PRIVAT- BRAUEREI ERNST BARRE GMBH

Berliner Straße 122, 32312 Lübbecke, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Oeynhausen HRB 8681
Eingetragen
13.12.1979
Branche
Großhandel mit GetränkenHerstellung von Apfelwein und sonstigen gegorenen Getränken aus ObstHerstellung von Erfrischungsgetränken und Mineralwässern
Gegenstand
Herstellung und/oder Vertrieb von Brauereierzeugnissen sowie Herstellung und/oder Vertrieb von sonstigen Getränken, insbesondere auch alkoholfreier Getränke und die Durchführung aller Geschäfte, die im unmittelbaren und/ oder mittelbaren Zusammenhang stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Mike Eickhof
seit 3.2.2022
Prokura
Wolfgang Rosengarten
seit 18.2.2009
Prokura
Dirk Stapper
seit 2.1.2008
Prokura
Geschäftsführer
Thomas Holle
seit 22.9.2004
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PRIVAT- BRAUEREI ERNST BARRE GMBH

Lübbecke

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT GEM. § 289 HGB ZUM JAHRESABSCHLUSS 31.12.2023

DER PRIVAT-BRAUEREI ERNST BARRE GMBH, LÜBBECKE I.W.

I. Grundlagen der Gesellschaft

1. Geschäftsmodell

Die Privat-Brauerei Ernst Barre GmbH ist ein traditionsreiches und inhabergeführtes Unternehmen, das im Jahr 1842 gegründet wurde und an seinem Firmensitz in 32312 Lübbecke mehr als 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Hergestellt werden hier qualitativ hochwertige Biere sowie alkoholhaltige und alkoholfreie Biermischgetränke, die überwiegend regional vertrieben werden. Der Unternehmensstandort liegt in NordrheinWestfalen, konkret im Kreis Minden-Lübbecke, der im Norden an das Bundesland Niedersachsen angrenzt. In diesem Bereich liegt auch das primäre Vertriebsgebiet des Unternehmens, das in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Richtung der deutschen Nordseeküste ausgeweitet worden ist.

Die Produktpalette umfasst neben ober- und untergärigen Biersorten auch saisonale Spezialitätenbiere sowie verschiedene Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke (alkoholfreie Biere, alkoholfreie Biermischgetränke, Fassbrausen und Erfrischungsgetränke). In einem geringen Umfang werden auch Biere anderer Hersteller vertrieben. Die Abfüllung der Produkte erfolgt ganz überwiegend in Mehrwegflaschen und Fässer verschiedener Größenordnungen.

Zu den Abnehmern der Markenprodukte zählen Kunden aus den Bereichen der Gastronomie, der Veranstaltungsbranche, des Getränkefachgroßhandels und des Lebensmitteleinzelhandels, die teilweise direkt beliefert werden oder aber selber ab Rampe beziehen. In einem relativ kleinen Umfang werden die Produkte des Unternehmens auch in das europäische Ausland exportiert.

Die Gesamtabsätze des Unternehmens beinhalten im Jahr 2023, mit einem wieder auf 37 Prozent gestiegenen Anteil (Vorjahr 34 Prozent) Fassbier und damit gastronomie und veranstaltungsbezogene Absätze. Ein Anteil von 61 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent) entfällt auf das Flaschenbier und ein weiterer Anteil von 2 Prozent (Vorjahr: 1 Prozent) auf Tankbierabsätze.

Das Unternehmen ist im Besitz eigener Wasserquellen, die sich in einem geschützten Einzugsgebiet befinden. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden, soweit dies möglich ist, von regionalen bzw. in Deutschland ansässigen Unternehmen bezogen. Gleiches gilt für die Erteilung von Reparatur und Instandhaltungsaufträgen, die vor dem Hintergrund der regionalen Ausrichtung des Unternehmens, ebenfalls nach Möglichkeit vor Ort vergeben werden.

2. Forschung und Entwicklung

Der Schwerpunkt des Unternehmens im Bereich der Forschung und Entwicklung liegt primär in der qualitativen Fortentwicklung und Optimierung der Produktions- und Herstellprozesse. Darüber hinaus wird in die Entwicklung innovativer Biersorten bzw. bierhaltiger Produkte, insbesondere im Bereich der sog. Craft-Biere, der Biermischgetränke und der alkoholfreien Erfrischungsgetränke investiert. Ergebnis dieser hausintern durchgeführten Entwicklung war das im 3. Quartal des Berichtsjahres in einer limitierten Auflage eingeführte Craft-Bier "Barre Edition No. 10 Jubilator".

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Lage

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland wurde im Jahr 2023 von verschiedenen Faktoren geprägt. Nach den Herausforderungen der COVID-19-Pandemie und den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts erlebte die deutsche Wirtschaft eine langsame Erholung. Es gab Anzeichen für eine Stabilisierung, jedoch blieben Unsicherheiten aufgrund von globalen Lieferkettenproblemen und der anziehenden Inflation bestehen.

Die Inflation war dabei ein zentrales Thema, das die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigte. Gleichzeitig gab es Bemühungen, die Energieversorgung zu diversifizieren und nachhaltige Lösungen zu fördern. Der Arbeitsmarkt zeigte sich robust, mit einer relativ niedrigen Arbeitslosenquote, was grundsätzlich positiv für die Konsumausgaben war.

