Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 82993
Vorher
ExtraStrom GmbH
Eingetragen
11.8.2008
Branche
Wärme- und KältehandelErbringung von Dienstleistungen für die Gewinnung von Erdöl und ErdgasElektrizitätshandel
Gegenstand
Das Erbringen von und Handeln mit Dienstleistungen im Energiebereich.

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Extra Holdings Israel Ltd.ISR
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Extra Services GmbH in Grd.
Germany
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

ExtraEnergie GmbH

Monheim am Rhein

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht

A. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell

ExtraEnergie versorgt sowohl Privatkunden als auch kleinere Gewerbekunden deutschlandweit mit zertifiziertem Ökostrom und klimaneutralem Erdgas. Das Unternehmen ist seit Gründung in privatem Besitz. Sitz der Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2019 Monheim am Rhein. Das Unternehmen hat sich in Deutschland unter den großen Energieanbietern etabliert und beliefert Kunden mit den Marken extraenergie, prioenergie und HitEnergie.

ExtraEnergie hat seit Gründung im Jahr 2008 in jedem Geschäftsjahr eine starke Entwicklung des operativen Ergebnisses, welches aus Sicht der Gesellschaft als Ergebnis vor Steuern, vor Lizenzgebühren und vor Sondereffekten (insbesondere Finanzanlagen) definiert ist, gezeigt. Hauptgründe dafür sind insbesondere solide kommerzielle Gesichtspunkte einschließlich einer Preisstrategie, die von einer kosteneffizienten und agilen Nutzung maßgeschneiderter Technologien profitiert, kombiniert mit proaktivem Management, schlanken Strukturen und geringen Verwaltungskosten.

Unsere operative Ausrichtung fokussiert sich dabei auf die kontinuierliche Optimierung und Anpassung der zugrunde liegenden Geschäftsprozesse, um auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnittene Produkte und ein ausgezeichnetes Dienstleistungsniveau bieten zu können.

Ziele, Strategien und Steuerungssystem

Als einer der Preisführer im deutschen Energiemarkt ist es unsere Motivation und Verpflichtung, unseren Kunden preisgünstige Produkte und damit einhergehend qualitativ hochwertigen Service zu bieten. Dabei verfolgen wir vier Ziele:

1. Hohe Kundenzufriedenheit

2. Qualifizierte, motivierte Mitarbeiter

3. Nutzung modernster, maßgeschneiderter Technologien für Abrechnung, Preispolitik und Analyse

4. Profitables Wachstum

Im Mittelpunkt unserer Unternehmenspolitik stehen die nachhaltige Unternehmensausrichtung und die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes. Wir überprüfen ständig unsere Marktzugänge und befassen uns mit der Weiterentwicklung und Erneuerung unserer Produkte und Angebote, um den Kundenerwartungen zu entsprechen.

Zur wertorientierten Steuerung setzen wir ein Planungs- und Controlling-System ein, das die effiziente Verwendung unserer Finanzmittel sicherstellt.

Die wesentlichen Kennzahlen zur Steuerung unseres Geschäfts sind Umsatz und - wie oben definiert - das operative Ergebnis. Um die Entwicklung des operativen Geschäfts zu steuern, überwachen wir weitere finanzielle, aber auch nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen wie Kundenanzahl und Kundenzufriedenheit.

B. Wirtschaftsbericht

Rahmenbedingungen

Entwicklung Gesamtwirtschaft

Die deutsche Konjunktur war im Jahr 2019, wenngleich mit nachlassender Dynamik, das zehnte Jahr in Folge von Wachstum gekennzeichnet. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sank um 0,9 Prozentpunkte auf 0,6 % (2018: 1,5 %) und lag damit 0,7 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (1,3 %).

Wesentlicher Wachstumstreiber für die positive Entwicklung in Deutschland waren die Konsumausgaben. Der private Konsum stieg um 1,6 %, die staatlichen Konsumausgaben verzeichneten ein Plus von 2,5 %. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen mit 2,5 % erneut kräftig. Wesentliche Treiber des Anstiegs waren Bauinvestitionen.

Branchenentwicklung

2019 waren Klimaschutz, Digitalisierung und Umsetzung der Energiewende weiterhin wesentliche Themen im energiepolitischen Umfeld in Deutschland. Der Wunsch nach autarker und dezentraler Energieerzeugung sowie der sinkende Verbrauch (2,3 % niedriger im Vergleich zum Vorjahr) führten zu neuen Bedürfnissen: Preissensibilität einerseits, aber auch Qualitätsbewusstsein und das Thema Nachhaltigkeit stehen immer zentraler im Fokus der Kunden.

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland wird weiterhin von Mineralöl geprägt. Im Jahr 2019 stieg der Mineralölanteil im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 % und hatte einen Anteil am Gesamtverbrauch von 35,3 %. Der Erdgasverbrauch nahm ebenfalls um 3,6 % im Vergleich zu 2018 zu und lag 2019 bei einem Anteil von 25,0 %.

Erneuerbare Energieträger konnten ihren Anteil am Primärenergiebedarf erneut erhöhen und lagen mit einem Anteil von 14,7 % an dritter Stelle im Energiemix.

Der Kohleverbrauch hat im Jahr 2019 einen signifikanten Rückgang erfahren. Der Verbrauch an Steinkohle ging um 20,5 % zurück und machte nunmehr 8,8 % des Gesamtverbrauchs aus, während der Braunkohleverbrauch sich um 20,7 % zum Vorjahr verringerte und mit 9,1 % zum Gesamtverbrauch beitrug.

