Power Service GmbH
Selbe AdresseReparatur und Instandhaltung von Telekommunikationsgeräten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Julian Gordon Rothwell seit 31.10.2024 | Geschäftsführer |
Dirk Bott seit 31.10.2024 | Geschäftsführer |
Markus Klaus Rücker seit 25.6.2018 | Prokura |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MSX International GmbHKölnJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022AKTIVA
PASSIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.1. BIS ZUM 31.12.2022
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Die MSX International GmbH hat ihren Sitz in Köln und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter der Register-Nr. HRB 29505. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes und der Satzung beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB. B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden berücksichtigen den rechtlichen Rahmen der Vorschriften des HGB und des GmbHG. Die Ausübung der Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweiswahlrechte erfolgte unverändert zum Vorjahresabschluss. 1. Going-Concern-Prämisse Zum 31.12.2022 wird in der Bilanz ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 10.105.057,76 Euro ausgewiesen, welcher aus der anhaltenden Verlustsituation resultiert. Ein solcher im Rahmen der handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften entstandener bilanzieller Fehlbetrag stellt kein hinreichendes Indiz für einen Überschuldungstatbestand im Sinne des § 19 der Insolvenzordnung dar. Der Fortbestand der Gesellschaft wird nicht als gefährdet erachtet. Der erfolgreich eingeschlagene Konsolidierungskurs wird weitergeführt. Die Liquidität ist durch den Zugriff auf einen Cash-Pool gesichert. Zur Absicherung der Fortbestehensprognose verfügt die Gesellschaft über eine zum 31.12.2024 endende Patronatserklärung von einer übergeordneten Konzerngesellschaft. Zudem wurde in der Gesellschafterversammlung vom 15.11.2023 ein Zuschuss der Gesellschafterin MSX International Limited, Colchester / Vereinigtes Königreich, in die Kapitalrücklage der MSX International GmbH in Höhe von 12 Mio. Euro beschlossen. Der Zuschuss wurde durch Begründung einer verzinslichen Darlehensforderung gegenüber der MSX International Limited zum 15.11.2023 in Höhe von 12 Mio. Euro erbracht. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB). 2. Anlagevermögen Entgeltlich erworbene immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden mit den Anschaffungskosten, jeweils vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt. Dabei werden Soft- und Hardware 2 bis 5 Jahre, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 12 Jahre und Mietereinbauten 5 bis 10 Jahre abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis 800 Euro werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. 3. Umlaufvermögen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch die Bildung von Einzelwertwertberichtungen Rechnung getragen. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Die Bewertung des Kassenbestandes sowie der Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt zum Nominalbetrag. 4. Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen/Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand/Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 5. Eigenkapital Das Stammkapital wird als Gezeichnetes Kapital ausgewiesen und ist zum Nennwert bewertet. 6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Bewertung erfolgt jeweils in der Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. 7. Verbindlichkeiten Alle Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. 8. Latente Steuern Zum 31.12.2022 bestehen keine Sachverhalte im Sinne des § 274 Abs. 1 HGB, aus denen eine passive latente Steuer resultiert. Auf einen Ansatz aktiver latenter Steuern wurde (wie im Vorjahr) unter Bezugnahme auf das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. 9. Währungsumrechnung Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden in Fremdwährung erfasste Vermögenswerte höchstens mit ihren Anschaffungskosten angesetzt; nicht realisierte Gewinne werden bei langfristigen Fremdwährungsposten nicht erfasst. C. Erläuterungen zum Jahresabschluss 1. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem folgenden Anlagenspiegel: Anlagenspiegel
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Im Interesse eines besseren Forderungsmanagements wurden teilweise Kundenforderungen auf eine Factoringgesellschaft übertragen. Gehaftet wird nur für den Bestand, nicht für die Bonität der Forderung, was im Kaufpreis für die Forderungen berücksichtigt wird. Die dadurch generierte zusätzliche Liquidität wird zur vermehrten Inanspruchnahme von Lieferantenskonti verwendet. Aufgrund der guten Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft bestehen aus dieser Finanzierung keine wesentlichen Risiken. Zum Stichtag beträgt der verkaufte Forderungsbestand 11,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,3 Mio. Euro). Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht Gebrauch, gleichartige und gleichfristige Forderungen und Verbindlichkeiten, die gegenüber demselben Konzernunternehmen bestehen, zu verrechnen. In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen in Höhe von 2.654 TEUR (Vorjahr: 2.532 TEUR) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Sonstige Vermögensgegenstände Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Forderungen gegenüber Personal, Mietkautionen und debitorische Kreditoren ausgewiesen. Sie haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 202 TEUR (Vorjahr: 207 TEUR). Rechnungsabgrenzungsposten Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind Vorauszahlungen für Lizenzen, Versicherungen und Wartungsverträge enthalten. Eigenkapital Das Unternehmen weist per 31.12.2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 10.105.057,76 Euro (Vorjahr: 7.829.224,80 Euro) aus. Das gezeichnete Kapital beläuft sich unverändert auf 25.564,59 Euro. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen betreffen Rückstellungen für die Betriebsstätte in Belgien. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für ausstehende Lieferantenrechnungen, Urlaubs- und Überstundenansprüche, Kundenrabatte, Berufsgenossenschaftsbeiträge sowie Abschluss- und Beratungskosten. Verbindlichkeiten
2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse entfallen auf folgende Geschäftsbereiche:
Nach geographischen Märkten verteilen sich die Umsatzerlöse wie folgt:
