies wird auch untermauert durch die im Jahr 2019 für den Zeitraum 2020 bis 2029 abgeschlossene LuFV III. Hierin ist die langfristige Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel durch den Bund für die Instandhaltung des Bestandsnetzes der Deutschen Bahn AG manifestiert. Durch den deutlichen Anstieg der Bundesmittel und der Mittel aus der Selbstverpflichtung der Eisenbahninfrastrukturunternehmen ab dem Jahr 2020 soll der Instandhaltungsstau des deutschen Schienennetzes abgebaut werden. Dies eröffnet dem inzwischen konsolidierten Eisenbahnoberbau Chancen auf zukünftige Umsatz- und Ertragssteigerungen sowie selbst notwendige Investitionen zu tätigen. Auch die Deutsche Bahn AG hat deutlich gemacht, dass nach dem Erreichen der Belastungsgrenze im Jahr 2023 eine beschleunigte Modernisierung, Instandsetzung und Erweiterung des deutschen Schienennetzes unbedingt erforderlich ist.

Die strukturellen Veränderungen innerhalb des Bahnkonzerns zeigen ebenso Fortschritte. Das Abrechnungsverfahren der Deutschen Bahn AG befindet sich weiterhin im Wandel. Für die Abrechnungen von hauptvertraglichen Leistungen ist ein positiver Trend zu verzeichnen. Die Verhandlungen über Nachtragsleistungen sind weiterhin zu bemängeln.

Prognosebericht

Nachdem sich die Belastungen der Ertragslage der Erfurter Gleisbau GmbH durch Materialverknappungen und Preissteigerungen bereits im Jahr 2023 deutlich reduziert haben, sind diese im Folgejahr kaum noch wahrzunehmen. Es wird mit einem Auftragseingang auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 gerechnet. Um die Aufträge auch in Zukunft nach den herausfordernden Vorgaben der Auftraggeber zeitnah umsetzen zu können, plant die Erfurter Gleisbau GmbH zusätzliches Personal einzustellen und Erweiterungsinvestitionen durchzuführen. Dabei sollen auch neuartige Verfahren und Arbeitsgeräte erprobt und in die Arbeitsprozesse implementiert werden.

Die Deutsche Bahn AG arbeitet mit langfristig zugesicherten Bundesmitteln, die im Rahmen der im Januar 2020 neu abgeschlossenen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III) festgelegt wurden. Für die Jahre 2024 und 2025 sind jährlich mindestens EUR Mrd. 4,6 Bundesmittel für Investitionen in das Bestandsnetz vorgesehen. Zusätzlich stellen die Eisenbahninfrastrukturunternehmen vertraglich vereinbarte Eigenmittel in Höhe von EUR Mrd. 2,0 pro Jahr bereit.

Trotz dieser Mittel sehen Experten der Bahnwirtschaft sie weiterhin als unzureichend an, um die langfristige Funktionsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Schienenwege sicherzustellen. Nach aktuellen Einschätzungen werden mindestens EUR Mrd. 7,0 pro Jahr allein für den Erhalt der bestehenden Schieneninfrastruktur benötigt, um die steigenden Anforderungen an den Schienenverkehr zu erfüllen.

Ungewiss bleibt, wie sich Sparmaßnahmen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene in den kommenden Jahren auf die Infrastrukturinvestitionen auswirken werden. Die fiskalischen Zwänge resultieren aus den ausgabenintensiven Jahren 2020 bis 2022, die durch Maßnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie geprägt waren, sowie aus einem Rückgang der Wirtschaftstätigkeit und des Steueraufkommens ab 2023. Hinzu kommen die Herausforderungen durch die erheblichen Preissteigerungen im Jahr 2022. Ähnliche Einschränkungen könnten sich auch auf privatwirtschaftliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur auswirken.

Die Erfurter Gleisbau GmbH hat planmäßig die Stabilisierung der Vermögens- und Finanzlage erreicht. Für die kommenden Geschäftsjahre wird eine weitere Verbesserung der Vermögens- und Finanzlage erwartet, sofern keine außergewöhnlichen Einflüsse entgegenwirken. Die planmäßige Durchführung von Investitionen führt zu steigenden Finanzierungskosten und einer Erhöhung der Abschreibungen auf Sachanlagen. Das Hauptaugenmerk ist nach wie vor auf die Kapitalsicherung und die Stärkung der Eigenfinanzierungskraft gerichtet. Die Einsatzbereitschaft der Baugeräte und -maschinen wird durch Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen aufrechterhalten. Neuinvestitionen werden in notwendigen Umfang und nach langfristiger Planung durchgeführt, um die Finanzlage nicht zu beeinträchtigen. Zukünftige Investitionen werden verstärkt die Aspekte des Umweltschutzes und der Lärmbelästigung zu berücksichtigen haben.