Insgesamt war die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im Jahr 2023 von einer Mischung aus Erholung und anhaltenden Herausforderungen geprägt, wobei jeder Sektor seine eigenen Dynamiken und Trends aufwies.

Der Industriesektor erlebte eine moderate Erholung, insbesondere in der Automobil- und Maschinenbauindustrie. Die Nachfrage nach nachhaltigen Technologien und Elektrofahrzeugen trieb Innovationen voran. Allerdings blieben Herausforderungen wie Lieferengpässe und steigende Rohstoffpreise bestehen.

Der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus und die Gastronomie, erholten sich allmählich von den pandemiebedingten Rückschlägen. Die Nachfrage nach Freizeit- und Reiseangeboten stieg, was zu einem Anstieg der Umsätze führte. Auch der digitale Dienstleistungsbereich, wie IT und E-Commerce, wuchs weiterhin stark.

Die Bauwirtschaft war von steigenden Materialkosten und auch vom Fachkräftemangel betroffen. Trotz dieser Herausforderungen gab es eine anhaltende Nachfrage nach Wohnraum und Infrastrukturprojekten, was zu einem stabilen, wenn auch langsamen Wachstum führte.

Die Landwirtschaft sah sich mit Herausforderungen durch Klimawandel und steigenden Produktionskosten konfrontiert. Dennoch gab es Fortschritte in der nachhaltigen Landwirtschaft und der Digitalisierung, die langfristig positive Effekte versprechen könnten.

Der Energiesektor war stark im Wandel, insbesondere durch den Übergang zu erneuerbaren Energien. Die Bemühungen um Energieunabhängigkeit und die Reduzierung fossiler Brennstoffe gewannen an Bedeutung, was zu Investitionen in Wind- und Solarenergie führte.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam damit auch im Jahr 2023 durch das nach wie vor krisengeprägte Umfeld ins Stocken. Die trotz der jüngsten Rückgänge weiterhin relativ hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen, sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft, ausgehend vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020, leider nicht weiter fort. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor dem Beginn der Corona-Pandemie, lag das BIP 2023 nur um 0,7 % höher.

Das Konsumklima in Deutschland wurde im Jahr 2023 von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Nach einer sich fortsetzenden Phase der Unsicherheit und Inflation gab es Anzeichen einer Stabilisierung. Die Verbraucher zeigten sich hinsichtlich ihres Ausgabeverhaltens aber insgesamt vorsichtiger, die Kauflaune war gemischt. Während einige Bereiche, wie insbesondere der Online-Handel, weiterhin florierten, hatten andere Sektoren mit Herausforderungen zu kämpfen. Insgesamt war das Konsumklima von einer spürbaren Zurückhaltung geprägt, aber auch von der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung.

Diese fragile Gemengelage führte auch im Biermarkt zu einer Konsumzurückhaltung und zu einem noch weiter gestiegenen Anteil an Aktionskäufen im Bereich des Einzelhandels - und hier insbesondere im Segment des Lebensmitteleinzelhandels. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Gesellschaft für Konsumforschung (GfK))

2. Branchenentwicklung

Die in Deutschland ansässigen Brauereien haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr 2023 insgesamt rund 8,4 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Damit ist der Absatz in 2023 gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent oder um 394 Millionen Liter gesunken. Nachdem der Biermarkt wegen der Corona-Krise in den Jahren 2020 und 2021 massiv eingebrochen war, hatte sich der Absatz 2022 mit einem Zuwachs um 2,7 Prozent zwischenzeitlich wieder etwas erholt. Die Brauereien hofften deshalb auf ein Ende der Durststrecke, doch das ist weiterhin leider nicht in Sicht. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher in Handel und Gastronomie schlägt auch auf die Brauereien voll durch. Hohe Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte sowie für Personal und Logistik belasten die Unternehmen, die mit sinkenden Absätzen und weiterhin zunehmender Bürokratie zu kämpfen haben.

82,8 Prozent des Bierabsatzes waren im Jahr 2023 für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden in Deutschland versteuert. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zum Jahr 2022 damit um 4,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Liter. 17,1 Prozent oder 1,4 Milliarden Liter Bier wurden steuerfrei exportiert, das waren 5,9 Prozent weniger als im Jahr 2022. Davon gingen 784 Millionen Liter (./.2,6 Prozent) in EU-Staaten und 647 Millionen Liter (./.9,6 Prozent) in Nicht-EU-Staaten. 11 Millionen Liter (+1,2 Prozent) gaben die Brauereien unentgeltlich als Haustrunk an ihre Beschäftigten ab. Bei den Biermischgetränken war im Jahr 2023 ebenfalls ein Absatzrückgang zu verzeichnen. Gegenüber dem Jahr 2022 wurden 9,2 Prozent weniger Biermischungen abgesetzt. Sie machten mit 403 Millionen Litern fast 5 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus.

In den Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind alkoholfreie Biere und Malztrunk nicht enthalten. Aus Statistiken des Deutschen Brauerbundes geht allerdings hervor, dass sich alkoholfreie Biere im Jahr 2023 erfolgreicher entwickelt haben als die klassischen Sorten, wenn auch hier unter dem Strich ebenfalls ein Minus stehen dürfte. Alkoholfreie Biere machen laut Brauer-Bund mittlerweile 7 Prozent des deutschen Biermarktes aus. Seit dem Jahr 2007 hat sich die Produktion alkoholfreier Biersorten in Deutschland mehr als verdoppelt.