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 974 TEUR (Vorjahr: 621 TEUR) beinhalten im Wesentlichen periodenfremde Posten. Davon betreffen 748 TEUR die Auflösung einer Verbindlichkeit, welche im Zusammenhang mit einer Ausgliederung nach dem Umwandlungsrecht im Jahr 2018 verblieben ist und nicht mehr auszugleichen war, 148 TEUR betreffen die Auflösung einer Rückstellung für nicht mehr drohende Kostenbelastungen aus den Jahren 2020 und 2021 und im übrigen sonstige Ausbuchungen von Verbindlichkeiten. Der Vorjahresbetrag betraf mit 260 TEUR die Auflösung von Verbindlichkeiten, mit 228 TEUR die Auflösung von Rückstellungen, mit 65 TEUR die Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und im übrigen sonstige diverse Posten. Im Materialaufwand sind in den Aufwendungen für bezogene Leistungen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 267 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) für verspätet abgerechnete Projektaufwendungen des Jahres 2021 enthalten, welche nicht über Rückstellungen abgegrenzt waren. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden regelmäßig Kostenumlagen (Konzernumlagen), Marketing- und Vertriebskosten, Finanzierungskosten, Raumkosten, EDV-Leasing- und Wartungskosten, Bewirtungs- und Reisekosten, Kraftfahrzeugkosten, Lehrgangskosten sowie Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten ausgewiesen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 9.006 TEUR) periodenfremde Aufwendungen. Der Vorjahreswert beinhaltet 8.293 TEUR Anlagenabgänge von immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, 246 TEUR Rückzahlung von Coronahilfen für die Niederlassung in den Niederlanden und im übrigen Ausbuchungen oder Wertberichtigungen von Forderungsposten aus früheren Jahren. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung und Größenordnung in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 8.293 TEUR). Bei dem Vorjahreswert handelte es sich um eine Ausbuchung von in früheren Jahren unter den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens aktivierten Aufwendungen für die Entwicklung eines technologiebasierten Tools. Der Betrag war als Anlagenabgang zugleich periodenfremd und in den periodenfremden Aufwendungen im Vorjahr angegeben. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 81 TEUR). D. Ergänzende Angaben 1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen im Wesentlichen aus Miet- und Leasingverträgen, davon bestehen Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 0 TEUR. 2. Anhangangabe gemäß § 285 Nr. 17 HGB Das von dem Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar beläuft sich auf 75 TEUR. Das Honorar entfällt in Höhe von 75 TEUR auf Abschlussprüfungsleistungen. 3. Geschäftsführer Herr Frederick K. Minturn, Kaufmann, Auburn Hills, USA Herr Nils-Johan Einar Andersson, Geschäftsführer, London, Vereinigtes Königreich (abberufen mit Gesellschaterbeschluss vom 11.06.2024) Die Geschäftsführer Minturn und Andersson erhielten im Jahr 2022 (wie im Vorjahr) keine Bezüge von der Gesellschaft. Im übrigen wird auf die Angaben zu den Gesamtbezügen der Geschäftsführer gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 4. Mitarbeiter Im Jahr 2022 wurden durchschnittlich 488 Arbeitnehmer (Angestellte) beschäftigt (Vorjahr: 515; Angestellte). 5. Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Pacific (BC) TopCo Limited, Jersey/Großbritannien, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. 6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zur Absicherung der Fortbestehensprognose erhielt die Gesellschaft eine bis zum 31.12.2024 befristete Patronatserklärung von einer übergeordneten Konzerngesellschaft. Ferner wurde in der Gesellschafterversammlung vom 15.11.2023 ein Zuschuss der Gesellschafterin MSX International Limited, Colchester / Vereinigtes Königreich, in die Kapitalrücklage der MSX International GmbH in Höhe von EUR 12 Mio. beschlossen. Der Zuschuss wurde durch Begründung einer verzinslichen Darlehensforderung gegenüber der MSX International Limited zum 15.11.2023 in Höhe von EUR 12 Mio. erbracht.
Köln, 24. Juli 2024 Frederick K. Minturn, Geschäftsführer Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 25. Juli 2024 festgestellt. LageberichtA. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell und Struktur 1.1 Dienstleistungen Heutige Management-Teams sehen sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber, die sie zwingen, ihre Geschäftsprozesse zu überdenken, die Art und Weise wie sie Daten nutzen, neu zu strukturieren und eine zuverlässige Versorgung mit Ressourcen zur Produkterstellung sicherzustellen. Mit mehr als 5.000 Experten in mehr als 80 Ländern und über 25 Jahren internationaler praktischer Erfahrung in der globalen Geschäftswelt bieten die Gesellschaften des Konzerns der MSX International-Gruppe (MSX International) Business-Lösungen an. Sie dienen dazu, Kundenbedürfnisse aufeinander abzustimmen, die Mitarbeiter zu mobilisieren, Abläufe effizient zu gestalten, den Kundenkontakt zu stärken und optimale Rahmenbedingungen für Innovationen zu schaffen. MSX International bietet seinen Kunden Möglichkeiten zur Steigerung von Umsatz und Rentabilität, Schulungen (Training), Verbesserung der Effizienz der Betriebsabläufe, verbesserte Kundenbindung, nachhaltige Produkt- und Dienstleistungsqualität, reduzierte Garantiekosten, Technische Support Lösungen, flexiblen Einsatz von Arbeitskraft und bessere Mitarbeiterförderung und -bindung. Das gesamte Solutions-Portfolio von MSX International wirkt optimierend auf die Value Streams der Kundenorganisationen. Der Fokus der Dienstleistungen liegt auf der Automobilbranche. MSX International arbeitet dabei seit mehr als 25 Jahren eng mit Fahrzeugherstellern auf der ganzen Welt zusammen. 1.2 Konzernzugehörigkeit und Betriebsstätten Wir, als die in Deutschland ansässige MSX International GmbH (MSX I GmbH), sind dabei eine 100%ige Tochtergesellschaft der MSX International Limited, Colchester/Vereinigtes Königreich. MSX I GmbH wird in den Konzernabschluss der Pacific (BC) TopCo Limited, Jersey/Großbritannien, einbezogen. Wir unterhalten neben unserem Stammhaus in Köln Betriebsstätten/Niederlassungen in Berlin, München, Diegem (Belgien) und Nijkerk (Niederlanden). An den Standorten München, Diegem und Nijkerk erbringen wir gegenüber Kunden unsere Beratungsleistungen. In Berlin ist unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung beheimatet, in der wir digitale Lösungen für die Automatisierung von Prozessen entwickeln. 2. Ziele und Strategien Mit Hilfe von dauerhaftem organischem wie auch externem Wachstum durch gezielte Akquisitionen treibt MSX International ihr Potential im Bereich Knowhow und Marktabdeckung gezielt voran, wovon auch wir als deutsche Gesellschaft profitieren. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft hat sich im Jahr 2022 gut behauptet - trotz Energiekrise und Lieferkettenproblemen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 1,9 %. 1 Wichtigste Stütze war dabei der private Konsum. Auch die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung halfen.
1 Vgl. Statistisches Bundesamt (Destatis),
Pressemitteilung Nr. 020 vom 13.1.2023
Gemäß Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belastete im Jahr 2022 Deutschland ein Finanzierungsdefizit von rund 127 Milliarden Euro. 2 Insgesamt überlagerten die neuen Belastungen durch die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die Entlastungen des Staatshaushalts durch die auslaufenden Corona-Maßnahmen. Das Defizit blieb damit hoch, verringerte sich aber im Vorjahresvergleich um rund 6 Milliarden Euro.
