AttoCube Systems AGLiquidiert

85540 Haar, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 138094
Vorher
CM 01 Vermögensverwaltung 037 AG
Eingetragen
16.7.2001
Branche
Herstellung von PrüfmaschinenHerstellung von elektronischen Bauelementen a. n. g.Herstellung von Maschinen für die additive Fertigung
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung sowie Handel und Verkauf von feinmechanischen, optischen und elektronischen Produkten.

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Marcus Dr. Diem
seit 10.7.2024
Prokura
Martin Dr. Zech
seit 13.4.2016
Vorstandsmitglied
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

attocube systems AG

Haar

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2017 bis zum 31.03.2018

Bilanz zum 31. März 2018

AKTIVSEITE

  31.3.2018 Vorjahr
  EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 416.986,00   270.044,00
2. Geleistete Anzahlungen 371.957,83   367.184,62
    788.943,83 637.228,62
II. Sachanlagen      
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.721,00   43.609,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 244.809,00   257.504,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 181.968,00   177.365,00
    435.498,00 478.478,00
III. Finanzanlagen      
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.615.233,65   1.774.877,65
2. Sonstige Ausleihungen 8.750,00   0,00
    3.623.983,65 1.774.877,65
    4.848.425,48 2.890.584,27
B. UMLAUFVERMÖGEN      
I. Vorräte      
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.325.603,47   2.082.943,78
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 988.479,51   1.150.792,48
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 742.344,65   572.578,46
4. Geleistete Anzahlungen 126.398,31   117.577,89
    4.182.825,94 3.923.892,61
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.554.446,66   2.433.379,07
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 392.450,10   0,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 215.734,49   258.525,72
    3.162.631,25 2.691.904,79
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   6.100.364,47 3.764.322,40
    13.445.821,66 10.380.119,80
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN   97.520,58 77.419,09
D. AKTIVE LATENTE STEUERN   8.709,72 0,00
    18.400.477,44 13.348.123,16

PASSIVSEITE

     
  31.3.2018 Vorjahr
  EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL      
I. Gezeichnetes Kapital 64.646,00   64.646,00
II. Kapitalrücklage 546.511,25   546.511,25
III. Gewinnrücklagen      
Gesetzliche Rücklage 6.631,00   6.631,00
IV. Gewinnvortrag 6.687.342,48   4.877.201,99
V. Jahresüberschuss 1.993.905,58   1.810.140,49
    9.299.036,31 7.305.130,73
B. RÜCKSTELLUNGEN      
1. Steuerrückstellungen 1.360.172,16   743.533,60
2. Sonstige Rückstellungen 1.783.253,62   1.312.281,52
    3.143.425,78 2.055.815,12
C. VERBINDLICHKEITEN      
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00   27.299,23
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.420.861,43   2.700.622,57
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 292.484,08   762.254,26
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.066.686,96   417.524,43
5. Sonstige Verbindlichkeiten 148.069,47   79.476,82
- davon aus Steuern: EUR 81.978,88 (Vj.: EUR 66.591,81)      
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.578,08 (Vj.: EUR 1.565,79)      
    5.928.101,94 3.987.177,31
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN   29.913,41 0,00
    18.400.477,44 13.348.123,16

Gewinn- und Verlustrechnung

  2017/18 Vorjahr
  EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 20.851.688,71   18.529.140,38
2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 7.453,22   (478.169,04)
3. Sonstige betriebliche Erträge 303.811,31   158.967,22
4. Materialaufwand      
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren (6.473.656,33)   (6.337.984,00)
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen (245.163,48)   (235.378,79)
  (6.718.819,81)   (6.573.362,79)
5. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter (5.634.035,52)   (4.385.015,38)
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung (930.367,78)   (764.538,03)
- : EUR 55.983,97 (Vj.: EUR 57.473,66)      
  (6.564.403,30)   (5.149.553,41)
6. Abschreibungen      
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (307.293,93)   (263.668,10)
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen (4.561.691,22)   (3.494.187,93)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.802,93   2.357,45
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (19.131,16)   (16.030,25)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (999.239,34)   (904.559,70)
11. Ergebnis nach Steuern 1.995.177,41   1.810.933,83
12. Sonstige Steuern (1.271,83)   (793,34)
13. Jahresüberschuss 1.993.905,58   1.810.140,49
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 6.687.342,48   4.877.201,99
15. Bilanzgewinn 8.681.248,06   6.687.342,48

attocube systems AG, München (HRB 138094, Amtsgericht München)

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis 31. März 2018

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der attocube systems AG, München, zum 31. März 2018 wurde nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.

Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB Anwendung.

Der Jahresabschluss der attocube systems AG zum 31. März 2018 wurde unter Beachtung der generellen Ansatzvorschriften der §§ 246-251 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatzvorschriften für Kapitalgesellschaften, §§ 268-274a, 276-278 HGB, und unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 252-256a HGB erstellt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden basieren auf der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert ausgeübt.

Gegenüber dem Vorjahresabschluss hat die Gesellschaft in diesem Berichtsjahr erstmalig das Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steuern nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB ausgeübt, um eine konzerneinheitlich Bilanzierung zu gewährleisten. Durch den Ansatz der aktiven latenten Steuern hat sich die Bilanzsumme in diesem Berichtsjahr um 8,7 TEUR erhöht sowie die Steuern aus dem Einkommen und dem Ertrag um 8,7 TEUR verringert, wodurch das Jahresergebnis entsprechend um 8,7 TEUR erhöht wurde.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu 150,00 EUR werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Geringwertige bewegliche Anlagegüter mit einem Einzelanschaffungspreis bis zu 410,00 EUR werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter zwischen 150,00 EUR und 1.000,00 EUR wurden in den Jahren bis 2016 in einen Sammelposten einbezogen und im Jahr des Zugangs und den folgenden vier Jahren linear aufgelöst.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit gewogenen Durchschnittswerten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Es werden angemessene Bewertungsabschläge wegen längerer Lagerdauer bzw. technischer Überalterung vorgenommen.

Die fertigen und unfertigen Leistungen und Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichti-gen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bilanziert. Für erkennbare Einzelrisiken werden angemessene Wertberichtigungen gebildet. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen ausreichend Rechnung getragen.

Die liquiden Mittel werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Das Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steuern gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird ausgeübt. Latente Steuern werden grundsätzlich unter Anwendung des bilanzorientierten Temporary-Konzepts auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen gebildet.

Der Ansatz der aktiven latenten Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen erfolgt nur in dem Umfang, in dem zukünftig ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis wahrscheinlich ist.

Soweit eine gesetzliche Saldierung möglich ist, werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen.

Das Eigenkapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die Steuerrückstellungen werden für die im laufenden Geschäftsjahr angefallenen, noch nicht veranlagten Steuern gebildet, soweit diese nicht durch Steuervorauszahlungen gedeckt sind. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Laufzeit über einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben werden, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst und - soweit es sich um kurzfristige Positionen handelt - zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Fremdwährungsumrechnung erfolgt gemäß § 256a HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn bei Lieferungen die Preisgefahr auf den Kunden übergegangen ist. Aufwendungen werden nach bezogener Leistung bzw. Übergang der Preisgefahr realisiert.

Aufwendungen werden zum Zeitpunkt des Entstehens bzw. des Leistungsbezuges verbucht.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird im Anlagenspiegel dargestellt, der diesem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Finanzanlagen

Die Angaben zum Anteilsbesitz zeigt die folgende Tabelle:

Name und Sitz des Unternehmens Anteil am Kapital Eigenkapital Jahresergebnis *
attocube systems Inc., Berkeley, USA 100% 96.819,84 USD 8.011,33 USD
Neaspec GmbH, Planegg, D 100% 3.892.942,32 EUR 1.451.531,86 EUR

*nach lokalen Vorschriften ermitteltes Ergebnis zum 31.3.2018

Forderungen

Die Kautionen unter den sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 95.050,00 EUR (Vorjahr: 95.050,00 EUR) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle übrigen sonstigen Vermögensgegenstände und sämtliche Forderungen haben - wie im Vorjahr - eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt 64.646,00 EUR. Es ist eingeteilt in 64.646 nennwertlose Stückaktien.

Die auf die Aktien geschuldeten Einlagen einschließlich Aufgeld sind in voller Höhe erbracht.

Die Fortschreibung des Jahresergebnisses gem. § 158 Abs. 1 AktG ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen:

  1.4.2017-31.3.2018 1.4.2016-31.3.2017
Jahresüberschuss 1.993.905.58 € 1.810.140,49 €
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 6.687.342,48 € 4.877.201,99 €
Bilanzgewinn 8.681.248,06 € 6.687.342,48 €

Aus der Aktivierung latenter Steuern resultiert ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von 8.709,72 EUR.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr - bis auf zwei Ausnahmen - insgesamt eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Es existieren zwei Verbindlichkeit gegenüber verbundener Unternehmen (beides Darlehen des Mutterunternehmens WITTENSTEIN SE) in Höhe von 75,0 TEUR (Vorjahr: 375,0 TEUR) mit einer Restlaufzeit des Vertrages zwischen 1 und 5 Jahre und in Höhe von 1.925,0 TEUR (Vorjahr: 0,00 EUR) mit einer Restlaufzeit des Vertrages über 5 Jahre. Besicherungen für die Verbindlichkeiten bestehen nicht.