Der Verbrauch von Kernenergie ging im Vergleich zu 2018 um 1,1 % zurück und trug mit 6,4 % zum Gesamtverbrauch bei.

Die sonstigen Energieträger verzeichneten eine Reduktion von 4,8 % zum Vorjahr. Sie machten 1,7 % der gesamten Menge aus.

Energiepreisentwicklung

Der Strom- und Gasmarkt in Deutschland wurde 2019 von den internationalen Preisen für Rohstoffe, dem Ausbau der Kapazitäten bei erneuerbaren Energien, der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung sowie den Wetterbedingungen beeinflusst.

Im Berichtszeitraum lagen die deutschen Haushaltsstrompreise laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW / Stand: Januar 2020) mit 30,46 ct/kWh rd. 3,4 % über dem Vorjahreswert (2018: 29,47 ct/kWh). Ebenso war bei den deutschen Haushaltsgaspreisen (Haushalt Einfamilienhaus: 20.000 kWh p.a.) mit 6,17 ct/kWh ein Preisanstieg von rd. 6,2 % zum Vorjahreswert (2018: 5,81 € Cent) zu verzeichnen.

Wie bereits in den Vorjahren war auch im Jahr 2019 das Preisbewusstsein der Kunden sehr hoch und stellte eine wesentliche Motivation für einen Wechsel des Energieanbieters dar.

Geschäftsverlauf

ExtraEnergie hat ihre Position als großer Energieanbieter in Deutschland weiterhin gefestigt. Aus operativer Sicht war 2019 für das Unternehmen erneut ein sehr erfolgreiches Jahr.

Die Ergebnisziele konnten erreicht werden. Das operative Ergebnis als wesentliche Steuerungsgröße lag mit 52,4 Mio. € (2018: 79,9 Mio. €) erneut auf einem sehr hohen Niveau, wenngleich, begründet durch einen strategisch bedingten Umsatzrückgang, merklich unter dem Vorjahr. Das operative Ergebnis ist definiert als Ergebnis vor Steuern, Lizenzgebühren und Sondereffekten.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Umsatz und operatives Ergebnis

Die Kennzahlen Umsatz und operatives Ergebnis lagen innerhalb der im Vorjahr erwarteten Bandbreite, welche von einer sinkenden Umsatzentwicklung und einem starken Ergebnis ausging. Letztlich wurde hierdurch die starke finanzielle Disziplin in Bezug auf die derzeitige und zukünftige Kundenakquise bestätigt.

Der Fokus lag weiterhin auf nachhaltigen, profitablen Kundenstrukturen. Der Vertrieb erfolgte fortgesetzt selektiv, was sich umsatzbegrenzend subsidiär positiv auf das operative Ergebnis auswirkte.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Kundenzufriedenheit

Die hohen Erwartungen an die Kundenzufriedenheit konnten auch im Jahr 2019 erfüllt werden. Ein zentraler Schwerpunkt liegt hierbei auf einer besonders guten Servicequalität. Diese wurde im Berichtszeitraum durch die TESTBild-Auszeichnung "Top Service-Qualität 2019/20" bestätigt. Durchgeführt und ausgewertet wurde diese Umfrage von Statista.

Kundenportfolio

Kurzfristige Vertriebserfolge und eine temporäre Erhöhung der Kundenanzahl standen im Jahr 2019 nicht im Fokus. Vielmehr wurde der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Steigerung der Kundenzufriedenheit und die kontinuierliche Verbesserung der zugrunde liegenden Geschäftsprozesse gelegt. Diese Ausrichtung zahlte sich im Ergebnis durch eine hohe Kundenloyalität und -zufriedenheit aus. So konnte der Anteil der langfristigen Kunden gesteigert und die Erwartungswerte konnten erreicht werden.

Ertrags-, Finanz-, Vermögenslage

ExtraEnergie weist 2019 eine gute Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage aus. Aus Sicht der Gesellschaft wurden erneut wesentliche operative Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr erzielt.

Ertragslage

Umsatz

Die strategische Ausrichtung auf nachhaltige, profitable Kundenstrukturen mit einhergehender selektiver Vertriebsausrichtung führte erwartungsgemäß zu einem Rückgang in der Umsatzerzielung. Folgerichtig lagen die im Berichtszeitraum erzielten Umsatzerlöse vor Strom- und Gassteuer mit 277,7 Mio. €, im Wesentlichen mengenbedingt, um rund 206,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Im Bereich Strom beträgt der Rückgang 138,8 Mio. € und im Bereich Gas 67,6 Mio. €. Im Geschäftsjahr wurde kein Auslandsumsatz erwirtschaftet (Vorjahr: 91,7 Mio. €).

Umsatzerlöse 2019
in Mio. €
2018
in Mio. €
Veränderung,
%
Strom 190,7 329,5 -42,1
Gas 85,8 153,5 -44,1
Sonstige 1,2 1,3 -12,3
Total 277,7 484,3 -42,7

Fußend auf einer starken operativen Leistung, arbeitete das Unternehmen auch 2019 ohne Fremdkapitalaufnahmen von Kreditinstituten.

Sonstige Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr 45,3 Mio. €) bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (0,9 Mio. €, Vorjahr 27,8 Mio. €) sowie Erträgen aus abgeschriebenen Forderungen (0,6 Mio. €, Vorjahr 0,1 Mio. €).