2 Vgl. Statistisches Bundesamt (Destatis),
Pressemitteilung Nr. 135 vom 5.4.2023
Das belgische BIP-Wachstum hat der Energiekrise in der ersten Hälfte des Jahres 2022 recht gut standgehalten. 3 Die Verlangsamung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte fiel letztlich moderater aus als zuvor erwartet. Diese Widerstandsfähigkeit der belgischen Wirtschaft war vor allem auf den privaten Konsum und die Exporte zurückzuführen. Für das gesamte Jahr ist das BIP um 3,0 % gewachsen. 4 Die niederländische Wirtschaft wuchs im Jahr 2022 um 4,3 % (Vorjahr: 6,4 %) 5. Die Wachstumsrate war höher als der Durchschnitt der EU. Trotz hoher Inflation und historisch niedrigem Verbrauchervertrauen trug der Konsum der Haushalte mehr als die Hälfte zum Wachstum bei. Die Haushalte hatten vor allem deshalb mehr Geld zur Verfügung, weil mehr Menschen arbeiteten und 2022 höhere Löhne erhielten 6. In den Niederlanden trugen im Jahr 2022 erheblich zum Wirtschaftswachstum die von Corona stark betroffene Branchen wie das Gastgewerbe, der Verkehr, der Freizeit- und Kultursektor sowie der Reiseverkehr und auch der übrige Dienstleistungssektor bei. Darüber hinaus war die Produktion des verarbeitenden Gewerbes im Jahr 2022 im Durchschnitt höher als 2021 und erreichte im April 2022 ihren bisher höchsten Stand. Das konjunkturelle Bild kippte im Juli 2022 und war Anfang 2023 negativ 7 , was zum Teil auf ein geringes Verbrauchervertrauen und einen sich abkühlenden Wohnungsmarkt zurückzuführen war. Die Betrachtung des Arbeitsmarktes zeigt in Deutschland eine sehr hohe Quote an Erwerbstätigen. Im Jahresdurchschnitt 2022 waren rund 45,6 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig 8. Das waren so viele wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr kräftig um 589.000 Personen (+ 1,3 %). Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2019 (45,3 Millionen Personen) wurde dadurch um 292.000 Personen (+ 0,6 %) überschritten. Im Jahr 2020 hatte die Corona-Krise den zuvor über 14 Jahre anhaltenden Anstieg der Erwerbstätigenzahl beendet und zu einem Rückgang um 362.000 Personen (./. 0,8 %) geführt. Im Jahr 2021 war die Erwerbstätigkeit nur leicht um 65.000 Personen (+ 0,1 %) gewachsen. Die Arbeitslosigkeit ist in den Niederlanden im Jahr 2022 weiter gesunken und hat ein neues Rekordtief erreicht 9. Im Durchschnitt gab es rund 350.000 Arbeitslose, 58.000 weniger als 2021 10. Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 Prozent im Jahr 2021 auf 3,5 Prozent im Jahr 2022 11. In Belgien lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2022 bei 5,6 % (Vorjahr: 6,23 %) 12. Die Zahl der Arbeitslosen lag 2022 in Belgien bei rund 294.000 (Vorjahr: 324.000) 13. 2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.1 Internationale Einordnung Die Entwicklung der Automobilindustrie ist eng an den Verlauf der Weltwirtschaft gekoppelt. Daher ist mit einer weiter zunehmenden Wettbewerbsintensität auf den internationalen Automobilmärkten zu rechnen. Aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Abschwächung auf den Weltmärkten seit 2019, der COVID-19-Pandemie ab 2020 sowie des russischen Angriffskrieges ab 2022 war die deutsche Automobilbranche durch fortbestehende Lieferengpässe bei bestimmten Vorprodukten und Rohstoffen auch in 2022 beeinträchtigt. Insbesondere kämpfte die Branche mit einer strukturell bedingten Unterversorgung mit Halbleitern. Im Verlauf des Jahres 2022 ließen jedoch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie nach, obwohl die Null-COVID-Politik Chinas noch für Schwierigkeiten im Bereich der Produktion, Absatz und vor allem Lieferketten gesorgt hatte. Zudem wurden die branchenspezifischen Rahmenbedingungen insbesondere auch durch fiskalpolitische Maßnahmen wie teilweise Steuersenkungen aber auch Steuererhöhungen in einzelnen Bereichen, Förderprogramme und Kaufprämien sowie Importzölle beeinträchtigt. Dazu traten im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts auch Sanktionsverhängungen. Das weltweite Produktionsvolumen für motorisierte Fahrzeuge wurde vom internationalen Verband der Automobilhersteller (OICA) für das Jahr 2022 mit 85,0 Mio. (Vorjahr: 80,2 Mio.) Fahrzeugen, d. h. einem Wachstum von + 6,0 % angegeben 14. Dabei ist in den 27 Länder der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich eine Produktion von 13,8 Mio. (Vorjahr: 13,1 Mio.) Fahrzeugen, d. h. ein Plus von 5,3 % zu verzeichnen. Für Deutschland ist eine Produktion von 3,7 Mio. (Vorjahr: 3,3 Mio.) Fahrzeugen und damit ein Plus von etwa 12 % dargestellt. Die von der OICA geführten Statistiken über Absatz- bzw. Zulassungszahlen für Neufahrzeuge offenbaren ein differenziertes Bild 15. Im Jahr 2022 wurden weltweit rund 82,9 Mio. (Vorjahr: 83,6 Mio.) Neufahrzeuge verkauft bzw. registriert, was insgesamt einen Rückgang um rund 0,8 % bedeutet. Dabei verzeichneten 2022 die Regionen China, Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand und Saudi-Arabien trotz der krisenbelasteten Rahmenbedingungen Wachstumsraten zwischen 2 % und 26 % bzw. zwischen 60.000 und fast 1,0 Mio. Fahrzeugen. In den 27 Länder der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich und den EFTA-Staaten (European Free Trade Association / Europäische Freihandelszone) herrschten fast ausschließlich rückläufige Verhältnisse vor. In Summe beläuft sich der Rückgang dort auf rund - 5,7 % (2022: 13,3 Mio., Vorjahr: 14,1 Mio. Fahrzeuge). Für Deutschland wird ein nahezu konstantes Niveau von 3,0 Mio. Fahrzeugen für 2021 und 2022 angegeben. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat in der Pressemitteilung Nr. 01/2023 die registrierten Neuwagenzulassungen für Deutschland mit 2,65 Mio. Fahrzeugen (Vorjahr: 2,62 Mio.) ausgewiesen (Zuwachs: + 1,1 %). 16 Neben den Auswirkungen der Coronakrise und des Ukrainekriegs ist die Automobilindustrie zusätzlich noch mit einem längerfristigen Strukturwandel konfrontiert. Die fortschreitende Transformation zur Elektromobilität, die Einführung autonomer Fahrfunktionen sowie das Aufkommen neuer Mobilitätsdienstleistungen verändern Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten zum Teil erheblich. 2.2 Standortbezogene Faktoren Die Automobilindustrie ist die größte Branche des verarbeitenden Gewerbes und gemessen am Umsatz der mit Abstand bedeutendste Industriezweig in Deutschland. Die Unternehmen der Branche erwirtschafteten im Jahr 2022 einen Umsatz von gut 506 Milliarden Euro und beschäftigten direkt knapp 774.300 Personen. 17 Die Automobilindustrie hat folglich eine hohe Bedeutung für Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland. Im Jahr 2022 lag bei den Neuzulassungen in Deutschland 18 der Anteil benzinbetriebener Pkw mit 863.445 Neuzulassungen (32 %) abermals unter dem Vorjahresniveau (37,1 %). Gleiches gilt für den Anteil dieselbetriebener Pkw. Diese wiesen mit 472.274 Fahrzeugen in der Jahresbilanz einen Anteil von 17,8 % (Vorjahr: 20,0 %) an der Gesamtzahl der Zulassungen auf. Die alternativen Antriebsarten schlossen das Jahr 2022 fast ausschließlich mit positiven Vorzeichen ab. 19 Hybridangetriebene Fahrzeuge erreichten mit 827.321 einen Anstieg von rund + 15,6 % und einen Anteil am Gesamtmarkt von 31,2 %. Darunter bildeten 362.093 Plug-in-Hybride (+ 11,3 %) einen Anteil von 13,6 %. Die 470.559 neu zugelassenen Elektro-Pkw (BEV) wiesen mit einem Anteil von 17,7 % eine Steigerung von + 37,8 % auf. Flüssiggasbetriebene Pkw (15.006/+ 48,8 %) waren mit einem Anteil von 0,6 % und erdgasangetriebene Pkw (1.846/- 52,9 %) mit 0,1 % im Jahr 2022 vertreten.