Durch den ab 2020 vereinbarten Anstieg der zur Verfügung stehenden Mittel für die Erhaltung des deutschen Schienennetzes trotz möglicherweise eintretender Sparzwänge der öffentlichen Hand erwartet die Erfurter Gleisbau GmbH eine bessere Auslastung der Gleisbaukapazitäten in Deutschland und damit einen weiteren Rückgang des Wettbewerbs- und Preisdrucks. In einzelnen Bereichen ist dieser Trend bereits deutlich zu erkennen. Bei einer zu erwartenden Verbesserung der Wettbewerbs- und Preissituation geht die Geschäftsführung der Erfurter Gleisbau GmbH von einer Beibehaltung des operativen Ergebnisses auf dem hohen Niveau des Jahres 2023 aus. Die Erfurter Gleisbau GmbH erwartet für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 ein Betriebsergebnis von jeweils Mio. EUR 1,3 bis 1,5 und bei einem stetigen Finanz- und Beteiligungsergebnis ein Vorsteuerergebnis von Mio. EUR 1,4 bis 1,6 in den beiden Folgejahren.

Die bestehenden Finanzverbindlichkeiten werden sich im Geschäftsjahr 2024 durch planmäßige Tilgungen verringern. Daneben sind für das Folgejahr Ersatzinvestitionen in den Maschinenpark der Gesellschaft vorgesehen, die aus den vorhanden liquiden Mitteln finanziert werden. Unter diesen Aspekten wird sich die Fremdkapitalstruktur nahezu unverändert darstellen. Die Erfurter Gleisbau GmbH erwartet bei einer geringfügig rückläufigen Bilanzsumme eine Verbesserung der Eigenkapitalquote auf etwa 70 bis 75 %.

 

Erfurt, der 20. Dezember 2024

Stephan Sander, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. EDV-Programme 6.596,00 6.626,00
2. Geleistete Anzahlungen 5.101,60 0,00
11.697,60 6.626,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.287.957,20 2.375.708,20
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.249.109,78 1.395.008,03
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 489.881,50 458.147,50
4.026.948,48 4.228.863,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 824.906,00 824.906,00
2. Beteiligungen 148.008,79 157.072,03
972.914,79 981.978,03
5.011.560,87 5.217.467,76
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 109.481,86 110.126,86
2. Unfertige Leistungen 8.600.248,00 5.620.532,00
3. Erhaltene Anzahlungen auf unfertige Leistungen 8.230.061,02 4.612.157,83
479.668,84 1.118.501,03
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 651.895,98 452.505,78
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.165.521,72 3.886.066,89
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 78.473,53 85.521,52
4. Sonstige Vermögensgegenstände 791.301,75 556.907,44
6.687.192,98 4.981.001,63
III. Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 4.015.677,18 973.726,65
11.182.539,00 7.073.229,31
C. Rechnungsabgrenzungsposten 27.703,33 17.590,81
16.221.803,20 12.308.287,88

Passiva

31.12.2023
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 511.291,88 511.291,88
II. Gewinnrücklagen
1. Sonderrücklage § 27 Abs. 2 DMBilG 128.430,31 128.430,31
2. Andere Gewinnrücklagen 7.593.701,16 6.807.460,60
7.722.131,47 6.935.890,91
III. Bilanzgewinn 2.957.875,97 786.240,56
11.191.299,32 8.233.423,35
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 883.513,77 957.231,47
2. Steuerrückstellungen 978.027,80 137.833,00
3. Sonstige Rückstellungen 546.758,52 483.325,93
2.408.300,09 1.578.390,40
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 460.859,95 1.024.980,82
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.013.611,29 262.974,48
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 698,06 79.177,22
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 9.265,34 10.560,06
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.136.954,15 1.117.921,55
davon gegenüber Gesellschaftern: EUR 33.250,74 (Vorjahr: EUR 27.498,39)
davon aus Steuern: EUR 252.526,54 (Vorjahr: EUR 120.628,27)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 18.347,01 (Vorjahr: EUR 15.636,01)
2.621.388,79 2.495.614,13
D. Rechnungsabgrenzungsposten 815,00 860,00
16.221.803,20 12.308.287,88

