171 Profi-Start Beteiligungs GmbH & Co. KG
Selbe AdresseWagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Hans Georg Dr. Seedig seit 2.10.2025 | Geschäftsführer |
Martin Kühne seit 30.7.2024 | Prokura |
Tobias Marius Dr. Weigl seit 28.12.2023 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 2.02% | |
| 1.47% | |
J*** M******* G****** | 1.36% |
| Name | Anteil |
|---|---|
complete group GmbHEigenbeteiligung | 0.09% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
compleet GmbH (vormals: GermanPersonnel e-search GmbH)München (vormals: Unterhaching)Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021LAGEBERICHT 20211. Grundlagen des UnternehmensDie compleet GmbH (vormals GermanPersonnel e-search GmbH), München, ist im Handelsregister unter HRB 141304, Amtsgericht München eingetragen. Die Schwestergesellschaften Avax GmbH, Stuttgart, evint GmbH, Fulda, und Compana Agency GmbH, Hürth, wurden mit Verschmelzungsvertrag und -beschluss vom 15. Dezember 2021 und rückwirkend zum 1. Januar 2021 auf die compleet GmbH verschmolzen. Die compleet GmbH hält somit insgesamt fünf Standorte in Unterhaching, Feucht, Fulda, Hürth und Stuttgart inne und bietet Software-Lösungen vorrangig für mittelständische Unternehmen und Gesellschaften in der Personaldienstleistungs- und Logistikbranche an. Gegenstand des Unternehmens ist die Zusammenführung der einzelnen Produkte aus den verschmolzenen Unternehmen. Die Produkte bilden eine "compleet E2E Plattform" und stellen eine ganzheitliche Lösung für Unternehmen bei Rekrutierung, Auswahl, Management und Abrechnung von Arbeitskräften dar. Die einzelnen Experten-Weblösungen können für jeden Kunden individuell nach Wunsch angebunden und umgesetzt werden. Die ehemalige Avax GmbH bringt das Produkt Vendor Management System in die compleet E2E Plattform ein. Dies ist eine webbasierte SaaS-Lösung für die Prozesse in der Zeitarbeit, um mit der benötigten Compliance-Sicherheit und Liefersicherheit eingesetzte Zeitarbeiter zu verwalten. Das Vendor Management System gewährleistet die reibungslose Abwicklung von der Bestellung bis zur Abrechnung von Arbeitskräften. Die ehemalige evint GmbH bringt das Workforce Management in die compleet E2E Plattform ein. Unter Workforce vereinen sich Personalmanagement, Vendor Management, Zeitmanagement, Schichtplanung und Disposition, Personal- und Lieferantenabrechnung und Fristenmanagement in einer webbasierten Plattform. Daneben werden durch die Produktfamilie iCOM Zeiterfassungen und Zutrittskontrollen physisch durch Tablets, Smartphones und Terminals erfasst und verwaltet. Die ehemalige GermanPersonnel e-search GmbH bringt das Tool PERSY in die compleet E2E Plattform ein. Dieses Tool automatisiert Recruiting-Prozesse bei der Personalsuche von Fachkräften. Der Stellenanzeigen-Assistent vereinfacht durch das Multi-Channel-Posting das Veröffentlichen von Stellenanzeigen auf gewünschte Stellenportale, um passende Kandidaten zu erreichen. Bewerbungseingänge sind DSGVO-konform und werden über automatisches CV-Parsing in PERSY verwaltet. Die ehemalige Compana Agency GmbH bringt das Tool Persoprofiler in die compleet E2E Plattform ein. Dieses Tool vereinfacht die tägliche Personalsuche durch Automatismen für effiziente Bewerbungs- und Vermittlungsprozesse. Durch das Kanban-Board werden Kandidaten mittels Stapelverarbeitung schnell auf passende Stellen zugeordnet und über den Bewerbungsstatus informiert. Durch die hohe Funktionstiefe passt sich Persoprofiler an die individuellen Arbeitsabläufe der Kunden an. Im Jahr 2021 wurden T€ 676 Entwicklungskosten aktiviert. Bei der compleet GmbH erfolgen keine Forschungsaktivitäten. Abschreibungen auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände fielen im Jahr 2021 in Höhe von T€ 873 an. Im Entwicklungsbereich waren im Jahr 2021 im Dezember 2021 55,5 Mitarbeiter tätig und somit 35 mehr als im Vorjahr. Der Effekt ist zum einen durch den Personalaufbau, aber im Wesentlichen durch die Verschmelzung mit der Avax, Compana und evint getrieben. Der Gesamtbetrag der Personalaufwendungen für Entwicklung erhöht sich entsprechend auf € 3,2 Mio. Das entspricht 14 % des Umsatzes im Jahr 2021. Die Erhöhung ist der Zusammenführung der Firmen sowie den gestarteten Bemühungen zur Integration der einzelnen Produkte geschuldet. Folgende Produkte wurden im Jahr 2021 fertiggestellt:
