Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 84577
Eingetragen
17.9.2018
Branche
ElektrizitätshandelWärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklern
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist - der Energiehandel und das Energiemanagement, - Investitionen in Energieanlagen innerhalb und außerhalb Deutschlands - Handel mit Zertifikaten und Derivaten erneuerbarer Energien sowie die Durchführung entsprechender Dienstleistungen, -Beratungsdienstleistungen im Bereich Energiehandel, Zertifikate und Derivate erneuerbarer Energien, -Finanzierungsberatungen in der Energiebranche, - technische und kommerzielle Optimierung energietechnischer Anlagen im Bereich erneuerbarer Energien.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Magne Borgund
seit 7.8.2024
Geschäftsführer
Anduvap Servet Akgün
seit 17.9.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
39.00%
Argun Karacay
33.00%

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Düsseldorf
9.750 €
39.00%
Argun Karacay
Besiktas/Istanbul/Türkei
8.250 €
33.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

pure.energy GmbH

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

pure.energy GmbH, Düsseldorf

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

Wir weisen darauf hin, dass für die pure.energy GmbH für das Geschäftsjahr 2023 erstmalig ein Lagebericht aufzustellen war.

1.1 Geschäftsmodell

Die pure.energy GmbH ist ein Unternehmen im Bereich der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien. Das Unternehmen ist auf die Nutzung nachhaltiger Energieressourcen spezialisiert, insbesondere auf Windkraft. Die pure.energy GmbH hat ihren Sitz in Düsseldorf. Im Geschäftsjahr bestand eine Zweigniederlassung in Monheim am Rhein. Mit Handelsregistereintragung am 2. September 2024 wurde diese Zweigniederlassung aufgehoben und eine Zweigniederlassung in Düsseldorf errichtet. Die pure.energy GmbH ist deutschlandweit sowie europaweit tätig und verfolgt das Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Als Spezialist für den Direktverkauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen vermarktet die pure.energy GmbH den von Dritten erzeugten Strom direkt an Energiehandelsplätzen wie Strombörsen oder über Lieferverträge mit B2B-Kunden. Im Gegensatz zu traditionellen Stromanbietern, die über zentrale Netzbetreiber agieren, übernimmt die pure.energy GmbH die direkte Verantwortung für den Verkauf des Stroms. Dies erfordert ein tiefgehendes Verständnis der Märkte und ein umfassendes Management von Preisrisiken.

Leistungen und Mehrwerte

Eigentümer von Erneuerbare-Energien-Anlagen profitieren durch die Zusammenarbeit mit der pure.energy GmbH von erweiterten Vermarktungsmöglichkeiten für ihren erzeugten Strom. Das Unternehmen bietet Lösungen zur Erlösoptimierung an, wie wirtschaftliche Absicherungsmodelle, Preisfixierungen und die Absicherung von Erzeugungsprofilen. Dadurch können Anlagenbetreiber Einnahmen erzielen, ohne einen direkten Zugang zum Strommarkt zu besitzen.

Die pure.energy GmbH verfolgt das Ziel, Verträge an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen, um sowohl Flexibilität als auch langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten. Eine präzise Prognose der Einspeisemengen ist essenziell für die Ertragsoptimierung und die Minimierung von Preisrisiken.

Marktanalyse und Preisoptimierung

Ein zentrales Element der Geschäftstätigkeit der pure.energy GmbH ist die kontinuierliche Marktanalyse. Das Unternehmen nutzt Preisprognosen, um die besten Zeitpunkte für den Stromverkauf zu identifizieren. Dabei werden Faktoren wie Angebot und Nachfrage, Wetterbedingungen und gesetzliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Die pure.energy GmbH ist an Strombörsen wie der EPEX Spot aktiv, wo sie im Day-Ahead- und Intraday-Handel sowie im bilateralen Handel tätig ist, um sowohl Preisabsicherungen als auch eine laufende Optimierung zu gewährleisten. Ziel ist es, die besten Preise für den durch die Anlagenbetreiber erzeugten Strom zu erzielen. Diese dynamischen Märkte erfordern schnelle Reaktionszeiten und präzise Marktkenntnisse, um kurzfristige Preisschwankungen optimal nutzen zu können.

Technologieeinsatz und Datenmanagement

Der Einsatz moderner Technologien ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftstätigkeit der pure.energy GmbH. Echtzeitdaten zur Energieproduktion, umfassende Marktanalysen und die Optimierung der Einspeisung werden durch Softwarelösungen und Algorithmen unterstützt. Diese Technologien ermöglichen es, Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten zu treffen.

Power Purchase Agreements (PPAs)

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells der pure.energy GmbH ist das Management von Power Purchase Agreements (PPAs). Diese Stromlieferverträge bestehen bei der pure.energy GmbH derzeit mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren und bieten Verbrauchern von erneuerbarer Energie finanzielle Planbarkeit und garantieren stabile Strompreise über mehrere Jahre.

Einhaltung regulatorischer Vorgaben

Die Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen ist ein integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit. Die pure.energy GmbH sorgt für die Meldung von Einspeisemengen an Netzbetreiber und zuständige Behörden sowie die Erfüllung der Anforderungen an Netzstabilität und Nachhaltigkeit.

Zusammenfassung

Die pure.energy GmbH ist ein schnell wachsender Direktvermarkter für erneuerbare Energien. Zum 01. März 2024 wurde Magne Borgund zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Gemeinsam mit dem bereits bestehenden Geschäftsführer, Anduvap Servet Akgün, wird er die operative Führung stärken und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben. Der Geschäftsführung ist ein enger Austausch mit den Kunden besonders wichtig, um individuelle Lösungen zu entwickeln, die auf deren spezifische Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dabei setzt das Unternehmen auf Softwarelösungen und Echtzeitdaten, um sicherzustellen, dass die Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien optimal gestaltet ist, Erlöse maximiert werden und Preisrisiken effektiv gemanagt sind. So soll die Erzeugung und der Verkauf von grünem Strom bestmöglich an die Marktanforderungen angepasst werden.

Die Geschäftsführung verfolgt das Ziel, dass die pure.energy GmbH eine Schlüsselrolle im Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung einnimmt, indem sie die Lücke zwischen den Erzeugern erneuerbarer Energien und den Märkten schließt. Mit kundenorientierten Lösungen und Expertise möchte die Geschäftsführung maßgeblich zum Erfolg der Energiewende beitragen.

1.2 Ziele und Strategien

Die pure.energy GmbH verfolgt eine klare Wachstumsstrategie, die auf vier zentralen Säulen basiert: geografische Expansion, Erweiterung der Geschäftsbereiche entlang der Wertschöpfungskette sowie technologische Innovation und Nachhaltigkeit. Ziel dieser strategischen Ausrichtung ist es, die Marktposition in Deutschland weiter zu festigen und gleichzeitig das Geschäft auf neue europäische Märkte auszuweiten.

Geografische Expansion

Im Jahr 2023 hat die pure.energy GmbH ihre Expansion in europäische Nachbarländer eingeleitet, wobei der Fokus zunächst auf den Niederlanden lag. In den kommenden Jahren plant das Unternehmen, seine Aktivitäten weiter in Märkte wie Skandinavien, Westeuropa und Osteuropa auszuweiten. Diese Expansion soll durch die Gewinnung neuer Projekte in Form von PPA- oder Direktvermarktungsverträgen im Ausland sowie Partnerschaften mit lokalen Akteuren unterstützt werden. Ziel ist es, das Geschäft in diesen Regionen aufzubauen und von den Potenzialen der Märkte im Bereich der erneuerbaren Energien zu profitieren.

Ausbau des Geschäftsbereichs Power Purchase Agreements (PPAs) mit Großabnehmern Parallel zur geografischen Expansion verfolgt die pure.energy GmbH das Ziel einer Erweiterung der Geschäftsbereiche entlang der Wertschöpfungskette. Der Fokus liegt hierbei auf der Stärkung der Verbindungen zwischen den Energieproduzenten und den Großverbrauchern. Dies umfasst die vollständige Integration von Prozessen - von der Erzeugung erneuerbarer Energien über die Direktvermarktung bis hin zur Lieferung an große Industriekunden.

