Sparkasse Bodensee

Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRA 381113
Eingetragen
2.4.2001
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBausparkassen
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des § 6 Sparkassengesetzes von Baden-Württemberg.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Mönch
seit 2.7.2025
Vorstandsmitglied
Frank Lammering
seit 27.5.2024
Vorsitzender des Vorstands
Manuel Kruppe
seit 27.5.2024
Vorstandsmitglied
René Bürger
seit 5.9.2023
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Lothar Mayer
seit 11.5.2016
Vorsitzender des Vorstands

Gesellschafter
Beta

Keine Daten verfügbar

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Bodensee

Friedrichshafen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht der Sparkasse Bodensee für das Geschäftsjahr 2023

1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse Bodensee

1.1 Geschäftsmodell der Sparkasse Bodensee


Die Sparkasse Bodensee ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Friedrichshafen und Konstanz. Wir sind Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), Stuttgart und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes e.V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Wir sind beim Amtsgericht Ulm unter der Nummer A 631121 und beim Amtsgericht Freiburg i. Br. unter der Nummer A 381113 im Handelsregister eingetragen.


Wir betreiben grundsätzlich alle banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz von Baden-Württemberg, die auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen oder die Satzung der Sparkasse keine Einschränkungen vorsehen. Träger der Sparkasse sind der Bodenseekreis, die Städte Konstanz, Überlingen, Markdorf und Meersburg sowie die Gemeinden Hagnau, Owingen, Sipplingen, Daisendorf und Stetten. Die gesetzlichen Vertreter dieser Städte und Gemeinden sowie des Landkreises bilden die Versammlung der Träger. Als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen verfolgen wir das Ziel, auf Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse vorrangig in unserem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstandes - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen auch in der Fläche sicherzustellen.


Unsere Sparkasse ist als Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Dieses Sicherungssystem ist von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt worden. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").


Organe der Sparkasse sind der Verwaltungsrat, der Kreditausschuss und der Vorstand. Der Verwaltungsrat bestimmt die Richtlinien für die Geschäfte der Sparkasse, erlässt Geschäftsanweisungen für den Kreditausschuss sowie den Vorstand und überwacht deren Tätigkeit. Der Verwaltungsrat besteht aus dem Vorsitzenden, 17 weiteren Mitgliedern und drei ständigen Gruppenstellvertretern. Dem Anhang zum Jahresabschluss ist die Zusammensetzung des Verwaltungsrates zu entnehmen. Der Kreditausschuss, bestehend aus dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates als Vorsitzender, fünf weiteren Mitgliedern des Verwaltungsrates und zwei ständigen Stellvertretern, beschließt über die Zustimmung zur Gewährung von Krediten nach der Geschäftsanweisung und über die Zustimmung zur Gewährung von Organkrediten im Sinne von § 15 des Gesetzes über das Kreditwesen. Der Vorstand, bestehend aus zwei Mitgliedern, leitet die Sparkasse in eigener Verantwortung. Er vertritt die Sparkasse und führt ihre Geschäfte.


Zum 31. Dezember 2023 unterhalten wir neben den beiden Hauptstellen insgesamt drei Direktionen, zwölf Beratungscenter, sechs Filialen und 30 SB-Filialen.


Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % auf 660 verringert, von denen 403 vollzeitbeschäftigt, 211 teilzeitbeschäftigt sowie 46 in Ausbildung sind. Der Rückgang ist Folge einer natürlichen Fluktuation.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

2.1.1 Volkswirtschaftliches Umfeld


Die Weltwirtschaft hatte in den letzten Jahren mit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und schließlich der Inflation und den damit einhergehenden steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Hinzu kamen zunehmende geopolitische Spannungen, die Unsicherheit schürten. Zugleich dämpften die Zinserhöhungen zahlreicher Notenbanken die Wirtschaftsaktivität. Das alles belastete das globale Wachstum merklich.


Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung 2023 um voraussichtlich 3,1 % gewachsen. Im Euro-Raum dürfte sie lediglich um 0,5 % gestiegen sein. Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete 2023 voraussichtlich ein um 0,3 % schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt. Ursächlich hierfür waren die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, die ungünstigen Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland.


In Baden-Württemberg ist aufgrund der engen globalen Verflechtung der Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt sogar um voraussichtlich 0,6 % zurückgegangen. Das außenwirtschaftliche Umfeld zeigte sich eingetrübt, die Inflation belastete weiter die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Ertragserwartungen der Unternehmen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist maßgeblich auf zurückgehende Aufträge und die rückläufige Produktion im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen.


Der deutsche Arbeitsmarkt war trotz schwacher Konjunktur robust. Die Arbeitslosenquote stieg nach der Bundesagentur für Arbeit lediglich leicht von durchschnittlich 5,4 % in 2022 auf 5,7 % in 2023 und in Baden-Württemberg von 3,6 % auf 4,0 %. Gleichzeitig haben Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den Jahreswerten etwas zugenommen. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat spürbar nachgelassen, ist aber weiterhin vergleichsweise hoch. Die konjunkturell bedingte Kurzarbeit lag im Jahresverlauf auf einem im langjährigen Vergleich moderaten Niveau.


Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2023 gemessen am Verbraucherpreisindex um 5,9 % im Durchschnitt gegenüber 2022 gestiegen. Zwar lagen sie damit unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022 seit Einführung des Euros von 6,9 %, jedoch verharren die Preissteigerungsraten über dem 2 %-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch 2023 hat die EZB daher den Kampf gegen die anhaltend hohen Inflationsraten weitergeführt. Insgesamt hat die EZB im Berichtsjahr 2023 ihren Hauptrefinanzierungssatz um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,50 % erhöht. Den Einlagensatz hat sie ebenfalls um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,00 % erhöht.


Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind insbesondere im vierten Quartal 2023 per saldo gesunken. Zum Schluss des Jahres 2022 lagen sie bei 2,51 %. Ende 2023 wurde für diese Benchmark eine Rendite von 2,02 % verzeichnet.


Auf den Immobilienmärkten wurde 2023 eine deutliche Preiskorrektur vollzogen. Die Zinswende übte einen Abwärtsdruck auf die Bewertung von Immobilien aus. Sowohl die Preise für Wohnimmobilien als auch die Preise für Bürogebäude waren 2023 rückläufig. Die Wohnungs- und Büromieten tendierten hingegen aufwärts. Die Bauinvestitionen sanken im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1 %. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau und das trotz Wohnungsknappheit. 2023 wurden bundesweit 26,6 % weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als 2022 erteilt; in Baden-Württemberg war ein Rückgang von 32,1 % zu verzeichnen. Bauunternehmen und Bauträger kämpfen mit massiv gestiegenen Baukosten und höheren Zinsen.


Nach einem ungünstigen Börsenjahr 2022 legten die großen Aktienindizes 2023 deutlich zu. Der Deutsche Aktienindex (DAX) stieg nach Rückgängen im August und Oktober zum Jahresende deutlich. Neben der zunehmenden Ernüchterung über die realwirtschaftliche Situation und den ausbleibenden Aufschwung kam es insbesondere im vierten Quartal 2023 zu einem starken Aktienkursanstieg aufgrund von Zinssenkungsfantasien. Mit einem Jahresschlussstand von 13.923 Punkten Ende 2022 und 16.751 Punkten Ende 2023 errechnet sich im DAX eine positive Jahresperformance von 20,3 %. Für den EURO STOXX 50, als wichtiger Indikator für die Entwicklung des europäischen Aktienmarktes, ging es von 3.793 Punkten zum Jahresende 2022 auf 4.521 Punkte Ende 2023 aufwärts. Der S&P 500, der als Kursbarometer für die USA gilt, legte im Jahresverlauf von 3.827 Punkte auf 4.790 Punkte zu.

2.1.2 Entwicklung Geschäftsgebiet


Zum Jahresende 2023 hat sich die Geschäftslage in der Bodenseeregion stark eingetrübt. Nach Angaben der für unser Geschäftsgebiet zuständigen Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (Bodenseekreis) und der Industrie- und Handelskammer Hochrhein Bodensee (Stadt Konstanz) brechen über fast alle Branchen hinweg die Umsätze und Auftragseingänge ein.


Zu Beginn des Jahres 2023 begann eine leichte Erholungsphase von den negativen Auswirkungen, die durch den Ukraine-Krieg und die Unruhen im Nahen Osten hervorgerufen wurden. Der erwünschte Aufschwung stellte sich allerdings nicht ein. Eine deutliche Verbesserung bei den Materialengpässen konnte die gesamtwirtschaftliche Situation nicht wesentlich beeinflussen, da nach wie vor die Folgen des Krieges in der Ukraine, die in hohem Maße gestiegenen Energiepreise und eine weltweit weiter zunehmende Unsicherheit die Stimmung in den Unternehmen beherrschte. Die damit verbundenen Einschränkungen in den Wirtschafts- und Dienstleistungsbetrieben zeigten ihre Auswirkungen in den Ergebnissen der Konjunkturumfragen und Wirtschaftsberichten der beiden Industrie- und Handelskammern.


Die Erwartungen über den weiteren Verlauf der Konjunktur sind zum Jahreswechsel 2023/2024 bei den Unternehmen in den IHK-Bezirken im Vergleich zu den Erwartungen des davorliegenden Jahreswechsels weiter pessimistisch. Bei den Produktionsbetrieben haben sich die Erwartungen verbessert. Es zeichnet sich sogar eine Erholung nach dem starken Rückgang im letzten Jahr ab. 25 % der teilnehmenden Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, 55 % äußern sich befriedigend zur Frage nach der Geschäftslage und 20 % rechnen mit einer Verschlechterung. Dementsprechend vorsichtig bewerten die Unternehmen ihre Investitionsabsichten. 30 % der Unternehmen im Bereich der IHK Hochrhein-Bodensee gehen von geringeren Investitionen aus. Dabei führen die Ersatzbeschaffung, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und weiterhin der Ausbau der Digitalisierung die Rangliste bei den Investitionstätigkeiten an. Laut dem Wirtschaftsbericht zum Herbst 2023 der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben ist der Fachkräftemangel in allen Branchen akut vorhanden. Fast zwei Drittel aller regionalen Unternehmen sind davon betroffen. Der Fachkräftemangel wird weiterhin, besonders aufgrund des bevorstehenden Eintritts der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, als hohes Geschäftsrisiko genannt. Zunehmend werden auch die Inlandsnachfrage, die steigenden Arbeitskosten, die politischen Rahmenbedingungen und die zunehmende Bürokratie neben den erdrückenden Energie- und Rohstoffpreisen mit Sorge betrachtet. In einer Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2023 im Landkreis Konstanz bei 3,9 % und im Landkreis Bodenseekreis bei 3,4 %. Auch die immer noch relativ niedrige Arbeitslosenquote bestätigt die Schwierigkeit der Unternehmen, Fachkräfte am Arbeitsmarkt zu bekommen.