Neben der Darlehensverbindlichkeit enthalten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen noch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 66.696,97 EUR (Vorjahr: 42.524,43 EUR). Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen gegenüber verbundenen Unternehmen betragen 72.900 EUR (Vorjahr: 81.000 EUR).

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen in Summe 1.783.253,62 EUR. Diese beinhalten im Detail folgende Posten: Rückstellungen für erhaltene Warenlieferungen in Höhe von 333.682,94 EUR, Rückstellungen für Personalkosten aus Ansprüchen für Urlaub, Bonus und Tantiemen in Höhe von 853.877,95 EUR, Rückstellungen für Gewährleistung in Höhe von 437.306,00 EUR, Rückstellungen für Prüfungskosten des Jahresabschluss in Höhe von 39.245,00 EUR, sowie sonstige Rückstellungen für den Geschäftsbetrieb in Höhe von 119.141,73 EUR. Alle Rückstellungen sind kurzfristig. Eine Abzinsung war daher nicht vorzunehmen.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge die einem anderen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, haben sich in Hohe von 15.099,88 EUR (Vorjahr: 20.877,88 EUR) u.a. aus der Auflösung von Rückstellungen ergeben.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus Währungsumrechnung von 169.433,93 EUR (Vorjahr: 102.570,96 EUR).

Aufwendungen, die einem anderen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, haben sich in Höhe von 2.804,01 EUR (Vorjahr: 10.569,27 EUR) ergeben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus Währungsumrechnung von 530.223,87 EUR (Vorjahr: 33.571,84 EUR).

Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 33.134,11 EUR auf Gegenstände des Sachanlagevermögens vorgenommen.

SONSTIGE ANGABEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es existieren kongruent rückgedeckte mittelbare Pensionszusagen über eine Unterstützungskasse. Nicht ausgewiesene Rückstellungen im Sinne des Art. 28 Abs. 2 EGHGB liegen nicht vor.

Für das Leasing von Firmenwagen existieren kurzfristige Verbindlichkeiten i. H. v. 3.292,31 EUR sowie mittelfristige Verbindlichkeiten i. H. v. 72.142,84 EUR.

Aus dem laufenden Mietvertrag des Sitzes der attocube systems AG existieren in Form von Mietzahlungen kurzfristige Verbindlichkeiten i.H. v. 166.211,80 EUR bis August 2018. Im Sommer 2018 wird ein neues Bürogebäude bezogen, für das noch kein Mietvertrag existiert, der Mietzins ist noch nicht bekannt.

Aus Verträgen zur Miete Inventar und Büromaschinen (BGA) bestehen kurzfristige Verbindlichkeiten i.H. v. 0,00 EUR, sowie mittelfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 22.684,50 EUR.

Die Leasingverträge dienen der Verringerung der Kapitalbindung. Risiken aus den finanziellen Verpflichtungen werden aufgrund der Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft nicht gesehen.

Die finanzielle Verpflichtung aus Bestellobligo für den Kauf von Waren und Dienstleistungen umfasst zum Bilanzstichtag 2.014.146,63 EUR.

Arbeitnehmer

Die attocube systems AG beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 101,5 Mitarbeiter, davon 101,5 Angestellte.

Konzernabschluss

Die attocube systems AG ist gemäß §§ 290 ff. HGB Mutterunternehmen für die beiden vorstehend unter Buchstabe C. genannten Tochtergesellschaften und somit grundsätzlich zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet.

Die attocube systems AG wird nach Maßgabe von §§ 290 ff. HGB in den Konzernabschluss der WITTENSTEIN SE, Igersheim, einbezogen. Auf die Aufstellung eines (Teil-)Konzernabschlusses auf Ebene der attocube systems AG wird daher nach § 291 HGB verzichtet.

Der Konzernabschluss der WITTENSTEIN SE wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand der Gesellschaft schlägt vor den Bilanzgewinn in Höhe von 8.681.248,06 EUR in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Abschlussprüferhonorar

Die Angaben über das Gesamthonorar des Abschlussprüfers sind unterblieben, da der Gesamtbetrag im Konzernanhang der WITTENSTEIN SE, Igersheim, angegeben wird.

Gesellschaftsorgane

Mitglieder des Vorstandes sind:

Herr Peter Kraemer, Ingenieur (seit 6. April 2017) (CEO)

Herr Dr. Martin Zech, Physiker (CTO)

Den Aufsichtsrat bilden:

Herr Dr. Dirk Haft, Vorstand der WITTENSTEIN SE, Vorsitzender (seit 28. Juli 2017)

Herr Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der WITTENSTEIN SE

Herr Dr. rer.nat. Stefan Reineck, Geschäftsführer RMC GmbH, stellvertretender Vorsitzender

Herr Philipp Guth, Geschäftsführer WITTENSTEIN alpha GmbH

Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge macht die Gesellschaft von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch. Die Angabe der Gesamtbezüge des Aufsichtsrats unterbleibt, da nur ein Mitglied des Aufsichtsrates Bezüge erhält.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

 

München, 25. Mai 2018

Peter Kraemer (CEO)

Dr. Martin Zech (CTO)

  Anschaffungs- und Herstellungskosten
  Stand am
1.4.2017
Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am
31.3.2018
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 778.436,58 80.070,81 150.670,51 0,00 1.009.177,90
2. Geleistete Anzahlungen 367.184,62 155.443,72 -150.670,51 0,00 371.957,83
  1.145.621,20 235.514,53 0,00 0,00 1.381.135,73
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 90.612,48 0,00 0,00 0,00 90.612,48
2. Technische Anlagen und Maschinen 723.459,02 78.130,24 0,00 0,00 801.589,26
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 574.649,79 102.384,37 0,00 0,00 677.034,16
  1.388.721,29 180.514,61 0,00 0,00 1.569.235,90
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.774.877,65 1.840.356,00 0,00 0,00 3.615.233,65
2. Sonstige Ausleihungen 0,00 10.000,00 0,00 1.250,00 8.750,00
  1.774.877,65 1.850.356,00 0,00 1.250,00 3.623.983,65
  4.309.220,14 2.266.385,14 0,00 1.250,00 6.574.355,28
  Abschreibungen
  Stand am
1.4.2017
Zugänge Abgänge Stand am
31.3.2018
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 508.392,58 83.799,32 0,00 592.191,90
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  508.392,58 83.799,32 0,00 592.191,90
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 47.003,48 34.888,00 0,00 81.891,48
2. Technische Anlagen und Maschinen 465.955,02 90.825,24 0,00 556.780,26
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 397.284,79 97.781,37 0,00 495.066,16
  910.243,29 223.494,61 0,00 1.133.737,90
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00
  1.418.635,87 307.293,93 0,00 1.725.929,80
  Buchwerte
  Stand am
31.3.2018
Stand am
31.3.2017
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 416.986,00 270.044,00
2. Geleistete Anzahlungen 371.957,83 367.184,62
  788.943,83 637.228,62
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.721,00 43.609,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 244.809,00 257.504,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 181.968,00 177.365,00
  435.498,00 478.478,00
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.615.233,65 1.774.877,65
2. Sonstige Ausleihungen 8.750,00 0,00
  3.623.983,65 1.774.877,65
  4.848.425,48 2.890.584,27

Bericht über die Lage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis 31. März 2018

Die attocube systems AG steht international für Innovation, Präzision und Exzellenz in der Welt der Nanotechnologie-Anwendungen und widmet sich seit über 15 Jahren der Entwicklung und Produktion von Nanotools, die unter Extrembedingungen eingesetzt werden können: Antriebslösungen mit Nanometergenauigkeit, Rastersonden-Mikroskope und Hochleistungskühlsysteme (Kryostaten) für die Grundlagenforschung, sowie ausgefeilte Sensorik-Lösungen, die - ebenso wie die hochpräzisen Kompaktmotoren - in zahlreichen wissenschaftlichen und industriellen Anwendungsfeldern zum Einsatz kommen und nah an der Grenze des physikalisch-technisch Machbaren arbeiten.

Alle Produkte werden am Münchner Unternehmenssitz entwickelt und produziert, ein internationales Team aus Physikern, Ingenieuren, Produktdesignern, IT-Spezialisten und Konstrukteuren arbeitet von der Konzeption bis zur Auslieferung der Systeme eng zusammen. Neben der Münchner Zentrale verfügt attocube über zwei Vertriebsbüros in den USA und ein weltweites Netz an Distributoren. Im Juli 2017 hat attocube ihre Mehrheitsbeteiligung an der neaspec GmbH auf 100 % aufgestockt. Die neaspec GmbH stellt ultrahochauflösende Mikroskop-Systeme für den Forschungsmarkt her.

Die visionären Lösungen bestechen durch intuitive Bedienbarkeit, elegantes Design und höchste Kompaktheit. Der technologische Knowhow-Vorsprung - resultierend aus der langjährigen Zusammenarbeit mit internationalen Top-Forschungsinstituten - ermöglicht es, Synergieeffekte für die Erschließung neuer Marktpotenziale im Industriemarkt gewinnbringend einzusetzen. Dies sichert ein gesundes und langfristiges Wachstum, das eine solide finanzielle Basis für weitere Innovationen schafft.

1. Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

1.1. Rahmenbedingungen

Die Geschäftsentwicklung der attocube systems AG zeigte sich auch im Geschäftsjahr 2017/2018 weitestgehend unabhängig von politischen und weltwirtschaftlichen Einflüssen. Da sich die Nanotechnologie-Lösungen der Firma in drei Produktsparten gliedern und in verschiedensten Branchen zum Einsatz kommen, ist der Kundenstamm stark diversifiziert und reicht von staatlichen Universitäten und Instituten über mittelständische Unternehmen bis hin zu industriellen Großkonzernen. Diese Struktur schafft - zusammen mit der ausgeprägten internationalen Verteilung der Kunden in annähernd 50 Ländern - eine hohe Autonomie gegenüber konjunkturellen Schwankungen.

Die Geschäftstätigkeit von attocube gliedert sich in zwei Segmente: Den Forschungsmarkt, den die Firma seit Gründung mit anspruchsvollen Nanotools (Komponenten und Systeme) beliefert und den Industriemarkt, in dem attocube sich in den vergangenen Jahren zunehmend als OEM Lieferant positionieren konnte.

In der Grundlagenforschung zeigt sich seit Jahren ein klarer Trend zu integrierten, automatisierten Systemen. Viele Universitäten, Lehrstühle und Professoren investieren daher zunehmend in ganzheitliche, abgestimmte Forschungssysteme, die es ermöglichen, Forschungsergebnisse mit einer höheren Frequenz und gleichbleibender Qualität zu veröffentlichen. Intuitive Bedienbarkeit ist dabei ein wichtiges Argument, besonders wenn Doktoranden in Forschungsgruppen über die Jahre wechseln und sich immer wieder mit dem Gerät vertraut machen müssen. Zudem geht ein klarer Trend zu heliumfreien Systemen. Helium wird zum Kühlen der Systeme (Kryostaten) eingesetzt. Durch die weltweite Heliumknappheit sind die Preise für den Rohstoff in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, in vielen Universitäten kann die Versorgung nicht mehr zuverlässig oder nur zu sehr hohen Preisen gesichert werden. Durch die Entwicklung von integrierten, benutzerfreundlichen Forschungssystemen und der Etablierung der heliumfreien Produktlinie attoDRY profitiert attocube nachhaltig von diesem Trend, der sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird.

Im Industriemarkt zeigt sich in nahezu allen Branchen eine deutliche Tendenz zur Miniaturisierung: Die Entwicklung von immer kompakteren und zugleich leistungsfähigeren Produkten und Systemen benötigt eine ,enabling technology' die dem Markt entsprechende Produktions- und Messverfahren eröffnet. Hier verschiebt sich der Maßstab von Mikrometern hin zum Nanometer. Antriebssysteme und Sensoren, die diese Bereiche erfassen sind zunehmend gefragt. Mit den Produktlinien attoMOTION und attoSENSORICS bietet attocube hochpräzise Technologie für diesen Markt an.

1.2. Geschäftsverlauf und wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 kann die attocube systems AG eine äußerst positive Entwicklung im Auftragseingang vorweisen. Dieser wurde um 18,7 % gesteigert und lag zum Stichtag bei 23,1 Mio. EUR. Das ambitionierte Ziel von 23,0 Mio. EUR konnte somit zu etwas mehr als 100 % erfüllt werden. Dies untermauert die hohen und wachsenden Absatzpotentiale des aktuellen Produktportfolios.

In Bezug auf den Umsatz konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Wert von + 12,5 % gegenüber dem Vorjahr ein sehr gutes Wachstum erzielt werden. In Summe wurden Umsätze i. H. v. 20,9 Mio. EUR realisiert. Insbesondere die USA trugen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum in den Bereichen attoLAB und attoMotion zu diesem Erfolg bei.

Die Umsätze im vergangenen Jahr haben die geplanten 21,0 Mio. EUR nahezu erreicht. Aufgrund des nachhaltig starken Auftragseingangs - trotz zweistelliger Zuwachsrate bei den Umsätzen - gibt es für das neue Geschäftsjahr 2018/19 zum Stichtag bereits einen Auftragsbestand von 11,7 Mio. EUR. Dies sichert einen guten Start in das neue Geschäftsjahr und untermauert die angestrebte ambitionierte Jahresplanung.

Mit einem Vorsteuergewinn von 2,99 Mio. EUR entspricht dies einer EBT-Marge von 14,4 %, und übertraf die ursprüngliche Planung von rund 2,30 Mio. EUR bzw. 11,0 %. Der Grund liegt in dem gegenüber der Planung geänderten Produktmix, wodurch mehr Umsatz mit margenstarken Produkten realisiert wurde.

Betrachtet man den Geschäftsverlauf für die einzelnen Produktlinien (attoSENSORICS, attoMOTION und attoLAB), stellt sich die Situation wie folgt dar:

attoSENSORICS

Die von attocube entwickelten optischen Distanzsensoren werden für höchst präzise Messaufgaben in Wissenschaft und Industrie eingesetzt. Neben dem FPS3010, der über eine umfangreiche Analysesoftware verfügt, wurde im Jahr 2015 - mit dem IDS3010 - eine für den Industriemarkt optimierte Produktvariante auf dem Markt eingeführt: Der hochkompakte, robuste und um verschiedene Schnittstellen, Kommunikationsprotokolle und einen eigenen Webserver erweiterte Sensor IDS3010 wurde speziell für die Integration in Maschinen und industrielle Großanlagen konzipiert. Durch stetige Weiterentwicklung und Optimierung der Schnittstellen sowie der Fertigungsprozesse wird der IDS heute auch in der Forschung verwendet und ist der technische Nachfolger des FPS.

Die für diese Sparte geplanten Zuwachsraten im Umsatz konnten im aktuellen Geschäftsjahr nicht erreicht werden. Tatsächlich konnte der Absatz zusätzlicher Stückzahlen lediglich die Preiserosion aufgrund von Wettbewerbsdruck kompensieren. Dem wird insbesondere durch eine neue, bedienerfreundliche Software mit Messfunktionen, eine neue Paketierung mit Sensorköpfen und entsprechender Erhöhung der Preise entgegengewirkt.

Die Hoffnung, im volumenstarken Maschinenbau Markt Fuß zu fassen, wurde zunächst durch viele Messeleads der Hannover Messe gestützt. Ein erfolgreiches Produkt für diesen Markt bedarf aus heutiger Sicht allerdings einer standardisierten, ganzheitlichen, flexiblen und dem Einzelfall angepassten Systemlösung, die Maschinen, Schnittstellen und Arbeitsabläufe integriert und über einfachste Bedienoberflächen verfügt. Dazu fehlt zum einen aktuell noch der Marktzugang, zum anderen wichtige Kernkompetenzen. Daher erfolgt für diesen Bereich eine strategische Neuausrichtung durch Fokussierung auf Technologiepartner, die unsere Kernkomponenten in fertige Industrielösungen integrieren. Um dies zu erleichtern und speziell OEM Kunden anzusprechen, wurde der Industrievertrieb neu aufgestellt und um eine Anwendungstechnik ergänzt. Die Aufnahme von diesen Endprodukten in das Vertriebsportfolio der attocube systems AG und die Nutzung des Marktzugangs der WITTENSTEIN SE für diesen Bereich sind geplant.

Das geplante Wachstum in dem Bereich wurde dem neuen Zielmarkt angepasst und liegt weiterhin über dem durchschnittlichen Wachstum der attocube systems AG.

attoMOTION

Ein wesentlicher Faktor für das gesunde Wachstum des Unternehmens im Berichtszeitraum ist die starke Umsatzentwicklung der Produktlinie "attoMOTION". Die Nanoantriebe von attocube werden zur ultragenauen Positionierung oder zur Untersuchung kleinster Oberflächenstrukturen eingesetzt. Bei Verfahrstrecken von mehreren Zentimetern können sie dabei Punkte mit einer Genauigkeit von bis zu einem Nanometer (0,000 000 001 m) anfahren. Die Positionierer sind zudem unter extremen Umgebungsbedingungen einsetzbar wie z.B. im Ultra-Hoch-Vakuum, bei Temperaturen bis -273° C oder starken Magnetfeldern.

Die Produktlinie konnte im vergangenen Jahr 7,7 Mio. EUR erwirtschaften, entsprechend einem Wachstum von 47% gegenüber dem Vorjahr. Zum einen wirkt sich die niedrige Materialquote (ca. 27%) positiv auf das erwirtschaftete Betriebsergebnis aus. Zum anderen konnte der Umsatzanteil Industrie/OEM in der Sparte "attoMOTION" deutlich gestärkt und auf 46% gesteigert werden (Vorjahr 34%). Absatzmärkte sind hier insbesondere die Halbleiterindustrie, sowie die Mikroskopie und Kryogenie. Eine Anpassung des Leistungsspektrums der angebotenen Produkte sorgt für Nachhaltigkeit des Geschäfts: So setzte das Unternehmen verstärkt auf die Entwicklung von Antrieben mit höherer Leistungsfähigkeit im extremen Umgebungsumfeld, von kundenspezifischen Elektroniken und Ansteuergeräten, sowie weiterentwickelten Sensoriken.

attoLAB

Die von attocube entwickelten Mikroskopsysteme arbeiten weit unter der Auflösungsgrenze optischer Mikroskope und werden v.a. in der Tieftemperaturforschung eingesetzt: Bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (-273,15°C) können Atome fast zum Stillstand gebracht werden. Die so geschaffene Ordnung erlaubt es, Molekülschichten und Quantenphänomene in einer Präzision und in Zuständen zu untersuchen, die unter normalen Umgebungsbedingungen undenkbar sind.