Durch die Aktivierung entstand ein zusätzlicher Aufwand durch die zugehörige Abschreibung von insgesamt T€ 51,1, der sich wie folgt gliedert: Screen Server T€ 21,9, Importer Stellenanzeigen T€ 17,3 und Cookie Banner T€ 11,9. 2. Geschäft und RahmenbedingungenA) Entwicklung der Gesamtwirtschaft in Deutschland Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2021 um 2,7 % gewachsen, nachdem es durch die Corona-Krise im Jahr 2020 zu einem kräftigen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts gekommen war. Die Industrie litt 2021 unter gravierenden Lieferengpässen bei zentralen Vorprodukten und konnte ihre Produktion - trotz voller Auftragsbücher - nicht wieder richtig hochfahren. Einige Bereiche der Dienstleistungsbranche mussten pandemiebedingt zu Beginn und auch wieder gegen Ende des Jahres schmerzhafte Einschränkungen ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten verkraften. Die Inflationsrate lag im Dezember 2021 bei 5,3 %, das war der höchste Wert seit Juni 1992. Im Jahr 2021 insgesamt betrug die Inflationsrate im Durchschnitt 3,1 %, einen höheren Stand hat man zuletzt im Jahr 1993 verzeichnet. Zu Beginn des Jahres 2023 ist jedoch der preistreibende Sondereffekt als Folge der ab Januar 2021 wieder zurückgenommenen temporären Senkung der Umsatzsteuersätze entfallen. Im Verlauf dieses Jahres dürfte sich der Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus abschwächen, wenn sich die Lage bei den Energiepreisen wieder entspannt und der Mangel an Vorleistungsgütern allmählich auflöst. Am Arbeitsmarkt hielt die Erholung bis zuletzt an. Auch am Jahresende 2021 hält die Erholung am Arbeitsmarkt an, die Unsicherheit hat durch die Omikron-Variante aber auch hier zugenommen. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung verringerten sich im Dezember saisonbereinigt abermals um 23.000 bzw. 32.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit aber leicht um 12.000 auf 2,33 Millionen Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damit 378.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch bei Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung setzte sich der positive Verlauf fort. Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich im November saisonbereinigt um 43.000 Personen. In Ursprungszahlen waren damit 45,4 Millionen Menschen erwerbstätig, 403.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im Oktober erhöhte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 37.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Kurzarbeit verringerte sich laut Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Oktober leicht auf 0,7 Millionen Personen. Von Januar bis Dezember 2021 verzeichneten die Amtsgerichte 13.993 Unternehmensinsolvenzen. Die Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass im Jahr 2022 in Deutschland 14.590 Unternehmen Insolvenz beantragt haben. Das sind etwa 600 (+4,3%) mehr als im Jahr 2021 mit 13.993 Insolvenzen. Dieser Anstieg ist auf die Aufhebung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen, die von der Pandemie oder dem Hochwasser betroffen waren, zum 30.4.2022 zurückzuführen. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Zahl der Insolvenzen auf einem historisch niedrigen Niveau wie ein Vergleich mit den letzten zehn Jahren zeigt. Auch die Insolvenzquote, also das Verhältnis von insolventen Unternehmen zum Unternehmensbestand, ist weiterhin sehr gering. 1 Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2021 von 44,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren etwa genauso viele Erwerbstätige wie im Vorjahr. Allerdings arbeiteten viele Erwerbstätige nun in anderen Wirtschaftsbereichen oder anderen Beschäftigungsverhältnissen als zuvor. Beschäftigungsgewinne gab es im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+2,2 %), im Bereich Information und Kommunikation (+2,4 %) sowie im Baugewerbe (+1,2 %). Dagegen kam es im Handel, Verkehr und Gastgewerbe wie schon im Jahr zuvor zu Beschäftigungsverlusten (-1,8 %). Die Zahl geringfügig Beschäftigter und Selbstständiger nahm 2021 weiter ab, während mehr Erwerbstätige sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Trotz der Zuwächse im Jahr 2021 hat die Wirtschaftsleistung in den meisten Wirtschaftsbereichen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. So lag die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe 2021 noch 6,0 % unter dem Niveau von 2019. Die sonstigen Dienstleister, zu denen neben Sport, Kultur und Unterhaltung auch die Kreativwirtschaft zählt, waren besonders stark von der anhaltenden Corona-Pandemie beeinträchtigt. Hier lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung 2021 sogar noch 9,9 % unter dem Vorkrisenniveau. Im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wurde der Rückgang der Wirtschaftsleistung aus dem Krisenjahr 2020 im Jahr 2021 nahezu kompensiert. Das Baugewerbe und der Bereich Information und Kommunikation konnten sich in der Pandemie behaupten und ihre Wirtschaftsleistung im Vergleich zu 2019 merklich steigern. 