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
EUR
Vorjahr
EUR
1. Umsatzerlöse 12.930.933,14 13.451.330,68
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 2.979.716,00 -1.662.007,00
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 137.251,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 3.345.781,41 485.982,99
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.977.912,24 2.284.295,42
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.692.983,26 1.995.552,70
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.092.861,21 3.604.311,19
b) Soziale Abgaben 1.394.574,09 1.250.722,25
c) Aufwendungen für Altersversorgung 58.714,13 31.401,34
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 541.022,32 433.004,68
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.188.085,42 1.944.955,29
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 1.877,89 180.970,39
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 151.785,07 127.157,56
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 9.063,24 16.515,94
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 78.863,07 97.907,31
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.386.807,79 244.580,53
14. Ergebnis nach Steuern 2.989.206,74 817.438,97
15. Sonstige Steuern 31.330,77 31.198,41
16. Jahresüberschuss 2.957.875,97 786.240,56
17. Gewinnvortrag 786.240,56 747.199,89
18. Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 786.240,56 747.199,89
19. Bilanzgewinn 2.957.875,97 786.240,56

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Gliederung

I. Angaben und Erläuterungen zu Besonderheiten der Form, insbesondere der Gliederung des Jahresabschlusses

II. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

III. Erläuterungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

1. Erläuterungen der Bilanz

2. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

IV. Sonstige Angaben nach § 285 HGB

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

2. Arbeitnehmer

3. Aufstellung des Anteilsbesitzes

4. Abschlussprüferhonorar

5. Ergebnisverwendung

V. Geschäftsführung

VI. Nachtragsbericht

VII. Registereintragung

I. Angaben und Erläuterungen zu Besonderheiten der Form, insbesondere der Gliederung des Jahresabschlusses

(1) Form der Darstellung

Die Form der Darstellung in Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung wurde gegenüber dem Vorjahresabschluss nicht geändert, daher sind Erläuterungen gemäß § 265 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht erforderlich.

(2) Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen

Die Beträge der Bilanzposten und der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind mit den Beträgen des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022 vergleichbar.

II. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ausweis und Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgten entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften für Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Das Anlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der nach § 253 Abs. 3 HGB notwendigen Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen der Zugänge von Vermögensgegenständen des abnutzbaren Sachanlagevermögens erfolgten im Berichtsjahr nach dem Grundsatz der Einzelbewertung linear. Die Abschreibungssätze wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer des Anlagegutes gemäß der "Baugeräteliste" (herausgegeben vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) ermittelt. Außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund einer technischen Abnutzung auf Sachanlagen waren nicht erforderlich. Vermögensgegenstände deren Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht übersteigen, werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben und als Abgang gebucht.

Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Der Ansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Anschaffungskosten. Die unfertigen Leistungen wurden zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. In die Herstellungskosten sind die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten, die Sondereinzelkosten der Fertigung, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, der Werteverzehr des Anlagevermögens sowie die Kosten der allgemeinen Verwaltung, die Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebes, für freiwillige soziale Leistungen und betriebliche Altersversorgung einbezogen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Erforderliche Wertberichtigungen wurden durchgeführt.

Die Bilanzierung des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens erfolgte gemäß § 250 Abs. 1 HGB.

Von dem Wahlrecht zum Ansatz des aktiven latenten Steuerüberhangs auf Grund sich ergebender Steuerentlastungen nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Das Stammkapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die Pensionsverpflichtungen wurden nach der Anwartschaftsbarwertmethode auf Basis der Richttafeln 2018G von Prof. Klaus Heubeck ermittelt. Der Berechnung der Pensionsverpflichtungen liegt der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzins der letzten zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, in Höhe von 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %) zu Grunde.

Für die Pensionsverpflichtungen bestehen Rückdeckungsversicherungen, welche an die Pensionsberechtigten verpfändet wurden. Darüber hinaus wurden langfristige Darlehensansprüche an Pensionsberechtigte verpfändet. Die Ansprüche aus verpfändeten Rückdeckungsversicherungen sowie die Darlehensforderungen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert entspricht den Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen und Darlehensforderungen. Nach § 246 Abs. 2 HGB werden der Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen sowie die Darlehensansprüche und die Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen.

Die Rückstellungen tragen allen bis heute erkennbaren Risiken Rechnung und werden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag auswiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

III. Erläuterungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

1. Erläuterungen der Bilanz

(1) Einzelposten des Anlagevermögens

Die Aufgliederung des Anlagevermögens geht aus dem Anlagenspiegel - Anlage zum Anhang - hervor.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 47 (Vorjahr: TEUR 37).

