Stammdaten

Register
Amtsgericht Potsdam HRB 32451
Eingetragen
3.5.2019
Branche
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Die direkte und indirekte technische Entwicklung und Dienstleistung im Bereich Digital Assets.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sven Niederheide
seit 13.1.2025
Geschäftsführer
Jörg Dr. Howein
seit 28.11.2024
Geschäftsführer
Aleksejs Hanins
seit 9.7.2024
Prokura
Christopher May
seit 3.5.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (4)

Ungelöste Beteiligungen (11)

NameAnteil
FNA Holding GmbHEigenbeteiligung
5.78%
Finoa GmbHEigenbeteiligung
4.84%

Gesellschafter
Beta

11 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 11 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Mayfair Investments UG (haftungsbeschränkt)
Germany
8.844 €
21.82%
Gebbing Investments UG (haftungsbeschränkt)
Germany
8.844 €
21.82%
Balderton Capital VII, S.L.P.
Luxembourg
7.418 €
18.30%
coparion GmbH & Co. KG
Germany
5.277 €
13.02%
Venture Stars Portfoliobeteiligungsgesellschaft II GmbH & Co. KG
Germany
3.930 €
9.69%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Finoa GmbH

Potsdam

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Grundlagen der Finoa GmbH

Die Finoa GmbH (im Folgenden "Finoa") ist seit dem 24. Februar 2023 ein nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 6 KWG lizenzierter Kryptoverwahrer. Zudem verfügt Finoa seit diesem Datum über Lizenzen für Anlagevermittlung nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 KWG sowie Eigengeschäft nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG. Zuvor betrieb die Gesellschaft seit Januar 2020 das Kryptoverwahrgeschäft auf Basis einer vorläufigen Erlaubnis der BaFin nach § 64y KWG.

Die Finoa ist seit Erteilung der genannten Erlaubnisse im Februar 2023 durch die BaFin nach dem Anlegerentschädigungsgesetz (AnlEntG) der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) zugeordnet.

Der Sitz der Finoa befindet sich in Potsdam, Deutschland. Die Gesellschaft ist unter HRB 32451 im Handelsregister des Amtsgerichts Potsdam eingetragen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts hat die Finoa eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Finoa Consensus Services GmbH (im Folgenden "FCS"), die sich mit dem bisher noch nicht regulierten Betrieb von Validatoren auf Blockchains für Dritte beschäftigt.

Das Geschäftsmodell der Finoa fokussiert sich auf das Angebot der Verwahrung und der Möglichkeit des Stakings von Kryptowerten als Dienstleistung für Dritte. Zielkunden für diese Dienstleistung sind institutionelle und professionelle Investoren. Mit der sicheren Verwahrung der Vermögenswerte löst Finoa das kritischste Kundenbedürfnis der Investoren, nämlich die Sicherheit der privaten Schlüssel, die den Zugang zu Vermögenswerten ermöglichen. Die Finoa verfolgt die Strategie, durch den stetigen Ausbau ihrer Kryptowerteverwahrplattform, die Anzahl der Kunden und das Volumen der verwahrten Vermögenswerte zu steigern.

Um ihren Kunden die Vorzüge eines sicheren und regulierten Rechtsrahmens in einem G7 Staat bieten zu können, operiert die Gesellschaft ausschließlich in einem durch den deutschen Staat und die Finanzmarktaufsicht BaFin regulierten Geschäftsumfeld. Diese bieten Fundament und Rahmen für den weiteren Ausbau der bestehenden und künftigen Portfolios an Kryptowerte-Finanzdienstleistungen. Unterstützt wird dies durch die Vorreiterrolle der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile auch der EU, deren bisher progressive Gesetzgebungen eine gute Grundlage für den Aufbau eines Umfelds für Kryptowerte geschaffen haben.

Die Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung liegt bei Henrik Gebbing (Markt), Christopher May (Markt) und Michael Heinks (Marktfolge). Finoa verfügt zum Berichtsstichtag 31.12.2023 über folgende Abteilungen:

Legal

People

Finance

Commercial

Business Operations

Customer Support

Product

Handel (Markt)

Handel (Marktfolge)

Engineering / Platform Engineering / IT-Security

IT-Support

AML

Information Security

DPO

Management

Compliance

Outsourcing Risk

Risk Controlling

Internal Audit

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2023 hatte die Weltwirtschaft mit makroökonomischen und geopolitischen Widerständen zu kämpfen, darunter die anhaltende Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken in aller Welt zur Bekämpfung der globalen Inflation (die laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 5,1% (*1) gegenüber dem Vorjahr erreichte) sowie die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten. Gegenüber 2022 ließ die Inflation jedoch spürbar nach und die Unsicherheit an den Finanzmärkten wurde durch das Ausbleiben weiterer Zinserhöhungen gesenkt.

Nach einer ersten Schätzung des jährlichen Wachstums für 2023 durch Eurostat, die auf saison- und kalenderbereinigten Quartalsdaten beruht, stieg das BIP in der EU und Eurozone um 0,5 % (*2) . Die Wirtschaft der Eurozone stagnierte im letzten Quartal des vergangenen Jahres gegenüber dem Vorjahr (*3) und hat damit den Erwartungen einer Rezession getrotzt, da sowohl die fortschreitende Inflation als auch die zusätzlich gestiegenen Zinssätze ihre Spuren in der Wirtschaftstätigkeit hinterlassen haben.

Dies spiegelte sich auch in den Vereinigten Staaten wider, wo die Wirtschaft im vierten Quartal des vergangenen Jahres ein Wachstum von 3,4 % (*4) verzeichnen konnte und damit erneut den Vorhersagen einer dramatischen Verlangsamung trotzte, da die Verbraucher ihr Konsumverhalten beibehalten haben und die Unternehmen weiterhin rekrutierten.

Parallel zur Erholung an den Finanzmärkten entwickelte sich der Kryptomarkt im Jahr 2023 insbesondere im vierten Quartal ausgesprochen positiv.

Das Jahr 2023 endete mit einer gesamten Marktkapitalisierung von Kryptowährungen in Höhe von ca. 1.6 Billionen US-Dollar (*5), was einem Anstieg von ca. 100 % gegenüber ca. 800 Milliarden US-Dollar Ende 2022 (*6) entspricht.

