Stammdaten

Register
Amtsgericht Essen HRB 21973
Eingetragen
28.1.2010
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieTechnische, physikalische und chemische UntersuchungHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
Die Tätigkeit für Sicherheit, Technik und Umwelt, insbesondere die Forschung, Entwicklung, Beratung, Herstellung, Prüfung, Aus- und Fortbildung, um Menschen, Umwelt und Sachwerte vor nachteiligen Auswirkungen zu bewahren und die zweckmäßige und wirtschaftliche Herstellung, Errichtung und Verwendung von technischen Einrichtungen, Betriebsund Arbeitsmitteln zu erreichen und zu erhalten.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Thomas Biedermann
seit 4.8.2020
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
RWTÜV GmbHEigenbeteiligung
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
300.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RWTÜV GmbH

Essen

Jahresabschluss zum 31.12.2023

Bilanz

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 234.370,00 64.273,00
II. Sachanlagen 239.670,06 220.127,06
III. Finanzanlagen 101.237.202,08 91.437.202,08
Summe Anlagevermögen 101.711.242,14 91.721.602,14
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.599.212,18 3.704.873,56
II. Guthaben bei Kreditinstituten 18.122.456,31 26.017.658,13
Summe Umlaufvermögen 24.721.668,49 29.722.531,69
C. Aktive Rechnungsabgrenzung 25.884,86 126.794,06
Summe Aktiva 126.458.795,49 121.570.927,89

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Kapitalrücklage 24.205.526,68 24.205.526,68
III. Gewinnrücklagen 2.528.868,36 2.528.868,36
IV. Gewinnvortrag 71.185.283,71 69.785.380,17
V. Jahresüberschuss 4.461.838,30 2.149.903,54
Summe Eigenkapital 112.381.517,05 108.669.678,75
B. Rückstellungen 5.306.764,11 5.019.361,11
C. Verbindlichkeiten 8.770.514,33 7.881.888,03
Summe Passiva 126.458.795,49 121.570.927,89

Anhang

Allgemeine Grundsätze

Die RWTÜV GmbH ist im Handelsregister beim Amtsgericht Essen unter der Nr. HRB 21973 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde gem. §§ 242 ff und 264 ff HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für kleine Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs.1 Nr.2 HGB).

Die Gesellschaft ist aufgrund des Gesellschaftsvertrages verpflichtet, einen Lagebericht aufzustellen.

Die Bilanzierung der Vermögensgegenstände und Schulden erfolgt im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, werden berücksichtigt. Gewinne werden nur berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind.

Größenabhängige Erleichterungen werden in Anspruch genommen.

Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear auf die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren abgeschrieben.

Die Zugangsbewertung von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens erfolgt höchstens zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums.

Bei den Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen berücksichtigt. Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht nach § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB nicht in Anspruch und aktiviert keine Fremdkapitalzinsen.

Die Folgebewertung des abnutzbaren Sachanlagevermögens ergibt sich aus Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Im Jahr des Zugangs erfolgte eine zeitanteilige Ermittlung der Abschreibung. Die beweglichen Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren abgeschrieben. Geringwerte Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 800 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und ihr Abgang unterstellt.

Im Finanzanlagevermögen werden Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen sowie Deckungskapitalanteile aufgrund von Rückdeckungsversicherungen ausgewiesen, sofern sie dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen.

Der Ansatz der Finanzanlagen erfolgt zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten.

Finanzanlagen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgung dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen verrechnet; entsprechend wird mit den zugehörigen Aufwendungen und Erträgen aus der Aufzinsung und aus dem zu verrechnenden Vermögen verfahren. Die verrechneten Aufwendungen und Erträge (einschließlich Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes) werden im Finanzergebnis erfasst. Der Zinsertrag auf das Planvermögen beträgt zwischen 0,9 % und 2,95 %.

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Bilanzierung und Bewertung erstmalig unter Beachtung des IDW-Rechnungslegungshinweises FAB 1.021. Als Bilanzansatz für die Abbildung der Kongruenz von Anspruch aus Rückdeckungsversicherungen und Pensionsverpflichtung wurde das Passivprimat in Anspruch genommen. Die Bewertung der kongruent rückgedeckten Anteile der Pensionsverpflichtung erfolgt nach Maßgabe des sogenannten Deckungskapitalverfahrens.

Die Bewertung der Rückdeckungsversicherungen, die auf den über-gedeckten Teil der Pensionsverpflichtungen entfallen, erfolgte wie in den Vorjahren mit dem beizulegenden Zeitwert, der den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.

Aus der Anwendung des IDW RH FAB 1.021 resultiert ein um Tsd. € 1.355 (Vorjahr: TEUR 1.403) geringeres saldiertes Deckungsvermögen.

Sofern zum Abschlussstichtag bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren Wert vorgenommen.

Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag in Höhe ihrer Anschaffungskosten angesetzt.

Die Berücksichtigung des Niederstwertprinzips erfolgte für Einzelrisiken durch entsprechende Einzelwertberichtigungen.

Liquide Mittel werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen

Bei der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden die Barwerte der zu erbringenden Leistungen nach der Projected-Unit-Credit-Methode unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck berechnet. Rentenanpassungen sind mit 1,6 % p.a. berücksichtigt. Für Gehaltssteigerungen wurden 2,0 % angesetzt.

Den so ermittelten Altersversorgungsverpflichtungen wird pauschalierend eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Erstmals wurde der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre von 1,83 % angesetzt. Aus der Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre (1,76 %) ein gemäß § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrter Unterschiedsbetrag in Höhe von Tsd. € 99.

Zum Abschlussstichtag erfolgte eine Saldierung der Verpflichtung mit insolvenzgesichertem und zweckgebundenem Deckungskapital. Die Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände erfolgt gem. § 253 Abs.1 S.4 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag.

Bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags wurden gegebenenfalls künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Sofern Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, werden sie mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre gem. § 253 Abs. 2 S.1 HGB abgezinst.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von Tsd. € 5.278 (Vorjahr: Tsd. € 2.859) beinhalten Forderungen aus der Gewährung von Darlehen und Zwischenfinanzierungskrediten.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von Tsd. € 14.2966 wurden mit entsprechendem Deckungskapital (Zeitwert/fortgeführte Anschaffungskosten) in Höhe von Tsd. € 10.848 saldiert, so dass eine Rückstellung in Höhe von Tsd. € 3.448 in der Bilanz ausgewiesen wird.

(4) Verbindlichkeiten

31.12.2023 mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr davon mehr als fünf Jahren 31.12.2022
Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. €
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 307 307
29
0
0
0
0
29
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.425 8.425 0
0
0
0
7.815
Sonstige Verbindlichkeiten 38 38
38
0
0
0
0
38
davon aus Steuern (34) (34)
(33)
(0)
(0)
(0)
(0)
(33)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (4) (4)
(5)
(0)
(0)
(0)
(0)
(5)
8.770 8.770
7.882
0
0
0
0
7.882

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen sonstige Verbindlichkeiten.

(5) Haftungsverhältnisse

31.12.2023 31.12.2O22
Tsd. € Tsd. €
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 374 361
davon gegenüber verbundenen Unternehmen (0) (0)
374 361

Weiterhin existieren vier Bürgschaften aus der Zeit vor der Fusion mit der TÜV Nord-Gruppe mit einem Gesamtwert von Tsd. € 70. Es handelt sich hierbei um Vertragserfüllungs-, Anzahlungs- und Mietbürgschaften. Für diese Bürgschaften besteht im Falle einer Inanspruchnahme eine Freistellungserklärung seitens TÜV NORD AG datierend vom 07.04.2008. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften wird wegen des Zahlungsverhaltens des Hauptschuldners in der Vergangenheit nicht gesehen.

Mitarbeiter

Durchschnittlich waren im Berichtsjahr 8 Angestellte beschäftigt.

Sonstige Angaben

Die Gesellschaft stellt selbst einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen ergeben sich im Wesentlichen aus den bestehenden Mietverpflichtungen und aus Dienstleistungsverträgen. Die daraus resultierenden Zahlungen betragen voraussichtlich Tsd. € 1.879, davon gegenüber verbundenen Unternehmen Tsd. € 157.

 

Essen, den 3. April 2024

RWTÜV GmbH

Geschäftsführung
Thomas Biedermann Fabian Fechner

Angaben zur Feststellung

Der Jahresabschluss wurde am 25.04.2024 festgestellt.

Lagebericht für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023
(Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns)

Grundlagen des Konzerns

Die RWTÜV Unternehmensgruppe ist ein Konzernverbund von markenstarken Technologiedienstleistungsunternehmen mit der RWTÜV GmbH als Holding. Mit seinen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist der Konzern heute in über 30 Ländern in Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien präsent. Der RWTÜV e.V. bewahrt als Obergesellschaft seit der Gründung im Jahr 1872 Werte wie Integrität, Unternehmertum, Vielfältig- und Nachhaltigkeit, sowie eine kommunikative und kundenorientierte Ausrichtung.

Die RWTÜV GmbH fungiert als strategische Management- und Finanzholding. Sie steuert und überwacht alle wesentlichen Konzernaktivitäten und den weiteren Ausbau der Unternehmensgruppe. Der Konzern umfasst zum Stichtag 31.12.2023 insgesamt 106 (2022: 104) vollkonsolidierte Gesellschaften, darunter 27 (2022: 27) im Inland und 79 (2022: 77) im Ausland. Darüber hinaus hält die RWTÜV GmbH einen Anteil von 36,1 % an der TÜV NORD AG, einem weltweit im TIC-Sektor tätigen Prüf- und Technologiekonzern.

Die andauernden weltweiten geopolitischen Konflikte mit ihren Folgen für die Energiewirtschaft in Europa und insbesondere in Deutschland, verbunden mit den Auswirkungen der Inflation haben zu einer deutlich negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2023 geführt. Trotz dieser widrigen Rahmen- und Randbedingungen konnte sich der RWTÜV Konzern sehr positiv weiterentwickeln. Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Umsatz von 256,6 Mio. € (2022: 229,5 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern von 30,5 Mio. € (2022: 27,8 Mio. €) erzielt.

Der diversifizierte Dienstleistungskonzern ist in die drei Geschäftsbereiche "Versicherungsservices", "Telekommunikation" sowie "Energie &Umwelt" gegliedert. Dabei nehmen die Gesellschaften stabile Marktpositionen in ihren Teilmärkten ein. Die Beteiligung an der TÜV NORD AG wird in den Konzernabschluss als at-equity-Beteiligung einbezogen.