Um entsprechend tiefe Temperaturen zu erzielen, werden diese in Hochleistungskühlsysteme sogenannte Kryostaten - eingesetzt, die ebenfalls von attocube entwickelt und produziert werden. Besonderes Augenmerk wurde in den letzten Jahren auf die höhere Kompatibilität, die Automatisierung und die vereinfachte Bedienung der Systeme gelegt.

War die Marke attocube anfangs überwiegend für Tieftemperatur-Positionierer und Mikroskope bekannt, hat sich die Firma in den vergangenen Jahren - und besonders im Geschäftsjahr 2015/16 als Anbieter für hochintegrierte Messplattformen am Markt etabliert und im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 die Marktposition weiter gefestigt.

Besonders die Sparte der heliumfreien Kryostaten - darunter die neu entwickelten Systeme attoDRY800 und attoDRY2100 - konnte sich im internationalen Umfeld stärker durchsetzen. OEM-Partner nutzen diese Produkte als Plattform, zum Beispiel PrimeNano für die Microwave Impedance Mikroskopie. Mit ersten Aufträgen des neu entwickelten Cryo-neaSNOM zur hochauflösenden Tieftemperatur Spektroskopie nutzt nun auch die Tochterfirma neaspec GmbH diese Produkte für die Integration in Großgeräte, wodurch eine hohe Wertschöpfungstiefe entsteht. Namhafte Kunden, vermehrt auch im asiatischen Raum, statten ihre Labore mit den Multi-user Großgeräten von attocube aus. Der Umsatz pro verkauftem System steigt weiterhin an, die Volumina einzelner Aufträge, die in Kooperation mit der Tochter neaspec realisiert werden, liegen mittlerweile um 800.000 €.

1.3. Investitionen, Forschung und Entwicklung

Im Rahmen einer langfristigen Technologie-Roadmap investiert die attocube systems AG in überdurchschnittlichem Maße in Forschung & Entwicklung (F & E). Diese Investitionen umfassen nicht nur Forschungs- und Entwicklungsausgaben für Produktinnovationen und -verbesserungen, sondern auch Investitionen in die Entwicklung neuer Technologien, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen. Neben der R & D Abteilung existiert eine eigens gegründete Innovationsabteilung, die für die Erschließung dieser Potenziale zuständig ist. Um möglichst marktnah zu agieren, setzt man auf die enge Einbindung von Kunden sowie den permanenten Austausch in wissenschaftlichen Netzwerken und international hochrangigen Forschungsprogrammen. Dieser Dialog sichert die technologische Überlegenheit der angebotenen Lösungen und schafft einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Die neu entwickelten Produkte werden durch eine starke, global expandierende Vertriebsmannschaft, sowie mit eng kooperierenden Distributoren auf dem Markt etabliert und sichern so den langfristigen Wachstumspfad.

Die Einführung eines nachhaltigen Produktinnovationsprozesses (PIP) sichert die strategische Ausrichtung der Entwicklungsressourcen und eine gut gefüllte Innovationspipeline. Weiterhin bleibt die Hauptentwicklung organisatorisch getrennt von der auf technologische Vorausentwicklung und Großprojekte fokussierten Abteilung Innovision. Dadurch wird eine gute Mischung von inkrementeller und radikaler Innovation begünstigt.

Im Industriemarkt wird auf die Zusammenarbeit mit OEM-Kunden gesetzt: So fließen F & E Investitionen zielgerichtet in die marktnahe Entwicklung von Produkten oder Features, die zu regelmäßigen Umsätzen führen und auch auf andere Absatzsegmente skalierbar sind. Um diesen Markt optimal bedienen zu können, wurde auch im vergangenen Jahr verstärkt in den Bereich Produktion investiert, insbesondere im Hinblick auf systemseitige Unterstützung der Produktionsplanung und -steuerung. Daraus resultieren weiter optimierte Produktions- und Logistikprozesse, die zu einer Verkürzung der Lieferzeiten und eine Erhöhung der Liefersicherheit führen werden. Zudem können die Produkte zu einem wettbewerbsfähigen Preis angeboten werden.

Die eingeschlagene Strategie - die Marktführerschaft im Forschungsmarkt nachhaltig zu sichern und sich im Industriemarkt als OEM-Fertiger zu platzieren - ist von langfristiger Natur und wird künftig verstärkt die Organisation der Gesellschaft prägen und durch Zielgruppenmarketing unterstützt.

1.4. Verantwortung für Mitarbeiter und gesellschaftliche Verantwortung

Als ein Hochtechnologieunternehmen ist die attocube systems AG in besonderem Maße auf hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter angewiesen, sowohl aus dem naturwissenschaftlichen, als auch dem geisteswissenschaftlichen Bereich. Um als innovatives Unternehmen am Markt zu bestehen, ist das Engagement jedes einzelnen Teammitglieds ausschlaggebend für den Erfolg der Firma. Die Akquirierung von neuen Mitarbeitern und Teammitgliedern stellt auf dem angespannten Bewerbermarkt eine große Herausforderung dar, da in der Wirtschaftsmetropole München viele namhafte Unternehmen um neue Mitarbeiter werben.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen und der eigenen ambitionierteren Wachstumspläne konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr 13 neue Mitarbeiter fest eingestellt werden, weitere 11 Stellen wurden mit Leiharbeitnehmern besetzt. Der Anteil der Leiharbeitnehmer beträgt im Jahresmittel rund 12 %, ein Großteil dieser Stellen sollen im neuen Geschäftsjahr mit festen Mitarbeitern besetzt oder Verträge entsprechend umgewandelt werden. Insgesamt ist die Anzahl der Mitarbeiter um 22,0 % gestiegen.

Neben der Mitarbeitergewinnung ist die Weiterbildung von Mitarbeitern über alle Hierarchiestufen hinweg essentieller Bestandteil der Firmenphilosophie. Die stetige Entwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften wird durch Workshops, Coachings und Online-Schulungen gefördert und soll im kommenden Geschäftsjahr weiter ausgebaut werden. Dabei stiegen allein im abgelaufenen Geschäftsjahr die Investitionen in externe Weiterbildung auf rund 180 TEUR. Zusätzlich findet eine Reihe von internen Weiterbildungen statt.

Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erfassen, wurde im Geschäftsjahr 2017/18 mit Company Mood zusätzlich zur jährlichen Befragung ein kontinuierliches Monitoring der Stimmung etabliert. Die Mitarbeiter können wöchentlich per App ihre Stimmung melden und Kommentare abgeben. Dadurch kann die Wirksamkeit von Maßnahmen kurzfristig erfasst und entsprechend reagiert werden.

Neben der Zufriedenheit der Mitarbeiter, gilt es auch den Schutz und die Vorsorge im Unternehmen professionell zu fördern. Mit mehreren Initiativen in Form von Ergo-Schulungen, bewegten Pausen, sowie Fitnessveranstaltungen wurde im vergangenen Jahr das Gesundheitsmanagement zur Vorbeugung berufsbedingter Erkrankungen weiter ausgebaut. Für die Vorsorge und Absicherung in finanzieller Hinsicht bietet das Unternehmen seinen Mitarbeiten eine weit überdurchschnittlich geförderte betriebliche Altersvorsorge, sowie eine kostenfreie Unfallversicherung.

Die Umsetzung der eigenen Technologien durch unsere Mitarbeiter in Produkte, die den hohen Qualitätsanforderungen der Kunden entsprechen, ist einer der unternehmensübergreifenden Grundsätze. Dabei gilt es, das Qualitätsversprechen unter Wahrung und Schutz von Mensch und Umwelt zu erreichen. Im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet sich die attocube systems AG zu einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Mit der Zertifizierung für Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 und der Zertifizierung für Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 wird dies der attocube systems AG seit Ende 2014 auch von extern bestätigt. Seit 2016 erfolgt zudem die Zertifizierung für Energiemanagementsysteme nach ISO 50001.

In Zusammenarbeit mit der Modell Aachen GmbH - einem spin-off der RWTH Aachen und des Fraunhofer IPT - wurde die interaktive Prozessplattform Q.wiki eingeführt, auf der Prozesse geteilt, kommentiert, angepasst und optimiert werden können. Ziel ist es, die zentralistische Gestaltung eines Systems direkt zu den Entscheidem und Wissensträgern zu verlagern und Prozesse sowie Wissen für jeden Mitarbeiter klar und transparent zugänglich zu machen. Seit Einführung erfreut sich das System zunehmender Beliebtheit: Prozessdokumentationen sind jederzeit verfügbar und leicht anpassbar - die Kluft zwischen geschriebenem und gelebten Prozess wird damit deutlich reduziert. Das etablierte System und die darin enthaltenen Prozesse wurden im November 2017 durch den TÜV Austria nach ISO 9001:2015 (sowie 14001:2015 und 50001:2011) rezertifiziert.

Ein Umweltmanagementbeauftragter kümmert sich um die Einhaltung und Optimierung ressourcenschonender Prozesse. Neben dem Ziel der Einsparung setzt die attocube auf nachhaltige Ressourcenquellen und nutzt aus diesem Grund Öko-Strom oder auch Recyclingpapier.

Zudem ist es erklärtes Ziel der attocube systems AG den Wissenstransfer und Austausch zwischen Forschung und Industrie zu fördern. Daher sponsert attocube verschiedene Veranstaltungen, auf denen Schüler, Studenten und Doktoranden unterstützt werden, deren Arbeiten oder Forschungserkenntnisse ein hohes Innovations- und Anwendungspotential in der Praxis vorweisen (CeNS Innovation Award, Nano-Schulwettbewerb, Nature Innovation Forum etc.).