Gemäß der Statistik des nordrhein-westfälischen Brauereiverbandes ist der Bierabsatz der Mitgliedsbrauereien in Ostwestfalen im Jahr 2023 um 3,9 Prozent gesunken. Auf NRW-Ebene ist der Fassbierabsatz dabei um 4,5 Prozent gestiegen, während der Flaschenbierabsatz um 4,9 Prozent gesunken ist.

Wie schon in den vorangegangenen Jahren, war auch das Jahr 2023 ganzjährig geprägt durch eine Fülle von Aktionsangeboten im Lebensmitteleinzelhandel. Insbesondere die nationalen "Fernsehbiere" wurden nahezu wöchentlich zu Preisen um die 10 bis 11 Euro pro Kasten beworben (bei einem Normalpreis von i.d.R. knapp 17 Euro). Nach wie vor nutzt der Lebensmitteleinzelhandel die Kategorie Bier, um Kunden in seine Outlets zu locken. Bei einigen nationalen Biermarken liegt der Anteil des in Preisaktionen verkauften Flaschen- und Dosenbieres inzwischen bei über 80 Prozent. Diese preisaggressive Ausrichtung des Handels schadet insgesamt der preislichen Positionierung von Bier und auch dem Image der Brauwirtschaft. Auch wenn der Trend zum Kauf von regionalen Produkten weiterhin erkennbar ist, leiden insbesondere Betriebe mit einer lokal/regionalen Ausrichtung unter der aggressiven Aktionspreispolitik des Handels.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutscher Brauerbund, Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien

3. Geschäftsverlauf

Nachdem der Gesamtabsatz unserer Brauerei im Vorjahr um knapp 20 Prozent gesteigert werden konnte, was einer positiven Gegenbewegung nach den durch die Corona-Pandemie negativ geprägten Vorjahren 2020 und 2021 geschuldet war, konnten wir uns im Jahr 2023 der negativen Entwicklung des Gesamtmarktes nicht entziehen. Allerdings verlief unsere Absatzentwicklung mit einem Minus von rund 2 Prozent positiver als die der Gesamtbranche (Bund: ./.4,5 Prozent). Ursächlich dafür war eine überdurchschnittliche Absatzsteigerung beim Fassbier. Im Segment Flaschenbier haben wir unterdurchschnittlich performt, was insbesondere unserer konservativen Preispolitik geschuldet war. Hier galt erneut der Grundsatz: Ertrag vor Menge.

Die Umsatzerlöse konnten im Vergleich zum Vorjahr aber dennoch um 980 TEUR bzw. um 9,1 Prozent gesteigert werden, wofür maßgeblich die zum 01.03.2023 umgesetzte Preiserhöhung und die positive Absatzentwicklung beim Fassbier ursächlich waren.

Im Gegenzug erhöhten sich - wiederum und weiterhin als Folge des Ukraine-Krieges - der Materialaufwand und die Energiekosten um in der Summe fast 644 TEUR. Darüber hinaus erhöhten sich die Personalkosten. Belastend wirkte zusätzlich ein periodenfremder Aufwand (Rückstellungserhöhung Corona-Überbrückungshilfen in Höhe von 190 TEUR). Ohne diesen außerordentlichen Aufwand hätte das Ergebnis bei rund 234 TEUR gelegen.

Die Summe aller Einflussfaktoren führte - im Vergleich zum Vorjahr - zu einem erheblich reduzierten Ergebnis in Höhe von rund 44 TEUR.

4. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 konnten, bedingt durch die Verbesserung der Absatz- und Erlössituation, alle geplanten Investitionstätigkeiten des Unternehmens durchgeführt werden. Die Schwerpunkte der Investitionen lagen im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung (Anzahlungen im Zusammenhang mit der Erstellung einer Umkehrosmoseanlage) und im Bereich des Fuhrparks (Erwerb eines neuen LKW).

Darüber hinaus wurde im Jahr 2023 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 135 kWp installiert, die dazu beiträgt, einen Teil des Stromverbrauchs des Unternehmens durch erneuerbare Energien zu substituieren.

Im Übrigen bewirkte der allgemein gute und dem Stand der Technik entsprechende Zustand der Gebäude, der technischen Anlagen und Maschinen sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung, dass alters- oder verschleißbedingte Neu- oder Ersatzinvestitionen nur in einem dem Bedarf angepassten Umfang umgesetzt werden mussten.