Bedingt durch reduzierte Strom- und Gasmengen in Deutschland, ging der Aufwand für bezogene Waren (Energieeinkauf) und bezogene Leistungen (insbesondere Netzentgelte, Anschluss- und Verwaltungsgebühren) um 181,5 Mio. € auf 200,7 Mio. € zurück (Vorjahr 382,2 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 104,3 Mio. € auf 51,4 Mio. € (Vorjahr 155,7 Mio. €) gesunken. Der Rückgang erklärt sich im Wesentlichen durch die im Berichtsjahr nicht mehr vorhandenen Einmaleffekte des Vorjahres: den Verlust aus dem Verkauf eines an ein nahestehendes britisches Unternehmen ausgereichten Darlehens (Vorjahr: 62,4 Mio. €) sowie periodenfremden Aufwendungen (0,4 Mio. €, Vorjahr: 21,0 Mio. €). Darüber hinaus sind die Aufwendungen für Lizenzgebühren um 18,6 Mio. € gesunken (45,7 Mio. €, Vorjahr 64,3 Mio. €).

Der Zinsertrag hat sich um 4,2 Mio. € auf 1,9 Mio. € vermindert. Ursächlich für diese Entwicklung ist der Wegfall eines Darlehens an ein nahestehendes Unternehmen in Großbritannien.

Die auf der strategischen Ausrichtung fußende Ertragsstärke des Unternehmens verdeutlicht sich im operativen Ergebnis: Im Berichtszeitraum konnte mit 52,4 Mio. € erneut ein Ergebnis auf sehr hohem Niveau erreicht werden, was - bezogen auf den in Deutschland erzielten Umsatz - einer Umsatzrendite von 18,86 % (Vorjahr 20,35 %) entspricht.

Operatives Ergebnis 2019
in Mio. €
2018
in Mio. €
Veränderung
%
Ergebnis nach Steuern 5,0 -37,9
+ Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1,7 3,3 -48,5
+ Sondereffekte 0 50,2
+ Lizenzgebühren 45,7 64,3 -28,9
= Operatives Ergebnis 52,4 79,9 -34,4

Die Ertragsteueraufwendungen betreffen die bei erklärungsgemäßer Veranlagung für 2019 erwarteten Ertragsteuern. Im Geschäftsjahr 2019 hat die ExtraEnergie insgesamt einen Jahresüberschuss in Höhe von 5,0 Mio. € erzielt (Vorjahr Fehlbetrag von -37,9 Mio. €).

Finanzlage

ExtraEnergie finanzierte ihre Betriebsabläufe weiterhin ausschließlich aus eigenen Mitteln und benötigte auch 2019 keinerlei Kreditfinanzierung. Die Finanzierung des operativen Geschäfts ist auch künftig aus den laufenden Finanzmitteleinnahmen geplant.

Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2019 lag über dem Vorjahresniveau bei 41,4 Mio. € (Vorjahr: 35,9 Mio. €).

Vermögenslage

Bilanzstruktur

Bilanzstruktur 2019
in Mio. €
2018
in Mio. €
Veränderung,
%
Langfristige Vermögensgegenstände 0,0 0,0 0,0
Kurzfristige Vermögensgegenstände 106,5 110,9 -4,0
Summe Aktiva 106,5 110,9 -4,0
Eigenkapital 45,0 40,0 12,5
Kurzfristige Schulden 61,5 70,9 -13,3
Summe Passiva 106,5 110,9 -4,0

Der Rückgang der kurzfristigen Vermögensgegenstände ist durch die Reduktion der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 7 Mio. € sowie der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 9,3 Mio. € bedingt. Dem gegenüber steht der Anstieg der geleisteten Anzahlungen in Höhe von 2,3 Mio. €, der sonstigen Vermögensgegenstände um 4,0 Mio. € sowie der Barmittel in Höhe von 5,5 Mio. €.

Die kurzfristigen Schulden nahmen gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen durch den Rückgang von Rückstellungen um 3,8 Mio. €, den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 8,3 Mio. € und eine Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 4,5 Mio. € ab. Dem entgegen stand eine Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber dem lizenzgebenden, nahe stehenden zypriotischen Unternehmen um 14,9 Mio. €.

Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2019 beträgt 42,3 % und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozentpunkte erhöht. Die Bilanzsumme hat sich um 4,4 Mio. € von 110,9 Mio. €. auf 106,5 Mio. € verringert.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter, die bei ExtraEnergie beschäftigt sind, hat sich im Durchschnitt im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 22,2 % erhöht (Durchschnitt 2019: 11 Mitarbeiter vs. Vorjahresdurchschnitt 9 Mitarbeiter).

Ferner waren in 2019 207 Mitarbeiter (2018: 272) bei einer Schwestergesellschaft in Chemnitz, die für ExtraEnergie Dienstleistungen erbringt, beschäftigt.

C. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognose

ExtraEnergie geht für 2020 aufgrund der COVID19-Pandemie von einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaft aus. Wie stark sich die COVID19-Pandemie auf die Wirtschaft auswirkt, hängt maßgeblich von der Dauer der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID19-Pandemie ab. Sollten die Maßnahmen von relativ kurzer Dauer sein, könnte sich die Wirtschaft im zweiten Halbjahr deutlich erholen, was nur zu einem mäßigen Rückgang des Wachstums in 2020 führen würde. Sollten die Maßnahmen jedoch länger anhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Konjunktureinbruch.

