Ruhr:HUB GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Thomas Biedermann seit 4.8.2020 | Geschäftsführer |
Fabian Franz Adalbert Dr. Fechner seit 9.7.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
RWTÜV GmbHEigenbeteiligung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 17.81% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
RWTÜV GmbHEssenJahresabschluss zum 31.12.2023BilanzAktiva
Passiva
AnhangAllgemeine GrundsätzeDie RWTÜV GmbH ist im Handelsregister beim
Amtsgericht Essen unter der Nr. HRB 21973 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde gem. §§ 242 ff und
264 ff HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des
GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für
kleine Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und
Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren
aufgestellt.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt
grundsätzlich unter Annahme der
Unternehmensfortführung (§ 252 Abs.1 Nr.2 HGB).
Die Gesellschaft ist aufgrund des Gesellschaftsvertrages
verpflichtet, einen Lagebericht aufzustellen.
Die Bilanzierung der Vermögensgegenstände und
Schulden erfolgt im Zeitpunkt des Übergangs des
wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums. Aufwendungen
und Erträge des Geschäftsjahres sind
unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden
Zahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Alle
vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum
Abschlussstichtag entstanden sind, werden
berücksichtigt. Gewinne werden nur
berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag
realisiert sind.
Größenabhängige Erleichterungen werden
in Anspruch genommen.
Allgemeine Bilanzierungs- und BewertungsmethodenAnlagevermögenDie entgeltlich erworbenen immateriellen
Vermögensgegenstände werden im Zeitpunkt des
Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen
Eigentums mit den Anschaffungskosten aktiviert und
planmäßig linear auf die voraussichtliche
Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren abgeschrieben.
Die Zugangsbewertung von Vermögensgegenständen
des Sachanlagevermögens erfolgt höchstens zu
Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Übergangs des
wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums.
Bei den Anschaffungskosten werden
Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen
berücksichtigt. Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht
nach § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB nicht in Anspruch und
aktiviert keine Fremdkapitalzinsen.
Die Folgebewertung des abnutzbaren
Sachanlagevermögens ergibt sich aus Anschaffungskosten
abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Im
Jahr des Zugangs erfolgte eine zeitanteilige Ermittlung der
Abschreibung. Die beweglichen
Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens
werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer von
3 bis 13 Jahren abgeschrieben. Geringwerte Anlagegüter
mit Anschaffungskosten bis EUR 800 werden im Zugangsjahr
voll abgeschrieben und ihr Abgang unterstellt.
Im Finanzanlagevermögen werden Anteile an
verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen sowie
Deckungskapitalanteile aufgrund von
Rückdeckungsversicherungen ausgewiesen, sofern sie
dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu
dienen.
Der Ansatz der Finanzanlagen erfolgt zum Zeitpunkt des
Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen
Eigentums zu Anschaffungskosten einschließlich
Anschaffungsnebenkosten.
Finanzanlagen, die dem Zugriff aller übrigen
Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der
Erfüllung von Altersversorgung dienen, werden zum
beizulegenden Zeitwert bewertet und nach § 246 Abs. 2
Satz 2 HGB mit den Rückstellungen für Pensionen
und ähnlichen Verpflichtungen verrechnet; entsprechend
wird mit den zugehörigen Aufwendungen und
Erträgen aus der Aufzinsung und aus dem zu
verrechnenden Vermögen verfahren. Die verrechneten
Aufwendungen und Erträge (einschließlich
Erfolgswirkungen aus der Änderung des
Abzinsungssatzes) werden im Finanzergebnis erfasst. Der
Zinsertrag auf das Planvermögen beträgt zwischen
0,9 % und 2,95 %.
Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Bilanzierung und
Bewertung erstmalig unter Beachtung des
IDW-Rechnungslegungshinweises FAB 1.021. Als Bilanzansatz
für die Abbildung der Kongruenz von Anspruch aus
Rückdeckungsversicherungen und Pensionsverpflichtung
wurde das Passivprimat in Anspruch genommen. Die Bewertung
der kongruent rückgedeckten Anteile der
Pensionsverpflichtung erfolgt nach Maßgabe des
sogenannten Deckungskapitalverfahrens.
Die Bewertung der Rückdeckungsversicherungen, die
auf den über-gedeckten Teil der
Pensionsverpflichtungen entfallen, erfolgte wie in den
Vorjahren mit dem beizulegenden Zeitwert, der den
fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.
Aus der Anwendung des IDW RH FAB 1.021 resultiert ein um
Tsd. € 1.355 (Vorjahr: TEUR 1.403) geringeres
saldiertes Deckungsvermögen.
Sofern zum Abschlussstichtag bei
Vermögensgegenständen des Anlagevermögens
von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung
auszugehen ist, werden außerplanmäßige
Abschreibungen auf den niedrigeren Wert vorgenommen.
UmlaufvermögenDie Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände werden grundsätzlich
mit dem Nennbetrag in Höhe ihrer Anschaffungskosten
angesetzt.
Die Berücksichtigung des Niederstwertprinzips
erfolgte für Einzelrisiken durch entsprechende
Einzelwertberichtigungen.
Liquide Mittel werden mit dem Nennbetrag angesetzt.
RückstellungenBei der Bewertung der Rückstellungen für
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden die
Barwerte der zu erbringenden Leistungen nach der
Projected-Unit-Credit-Methode unter Verwendung der
Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck berechnet.
Rentenanpassungen sind mit 1,6 % p.a. berücksichtigt.
Für Gehaltssteigerungen wurden 2,0 % angesetzt.
Den so ermittelten Altersversorgungsverpflichtungen wird
pauschalierend eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15
Jahren unterstellt. Erstmals wurde der von der Deutschen
Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte
durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre
von 1,83 % angesetzt. Aus der Abzinsung mit dem
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre
ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre
(1,76 %) ein gemäß § 253 Abs. 6 HGB
ausschüttungsgesperrter Unterschiedsbetrag in
Höhe von Tsd. € 99.
Zum Abschlussstichtag erfolgte eine Saldierung der
Verpflichtung mit insolvenzgesichertem und zweckgebundenem
Deckungskapital. Die Bewertung der verrechneten
Vermögensgegenstände erfolgt gem. § 253
Abs.1 S.4 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert.
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen
Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren
drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und
ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer
vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung mit dem
notwendigen Erfüllungsbetrag.
Bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags wurden
gegebenenfalls künftige Preis- und Kostensteigerungen
berücksichtigt. Sofern Rückstellungen eine
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, werden sie mit
dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre
gem. § 253 Abs. 2 S.1 HGB abgezinst.
VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten werden mit ihrem
Erfüllungsbetrag angesetzt.
Erläuterungen zur BilanzForderungen und sonstige VermögensgegenständeSämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine
Laufzeit von unter einem Jahr.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in
Höhe von Tsd. € 5.278 (Vorjahr: Tsd. €
2.859) beinhalten Forderungen aus der Gewährung von
Darlehen und Zwischenfinanzierungskrediten.
RückstellungenDie Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen in Höhe von Tsd. €
14.2966 wurden mit entsprechendem Deckungskapital
(Zeitwert/fortgeführte Anschaffungskosten) in
Höhe von Tsd. € 10.848 saldiert, so dass eine
Rückstellung in Höhe von Tsd. € 3.448 in der
Bilanz ausgewiesen wird.
(4) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen betreffen sonstige Verbindlichkeiten.
(5) Haftungsverhältnisse
Weiterhin existieren vier Bürgschaften aus der Zeit
vor der Fusion mit der TÜV Nord-Gruppe mit einem
Gesamtwert von Tsd. € 70. Es handelt sich hierbei um
Vertragserfüllungs-, Anzahlungs- und
Mietbürgschaften. Für diese Bürgschaften
besteht im Falle einer Inanspruchnahme eine
Freistellungserklärung seitens TÜV NORD AG
datierend vom 07.04.2008. Das Risiko einer Inanspruchnahme
aus diesen Bürgschaften wird wegen des
Zahlungsverhaltens des Hauptschuldners in der Vergangenheit
nicht gesehen.
MitarbeiterDurchschnittlich waren im Berichtsjahr 8 Angestellte
beschäftigt.
Sonstige AngabenDie Gesellschaft stellt selbst einen Konzernabschluss
für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen ergeben sich
im Wesentlichen aus den bestehenden Mietverpflichtungen und
aus Dienstleistungsverträgen. Die daraus
resultierenden Zahlungen betragen voraussichtlich Tsd.
€ 1.879, davon gegenüber verbundenen Unternehmen
Tsd. € 157.
Essen, den 3. April 2024 RWTÜV GmbH
Angaben zur FeststellungDer Jahresabschluss wurde am 25.04.2024 festgestellt.
Lagebericht
für das Geschäftsjahr
|
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| ― |
Außenumsatz: 256,6 Mio.
€
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| ― |
Ergebnis vor Steuern: 30,5 Mio.
€
|
| ― |
Umsatzrendite, gemessen am
Ergebnis vor Steuern: 11,9 %
|
| ― |
Eigenkapitalquote: 51,8 %
|
Der RWTÜV Konzern kann trotz der
gesamtwirtschaftlich stockenden Entwicklung im Jahr 2023
erneut auf ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr
zurückblicken und hat die Vorjahresprognose
hinsichtlich Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich
übertroffen. Lediglich die Eigenkapitalquote blieb
aufgrund der Zinseinflüsse auf die
Pensionsrückstellungen bei der at-equity-Bewertung der
TÜV Nord AG sowie durch Konsolidierungseffekte im
Rahmen von Unternehmens- und Anteilserwerben hinter den
Erwartungen zurück.
Das Inlandsgeschäft schloss das Geschäftsjahr
2023 mit Umsatzerlösen in Höhe von 85,8 Mio.
€ (2022: 70,6 Mio. €; +21,5%) ab. Der Anteil des
internationalen Geschäfts am Konzernumsatz betrug
170,8 Mio. € (2022: 158,9 Mio. €; +7,5%). Im
Geschäftsjahr 2023 wurden 67 % der Umsätze im
Ausland erwirtschaftet.