Durch diese vertikale Integration möchte die pure.energy GmbH die Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette steigern und ihre Marktstellung weiter ausbauen. Von der Stromerzeugung über den Vertrieb bis hin zum Energiehandel möchte das Unternehmen umfassende Lösungen anbieten, die sowohl die Bedürfnisse der Produzenten als auch der Großverbraucher optimal abdecken .

Die pure.energy GmbH plant, den Geschäftsbereich Power Purchase Agreements (PPAs) zukünftig auszubauen. In diesem Rahmen wird das Unternehmen Stromlieferverträge mit großen Industrieunternehmen anstreben, die einen hohen Energiebedarf und ein stabiles Geschäftsmodell aufweisen. Diese Unternehmen sollen von stabilen und langfristig planbaren Strompreisen profitieren, die durch die PPAs gesichert werden.

Die pure.energy GmbH verfolgt das Ziel, PPA-Verträge anzubieten, die sowohl den Erzeugern erneuerbarer Energien als auch den Großabnehmern langfristige Sicherheit gewährleisten. Durch den Einkauf des erzeugten Stroms und den anschließenden Weiterverkauf an die Abnehmer ist es möglich, beiden Kunden - sowohl dem Stromerzeuger als auch dem Stromverbraucher - feste Preise über die gesamte Vertragslaufzeit anzubieten. Diese Vereinbarungen ermöglichen es Großkunden, ihre Energieversorgung umweltfreundlicher zu gestalten, während sich die pure.energy GmbH stabile Einnahmen sichern kann. Die Zusammenarbeit mit Großabnehmern soll ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Wachstumsstrategie von pure.energy GmbH darstellen.

Technologische Innovation und Batteriespeicherlösungen

Die Investition in Forschung und Entwicklung bleibt ein zentrales Element der Unternehmensstrategie. In Zukunft möchte die pure.energy GmbH verstärkt auf die Implementierung von innovativen Batteriespeicherlösungen setzen, die zur Stabilisierung der Netze und zur Reduzierung von Netzentgelten beitragen können.

Nach Auffassung der Geschäftsführung spielen Batteriespeicher eine Schlüsselrolle bei der Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz, da sie Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen und Überkapazitäten speichern können. Dies ermöglicht es, den erzeugten Strom auch dann verfügbar zu machen, wenn die Nachfrage hoch ist, aber die Erzeugung aus Wind- oder Solarenergie gering ausfällt. Durch den gezielten Einsatz von Batteriespeichern plant die pure.energy GmbH nicht nur die Netzstabilität zu erhöhen, sondern auch die Kosten für Netzdienstleistungen und die Nutzung des Stromnetzes zu senken, was letztlich zu einer Reduzierung der Netzentgelte führen soll.

Nachhaltigkeit und Effizienz

Die fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Reduktion von Betriebskosten durch den Einsatz modernster Technologien hält die Geschäftsführung der pure.energy GmbH für wichtig. Durch die Investition in Batteriespeicherlösungen und anderen zukunftsweisenden Technologien soll nicht nur die Energieversorgung gesichert, sondern auch die CO2-Emissionen weiter reduziert werden. Diese Maßnahmen sollen einen direkten Beitrag zur Energiewende leisten und die langfristige Nachhaltigkeit des Unternehmens unterstützen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 2023

Im Jahr 2023 erlebte der Euroraum ein moderates Wirtschaftswachstum von etwa 0,4 %. Die konjunkturelle Erholung war geprägt von regionalen Unterschieden und dem Einfluss globaler Unsicherheiten wie geopolitischen Spannungen und der Energiekrise. Während einige Länder wie Spanien ein starkes Wachstum verzeichneten, blieben große Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich hinter den Erwartungen zurück. Die Gründe für die verhaltene Entwicklung lagen in den hohen Energiepreisen, die die Wettbewerbsfähigkeit belasteten, und den Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).1

Die Inflationsrate im Euroraum lag im Dezember 2023 bei etwa 2,9 %, was auf die sinkenden Energiepreise zurückzuführen ist. Die EZB begann Mitte des Jahres mit einer vorsichtigen Lockerung der Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu unterstützen. Die hohe Inflation in den Jahren 2021 und 2022 hatte die Kaufkraft der Haushalte geschwächt, aber 2023 zeigte sich eine allmähliche Erholung im Konsum, insbesondere in Ländern mit starker Lohnentwicklung.2

Die Industrieproduktion blieb jedoch aufgrund der anhaltenden Energiekrise und einer schwachen globalen Nachfrage gedämpft. Einige Sektoren wie die Bauwirtschaft litten unter hohen Finanzierungskosten und geringen Investitionen. Trotz dieser Herausforderungen profitierte die europäische Wirtschaft insgesamt von der zunehmenden Integration erneuerbarer Energien, was langfristig die Energieversorgung stabilisieren könnte.3

In Deutschland war das Jahr 2023 geprägt von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 %. Trotz globaler Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen konnte die deutsche Wirtschaft eine relativ stabile Entwicklung verzeichnen. Treiber des Wachstums waren insbesondere Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Energien, unterstützt durch staatliche Förderprogramme. Auch der private Konsum trug zur Stabilisierung bei, obwohl die hohen Energiepreise und das Zinsniveau die Investitionstätigkeit dämpften.

Die deutsche Arbeitslosenquote lag bei etwa 5,7 %, was um 0,4 % über dem Vorjahresniveau lag.4

Die Inflationsrate lag im Jahr 2023 bei 5,9 %. Die steigenden Energiepreise trugen maßgeblich zur Inflationsentwicklung bei.5 6

2.2 Branchenspezifische Rahmenbedingungen 2023

Die Energiebranche in Deutschland war 2023 weiterhin stark von der Energiewende geprägt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien stand im Fokus der politischen Agenda und wurde durch verschiedene Fördermaßnahmen sowie gesetzliche Vorgaben intensiv unterstützt. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland neue Kapazitäten für erneuerbare Energien in Höhe von rund 17 GW installiert, wobei Solarenergie mit etwa 14,1 GW den größten Anteil ausmacht, der Anteil Windenergie betrug 2,9 GW. Diese Entwicklung ist wesentlich für das Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung und wurde durch verstärkte Investitionen in die Infrastruktur für Erneuerbare-Energie-Anlagen beschleunigt.

Der Trend zur dezentralen Energieerzeugung setzte sich auch 2023 fort. Besonders Photovoltaikanlagen auf gewerblichen Dächern und Freiflächen erlebten einen signifikanten Anstieg in der Nachfrage. Dies führte zu einer starken Zunahme von Installationen und einer weiteren Diversifizierung der Energiequellen.7

Der Energiemarkt in Deutschland ist stark reguliert und war 2023 durch ständige Veränderungen im regulatorischen Umfeld geprägt. Neue gesetzliche Regelungen, wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023), machten erneuerbare Energien wettbewerbsfähiger und unterstützten den beschleunigten Ausbau.8 Gleichzeitig führte die stetige Anpassung von Gesetzen und Regularien zu erhöhtem Anpassungsdruck auf Marktteilnehmer. Netzbetreiber, Energieversorger und Erzeuger mussten ihre Geschäftsmodelle und technischen Lösungen kontinuierlich auf neue Anforderungen hin optimieren.