Das nachfolgende Schaubild verdeutlicht die Struktur der RWTÜV Gruppe:

Abbildung 1: Konzernschaubild

Der Geschäftsbereich Versicherungsservices besteht aus der Van Ameyde-Gruppe und setzt sich aus 90 Unternehmen (einschließlich sonstige Beteiligungen) in über 30 verschiedenen europäischen Ländern sowie Asien, Afrika und Australien zusammen. Die Van Ameyde-Gruppe bietet ihren Kunden, die sich überwiegend aus Versicherungsgesellschaften, Versicherungsmaklern, Leasinggesellschaften, Logistikern, Industrieunternehmen, Immobilieneigentümern und Kfz-Flottenbetreibern zusammensetzen, umfassende Lösungen für die Regulierung von Schadensfällen weltweit an. Ergänzt wird dieses Angebot durch Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette: Vollständige Übernahme der Schadensabwicklung, Entsendung von mehrsprachigen Interims-Fachleuten wie Schadensregulierer und Gutachter sowie Ermittlung und Beurteilung von Risiken mit dem Ziel, Schäden zu bewerten, aber auch die Entscheidung über einzuleitende Präventivmaßnahmen zu unterstützen sowie den Umfang der Schadensbelastung bestmöglich zu steuern. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung unterstützt Van Ameyde den gesamten Prozess mit einer eigenen Softwarelösung, die auch von Versicherungen für das Schadensmanagement eingesetzt wird.

Der Geschäftsbereich Telekommunikation besteht aus den cetecom advanced Gesellschaften mit Standorten in Saarbrücken und Essen, den USA, Korea und Japan. Die beiden deutschen Gesellschaften CETECOM GmbH und CTC advanced GmbH wurden Anfang 2023 verschmolzen, um ihre Kräfte zu bündeln und eine zielgerechtere Kundenbetreuung zu gewährleisten. Das Dienstleistungsportfolio umfasst Beratung, Training, Entwicklung, Engineering, Validierung, Zertifizierung und Zulassungsmanagement. Ein wesentlicher Teil der Kunden stammt aus dem Automotive-, Maschinen- und Anlagenbau und aus der Funk- und Informationsindustrie. Des Weiteren zählen Zahlungsmittelanbieter, Batterie- und Medizingerätehersteller und ähnliche Bereiche dazu. Der globale Trend, Produkte und Maschinen digital zu vernetzen und dabei vermehrt von leitungsgebundener Kommunikation auf Funktechnologien zu wechseln, führt zu einer ständig wachsenden Nachfrage nach Test- und Zertifizierungsdienstleistungen im globalen Kontext. Die Beobachtungen des Marktes lassen auf ein exponentielles Wachstum von Funkintegrationen schließen. Dies ergibt sich zum einen aus immer weiter steigenden Erwartungen hinsichtlich der Flexibilität von Produktionsprozessen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an einzelne Geräte, Verbindungen mit vielen möglichen Endstellen verschiedener Technologien und unterschiedlicher Bandbreiten eingehen zu können.

Zur Erweiterung des Unternehmensportfolios wurde im Jahr 2022 die cesitec GmbH erworben. Die Gesellschaft ist ein überregional tätiger Dienstleister im Maschinen- und Anlagenbau für den Bereich Maschinensicherheit und Arbeitsschutz. Sie unterstützt die Industrie mit qualifizierten Engineering-Leistungen sowie bei der Optimierung von CE-Zulassungs-prozessen. Durch diese Kooperation kann cetecom advanced nun den steigenden Bedarf an Funktechnologie-Know-how im Zusammenhang mit vernetzten Maschinen decken und umfassende Dienstleistungspakete anbieten.

Das Leistungsspektrum des Geschäftsbereiches Energie &Umwelt umfasst Beratungs- und Planungsdienstleistungen für die Energieerzeugung und -verteilung sowie für die Optimierung von Energienutzung. Zum Angebotsspektrum gehören außerdem die Planung Technischer Gebäudeausrüstung und das Bauprojektmanagement.

CONSULECTRA, mit den beiden Standorten in Hamburg und Düsseldorf, berät Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen der Energiewirtschaft in technischen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen sowie in der IT-Sicherheit. Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf Netzplanung und Dienstleistungen zum Netzbetrieb im In- und Ausland.

Die apro.gmbh (vorher: APRO Computer und Dienstleistung GmbH), Erfurt, wurde im Jahr 2022 zur Erweiterung des Dienstleistungsangebotes im Bereich IT-Sicherheit erworben. Die Tätigkeitsfelder sind IT-Sicherheit, Informationssicherheit, Notfallmanagement, Projektmanagement und Geheimschutz. Kunden sind Unternehmen und öffentliche Verwaltungen, die bei der Berücksichtigung und Umsetzung von Gesetzen, Normen und Standards wie dem BSIG, BDSG, dem BSI-Standard 200-x oder der ISO27001 beraten und unterstützt werden.

ENOPLAN berät Unternehmen bei der Optimierung ihres Energieeinsatzes und der Energiekosten. Zu den Dienstleistungsbausteinen gehören die Energievertragsvermittlung, die Rechnungskontrolle, die energiewirtschaftliche Vorbereitung der gesetzlichen Rückerstattungen und die fristgerechte Sicherstellung aller Meldungen für Großunternehmen und deren Eigenerzeugungsanlagen. Zusätzlich betreut ENOPLAN Energieeffizienzprojekte, die aus gesetzlichen Anforderungen resultieren. Neue Dienstleistungen sind u. a. die Ermittlung von CO2-Bilanzen (ESG- und CSRD-Berichterstattung) und die Beratung bezüglich E-Mobilität. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen SMOPI, an dem 2023 eine Beteiligung erworben wurde, erstellt ENOPLAN Lademanagementkonzepte.

Darüber hinaus bietet die direkte Tochtergesellschaft ENOMETRIK Mess- und Servicedienstleistungen zur Energieoptimierung an. Die Optismall GmbH ist spezialisiert auf das Gewerbekundensegment (kleiner 500.000 kWh p.a.) für die Energiemedien Strom und Erdgas. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Betreuung von Hotels und Gaststätten des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in und um München. Die Enersave Gebäude- und Energiemanagement GmbH in Bruchsal gehört seit Anfang 2022 zur Unternehmensgruppe. Die Gesellschaft erstellt ganzheitliche Energiekonzepte. Dazu untersucht jeweils ein Team aus Elektro- und Versorgungsingenieuren Schwachpunkte in der Strom-, Wärme, Kälte- und Wasserversorgung mit dem Ziel der Energieverbrauchs- sowie Energiekostenoptimierung.

Das Ingenieurbüro Nordhorn bietet Bauplanung und Bauüberwachung in enger Zusammenarbeit mit Bauherren, Architekten und Bauunternehmen für die Technische Gebäudeausrüstung an und besitzt neben dem Hauptsitz in Münster Niederlassungen in München, Hamburg und Berlin. Schwerpunkt sind technisch anspruchsvolle Lösungen für komplexe Industrie- und Wirtschaftsbauten. Zur Ausweitung der regionalen Präsenz in diesem Marktsegment wurde Mitte des Jahres 2022 die MN Mörbitz Nordhorn Ingenieure GmbH, Leipzig, erworben.

Die G+N Consult Baumanagement GmbH, Düsseldorf, rundet das Dienstleistungsportfolio des RWTÜV Konzerns ab. Die Gesellschaft ist spezialisiert auf die Themen Projektmanagement und Projektsteuerung bei Immobilien-Großprojekten.

Marktwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut des Jahresgutachtens 2023/24 des Sachverständigenrates haben die Corona-Pandemie und die nachfolgende Energiekrise durch geopolitische Konflikte in Europa und insbesondere in Deutschland deutliche Spuren hinterlassen. Die deutsche Wirtschaftsleistung liegt derzeit nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn des Ausbruchs von COVID-19 vor knapp vier Jahren. Deutschland verzeichnet damit das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Zwar kam Deutschland zunächst noch vergleichsweise gut durch die Pandemie, während der Energiekrise entwickelte sich die deutsche Wirtschaft jedoch sehr schwach. Gegenüber dem Vorjahr ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 % geschrumpft und dürfte laut Auskunft des Sachverständigenrates im kommenden Jahr deutlich langsamer wachsen als in den 2010er-Jahren. Die Inflation in Deutschland ist gemessen am nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) im Verlauf des Jahres 2023 zwar deutlich zurückgegangen, von 8,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat im Januar 2023 auf 4,5 % im September 2023, die Kerninflation ist jedoch weiterhin zu hoch. Das außenwirtschaftliche Umfeld Deutschlands ist ebenfalls stark eingetrübt. Hierzu haben die weltweite geldpolitische Straffung und die schleppende Entwicklung in China beigetragen. Problematisch ist vor diesem Hintergrund, dass das Angebot an kapitalmarktbasierter Finanzierung für Unternehmen in Europa eingeschränkt ist und dass die europäischen Kapitalmärkte weiterhin stark fragmentiert sind. Zudem sind die Zinsen deutlich gestiegen. Dies behindert Investitionen und bremst die grüne Transformation sowie Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung.

Für einen international tätigen Dienstleistungskonzern sind die politischen, regulatorischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen bedeutsam für eine positive Entwicklung. Der Geschäftsbereich Versicherungsservices ist überwiegend im Euroraum und in Großbritannien tätig, während sich der Geschäftsbereich Telekommunikation am Teilmarkt funkbasierter Technologien weltweit orientiert. Der Geschäftsbereich Energie &Umwelt wird hingegen überwiegend von nationalen Entwicklungen insbesondere des Energie- und Bausektors beeinflusst. Letzterer wiederum wird stark von der Entwicklung von Zinsen, Genehmigungsverfahren, Vorschriften und Förderungen beeinflusst.

Geschäftsverlauf

Für den RWTÜV Konzern mit seinem diversifizierten Portfolio in Bezug auf Inhalte und globale Aufstellung wirkten sich diese Einflüsse in unterschiedlicher Gewichtung aus.

Die wichtigsten Kennzahlen des RWTÜV Konzerns zum Geschäftsjahr sind im Einzelnen:

Außenumsatz: 256,6 Mio. €
2022: 229,5 Mio. €; +11,8%)

Ergebnis vor Steuern: 30,5 Mio. €
(2022: 27,8 Mio. €; +9,7%)

Umsatzrendite, gemessen am Ergebnis vor Steuern: 11,9 %
(2022: 12,1 %)

Eigenkapitalquote: 51,8 %
(2022: 57,3 %)

Der RWTÜV Konzern kann trotz der gesamtwirtschaftlich stockenden Entwicklung im Jahr 2023 erneut auf ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurückblicken und hat die Vorjahresprognose hinsichtlich Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich übertroffen. Lediglich die Eigenkapitalquote blieb aufgrund der Zinseinflüsse auf die Pensionsrückstellungen bei der at-equity-Bewertung der TÜV Nord AG sowie durch Konsolidierungseffekte im Rahmen von Unternehmens- und Anteilserwerben hinter den Erwartungen zurück.

Das Inlandsgeschäft schloss das Geschäftsjahr 2023 mit Umsatzerlösen in Höhe von 85,8 Mio. € (2022: 70,6 Mio. €; +21,5%) ab. Der Anteil des internationalen Geschäfts am Konzernumsatz betrug 170,8 Mio. € (2022: 158,9 Mio. €; +7,5%). Im Geschäftsjahr 2023 wurden 67 % der Umsätze im Ausland erwirtschaftet.