2 B) Entwicklung in der Branche Der Zeitarbeitsmarkt in Deutschland hat sich schon vor über zehn Jahren als systemrelevanter Sektor etabliert. Zeitarbeitskräfte ermöglichen es Unternehmen, zusätzliche Aufträge anzunehmen, saisonale Schwankungen ihres Geschäftsmodells ressourcenoptimal zu steuern oder temporäre Nachfrageverschiebungen zu verwalten und auszugleichen. Diese Branche ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil jeglichen betriebswirtschaftlichen Handelns geworden. Das steigende Bedürfnis von Unternehmen unterschiedlichster Branchen nach flexiblen (Personal-)Kostenstrukturen in den vergangenen Jahren verdeutlicht die Systemrelevanz des Zeitarbeitssektors und treibt gleichzeitig Veränderungen der Branche voran. Seit ihrem Bestehen reagiert die Branche nicht nur auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Sie musste auch verschiedene regulatorische Rahmenbedingungen akzeptieren und sich ihnen anpassen, darunter sei zu benennen der Mindestlohn, Equal Pay nach neun Monaten und die Höchstüberlassungsdauer nach 18 Monaten (seit Oktober 2018). Alle neuen Regularien hatten ihren Einfluss auf die Entwicklung des Zeitarbeitsmarkts. Sie führten zu einer gewissen Marktbereinigung auf Anbieterseite, konnten die Kernidee des Zeitarbeitsmarkts allerdings nicht nachhaltig verwässern. Die Flexibilisierung der (Personal-) Kostenstrukturen bleibt trotz aller regulatorischer Einflussfaktoren oberstes Gebot. 3 Auch in den Zahlen zur Leiharbeit sind die Folgen der Corona-Krise sichtbar: Von Februar auf Juni 2020 sank die Zahl der beschäftigten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer - saisonal untypisch - um knapp neun %. Danach verzeichnete deren Zahl Monat um Monat - mit Ausnahme während des zweiten Lockdowns und den coronabedingten Einschränkungen Ende 2021 - geringe Zuwächse. Die Werte liegen seit April 2021 wieder deutlich über dem Vorjahr, erreichen das Vorkrisenniveau jedoch noch nicht. So gab es im Dezember 2021 gut 816.000 beschäftigte Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Im Jahresdurchschnitt 2021 waren es ebenfalls 816.000. Im Dezember 2021 gab es in Deutschland 47.000 Verleihbetriebe. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Anzahl um 500 (-1 %) gesunken. Der starke Rückgang während der Corona-Krise schwächt sich ab. Von allen Verleihbetrieben hatten 11.000 bzw. 23 % den Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung, knapp 200 weniger als im Vorjahr. Der Rückgang bei den Verleihbetrieben ist damit überwiegend auf die Entwicklung bei den Mischbetrieben zurückzuführen. Deren Zahl verringerte sich gegenüber Dezember 2020 um fast 400 (-1 %) auf 36.000. Gut drei Viertel aller Verleihbetriebe beschäftigten weniger als zehn Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. In 13 % der Betriebe arbeiteten 10 bis 49 Zeitarbeitnehmer und 9 % beschäftigten 50 oder mehr Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Insgesamt waren am 31. Dezember 2021 79 % der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer (645.000) in Verleihbetrieben mit Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt. 4 Im Jahresdurchschnitt 2021 waren knapp 816.000 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer in Deutschland entweder sozialversicherungspflichtig oder ausschließlich geringfügig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg ihre Zahl um 33.000 (+4 %). Nach einem deutlichen Rückgang aufgrund der coronabedingten Einschränkungen im Jahr 2020 stieg der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtbeschäftigung (38,2 Millionen) im Laufe des Jahres 2021 wieder etwas an, lag aber im Jahresdurchschnitt 2021 wie auch im Vorjahr weiterhin bei 2,1 %. Betrachtet man die Beschäftigungsformen separat, so waren 2,3 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 1,0 % der ausschließlich geringfügig