Die Erwartungen der Unternehmen an die Entwicklung der kommenden zwölf Monate werden dem Wirtschaftsbericht Herbst 2023 der IHK Hochrhein Bodensee zufolge von den Themen Entwicklung der Inlands- und Auslandsnachfrage, der Verfügbarkeit von Fachkräften, den steigenden Arbeitskosten und den Energiekosten bestimmt. Zudem ist nach Auffassung der IHK Bodensee-Oberschwaben bei den Unternehmern das Grundvertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik erschüttert. Entschlosseneres und verlässlicheres Handeln sowie ein spürbarer Abbau der Bürokratie wird angemahnt.

2.1.3 Konkurrenzsituation


In unserem Geschäftsgebiet sind 18 Konkurrenzinstitute (Vorjahr: 18) mit 52 personenbesetzten Filialen (Vorjahr: 52) vertreten.

2.1.4 Branchenumfeld und rechtliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023


Das makrofinanzielle Umfeld ist von der Zinswende und einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Dabei hat sich das seit 2022 gestiegene Zinsniveau, welches sich in 2023 invers entwickelte, sowohl auf der Aktiv- wie auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der Kreditinstitute ausgewirkt.


Im Aktivgeschäft verzeichneten die Kreditinstitute nach Angaben der Deutschen Bundesbank nur noch eine leichte Zunahme der Kredite an inländische Nichtbanken um 1,0 % von Dezember 2022 bis Dezember 2023, nach einem Anstieg um 6,5 % im Jahr 2022. Am Jahresende 2023 lag der Bestand an Unternehmenskrediten 1,1 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Bei den Krediten an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen verzeichneten die Kreditinstitute ein Plus von 0,7 %. Die Kreditnachfrage privater Haushalte zum Erwerb von Wohneigentum entwickelte sich - nach dem Einbruch um gut 60 % im Jahresverlauf 2022 - weiterhin schwach.


Die Sparkassen in Baden-Württemberg verzeichneten nur eine geringfügige Zunahme des Kreditvolumens (1,8 %). Dieses Plus wurde von den Unternehmenskunden getragen (3,5 %), während das Privatkundengeschäft konstant blieb. Im Neugeschäft ging insbesondere die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten im Vergleich zum Vorjahr zurück (46,6 %).


Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig- bzw. Negativzinsen und der Mangel an sicheren Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der Sichteinlagen geführt. Im Zuge des steigenden Zinsniveaus kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten Anlageprodukten, die sich im laufenden Jahr fortsetzen dürften. In Summe nahmen laut der Deutschen Bundesbank die Einlagen von Nichtbanken bei Kreditinstituten im Inland im Jahr 2023 um 2,0 % zu (2022: +4,1 %). Während die täglich fälligen Bankguthaben um 6,6 % zurückgingen, gab es deutliche Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9 %).


Die Entwicklung bei den baden-württembergischen Sparkassen bewegte sich im Trend der gesamten Kreditwirtschaft. Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen um 1,5 % leicht zu, bei gleichzeitig deutlichen zinsbedingten Umschichtungen von Sicht- und Spareinlagen (-16,2 %) zu Gunsten einer Vervierfachung von Termingeldern und Eigenemissionen.


Das nicht bilanzwirksame Kunden-Wertpapiergeschäft der baden-württembergischen Sparkassen hat sich in Folge des gestiegenen Zinsniveaus spürbar belebt und insbesondere zu einer höheren Nachfrage nach festverzinslichen Papieren geführt. Der gesamte Wertpapierumsatz erreichte 25 Mrd. Euro und lag damit fast ein Viertel über dem Vorjahreswert.


Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte, führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss" und machte sich 2023 positiv in der Ertragslage der Banken bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hervorhebt, wird sich der Wertberichtigungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im Jahr 2023 voraussichtlich verringern. Demgegenüber werden die Kreditinstitute voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden haben.


Die Analyse für die Ertragsentwicklung in der Kreditwirtschaft im Allgemeinen gilt im Wesentlichen auch für die baden-württembergischen Sparkassen. Die Zinswende der EZB führte zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss". Dagegen erhöhte sich der Verwaltungsaufwand bedingt durch die hohe Inflation deutlich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen ergibt sich ein steigendes Kreditrisiko, das sich in einer verstärkten Risikovorsorge für Kredite bei baden-württembergischen Sparkassen widerspiegelt.


Die Stabilität der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt ist durch das Verbundrating erneut bestätigt worden. Die Ratingagenturen Fitch (A+), DBRS (A high) und Moodys (Aa2) haben an ihren Einstufungen festgehalten.


Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts und der Nachhaltigkeitsrisiken angepasst bzw. ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Dies bezog sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.


Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungsdynamik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren dienen in Übereinstimmung mit der sparkasseninternen Berichterstattung folgende Steuerungsgrößen:

Betriebsergebnis vor Bewertung in % der Durchschnittsbilanzsumme (DBS)

Cost-Income-Ratio


Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich zum Bilanzstichtag im Vergleich mit dem Vorjahr wie folgt dar:

Leistungsindikatoren 01.01. bis
31.12.2023
01.01. bis
31.12.2022
01.01. bis
31.12.2023
Prognose
Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS 1) 0,77 0,58 0,75
Cost-Income-Ratio in % 2) 64,4 69,6 68,4

1) Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen und abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
2) Verwaltungsaufwand in Relation zum Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)

2.3 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

2.3.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Sowohl die Bilanzsumme als auch das Geschäftsvolumen haben sich marginal reduziert. Die Bilanzsumme hat sich um 0,4 % auf 5.307,5 Mio. EUR und das Geschäftsvolumen um 0,5 % auf 5.370,6 Mio. EUR reduziert.


Gegenüber dem Vorjahr haben sich das Kundenkreditgeschäft marginal und die sonstigen Verbindlichkeiten deutlich erhöht. Aufgrund der Erhöhung einer Beteiligung hat sich das Anlagevermögen enorm erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich ebenfalls enorm erhöht. Das Wertpapiervermögen hat sich leicht, das Mittelaufkommen von Kunden hat sich deutlich und die Forderungen an Kreditinstitute haben sich enorm reduziert.

2.3.2 Aktivgeschäft

2.3.2.1 Forderungen an Kreditinstitute


Die Forderungen an Kreditinstitute reduzierten sich von 586,9 Mio. EUR auf 470,6 Mio. EUR.


Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Reduzierung von Übernachtanlagen bei der Deutschen Bundesbank und fälliger Termingeldanlagen zurückzuführen. Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus bei Kreditinstituten unterhaltenen Liquiditätsreserven und vergebenen Darlehen zusammen. Es bestehen Schuldscheindarlehen in Höhe von 80,1 Mio. EUR (Vorjahr 80,1 Mio. EUR), die Emittenten aus Deutschland betreffen.

2.3.2.2 Kundenkreditvolumen


Das Kundenkreditgeschäft hat sich von 3.866,8 Mio. EUR auf 3.920,5 Mio. EUR (1,4 %) gegenüber dem Vorjahr marginal erhöht. Die baden-württembergischen Sparkassen lagen im Durchschnitt marginal über unserem Wachstum.


Die Buchforderungen haben sich um 63,0 Mio. EUR bzw. 1,7 % auf 3.857,4 Mio. EUR leicht erhöht und die Avalkredite sind, im Vergleich zum Vorjahr, von 72,4 Mio. EUR auf 63,1 Mio. EUR bzw. 12,8 % erheblich gesunken.


Der Bestandszuwachs entfiel insbesondere auf den gewerblichen Bereich. Bei den Privatkrediten war im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Reduzierung der Kreditbestände zu beobachten (-4,4 %). Der Bestand an Kommunalkrediten blieb weiter rückläufig (-4,3 %).


Der Rückgang der Darlehenszusagen bei den Privatkunden aus dem Vorjahr setzte sich im Geschäftsjahr fort und erhöhte sich auf -40,1 %. Auch im Geschäftskundenbereich nahmen die Darlehenszusagen um 16,2 % ab. Dies führte insgesamt zu einer enormen Reduzierung der Darlehenszusagen um 172,2 Mio. EUR (-27,3 %).

2.3.2.3 Wertpapiervermögen


Zum Bilanzstichtag reduzierte sich der Bestand an Wertpapieranlagen gegenüber dem Vorjahr um 18,8 Mio. EUR bzw. 2,8 % auf 655,5 Mio. EUR.


Für den Rückgang waren insbesondere Fälligkeiten von Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere in Höhe von 80,9 Mio. EUR maßgeblich, welche nicht vollständig neu angelegt wurden. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir Investitionen in Immobilienfonds in Höhe von 10,5 Mio. EUR getätigt.

2.3.2.4 Beteiligungen


Im Geschäftsjahr 2023 stieg das Volumen der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen um 39,2 Mio. EUR auf 187,4 Mio. EUR.


Die Veränderung ergab sich aus der Reduzierung von Pflichteinlagen bei der SI-BW Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG in Höhe von 0,7 Mio. EUR sowie aus der mit der Kapitalerhöhung verbundenen Einbringung weiterer Objekte zu Verkehrswerten gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten und unter Fortführung der steuerlichen Buchwerte in die S-Immo-Verwaltungsgesellschaft der Sparkasse Bodensee mbH & Co. KG. Ihr Buchwert erhöhte sich um 39,9 Mio. EUR auf 140,1 Mio. EUR.


Mit Inkrafttreten des Staatsvertrages (Bekanntmachung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg vom 23. Mai 2023) fand die Fusion der LBS Südwest und der LBS Bayern zur LBS Süd mit rechtlicher Wirkung zum 26. August 2023 und steuerlich rückwirkend zum 1. Januar 2023 statt. Eine Änderung der Buchwerte ergab sich dadurch nicht.