In der Rohstoffpreisentwicklung wird eine fallende Preistendenz aufgrund sinkender Industrienachfrage insbesondere im ersten Halbjahr 2020 erwartet.

In Bezug auf die Witterungsverhältnisse gehen wir künftig von normalen saisonalen Entwicklungen aus. Dies würde insbesondere für den Herbst / Winter niedrigere Temperaturen im Vergleich zur Vergangenheit bedeuten. Das Jahr 2019 war von einem milden Winter gekennzeichnet.

Wir fokussieren uns auf die Entwicklung neuer Produkte zur Erschließung weiterer Vertriebskanäle im Einklang mit unserer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Professionalisierung des Unternehmens. Die kontinuierliche Verbesserung in allen Unternehmensbereichen und die Sicherstellung der Verfestigung bisher erzielter Erfolge in aufbau- und ablauforganisatorischer Hinsicht stehen dabei im Fokus.

Zusammenfassend geht die Gesellschaft - im Einklang mit der Umsetzung einer selektiven, nachhaltigen Vertriebsstrategie - für die Zukunft von einem leicht rückläufigen Kundenbestand und damit einhergehend, von moderat geringeren Umsätzen im Geschäftsjahr 2020 aus. Für das Kundenportfolio gehen wir zukünftig von einem höheren Anteil langfristiger Kundenbeziehungen und einer konstant hohen Kundenzufriedenheit aus. In der Ergebniserwartung rechnen wir für das Geschäftsjahr 2020 mit einem sehr starken, wenngleich unter dem Vorjahr liegenden operativen Ergebnis.

Chancen und Risiken

Wir beobachten Risiken und Chancen sehr genau, um auch in Zukunft jederzeit eine finanziell stabile Entwicklung der Gesellschaft gewährleisten zu können.

Chancen für die weitere Geschäftsentwicklung liegen, neben einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten organischen Wachstum, im externen Wachstum. Wir sind der Auffassung, dass die operative Stärke der ExtraEnergie und unsere Ausrichtung auf die Erzielung kontinuierlicher Verbesserungen auf allen Unternehmensebenen bei Nutzung modernster Technologien im Rahmen von Akquisitionen große Chancen für ein dynamisches Wachstum bieten.

Darüber hinaus gehen wir für 2020 als Folge der COVID19-Pandemie von moderat steigenden Umsätzen insbesondere im Stromsegment aus. Durch die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung sowie durch vermehrten, flächendeckenden Einsatz von Home-Office rechnen wir mit erhöhten Verbräuchen pro Kunde im Privatsegment.

Als integrierter Bestandteil der Organisationsprozesse nimmt das Risikomanagement eine wichtige Stellung in unserem Unternehmen ein. Es ist Bestandteil der Verantwortung des Managements. Die Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle fokussieren sich dabei insbesondere auf die in absteigender Bedeutung angeordneten Branchenrisiken.

Die ExtraEnergie unterliegt einer Betriebsprüfung für die Veranlagungszeiträume 2012 bis 2015. Die Betriebsprüfung war zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses noch nicht beendet. Diverse steuerliche Sachverhalte werden derzeit diskutiert und es besteht eine unterschiedliche Rechtsauffassung, aus der ein steuerliches Risiko resultieren kann. Nach gründlicher Abwägung und aufgrund unserer Rechtsauffassung sowie Einschätzung der involvierten Steuerberatungsgesellschaft (EY) haben wir im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 keine Veranlassung gesehen, eine Steuerrückstellung zu bilden. Darüber hinaus gehende wesentliche Risiken sehen wir derzeit nicht.

Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen COVID19-Pandemie besteht das Risiko, dass unser Dienstleister keinen Kundenservice erbringen kann, beziehungsweise Kernprozesse insbesondere im Zahlungsverkehr nicht bedient werden. Diesen Risiken wird durch einen entsprechenden Notfallplan des Dienstleisters, welcher in Absprache mit der Geschäftsführung der ExtraEnergie erstellt wurde, begegnet. Der Notfallplan stellt den Betrieb von Kernprozessen über einen beliebigen Zeitraum sicher.

Zudem besteht ein erhöhtes Risiko von Zahlungsausfällen insbesondere bei kleinen und mittleren mittelständischen Unternehmen infolge der COVID19-Pandemie. Diese machen nur einen geringen Anteil unserer Kundenbasis aus und wir sind der Auffassung, dass ein mögliches Risiko durch die erhöhten Verbräuche der Kunden im Privatsegment aufgefangen wird.

Beschaffungspreise

Schwankende Beschaffungspreise sind ein Risiko für die gesamte Branche. Wir sichern uns durch den Abschluss langfristiger Beschaffungsverträge ab, um Preise für Energiemengen zu stabilisieren. Zu langfristig ausgerichtete Absicherungen in einem rückläufigen Marktpreisumfeld gefährden jedoch die Wettbewerbsfähigkeit. Daher ist die richtige Balance aus Risikomanagement und Chancenumsetzung unerlässlich für eine gute Beschaffungsstrategie. Aufgrund dessen werden Kundenentwicklungen täglich sowie die Entwicklung der Beschaffungspreise stündlich überprüft und unsere Bedarfsplanung wird regelmäßig angepasst.