Beschäftigten als Zeitarbeitnehmer beschäftigt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist die dominierende Beschäftigungsform in der Zeitarbeit. Mit einer Anzahl von 772.000 waren im Jahresdurchschnitt 2021 knapp 95 % der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bereits 2019 hatte die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer in Folge der konjunkturellen Schwäche um 101.000 unter ihrem Vorjahreswert gelegen. Im Zuge der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Eindämmung ging dieser Wert im Jahr 2020 um weitere 97.000 zurück. Seit März 2021 sind wieder Anstiege gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, so dass auch der Jahresdurchschnitt 2021 um 39.000 über dem entsprechenden Vorjahreswert lag. Unterstellt man, dass sich der Vor-Corona-Trend tendenziell fortgesetzt hätte, hatte sich die Beschäftigung in den meisten Branchen schlechter entwickelt, als es ohne die Corona-Krise der Fall gewesen wäre. Eine Ausnahme hierzu bildete die Zeitarbeit. Dabei dürften zwei Effekte eine Rolle spielen: Zum einen war im Vergleichszeitraum vor der Krise die Beschäftigung in der Zeitarbeit bereits in Folge rechtlicher Änderungen und der konjunkturellen Schwäche rückläufig gewesen, der Vergleichszeitraum zeichnet sich also durch eine verhaltene Entwicklung aus. Zum anderen wurde die Beschäftigung in der Zeitarbeit nach einem kräftigen Rückgang im ersten Lockdown seit Herbst 2020 wieder aufgestockt. Einer der Gründe hierfür dürfte die wieder anziehende Industriekonjunktur gewesen sein. Nach Rückgängen im Zuge des zweiten Lockdowns stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer bis Mitte 2021 abermals deutlich an. Erfahrungsgemäß sind Phasen von wirtschaftlicher Unsicherheit und geringem Vertrauen der Unternehmen in die wirtschaftliche - und speziell in der Industrie auch in die technische - Entwicklung bzw. die rechtlichen Rahmenbedingungen auch dadurch geprägt, dass teilweise statt fester Einstellungen eher auf das flexiblere Instrument der Zeitarbeit zurückgegriffen wird. Vermutlich im Zusammenhang mit den einsetzenden Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten und daraus resultierenden Materialengpässen verliert der dynamische Anstieg in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Schwung. Die meisten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Leiharbeit arbeiten in Vollzeit: Im Jahresdurchschnitt 2021 waren 83 % der sozialversicherungspflichtigen Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer - und damit mehr als vier Fünftel aller Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer - vollzeitbeschäftigt und 17 % teilzeitbeschäftigt. In der langfristigen Tendenz lässt sich, wie auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung insgesamt, eine Verschiebung hin zur Teilzeitbeschäftigung erkennen. Dieser Trend hat sich im Jahr 2021 nicht fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Anteil um 0,5 Prozentpunkte. 5 Die Entwicklung der Anzahl an Zeitarbeitnehmer:innen korreliert stark mit dem Bruttoinlandsprodukt. Für den Zeitraum von 2008 bis 2019 konnten eine Korrelation von 86 % und ein Regressionskoeffizient von 0,7 identifiziert werden. Aus diesem Grund wird die Anzahl der Zeitarbeitnehmer:innen gern als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung verwendet. Zusätzlich zu den Ergebnissen aus der Umfrage wurde auf der Basis marktgängiger Prognosen des BIP, etwa der Bundesregierung und führender Wirtschaftsinstitute, mittels statistischer Analysen und Experteninterviews eine Schätzung der Anzahl der Zeitarbeitnehmer:innen vorgenommen. Für 2021 erwarten auch die befragten Marktteilnehmer im Schnitt eine Erholung von 11 %, wobei die Einzelantworten stark auseinander gehen und von einem weiteren Rückgang von −10 % bis zu einem starken Anstieg von über 20 % variieren. 