Die Akzeptanz von Kryptowährungen im Jahr 2023 hat neue Meilensteine erreicht - die Zahl der einzelnen Eigentümer von Kryptowährungen ist weltweit im Jahr 2023 um 34 % gestiegen, von 432 Millionen im Januar auf 580 Millionen im Dezember (*7). Darüber hinaus legten unter anderem Blackrock, Fidelity und Grayscale Bitcoin Spot-ETFs auf, was ein weiteres Anzeichen für das wachsende Interesse der Wall Street-Institutionen an Kryptowährungen ist, auch wenn die Zulassung durch die SEC noch ausstand (*8). Diese wurden im ersten Quartal 2024 von der SEC genehmigt.

Zusammenfassend ist das Jahr 2023 in Bezug auf den Kryptomarkt als positiv zu bewerten. Es brachte neben einem Gewinn an gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und staatlicher Akzeptanz auch eine Professionalisierung und Institutionalisierung des Krypto-Ökosystems mit sich.

2.2 Geschäftsverlauf im Berichtszeitraum

Finoa steuert das eigene Geschäft nach den wesentlichen Leistungsindikatoren Umsatz und Ergebnis. Im Berichtszeitraum ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1.172 T€ zurück, das Ergebnis verbesserte sich demgegenüber von -10.221 T€ auf -6.397 T€.

Im positiven Marktumfeld hat sich auch das Geschäft von Finoa weiterentwickelt. Dies spiegelt sich im Umfang erfolgreicher Neukundenakquise (+10% institutionelle Fokuskunden) und der Integration zusätzlicher Blockchain-Protokolle in die Lösung zur Verwahrung digitalen Vermögens wider. Die Tochtergesellschaft Finoa Consensus Services GmbH, die Kunden die Möglichkeit bietet, ihre digitalen Vermögenswerte direkt bei einem verbundenen Partnerunternehmen gegen eine Ertragsbeteiligung zu "staken", hat sich zu einem profitablen Unternehmen entwickelt. Dies trägt sowohl zur Verbesserung der Wertschöpfungstiefe als auch zum Gesamtergebnis der Finoa GmbH bei. Finoa hat sich bei Blockchain-Initiatoren sowie bei institutionellen Anlegern als Marke etabliert und ist Ansprechpartnerin für neue Blockchain-Projekte sowie für professionelle Kunden, die in Krypto-Assets investieren möchten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass zahlreiche Kunden der Finoa Investitionen in Krypto weniger als eine Anlageform im Sinne von klassischen Finanzinstrumenten und Anlageoptionen sehen, sondern als eine Investition in eine neue, sich entwickelnde und global vernetzte Technologie- und Finanzinfrastruktur.

Um auf die Baisse am Kryptomarkt und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Ergebnis von Finoa zu reagieren, hat die Gesellschaft in der ersten Jahreshälfte des Berichtsjahres ein Kostensenkungsprogramm umgesetzt, bei dem das Unternehmen 32 Stellen abgebaut hat und so monatliche Einsparungen in Höhe von 199 TEUR realisieren konnte.

2.3 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Finoa beobachtet die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage sehr genau, erwartet jedoch zeitnah keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Kerngeschäft der Gesellschaft. Die weitere Entwicklung der globalen Krisen und deren Auswirkung auf die internationalen Finanzmärkte und insbesondere den Kryptomarkt lässt sich trotz der Hausse an den Finanzmärkten schwer einschätzen. Grundsätzlich sieht die Finoa Kryptowerte gerade in politischen Krisen als überproportional attraktives Investment, was sich durch das neue Allzeithoch des Bitcoins nach einer starken Rallye während des ersten Quartals 2024 bestätigt.

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.4.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Gesamtumsatz (Zinsergebnis, Provisionsergebnis und sonstige betriebliche Erträge) von 3.818 T€ (VJ: 5.020 T€) generiert. Der Hauptanteil lag hierbei in den Erträgen aus dem operativen Geschäft in Höhe von 2.871 T€ (VJ: 4.557 T€). Die operativen Erträge setzen sich aus Verwahrentgelten (Custody Service) von 1.826 T€ (VJ: 3.360 T€) und Staking Umsätzen von 1.045 T€ (VJ: 1.197 T€) zusammen. Die Erträge aus weiteren Geschäftsaktivitäten von 1.950 T€ setzen sich u.a. aus Erträgen aus Währungsumrechnungen Krypto von 153 T€ (VJ: 246 T€), Erträgen aus der Verrechnung gegenüber der gegründeten Tochtergesellschaft Finoa Consensus Services GmbH von 505 T€ und Erträgen aus eigenen Staking Aktivitäten in Höhe von 13 T€ (VJ: 37 T€) zusammen. Des Weiteren ist der Abbau des eigenen Kryptowertebestands Bestandteil der Erträge aus weiteren Geschäftstätigkeiten, wobei es sich um einen Verlust in Höhe von 4 T€ (VJ: 126 T€) handelt, der jedoch weitere Liquidität und die Verbesserung der Risikotragfähigkeit sicherte.

Die Gesamtkosten von 10.243 T€ (VJ: 15.651 T€) setzen sich im Geschäftsjahr 2023 mehrheitlich aus Personalkosten in Höhe von 6.909 T€ (VJ: 8.736 T€), Fremdleistungen und Fremdarbeiten in Höhe von 117 T€ (VJ: 1.141 T€), Beratungskosten (insbesondere Notar-, Unternehmensberatungs-, Rechtsanwaltskosten sowie Datenschutz) von 210 T€ (VJ: 848 T€) sowie Kosten für Personalbeschaffung von 12 T€ (VJ: 449 T€) zusammen. Sowohl das Absinken der Personalkosten als auch der allgemeinen betrieblichen Aufwendungen ist insbesondere auf die Verkleinerung des Teams der Finoa im Rahmen der Kostenreduktion im Mai 2023 zurückzuführen. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl 2023 ist gegenüber dem Vorjahr von 97 auf 63 zurückgegangen. Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl begründet außerdem die gesunkenen Kosten für Lizenzen und Konzessionen 530 T€ (VJ: 550 T€) sowie den verringerten Aufwand für Miete 747 T€ (VJ: 764 T€).

Das Ergebnis der ordentlichen Geschäftstätigkeit hat sich in Folge der Kostensenkung gegenüber dem Vorjahr von -10.632 T€ auf -6.425 T€ verbessert. Nach Berücksichtigung des außerordentlichen Ergebnisses und Steuern ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 6.397 T€ (VJ: 10.221 T€).