5. Lage des Unternehmens

5.1 Vermögenslage

Das Gesellschaftsvermögen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf rd. 9.585 TEUR (Vorjahr: 9.076 TEUR). Es hat sich damit insgesamt um 509 TEUR erhöht. Bedingt ist dies primär durch die Ausweitung des Anlagevermögens (+997 TEUR). Im Bereich der Sachanlagen liegt dabei eine Steigerung von 322 TEUR vor, wobei die wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr durch Investitionen in den Bereich des Fuhrparks (+97 TEUR) und durch geleistete Anzahlungen für die Betriebs- und Geschäftsausstattung (+284 TEUR) bedingt werden. Leicht rückläufig sind die Positionen Gebinde (./.28 TEUR), Reklameanlagen (./.15 TEUR), Ausstattung Leihgüterdienst (./.10 TEUR) und der Bereich der GWGs (./.16 TEUR). Eine ebenfalls positive Entwicklung liegt bei den Finanzanlagen vor (+673 TEUR). Diese war insbesondere bedingt durch die Gewährung eines Kundendarlehns, das für den Erwerb einer Gastronomieimmobilie zur Verfügung gestellt wurde (Gasthaus am Museumshof in Rahden). Das Umlaufvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig und liegt mit 6.193 TEUR unter der Summe Vorjahres (6.683 TEUR). Wesentlich waren hier die Erhöhungen bei den Vorräten (+169 TEUR), die hauptsächlich durch Anpassungen an aktuelle Preisentwicklungen bei den fertigen und unfertigen Erzeugnisse bedingt wurden. Gestiegen sind auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (+587 TEUR), wobei der wesentliche Posten aus den Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert (+401 TEUR). Demgegenüber standen die rückläufige Entwicklung bei den Wertpapieren (./. 600 TEUR) und beim Kassenbestand (./. 647 TEUR).

5.2 Finanzlage

Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft betrug zum 31.12.2023 12,9 Prozent (Vorjahr: 13,1 Prozent). Gesellschafterin der Privat-Brauerei Ernst Barre GmbH ist zu 100 Prozent die Ernst Barre GmbH & Co. KG. Die Eigenkapitalquote des Mutterunternehmens beträgt 21,6 Prozent (VJ: 10,1 Prozent).

Wesentlicher Posten der Passivseite mit einem Anteil von 54 Prozent (Vorjahr: 60,4 Prozent) an der Bilanzsumme waren erneut die Pensionsrückstellungen, die sich durch Inanspruchnahmen und Todesfälle mittlerweile immer weiter reduzieren.

Das Anlagevermögen war im Geschäftsjahr 2023 vollständig durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital gedeckt (Anlagevermögen zu Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital: 189,6 Prozent (Vorjahr: 279,8 Prozent).

Die Liquidität 2. Grades (kurzfristige Forderungen + liquide Mittel x 100 / kurzfristiges Fremdkapital) betrug zum Geschäftsjahresschluss 2023 161,6 Prozent (Vorjahr: 232,8 Prozent).

Die Liquidität 3. Grades (Umlaufvermögen x 100 / kurzfristiges Fremdkapital) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 195,2 Prozent (Vorjahr: 278,5 Prozent). Durch zugesagte Kreditlinien bei regionalen Banken besteht jederzeit die Möglichkeit, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Die Finanzlage wurde auch weiterhin durch die laufenden Pensionszahlungen (440 TEUR) belastet. Auf Grund von Todesfällen entwickeln sich die Zahlungen gegenüber den Vorjahren aber mittlerweile deutlich rückläufig.

5.3 Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2023 war weiterhin beeinflusst durch die negativen Auswirkungen, die der Krieg in der Ukraine bedingt hat. Trotz der zusätzlich nicht ganz einfachen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erzielte die Gesellschaft ein positives Ergebnis, das zwar unter dem des Vorjahres gelegen hat, das aber, insbesondere weil es nicht mehr durch die Nutzung von staatlichen Corona-Fördermaßnahmen beeinflusst war, als zufriedenstellend bezeichnet werden kann.

Erfreulich waren erneut die gesteigerten Umsatzerlöse, insbesondere im Bereich des Fassbieres, die dazu beigetragen haben, dass sich die Gesamterlöse um 980 TEUR auf 11.758 TEUR (Vorjahr: 10.777 TEUR) erhöht haben.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Geschäftsjahr 2023 hingegen um 377 TEUR auf insgesamt 445 TEUR (Vorjahr: 822 TEUR) gesunken. Bedingt wurde dies insbesondere dadurch, dass in den Vorjahreswerten Erträge aus staatlichen Corona-Unterstützungsmaßnahmen sowie Erträge aus der Anpassung einer Rückdeckungsversicherung enthalten waren.

In Abhängigkeit zur Steigerung der Umsatzerlöse, aber auch auf Grund von diversen Preissteigerungen, hat sich im Geschäftsjahr 2023 der Materialaufwand erhöht (+644 TEUR). Dies ist besonders deutlich bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zu erkennen (+437 TEUR). Auch bei allen anderen Aufwendungen in diesem Bereich sind Steigerungen zu verzeichnen. Rückläufig waren lediglich die Aufwendungen für Betriebsstoffe für den Fuhrpark (./.17 TEUR), die Anschaffungsnebenkosten (./.12 TEUR) und die Aufwendungen für bezogene Leistungen (./.2 TEUR). Die Materialeinsatzquote ist in Bezug auf die Betriebsleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen fertige und unfertige Erzeugnisse) um 2,1 Prozent-Punkte auf 33,2 Prozent (VJ: 31,1 Prozent) gestiegen.

Der Personalaufwand ist, insbesondere bedingt durch eine zum 01.01.2023 umgesetzte Entgelterhöhung sowie durch Inflationsausgleichzahlungen erheblich angestiegen. Insgesamt hat sich der Personalaufwand um einen Betrag von 693 TEUR auf 5.115 TEUR erhöht.