6 C) Entwicklung compleet GmbH im Jahr 2021 Im Jahr 2021 ist der Umsatz der compleet um 51 % gestiegen. Wesentlichen Anteil an der Umsatzsteigerung hatte das Mediageschäft, das nach dem deutlichen Rückgang im Corona-Jahr 2020 wieder deutlich gewachsen ist. Hinzu kommen außerdem die zusätzlichen Umsätze durch die Verschmelzung der GermanPersonnel bzw. compleet mit den Schwestergesellschaften Compana, evint und Avax. Die konsolidierten Umsätze der verschmolzenen Gesellschaften machen im Jahr 2021 16 % des Gesamtumsatzes aus. Vergleicht man die Summe der Umsätze der einzelnen Gesellschaften aus 2020 mit 2021 so ergibt sich eine Steigerung von 29 %. Im Berichtsjahr wurde die Integration der Produkte der compleet weiter vorangetrieben. Hierzu wurden sowohl auf der Entwicklungsseite als auch auf der Sales- und Marketing-Seite neue Prozesse und Strukturen aufgesetzt, um das Zusammenführen der Firmen zu begleiten. Ergebnisse waren auf der einen Seite der zur "compleet brand" gehörende einheitliche Markenauftritt der Produkte der compleet group, als auch die Schaffung von zentralen Services im Bereich Marketing. Als erster Schritt der Integration wurden das VMS-System der Gruppe, die Zeiterfassung und Schichtplanungslösung aus den ehemaligen Produkten Avax und evint technisch verbunden, um Kunden die Nutzung weiterer Funktionen und verbesserter Prozesse zu ermöglichen. Die steuerliche Organschaft mit der compleet group GmbH besteht auch im Geschäftsjahr 2021 weiterhin unverändert. 3. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und ErtragslageA) Vermögenslage Aufgrund der zum 1. Januar 2021 erfolgten Verschmelzungen ist die Vergleichbarkeit der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Vorjahr insgesamt nur eingeschränkt gegeben. Die Bilanzsumme hat sich von T€ 7.663 im Vorjahr auf T€ 13.593 erhöht. Grund hierfür ist primär die Verschmelzung der Schwestergesellschaften auf die compleet GmbH als übernehmende Rechtsträgerin rückwirkend zum 1.1.2021. Auf der Aktivseite der Bilanz sind folgende Bewegungen im Vergleich zum Vorjahr zu bemerken: Die Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände hat zu einer Erhöhung der immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von +T€ 655 geführt, davon waren +T€ 465 neue Aktivierungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich um T€ 1.761 erhöht. Das ist zum einen auf die Verschmelzung und zum anderen auf schlechtes Zahlungsverhalten resultierend aus der Corona-Pandemie zurückzuführen. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen aufgrund der erfolgten Verschmelzung von T€ 45 im Vorjahr auf T€ 1.516 zum 31.12.2021 gestiegen. Auch der Cash-Bestand hat sich primär wegen der Verschmelzung um T€ 1.394 erhöht. Auf der Passivseite der Bilanz sind folgende Bewegungen im Vergleich zum Vorjahr zu vermerken: Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind von T€ 2.605 auf T€ 3.290 gestiegen. Die Erhöhung ist auf die Eingliederung der verschmolzenen Schwestergesellschaften in die umsatzsteuerliche Organschaft mit der Muttergesellschaft sowie auf die Berechnung von Service-Leistungen seitens der Muttergesellschaft zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um T€ 1.343 gestiegen, der Anstieg ist durch die Steigerung des Geschäftsvolumens, aber auch durch die Zusammenführung der Gesellschaften Avax, evint, Compana mit GermanPersonnel getrieben. B) Finanzlage Das Eigenkapital hat sich im Vergleich zum Vorjahr von T€ 3.321 auf T€ 5.538 erhöht. Die Kapitalrücklage erhöhte sich um T€ 1.600 aufgrund einer Einzahlung der Gesellschafterin mit Beschluss vom 7. Januar 2021 und um T€ 617 aufgrund des Verschmelzungsergebnisses. Der im Jahr 2019 abgeschlossene Ergebnisabführungsvertrag an die Recruiting Technologies Holding GmbH, nun compleet group GmbH mit Sitz in München, besteht weiterhin unverändert. Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich auf T€ 2.220 und haben sich somit um T€ 1.394 Euro erhöht. Die Einnahmen aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrugen T€ 53,4, der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug T€ -58,3. Demgegenüber steht ein Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von T€ +304,5. C) Ertragslage Das Jahresergebnis erhöht sich von T€ -343 im Jahr 2020 auf T€ -37 (vor Ergebnisabführung an die compleet group GmbH) im Jahr 2021. Die Umsatzerlöse sind um T€ 11.049 gestiegen (von T€ 11.561 auf T€ 22.611). Die Materialaufwendungen sind parallel zu den gestiegenen Mediaumsätzen (+ 77 % ggü. 2021) im Jahr 2021 um + 52 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der geringe Anstieg im Verhältnis zum Mediaumsatz ist auf höhere Einkaufrabatte zurückzuführen. Dadurch und durch die Steigerung der Lizenz- und Dienstleistungsumsätze konnte das Rohergebnis auf T€ 16.161 um 58 % gegenüber 2020 gesteigert werden. D) Finanzielle Leistungsindikatoren Aufgrund der Verschmelzung der Firmen Avax GmbH, evint GmbH und Compana Agency GmbH mit der