2.3.2.5 Sachanlagen


Die Sachanlagen reduzierten sich marginal von 46,4 Mio. EUR auf 45,7 Mio. EUR. Wesentliche Veränderungen ergaben sich durch die Einbringung von sechs Objekten in unsere Tochtergesellschaft S-Immo-Verwaltungsgesellschaft der Sparkasse Bodensee mbH & Co. KG sowie den Erwerb eines Baugrundstücks in Kressbronn zur Wohnbebauung und weitere Investitionen in einen wohnwirtschaftlichen Neubau in Überlingen auf einem bestehenden Grundstück.

2.3.3 Passivgeschäft

2.3.3.1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich von 911,7 Mio. EUR auf 1.089,4 Mio. EUR.


Die täglich fälligen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 9,2 Mio. EUR auf 18,0 Mio. EUR. Bei den Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit erhöhten sich die befristeten Einlagen um 213,7 Mio. EUR auf 300,3 Mio. EUR und die zweckgebundenen Mittel um 15,2 Mio. EUR auf 742,9 Mio. EUR. Der Bestand an langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (GLRG III) der Deutschen Bundesbank wurde durch Fälligkeiten zurückgeführt.

2.3.3.2 Mittelaufkommen von Kunden


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben sich deutlich um 243,1 Mio. EUR bzw. 6,2 % auf 3.705,4 Mio. EUR reduziert. Ein reges Wertpapiergeschäft hatte hierauf einen Einfluss. Die übrigen Sparkassen in Baden-Württemberg hatten im Durchschnitt ein Wachstum.


Aufgrund der gestiegenen Zinsen bevorzugten unsere Kunden im Geschäftsjahr 2023 überwiegend höherverzinsliche Anlagearten. Die Sichteinlagen reduzierten sich um 429,9 Mio. EUR, die Spareinlagen um 120,5 Mio. EUR und die nachrangigen Sparkassenkapitalbriefe um 13,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Demgegenüber erhöhten sich die befristeten Einlagen um 266,2 Mio. EUR und die Sparkassenbriefe um 54,4 Mio. EUR.

2.3.4 Derivate


Derivative Finanzinstrumente werden im Eigengeschäft ausschließlich zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos abgeschlossen. Eine Übersicht zum Jahresende wie sich die Kontrakte nach Art und Umfang sowie nach Fristigkeit gliedern, ist dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.

2.3.5 Wesentliche Baumaßnahmen und technische Veränderungen


Im Rahmen unserer Immobilienstrategie wurden Standortentwicklungen und die daraus resultierenden Optimierungsplanungen als Investitionsbasis für das Folgejahr weiter vorangetrieben.


Für die Fertigstellung der laufenden Wohnbebauung in Überlingen wurden für das Geschäftsjahr 2024 noch 1,8 Mio. EUR eingeplant. Für die Wohnbebauung in Oberteuringen sind für planerische und bauliche Aktivitäten 0,8 Mio. EUR eingeplant.


In der Hauptstelle Friedrichshafen wurden durch interne Flächenoptimierungen und hausinterne Umzüge Freiflächen geschaffen, erste Bereiche wurden in 2023 bereits vermietet, weitere Bereiche folgen in 2024.


Die Immobilienstrategie zur Erweiterung des eigenen Immobilienbestandes wurde durch die erfolgreichen Vertragsverhandlungen und den Abschluss des Grundstückskaufvertrages für die Umsetzung von Wohnbebauungen in Kressbronn weiterverfolgt. Für 2024 sind hier 2,1 Mio. EUR für planerische und bauliche Aktivitäten eingeplant.


In 2023 wurde die zentrale Kälteanlage der Hauptstelle Friedrichshafen durch eine neue Anlage ersetzt, welche die bisherige störungsanfällige Anlage ersetzt und im Energieverbrauch wirtschaftlicher ist.

2.4 Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.4.1 Vermögenslage


Unsere Vermögenslage ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil des Kundenkreditvolumens am Geschäftsvolumen, der Anteil beträgt 73,0 % (Vorjahr: 71,6 %).


Der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden am Geschäftsvolumen hat sich deutlich, die addierten Anteile bei den Forderungen an Kreditinstitute und Wertpapiervermögen haben sich erheblich gegenüber dem Vorjahr reduziert. Der Anteil an den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten am Geschäftsvolumen hat sich gegenüber dem Vorjahr enorm erhöht.


Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen. Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.


Die zum Jahresende ausgewiesenen Sicherheitsrücklagen erhöhten sich durch die Zuführung des Bilanzgewinnes 2022. Insgesamt weisen wir ohne den Bilanzgewinn ein Eigenkapital von 208,2 Mio. EUR (Vorjahr: 205,3 Mio. EUR) aus. Neben der Sicherheitsrücklage verfügen wir über umfangreiche weitere aufsichtsrechtliche Eigenkapitalbestandteile.


Nach der durch den Verwaltungsrat zu beschließenden Zuführung aus dem Bilanzgewinn wird sich die Sicherheitsrücklage um 1,5 % auf 211,4 Mio. EUR erhöhen. Der für allgemeine Bankrisiken gebildete Fonds nach § 340g HGB erhöhte sich um 46,5 Mio. EUR auf 212,0 Mio. EUR.


Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die anrechnungspflichtigen Positionswerte) übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 14,28 % (im Vorjahr: 13,73 %) und für die Institutsgruppe mit einem Wert von 14,35 % die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag sowie kombinierten Kapitalpufferanforderungen zuzüglich der Eigenmittelempfehlung nach § 6d KWG. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75 % der risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00 % für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Beide Kapitalpufferanforderungen sind seit dem 1. Februar 2023 zu erfüllen. Zudem können wir die von der Aufsicht festgelegte Eigenmittelempfehlung zur Abdeckung von Risiken in Stresssituationen vorhalten. Die anrechnungspflichtigen Positionen zum 31. Dezember 2023 betragen 3.031,1 Mio. EUR und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 432,7 Mio. EUR.


Die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Werte deutlich.


Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) am 31. Dezember 2023 beträgt 6,92 % und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 %.


Auf Grundlage unserer normativen Risikotragfähigkeit bis zum Jahr 2028 vom 14. Februar 2024 ist auch weiterhin eine Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung als Basis für die geplante zukünftige Geschäftsausweitung zu erwarten.

2.4.2 Finanzlage


Die Zahlungsbereitschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 122,7 % bis 156,0 % oberhalb des zu erfüllenden Mindestwerts von 100,0 %. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 153,0 %. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net-Stable Funding Ratio - NSFR) lag in einer Bandbreite von 120,8 % bis 126,9 %; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100,0 % eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Deutschen Bundesbank, der Landesbank Baden-Württemberg und der Landesbank Hessen Thüringen.


Nach unserer Finanzplanung ist die Zahlungsbereitschaft auch für die absehbare Zukunft gesichert. Deshalb beurteilen wir die Finanzlage der Sparkasse als gut.

2.4.3 Ertragslage


Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.


Auf dieser Basis beträgt das Betriebsergebnis vor Bewertung 0,77 % (Vorjahr: 0,58 %) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2023; es lag damit, wie in den Vorjahren, enorm unter dem Durchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen vergleichbarer Größenordnung. Der im Vorjahreslagebericht prognostizierte Wert von 0,75 % wurde im Wesentlichen aufgrund eines deutlich besseren Zinsüberschusses und eines erheblich geringeren Sachaufwands leicht übertroffen.


Dementsprechend verbesserte sich auch die Cost-Income-Ratio (CIR) deutlich von 69,6 % auf 64,4 % beziehungsweise liegt die CIR deutlich unter dem im Vorjahr prognostizierten Wert von 68,4 %.


Im Folgenden wird die Ertragslage anhand der Kennzahlen auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung (vgl. Gliederungspunkt 2.4.4) beschrieben:


Der Zinsüberschuss hat sich im Geschäftsjahr besser entwickelt als erwartet. Er erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr enorm um 18,3 % auf 77,1 Mio. EUR. Verantwortlich für die Entwicklung sind mehrere Gründe:


Infolge des gestiegenen Zinsniveaus erhöhte sich die Jahresdurchschnittsverzinsung bei nahezu allen Kunden- und Wertpapierbeständen sowie Geldmarktgeschäften.


Der Zinsertrag aus Kredit- und Geldmarktgeschäften erhöhte sich enorm um 27,4 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr sind neben den höheren Durchschnittsbeständen im Kundengeschäft, insbesondere im Darlehensbereich auch die gestiegenen Zinssätze für die Erhöhung des Zinsertrages verantwortlich.


Durch deutlich niedrigere Durchschnittsbestände im verzinslichen Wertpapierbestand bei nahezu gleichbleibenden Zinssätze reduzierte sich der Zinsertrag im verzinslichen Wertpapierbestand enorm um 0,8 Mio. EUR.


Der laufende Ertrag aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren liegt um 1,1 Mio. EUR enorm über dem Vorjahreswert. Dies ist im Wesentlichen auf die erhöhte Ausschüttung von Erträgen aus unserem Wertpapier-Spezialfonds in Höhe von 3,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,3 Mio. EUR) sowie aus den im Geschäftsjahr 2022 getätigten Investitionen in Immobilienfonds zurückzuführen.


Die Erträge aus Beteiligungen erhöhten sich enorm um 0,7 Mio. EUR auf 4,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen eine höhere Ausschüttung beim SparkassenVerband Baden-Württemberg sowie eine Ausschüttung der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG.


Der Zinsaufwand erhöhte sich um insgesamt 16,6 Mio. EUR enorm gegenüber dem Vorjahr. Infolge des gestiegenen Zinsniveaus erhöhte sich der Zinsaufwand bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden trotz des leichten Rückgangs der Durchschnittsbestände enorm um 10,6 Mio. EUR. Im Wesentlichen ist die Erhöhung neben dem gestiegenen Zinsaufwand für Prämiensparen auf Umschichtungen in längerfristige Anlagearten aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus zurückzuführen.


Durch das gestiegene Zinsniveau und die erhebliche Erhöhung der Durchschnittsbestände bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat sich der Zinsaufwand enorm erhöht.


Der Provisionsüberschuss hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mio. EUR auf 36,5 Mio. EUR deutlich erhöht. Dies entsprach nicht unseren Erwartungen, wir hatten mit einem noch höheren Provisionsüberschuss gerechnet.


Die Erträge im Giroverkehr erhöhten sich leicht um 3,7% und die Erträge im Zahlungsverkehr erheblich um 14,3 % gegenüber dem Vorjahr.