Die einzelnen Geschäftsbereiche haben sich wie folgt entwickelt:

Versicherungsservices

Das griechische Unternehmen Kalimbassieris Maritime wurde im Jahr 2023 Teil des Geschäftsbereiches Versicherungsservices. Die Partnerschaft stärkt die Position der Van Ameyde Gruppe in der Branche und erweitert die Präsenz in der für den globalen Transport enorm wichtigen Handelsroute durch den Suezkanal und das östliche Mittelmeer. Kalimbassieris Maritime ist ein internationaler Beratungs- und Versicherungsdienstleister, der Schadenmanagement, Gutachten und IT-Dienstleistungen für den Seetransport und die Seeversicherung in Griechenland, der Türkei, Rumänien, Bulgarien, Zypern und Ägypten anbietet. Zu den prominentesten Kunden zählen internationale Anbieter von Gütertransportversicherungen und Schiffsunfallversicherungen. Darüber hinaus kümmert sich Kalimbassieris Maritime um Versicherungsschäden an Yachten.

Der RWTÜV Konzern konnte mit seinem größten Geschäftsbereich Versicherungsservices neben diesem anorganischen Wachstum gegenüber dem Vorjahr auch ein starkes organisches Wachstum verzeichnen. Das Claims Management entwickelte sich im Jahr 2023 positiv, und das Neugeschäft in Verbindung mit gestiegenem Green Card Volumen im Bereich der länderübergreifenden KFZ-Schadenregulierung und weiterer Digitalisierung führte zu einem signifikanten Umsatzanstieg. Insbesondere in der Benelux-Region ergab sich ein erfreuliches organisches Wachstum. Für das Segment Marine &Industrie konnte insgesamt ebenfalls ein starkes Jahr 2023 mit einem enormen Umsatzwachstum verzeichnet werden. Während im Vereinigten Königreich die Erwartungen nicht erreicht wurden, ließen sich im östlichen Mittelmeerraum deutliche Umsatzsteigerungen realisieren. Hierzu hat die neu erworbene Unternehmensgruppe Kalimbassieris maßgeblich beigetragen. Insgesamt stieg der Umsatz des Geschäftsbereiches 2023 hauptsächlich durch organisches Wachstum im Vergleich zu 2022 um 17,2 %, was auch zu einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern führte.

Telekommunikation

Der Geschäftsbereich Telekommunikation mit der cetecom advanced GmbH in Saarbrücken und einer Niederlassung in Essen sowie den Tochtergesellschaften in den USA, Südkorea und Japan verzeichnete einen sehr volatilen Geschäftsverlauf im Jahr 2023. Der konsolidierte Umsatz liegt aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen mit 46,6 Mio. € um 6,2 % unter dem Vorjahresniveau.

Im Juni 2023 wurde die Fusion zwischen der CTC advanced GmbH in Saarbrücken und der cetecom advanced GmbH in Essen formaljuristisch abgeschlossen. Das daraus hervorgegangene Unternehmen konnte im Geschäftsjahr 2023 seine Marktstellung in der Telekommunikationsindustrie sowie in den Branchen Smart Card Technologies, der Medizintechnik und der Automobilzulieferindustrie trotz der Herausforderungen durch die geopolitischen Konflikte und dem damit verbundenen Anstieg der Energiekosten, Sanktionen gegen Russland und begrenzter Lieferfähigkeit von Halbleitern zwar behaupten, aber aufgrund der insgesamt rückläufigen Marktentwicklung hat sich das Geschäftsvolumen reduziert. Hier ist insbesondere das ERA-Glonass-Geschäft für die Zertifizierung von automatischen Notrufsystemen in Fahrzeugen auf dem russischen Markt zu erwähnen, welches von der Automobilindustrie nicht mehr im bisherigen Umfang beauftragt wird. Die schwache Wirtschaftssituation in Deutschland führt dazu, dass Unternehmen, insbesondere in der Automobilindustrie, zurückhaltender in der Vergabe von Aufträgen sind. Durch hohe Energiepreise sind die Kunden, auch im Bereich Forschung und Entwicklung, kostensensitiver. Spürbar sind außerdem Probleme beim Technologietransfer in der Automobilindustrie, ebenso wie wachsende Konkurrenz im Bereich von Umweltsimulationsprüfungen. Das Auftragsvolumen bei internationalen Zulassungen ging aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei Kunden und deren Zulieferern zurück. Eine sehr gute Performance bot hingegen das regulatorische Kerngeschäft. Der Umsatz der fusionierten cetecom advanced GmbH liegt mit 31,4 Mio. € nach Eliminierung der gegenseitigen Vorjahresumsätze auf dem Vorjahresniveau. Aufgrund der gestiegenen Kosten ergibt sich jedoch ein negatives Ergebnis vor Steuern.

In den USA resultiert ein deutlich negatives Ergebnis vor Steuern aus der Volumenreduktion eines Großkunden; das Umsatzvolumen ging um 25,4 % gegenüber 2022 zurück.

In Korea hingegen sank der Umsatz nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr um 6,1 %. Trotz reduzierter Unterbeauftragung aus Deutschland konnte ein leicht positives Ergebnis vor Steuern realisiert werden. Die Tochtergesellschaft in Japan war ebenfalls stark von den negativen Marktentwicklungen betroffen. Der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr betrug 19,6 %. Kosteneinsparungen ermöglichten dennoch ein leicht positives Ergebnis vor Steuern.

Energie &Umwelt

Der Geschäftsbereich Energie &Umwelt hat 2023 einen konsolidierten Umsatz von 38,7 Mio. € erzielt und liegt damit um 15,2 % über dem Niveau des Vorjahres. Die Gesellschaften im Energiesektor konnten sich somit im abgelaufenen Jahr sehr gut behaupten, obwohl die Energieversorgungsbranche und das Umfeld im Bausektor sehr schwierig waren.

Eine Vielzahl stockender Prozesse in Gesetzgebungsverfahren sorgten im Jahr 2023 für eine hohe Verunsicherung in der Energieversorgungsbranche. Sie war geprägt von Diskussionen um Veränderungen oder den Rückbau der Gasversorgungsnetze, von der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) mit einer zukünftig gesetzlich fixierten kommunalen Wärmeplanung für Kommunen und von weiteren Themen. Hinzu kam, dass im April die letzten Kernkraftwerke im Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 vom Netz gingen und im Erzeugungspark fehlten. Aber auch das zum 01.01.2023 in Kraft getretene EEG 2023 war die größte energiepolitische Gesetzesnovelle seit Jahrzehnten. Es legte die Grundlagen für einen konsequenten und deutlich schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Wesentliche Einflüsse für CONSULECTRA waren der beschleunigte Netzausbau in allen Spannungsebenen, der beschleunigte Ausbau von EEG-Anlagen und Ladeinfrastrukturen, die Erhöhung der Automatisierung und Sichtbarkeit in den Mittel- und Niederspannungsnetzen sowie der durch das EEG geförderte zukünftige Ausbau von Stromspeichern und Kraftwerken mit grünem Wasserstoff. Nachdem in den Vorjahren bedingt durch die CORONA-Pandemie mehrfach die von CONSULECTRA angebotene Fachtagung "Symposium Netzleittechnik" verschoben werden musste, konnte diese im März 2023 in einem optimierten Format erfolgreich und mit einem Besucherrekord umgesetzt werden. So entwickelte sich ein erfreulicher Umsatzanstieg von 7,2 Mio. € auf 8,1 Mio. € (+12,5 %) im Jahr 2023.

Bei der ENOPLAN wurde im Geschäftsjahr 2023 der ganzheitliche Reorganisationsprozess zur Neuausrichtung weitergeführt. Der Fokus liegt auf einer Orientierung in Richtung stärkerer "Customer Intimacy": In Zukunft sollen bei der Produktentwicklung die Kundenbedürfnisse eine noch größere Rolle spielen, um diese bei der Optimierung im Energiebereich bestmöglich zu befriedigen. Im Jahr 2023 wurden die ersten Produkte bezüglich der Beratung und Erstellung von CO2-Bilanzen sowie der Beratung und Begleitung von Elektromobilitätskonzepten implementiert. Diese können nun neben den normalen Standardprodukten der ENOPLAN allen Kunden angeboten werden. Unabhängig vom Transformationsprozess lag der Fokus im Geschäftsjahr 2023 wieder auf der Beschaffung von Energielieferverträgen für Kunden. Aufgrund der anhaltenden Energiekrise bieten kaum noch Versorger Energielieferverträge an, sodass faktisch weiterhin kein Wettbewerb möglich ist. Durch die nach wie vor scharfen Kriterien der Energieversorger hinsichtlich Bonität und planbarer Lastverläufe war es eine sehr große Herausforderung, für alle ENOPLAN-Kunden einen Energieliefervertrag zu erhalten.

ENOMETRIK ist weiterhin einer der größten, netzunabhängigen Messstellenbetreiber mit ca. 10.000 Messpunkten überwiegend im Messstellenbetrieb, aber auch als Untermessungen. ENOMETRIK ist im Gewerbe- und Geschäftskundenbereich sowie insbesondere auch im Kettenkundenbereich ein etablierter Marktplayer. Durch eine Vielzahl an Projekten waren 2023 alle Installationsressourcen vollständig ausgelastet. Die Anzahl an Abnahmestellen wuchs durch ein Plus bei den Bestandskunden, ebenso konnten verschiedene neue Gewerbe- und Kettenkunden hinzugewonnen werden.

Die Optismall GmbH vermittelt Energieverträge an Gewerbekunden unter 500.000 Kilowattstunden für die Medien Strom und Erdgas. Insbesondere für produzierende Unternehmen konnte die ENOPLAN-Tochter Optimierungspotential hinsichtlich der gesetzlichen Rückerstattungen ausschöpfen. Nach der Verschmelzung mit der IMET GmbH im Jahr 2022 liegt ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der Optismall bei der Betreuung von Mitgliedern des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in und um München. Da dieses Gewerbekundensegment kaum Wettbewerbsdynamik zeigt, führte dies zu einer guten Geschäftsentwicklung.

Auch die Enersave GmbH ist spezialisiert auf die Strom- und Gas-Energievertragsvermittlung für Gewerbekunden unter 500.000 Kilowattstunden, ebenso wie die Unterstützung bei gesetzlichen Rückerstattungen für produzierende Unternehmen. Zusätzlich bietet die Enersave jedoch noch aus dem Energiedienstleistungsgesetz resultierende Energieaudits nach DIN EN 16247 an. Aufgrund der dynamischen Energiepreisentwicklung profitierte Enersave von hoher Nachfrage durch ihre Kunden.

Der kumulierte Umsatz der ENOPLAN einschließlich ihrer direkten Tochtergesellschaften betrug insgesamt 16,6 Mio. € und liegt damit leicht über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern für die Gesamtgruppe ist weiterhin stark positiv.

Der vorherige Boom der Baubranche hat sich inzwischen in eine Krise gewandelt. Angefangen mit der Corona-Pandemie ist der Branchenumsatz immer weiter rückläufig und diese Entwicklung hat bislang kein Ende gefunden, da sowohl Zinsen als auch Materialkosten im Jahr 2023 stark angestiegen sind.