(3) Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Bankguthaben in Höhe von TEUR 50 (Vorjahr: TEUR 50) sind auf gesperrten Festgeldkonten zur Sicherung von Bank- und Versicherungsbürgschaften angelegt.

(4) Eigenkapital

Das Stammkapital ist in DM gezeichnet und beträgt DM 1.000.000,00. In Höhe des Unterschiedsbetrags aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzins der letzten zehn Jahre sowie der letzten sieben Jahre von TEUR 12 besteht eine Ausschüttungssperre.

(5) Pensionsrückstellungen

Die Pensionsverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Anwartschaftsbarwertmethode berechnet. Dabei sind auf Grund der getroffenen Zusagen keine Lohn- und Gehaltssteigerungen berücksichtigt. Die Rentenanpassungen wurden mit 4 % pro Jahr, durchgeführt aller drei Jahre in die Berechnung einbezogen. Als Rechnungszins wurde der durch die Deutsche Bundesbank errechnete durchschnittliche Marktzins verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Er beträgt zum Abschlussstichtag 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %). Es wurden die Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.

Gemäß § 246 Abs. 2 HGB sind Rückdeckungsversicherungen und Darlehensansprüche, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, mit diesen Verpflichtungen verrechnet worden. Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände beträgt TEUR 995 (Vorjahr: TEUR 1.062). Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt TEUR 1.879 (Vorjahr: TEUR 2.019). Der passive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von TEUR 884 (Vorjahr: TEUR 957) wird unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

(6) Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen die folgenden Verpflichtungen berücksichtigt:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Ansprüche der Arbeitnehmer aus Urlaubs-
und Arbeitszeitguthaben 271 189
Übrige Personalverpflichtungen 82 97
Gewährleistungen und Kulanz 111 111
Übrige sonstige Rückstellungen 83 86
547 483

(7) Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:

davon mit einer Restlaufzeit
Verbindlichkeiten gesamt
TEUR
bis zu einem Jahr
TEUR
von mehr als einem Jahr
TEUR
davon mehr als 5 Jahre
TEUR
1. gegenüber Kreditinstituten 461 219 242 0
(Vorjahr 1.025 510 515 58)
2. aus Lieferungen und Leistungen 1.013 1.013 0 0
(Vorjahr 263 263 0 0)
3. gegenüber verbundenen Unternehmen 1 1 0 0
(Vorjahr 79 79 0 0)
4. gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 9 9 0 0
(Vorjahr 11 11 0 0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.137 692 445 0
(Vorjahr 1.118 531 587 86)
Summen 2.621 1.934 687 0
(Vorjahr 2.496 1.394 1.102 144)

Die Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 1.050 (Vorjahr: TEUR 1.757) gesichert. Die gestellten Sicherheiten betreffen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit TEUR 461 (Vorjahr: TEUR 1.025) sowie die sonstigen Verbindlichkeiten mit TEUR 589 (Vorjahr: TEUR 732) und bestehen in Sicherungsübereignungen der finanzierten Vermögensgegenstände, Forderungsabtretungen sowie Grundbuchschulden und Ausfall- und Rückzahlungsgarantien.

2. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Gleis- und Straßenbau 8.192 8.943
Stopf-, Bagger- und Fräsarbeiten 1.869 1.541
Erlöse aus sonstigen Dienstleistungen und Weiterberechnungen 2.183 2.372
Miet- und Pachterträge sowie Schrott- und Materialverkäufe 398 304
Sonstige Erlöse 289 291
12.931 13.451

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich im Inland erzielt.

(2) Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 0), Gewinne aus der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens bzw. Zuschreibungen zum Anlagevermögen von TEUR 2.703 (Vorjahr: TEUR 269) sowie andere periodenfremde Erträge von TEUR 17 (Vorjahr: TEUR 9) enthalten.

(3) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 4), Aufwendungen aus der Forderungsbewertung von TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 11) sowie andere periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).

(4) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen enthalten Zinsanteile aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 34 (Vorjahr: TEUR 38).

IV. Sonstige Angaben nach § 285 HGB

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus insgesamt 50 zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverträgen ergeben sich für die Gesellschaft sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von netto TEUR 889 (brutto TEUR 1.058). Die Leasingverträge wurden zur Liquiditätsentlastung der Gesellschaft abgeschlossen.

2. Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt waren bei der Gesellschaft 91 Arbeitnehmer (Vorjahr: 86) beschäftigt; davon 32 (Vorjahr: 31) Angestellte und 59 (Vorjahr: 55) gewerbliche Arbeitnehmer.

3. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die Erfurter Gleisbau GmbH ist an zwei Unternehmen mit einem Anteilsbesitz von mindestens 20 % beteiligt.

a) Verbundene Unternehmen

Stammkapital Eigenkapital Jahresergebnis *
% nominal
EUR
31.12.2023
TEUR
2023
TEUR
Thüringer Eisenbahn GmbH, Erfurt 100 25.000,00 1.216 + 2

* Es handelt sich um das Jahresergebnis vor Gewinnabführung.

Mit der Thüringer Eisenbahn GmbH besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Der Vertrag verpflichtet die Erfurter Gleisbau GmbH auch zum Ausgleich eines entstehenden Jahresfehlbetrags.

b) Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Festkapitalanteil Eigenkapital Jahresergebnis
% nominal
EUR
31.12.2023
TEUR
2023
TEUR
A1 Bausanierungen OHG, Erfurt 49 12.526,65 0,0 * - 40

* nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil persönlich haftender Gesellschafter: TEUR 271

Die Erfurter Gleisbau GmbH haftet unbeschränkt für die Verbindlichkeiten der A1 Bausanierungen OHG, Erfurt. Auf Grund des Geschäftsmodells der A1 Bausanierungen OHG und der Restlaufzeit des Fremdkapitals ist eine Inanspruchnahme nicht zu erwarten.

4. Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer berechnete Honorar beträgt TEUR 11 für Abschlussprüfungsleistungen.

5. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor den Bilanzgewinn in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

V. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 Herr Stephan Sander, Betriebswirt.

Auf die Angaben nach § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a HGB wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

VI. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben.

VII. Registereintragung

Die Erfurter Gleisbau GmbH hat ihren Sitz in Erfurt und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Jena unter der Nummer HR B 101144 eingetragen.

 

Erfurt, der 20. Dezember 2024

Stephan Sander, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. EDV-Programme 142.291,77 7.145,00 0,00 149.436,77
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 5.101,60 0,00 5.101,60
142.291,77 12.246,60 0,00 154.538,37
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.653.872,95 15.204,58 0,00 4.669.077,53
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.501.039,19 155.191,93 5.915.517,94 9.740.713,18
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.558.913,43 208.321,56 35.951,78 2.731.283,21
22.713.825,57 378.718,07 5.951.469,72 17.141.073,92
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 824.906,00 0,00 0,00 824.906,00
2. Beteiligungen 173.839,52 0,00 0,00 173.839,52
998.745,52 0,00 0,00 998.745,52
23.854.862,86 390.964,67 5.951.469,72 18.294.357,81
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. EDV-Programme 135.665,77 7.175,00 0,00 142.840,77
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
135.665,77 7.175,00 0,00 142.840,77
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.278.164,75 102.955,58 0,00 2.381.120,33
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.106.031,16 275.742,18 5.890.169,94 8.491.603,40
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.100.765,93 155.149,56 14.513,78 2.241.401,71
18.484.961,84 533.847,32 5.904.683,72 13.114.125,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 16.767,49 9.063,24 0,00 25.830,73
16.767,49 9.063,24 0,00 25.830,73
18.637.395,10 550.085,56 5.904.683,72 13.282.796,94
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2023
EUR
Vorjahr
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. EDV-Programme 6.596,00 6.626,00
2. Geleistete Anzahlungen 5.101,60 0,00
11.697,60 6.626,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.287.957,20 2.375.708,20
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.249.109,78 1.395.008,03
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 489.881,50 458.147,50
4.026.948,48 4.228.863,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 824.906,00 824.906,00
2. Beteiligungen 148.008,79 157.072,03
972.914,79 981.978,03
5.011.560,87 5.217.467,76

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Erfurter Gleisbau GmbH, Erfurt

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der Erfurter Gleisbau GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Erfurter Gleisbau GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der Geschäftsführung für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteile ich die Angemessenheit der von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von der Geschäftsführung dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

- führe ich Prüfungshandlungen zu den von der Geschäftsführung dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von der Geschäftsführung zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

 

Bad Lauchstädt, den 20. Dezember 2024

Tom Wrankmore, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 wurde in der Gesellschafterversammlung vom 27. März 2025 festgestellt.

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