Die einzelnen Geschäftsbereiche haben sich wie
folgt entwickelt:
Das griechische Unternehmen Kalimbassieris Maritime
wurde im Jahr 2023 Teil des Geschäftsbereiches
Versicherungsservices. Die Partnerschaft stärkt die
Position der Van Ameyde Gruppe in der Branche und erweitert
die Präsenz in der für den globalen Transport
enorm wichtigen Handelsroute durch den Suezkanal und das
östliche Mittelmeer. Kalimbassieris Maritime ist ein
internationaler Beratungs- und Versicherungsdienstleister,
der Schadenmanagement, Gutachten und IT-Dienstleistungen
für den Seetransport und die Seeversicherung in
Griechenland, der Türkei, Rumänien, Bulgarien,
Zypern und Ägypten anbietet. Zu den prominentesten
Kunden zählen internationale Anbieter von
Gütertransportversicherungen und
Schiffsunfallversicherungen. Darüber hinaus
kümmert sich Kalimbassieris Maritime um
Versicherungsschäden an Yachten.
Der RWTÜV Konzern konnte mit seinem
größten Geschäftsbereich
Versicherungsservices neben diesem anorganischen Wachstum
gegenüber dem Vorjahr auch ein starkes organisches
Wachstum verzeichnen. Das Claims Management entwickelte
sich im Jahr 2023 positiv, und das Neugeschäft in
Verbindung mit gestiegenem Green Card Volumen im Bereich
der länderübergreifenden KFZ-Schadenregulierung
und weiterer Digitalisierung führte zu einem
signifikanten Umsatzanstieg. Insbesondere in der
Benelux-Region ergab sich ein erfreuliches organisches
Wachstum. Für das Segment Marine &Industrie konnte
insgesamt ebenfalls ein starkes Jahr 2023 mit einem enormen
Umsatzwachstum verzeichnet werden. Während im
Vereinigten Königreich die Erwartungen nicht erreicht
wurden, ließen sich im östlichen Mittelmeerraum
deutliche Umsatzsteigerungen realisieren. Hierzu hat die
neu erworbene Unternehmensgruppe Kalimbassieris
maßgeblich beigetragen. Insgesamt stieg der Umsatz
des Geschäftsbereiches 2023 hauptsächlich durch
organisches Wachstum im Vergleich zu 2022 um 17,2 %, was
auch zu einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor
Steuern führte.
Der Geschäftsbereich Telekommunikation mit der
cetecom advanced GmbH in Saarbrücken und einer
Niederlassung in Essen sowie den Tochtergesellschaften in
den USA, Südkorea und Japan verzeichnete einen sehr
volatilen Geschäftsverlauf im Jahr 2023. Der
konsolidierte Umsatz liegt aufgrund der schwierigen
Rahmenbedingungen mit 46,6 Mio. € um 6,2 % unter dem
Vorjahresniveau.
Im Juni 2023 wurde die Fusion zwischen der CTC advanced
GmbH in Saarbrücken und der cetecom advanced GmbH in
Essen formaljuristisch abgeschlossen. Das daraus
hervorgegangene Unternehmen konnte im Geschäftsjahr
2023 seine Marktstellung in der Telekommunikationsindustrie
sowie in den Branchen Smart Card Technologies, der
Medizintechnik und der Automobilzulieferindustrie trotz der
Herausforderungen durch die geopolitischen Konflikte und
dem damit verbundenen Anstieg der Energiekosten, Sanktionen
gegen Russland und begrenzter Lieferfähigkeit von
Halbleitern zwar behaupten, aber aufgrund der insgesamt
rückläufigen Marktentwicklung hat sich das
Geschäftsvolumen reduziert. Hier ist insbesondere das
ERA-Glonass-Geschäft für die Zertifizierung von
automatischen Notrufsystemen in Fahrzeugen auf dem
russischen Markt zu erwähnen, welches von der
Automobilindustrie nicht mehr im bisherigen Umfang
beauftragt wird. Die schwache Wirtschaftssituation in
Deutschland führt dazu, dass Unternehmen, insbesondere
in der Automobilindustrie, zurückhaltender in der
Vergabe von Aufträgen sind. Durch hohe Energiepreise
sind die Kunden, auch im Bereich Forschung und Entwicklung,
kostensensitiver. Spürbar sind außerdem Probleme
beim Technologietransfer in der Automobilindustrie, ebenso
wie wachsende Konkurrenz im Bereich von
Umweltsimulationsprüfungen. Das Auftragsvolumen bei
internationalen Zulassungen ging aufgrund von
Lieferschwierigkeiten bei Kunden und deren Zulieferern
zurück. Eine sehr gute Performance bot hingegen das
regulatorische Kerngeschäft. Der Umsatz der
fusionierten cetecom advanced GmbH liegt mit 31,4 Mio.
€ nach Eliminierung der gegenseitigen
Vorjahresumsätze auf dem Vorjahresniveau. Aufgrund der
gestiegenen Kosten ergibt sich jedoch ein negatives
Ergebnis vor Steuern.
In den USA resultiert ein deutlich negatives Ergebnis
vor Steuern aus der Volumenreduktion eines
Großkunden; das Umsatzvolumen ging um 25,4 %
gegenüber 2022 zurück.
In Korea hingegen sank der Umsatz nur geringfügig
gegenüber dem Vorjahr um 6,1 %. Trotz reduzierter
Unterbeauftragung aus Deutschland konnte ein leicht
positives Ergebnis vor Steuern realisiert werden. Die
Tochtergesellschaft in Japan war ebenfalls stark von den
negativen Marktentwicklungen betroffen. Der
Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr betrug 19,6
%. Kosteneinsparungen ermöglichten dennoch ein leicht
positives Ergebnis vor Steuern.
Der Geschäftsbereich Energie &Umwelt hat 2023
einen konsolidierten Umsatz von 38,7 Mio. € erzielt
und liegt damit um 15,2 % über dem Niveau des
Vorjahres. Die Gesellschaften im Energiesektor konnten sich
somit im abgelaufenen Jahr sehr gut behaupten, obwohl die
Energieversorgungsbranche und das Umfeld im Bausektor sehr
schwierig waren.
Eine Vielzahl stockender Prozesse in
Gesetzgebungsverfahren sorgten im Jahr 2023 für eine
hohe Verunsicherung in der Energieversorgungsbranche. Sie
war geprägt von Diskussionen um Veränderungen
oder den Rückbau der Gasversorgungsnetze, von der
Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) mit einer
zukünftig gesetzlich fixierten kommunalen
Wärmeplanung für Kommunen und von weiteren
Themen. Hinzu kam, dass im April die letzten Kernkraftwerke
im Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 vom Netz gingen und
im Erzeugungspark fehlten. Aber auch das zum 01.01.2023 in
Kraft getretene EEG 2023 war die größte
energiepolitische Gesetzesnovelle seit Jahrzehnten. Es
legte die Grundlagen für einen konsequenten und
deutlich schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.
Wesentliche Einflüsse für CONSULECTRA waren
der beschleunigte Netzausbau in allen Spannungsebenen, der
beschleunigte Ausbau von EEG-Anlagen und
Ladeinfrastrukturen, die Erhöhung der Automatisierung
und Sichtbarkeit in den Mittel- und Niederspannungsnetzen
sowie der durch das EEG geförderte zukünftige
Ausbau von Stromspeichern und Kraftwerken mit grünem
Wasserstoff. Nachdem in den Vorjahren bedingt durch die
CORONA-Pandemie mehrfach die von CONSULECTRA angebotene
Fachtagung "Symposium Netzleittechnik" verschoben werden
musste, konnte diese im März 2023 in einem optimierten
Format erfolgreich und mit einem Besucherrekord umgesetzt
werden. So entwickelte sich ein erfreulicher Umsatzanstieg
von 7,2 Mio. € auf 8,1 Mio. € (+12,5 %) im Jahr
2023.
Bei der ENOPLAN wurde im Geschäftsjahr 2023 der
ganzheitliche Reorganisationsprozess zur Neuausrichtung
weitergeführt. Der Fokus liegt auf einer Orientierung
in Richtung stärkerer "Customer Intimacy": In Zukunft
sollen bei der Produktentwicklung die
Kundenbedürfnisse eine noch größere Rolle
spielen, um diese bei der Optimierung im Energiebereich
bestmöglich zu befriedigen. Im Jahr 2023 wurden die
ersten Produkte bezüglich der Beratung und Erstellung
von CO2-Bilanzen sowie der Beratung und Begleitung von
Elektromobilitätskonzepten implementiert. Diese
können nun neben den normalen Standardprodukten der
ENOPLAN allen Kunden angeboten werden. Unabhängig vom
Transformationsprozess lag der Fokus im Geschäftsjahr
2023 wieder auf der Beschaffung von
Energielieferverträgen für Kunden. Aufgrund der
anhaltenden Energiekrise bieten kaum noch Versorger
Energielieferverträge an, sodass faktisch weiterhin
kein Wettbewerb möglich ist. Durch die nach wie vor
scharfen Kriterien der Energieversorger hinsichtlich
Bonität und planbarer Lastverläufe war es eine
sehr große Herausforderung, für alle
ENOPLAN-Kunden einen Energieliefervertrag zu erhalten.
ENOMETRIK ist weiterhin einer der größten,
netzunabhängigen Messstellenbetreiber mit ca. 10.000
Messpunkten überwiegend im Messstellenbetrieb, aber
auch als Untermessungen. ENOMETRIK ist im Gewerbe- und
Geschäftskundenbereich sowie insbesondere auch im
Kettenkundenbereich ein etablierter Marktplayer. Durch eine
Vielzahl an Projekten waren 2023 alle
Installationsressourcen vollständig ausgelastet. Die
Anzahl an Abnahmestellen wuchs durch ein Plus bei den
Bestandskunden, ebenso konnten verschiedene neue Gewerbe-
und Kettenkunden hinzugewonnen werden.
Die Optismall GmbH vermittelt Energieverträge an
Gewerbekunden unter 500.000 Kilowattstunden für die
Medien Strom und Erdgas. Insbesondere für
produzierende Unternehmen konnte die ENOPLAN-Tochter
Optimierungspotential hinsichtlich der gesetzlichen
Rückerstattungen ausschöpfen. Nach der
Verschmelzung mit der IMET GmbH im Jahr 2022 liegt ein
weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der Optismall bei der
Betreuung von Mitgliedern des Bayerischen Hotel- und
Gaststättenverbandes in und um München. Da dieses
Gewerbekundensegment kaum Wettbewerbsdynamik zeigt,
führte dies zu einer guten Geschäftsentwicklung.
Auch die Enersave GmbH ist spezialisiert auf die Strom-
und Gas-Energievertragsvermittlung für Gewerbekunden
unter 500.000 Kilowattstunden, ebenso wie die
Unterstützung bei gesetzlichen Rückerstattungen
für produzierende Unternehmen. Zusätzlich bietet
die Enersave jedoch noch aus dem
Energiedienstleistungsgesetz resultierende Energieaudits
nach DIN EN 16247 an. Aufgrund der dynamischen
Energiepreisentwicklung profitierte Enersave von hoher
Nachfrage durch ihre Kunden.