Ein großes Thema 2023 war die Umsetzung von Redispatch 2.0, einem neuen Mechanismus zur Netzstabilisierung, der für Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen zusätzliche Bürokratie und technologische Anpassungen erforderte. Redispatch 2.0 zielt darauf ab, Engpässe im Stromnetz durch eine verbesserte Steuerung von Stromerzeugern und Verbrauchern zu vermeiden. Dies stellte Anlagenbetreiber jedoch vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Prognosegenauigkeit und der Koordination mit Netzbetreibern. Viele Unternehmen mussten in neue IT-Systeme und Prognosetechnologien investieren, um die Anforderungen des Redispatch 2.0 zu erfüllen.9

Die Versorgungssicherheit war 2023 ebenfalls ein wichtiges Thema. Die Energiekrise, ausgelöst durch geopolitische Spannungen und den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, führte zu einem Anstieg der Energiepreise und verstärkte den politischen Druck, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Gleichzeitig mussten sich Unternehmen der Volatilität der Energiepreise stellen, was zu einer zunehmenden Nachfrage nach Preisabsicherungsmodellen und langfristigen Lieferverträgen (PPAs) führte, um Risiken besser zu managen.10

Ein weiteres zentrales Thema war die Netzstabilität, insbesondere angesichts der stark steigenden Einspeisung von Strom aus volatilen, erneuerbaren Energiequellen. Der Ausbau der Netzkapazitäten hielt 2023 mit dem Zubau an erneuerbaren Energien oft nicht Schritt, was zu regionalen Engpässen führte. Batteriespeicherlösungen spielten hier eine immer größere Rolle, da sie als flexible Speichertechnologien helfen, das Netz zu entlasten, Spitzenlasten abzufangen und die Integration erneuerbarer Energien effizienter zu gestalten. Zudem kann der Einsatz von Speichern zur Reduzierung der Netzentgelte beitragen, indem Lastspitzen geglättet werden und so die Nutzung des Netzes optimiert wird.11

Insgesamt war 2023 für die deutsche Energiebranche ein Jahr der Transformation und Anpassung. Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien, regulatorische Veränderungen und technologische Innovationen standen im Mittelpunkt. Die Herausforderungen durch Redispatch 2.0 und der stark regulierte Markt verlangten von Marktteilnehmern eine hohe Flexibilität. Gleichzeitig bieten neue Technologien und die fortschreitende Digitalisierung enorme Chancen für die Stabilisierung der Netze, die Reduzierung von Kosten und die Weiterentwicklung der Energiewende.

Die Energiebranche in Deutschland war 2023 weiterhin stark von der Energiewende geprägt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien stand im Fokus der politischen Agenda und wurde durch verschiedene Fördermaßnahmen sowie gesetzliche Vorgaben intensiv unterstützt.

3. Geschäftsverlauf 2023

Die Geschäftsführung der pure.energy GmbH beurteilt den Geschäftsverlauf nach den folgenden finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren, die zur internen Steuerung herangezogen werden:

Finanzielle Leistungsindikatoren

• Umsatzerlöse

Ertrag, gemessen als Ergebnis nach Steuern (EBT)

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

• Kundenzufriedenheit, gemessen am prozentualen Anteil der verlängerten Verträge für das Folgejahr

• Größe des gemanagten Portfolios in MW

Insgesamt erzielte die pure.energy GmbH im Geschäftsjahr 2023 nach Auffassung der Geschäftsführung, wie erwartet, sehr gute Ergebnisse und beurteilt den Geschäftsverlauf insgesamt als äußerst zufriedenstellend.

Der Umsatz ist eine der zentralen Steuerungskennzahlen für die pure.energy GmbH, da er direkt die Leistung unseres Unternehmens auf den Märkten widerspiegelt, auf denen die pure.energy GmbH Strom aus erneuerbaren Energien verkauft. Für ein noch junges Unternehmen wie die pure.energy GmbH spiegeln die Umsatzerlöse aus Sicht der Geschäftsführung die Fähigkeit wider, seine Marktposition zu halten und auszubauen, selbst in einem volatilen Preisumfeld. Sie zeigen zudem die Effektivität unserer Vertriebsstrategien und unsere Fähigkeit, neue Verträge und Partnerschaften zu sichern, was langfristig zur Stabilisierung und zum Wachstum beiträgt. Darüber hinaus dienen die Umsatzerlöse als Indikator für die finanzielle Gesundheit des Unternehmens, da sie direkten Einfluss auf die Liquidität und die Fähigkeit haben, in neue Projekte zu investieren und Innovationen voranzutreiben.

Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 387.954 TEUR, verglichen mit 477.414 TEUR im Vorjahr, was einem Rückgang von 18,74 % entspricht. Zwar sind die Umsatzerlöse rückläufig, die detaillierte Analyse der Ursachen zeigt jedoch, dass dies ausschließlich auf die Reduzierung der Strommarktpreise zurückzuführen ist. Diese fielen von 235,45 €/MWh im Jahr 2022 auf 95,18 €/MWh im Jahr 2023. Ein Teil des preisbedingten Umsatzrückgangs konnte durch den Abschluss neuer Verträge mit Anlagenbetreibern und die damit verbundene mengenmäßige Ausweitung unserer Direktvermarktungsaktivitäten ausgeglichen werden. Dies bringt nach Auffassung der Geschäftsführung den Erfolg unserer Vertriebsstrategien zum Ausdruck. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen und der durchgeführten Ursachenanalyse ist die Geschäftsführung insgesamt mit den erreichten Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2023 zufrieden.

Das Ergebnis nach Steuern betrug 26.386 TEUR (Vorjahr: 5.467 TEUR). Die Nettogewinnmarge lag bei 6,8 %, was aus Sicht der Geschäftsführung die starke Ertragskraft des Unternehmens unterstreicht. Aus Sicht der Geschäftsführung spiegelt dieses Ergebnis die Effizienz unserer operativen Prozesse wider, insbesondere im Bereich der Stromvermarktung.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Kundenzufriedenheit erstmals als nichtfinanzielle Steuerungsgröße eingeführt. Sie wird anhand des prozentualen Anteils der verlängerten Verträge gemessen. Dabei konnten 85,14 % der Verträge verlängert werden. Diese Kennzahl liefert wertvolle Einblicke in die Bindung und Zufriedenheit unserer Kunden und dient als wichtige Grundlage für zukünftige strategische Entscheidungen zur Verbesserung der Kundenbindung und -zufriedenheit.

Die Größe des gemanagten Portfolios in MW konnte um 9,21 % von 1.314 MW in 2022 auf 1.435 MW in 2023 gesteigert werden.

4. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 2023

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der pure.energy GmbH betrug zum 31. Dezember 2023 99.528 TEUR, was eine Steigerung um 325 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Das Anlagevermögen betrug 18 TEUR und machte 0,02 % der Bilanzsumme aus. Das Umlaufvermögen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 99.392 TEUR, hauptsächlich aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Guthaben bei Kreditinstituten betrugen 74.469 TEUR und sind im Vergleich zum Vorjahr um 68.719 TEUR angestiegen. Grund für diesen Anstieg war insbesondere die sehr gute Ertragsentwicklung in 2023. Zum Bilanzstichtag sind Bankguthaben in Höhe von 68.569 TEUR in Termin- und Tagesgeldern angelegt und in Höhe von 6.702 TEUR (Vorjahr: 3.930 TEUR) verfügungsbeschränkt.

Das Eigenkapital belief sich auf 32.315 TEUR. Die Eigenkapitalquote lag bei 32,5 %. Diese Kapitalbasis gibt uns die Flexibilität, auf Marktveränderungen flexibel zu reagieren und langfristig in Wachstumsprojekte zu investieren. Im Jahr 2023 konnten wir unsere Eigenkapitalquote im Vergleich zum Vorjahr um 13,1 Prozentpunkte steigern, was im Wesentlichen auf dem Vorschlag der Geschäftsführung, den Jahresüberschuss 2023 auf neue Rechnung vorzutragen, zurückzuführen ist.

Der Betrag der Rückstellungen betrug 12.832 TEUR und ist damit um 10.010 TEUR im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus höheren Rückstellungen für Gewerbe- und Körperschaftsteuern.

Die Verbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 54.381 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 26.703 TEUR. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Jahresend- und Redispatch-Abrechnungen. Die Sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 5.847 TEUR im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg resultiert insbesondere aus zum Abschlussstichtag noch nicht bezahlten Entgelten im Zusammenhang mit einem bestehenden Darlehensvertrag.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestanden im Berichtszeitraum nicht.

Die finanzielle Situation der pure.energy GmbH, gemessen am operativen Cashflow, hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verbessert. Der operative Cashflow stammt aus den auf Erlöserzielung ausgerichteten zahlungswirksamen Tätigkeiten des Unternehmens sowie sonstigen Aktivitäten, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. Im Geschäftsjahr 2023 belief sich der operative Cashflow auf 75.618 TEUR.

