Großhandel mit Werkzeugmaschinen
MAHLE Powertrain GmbH
Schaflandstraße 10/1, 70736 Fellbach, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sandra Duemer seit 6.3.2026 | Prokura |
Angelika Christine Wetzstein seit 15.1.2025 | Prokura |
Marco Dr. Warth seit 1.7.2024 | Geschäftsführer |
Jan-Frederek Thiele seit 13.4.2023 | Geschäftsführer |
Markus Kapaun seit 7.1.2020 | Prokura |
Georg Wende seit 7.5.2014 | Prokura |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (2)
| Name | Anteil |
|---|---|
MAHLE STIFTUNG Gesellschaft mit beschränkter Haftung | 99.91% |
MABEG – Verein zur Förderung und Beratung der Mahle-Gruppe e.V. | 0.09% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MAHLE GmbHStuttgartKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KonzernlageberichtInhalt Grundlagen des MAHLE Konzerns Geschäftstätigkeit und Unternehmensstruktur Geschäftsfelder Konzernstrategie Wirtschaftsbericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Geschäftsverlauf Vermögens, Finanz und Ertragslage Zusätzliche Leistungsindikatoren Beschäftigte Technologie und Innovation Einkauf Produktion Qualitätsmanagement Arbeitssicherheit, Umwelt und Klimaschutz Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Grundlagen des MAHLE Konzerns
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND UNTERNEHMENSSTRUKTUR MAHLE ist ein global führender Entwicklungspartner und Zulieferer der Automobilindustrie. Als technologischer Wegbereiter der Mobilität von morgen ist es unser Ziel, Mobilität effizienter, umweltschonender und komfortabler zu gestalten. Wir wollen die Mobilitätswende sowohl im Bereich Elektrifizierung und Thermomanagement als auch bei Komponenten für energieeffiziente Verbrennungsmotoren aktiv begleiten. Dazu gehört der Einsatz von Wasserstoff und anderer nicht-fossiler Kraftstoffe. Damit deckt unser Produktportfolio alle relevanten technischen Aspekte entlang des Antriebsstrangs und der Klimatechnik sowie deren Kombination ab. MAHLE Produkte sind in Millionen von Pkws und Nutzfahrzeugen verbaut. Aber auch abseits der Straßen kommen unsere Komponenten und Systeme seit Jahrzehnten zum Einsatz: in stationären Anwendungen, mobilen Arbeitsmaschinen, Schiffen und auf der Schiene. Der MAHLE Konzern ist in fünf Geschäftsbereiche unterteilt: Motorsysteme und -komponenten, Filtration und Motorperipherie, Thermomanagement, Elektronik und Mechatronik sowie Aftermarket. Hinzu kommen vier Profit Center, die spezielle Markt- und Kundensegmente bedienen, sowie zentrale Servicebereiche. Die Chancen der Globalisierung haben wir bereits frühzeitig genutzt und unser Produktportfolio durch strategische Gründungen sowie Übernahmen ergänzt. Wir sind mit 152 Produktionsstandorten sowie zwölf großen Forschungs- und Entwicklungszentren auf fünf Kontinenten vertreten. Ende 2022 waren insgesamt rund 72.000 Beschäftigte für unser Unternehmen tätig. 99,9 Prozent der Unternehmensanteile liegen in der Hand der gemeinnützigen MAHLE-STIFTUNG. 0,1 Prozent hält der Verein zur Förderung und Beratung der MAHLE Gruppe e. V. (MABEG), der gleichzeitig Inhaber der gesamten Stimmrechte ist und somit die Gesellschafterrechte ausübt. Mit dieser Struktur sichern wir unsere unternehmerische Unabhängigkeit und schaffen so die Basis für eine langfristige Planung und weitsichtige Investitionsentscheidungen.