Das Geschäft der IB Nordhorn KG war im Jahr 2023 von Konsolidierungsmaßnahmen geprägt. In den Vorjahren erfolgte Niederlassungsgründungen machten dies notwendig, ebenso wie Prozessoptimierungen, eine fortschreitende Digitalisierung und der Wunsch nach mehr Kundennähe. Der Umsatz betrug 9,2 Mio. € und bewegt sich damit mit 41,1 % erheblich über dem Niveau des Vorjahres. Die im Mai 2022 erworbene Gesellschaft MN Mörbitz Nordhorn Ingenieure GmbH, Leipzig, ebenfalls Anbieter aller Leistungsphasen der HOAI, insbesondere im Bereich der Haus- und Gebäudetechnik sowie der technischen Gebäudeausrüstung, konnte einen Umsatz von 2,9 Mio. € generieren. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem gesamten Jahr 2022 von rund 12 %. Aufgrund der anspruchsvollen Kundschaft aus dem industriellen und öffentlichen Bereich konnten sich beide Gesellschaften trotz allgemein schlechter Marktentwicklung mit ihrem qualifizierten Dienstleistungsportfolio auf dem Markt behaupten und gute, positive Ergebnisse vor Steuern realisieren.

Die Gesellschaft G + N Consult hingegen hatte mit einem Umsatz von 0,6 Mio. € gegenüber 2022 einen signifikanten Rückgang von 58,2 % und ein deutlich negatives Ergebnis vor Steuern zu verzeichnen. Bei dem Projektmanagementbüro hinterließ die Krise im Baubereich deutliche Spuren; aufgrund gestiegener Zinsen und der Diskussion um das Heizungsgesetz wurden kaum Aufträge vergeben. Durch umfangreiche Maßnahmen zur Kostensenkung, die sich auch schon positiv im Geschäftsjahr 2024 auswirken, konnte der Ergebniseffekt abgemildert werden.

Die Entwicklung der im Geschäftsjahr 2022 erworbenen apro.gmbH war hingegen sehr positiv. So konnte der Umsatz um 78,9 % auf 1,9 Mio. € im Vergleich zum gesamten Geschäftsjahr 2022 gesteigert werden, da eine hohe Nachfrage nach IT-Sicherheit zu verzeichnen war, was zu einem positiven Ergebnis vor Steuern geführt hat.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Mit einem Außenumsatz von 256,6 Mio. € (2022: 229,5 Mio. €) erwirtschaftete der RWTÜV Konzern ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 30,5 Mio. € (2022: 27,8 Mio. €) und einen Jahresüberschuss von 24,5 Mio. € (2022: 24,5 Mio. €). Zur Entwicklung und Analyse der Umsatzerlöse der einzelnen Geschäftsbereiche wird auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen.

Die sonstigen Erträge haben sich im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr wachstumsbedingt von 5,3 Mio. € auf 7,9 Mio. € erhöht. Die Abschreibungen liegen mit 20,4 Mio. € knapp unter dem Vorjahresniveau von 20,7 Mio. €. Die sonstigen Aufwendungen betragen 62,7 Mio. € und sind, wachstums- und inflationsgetrieben ebenso wie der Personalaufwand, deutlich höher als im Vorjahr. Das Ergebnis aus der at-equity-bewerteten Beteiligung TÜV NORD AG ist von 15,7 Mio. € auf 16,0 Mio. € leicht gestiegen. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen sind in der Erläuterung zur Vermögenslage enthalten und wurden im Wesentlichen durch den Zinsanstieg beeinflusst. Die Geschäftsführung beurteilt in Anbetracht der wirtschaftlichen Konjunktur die Ertragslage des Konzerns als sehr zufriedenstellend.

Finanzlage

Die konservative Finanzpolitik des RWTÜV Konzerns ist traditionell fester Bestandteil der Konzernphilosophie. Die wichtigsten Ziele, die Sicherstellung einer angemessenen Liquidität und die bedarfsgerechte Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften, wurden wiederum erfüllt. Es standen ausreichende liquide Mittel zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zur Verfügung. Eine Finanzplanung sowie eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Basis. Eine zur Verfügung stehende Kreditlinie von 11,2 Mio. € musste bislang weiterhin nicht in Anspruch genommen werden.

Wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Die Liquiditätssituation des Konzerns war trotz der wirtschaftlichen Lage jederzeit stabil.

Der Cashflow des RWTÜV Konzerns (Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit) betrug im Jahr 2023 31,6 Mio. € (2022: 13,7 Mio. €). Getrieben durch Akquisitionen betrug der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Jahr 2023 -29,7 Mio. € (2022: -21,1 Mio. €). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war mit 7,3 Mio. € (2022: -8,0 Mio. €) positiv. Insgesamt belaufen sich die liquiden Mittel damit auf 90,6 Mio. €, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Mio. € bedeutet. Die Finanzmittel werden überwiegend risikolos als Tagesgeld angelegt. Zu Einzelheiten wird auf die Kapitalflussrechnung im Anhang des Konzernabschlusses verwiesen.

Im Berichtszeitraum wurden in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Zugänge nach IFRS 16 für Leasing) konzernweit insgesamt 16,9 Mio. € (2022: 12,9 Mio. €) investiert. Davon entfielen auf den Geschäftsbereich Telekommunikation 3,3 Mio. € (2022: 4,2 Mio. €), auf den Geschäftsbereich Versicherungsservices 10,4 Mio. € (2022: 6,7 Mio. €) und auf den Geschäftsbereich Energie &Umwelt 1,7 Mio. € (2022: 1,3 Mio. €) sowie 1,5 Mio. € (2022: 0,7 Mio. €) im Wesentlichen für Baumaßnahmen mit dem Ziel der Modernisierung und Energieeffizienz. Damit konnten aufgrund der finanziellen Ausstattung des RWTÜV Konzerns notwendige und innovative Investitionen durchgeführt werden.

Darüber hinaus wurden in anorganisches Wachstum und Anteilsaufstockungen im Konzern unter Berücksichtigung von Einbehalten, Earn-Out-Vereinbarungen und künftigen Kaufverpflichtungen, insgesamt 20,5 Mio. € investiert. Zu Einzelheiten wird auf die Angaben im Anhang verwiesen.

Vermögenslage

Auch aus den Bilanzrelationen des RWTÜV Konzerns geht hervor, dass Finanzierung und Liquidität im Geschäftsjahr 2023 erneut auf gesicherter Basis standen.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 beträgt das Eigenkapital 269,0 Mio. € und die Bilanzsumme beläuft sich auf 519,4 Mio. €. Die Konzern-Eigenkapitalquote beträgt damit 51,8 % (2022: 57,3 %). Der Rückgang ist dem gesunkenen Zinsniveau bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen der TÜV Nord AG sowie sukzessiven Unternehmenserwerben im Rahmen von M&A Maßnahmen geschuldet. Die erfolgsneutrale Verbuchung der versicherungsmathematischen Verluste, einschließlich der erfolgsneutralen Anteile bei der at-equity-Bewertung, welche im Wesentlichen aus der Diskontierung durch das in der Vergangenheit ständig sinkende Marktzinsniveau entstanden sind, wirkten sich bis 2023 in Höhe von kumuliert 87,3 Mio. € negativ auf das Eigenkapital aus.

Die Rücklagenintensität (Rücklagen / Gesamtkapital) bewegt sich zum 31.12.2023 mit 65,4 % auf konstant hohem Niveau (2022: 69,7 %), was zu einem hohen Substanzschutz des RWTÜV Konzerns beiträgt. Das langfristig gebundene Vermögen beträgt 278,8 Mio. € (2022: 260,2 Mio. €). Der Deckungsgrad (Eigenkapital / langfristiges Vermögen) liegt bei 96,5 % (2021: 104,7 %), womit das langfristige Vermögen nahezu durch Eigenkapital gedeckt ist. Das kurzfristige Fremdkapital liegt mit 203,7 Mio. € (2022: 167,9 Mio. €) weiterhin unter dem kurzfristigen Vermögen von 240,6 Mio. € (2022: 215,2 Mio. €), was die Erfüllbarkeit von Zahlungsverpflichtungen dokumentiert. Die bilanzierten kurzfristigen Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen sind damit ebenfalls vollständig abgedeckt.

Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation ist die aufgezeigte Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als sehr positiv zu beurteilen. Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum sind somit gegeben.

Grundlagen des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss zum 31.12.2023 wurde in Übereinstimmung mit den vom IASB erlassenen Rechnungslegungsvorschriften IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Um die Gleichwertigkeit mit einem nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss zu erzielen, wurden die über die Regelungen des IASB hinausgehenden Rechnungslegungsvorschriften erfüllt.

RWTÜV GmbH - Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die RWTÜV GmbH ist die Konzernholding des RWTÜV Konzerns. Die Steuerung der RWTÜV GmbH erfolgt durch die Geschäftsführung der RWTÜV GmbH nach finanziellen Kennzahlen, im Wesentlichen durch Umsatz- und Ergebnis vor Steuern sowie Eigenkapitalquoten. Die Aussagen zum Verlauf des Geschäftsjahres sind analog zum RWTÜV Konzern, da die RWTÜV GmbH als strategische Management- und Finanzholding fungiert. Die Geschäftsführung informiert sich laufend anhand eines monatlichen Konzernberichts und stimmt sich regelmäßig mit den Vertretern der Gesellschaftsorgane und mit den Geschäftsführern der zum RWTÜV Konzern gehörenden operativen Gesellschaften ab.

Die RWTÜV GmbH stellt ihren Jahresabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) auf.

Zwischen der RWTÜV GmbH und der Konzerngesellschaft RWTÜV Grundstücksverwaltungs-GmbH besteht seit 2005 ein Ergebnisabführungsvertrag.

Die RWTÜV GmbH hat im Berichtszeitraum einen Jahresüberschuss von 4,5 Mio. € erzielt (2022: 2,1 Mio. €). Die Umsatzerlöse in Höhe von 2.150 Tsd. € (2022: 1.884 Tsd. €) beinhalten die Konzernumlagen und Dienstleistungen.

Das Anlagevermögen erreichte zum 31.12.2023 101,7 Mio. € (2022: 91,7 Mio. €) und das Umlaufvermögen 24,7 Mio. € (2022: 29,7 Mio. €). Die Bilanzsumme betrug zum 31.12.2023 126,4 Mio. € (2022: 121,6 Mio. €).

Die Bilanz der RWTÜV GmbH zum 31.12.2023 weist ein Eigenkapital von 112,4 Mio. € (2022: 108,6 Mio. €) aus. Die Eigenkapitalquote der Finanz- und Managementholding RWTÜV GmbH beläuft sich damit auf 88,9 % (2022: 89,4 %).

Corporate Governance

Corporate Governance bezeichnet den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Konzerns. Der im RWTÜV Konzern implementierte Corporate Governance Cycle ist mit allen wesentlichen Elementen in einem Regelkreis aus Internem Kontrollsystem, Risiko- und Compliance-Management dargestellt und dient der Transparenz und Übersichtlichkeit sowie der langfristigen Wertschöpfung. Basis sind umfangreiche organisatorische und personelle Maßnahmen zum Schutz des Vermögens, zur Einhaltung relevanter Gesetze und Richtlinien sowie zur Zuverlässigkeit von Daten und Informationen.