19 Vgl. Kraftfahrt-Bundesamt, Pressemitteilung
Nr. 01/2023 vom 4.1.2023
In Belgien wurden im Jahr 2022 374.597 neue Personenkraftwagen zugelassen. 20 Ein Ergebnis, das 4,4 % unter dem von 2021 liegt, aber in mehrfacher Hinsicht Anlass zur Zufriedenheit gibt. Unsere Analyse eines sich schnell entwickelnden Marktes, in dem mehr als jeder dritte Neuwagen inzwischen elektrifiziert ist. Nach einem schwierigen Jahresbeginn mit einem kumulierten Rückgang von - 16 % Ende Mai erholte sich der belgische Automarkt und setzte diese Bewegung bis zum Jahresende fort, um bei einem Rückgang von nur 4,4 % zu landen. Mit diesem Ergebnis liegt der belgische Markt zwischen dem der Niederlande (- 3,42 % im Jahr 2022), des Großherzogtums Luxemburg (- 5,13 %) und Frankreichs (- 7,8 %). Die 374.597 Neuzulassungen im Jahr 2022 haben einen rückläufigen Effekt auf den belgischen Marktdurchschnitt seit 2000, der nun unter 500.000 Einheiten liegt. Vor dem Hintergrund eines von Nutzfahrzeugen dominierten Marktes haben elektrifizierte Autos (BEV, PHEV und HEV) ihren Marktanteil im Jahr 2022 weiter erhöht. Während 2021 fast jeder vierte Neuwagen auf sie entfiel, war es 2022 bereits mehr als jeder dritte Neuwagen. Auch der Marktanteil der Autos, die mit einer Steckdose aufgeladen werden, wächst: von 18,4 % im Jahr 2021 auf 26,5 % im Jahr 2022. Bei den Verbrennungsmotoren führen Benziner nach wie vor die Zulassungsrangliste an, sind aber zum ersten Mal seit 2017 unter die 50 %-Marke gefallen. Dieselmotoren setzen den Rückgang fort, der 2018 begann, als sie noch einen Marktanteil von 78,9 % hatten, während sie 2022 nur noch 16,3 % der Neuzulassungen ausmachen. In den Niederlanden stieg der Umsatz der Auto- und Motorradindustrie 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 17,6 % und war um 24,5 % höher als 2019. 21 Damit scheint sich die Branche drei Jahre nach Beginn der Corona-Krise erholt zu haben. Der Umsatzanstieg im vergangenen Jahr war vor allem auf Preiserhöhungen zurückzuführen; neue Pkw, Gebrauchtwagen und auch Ersatzteile verteuerten sich im Laufe des Jahres. Dies geht aus den Zahlen des Amts für Statistik der Niederlande (Centraal Bureau voor de Statistiek, kurz: CBS) hervor. Gemäß den von der CBS veröffentlichten Statistiken verzeichnete der Teilbereich Handel und Reparatur von Personenkraftwagen 2022 einen Umsatzanstieg von 20,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2022 lag der Absatz der Schwerlastwagenindustrie um 16,6 % höher als 2021 und um 17,7 % höher als 2019. Im vierten Quartal 2022 stieg der Absatz um 25,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Absatz von Elektrofahrzeugen und der Preisanstieg spielen auch in diesem Teilmarkt eine Rolle, unter anderem durch den Verkauf von Elektrobussen und Elektro-Lkw. Die Umsätze der Importeure und der Fachwerkstätten stiegen 2022 um 16,1 % bzw. 12,5 %. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr war der Umsatz im Kfz-Handel und in der Reparatur im vergangenen Jahr am stärksten gestiegen (+ 38 %). 2.3 Transformationsfaktoren Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch - dies birgt viele Chancen, aber auch Risiken. Eine Studie des ifo Instituts im Auftrag des VDA vom 6.5.2021 22 zeigt das Risiko auf, dass der Strukturwandel in der Automobilbranche für die Beschäftigten im Zeitraum bis 2025 und darüber hinaus bis 2030 nicht komplett über die altersbedingte Beschäftigungsfluktuation abgefedert werden kann. Bis zum Jahr 2025 sind mindestens 178.000 Beschäftigte von der Transformation betroffen, bis 2030 mindestens weitere 215.000 Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite gehen rund 75.000 Beschäftigte bis 2025 bzw. 147.000 bis 2030 in den Ruhestand. Somit ergibt sich eine erhebliche Lücke zwischen den betroffenen Beschäftigten und der anstehenden altersbedingten Beschäftigungsfluktuation. Der Aufbau paralleler Strukturen und die dadurch bedingte geringere Arbeitsproduktivität, die zunehmende Automatisierung und die verringerte Wertschöpfungstiefe können künftig negative Auswirkungen auf die Beschäftigung der Branche haben. Auch diesen Aspekt gilt es bei politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Transformation betrifft die gesamte Branche, aber im Besonderen die Zulieferer. Von rund 645.000 Arbeitsplätzen in der Antriebsstrangproduktion bei europäischen Zulieferern könnten bis zum Jahr 2040 gut 500.000 (79 %) wegfallen. Im Gegenzug könnten rund 226.000 neue Jobs in der Produktion von E-Antriebssträngen bei Zulieferern entstehen. Unterm Strich könnte ein Nettoverlust von rund 275.000 Arbeitsplätzen drohen, so eine vom europäischen Automobilzuliefererverband CLEPA in Auftrag gegebene Studie von PwC Strategy. 23 Die Transformation ist aber auch mit vielen Chancen verbunden. Die Elektromobilität und die Batteriezellfertigung können viele neue Arbeitsplätze schaffen - davon kann insbesondere der Osten Deutschlands profitieren. Bereits in den vergangenen Jahren verzeichnete die Automobilbranche in den neuen Bundesländern ein Beschäftigungswachstum. Bis zum Jahr 2030 könnten im Osten des Landes 16.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, dies entspräche einem Wachstum von 9 %. Bereits heute ist Sachsen bei der Produktion von Elektrofahrzeugen bundesweiter Spitzenreiter. Der Freistaat allein wäre der drittgrößte Produktionsstandort für Elektrofahrzeuge in Europa und der siebtgrößte weltweit. Einen wertvollen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors sowie zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen können zudem synthetische Kraftstoffe leisten. Ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft kam im März 2021 zu dem Ergebnis, dass 1,2 Mio. neue Arbeitsplätze in Europa durch die Produktion und den Export von Power-to-X-Anlagen entstehen können. 24 Mit knapp 400.000 neuen Beschäftigten wäre der Effekt in Deutschland am größten. Die Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie ist stark ausdifferenziert. Die Fahrzeugfertigung erfordert den Zukauf von Teilen, Komponenten und Rohstoffen, sodass auch Branchen, die vordergründig wenig mit dem Automobilbau zu tun haben, an der Herstellung von Kraftfahrzeugen beteiligt sind. Dazu gehören Investitionsgüter, Material- und Teilelieferungen, u. a. aus der chemischen Industrie, der Textilindustrie, dem Maschinenbau und der elektrotechnischen Industrie sowie der Stahl- und Aluminiumindustrie. Außerdem sind Ingenieurbüros, Autohändler, Werkstätten und Tankstellen, aber auch weitere Dienstleistungen rund um das Auto direkt oder indirekt von der Automobilkonjunktur abhängig. Aufgrund ihrer international geprägten Wertschöpfungskette und ihrer hohen Exportquote ist die deutsche Automobilindustrie besonders von Lokalisierungsbestrebungen und zunehmenden Handelshemmnissen betroffen. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet aber mit Nachdruck an weltweit offenen Märkten und einem fairen Marktzugang. 3. Geschäftsverlauf Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind der Umsatz und das EBIT. Für 2022 hatten wir für die MSX I GmbH ein Umsatzwachstum von ca. 2 % gegenüber 2021 und somit von 74,2 Mio. Euro auf mehr als 75 Mio. Euro prognostiziert. Das EBIT (ohne Sondereffekte) wurde dabei für 2022 auf negativem Niveau mit rund - 2,0 Mio. Euro geplant. Die prognostizierten Umsätze konnten mit einem Umsatzwachstum von 4,4 % auf 77,5 Mio. Euro deutlich überschritten werden. Für 2022 ist ein negatives EBIT in Höhe von - 2,26 Mio. Euro (Vorjahr: - 8,23 Mio. Euro) zu verzeichnen, welches um eine Rückstellung für zu antizipierende künftig drohende Verluste aus schwebenden Geschäften im Zusammenhang mit der beabsichtigten Schließung der Niederlassung in Berlin in Höhe von 223 TEUR belastet ist. Ohne diesen Sondereffekt liegt das EBIT auf dem Niveau der Prognose. Das erzielte Umsatzwachstum erforderte einen erhöhten Anteil an Fremdleistungsbezug, sodass der diesbezügliche Leistungsbezug von Unternehmen der MSX-Gruppe gegenüber dem Vorjahr um rd. 18 % auf 28,3 Mio. Euro und der Leistungsbezug von konzernfremden Consultants um rd. 35 % auf 2,9 Mio. Euro zunahm. Es gelang damit trotz des Fachkräftemangels die gute Auftragsakquisition erfolgreich in der Realisierung der Aufträge umzusetzen und die Kundenbindung an MSX International fortzusetzen. Zudem erfolgte das Umsatzwachstum ohne einen strukturellen Fixkostenaufbau im Bereich des Personalwesens. Das Rohergebnis aus Umsatzerlösen abzüglich bezogener Fremdleistungen belief sich im Jahr 2022 auf 46,3 Mio. Euro bzw. 59,8 % des Umsatzes (Vorjahr: 48,2 Mio. Euro bzw. 65,0 % des Umsatzes) und bildet den geringeren Eigenwertschöpfungsanteil zugunsten variabler Kosten ab. Insgesamt sind wir in Anbetracht der erläuterten schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit den erzielten Ergebnissen bezogen auf die gesamte Gesellschaft zufrieden und können feststellen, dass es uns gelungen ist, eine deutliche Trendumkehr gegenüber den früheren Jahren einzuleiten. Strukturierte Verbesserungen im Vertrieb lassen einen weiteren Erlöszuwachs für das Folgejahr und resultierend daraus ein positives Betriebsergebnis erwarten. Wird ein gesonderter Blick auf die im Ausland belegenen Niederlassungen geworfen, hatten wir für die belgische und niederländische Einheit für 2022 einen Umsatz von mehr als 7 Mio. Euro und ein EBIT ohne Sondereffekte von fast 1,0 Mio. Euro prognostiziert. Aufgrund des herausfordernden Automobilmarktes und der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation konnten diese ambitionierten Ziele nicht erreicht werden. Bei tatsächlich erzielten Umsätzen in Höhe von 6,5 Mio. Euro wurde die Umsatzprognose um rund 10 % verfehlt. Operativ wurde zudem ein Verlust erzielt. So fiel das EBIT mit - 1,49 Mio. Euro negativ aus. Wird das Ergebnis nach den Betriebsstätten aufgegliedert zeigt sich, dass in Belgien ein positives EBIT von 1,04 Mio. Euro und in den Niederlanden ein Verlust von - 2,53 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. Die durchschnittliche, gesamte Anzahl der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2022 betrug 488 (Vorjahr 515). Davon entfallen 412 (Vorjahr 439) auf Deutschland. Bezogen auf unsere ausländischen Betriebsstätten lag die durchschnittliche Mitarbeiterzahl davon im Jahr 2022 bei 35 Personen (Vorjahr: 40) in den Niederlanden und 41 Personen (Vorjahr: 36) in Belgien. 4. Darstellung der Unternehmenslage 4.1 Ertragslage Die Umsatzerlöse sind von 74,2 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2021 um 4,4 % auf 77,5 Mio. Euro in 2022 gestiegen. Trotz der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie konnten neue Projekte und Kunden gewonnen werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge (974 TEUR) beinhalten die im Anhang zum Jahresabschluss erläuterten periodenfremde Posten. Die Materialaufwendungen stiegen in 2022 von bisher 26,0 Mio. Euro um 5,1 Mio. Euro auf 31,1 Mio. Euro. Der Anstieg beläuft sich auf ca. 19,7 %, da das starke Umsatzwachstum den vermehrten Bezug von Fremdleistungen erforderte, der zum Großteil aus der MSX International geleistet werden konnte. So stieg auch die Materialaufwandsquote im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 von 35 % auf 40 %. Der Personalaufwand stieg im Jahr 2022 auf rd. 36,0 Mio. Euro (Vorjahr: 35,4 Mio. Euro), was einem Anstieg im Vorjahresvergleich um moderate 1,7 % entspricht. Es wird erwartet, dass die produktivitätssteigernden Konzepte auch weitere sich abzeichnende inflatorische Personalkostensteigerungen dämpfen können. Das relative Verhältnis des Personalaufwands zu den Umsatzerlösen hat sich von 47,7 % im Jahr 2021 auf 46,4 % im Jahr 2022 vermindert. Die Abschreibungen beliefen sich im Jahr 2022 auf 0,17 Mio. Euro. Sie fielen damit um 0,07 Mio. Euro niedriger aus als im Jahr 2021, was primär auf den Wandel von Software-Anschaffungen hin zu laufenden Nutzungsverträgen für EDV-Software zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken von 21,4 Mio. Euro um 8,0 Mio. Euro auf 13,4 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber 2021 beruht im Wesentlichen auf der im Jahr 2021 erfolgten Ausbuchung von in früheren Jahren aktivierten Kosten für die Entwicklung von technologiebasierten Tools in Höhe von 8,0 Mio. Euro. Des Weiteren waren Rückgänge bei den Rechts- und Beratungskosten, den Personalbeschaffungskosten und den Aufwendungen aus der Währungsumrechnung zu verzeichnen. Den Einsparungen stehen aber teilweise auch Mehraufwendungen gegenüber. So stiegen insbesondere die Reise- und Bewirtungskosten, die Kosten für die Unterhaltung des Fuhrparks und moderat auch die Aufwendungen für das Unterhalten der Betriebsstandorte. Aufgrund der vermehrten Beanspruchung von Dienstleistungen der MSX International, war auch in diesem Bereich bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ein Anstieg zu verzeichnen. Bezogen auf die gesamte MSX I GmbH erzielten wir für 2022 ein negatives operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von - 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: .