Unsere zentralen Steuerungskennzahlen im Konzern sind der Umsatz und das EBIT sowie das Betriebsergebnis. Das Betriebsergebnis ist eine dem EBIT ähnliche Kennzahl, welche wir intern zur operativen Steuerung unserer Einheiten nutzen. Die Hauptunterschiede zwischen Betriebsergebnis und EBIT liegen in den Abschreibungen auf Goodwill und auf stille Reserven, die bei Kaufpreisallokationen aufgedeckt werden, sowie in der Behandlung von Erträgen aus der Veräußerung von Unternehmensteilen. GESCHÄFTSFELDER Geschäftsbereich Motorsysteme und-komponenten Der Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten ist ein tragender Unternehmenspfeiler und steht für eine unserer Kernkompetenzen: Wir verfügen über jahrzehntelanges Entwicklungs- und System-Know-how und zählen volumenseitig in den meisten Produktgruppen zu den Weltmarktführern. Unsere Produktpalette, die wir an verschiedenen Standorten weltweit fertigen, umfasst unter anderem Stahl- und Aluminiumkolben, Kolbenringe, Zylinderlaufbuchsen, Gleitlager und Ventiltriebsysteme. Diese Produkte kommen weltweit in Pkws, Nutzfahrzeugen, Großmotoren und Zweirädern zum Einsatz. Unser bestehendes Portfolio entwickeln wir kontinuierlich weiter und konzentrieren uns dabei insbesondere auf die Reduzierung des Energieverbrauchs, des CO 2 -Ausstoßes, anderer Emissionen von Verbrennungsmotoren sowie den Einsatz nachhaltiger und erneuerbarer Kraftstoffe. Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie In diesem Geschäftsbereich zählen wir weltweit in vielen Produktgruppen zu den volumenseitig größten Anbietern. Hier fertigen wir Filtersysteme und Komponenten der Motorperipherie. Mit unseren Produkten verbessern wir die Luftreinheit und zugleich verhindern wir, dass Verunreinigungen in Öl und Kraftstoff dem Antriebsstrang oder der Umwelt schaden. Dies erhöht wiederum dessen Effizienz und Lebensdauer. In den vergangenen Jahren haben wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden für alle wichtigen Produktgruppen modulare Systeme entwickelt - schließlich kann die Produktumgebung auch bei identischem Basismotor sehr unterschiedlich sein. Durch die Entwicklung spezieller hochfester Kunststoffe, die teilweise aus recyceltem Material bestehen, konnten Metalle substituiert und damit weitere Gewichtseinsparungen erzielt werden. Wir entwickeln beispielsweise Ölfiltermodule aus Vollkunststoff mit voll integrierter Ölpumpe und -kühlung, die im Antrieb für Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Geschäftsbereich Thermomanagement Unsere Lösungen aus dem Bereich Thermomanagement für Batterien, Brennstoffzellen, Leistungselektronik und elektrische Antriebe ermöglichen größere Reichweiten, höhere Effizienzen und eine längere Lebensdauer. Damit tragen wir unter anderem zur Entwicklung von emissionsfreien Antrieben bei. Das Thermomanagement wird aber auch für die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors zunehmend wichtiger: Unsere immer leistungsstärkeren und effizienteren Kühlsysteme tragen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und damit der Reduktion von CO 2 -Emissionen bei. Unsere Innovationen bei Klimageräten schaffen die Voraussetzungen für neuartige Gestaltungskonzepte im Innenraum und ermöglichen hohen Klimakomfort für die Insassen. In Verbindung mit leistungsfähigen mechanischen und elektrischen Kompressoren sowie elektrischen Zuheizern bringt dies im Gesamtsystem der Fahrzeugklimatisierung entscheidende Verbrauchs- beziehungsweise Reichweitenvorteile. Im Thermomanagement gehören wir weltweit zu den umsatzstärksten Anbietern auf dem Markt. Geschäftsbereich Elektronik und Mechatronik Der Geschäftsbereich Elektronik und Mechatronik ist ein Wachstumsmotor im MAHLE Konzern, insbesondere basierend auf Lösungen für die E-Mobilität. Unsere Entwicklungs- und Fertigungskompetenz für Elektromotoren sowie für Elektronik- und Mechatroniksysteme bilden das Fundament dieses Geschäftsbereichs. Dabei sind Produkte für die Automobilindustrie hier ebenso angesiedelt wie weitere Lösungen für mobile Anwendungen. Unser Portfolio umfasst elektrische Antriebe, Aktuatoren, Nebenaggregate sowie Steuerungs- und Leistungselektronik. Für Produkte, die noch für Verbrennungsmotoren benötigt werden, wie Anlasser und Lichtmaschinen für Land- und Baumaschinen oder mechanische Klimakompressoren, sind wir ein verlässlicher Partner. Wir begleiten unsere Kunden aber auch in ihrer Transformation in Richtung E-Mobilität. Unser Fokus liegt auf Lösungen für die E-Mobilität, beispielsweise elektrische Traktionsantriebe, OnBoard-Ladesysteme oder elektrische Pumpen, bei denen wir mit innovativen Lösungen die zukünftige Mobilität mitgestalten. Neben den Aktivitäten im Automotive-Bereich liefern wir beispielsweise auch E-Antriebe für Gabelstapler, Golf Carts oder elektrische Scooter sowie kompakte Leichtgewichtsantriebe