Der kumulierte Umsatz der ENOPLAN einschließlich
ihrer direkten Tochtergesellschaften betrug insgesamt 16,6
Mio. € und liegt damit leicht über dem
Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern für die
Gesamtgruppe ist weiterhin stark positiv.
Der vorherige Boom der Baubranche hat sich inzwischen in
eine Krise gewandelt. Angefangen mit der Corona-Pandemie
ist der Branchenumsatz immer weiter rückläufig
und diese Entwicklung hat bislang kein Ende gefunden, da
sowohl Zinsen als auch Materialkosten im Jahr 2023 stark
angestiegen sind.
Das Geschäft der IB Nordhorn KG war im Jahr 2023
von Konsolidierungsmaßnahmen geprägt. In den
Vorjahren erfolgte Niederlassungsgründungen machten
dies notwendig, ebenso wie Prozessoptimierungen, eine
fortschreitende Digitalisierung und der Wunsch nach mehr
Kundennähe. Der Umsatz betrug 9,2 Mio. € und
bewegt sich damit mit 41,1 % erheblich über dem Niveau
des Vorjahres. Die im Mai 2022 erworbene Gesellschaft MN
Mörbitz Nordhorn Ingenieure GmbH, Leipzig, ebenfalls
Anbieter aller Leistungsphasen der HOAI, insbesondere im
Bereich der Haus- und Gebäudetechnik sowie der
technischen Gebäudeausrüstung, konnte einen
Umsatz von 2,9 Mio. € generieren. Dies entspricht
einer Steigerung gegenüber dem gesamten Jahr 2022 von
rund 12 %. Aufgrund der anspruchsvollen Kundschaft aus dem
industriellen und öffentlichen Bereich konnten sich
beide Gesellschaften trotz allgemein schlechter
Marktentwicklung mit ihrem qualifizierten
Dienstleistungsportfolio auf dem Markt behaupten und gute,
positive Ergebnisse vor Steuern realisieren.
Die Gesellschaft G + N Consult hingegen hatte mit einem
Umsatz von 0,6 Mio. € gegenüber 2022 einen
signifikanten Rückgang von 58,2 % und ein deutlich
negatives Ergebnis vor Steuern zu verzeichnen. Bei dem
Projektmanagementbüro hinterließ die Krise im
Baubereich deutliche Spuren; aufgrund gestiegener Zinsen
und der Diskussion um das Heizungsgesetz wurden kaum
Aufträge vergeben. Durch umfangreiche Maßnahmen
zur Kostensenkung, die sich auch schon positiv im
Geschäftsjahr 2024 auswirken, konnte der
Ergebniseffekt abgemildert werden.
Die Entwicklung der im Geschäftsjahr 2022
erworbenen apro.gmbH war hingegen sehr positiv. So konnte
der Umsatz um 78,9 % auf 1,9 Mio. € im Vergleich zum
gesamten Geschäftsjahr 2022 gesteigert werden, da eine
hohe Nachfrage nach IT-Sicherheit zu verzeichnen war, was
zu einem positiven Ergebnis vor Steuern geführt hat.
Mit einem Außenumsatz von 256,6 Mio. € (2022:
229,5 Mio. €) erwirtschaftete der RWTÜV Konzern
ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 30,5 Mio. € (2022:
27,8 Mio. €) und einen Jahresüberschuss von 24,5
Mio. € (2022: 24,5 Mio. €). Zur Entwicklung und
Analyse der Umsatzerlöse der einzelnen
Geschäftsbereiche wird auf die entsprechenden
Ausführungen verwiesen.
Die sonstigen Erträge haben sich im
Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr
wachstumsbedingt von 5,3 Mio. € auf 7,9 Mio. €
erhöht. Die Abschreibungen liegen mit 20,4 Mio. €
knapp unter dem Vorjahresniveau von 20,7 Mio. €. Die
sonstigen Aufwendungen betragen 62,7 Mio. € und sind,
wachstums- und inflationsgetrieben ebenso wie der
Personalaufwand, deutlich höher als im Vorjahr. Das
Ergebnis aus der at-equity-bewerteten Beteiligung TÜV
NORD AG ist von 15,7 Mio. € auf 16,0 Mio. €
leicht gestiegen. Erfolgsneutrale
Eigenkapitalveränderungen sind in der Erläuterung
zur Vermögenslage enthalten und wurden im Wesentlichen
durch den Zinsanstieg beeinflusst. Die
Geschäftsführung beurteilt in Anbetracht der
wirtschaftlichen Konjunktur die Ertragslage des Konzerns
als sehr zufriedenstellend.
Die konservative Finanzpolitik des RWTÜV Konzerns
ist traditionell fester Bestandteil der Konzernphilosophie.
Die wichtigsten Ziele, die Sicherstellung einer
angemessenen Liquidität und die bedarfsgerechte
Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften, wurden
wiederum erfüllt. Es standen ausreichende liquide
Mittel zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen bei
Fälligkeit zur Verfügung. Eine Finanzplanung
sowie eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem
Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür
die Basis. Eine zur Verfügung stehende Kreditlinie von
11,2 Mio. € musste bislang weiterhin nicht in Anspruch
genommen werden.
Wichtigste Liquiditätsquelle sind die
Mittelzuflüsse aus der laufenden
Geschäftstätigkeit. Die Liquiditätssituation
des Konzerns war trotz der wirtschaftlichen Lage jederzeit
stabil.
Der Cashflow des RWTÜV Konzerns (Cashflow aus der
betrieblichen Tätigkeit) betrug im Jahr 2023 31,6 Mio.
€ (2022: 13,7 Mio. €). Getrieben durch
Akquisitionen betrug der Cashflow aus der
Investitionstätigkeit im Jahr 2023 -29,7 Mio. €
(2022: -21,1 Mio. €). Der Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit war mit 7,3 Mio. € (2022:
-8,0 Mio. €) positiv. Insgesamt belaufen sich die
liquiden Mittel damit auf 90,6 Mio. €, was einen
Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Mio. €
bedeutet. Die Finanzmittel werden überwiegend
risikolos als Tagesgeld angelegt. Zu Einzelheiten wird auf
die Kapitalflussrechnung im Anhang des Konzernabschlusses
verwiesen.
Im Berichtszeitraum wurden in Sachanlagen und
immaterielle Vermögensgegenstände (ohne
Zugänge nach IFRS 16 für Leasing) konzernweit
insgesamt 16,9 Mio. € (2022: 12,9 Mio. €)
investiert. Davon entfielen auf den Geschäftsbereich
Telekommunikation 3,3 Mio. € (2022: 4,2 Mio. €),
auf den Geschäftsbereich Versicherungsservices 10,4
Mio. € (2022: 6,7 Mio. €) und auf den
Geschäftsbereich Energie &Umwelt 1,7 Mio. €
(2022: 1,3 Mio. €) sowie 1,5 Mio. € (2022: 0,7
Mio. €) im Wesentlichen für Baumaßnahmen
mit dem Ziel der Modernisierung und Energieeffizienz. Damit
konnten aufgrund der finanziellen Ausstattung des
RWTÜV Konzerns notwendige und innovative Investitionen
durchgeführt werden.
Darüber hinaus wurden in anorganisches Wachstum und
Anteilsaufstockungen im Konzern unter Berücksichtigung
von Einbehalten, Earn-Out-Vereinbarungen und künftigen
Kaufverpflichtungen, insgesamt 20,5 Mio. € investiert.
Zu Einzelheiten wird auf die Angaben im Anhang verwiesen.
Auch aus den Bilanzrelationen des RWTÜV Konzerns
geht hervor, dass Finanzierung und Liquidität im
Geschäftsjahr 2023 erneut auf gesicherter Basis
standen.
Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 beträgt das
Eigenkapital 269,0 Mio. € und die Bilanzsumme
beläuft sich auf 519,4 Mio. €. Die
Konzern-Eigenkapitalquote beträgt damit 51,8 % (2022:
57,3 %). Der Rückgang ist dem gesunkenen Zinsniveau
bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen der TÜV
Nord AG sowie sukzessiven Unternehmenserwerben im Rahmen
von M&A Maßnahmen geschuldet. Die erfolgsneutrale
Verbuchung der versicherungsmathematischen Verluste,
einschließlich der erfolgsneutralen Anteile bei der
at-equity-Bewertung, welche im Wesentlichen aus der
Diskontierung durch das in der Vergangenheit ständig
sinkende Marktzinsniveau entstanden sind, wirkten sich bis
2023 in Höhe von kumuliert 87,3 Mio. € negativ
auf das Eigenkapital aus.
Die Rücklagenintensität (Rücklagen /
Gesamtkapital) bewegt sich zum 31.12.2023 mit 65,4 % auf
konstant hohem Niveau (2022: 69,7 %), was zu einem hohen
Substanzschutz des RWTÜV Konzerns beiträgt. Das
langfristig gebundene Vermögen beträgt 278,8 Mio.
€ (2022: 260,2 Mio. €). Der Deckungsgrad
(Eigenkapital / langfristiges Vermögen) liegt bei 96,5
% (2021: 104,7 %), womit das langfristige Vermögen
nahezu durch Eigenkapital gedeckt ist. Das kurzfristige
Fremdkapital liegt mit 203,7 Mio. € (2022: 167,9 Mio.
€) weiterhin unter dem kurzfristigen Vermögen von
240,6 Mio. € (2022: 215,2 Mio. €), was die
Erfüllbarkeit von Zahlungsverpflichtungen
dokumentiert. Die bilanzierten kurzfristigen
Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen sind damit
ebenfalls vollständig abgedeckt.
Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation
ist die aufgezeigte Entwicklung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage als sehr positiv zu beurteilen. Die
Voraussetzungen für weiteres Wachstum sind somit
gegeben.
Der Konzernabschluss zum 31.12.2023 wurde in
Übereinstimmung mit den vom IASB erlassenen
Rechnungslegungsvorschriften IFRS, wie sie in der
Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Um
die Gleichwertigkeit mit einem nach handelsrechtlichen
Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss zu erzielen,
wurden die über die Regelungen des IASB hinausgehenden
Rechnungslegungsvorschriften erfüllt.
Die RWTÜV GmbH ist die Konzernholding des
RWTÜV Konzerns. Die Steuerung der RWTÜV GmbH
erfolgt durch die Geschäftsführung der RWTÜV
GmbH nach finanziellen Kennzahlen, im Wesentlichen durch
Umsatz- und Ergebnis vor Steuern sowie Eigenkapitalquoten.