Ertragslage

Das EBITDA lag bei 48.032 TEUR, was einem Anstieg von 40.071 TEUR gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unser EBITDA von 48.032 TEUR zeigt die Ertragskraft unserer operativen Tätigkeiten vor Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Effizienz im Management unserer Energieabnahmeverträge ist nach Auffassung der Geschäftsführung im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, insbesondere aufgrund der Aufstockung des Personals und des Einsatzes zusätzlicher technischer Lösungen. Während 2022 nur ein Mitarbeiter für diesen Bereich zuständig war, ermöglichte die erweiterte Mitarbeiteranzahl eine intensivere Betreuung der Verträge und einen aktiveren Austausch mit den Kunden. Dies führte dazu, dass Folgegeschäfte abgeschlossen und bestehende Verträge mit Anlagenbetreibern erfolgreich verlängert werden konnten.

Der Materialaufwand betrug 308.488 TEUR und ist damit um 155.752 TEUR im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies ist insbesondere auf die reduzierten Strommarktpreise zurückzuführen.

Der Personalaufwand betrug 656 TEUR und ist damit um 433 TEUR im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies ist insbesondere mit der Einstellung neuer Mitarbeiter begründet.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 31.920 TEUR und sind damit um 26.928 TEUR im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies ist insbesondere auf gestiegene Kosten für Software und an Dritte geleistete Provisionen und ähnlichen Aufwendungen zurückzuführen.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betrugen 10.575 TEUR und sind damit um 10.571 TEUR im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies ist insbesondere auf Zinsen im Rahmen einer Darlehensvereinbarung mit einem Drittunternehmen zurückzuführen.

5. Investitionen 2023

Im Berichtszeitraum wurden Investitionen in Höhe von 3.289 TEUR in die technologische Infrastruktur vorgenommen, um wesentliche betriebliche Prozesse weiter zu optimieren. Hierfür wurden Softwareverträge mit entsprechenden Partnern abgeschlossen.

6. Prognose-, Chancen-, Risikobericht

6.1 Prognosebericht

Wir weisen darauf hin, dass es sich bei den folgenden Informationen um zukunftsbezogene Aussagen handelt. Tatsächliche Ergebnisse können erheblich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen. Hinsichtlich der im Rahmen des Prognoseberichts darzustellenden Risiken verweisen wir auf den Risikobericht. Der nachfolgende Prognosebericht basiert auf einem Prognosezeitraum von einem Jahr. Über diesen Prognosehorizont hinaus sind Sondereinflüsse zu berücksichtigen.

6.1.1 Prognose der Rahmenbedingungen

Auch 2024 ist das Wirtschaftswachstum im Euroraum durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter die anhaltenden Auswirkungen der Energiekrise und die Nachwirkungen des Ukraine-Krieges. Die EZB geht für 2024 von einem moderaten BIP-Wachstum von etwa 0,9 % im Euroraum aus, begleitet von einer erwarteten Inflation von 2,5 %. Dies stellt eine leichte Verbesserung gegenüber den Vorjahren dar, bleibt jedoch leicht über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank.12

Für Deutschland wird für 2024 ein moderates Wachstum der Wirtschaftsleistung von etwa 0,2 % prognostiziert, während die Inflation voraussichtlich auf 2,8 % zurückgehen wird. Diese Verbesserung beruht teilweise auf stabileren Energiepreisen und staatlichen Entlastungsmaßnahmen, die die Kaufkraft stützen. Dennoch beeinflussen die Auswirkungen der Energiepreissteigerungen weiterhin das Konsumverhalten und die Investitionstätigkeit.13

6.1.2 Prognose der Branchenentwicklung

Der Energiemarkt in Deutschland und Europa ist auch 2024 stark reguliert und von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Der regulatorische Rahmen entwickelt sich schneller und umfassender als in den vergangenen Jahrzehnten, was die Markt- und Wettbewerbsstrukturen nachhaltig beeinflusst. Die Unsicherheiten auf dem Energiemarkt bleiben bestehen, auch wenn die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen weiter verringert wurde. Die EU wird weiterhin auf den Ausbau der LNG-Importe aus Ländern wie den USA setzen.14 Allerdings sind die globalen Transportkapazitäten nach wie vor begrenzt, was die kurzfristige Anpassungsfähigkeit des Marktes behindert. Die Energiepolitik konzentriert sich auf eine Diversifikation der Energiequellen, um eine höhere Energiesicherheit zu gewährleisten.15

Redispatch 2.0, das bereits 2021 eingeführte Instrument zur Stabilisierung der Stromnetze, wird 2024 weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Die Herausforderungen bei der Implementierung von Redispatch 2.0 bleiben bestehen, insbesondere bei der Datenkoordination und der genauen Prognose der Einspeisungen aus Erneuerbare-Energien-Anlagen. Dies erfordert hohe Investitionen in digitale Systeme und erweiterte Kooperationsmechanismen zwischen Netzbetreibern und Anlagenbetreibern. Für viele Marktteilnehmer bedeutet dies zusätzliche Bürokratie und technische Anpassungen, die zu höheren Kosten führen können.16

Die Netzstabilität bleibt auch 2024 ein zentraler Punkt, insbesondere angesichts des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien. Es wird erwartet, dass neue Kapazitäten in Höhe von etwa 10 GW ans Netz gehen, wobei Wind- und Solarenergie den größten Anteil ausmachen. Allerdings hinkt der Netzausbau dem Zubau an Erneuerbaren weiterhin hinterher, was zu regionalen Engpässen führen kann. BESS werden in diesem Zusammenhang als Schlüsseltechnologie betrachtet, um Netzengpässe abzufedern und Spitzenlasten zu glätten. Langfristig könnte dies auch zu einer Reduzierung der Netzentgelte beitragen, was den Anreiz für Investitionen in Speichertechnologien erhöhen dürfte.1718

Die Volatilität der Strommärkte bleibt auch 2024 ein zentrales Thema, da die Abhängigkeit von erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne weiterhin zunimmt. Netzbetreiber werden vermehrt dazu angehalten, Flexibilitätsoptionen wie BESS und andere Speicherlösungen in ihre Planungen einzubeziehen, um das Management von Netzschwankungen zu verbessern.19

6.1.3 Prognose der Unternehmensentwicklung

Im Jahr 2024 plant die pure.energy GmbH ihren Wachstumskurs fortzusetzen. Dies wird durch den bisherigen Geschäftsverlauf in 2024 bestätigt und zeigt sich auch in den Prognosen für das Geschäftsjahr 2024 für unsere finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren.

Für das Jahr 2024 erwarten wir vor allem aufgrund niedrigerer Marktpreise erheblich geringere Umsatzerlöse und ein leicht geringeres Ergebnis nach Steuern (EBT).

Darüber hinaus geht unsere Planung für 2024 davon aus, dass wir die Kundenzufriedenheit, gemessen am prozentualen Anteil der verlängerten Verträge für das Folgejahr, halten werden.

Die Größe des gemanagten Portfolios in MW wird 2.400 MW betragen.

Für das Jahr 2025 gehen wir derzeit von vergleichbaren Ergebnissen aus. Insbesondere planen wir unser Portfolio weiter auszubauen und die Kundenzufriedenheit auf einem hohen Niveau zu halten.

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der pure.energy GmbH wird weiterhin auf der geografischen Expansion und technologischen Innovation liegen, um den wachsenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Besonders die Ausweitung der Direktvermarktungsaktivitäten soll das Wachstum steigern. Nach Auffassung der Geschäftsleistung konnte dies bis zum jetzigen Zeitpunkt des Geschäftsjahres 2024 entsprechend der Planung für 2024 erreicht werden.

Neben der geografischen Expansion ist es ein zentrales Ziel für 2024, die Anzahl der Kunden zu steigern. Durch die Erschließung neuer Märkte und den Ausbau des Angebots an Energieeffizienzdienstleistungen wird die pure.energy GmbH ihren Kundenstamm erweitern. Insbesondere die steigende Nachfrage nach dezentralen Energielösungen und Batteriespeichertechnologien soll genutzt werden, um neue Kundengruppen zu erschließen.

Um auf die Herausforderungen durch sinkende Margen in der Direktvermarktung zu reagieren, verfolgt die pure.energy GmbH eine Diversifizierungsstrategie im Produktportfolio. Die geringeren Erträge aufgrund von geringeren Marktpreisen und abnehmender Volatilität reduzieren die Handelsgewinne. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, richtet das Unternehmen seinen Fokus verstärkt auf den Ausbau von Power Purchase Agreements (PPAs), und die Einführung von Lösungen im Bereich BESS. Diese Initiativen sollen nach Auffassung der Geschäftsführung die Abhängigkeit von den Schwankungen des Großhandelsmarktes verringern und die Position des Unternehmens für zukünftiges Wachstum verbessern.