Weiter reduziert haben sich hingegen die Aufwendungen für das Versorgungswerk. Zwar waren für laufende Pensionszahlungen noch 440 TEUR (VJ: 465 TEUR) aufzuwenden, jedoch konnte, bedingt durch die im Jahr 2023 eingetretenen Todesfälle, erneut eine hohe Summe von 415 TEUR (Vorjahr: 479 EUR) im Rahmen der Anpassung der Pensionsrückstellungen aufgelöst werden.

Das strikte Kostenmanagement, das während der Corona-Pandemie insbesondere auch bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrieben wurde, ist im Jahr 2023 nochmals gelockert worden. Hierdurch haben sich die Aufwendungen um rund 177 TEUR auf 2.884 TEUR (VJ: 2.707 TEUR) erhöht. Bedingt wurde diese Entwicklung durch Forderungskorrekturen (+130 TEUR), den Bereich Marketing (+117 TEUR), die Vertriebsaufwendungen (+34 TEUR) und die Aufwendungen für Wartungen und Instandhaltungen (+25 TEUR). Reduziert hat sich hingegen der Pachtaufwand auf 441 TEUR (Vorjahr: 452 TEUR).

Als Spiegelbild der wieder umgesetzten Investitionen haben sich im Geschäftsjahr 2023 die Abschreibungen, die in Summe 456 TEUR (Vorjahr: 399 TUR) betragen haben, wieder erhöht.

5.4 Gesamtaussage

Das Geschäftsjahr 2023 war sowohl für die gesamte Bierbranche als auch für unser Unternehmen wirtschaftlich herausfordernd. Einige maßgebliche Rahmenbedingungen haben sich zu unserem Nachteil entwickelt. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Unternehmen im Jahr 2023 - erstmals nach der Corona-Krise - wieder komplett ohne externe Hilfsleistungen wirtschaften musste, ist das erzielte Ergebnis akzeptabel. Die Vorjahresprognose wurde erreicht. Die Eigenkapitalquote (sowohl der Besitz- als auch der Betriebsgesellschaft) konnte stabilisiert bzw. erneut gesteigert werden.

III. Chancen- und Risikobericht

Unser Unternehmen bewegt sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. Die Braubranche ist von Überkapazitäten und einem damit einhergehenden starken Verdrängungswettbewerb geprägt. Um in diesem Marktumfeld weiterhin bestehen zu können, wird permanent an der Optimierung der betriebsinternen Kostenstruktur gearbeitet. Der stetige Rückgang des Bierkonsums und die anhaltenden Strukturprobleme im Gastronomiebereich definieren ein Risikoumfeld, das einer effizienten Kostenkontrolle bedarf. Der Trend zu regionalen Produkten ist hingegen nach wie vor intakt. Leider wird dieser im Biermarkt oftmals durch ruinöse Aktionspreise, die immer wieder zumindest temporär zu Marktanteilsverschiebungen führen, konterkariert.

Das wirtschaftspolitische Umfeld in Deutschland kann nach wie vor als unsicher bezeichnet werden. So ist aktuell nicht absehbar, wie sich der Krieg in der Ukraine entwickeln wird und welche wirtschaftlichen Folgen daraus zukünftig resultieren. Entscheidend wird zudem sein, ob Deutschland es schafft, in absehbarer Zeit wieder wirtschaftliches Wachstum zu generieren - mit entsprechenden Konsequenzen für das Konsumklima. Gerade in diesen von Unsicherheit geprägten Zeiten ist es wichtig, das Unternehmen verantwortungsbewusst zu führen. Unser Ziel ist eine weiterhin positive Entwicklung unseres Eigenkapitals, was auch dadurch erreicht wird, das von Gesellschafterseite seit Jahren keine Entnahmen vorgenommen werden. Risiken, welche den Bestand des Unternehmens oder dessen künftige Entwicklung gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar. Das Unternehmen hat ein klar erkennbares Potential, sich mittelfristig sowohl im Kernabsatzgebiet als auch insbesondere in den von ihm klar definierten Expansionsgebieten positiv zu entwickeln.

Im Übrigen möchten wir noch auf das Folgende hinweisen:

Zu den wesentlichen Finanzinstrumenten unseres Unternehmens zählen die Finanzanlagen, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände sowie die Guthaben bei Kreditinstituten. Auf der Passivseite gehören die Posten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten zu den relevanten Finanzinstrumenten. Wesentliche Ausfallrisiken unserer Gesellschaft können aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, insbesondere aber aus den Finanzanlagen und damit aus den an Kunden gewährten Darlehen, resultieren. Diesen Risiken wird durch ein straffes Forderungsmanagement begegnet und, soweit erforderlich, wird das Ausfallrisiko durch die Bildung entsprechender Wertberichtigungen hinreichend antizipiert. Im Verpachtungsbereich erfolgt eine zusätzliche Absicherung des Ausfallrisikos durch die Vereinnahmung von Kautionen von Seiten der Pächter. Eine signifikante Konzentration von Ausfallrisiken besteht in unserem Unternehmen nicht, weil sich die Risiken über eine ausreichende Anzahl von Vertragspartnern und Kunden verteilen. Ein Ausfallrisiko ist bei unseren liquiden Mitteln faktisch nicht gegeben, weil diese bei regionalen, finanzkräftigen Banken gehalten werden, die von Krisen im Bereich der Wirtschafts bzw. Finanzmärkte, wenn überhaupt, nur mittelbar tangiert werden. Die Ausfallrisiken bei den von uns eingesetzten Finanzinstrumenten sind im Übrigen analog der derzeitigen durch die gesamtwirtschaftliche Lage beeinflussten Situation zu bewerten. Kundenfinanzierungen werden in unserem Unternehmen grundsätzlich mit festen Zinssätzen abgeschlossen.