compleet GmbH wurden die für die Gesellschaft relevanten finanziellen Leistungsindikatoren angepasst. Im Fokus steht die Entwicklung des subskriptionsbasierten Geschäftsmodells und dessen wiederkehrende Umsätze aus Mietverträgen. Die Gesamtsteuerung des Unternehmens erfolgt demnach im Wesentlichen auf Basis von monatlichen Auswertungen, eng in Abstimmung mit dem Board of Directors, anhand der Entwicklung der wiederkehrenden Umsätze (recurring revenue) als bedeutendster finanzieller Leistungsindikator. Dazu zählen die klassischen monatlichen Mietgebühren für Lizenzen, aber auch wiederkehrende Dienstleistungen und Services. Nach dem Wiederaufleben der Nachfrage nach Personal hat die compleet GmbH verstärkt auf wiederkehrende Geschäftsbeziehungen und Verträge gesetzt und den Anteil des wiederkehrenden Umsatzes von 2020 auf 2021 um € 8,6 Mio. steigern können. Dieser Anteil hat die Prognose für 2021 übertroffen. Dies wurde positiv durch den Rückgang der Corona-Beschränkungen aber auch durch das Pflegen enger Kundenbindungen beeinflusst. Weitere wichtige Leistungsindikatoren sind die geschalteten Stellenanzeigen und die Anzahl an Bewerbern. Um intern aber vor allem auch unseren Kunden eine höhere Transparenz und bessere Analysemöglichkeit pro Stellenanzeige zu bieten, haben wir 2020 den Business Manager für interne und externe Analysen eingeführt und im Jahr 2021 die Analyse- und Reportingmöglichkeiten weiter ausgebaut. Im Jahr 2020 wurden 1.724.018 Stellenanzeigen veröffentlicht, die 1.514.292 Bewerber generiert haben. Im Jahr 2021 wurden 2.532.072 Stellenanzeigen veröffentlicht (+47 % im Vergleich zum Vorjahr) und 2.066.377 Bewerber generiert (+67 % im Vergleich zum Vorjahr). Damit haben wir auch in diesem Bereich unsere internen Prognosen übertroffen, da wir mit einer größeren negativen Auswirkung der Coronamaßnahmen geplant hatten. 4. Prognose, Risiko- und ChancenberichtA) Prognose Das Jahr 2022 war weiterhin von der Corona-Krise und deren weltwirtschaftlichen Auswirkungen geprägt, aber es konnte gegen Ende 2022 eine deutliche Steigerung des Personalbedarfs durch erhöhte Anfragen über unsere Tools verzeichnet werden. Dieser Trend setzte sich 2023 vor, allerdings konnte eine steigende Anzahl von Anfragen durch Bewerber und Personalknappheit nicht bedient werden. Dies führt zu hören Ausgaben im Media-Bereich durch unsere Kunden, aber erhöht auch den Innovationsdruck, immer neue Kanäle an unsere Multi Posting Engine anzubinden und auch in neue Bereiche wie neue Social-Media-Kanäle, bspw. TikTok, anzubinden. Diese neuen Kanäle erhöhen den Mehrwert unserer Lösung, führen aber auch zu höherem Investitionsbedarf. Unklar ist, welche Auswirkungen die neu entstandenen künstlichen Intelligenzlösungen am Markt für die Personalbeschaffung und Verwaltung haben werden, ebenso geopolitische Auswirkungen wie der anhaltende Krieg in der Ukraine. Gerade der Krieg in der Ukraine kann zu Reduzierung der Investitionen bei Unternehmen und Verbrauchern führen, was zu einer geringeren Nutzung unsere Tools führen kann, da wesentlichen Teile unseres Umsatzes von der Anzahl der gesuchten Bewerber und der Anzahl der verwalteten Mitarbeiter abhängen. Die compleet GmbH wird die Einsatzmöglichkeiten ihrer Produkte für ihre Kunden tatkräftig und innovativ weiterentwickeln und diese an die Marktentwicklung anpassen. Daher gehen wir auch für 2022 und 2023 von einer leichten Steigerung der wiederkehrenden Umsätze und der Stellenanzeigen bei gleichzeitigem Rückgang der Bewerber aus. Das EBITDA wird 2022 wie auch 2023 von Investitionen in die Zusammenführung der Unternehmen, ihrer Mitarbeiter und deren Lösungen geprägt sein. Dies wird zu wesentlichen Einmalaufwendungen führen, die sich aber durch den Mehrwert der geschaffenen compleet Suite auszahlen werden. B) Risikobericht Ein wichtiges Instrument unserer Geschäftsprozesse und eine wichtige Grundlage unserer Entscheidungen ist das Risikomanagement. Damit halten wir die Risiken und Chancen im operativen Geschäft unter Kontrolle. Jeder Bereichsleiter ist der Geschäftsführung direkt unterstellt, gegenüber dieser berichtspflichtig und für seinen Bereich verantwortlich. Die Zweckmäßigkeit und Effizienz des Risikomanagements und der Kontrollsysteme werden intern in regelmäßigen Abständen geprüft. Die vorgenannten Praktiken sichern uns eine entsprechende Finanzausstattung mit der damit verbundenen ausgeglichenen Liquidität und