Die Erschließung neuer Geschäftsfelder, insbesondere durch Investitionen in ein eigenes Portfolio für erneuerbare Energien, soll nach Auffassung der Geschäftsführung die Position der pure.energy GmbH gegenüber den volatilen Großhandelspreisen weiter festigen. Eigene Erzeugungskapazitäten werden es dem Unternehmen ermöglichen, langfristige Verträge (PPAs) mit festen Abnehmern einzugehen, wodurch eine zusätzliche Stabilität geschaffen und langfristige Ertragsperspektiven eröffnet werden. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Unabhängigkeit zu erhöhen und die zukünftige wirtschaftliche Basis zu stärken.

Der bisherige Geschäftsverlauf im Jahr 2024 bestätigt, dass die pure.energy GmbH auch im Jahr 2024 vor Herausforderungen wie volatilen Stromhandelspreisen und den Auswirkungen der Redispatch 2.0-Regulierung steht, die zusätzliche technologische Anpassungen und Investitionen in digitale Netzmanagementsysteme erfordern. Dennoch bieten die Technologisierung und der Ausbau von Speicherlösungen entscheidende Vorteile, um die Chancen in einem sich wandelnden Markt zu nutzen und die Marktdynamik weiter zu verstärken.

Zusammenfassend erwartet die pure.energy GmbH für das Jahr 2024 eine positive Geschäftsentwicklung, gemessen an einer wachsenden Kundenanzahl, einem erweitertem Produktportfolio und starken Investitionen in neue Technologien und Märkte. Auch für das Jahr 2025 erwarten wir derzeit eine vergleichbar positive Geschäftsentwicklung.

6.2 Risikomanagementsystem und Komponenten des Risikomanagement-Konzepts

Unternehmerische Tätigkeit erfordert das bewusste Eingehen von Risiken. Aufgabe eines Risikomanagementsystems ist es daher, eine möglichst genaue Abschätzung der mit der Planung und Ausführung der strategischen Maßnahmen verbundenen Chancen und Risiken sicherzustellen.

Die Geschäftsführung der pure.energy GmbH erstellt Profitabilitäts- und Liquiditätsprognosen und Übersichten zum Hedging abgeschlossener Verträge. Dies ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Fehlentwicklungen sowie die Einleitung gezielter Maßnahmen zur Gegensteuerung, sollten diese erforderlich sein.

Auf identifizierte Risiken sowie deren Absicherung gehen wir ausführlich im Abschnitt "Risikobericht" ein.

6.3 Risikobericht

6.3.1 Allgemeine Risikosituation

Im Jahr 2023 konnte das Portfolio im Direktvermarktungsgeschäft weiter ausgebaut werden, wodurch das Unternehmen eine breitere Basis geschaffen hat, um Marktschwankungen und Preisschwankungen besser abzufedern. Diese Entwicklung konnte im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2024 fortgesetzt werden. Die Liquidität des Unternehmens war im gesamten Jahr 2023 stabil und bleibt auch im Jahr 2024 bis zum Aufstellungszeitpunkt weiterhin gesichert. Zu keinem Zeitpunkt war die Liquidität gefährdet, auch nicht in volatilen Marktphasen.

Preiserhöhungen auf den Energiemärkten und die damit verbundenen Anforderungen an Sicherheiten können für Unternehmen ein erhebliches finanzielles Risiko darstellen. Wenn Großhandelspreise steigen, können Handelspartner wie Strombörsen oder bilaterale Partner höhere Sicherheitsleistungen verlangen, um sich gegen Zahlungsausfälle abzusichern. Dies erhöht den Bedarf an Liquidität, da Unternehmen zusätzliche Sicherheiten hinterlegen müssen, um ihre Handelspositionen zu decken. In einem volatilen Marktumfeld kann dies zu einem Liquiditätsengpass führen, insbesondere wenn Unternehmen nicht über ausreichende finanzielle Reserven verfügen oder Schwierigkeiten haben, kurzfristig Kapital zu beschaffen.

Für die pure.energy GmbH stellt dieses Risiko, nach Ansicht der Geschäftsführung, eine beherrschbare Herausforderung dar. Die Risiken durch Preissteigerungen und erhöhte Sicherheitsanforderungen bei Handelspartnern wie Strombörsen oder bilateralen Partnern werden als überschaubar eingeschätzt. Das Unternehmen verfügt nach Auffassung der Geschäftsführung über ausreichend hohe Liquiditätsreserven und eine solide Bonität, was es gut positioniert, um solchen Anforderungen zu begegnen.

Die anhaltenden Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges haben die europäische Energiebranche stark beeinflusst und zu erheblichen Marktrisiken geführt, einschließlich Insolvenzen bei mehreren Energieanbietern. Diese Insolvenzen sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:

Der Anstieg der Energiepreise u.a. infolge der eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland erhöhte die Beschaffungskosten erheblich. Viele Anbieter hatten langfristige Verträge mit festen Preisen abgeschlossen und konnten die höheren Einkaufspreise nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben. Darüber hinaus führten die unsichere Versorgungslage und die Preisschwankungen zu einer stark erhöhten Volatilität auf den Märkten. Energieunternehmen, die keine ausreichenden Rücklagen hatten, um die finanziellen Belastungen durch diese Preisschwankungen zu kompensieren, gerieten schnell in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Zusätzlich erschwerten neue regulatorische Anforderungen und staatliche Eingriffe in den Energiemarkt die Situation. Maßnahmen wie Preisdeckelungen oder kurzfristige Anpassungen der regulatorischen Rahmenbedingungen zwangen viele Anbieter, ihre Strategien schnell zu ändern, was nicht immer möglich war. Die gestiegenen Anforderungen an finanzielle Sicherheiten, die von Handelspartnern wie Strombörsen verlangt wurden, verschärften die Liquiditätsengpässe weiter. Unternehmen, die keine langfristigen Sicherungsinstrumente wie Derivate eingesetzt hatten, um Preisschwankungen abzufedern, waren den volatilen Großhandelsmärkten besonders ausgesetzt und konnten die erhöhten Kosten nicht kompensieren.

Nach Auffassung der Geschäftsführung ist die pure.energy GmbH gut aufgestellt, um diesen Risiken entgegenzuwirken. Grund hierfür sind die nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichend vorhandenen Liquiditätsreserven. Darüber hinaus nutzt die pure.energy GmbH aktiv Sicherungsinstrumente wie Derivate, um die Auswirkungen von Preisschwankungen zu minimieren. Dadurch ist das Unternehmen in der Lage, seine Risiken zu steuern und bleibt gegen Marktvolatilitäten gut abgesichert. Die Geschäftsführung ist daher überzeugt, dass das Unternehmen in der Lage ist, die Herausforderungen des Marktes zu bewältigen.

Trotz der erhöhten Risiken durch die geopolitischen Entwicklungen sieht das Management keine unmittelbar bestandsgefährdenden Risiken bis Ende 2025.

6.3.2 Spezielle Risiken

Die nachfolgenden Risiken werden entsprechend ihrer relativen Bedeutung dargestellt. Die Bedeutung ermittelt sich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Auswirkung auf die Erreichung der Prognosen bzw. der angestrebten Ziele.

Die pure.energy GmbH hat die folgenden Risiken identifiziert und durch ein Risikomanagement überwacht und minimiert.

Markt- und Preisschwankungen bei erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien unterliegen naturgemäß den Schwankungen des Strommarktes, was insbesondere bei sinkenden Strompreisen die Rentabilität bestehender und zukünftiger Abnahmeverträge beeinträchtigen könnte. Um dieses Risiko zu minimieren, wird die pure.energy GmbH gezielt Preissicherungsinstrumente einsetzen. Die Laufzeiten dieser Sicherungsinstrumente werden an der Portfoliostruktur der Stromabnahmeverträge ausgerichtet und dienen der Absicherung stabiler Verkaufspreise.