für eine Vielzahl von E-Bike-Herstellern. Geschäftsbereich Aftermarket Unser Geschäftsbereich Aftermarket beliefert Partner in Handel, Werkstätten und Motoreninstandsetzung sowie elektronische Handelsplattformen weltweit mit Produkten in Erstausrüstungsqualität sowie mit Servicegeräten und Dienstleistungen. Dabei wird das Know-how aus der Serienfertigung der Erstausrüstung für das Produktprogramm im automobilen Aftermarket genutzt. Der Aftermarket bietet Ersatzteile für das gesamte Produktsortiment von MAHLE an. Dazu zählen Motorkomponenten, Filtration und Thermomanagement sowie Elektronik, Mechatronik und weitere Komponenten in der Motorperipherie. MAHLE Service Solutions bietet eine Vielzahl von Lösungen für die Werkstattausrüstung wie Fahrzeugdiagnose, Batteriediagnose und -pflege, Abgastester sowie Servicegeräte für die Wartung von Klimaanlagen und Automatikgetrieben. Ebenso gehören umfassende Dienstleistungen zum Aftermarket-Portfolio, beispielsweise technischer Support über unser weltweites Netzwerk, individuelle Schulungsangebote und Serviceinformationen. Angesichts der Vielfalt heutiger Fahrzeugtechnologien sind unsere innovativen Lösungen ein wichtiger Erfolgsbaustein für unsere Geschäftspartner. Unser Ziel ist es, unsere Kompetenzen, Services und Produktbereiche noch weiter auszubauen und MAHLE als Full-Service-Anbieter zu positionieren. Mit einem bedarfsorientierten Produktmanagement, schnellen und zuverlässigen Logistikprozessen sowie einer marktgerechten Preisgestaltung können wir unseren Kunden zudem individuelle Reparaturlösungen bieten und machen Werkstätten so noch effizienter. Profit Center und Services Vier Geschäftseinheiten, die spezielle Markt- und Kundensegmente bedienen, sind als Profit Center organisiert: Motorsport und Sonderanwendungen, Groß- und Kleinmotoren-Komponenten, Industrie-Thermomanagement sowie Bediengeräte. Dank dieser Struktur bieten wir unseren Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität sowie maßgeschneiderte Anwendungen und Komponenten. So unterstützen wir sie gezielt bei der Entwicklung spezifischer neuer Produkte. Neben den Profit Centern tragen auch unsere zentralen Servicebereiche wesentlich zu unserem Erfolg bei. Sie umfassen unter anderem Einkauf, Vertrieb, Vorausentwicklung, Personal, IT sowie Finanz- und Rechnungswesen. Darüber hinaus bietet MAHLE Powertrain Ingenieursdienstleistungen sowohl für interne als auch für externe Kunden an. KONZERNSTRATEGIE
Die Automobilindustrie entwickelt sich rasant zu einer Mobilitätsindustrie mit neuen Produkten und Dienstleistungen. Dabei gilt es, die Anforderungen aus den globalen Megatrends wie der fortschreitenden Urbanisierung und der Notwendigkeit, sich zu einer emissionsfreien und nachhaltigen Industrie zu entwickeln, zu erfüllen. Es steht außer Frage, dass die Mobilitätsbranche ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Wir bei MAHLE sehen dies nicht nur als Chance für weiteres Wachstum, sondern auch als Verpflichtung, unsere Technologien so zu gestalten, dass Mobilität auf unserem Planeten so umweltfreundlich und klimaneutral wie möglich wird. Mit unserer langen Tradition als Zulieferer für Antriebsstrangkomponenten ist die anhaltende Veränderung der Antriebsszenarien die mit Abstand wichtigste Entwicklung für unser Unternehmen. Gemäß unseren Erwartungen zur Marktentwicklung wird der weltweite Anteil von batterieelektrischen Fahrzeugen sowie Brennstoffzellen- und Hybridantriebslösungen deutlich zunehmen. Bei neu produzierten Pkw erwarten unsere MAHLE Marktszenarien, trotz anhaltendem Marktwachstum von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in Schwellenländern, dass der heutige Marktanteil elektrischer Antriebe weltweit von etwas über 10 Prozent auf rund 70 Prozent im Jahr 2035 steigt. Bis dahin rechnen wir zudem damit, dass rund 30 Prozent aller Nutzfahrzeuge weltweit rein elektrisch mit Batterie oder Brennstoffzelle gebaut werden. Aus diesem Szenario ergeben sich die folgenden Marktimplikationen für die Konzernstrategie von MAHLE: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch oder hybrid. Neue Fahrzeuge werden größtenteils mit Elektroantrieben ausgestattet sein, unabhängig von der Energiequelle. Systemkompetenz ist dafür ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg: Automobilzulieferer streben nach einer durchgängigen Systemkompetenz mit integrierten Lösungen, wodurch Komplexität und Kosten reduziert werden können. Automobilhersteller konzeptionieren große modellübergreifende Fahrzeugplattformen und benötigen hierfür starke Antriebsstranglieferanten, die einen höheren Wertschöpfungsanteil übernehmen können. In den Schwellenländern wird ein weiterhin anhaltendes Marktwachstum von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erwartet, insbesondere in Südamerika. Wasserstoff und alternative Kraftstoffe stellen eine wichtige Ergänzung für die Dekarbonisierung von Anwendungen, wie beispielsweise Nutzfahrzeugen oder Land- und Baumaschinen, dar. Ausgehend von den Marktimplikationen und unserer Vision "We Shape Future Mobility" sowie unserer Mission "Efficiency in Motion" arbeitet MAHLE an der klimaneutralen Mobilität von morgen mit dem Ziel, seine Position als Systemanbieter in drei strategischen Bereichen weiter auszubauen:
Als innovativer Technologiekonzern wollen wir mit unseren drei strategischen Kernbereichen auch zukünftig ein wichtiger Lieferant und Partner bei der Gestaltung der Mobilität sein. Daraus leiten sich folgende strategische Zielsetzungen ab: Mit klarer Ausrichtung auf Effizienz und Profitabilität streben wir eine führende Marktposition in allen Kernproduktgruppen an. Zusätzlich wollen wir den Anteil des verbrennungsmotorunabhängigen Geschäfts weiter steigern und die CO 2 -Emissionen für Scope 1-3 im Vergleich zum Basisjahr 2019 signifikant reduzieren. Zur Erreichung dieser Ziele ist die Motivation, das Engagement und das Knowhow unserer Beschäftigten von zentraler Bedeutung. Durch kontinuierliches und aktives Management unseres Produktportfolios stellen wir sicher, dass unsere strategische Ausrichtung konsequent und wirtschaftlich erfolgreich implementiert wird. Bereits heute verteilen sich unsere Umsätze ausgewogen auf unsere Kundengruppen und Kernmärkte Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien/Pazifik. Dieses Gleichgewicht soll insbesondere durch starke Partizipation an Wachstumsmärkten zukünftig weiter gestärkt werden. Wirtschaftsbericht
WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Der weltwirtschaftliche Aufschwung verlor im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr deutlich an Dynamik. Dies war auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verursachte erhebliche geopolitische Störungen mit weitreichenden Folgen. Der anhaltende und sich ausweitende Inflationsdruck hatte eine Straffung der monetären Bedingungen sowie eine starke Aufwertung des US-Dollar gegenüber den meisten anderen Währungen zur Folge. Darüber hinaus beeinträchtigten weitere Corona-Wellen die Wirtschaftstätigkeit mit negativen Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten. Außerdem wurde in vielen Ländern die pandemiebedingte fiskalische Unterstützung reduziert. Laut Januar-Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) legte die Weltwirtschaft 2022 um rund 3 Prozent zu, nach einem Zuwachs von rund 6 Prozent im Vorjahr. In den Industrieländern belief sich der Anstieg auf gut 3 Prozent, in den Schwellen- und Entwicklungsländern auf rund 4 Prozent. Im Euroraum lag das Wirtschaftswachstum laut IWF bei rund 4 Prozent und damit unter dem Vorjahr (rund 5 Prozent). Dämpfend wirkten unter anderem die steigende Inflation sowie die Energiekrise durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft lag bei rund 2 Prozent und damit unter dem Vorjahr (rund 3 Prozent). In den USA sank das Wachstum von rund 6 Prozent im Jahr 2021 auf rund 2 Prozent im Jahr 2022. Dies war vor allem auf höhere Zinsen und eine geringere Nachfrage zurückzuführen. Auch in Brasilien lag der Zuwachs mit rund 3 Prozent deutlich unter dem Vorjahr (Vorjahr: rund 5 Prozent). In der Region Asien/Pazifik verzeichnete China noch ein Plus von rund 3 Prozent nach rund 8 Prozent im Vorjahr. Dieser Rückgang ist insbesondere auf die Nulltoleranzpolitik in Bezug auf die Corona-Pandemie und die daraus folgende Einschränkung des Wirtschaftswachstums des Landes zurückzuführen. Japan bewegte sich mit einem Zuwachs von rund 1 Prozent leicht unter Vorjahresniveau. Wechselkursentwicklung Als international agierender Konzern tätigt MAHLE auch Geschäfte in Fremdwährung. Die Entwicklung der Wechselkurse ist dabei von zentraler Bedeutung, da sie die Umrechnung der Finanzdaten im Rahmen der Bilanzierung beeinflusst. Wechselkursschwankungen gehen für MAHLE maßgeblich einher mit finanziellen und wirtschaftlichen Risiken. Um die Risiken zu minimieren, streben wir sogenanntes "Natural Hedging" an. Indem wir in allen wichtigen Absatzregionen Produktionsstandorte betreiben, machen wir den Konzern unabhängiger von Währungsturbulenzen und Wechselkursschwankungen. Die meisten Handelswährungen, die für unser Unternehmen besonders relevant sind, werteten im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Euro gemessen am Durchschnittskurs der Preisnotierung auf. So kam es im Vergleich zum Vorjahr beim brasilianischen Real (+17 Prozent), beim mexikanischen Peso (+13 Prozent), beim US-Dollar (+12 Prozent) und beim chinesischen Renminbi (+8 Prozent) zu einer teils deutlichen Aufwertung gegenüber dem Euro. Dahingegen werteten die türkische Lira (−48 Prozent), der argentinische Peso (−39 Prozent) sowie der japanische Yen (−6 Prozent) gegenüber dem Euro ab.