- 8,2 Mio. Euro). Der Ausweis von Ertragsteueraufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung im Umfang von 117 TEUR entfällt in wesentlichen Teilen auf die ausländischen Niederlassungen. Die sonstigen Steuern belaufen sich auf 24 TEUR (Vorjahr: 71 TEUR). Insgesamt ergab sich für das Jahr 2022 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 2,28 Mio. Euro (Vorjahr: Jahresfehlbetrag 8,57 Mio. Euro). Ein gesonderter Blick auf die Niederlassungen in Belgien und in den Niederlanden zeigt, dass die Umsatzerlöse (nach Konsolidierung von Innenumsätzen) von 7,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2021 auf 6,5 Mio. Euro im Jahr 2022 sanken. Das für 2022 prognostizierte Umsatzbudget von mehr als 7 Mio. Euro konnte somit nicht erreicht werden. In Summe erzielte die MSX I GmbH in Belgien und den Niederlanden ein negatives Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund - 1,49 Mio. Euro (Vorjahr: - 280 TEUR). Eine tiefergehende Analyse zeigt aber, dass in Belgien ein positives EBIT von 1,04 Mio. Euro und in den Niederlanden ein negatives EBIT in Höhe von - 2,53 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. 4.2 Finanzlage Die Liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro). Der Geldfluss wird durch die zentrale Verwaltung über ein Pooling-Konto garantiert.
Die MSX I GmbH war im laufenden Geschäftsjahr jederzeit in der Lage die fälligen Verbindlichkeiten fristgerecht zu begleichen. Skontomöglichkeiten wurden genutzt. 4.3 Vermögenslage Die Bilanzsumme weist einen Wert von 22,4 Mio. Euro auf. Sie erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 113 TEUR. Das Anlagevermögen verringerte sich von 513 TEUR um 221 TEUR auf 292 TEUR. Im Jahr 2022 kam es zu Zugängen von 74 TEUR und Buchwertabgängen im Umfang von 120 TEUR. Daneben fielen Abschreibungen von 175 TEUR an. Das Umlaufvermögen verringerte sich im Berichtsjahr insgesamt um 1,95 Mio. Euro auf 11,8 Mio. Euro. Dabei sind gegenläufige Effekte zu beobachten. Aufgrund einer Ausweitung des Factorings sanken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 6,2 Mio. Euro auf 3,4 Mio. Euro, obgleich das erhöhte Geschäftsvolumen eine Erhöhung der zugrundeliegenden Forderungen gegenüber Kunden bewirkte. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich von 3,8 Mio. Euro auf 3,3 Mio. Euro. Die liquiden Mittel stiegen von 3,4 Mio. Euro zum 31.12.2021 um 1,4 Mio. Euro auf 4,8 Mio. Euro zum 31.12.2022. Die übrigen Posten des Umlaufvermögens und der aktive Rechnungsabgrenzungsposten veränderten sich nur geringfügig. Die Gesellschaft weist zum 31.12.2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: 7,8 Mio. Euro) aus. Der Fortbestand der Gesellschaft ist nicht gefährdet. So verfolgen wir weiterhin einen Konsolidierungskurs, der 2022 mit einer Ergebnis- und Liquiditätsverbesserung gegenüber früheren Jahren Früchte zeigte. Durch den Zugriff auf einen Cash-Pool ist die Liquidität im Bedarfsfall gesichert. Zur weiteren Absicherung der Fortbestehensprognose verfügt die Gesellschaft über eine zum 31.12.2024 endende Patronatserklärung von einer übergeordneten Konzerngesellschaft. Zudem wurde in der Gesellschafterversammlung vom 15.11.2023 ein Zuschuss der Gesellschafterin MSX International Limited, Colchester / Vereinigtes Königreich, in die Kapitalrücklage der MSX I GmbH in Höhe von 12 Mio. Euro beschlossen. Der Zuschuss wurde durch Begründung einer verzinslichen Darlehensforderung gegenüber der MSX International Limited zum 15.11.2023 in Höhe von 12 Mio. Euro erbracht. Aus dem Darlehensverhältnis können im Bedarfsfall kurzfristig Beträge abgerufen werden. Die Rückstellungen stiegen im Vorjahresvergleich um rund 1,0 Mio. Euro auf 4,1 Mio. Euro zum 31.12.2022 an, wobei Zuführungen zu den Rückstellungen um 0,7 Mio. Euro auf antizipierte Aufwendungen aufgrund der geplanten Schließung der Niederlassung in Berlin und auf betreffende Projektaufwendungen entfallen. Im übrigen resultiert der Anstieg der Rückstellungen primär aus der Ausweitung des Geschäftsvolumens, das zugleich eine Erhöhung von ungewissen Verbindlichkeiten bewirkt. Die Verbindlichkeiten sanken im Vorjahresvergleich von 19,2 Mio. Euro um 0,9 Mio. Euro auf 18,3 Mio. Euro zum 31.12.2022. Davon bestehen 14,9 Mio. Euro gegenüber verbundenen Unternehmen und betreffen mit 8,9 Mio. Euro (Vorjahr: 12,6 Mio. Euro) den Cash-Pool. Eine im Jahr 2022 erfolgte Rückzahlung von Coronahilfen für die Niederlassung in den Niederlanden in Höhe von 274 TEUR hat die sonstigen Verbindlichkeiten vermindert. Mit dem im Vergleich zum Vorjahr höheren Geschäftsvolumen ging ein Anstieg der erhaltenen Anzahlungen, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive jener gegenüber verbundenen Unternehmen sowie der Umsatzsteuerverbindlichkeit zum 31.12.2022 einher. C. Prognose-, Chance- und Risikobericht 1. Prognosebericht MSX International konnte das Jahr 2022 global betrachtet gut überstehen. Die Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2023 waren eher verhalten. Die Coronakrise schien zwar nachhaltig überwunden aber die Störungen der globalen Lieferketten wirkten nach. Der Krieg in der Ukraine in Verbindung mit den verhängten Sanktionen mündete insbesondere in Europa in eine Energiekrise, welche einer starken Inflation Vorschub leistete. Die Inflationseffekte verbreiteten sich weltweit und führten sogar global zu Höchstständen der Inflation seit mehreren Jahrzehnten. 25 Steigende Zinssätze verhalfen, die Inflation zu bremsen, belasteten aber zusätzlich die Wirtschaftstätigkeit. Das globale Wirtschaftswachstum wurde für 2023 nurmehr auf 2,9 % prognostiziert. 26 Für Deutschland wurde im März 2023 vom Sachverständigenrat ein Wirtschaftswachstum für das Jahr 2023 von 0,2 % vorausgesagt. 27
25 Vgl. International Monetary Fund (IMF): World
Economic Outlook vom 11.10.2022
26 Vgl. International Monetary Fund (IMF): World
Economic Outlook Update vom 30.1.2023