2. Lage der Gesellschaft

2.1. Ertragslage

Die wesentlichen Leistungsindikatoren zur Bewertung, Planung und Steuerung des Unternehmens stellen Umsatz, Gesamtleistung, sowie EBT dar. Die attocube systems AG konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit ihrem Umsatz von 20.851,7 TEUR gegenüber dem Vorjahreswert von 18.529,1 TEUR ein zweistelliges Wachstum realisieren. Die Gesamtleistung des Unternehmens stieg in ebenso respektabler Weise von 18.051,0 TEUR auf 20.859,1 TEUR und legte somit um 15,6 % zu.

In der regionalen Verteilung der Umsätze und der Segmentierung nach Produktlinien zeichnet sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ein vergleichbares Bild zum Vorjahr. Der Zuwachs im Umsatz wurde in weiten Teilen durch die hohe Nachfrage nach Produkten aus der Sparte attoLAB beflügelt. Dabei wurden insbesondere OEM Kunden der Halbleiterindustrie und der Cryo-Mikroskopie mit wiederholten Großaufträgen beliefert. Die Sparte attoLAB konnte im Auftragseingang das sehr gute Vorjahr um 4% übertreffen. attoSENSORICS blieb dagegen leicht unter Vorjahr, unterstützt jedoch den Umsatz von attoMOTION durch integrierte Sensormodule.

In Bezug auf die Kostenstruktur ergeben sich in der Zusammenfassung nur wenige Veränderungen, die wesentlich für die Geschäftsentwicklung waren: In einigen wesentlichen Kostengrößen konnten deutliche Verbesserungen erzielt werden, die in positiver Weise negative Entwicklungen nicht nur aufhoben, sondern überkompensierten. Nachfolgend wird hierauf noch eingegangen. Übergreifend lässt sich feststellen, dass durch signifikante Steigerungen auf der Ertragsseite bei gleichzeitiger Senkung von Aufwänden der Jahresüberschuss auf 1.993,9 TEUR (Vorjahr: 1.810,1 TEUR) erhöht werden konnte. Das vierte Jahr infolge resultiert daraus ein verbessertes absolutes Ergebnis. Die EBT-Marge von 14,4 % (Vorjahr: 14,8 %) konnte zudem nahezu auf den Vorjahreswert gebracht werden Weiterhin begünstigend wirken neben diesen Hauptfaktoren der hohe Anteil an Kundenaufträgen aus USD-Geschäften und die niedrige Bewertung des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen in Abhängigkeit von zwei wesentlichen Faktoren von 159,0 TEUR auf 303,8 TEUR: Die Erträge aus Währungsumrechnung stiegen im Verhältnis zum Vorjahr um 144 %. Außerdem vervierfachten sich die Erträge aus EU-Förderprojekten. Dagegen sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum die periodenfremden Erträge.

Der Aufwand für Material stieg nur leicht um 145,5 TEUR auf 6.718,8 TEUR an, so dass sich die Materialquote bezogen auf die Gesamtleistung des Unternehmens von 36,4 % auf nunmehr 32,2 % verringerte. Dies ist der Umsetzung strategischer Maßnahmen, wie dem Abschluss neuer Rahmenverträge, Aufbau neuer Alternativlieferanten und weiterer Standardisierung der Produkte in Zusammenarbeit mit Entwicklung und Produktmanagement der letzten beiden Jahre geschuldet. Verstärkt wird dies durch überproportionales Wachstum der Produktsparte attoMOTION mit vergleichsweise niedriger Materialquote.

Der Personalaufwand erhöhte sich um 1.414,8 Mio. EUR, und erreichte eine Quote von 31,5 % (Vorjahr: 28,5 %) der Gesamtleistung. Dies resultiert aus der spät im letzten Jahr erfolgten Kapazitätsanpassung aufgrund eines angespannten Bewerbermarktes sowie der wichtigen Besetzung strategischer, hochqualifizierter und damit kostenintensiver Positionen.

Die Abschreibungen im Unternehmen belaufen sich auf 307,3 TEUR (Vorjahr: 263,7 TEUR) und steigen nahezu proportional zum Wachstum im Umsatz. Die Quote verbleibt mit 1,5 % auf gleichem Niveau.

Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen die Aufwände absolut um 1.067,5 TEUR (Vorjahr: 371,1 TEUR), die Quote somit auf 21,9 % (Vorjahr: 19,4 %). Eine wesentliche Position ist hier der Aufwand aus Währungsumrechnung, der sich auf 530,2 TEUR (Vorjahr: 33,6 TEUR) erhöhte. Der Grund dafür ist ein erheblicher Anstieg der Rechnungen in USD und damit verbunden dem Wertverlust des Euro im Verhältnis zum US-Dollar. Analog zu den Leiharbeitnehmer sind auch die Kosten für Fremdleistungen um 21,8 % gestiegen, was einem Wert von 171,3 TEUR entspricht. Zusätzlich wurde vermehrt in Fortbildung investiert und die Kosten dafür um 70,8 % auf 179,7 TEUR erhöht.

2.2. Vermögens- und Finanzlage

Die Veränderung der einzelnen Bilanzpositionen folgt in weiten Teilen proportional dem Wachstum des Unternehmens mit vereinzelten moderaten bis deutlichen Veränderungen nach oben oder unten, auf die nachfolgend eingegangen wird.

Die Investitionen in das Anlagevermögen liegen im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände weiterhin deutlich über dem Wert der Vorjahre. Hier schlagen sich laufende Produkttechnologieentwicklungen positiv nieder und erhöhen den Wert immaterieller Vermögensgegenstände um 151,7 TEUR. Die Investitionen in Sachanlagen waren dagegen sehr gering, weshalb, auf Grund der allgemeinen und einer Sonderabschreibung bei Mietereinbauten (33,1 TEUR), das Anlagevermögen in diesem Bereich insgesamt um 43,0 TEUR sank. Dagegen stieg der Anteil der Finanzanlagen von 13,3 % auf 19,7 %. Die Beteiligung an der neaspec GmbH wurde auf 100% erhöht, was einem Gesamtwert von 3.576,0 TEUR entspricht. Insgesamt steigt der Anteil des Anlagevermögens per 31.03.2018 auf 26,4 % (Vorjahr: 21,7 %).

Als signifikante positive Veränderung auf der Aktivseite der Bilanz zeigt sich die Position der Vorräte, deren Quote nunmehr auf 22,7 % (Vorjahr: 29,4 %) gesenkt werden konnte. Dies ist in weiten Teilen auf Verbesserungen in der Bedarfsermittlung und im Beschaffungsmanagement zurückzuführen. Das Gesamtvolumen inkl. geleisteter Anzahlungen entspricht nunmehr 4.182,8 TEUR, was eine absolute Erhöhung um 258,9 TEUR entspricht. Während sich die Vorräte an RHB-Stoffen um 11,6 % gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten sanken die Bestände an Halbfertigwaren um 14,1 %, was einer Reduktion von 162,3 TEUR entspricht. Der Wert der Fertigwaren stieg um knapp 30 % auf 742,3 TEUR.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände steigen zwar um 470,7 TEUR auf 3.162,6 TEUR, die Quote sank jedoch von 20,2 auf 17,2 %. Insbesondere durch Verbesserungen im Forderungsmanagement und einer über den Jahresverlauf gleichmäßigeren Umsatzrealisierung konnte der darin enthaltene Teil der Forderungen, wie bereits im Vorjahr, weiter gesenkt werden. Aufgrund des höheren Anteils des großvolumigen Projektgeschäfts am Umsatz und den Forderungen sind jedoch auch zukünftig größere Schwankungen im Vergleich zu Vorjahren möglich und eine logische Folge.

Die kurzfristige Liquidität im Umfang von Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks stieg zum Stichtag noch einmal kräftig um 2.336,0 TEUR auf 6.100,4 TEUR. Dieser Wert ist in Verbindung mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als sehr solide zu bezeichnen und resultiert aus gesteigerten Umsätzen, erhaltenen Anzahlungen für Kundenaufträge im Projektgeschäft, jedoch auch einer Kreditaufnahme im Rahmen der vollständigen Übernahme der neaspec GmbH, sowie zur Absicherung von Investitionsvorhaben im Rahmen des Neubaus.

Aufgrund der Produktion von kundenspezifischen Aufträgen ist die Kapitalbindung im Umlaufvermögen weiterhin hoch, wenn auch im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich geringer. Wegen des Projektgeschäfts in der Mikroskopie ist der Bestand im Umlaufvermögen auch unterjährig stärkeren Schwankungen unterlegen. Trotz dieser teils hohen Kapitalbindung war und ist die Gesellschaft jederzeit in der Lage ihren kurz-, mittel- und langfristigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, und sichert diesen Zustand durch ein aktives Liquiditätsmanagement.