Die Erträge im Auslandsgeschäft reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr enorm um 18,6 %.


Wenig erfreulich verlief das Immobiliengeschäft und das Sorten- und Edelmetallgeschäft, hier reduzierten sich die Erträge gegenüber dem Vorjahr enorm. Bei der Vermittlung von Bausparverträgen reduzierten sich die Erträge gegenüber dem Vorjahr deutlich und bei der Vermittlung von Versicherung gegenüber dem Vorjahr leicht.


Enorme Steigerungen konnten hingegen im Wertpapier- und Depotgeschäft verzeichnet werden.


Die Erträge aus der Vermittlung von Krediten erhöhten sich deutlich und die Erträge aus dem Kartengeschäft erhöhten sich leicht.


Die Provisionsaufwendungen haben sich enorm um 0,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr reduziert. Im Wesentlichen ist dies auf den Rückgang von Provisionsaufwendungen aus der Vermittlungstätigkeit Dritter im Aktiv- und Passivgeschäft zurückzuführen.


Der Personalaufwand hat sich um 1,5 Mio. EUR auf 42,4 Mio. EUR leicht gegenüber dem Vorjahr reduziert. Der Rückgang ist Folge von rückläufigen Pensionsrückstellungen und natürlicher Fluktuation. Wir haben hier keinen Rückgang erwartet.


Der Sachaufwand erhöhte sich erheblich um 11,3 % auf 35,6 Mio. EUR; ursächlich hierfür waren unter anderem die enorm erhöhten Aufwendungen bei den Dienstleistungen Dritter, den Pflichtbeiträgen und bei den Rechts- und Beratungskosten. Der Aufwand für die Bankenabgabe reduzierte sich dagegen erheblich. Insgesamt entwickelte sich der Sachaufwand im Geschäftsjahr nicht wie erwartet, denn wir hatten mit einem noch höheren Sachaufwand gerechnet.


Der Anstieg bei den sonstigen ordentlichen Erträgen ist zum größten Teil die Folge der Einbringung von Immobilien in eine Tochtergesellschaft zum beizulegenden Wert in Höhe von 39,9 Mio. EUR. Des Weiteren erhöhten sich die Grundstückserträge um 0,6 Mio. EUR und die Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen reduzierten sich um 0,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Die sonstigen ordentlichen Aufwendungen haben sich um 0,1 Mio. EUR auf 3,2 Mio. EUR reduziert.


Für das Geschäftsjahr 2023 liegt das Betriebsergebnis vor Bewertung bei 72,1 Mio. EUR. Die enorme Steigerung gegenüber dem Vorjahr liegt über unseren Erwartungen.


Neben den Zu- und Abschreibungen bei Wertpapieren, Investmentfonds und den Bildungen von Wertberichtigungen aus dem Kundengeschäft wurde das Bewertungsergebnis durch die Bildung von Vorsorgereserven gemäß § 340g HGB beeinflusst. Darüber hinaus wurden durch die Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 24,4 Mio. EUR vermieden.


Im Vergleich zum Vorjahr weisen wir nach Vornahme aller notwendigen Bewertungsmaßnahmen ein um 2,6 Mio. EUR erhöhtes Ergebnis nach Bewertung aus.


Für das Geschäftsjahr 2023 liegt der Steueraufwand in Höhe von 9,5 Mio. EUR mit 2,4 Mio. EUR über dem Steueraufwand des Vorjahres. Die Position Steuern setzt sich neben dem Körperschaft- und Gewerbesteueraufwand des laufenden Jahres auch aus aperiodischen Steueraufwendungen und Steuererstattungen aus Vorjahren zusammen.


Der ausgewiesene Jahresüberschuss mit 3,2 Mio. Euro erhöhte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr.


Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme beträgt 0,06 %.

2.4.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage


Vor dem Hintergrund der politischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie der Zinsentwicklung bewerten wir die Geschäftsentwicklung als zufriedenstellend.


Die Ertragslage, bezogen auf das Betriebsergebnis vor Bewertung, war einerseits durch einen steigenden Zins- und Provisionsüberschuss und anderseits durch einen steigenden Sachaufwand gekennzeichnet. Die Entwicklung der Ertragslage entwickelte sich leicht besser als erwartet.


Insbesondere durch die Zinsentwicklung ergaben sich nennenswerte vermiedene Abschreibungen im Anlagevermögen. Wir gehen jedoch davon aus, dass in allen Fällen eine Rückzahlung zum Nominalwert erfolgt.


Im Vergleich zu anderen baden-württembergischen Sparkassen gleicher Größenordnung relativiert sich diese günstige Entwicklung, da sich der negative Abstand beim Betriebsergebnis vor Bewertung weiter vergrößert hat.


Kennzahlen auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung:

Ergebnis Veränderungen
1.1.-31.12.23 1.1.-31.12.22 2023 2023 2022
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % %
Zinsüberschuss 1) 77,1 65,2 11,9 18,3 -4,7
Provisionsüberschuss 2) 36,5 34,4 2,1 6,1 6,8
Verwaltungsaufwand
Personalaufwand -42,4 -43,9 1,5 -3,4 -0,2
Sachaufwand -35,6 -32,0 -3,6 11,3 6,3
Sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen 3) 36,5 3,5 33,0 942,9 -118,6
Ergebnis vor Bewertung 72,1 27,2 44,9 165,1 253,2
Bewertungsergebnis 4) -59,4 -17,1 -42,3 247,4 -129,6
Ergebnis nach Bewertung 12,7 10,1 2,6 25,7 -84,6
Außerordentliches Ergebnis 5) 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Steuern -9,5 -7,1 -2,4 33,8 -88,6
Jahresüberschuss 3,2 3,0 0,2 6,7 -3,2
Bilanzgewinn 3,2 2,9 0,3 10,3 -3,3
Cost-Income-Ratio in % 6) 64,4 69,6 - -5,2 -2,5

1) Zinsüberschuss = GuV-Positionen 1, 2, 3 und 4
2) Provisionsüberschuss = GuV-Positionen 5 und 6
3) Sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen = GuV-Positionen 8, 11 und 12
4) Bewertungsergebnis = GuV-Positionen 13 bis 16 und 18
5) Außerordentliches Ergebnis = GuV-Positionen 20 und 21
6) Verwaltungsaufwand in Relation zum Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) - Veränderungen in Prozentpunkten


Kennzahlen auf Basis der Bilanzzahlen:

Bestand zum Jahresende Veränderungen
2023 2022 2023 2023 2022
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % %
Geschäftsvolumen 1) 5.370,6 5.400,1 -29,5 -0,5 0,8
Bilanzsumme 5.307,5 5.327,7 -20,2 -0,4 1,2
Kundenkreditvolumen 2) 3.920,5 3.866,8 53,7 1,4 2,1
darunter:
Buchkredite 3.857,4 3.794,4 63,0 1,7 2,7
Avalkredite 63,1 72,4 -9,3 -12,8 -22,4
Forderungen an Kreditinstitute 470,6 586,9 -116,3 -19,8 386,2
Wertpapiervermögen 655,5 674,3 -18,8 -2,8 -18,5
Anlagevermögen 3) 233,4 195,1 38,3 19,6 4,3
Sonstige Vermögenswerte 90,6 77,0 13,6 17,7 -82,3
Mittelaufkommen von Kunden 3.705,4 3.949,5 -243,1 -6,2 1,5
darunter:
Spareinlagen 678,6 799,1 -120,5 -15,1 -2,6
Täglich fällige Verbindlichkeiten 2.614,0 3.043,9 -429,9 -14,1 1,7
Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 366,7 45,9 320,8 698,9 53,0
Nachrangige Verbindlichkeiten 46,1 59,6 -13,5 -22,7 33,3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.089,4 911,7 177,7 19,5 6,3
Sonstige Passivposten (einschl. Eventualverbindlichkeiten und Rückstellungen) 364,4 331,7 32,7 9,9 -18,5
Eigene Mittel 211,4 208,2 3,2 1,5 1,5
Bestand in % des Geschäftsvolumens zum Jahresende
2023 2022
Geschäftsvolumen 1) - -
Bilanzsumme - -
Kundenkreditvolumen 2) 73,0 71,6
darunter:
Buchkredite 71,8 70,3
Avalkredite 1,2 1,3
Forderungen an Kreditinstitute 8,8 10,9
Wertpapiervermögen 12,2 12,5
Anlagevermögen 3) 4,3 3,6
Sonstige Vermögenswerte 1,7 1,4
Mittelaufkommen von Kunden 69,0 73,1
darunter:
Spareinlagen 12,6 14,8
Täglich fällige Verbindlichkeiten 48,7 56,4
Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 6,8 0,8
Nachrangige Verbindlichkeiten 0,9 1,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20,3 16,9
Sonstige Passivposten (einschl. Eventualverbindlichkeiten und Rückstellungen) 6,8 6,1
Eigene Mittel 3,9 3,9

1) Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten
2) Bilanzpositionen A 4, A9 und P 21b
3) Bilanzpositionen A 7, A 8, A11, A12 und aus der Bilanzposition A 13 die Geschäftsanteile an Genossenschaften


Bankenaufsichtliche Kennzahlen:

Bestand
31.12.2023 31.12.2022
Eigenmittel in Mio. EUR 432,7 404,8
Kernkapital in Mio. EUR 372,3 359,8
Hartes Kernkapital in Mio. EUR 372,3 359,8
Zusätzliches Kernkapital in Mio. EUR 0,0 0,0
Ergänzungskapital in Mio. EUR 60,4 44,9
Gesamtrisikobetrag in Mio. EUR 3.031,1 2.947,9
Adressrisiken (RWA) in Mio. EUR 2.841,3 2.763,3
Harte Kernkapitalquote in % 12,28 12,21
Kernkapitalquote in % 12,28 12,21
Gesamtkapitalquote in % 14,28 13,73
Liquidity Coverage Ratio (LCR) in % 153,0 150,3
Net-Stable Funding Ratio (NSFR) in % 120,8 128,0
Verschuldungsquote in % 6,9 6,6
Baseler Zinsschock in % (Zinsanstieg um 200 Basispunkte) 21,5 21,9


Weitere Kennzahlen:

Bestand
31.12.2023 31.12.2022
Anzahl Geschäftsstellen 23 23
Mitarbeiter gesamt 660 666