Ein Zinsänderungsrisiko bei längerfristigen Finanzierungen besteht nicht, da die Konditionen fixiert sind. Im Bereich kurzfristiger Finanzierungen wird die Entwicklung des Marktes beobachtet, um gegebenenfalls Maßnahmen zur Sicherstellung marktkonformer Finanzierungskonditionen vornehmen zu können. Sicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten wurden und werden auch derzeit in unserem Unternehmen nicht eingesetzt.

Darüber hinaus bestehen Risiken aus gesetzgeberischen Einflüssen, wozu insbesondere eine mögliche Biersteuererhöhung, die Einführung einer Null-Promille-Grenze sowie eines Werbeverbots für alkoholische Getränke gehören. Weiterhin bestehen Risiken in Folge struktureller Veränderungen am Absatzmarkt. Kaufmännische Risiken bestehen in Form eines Anstiegs der Energiekosten und der Rohstoffpreise, die erheblichen Einfluss auf unser Ergebnis haben können.

Risiken bestehen auch zukünftig im Hinblick auf die Entwicklung der Pensionsrückstellungen. Sollte der Kalkulationszinssatz zukünftig wieder absinken oder sollten gesetzgeberische Änderungen mit negativen Auswirkungen eintreten, muss auch in den kommenden Jahren mit einem entsprechend negativen Einfluss auf die Höhe der Pensionsrückstellungen gerechnet werden. Chancen bieten sich jedoch durch einen weiter ansteigenden Kalkulationszinssatz.

IV. Prognosebericht

Die langfristige Entwicklung sinkender Absatzzahlen im deutschen Biermarkt setzt sich leider auch im Jahr 2024 fort. Selbst die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land führte nicht zu der erhofften Kehrtwende. Insbesondere die demografische Entwicklung, ein sich veränderndes Konsumverhalten und aktuell die - aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - gestiegene Sparneigung der Verbraucher - dominieren das Geschehen. Das wird sich aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren nicht maßgeblich ändern. Insofern ist von einer weiteren Konsolidierung des Biermarktes in Deutschland auszugehen. Erfreulich ist einzig, dass an den Rohstoffmärkten eine Entspannung erkennbar ist. Diese wird dazu beitragen, die sich erneut abzeichnenden Umsatzeinbußen zumindest teilweise zu kompensieren.

Unser Ziel im Jahr 2024 ein positives Ergebnis zu erwirtschaften, wird aufgrund der aktuellen Entwicklungen unter Berücksichtigung nicht operativer Ergebniseffekte nach den vorläufigen Ergebnissen nicht erreicht, sodass für das Geschäftsjahr 2024 ein Verlust zwischen 130 und 170 TEUR zu verzeichnen sein wird. Für das Jahr 2025 wird von einer leichten Erholung ausgegangen, sodass sich das Ergebnis voraussichtlich auf einem ausgeglichenen Niveau bewegen wird.

 

Lübbecke, 20.12.2024

gez. Dipl.-Kfm. Christoph Barre, Geschäftsführer

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

PRIVAT-BRAUEREI ERNST BARRE GMBH, LÜBBECKE

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 3.382.622,63 2.385.935,67
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 99.669,00 98.568,00
II. Sachanlagen 1.727.766,72 1.405.643,00
III. Finanzanlagen 1.555.186,91 881.724,67
B. UMLAUFVERMÖGEN 6.192.818,28 6.683.187,16
I. Vorräte 1.491.915,13 1.322.809,78
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.527.879,93 3.940.414,99
- Forderungen gegen verbundene Unternehmen: EUR 2.547.876,36 (Vorjahr: EUR 2.147.140,55)
- Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: EUR 10.661,70 (Vorjahr: EUR 6.022,92)
- davon gegen Gesellschafter: EUR 2.510.118,21 (Vorjahr: EUR 2.111.741,56)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 1.074.555,84 (Vorjahr: EUR 1.102.063,52)
III. Wertpapiere 0,00 600.304,60
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 173.023,22 819.657,79
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 9.407,61 6.487,00
9.584.848,52 9.075.609,83

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. EIGENKAPITAL 1.241.456,64 1.197.408,81
I. Gezeichnetes Kapital 512.000,00 512.000,00
II. Bilanzgewinn 729.456,64 685.408,81
- davon Gewinnvortrag: EUR 685.408,81 (Vorjahr: EUR 156.711,03)
B. RÜCKSTELLUNGEN 6.439.671,95 6.856.291,19
C. VERBINDLICHKEITEN 1.903.719,93 1.021.909,83
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten: EUR 1.000.000,00 (Vorjahr: EUR 0,00)
- davon aus Steuern: EUR 92.007,99 (Vorjahr: EUR 90.498,46)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 6.674,30 (Vorjahr: EUR 6.831,65)
9.584.848,52 9.075.609,83