Entwicklung der Fahrzeugmärkte Entwicklung der Märkte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Die Produktion von Pkws und leichten Nutzfahrzeugen ist im Berichtsjahr weltweit um 7 Prozent auf über 82 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Die Erholung der weltweiten Produktion gegenüber dem Vorjahr wurde im ersten Halbjahr durch den anhaltenden Halbleitermangel sowie gestörte Lieferketten aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Lockdowns in China beeinträchtigt. Während das Wachstum der weltweiten Produktion im zweiten Halbjahr besonders aus Asien getrieben wurde, blieben Produktionseinschränkungen in den westlichen Regionen bestehen. In Europa schrumpfte die Produktion um knapp 1 Prozent unter anderem aufgrund der andauernden Halbleiterknappheit und den Sanktionen in Russland, wodurch dieser Markt um über die Hälfte einbrach. Nordamerika legte aufgrund hoher Auftragsbestände um 10 Prozent zu. Zu Jahresbeginn und erneut zu Jahresende kam es jedoch zu Produktionseinschränkungen aufgrund einer begrenzten Verfügbarkeit von Halbleitern. Der südamerikanische Markt wurde im ersten Halbjahr ebenso durch den Halbleitermangel beeinflusst, profitierte jedoch im zweiten Halbjahr von einer Erholung des Marktes und verzeichnete in der Folge ein Wachstum von 9 Prozent. In China wurde die Produktion im ersten Halbjahr erheblich durch partielle Corona-Lockdowns beeinflusst. Die zum Beginn des zweiten Halbjahres erfolgte Steuerreduzierung für Fahrzeuge bis 2 Liter Hubraum führte jedoch zu sehr hohen Absatz- und Produktionszahlen. Dadurch konnte die Produktion in China um 7 Prozent zulegen. In Indien konnte die Fahrzeugproduktion aufgrund einer hohen Nachfrage deutlich um rund 23 Prozent gesteigert werden. Entwicklung der Märkte für mittlere und schwere Nutzfahrzeuge Die Produktion mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge lag mit rund minus 15 Prozent deutlich unter Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür war besonders die Produktion in China, die um rund 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrach. Neben dem zyklisch bedingten Rückgang wirkten sich Corona-Lockdowns, höhere Rohstoffpreise sowie strenger geregelte Immobilienkredite negativ aus. Der europäische Markt zeigte ein geringes Wachstum von rund 1 Prozent. Nordamerika hingegen profitierte von gut gefüllten Auftragsbüchern und konnte um rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Die Produktion in Indien wies mit rund 36 Prozent global das stärkste Wachstum aus und erreichte dadurch ein höheres Niveau als vor der Pandemie.
GESCHÄFTSVERLAUF Entwicklung des MAHLE Konzerns Der Umsatz des MAHLE Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2022 um 13,7 Prozent von 10,9 Milliarden Euro auf 12,4 Milliarden Euro. Der Umsatz lag somit über dem Vorkrisenniveau von 2019. Im ersten Halbjahr wurde die Umsatzentwicklung durch ein global herausforderndes und volatiles Marktumfeld - darunter insbesondere die pandemiebedingten Lockdowns in China, Unsicherheiten bezüglich der Stabilität von Lieferketten und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine - gehemmt. Unsere direkte Geschäftstätigkeit in Russland war zu Beginn des Krieges von untergeordneter Bedeutung für den Konzern, jedoch führte der Krieg zu wesentlichen indirekten Auswirkungen. Die mit den gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Frachtpreisen einhergehenden deutlichen Mehrkosten erforderten kontinuierliche Anpassungen unserer Verkaufspreise. Diese entfalteten vornehmlich im zweiten Halbjahr ihre Wirkung, sodass die Umsatzentwicklung neben einer Volumensteigerung in großen Teilen durch Preisanpassungen verbessert wurde. Zudem wirkten Wechselkurseffekte in Höhe von 430 Millionen Euro und Veränderungen im Konsolidierungskreis in Höhe von 14 Millionen Euro positiv. Maßgeblich für die positiven Wechselkurseffekte war die Aufwertung wichtiger Handelswährungen gegenüber dem Euro, wie der des US-Dollars, des brasilianischen Reals und des chinesischen Renminbi. Die Änderungen im Konsolidierungskreis sind auf die Akquisition des Klimatisierungsgeschäfts der Keihin Corporation (heute Hitachi Astemo, Ltd.) mit Standorten in Japan, Thailand und den USA mit Wirkung zum 1. Februar 2021 zurückzuführen. Die in den letzten Jahren stetig ausgebaute internationale Aufstellung des MAHLE Konzerns spiegelt sich in den Produktions- und Entwicklungsstandorten in 29 Ländern wider. Durch unsere weltweite Geschäftstätigkeit sind wir nah an unseren Kunden, können intensiv mit ihnen zusammenarbeiten und gezielt Innovationen basierend auf den Anforderungen der jeweiligen Märkte entwickeln. Zugleich können wir dadurch flexibel auf regionale Marktschwankungen reagieren. Neben der regionalen Verteilung ist auch die Umsatzverteilung nach Kundengruppen diversifiziert. Der Umsatzanteil unserer zehn größten Kunden liegt unter 50 Prozent.
