Inamra HoldCo GmbHLiquidiert

10963 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 116089
Vorher
UNA 387. Equity Management GmbH
Eingetragen
17.7.2019
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
1. Im In- und Ausland Rechte und Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben, zu halten, zu veräußern und zu verwalten sowie andere Vermögensgegenstände zu erwerben, zu halten, zu veräußern und zu verwalten. Gegenstand des Unternehmens ist es außerdem, alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte im In- und Ausland zu tätigen, sofern dafür keine behördliche Erlaubnis erforderlich ist. 2. Gegenstand des Unternehmens ist ferner, an der Verwaltung von Tochtergesellschaften und verbundenen Unternehmen mitzuwirken und an Tochtergesellschaften oder verbundene Unternehmen Verwaltungs-, Beratungsund sonstige nicht erlaubnispflichtige Dienstleistungen zu erbringen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Robert Bueninck
seit 29.12.2021
Geschäftsführer
Niv Liran
seit 29.12.2021
Geschäftsführer
Max Dr. Steiger
seit 29.12.2021
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Inamra HoldCo GmbH

Frankfurt am Main

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Konzernstruktur und Übernahmeaktivitäten

Die Unzer Gruppe (kurz: Unzer) ist ein Fintech Zahlungsdienstleister in der DACH-Region. Das Ziel als All-in-one Omnichannel Payment-Partner für den Handel ist es, das komplette Leistungsspektrum der elektronischen Zahlungsabwicklung abzudecken.

Die Inamra HoldCo GmbH, Frankfurt am Main (kurz: Inamra HoldCo oder Gesellschaft) ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 die oberste Muttergesellschaft der Unzer Gruppe, die einen Konzernabschluss aufstellt. Zum Konsolidierungskreis der Unzer Gruppe gehören neben der Muttergesellschaft Inamra HoldCo nachfolgende Gesellschaften, deren Anteile die Inamra HoldCo zu 100 % hält:

Unzer Group GmbH, Heidelberg

Unzer GmbH, Heidelberg

Unzer E-Com GmbH, Heidelberg

Unzer Luxembourg S.A., Grevenmacher/Luxemburg

Unzer POS GmbH, Hamburg

Unzer Austria GmbH, Wien/Österreich

Universum Business GmbH, Frankfurt a. M.

Universum Inkasso GmbH, Frankfurt a. M.

Universum Finance GmbH, Frankfurt a. M.

paydiscount GmbH, Freital

Kulam GmbH, Hildesheim

payolution GmbH, Wien/Österreich

Außerdem gehört die Minderheitsbeteiligung an dem Berliner Unternehmen Tillhub GmbH mit 24,92 % ebenfalls zur Unzer Gruppe.

Das operative Geschäft der Unzer Gruppe ist zur Steuerung in die Geschäftsbereiche E-Commerce (E-Com), Debt Collection und Point of Sale (POS) eingeteilt.

Die Unzer Gruppe bietet neben zahlreichen Payment-Methoden auch die eigenen Zahlarten "Kauf auf Rechnung" und "Ratenkauf" mit Vorfinanzierung und Zahlungsausfallschutz an. Unzer bietet damit seinen Händlern in den Bereichen Billing und Payment ein komplettes Dienstleistungspaket mit hoher Wertschöpfungstiefe bei den sogenannten paylater-Zahlungsarten an. Von der Risikoprüfung (Scoring), der flexiblen Limitsteuerung, nachfolgender Bearbeitung im Debitorenmanagement und abschließender Inkassobeitreibung wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Entstehung bis zur Beitreibung einer Forderung abgedeckt. Die Tatsache, dass diese Dienstleistung für und im Namen des Händlers erfolgt (white-label), hat sich auch in 2020 wieder als ein erheblicher vertrieblicher Vorteil erwiesen, da der Händler Herr über seine Kundenbeziehung bleibt. Das Geschäft mit Großkunden wurde erfolgreich weiter ausgebaut. Die Chancen in diesem Geschäftsfeld korrelieren stark mit dem Wachstum in der E-Commerce-Branche.

Im Geschäftsbereich E-Com operierte die Unzer Gruppe im Jahr 2020 auf globaler Ebene mit dem Schwerpunkt auf Händler aus der DACH-Region und stellt ihren angebundenen Händlern weltweit Payment-Services zur Verfügung. Die Unzer E-Com GmbH (vormals heidelpay GmbH) sowie die payolution GmbH sind das Herzstück der Unzer Gruppe. In rund 160 Ländern bietet sie Händlern eine Vielzahl von Lösungen für effizientes Bezahlen im Internet. Die Unzer E-Com GmbH ist ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassenes und beaufsichtigtes Zahlungsinstitut für Online-Paymentverfahren. Weiterhin ist die Unzer Luxembourg S.A. (vormals heidelpay S.A.), Grevenmacher/ Luxemburg, ein von der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) zugelassenes und beaufsichtigtes Zahlungsinstitut, wesentlicher Bestandteil des Geschäftsbereiches E-Com.

Im zweiten Quartal 2021 wurde der Geschäftsbereich E-Com um den dänischen Zahlungsdienstleister Quickpay ApS erweitert. In der zweiten Jahreshälfte 2021 wird eine weitere Übernahme in Dänemark, nämlich der Clearhaus A/S, erwartet. Neben einem weiteren Kundenstamm in Europa und somit der geografischen Expansion profitiert die Unzer Gruppe bei dieser Übernahme auch von der Acquirer Lizenz der Clearhaus A/S. Dies ist ein bedeutsamer Baustein für die vollumfängliche Zahlungsabwicklung.

Im Geschäftsfeld Debt Collection ist unter anderem die Gesellschaft Universum Inkasso GmbH tätig, die vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main als Inkassounternehmen zugelassen und im Rechtsdienstleistungsregister unter Registernummer/Aktenzeichen 3712/1-1/3-1889/08 eingetragen ist. Im Rahmen dieser Zulassung befasst sie sich mit dem Einzug von Forderungen. Die Umsätze werden überwiegend mit Auftraggebern aus den Bereichen Personenbeförderung, Distanzhandel/Versandhandel und Zahlungsdienstleister im Inland erzielt. Die Geschäftstätigkeit beschränkt sich im Kern auf das Geschäftsfeld Treuhand-Inkasso.

Im Geschäftsbereich POS ist die Unzer Gruppe ein Anbieter von Produktlösungen und Servicedienstleistungen rund um die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs am "Point of Sale" (POS). Zum Produkt-Portfolio gehören POS-Terminals für elektronische Zahlungen per girocard oder Kreditkarte sowie Kundenbindungssysteme und weitere damit verbundene Dienstleistungen. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich E-Com die Möglichkeit angeboten, verschiedene Vertriebs- und Bezahlwege vom Ladengeschäft bis hin zum Webshop zu bedienen. Das Ziel ist es, als All-in-one-Payment-Partner für den Handel das komplette Leistungsspektrum der elektronischen Zahlungsabwicklung abzudecken.

Die Unzer Gruppe vermietet über die Tochtergesellschaften Unzer POS GmbH, Kulam GmbH und paydiscount GmbH Kreditkartenlesegeräte ("POS Terminals") ganz überwiegend an die Gastronomie, die Hotellerie und den Einzelhandel. Neben einer festen monatlichen Miete erzielen die Gesellschaften hieraus auch Provisionserlöse auf den mit dem Gerät getätigten Kartenumsatz und auf die über das Gerät getätigten Kartentransaktionen.

Der Bereich POS wurde im ersten Quartal 2021 durch den Erwerb sämtlicher Anteile an der HDB-Zahlungssysteme GmbH erweitert. Zudem beabsichtigt die Unzer Group GmbH, den Netzbetreiber Lavego AG zu übernehmen. Die Akquisition wird unter Vorbehalt der behördlichen Zustimmung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen. Damit wird im Geschäftsjahr 2021 das organische Wachstum sowie eine Erweiterung der Wertschöpfungskette für den Kunden weiter vorangetrieben.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Branchensituation E-Commerce