Geschäftsjahr; Angaben in T€ 2023 2022
Erträge 3.818 5.020
davon aus Kerngeschäft (Custody Service) 1.826 3.360
Aufwendungen -10.243 -15.651
Personalaufwand -6.909 -8.736
Verwaltungsaufwand -3.031 -5.828
davon Fremdleistungen -117 -1.141
davon Beratungskosten -210 -848
davon Mietkosten -747 -764
davon Kosten für Lizenzen und Konzessionen -530 -550
davon Kosten für Personalbeschaffung -12 -449
Abschreibungen auf Anlagevermögen -260 -217
Sonstiges -100 -779
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -6.425 -10.632
außerordentliches Ergebnis 0 0
Steuern vom Einkommen und Ertrag 28 412
Jahresergebnis -6.397 -10.221

Die Entwicklung der Währungskurse hatte keinen maßgeblichen Effekt auf die Ergebnislage der Finoa.

2.4.2 Finanzlage

Über das Geschäftsjahr 2023 kam es zu keinen Liquiditätsengpässen. Aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen im Mai 2023 sowie durch die Zuführung von weiterem Eigenkapital durch die Gesellschafter war Finoa auch für 2023 jederzeit mit ausreichender Liquidität ausgestattet. Trotz der einer mit der Finanzaufsicht erreichten Reduzierung der Bemessungsgrundlage ihrer regulatorischen Eigenkapitalanforderungen gemäß CRR Artikel 97 (2) wird sich Finoa im Jahr 2024 um eine Stärkung und Sicherung des Eigenkapitals bemühen.

Die mittlerweile wieder erreichte und über den Jahresbeginn ausgebaute Profitabilität hilft der Finoa hier, ihr Kapitalpolster auszubauen. Zusätzlich wurden die im Dezember unterschriebenen SAFE Agreements im Mai 2024 in Eigenkapital gewandelt und ausgezahlt.

2.4.3 Vermögenslage

Zum Bilanzstichtag weist die Gesellschaft eine Eigenkapitalquote von 75,6% (VJ: 86,0%) aus. Unter den Bedingungen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich das Eigenkapital auf 5.043 T€ reduziert. Dieses setzt sich aus gezeichnetem Kapital von 44 T€ (VJ: 41 T€), Rücklagen von 19.614 T€ (VJ: 17.162 T€) und dem Bilanzverlust von 14.616 T€ (VJ: 8.218 T€) zusammen.

Finoa verfügt zum 31.12.2023 über liquide Mittel in Höhe von 3.236 T€ (VJ: 5.954 T€) sowie Kryptoassets von 0,15 T€ (242 T€). Die Forderungen an Kunden sind von 286 T€ auf 526 T€ gestiegen.

Folgende Verbindlichkeiten weist die Finoa zum Bilanzstichtag aus: Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 501 T€ (VJ: 549 T€), Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von 24 T€ (VJ: 14 T€) und 5 T€ (VJ: 1 T€) gegenüber Kreditinstituten. Außerdem wurden Rückstellungen in Höhe von 797 T€ (VJ: 830 T€), hiervon 435 T€ (VJ: 435 T€) Steuerrückstellungen und 362 T€ (VJ: 395 T€) sonstige Rückstellungen gebildet.

Die Finoa schätzt ihre Vermögenslage als gut ein.

3. Risikobericht

3.1. Risikomanagementsystem inkl. Risikostrategie und Verfahren zur Steuerung der Risiken

Das Risikomanagementsystem der Finoa umfasst die Festlegung der Risikostrategie einschließlich Risikokultur sowie Verfahren zur Steuerung der Risiken und das interne Kontrollsystem. Das Risikomanagementsystem schließt die laufende Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit ein, indem die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert, vollständig erfasst und in angemessener Weise gesteuert werden. Die von der Geschäftsstrategie abgeleitete Risikostrategie bildet die Grundlage für das Risikomanagementsystem innerhalb der Finoa, dessen Einhaltung laufend überwacht wird.

Das Risikobewusstsein aller Mitarbeiter sowie die Risikokultur sind wesentliche Voraussetzungen für das erfolgreiche Wirken des Risikomanagementsystems innerhalb der Finoa. Sie werden von der Unternehmensphilosophie geprägt und bilden somit den Rahmen, innerhalb dessen die Grundsätze, Verfahren und einzelne Maßnahmen definiert sind. Durch Ausbildung, Fortbildung und Mitarbeitergespräche wird die Basis für die Integrität, das Wertgerüst sowie die fachlichen Grundlagen und die Fähigkeiten der Mitarbeiter geschaffen, bewahrt und ausgebaut.

Die Richtlinie zum Risikomanagement gibt den Rahmen für das operative Risikocontrolling vor. Sie definiert und detailliert Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten und Methoden der einzelnen Phasen des Risikomanagements.

Die Geschäftsleitung der Finoa ist im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung für ein angemessenes und wirksames Risikomanagement verantwortlich, das dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der betriebenen oder beabsichtigten Geschäfte der Finoa entspricht. Das schließt auch die regelmäßige Überprüfung und fortlaufende Weiterentwicklung des Risikomanagements mit ein. Die Geschäftsleitung gibt Ziele und Strategien für das Risikomanagement vor.

Die Risikocontrolling-Funktion wird operativ durch den Bereich Risikocontrolling ausgeübt, der aufbauorganisatorisch dem Geschäftsleiter Marktfolge zugeordnet ist. Zu den operativen Prozessen zählen unter anderem die Durchführung der Risikoinventur, regelmäßige qualitative und quantitative Bewertung der Risiken, (soweit möglich) Limitierung der Risikopotenziale sowie Überwachung der Einhaltung dieser Limite und mindestens quartärliche Berichterstattung an die Geschäftsleitung. Berichterstattung an das Aufsichtsgremium über die Risikolage erfolgt ebenfalls vierteljährlich durch die Geschäftsleitung der Finoa.

Des Weiteren bildet die Interne Revision einen weiteren Baustein zur Überwachung von Unternehmensprozessen. Die Interne Revision nimmt ihre Aufgaben selbstständig und unabhängig wahr. Insbesondere wird gewährleistet, dass sie bei der Planung und Durchführung sowie der Berichterstattung und der Wertung der Prüfungsergebnisse keinen Weisungen unterworfen ist. Der Internen Revision ist zur Wahrung ihrer Aufgaben ein vollständiges und uneingeschränktes Informationsrecht eingeräumt. Trotz der weitreichenden Befugnisse der Internen Revision werden jederzeit die gesetzlich geschützten Rechte von Personen beachtet; die Wahrung der Vertraulichkeit wird von der Leitung der Internen Revision laufend überwacht.