Auf der Passivseite ist als deutliche Veränderung des abgelaufenen Geschäftsjahres die Senkung der Eigenkapitalquote auf 50,5 % (Vorjahr: 54,7 %) zu nennen. Die Rückstellungen wurden um 1.087,6 TEUR auf das Gesamtvolumen von 3.143,4 TEUR aufgestockt. Alleine der Anteil der zusätzlichen Steuerrückstellungen hat einen Wert von 616,6 TEUR. Dazu kommt ein deutlicher Anstieg der Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von 238,5 TEUR und der Gewährleistungen von weiteren 104,5 TEUR. Die Bilanzpositionen unter den Verbindlichkeiten entwickelten sich dem Geschäft nach entsprechend mit. Dabei sind die erhaltenen Anzahlungen um 720,2 TEUR auf 3.420,9 TEUR deutlich gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen haben sich durch ein zusätzliches Darlehen der Muttergesellschaft auf insgesamt 2,0 Mio. EUR außerordentlich erhöht und entsprechen nun einer Quote von 10,9 %. Dafür konnten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 445,6 TEUR gesenkt werden. Insgesamt steigt die entsprechende Quote aller Verbindlichkeiten von 29,9 % auf 32,2 % der Bilanzsumme.

Die Bilanzsumme insgesamt wuchs gegenüber dem Vorjahr um 37,9 % auf 18.400,5 TEUR. Das Eigenkapital verzeichnete dabei einen positiven Zuwachs von 1.993,9 TEUR, bzw. 27,29 % gegenüber dem Vorjahreswert und liegt nun bei einem Wert von 9.299,0 TEUR.

2.3. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die attocube systems AG konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die gesteckten Ziele in weiten Teilen übertreffen. Basierend auf einer sehr guten Ausgangsbasis durch ein gut gefülltes Auftragsbuch war es möglich die ambitionierten Ziele in Umsatz und Gewinn zu realisieren. Dabei verblieb die Profitabilität auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Durch die Weiterentwicklung der Messsysteme und insbesondere der Hochleistungskühlsysteme, als Trägerbasis für die eigenen Messsysteme, sowie einer permanenten Weiterentwicklung bestehende Produkte der Sparte attoMOTION und attoSENSORICS, konnte auch die Nachhaltigkeit eines soliden Auftragseingangs gesichert werden. Der aktuelle Auftragsbestand sichert schon zum jetzigen Zeitpunkt einen Großteil der Umsatzprognosen für das erste Halbjahr. Geopolitische Konflikte oder weltwirtschaftliche Entwicklungen zeigen nach wie vor keinen messbaren Anteil bzw. ableitbaren Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.

Die Produkte der Sparte attoLAB weisen nach wie vor eine starke Nachfrage auf. Die vor rund zwei Jahren entwickelten Hochleistungskühlsysteme, die unter dem Produktnamen attoDRY laufen, konnten erfolgreich am Markt platziert werden und in bedeutenden Stückzahlen verkauft werden. Dabei prägten insbesondere der attoDRY800 und der attoDRY2100 diesen Erfolg. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ging die Entwicklung dieser Produktfamilie mit verbesserten Spezifikationen weiter. Ein Highlight war dabei sicherlich der Verkauf der ersten Cryo-neaSNOM Messsysteme, die auf der attoDRY-Technologie aufbauen. Ferner lag ein starker Fokus auf der Weiterentwicklung und Serienreife von passendem Zubehör, um für den Kunden einen noch höheren Nutzen zu erreichen und Cross-Selling Potenziale zu nutzen.

Im Bereich der ultra-präzisen Antriebslösungen hält das Unternehmen an der eingeschlagenen Strategie fest, dabei gilt es zum einen die bestehende Marktführerschaft im Tieftemperaturbereich zu verteidigen und zum anderen Wachstumspotenziale im Industriemarkt zu nutzen. Um dies in idealer Weise zu erreichen, werden nach wie vor umfangreiche Investitionen benötigt. Daher wurde und wird vermehrt in die Bereiche Vertrieb, Entwicklung, Produktmanagement, sowie der Optimierung der Produktion investiert. Der Weg in die Industriemärkte führt nun jedoch zunehmend stärker über den Kanal der OEM Kunden als über das direkte Endkundengeschäft. Trotz längerer Anbahnungsphase verspricht es eine Reduzierung der Komplexität von Projekten durch Fokussierung auf wenige technische Varianten eines Produktes und zudem höhere Stabilität in der Umsatzgenerierung durch langfristige Lieferverträge. Da diese Produkte anschließend in hochvolumigen Serienfertigungsaufträgen münden, die dem Unternehmen positive Skalenerträge in der Produktion ermöglichen, wird diese strategische Richtungsentscheidung zusätzlich gestärkt. Dabei kann das Unternehmen bereits erste namhafte Erfolge vorweisen.

Im Segment der attoSENSORICS wird weiterhin die Markterschließung neuer Anwendungsbereiche vorangetrieben. Die Umsatzzahlen konnten noch nicht das geplante Level erreichen und auch hier zeigt sich die Notwendigkeit einer intensiveren Marktbearbeitung, um Kunden und Kundenanforderungen exakter definieren zu können und das Produkt darauf auszurichten. Vor diesem Hintergrund wurden einige Weiterentwicklungen des Produktportfolios in diesem Segment im abgelaufenen Geschäftsjahr umgesetzt und weitere angestoßen. Des Weiteren wurden neue werbeträchtige Kanäle zur Präsentation genutzt, u. A. die Hannover Messe 2018 in Zusammenarbeit mit der WITTENSTEIN SE. In Zukunft wird man ebenso das weltweite Vertriebsnetz der WITTENSTEIN SE nutzen um die Produkte bei Kunden und in den Märkten zu platzieren.

Die enorme Nachfrage insbesondere in den Produktsparten attoLAB und attoMOTION bringt das Unternehmen stark an die Kapazitätsgrenzen, so dass sich Lieferverzüge häufen. Ebenso nimmt der Anteil von kundenspezifischen Anpassungen zu, was wiederum die Kapazitätsengpässe verstärkt. Gerade für die attocube systems AG mit ihrer hohen Kundenorientierung ist ein wichtiges Anliegen, sowohl die Lieferverzüge zeitnah abzustellen, als auch Lieferzeiten deutlich zu reduzieren. Mit Hochdruck wird an der Suche und Akquisition von neuen Fachkräften gearbeitet, Prozesse, Produktionsweisen und Werkzeuge optimiert, um auch hierdurch den Anforderungen unsere Kunden gerecht zu werden.

Das übergeordnete strategische Ziel der attocube systems AG ist es, die Innovations- und Technologieführerschaft in allen drei Produktbereichen zu stärken und damit weiterhin ein nachhaltiges, profitables Wachstum zu sichern. Daher wurde zum einen das Produktportfolio der Laborsysteme beständig erweitert, zum anderen wurde im Bereich der Antriebs- und Sensorik-Lösungen die Erschließung neuer Marktsemente vorangetrieben. Kundenspezifische Lösungen für Serienprodukte und Investitionen in neue Technologien stehen hier an vorderster Stelle. Das bestehende Know-how in Entwicklung, Produktion und Vertrieb, sowie verschiedene Patente bilden die ideale Grundlage, um die Marktdurchdringung und -diversifikation weitervoranzutreiben.

3. Abhängigkeitsbericht

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Die Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und getroffenen Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen bzw. Maßnahmen getroffen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten bzw. wurde durch die getroffene Maßnahme nicht benachteiligt."

4. Chancen und Chancenmanagement

Die attocube systems AG bewegt sich im chancenreichen Bereich der Nanotechnology. Durch die Bereitstellung von Enabling technology partizipiert die Firma von den Megatrends Digitalisierung, intelligente Produkte und Wissensgesellschaft.

Das bestehende Portfolio findet hier u.A. Anwendung in der Miniaturisierung von Halbleiterstrukturen, Mikrometer-Präzisionsmechanik, Quantum computing und Erforschung neuer Materialien. Dadurch entstehen Märkte, die aus wissenschaftlicher Forschung kommend in industrielle Forschung, Qualitätskontrolle und schließlich Produkte wachsen.

Die enge Verknüpfung mit führenden Forschern, Instituten und Unternehmen der Halbleiterbranche sowie eine sorgfältige Marktbeobachtung, sowie interne Analysen ermöglichen eine ausgewogene Risikoverteilung bei der Verfolgung von neuen Geschäftsoptionen sowie der Investition in bereits erfolgreiche und profitable Produktlinien.

Die Identifikation von strategischen Chancen wurde durch Stärkung des strategischen Marketings weiter ausgebaut. Die Ergebnisse aus fortlaufenden markt- und kundenseitigen Analysen, sowie internen Technologie- und Kompetenzbewertungen werden im Produktinnovationsprozess gebündelt und bilden zusammen mit der Technologie-Roadmap die Grundlage für die strategische Roadmap. Innerhalb des Planungsprozess werden diese Chancen und der dahinterliegende Ressourcenbedarf in Form von Investitionen oder Personalaufbau - bestimmt und mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens abgeglichen. Somit wird sichergestellt, dass das Unternehmen nachhaltig profitabel wächst. Die gesamte Planung folgt einem abgestimmten Prozess zwischen Vorstand und Fachbereichsleitern, und ist in die Konzernplanung der WITTENSTEIN SE eingebunden.

Die Geschäftsstrategie und die daraus abgeleitete Geschäftsjahresplanung gehen von der erfolgreichen Umsetzung von wahrscheinlichen Chancen aus. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung sind dem Prognosebericht zu entnehmen. Der nachfolgende Abschnitt konzentriert sich daher auf die thematische Darstellung der im Hauptfokus stehenden Wachstumschancen.