Die pure.energy GmbH wird hierbei auf eine Kombination aus festen Lieferverträgen (PPAs) und ausgewählten Hedging-Instrumenten setzen, um eine stabile Ertragslage sicherzustellen. Es wird regelmäßige Überprüfungen der Preisabsicherungsinstrumente und deren Anpassung an die Marktbedingungen geben, damit das Unternehmen auch in volatilen Marktphasen stabile Einnahmen erzielen kann.

Volatilität der Stromproduktion

Ein weiteres wesentliches Risiko besteht in der Volatilität der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Zur Steuerung dieses Risikos wird die pure.energy GmbH algorithmische Prognosemodelle in Kombination mit externer Expertise und Echtzeitüberwachung verwenden. Diese Modelle ermöglichen es dem Unternehmen, flexibel auf Produktions- und Preisschwankungen zu reagieren. Aufgrund der Größe des Gesamtportfolios wird pure.energy GmbH, nach Ansicht der Geschäftsführung, in der Lage sein, Teile dieser Schwankungen innerhalb des eigenen Portfolios auszugleichen.

Gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen

Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Bereich der Einspeisevergütungen oder regulatorischen Vorschriften, könnten die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte beeinflussen. Die pure.energy GmbH wird daher kontinuierlich die regulatorische Landschaft beobachten und hat das Ziel sich flexibel an neue Entwicklungen anzupassen. Dazu werden regelmäßige Gespräche mit Anlagenbetreibern und Kunden gehören, um sicherzustellen, dass das Unternehmen rechtzeitig auf Änderungen reagieren kann. Auch Aufwände und Prozesse mit den Verteilnetzbetreibern (VNB), etwa im Rahmen des Redispatch 2.0, werden überwacht werden, um mögliche Verzögerungen oder Abweichungen zu minimieren, die sich negativ auf die Kunden und die pure.energy GmbH auswirken könnten.

Liquiditätsrisiken

Die Liquiditätssituation der pure.energy GmbH wird überwacht und gesteuert. Eine stetige Verbreiterung der Kundenbasis sowie eine bewusste Steuerung der Vertriebskanäle, die auf eine Branchenvielfalt abzielt, verringern die Abhängigkeit von Einzelkunden und den damit verbundenen Ausfallrisiken. Dadurch wird sich das Unternehmen gegen Schwankungen im Kundenverhalten besser schützen.

Risiken aus langfristigen Stromlieferverträgen

Bestehende mehrjährige Stromlieferverträge mit Endkunden bergen das Risiko, dass steigende Strombezugskosten nicht durch die Vertragspreise gedeckt werden. Dieses Risiko wird durch eine Back-to-Back-Beschaffungsstrategie am Terminmarkt gemindert. Das Beschaffungsportfolio wird dabei fortlaufend mit dem Vertriebsportfolio abgeglichen und durch eine sorgfältige Bepreisung der Neukunden sichergestellt. Zudem plant die pure.energy GmbH das Lieferantenportfolio auszubauen, um das Kontrahentenrisiko auf der Beschaffungsseite weiter zu minimieren.

Personalrisiken

Die Mitarbeiter spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg des Unternehmens. Es besteht das Risiko, dass nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter rekrutiert, werden können oder bestehende Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, möchte sich die pure.energy GmbH als attraktiver Arbeitgeber positionieren - sowohl regional als auch überregional. Maßnahmen wie mobile Arbeitsmodelle, eine gute technische Ausstattung, moderne Büroräume, Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte sowie Teamevents sollen ein positives Arbeitsumfeld schaffen.

6.4 Chancenbericht

Der pure.energy GmbH bieten sich eine Vielzahl von Chancen, die sowohl aus der fortschreitenden Energiewende als auch aus technologischen Innovationen und regulatorischen Veränderungen resultieren. Die folgenden Punkte beschreiben die wesentlichen Chancen und Wachstumsfelder für das Unternehmen. Die nachfolgenden Chancen werden entsprechend ihrer relativen Bedeutung dargestellt. Die Bedeutung ermittelt sich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Auswirkung auf die Erreichung der Prognosen bzw. der angestrebten Ziele.

Ausbau des Portfolios durch Direktvermarktung und Power Purchase Agreements (PPAs)

Die pure.energy GmbH hat bereits im Jahr 2023 erfolgreich ihr Portfolio im Bereich der Direktvermarktung ausgebaut. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass durch die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und stabilen Stromlieferverträgen (PPAs) das Portfolio weiter ausgebaut werden kann. Langfristige PPA-Verträge bieten Großabnehmern wie Industrieunternehmen eine stabile und planbare Energieversorgung.

Für pure.energy besteht hier die Chance, durch Lösungen sowohl neue Kunden zu gewinnen als auch stabile Einnahmenquellen zu sichern. Eine zunehmende Nachfrage nach PPAs in Verbindung mit unserer Ambition flexibel auf Marktbedürfnisse zu reagieren, wird von Seiten der Geschäftsführung als wesentlicher Wachstumsfaktor betrachtet.

Technologische Innovationen und Batteriespeicherlösungen

Die Implementierung von Batteriespeicherlösungen würde der pure.energy GmbH nach Auffassung der Geschäftsführung erhebliche Chancen bieten, sowohl ihre Position im Markt als auch die Netzstabilität zu stärken. Durch den Ausbau dieser Technologien könnte das Unternehmen Netzschwankungen und Spitzenlasten besser ausgleichen, was zu einer effizienteren Nutzung erneuerbarer Energiequellen führen würde. Darüber hinaus bieten Batteriespeicherlösungen das Potenzial, die Netzentgelte zu senken, was den Kunden von pure.energy GmbH zugutekommen würde. Der verstärkte Einsatz von Speichertechnologien und intelligenten Netzmanagementsystemen stellt nach Auffassung der Geschäftsführung eine wichtige Wachstumschance dar, insbesondere in einem zunehmend digitalisierten Energiemarkt.

Geografische Expansion in neue europäische Märkte

Die pure.energy GmbH hat im Jahr 2023 ihre geografische Expansion in europäische Nachbarländer wie die Niederlande eingeleitet und plant, diesen Kurs in den kommenden Jahren fortzusetzen. Märkte in Skandinavien, Westeuropa und Osteuropa bieten beträchtliches Potenzial für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Durch gezielte Akquisitionen und Partnerschaften mit lokalen Akteuren kann die pure.energy GmbH neue Marktanteile gewinnen. Diese Expansion ist eine Schlüsselstrategie zur Stärkung der Marktposition auf europäischer Ebene.

Regulatorische Chancen und staatliche Förderprogramme

Die regulatorischen Veränderungen und staatlichen Förderprogramme, insbesondere im Zusammenhang mit der Energiewende, bieten der pure.energy GmbH wichtige Wachstumschancen. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie das EEG 2023 und weitere Fördermaßnahmen unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien. Bei einer aktiven Beobachtung und Anpassung an die regulatorischen Anforderungen kann pure.energy GmbH flexibel reagieren und von den Förderprogrammen profitieren, was sowohl den Ausbau des Portfolios als auch die Ertragsstabilität weiter stärkt.

Steigende Nachfrage nach dezentralen Energielösungen

Eine steigende Nachfrage nach dezentralen Energielösungen bietet der pure.energy GmbH die Möglichkeit, neue Kundengruppen zu erschließen. Photovoltaikanlagen und Batteriespeicherlösungen, gewinnen nach Auffassung der Geschäftsführung für industrielle Anwendungen an Bedeutung, da viele Akteure ihre Abhängigkeit vom zentralen Stromnetz reduzieren wollen. Diese Entwicklung schafft Potenzial für die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen, die speziell auf dezentrale Lösungen ausgerichtet sind.

Chancen durch Digitalisierung und Automatisierung

Die zunehmende Digitalisierung der Energiebranche eröffnet pure.energy GmbH weitere Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung der Prozessabläufe. Investitionen in intelligente Netzmanagementsysteme und Automatisierungstechnologien ermöglichen es, die Integration von erneuerbaren Energien effizienter zu steuern, Echtzeitdaten zu nutzen und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Diese technologischen Innovationen könnte der pure.energy GmbH einen deutlichen Wettbewerbsvorteil bieten und eine flexiblere Anpassung an volatile Marktbedingungen ermöglichen.