Der Geschäftsverlauf im Geschäftsbereich E-Com des Jahres 2020 war geprägt durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Während der stationäre Einzelhandel durch weltweite Lockdowns erhebliche Einbußen verzeichnen musste, wuchs der Onlinehandel, insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs, Kleidung und bei Lebensmitteln. Gemessen am geschätzten deutschen E-Commerce Umsatz 2020 von rund 64,6 Mrd. Euro für Online Payment ist die Zahlungsart Kauf Rechnung mit 30,4 % die beliebteste Payment-Methode, gefolgt von PayPal mit 24,9 %, Lastschrift/Bankeinzug mit 17,9 % sowie Kreditkarten mit 11,8 %. Der Anteil hinsichtlich Ratenkauf beträgt 2,0 % und Sofortüberweisung 1,8 % (Quelle: EHI-Studienpräsentation zum Thema Online Payment 2021). Neben den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie war die Payment-Branche auch im Jahr 2020 weiterhin von Übernahmen und dem laufenden Konsolidierungsprozess geprägt. Vor allem die Übernahme der Ingenico durch die Worldline sorgt in der DACH-Region nicht nur bei der Unzer Gruppe für eine Verschärfung der Konkurrenzsituation. Darüber hinaus hält Ingenico bereits die Mehrheitsbeteiligung an der ebenfalls stark im deutschen Markt operierenden PAYONE, die im direkten Wettbewerb mit der Unzer Gruppe steht. Parallel zu diesen Aktivitäten verkündete der italienische Zahlungsabwickler Nexi im November 2020 einen auf Aktien basierenden Zusammenschluss (All-Share-Fusion) mit dem skandinavischen Wettbewerber und Payment-Anbieter Nets. Mit dieser Transaktion entsteht zugleich das volumenmäßig und nach Anzahl der Kunden größte Online-Zahlungsunternehmen in Europa. Adyen N.V. mit Sitz in den Niederlanden ist nach der Insolvenz von Wirecard gemessen am Marktwert das größte Zahlungsunternehmen des Kontinents. Insgesamt konnte die Unzer Gruppe insofern von den Wirecard Entwicklungen profitieren, als dass Payment-Branchen- erfahrene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen primär aus dem Vertriebsbereich im vierten Quartal 2020 für die Unzer E-Com GmbH gewonnen werden konnten. Unzer agiert auf einem wachstumsintensiven Markt, der von der fortwährenden weltweiten Expansion des Internethandels beeinflusst wird. Diese Expansion hat sich auch durch die COVID-19-Pandemie weiter fortgesetzt. Unzer strebt ein hohes organisches und anorganisches Geschäftswachstum an. Dabei möchte Unzer einerseits das Angebot auf Bestandsmärkten durch zusätzliche Produkte und Funktionen erweitern und andererseits die Händler mit Fokus aus der DACH-Region bei deren Expansion in EU-Märkte begleiten. Hierzu hat die Unzer E-Com GmbH seit dem Jahr 2015 eine erweiterte ZAG-Lizenz für Zahlungsauthentifizierung. Im Jahr 2018 wurde die vor dem Hintergrund der SEPA-Harmonisierung bereits im Vorjahr begonnene Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf weitere europäische Länder konsequent vorangetrieben. In der DACH-Region wird für den Onlinehandel insgesamt weiterhin ein starkes Wachstum von 8,4 % (Compound Annual Growth Rate "CAGR") über die nächsten fünf Jahre erwartet. Dies wird durch den starken Digitalisierungstrend und den Anstieg des Bedarfs nach unkomplizierten Lösungen für die Kundenwahrnehmung weiter bekräftigt. Es wird weiterhin ein starkes Wachstum für den Produktbereich "White-Label" für alle Arten von Händlern, die im Onlinehandel tätig sind, erwartet. Diese Erwartungshaltung wird untermauert von der EHI/Statista-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2020", in welcher ein massiver Sprung bei der Verbreitung von "Whitelabel-Zahlungsarten" von 34,4 % im Jahr 2019 auf 69,2 % im Jahr 2020 dargestellt wird.

Branchensituation Debt Collection

Auch die Inkassobranche befindet sich weiterhin im Wandel. In den Vordergrund treten Lösungen im Forderungsmanagement auf Basis künstlicher Intelligenz (Kl). Mit Hilfe solcher Systeme werden aus den Verhaltensdaten automatisiert Regeln abgeleitet, wann, über welchen Kanal und wie man den Schuldner kontaktieren sollte, um die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden. Des Weiteren besteht nach wie vor ein anhaltender Konsolidierungs- und Wettbewerbsdruck innerhalb der Branche. Im Oktober 2021 treten veränderte rechtliche Rahmenbedingungen für das Inkassowesen in Kraft, die sich in erster Linie negativ auf Umsatz und Ertrag auswirken werden, jedoch auch Einfluss auf die Beziehungen zum Auftraggeber und zum Schuldner haben werden.

Branchensituation POS

Das Jahr 2020 stand weltweit unter dem Zeichen der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen. Während einige wenige Branchen, insbesondere der Onlinehandel, von der Krise profitieren konnten, hatte die Krise überwiegend negative Folgen für die Wirtschaft. Im Berichtsjahr wuchs der Umsatzanteil von Kartenzahlungen im deutschen Einzelhandel um 5,8 Prozentpunkte auf 56,3 %, während gleichzeitig der Umsatzanteil von Bargeld von 46,5 % auf 40,9 % fiel.

In Deutschland zahlten die Konsumenten laut der fünften Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland vermehrt mit Karte. Danach ist im Jahr 2020 der Anteil von Bargeld am Umsatz gegenüber 2017 auf 32 % (2017: 47,6 %) und der Anteil an den Transaktionen auf 60 % (2017: 74,3 %) gefallen. In der Studie kam die girocard im Jahr 2020 auf 23 % der Transaktionen und 33 % vom Umsatz. Das EC-basierte Lastschriftverfahren (girocard mit Unterschrift) verliert hingegen weiterhin an Bedeutung. Neben den Debitkarten verzeichneten auch die Kreditkarten einen starken Anstieg und kamen bei den Transaktionen auf 6 % (2017: 1,6 %) und beim Umsatz auf 11 % (2017: 4,6 %). Während der Pandemie haben viele Händler aus hygienischen Gründen und zur schnelleren Abwicklung des Zahlungsvorganges die Kartenzahlung aktiv beworben. Selbst Branchen bzw. Geschäfte, in denen traditionell die Zahlung mit Bargeld üblich war, wie zum Beispiel kleine inhabergeführte Läden, Bäckereien, Fleischereien oder Kioske, bieten nun Kartenzahlung an.

Innerhalb des bargeldlosen Zahlungsverkehrs hat die Nutzung der Debitkarten (hauptsächlich girocard) auch im Krisenjahr 2020 weiterhin stark zugenommen. So wurden im Jahr 2020 knapp 5,5 Milliarden Transaktionen mit einem Wert von rund 236 Milliarden Euro über das girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft abgewickelt. Das bedeutet ein Plus bei den Transaktionen gegenüber dem Vorjahr von 22 %, während der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um knapp 12 % gewachsen ist. Wichtigster Wachstumstreiber dabei war das kontaktlose Bezahlen. Immer mehr Kunden nutzten kontaktlose Formen des Bezahlens vor allem in der Corona-Pandemie. Noch zu Beginn des Jahres 2020 wurde das kontaktlose Bezahlen lediglich bei 40 % der Transaktionen genutzt, während gegen Ende des Jahres diese Zahlart bereits bei 60 % der Transaktionen genutzt wurde. Im gleichen Zeitraum wuchs der Umsatz der kontaktlosen Bezahlvorgänge auf 97 Milliarden Euro (2019: 41 Milliarden Euro). Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich das kontaktlose Zahlen fest etabliert und sich auch mit den ersten Lockerungen der angeordneten Vorsichtsmaßnahmen nicht verändert.

2. Geschäftsverlauf

Geschäftsbereich E-Com

Das Geschäftsjahr 2020 des E-Com Geschäftsbereichs wurde maßgeblich von der COVID-19-Pandemie bestimmt. Insbesondere zu Beginn des Geschäftsjahres waren als Folge des europaweiten Lockdowns mit temporären Reise- und Zugangsbeschränkungen erhebliche Zuwächse bei E-Commerce-Händlern zu verzeichnen. Die Umsätze lagen im Geschäftsjahr bei TEUR 33.165.

Unzer befindet sich in einem positiven Marktumfeld auf Wachstumskurs. Der E-Commerce-Markt wächst weiterhin durch den starken Kostendruck im stationären Handel und die damit einhergehenden Annehmlichkeiten des E-Commerce für die Endkunden gegenüber dem stationären Handel.

Geschäftsbereich Debt Collection

Debt Collection ist wesentlicher Teil der Wertschöpfung in den Geschäftsfeldern "Factoring" und "Zahlungsausfallschutz" der Unzer Gruppe. Das Basisgeschäft "Treuhandinkasso für Auftraggeber am Markt" ist durch Rückzug von Gläubigern aus dem Markt und durch Einstellung der aktiven Neukundengewinnung geplant zurückgegangen. Unzer hat gezielt die Kommunikation mit dem Schuldner in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gestellt. Das im Jahr 2019 bereitgestellte Serviceportal für Schuldner wird konsequent erweitert. Im Serviceportal kann der Schuldner zum Beispiel offene Forderungen mit modernen Zahlmethoden begleichen. Zum anderen wurde die Printmenge in der Schuldnerkommunikation weiter durch elektronische Kommunikation ersetzt.

Geschäftsbereich POS

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2020 war im Wesentlichen geprägt durch die COVID-19-Krise, die durch den Lockdown in der Bundesrepublik Deutschland im Frühjahr 2020 und ab November 2020 zu einem deutlichen Rückgang der über die Zahlungskartenterminals abgewickelten Kartentransaktionen als auch der Transaktionsvolumina insbesondere in den Branchen Hotellerie und Gastronomie, in denen die Unzer Gruppe stark vertreten ist, geführt hat. In anderen Branchen, z.B. im Lebensmitteleinzelhandel und bei den Apotheken, war hingegen ein Anstieg der Kartentransaktionen zu verzeichnen. Im Rahmen der COVID-19-Krise wurde die girocard von den Konsumenten vermehrt als Zahlungsmittel eingesetzt, was wiederum zu einem Anstieg sowohl bei den Kartentransaktionen als auch bei den Transaktionsvolumina bei den girocard-Zahlungen insbesondere gegen Ende des zweiten und im dritten Quartal 2020 führte. Die beschleunigte Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, wovon der Geschäftsbereich profitiert, konnte zumindest teilweise den Umsatzrückgang in den Phasen des Lockdowns kompensieren. Trotz der Krise konnte die Anzahl der Kartenterminals weiter wachsen. Neben dem organischen Wachstum hat auch die Übernahme von Terminalverträgen inklusive der Terminals von einem Wettbewerber zu dem Wachstum beigetragen.