Trotz dieser umsatzseitigen Diversifikation wurde die Entwicklung des MAHLE Konzerns im Berichtsjahr durch eine Vielzahl von Krisen gedämpft. Um diese Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen, haben wir - auch basierend auf den Krisenerfahrungen der beiden vorangegangenen Jahre - mit zielgerichteten Maßnahmen gegengesteuert: Aufgrund der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die sich insbesondere in den gestiegenen Material-, Energie- und Frachtpreisen zeigten, waren wir im kontinuierlichen Austausch mit wesentlichen Kunden und Lieferanten, um diese Mehrkosten in Form von Preisanpassungen und Gleitklauseln anteilig über die Wertschöpfungskette hinweg zu verteilen. Darüber hinaus hat MAHLE im Berichtsjahr ein konzernweites Programm aufgesetzt, welches alle Aktivitäten zur kurzfristigen Verbesserung unserer Liquidität steuert. In diesem Rahmen haben wir Maßnahmen ergriffen, um unsere Investitionsvorhaben zu fokussieren und gebundenes Kapital zu reduzieren. Zur Mitigation des Risikos einer möglichen Gasverknappung an unseren Standorten haben wir ein globales Krisenteam etabliert. Dieses hat die Unsicherheiten rund um die Energiekrise laufend bewertet, Einsparungsmaßnahmen identifiziert sowie präventive und reaktive Maßnahmen basierend auf Notfallplänen erarbeitet. Um unsere Profitabilität nachhaltig zu steigern und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, haben wir, anknüpfend an das Vorjahr, die globale Restrukturierung in unverminderter Konsequenz fortgesetzt. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wurde durch den Geschäftsverlauf untermauert. Als Reaktion auf die Transformation der Automobilindustrie und die daraus resultierende Abkehr vom Verbrennungsmotor, den steigenden Wettbewerbsdruck sowie die standortspezifische Auslastung mussten wir die Produktionsaktivitäten an den Standorten Vilanova i la Geltrú/Spanien und Chavanod/Frankreich einstellen. In der Region Asien/Pazifik haben wir unseren Standort in Changchun/China geschlossen. Entwicklung der Geschäftsfelder Trotz eines herausfordernden Marktumfelds konnten alle unsere Geschäftsbereiche und Profit Center ihre Umsatzerlöse organisch steigern. Insbesondere unsere Zukunftsfelder haben sich sehr positiv entwickelt. Nachdem sich unser Umsatz im ersten Halbjahr weitestgehend stabil entwickelte, konnten wir diesen im zweiten Halbjahr unter anderem durch erfolgreiche Preisverhandlungen mit unseren Kunden ausbauen. Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten In unserem Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten erzielten wir im Berichtsjahr Umsatzerlöse von 2.593 Millionen Euro. Diese lagen damit um 9,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um deutlich positive Wechselkurseffekte betrug das organische Umsatzwachstum 6,2 Prozent. Signifikante Umsatzanstiege wurden unter anderem bei den Produktgruppen Power Cell Units, Pkw-Otto-Kolben, Nockenwellen und Zylinderlaufbuchsen erzielt. Dahingegen verzeichneten wir bei Aluminiumkolben für Nutzfahrzeuge durch den Technologiewandel hin zu Stahlkolben Umsatzrückgänge. Regional betrachtet konnten wir unseren Umsatz insbesondere in den Regionen Nord- und Südamerika deutlich steigern - organisch erzielten wir dort ein Umsatzwachstum von 10,7 Prozent beziehungsweise 31,1 Prozent. In der Region Asien/Pazifik wurde die Umsatzentwicklung durch coronabedingte Lockdowns sowie eine stark sinkende Nachfrage nach Truckanwendungen für Nutzfahrzeuge in China gehemmt. Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie Der Umsatz unseres Geschäftsbereichs Filtration und Motorperipherie belief sich im Berichtsjahr auf 2.032 Millionen Euro und lag damit um 11,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch organisch erzielten wir mit 8,7 Prozent ein erhebliches Umsatzwachstum. Der Anstieg verteilt sich gleichmäßig über nahezu alle Produktgruppen wie beispielsweise Luftfilter- und Luftansaugmodule sowie Zylinderkopfhauben. In den Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik erzielten wir kräftige Zuwächse und konnten auch organisch um 9,6 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent zulegen. In Europa erzielten wir ein um negative Wechselkurseffekte bereinigtes Umsatzwachstum von 15,0 Prozent. Um den Geschäftsbereich in der Region Europa weiter zu stärken, befindet sich derzeit ein Produktionsstandort in Krotoszyn/Polen im Aufbau.