Stärkung der Kundenbasis und Diversifizierung des Produktportfolios

Durch die geplante Erweiterung der Kundenbasis und die Diversifizierung des Produktportfolios bietet sich der pure.energy GmbH die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder zu erschließen und margenstarke Produkte zu entwickeln. Besonders der Bereich der Energieeffizienzdienstleistungen sowie die Einführung neuer, innovativer Produkte im Bereich der intelligenten Netzlösungen können zur weiteren Ertragssteigerung beitragen. Diese Erweiterung des Portfolios würde es der pure.energy GmbH ermöglichen, unabhängiger von Schwankungen auf den Strommärkten zu agieren und stabile Ertragsquellen zu generieren.

6.5. Zusammenfassende Darstellung der Risiken und Chancen

Die Gesamtrisikosituation der pure.energy GmbH ist vor allem durch Markt- und Preisschwankungen und damit verbundenen Liquiditätsrisiken geprägt. Risiken der künftigen Entwicklung, die für die pure.energy GmbH bestandsgefährdend sein könnten, sind nach der Risikoinventur nicht erkennbar. Bei den Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können, werden entsprechende Verfahren zur Risikosteuerung eingesetzt. Die Gesamtchancensituation der pure.energy GmbH ist vor allem durch die fortschreitenden Energiewende als auch von technologischen Innovationen und regulatorischen Veränderungen geprägt. Insgesamt zeigt sich eine aus Sicht der Geschäftsführung angemessene Risiko- und Chancensituation, auf die die Unternehmensstrategie der pure.energy GmbH entsprechend ausgerichtet ist.

 

Düsseldorf, den 9. Dezember 2024

pure.energy GmbH

Die Geschäftsführer

Anduvap Servet Akgün

Magne Borgund

1 EZB-Jahresbericht 2023

2 EZB-Jahresbericht 2023

3 EU-Kommission, Pressemitteilung v. 24.10.2023: Lage der Energieunion 2023: Die EU reagiert wirksam auf Krisen, blickt auf die Zukunft und beschleunigt den grünen Wandel

4 Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bunderegierung

5 D-STATIS Pressemitteilung Nr. 020 v. 16.01.2024

6 OECD-Wirtschaftsberichte Deutschland, Mai 2023

7 Bundesnetzagentur "Zubau Erneuerbarer Energien 2023"

8 Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bunderegierung

9 BDEW: "Redispatch 2.0: Optimierung und Weiterentwicklung der Prozesse erforderlich"

10 KPMG: "So können sich Unternehmen Ökostrom effizient sichern"

11 Fraunhofer ISE Kurzstudie: "Batteriegroßspeicher an ehemaligen Kraftwerkstandorten sinnvoll"

12 Wirtschaftsbericht 04/2024, EZB

13 Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung

14 IW-Kurzbericht 43/2024

15 EU, Energiepolitik - Allgemeine Grundsätze

16 BDEW: Redispatch 2.0 Consentec-Gutachten liefert Impulse für Weiterentwicklung

17 PV Magazine: Benedikt Deuchert, "Batteriespeicher für die Energiewende: Wie sich ungenutzte Potentiale ausschöpfen lassen"

18 Bundesnetzagentur: Zubau Erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr 2024

19 Vattenfall steigt ins Geschäft mit Großbatterien ein - Vattenfall

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 18.318,00 10.006,00
I. Sachanlagen 18.318,00 10.006,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.318,00 10.006,00
B. Umlaufvermögen 99.391.528,72 30.569.665,97
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 24.922.698,75 24.819.961,90
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.003.709,65 5.755.927,34
2. sonstige Vermögensgegenstände 16.918.989,10 19.064.034,56
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 6.361.000,00
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 74.468.829,97 5.749.704,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 118.312,92 1.768,70
Aktiva 99.528.159,64 30.581.440,67

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 32.315.075,89 5.929.300,03
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Gewinnvortrag 5.829.300,03 362.408,25
III. Jahresüberschuss 26.385.775,86 5.466.891,78
B. Rückstellungen 12.832.251,02 2.822.232,46
1. Steuerrückstellungen 12.527.751,02 2.553.732,46
2. sonstige Rückstellungen 304.500,00 268.500,00
C. Verbindlichkeiten 54.380.832,73 21.829.908,18
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 38.234.770,06 11.531.281,37
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 38.234.770,06 11.531.281,37
2. sonstige Verbindlichkeiten 16.146.062,67 10.298.626,81
davon aus Steuern 2.696.525,97 93.522,19
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.865,34 911,87
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 5.946.062,67 98.626,81
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 10.200.000,00 10.200.000,00
Passiva 99.528.159,64 30.581.440,67

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 387.954.313,03 477.413.708,73
2. sonstige betriebliche Erträge 23.585,20 3.025,20
3. Materialaufwand 308.488.034,30 464.240.514,40
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen 308.488.034,30 464.240.514,40
4. Personalaufwand 656.298,96 223.364,53
a) Löhne und Gehälter 591.525,00 196.948,41
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 64.773,96 26.416,12
5. Abschreibungen 12.717,80 6.092,56
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 12.717,80 6.092,56
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 31.919.941,31 4.991.886,15
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 559.292,68
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10.575.398,63 4.647,49
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10.498.497,05 2.483.337,02
10. Ergebnis nach Steuern 26.386.302,86 5.466.891,78
11. sonstige Steuern 527,00
12. Jahresüberschuss 26.385.775,86 5.466.891,78

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

pure.energy GmbH, Düsseldorf

ALLGEMEINE ANGABEN

Die pure.energy GmbH (im Folgenden "Gesellschaft" genannt) mit Sitz in Düsseldorf ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Düsseldorf unter HRB 84577 eingetragen. Im Geschäftsjahr bestand eine Zweigniederlassung in Monheim am Rhein. Mit Handelsregistereintragung am 2. September 2024 wurde diese Zweigniederlassung aufgehoben und eine Zweigniederlassung in Düsseldorf errichtet.

Gegenstand des Unternehmens ist der Energiehandel und das Energiemanagement, das Tätigen von Investitionen in Energieanlagen innerhalb und außerhalb Deutschlands, der Handel mit Zertifikaten und Derivaten erneuerbarer Energien sowie die Durchführung entsprechender Dienstleistungen, die Erbringung von Beratungsdienstleistungen im Bereich Energiehandel, Zertifikate und Derivate erneuerbarer Energien sowie Finanzierungsberatungen in der Energiebranche und die technische und kommerzielle Optimierung energietechnischer Anlagen im Bereich erneuerbarer Energien.

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und denen des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt.

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt. Die Beträge werden in vollen Euro, Tausend Euro (TEUR) bzw. Millionen Euro (Mio. EUR) angegeben.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen (Nutzungsdauern zwischen 1 und 7 Jahren) angesetzt. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung monatsgenau. Wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung eingetreten ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände bis EUR 800 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang gezeigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert nach Abzug der erforderlichen Wertberichtigungen bilanziert. Dabei werden alle erkennbaren Einzelrisiken berücksichtigt. Dies gilt auch für die hinterlegten Sicherheitsleistungen, welche unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden. Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Emissionsrechte werden mit ihren Anschaffungskosten unter Abzug gebotener Wertberichtigungen aufgrund niedrigerer Nettoveräußerungswerte am Bilanzstichtag bilanziert.

Ist der Grund für eine außerplanmäßige Abschreibung entfallen, werden Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vorgenommen, die sich ohne die außerplanmäßigen Abschreibungen ergeben hätten.

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bilanziert.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert. Bei der Bemessung der Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Zur Absicherung von Risiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Soweit möglich, werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet.

Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst.

Latente Steuern ergeben sich nicht, weil die Handelsbilanzwerte den Steuerbilanzwerten entsprechen.

ERLÄUTERUNGEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist dem nachfolgend dargestellten Anlagenspiegel zu entnehmen. Die Abschreibungen des laufenden Geschäftsjahres ergeben sich aus dem Anlagenspiegel.