Nichtsdestotrotz befindet sich der Geschäftsbereich POS in einem positiven Marktumfeld, in dem die negativen Auswirkungen der Pandemie kompensiert werden können. Einen wesentlichen Erfolgsbestandteil stellte hierbei der rundum Premium Service dar, der neben einer individuellen Betreuung durch Außendienstmitarbeiter z.B. auch den schnellen Austausch eines defekten Terminals innerhalb des folgenden Werktages garantiert. Dieser Service bildet damit auch die Basis für eine erfolgreiche Händlerakquise. Zugleich ist er ein wichtiges Kriterium, um sich vom Wettbewerb abzuheben und um sich in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld gegenüber der Konkurrenz behaupten zu können.

Personalwesen

Grundsätzlich besitzt die Unzer Gruppe nur wenige Hierarchie-Stufen und Verwaltungsabteilungen. Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels der Gesellschaft und der zunehmenden Digitalisierung gilt es, die Belegschaft auf die Anforderungen der sich rasch wandelnden Arbeitsumgebung vorzubereiten. Unzer setzt daher in den Bereich der Mitarbeiterschulung bereits auf digitale Lernformate (z.B. für IT-Sicherheit, Arbeitsschutz und AML-Schulungen). Hinzu kommt die schrittweise Umsetzung eines neues Office Konzepts an allen Standorten, das ein flexibles und modernes Arbeiten ermöglichen soll. Die Mitarbeiterzufriedenheit wird gruppenweit in regelmäßigen Abständen in Form einer anonymen Mitarbeiterumfrage überprüft. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden von der Geschäftsführung kontinuierlich mit Verbesserungsmaßnahmen unterlegt, um die Arbeitgeberattraktivität zu steigern.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Aufgrund der Konzernneugründung ist kein Vorjahresvergleich dargestellt.

Ertragslage

Das EBITDA des Geschäftsjahres beläuft sich auf TEUR 7.802 und ergibt sich wie folgt:

2020
TEUR
Umsatzerlöse 66.033
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.895
Sonstige betriebliche Erträge 364
Materialaufwendungen -19.117
Personalaufwendungen -20.059
Sonstige betriebliche Aufwendungen -22.314
EBITDA 7.802

Der Geschäftsbereich E-Com deckt mit TEUR 33.165 50 % des Konzernumsatzes ab, gefolgt vom Geschäftsbereich POS mit 31 % (TEUR 20.532) Umsatzbeitrag und Debt Collection mit 19 % (TEUR 12.335).

Andere aktivierte Eigenleistungen summieren sich auf TEUR 2.895 und betreffen Erweiterungen und Verbesserungen selbsterstellter Software für Abrechnungsmodule für beispielsweise den gesicherten Rechnungskauf und Ratenkauf, die Überarbeitung des Payment-Systems sowie die Anbindung von Acquirern.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen die Verrechnung von Sachbezügen an Personal (TEUR 159) sowie die Herabsetzung von Forderungswertberichtigungen (TEUR 130).

Die Materialaufwendungen resultieren überwiegend aus Aufwendungen für bezogene Leistungen wie Acquirer Gebühren, Bonitätsprüfung, Auskunftei und Ermittlungskosten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 22.314 sind außergewöhnliche Aufwendungen von TEUR 1.306 für Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit Unternehmenszukäufen enthalten.

Nach Berücksichtigung von Abschreibungen, des Zinsergebnisses, des Ergebnisses aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und der Steuern ergibt sich ein Konzernjahresfehlbetrag von TEUR -57.568. Der Konzernjahresfehlbetrag ist wesentlich geprägt durch die aus den Unternehmensübernahmen resultierenden planmäßigen Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR -36.348.

Vermögenslage

2020 Anteil an der Bilanzsumme
TEUR
Anlagevermögen 684.665 84%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 38.043 5%
Übrige Aktiva 94.259 11%
Konzernbilanzsumme 816.967 100%

Die Vermögenslage der Unzer Gruppe entfällt mit rd. 75 % zum Großteil auf den im Berichtsjahr entstanden Geschäfts- oder Firmenwert (TEUR 614.537), gefolgt vom Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten (TEUR 85.091) mit einem Anteil von rd. 10 %. Neben dem Geschäfts- oder Firmenwert entfallen rd. 7 % auf entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände aus der Aufdeckung stiller Reserven im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung des ehemaligen DRAPA Holdings Germany Konzerns (Kundenstamm sowie selbst erstellte Software).

Finanzlage

2020 Anteil an der Bilanzsumme
TEUR
Konzerneigenkapital 395.155 48 %
Rückstellungen 20.263 2%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.799 1%
Verbindlichkeiten aus LuL und sonstige 381.363 47%
Übrige Passiva 16.386 2%
Konzernbilanzsumme 816.967 100%

Das Eigenkapital der Unzer Gruppe beträgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 TEUR 395.155. Das Eigenkapital setzt sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 25, einer Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 452.724, einem Konzernverlustvortrag in Höhe von TEUR -26 und einem Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -57.568. Die Konzerneigenkapitalquote beträgt zum Abschlussstichtag 48 %. Der Konzernjahresfehlbetrag ist im Wesentlichen geprägt durch die planmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR -36.348.

Die Rückstellungen beinhalten überwiegend sonstige Rückstellungen (TEUR 14.877), Rückstellungen für Personalkosten, Rückstellungen für Earn-Outs und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Des Weiteren wurden Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 4.990 berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 315.037. Darin sind Darlehen mit einer Laufzeit größer als fünf Jahren seitens der Lucid Agency and Trustee Services Ltd. in Höhe von TEUR 282.190 enthalten sowie kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 32.847. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf TEUR 66.327 und sind ausschließlich kurzfristiger Natur. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 3.799 resultieren aus dem Factoring-Abrechnungsmodell und haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

Die übrigen Passiva in Höhe von TEUR 16.386 setzen sich aus den Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 497 und aus dem saldierten Ausweis von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 4.194 und passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 20.083 zusammen. Dabei resultieren die passiven latenten Steuern zum größten Teil aus der bilanziellen Aufdeckung von stillen Reserven im Rahmen der Erstkonsolidierungen.

Zum Abschlussstichtag besteht ein Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 81.292. Eine regelmäßige Liquiditätsplanung und -kontrolle hat dazu beigetragen, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Vom Finanzmittelfonds sind zum Stichtag insgesamt TEUR 43.320 verfügungsbeschränkt.

Die Finanzlage stellt sich wie folgt dar:

2020
TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -72
Cashflow aus Investitionstätigkeit -478.362
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 559.676
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 81.292

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist leicht negativ und im Wesentlichen durch die hohen Abschreibungen auf die Gegenstände des Anlagevermögens, die Veränderung der Rückstellungen und die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten bedingt.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist geprägt vom Erwerb der Anteile an der DRAPA Holdings Germany GmbH, paydiscount GmbH, Kulam GmbH sowie payolution GmbH, woraus sich Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis in Höhe von insgesamt TEUR 394.630 ergeben haben.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus der Eigenkapitalzuführung vom Gesellschafter in Höhe von TEUR 452.699 und der Veränderung von Darlehen mit Lucid Agency and Trustee Services Ltd. in Höhe von TEUR 118.424. Im Zusammenhang mit diesen Darlehen wirken gegenläufig gezahlte Zinsen in Höhe von TEUR 11.447.

Die über Lucid Agency and Trustee Services Ltd. gewährte Darlehen betragen per 31. Dezember 2020 TEUR 282.190. Gemäß dem Darlehensvertrag vom 17. Oktober 2019 sowie der Änderungsvereinbarung vom 21. Oktober 2020 besteht die Option, im Zusammenhang mit bestehenden und weiteren Akquisitionen Darlehen in einer Gesamthöhe von bis zu TEUR 410.000 in Anspruch zu nehmen. Damit bestehen per 31. Dezember 2020 insofern freie Kreditlinien in Höhe von TEUR 127.810.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Unsere Planung und Steuerung basiert vor allem auf der Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns. Auf dem Gebiet der operativen finanziellen Leistungsmessung ist für die Unzer Gruppe daher neben dem Umsatz das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der bedeutsamste steuerungsrelevante Leistungsindikator. Zu der Höhe dieser Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2020 wird auf die Angaben zur Ertragslage verwiesen.

Neben Finanzkennzahlen verfolgt der Konzern auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter sowie die Mitarbeiterzufriedenheit. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Unzer Gruppe im Durchschnitt 291 Mitarbeiter beschäftigt (zum Abschlussstichtag 547 Mitarbeiter).

Im Hinblick auf den nichtfinanziellen Leistungsindikator "Mitarbeiterzufriedenheit" hat die Unzer Gruppe eine Initiative zur Analyse und Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit gestartet. Hierbei wird eine Software zur Analyse des Mitarbeiterengagements namens "Peakon" eingesetzt, die die Führungskräfte und Unternehmensleitung dabei unterstützt die richtigen Prioritäten für einen Anstieg der Mitarbeiterzufriedenheit zu identifizieren.

Die o.g. nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden jedoch nicht zur direkten Konzernsteuerung eingesetzt.