Geschäftsbereich Thermomanagement Im Geschäftsbereich Thermomanagement konnten wir den Umsatz um 15,9 Prozent auf 4.477 Millionen Euro steigern. Auch bereinigt um Konsolidierungseffekte aus der Übernahme des Klimatisierungsgeschäfts der früheren Keihin Corporation (heute Hitachi Astemo, Ltd.) zum 1. Februar 2021 sowie um Wechselkurseffekte stieg der Umsatz um 9,1 Prozent. In der Region Nordamerika erzielten wir ein organisches Umsatzwachstum von 18,9 Prozent. Die Entwicklung in der Region Asien/Pazifik war positiv geprägt von einem starken Wachstum im Pkw-Geschäft, gegenläufig wirkten Werksschließungen aufgrund coronabedingter Lockdowns. Organisch konnte der Umsatz in der Region um 1,3 Prozent gesteigert werden. Auch in unserer umsatzstärksten Region Europa erzielten wir organisch ein Plus von 4,2 Prozent. Der Geschäftsbereich Thermomanagement baute sein Produktportfolio im Berichtsjahr weiter aus, setzte das Wachstum mit Produkten für batterieelektrische Fahrzeuge konsequent fort und realisierte unter anderem Projektanläufe im Bereich von elektrischen Zusatzheizern und Batteriekühlplatten. So wuchs etwa der Umsatz im Produktbereich Batteriekühlung im Vergleich zum Vorjahr deutlich zweistellig. Durch die weitere Aufstockung unserer Anteile an der MAHLE Behr Gruppe zum 01.01.2022 hat MAHLE sein Kerngeschäft Thermomanagement weiter ausgebaut. Geschäftsbereich Elektronik und Mechatronik Der Umsatz im Geschäftsbereich Elektronik und Mechatronik belief sich 2022 auf 1.353 Millionen Euro und lag damit um 13,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch bereinigt um positive Wechselkurseffekte war das Wachstum mit 10,6 Prozent sehr deutlich. Hierzu trugen insbesondere unsere Segmente Elektronik und Mechatronik sowie Kompressoren bei. Während in China der Hochlauf des ersten großvolumigen Projekts im Bereich elektrischer Wasserpumpen realisiert werden konnte, wurde in Ungarn der Anlauf des ersten Großserienauftrags mit elektrischen Kompressoren vorbereitet. Ergänzend haben wir das Produktsegment für elektrische Ölpumpen weiter aufgebaut und den Anlauf der nächsten On-Board Charger Generation in Spanien vorbereitet. In den europäischen Werken in Slowenien und Spanien verzeichneten wir deutliche Umsatzsteigerungen, sodass die umsatzstärkste Region Europa mit 20,1 Prozent ein bedeutendes organisches Wachstum erzielte. Auch in den übrigen Regionen konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden. Um unser Geschäft in der Region Asien/Pazifik weiter zu stärken, haben wir unsere Aktivitäten im Segment Elektronik in Suzhou/China mit den Aktivitäten des Segments Kompressoren gebündelt und weiter ausgebaut. Geschäftsbereich Aftermarket Im Geschäftsbereich Aftermarket erwirtschafteten wir Umsatzerlöse in Höhe von 1.219 Millionen Euro und damit 14,6 Prozent über Vorjahr. Nach Bereinigung von negativen Effekten aus der Wechselkursumrechnung stieg der Umsatz im Geschäftsbereich Aftermarket deutlich um 15,4 Prozent. In Bezug auf unsere globalen Märkte wuchs der Umsatz in der Region Südamerika organisch um 48,8 Prozent und damit besonders stark. Während die positive Umsatzentwicklung in der Region Südamerika auf die Produktgruppen Motorkomponenten sowie Filter- und Thermoprodukte zurückzuführen ist, resultierte diese in Europa hauptsächlich aus den Umsätzen mit Filtern. In der Region Nordamerika verzeichnete die Produktgruppe Motorkomponenten die stärksten Umsatzanstiege. In der Region Asien/Pazifik wurden alle Produktgruppen durch die Nulltoleranzpolitik in China in Bezug auf die Corona-Pandemie negativ beeinflusst. Dennoch konnten wir den organischen Umsatz um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Im Bereich Service Solutions erzielten wir erneut ein signifikantes Wachstum in Europa und Nordamerika. Profit Center und Services In unseren Profit Centern und Services erzielten wir Umsatzerlöse in Höhe von 759 Millionen Euro und ein organisches Umsatzwachstum von 17,4 Prozent. Alle Profit Center trugen mit zweistelligen Wachstumsraten zu diesem positiven Ergebnis bei. Besonders positiv entwickelten sich die Profit Center Groß- und Kleinmotoren-Komponenten sowie Motorsport und Sonderanwendungen - der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr organisch um 27,6 Prozent beziehungsweise 18,2 Prozent gesteigert werden. Entwicklung der Regionen Unsere Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr in den meisten Regionen stark an. Während der Umsatzanstieg in den Regionen Nordamerika, Asien/Pazifik und Südamerika zum Teil auf positive Wechselkurseffekte zurückzuführen ist, wurde die Umsatzentwicklung in Europa durch negative Wechselkurseffekte belastet. Organisch konnten wir, mit Ausnahme der Region Asien/Pazifik, unseren Umsatz deutlich steigern. Nachfolgend geben wir einen Überblick, wie sich die Regionen - auf Basis der Umsätze nach Herstellungsland - im Detail entwickelt haben.