Finanzinstrumente

Die ExtraEnergie GmbH ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Warenpreisrisiken ausgesetzt. Im Rahmen der Absicherung dieser Risiken werden Zieleinkäufe mit externen Vertragspartnern abgeschlossen, um Marktpreise von Energielieferungen abzusichern, die zur Durchführung des operativen Geschäfts nach 2019 benötigt werden.

Die ExtraEnergie setzt derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Stromvertriebs gegen Preisänderungsrisiken im Rahmen der Strom- und Gasbeschaffung ein. Zum 31. Dezember 2019 waren die Voraussetzungen zur Einbeziehung in Bewertungseinheiten für sämtliche derivative Finanzinstrumente erfüllt.

Zur Vermeidung von Preisänderungsrisiken im Rahmen des Stromvertriebs in Deutschland wurden entsprechende Mengen mittels Stromtermingeschäften (OTC-Forwards) für 2020 und 2021 beschafft. Die Stromtermingeschäfte haben zum Bilanzstichtag ein Gesamtnominalvolumen in Höhe von 17,7 Mio. € (Vorjahr 10,3 Mio. €). Hierfür beträgt die Differenz zwischen der aktuellen Marktbewertung und dem Nominalwert zum Bilanzstichtag -2,7 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €).

Zur Absicherung gegen Preisänderungsrisiken im Rahmen des Gasvertriebs in Deutschland wurden für 2020 und 2021 Gastermingeschäfte (OTC-Forwards) abgeschlossen. Diese weisen zum Bilanzstichtag ein Gesamtnominalvolumen in Höhe von 15,4 Mio. € (Vorjahr 15,2 Mio. €) und eine Differenz zwischen aktueller Marktbewertung und Nominalwert in Höhe von -4,6 Mio. € (Vorjahr - 1,4 Mio. €) aus.

Die Höhe der im Rahmen von Bewertungseinheiten in Form von Makro-Sicherungsbeziehungen abgesicherten Risiken entspricht den oben aufgeführten Unterschiedsbeträgen aus der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente.

Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird durch die Critical-Term-Match-Methode nachgewiesen. Gegenläufige Zahlungsströme der durch die Bewertungseinheiten jeweils abgesicherten Risiken werden sich zukünftig vollständig ausgleichen, da alle wertbestimmenden Faktoren zwischen dem abgesicherten Teil des Grundgeschäfts und dem absichernden Teil des Sicherungsinstruments stetig übereinstimmen. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt mittels der Einfrierungsmethode.

Im Zuge von täglichen Abstimmungen und wöchentlichen Management-Meetings wird die Risikoabsicherung intern diskutiert und kalibriert. Basierend hierauf werden Einkaufsentscheidungen getroffen. Diese Entscheidungen basieren auf der proaktiven Analyse und Balancierung von Sicherheitskriterien und Marktchancenabwägungen. Der Abdeckungsgrad kann insofern variieren und beinhaltet sowohl Chancen als auch Risiken.

Wettbewerb

Wegen des wachsenden öffentlichen Bewusstseins für Energiepreise und enger Haushaltsbudgets erlebt der Markt in Deutschland eine seiner am stärksten von Wettbewerb getriebenen Perioden. ExtraEnergie hat eine führende Preis- und Wettbewerbsposition eingenommen, mit einer sehr agilen Strategie, die auf einer maßgeschneiderten Preis-, IT- und Abrechnungssystemumgebung basiert. Das Unternehmen überwacht sämtliche Marktkanäle, die damit verbundenen Kostenstrukturen und die Attraktivität. Das Unternehmen handelt dabei im Rahmen seiner strategischen Ausrichtung innerhalb der Grenzen einer festen wirtschaftlichen Disziplin.

Steuern und Abgaben

Steuern und Abgaben im Energiesektor steigen zum Teil beträchtlich oder werden neu eingeführt, was aus Kundensicht eine unvorteilhafte Wahrnehmung der Energiebranche zur Folge hat.

Eine zeitnahe und offene Kundenkommunikation ist wesentlich, um eine hohe Kundenzufriedenheit und hohe Kundentreue zu gewährleisten. Eine zielgerichtete, zeitnahe Kommunikation über Markttendenzen, Auswirkungen sich ändernder Steuern und Abgaben und sich hierdurch für den Kunden ergebende Kostenerhöhungen oder Kostensenkungen sind fester Bestandteil der Kommunikationspolitik.

Debitorenausfallrisiko

Das Management führt eine detaillierte Überprüfung aller in Rechnung gestellten und nicht abgerechneten Erlöse bei der Berechnung der Wertberichtigung durch. Das Debitorenausfallrisiko wird durch Bonitätsprüfung neuer Kunden und die Ermutigung von Kunden zur Teilnahme am Lastschriftverfahren gesteuert.

Saisonalität

Das Energiegeschäft ist saisonal mit einer starken Rentabilitätsentwicklung zur Wintersaison, dem ersten und dem vierten Quartal im Kalenderjahr, geprägt. Diese Saisonalität, verbunden mit der Tatsache, dass die Kundenakquisition in den Wintermonaten einen stärkeren Trend zum Wechsel aufweist, kann erhebliche Auswirkungen auf Umsatz und Cashflows haben.

Beurteilung der Risikosituation

Zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 hat sich die Risikolage im operativen Geschäft gegenüber dem Vorjahresende nicht wesentlich verändert. Die wesentlichen Risiken für das Unternehmen ergeben sich aus der Wettbewerbssituation und den Beschaffungspreisen. Im Berichtszeitraum bestanden insgesamt keine bestandsgefährdenden Risiken für das Unternehmen und aus heutiger Sicht sind für die Zukunft keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

D. Schlussbemerkung

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Geschäftsführung beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren könnten dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft und ihrer Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich von der hier gegebenen Einschätzung abweichen wird.