Hierzu wurden ein Richtliniensystem als organisatorischer Rahmen sowie die dazu erforderlichen Personalressourcen bereitgestellt um das interne Kontrollsystem, das Risikomanagement und das Compliance-Management-System zu steuern und zu überwachen.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller Kontrollen und Überwachungen hat das Ziel, die Übereinstimmung mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Im RWTÜV Konzern ist ein internes Kontrollsystem implementiert, das Regelungen zu geschäftskritischen Prozessen sowie zu deren Überwachung definiert. Als organisatorische Rahmenmaßnahme hat die RWTÜV GmbH ein umfangreiches Richtliniensystem, Geschäftsordnungen und Geschäftsverteilungspläne vorgegeben. Das auf die besonderen Geschäftsaktivitäten der einzelnen Unternehmen ausgerichtete interne Kontrollsystem soll dem Schutz des Vermögens dienen. Kontrollaktivitäten sind die Gesamtheit aller Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass den Unternehmensrisiken angemessen begegnet wird. Für die Überwachung und kontinuierliche Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems sind die Unternehmensleitungen und die in den Prozessen integrierten Kontrollstellen verantwortlich. Die Abwicklung und Dokumentation des Geschäftsbetriebs erfolgt dabei nach den wesentlichen betrieblichen Prozessen. Die Richtlinien und Prozessbeschreibungen lehnen sich hierbei an die jeweiligen betrieblichen Leistungserstellungsprozesse an.

Sämtliche Informationen aus den Tochtergesellschaften werden in der Holding RWTÜV GmbH aufbereitet und analysiert. Hierzu gehören ein monatliches Reporting, regelmäßige Risikoberichterstattungen, Berichterstattungen über Funktionstests des internen Kontrollsystems und Ad-hoc-Berichterstattungen sowie die Standardisierung genehmigungspflichtiger Vorgänge. Das interne Kontrollsystem im Hinblick auf die Konzernrechnungslegung stellt sicher, dass die Rechnungslegung in Übereinstimmung mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung sowie den International Financial Reporting Standards erfolgt. Hierzu existiert eine Konzernbilanzierungsrichtlinie, welche einheitliche Bilanzierungsregeln definiert.

Das im RWTÜV Konzern etablierte interne Kontrollsystem stellt mithin sicher, dass Regelungen zur Steuerung der Unternehmensaktivitäten eingehalten werden. Die Einhaltung dieser Regelungen sowie deren Wirksamkeit werden regelmäßig überwacht.

Die Überwachung der Konzernunternehmen wird durch eine Interne Revision unterstützt und regelmäßig internen Audits unterzogen.

Risikomanagementsystem

Die folgenden Passagen stellen die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in relevanten Handlungsfeldern zu Umwelt, Soziales, Governance und der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar.

Das Risikomanagementsystem ist ebenfalls Bestandteil der Konzernsteuerung, um wesentliche Risiken aus der Geschäftstätigkeit zu vermeiden bzw. zu kontrollieren. Es umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen zu einem systematischen und transparenten Umgang mit Risiken und ist durch seine Verzahnung mit den Controlling-Prozessen Bestandteil der Konzernführung. Das Risikomanagement ist auf allen Konzernebenen etabliert. In der aktuellen Konzernrichtlinie Risikomanagement wurden alle verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess formuliert. Als integraler Bestandteil des internen Kontrollsystems ist die Aufgabe des Risikomanagements, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu identifizieren und zu bewerten, sodass geeignete Gegenmaßnahmen geplant und umgesetzt werden können.

Im RWTÜV Konzern wird vierteljährlich eine Chancen- und Risikoerfassung für alle verbundenen Unternehmen durchgeführt. Daneben haben sich die Konzernunternehmen im Bedarfsfall zur Ad-hoc-Berichterstattung verpflichtet. Hierdurch werden systematisch externe und interne Risiken erfasst und konzernweit einheitlich nach ihrer potenziellen Schadenshöhe bewertet. Gemäß der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt die Eingruppierung in Risikostufen. Das Risikomanagementsystem gewährleistet somit einen umfassenden Überblick, sodass Managementmaßnahmen ergriffen werden können. Der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern sowie die Eigenkapitalquote sind hierbei zentrale Steuerungsgrößen, um Ziele zu setzen und den Unternehmenserfolg zu messen. Darüber hinaus werden regelmäßig Key Performance Indikatoren (KPI's) in Bezug auf Vertrieb, Kostenquoten, Liquidität und Auslastung analysiert.

Risiken, denen der RWTÜV Konzern derzeit ausgesetzt ist, unterliegen einer permanenten Kontrolle und Steuerung. Soweit diese Risiken Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage haben, werden Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet. Soweit erforderlich, werden für die aus den verschiedenen Bereichen stammenden Risiken entsprechende Risikovorsorgen gebildet. Für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken bestehen außerdem adäquate Versicherungsverträge, die die finanziellen Auswirkungen von eintretenden Schäden in Grenzen halten oder gänzlich ausschließen. Außerdem sind die operativen Gesellschaften verpflichtet, frühzeitig Handlungsalternativen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln, um Risiken vorzubeugen und zu minimieren. In das Management unserer Risiken sind alle Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden.

Ein konsequentes Kostenmanagement und eine Qualitätssicherung auf allen Konzernebenen tragen zur Reduzierung identifizierter Risiken und zur Stärkung der Wettbewerbsposition des RWTÜV Konzerns bei. Das Risikomanagementsystem wird stets gemäß den aktuellen Anforderungen weiterentwickelt, wobei die Effizienz und Wirksamkeit regelmäßig durch die Interne Revision überwacht wird.

Compliance

Compliance gehört zu den Grundvoraussetzungen eines nachhaltigen Unternehmenserfolges und ist ein Grundelement solider Unternehmensführung. Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist Teil unserer Unternehmenskultur. Die Compliance-Strategie verfolgt das Ziel einer nachhaltigen und integrierten Compliance-Kultur. Unser Compliance-Management-System ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt, damit Compliance ein fester Bestandteil der Geschäftsprozesse ist. Die an den Prüfungsstandard IDW 980 ausgerichtete Compliance-Richtlinie gibt Hinweise, wie die gesetzlichen Vertreter der Konzerngesellschaften ihrer Compliance-Verantwortung im operativen Geschäft gerecht werden können. Sie bietet konkrete Hilfestellung für die Integration der Compliance-Vorgaben. Die RWTÜV GmbH hat mit dem Code of Conduct eindeutige Vorgaben zur Einhaltung der rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen gegeben. Diese Vorgaben gelten für sämtliche Konzernunternehmen und alle Mitarbeitenden. Im Jahr 2023 wurde für alle Mitarbeitenden des Konzerns eine erneute Antikorruptionsschulung sowie ein IT-Sicherheitstraining über e-Learning-Plattformen durchgeführt.

Compliance als Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien ist im RWTÜV Konzern eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Das Compliance-System basiert auf den drei Säulen "Vorbeugen, Erkennen, Reagieren" und stellt die Verantwortung des Managements in den Mittelpunkt. Es umfasst Handlungsfelder wie Korruptionsbekämpfung, Datenschutz, Arbeitssicherheit und Produkthaftung, die sich im Code of Conduct widerspiegeln. Es wird somit ein präventiver Compliance-Ansatz verfolgt und eine Unternehmenskultur angestrebt, die potenzielle Regelverstöße ausschließt und eine nachhaltige Wertekultur verankert. Zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien gibt es ein klares Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von "null Toleranz" nicht geduldet. Sämtlichen Hinweisen und Beschwerden zu tatsächlichem oder potenziellem Fehlverhalten geht der RWTÜV Konzern konsequent nach. Allen Stakeholdern steht ein Hinweisgebersystem zur Verfügung, das jederzeit und ortsunabhängig genutzt werden kann. Ein externer Ombudsmann steht zusätzlich als Ansprechpartner für Hinweise auf Verstöße, auch anonym, zur Verfügung. Die webbasierte Whistleblower-Hotline zur anonymen Meldung bietet einen geschützten und verschlüsselten Kommunikationskanal. Darüber hinaus besteht eine konzernweite Verpflichtung zu Ad-hoc-Mitteilungen bei Verstößen, z. B. gegen das Kartell- oder Wettbewerbsrecht, Datenschutzvorfälle, Korruption sowie Diebstahl oder Betrug. Die regelmäßige Compliance-Berichterstattung umfasste alle Ebenen des Konzerns bis hin zum Aufsichtsrat.

Der RWTÜV Konzern hat somit im Rahmen eines kontinuierlichen Prozesses die Themen Compliance, IKS und Risikomanagement als eine Gesamtheit von verbundenen Systemen in die Führung und Kontrolle des Konzerns integriert.

Nachhaltigkeit

Die EU hat sich das verbindliche Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Weltweit kommt es darauf an, die Entwicklungs-, Wirtschafts-, Finanz-, Energie- und Verkehrspolitik an den Zielen des Klimaschutzes zu orientieren. Der Beitrag der RWTÜV Gruppe zu diesem Ziel ist eines der Kernprojekte für die nächsten Jahre, um der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Eine Konzernrichtlinie verpflichtet alle Konzernunternehmen, Nachhaltigkeit weltweit zu verankern. Die übergeordnete Zuständigkeit liegt bei der Konzerngeschäftsführung und auf Gesellschaftsebene bei der jeweiligen Geschäftsführung.

Im Zentrum aller Aktivitäten steht die mittelfristig ausgerichtete, konzernweite Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Die Umsetzung wird verantwortliches und nachhaltiges Handeln bestimmen. Da die EU-Taxonomie ein rechtlich vorgeschriebenes Klassifizierungssystem zur Identifizierung nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten auf Grundlage von umfassenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien ist, wurden auf Basis der Geschäftstätigkeiten Wesentlichkeitsanalysen durchgeführt. Als Bezugsgröße für die Nachhaltigkeitsbewertung von sozialen Themen dienten internationale Menschenrechts- und Sozialstandards. Arbeitgeberattraktivität, Personalentwicklung, gesunde und sichere Arbeitsplätze sowie Chancengleichheit wurden als wichtigste Themen für einen Dienstleistungskonzern identifiziert. Abgeleitet von den ersten beiden EU-Taxonomie-Umweltzielen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind die Ermittlung, Überwachung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen zentrale Komponenten. Sie bilden ein transparentes Handlungsfeld für alle Nachhaltigkeitsthemen.

Die Erstellung einer Treibhausgasbilanz ist ein wichtiger Schritt für Unternehmen und Organisationen, um ihre Umweltauswirkungen zu verstehen und ihre Emissionsreduzierungsstrategien zu verbessern. Durch eine solide Bilanzierung werden die Emissionsquellen eines Unternehmens identifiziert und Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen werden plan- und umsetzbar. Darüber hinaus kann die Bilanzierung auch zur Steigerung der Effizienz und zur Senkung von Kosten beitragen, indem unnötiger Energieverbrauch und Abfall vermieden werden. Um den Erfolg des Programms zur CO2-Reduktion zu verfolgen, hat RWTÜV die Energieverbräuche in allen Büros und durch alle Tätigkeiten, die sich aus dem primären und sekundären Verbrauch von Brennstoffen und Strom ergeben, berechnet.