Besonders erfolgreich entwickelt sich das Kerngeschäft der Nanopositionier-Systeme, die durch ihr äußerst robustes Design auch für extremste Druck-, Magnetfeld- und Temperaturbereiche einsetzbar sind. Diese ursprünglich für die Kryogenie entwickelte Technik bietet insbesondere in der Halbleiterindustrie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Für den Forschungsmarkt bilden diese Systeme in vielen Versuchsanlagen und - aufbauten von Universitäten und Instituten eine essentielle Kernkomponente.

Die steigende Nachfrage nach Kryostaten für quantenoptische Grundlagenforschung stützt nachhaltig die Mikroskopie, die durch Produktion in höheren Stückzahlen an Profitabilität zunimmt. Entscheidend für den Erfolg der Mikroskopie ist ebenfalls der positive Trend zu höher-integrierten und automatisierten Systemen, die durch beständige Weiterentwicklungen das Produktportfolio erweitern und sich letztlich durch eine hohe Wertschöpfungstiefe ebenfalls positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirken.

Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr stark in hoch ausgebildete Fachkräfte investiert, um die hohe Nachfrage bedienen zu können. Der eingeschlagene Wachstumskurs und der weitere Ausbau des Geschäfts - insbesondere mit Kunden aus der Industrie - verlangt eine weitere Optimierung der Geschäftsabläufe, Strukturen und Marketingstrategien. Daher wird die Firma im neuen Geschäftsjahr verstärkt auf strategische Marketingplanung und kundenrelevante Geschäftsfelder setzen.

Um den Anforderungen der heutigen und zukünftigen Mitarbeiter, aber auch dem Geschäftsmodell gerecht zu werden, wird im neuen Geschäftsjahr der neue Hauptstandort in Haar bei München bezogen. Unter diesem Dach werden in Zukunft die attocube systems AG, die neaspec GmbH, sowie Teile der Vertriebsgesellschaft der WITTENSTEIN alpha zusammenarbeiten, und vor allem Kunden vor Ort und in aller Welt mit neuen Produkten begeistern.

5. Risiken und Risikomanagement

Das bis dato erreichte Wachstum bildet aufgrund der Errungenschaften in technologischer, produktions- oder auch vertriebstechnischer Art eine optimale Ausgangsbasis für weiteren Erfolg, ist jedoch kein Garant dafür. Ebenso wie das Chancenmanagement wird im Unternehmen ein Risikomanagement umgesetzt, welches langfristige und kurzfristige Risiken erfasst. Dies erfolgt durch eine jährliche unternehmensübergreifende Analyse im Rahmen der Geschäftsjahresplanung, welcher die Identifikation und Bewertung langfristiger Risiken, sowie die Definition von Gegenmaßnahmen zu Grunde liegt. Zur Absicherung unterjähriger Risiken wurden operative Instrumente und Prozesse implementiert, die in regelmäßigem Zyklus der Analyse von geschäftskritischen Kennzahlen dienen.

Die direkten finanziellen Risiken für das Geschäft ergeben sich aus globalen Währungs- und Finanzkrisen, die dem universitären Kerngeschäft schaden können und auch das Investitionsverhalten von Industriekunden treffen. Diese Einflüsse zeigen sich jedoch nur in Teilen mittelbar. Aufgrund der Diversität des eigenen Produktportfolios, der Adressierung unterschiedlicher Zielmärkte und der globalen Geschäftstätigkeit können diese Risiken in weiten Teilen kompensiert werden.

Neuen Risiken wie auszugweise durch professionelle Cyber-Attacken, Verlust von Daten oder digitaler Infrastruktur wird durch ein aktives Risikomanagement weitgehend vorgebeugt. Dies bedeutet, dass die Tools zur Erkennung und Bewertung von Risiken sowie die Umsetzung und Verfolgung von Maßnahmen zur Vermeidung dieser weiter ausgebaut werden. Dieses Handlungsfeld des Risikomanagements ist ein zentraler Fokus der operativen Exzellenz Maßnahmen in allen Fachbereichen.

Unternehmensübergreifend werden in allen relevanten Bereichen anhand definierter Kenngrößen Abweichungen in Hinblick auf die Planung gemessen. Dabei wurden Berichtssysteme mit definierten Kennzahlen des jeweiligen Bereiches etabliert, die je nach Relevanz auf einem wöchentlichen oder monatlichen Zyklus analysiert werden. Ferner werden fach- oder themenbezogen detaillierte ad hoc Analysen durchgeführt um Antworten auf spezifische Entwicklungen geben zu können.

Weiterhin wird in hohem Maße daran gearbeitet Steuerungssysteme in spezifischen Bereichen weiter auszubauen und die Struktur des Unternehmens dahingehend auszurichten, noch flexibler auf Änderungen reagieren zu können, um bspw. den geänderten Anforderungen durch das industrielle Geschäft Rechnung zu tragen. Sowohl die Planung, als auch die Steuerung sind von hoher Integration gekennzeichnet. Detailinformationen werden systematisch in regelmäßigen Zyklen aus allen Fachbereichen aufbereitet und dem Vorstand in aggregierter Form vorgelegt. Dabei bildet das Controlling den zentralen Knotenpunkt für die Informationsaufbereitung und den Informationsfluss von den Fachbereichen zur Geschäftsleitung. Ferner stellt es den Treiber für die Weiterentwicklung dieser Instrumente und Prozesse dar. Die Rückspielung der Einschätzung und Handlungsanweisungen seitens des Vorstands in das Unternehmen erfolgt über den sogenannten Führungskreis, dem alle Abteilungsleiter angehören. Auch die Mitarbeiter werden in regelmäßigen Zyklen über die aktuelle Lage und Aussichten mithilfe eines internen Marktes, einer interaktiven Betriebsversammlung, informiert.

Zur Absicherung gegen erkannte Risiken werden zum einen die Kompetenzen und Kapazitäten im Unternehmen gebündelt und Maßnahmen in eigens gegründeten Arbeitsgruppen erarbeitet bzw. umgesetzt. Zum anderen wird der weitere Personalaufbau in den relevanten (Themen-)Bereichen dahingehend geplant. Darunter zählt vornehmlich der weitere Ausbau des Vertriebs, der Finanzen und der Informationstechnologie. Zusammen mit der Aufstockung des Personals in der Produktion ist dies eine Anforderung, um die vorhandenen Chancen effektiv nutzen zu können.

Als Ergebnis der aktuellen Gefährdungsanalyse wurden Risiken identifiziert, bewertet und deren Gefährdungspotenzial berechnet, sowie Maßnahmen zur Absicherung definiert. Unternehmensübergreifend wird an der Reduzierung der Risiken gearbeitet.

In besonderem Maße gilt dies für das Qualitätsmanagement. Ziel ist es, die Liefertreue bei gleichzeitig höchster Qualität konstant sicherzustellen: Dies gilt sowohl für die Produktion von Komponenten und Systemen als auch für die Umsetzung von internen Entwicklungsprojekten. Ein wesentlicher Schritt zur Zielerreichung war die Einführung von Q.wiki, einer interaktiven Prozess- und Dokumentationsplattform, die alle Mitarbeiter aktiv in den Prozessdokumentations- und Optimierungszyklus einbindet. Dabei werden Prozessinkonsistenzen schnell sichtbar, können in situ geändert und dokumentiert werden. Auch Prozesslücken im operativen Betrieb im Fall von Mitarbeiterfluktuation werden vermieden.

Genau diese Fluktuation bei Mitarbeitern ist ein weiteres Risiko, welches gerade in Hightech-Unternehmen vergleichsweise hoch ist. Um dies im eigenen Hause gering zu halten wird viel in die Analyse und die Reduktion negativer Einflüsse auf die Mitarbeiter, sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen investiert. So hat die Firma mit "Company Mood" ein System zur wöchentlichen Stimmungsmessung installiert, kontrolliert damit kurzfristig die Wirksamkeit von Maßnahmen und kommuniziert regelmäßig zu kritischen Punkten und Fragen.

Da man nach wie vor von einem stabilen Geschäft ausgehen kann und die Investitionen für Produktentwicklungen aus dem eigenen Cashflow getätigt werden, ist das Risiko für die Zukunft eher als kalkulatorisch zu betrachten. Eine verzögerte Markteinführung kann daher als entgangener Gewinn betrachtet werden, gefährdet das Unternehmen oder die aktuelle Jahresplanung 2018/19 jedoch nicht im Kern. Der enorme Erfahrungsgewinn in der Durchführung anspruchsvoller Entwicklungsprojekte mit mehreren Parteien und der Ausbau der softwaregestützten Steuerungssysteme im Entwicklungsbereich ermöglichen es, schnell auf Probleme reagieren zu können und negative Folgen frühestmöglich abzuwenden bzw. zu minimieren.

Die Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Kompetenzen erfordern eine hohe Finanzkraft und ein verstärktes Controlling in diesen Bereichen. Nach wie vor werden Investitionen aus dem operativen Cashflow finanziert. Zur Absicherung dieser Ausgaben, wie auch des Unternehmens insgesamt, existiert eine Planung des Ressourceneinsatzes, deren Einhaltung hinsichtlich Mitarbeiterkapazität und Kapital überwacht wird.