Investitionen

Die Unzer Gruppe verfügt im Geschäftsbereich E-Com über ein für die Bedürfnisse der Tochtergesellschaften eigens entwickeltes Payment-, Debitorenmanagement-, Billing- und Marktplatzsystem. Alle Systeme der Unzer Gruppe werden vor dem Hintergrund der Händlerbedürfnisse und Markterfordernisse laufend angepasst und mit neuen, zusätzlichen Produkten ergänzt mit dem Ziel, als einziger Vertragspartner Händlern alle Leistungen im Bereich E-Payment anbieten zu können. Der Großteil der Investitionen im Geschäftsbereich E-Com betrifft daher die eigenentwickelte Software. Das sehr umfangreiche und konsequent aufeinander abgestimmte Produktportfolio bildet die Grundlage für das Händlerwachstum. Wir verweisen auf den nachfolgenden Abschnitt "Forschung und Entwicklung".

Im Geschäftsbereich Debt Collection wird ebenfalls hauptsächlich in selbsterstellte Software (Neue Kommunikation sowie IKAROS 2020 und Elektronischer Rechtsverkehr) investiert. Zusätzlich wurde auch u.a. die Software Selbstauskunftsportal erworben.

Der Geschäftsbereich POS ist überwiegend von Investitionen in das Sachanlagevermögen geprägt. Diese betreffen neben der Übernahme von Terminals im Rahmen eines Asset Deals auch den Kauf von Terminals im Zusammenhang mit dem Neuabschluss von Händlerverträgen sowie Ersatzterminals für bestehende Händler.

Forschung und Entwicklung

Die Unzer Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 43 Mitarbeiter in der Softwareentwicklung. Im Verhältnis zur durchschnittlichen Gesamtanzahl der in der Unzer Gruppe beschäftigten Mitarbeiter ergibt dies einen Anteil von 15 %.

Die gesamten Entwicklungskosten der Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2020 betragen TEUR 8.313, die als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert wurden. Forschungskosten sind nicht zu verzeichnen. Die im Berichtszeitraum vorgenommenen planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich auf TEUR 4.249. Darin enthalten ist eine Sonderabschreibung in Höhe von TEUR 1.918 für ein nicht mehr genutztes Softwareprodukt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung sind die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände der Tochterunternehmen als entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände bilanziert worden. Die im Geschäftsjahr 2020 aktivierten Eigenleistungen betrafen Erweiterungen oder Verbesserungen solcher bereits bestehender Softwareprodukte.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Konzerns

Die Unzer Gruppe formt sich erstmalig im Berichtsjahr 2020 unter einem neuen Markennamen und startet als Omnichannel-Payment-Anbieter. Mit den strategischen Zukäufen zum Konsolidierungskreis konnten wesentliche Bausteine zum Produktportfolio hinzugefügt sowie mehr Marktanteil dazugewonnen werden.

Bezogen auf den operativen Geschäftsverlauf hat sich die Unzer Gruppe im Jahr 2020, insgesamt gesehen, sehr günstig etabliert. Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf und der wirtschaftlichen Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Mit weiteren Unternehmenskäufen möchte die Unzer Gruppe ihre Position als Omnichannel-Payment-Anbieter weiter ausbauen.

Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als stabil zu bezeichnen.

4. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung (Chancen- und Risikobericht)

Die Zahlungsdienstleistungsbranche befindet sich im starken Wandel und dies noch stärker seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Die für Wirtschaft und Gesellschaft entstandene Extremsituation hat gezeigt, dass die E-Commerce Branche deutlich an Bedeutung gewinnt. Unzer geht davon aus, dass das Gesamttransaktionsvolumen im E-Commerce sowohl im B2C als auch im B2B weiter steigen wird. Das bedeutet, dass der Großteil von Unternehmen - Hersteller wie auch (Groß-)Händler - sich damit beschäftigen bzw. beschäftigen müssen, wie sie ihre Produkte und Dienstleistungen über digitale Vertriebskanäle verkaufen bzw. wie sie diese Kanäle nutzen können, um den Verkauf über klassische Kanäle zu unterstützen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch beschleunigt und eröffnet Chancen für die Unzer Gruppe. Darüber hinaus setzen Handelsketten, Restaurants und Geschäfte verstärkt auf Kartenzahlungen anstelle von Bargeld, um Kontakte mit Kunden an den Kassen und somit potenzielle Übertragungen zu vermeiden.

Der Unzer Konzern verfügt bisher nur über ein Risikomanagementsystem auf Einzelgesellschafts-Ebene. Ein Konzernrisikomanagementsystem befindet sich derzeit im Aufbau. Die Risikoüberwachung auf Einzelgesellschaftsebene wird unterstützt durch Monatsabschlüsse inklusive Plan-Ist-Vergleiche, sowie durch Forecasts, die die aktuelle Unternehmenssituation abbilden.

Den Risiken von Forderungsausfällen wird durch die Bildung von Wertberichtigungen angemessen Rechnung getragen. Bei erkennbaren Risiken werden geeignete Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen.

Die Liquiditätsrisiken werden auf Gruppenebene vom Unzer Konzern gesteuert, um die je- derzeitige Zahlungsfähigkeit der Gruppe sicherzustellen. Die Liquiditätssituation wird wöchentlich erfasst und von der Geschäftsführung der Inamra HoldCo überwacht.

Der Unzer Konzern ist darauf angewiesen, dass fällige Finanzverbindlichkeiten refinanziert, bestehende Finanzierungszusagen eingehalten oder zusätzliche Finanzmittelbedarfe für die Entwicklung der Geschäftstätigkeit finanziert werden können (Refinanzierungsrisiko). Die Finanzierung des Konzerns erfolgt durch Eigenkapital der Gesellschafter und Fremdkapital. Die Finanzierung des Fremdkapitals ist an eine Finanzkennziffer (Financial Covenant) gebunden. Würde sich die Ertrags- oder Finanzlage so negativ entwickeln, dass eine Einhaltung dieses Financial Covenants nicht mehr gewährleistet wäre, und könnte der Financial Covenant gleichzeitig nicht angepasst werden oder würde dann seitens der Gesellschafter kein weiteres Eigenkapital zur Verfügung gestellt, hätte dies nachteilige finanzielle Auswirkungen auf den Unzer Konzern. Zurzeit gibt es keine Anzeichen für eine solche Entwicklung.

Informations- und IT-Risiken bestehen in der unzulässigen Veröffentlichung und Veränderung von Daten sowie aus der Gestaltung und dem Betrieb von Informationssystemen.

Den Risiken im Zusammenhang mit Daten wird mittels eines am Industriestandard PCI-DSS (Payment Card Industry - Data Security Standards) ausgerichteten verbindlichen Sicherheitskonzepts, Richtlinien und umfassenden technologischen Sicherungs- und Schutzmaßnahmen wie Monitoring- und Frühwarnsystemen begegnet. Die Tochtergesellschaften Unzer GmbH und die Unzer E-Com GmbH sind nach dem PCI-DSS-Standard zertifiziert.

Die Gesellschaften des Konzerns setzen bei den Risiken aus der Gestaltung und dem Betrieb von Informationssystemen auf modulare und standardisierte Technologien namhafter Anbieter sowie auf redundant ausgelegte Infrastruktur z.B. im Bereich Rechenzentrum. Kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur stellen auch die zukünftige Leistungsfähigkeit der IT-Systeme sicher.

Das Marktumfeld Payment-Industrie ist von zunehmender Komplexität und starkem Wettbewerb gekennzeichnet. Der Wettbewerb konzentriert sich durch vermehrte Akquisitionen. Hinzu kommt, dass die Online-Händler durch die zunehmende Internationalisierung stark wachsen und entsprechend höhere Anforderungen an ihre Payment-Partner stellen.

Zusätzlich steigt der Druck auf die Branche durch aktuelle Entwicklungen in der Regulierung. So entstehen etwa durch die Zahlungsrichtlinie PSD2 neue Zahlungsoptionen und Wettbewerber. Auch die EU-Verordnungen zu Unjustified Geo-blocking oder die DSGVO sorgen für zusätzliche Herausforderungen.

Um den steigenden Kundenansprüchen und neuen gesetzlichen Herausforderungen zu begegnen, werden wir weiter in unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung investieren.

Um in diesem anspruchsvollen Marktumfeld Schritt zu halten, wird die Unzer Gruppe zum einen die bereits zugekauften Unternehmen in die Gruppe integrieren. Zusätzlich sind weitere Akquisitionen geplant.

Die schnell wachsende Branche bietet neben den steigenden Anforderungen auch die Chance, den Marktanteil des Unzer Konzerns in den nächsten Jahren weiter auszubauen.

Die aktuelle COVID-19-Krise hat gezeigt, dass Unternehmen sich für andere Vertriebswege öffnen müssen und bereit sein müssen neue Wege zu gehen. Durch seinen Omnichannel-Ansatz verfügt die Unzer Gruppe über die Lösungen, dem klassischen Handel die Brücke zum eCommerce zu bauen und somit sein Absatzrisiko zu streuen.

Das Gesamtbild der Risiko- und Chancensituation der Unzer Gruppe setzt sich aus den dargestellten Einzelrisiken und -chancen zusammen.

Risiken, die alleine oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Konzerns oder wesentlicher Konzernunternehmens gefährden könnten, sind nicht erkennbar.