Die Bilanzierung der THG-Emissionen erfolgte sowohl nach der Methodik und den Prinzipien des Greenhouse Gas (GHG) Protocol Corporate Standard als auch nach der DIN EN ISO 14064-1:2019 (ISO 14064-1). Die bilanzierten Emissionsquellen wurden nach den Vorgaben des GHG Protokolls kategorisiert. Danach werden die THG von Organisationen grundsätzlich in drei Scopes (Emissionsleistungsumfänge) unterteilt. Aufgrund der Vorgaben des GHG Protocols sind die direkten Scope-1-Emissionen, indirekten Scope-2- sowie die wesentlichen indirekten Scope-3-Emissionen zu berücksichtigen. Als wesentlich indirekte Scope-3-Emissionsquellen der RWTÜV-Gruppe wurden der Papierverbrauch (Scope 3.1), die Geschäftsreisen (Scope 3.6) sowie das Mitarbeiterpendeln (Scope 3.7) identifiziert. Im Zeitraum vom 1.10.2022 bis zum 30.9.2023 wurde folgender konzernweiter CO2-Fuß-abdruck ermittelt, wobei die im Geschäftsjahr 2023 erstmalig in den Konzernabschluss vollkonsolidierten Unternehmen noch nicht mit einbezogen werden konnten.

Scope Kategorien nach GHG Protocol Details Gesamtemission in t CO 2e Anteil an Gesamtemission
1 Verbrennunsgemissionen in stationären Anlagen Gas 254,4 4,9%
Verbrennungsemissionen in mobilen Anlagen Fuhrpark 1.519,4 29,5%
Gesamtemission Scope 1 in t CO2e 1.773,8 34,5%
2 Elektrizität Strom 599,9 11,7%
Wärme (Nah- und Fernwärme) Fernwärme 230,9 4,5%
Gesamtemission Scope 2 in t CO2e 830,8 16,2%
3 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen Papier 34,6 0,7%
Geschäftsreisen Geschäftsreisen 802,9 15,6%
Pendeln der Mitarbeitenden Mitarbeiterverkehr 1.701,9 33,1%
Gesamtemission Scope 3 in t CO2e 2.539,3 49,4%
Gesamtemissionen aller Scopes in t CO2e 5.143,9 100,0%

Abbildung 2: C02-Werte

Die RWTÜV Gruppe will auf Basis der Daten aus der Treibhausgasbilanz ein effektives Klimaschutzmanagement entwickeln. Aus den ermittelten Erkenntnisse wurden Vorgaben für vorausschauendes Handeln entwickelt:

Emissionsprofil: Durch die Erstellung der Treibhausgasbilanz soll das Emissionsprofil verstanden werden.

Wettbewerbsvorteil: Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Konzernstrategie führt zu einem langfristigen Wettbewerbsvorteil.

Nachhaltigkeitspotenzial: Die Treibhausgasbilanz soll das Potential für nachhaltige Prozesse und Praktiken aufzeigen, und vorgeben, wie die Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können. Mit der von den RWTÜV-Software-Experten entwickelten digitalen Lösung existiert ein Instrument zur Erfassung und Kontrolle von ESG-Daten.

Die stärksten Hebel zur Senkung des CO2-Fußabdruckes sind:

Senkung des Energieverbrauchs: Projekte zur Energieeffizienz an eigenen Standorten, z. B. Installation von LED-Beleuchtung (Dimmer, Bewegungssensoren), Installation von Smart Meters für mehr Transparenz, Aufbau von Gebäude-Automatisierungssystemen (z. B. Heizung, Belüftung, Klimaanlage).

Nutzung von Regenerativstrom.

Senkung der Emissionen der Fahrzeugflotte: Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte, Einführung einer neuen Dienstwagenrichtlinie, sukzessive Umstellung des Fuhrparks auf e-Mobilität, für eine möglichst CO2-arme Fahrzeugflotte.

Vermeidung nicht unbedingt notwendiger Dienstreisen: Weitgehende Umstellung auf Online-Meetings, soweit für eine Dienstleistungsgruppe möglich auch für Kundenkontakte.

Einführung alternativer Fortbewegungsmittel: Weitreichendes Angebot von Jobrädern.

Emissionsvermeidung: Angebote zum ortsflexiblen Arbeiten, um das für ein Drittel der Gesamtemissionen verantwortliche Pendeln der Mitarbeitenden zur Arbeitsstätte zu vermeiden.

Der Energieeffizienz der RWTÜV Gebäude, sowohl der eigenen Immobilien als auch der überwiegend angemieteten Flächen, kommt eine hohe Bedeutung zu. Ziel ist es, die Energieeffizienz der Immobilien zu steigern und auf diese Weise den Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig zu reduzieren. Auf der RWTÜV Zentrale an der Kronprinzenstraße in Essen erzeugen auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern 156 Photovoltaik-Module Strom aus Sonnenenergie und damit den eigenen Strom für das Gebäude. Pro Jahr werden über 50.000 Kilowattstunden für die Versorgung von Eigentümern und Mietern gewonnen. Bei den von Konzernunternehmen angemieteten Flächen ist es mittelfristiges Ziel, den Energiebezug vollständig über Ökostrom abzudecken. Am Standort Saarbrücken wurde durch weitere Investitionen in die Gebäude bereits die Energieeffizienz erhöht; eine eigene PV-Anlage folgt, um insbesondere gestiegene Energiekosten zu kompensieren und den CO2-Fußabdruck weiter zu reduzieren.

Zukünftig wird es für die Unternehmen und Organisationen der RWTÜV Gruppe von entscheidender Bedeutung sein, ihre THG-Bilanz zu verwalten und regelmäßig zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie ihre Klimaziele erreichen und aufrechterhalten. Die kontinuierliche Verbesserung von Emissionsreduzierungsmaßnahmen und die Integration von klimaneutralen Geschäftspraktiken in die Unternehmensstrategie werden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Um noch mehr für die Nachhaltigkeitsbilanz des Konzerns zu tun, wird das Ziel geprüft, den CO2-Ausstoß durch Beteiligung an lokalen Moor- und Waldprojekten zu kompensieren.

Bei einem Dienstleistungskonzern stehen die Menschen im Mittelpunkt aller Aktivitäten, die Mitarbeitenden des RWTÜV Konzerns sind sein Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Ihr Know-how und ihre Leistungsfähigkeit machen die Dienstleistungen erst möglich. Entscheidend hierfür sind eine werteorientierte und wertschätzende Personalführung, umfassende Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die Achtung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für den Konzern ist es selbstverständlich, für Vielfalt, Inklusion und Chancengerechtigkeit zu sorgen sowie eine gesunde und kreativitätsfördernde Arbeitsumgebung zu schaffen. Hierzu wurde bereits 2021 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Gelebt wird eine Unternehmens- und Führungskultur, die von Werten, Vertrauen und Verantwortung geprägt ist. Ein wertschätzendes Miteinander im Konzern leistet einen wichtigen Beitrag dazu, als Arbeitgeber attraktiv zu sein und Mitarbeitende langfristig zu binden, damit sie zu nachhaltigem Unternehmenserfolg beitragen.

Beim Executive Leadership Training für das internationale Management der RWTÜV Group bei der ESMT Berlin wurden die Geschäftsführungen in den Themen wie Leadership, Mitarbeitermotivation, strategischer Planung und flachen Hierarchien geschult. Eine HR Business Partnerin der RWTÜV GmbH kümmert sich um alle Belange des Personalmanagements im Konzern. Dafür hält sie Kontakte zu allen Personalverantwortlichen, gleicht Prozesse ab und entwickelt konzernweit umsetzbare Konzepte. So kann die RWTÜV Group gemeinsam als Top-Arbeitgeber selbstbewusst am Markt auftreten. Die Mitarbeitenden profitieren von attraktiven Arbeitsbedingungen, interessanten Weiterbildungsangeboten, konzernweiten Aufstiegschancen und Corporate Benefits.

Der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden kommen im RWTÜV Konzern hoher Stellenwert zu. Arbeitsunfälle sollen vermieden und Gefährdungspotenziale ausgeschlossen werden. Eine neue Konzernrichtlinie zum Thema Arbeitsschutz ist seit ihrer Implementierung für alle Gesellschaften verpflichtend. Ziel ist die Bereitstellung und Gewährleistung sicherer und gesunder Arbeitsumgebungen, die die jeweiligen nationalen Standards in Arbeitsschutz und -sicherheit mindestens einhält.

Der Dialog mit den Mitarbeitenden ist zentraler Bestandteil der Personalführung. Die jeweiligen Vorgesetzten sind verpflichtet, jährlich strukturierte Mitarbeitergespräche durchzuführen, die einen stetigen und vertrauensvollen Austausch gewährleisten. Der RWTÜV Konzern versteht sich als moderner Arbeitgeber, für den Themen wie Work-Life-Balance, Diversität und Weiterentwicklung essentielle Bedeutung haben. Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte erhöht sich auch die Vielfalt der Mitarbeitenden, beispielsweise in Bezug auf Internationalität, Kultur, Geschlecht und Altersgruppen. Nicht toleriert wird jegliche Form von Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft, Nationalität, religiöser oder politischer Überzeugung, sexueller Orientierung oder Behinderung. Das Ziel, eine inklusive Organisation zu sein, ist in der Konzernrichtlinie für Menschenrechte dokumentiert. Bei Beschwerden und Verdachtsfällen können sich betroffene Mitarbeitende über ein Hinweisgebersystem melden.

Es ergeben sich für den Berichtszeitraum 01.10.2022 bis 30.09.2023 folgende Kennzahlen:

Kennzahlen "Social"
Thema Einheit Vorjahreszeitraum Berichtszeitraum
Mitarbeitende Inland weiblich Anzahl 244 257
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 9 9
Mitarbeitende männlich Anzahl 492 522
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 57 57
Mitarbeitende divers Anzahl 0 0
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 0 0
Mitarbeitende Summe Anzahl 736 779
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 66 66
Mitarbeitende Ausland weiblich Anzahl 654 664
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 69 48
Mitarbeitende männlich Anzahl 694 694
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 107 83
Mitarbeitende divers Anzahl 4 0
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 1 0
Mitarbeitende Summe Anzahl 1.352 1.358
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 177 131
Mitarbeitende Gesamt weiblich Anzahl 898 921
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 78 57
Mitarbeitende männlich Anzahl 1.186 1.216
Mitarbeitende davon in Führungspositionen Anzahl 164 140
Mitarbeitende divers Anzahl 4 0
Mitarbeitende Neueinstellungen im GJ davon in Führungspositionen Anzahl 1 0
Mitarbeitende weiblich Anzahl 165 183
Mitarbeitende männlich Anzahl 192 206
Mitarbeitende divers Anzahl 0 1
Mitarbeitende Fluktuation im GJ weiblich Anzahl 117 120
Mitarbeitende männlich Anzahl 117 138
Mitarbeitende divers Anzahl 0 5
Mitarbeitende Arbeitsunfälle im GJ Anzahl 25 26
Mitarbeitende Fortbildungskosten im GJ T€ 598 880
Mitarbeitende Mitarbeitende nach Beschäftigungsart Beschäftigungsart ( Vollzeit) Anzahl 1.609 1.658
Mitarbeitende Beschäftigungsart ( Teilzeit) Anzahl 479 479
Mitarbeitende Mitarbeitende nach Altersgruppen unter 30 Jahre Anzahl 351 363
Mitarbeitende 31-50 Jahre Anzahl 1.041 1.071
Mitarbeitende über 50 Jahre Anzahl 696 703
Mitarbeitende Sonstiges Kinderarbeit Anzahl 0 0
Mitarbeitende Schwerbehinderte Anzahl 27 27

Abbildung 3: Kennzahlen "Social"

Bei der Berichterstattung zur Beschäftigung wird den Leitlinien der GRI folgend zwischen unterschiedlichen Altersgruppen (unter 30 Jahre, 31 bis 50 Jahre, über 50 Jahre) unterschieden. Darüber hinaus werden folgende Angestelltenkategorien differenziert: Weiblich, männlich, divers und Führungsposition. Insgesamt waren zum 30.9.2023 unverändert 43 % der Mitarbeitenden weiblich, ihr Anteil an Führungspositionen ist von rd. 32 % auf 29 % gesunken. Angestrebt ist eine Parität unter Beachtung von Qualitätsgesichtspunkten und Verfügbarkeiten des Arbeitsmarktes.