Bonität. Die Zeitarbeit ist eine flexible und attraktive Beschäftigungsform, die sich an die Bedürfnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern flexibel anpasst. Im Herbst 2021 erlebte die Branche einen Aufschwung, der ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt unterstreicht. Die Zeitarbeit bietet nicht nur eine schnelle und effiziente Lösung für Personalengpässe, sondern auch vielfältige Chancen für die berufliche Entwicklung und Qualifizierung von Zeitarbeitskräften. Der Bericht für das Jahr 2021 von Lünendonk & Hossenfelder 7 zeigt, dass die Zeitarbeitsbranche in Deutschland eine starke Erholung von den Auswirkungen der Corona-Krise erlebt hat. Die Nachfrage nach flexiblen Arbeitskräften ist in vielen Branchen gestiegen, insbesondere in der Industrie, dem Gesundheitswesen und IT-Sektor. Die führenden Zeitarbeitsunternehmen konnten ihre Marktanteile ausbauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Als Risiko sieht die compleet trotz der positiven Marktentwicklung die drohende weitere Regulierung und Einschränkung der Zeitarbeit z.B. im Gesundheitsbereich als moderates Risiko und auf der anderen Seite der Mitarbeitermangel, der auf der einen Seite eine Chance für die Zeitarbeit ist, aber auf der anderen Seite auch ein mittlere Risiko darstellt, da Kosten zur Gewinnung von Mitarbeiter steigern und Firmen ggf. mehr Geld investieren können als Zeitarbeitsunternehmen, um Mitarbeiter zu gewinnen. Um diese Vorteile zielgerichtet und strategisch zu nutzen, ist es wichtig, dass die Zeitarbeit mit der Zeit und dem Wandel geht und sich den Herausforderungen der Digitalisierung aktiv stellt. Die Lünendonk-Studie zeigt, dass viele Zeitarbeitsunternehmen bereits digitale Tools einsetzen, um ihre Prozesse zu optimieren und ihre Kunden und Bewerber besser zu bedienen. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für die Zeitarbeit, wie zum Beispiel die Nutzung von Künstlicher Intelligenz, Big Data oder Blockchain. Diese Technologien können dazu beitragen, die Qualität und Effizienz der Zeitarbeit zu steigern, die Transparenz und Sicherheit zu erhöhen und die Zufriedenheit aller Beteiligten zu verbessern. Genau in diesem Umfeld ist die compleet mit ihren Lösungen aktiv und ist somit ein wichtiger Partner für die Zeitarbeit, sowohl für Zeitarbeitsunternehmen als auch für Unternehmen, die Zeitarbeiter einsetzten und verwalten müssen. Durch den Aufschwung in der Branche im Jahr 2021 und durch die gute Positionierung der compleet konnten die Umsätze vor allem im Recruiting- und Stellenanzeigengeschäft gesteigert werden. Durch die Corona-Pandemie gibt es aber leider auch einen Anteil an Unternehmen in der Branche der Zeitarbeit, die weiterhin mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen haben. Dadurch steigt das Risiko an Forderungsausfällen. Diesem Effekt mit mittlerem Risiko steuert die compleet durch eine Anpassung des Forderungsmanagements aber auch durch Intensivierung der Kundenbetreuung entgegen, um eine bessere Einschätzung der Risiken pro Unternehmen zu erhalten. Trotz dieser Maßnahmen wird und ist die compleet auch durch Forderungsausfälle betroffen und musste daher im Jahr 2021 Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 70 T€ verbuchen. C) Chancen Durch den steigenden Kostendruck in der Zeitarbeitsbranche wird das Thema Digitalisierung und Kostentransparenz immer wichtiger und in vielen Unternehmen noch zentraler im Fokus sein. In beiden Bereichen liefert die compleet Lösungen, die den Personaldienstleistern helfen, noch effizienter zu werden. Mit dem Zusammenführen von Personaleinsatzplanung, dem Anfragen und Buchen fehlender Mitarbeiter bis hin zum datengetriebenen Recruiting von Kandidaten kann der gesamte Prozess des Workforce Management vollständig digital optimiert werden. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz in unseren Lösungen kann unseren Kunden einen Zeit- und damit Wettbewerbsvorteil verschaffen. Durch diese für unsere Kunden gewinnbringende Kombination verschiedener Marktlösungen zu einer komplexen "compleet Suite" erwartet die compleet GmbH, trotz deutlicher Pandemieeffekte, positive Entwicklungen bei der Nachfrage ihrer Lösungen. Die Steigerung der Produkt und Servicequalität, sowie die Vereinfachung der Wartungskomplexität der Produkte ist weiterhin ein wichtiges Ziel, vor allem beim Kernprodukt der Suite, um die internen Aufwendungen zu optimieren.