Über das Dargestellte hinaus sind keine Risiken erkennbar, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten.

5. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021 (Prognosebericht)

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die Unzer Gruppe einen Anstieg des Transaktions- Volumens auf rund Mrd. EUR 12. Die Planung für das Jahr 2021 sieht aufgrund des im vergangenen Jahr erfolgten deutlichen Ausbaus des Key-Account-Vertriebsteams einen stärkeren Fokus auf Großkunden vor. Bei dem über die Treuhandkonten im Collecting abgewickelten Zahlungsvolumen geht die Unzer Gruppe deshalb von einem Wachstum um 69 % auf 608,5 Mio. € aus. Dieses soll zu rund 2/3 über die bereits im Unzer Portfolio stark vertretenen Payment-Methoden (Online-Transfer und Direct Debit), aber auch zu 1/3 durch den deutlichen Ausbau der Paylater-Payment-Methoden (gesicherter Rechnungs- und Ratenkauf) realisiert werden. Zudem wird weiterhin ein Fokus auf Händler mit großen Transaktionsvolumina und niedrigem Risiko, wie Sportartikelhändler und Möbelhändler, gesetzt, da hier noch ein starkes Wachstumspotential vorhanden ist.

Der Fokus des Wachstums im Bereich Debt Collection liegt im Jahr 2021 unverändert in der Abwicklung der aus den Geschäftsfeldern "Factoring" und "Zahlungsausfallschutz" resultierenden Inkassofälle. Das Basisgeschäft "Treuhandinkasso für Auftraggeber am Markt" wird auf gesundem Niveau stagnieren. Unzer erwartet auf Basis der Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2021 steigende Umsatzerlöse und ein deutlich steigendes EBITDA im Geschäftsbereich Debt Collection. Die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen für das Inkassowesen, die im Oktober 2021 in Kraft treten, haben insbesondere durch den Anlauf neuer Großkunden keine Auswirkung auf das Wachstum des Geschäftsbereiches. Bei der Erstellung der Unternehmensplanung wurden nach den bisherigen positiven Erfahrungen keine Sondereffekte aus der COVID-19-Pandemie berücksichtigt.

Des Weiteren plant die Unzer Gruppe durch die Ausweitung der Anzahl an Terminals sowie die weitere Etablierung des im Jahr 2020 neu eingeführten Preissystems und die weitere Umstellung von Kreditkartenverträgen ein Umsatzwachstum auch im Bereich POS. Außerdem schließt die Prognose die sich bereits im Berichtsjahr andeutende und durch die COVID-19-Krise beschleunigte Verschiebung vom Bargeld zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in dem für den POS relevanten deutschen Markt mit ein. Neben dem bargeldlosen Zahlen hat in der Pandemie auch das kontaktlose Zahlen stark an Bedeutung gewonnen. Diese weiter anhaltende positive Entwicklung in Richtung bargeld- und kontaktloser Zahlungsverkehr und der damit verbundene Anstieg der über Terminals abgewickelten Kartentransaktionen als auch der Transaktionsvolumina führt zu höheren Provisionserlösen und damit auch zu höheren Umsatzerlösen insgesamt.

Für das (wirtschaftlich) erstmals volle zwölf Monate umfassende Konzerngeschäftsjahr 2021 gehen wir von folgender Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns aus: Vor Berücksichtigung des anorganischen Wachstums wird ein Umsatz von Mio. EUR 162 erwartet. Vor dem Hintergrund initiierter Maßnahmen zur weiteren strategischen Unternehmensentwicklung erwartet die Unzer Gruppe ein EBITDA in Höhe von Mio. EUR 34 bis Mio. EUR 45.

Abhängig von den weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Fortschreiten und der weiteren Verbreitung des Coronavirus kann es jedoch zu Änderungen des in diesem Bericht beschriebenen Ausblicks für das Geschäftsjahr 2021 kommen. Zu ergänzen ist, dass die oben genannten Ausführungen auf Szenarioanalysen basieren.

6. Nachtragsbericht

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Tochtergesellschaft Unzer E-Com GmbH mit Schreiben vom 18. Juni 2021 über die Anordnung einer Prüfung des Geschäftsbetriebes nach § 19 Absatz 1 Satz 2 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) bei der Unzer E-Com GmbH informiert (Sonderprüfung). Die Sonderprüfung erstreckt sich zum einen auf die Verfahren und Grundsätze zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger strafbarer Handlungen. Außerdem erstreckt sich die Sonderprüfung auf das Geschäftsmodell des Instituts sowie auf die Angemessenheit und Einhaltung der in § 27 ZAG niedergelegten Organisationspflichten. Darüber hinaus lägen der Aufsicht "Hinweise" vor, "die eine Einbeziehung der Unzer E-Com GmbH in kriminelle Geschäfte vermuten lassen", ohne dass dies von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht weiter konkretisiert wird. Die Geschäftsführung der Inamra HoldCo GmbH hat aktuell keine positive Kenntnis von stichhaltigen oder plausiblen Informationen, nach denen Mitarbeiter oder die Geschäftsleitung der Unzer E-Com GmbH Täter strafbarer Vergehen oder Verbrechen mit Bezug zu dem nun von der Sonderprüfung untersuchten Sachverhalt waren. Die Geschäftsleitung der Unzer E-Com GmbH steht in regelmäßigem Austausch mit den Sonderprüfern und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, um aufkommende Fragen zeitnah und transparent beantworten zu können. Aus der noch nicht abgeschlossenen Sonderprüfung ergeben sich nach derzeitiger Einschätzung der Geschäftsführung des Mutterunternehmens sowie der Geschäftsleitung der Unzer E-Com GmbH keine bestandsgefährdenden Risiken für diese Tochtergesellschaft.

Ergänzend wird auf den Abschnitt VIII. 3. Nachtragsbericht im Konzernanhang verwiesen.

 

26. August 2021

Ramzi Rafih

Konzernbilanz zum 31.12.2020

AKTIVA:

31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 55.842.309,75
2. Geschäfts- oder Firmenwert 614.536.590,00
3. Geleistete Anzahlungen 1.992.092,94
672.370.992,69
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.878,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.957,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.948.715,11
5.969.550,11
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.027.194,35
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 5.295.670,89
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.500,00
6.324.365,24
684.664.908,04
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Fertige Erzeugnisse und Waren 48.021,41
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.752.780,35
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.220,86
3. Sonstige Vermögensgegenstände 16.286.830,67
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 201.681,05
38.042.831,88
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 85.091.124,34
123.181.977,63
C. Rechnungsabgrenzungsposten 9.119.807,58
816.966.693,25

PASSIVA:

31.12.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00
II. Kapitalrücklage 452.723.888,26
III. Verlustvortrag -26.366,31
IV. Konzernjahresfehlbetrag -57.567.661,70
395.154.860,25
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 396.206,00
2. Steuerrückstellungen 4.989.716,97
3. Sonstige Rückstellungen 14.877.421,58
20.263.344,55
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.799.118,90
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: EUR 3.799.118,90
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 66.326.650,21
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: EUR 66.326.650,21
3. Sonstige Verbindlichkeiten 315.036.849,09
- davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr: EUR 32.846.849,09
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 282.190.000,00
- davon aus Steuern: EUR 2.742.178,50
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 247.150,23
385.162.618,20
D. Rechnungsabgrenzungsposten 496.736,16
E. Passive latente Steuern 15.889.134,09
816.966.693,25
Eventualverbindlichkeiten 67.434.896,29

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020

2020
EUR
1. Umsatzerlöse 66.032.596,89
2. Andere aktivierten Eigenleistungen 2.894.915,05
Gesamtleistung 68.927.511,94
3. Sonstige betriebliche Erträge 364.051,25
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung: EUR 17.477,67
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -3.104.073,28
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -16.013.084,69
-19.117.157,97
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -17.343.416,56
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -2.715.311,72
- davon für Altersversorgung: EUR-16.600,63
-20.058.728,28
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -51.400.720,21
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -22.313.630,69
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: EUR -17.786,34 8. Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen -954.715,50
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 383.578,23
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -11.443.683,07
- davon Aufwendungen aus der Aufzinsung: EUR -3.396,00
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.940.337,06
- davon Ertrag aus latenten Steuern: EUR 614.199,10
12. Konzernergebnis nach Steuern -57.553.831,36
13. Sonstige Steuern -13.830,34
14. Konzernjahresfehlbetrag -57.567.661,70

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2020

I. Angaben zur Identifikation der Konzern-Muttergesellschaft laut Registergericht

Firma laut Registergericht: Inamra HoldCo GmbH

Firmensitz laut Registergericht: Frankfurt am Main

Registereintrag: Handelsregister B

Registergericht: Amtsgericht Frankfurt am Main

Register-Nr.: HRB 116089

II. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum Konzernabschluss

Die Inamra HoldCo GmbH (kurz: Inamra oder Gesellschaft) mit Sitz in Frankfurt am Main ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 die oberste Muttergesellschaft des Konzerns, die einen Konzernabschluss aufstellt.

Der Konzernabschluss der Inamra HoldCo GmbH (im Folgenden "Unzer Konzern" oder "Unzer Gruppe") für das Geschäftsjahr 2020 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der zum 31. Dezember 2020 geltenden Fassung sowie unter Berücksichtigung der Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) erstellt worden.