3 Nachtragsbericht:


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4 Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der, zum Bilanztag noch gültigen Risikoinventur, wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressausfallrisiken Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiken Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Aktienrisiko
Immobilienrisiko
Liquiditätsrisiken Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Operationelle Risiken


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 494,9 Mio. EUR. Das daraus vergebene Gesamtlimit von 310,0 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden monatlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten sowohl unterjährig als auch zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Zwischen den wesentlichen Risikoarten werden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen, Spreads, Aktien und Währungen risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Anrechnung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenrisiko Kundengeschäft, Eigengeschäft 40,0 36,0 90,0
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko 130,0 107,5 82,7
Spreadrisiko 44,0 26,9 61,1
Aktienrisiko 17,0 15,9 93,7
Immobilienrisiko 29,0 27,8 96,0
Operationelle Risiken 50,0 36,3 72,5
Risikotragfähigkeitslimit / Gesamtrisiko 310,0 250,4 80,8


Die zuständigen Stellen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum von fünf Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs einbezogen.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass das Szenario "Immobilienkrise aufgrund eines Zinsanstiegs" infolge des angesetzten Wertabschlags der Immobilien den höchsten Risikofall darstellt. Die Mindest-Kapitalquoten können jedoch weiterhin eingehalten werden. Zudem stellt der Wertabschlag für unsere Region eher einen Extremfall dar, da sich der regionale Immobilienmarkt auch in der Krisenzeit 2008 als sehr werthaltig erwiesen hat.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird durch den Abteilungsleiter Unternehmenssteuerung wahrgenommen.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Sparkasse Risikoparameter (z. B. Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie z. B. der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt integriert.

4.2.1.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung

regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich in zwei große Gruppen:


Das Firmenkunden-/ Kommunalkreditgeschäft und das Privatkundenkreditgeschäft.

Kreditgeschäft der Sparkasse Bodensee Gesamtvolumen incl. Offene Zusagen
31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Firmenkundenkredite 2.653,7 2.561,2
Privatkundenkredite 2.294,4 2.459,2
Kommunalkredite und kommunalverbürgte Kredite 324,4 352,9
Kreditinstitute / Sonstige 1.200,6 1.323,9
Gesamt 6.473,1 6.697,2


Tabelle: Kreditgeschäft der Sparkasse


Bei den Ausleihungen an Privatpersonen besteht der überwiegende Teil aus Krediten für den Wohnungsbau (einschl. Hypothekarkrediten).


Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des risikotragenden Kundenkreditvolumens. 57 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG entfallen auf Kredit-engagements mit einem Kreditvolumen bis 1,0 Mio. EUR. 43 % des Kundenkreditvolumens betreffen Kreditengagements mit einem Kreditvolumen von mehr als 1,0 Mio. EUR.


Die Risikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im risikotragenden Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Volumen in %
1 bis 8 90,5
9 bis 15 7,9
16 bis 18 1,4
Ohne Rating 0,2


Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen einschließlich Wertpapiere betrug am 31. Dezember 2023 8,9 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG.


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio in folgenden Bereichen: Branchenkonzentration auf Grundstücks- und Wohnungswesen, Gesundheit und Soziales und verarbeitendes Gewerbe sowie Risikokonzentration aufgrund der regionalen Begrenzung des Geschäftsgebietes. Hieraus resultiert eine Konzentration im Bereich der regionalen, grundpfandrechtlichen Sicherheiten.


Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Entwicklung der Risikovorsorge:

Anfangsbestand der Periode Zuführung Auflösung Verbrauch Endbestand der Periode
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
EWB 15.164 7.045 5.166 226 16.817
Pauschale EWB 3.883 1.763 - 1.747 3.899
Rückstellungen 1.233 279 710 - 802
PWB (incl. KI) 6.538 159 110 - 6.587
Gesamt 26.818 9.246 5.986 1.973 28.105


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang zum Jahresabschluss erläutert.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Laufende Überwachung der Limiteinhaltung

Vorgaben von Volumens- sowie Branchen- und Strukturlimiten für Anlagen im Spezialfonds

Vorgaben von einzuhaltenden Mindestbonitäten


Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 1.126,1 Mio. EUR. Wesentliche Positionen sind dabei Übernachtguthaben (366,1 Mio. EUR), Anleihen (372,2 Mio. EUR) und Wertpapierspezialfonds (234,8 Mio. EUR).


Dabei zeigt sich für das Wertpapiergeschäft nachfolgende Ratingverteilung:

Externes Rating
Moody's /
Standard & Poor's
Aaa bis Baa1 /
AAA bis BBB+
Baa2 bis Baa3 /
BBB bis BBB-
Ba1 bis Ba3 /
BB+ bis BB-
B1 bis C /
B+ bis C
Ausfall ungeratet
Ratingklassen 1 - 3 4 - 6 7 - 9 10 - 15 16 - 18
31.12.2023 (in %) 71,1 20,0 0,8 0,0 0,0 8,1
31.12.2022 (in %) 70,9 20,2 2,1 0,6 0,0 6,1


Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung.


Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Forderungen an Landesbanken. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe.

4.2.2 Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds. Das Asset-Liability-Management-Gremium (ALM ab 2024 neu: Treasury-Ausschuss) hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der vier Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung unserer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis einer modernen historischen Simulation der Marktzinsänderungen: Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 250 Tage (Haltedauer) wird mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an den Kennzahlen Zinsrisikokoeffizient und SREP-Bucket.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip.


Zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken wurden neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderungen
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -87.163 +105.374
in % der Eigenmittel 20,14 % 24,35 %


Konzentrationen bestehen in folgendem Bereich:
Hoher Anteil variabel verzinslicher Passiva in der Bilanz der Sparkasse.


Der erneute Zinsanstieg im Jahr 2023 führte zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses. Aufgrund der Marktentwicklung zum Jahresende war keine Bildung einer Drohverlustrückstellung notwendig.

4.2.2.2 Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung der Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

4.2.2.3 Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels eigener Berechnungen.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung der Portfoliostruktur wurde im Varianz-Kovarianz-Ansatz die Delta-Gamma-Variante ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Aktien werden in einem überschaubaren Umfang zurzeit ausschließlich in einem Spezialfonds gehalten. Der Spezialfonds mit Aktienanteil wird unter anderem durch festgelegte Vermögensuntergrenzen gesteuert, die sich aus dem zur Verfügung gestellten Risikokapital ableiten.

4.2.2.4 Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen und fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgendes wesentliches Element:

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito"


Neben Immobilien im Eigenbestand und Immobilienfonds wird weiteres umfangreiches Immobilienvermögen durch eine Tochtergesellschaft gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

4.2.3 Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR)

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "RKR". Der Risikowert beschreibt die Veränderung des Liquiditätsbarwerts bei veränderten Refinanzierungskosten, die aus veränderten Marktliquiditätsspreads resultieren. Die voraussichtliche Liquiditätsspreadbindungsdauer der variabel verzinslichen Geschäfte wird über Liquiditätsmischungsverhältnisse abgebildet.

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.


Die Survival Period der Sparkasse beträgt zum 31. Dezember 2023 mehr als 4 Monate.


Konzentrationen bestehen beim Liquiditätsrisiko in folgendem Bereich:
Hoher Anteil von lediglich kurzfristig gebundenen Bilanzpassiva als Hauptrefinanzierungsquelle in Form von täglich fälligen Kundeneinlagen.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.4 Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Sparkasse schätzt zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools adjustiert und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sog. q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT.


Konzentrationen bestehen beim operationellen Risiko in folgenden Bereichen:
Aufgrund der ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen der Sparkassen-Finanzgruppe bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT.

4.3 Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


In 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 80,8 % ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht erkennbar. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen durch die Regulatorik und in weiteren starken Zinsanstiegen (u. a. Drohverlustrückstellung gemäß IDW RS BFA 3 n. F.). Im Hinblick auf die tendenziell weiter steigenden Eigenkapitalanforderungen und die durchgeführte Kapitalplanung (normative Perspektive) ist mittelfristig mit einer Einengung der Risikotragfähigkeit zu rechnen.


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet.


Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als herausfordernd.

5 Chancen- und Prognosebericht

5.1 Chancenbericht


Unser "Chancenmanagement" ist in den jährlichen Strategieüberprüfungsprozess integriert.


Chancen sehen wir vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur, insbesondere aufgrund der regen Nachfrage nach Wohnungen, die die Bautätigkeit stärker als prognostiziert ankurbeln könnte. Dies würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage und einem Anstieg des Zinsüberschusses führen.


Die Chance auf eine Steigerung unserer Ertragskraft wollen wir vor dem Hintergrund der positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem nutzen, indem wir künftig Dienstleistungen ausbauen, bei denen wir bislang noch unterrepräsentiert sind. Darüber hinaus arbeiten wir laufend daran unsere Prozesse zu optimieren.


Chancen sehen wir darüber hinaus auch in der Neuausrichtung unserer Vertriebsstruktur. Positive Impulse für unser Wachstum und die Ergebnisbeiträge erwarten wir dabei aus dem Aufbau weiterer Kompetenzcenter für das beratungsintensive Geschäft.


Chancen erwarten wir aus unseren Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien.


Chancen wollen wir nutzen, indem wir neben der Filialpräsenz in der Fläche und der flächendeckend angebotenen SB-Technik das Multikanalbanking, die Internetbanking-Angebote und digitale Vertriebskanäle weiter ausbauen.


Darüber hinaus sehen wir durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit unseren Verbundpartnern in der Sparkassen-Finanzgruppe die Möglichkeit, dem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen.

5.2 Prognosebericht


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklung, die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

5.2.1 Rahmenbedingungen


Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um 3,1 % wachsen. Im Euroraum soll das Wirtschaftswachstum 2024 leicht anziehen auf 0,9 % nach 0,5 % im Jahr zuvor. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt soll nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts vom März 2024 im laufenden Jahr nur um 0,2 % wachsen; in Baden-Württemberg nach der Landesbank Baden-Württemberg um 0,1 %. Getrieben sind diese Werte von einem negativen statistischen Überhang aus 2023 und dem schwachen Jahresauftakt 2024. Getragen wird das Wachstum vor allem von einer unterstellten Erholung des privaten Konsums, der in 2024 preisbereinigt um 1,0 % zulegen könnte. Für die Lage bei den Bauinvestitionen und im Außenhandel bleibt eine Prognose für 2024 dagegen noch schwierig. Die konjunkturelle Schwäche wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen. Für die Arbeitslosenquote wird nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts erwartet, dass diese in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9 % um 0,2 %-Punkte höher liegt als noch im Jahr 2023. Der weitgehend geräumte Arbeitsmarkt dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Gütermärkte mit einer Seitwärtsbewegung bei der Erwerbstätigkeit begleiten. Diese Prognosen stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu weiteren Verschärfungen bei den zahlreichen geostrategischen und politischen Konflikten kommt.