Die für den Weltmarkt der Automobilindustrie erwartete weitere Erholung von den Auswirkungen der Corona-Pandemie zeichnete sich schon im ersten Quartal 2023 ab. Der Verband der der Automobilindustrie (VDA) berichtete im Mai 2023 von einer Anhebung der Prognosen. 28 So wurde auch für den europäischen Pkw-Markt (EU, EFTA und Vereinigtes Königreich) das erwarteten Wachstum für Neufahrzeuge von ursprünglich +5 % auf +7 % angehoben. Die Prognose von 12,0 Mio. Neufahrzeugen liegt damit jedoch noch um rund 24 % unter dem Vorkrisenniveau von 2019 mit 15,8 Mio. Neufahrzeugen. Trotz der herausfordernden Erwartungen und der durchaus schwierigen Rahmenbedingungen konnte MSX International die erarbeiteten Detailprognose für das Jahr 2023 in die Verabschiedung eines ambitionierten Budgets führen. In der MSX-Gruppe werden die Unternehmensbudgets konzerneinheitlich nach Regionen geplant. Die Umsatzprognosen erfolgen dabei gemäß der Wertschöpfung, welche von den einzelnen Einheiten der MSX-Gruppe in den Regionen erbracht werden. Basierend auf Verträgen, die bereits abgeschlossen wurden, sowie auf Vertragsverhandlungen, welche kurz vor dem Abschluss standen, wird das "Base Business" prognostiziert. Für zusätzlich erwartete Verkaufsmöglichkeiten, erfolgt die Schätzung einer "Pipeline" für darüberhinausgehende Umsatzsteigerungen. Für 2023 wurde auf Basis der Nettowertschöpfung für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ein Umsatzbudget von rund 42,3 Mio. Euro und für die BENELUX-Region (Belgien, Niederlande, Luxembourg) ein Umsatzbudget von 8,4 Mio. Euro prognostiziert. Die von der MSX I GmbH fakturierten Umsätze reichen über diese Wertschöpfungsplanung hinaus, da sie von ihren Kunden als Einheit der MSX-Gruppe wahrgenommen wird und deshalb eine Vielzahl von international zu erbringenden Aufträgen erhält, welche regional auch von anderen MSX-Einheiten - aber für Rechnung und Risiko der MSX International GmbH - ausgeführt werden. Diese Umsätze werden in der Konzernplanung den betreffenden Wertschöpfungsregionen zugeordnet. Im Jahresabschluss der MSX I GmbH sind diese Umsätze unabhängig von der Regionalität als Umsatzerlöse der Gesellschaft unter Berücksichtigung der Aufwendungen für bezogene Fremdleistungen einzubeziehen. Andererseits sind Innenumsätze zwischen den Niederlassungen innerhalb der Gesellschaft im Jahresabschluss der MSX I GmbH zu konsolidieren. Unter Berücksichtigung dieser Adjustierungen ermittelt sich für die MSX I GmbH eine Umsatzprognose für 2023 von ca. 88 Mio. Euro, wovon rund 6 Mio. Euro direkt von den Niederlassungen in Belgien und in den Niederlanden an Kunden zu berechnen sind. Der Konzern hatte sich in Bezug auf unsere in Deutschland belegene Gesellschaft vorgenommen, ab 2023 beginnend mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von ca. 2,3 Mio. Euro wieder positive Jahresergebnisse zu erwirtschaften. Die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr betätigen diese Prognose. Dieses Ergebnis wird durch die Fortsetzung der Restrukturierung der Gesellschaft sowie durch Akquise von Neukunden und neuen Projekten getragen. Die Niederlassungen in Belgien und in den Niederlanden sollen prognosegemäß mit einem EBIT von ca. 0,7 Mio. Euro zu diesem Ergebnis beitragen. Für das Jahr 2024 gehen Basisprognosen davon aus, dass die Weltwirtschaft mit rund 3,2 % weiter wachsen wird. 29 Die globale Inflation soll stetig sinken. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für das Jahr 2024 für Deutschland allerdings das schwächste Wachstum aller führenden westlichen G7-Industriestaaten.
29 Vgl. International Monetary Fund (IMF): World
Economic Outlook vom 16.4.2024
Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2023 um 0,2 % zurückgegangen ist, erwartet der Sachverständigenrat in seinem Frühjahrsgutachten für 2024 nur ein geringes BIP-Wachstum von 0,2 %. 30 Der VDA erläutert in seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz am 30.1.2024 den Status Quo der Automobilindustrie und beschreibt weitere Entwicklungstendenzen in der Branche. 31 Für den globalen Pkw-Markt erwartet der VDA für 2024 einen moderaten Anstieg um 2 %. In Europa (EU, EFTA und Vereinigtes Königreich) wird der Pkw-Markt mit einem Plus von 4 % erwartet. Dagegen zeichnet sich bei den schweren Nutzfahrzeugen für 2024 wieder ein schwieriges Jahr ab. Für Europa wird ein Rückgang von 10 % prognostiziert. Die Pkw-Inlandsproduktion in Deutschland wird vom VDA für 2024 stagnierend mit rund 4,1 Mio. Einheiten erwartet. Der Pkw-Export aus Deutschland soll einen leichten Anstieg um rund 1 % auf gut 3,1 Mio. Einheiten erfahren. Im Bereich der Elektro-Pkw waren anfangs auf Basis der guten Entwicklung im Jahr 2023 die Erwartungen für 2024 hoch. Der Wegfall staatlicher Förderprogramme und hohe Produktionskosten belasten primär den Markt in Deutschland aber auch in Europa zeichnet sich eine eher verhaltene Nachfrageentwicklung ab. Das Handelsblatt berichtete schon am 21.01.2024 über die Abschwächung der Nachfrage nach E-Autos. 32 Seit Februar 2024 mehren sich in der Presse Berichte über sich verschlechternde Entwicklungen in der deutschen Automobilindustrie bis hin zum geplanten Stellenabbau, welche von den Autokonzernen und den Unternehmen aus der Zulieferindustrie angekündigt werden. 33 Die MSX I GmbH sieht sich als Beratungsunternehmen und Dienstleister gerade in Zeiten schwieriger Marktverhältnisse mit seinem innovativen Leistungsangebot zur Optimierung der Value Streams in den Kundenorganisationen besonders gefordert. Hinzu kommt die internationale Ausrichtung und die Einbettung in MSX International wodurch nachhaltig ein hohes Umsatzpotenzial realisiert werden kann. Die Prognose für das Jahr 2024 sah ursprünglich eine Nettowertschöpfung für die DACH-Region von rund 44 Mio. Euro und für die BENELUX-Region von ca. 9 Mio. Euro vor. Im Rahmen revolvierender Forecasts in der MSX-Gruppe wurden jüngste Entwicklungen in der Automotivbranche antizipiert und deshalb die Prognose für die DACH-Region risikoadjustiert um gut eine Mio. Euro und für die BENELUX-Region um rund zwei Mio. Euro reduziert. Daraus resultierend wird für die MSX I GmbH das Ziel von den ursprünglich angestrebten 90 Mio. Euro an fakturiertem Umsatz auf einen Zielwert von rund 88 Mio. Euro angepasst, wovon ca. 6 Mio. Euro auf die Niederlassungen in Belgien und in den Niederlanden entfallen. Aus der zugehörigen Kostenplanung resultiert für 2024 ein Ziel-EBIT der MSX I GmbH von ca. 2,5 Mio. Euro mit einem EBIT-Beitrag von rund 0,1 Mio. Euro aus den Niederlassungen in Belgien und in den Niederlanden. 