3.2 Risikoprofil

Die Finoa versorgt ihre Kunden mit Lösungen für sich dynamisch entwickelnde, innovative, global verteilte und sich oft selbst verwaltende Finanzinstrumente. Das rund um Kryptowerte entstehende Ökosystem unterliegt dabei laufender, häufig durch Innovationen getriebener Modifikation und Evolution. Die für die Funktion des klassischen Finanzmarktes so elementaren einheitlichen Normen und Standards entwickeln sich innerhalb des Kryptosystems vielfach schnell als integrale Bestandteile der jeweiligen Teilsysteme.

Entsprechend dem Geschäftsmodell wird das Gesamtrisikoprofil der Finoa maßgeblich durch operationelle Risiken bestimmt. Weitere wesentliche Risiken bestehen im Adressenausfall-, Marktpreis- und Liquiditätsrisiko.

3.2.1 Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko umfasst die Gefahr von Verlusten, bedingt durch die Unangemessenheit oder das Versagen interner Verfahren, Menschen, Systemen oder durch externe Ereignisse, unter Einschluss von Rechtsrisiken. Wesentliche Unterrisikoarten der operationellen Risiken sind u.A.:

IT- Sicherheit und Technologie Risiken,

Compliance (einschl. AML) Risiken,

Auslagerungsrisiken,

Reputationsrisiken sowie

Personalrisiken.

Ziel des Risikomanagements bzgl. der operationellen Risiken ist das frühzeitige Erkennen und Vermeiden der Materialisierung dieser Risiken. Dabei hat die Finoa das Ziel der dezentralen Steuerung der operationellen Risiken, indem die jeweiligen Abteilungen als Risikoeigentümer bzw. Maßnahmenumsetzer agieren. Zudem spielen das AML-, Compliance- und Informationssicherheitsmanagement sowie das Auslagerungsmanagement eine signifikante Rolle im Hinblick auf Risikoerkennung, -vermeidung sowie -minderung.

Das operationelle Risiko stellt für die Finoa eine wesentliche Risikoart dar und wird in das Risikotragfähigkeitskonzept der Finoa einbezogen. Die Geschäftsleitung wird regelmäßig über Veränderungen und mindestens quartalsweise umfassend über die aktuelle Risikosituation des Instituts informiert.

Zur effizienten Steuerung des operationellen Risikos werden verschiedene Instrumente angewendet, z.B. Erfassung und Überwachung von identifizierten Risiken und entsprechenden Maßnahmen im Rahmen der quartalsweisen "OpRisk Control Assessments", begleitende Risk Assessments für NPPs und wesentliche Änderungen i. S. v. AT 8.1 sowie AT 8.2 MaRisk, Erfassung der Schadensfälle sowie sogenannte Beinahe-Verluste.

Im Rahmen des OpRisk Control Assessments werden bestehende Risiken in den Prozessen der Finoa mit der unternommenen bzw. geplanten Maßnahmen und Verfahren zur Schadensbegrenzung und -vermeidung erhoben. Die Verantwortung für die operative Durchführung dieser unterjährigen Inventur liegt im Bereich Risikocontrolling.

Für die Finoa als Anbieterin einer digitalen Dienstleistung als Kryptoverwahrdienstleister sind eine Vielzahl von folglich unterschiedlichen Risiken mit der IT-Sicherheit und Technologie verknüpft. Diese Risiken betreffen vorwiegend

Ausfall oder Störung der kritischen Systeme,

Verlust von sensiblen Daten sowie Verlust des Zugriffes auf die Kryptowerte

Diebstahl oder unautorisierte Verwendung der privaten Schlüssel

Fehlerhaftes Ausführen von Transaktionen

Aufgrund der Tatsache, dass die den Kryptowerten zugrundeliegenden Blockchaintechnologien beständig durch die ursprünglichen Entwickler der Blockchain bzw. dezentral durch Abstimmungen unter den Blockchainnutzern weiterentwickelt oder verändert werden, ergeben sich hierbei Risiken, wie zum Beispiel das Einführen ungewollter Schwachstellen oder Sicherheitslücken im Rahmen von Updates der entsprechenden Blockchain. Diese Risiken sind systemimmanent und eine grundlegende Eigenschaft dezentral verwalteter Systeme, die Nutzern der entsprechenden Technologien bewusst sein müssen. Kryptoverwahrdienstleister selbst können auf die Weiterentwicklung der Blockchains nur einen beschränkten Einfluss nehmen. Der Fokus der Risikominimierung liegt daher auf der Zugriffskontrolle für die privaten Schlüssel. Ein geeignetes Mittel stellen hierbei Hardware-Security-Module dar, welche explizit für das Speichern von, und den kontrollierten Zugriff auf kryptografische Schlüssel entwickelt wurden.

Finoa investiert daher umfangreich in IT-Sicherheit und hat erhebliche Anstrengungen unternommen, um neben den bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) auch nationale und internationale Standards zur IT-Sicherheit zu erfüllen. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei Maßnahmen gegen gezielte Diebstähle und andererseits gegen einen unabsichtlichen Verlust von Kryptowerten. Zudem hat Finoa ein Datensicherungskonzept, um u.a. den oben ausgeführten IT- und Technologie Risiken entgegenzuwirken.

Zu den bestehenden Mitigationsmaßnahmen der IT-Sicherheit und Technologie Risiken sind weitere Maßnahmenpläne zur Risiko-Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie weitere Schulungen bzw. Trainings geplant.

3.2.2 Adressenausfallrisiko

Durch Adressenausfallrisiko wird die Gefahr beschrieben, dass die vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Finoa durch den Vertragspartner nicht eingehalten werden.

Diese Risiken beziehen sich bei Finoa weitgehend darauf, dass einzelne Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen zur Zahlung der vereinbarten Verwahrentgelte nicht nachkommen. Dazu zählen neben vollständigen auch anteilige Forderungsverluste durch Zahlungsunwilligkeit oder -unfähigkeit des Schuldners. Ausfälle dieser Zahlungen führen zu einem erhöhten Wertberichtigungsbedarf und haben einen negativen Einfluss auf die Ertrags- sowie die Liquiditätslage von Finoa.

Das Management der Adressenausfallrisiken ist ein Teil des allgemeinen Risikomanagements in der 2. Verteidigungslinie der Finoa. Risikoquantifizierung erfolgt durch die aufsichtsrechtlich vorgegebenen Methoden.

Zu Steuerungszwecken erfolgt durch Finance eine mindestens zweiwöchentliche Überwachung der Zahlungseingänge im Verbund mit einem aufgesetzten Mahnwesen. Zudem verfügt Finoa über ein sog. "Pfandrecht", das Finoa das Einfrieren des Kundenvermögens im Falle einerZahlungsunwilligkeit oder -unfähigkeit ermöglicht. Das Pfandrecht ist vertraglich mit allen Kunden vereinbart.