 

Monheim am Rhein, 30. Juni 2020

Mordechay Maurice Ben-Moshe

Bilanz

Aktiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Anlagevermögen 11.432,37 10.785,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 4,00 777,00
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4,00 777,00
II. Sachanlagen 11.428,37 10.008,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.428,37 10.008,00
B. Umlaufvermögen 106.217.905,31 110.724.235,22
I. Vorräte 2.799.168,78 542.964,98
1. geleistete Anzahlungen 2.799.168,78 542.964,98
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 61.982.328,36 74.306.928,93
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.715.476,43 9.726.370,65
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 38.298.978,82 47.568.080,25
3. sonstige Vermögensgegenstände 20.967.873,11 17.012.478,03
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 41.436.408,17 35.874.341,31
C. Rechnungsabgrenzungsposten 288.301,62 189.325,74
Bilanzsumme, Summe Aktiva 106.517.639,30 110.924.345,96

Passiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Eigenkapital 45.031.975,08 40.032.561,03
I. gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 34.072.997,00 34.072.997,00
III. Gewinnvortrag 5.859.564,03 43.741.350,67
IV. Jahresüberschuss 4.999.414,05 -37.881.786,64
B. Rückstellungen 16.696.970,04 20.496.687,50
1. Steuerrückstellungen 4.845.486,00 4.224.988,00
2. sonstige Rückstellungen 11.851.484,04 16.271.699,50
C. Verbindlichkeiten 44.788.694,18 50.395.097,43
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 2.273,14
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 2.273,14
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.362.197,08 10.656.056,81
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2.362.197,08 10.656.056,81
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.274.681,96 24.755.760,28
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 20.274.681,96 24.755.760,28
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 2.267.727,83
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 2.267.727,83
5. sonstige Verbindlichkeiten 22.151.815,14 12.713.279,37
davon aus Steuern 1.616.494,14 2.532.043,43
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.674,90 1.825,86
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 22.151.815,14 12.713.279,37
Bilanzsumme, Summe Passiva 106.517.639,30 110.924.345,96

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2019 - 31.12.2019
EUR
1.1.2018 - 31.12.2018
EUR
1. Gesamtleistung 256.970.852,76 454.195.919,48
a) Umsatzerlöse 277.702.121,54 484.334.881,08
Abzüglich: Strom- und Gassteuer -20.731.268,78 -30.138.961,60
2. sonstige betriebliche Erträge 1.710.187,08 45.339.935,55
davon Erträge aus Währungsumrechnung 8.818,44 12.509,72
3. Materialaufwand 200.744.074,30 382.150.001,68
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 111.441.419,65 254.746.584,25
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 89.302.654,65 127.403.417,43
4. Personalaufwand 1.684.138,27 1.748.196,39
a) Löhne und Gehälter 1.560.992,00 1.648.232,06
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 123.146,27 99.964,33
davon für Altersversorgung 16.970,90 8.918,22
5. Abschreibungen 8.698,74 8.313,26
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 8.698,74 8.313,26
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 51.406.086,70 155.689.187,09
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 6.061,50 75.938,48
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.850.387,28 6.033.205,17
davon aus verbundenen Unternehmen 1.145.194,24 1.262.810,59
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12.716,59 552.926,23
davon an verbundene Unternehmen 0,00 14.198,68
9. Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.675.866,43 3.301.790,15
10. Ergebnis nach Steuern 4.999.846,09 -37.881.354,60
11. sonstige Steuern 432,04 432,04
12. Jahresüberschuss 4.999.414,05 -37.881.786,64

Anhang

A. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die ExtraEnergie GmbH hat ihren Sitz in Monheim am Rhein und ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter HRB 82993.

B. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Nach den in § 267 Abs. 3 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft.

C. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze gemäß HGB wurden beachtet.

Die Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens erfolgte zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Dabei wurde grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode angewandt. Sachanlagen werden in 3 bis 13 Jahren abgeschrieben.

Die unter den Vorräten ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen sind zum Nennwert bewertet. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Notwendige Wertberichtigungen auf Kundenforderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden vorgenommen.

Die Bankguthaben bestehen in Euro und wurden mit dem Nennwert bewertet.

Die Rückstellungen wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe der notwendigen Erfüllungsbeträge angesetzt. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Schätzungen wurden unter Bezugnahme auf Jahresvolumenverteilungen, basierend auf Standardlastprofilen und Erfahrungswerten, vorgenommen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umsatzerlöse wurden anhand von Verbrauchsschätzungen und des vorliegenden Vertragsbestands mit Endkunden ermittelt. Die zur Anwendung gelangten Schätzverfahren basieren in Bezug auf die Jahresvolumenverteilung auf Standardlastprofilen und Erfahrungswerten. Entsprechend erfolgte die Ermittlung der Aufwendungen für Entgelte an die Verteilnetzbetreiber.

Bewertungseinheiten werden nach § 254 HGB für Warenpreisrisiken gebildet. Dabei kommt die so genannte Einfrierungsmethode (IDW RS HFA 35 Tz. 75) zur Anwendung. In diesem Sinne werden gesicherte Wertänderungen nicht gebucht, soweit die Bewertungseinheit effektiv ist.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen oder aufgrund von steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbelastung und Steuerentlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Aktive und passive latente Steuern werden verrechnet.

D. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Unter den geleisteten Anzahlungen werden im Wesentlichen bereits im Jahr 2019 vorgenommene Vorauszahlungen für den Strom- und Gaseinkauf für das Geschäftsjahr 2020 ausgewiesen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2,7 Mio.€ (Vorjahr 9,7 Mio. €) bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Abrechnungen gegen Kunden in Höhe von 1,9 Mio € (Vorjahr 8,3 Mio. €).

Der unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesene Betrag besteht gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 38,6 Mio. € (Vorjahr: 47,6 Mio. €).

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 21,0 Mio. € (Vorjahr: 17,0 Mio. €) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und betreffen im Wesentlichen Kautionen für Energielieferungen in Höhe von 13,4 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €), Forderungen gegen die Finanzverwaltung aus der Körperschaft- und Gewerbesteuer über 5,6 Mio. € (Vorjahr 10,7 Mio. €) sowie Forderungen aus EEG-Guthaben von insgesamt 1,6 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €).

In den liquiden Mitteln sind 8,5 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) enthalten, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen.

Zum 31.12.2019 liegen keine latenten Steuern vor.

Die Steuerrückstellungen enthalten die für 2014 zu erwartenden Zinsen für Körperschaftsteuernachzahlungen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Energiesteuern, Verbindungsentgelten der Verteilnetzbetreiber und ausstehenden Abrechnungen der EEG-Umlage zusammen (7,6 Mio. €, Vorjahr: 7,4 Mio. €). Ferner sind zeitanteilige Kundenboni (1,2 Mio. €, Vorjahr: 1,9 Mio. €), für Lizenzgebühren (1,2 Mio. €, Vorjahr: 0,0 Mio. €) sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) enthalten.

Die erhaltenen Anzahlungen von Kunden werden in der Bilanz mit den Forderungen aus der Abgrenzung der Energieabrechnungen saldiert und in Höhe von 2,4 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen zum Abschlussstichtag nicht (Vorjahr: 4,9 Mio. EUR).

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 20,3 Mio. € (Vorjahr: 24,8 Mio. €) sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Energielieferanten in Höhe von 8,7 Mio. € (Vorjahr: 12,6 Mio. €) sowie kurzfristig fällige Guthaben von Kunden aus Abrechnungen in Höhe von 4,0 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €, ausgewiesen unter den sonstigen Verbindlichkeiten) enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Strom- und Gassteuern in Höhe von 1,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) sowie eine Verbindlichkeit gegenüber einem nahe stehenden Unternehmen aus der Abrechnung von Lizenzgebühren in Höhe von 20,4 Mio € (Vorjahr 5,5 Mio. €) enthalten.

Die Bewertung der kurzfristigen Vermögensgegenstände und der kurzfristigen Verbindlichkeiten, bei denen Währungsumrechnungen notwendig waren, erfolgte mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Vermögensgegenstände und Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr werden entsprechend den Verhältnissen am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung des Imparitätsprinzips bewertet.

Für ein nahe stehendes Unternehmen in Deutschland wurde eine Bürgschaft über 14,0 Mio. € an eine deutsche Bank und eine Garantieerklärung über 1,0 Mio. GBP für ein nahestehendes Unternehmen in Großbritannien zugunsten einer britischen Bank gegeben. Die Bürgschaft über 14 Mio. € wurde im Frühjahr 2020 seitens der Bank an die ExtraEnergie GmbH zurückgegeben und besteht insoweit nicht mehr. Im Übrigen schätzt die ExtraEnergie das Risiko der Inanspruchnahme der zweiten Bürgschaft als unwahrscheinlich ein, da ExtraEnergie davon ausgeht, dass dieses Unternehmen sämtliche Verpflichtungen erfüllen kann.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Geschäftsjahr 2019 lagen die Umsatzerlöse vor Strom- und Gassteuer mit 277,7 Mio. € um rund 206,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau.

Umsatzerlöse 2019
in Mio. €
2018
in Mio. €
Veränderung,
%
Strom 190,7 329,5 -42,1
Gas 85,8 153,5 -44,1
Sonstige 1,2 1,3 -12,3
Total 277,7 484,3 -42,7

Die strategische Ausrichtung im Energiebereich mit Fokus auf ein nachhaltiges, profitables Kundenwachstum mit einhergehender selektiver Vertriebsausrichtung führte erwartungsgemäß zu einem Rückgang in der Umsatzerzielung. Die im Berichtszeitraum erzielten Umsatzerlöse vor Strom- und Gassteuer liegen rund 206,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau, wobei auf den Strombereich -138,8 Mio. € und auf den Gasbereich -67,6 Mio. € entfallen. Im Geschäftsjahr wurde kein Auslandsumsatz erwirtschaftet (Vorjahr: 91,7 Mio. €).

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen periodenfremden Erträge betragen 1,7 Mio. € und betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 0,9 Mio. € sowie Erträge aus abgeschriebenen Forderungen (0,6 Mio. €, Vorjahr: 0,1 Mio. €).

Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen periodenfremden Aufwendungen betragen 0,4 Mio. € und betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Bonitätsabfragen für Vorjahre sowie die Auflösung von Forderungen von Energiesteuern.