2. Chancen- und Risikobericht 2.1 Chancenbericht Unter den im Folgenden dargestellten Chancen sind mögliche zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu verstehen, die zu einer positiven Abweichung von der Prognose führen können. Eine Bewertung der Chancen erfolgt in der Regel nicht, da die Eintrittswahrscheinlichkeiten nur sehr schwer abzuschätzen sind. Durch das kontinuierliche Wachstum der Elektromobilität drängen zunehmend neue Hersteller, oft aus Fernost, auf den Markt. Diese neu gegründeten Unternehmen mit einer ausgeprägten Start-up-Mentalität sind auf Know-how und erfahrene Fachleute des europäischen Automobilsektors angewiesen. Dies ist eine Chance für MSX International, sich frühzeitig als Partner der ersten Wahl zu positionieren. Ein zunehmender Kostendruck bei den Kunden erhöht tendenziell die Nachfrage für innovative Konzepte zur Optimierung der Value Streams in den Kundenorganisationen, wie sie von MSX International in ihrem Solutions-Portfolio angeboten werden. Darüber hinaus wurde innerhalb der MSX-Gruppe eine neue Initiative gestartet, die zum Ziel hat, die bestehenden Projekte operativ zu optimieren und damit die Gruppe durch Nutzung von Synergiepotenzialen kosteneffizienter aufzustellen. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse dienen als eine wesentliche Säule zur weiteren Effizienzsteigerung. Weitere Chancen werden in der Anwendung neuer Technologien gesehen. 2.2 Risikobericht Der folgende Abschnitt erläutert die wesentlichen Risiken, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der MSX International haben. Dabei wird als Risiko ein potenzielles Ereignis definiert, welches das Erreichen der Geschäftsziele negativ beeinflussen kann. Der Konflikt in der Ukraine bremst weiterhin die Expansion der Weltwirtschaft. Das Ausmaß und die Dauer der Beeinträchtigungen sind schwer zu prognostizieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind massive Import- und Exportbeschränkungen sowie höhere Rohstoffpreise zu beobachten. Ein weiteres Risiko für das geplante Unternehmenswachstum stellen Personalrisiken dar. Es fällt weiterhin schwer, geeignetes Fachpersonal für neue Projekte zu gewinnen. Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind eine entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Zusätzlich besteht das Risiko, dass Personalkostensteigerungen zu einer Verteuerung der eigenen Leistungen am Markt führen können und zunehmender Kostendruck kann zu einer Erhöhung der Preissensitivität in den Märkten führen. Die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit hat in der betrieblichen Praxis höchste Priorität, da eine nicht ausreichende Liquidität (Liquiditätsrisiko) die Handlungsmöglichkeiten eines Unternehmens stark einschränken kann. Für die Umsetzung der positiven Fortbestehensprognose kann die Gesellschaft von der Aufrechterhaltung der durch das Cash-Pooling und Factoring geschaffenen finanziellen Rahmenbedingungen, der Erfüllung von Forderungen durch die Gesellschafterin MSX International Limited, Colchester / Vereinigtes Königreich, sowie erforderlichenfalls von der Einhaltung einer erteilten Patronatserklärung abhängig sein. Im Ergebnis münden diese Risiken in das nahezu unausweichliche Risiko einer Konzernabhängigkeit und dem Fortbestand des Konzerns, dem im Regelfall Konzerngesellschaften unterliegen. Als Bonitätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass ein Vertragspartner seine eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht erfüllen kann und es in der Folge zu einem Forderungsausfall kommt. Aufgrund des etablierten Kundenstamms und den Einsatz von Factoring sind die möglichen Auswirkungen dieser Risikoart jedoch begrenzt. IT-Risiken stellen für alle Unternehmen eine besondere Herausforderung dar. Die externe und interne Kommunikation sowie wesentliche Geschäftsprozesse bauen auf der IT auf. Ein Ausfall oder eine gravierende Störung der globalen, regionalen oder lokalen Systeme kann zu Datenverlusten und einer Beeinträchtigung dieser Prozesse führen. Um diesem Risiko zu begegnen, werden umfassende Maßnahmen zum organisatorischen und technischen Schutz gegen Datenverlust, unbefugte Manipulation und Diebstahl ergriffen. Es kommen moderne Hard- und Softwarelösungen wie Firewall- und Virenschutzeinrichtungen oder Datenverschlüsselungsverfahren zum Einsatz. 2.3 Zusammenfassung Die Zusammensetzung der Chancen und Risiken hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten und der potenziellen finanziellen Auswirkungen der erläuterten Risiken und Chancen wird zum jetzigen Zeitpunkt keine zukünftige Entwicklung erwartet, bei der Risiken einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften und bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage führen könnten. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der tatsächliche Geschäftsverlauf aufgrund einer Verschlechterung der konjunkturellen Rahmenbedingungen oder nicht vorhersehbaren Entwicklungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld der Gesellschaft von den Erwartungen abweicht.
Köln, 24. Juli 2024 Frederick K. Minturn, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die MSX International GmbH, Köln Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der MSX International GmbH, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MSX International GmbH, Köln, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angabe "B. 1. Going-Concern-Prämisse" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "C. 2.2 Risikobericht" des Lageberichts, in denen der gesetzliche Vertreter beschreiben, dass die Bilanz der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 durch die anhaltende Verlustsituation einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von EUR 10.105.057,76 ausweist und die finanzielle Unterstützung durch den Alleingesellschafter, MSX International Limited, Colchester / Vereinigtes Königreich, auch zukünftig erforderlich ist. Wie in Angabe "B. 1. Going-Concern-Prämisse" und Abschnitt "C. 2.2 Risikobericht" dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 24. Juli 2024 DR.
KLEEBERG & PARTNER GMBH
Neu, Wirtschaftsprüfer Grimm, Wirtschaftsprüfer |
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