München, den 4. Oktober 2023] Jörg Milewski-Freiherr von Taube Elmar Weber Sophie Genty
1
https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Gewerbemeldungen-Insolvenzen/Tabellen/lrins01.html#242428
Bilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Anhang für das Geschäftsjahr 2021der compleet GmbH (vormals GermanPersonnel e-search GmbH)Allgemeine AngabenDie compleet GmbH (vormals GermanPersonnel e-search GmbH) hat ihren Sitz in München und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht München (Reg.Nr.:HRB 141304). Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Gesellschaft ist zum Stichtag 31. Dezember 2021 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Der Abschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang (einschließlich Anlagenspiegel). Die Gewinn- und Verlustrechnung ist entsprechend § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Gesellschaft nimmt die für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Rückwirkend zum 1. Januar 2021 und mit Verschmelzungsvertrag und -beschluss vom 15. Dezember 2021 wurden die Schwestergesellschaften Avax GmbH, Stuttgart, evint GmbH, Fulda, und Compana Agency GmbH, Hürth, auf die compleet GmbH verschmolzen. Aufgrund dieser Seitwärtsverschmelzungen ist die Vergleichbarkeit zu den Vorjahreszahlen nur bedingt gegeben. Nach der Verschmelzung ergaben sich zum 1. Januar 2021 nachfolgende Eröffnungsbilanzwerte: AKTIVA
Grundsätze zur Bilanzierung und BewertungSelbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden zu Herstellungskosten (Entwicklungskosten) aktiviert, sofern zum Abschlussstichtag zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Entstehung eines Vermögensgegenstandes besteht. Zu den Herstellungskosten zählen die einzeln zurechenbaren Kosten durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden planmäßig nach der linearen Methode pro rata temporis über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren und zehn Jahren abgeschrieben. Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer von drei Jahren, abgeschrieben. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer abzüglich planmäßiger Abschreibungen, angesetzt. Die beweglichen Anlagegüter werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer (zwischen 3 bis 13 Jahren) pro rata temporis linear abgeschrieben. Geringwertige bewegliche Anlagegüter mit einem Einzelanschaffungspreis bis zu € 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalbetrag angesetzt. Erkennbaren Einzelrisiken ist durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen, dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen worden. Die flüssigen Mittel sind in Höhe ihres Nennwerts angesetzt. Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, sind unter dem Rechnungsabgrenzungsposten aktiv abgegrenzt. Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. Bei Bildung der Rückstellungen ist den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen worden. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Verbindlichkeiten werden mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, sind unter dem Rechnungsabgrenzungsposten passiv abgegrenzt. Die Umsatzrealisierung findet zum Zeitpunkt der Leistungserbringung statt. Angaben zu einzelnen Posten der BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahrs im Anlagenspiegel (siehe Anhang) dargestellt. Umlaufvermögen Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stellen sich wie folgt dar:
In der Position "sonstige Vermögensgegenstände" sind keine Beträge größeren Umfangs enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Eigenkapital Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt € 25.500,00 und ist mit dem Nennbetrag angesetzt. Seit dem 25. November 2019 besteht ein Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrag mit der compleet group GmbH, München, sodass das Jahresergebnis in Höhe von € 37.330,83 vollständig abgeführt wurde. Als Folge der Verschmelzung ergab sich eine Reinvermögensmehrung in Höhe von € 617.309,69, die in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingestellt wurde. Mit Gesellschafterbeschluss vom 7. Januar 2021 und ergänzender rückwirkender Vereinbarung vom 1. Juni 2022 leistete die Gesellschafterin compleet group GmbH zudem eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 1.600. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Urlaubsverpflichtungen und erfolgsabhängige Vergütungen in Höhe von T€ 474,4 (Vj. T€ 71,8), noch nicht abgerechnete Fremdleistungen T€ 300 (Vj. T€ 77) und Kosten der Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses T€ 258 (Vj. T€ 65). Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Ergebnisabführungsvertrag (T€ 37, Vj. T€ 343), dem Service- und Dienstleistungsvertrag (T€ 546, Vj. T€ 203) sowie aus der umsatzsteuerlichen Organschaft mit der Gesellschafterin (T€ 632, Vj. T€ 327). Sonstige AngabenSonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:
Arbeitnehmer Im Jahr 2021 waren im Unternehmen durchschnittlich 118 Mitarbeiter beschäftigt. Darunter gab es im Berichtsjahr neun leitende Angestellte. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Es wurden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen zu marktunüblichen Bedingungen getätigt. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Eine Angabe des von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar ist unter Anwendung von § 288 Abs. 2 S. 2 HGB i. V. m. § 285 Nr. 17 HGB unterblieben. Nachtragsbericht Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2021]sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten. Ergebnisverwendung Das Geschäftsjahr zum 31.12.2021 schließt aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit einem Jahresergebnis in Höhe von T€ 0 ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von T€ 2.575 auf neue Rechnung vorzutragen. Organe Mitglieder der Geschäftsführung waren/sind:
München, den 4. Oktober 2023] Jörg Milewski-Freiherr von Taube Elmar Weber Sophie Genty Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die compleet GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der compleet GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der compleet GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 4. Oktober 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Alexander Fiedler, Wirtschaftsprüfer ppa. Lena Metzger, Wirtschaftsprüferin Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde am 12. Februar 2024 festgestellt. |
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