Angaben
in €
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Stand 31.12.2023
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.103 21.029 45.132
24.103 21.029 45.132
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand 01.01.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.097 12.718 26.814 18.318 10.006
14.097 12.718 26.814 18.318 10.006

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 24.923 TEUR (Vorjahr: 24.820 TEUR) haben in Höhe von 24.923 TEUR (Vorjahr: 18.459 TEUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 6.361 TEUR) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von insgesamt 16.919 TEUR (Vorjahr: 19.064 TEUR) werden hinterlegte Sicherheiten sowie Kautionen in Höhe von insgesamt 3.017 TEUR (Vorjahr: 6.347 TEUR) sowie aktivisch abzugrenzende geleistete Ausgleichszahlungen für die Beendigung von Sicherungsinstrumenten in Höhe von insgesamt 6.361 TEUR (Vorjahr: 10.103 TEUR) ausgewiesen. Die Ausgleichzahlungen werden im Geschäftsjahr 2024 in Höhe von 6.361 TEUR aufwandswirksam aufgelöst.

Guthaben bei Kreditinstituten

Insgesamt sind zum Bilanzstichtag Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 68.569 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) in Termin- und Tagesgeldern angelegt und in Höhe von 6.702 TEUR (Vorjahr: 3.930 TEUR) verfügungsbeschränkt.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt 100 TEUR (Vorjahr: 100 TEUR) und ist vollständig eingezahlt. An der Gesellschaft sind drei natürliche Personen als Gesellschafter beteiligt.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten im Wesentlichen die erwarteten Zahlungen von Gewerbe- und Körperschaftsteuer. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen.

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Die Gesellschaft erhält auf Termin und zum Festpreis über so genannte Power-Purchase-Agreements die von diversen Windparkbetreibern erzeugte erneuerbare Energie. Zum Bilanzstichtag haben diese Verträge eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Die voraussichtliche jährliche Kapazität der Anlagen beträgt insgesamt 676 Megawatt (MW) (Vorjahr: 403 MW). Um sich gegen die Preis- und Margenvolatilitäten abzusichern, die sich aus der Direktvermarktung am Spothandelsmarkt ergeben, schließt die Gesellschaft auf dem Terminmarkt OTC- und Börsenkontrakte ab. Der Sicherungshorizont beträgt aktuell bis zu zwei Jahre. Von der Hochwahrscheinlichkeit der geplanten Transaktionen gehen wir aus, da unsere Sicherungsstrategie zum einen Limit-basiert (Value at Risk) ausgerichtet ist und zum anderen externe Faktoren, wie Leistung der Anlage und Wetterprognosen, angemessen berücksichtigt. Die kontinuierliche Überwachung und Steuerung der Gesamtrisikoposition erfolgt auf Grundlage eines internen Risikomanagementhandbuchs, in dem die Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten verbindlich festgelegt sind.

Zum Bilanzstichtag werden Strom Futures und Forwards mit einem Transaktionswert in Höhe von 136 Mio. EUR (Vorjahr: 231 Mio. EUR) und einem positiven Marktwert von 62 Mio. EUR (Vorjahr: positiver Marktwert von 68 Mio. EUR) gehalten.

Bei der Gesellschaft werden die mit den Vertragspartnern abgeschlossenen Finanzderivate und die jeweiligen Grundgeschäfte zu einer Bewertungseinheit gem. § 254 HGB zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um Portfolio Hedges, bei denen die Sicherungsgeschäfte einzelnen Anlagen zugeordnet sind.

Die wirksamen Teile der Bewertungseinheiten werden aufgrund der Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziell nicht erfasst. Die Ermittlung der Wirksamkeit der gebildeten Sicherungsbeziehung erfolgt auf Basis einer Deckungsbeitragsrechnung bzw. der Dollar Offset Methode, indem die positiven und negativen Wertveränderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft miteinander verrechnet werden. Sollten sich hieraus negative Überhänge ergeben, werden hierfür Rückstellungen nach dem Vorsichtsprinzip gebildet. Positive Überhänge bleiben entsprechend unberücksichtigt. Durch die Bildung von Bewertungseinheiten konnten zum Bilanzstichtag Rückstellungen in Höhe 34 Mio. EUR (Vorjahr: 9 Mio. EUR) vermieden werden.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten in Höhe von 54.381 TEUR (Vorjahr: 21.830 TEUR) haben in Höhe von 44.181 TEUR (Vorjahr: 11.630 TEUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von 10.200 TEUR (Vorjahr: 10.200 TEUR) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 10.200 TEUR (Vorjahr: 10.200 TEUR).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von 387.954 TEUR (Vorjahr: 477.414 TEUR) beinhalten im Wesentlichen realisierte Erträge aus börslichen und außerbörslichen Energiehandelsgeschäften. Die Gesellschaft erzielt Umsatzerlöse im Wesentlichen im Geschäftsbereich Strom.

Die börslichen Energiehandelsgeschäfte werden unter anderem über die Strombörse European Commodity Clearing Luxembourg S.àr.l., Luxemburg, abgewickelt.

2023
TEUR
2022
TEUR
Inland 253.131 353.123
Europäische Union (EU) ohne Inland 133.554 115.832
Luxemburg 130.715 115.832
übrige EU 2.839 0
Drittland 1.269 8.459
387.954 477.414

Materialaufwand

Die Materialaufwendungen in Höhe von 308.488 TEUR (Vorjahr: 464.241 TEUR) beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für den Kauf erneuerbarer Energie, die unter den Aufwendungen für bezogene Leistungen ausgewiesen werden.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 31.920 TEUR (Vorjahr: 4.992 TEUR). Darin enthalten sind Aufwendungen für an Dritte geleistete Provisionen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 25.296 TEUR (Vorjahr: 1.108 TEUR).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betragen 10.575 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR). Darin enthalten sind Entgelte für die im Kapitel Sonstige Verbindlichkeiten beschriebene Fremdkapitalüberlassung in Höhe von 10.519 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 10.498 TEUR (Vorjahr: 2.483 TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus Aufwendungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von 5.837 TEUR (Vorjahr: 1.258 TEUR) sowie aus Aufwendungen für Gewerbesteuer in Höhe von 4.662 TEUR (Vorjahr: 1.225 TEUR) zusammen.

SONSTIGE ANGABEN

Geschäftsführung

Geschäftsführer:

Herrn Anduvap Servet Akgün, Chief Executive Officer, Düsseldorf

Herrn Magne Borgund, Chief Executive Officer, Düsseldorf (ab 1. März 2024)

Gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung verzichtet. Den Mitgliedern der Geschäftsführung wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Das Unternehmen unterhält eine Vielzahl von Geschäftsbeziehungen, vereinzelt auch zu nahe stehenden Unternehmen. Zu den nahe stehenden Unternehmen zählen insbesondere die pure.energy Elektrik Tedarik A.S., Istanbul, Türkei, die Puretech Enerji Cözümleri Anonim Sirketi, Istanbul, Türkei, sowie die Pure Energy Ltd, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Als nahe stehende Personen werden die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der Gesellschaft und deren nahe Familienangehörige definiert.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr Energy-Management-Services und IT-Dienstleistungen von der pure.energy Elektrik Tedarik A.S., Istanbul, Türkei, in Höhe von 736 TEUR, IT-Dienstleistungen von der Puretech Enerji Cözümleri Anonim Sirketi, Istanbul, Türkei, in Höhe von 1.900 TEUR sowie sonstige Dienstleistungen von der Pure Energy Ltd, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, in Höhe von 263 TEUR bezogen.

Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen für Honorare des Abschlussprüfers für Abschlussprüfung (85 TEUR), andere Bestätigungsleistungen (0 TEUR), Steuerberatungsleistungen (0 TEUR) und sonstige Leistungen (0 TEUR) angefallen.

Arbeitnehmerzahl

Die durchschnittliche Arbeitnehmerzahl gem. § 267 Abs. 5 HGB beträgt: 5 Angestellte (Vorjahr: 1 Angestellter)

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB beläuft sich auf 13.677 TEUR (Vorjahr: 232 TEUR). Sie betreffen überwiegend Verpflichtungen aus Softwareverträgen.

Gewinnverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 26.386 TEUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Es gab keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind.

 

Düsseldorf, den 9. Dezember 2024

pure.energy GmbH

Die Geschäftsführer

Anduvap Servet Akgün

Magne Borgund

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 30.12.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die pure.energy GmbH, Düsseldorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der pure.energy GmbH, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der pure.energy GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, den 9. Dezember 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Markus Dittmann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Henrik Leysner, Wirtschaftsprüfer

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