Des Weiteren besteht der Hauptteil der bilanzwirksamen Forderungen der Finoa aus Forderungen gegenüber Banken im Laufzeitband 1 und 2 der LiqV. Finoa arbeitet hierbei nahezu ausschließlich mit regulierten Banken in Deutschland sowie in Großbritannien mit Investment-Grade-Rating.

Zur Diversifizierung hat Finoa Konten bei verschiedenen regulierten Instituten, überwiegend in Euro. Andere Fremdwährungen werden nur in geringem Umfang zur Abwicklung von FX-Zahlungsverkehr gehalten.

3.2.3 Marktpreisrisiko

Durch das Marktpreisrisiko wird die Gefahr der Vermögensminderung beschrieben, die durch ungünstige Entwicklung von Marktpreisen bzw. preisbildenden Parametern verursacht wird.

Derzeit ist Finoa Fremdwährungsrisiken sowie Marktpreisrisiken aus eigenen Kryptobestände ausgesetzt.

Fremdwährungsrisiken ergeben sich aus den Beständen von Finoa in USD und GBP, die für Finoa kein signifikantes Volumen haben. Dennoch werden Limite gesetzt und deren Einhaltung kontinuierlich überwacht, um sicherzustellen, dass die entsprechenden Beträge in den vorgegebenen Rahmen bleiben.

Marktpreisrisiken aus eigenen Kryptobeständen entstehen dadurch, dass Finoa von einzelnen Kunden bzw. Geschäftspartnern für die Erbringung von Krypto-Verwahrungsgeschäften teilweise bzw. für Staking-Aktivitäten in Kryptowährung vergütet wird und die Kryptowährungen eine hohe Volatilität mit sich bringen. Um eine konservative Einschätzung des Risikos aufgrund der Preisentwicklungen der Kryptowährungen zu gewährleisten, werden die Kryptobestände im Rahmen der normativen sowie ökonomischen Perspektive vom Eigenkapital bzw. Risikokapital zu 100% abgezogen. D.h. die regulatorischen Kapitalkennzahlen sowie die Risikotragfähigkeit der Finoa werden ohne die Berücksichtigung der Kryptovermögen von Finoa GmbH ermittelt.

3.2.4 Liquiditätsrisiko

Unter dem Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, Zahlungsverpflichtungen nicht vollumfänglich und termingerecht nachkommen zu können.

Die Finoa legt ihre Liquidität unverändert risikoavers in kurzfristigen Einlagenprodukten (Laufzeitband 1 + 2) deutscher und europäischer Banken an. Die Erzielung von Anlageerträgen aus der Anlage freier Liquidität der Gesellschaft ist nicht Ziel der Finoa. Die Gesellschaft überwacht ihre Liquidität auf täglicher Basis. Dies bedeutet, dass alle Bankbewegungen täglich kontrolliert und überprüft werden. Hierunter fällt auch die Überwachung der pünktlichen Zahlungseingänge der Kunden. Zur Risikostreuung hat die Finoa ihr Vermögen über mehrere Banken mit solidem Rating verteilt, um neben dem Liquiditäts- auch dem Adressenausfallrisiko vorzubeugen.

Bezüglich der Ausführungen zu Liquiditätszuflüssen sowie Eigenkapitalfinanzierungsrunden im Geschäftsjahr verweisen wir auf das Kapitel 2 sowie Kapitel 4 dieses Berichtes.

3.3 Risikotragfähigkeit

Unter Berücksichtigung des Gesamtrisikoprofils stellt Finoa sicher, dass die im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzepts quantifizierten Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit (RTF) über den gesamten Planungshorizont gegeben ist. Finoa verfolgt einen Säule 1+ Ansatz. Im Geschäftsjahr 2023 war die Risikotragfähigkeit laufend gegeben. Die Risikodeckungsmasse betrug zum Stichtag 4.720 T€.

Es werden keine Diversifikationseffekte zwischen den unterschiedlichen Risikoarten berücksichtigt. Alle quantifizierten Risikopotenziale werden als Summe von der Gesamt-Risikodeckungsmasse abgezogen.

Als Ergänzung zum Risikotragfähigkeitskonzept hat Finoa einen Kapitalplanungsprozess mit einem dreijährigen Planungshorizont. Im Rahmen dessen werden Auswirkungen auf den Kapitalbedarf untersucht, die sich aufgrund von Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit, der strategischen Ziele sowie Veränderungen des Marktumfelds ergeben. Die Einhaltung der aufsichtlichen Risikokapitalkennzahlen spielt im Kapitalplanungsprozess eine wesentliche Rolle.

Die Kapitalplanung der Finoa erstreckt sich auch auf adverse Entwicklungen. Dabei werden Einflüsse durch die erfolgte oder angenommene positive Marktveränderung gegenüber dem Marktniveau nicht berücksichtigt, die auf den Umsatz sowie das Wachstum der Finoa einen spürbaren Einfluss haben. Im Berichtsjahr war die Risikotragfähigkeit auch im adversen Szenario laufend gegeben.

4 Prognose- und Chancenbericht

Für das Jahr 2024 blickt Finoa trotz der fortgesetzten Volatilität in den Kryptomärkten weiterhin optimistisch in die Zukunft. Die zunehmende Professionalisierung und Institutionalisierung des Kryptowährungssektors, unterstützt durch regulatorische Fortschritte wie MiCA in der Europäischen Union, werden das Vertrauen institutioneller und professioneller Investoren stärken. Dies wird voraussichtlich zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft und einer steigenden Nachfrage nach den Dienstleistungen von Finoa führen, da sich Finoa auch in Zukunft auf die Bedienung dieses Kundensegments fokussieren wird.

Wesentliche Einnahmen im Jahr 2024 werden weiterhin aus den Kerndienstleistungen der Verwahrung und dem Staken von Krypto-Assets und der damit verbundenen Verwahrungsgebühr / Staking-Provision, die von Kunden an Finoa gezahlt werden, kommen. Zusätzlich rechnet Finoa mit signifikantem Wachstum seiner Staking-Tochter Finoa Consensus Services.

Die Erweiterung des Produktportfolios von Finoa im Jahr 2024, insbesondere um die Anbindung neuer Protokolle, wird dazu beitragen, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und das Umsatzwachstum voranzutreiben. Es wird erwartet, dass diese strategischen Maßnahmen dazu beitragen werden, das Unternehmen finanziell stabiler zu machen. Für das Jahr 2024 rechnet Finoa mit einem positiven Ergebnis im niedrigen einstelligen Millionenbereich infolge stabiler Kosten bei einem Umsatzwachstum von mehr als 50%.