Der Konzernjahresabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die betragsmäßigen Angaben im Konzernanhang und im Konzernlagebericht erfolgen grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR), sofern nichts Abweichendes vermerkt ist.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Bewertung der einzelnen Vermögens- und Schuldposten erfolgte entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften.

III. Konsolidierungskreis

Die Inamra ist die Muttergesellschaft der Unzer Group GmbH (ehemals Inamra BidCo GmbH). Mit Datum vom 2./3. August 2019 hat die Unzer Group GmbH einen Kaufvertrag über sämtliche Anteile an der ehemaligen DRAPA Holdings Germany GmbH (damalige Muttergesellschaft der Unzer GmbH (ehemals heidelpay Group GmbH)) unterzeichnet. Diese Transaktion wurde am 9. Juni 2020 abgeschlossen. Die Inamra HoldCo GmbH wird indirekt von verschiedenen Fondsgesellschaften der KKR-Fondsfamilie "KKR European Fund V" kontrolliert, welche wiederum indirekt von der KKR Management LLP kontrolliert werden.

Der Konzern ist infolge der o.g. Unternehmenserwerbe am 9. Juni 2020 entstanden. Erstkonsolidierungszeitpunkt war der 9. Juni 2020.

In den Konzernabschluss der Unzer Gruppe werden die Muttergesellschaft, zwölf Tochtergesellschaften sowie eine At-Equity-Beteiligung einbezogen.

Alle Angaben zu den Konzerngesellschaften betreffen den Bilanzstichtag 31. Dezember 2020:

Firma und Sitz der Gesellschaft Erstkonsolidierungszeitpunkt Anteil am Kapital % Eigenkapital Ergebnis
TEUR TEUR
Unzer Group GmbH, Heidelberg 09.06.2020 100 441.976 -10.550
Unzer GmbH, Heidelberg 09.06.2020 100 64.969 -16.210
Unzer E-Com GmbH, Heidelberg 09.06.2020 100 10.394 2.313
Unzer Luxembourg S.A., Grevenmacher/Luxemburg 09.06.2020 100 3.093 804
Unzer POS GmbH, Hamburg 09.06.2020 100 17.233 2.570
Unzer Austria GmbH, Wien/Österreich 09.06.2020 100 1.231 658
Universum Business GmbH, Frankfurt a.M. 09.06.2020 100 810 0
Universum Inkasso GmbH, Frankfurt a.M. 09.06.2020 100 4.288 1.316
Universum Finance GmbH, Frankfurt a.M. 09.06.2020 100 51 0
paydiscount GmbH, Freital 01.07.2020 100 427 402
Kulam GmbH, Hildesheim 21.07.2020 100 809 247
payolution GmbH, Wien/Österreich 05.10.2020 100 4.915 3.396
Tillhub GmbH, Berlin 10.06.2020 24,92 139 -3.634

IV. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss basiert auf den nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellten Abschlüssen der Gesellschaften des Konsolidierungskreises. Die im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Mutterunternehmens.

Die Kapitalkonsolidierung wurde gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode durchgeführt. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital ist dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag anzusetzen, der den Vermögensgegenständen, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt, d.h. zu dem Zeitpunkt, zu dem die Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen worden sind, entspricht. Die aus der Erstkonsolidierung resultierenden aktiven Unterschiedsbeträge werden entsprechend § 301 Abs. 3 HGB als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen wurden gegeneinander verrechnet und eliminiert.

Zwischenergebnisse aufgrund von Lieferungen und Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Unternehmen wurden gem. § 304 Abs. 1 HGB eliminiert. Für die erfolgswirksamen Zwischenergebniseliminierungen wurden latente Steuerabgrenzungen gebildet.

Die Einbeziehung von assoziierten Unternehmen erfolgt ab dem Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile durch den Konzern. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der nach der Equity-Methode bewerteten Gesellschaft entsprechen jenen des Mutterunternehmens. Der von dem assoziierten Unternehmen erstellte Jahresabschluss war Basis der Bewertung nach § 312 HGB. Das Ergebnis aus der Änderung des Equity-Wertes wird hierbei nach Ertragsteuern (Nettomethode) ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden die folgenden Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden angewendet.

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, selbsterstellte mit ihren Herstellungskosten angesetzt und planmäßig über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (§ 248 Abs. 2 Satz 1 HGB) wird auf Ebene der Tochtergesellschaften Gebrauch gemacht. Hinsichtlich der Aktivierungen handelt es sich um Software (Abrechnungsmodule für beispielsweise den gesicherten Rechnungskauf und Ratenkauf), Überarbeitungen des Paymentsystems, Anbindung von Acquirern sowie Banking Solution. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über fünf Jahre. Gemessen am Markt bestehen erfahrungsgemäß Bezahlmethoden bzw. Bezahl-Module über einen Zeitraum von rund sieben bis zehn Jahren. Dieses entspricht auch unseren Erfahrungen. Unter Anwendung des Vorsichtsprinzips wurde eine Nutzungsdauer von fünf Jahren festgesetzt. Als Kostenarten wurden Lohn- und Gehaltskosten sowie Lohnnebenkosten herangezogen.

Aufgrund der Erwerbsfiktion im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung bestehen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 keine selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände. In den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens sind im Wesentlichen aufgedeckte stille Reserven auf der Ebene der Tochterunternehmen enthalten, die im Rahmen der Neubewertungen bei den Erstkonsolidierungen aufgedeckt wurden. Diese stillen Reserven betreffen Software plattformen, Kundenlisten und Marken. Sie werden planmäßig linear über 1 bis 5 Jahre abgeschrieben.

Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung des Unzer Konzerns wird über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren linear abgeschrieben. Da die voraussichtliche Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts nicht hinreichend verlässlich geschätzt werden kann, wurde die Abschreibungsdauer entsprechend DRS 23, Tz. 122 bestimmt.

Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Zum 31. Dezember 2020 wurde ein Niederstwerttest für den Geschäfts- oder Firmenwert durchgeführt. Dabei wurde die Werthaltigkeit der dem Geschäfts- oder Firmenwert zugrunde liegenden Beteiligungsunternehmen nach Ertragswertgesichtspunkten überprüft. Abschreibungsbedarf hat sich daraus 2020 nicht ergeben.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Grundlage der planmäßigen Abschreibung war die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes; diese beträgt zwischen drei und zehn Jahren. Die Abschreibungen wurden nach der linearen Methode vorgenommen.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

3. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nennwerten angesetzt.

4. Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten werden gebildet für vor dem Bilanzstichtag geleistete Ausgaben und erzielte Einnahmen, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

5. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Zukünftig erwartete Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 1,75 % bei den Renten ausgegangen. Gehaltssteigerungen werden in der Berechnung nicht berücksichtigt, da sie nicht vertraglich vereinbart wurden. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2020 auf 2,3 %; es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von fünfzehn Jahren. Der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 1,6 %.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung sowie aus Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in Spezialfonds angelegt. Sie werden von der Deutsche Pensions Treuhand GmbH, Düsseldorf, treuhänderisch verwaltet und sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der zu Grunde liegenden Fonds. Der beizulegende Zeitwert ist der vom Treuhänder mitgeteilte Kurswert zum Stichtag 31. Dezember 2020.

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen (Zweckvermögen), werden mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Wenn der Zeitwert des zugehörigen Zweckvermögens den Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen übersteigt, ist der übersteigende Betrag als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung auszuweisen.

Die Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags, d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen, angesetzt. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen.

6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

7. Latente Steuern

Die latenten Steuern resultieren aus Unterschieden zwischen dem handels- und steuerrechtlichen Ansatz von Vermögensgegenständen und Schulden, aus dem Ansatz von stillen Reserven im Rahmen von Erstkonsolidierungen sowie aus erfolgswirksamen Konsolidierungsbuchungen. Für die Berechnung der latenten Steuern aus den Differenzen zwischen dem handels- und steuerrechtlichen Ansatz von Vermögensgegenständen und Schulden sowie durch den Ansatz von stillen Reserven im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden die individuellen Steuersätze der jeweiligen Tochtergesellschaft angewandt. Bei der Berechnung der latenten Steuern des Konzerns aufgrund von erfolgswirksamen Konsolidierungsbuchungen wird mit 30% der durchschnittliche Steuersatz des Konzerns zugrunde gelegt. Aktive und passive latente Steuern werden in der Konzernbilanz saldiert ausgewiesen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet.

V. Angaben und Erläuterungen zur Konzernbilanz sowie zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen

Es wird auf die Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2020 (Konzernanlagenspiegel als Anlage zum Konzernanhang) verwiesen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert (nachfolgend "GoF") hat zum 31. Dezember 2020 einen Buchwert von TEUR 614.537. Der GoF umfasst aktivische Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung. Die Veränderung im Vergleich zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ist wie folgt zu begründen: durch den Erwerb sämtlicher Anteile an der ehemaligen DRAPA Holdings Germany GmbH entstand ein GoF von TEUR 586.023, nachfolgende Zugänge im Konsolidierungskreis haben den GoF um TEUR 64.861 erhöht. Gegenläufig haben die planmäßigen Abschreibungen den GoF um TEUR 36.348 reduziert. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Geschäftsjahr 2020 nicht vorgenommen.

Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beläuft sich auf TEUR 8.313. Es gibt keine Forschungskosten, sodass der Betrag in Höhe von TEUR 8.313 komplett auf Entwicklungskosten entfällt, die als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens auf Ebene der Tochtergesellschaften aktiviert wurden. Durch den Erwerb sämtlicher Anteile der Tochtergesellschaften sind die selbstgeschaffenen Vermögensgegenstände als entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände umqualifiziert und ausgewiesen.

2. Nach der Equity-Methode bewertete Beteiligungen

Der Buchwert des nach der Equity-Methode bewerteten assoziierten Unternehmens zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 5.296.

Der anteilige Buchwert am Eigenkapital des assoziierten Unternehmens zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 35.

Damit ergibt sich zum 31. Dezember 2020 ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 5.261. Darin enthalten ist ein Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. Dezember 2020 von TEUR 4.812. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren linear abgeschrieben. Da die voraussichtliche Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts nicht hinreichend verlässlich geschätzt werden kann, wurde die Abschreibungsdauer entsprechend DRS 23, Tz. 122 bestimmt.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen in Höhe von TEUR 202 und betreffen im Wesentlichen Mietkautionen von TEUR 133 sowie Darlehen an Mitarbeiter in Höhe von TEUR 45. Alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

4. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von TEUR 25 und die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 452.724 entsprechen den bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten.

Es wird auf den Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2020 verwiesen.

5. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

In den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind Rückstellungen für Pensionen, die mit Ansprüchen aus Rückdeckungsversicherungen verrechnet wurden, in nachstehend dargestelltem Umfang berücksichtigt.

31.12.2020
TEUR
Rückstellungen für Pensionen 552
Anspruch aus Rückdeckungsversicherungen 156
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 396
Anschaffungskosten des Deckungsvermögens 165
Verrechnete Aufwendungen 1
Verrechnete Erträge 5

In Höhe von TEUR 27 besteht ein Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre.

6. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen enthalten Körperschaftssteuerrückstellungen (TEUR 2.227) sowie Gewerbesteuerrückstellungen (TEUR 1.745).

7. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich in Höhe von TEUR 2.944 und Earn-Out-Verpflichtungen in Höhe von TEUR 2.816. Die Rückstellung für Gewährleistungen in Höhe von TEUR 2.125 resultiert aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft. Die Kosten der Zahlungsausfälle werden in der Regel ca. 3 bis 4 Monate nach der Rechnungsstellung mit Übergabe der Forderungen zum Inkasso realisiert. Auf Basis der historischen Ausfälle wird das entsprechende zurückzustellende Risiko ermittelt. Aufgrund der Restlaufzeit der Rückstellung von maximal unter einem Jahr erfolgt keine Abzinsung.

8. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Verbindlichkeiten Restlaufzeiten
in TEUR < 1 Jahr 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt 31.12.2020
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 3.799 3.799
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 66.327 66.327
Sonstige Verbindlichkeiten 32.847 282.190 315.037
Summe 102.973 282.190 385.163

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Darlehen mit einer Restlaufzeit mehr als fünf Jahren mit der Lucid Agency and Trustee Services Ltd. in Höhe von insgesamt TEUR 282.190 enthalten.

Für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Bankguthaben in Höhe von TEUR 1.442 als Sicherheit verpfändet.

9. Latente Steuern

Die passiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag setzen sich aus einem saldierten Ausweis von aktiven latenten Steuern (TEUR 4.194) und passiven latenten Steuern (TEUR 20.083) zusammen.

Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag (TEUR 4.194) resultieren aus erfolgswirksamen Konsolidierungsbuchungen (TEUR 320) sowie aus Differenzen zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen der Tochtergesellschaften payolution GmbH (TEUR 437), Unzer GmbH (TEUR 42) und der Unzer POS GmbH (TEUR 13) sowie auf steuerliche Verlustvorträge bei der Tochtergesellschaften Unzer GmbH (TEUR 3.382).

Die passiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag (TEUR 20.083) resultieren aus dem Ansatz von stillen Reserven im Rahmen der Konsolidierung (TEUR 12.653) sowie Differenzen zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen der Tochtergesellschaften Unzer Group GmbH (TEUR 4.930) und Unzer GmbH (TEUR 2.500). Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Latente Steuern 01.01.2020 Zugang aus Erweiterungen des Konsolidierungskreises Zugang 2020 Abgang 2020 31.12.2020
(in TEUR)
Aktive latente Steuern 0 1.033 3.655 494 4.194
Passive latente Steuern 0 17.537 5.547 3.001 20.083
Saldiert (passiv) 0 16.504 1.892 2.507 15.889

10. Umsatzerlöse

Die Gliederung der Umsatzerlöse nach Regionen weist folgendes Bild auf:

Region 2020 Anteil
TEUR
Deutschland 55.415 84%
Österreich 3.532 5%
Restliche EU 6.144 9%
Schweiz 840 1%
Restliche Drittländer 102 0%
Summe 66.033 100%

Bei der Aufteilung nach Segmenten trägt E-Com mit 50 %, gefolgt von POS und Debt Collection, am stärksten zum Konzernumsatz bei.

2020
Segment TEUR Anteil
eCom 33.165 50%
Debt Collection 12.335 19%
POS 20.532 31%
Summe 66.033 100%

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Verrechnung von Sachbezügen an Personal (TEUR 159) sowie Erträge aus der Herabsetzung von Forderungswertberichtigungen (TEUR 130).

12. Personalaufwand

Der Personalaufwand enthält Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 17.343. Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung enthalten Aufwendungen für die Altersversorgung in Höhe von TEUR 17.

13. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die darin enthaltenen periodenfremden Aufwendungen von TEUR 77 resultieren im Wesentlichen aus zu spät erhaltenen Rechnungen und Beitragsgebühren aus dem Jahr 2019.

14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen die Zinsen für die Darlehen an die Lucid Agency and Trustee Services Ltd. in Höhe von TEUR 10.159. Im Jahr 2020 gab es keine Zinsen und ähnliche Aufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten hauptsächlich Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (TEUR 2.069).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten einen latenten Steuerertrag von TEUR 3.655 aus der Zuführung von aktiven latenten Steuern und der Auflösung von passiven latenten Steuern sowie einen latenten Steueraufwand aus der Zuführung von passiven latenten Steuern und Auflösung von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 5.547. Auf die Darstellung des Zusammenhangs zwischen erwartetem und ausgewiesenem Steueraufwand in Form einer Überleitungsrechnung nach DRS 18.67 wird in zulässiger Weise (vgl. DRS 18 in der am 2. Juni 2021 vom BMJV veröffentlichten Fassung) verzichtet.

VI. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde nach DRS 21 erstellt.

Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus den Kassenbeständen und den Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich der ausgewiesenen kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Wesentliche zahlungswirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge und Geschäftsvorfälle stellen die Zugänge zum Konsolidierungskreis und deren Refinanzierung dar. Hierzu gehören der Erwerb sämtlicher Anteile der ehemaligen DRAPA Holdings Germany GmbH sowie die zeitlich nachfolgenden Erwerbe der paydiscount GmbH, der Kulam GmbH und der payolution GmbH. Hinzu kommt der Erwerb von 24,92 % der Anteile an der Tillhub GmbH.

Als Bestände, die Verfügungsbeschränkungen unterliegen, sind die unter den Bankbeständen enthaltenen Treuhandkonten bei der Unzer E-Com GmbH und bei der Unzer Luxembourg S.A. zu nennen. Die Treuhandkonten der Unzer E-Com GmbH betragen per 31. Dezember TEUR 14.331 und bei der Unzer Luxembourg S.A TEUR 27.547. Einschließlich der für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verpfändeten Bankguthaben von TEUR 1.442 sind damit zum Abschlussstichtag insgesamt TEUR 43.320 des Finanzmittelfonds verfügungsbeschränkt.

VII. Erläuterungen zum Konzern-Eigenkapitalspiegel

Es wird auf den Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2020 hingewiesen.

VIII. Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse

Die unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten resultieren aus dem Zahlungsausfallschutz-Geschäft und betragen TEUR 67.435. Auf Basis historischer Ausfälle wird das entsprechende Risiko ermittelt.

2. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 2a HGB in Höhe von TEUR 11.557 setzt sich wie folgt zusammen:

Tochtergesellschaft 31.12.2020
TEUR
Unzer POS GmbH 2.446
Universum Inkasso GmbH 9.034
Universum Business GmbH 54
Kulam GmbH 22
Summe 11.557

Die oben aufgeführten sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Miet- und Leasingverträge, IT-Wartungs- und Dienstleistungsverträge sowie Verpflichtungen im Zusammenhang mit künftigen Investitionen in Anlagevermögen.

3. Nachtragsbericht

Mit Schreiben vom 18. Juni 2021 hat die BaFin bei der Tochtergesellschaft Unzer E-Com GmbH eine Sonderprüfung nach § 19 ZAG angeordnet. Hierzu wird auf die Ausführungen im Abschnitt 6. Nachtragsbericht des Konzernlageberichts verwiesen.

Die Unzer GmbH hat im Laufe der ersten Jahreshälfte 2021 ihre Beteiligung am Berliner Startup Tillhub GmbH erhöht.