Die Inflationsraten dürften auch aufgrund gesunkener Energiepreise im laufenden Jahr weiter zurückgehen. In Deutschland ist mit einer Inflationsrate von 2,5 % zu rechnen. Nachdem die Notenbanken in 2023 weltweit zunächst ihren restriktiven Kurs fortgeführt hatten und in den vergangenen Monaten das Leitzinsniveau stabil gehalten haben, deuten sich nunmehr erste Tendenzen für Zinssenkungen der Zentralbanken im Jahr 2024 an.


Nach einem Ausblick der Deutschen Bundesbank wird erwartet, dass der zunehmende Wettbewerb im Einlagengeschäft, das schwache Kreditneugeschäft sowie steigende Verwaltungsaufwendungen durch notwendige Investitionen (u. a. zur Verhinderung von Cyberkriminalität und zur verstärkten Digitalisierung) die Ertragslage der nächsten Jahre belasten werden. Eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnte zusätzlich zu einem Anstieg von Kreditausfällen führen. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation unterliegt die Einschätzung zur Entwicklung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft den gleichen Unsicherheiten wie die Prognose zur Wirtschaftsentwicklung.


Der DAX dürfte sich nach Meinung der Landesbank Baden-Württemberg bis zum Jahresende 2024 nochmals auf voraussichtlich 18.000 Punkte verbessern. Für den Euro Stoxx 50 wird ebenso mit einer positiven Entwicklung gerechnet.

5.2.2 Geschäftsentwicklung


Abgeleitet aus der Bestandsentwicklung des Jahres 2023 rechnen wir mit einem marginalen Wachstum für unser Kundenkreditvolumen, vorrangig aus dem Wohnbaukreditgeschäft und Kontokorrentkreditgeschäft.


Im Einlagengeschäft setzt sich der über Konditionen geführte Wettbewerb fort. Vor dem Hintergrund der erwarteten konjunkturellen Entwicklung erwarten wir für 2024 einen leichten Rückgang des Mittelaufkommen von Kunden.

5.2.3 Finanzlage


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

5.2.4 Ertragslage


Zur weiteren Analyse der Ertragslage unseres Hauses setzen wir für interne Zwecke den sogenannten "Betriebsvergleich" der Sparkassenorganisation ein, in dem eine detaillierte Aufspaltung des Ergebnisses der Sparkasse und der Tochterunternehmen in Relation zur Durchschnittsbilanzsumme (DBS) erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. In das Betriebsergebnis vor Bewertung gehen damit die ordentlichen Erträge aus Zins-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäften ein.


Die erwarteten Zielgrößen / Prognosen unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren auf Basis des Betriebsvergleiches werden nachfolgend ihren Vergleichswerten des Berichtsjahres gegenübergestellt:

Gewinn- und Verlustrechnung 1.1. bis 31.12.2023 1.1. bis 31.12.2024
Ergebnis vor Bewertung in % der DBS 0,77 0,79
Cost-Income-Ratio (CIR) in % 64,4 65,8


Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir aufgrund des erhöhten Zinsniveaus eine leichte Erhöhung des Zinsüberschusses. Beim Provisionsüberschuss erwarten wir eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund von Tariferhöhungen erwarten wir eine erhebliche Steigerung des Personalaufwands. Insbesondere aufgrund von Baumaßnahmen für unsere Hauptstelle in Friedrichshafen und wohnwirtschaftlichen Baumaßnahmen in verschiedenen Objekten erwarten wir deutliche Steigerungen beim Sachaufwand. Bei der Entwicklung der DBS erwarten wir eine marginale Reduzierung gegenüber dem Vorjahr. Für das Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS (gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) erwarten wir eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr.


Hinsichtlich des Rohertrags (Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Nettoergebnis des Handelsbestands sowie Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen) erwarten wir aufgrund der leichten Erhöhung des Zinsüberschusses sowie der erheblichen Steigerungen beim Provisionsüberschuss eine deutliche Steigerung in % der DBS. Der prognostizierte Verwaltungsaufwand steigert sich deutlich gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt erwarten wir eine leichte Verschlechterung der Cost-Income-Ratio gegenüber dem Berichtsjahr.


Vor dem Hintergrund der dargestellten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 eine leichte Verbesserung der Ertragslage.


Insbesondere bei einer konjunkturellen Abschwächung könnten sich gleichwohl weitere Belastungen für die künftige Ergebnis- und Kapitalentwicklung ergeben.


Des Weiteren können sich aufgrund regulatorischer Verschärfungen für die Finanzwirtschaft (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel IV-Regelungen, Meldewesen) weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken können.

5.3 Gesamtaussage


Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 lässt insgesamt erkennen, dass das hinsichtlich Wettbewerbssituation und Zinslage schwieriger werdende Umfeld auch an der Sparkasse nicht spurlos vorübergeht.


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir in Bezug auf die von uns erwarteten Entwicklungen der Rahmenbedingungen und unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als herausfordernd.


Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung der Eigenmittel gesichert sein.


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Bodensee
Sitz Friedrichshafen und Konstanz
eingetragen beim
Amtsgericht Ulm und Freiburg i. Br.
Handelsregister-Nr. HRA 631121 und HRA 381113

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 31.765.680,90 26.539
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 35.839.012,49 40.627
67.604.693,39 67.166
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung
bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen
sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen
0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 388.155.882,68 454.220
b) andere Forderungen 82.400.522,24 132.677
470.556.404,92 586.897
4. Forderungen an Kunden 3.844.881.477,87 3.779.770
darunter:
durch Grund-
pfandrechte gesichert
1.758.259.418,50 EUR (1.712.293)
Kommunalkredite 153.795.498,52 EUR (160.705)
5. Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 111.069.944,54 124.144
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
111.069.944,54 EUR (124.144)
bb) von anderen Emittenten 261.161.714,22 282.952
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
168.006.049,36 EUR (178.820)
372.231.658,76 407.096
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
372.231.658,76 407.096
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 283.287.473,50 267.237
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 47.027.999,19 47.738
darunter:
an Kreditinstituten 1.067.670,04 EUR (1.068)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
3.279.392,97 EUR (3.279)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 140.404.000,00 100.504
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 12.564.592,97 14.598
darunter:
Treuhandkredite 12.564.592,97 EUR (14.598)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich
Schuldverschreibungen aus deren Umtausch
0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
241.705,00 490
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 64.667,08 0
306.372,08 490
12. Sachanlagen 45.665.839,22 46.390
13. Sonstige Vermögensgegenstände 10.686.520,51 9.640
14. Rechnungsabgrenzungsposten 12.289.467,44 199
Summe der Aktiva 5.307.506.499,85 5.327.724

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 18.004.153,06 8.804
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.056.073.729,21 902.941
1.074.077.882,27 911.745
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von drei Monaten
639.204.066,08 791.492
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von mehr als drei Monaten
39.357.188,87 7.609
678.561.254,95 799.101
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 2.613.954.018,39 3.043.913
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 366.748.100,36 45.912
2.980.702.118,75 3.089.825
3.659.263.373,70 3.888.926
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 12.564.592,97 14.598
darunter:
Treuhandkredite 12.564.592,97 EUR (14.598)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 10.649.495,94 7.486
6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.337.944,33 1.977
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 29.432.649,00 30.208
b) Steuerrückstellungen 5.843.080,55 7.667
c) andere Rückstellungen 29.492.057,37 31.807
64.767.786,92 69.683
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 61.464.638,17 59.564
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von
zwei Jahren fällig
0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 212.000.000,00 165.550
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 208.200.000,00 205.250
208.200.000,00 205.250
d) Bilanzgewinn 3.180.785,55 2.945
211.380.785,55 208.195
Summe der Passiva 5.307.506.499,85 5.327.724
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 63.089.253,68 72.384
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 318.049.362,73 322.714
381.138.616,41 395.098
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 261.049.908,75 369.023
261.049.908,75 369.023

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 94.185.381,61 66.778
darunter:
abgesetzte
negative Zinsen
0,00 EUR (259)
b) festverzinslichen Wertpapieren
und Schuldbuchforderungen
3.848.002,89 4.651
98.033.384,50 71.430
2. Zinsaufwendungen 30.098.100,33 13.456
darunter:
abgesetzte
positive Zinsen
31.305,54 EUR (1.990)
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen
883.342,20 EUR (850)
67.935.284,17 57.973
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 4.717.744,38 3.594
b) Beteiligungen 4.464.176,20 3.718
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
9.181.920,58 7.313
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 39.627.209,91 38.392
6. Provisionsaufwendungen 3.140.611,73 4.017
36.486.598,18 34.375
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 42.669.474,27 9.772
darunter:
aus der Fremd-
währungsumrechnung
774.504,00 EUR (871)
9. (weggefallen)
156.273.277,20 109.433
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 32.326.165,21 31.148
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 10.080.390,94 12.712
darunter:
für Altersversorgung 3.724.624,23 EUR (6.532)
42.406.556,15 43.860
b) andere Verwaltungsaufwendungen 35.588.246,90 31.994
77.994.803,05 75.854
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
2.951.284,00 2.980
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.218.038,56 3.333
darunter:
aus der Fremd-
währungsumrechnung
470.716,78 EUR (599)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie
Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
18.227.392,72 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und
bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 11.425
18.227.392,72 11.425
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 18.341
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen,
Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelten Wertpapieren
5.231.131,02 0
5.231.131,02 18.341
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 11.489,08 60
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 46.450.000,00 10.150
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 12.651.400,81 10.140
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 9.366.469,81 7.094
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 98.914,73 31
9.465.384,54 7.125
25. Jahresüberschuss 3.186.016,27 3.015
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
3.186.016,27 3.015
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
3.186.016,27 3.015
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 5.230,72 70
b) in andere Rücklagen 0,00 0
5.230,72 70
29. Bilanzgewinn 3.180.785,55 2.945

Anhang 2023

A. Allgemeine Angaben


Die Sparkasse Bodensee hat ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.