F. Sonstige Angaben

Die ExtraEnergie GmbH ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Warenpreisrisiken ausgesetzt. Im Rahmen der Absicherung dieser Risiken werden Zieleinkäufe mit externen Vertragspartnern abgeschlossen, um Marktpreise von Energielieferungen abzusichern, die zur Durchführung des operativen Geschäfts nach 2019 benötigt werden.

Die ExtraEnergie setzt derivative Finanzinstrumente im Rahmen des Stromvertriebs gegen Preisänderungsrisiken im Rahmen der Strom- und Gasbeschaffung ein. Zum 31. Dezember 2019 waren die Voraussetzungen zur Einbeziehung in Bewertungseinheiten für sämtliche derivative Finanzinstrumente erfüllt.

Zur Vermeidung von Preisänderungsrisiken im Rahmen des Stromvertriebs in Deutschland wurden entsprechende Mengen mittels Stromtermingeschäften (OTC-Forwards) für 2020 und 2021 beschafft. Die Stromtermingeschäfte haben zum Bilanzstichtag ein Gesamtnominalvolumen in Höhe von 17,7 Mio. € (Vorjahr 10,3 Mio. €). Hierfür beträgt die Differenz zwischen der aktuellen Marktbewertung und dem Nominalwert zum Bilanzstichtag -2,7 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €).

Zur Absicherung gegen Preisänderungsrisiken im Rahmen des Gasvertriebs in Deutschland wurden für 2020 und 2021 Gastermingeschäfte (OTC-Forwards) abgeschlossen. Diese weisen zum Bilanzstichtag ein Gesamtnominalvolumen in Höhe von 15,4 Mio. € (Vorjahr 15,2 Mio. €) und eine Differenz zwischen aktueller Marktbewertung und Nominalwert in Höhe von -4,6 Mio. € (Vorjahr -0,4 Mio. €) aus.

Die Höhe der im Rahmen von Bewertungseinheiten in Form von Makro-Sicherungsbeziehungen abgesicherten Risiken entspricht den oben aufgeführten Unterschiedsbeträgen aus der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente.

Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird durch die Critical-Term-Match-Methode nachgewiesen. Gegenläufige Zahlungsströme der durch die Bewertungseinheiten jeweils abgesicherten Risiken werden sich zukünftig vollständig ausgleichen, da alle wertbestimmenden Faktoren zwischen dem abgesicherten Teil des Grundgeschäfts und dem absichernden Teil des Sicherungsinstruments stetig übereinstimmen. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt mittels der Einfrierungsmethode.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Leasingverträgen bis zum Laufzeitende in Höhe von 0,4 Mio. €.

ExtraEnergie hat von nahestehenden Unternehmen Dienstleistungen in Höhe von 54,7 Mio. € (Vorjahr 74,3 Mio. €) bezogen. Der wesentliche Teil in Höhe von 45,7 Mio. € (Vorjahr 64,3 Mio. €) betrifft Lizenzgebühren für die Nutzung immaterieller Vermögensgegenstände, deren Angemessenheit von einer unabhängigen Partei verifiziert wurde.

Die Anzahl der Mitarbeiter, die bei ExtraEnergie beschäftigt sind, hat sich im Durchschnitt im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 22,2 % erhöht (Durchschnitt 2019: 11 Mitarbeiter vs. Vorjahresdurchschnitt: 9 Mitarbeiter). Sämtliche Mitarbeiter sind im kaufmännischen Bereich tätig.

Ferner waren in 2019 207 Mitarbeiter (2018: 272) bei einer Schwestergesellschaft in Chemnitz, die für ExtraEnergie Dienstleistungen erbringt, beschäftigt.

Geschäftsführer der Gesellschaft mit der Berechtigung, die Gesellschaft einzeln zu vertreten, ist Herr Mordechay Maurice (Moti) Ben-Moshe, Unternehmer.

Die Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB wird genutzt.

Die Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers werden im Konzernabschluss der ExtraHolding GmbH, Monheim am Rhein, gemacht. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der ExtraHolding GmbH, Monheim am Rhein, als kleinstem und größtem Konzernkreis einbezogen; der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 5,0 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

G. Nachtragsbericht

Seit Januar 2020 breitet sich das Coronavirus weltweit weiter aus (Corona-Pandemie). Langfristige wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Unternehmen lassen sich derzeit nur schwer prognostizieren. Basierend auf den Erfahrungen der ersten Monate im Umgang mit der Corona-Pandemie lassen sich keine negativen Folgen ableiten.

Sonstige Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, sind nicht eingetreten.

 

Monheim am Rhein, 30. Juni 2020

gezeichnet: Mordechay Maurice Ben-Moshe

Anlagespiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2019
EUR
Zugänge
EUR
31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.421,64 0,00 22.421,64
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.973,57 9.346,11 47.319,68
60.395,21 9.346,11 69.741,32
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2019
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.644,64 773,00 22.417,64
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 27.965,57 7.925,74 35.891,31
49.610,21 8.698,74 58.308,95
Buchwerte
31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4,00 777,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.428,37 10.008,00
11.432,37 10.785,00

sonstige Berichtsbestandteile

 

gez. Mordechay Maurice Ben-Moshe

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 23.08.2020 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

An die ExtraEnergie GmbH, Monheim am Rhein

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ExtraEnergie GmbH, Monheim am Rhein - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie den Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ExtraEnergie GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 30. Juni 2020

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Velder, Wirtschaftsprüfer

Schumacher, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

100 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.