Die Fortbildung der Mitarbeitenden ist ein weiterer wichtiger Faktor, denn ihre Fachexpertise ist für eine Dienstleistungsgruppe entscheidend. Als solche investiert die RWTÜV Gruppe in Qualifikation und Fortbildung, um den Kunden hohe Beratungsqualität bieten zu können. Nach Ende der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wurden wieder mehr Fortbildungsmöglichkeiten angeboten. Durchschnittlich wurden rund 412 € je Mitarbeitendem in Fortbildung investiert - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 %. Um als attraktiver Arbeitgeber die Mitarbeitenden in die Position zu versetzen, Familie und Beruf in Einklang bringen zu können, wird Teilzeitarbeit angeboten. Dies wird von 22 % der Mitarbeitenden genutzt.

In einem Dienstleistungskonzern sind die Mitarbeitenden vergleichsweise selten der Gefahr von Arbeitsunfällen ausgesetzt. Im Berichtsjahr wurden 26 Arbeitsunfälle gemeldet, es gab keine arbeitsbedingten Todesfälle.

Die Bindung der Mitarbeitenden ist für einen Dienstleistungskonzern ein wesentliches Anliegen. Trotz des Fachkräftemangels wurden im Berichtsjahr 390 Mitarbeitende hinzugewonnen und damit die Fluktuation von 263 Mitarbeitenden überkompensiert. Selbstverständlich existiert im RWTÜV Konzern ein weltweites Verbot von Kinderarbeit im Sinne der UNICEF-Definition.

Die Werte des RWTÜV Konzerns

Abbildung 4: Werte

Die Schaffung von Werten durch die Nachhaltigkeitsziele lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Abbildung 5: Werte durch Nachhaltigkeit

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz deuten aktuelle Konjunkturindikatoren auf eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung hin. Die Bundesregierung befürchtet eine lang anhaltende Wirtschaftsschwäche in Deutschland. Wegen des demografischen Wandels, vernachlässigter Standortfaktoren sowie geopolitischer Risiken bestünde das Risiko einer "Phase mit geringem Potenzialwachstum" heißt es im neuen Jahreswirtschaftsbericht.

Im jährlichen Planungsprozess bewerten alle Konzernunternehmen die aktuellen Chancen und Risiken ihrer Geschäfte. Die standardisierten Berichterstattungs-Prozesse stellen sicher, dass zeitnah und strukturiert über die aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert wird. Als Risiko gilt eine negative Zielabweichung aufgrund künftiger Entwicklungen. In Verbindung mit den Planungen und monatlichen Berichterstattungen ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung. Die Verantwortung für die Risikoerfassung und -steuerung liegt bei den Verantwortlichen in den operativen Bereichen.

Der Konzern berücksichtigt die Auswirkungen der Krisen kontinuierlich in seinen Hochrechnungen und Budgets. Die Risiken in den einzelnen Gesellschaften werden identifiziert und nach Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit vor und nach Gegenmaßnahmen (brutto und netto) gemeldet. Diese erfassten Risiken werden zentral aufbereitet und den Aufsichtsgremien präsentiert. Im Geschäftsjahr 2023 waren trotz anhaltender Krisen keine zusätzlichen Risiken zu verzeichnen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des RWTÜV Konzerns gefährdet oder die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigt haben. Die Voraussetzungen für die nächsten Jahre sind damit gut. Es liegen keine wesentlichen Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen oder der Verwendung von Finanzinstrumenten für den Konzern vor. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns sind so angelegt, dass aus heutiger Sicht keine wesentlichen Risiken für die künftige Entwicklung bestehen. Die mit Geschäftsaktivitäten verbundenen Risiken werden kontinuierlich überwacht; bei Bedarf wird bilanzielle Vorsorge getroffen. Risiken werden nach Konzernvorgaben auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten einheitlich bewertet und in definierte Risikobereiche eingeordnet. Mit dieser regelmäßigen Erhebung wird sichergestellt, dass das Risikomanagement permanent Bestandteil der Unternehmensführungen ist.

Maßnahmen zur Gegensteuerung bei Risiken werden damit frühzeitig eingeleitet, dokumentiert und überwacht. Zur ihrer Begrenzung und Vermeidung werden außerdem die Markt- und Auftragsentwicklung der jeweiligen Konzerngesellschaften laufend beobachtet, um auf Umsatzrückgänge kurzfristig mit Vertriebsinitiativen und Marketing- sowie Kostenmanagementmaßnahmen reagieren zu können.

Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit hält der RWTÜV Konzern auf Basis einer Liquiditätsplanung entsprechende Mittel vor. Aktives Portfoliomanagement wird weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Konzernentwicklung sein. Durch seine Finanzposition ist der RWTÜV in der Lage, Transaktionen risikolos durchzuführen und die erworbenen Unternehmen in ihrer Weiterentwicklung aktiv zu unterstützen. Chancenmanagement umfasst den systematischen Umgang mit Chancen und Potenzialen im Konzern. Monatlich werden in der Konzern-Berichterstattung die aktuellen Ergebnis- und Liquiditätssituationen der Tochtergesellschaften erfasst, um Chancen und Risiken einschätzen zu können. Ziel ist es, dass alle Gesellschaften einen dauerhaften Wert- und Liquiditätsbeitrag für den Konzern erwirtschaften und damit den Konzern langfristig absichern.

Planerisch wurde für das Geschäftsjahr 2024 zwar von einem gegenüber 2023 leichten Umsatzanstieg ausgegangen, das Ergebnis vor Steuern wird sich jedoch erheblich reduzieren, da ein stark reduziertes at-equity Ergebnis, inflationäre Einflüsse und Zinseffekte sowie negative konjunkturelle Einflüsse berücksichtigt wurden. Alle Geschäftsbereiche sind vom Fachkräftemangel erheblich betroffen. Dies bedeutet perspektivisch steigende Aufwendungen für die Personalbeschaffung und -bindung sowie wachsende Personalkosten im Hinblick auf die Inflationsentwicklung. Darüber hinaus ergeben sich derzeit nicht abschätzbare Risiken aus der weiteren Entwicklung der Energiekosten, aus möglichen geopolitischen Eskalationen sowie insgesamt daraus resultierende Risiken für das Wirtschaftswachstum.

Für die Geschäftsbereiche werden folgende Risiken und Chancen sowie Entwicklungen der Geschäftstätigkeit für das Jahr 2024 berichtet, wobei die aktuellen Entwicklungen der Kriegssituationen und deren Auswirkungen berücksichtigt wurden. Die Chancen- und Risiko-Situation hat sich im Vergleich zur vorherigen Berichtsperiode lediglich von untergeordneter Bedeutung verändert. Unvorhersehbare Auswirkungen der geopolitischen Krisen auf die Dienstleistungen des RWTÜV Konzerns können zum derzeitigen Zeitpunkt nicht kalkuliert werden.

Versicherungsservices

In einem wettbewerbsintensiven Versicherungsmarkt steht die Van Ameyde-Gruppe im Geschäftsbereich Versicherungsservices weiterhin auf einer stabilen Position in Europa. Dem Risiko aus Wettbewerbs- und Preisdruck begegnet die Van Ameyde-Gruppe durch permanente Anpassungen in der Organisationsstruktur, laufende Verbesserungen der IT-Systeme, durch Intensivierung der Kundenbindung, die Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes und durch die Erschließung neuer Märkte. Chancen ergeben sich durch vorgesehene Akquisitionen im Jahr 2024, potenzielle Neugeschäfte sowie durch neue IT-Verträge. Risiken sind Kostensteigerungen aufgrund der Inflation, steigende Personalkosten aufgrund des Fachkräftemangels und des Kampfes um Nachwuchstalente, Wertminderungen aufgrund von Impairmentrisiken sowie auslaufende Kundenverträge. Für den Geschäftsbereich wird für das Geschäftsjahr 2024 ein Umsatzniveau leicht über dem Vorjahresniveau angestrebt. Aufgrund von gestiegenen Kosten reduziert sich das Ergebnis vor Steuern aber leicht.

Telekommunikation

Einen Meilenstein in der Geschichte des Geschäftsbereiches Telekommunikation stellt die im Sommer 2023 rückwirkend zum Jahreswechsel abgeschlossene Fusion der beiden Kerngesellschaften CTC advanced GmbH, Saarbrücken, und cetecom advanced GmbH, Essen, zur neuen cetecom advanced GmbH mit Sitz in Saarbrücken dar. Die Kompetenzen und Stärken der beiden Gesellschaften wurden gebündelt und ein internationaler Champion im Bereich der "wireless technology" entstand. Mit über 400 Beschäftigten weltweit wird den Kunden ein erweitertes Dienstleistungsangebot offeriert. Die Fusion ermöglicht zudem IT-Synergien im Jahre 2024, die eine verbesserte Projektabwicklung sowie schnellere Testabläufe gewährleisten. Das Prüfen und Zertifizieren von funkbasierten Produkten wird auch in Zukunft ein wesentlicher Schwerpunkt der Geschäftsentwicklung des Unternehmens bleiben. Der Trend der fortschreitenden Implementierung von Funktechnologien in den für die cetecom advanced wichtigen Schlüsselbranchen (Telekommunikation, Automobil, Medizin, Banken und Automatisierung) hat sich als nachhaltig bestätigt. Die inzwischen in der Entwicklung und teilweise schon am Markt befindliche nächste Generation von Kommunikationssystemen und die damit einhergehende zunehmende Vernetzung von Menschen, Prozessen und Maschinen (Internet der Dinge, Smart Home, Industrie 4.0, assistiertes Fahren) wird mit entsprechenden Funksystemen weiter ausgebaut. Der Bedarf der technischen Absicherung dieser Produkte mit Hilfe der Dienstleistungen der cetecom advanced ist weiterhin hoch. Der Zertifizierungsbedarf schließt sowohl die regulierten Dienstleistungen für Europa, USA, Kanada und Japan als auch das nicht regulierte International Type Approval mit ein. Die cetecom advanced rechnet in allen wesentlichen Geschäftsfeldern mit einer stabilen, meist positiven Weiterentwicklung der Dienstleistungsnachfrage und damit einer positiven Entwicklung des Geschäftsverlaufes gegenüber 2023 für 2024. Offen bleibt hierbei aber weiter das Risiko, das mit den geopolitischen Konflikten, den hohen Energiekosten, den Sanktionen gegen Russland und den damit verbundenen Einflüssen auf die Märkte einhergehen könnte. Ebenso hat die derzeitige Inflationslage Einfluss auf die bezogenen Leistungen, Betriebs- und Personalkosten. In der Mehrzahl der Teilmärkte erwartet die Geschäftsführung jedoch Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Für den Geschäftsbereich wird in 2024 mit einem deutlichem Umsatz- und Ergebnisanstieg über dem Niveau des Jahres 2023 gerechnet.