Eine Konsolidierung der Tochterunternehmen der Sparkasse wäre für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung, da die Vermögenswerte aller Tochterunternehmen in Relation zur Bilanzsumme der Sparkasse und die Jahresergebnisse im Verhältnis zu den GV-Posten der Sparkasse unwesentlich sind. Die Sparkasse hat daher in Anwendung von § 296 Abs. 2 HGB auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses verzichtet.


Vier überwiegend betrieblich, sowie zwei überwiegend nicht betrieblich genutzte Objekte, wurden an die Tochtergesellschaft S-Immo-Verwaltungsgesellschaft der Sparkasse Bodensee GmbH & Co. KG zur Hebung von stillen Reserven in Höhe von 34,0 Mio. EUR veräußert.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen


Die Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschl. Schuldscheindarlehen) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monate ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachten werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.

Wertpapiere


Die Wertpapiere des Anlagevermögens, einschließlich des Spezialfonds HI-SKB 200 Fonds, werden im Rahmen des gemilderten Niederstwertprinzips zu den über den Zeitwerten liegenden (ggf. fortgeführten) Anschaffungskosten bzw. den Buchwerten des Vorjahres angesetzt.


Die sonstigen offenen Immobilienfonds und der geschlossene Fonds wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.


Im Anlagevermögen gehaltene Immobilienfonds werden zu Rücknahmepreisen ohne Berücksichtigung der bei einer vorzeitigen Rückgabe anfallenden Rücknahmeabschläge bewertet.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen


Die Beteiligungen, einschließlich der unter Bilanzposten Aktiva 6 ausgewiesenen Anteile an geschlossenen Investmentvermögen und Anteile an verbundenen Unternehmen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagevermögen


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 EUR) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis 800 EUR) sofort abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände


Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit dem Niederstwert bewertet.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.

Rückstellungen


Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.


Die Pensionsrückstellungen wurden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag werden im Personalaufwand ausgewiesen. Bei der Berechnung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und ein Rententrend von jährlich 2,5 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Markzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 268 TEUR. Bezüglich der Ausschüttungssperre verweisen wir auf die Gesamtdarstellung im Abschnitt D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung.


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag auf 80.728 TEUR. Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.


Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen, Rückstellung Prämien für Prämiensparverträge ergeben sich folgende ergänzende Hinweise: Rückstellungen, die eine Ursprungslaufzeit von über einem Jahr hatten, werden auch bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst. Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen. Bei den Rückstellungen für steigende Prämien bei Spareinlagen haben wir einen Fluktuationsabschlag von 6,0% angesetzt.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs)


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Strukturierte Produkte


Die strukturierten Produkte (Darlehen mit einseitigem Kündigungsrecht, Forwarddarlehen und variable Darlehen mit Mindestzinsvereinbarung) wurden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert und gegebenenfalls bewertet.

Derivate


Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswaps wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.

Währungsumrechnung


Das Währungsrisiko wird über eine Währungsgesamtposition je Währung als Einheit gesteuert. In diese werden je Währung die einzelnen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, sowie Kassageschäfte eingestellt. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen je Währung angenommen.


Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten sowie der Sortenbestände erfolgte mit dem EZB-Referenzkurs, soweit diese durch die EZB festgesetzt werden. Für alle anderen Währungen wurde der Mittelkurs, der durch die LBBW bzw. HELABA festgesetzten Referenzwechselkurse verwendet.


Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung besonders gedeckter Geschäfte wurden ebenfalls erfolgswirksam vereinnahmt.


Der Ausweis der Aufwendungen und Erträge aus besonders gedeckten Positionen erfolgte saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.

C. Erläuterungen zur Jahresbilanz

Aktivseite

3. Forderungen an Kreditinstitute


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.800 1.651
Forderungen an die eigene Girozentrale 23.041


Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 2.227
mehr als drei Monate bis ein Jahr 1
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 20.000
mehr als fünf Jahre 59.998

4. Forderungen an Kunden


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an verbundene Unternehmen 2 23
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 34.183 37.058
Im Rahmen des sogenannten Pfandbriefpoolings wurden grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen und kommunal verbürgte Kredite in Höhe von
an die Landesbank Baden-Württemberg sowie,
179.790
im Rahmen des sogenannten Deckungspooling in Höhe von
an die Helaba, Landesbank Hessen-Thüringen
60.000
und Pfandbriefpooling in der Vergütungsvariante in Höhe von an die Landesbank Baden-Württemberg
übertragen. Die jeweilige Landesbank kann diese Forderungen zur Begebung von Hypotheken-Pfandbriefen bzw. öffentlichen Pfandbriefen nutzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse, die dementsprechend die Forderungen weiterhin unter Aktiva-Posten 4 und dem dazugehörigen Unterausweis "durch Grundpfandrechte besichert" bzw. "Kommunalkredite" ausweist.
258.049
Forderungen, denen keine entsprechenden Refinanzierungen gegenüberstehen, sind mit ihrem Buchwert in Höhe von
in den Angaben zur "Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten" enthalten.
318.049


Diese Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 66.112
mehr als drei Monate bis ein Jahr 220.654
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 990.486
mehr als fünf Jahre 2.491.949
mit unbestimmter Laufzeit 74.800

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 54.900
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert 369.197
Nicht mit dem Niederstwert bewertet sind Wertpapiere mit Buchwerten von zusammen 369.810
Der Zeitwert dieser so bewerteten Wertpapiere beläuft sich auf Es handelt sich um Wertpapiere mit Restlaufzeiten von 1 bis 10 Jahren. 351.493
Wir gehen von einer nur vorübergehenden Wertminderung aus, da der Zeitwert bei diesen Wertpapieren unter deren Einlösungsbetrag bzw. fortgeführten Anschaffungskosten liegt.

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Nicht mit dem Niederstwert bewertet ist der Spezialfonds HI-SKB 200 Fonds mit einem Buchwert von 234.811
Der Zeitwert dieses Fonds beläuft sich auf
Wir gehen von einer nur vorübergehenden Wertminderung aus, da die Zeitwerte, bei den im Fonds enthaltenen festverzinslichen Wertpapieren, unter deren Einlösungsbetrag liegen und die Zeitwerte der nicht festverzinslichen Wertpapiere im Fonds in den sechs Monaten vor dem Bilanzstichtag nicht permanent um mehr als 20 % unter dem letzten Buchwert, über einen längeren Zeitraum als ein Geschäftsjahr nicht unter dem letzten Buchwert und zudem der (einfache) Durchschnitt der täglichen Börsenschlusskurse dieser Wertpapiere in den letzten zwölf Monaten nicht um mehr als 10 % unter dem letzten Buchwert lagen.
228.696


An dem folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10 % der Anteile:

Anlageziele
Bezeichnung des Investmentvermögens
Marktwert TEUR Buchwert TEUR Ausschüttungen
im Geschäftsjahr
TEUR
HI-SKB 200-Fonds (gemischter Fonds) 228.696 234.811 3.878


Für das dargestellte Investmentvermögen lagen keine Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe vor.

9. Treuhandvermögen


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. Sachanlagen


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 516
Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.129

13. Sonstige Vermögensgegenstände


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
nachrangige Vermögensgegenstände 12 12
Erstattungsanspruch Körperschaftssteuer (einschließlich Zinsen) 5.155 4.091
Erstattungsanspruch Gewerbesteuer (einschließlich Zinsen) 3.841 3.641

14. Rechnungsabgrenzungsposten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder Anleihen 12.106 84

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Vermögensgegenständen lauten auf Fremdwährung 9.139

Sonstige Sicherheitenstellungen


Die Sparkasse hat einen Teil der Jahresbeiträge der Bankenabgabe in Form von in vollem Umfang abgesicherten Zahlungsansprüchen erbracht. Hierfür sind Barsicherheiten in Höhe von 239 TEUR hinterlegt.

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1.
des Geschäftsjahres
Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12.
des Geschäftsjahres
Stand am 1.1.
des Geschäftsjahres
Immaterielle Anlagewerte 3.011 139 45 - 3.105 2.521
Sachanlagen 100.309 8.079 31.715 - 76.673 53.918
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 45.290
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 16.048
Beteiligungen -710
Anteile an verbundenen Unternehmen 39.900
Sonstige Vermögensgegenstände -
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen
im Geschäftsjahr
Zuschreibungen
im Geschäftsjahr
Änderungen der gesamten Abschreibungen
im Zusammenhang mit
Stand am 31.12.
des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Zuschreibung
Immaterielle Anlagewerte 323 - - 45 - 2.799
Sachanlagen 2.629 101 - 25.440 - 31.007
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 45.290
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 16.048
Beteiligungen -710
Anteile an verbundenen Unternehmen 39.900
Sonstige Vermögensgegenstände -
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Buchwerte
Stand am 31.12.
des Geschäftsjahres
Stand am 31.12.
des Vorjahres
Immaterielle Anlagewerte 306 490
Sachanlagen 45.666 46.391
(ohne anteilige Zinsen)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 369.810 324.520
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 283.252 267.204
Beteiligungen 47.028 47.738
Anteile an verbundenen Unternehmen 140.404 100.504
Sonstige Vermögensgegenstände 12 12

Passivseite

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 933.956
TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 922.721


Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 136.564
mehr als drei Monate bis ein Jahr 53.926
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 251.933
mehr als fünf Jahre 613.077

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.405 17.137


Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 322
mehr als drei Monate bis ein Jahr 38.931
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 104
mehr als fünf Jahre -


Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 136.177
mehr als drei Monate bis ein Jahr 204.884
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 22.049
mehr als fünf Jahre 698

4. Treuhandverbindlichkeiten


Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

5. Sonstige Verbindlichkeiten


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 5.282
Steuerverbindlichkeiten 3.948

6. Rechnungsabgrenzungsposten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 391 424

9. Nachrangige Verbindlichkeiten

TEUR
Für die in dieser Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in folgender Höhe angefallen 1.511


Die Bedingungen der Nachrangigkeit sämtlicher nachrangiger Verbindlichkeiten entsprechen Artikel 63 der Capital Requirements Regulation (CRR). Eine Umwandlungsmöglichkeit in Kapital oder eine andere Schuldform besteht nicht.