Das globale Gesamtmarktvolumen von Krypto-Assets wird voraussichtlich weiter wachsen, angetrieben durch eine zunehmende Vielfalt von Vermögenswerten, die auf Blockchain-Technologie basieren, sowie durch eine sicherere regulatorische Umgebung. Finoa ist gut positioniert, um von diesem Wachstum zu profitieren und seine Rolle als einer der führenden institutionellen Kryptoverwahrer weiter zu festigen.

Es wird erwartet, dass die aktuellen globalen geopolitischen Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit den Konflikten in der Ukraine sowie im Nahen Osten, keine negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Finoa haben werden.

Insgesamt wird erwartet, dass Finoa im Jahr 2024 weiterhin eine solide Geschäftsentwicklung verzeichnen wird, wobei das Unternehmen seine Position als Anbieter von Kryptoverwahrungsdienstleistungen weiter ausbauen wird.

(*1) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html

(*2) https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/18404141/2-30012024-AP-DE.pdf/6a7c7ff2-9350-8661-aea5-618d237639e5

(*3) ebd.

(*4) https://www.bea.gov/data/gdp/gross-domestic-product

(*5) https://www.coingecko.com/research/publications/2023-annual-crypto-report

(*6) https://www.coingecko.com/research/publications/2023-annual-crypto-report

(*7) https://crypto.com/company-news/global-cryptocurrency-owners-grow-to-580-million-through-2023

(*8) https://www.coindesk.com/markets/2024/03/26/bitcoin-etfs-snap-outflows-streak-accumulate-154m/

 

Potsdam, den 2. Mai 2024

Henrik Gebbing, Geschäftsführer

Christopher May, Geschäftsführer

Michael Heinks, Geschäftsführer

Bilanz zum 31.12.2023

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 962.319,86 4.694.333,47
b) andere Forderungen 2.273.993,80 1.260.083,06
3.236.313,66 5.954.416,53
2. Forderungen an Kunden 526.182,48 286.137,98
3. Anteile an verbundenen Unternehmen 660.000,00 660.000,00
4. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 32.504,00 80.354,00
5. Sachanlagen 824.891,00 1.027.348,00
6. Sonstige Vermögensgegenstände 1.222.771,15 2.234.823,86
7. Rechnungsabgrenzungsposten 164.711,26 207.914,19
SUMME AKTIVA 6.667.373,55 10.450.994,56

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 4.703,19 1.100,14
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 24.292,27 14.074,44
3. Sonstige Verbindlichkeiten 500.635,13 548.964,46
4. Passive latente Steuern 44.059,64 72.039,38
5. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 434.814,00 434.814,00
b) andere Rückstellungen 361.763,65 394.712,36
796.577,65 829.526,36
6. Nachrangige Verbindlichkeiten 253.637,95 0,00
7. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 47.021,00 43.832,00
eigene Anteile -2.548,00 -2.548,00
44.473,00 41.284,00
b) Kapitalrücklage 19.614.498,63 17.162.370,14
c) Bilanzverlust -14.615.503,91 -8.218.364,36
SUMME PASSIVA 6.667.373,55 10.450.994,56

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit - und Geldmarktgeschäften 46.403,36 1.066,21
-darunter: gezahlte Negativzinsen EUR 99,40- (EUR 228,23-)
2. Zinsaufwendungen 4.558,74 2.620,00
41.844,62 -1.553,79
3. Provisionserträge 1.826.072,65 3.360.084,66
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.950.073,71 1.659.591,22
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 5.878.539,64 7.400.144,43
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.030.318,40 1.335.396,14
6.908.858,04 8.735.540,57
-darunter: für Altersversorgung EUR 1.117,82 (EUR 1.273,52)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.031.387,90 5.827.822,85
9.940.245,94 14.563.363,42
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen 259.984,33 216.781,65
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 99.760,32 778.929,77
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 7.959,62 90.676,05
9. Erträge aus Zuschreibungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 64.860,27 0,00
56.900,65 -90.676,05
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -6.425.098,96 -10.631.628,80
11. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 425,02
12. Außerordentliches Ergebnis 0,00 -425,02
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -27.980,41 -411.568,18
14. Sonstige Steuern 21,00 40,00
-27.959,41 -411.528,18
15. Jahresfehlbetrag 6.397.139,55 10.220.525,64
16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 8.218.364,36 -2.002.161,28
17. Bilanzverlust 14.615.503,91 8.218.364,36

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Firmenname laut Registergericht: Finoa GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Potsdam
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Potsdam
Register-Nr.: 32451

Die Finoa GmbH ist ein Finanzdienstleistungsinstitut gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 und 6 KWG (Erlaubniserteilung am 24.02.2023).

Der Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG), des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt. Nach § 340 Abs. 4 i.V.m. § 340a Abs. 1 HGB ist die Gesellschaft wie eine große Kapitalgesellschaft zu behandeln.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach den Formblättern der RechKredV aufgestellt. Die GuV wurde in Staffelform nach dem Formblatt 3 gegliedert.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden in der Bilanz wird von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen.

Forderungen an Kreditinstitute sowie Forderungen an Kunden wurden mit ihrem Nennwert angesetzt. Pauschalwertberichtigungen waren nicht erforderlich. Bei Uneinbringlichkeit wurden Forderungen einzelwertberichtigt.

Fremdwährungsbeträge wurden zum Devisenkassamittelkurs gem. § 256a HGB in Euro umgerechnet.

Für Kryptowährungen gilt dieses nicht, die entsprechenden Forderungen an Kunden bzw. sonstigen Vermögensgegenstände in Kryptowährung wurden mit den Anschaffungskosten, maximal mit dem Kassamittelkurs zum 31.12.2023 bewertet und angesetzt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert (gemildertes Niederstwertprinzip) bilanziert.

Die immateriellen Anlagewerte sowie das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Abschreibungen erfolgen linear pro rata temporis nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (in der Regel 3 Jahre für immaterielle Anlagewerte und 3 bis 13 Jahre für das Sachanlagevermögen).

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Betrag von 800,00 EUR werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden zum Nominalwert angesetzt.

Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die anderen Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt, sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übernommen werden.