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

2023
EUR
2022
EUR
1. Rohergebnis 8.452.100,15 8.195.112,56
2. Personalaufwand -5.114.805,05 -4.421.618,85
a) Löhne und Gehälter -4.248.811,40 -3.590.414,48
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -865.993,65 -831.204,37
- davon für Altersversorgung: EUR 82.150,08 (Vorjahr: EUR 44.034,34)
3. Abschreibungen -455.996,37 -398.765,35
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -455.996,37 -398.765,35
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.883.967,21 -2.706.928,82
5. Erträge aus Beteiligungen 9.541,90 14.029,69
6. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 11.274,48 6.067,94
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 106.186,46 69.978,25
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 106.159,46 (Vorjahr: EUR 69.942,25)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -90.857,44 -11.152,87
- davon aus der Aufzinsung: EUR 110.349,00 (Vorjahr: EUR 123.886,00)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 31.215,55 -200.207,00
10. Ergebnis nach Steuern 64.692,47 546.515,55
11. Sonstige Steuern -20.644,64 -17.817,77
12. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 44.047,83 528.697,78
13. Gewinnvortrag/Verlustvortrag 685.408,81 156.711,03
14. Bilanzgewinn/-verlust 729.456,64 685.408,81

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

PRIVAT-BRAUEREI ERNST BARRE GMBH, LÜBBECKE

ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Die Privat-Brauerei Ernst Barre GmbH mit Sitz in 32312 Lübbecke wird im Handelsregister B des Amtsgerichts Bad Oeynhausen unter der Registernummer 8681 geführt.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für mittelgroße Kapitalgesellschaften sowie der ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden. Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss zum 31.12.2022 angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet.

Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Herstellkosten angesetzt und ab Nutzungsbeginn über die geplante Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, bewertet.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der branchenüblichen Nutzungsdauer überwiegend nach der linearen Methode vorgenommen. Auf Zugänge wird die Abschreibung zeitanteilig vorgenommen.

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, die Ausleihungen zum Nominalwert.

Auf die Ausleihungen werden Wertberichtigungen in Höhe des Ausfallrisikos vorgenommen. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten oder mit niedrigeren Börsen- bzw. Marktpreisen am Bilanzstichtag bewertet.

Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet. In die Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der Gemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Die Bewertung der Bestände an Waren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips.

Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt grundsätzlich zum Nennwert. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen Rechnung getragen.

Die flüssigen Mittel werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Für die Rückstellungen für Pensionen wurde die versicherungsmathematische Berechnung nach der Projected-Unit-Credit-Methode vorgenommen. Dabei wurden ein Zinssatz von 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %) und keine weitere Rentensteigerung unterstellt. Ein Lohn- und Gehaltstrend wurde bei zwei aktiven Anwärtern mit 0,8 %. Die Methodik zur Bestimmung des Rechnungszinses gemäß § 253 HGB wurde am 26.02.2016 durch ein Gesetz geändert. Das Gesetz eröffnete die Möglichkeit, für Geschäftsjahre die nach dem 31.12.2014 enden, statt wie bisher mit einem 7-Jahres-Durchschnittszins mit einem 10-Jahres-Durchschnittszins zu rechnen. Das Unternehmen hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Rückstellungen wurden daher nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Differenzbetrag, der sich aus der geänderten Berechnung ergibt und der Ausschüttungssperre unterliegt, beträgt 43 TEUR. Es wurden die Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck 2018 G verwendet.

Für die Pensionsverpflichtungen existieren teilweise Vermögenswerte, welche an die Pensionäre verpfändet sind. Sie sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Die Bewertung erfolgt seit dem Jahr 2010 zum beizulegenden Zeitwert; dieser wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen nach § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Der sich ergebende Verpflichtungsüberhang, wird unter den Rückstellungen erfasst.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Anlagevermögen

Die Darstellung der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist als Anlage beigefügt.

Finanzanlagen

Die sonstigen Ausleihungen betreffen überwiegend Kundendarlehen, die der Absatzsicherung dienen.

Umlaufvermögen

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich jeweils um sonstige Forderungen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 2.510 TEUR (VJ: 2.112 TEUR) stellen gleichzeitig Forderungen gegenüber Gesellschaftern dar.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält insbesondere Vorauszahlungen für Kfz-Steuern und -Versicherungen.

Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital beträgt Euro 512.000.

Pensionsrückstellungen

Aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen zum 1. Januar 2010 ergab sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 945 TEUR; zum Bilanzstichtag bestand keine Unterdeckung mehr (Vorjahr: 27 TEUR).

Die Anschaffungskosten des gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit den Pensionsrückstellungen verrechneten Deckungskapitals betragen 736 TEUR (Vorjahr: 692 TEUR). Dieser Wert entspricht dem Aktivwert. Der Versicherungsvertrag wurde - zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der VFELage - in die kongruente Bewertung einbezogen (Anwendung IDW RH FAB 1.021). Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens zum Stichtag betrug 917 TEUR (Vorjahr: 887 TEUR). Der bilanzierte Betrag der Pensionsrückstellungen beträgt 6.088 TEUR (Vorjahr: 6.366 TEUR). Es ergibt sich ein passivischer Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von 5.171 TEUR (Vorjahr: 5.479 TEUR).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben in voller Höhe eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GUV

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden.