Eine Mittelaufnahme übersteigt 10% des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten (15.000 TEUR - ohne anteilige Zinsen -, Zinssatz 4,20 %, fällig am 02.06.2032).


Die nachrangigen Verbindlichkeiten von insgesamt 45.817 TEUR (ohne anteilige Zinsen), die im Einzelfall 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten nicht übersteigen, haben eine Durchschnittsverzinsung von 2,036 % und eine Laufzeit von 6 bis 10 Jahren.

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Schulden lauten auf Fremdwährung 7.475

Passivseite unter dem Strich

1. Eventualverbindlichkeiten


Im Posten "Eventualverbindlichkeiten" ist im Unterposten b) "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen" ein Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse in Höhe von 9.548 TEUR enthalten.

2. Andere Verpflichtungen


Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" acht Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 5.981 TEUR und 10.945 TEUR. Bei den genannten unwiderruflichen Kreditzusagen handelt es sich mit 31.611 TEUR um Kontokorrentkredite und mit 31.245 TEUR um Darlehen.


Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Periodische Aufwendungen und Erträge

5. Provisionserträge


Wir haben Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Lebensversicherungen, Bausparverträgen, Investmentzertifikaten, Vermögensverwaltungen, Krediten sowie Finanzierungen aus einer Hand erhalten.

8. Sonstige betriebliche Erträge


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Grundstückserträge 4.444
Veräußerungsgewinne aus der Einbringung von Grundstücken und Gebäuden in eine Tochtergesellschaft 34.049

Periodenfremde Aufwendungen und Erträge


Folgende Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten wesentliche Aufwendungen und Erträge, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind:

8. Sonstige Betriebliche Erträge


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Auflösung von sonstigen Rückstellungen 1.346

29. Bilanzgewinn


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner für den 8. Mai 2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Ausschüttungssperren


Im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB sind nachfolgende Sachverhalte bei der Ermittlung der Ausschüttungssperre zu berücksichtigen.

TEUR
Unterschiedsbetrag aus Pensionsrückstellungen gemäß § 253 Abs. 6 HGB 268


Eine Ausschüttungssperre besteht nicht, da in Vorjahren bereits in entsprechender Höhe die Sicherheitsrücklage dotiert wurde.

E. Sonstige Angaben

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des
Kapitalanteils
Eigenkapital Jahresergebnis
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 3,21 % -1 -1
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 4, Stuttgart 20,10 % 100.485 TEUR +2.966 TEUR
(30.09.2023) (2022/2023)
S-Immo-Verwaltungsgesellschaft der Sparkasse
Bodensee GmbH & Co. KG, Friedrichshafen
100,00 % 136.195 TEUR -2.084 TEUR
(31.12.2023) (2023)

1 Keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.


Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin der RWSO-Grundstücksgesellschaft TBS der Württembergischen Sparkassenorganisation (GbR) Fellbach und der DKE-GbR, c/o Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V. mit Sitz in Berlin.


Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.


Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente


Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Nominalbeträge in TEUR Zeitwerte 1 in TEUR
nach Restlaufzeiten Insgesamt
bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre + ./.
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps - 5.000 90.000 95.000 4.098 3.905
Insgesamt - 5.000 90.000 95.000 4.098 3.905
Buchwerte in TEUR
Optionsprämie Rückstellung
(P7)
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps -
Insgesamt - -

1 Ohne anteilige Zinsen


Bei den OTC-gehandelten derivativen Finanzinstrumenten werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung). Bei der Mark to Model Bewertung wird bezüglich der derivativen Finanzinstrumente wie folgt verfahren:


Zinsswaps werden in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert des Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte.


Die in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen Derivate wurden bei der verlustfreien Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuch) berücksichtigt (vgl. Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") und waren insoweit nicht gesondert zu bewerten.


Bei den Kontrahenten im Derivategeschäft per 31. Dezember 2023 handelt es sich ausschließlich um deutsche Kreditinstitute.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Ein Ausweis passiver latenter Steuern war insoweit nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern hat die Sparkasse entsprechend § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen, den nicht festverzinslichen Wertpapieren und den Sachanlagen. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen an Kunden, nicht festverzinslichen Wertpapieren und Rückstellungen. Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 28,738 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825 % berücksichtigt.

Abschlussprüferhonorare


Für das Geschäftsjahr wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 345
für andere Bestätigungen 4
für die Steuerberatung 8
Für sonstige 16

MitarbeiterInnen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anzahl
Vollzeitkräfte 402
Teilzeit- und Ultimokräfte (anteilig) 113
Auszubildende 36
Insgesamt 551

Bezüge / Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Den Mitgliedern des Vorstandes wurden für Ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 725 TEUR gewährt.


Für die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 1.213 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 23.112 TEUR.


Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 222 TEUR.


Die Sparkasse hatte Mitgliedern des Vorstandes Ende 2023 Kredite in Höhe von 1 TEUR gewährt. An die Mitglieder des Verwaltungsrates wurden Kredite einschließlich eingegangener Haftungsverhältnisse in Höhe von 1.669 TEUR ausgereicht.

Organe


Eines unserer Vorstandsmitglieder ist stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat der LBS Süd, Stuttgart/München und ordentliches Mitglied im Aufsichtsrat der SV Sparkassen-Versicherung Lebensversicherung AG, Stuttgart.

Verwaltungsrat
Vorsitzender Wölfle, Lothar Landrat Bodenseekreis a. D. bis 13.05.2023
Prayon, Luca Wilhelm Landrat Bodenseekreis seit 15.06.2023
bis 31.12.2023
Burchardt, Uli Oberbürgermeister Konstanz ab 01.01.2024
1. Stellvertreter Burchardt, Uli Oberbürgermeister Konstanz bis 31.12.2023
Prayon, Luca Wilhelm Landrat Bodenseekreis ab 01.01.2024
2. Stellvertreter Zeitler, Jan Oberbürgermeister Überlingen
Mitglieder Dietrich, Jörg Sparkassenangestellter
Henne, Thomas Dipl. Kaufmann
Hiltner, Georg Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Konstanz
Hornung, Dieter-Alfons Erster Bürgermeister a. D.
Kleiner, Rudolf Sparkassenangestellter
Kreitmeier, Dr. Christiane Kommunikationstrainerin
Manz, Ralf Sparkassenangestellter
Marx, Prof. Dr. Claudius Hauptgeschäftsführer IHK Hochrhein-Bodensee
Reisch, Arno Sparkassenangestellter
Riedle, Markus Sparkassenangestellter
Riedmann, Georg Bürgermeister Markdorf
Schwörer, Sandra Sparkassenangestellter
Tscheulin, Roger Rechtsanwalt
Wengert, Hendrik Bürgermeister Owingen
Zeller, Norbert Ministerialrat a. D.
Gruppenstellvertreter Enzensperger, Daniel Bürgermeister Kressbronn
Dr. Ruff, Jürgen Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens
Schöllhorn, Rainer Sparkassenangestellter
Vorstand
Vorsitzender Mayer, Lothar
Mitglieder Hoffmann, Nils bis 30.09.2023
Lammering, Frank ab 01.04.2024

 

Friedrichshafen / Konstanz, den 9. April 2024

Der Vorstand

Mayer

Lammering


Anlage zum Jahresabschluss
gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023
("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Bodensee hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Bodensee besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Bodensee definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 insgesamt 156.273 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 515.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 12.651 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 9.366 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Sparkasse Bodensee hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die Sparkasse Bodensee, Friedrichshafen und Konstanz

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Bodensee (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:


1. Bewertung von Forderungen an Kunden


2. Bewertung der Wertpapiere


Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt aufgebaut:


a) Sachverhalt und Problemstellung


b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


c) Verweis auf weitergehende Informationen

1. Bewertung von Forderungen an Kunden


a) Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.


b) Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. den Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.


Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.


c) Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt B) sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 (Abschnitt C) enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitt 2.3.2.2, Abschnitte 2.4.1 und 4.2.1.1).

2. Bewertung der Wertpapiere


a) Die Sparkasse hat Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie andere nicht festverzinsliche Wertpapiere im Portfolio, die sie dem Anlagevermögen zuordnet. Die Wertpapiere wurden einschließlich des Spezialfonds gemäß § 340e Abs. 1 HGB nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewertet (gemildertes Niederstwertprinzip). Aufgrund der gemischten Zusammensetzung des betreffenden Sondervermögens ist der Nachweis der nur vorübergehenden Wertminderung auf Basis der erforderlichen Durchschau auf Einzelgeschäftsebene anders als bei den weiteren zum gemilderten Niederstwert bilanzierten Direktanlagen sehr komplex. Die Beurteilung der Einhaltung der auf die einzelnen Finanzinstrumente des Fonds zugrunde zu legenden objektiven Kriterien, die für eine nur vorübergehende Wertminderung sprechen, bedarf insofern einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.


b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems insbesondere die Prozesse zur Bewertung der Wertpapiere durch Aufbau- und Funktionsprüfungen beurteilt. Darüber hinaus haben wir die Dokumentation der Sparkasse zur Identifikation der einzelnen Wertpapiere im Sondervermögen, bei denen die Kriterien für eine nur vorübergehende Wertminderung erfüllt sind, im Hinblick auf deren Schlüssigkeit nachvollzogen. Zusätzlich haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen durchgeführt.


c) Weitere Informationen zu den Beständen und der Bewertung sind in den Anhangangaben zu Aktiva 5 und 6 (Abschnitt C) sowie den Erläuterungen zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt B) enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitt 2.3.2.3, 2.4.1,4.2.1.2 und 4.2.2).

Sonstige Informationen


Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich.


Die sonstige Information, die uns vereinbarungsgemäß nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt wird, umfasst den gemäß § 340a Abs. 1a HGB i. V. m. § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2a HGB zusammen mit dem Lagebericht nach § 325 HGB zu veröffentlichenden nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2023.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Wir sind nach § 30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben die Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG) als Leistung, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurde, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Peter Wöhrle.

 

Stuttgart, den 17. April 2024

Sparkassenverband Baden-Württemberg
Prüfungsstelle

Wöhrle
Wirtschaftsprüfer


Beschluss des Verwaltungsrats über die Verwendung des Bilanzgewinns


Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung am 8. Mai 2024 den Jahresabschluss 2023 festgestellt und beschlossen, den Bilanzgewinn gem. § 31 SpG in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

vorgelegt:

 

Der Vorstand
Sparkasse Bodensee

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
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