Angaben zur Bilanz

Die anderen Forderungen an Kreditinstitute und die Forderungen an Kunden haben, wie im Vorjahr, jeweils eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Zum 31.12.2023 hält die Finoa GmbH 100% der Anteile der am 25.04.2022 gegründeten Finoa Consensus Services GmbH mit Sitz in Berlin. Das Stammkapital beträgt 25.000,00 Euro. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 belief sich auf 266.329,68 EUR. Zusammen mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr von 651.716,01 EUR ergibt sich ein Bilanzverlust 2023 in Höhe von 385.386,33 EUR.

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Geschäftsjahresabschreibungen sind dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Angaben nach § 34 Abs. 3 RechKredV i.V.m. § 284 Abs. 3 HGB und § 340e Abs. 1 HGB.

Anschaffungs-Herstellungskosten 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-Herstellungskosten 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 660.000,00 0,00 0,00 0,00 660.000,00
Immaterielle Anlagewerte 239.250,00 0,00 0,00 0,00 239.250,00
Sachanlagen 1.286.061,28 10.152,33 1.142,02 0,00 1.295.071,59
2.185.311,28 10.152,33 1.142,02 0,00 2.194.321,59
Kumulierte Abschreibungen 01.01.2023 Zuschreibungen Geschäftsjahr Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge Umbuchungen Kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Immaterielle Anlagewerte 158.896,00 0,00 47.850,00 0,00 0,00 206.746,00
Sachanlagen 258.713,28 0,00 212.134,33 667,02 0,00 470.180,59
417.609,28 0,00 259.984,33 667,02 0,00 676.926,59
Buchwert 31.12.2023 (31.12.2022)
EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 660.000,00
(660.000,00)
Immaterielle Anlagewerte 32.504,00
(80.354,00)
Sachanlagen 824.891,00
(1.027.348,00)
1.517.395,00
(1.767.702,00)

Bei den immateriellen Anlagewerten handelt es sich überwiegend um Software.

Die Sachanlagen bestehen in voller Höhe aus Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus gezahlten Kautionen in Höhe von 516.538,92 EUR mit Laufzeit über einem Jahr (Vorjahr 515.866,43 EUR).

15.455,14 EUR (Vorjahr 241.633,08 EUR) sind Bestände von diversen Kryptowährungen. 25.925,93 EUR sind Forderungen aus Umsatzsteuern (Vorjahr 1.271.391,07 EUR). Es bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen (Tochtergesellschaft) in Höhe von 638.821,08 EUR (Vorjahr 159.015,09 EUR), die innerhalb eines Jahres fällig sind. Bis auf diese Forderungen sowie die gezahlten Kautionen, haben die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände eine Laufzeit von bis zu 3 Monaten.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die Abgrenzung dient der periodengerechten Gewinnermittlung. Die Beträge haben Forderungscharakter.

Angabe zu Vermögensposten in Fremdwährung

In den Forderungen an Kreditinstitute sind Fremdwährungsforderungen in Höhe von insgesamt 14.706,17 EUR (Vorjahr 249.996,35 EUR) enthalten.

In den Forderungen an Kunden sind Forderungen, die in Kryptowährungen (nicht Fremdwährungen) bestehen, in Höhe von insgesamt 651.298,37 EUR (Vorjahr 86.692,68 EUR) enthalten. Außerdem sind Forderungen in sonstigen Fremdwährungen (USD, GBP) in Höhe von 201.801,76 EUR (Vorjahr 126.131,80 EUR) enthalten.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Kryptowährungsbestände in Höhe von insgesamt 15.455,14 EUR (Vorjahr 241.633,08 EUR) enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Gegenüber Kunden bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von 24.292,27 EUR (Vorjahr 14.074,44 EUR) aus Überzahlungen von Forderungen.

Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Dienstleistern und Lieferanten in Höhe von 357.137,08 EUR (Vorjahr 358.148,96 EUR) und Lohnsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 91.824,03 EUR (Vorjahr 131.243,78 EUR) enthalten.

Weitere 5.773,57 EUR sind Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern (Laufzeit bis ein Jahr; im Vorjahr war es eine Forderung von 1.271.391,07 EUR und unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen).

Die Laufzeiten betragen jeweils bis zu drei Monaten.

Angabe zu Verbindlichkeiten in Fremdwährungen

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Beträge in Kryptowährungen von 11.385,47 EUR (Vorjahr 23.518,80 EUR) und in sonstigen Fremdwährungen von 25.322,49 EUR (Vorjahr 7.332,36 EUR) enthalten.

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Im Posten andere Rückstellungen sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten. Sie haben alle eine Laufzeit von unter einem Jahr.

Sachverhalte 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Urlaubsrückstellungen 131.375,83 190.709,56
Rückstellungen für Abschluss und Prüfung 117.047,50 82.357,00
Personalkosten samt Nebenkosten 86.144,32 63.249,80
Rückstellungen für Finanz- und Lohnbuchhaltungstätigkeiten 21.700,00 30.800,00
Umlagen und Beiträge 3.776,00 26.276,00

Latente Steuern

Die latenten Steuern beruhen auf nachfolgenden Differenzen:

Passive latente Steuern entstehen durch den handelsrechtlich höheren Ansatz des Sachanlagevermögens (Differenz 161.505,00 EUR) sowie der Fremdwährungsverbindlichkeiten (Differenz 810,64 EUR). Die Fremdwährungen sind gem. § 256a HGB handelsrechtlich auf den höheren Devisenkassamittelkurs zum Jahresende zu korrigieren, für das Sachanlagevermögen wird steuerrechtlich die neue Nutzungsdauer von einem Jahr für digitale Wirtschaftsgüter angewendet.

Aktive latente Steuern entstehen durch die handelsrechtlich höhere Urlaubsrückstellung (Differenz 13.608,34 EUR) und der niedrigeren Bewertung der Forderungen an Kreditinstitute (Differenz 301,17 EUR) und an Kunden (Differenz 1.581,76 EUR. Auch hier liegt die Fremdwährungsumrechnung nach § 256a HGB zugrunde.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 30,18 Prozent.

Der Saldo der passiven latenten Steuern am Ende des Geschäftsjahres beträgt 44.059,64 EUR (Vorjahr 72.039,38 EUR).

Im Laufe des Geschäftsjahres gab es folgende Änderungen am Saldo der latenten Steuern: -27.979,74 EUR.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Die nachrangigen Verbindlichkeiten von 253.637,95 EUR sind unverzinste Anzahlungen eines potenziellen Gesellschafters, die im Rahmen eines sogenannten SAFEs (Simple Agreement for Future Equity) gezahlt wurden und spätestens innerhalb von zwei Jahren bei der nächsten Finanzierungsrunde in echte Geschäftsanteile zu wandeln sind. Durch fehlende Rückzahlungsverpflichtungen sind sie äußerst eigenkapitalnah, allerdings noch nicht als aufsichtsrechtliche Eigenmittel anzusehen.