Die Aussagen zum Verlauf des Geschäftsjahres sind
analog zum RWTÜV Konzern, da die RWTÜV GmbH als
strategische Management- und Finanzholding fungiert. Die
Geschäftsführung informiert sich laufend anhand
eines monatlichen Konzernberichts und stimmt sich
regelmäßig mit den Vertretern der
Gesellschaftsorgane und mit den Geschäftsführern
der zum RWTÜV Konzern gehörenden operativen
Gesellschaften ab.
Die RWTÜV GmbH stellt ihren Jahresabschluss nach
den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) auf.
Zwischen der RWTÜV GmbH und der Konzerngesellschaft
RWTÜV Grundstücksverwaltungs-GmbH besteht seit
2005 ein Ergebnisabführungsvertrag.
Die RWTÜV GmbH hat im Berichtszeitraum einen
Jahresüberschuss von 4,5 Mio. € erzielt (2022:
2,1 Mio. €). Die Umsatzerlöse in Höhe von
2.150 Tsd. € (2022: 1.884 Tsd. €) beinhalten die
Konzernumlagen und Dienstleistungen.
Das Anlagevermögen erreichte zum 31.12.2023 101,7
Mio. € (2022: 91,7 Mio. €) und das
Umlaufvermögen 24,7 Mio. € (2022: 29,7 Mio.
€). Die Bilanzsumme betrug zum 31.12.2023 126,4 Mio.
€ (2022: 121,6 Mio. €).
Die Bilanz der RWTÜV GmbH zum 31.12.2023 weist ein
Eigenkapital von 112,4 Mio. € (2022: 108,6 Mio.
€) aus. Die Eigenkapitalquote der Finanz- und
Managementholding RWTÜV GmbH beläuft sich damit
auf 88,9 % (2022: 89,4 %).
Corporate Governance bezeichnet den rechtlichen und
faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und
Überwachung eines Konzerns. Der im RWTÜV Konzern
implementierte Corporate Governance Cycle ist mit allen
wesentlichen Elementen in einem Regelkreis aus Internem
Kontrollsystem, Risiko- und Compliance-Management
dargestellt und dient der Transparenz und
Übersichtlichkeit sowie der langfristigen
Wertschöpfung. Basis sind umfangreiche
organisatorische und personelle Maßnahmen zum Schutz
des Vermögens, zur Einhaltung relevanter Gesetze und
Richtlinien sowie zur Zuverlässigkeit von Daten und
Informationen.
Hierzu wurden ein Richtliniensystem als
organisatorischer Rahmen sowie die dazu erforderlichen
Personalressourcen bereitgestellt um das interne
Kontrollsystem, das Risikomanagement und das
Compliance-Management-System zu steuern und zu
überwachen.
Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller
Kontrollen und Überwachungen hat das Ziel, die
Übereinstimmung mit Gesetzen und Richtlinien zu
gewährleisten. Im RWTÜV Konzern ist ein internes
Kontrollsystem implementiert, das Regelungen zu
geschäftskritischen Prozessen sowie zu deren
Überwachung definiert. Als organisatorische
Rahmenmaßnahme hat die RWTÜV GmbH ein
umfangreiches Richtliniensystem, Geschäftsordnungen
und Geschäftsverteilungspläne vorgegeben. Das auf
die besonderen Geschäftsaktivitäten der einzelnen
Unternehmen ausgerichtete interne Kontrollsystem soll dem
Schutz des Vermögens dienen. Kontrollaktivitäten
sind die Gesamtheit aller Maßnahmen, die
sicherstellen sollen, dass den Unternehmensrisiken
angemessen begegnet wird. Für die Überwachung und
kontinuierliche Weiterentwicklung des internen
Kontrollsystems sind die Unternehmensleitungen und die in
den Prozessen integrierten Kontrollstellen verantwortlich.
Die Abwicklung und Dokumentation des Geschäftsbetriebs
erfolgt dabei nach den wesentlichen betrieblichen
Prozessen. Die Richtlinien und Prozessbeschreibungen lehnen
sich hierbei an die jeweiligen betrieblichen
Leistungserstellungsprozesse an.
Sämtliche Informationen aus den
Tochtergesellschaften werden in der Holding RWTÜV GmbH
aufbereitet und analysiert. Hierzu gehören ein
monatliches Reporting, regelmäßige
Risikoberichterstattungen, Berichterstattungen über
Funktionstests des internen Kontrollsystems und
Ad-hoc-Berichterstattungen sowie die Standardisierung
genehmigungspflichtiger Vorgänge. Das interne
Kontrollsystem im Hinblick auf die Konzernrechnungslegung
stellt sicher, dass die Rechnungslegung in
Übereinstimmung mit den Grundsätzen
ordnungsmäßiger Buchführung sowie den
International Financial Reporting Standards erfolgt. Hierzu
existiert eine Konzernbilanzierungsrichtlinie, welche
einheitliche Bilanzierungsregeln definiert.
Das im RWTÜV Konzern etablierte interne
Kontrollsystem stellt mithin sicher, dass Regelungen zur
Steuerung der Unternehmensaktivitäten eingehalten
werden. Die Einhaltung dieser Regelungen sowie deren
Wirksamkeit werden regelmäßig überwacht.
Die Überwachung der Konzernunternehmen wird durch
eine Interne Revision unterstützt und
regelmäßig internen Audits unterzogen.
Die folgenden Passagen stellen die wesentlichen
Auswirkungen, Risiken und Chancen in relevanten
Handlungsfeldern zu Umwelt, Soziales, Governance und der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar.
Das Risikomanagementsystem ist ebenfalls Bestandteil der
Konzernsteuerung, um wesentliche Risiken aus der
Geschäftstätigkeit zu vermeiden bzw. zu
kontrollieren. Es umfasst die Gesamtheit aller
Maßnahmen zu einem systematischen und transparenten
Umgang mit Risiken und ist durch seine Verzahnung mit den
Controlling-Prozessen Bestandteil der Konzernführung.
Das Risikomanagement ist auf allen Konzernebenen etabliert.
In der aktuellen Konzernrichtlinie Risikomanagement wurden
alle verbindlichen Vorgaben für den
Risikomanagement-Prozess formuliert. Als integraler
Bestandteil des internen Kontrollsystems ist die Aufgabe
des Risikomanagements, Risiken frühzeitig zu erkennen,
zu identifizieren und zu bewerten, sodass geeignete
Gegenmaßnahmen geplant und umgesetzt werden
können.
Im RWTÜV Konzern wird vierteljährlich eine
Chancen- und Risikoerfassung für alle verbundenen
Unternehmen durchgeführt. Daneben haben sich die
Konzernunternehmen im Bedarfsfall zur
Ad-hoc-Berichterstattung verpflichtet. Hierdurch werden
systematisch externe und interne Risiken erfasst und
konzernweit einheitlich nach ihrer potenziellen
Schadenshöhe bewertet. Gemäß der
geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt die
Eingruppierung in Risikostufen. Das Risikomanagementsystem
gewährleistet somit einen umfassenden Überblick,
sodass Managementmaßnahmen ergriffen werden
können. Der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern sowie
die Eigenkapitalquote sind hierbei zentrale
Steuerungsgrößen, um Ziele zu setzen und den
Unternehmenserfolg zu messen. Darüber hinaus werden
regelmäßig Key Performance Indikatoren (KPI's)
in Bezug auf Vertrieb, Kostenquoten, Liquidität und
Auslastung analysiert.
Risiken, denen der RWTÜV Konzern derzeit ausgesetzt
ist, unterliegen einer permanenten Kontrolle und Steuerung.
Soweit diese Risiken Einfluss auf die Ertrags-,
Vermögens- und Finanzlage haben, werden
Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet. Soweit
erforderlich, werden für die aus den verschiedenen
Bereichen stammenden Risiken entsprechende Risikovorsorgen
gebildet. Für potenzielle Schadensfälle und
Haftungsrisiken bestehen außerdem adäquate
Versicherungsverträge, die die finanziellen
Auswirkungen von eintretenden Schäden in Grenzen
halten oder gänzlich ausschließen.
Außerdem sind die operativen Gesellschaften
verpflichtet, frühzeitig Handlungsalternativen und
Gegenmaßnahmen zu entwickeln, um Risiken vorzubeugen
und zu minimieren. In das Management unserer Risiken sind
alle Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden.
Ein konsequentes Kostenmanagement und eine
Qualitätssicherung auf allen Konzernebenen tragen zur
Reduzierung identifizierter Risiken und zur Stärkung
der Wettbewerbsposition des RWTÜV Konzerns bei. Das
Risikomanagementsystem wird stets gemäß den
aktuellen Anforderungen weiterentwickelt, wobei die
Effizienz und Wirksamkeit regelmäßig durch die
Interne Revision überwacht wird.
Compliance gehört zu den Grundvoraussetzungen eines
nachhaltigen Unternehmenserfolges und ist ein Grundelement
solider Unternehmensführung. Die Einhaltung von Recht,
Gesetz und internen Regeln ist Teil unserer
Unternehmenskultur. Die Compliance-Strategie verfolgt das
Ziel einer nachhaltigen und integrierten Compliance-Kultur.
Unser Compliance-Management-System ist eng mit dem
Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem
verzahnt, damit Compliance ein fester Bestandteil der
Geschäftsprozesse ist. Die an den
Prüfungsstandard IDW 980 ausgerichtete
Compliance-Richtlinie gibt Hinweise, wie die gesetzlichen
Vertreter der Konzerngesellschaften ihrer
Compliance-Verantwortung im operativen Geschäft
gerecht werden können. Sie bietet konkrete
Hilfestellung für die Integration der
Compliance-Vorgaben. Die RWTÜV GmbH hat mit dem Code
of Conduct eindeutige Vorgaben zur Einhaltung der
rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen gegeben. Diese
Vorgaben gelten für sämtliche Konzernunternehmen
und alle Mitarbeitenden. Im Jahr 2023 wurde für alle
Mitarbeitenden des Konzerns eine erneute
Antikorruptionsschulung sowie ein IT-Sicherheitstraining
über e-Learning-Plattformen durchgeführt.
Compliance als Gesamtheit der konzernweiten
Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und
unternehmensinternen Richtlinien ist im RWTÜV Konzern
eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe.