Der Bereich POS (Point of Sale) wurde durch den Erwerb sämtlicher Anteile im ersten Quartal 2021 an der HDB-Zahlungssysteme GmbH erweitert. Zudem beabsichtigt die Unzer Group GmbH, den Netzbetreiber Lavego AG zu übernehmen. Die Akquisition wird unter Vorbehalt der behördlichen Zustimmung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen. Mit der Eintragung in das Handelsregister am 28. April 2021 wurde die paydiscount GmbH auf die Unzer POS GmbH verschmolzen. Folgend ist die Verschmelzung von Kulam GmbH auf die Unzer POS GmbH geplant.

Im zweiten Quartal 2021 hat die Unzer Group GmbH die Anteile an dem dänischem Zahlungsdienstleister Quickpay ApS erworben. In der zweiten Jahreshälfte 2021 wird eine weitere Übernahme, nämlich die der dänischen Clearhaus A/S, erwartet.

Durch die dargestellten Akquisitionen wird sich das Konzernvermögen als auch die Umsatzerlöse weiter erhöhen.

4. Geschäftsführer

Ramzi Rafih

5. Organbezüge

Gemäß § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB unterbleiben die Angaben zu den Organbezügen.

6. Arbeitnehmer

Der Konzern hat im Geschäftsjahr durchschnittlich 291 Arbeitnehmer beschäftigt. Weiterführende Details sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

2020 Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
Inamra HoldCo GmbH 0
Unzer Group GmbH 0
Unzer GmbH 64
Unzer E-com GmbH 56
Unzer Luxembourg SA 16
Unzer Austria GmbH 10
Universum Business GmbH 21
payolution GmbH 27
eCom 194
Universum Inkasso GmbH 18
Universum Finance GmbH 23
Debt Collection 41
Unzer POS GmbH 50
Kulam GmbH 5
paydiscount GmbH 1
POS 56
Gesamt: 291

7. Abschlussprüferhonorare

Das von dem Konzernabschlussprüfer für das Berichtsjahr berechnete Gesamthonorar setzt sich wie folgt zusammen:

2020
in TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 670
andere Bestätigungsleistungen 0
Steuerberatungsleistungen 0
sonstige Leistungen 0
Gesamt 670

8. Ergebnisverwendung

Nach den handelsrechtlichen und gesellschaftsrechtlichen Regelungen geht der im Geschäftsjahr 2020 entstandene Jahresfehlbetrag der Inamra HoldCo GmbH in den bestehenden Verlustvortrag ein.

 

Frankfurt am Main, 26. August 2021

Die Geschäftsführung:

Ramzi Rafih

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2020

Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2020 Zugänge aus Veränderungen des Konsolidierungskreises 2020 Zugänge 2020
Euro Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 58.515.453,92 10.360.538,87
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 586.023.061,40 64.861.279,79
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 2.514.696,73
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt 0,00 644.538.515,32 77.736.515,39
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 19.747,67 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 9.781,67 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 3.988.555,45 3.708.795,56
Sachanlagen gesamt 0,00 4.018.084,79 3.708.795,56
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.019.344,73 141.156,83 886.037,52
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 290.182,75 5.960.203,64
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 1.500,00 0,00
Finanzanlagen gesamt 1.019.344,73 432.839,58 6.846.241,16
Anlagevermögen 1.019.344,73 648.989.439,69 88.291.552,11
Anschaffungskosten
Abgänge 2020 Umbuchungen 2020 Stand am 31.12.2020
Euro Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 522.603,79 69.398.596,58
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 650.884.341,19
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 -522.603,79 1.992.092,94
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt 0,00 0,00 722.275.030,71
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.901,00 0,00 15.846,67
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 0,00 9.781,67
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.257.745,15 0,00 6.439.605,86
Sachanlagen gesamt 1.261.646,15 0,00 6.465.234,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.019.344,73 0,00 1.027.194,35
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 954.715,50 0,00 5.295.670,89
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 1.500,00
Finanzanlagen gesamt 1.974.060,23 0,00 6.324.365,24
Anlagevermögen 3.235.706,38 0,00 735.064.630,15
Abschreibungen
Stand am 01.01.2020 Zugänge 2020 Abgänge 2020 Stand am 31.12.2020
Euro Euro Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 13.556.286,83 0,00 13.556.286,83
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 36.347.751,19 0,00 36.347.751,19
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt 0,00 49.904.038,03 0,00 49.904.038,03
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 2.968,67 0,00 2.968,67
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 1.824,67 0,00 1.824,67
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 1.491.888,84 1.000.998,09 490.890,75
Sachanlagen gesamt 0,00 1.496.682,18 1.000.998,09 495.684,09
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
Finanzanlagen gesamt 0,00 0,00 0,00 0,00
Anlagevermögen 0,00 51.400.720,21 1.000.998,09 50.399.722,12
Stand am 31.12.2020 Stand am 01.01.2020
Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 55.842.309,75 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 614.536.590,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 1.992.092,94 0,00
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt 672.370.992,69 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.878,00 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.957,00 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.948.715,11 0,00
Sachanlagen gesamt 5.969.550,11 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.027.194,35 1.019.344,73
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 5.295.670,89 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.500,00 0,00
Finanzanlagen gesamt 6.324.365,24 1.019.344,73
Anlagevermögen 684.664.908,04 1.019.344,73

Konzern-Kapitalflussrechnung

Nach den Grundsätzen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 21 (DRS 21)

Gliederungsschema II ("indirekte Methode")

2020
TEUR
1. Periodenergebnis -57.568
2. + Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 51.401
3. + Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -10.046
4. + Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -2.896
5. + Abnahme/Zunahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -16.590
6. + Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 24.205
7. + Zinsaufwendungen/Zinserträge 11.060
8. + Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 955
9. + Ertragsteueraufwand/-ertrag 1.940
10. - Ertragsteuerzahlungen -2.533
11. = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -72
12. - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -73.822
13. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 261
14. - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.709
15. - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -6.846
16. - Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -394.630
17. + Erhaltene Zinsen 384
18. Cashflow aus der Investitionstätigkeit -478.362
19. + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 452.699
20. + Veränderung von Darlehen 118.424
21. + Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 0
22. - Gezahlte Zinsen -11.447
23. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 559.676
24. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 81.242
25. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 50
26. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 81.292
31.12.2020
TEUR
Liquide Mittel 85.091
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.799
= Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 81.292

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Nach den Grundsätzen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 22 (DRS 22)

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Rücklagen
Gezeichnetes Kapital Stammkapital Summe Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Summe
Stand am 01.01.2020 25.000,00 25.000,00 25.000,00 25.000,00
Einstellung in die Rücklagen 0,00 452.698.888,26 452.698.888,26
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00
Stand am 31.12.2020 25.000,00 25.000,00 452.723.888,26 452.723.888,26
Eigenkapital des Mutterunternehmens Konzerneigenkapital
Gewinnvortrag/ Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss/ -fehlbetrag Summe Summe
Stand am 01.01.2020 -26.366,31 -26.366,31 23.633,69
Einstellung in die Rücklagen 0,00 452.698.888,26
Konzernjahresfehlbetrag -57.567.661,70 -57.567.661,70 -57.567.661,70
Stand am 31.12.2020 -26.366,31 -57.567.661,70 -57.594.028,01 395.154.860,25

Der Konzerneigenkapitalspiegel wurde nach dem Gliederungsschema des DRS 22 erstellt. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wurde auf die Darstellung von Zeilen und Spalten des Gliederungsschemas des DRS 22 verzichtet, wenn diese einen Nullsaldo ausweisen.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Inamra HoldCo GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Inamra HoldCo GmbH, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Inamra HoldCo GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts

Wir machen auf die Ausführungen der Geschäftsführung in Abschnitt 6. Nachtragsbericht des Konzernlageberichts in Bezug auf die durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mit Schreiben vom 18. Juni 2021 bei der Tochtergesellschaft Unzer E-Com GmbH, Heidelberg, angeordnete Prüfung nach § 19 Abs. 1 Satz 2 ZAG aufmerksam. Die Prüfung erstreckt sich zum einen auf die Verfahren und Grundsätze zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger strafbarer Handlungen. Außerdem erstreckt sich die Prüfung auf das Geschäftsmodell der Unzer E-Com GmbH, Heidelberg, sowie auf die Angemessenheit und Einhaltung der in § 27 ZAG niedergelegten Organisationspflichten. Darüber hinaus lägen der Aufsicht "Hinweise" vor, "die eine Einbeziehung der Unzer E-Com GmbH in kriminelle Geschäfte vermuten lassen". Die Geschäftsführung der Inamra HoldCo GmbH, Frankfurt am Main, hat gemäß ihren Ausführungen im Konzernlagebericht aktuell keine positive Kenntnis von stichhaltigen oder plausiblen Informationen, nach denen Mitarbeiter oder die Geschäftsleitung der Unzer E-Com GmbH Täter strafbarer Vergehen oder Verbrechen mit Bezug zu dem nun von der Sonderprüfung untersuchten Sachverhalt waren. Aus der noch nicht abgeschlossenen Sonderprüfung ergeben sich nach derzeitiger Einschätzung der Geschäftsführung des Mutterunternehmens sowie der Geschäftsleitung der Unzer E-Com GmbH keine bestandsgefährdenden Risiken für diese Tochtergesellschaft. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der Geschäftsführung für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 27. August 2021

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lutz Knop, Wirtschaftsprüfer

Roland Greißl, Wirtschaftsprüfer

Der Konzernabschluss der Inamra HoldCo GmbH zum 31. Dezember 2020 wurde am 10. September 2021 gebilligt.

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