Aufgrund des starken Wachstums im Bereich der Mikroskopie - welches vom Charakter ein Projektgeschäft darstellt - und des Trends zu integrierten und automatisierten Großsystemen mit hohen Volumen ist zum einen mit einem hohen Kapitalbedarf zur Vorfinanzierung der Projekte zu rechnen und daraus resultierend auch mit starken Schwankungen in der Liquiditätsausstattung des Unternehmens. Ein Sachverhalt, der sich in der Ausprägung über die letzten Jahre intensiviert hat, jedoch das Unternehmen seit jeher begleitet und dem man durch entsprechende Steuerungsinstrumente jederzeit gewachsen ist. Zum einen mildert die gleichmäßigere Verteilung der Projekte über das Geschäftsjahr - aufgrund der größeren Anzahl und einer verbesserten Produktionsplanung - diese Schwankungen ab. Zum anderen erfolgt die Sicherstellung eines ausreichend positiven Cashflows durch die Überwachung der Liquiditätsreserven und die aktive Steuerung durch das Controlling in enger Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Einkauf. Die Einbindung der Kunden in die Vorfinanzierung, insbesondere bei Großprojekten, ist ebenso eine aktive und funktionierende Methode, auf die das Unternehmen zurückgreift.

Es existieren keinerlei erkennbare Risiken in Bezug auf Forderungsausfälle, Zins- oder Währungsrisiken, die einen signifikanten Einfluss auf das geplante Geschäftsjahr 2018/19 haben werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten zusammenfassend keine spezifischen Risiken identifiziert werden, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

6. Prognosebericht

Im neuen Geschäftsjähr wird die bis dahin stark produktorientierte Struktur, die sich in der Gliederung vieler Unternehmens- und Aufgabenbereiche, oder auch entsprechenden Analysen zeigt, überdacht und noch stärker am Markt ausgerichtet. Bereits im laufenden Jahr werden sich die neu definierten Geschäftsfelder insbesondere in der Kundenansprache, der Organisation der Vertriebseinheiten sowie dem Marketingauftritt bemerkbar machen. Die vollstufige Umwandlung ist bis zum Ende des neuen Geschäftsjahres geplant. Dadurch schafft die Firma eine dem jeweiligen Markt adäquate Struktur, Sprache und Prozesslandschaft, die es ermöglicht die geplanten Unternehmensziele zu erreichen.

Gemäß dem Leitmotiv des profitablen Wachstums startet die attocube systems AG in das neue Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Wirtschaftsplan, der sowohl im Auftragseingang als auch im Umsatz zweistellige Wachstumsraten auf Vorjahresniveau vorsieht. Durch die mit dem Umzug in das neue Gebäude verbundenen Kosten, insbesondere Investitionen und Miete für die größere Fläche, wird die EBT-Marge im kommenden Geschäftsjahr im oberen einstelligen Bereich geplant. Das geplante Ergebnis spiegelt eine Ausgewogenheit aus Nutzung von zukünftigen Wachstumschancen einerseits und Sicherung der Profitabilität und der finanziellen Stabilität andererseits wieder.

Ein hoher Auftragsbestand für Kryostaten und Mikroskope, sowie ein hoher Bestand an Verkaufsopportunitäten bestätigen, dass attocube sich als Anbieter für hochintegrierte Forschungssysteme am Markt etabliert hat und in diesem Bereich auch im folgenden Geschäftsjahr weiterhin expandieren wird. Ebenfalls untermauert der gute Auftragsbestand und die Vorhersage von Auftragseingängen, für die Industrie bzw. OEM-Kunden das geplante Szenario.

Dies erfordert Investitionen im Bereich Forschung & Entwicklung, IT & -Infrastruktur, in Form von Material und Personal bzw. zusätzlich in entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen. Insbesondere in den Abteilungen Produktion und Vertrieb USA wird die Mitarbeiterkapazität weiter deutlich ausgebaut. Der Industrievertrieb wird zudem durch eine Applikationsentwicklung verstärkt.

Wie in jedem Jahr erfolgt die Jahresplanung in enger Abstimmung mit dem Mutterkonzern WITTENSTEIN SE. Auch die attocube Tochter neaspec GmbH wird regelmäßig in die Planungen einbezogen. Im Juli 2017 wurde die bestehende Mehrheitsbeteiligung zu einer 100-prozentigen Beteiligung aufgestockt.

Der bevorstehende Zusammenzug der attocube systems AG, der neaspec GmbH und Teile der WITTENSTEIN alpha GmbH in das neue Firmengebäude wird die Zusammenarbeit und Innovationskraft fördern. Herausragende Ideen treffen auf eine professionelle Infrastruktur und eine hohe Investitionsbereitschaft, um für unsere Kunden die besten Lösungen zu erarbeiten. Unser bisheriger und zukünftiger Erfolg ist einerseits durch Sie und ihr Vertrauen in uns getragen und andererseits durch die Leistung unserer engagierten und hochmotivierten Belegschaft, der wir an dieser Stelle herzlich danken.

 

München, den 25. Mai 2018

Peter Kraemer (CEO)

Dr. Martin Zech (CTO)

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der attocube systems AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 25. Mai 2018

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Hager, , Wirtschaftsprüfer

Mainka-Klein, , Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

attocube systems AG

für das Geschäftsjahr vom 01.04.2017 bis 31.03.2018

Der Aufsichtsrat hat im oben genannten Zeitraum folgende Sitzungen durchgeführt:

- 19. Mai 2017 (ordentlich) mit Rückblick des Jahresabschlusses GJ 2016/17 attocube & Neaspec, Investitionsliste für das GJ 2017/18, Verabschiedung Ressortaufteilung Vorstand, Umstrukturierung Produktion, Präsentation zur aktuellen Geschäftslage attocube & Neaspec sowie Feststellung der Mandatsniederlegung von Herrn Dr. Bernd Schimpf und Bestellung von Herrn Philipp Guth in der Hauptversammlung am 14. Juli 2017, Kurzbericht Neubau Haar

- 14. Juli 2017 (ordentlich) mit der Diskussion des Jahresabschlusses zum 31. März 2017 und seiner Feststellung, Beschluss des Prüfberichts des Aufsichtsrats nach § 171 AktG sowie AR-Neuwahl mit Vorschlag der Kandidaten Herren Dr. Dirk Haft, Dr. Manfred Wittenstein, Dr. Stefan Reineck, Philipp Guth. Anschließende Hauptversammlung und Gewinnverwendungsbeschluss sowie Neu wahl des Aufsichtsrats mit Wahl von Herrn Dr. Dirk Haft zum AR-Vorsitzenden sowie Herrn Dr. Stefan Reineck zum stellv. Vorsitzenden, Genehmigung eines Darlehensvertrags mit WITTENSTEIN SE zur Bezahlung der Restanteile der Neaspec GmbH, Kurzbericht Neubau Haar

- 26. Oktober 2017 (ordentlich) mit Bericht über die aktuelle Geschäftslage attocube & Neaspec und Information über die Nachtragsprüfung zum Jahresabschluss zum 31. März 2017, Kurzbericht Neubau Haar

- 8. Dezember 2017 (außerordentlich) mit Besprechung der Nachtragsprüfung des Jahresabschlusses zum 31. März 2017 und seiner Feststellung, Beschluss zur Ergänzung des Prüfberichts des Aufsichtsrats nach § 171 AktG

- 9. Februar 2018 (ordentlich) mit dem Bericht über die aktuelle Geschäftslage attocube & Neaspec sowie und Ausblick GJ 2018/19, Stand Integration Neaspec GmbH und Fortschritt Neubau Haar

- Nach Ablauf des Geschäftsjahres hat der Aufsichtsrat am 9. April 2018 mit Umlaufbeschluss die Planung für das GJ 2018/19 freigegeben sowie Sitzungen am 16. April 2018 und am 8. Juni 2018 abgehalten, in denen u. a. die Leitlinien für die künftige Strategie der attocube systems sowie der endgültige Jahresabschluss 2017/18 diskutiert und festgestellt wurden.

Der Aufsichtsrat hat in den Sitzungen umfassende Berichte des Vorstands entgegengenommen, ausgiebig diskutiert und den Vorstand beraten. Zwischen den Sitzungsterminen gab es ständig Einzelgespräche und Beratungen zwischen dem Vorstand und einzelnen oder allen Mitgliedern des Aufsichtsrats, so dass der Aufsichtsrat laufend und zeitnah über die Geschäfts- und Unternehmensentwicklung informiert war.

In der Aufsichtsratssitzung vom 8. Juni 2018 hat der Aufsichtsrat u. a. den Bericht des Vorstands zum laufenden Geschäft und zum Jahresabschluss 2017/18 entgegengenommen und ausgiebig diskutiert. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss gebilligt.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat sich im Berichtszeitraum geändert. Die Amtszeit des AR endete mit der Hauptversammlung am 14. Juli 2017. Es fanden Neuwahlen statt. Herr Dr. Bernd Schimpf schied zu diesem Termin aus dem AR der attocube systems AG aus. In den AR gewählt wurden die Herren Dr. Dirk Haft, Dr. Manfred Wittenstein, Dr. Stefan Reineck sowie Philipp Guth. In der darauffolgenden konstituierenden Sitzung wurde Herr Dr. Dirk Haft zum Vorsitzenden, Herr Dr. Stefan Reineck zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Der Aufsichtsrat würdigt an dieser Stelle ausdrücklich das große Engagement des Vorstands und aller Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens. Er übermittelt seinen Dank an den Vorstand und bittet, diesen an alle Mitarbeiter weiterzutragen.

 

München, im Juni 2018

Dr. Dirk Haft, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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