Das Compliance-System basiert auf den drei Säulen
"Vorbeugen, Erkennen, Reagieren" und stellt die
Verantwortung des Managements in den Mittelpunkt. Es
umfasst Handlungsfelder wie Korruptionsbekämpfung,
Datenschutz, Arbeitssicherheit und Produkthaftung, die sich
im Code of Conduct widerspiegeln. Es wird somit ein
präventiver Compliance-Ansatz verfolgt und eine
Unternehmenskultur angestrebt, die potenzielle
Regelverstöße ausschließt und eine
nachhaltige Wertekultur verankert. Zur Einhaltung von
Recht, Gesetz und internen Richtlinien gibt es ein klares
Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder
Korruptionsverstöße, werden im Sinne von "null
Toleranz" nicht geduldet. Sämtlichen Hinweisen und
Beschwerden zu tatsächlichem oder potenziellem
Fehlverhalten geht der RWTÜV Konzern konsequent nach.
Allen Stakeholdern steht ein Hinweisgebersystem zur
Verfügung, das jederzeit und ortsunabhängig
genutzt werden kann. Ein externer Ombudsmann steht
zusätzlich als Ansprechpartner für Hinweise auf
Verstöße, auch anonym, zur Verfügung. Die
webbasierte Whistleblower-Hotline zur anonymen Meldung
bietet einen geschützten und verschlüsselten
Kommunikationskanal. Darüber hinaus besteht eine
konzernweite Verpflichtung zu Ad-hoc-Mitteilungen bei
Verstößen, z. B. gegen das Kartell- oder
Wettbewerbsrecht, Datenschutzvorfälle, Korruption
sowie Diebstahl oder Betrug. Die regelmäßige
Compliance-Berichterstattung umfasste alle Ebenen des
Konzerns bis hin zum Aufsichtsrat.
Der RWTÜV Konzern hat somit im Rahmen eines
kontinuierlichen Prozesses die Themen Compliance, IKS und
Risikomanagement als eine Gesamtheit von verbundenen
Systemen in die Führung und Kontrolle des Konzerns
integriert.
Die EU hat sich das verbindliche Ziel gesetzt, bis 2050
Klimaneutralität zu erreichen. Weltweit kommt es
darauf an, die Entwicklungs-, Wirtschafts-, Finanz-,
Energie- und Verkehrspolitik an den Zielen des
Klimaschutzes zu orientieren. Der Beitrag der RWTÜV
Gruppe zu diesem Ziel ist eines der Kernprojekte für
die nächsten Jahre, um der gesellschaftlichen
Verantwortung gerecht zu werden. Eine Konzernrichtlinie
verpflichtet alle Konzernunternehmen, Nachhaltigkeit
weltweit zu verankern. Die übergeordnete
Zuständigkeit liegt bei der
Konzerngeschäftsführung und auf
Gesellschaftsebene bei der jeweiligen
Geschäftsführung.
Im Zentrum aller Aktivitäten steht die
mittelfristig ausgerichtete, konzernweite Umsetzung der
Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Die
Umsetzung wird verantwortliches und nachhaltiges Handeln
bestimmen. Da die EU-Taxonomie ein rechtlich
vorgeschriebenes Klassifizierungssystem zur Identifizierung
nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten auf Grundlage von
umfassenden ökologischen, ökonomischen und
sozialen Kriterien ist, wurden auf Basis der
Geschäftstätigkeiten Wesentlichkeitsanalysen
durchgeführt. Als Bezugsgröße für die
Nachhaltigkeitsbewertung von sozialen Themen dienten
internationale Menschenrechts- und Sozialstandards.
Arbeitgeberattraktivität, Personalentwicklung, gesunde
und sichere Arbeitsplätze sowie Chancengleichheit
wurden als wichtigste Themen für einen
Dienstleistungskonzern identifiziert. Abgeleitet von den
ersten beiden EU-Taxonomie-Umweltzielen Klimaschutz und
Anpassung an den Klimawandel sind die Ermittlung,
Überwachung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen
zentrale Komponenten. Sie bilden ein transparentes
Handlungsfeld für alle Nachhaltigkeitsthemen.
Die Erstellung einer Treibhausgasbilanz ist ein
wichtiger Schritt für Unternehmen und Organisationen,
um ihre Umweltauswirkungen zu verstehen und ihre
Emissionsreduzierungsstrategien zu verbessern. Durch eine
solide Bilanzierung werden die Emissionsquellen eines
Unternehmens identifiziert und Maßnahmen zur
Reduzierung von Treibhausgasemissionen werden plan- und
umsetzbar. Darüber hinaus kann die Bilanzierung auch
zur Steigerung der Effizienz und zur Senkung von Kosten
beitragen, indem unnötiger Energieverbrauch und Abfall
vermieden werden. Um den Erfolg des Programms zur
CO2-Reduktion zu verfolgen, hat RWTÜV die
Energieverbräuche in allen Büros und durch alle
Tätigkeiten, die sich aus dem primären und
sekundären Verbrauch von Brennstoffen und Strom
ergeben, berechnet.
Die Bilanzierung der THG-Emissionen erfolgte sowohl nach
der Methodik und den Prinzipien des Greenhouse Gas (GHG)
Protocol Corporate Standard als auch nach der DIN EN ISO
14064-1:2019 (ISO 14064-1). Die bilanzierten
Emissionsquellen wurden nach den Vorgaben des GHG
Protokolls kategorisiert. Danach werden die THG von
Organisationen grundsätzlich in drei Scopes
(Emissionsleistungsumfänge) unterteilt. Aufgrund der
Vorgaben des GHG Protocols sind die direkten
Scope-1-Emissionen, indirekten Scope-2- sowie die
wesentlichen indirekten Scope-3-Emissionen zu
berücksichtigen. Als wesentlich indirekte
Scope-3-Emissionsquellen der RWTÜV-Gruppe wurden der
Papierverbrauch (Scope 3.1), die Geschäftsreisen
(Scope 3.6) sowie das Mitarbeiterpendeln (Scope 3.7)
identifiziert. Im Zeitraum vom 1.10.2022 bis zum 30.9.2023
wurde folgender konzernweiter CO2-Fuß-abdruck
ermittelt, wobei die im Geschäftsjahr 2023 erstmalig
in den Konzernabschluss vollkonsolidierten Unternehmen noch
nicht mit einbezogen werden konnten.
| Scope | Kategorien nach GHG Protocol | Details | Gesamtemission in t CO 2e | Anteil an Gesamtemission |
| 1 | Verbrennunsgemissionen in stationären Anlagen | Gas | 254,4 | 4,9% |
| Verbrennungsemissionen in mobilen Anlagen | Fuhrpark | 1.519,4 | 29,5% | |
| Gesamtemission Scope 1 in t CO2e | 1.773,8 | 34,5% | ||
| 2 | Elektrizität | Strom | 599,9 | 11,7% |
| Wärme (Nah- und Fernwärme) | Fernwärme | 230,9 | 4,5% | |
| Gesamtemission Scope 2 in t CO2e | 830,8 | 16,2% | ||
| 3 | Eingekaufte Güter und Dienstleistungen | Papier | 34,6 | 0,7% |
| Geschäftsreisen | Geschäftsreisen | 802,9 | 15,6% | |
| Pendeln der Mitarbeitenden | Mitarbeiterverkehr | 1.701,9 | 33,1% | |
| Gesamtemission Scope 3 in t CO2e | 2.539,3 | 49,4% | ||
| Gesamtemissionen aller Scopes in t CO2e | 5.143,9 | 100,0% |
Abbildung 2: C02-Werte
Die RWTÜV Gruppe will auf Basis der Daten aus der
Treibhausgasbilanz ein effektives Klimaschutzmanagement
entwickeln. Aus den ermittelten Erkenntnisse wurden
Vorgaben für vorausschauendes Handeln entwickelt:
| ― |
Emissionsprofil: Durch die Erstellung der Treibhausgasbilanz soll das Emissionsprofil verstanden werden. |
| ― |
Wettbewerbsvorteil: Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Konzernstrategie führt zu einem langfristigen Wettbewerbsvorteil. |
| ― |
Nachhaltigkeitspotenzial: Die Treibhausgasbilanz soll das Potential für nachhaltige Prozesse und Praktiken aufzeigen, und vorgeben, wie die Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können. Mit der von den RWTÜV-Software-Experten entwickelten digitalen Lösung existiert ein Instrument zur Erfassung und Kontrolle von ESG-Daten. |
Die stärksten Hebel zur Senkung des
CO2-Fußabdruckes sind:
| ― |
Senkung des Energieverbrauchs: Projekte zur Energieeffizienz an eigenen Standorten, z. B. Installation von LED-Beleuchtung (Dimmer, Bewegungssensoren), Installation von Smart Meters für mehr Transparenz, Aufbau von Gebäude-Automatisierungssystemen (z. B. Heizung, Belüftung, Klimaanlage). |
| ― |
Nutzung von Regenerativstrom. |
| ― |
Senkung der Emissionen der Fahrzeugflotte: Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte, Einführung einer neuen Dienstwagenrichtlinie, sukzessive Umstellung des Fuhrparks auf e-Mobilität, für eine möglichst CO2-arme Fahrzeugflotte. |
| ― |
Vermeidung nicht unbedingt notwendiger Dienstreisen: Weitgehende Umstellung auf Online-Meetings, soweit für eine Dienstleistungsgruppe möglich auch für Kundenkontakte. |
| ― |
Einführung alternativer Fortbewegungsmittel: Weitreichendes Angebot von Jobrädern. |
| ― |
Emissionsvermeidung: Angebote zum ortsflexiblen Arbeiten, um das für ein Drittel der Gesamtemissionen verantwortliche Pendeln der Mitarbeitenden zur Arbeitsstätte zu vermeiden. |
Der Energieeffizienz der RWTÜV Gebäude, sowohl
der eigenen Immobilien als auch der überwiegend
angemieteten Flächen, kommt eine hohe Bedeutung zu.
Ziel ist es, die Energieeffizienz der Immobilien zu
steigern und auf diese Weise den Ausstoß von
Treibhausgasen nachhaltig zu reduzieren. Auf der RWTÜV
Zentrale an der Kronprinzenstraße in Essen erzeugen
auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern 156
Photovoltaik-Module Strom aus Sonnenenergie und damit den
eigenen Strom für das Gebäude. Pro Jahr werden
über 50.000 Kilowattstunden für die Versorgung
von Eigentümern und Mietern gewonnen. Bei den von
Konzernunternehmen angemieteten Flächen ist es
mittelfristiges Ziel, den Energiebezug vollständig
über Ökostrom abzudecken. Am Standort
Saarbrücken wurde durch weitere Investitionen in die
Gebäude bereits die Energieeffizienz erhöht; eine
eigene PV-Anlage folgt, um insbesondere gestiegene
Energiekosten zu kompensieren und den CO2-Fußabdruck
weiter zu reduzieren.