Energie &Umwelt

Der Einfluss der Bundesregierung auf die Ausgestaltung des Energiemarktes bleibt weiterhin zentraler Treiber für sämtliche Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft. Die Geschäftsfelder der CONSULECTRA werden geprägt und sind davon abhängig, welche Entwicklungen und politischen Ziele vorgegeben werden. Der Umbau der Energiewirtschaft und der Ausbau der Stromnetze wird daher auch in den nächsten Jahren einen maßgeblichen Einfluss auf die aktuellen und zukünftigen Leistungen der CONSULECTRA mit sich bringen. Auf Basis fortschreitender Digitalisierung und Automatisierung der Strom-Verteilnetze in Richtung einer intelligenten Netzführung werden auch in 2024 neue Beratungsansätze durch CONSULECTRA entwickelt und angeboten. Die in 2023 begonnene Strategieentwicklung 2024 - 2026 bietet hier die geeigneten Voraussetzungen, sich den wachsenden komplexen Aufgabenstellungen der Energiewirtschaft zu stellen. Als Risiko ist die relativ hohe Inflation mit Auswirkungen auf die Kundenpreise zu nennen.

Im Rahmen der Neuausrichtung der ENOPLAN wurde entschieden, den reinen Neukundenvertrieb zunächst einzustellen und neue Dienstleistungen zu entwickeln. Diese Entscheidung wurde getroffen, da die ENOPLAN-Gruppe bereits 5.000 Kunden betreut und die neu aufgebauten Dienstleistungen wie CO2-Management, Elektromobilität und technische Energiekonzepte über die Kundenbetreuer an die bestehenden Kunden vermittelt werden können. Durch die Neuausrichtung auf die Kundenbedürfnisse und die klare Orientierung hin zu permanenter und marktausgerichteter Produkt- und Innovationsentwicklung, hat ENOPLAN die Chance, sich in einem sehr komplexen Marktumfeld mit permanent wechselnden Rahmenbedingungen langfristig zu etablieren. Der Transformationsprozess forciert neben der Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse auch Effizienzsteigerungen und Digitalisierung.

Aufgrund großer technischer Expertise im Messstellenbetrieb sowie in der Untermesstechnik sind komplexe Messeinrichtungen Kernkompetenz der ENOMETRIK. Diese unterliegen nicht so sehr der Preissensitivität wie der standardisierte Messstellenbetrieb bei vielen Abnahmestellen. Die Beschäftigung eigener Installateure bei ENOMETRIK ist ein Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen Messstellenbetreibern, die diesen Bereich outsourcen und nicht dieselbe hohe Qualität anbieten können. Gestiegene Energiepreise führen zu hoher Nachfrage im Verbrauchsmonitoring und bei Beratungen bezüglich Verbrauchsreduzierung. Unternehmen, die eine eigene Messtechnik aufbauen, werden von der Bundesregierung gefördert - dies eröffnet das Feld für sehr lukrative Untermesstechnikangebote für große Immobilien für die ENOMETRIK. Somit ist hier die Entwicklung weiterhin positiv einzuschätzen.

Da sich nach der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg immer mehr Energielieferanten zurückziehen, ist es zentrale Aufgabe für Optismall, für diese Unternehmen einen Versorger für die Energiebelieferung zu finden. Mit ihrem guten Marktüberblick ist es dem Unternehmen möglich, fast immer eine Versorgung anzubieten. Die Relevanz der Dienstleistung ist stark gestiegen, weil die Kunden selbst oft keine Energieversorgungsangebote mehr bekommen. Somit hat diese Dienstleistung auch für die Folgejahre eine sehr positive Perspektive. Zusätzlich werden im Bereich der Energieeffizienz, dem Bereich Nachhaltigkeit und dem Bereich Elektromobilitätskonzepte Produkte angeboten, die die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Dienstleistungsportfolios erhöhen. Auch für Enersave ergeben sich analoge Chancen.

Das Baugewerbe spürt die Universalkrise aus Inflation, hohen Zinsen, teurer Energie und Lieferproblemen mit voller Wucht. Die Aussichten bergen große Risiken. Aufgrund ihrer Kundenstruktur sind die TGA-Gesellschaften tendenziell weniger betroffen. Die Unternehmen der RWTÜV Gruppe hoffen auf verstärkte Bautätigkeiten der öffentlichen Hand, da sowohl der Wohnungsbau als auch die Infrastruktur Nachholbedarf haben.

Insgesamt wird für den Geschäftsbereich Energie &Umwelt in 2024 mit einem leicht ansteigenden Umsatz- und Ergebnisniveau gerechnet.

Um den Konzern konsequent auf profitablem Wachstumskurs zu halten, erfolgt ein kontinuierliches Geschäftsbereichs-Controlling sowie eine strategische Weiterentwicklung. Dies stärkt die finanzielle Basis weiter und verschafft die nötige Flexibilität, um die Geschäftsaktivitäten gezielt auf die Märkte der Zukunft auszurichten.

Die konzernweit verwendeten Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität bilden die Grundlage für die operativen Managemententscheidungen. Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind der Umsatz, das Ergebnis vor Steuern sowie die Eigenkapitalquote des Konzerns. Die aus unserer Sicht bedeutsamsten nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stellen Mitarbeiterentwicklung und Nachhaltigkeit dar.

Die konsequente Weiterentwicklung der Gesellschaften auf die Märkte der Zukunft sichert die Wachstums- und Wertsteigerungsperspektiven des RWTÜV Konzerns. Im Rahmen von Mehrjahresplanungen leitet die Konzerngeschäftsführung in allen Geschäftsbereichen aus den relevanten Markttrends Chancen ab. Dieser konzernweit strukturierte Prozess ist die Basis für die Weiterentwicklung des Konzerns. Chancen ergeben sich aufgrund eines diversifizierten ertragsstarken Dienstleistungsportfolios, da die Kapitalintensität dort nur eine untergeordnete Bedeutung besitzt.

Eine Säule der Weiterentwicklung ist die starke Performance-Orientierung: Ziel ist es, die operative Leistungsfähigkeit der Konzernunternehmen kontinuierlich zu verbessern. Dabei legt RWTÜV bei den Performance-Kriterien zur Beurteilung der Geschäfte neben ergebnisorientierten Kennzahlen einen starken Fokus auf die Liquidität. Diese bildet die Basis für zukünftige Investitionsmöglichkeiten und ist damit Grundvoraussetzung dafür, den RWTÜV Konzern als einen diversifizierten Konzern zu positionieren und dauerhaft profitabel zu gestalten. Für alle Gesellschaften besteht der Anspruch, stabile Marktpositionen zu besetzen und nachhaltige Erträge zu erwirtschaften. Neben der Liquidität und dem EBT sind entsprechende Umsatz- und Kapitalrenditen Grundlage für Management-Prozesse und Entscheidungsfindung auf strategischer und operativer Ebene. Im Zuge der jährlichen Mittelfristplanungen werden hierbei von der Konzerngeschäftsführung mittelfristige Ziele definiert.

Die stabile Finanzsituation ist Voraussetzung dafür, dass in den nächsten Jahren wieder in den Ausbau strategisch attraktiver Wachstumsgeschäfte investiert werden kann. Insofern besteht das Ziel weiterhin darin, einen dauerhaft positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zu erwirtschaften. Die schnelle Integration akquirierter Unternehmen in den Konzerngeschäftsprozess ist dabei ein wichtiger Bestandteil.

Aufgrund der Liquiditätslage und der Eigenkapitalausstattung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses steht für 2024 sowohl die Finanzierung als auch die Liquidität des RWTÜV Konzerns auf einer absolut gesicherten Basis. Die Geschäftsführung hat daher die realistische Erwartung, dass der Konzern über adäquate finanzielle Mittel und genügend Spielraum verfügt, um weiteres anorganisches Wachstum zu realisieren.

Trotz des nach wie vor herausfordernden konjunkturellen Umfeldes, geht der RWTÜV Konzern für 2024 von einem leichten Umsatzanstieg gegenüber 2023 aus. Das Ergebnis vor Steuern wird sich jedoch erheblich reduzieren, da ein stark reduziertes at-equity Ergebnis, inflationäre Einflüsse und Zinseffekte sowie negative konjunkturelle Einflüsse berücksichtigt wurden. Die Eigenkapitalquote wird sich voraussichtlich leicht erhöhen, während sich die Umsatzrendite deutlich reduzieren wird. Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der RWTÜV GmbH entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken des RWTÜV Konzerns und seiner zukünftigen Entwicklung. Die erwarteten Ausschüttungen bewegen sich auf dem Niveau des Jahres 2023. Die tatsächlichen Ergebnisse können nicht zuletzt aufgrund unvorhersehbarer externer Faktoren, insbesondere gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen, von den Erwartungen abweichen, denn die Entwicklung der Wirtschaft ist zum Aufstellungszeitpunkt ungewiss. Als agiler Konzern arbeitet RWTÜV beständig an notwendigen Anpassungsschritten.

Mitarbeitende

Im RWTÜV Konzern waren im Jahresdurchschnitt insgesamt 2.013 Mitarbeitende beschäftigt. Davon waren 720 Mitarbeitende im Inland und 1.293 Mitarbeitende im Ausland tätig. Im Bereich Human Resources werden auch 2024 Schwerpunkte gesetzt, um weiteres Wachstum zu gewährleisten.

Die Geschäftsführung der RWTÜV GmbH dankt allen Mitarbeitenden wie auch den Geschäftsführern der Konzernbeteiligungen im In- und Ausland für die gute Entwicklung, das Engagement sowie die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

 

Essen, 3. April 2024

RWTÜV GmbH

Thomas Biedermann
(Vorsitzender der Geschäftsführung)
Fabian Fechner
(Mitglied der Geschäftsführung)

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die RWTÜV GmbH, Essen

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der RWTÜV GmbH, Essen - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht (Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns) der RWTÜV GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte und zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten weiteren Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

die in dem zusammengefassten Lagebericht in den Abschnitten "Corporate Governance", "Internes Kontrollsystem", "Risikomanagementsystem", "Compliance" und "Nachhaltigkeit" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesent lichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, 3. April 2024

BDO AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Eckmann Reichenberger
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

28 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.