Die Aufwendungen aus der Erhöhung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 1/15 des Unterschiedsbetrags zwischen dem Bilanzwert zum 31. Dezember 2009 und dem gemäß BilMoG bewerteten Bilanzwert zum 1. Januar 2010 (27 TEUR) sind aufgrund der Änderungen durch das BilRUG in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Bei den Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und längerfristigen Personalrückstellungen handelt es sich um den Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen aus der Vermögensanlage der nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu verrechnenden Vermögensgegenstände. Diese dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionen; sie sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Nach den BilMoG-Bestimmungen (§ 246 Abs. 2 S. 2 HGB) wurden die Vermögenserträge in Höhe von 36 TEUR (Vorjahr: 153 TEUR) mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung in Höhe von 110 TEUR (Vorjahr: 124 TEUR) verrechnet.

SONSTIGE ANGABEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen insbesondere aus einem Betriebspachtvertrag in Höhe von 883 TEUR (Vorjahr: 903 TEUR) mit einer Laufzeit von 2 Jahren sowie Miet- und Leasingverträgen mit einem Jahreswert in Höhe von 219 TEUR (Vorjahr: 226 TEUR).

Die Verpflichtungen aus dem oben genannten Pachtvertrag und einem Miet-/Nutzungsvertrag über 42 TEUR bestehen gegenüber dem verbundenen Unternehmen Ernst Barre GmbH & Co. KG.

Haftungsverhältnisse

Es bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften gegenüber verschiedenen Kunden und Pächtern in Höhe von 20 TEUR (Vorjahr 20 TEUR). Hiervon wurden drohende Inanspruchnahmen in Höhe von 5 TEUR (Vorjahr 5 TEUR) durch die Bildung einer entsprechenden Rückstellung berücksichtigt.

Des Weiteren bestehen zum Abschlussstichtag Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von 1.000 TEUR (Vorjahr 1.000 TEUR). Die verbürgten Verpflichtungen valutieren zum Stichtag in Höhe von 260 TEUR (Vorjahr 848 TEUR). Diese bestehen in voller Höhe gegenüber dem verbundenen Unternehmen Ernst Barre GmbH & Co. KG.

Über die gebildeten Rückstellungen hinaus schätzen wir die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme aufgrund der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Begünstigten in der Vergangenheit als sehr gering ein. Anhaltspunkte für eine andere Beurteilung liegen uns derzeit nicht vor.

Wir gehen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft mittelfristig nicht von einem Eintritt der Bedingungen aus.

Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)

Angestellte 38
Gewerbliche Arbeitnehmer 57
95

Geschäftsführung

Herr Dipl.-Kfm. Christoph Barre, Lübbecke, hauptberuflicher Geschäftsführer.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Bilanzgewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung bzw. der ehemaligen Mitglieder der Geschäftsführung

Auf die Nennung der Bezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung oder deren Hinterbliebenen sind im Jahresabschluss Pensionsrückstellungen in Höhe von 290 TEUR (Vorjahr: 311 TEUR) gebildet worden.

 

Lübbecke, 20.12.2024

gez. Dipl.-Kfm. Christoph Barre, Geschäftsführer

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 100.764,38 0,00 0,00 0,00 100.764,38
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 268.004,37 35.326,36 0,00 0,00 303.330,73
368.768,75 35.326,36 0,00 0,00 404.095,11
II. SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.856.211,95 460.767,93 73.627,58 0,00 11.243.352,30
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 283.808,72 0,00 0,00 283.808,72
10.856.211,95 744.576,65 73.627,58 0,00 11.527.161,02
III. FINANZANLAGEN
Beteiligungen 37.197,10 0,00 0,00 0,00 37.197,10
Sonstige Ausleihungen 1.201.027,57 1.154.010,66 409.048,42 0,00 1.945.989,81
1.238.224,67 1.154.010,66 409.048,42 0,00 1.983.186,91
12.463.205,37 1.933.913,67 482.676,00 0,00 13.914.443,04
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.01.2023
EUR
Zuführungen
EUR
Auflösungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 100.759,38 0,00 0,00 100.759,38
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 169.441,37 34.225,36 0,00 203.666,73
270.200,75 34.225,36 0,00 304.426,11
II. SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.450.568,95 421.771,01 72.945,66 9.799.394,30
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
9.450.568,95 421.771,01 72.945,66 9.799.394,30
III. FINANZANLAGEN
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstige Ausleihungen 356.500,00 71.500,00 0,00 428.000,00
356.500,00 71.500,00 0,00 428.000,00
10.077.269,70 527.496,37 72.945,66 10.531.820,41
NETTOBUCHWERTE
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5,00 5,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 99.664,00 98.563,00
99.669,00 98.568,00
II. SACHANLAGEN
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.443.958,00 1.405.643,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 283.808,72 0,00
1.727.766,72 1.405.643,00
III. FINANZANLAGEN
Beteiligungen 37.197,10 37.197,10
Sonstige Ausleihungen 1.517.989,81 844.527,57
1.555.186,91 881.724,67
3.382.622,63 2.385.935,67

Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Privat-Brauerei Ernst Barre GmbH, Lübbecke

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresschluss der Privat-Brauerei Ernst Barre GmbH, Lübbecke, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Privat-Brauerei Ernst Barre GmbH, Lübbecke, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bad Oeynhausen, 20.12.2024

AUDITAS GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dipl.-Bw. Burkhard Osterwisch, Wirtschaftsprüfer

Dipl.-Kfm. Nils Weinberger, Wirtschaftsprüfer

Die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2023 erfolgte mit Gesellschafterbeschluss vom 20. Dezember 2024.

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