Zukünftig wird es für die Unternehmen und
Organisationen der RWTÜV Gruppe von entscheidender
Bedeutung sein, ihre THG-Bilanz zu verwalten und
regelmäßig zu überwachen, um
sicherzustellen, dass sie ihre Klimaziele erreichen und
aufrechterhalten. Die kontinuierliche Verbesserung von
Emissionsreduzierungsmaßnahmen und die Integration
von klimaneutralen Geschäftspraktiken in die
Unternehmensstrategie werden dabei eine wichtige Rolle
spielen.
Um noch mehr für die Nachhaltigkeitsbilanz des
Konzerns zu tun, wird das Ziel geprüft, den
CO2-Ausstoß durch Beteiligung an lokalen Moor- und
Waldprojekten zu kompensieren.
Bei einem Dienstleistungskonzern stehen die Menschen im
Mittelpunkt aller Aktivitäten, die Mitarbeitenden des
RWTÜV Konzerns sind sein Schlüssel zu
langfristigem Erfolg. Ihr Know-how und ihre
Leistungsfähigkeit machen die Dienstleistungen erst
möglich. Entscheidend hierfür sind eine
werteorientierte und wertschätzende
Personalführung, umfassende Möglichkeiten zur
persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung,
Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die Achtung
der Menschenrechte entlang der gesamten
Wertschöpfungskette. Für den Konzern ist es
selbstverständlich, für Vielfalt, Inklusion und
Chancengerechtigkeit zu sorgen sowie eine gesunde und
kreativitätsfördernde Arbeitsumgebung zu
schaffen. Hierzu wurde bereits 2021 die Charta der Vielfalt
unterzeichnet. Gelebt wird eine Unternehmens- und
Führungskultur, die von Werten, Vertrauen und
Verantwortung geprägt ist. Ein wertschätzendes
Miteinander im Konzern leistet einen wichtigen Beitrag
dazu, als Arbeitgeber attraktiv zu sein und Mitarbeitende
langfristig zu binden, damit sie zu nachhaltigem
Unternehmenserfolg beitragen.
Beim Executive Leadership Training für das
internationale Management der RWTÜV Group bei der ESMT
Berlin wurden die Geschäftsführungen in den
Themen wie Leadership, Mitarbeitermotivation, strategischer
Planung und flachen Hierarchien geschult. Eine HR Business
Partnerin der RWTÜV GmbH kümmert sich um alle
Belange des Personalmanagements im Konzern. Dafür
hält sie Kontakte zu allen Personalverantwortlichen,
gleicht Prozesse ab und entwickelt konzernweit umsetzbare
Konzepte. So kann die RWTÜV Group gemeinsam als
Top-Arbeitgeber selbstbewusst am Markt auftreten. Die
Mitarbeitenden profitieren von attraktiven
Arbeitsbedingungen, interessanten Weiterbildungsangeboten,
konzernweiten Aufstiegschancen und Corporate Benefits.
Der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden kommen
im RWTÜV Konzern hoher Stellenwert zu.
Arbeitsunfälle sollen vermieden und
Gefährdungspotenziale ausgeschlossen werden. Eine neue
Konzernrichtlinie zum Thema Arbeitsschutz ist seit ihrer
Implementierung für alle Gesellschaften verpflichtend.
Ziel ist die Bereitstellung und Gewährleistung
sicherer und gesunder Arbeitsumgebungen, die die jeweiligen
nationalen Standards in Arbeitsschutz und -sicherheit
mindestens einhält.
Der Dialog mit den Mitarbeitenden ist zentraler
Bestandteil der Personalführung. Die jeweiligen
Vorgesetzten sind verpflichtet, jährlich strukturierte
Mitarbeitergespräche durchzuführen, die einen
stetigen und vertrauensvollen Austausch gewährleisten.
Der RWTÜV Konzern versteht sich als moderner
Arbeitgeber, für den Themen wie Work-Life-Balance,
Diversität und Weiterentwicklung essentielle Bedeutung
haben. Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte
erhöht sich auch die Vielfalt der Mitarbeitenden,
beispielsweise in Bezug auf Internationalität, Kultur,
Geschlecht und Altersgruppen. Nicht toleriert wird jegliche
Form von Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund von
Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft, Nationalität,
religiöser oder politischer Überzeugung,
sexueller Orientierung oder Behinderung. Das Ziel, eine
inklusive Organisation zu sein, ist in der
Konzernrichtlinie für Menschenrechte dokumentiert. Bei
Beschwerden und Verdachtsfällen können sich
betroffene Mitarbeitende über ein Hinweisgebersystem
melden.
Es ergeben sich für den Berichtszeitraum 01.10.2022
bis 30.09.2023 folgende Kennzahlen:
| Kennzahlen "Social" | |||||
| Thema | Einheit | Vorjahreszeitraum | Berichtszeitraum | ||
| Mitarbeitende | Inland | weiblich | Anzahl | 244 | 257 |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 9 | 9 | |
| Mitarbeitende | männlich | Anzahl | 492 | 522 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 57 | 57 | |
| Mitarbeitende | divers | Anzahl | 0 | 0 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 0 | 0 | |
| Mitarbeitende | Summe | Anzahl | 736 | 779 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 66 | 66 | |
| Mitarbeitende | Ausland | weiblich | Anzahl | 654 | 664 |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 69 | 48 | |
| Mitarbeitende | männlich | Anzahl | 694 | 694 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 107 | 83 | |
| Mitarbeitende | divers | Anzahl | 4 | 0 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 1 | 0 | |
| Mitarbeitende | Summe | Anzahl | 1.352 | 1.358 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 177 | 131 | |
| Mitarbeitende | Gesamt | weiblich | Anzahl | 898 | 921 |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 78 | 57 | |
| Mitarbeitende | männlich | Anzahl | 1.186 | 1.216 | |
| Mitarbeitende | davon in Führungspositionen | Anzahl | 164 | 140 | |
| Mitarbeitende | divers | Anzahl | 4 | 0 | |
| Mitarbeitende | Neueinstellungen im GJ | davon in Führungspositionen | Anzahl | 1 | 0 |
| Mitarbeitende | weiblich | Anzahl | 165 | 183 | |
| Mitarbeitende | männlich | Anzahl | 192 | 206 | |
| Mitarbeitende | divers | Anzahl | 0 | 1 | |
| Mitarbeitende | Fluktuation im GJ | weiblich | Anzahl | 117 | 120 |
| Mitarbeitende | männlich | Anzahl | 117 | 138 | |
| Mitarbeitende | divers | Anzahl | 0 | 5 | |
| Mitarbeitende | Arbeitsunfälle im GJ | Anzahl | 25 | 26 | |
| Mitarbeitende | Fortbildungskosten im GJ | T€ | 598 | 880 | |
| Mitarbeitende | Mitarbeitende nach Beschäftigungsart | Beschäftigungsart ( Vollzeit) | Anzahl | 1.609 | 1.658 |
| Mitarbeitende | Beschäftigungsart ( Teilzeit) | Anzahl | 479 | 479 | |
| Mitarbeitende | Mitarbeitende nach Altersgruppen | unter 30 Jahre | Anzahl | 351 | 363 |
| Mitarbeitende | 31-50 Jahre | Anzahl | 1.041 | 1.071 | |
| Mitarbeitende | über 50 Jahre | Anzahl | 696 | 703 | |
| Mitarbeitende | Sonstiges | Kinderarbeit | Anzahl | 0 | 0 |
| Mitarbeitende | Schwerbehinderte | Anzahl | 27 | 27 | |
Abbildung 3: Kennzahlen "Social"
Bei der Berichterstattung zur Beschäftigung wird
den Leitlinien der GRI folgend zwischen unterschiedlichen
Altersgruppen (unter 30 Jahre, 31 bis 50 Jahre, über
50 Jahre) unterschieden. Darüber hinaus werden
folgende Angestelltenkategorien differenziert: Weiblich,
männlich, divers und Führungsposition. Insgesamt
waren zum 30.9.2023 unverändert 43 % der
Mitarbeitenden weiblich, ihr Anteil an
Führungspositionen ist von rd. 32 % auf 29 % gesunken.
Angestrebt ist eine Parität unter Beachtung von
Qualitätsgesichtspunkten und Verfügbarkeiten des
Arbeitsmarktes.
Die Fortbildung der Mitarbeitenden ist ein weiterer
wichtiger Faktor, denn ihre Fachexpertise ist für eine
Dienstleistungsgruppe entscheidend. Als solche investiert
die RWTÜV Gruppe in Qualifikation und Fortbildung, um
den Kunden hohe Beratungsqualität bieten zu
können. Nach Ende der Einschränkungen durch die
Corona-Pandemie wurden wieder mehr
Fortbildungsmöglichkeiten angeboten. Durchschnittlich
wurden rund 412 € je Mitarbeitendem in Fortbildung
investiert - eine Steigerung gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 37 %. Um als attraktiver Arbeitgeber
die Mitarbeitenden in die Position zu versetzen, Familie
und Beruf in Einklang bringen zu können, wird
Teilzeitarbeit angeboten. Dies wird von 22 % der
Mitarbeitenden genutzt.
In einem Dienstleistungskonzern sind die Mitarbeitenden
vergleichsweise selten der Gefahr von Arbeitsunfällen
ausgesetzt. Im Berichtsjahr wurden 26 Arbeitsunfälle
gemeldet, es gab keine arbeitsbedingten Todesfälle.
Die Bindung der Mitarbeitenden ist für einen
Dienstleistungskonzern ein wesentliches Anliegen. Trotz des
Fachkräftemangels wurden im Berichtsjahr 390
Mitarbeitende hinzugewonnen und damit die Fluktuation von
263 Mitarbeitenden überkompensiert.
Selbstverständlich existiert im RWTÜV Konzern ein
weltweites Verbot von Kinderarbeit im Sinne der
UNICEF-Definition.
Abbildung 4: Werte
Die Schaffung von Werten durch die Nachhaltigkeitsziele
lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Abbildung 5: Werte durch Nachhaltigkeit
Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Klimaschutz deuten aktuelle Konjunkturindikatoren auf
eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung hin. Die
Bundesregierung befürchtet eine lang anhaltende
Wirtschaftsschwäche in Deutschland. Wegen des
demografischen Wandels, vernachlässigter
Standortfaktoren sowie geopolitischer Risiken bestünde
das Risiko einer "Phase mit geringem Potenzialwachstum"
heißt es im neuen Jahreswirtschaftsbericht.