Nach der erfolgten Wandlung stellen sie sowohl Eigenkapital als auch Eigenmittel dar.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Mietverträgen bestehen sonstige nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 633.732,40 EUR (davon fällig im nächsten Geschäftsjahr 615.991,60 EUR).

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Bei den Zinserträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften handelt es sich in Höhe von -99,40 EUR (Vorjahr -228,23 EUR) um zu zahlende Negativzinsen auf täglich fällige Guthaben bei Kreditinstituten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten 1.044.922,60 EUR (Vorjahr 1.197.319,81 EUR) aus sonstigen erbrachten Dienstleistungen. Diese bestehen hauptsächlich aus Zahlungen von sogenannten Staking-Validatoren, über die die Kunden von Finoa ihre Kryptowährungen staken können. Außerdem sind -3.839,63 EUR (Vorjahr -125.979,52 EUR) enthalten, die aus Verkaufsgewinnen von selbst gehaltenen Kryptowährungen bestehen sowie 13.104,42 EUR (Vorjahr 36.710,36 EUR), die aus eigenem Staking von Kryptowährungen generiert wurden. Weitere 11.275,19 EUR (Vorjahr 27.639,08 EUR) sind Erträge aus Fremdwährungsumrechnungen und 152.727,00 EUR (Vorjahr 246.211,06 EUR) sind Währungserträge aus Kryptowährungen.

Zudem sind 504.952,50 EUR (Vorjahr 127.868,92 EUR) enthalten, die auf die Weiterbelastung von (Software-)Kosten und Dienstleistungen an die Tochtergesellschaft Finoa Consensus Services GmbH entfallen.

Aus Untermietverträgen der Geschäftsräumlichkeiten sind weitere 141.666,19 EUR (Vorjahr 8.250,00 EUR) enthalten.

Erläuterung der periodenfremden Erträge

In der Erfolgsrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von 76.741,06 EUR (Vorjahr 1.222,21 EUR) enthalten. Die Erträge wurden im Posten sonstige betriebliche Erträge erfasst und betreffen im Wesentlichen Erträge aus Auflösungen von Verbindlichkeiten des Vorjahres, Erstattungen bzw. Gutschriften von Dienstleistern und einer Rückerstattung von Gebühren.

Erläuterung der periodenfremden Aufwendungen

In der Erfolgsrechnung sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 253.271,99 EUR (Vorjahr: 120.613,35 EUR) enthalten. Die Aufwendungen wurden im Posten andere Verwaltungsaufwendungen erfasst und betreffen im Wesentlichen über die gebildete Rückstellung hinausgehende Kosten für die Prüfung des Vorjahresabschlusses mit 136.903,80 EUR sowie Rechts- und Beratungskosten mit 69.013,82 EUR. Außerdem sind personalbezogene Kosten wie z.B. Sozialversicherungsabgaben, Lohnnachzahlungen und Nachzahlungen bei der Berufsgenossenschaft in Höhe von 42.629,80 EUR enthalten.

In den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind neben dem Personalaufwand in Höhe von 6.908.858,04 EUR (Vorjahr 8.735.540,57 EUR) andere Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 3.031.387,90 EUR (Vorjahr 5.827.822,85 EUR) enthalten. Diese verteilen sich wie folgt:

Sachverhalte 2023 2022
EUR EUR
Fremdleistungen 116.575,48 1.146.428,08
Beratungskosten 209.632,57 848.313,94
Personalabhängige Sachkosten 103.771,48 630.959,88
Gebäude- und Raumkosten 802.311,64 1.077.399,18
Geschäftsbetriebskosten 513.482,69 501.051,24
IT-Dienste 952.820,41 1.320.193,90
Buchführung-, Abschluss- und Prüfungskosten 282.038,76 257.119,73
Beiträge, Versicherungen und Abgaben 50.754,87 46.356,90

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen in Höhe von 18.194,00 EUR (Vorjahr 28.213,02 EUR), aus der Umrechnung von Kryptowährungen von 81.091,32 EUR (Vorjahr 458.300,08 EUR) sowie aus der Bewertung der Kryptowährungsbestände zum Jahresende von 0,00 EUR (Vorjahr 263.274,36 EUR).

Im Posten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen sind neben realisierten Forderungsverlusten von 7.959,62 EUR (Vorjahr 22.569,75 EUR) auch 0,00 EUR (Vorjahr 68.106,30 EUR) enthalten, die auf die Stichtagsbewertung derjenigen Forderungen entfallen, die in Kryptowährung ausgestellt wurden.

Nachtragsbericht

Am 16.05.2024 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 5 Mio. EUR vorgenommen, die das Eigenkapital der Gesellschaft zusätzlich stärkt und das wirtschaftliche Verlustrisiko minimiert.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt wurden neben den drei Geschäftsführern 63 Arbeitnehmer (Angestellte) beschäftigt, im Vorjahr 97.

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Herr Henrik Gebbing, Betriebswirt, Bocholt

Herr Christopher May, Betriebswirt, Berlin

Herr Michael Heinks, Bankkaufmann, Bergisch Gladbach / Frankenforst

Die Gesamtbezüge werden unter Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB nicht angegeben.

Honorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt 117.280,00 EUR (Vorjahr: 60.000,00 EUR) und gliedert sich wie folgt:

Honorar des Abschlussprüfers EUR
a) Abschlussprüfungsleistungen 100.000,00
b) andere Bestätigungsleistungen 17.280,00
c) Steuerberatungsleistung 0,00
d) sonstige Leistungen 0,00

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor:

Der Jahresfehlbetrag beträgt 6.397.139,55 EUR.

Der Verlustvortrag aus Vorjahren beträgt 8.218.364,36 EUR.

Der Bilanzverlust von 14.615.503,91 EUR soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Potsdam, 28.03.2024

gez. Henrik Gebbing

gez. Christopher May

gez. Michael Heinks

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Finoa GmbH, Potsdam

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Finoa GmbH, Potsdam, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Finoa GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 18. Juli 2024

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Butte, Wirtschaftsprüfer

gez. Brandt, Wirtschaftsprüfer

Sonstiger Berichtsteil

Beschluss über die Ergebnisverwendung:

Die Gesellschafterversammlung hat am 05.09.2024 beschlossen, gemäß Vorschlag zur Ergebnisverwendung den Bilanzverlust in Höhe von 14.615.503,91 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 05.09.2024 festgestellt.

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