Im jährlichen Planungsprozess bewerten alle
Konzernunternehmen die aktuellen Chancen und Risiken ihrer
Geschäfte. Die standardisierten
Berichterstattungs-Prozesse stellen sicher, dass zeitnah
und strukturiert über die aktuelle Risikosituation des
Konzerns informiert wird. Als Risiko gilt eine negative
Zielabweichung aufgrund künftiger Entwicklungen. In
Verbindung mit den Planungen und monatlichen
Berichterstattungen ist das Risikomanagement ein wichtiger
Bestandteil der Unternehmensführung. Die Verantwortung
für die Risikoerfassung und -steuerung liegt bei den
Verantwortlichen in den operativen Bereichen.
Der Konzern berücksichtigt die Auswirkungen der
Krisen kontinuierlich in seinen Hochrechnungen und Budgets.
Die Risiken in den einzelnen Gesellschaften werden
identifiziert und nach Schadenshöhe und
Eintrittswahrscheinlichkeit vor und nach
Gegenmaßnahmen (brutto und netto) gemeldet. Diese
erfassten Risiken werden zentral aufbereitet und den
Aufsichtsgremien präsentiert. Im Geschäftsjahr
2023 waren trotz anhaltender Krisen keine zusätzlichen
Risiken zu verzeichnen, die einzeln oder in ihrer
Gesamtheit den Fortbestand des RWTÜV Konzerns
gefährdet oder die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigt
haben. Die Voraussetzungen für die nächsten Jahre
sind damit gut. Es liegen keine wesentlichen
Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken
sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen oder der
Verwendung von Finanzinstrumenten für den Konzern vor.
Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns sind so
angelegt, dass aus heutiger Sicht keine wesentlichen
Risiken für die künftige Entwicklung bestehen.
Die mit Geschäftsaktivitäten verbundenen Risiken
werden kontinuierlich überwacht; bei Bedarf wird
bilanzielle Vorsorge getroffen. Risiken werden nach
Konzernvorgaben auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten
einheitlich bewertet und in definierte Risikobereiche
eingeordnet. Mit dieser regelmäßigen Erhebung
wird sichergestellt, dass das Risikomanagement permanent
Bestandteil der Unternehmensführungen ist.
Maßnahmen zur Gegensteuerung bei Risiken werden
damit frühzeitig eingeleitet, dokumentiert und
überwacht. Zur ihrer Begrenzung und Vermeidung werden
außerdem die Markt- und Auftragsentwicklung der
jeweiligen Konzerngesellschaften laufend beobachtet, um auf
Umsatzrückgänge kurzfristig mit
Vertriebsinitiativen und Marketing- sowie
Kostenmanagementmaßnahmen reagieren zu können.
Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit
hält der RWTÜV Konzern auf Basis einer
Liquiditätsplanung entsprechende Mittel vor. Aktives
Portfoliomanagement wird weiterhin ein wesentlicher
Bestandteil der Konzernentwicklung sein. Durch seine
Finanzposition ist der RWTÜV in der Lage,
Transaktionen risikolos durchzuführen und die
erworbenen Unternehmen in ihrer Weiterentwicklung aktiv zu
unterstützen. Chancenmanagement umfasst den
systematischen Umgang mit Chancen und Potenzialen im
Konzern. Monatlich werden in der Konzern-Berichterstattung
die aktuellen Ergebnis- und Liquiditätssituationen der
Tochtergesellschaften erfasst, um Chancen und Risiken
einschätzen zu können. Ziel ist es, dass alle
Gesellschaften einen dauerhaften Wert- und
Liquiditätsbeitrag für den Konzern erwirtschaften
und damit den Konzern langfristig absichern.
Planerisch wurde für das Geschäftsjahr 2024
zwar von einem gegenüber 2023 leichten Umsatzanstieg
ausgegangen, das Ergebnis vor Steuern wird sich jedoch
erheblich reduzieren, da ein stark reduziertes at-equity
Ergebnis, inflationäre Einflüsse und Zinseffekte
sowie negative konjunkturelle Einflüsse
berücksichtigt wurden. Alle Geschäftsbereiche
sind vom Fachkräftemangel erheblich betroffen. Dies
bedeutet perspektivisch steigende Aufwendungen für die
Personalbeschaffung und -bindung sowie wachsende
Personalkosten im Hinblick auf die Inflationsentwicklung.
Darüber hinaus ergeben sich derzeit nicht
abschätzbare Risiken aus der weiteren Entwicklung der
Energiekosten, aus möglichen geopolitischen
Eskalationen sowie insgesamt daraus resultierende Risiken
für das Wirtschaftswachstum.
Für die Geschäftsbereiche werden folgende
Risiken und Chancen sowie Entwicklungen der
Geschäftstätigkeit für das Jahr 2024
berichtet, wobei die aktuellen Entwicklungen der
Kriegssituationen und deren Auswirkungen
berücksichtigt wurden. Die Chancen- und
Risiko-Situation hat sich im Vergleich zur vorherigen
Berichtsperiode lediglich von untergeordneter Bedeutung
verändert. Unvorhersehbare Auswirkungen der
geopolitischen Krisen auf die Dienstleistungen des
RWTÜV Konzerns können zum derzeitigen Zeitpunkt
nicht kalkuliert werden.
In einem wettbewerbsintensiven Versicherungsmarkt steht
die Van Ameyde-Gruppe im Geschäftsbereich
Versicherungsservices weiterhin auf einer stabilen Position
in Europa. Dem Risiko aus Wettbewerbs- und Preisdruck
begegnet die Van Ameyde-Gruppe durch permanente Anpassungen
in der Organisationsstruktur, laufende Verbesserungen der
IT-Systeme, durch Intensivierung der Kundenbindung, die
Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes und durch
die Erschließung neuer Märkte. Chancen ergeben
sich durch vorgesehene Akquisitionen im Jahr 2024,
potenzielle Neugeschäfte sowie durch neue
IT-Verträge. Risiken sind Kostensteigerungen aufgrund
der Inflation, steigende Personalkosten aufgrund des
Fachkräftemangels und des Kampfes um Nachwuchstalente,
Wertminderungen aufgrund von Impairmentrisiken sowie
auslaufende Kundenverträge. Für den
Geschäftsbereich wird für das Geschäftsjahr
2024 ein Umsatzniveau leicht über dem Vorjahresniveau
angestrebt. Aufgrund von gestiegenen Kosten reduziert sich
das Ergebnis vor Steuern aber leicht.
Einen Meilenstein in der Geschichte des
Geschäftsbereiches Telekommunikation stellt die im
Sommer 2023 rückwirkend zum Jahreswechsel
abgeschlossene Fusion der beiden Kerngesellschaften CTC
advanced GmbH, Saarbrücken, und cetecom advanced GmbH,
Essen, zur neuen cetecom advanced GmbH mit Sitz in
Saarbrücken dar. Die Kompetenzen und Stärken der
beiden Gesellschaften wurden gebündelt und ein
internationaler Champion im Bereich der "wireless
technology" entstand. Mit über 400 Beschäftigten
weltweit wird den Kunden ein erweitertes
Dienstleistungsangebot offeriert. Die Fusion
ermöglicht zudem IT-Synergien im Jahre 2024, die eine
verbesserte Projektabwicklung sowie schnellere
Testabläufe gewährleisten. Das Prüfen und
Zertifizieren von funkbasierten Produkten wird auch in
Zukunft ein wesentlicher Schwerpunkt der
Geschäftsentwicklung des Unternehmens bleiben. Der
Trend der fortschreitenden Implementierung von
Funktechnologien in den für die cetecom advanced
wichtigen Schlüsselbranchen (Telekommunikation,
Automobil, Medizin, Banken und Automatisierung) hat sich
als nachhaltig bestätigt. Die inzwischen in der
Entwicklung und teilweise schon am Markt befindliche
nächste Generation von Kommunikationssystemen und die
damit einhergehende zunehmende Vernetzung von Menschen,
Prozessen und Maschinen (Internet der Dinge, Smart Home,
Industrie 4.0, assistiertes Fahren) wird mit entsprechenden
Funksystemen weiter ausgebaut. Der Bedarf der technischen
Absicherung dieser Produkte mit Hilfe der Dienstleistungen
der cetecom advanced ist weiterhin hoch. Der
Zertifizierungsbedarf schließt sowohl die regulierten
Dienstleistungen für Europa, USA, Kanada und Japan als
auch das nicht regulierte International Type Approval mit
ein. Die cetecom advanced rechnet in allen wesentlichen
Geschäftsfeldern mit einer stabilen, meist positiven
Weiterentwicklung der Dienstleistungsnachfrage und damit
einer positiven Entwicklung des Geschäftsverlaufes
gegenüber 2023 für 2024. Offen bleibt hierbei
aber weiter das Risiko, das mit den geopolitischen
Konflikten, den hohen Energiekosten, den Sanktionen gegen
Russland und den damit verbundenen Einflüssen auf die
Märkte einhergehen könnte. Ebenso hat die
derzeitige Inflationslage Einfluss auf die bezogenen
Leistungen, Betriebs- und Personalkosten. In der Mehrzahl
der Teilmärkte erwartet die Geschäftsführung
jedoch Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Für den
Geschäftsbereich wird in 2024 mit einem deutlichem
Umsatz- und Ergebnisanstieg über dem Niveau des Jahres
2023 gerechnet.
Der Einfluss der Bundesregierung auf die Ausgestaltung
des Energiemarktes bleibt weiterhin zentraler Treiber
für sämtliche Geschäftsmodelle in der
Energiewirtschaft. Die Geschäftsfelder der CONSULECTRA
werden geprägt und sind davon abhängig, welche
Entwicklungen und politischen Ziele vorgegeben werden. Der
Umbau der Energiewirtschaft und der Ausbau der Stromnetze
wird daher auch in den nächsten Jahren einen
maßgeblichen Einfluss auf die aktuellen und
zukünftigen Leistungen der CONSULECTRA mit sich
bringen. Auf Basis fortschreitender Digitalisierung und
Automatisierung der Strom-Verteilnetze in Richtung einer
intelligenten Netzführung werden auch in 2024 neue
Beratungsansätze durch CONSULECTRA entwickelt und
angeboten. Die in 2023 begonnene Strategieentwicklung 2024
- 2026 bietet hier die geeigneten Voraussetzungen, sich den
wachsenden komplexen Aufgabenstellungen der
Energiewirtschaft zu stellen. Als Risiko ist die relativ
hohe Inflation mit Auswirkungen auf die Kundenpreise zu
nennen.
Im Rahmen der Neuausrichtung der ENOPLAN wurde
entschieden, den reinen Neukundenvertrieb zunächst
einzustellen und neue Dienstleistungen zu entwickeln. Diese
Entscheidung wurde getroffen, da die ENOPLAN-Gruppe bereits
5.000 Kunden betreut und die neu aufgebauten
Dienstleistungen wie CO2-Management, Elektromobilität
und technische Energiekonzepte über die Kundenbetreuer
an die bestehenden Kunden vermittelt werden können.
Durch die Neuausrichtung auf die Kundenbedürfnisse und
die klare Orientierung hin zu permanenter und
marktausgerichteter Produkt- und Innovationsentwicklung,
hat ENOPLAN die Chance, sich in einem sehr komplexen
Marktumfeld mit permanent wechselnden Rahmenbedingungen
langfristig zu etablieren. Der Transformationsprozess
forciert neben der Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse
auch Effizienzsteigerungen und Digitalisierung.
Aufgrund großer technischer Expertise im
Messstellenbetrieb sowie in der Untermesstechnik sind
komplexe Messeinrichtungen Kernkompetenz der ENOMETRIK.
Diese unterliegen nicht so sehr der Preissensitivität
wie der standardisierte Messstellenbetrieb bei vielen
Abnahmestellen. Die Beschäftigung eigener
Installateure bei ENOMETRIK ist ein Differenzierungsmerkmal
gegenüber anderen Messstellenbetreibern, die diesen
Bereich outsourcen und nicht dieselbe hohe Qualität
anbieten können. Gestiegene Energiepreise führen
zu hoher Nachfrage im Verbrauchsmonitoring und bei
Beratungen bezüglich Verbrauchsreduzierung.
Unternehmen, die eine eigene Messtechnik aufbauen, werden
von der Bundesregierung gefördert - dies eröffnet
das Feld für sehr lukrative Untermesstechnikangebote
für große Immobilien für die ENOMETRIK.
Somit ist hier die Entwicklung weiterhin positiv
einzuschätzen.
Da sich nach der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg
immer mehr Energielieferanten zurückziehen, ist es
zentrale Aufgabe für Optismall, für diese
Unternehmen einen Versorger für die Energiebelieferung
zu finden. Mit ihrem guten Marktüberblick ist es dem
Unternehmen möglich, fast immer eine Versorgung
anzubieten. Die Relevanz der Dienstleistung ist stark
gestiegen, weil die Kunden selbst oft keine
Energieversorgungsangebote mehr bekommen. Somit hat diese
Dienstleistung auch für die Folgejahre eine sehr
positive Perspektive. Zusätzlich werden im Bereich der
Energieeffizienz, dem Bereich Nachhaltigkeit und dem
Bereich Elektromobilitätskonzepte Produkte angeboten,
die die Attraktivität und die
Wettbewerbsfähigkeit des Dienstleistungsportfolios
erhöhen. Auch für Enersave ergeben sich analoge
Chancen.
Das Baugewerbe spürt die Universalkrise aus
Inflation, hohen Zinsen, teurer Energie und Lieferproblemen
mit voller Wucht. Die Aussichten bergen große
Risiken. Aufgrund ihrer Kundenstruktur sind die
TGA-Gesellschaften tendenziell weniger betroffen. Die
Unternehmen der RWTÜV Gruppe hoffen auf
verstärkte Bautätigkeiten der öffentlichen
Hand, da sowohl der Wohnungsbau als auch die Infrastruktur
Nachholbedarf haben.
Insgesamt wird für den Geschäftsbereich
Energie &Umwelt in 2024 mit einem leicht ansteigenden
Umsatz- und Ergebnisniveau gerechnet.
Um den Konzern konsequent auf profitablem Wachstumskurs
zu halten, erfolgt ein kontinuierliches
Geschäftsbereichs-Controlling sowie eine strategische
Weiterentwicklung. Dies stärkt die finanzielle Basis
weiter und verschafft die nötige Flexibilität, um
die Geschäftsaktivitäten gezielt auf die
Märkte der Zukunft auszurichten.
Die konzernweit verwendeten Leistungsindikatoren
für Profitabilität, Wertbeitrag und
Liquidität bilden die Grundlage für die
operativen Managemententscheidungen. Die wichtigsten
finanziellen Leistungsindikatoren - also die
Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind
der Umsatz, das Ergebnis vor Steuern sowie die
Eigenkapitalquote des Konzerns. Die aus unserer Sicht
bedeutsamsten nicht-finanziellen Leistungsindikatoren
stellen Mitarbeiterentwicklung und Nachhaltigkeit dar.
Die konsequente Weiterentwicklung der Gesellschaften auf
die Märkte der Zukunft sichert die Wachstums- und
Wertsteigerungsperspektiven des RWTÜV Konzerns. Im
Rahmen von Mehrjahresplanungen leitet die
Konzerngeschäftsführung in allen
Geschäftsbereichen aus den relevanten Markttrends
Chancen ab. Dieser konzernweit strukturierte Prozess ist
die Basis für die Weiterentwicklung des Konzerns.
Chancen ergeben sich aufgrund eines diversifizierten
ertragsstarken Dienstleistungsportfolios, da die
Kapitalintensität dort nur eine untergeordnete
Bedeutung besitzt.
Eine Säule der Weiterentwicklung ist die starke
Performance-Orientierung: Ziel ist es, die operative
Leistungsfähigkeit der Konzernunternehmen
kontinuierlich zu verbessern. Dabei legt RWTÜV bei den
Performance-Kriterien zur Beurteilung der Geschäfte
neben ergebnisorientierten Kennzahlen einen starken Fokus
auf die Liquidität. Diese bildet die Basis für
zukünftige Investitionsmöglichkeiten und ist
damit Grundvoraussetzung dafür, den RWTÜV Konzern
als einen diversifizierten Konzern zu positionieren und
dauerhaft profitabel zu gestalten. Für alle
Gesellschaften besteht der Anspruch, stabile
Marktpositionen zu besetzen und nachhaltige Erträge zu
erwirtschaften. Neben der Liquidität und dem EBT sind
entsprechende Umsatz- und Kapitalrenditen Grundlage
für Management-Prozesse und Entscheidungsfindung auf
strategischer und operativer Ebene. Im Zuge der
jährlichen Mittelfristplanungen werden hierbei von der
Konzerngeschäftsführung mittelfristige Ziele
definiert.
Die stabile Finanzsituation ist Voraussetzung
dafür, dass in den nächsten Jahren wieder in den
Ausbau strategisch attraktiver Wachstumsgeschäfte
investiert werden kann. Insofern besteht das Ziel weiterhin
darin, einen dauerhaft positiven Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit zu erwirtschaften. Die
schnelle Integration akquirierter Unternehmen in den
Konzerngeschäftsprozess ist dabei ein wichtiger
Bestandteil.
Aufgrund der Liquiditätslage und der
Eigenkapitalausstattung zum Zeitpunkt der Aufstellung des
Konzernabschlusses steht für 2024 sowohl die
Finanzierung als auch die Liquidität des RWTÜV
Konzerns auf einer absolut gesicherten Basis. Die
Geschäftsführung hat daher die realistische
Erwartung, dass der Konzern über adäquate
finanzielle Mittel und genügend Spielraum
verfügt, um weiteres anorganisches Wachstum zu
realisieren.
Trotz des nach wie vor herausfordernden konjunkturellen
Umfeldes, geht der RWTÜV Konzern für 2024 von
einem leichten Umsatzanstieg gegenüber 2023 aus. Das
Ergebnis vor Steuern wird sich jedoch erheblich reduzieren,
da ein stark reduziertes at-equity Ergebnis,
inflationäre Einflüsse und Zinseffekte sowie
negative konjunkturelle Einflüsse berücksichtigt
wurden. Die Eigenkapitalquote wird sich voraussichtlich
leicht erhöhen, während sich die Umsatzrendite
deutlich reduzieren wird. Die Chancen und Risiken sowie die
zukünftige Entwicklung der wesentlichen finanziellen
Leistungsindikatoren der RWTÜV GmbH entsprechen im
Wesentlichen den Chancen und Risiken des RWTÜV
Konzerns und seiner zukünftigen Entwicklung. Die
erwarteten Ausschüttungen bewegen sich auf dem Niveau
des Jahres 2023. Die tatsächlichen Ergebnisse
können nicht zuletzt aufgrund unvorhersehbarer
externer Faktoren, insbesondere gesamtwirtschaftlicher
Entwicklungen, von den Erwartungen abweichen, denn die
Entwicklung der Wirtschaft ist zum Aufstellungszeitpunkt
ungewiss. Als agiler Konzern arbeitet RWTÜV
beständig an notwendigen Anpassungsschritten.
Im RWTÜV Konzern waren im Jahresdurchschnitt
insgesamt 2.013 Mitarbeitende beschäftigt. Davon waren
720 Mitarbeitende im Inland und 1.293 Mitarbeitende im
Ausland tätig. Im Bereich Human Resources werden auch
2024 Schwerpunkte gesetzt, um weiteres Wachstum zu
gewährleisten.
Die Geschäftsführung der RWTÜV GmbH dankt
allen Mitarbeitenden wie auch den
Geschäftsführern der Konzernbeteiligungen im In-
und Ausland für die gute Entwicklung, das Engagement
sowie die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.
Essen, 3. April 2024
RWTÜV GmbH
| Thomas Biedermann |
| (Vorsitzender der Geschäftsführung) |
| Fabian Fechner |
| (Mitglied der Geschäftsführung) |
An die RWTÜV GmbH, Essen
Wir haben den Jahresabschluss der RWTÜV GmbH, Essen
- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem
Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten
Lagebericht (Bericht über die Lage der Gesellschaft
und des Konzerns) der RWTÜV GmbH für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 geprüft. Die unter "SONSTIGE INFORMATIONEN"
genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts
haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen
Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte und zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten weiteren Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung
mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES
ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS" unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir
sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu
dienen.
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind
für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― |
die in dem zusammengefassten Lagebericht in den Abschnitten "Corporate Governance", "Internes Kontrollsystem", "Risikomanagementsystem", "Compliance" und "Nachhaltigkeit" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die
sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir
weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form
von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die
Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und
dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― |
wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― |
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten
Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind
wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten.
Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesent lichen Belangen entspricht,
und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit
den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des
zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein
zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen,
und um ausreichende geeignete Nachweise für die
Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu
können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
zusammengefassten Lageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in
allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie
mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in
Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften
entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― |
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― |
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― |
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― |
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Essen, 3. April 2024
BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Eckmann | Reichenberger |
| Wirtschaftsprüferin | Wirtschaftsprüfer |
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