Europa In der Region Europa erzielten wir im Berichtsjahr Umsatzerlöse von 5.427 Millionen Euro und damit ein Wachstum von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Wechselkurseffekte resultierten aus der Abwertung der türkischen Lira und des polnischen Zloty gegenüber dem Euro. Bereinigt um die in Summe negativen Wechselkurseffekte betrug das Umsatzwachstum 9,7 Prozent - trotz der weiterhin bestehenden Lieferkettenprobleme und schrumpfender Fahrzeugmärkte. Die beiden umsatzstärksten Geschäftsbereiche Motorsysteme und -komponenten sowie Thermomanagement steigerten ihren Umsatz organisch um 6,6 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent. Nordamerika Der Umsatz in der Region Nordamerika belief sich im Berichtsjahr auf 3.547 Millionen Euro, ein Plus von 28,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich beeinflusst wurde der Umsatz der Region durch die Aufwertung wichtiger Handelswährungen, wie des US-amerikanischen Dollars gegenüber dem Euro. Bereinigt um Wechselkurs- sowie Konsolidierungskreiseffekte lag das organische Umsatzwachstum bei 14,1 Prozent. Wir konnten von der Markterholung sowohl im Pkw- als auch im Nutzfahrzeuge-Bereich profitieren. Alle unsere Geschäftsbereiche erzielten in der Region Nordamerika ein deutliches organisches Umsatzwachstum. Südamerika Im Berichtsjahr stieg unser Umsatz in Südamerika signifikant um 33,7 Prozent auf 788 Millionen Euro an. Dabei profitierten wir von der Aufwertung des brasilianischen Reals gegenüber dem Euro. Doch auch bereinigt um Wechselkurseffekte war unser Umsatzwachstum mit 30,6 Prozent erheblich. Unser organisches Wachstum in der Region lag damit spürbar über dem allgemeinen Markttrend. Gründe hierfür waren unter anderem eine hohe Nachfrage nach Motorenkomponenten für Nutzfahrzeuge. Asien / Pazifik In der Region Asien/Pazifik konnten wir unseren Umsatz im Berichtsjahr mit 2.618 Millionen Euro um 3,7 Prozent steigern. Dies ist unter anderem bedingt durch positive Wechselkurseffekte aus der Aufwertung wichtiger Handelswährungen, wie dem chinesischen Renminbi und der indischen Rupie gegenüber dem Euro. Bereinigt um Wechselkurs- sowie Konsolidierungseffekte lag der Umsatz auf Vorjahresniveau. In China erzielten wir einen Umsatz deutlich unter Vorjahresniveau. Dies ist unter anderem auf coronabedingte Werkschließungen zurückzuführen. In Indien hingegen profitierten wir von einer hohen Nachfrage und konnten unseren Umsatz signifikant steigern. Afrika Mit einem Plus von 12,1 Prozent stieg der Umsatz in der Region Afrika deutlich auf 54 Millionen Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte erhöhte sich der Umsatz um 10,4 Prozent. Dabei entfielen in der kleinsten Region unseres Konzerns die Erlöse in erster Linie auf den Geschäftsbereich Thermomanagement.
VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE Ertragslage Im Geschäftsjahr 2022 erzielte MAHLE Umsatzerlöse in Höhe von 12,4 Milliarden Euro, nach 10,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Bereinigt um Änderungen im Konsolidierungskreis sowie um Wechselkurseffekte lag der Umsatz damit um 9,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Der kräftige Anstieg war neben positiven Wechselkurseffekten und Änderungen im Konsolidierungskreis auf die Anpassung der Verkaufspreise sowie eine Volumensteigerung zurückzuführen. Trotz eines global herausfordernden Marktumfelds wurde unsere Umsatzprognose - diese ging von einem leichten organischen Umsatzanstieg aus - somit deutlich übertroffen. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit fiel mit -165 Millionen Euro negativ aus und lag deutlich unter dem positiven Vorjahreswert von 58 Millionen Euro. Vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Ende Februar 2022 gingen wir von einer moderaten Verbesserung aus. Insbesondere aufgrund der indirekten Auswirkungen des Kriegs konnte diese Prognose nicht erreicht werden. Die im Wesentlichen preisbedingten Mehrkosten aus gestiegenen Material-, Energie-, Fracht- und Personalkosten sowie Sonderfrachtkosten belasteten die Ergebnissituation erheblich. Auf die Herausforderungen durch die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir reagiert und aktiv gegengesteuert. Dennoch konnten die Mehrkosten nicht vollumfänglich über Preisanpassungen kompensiert werden, sodass unsere operativen Ertragszahlen EBIT und EBITDA sowie das rein zur internen Steuerung maßgebliche Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer ausfielen. Das Betriebsergebnis ist eine dem EBIT ähnliche, aber um einzelne Sachverhalte angepasste Größe. Das EBIT sank auf 60 Millionen Euro (Vorjahr: 169 Millionen Euro) und die EBIT-Marge reduzierte sich spürbar auf 0,5 Prozent (Vorjahr: 1,5 Prozent). Bereinigt um die Effekte aus Kaufpreisallokationen, Goodwill-Abschreibungen und der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags lag die EBIT-Marge bei 1,0 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent). Im Detail entwickelten sich die wesentlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt: Die Herstellungskosten beliefen sich auf 10.653 Millionen Euro und lagen damit um 1.397 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Die Herstellungskostenquote erhöhte sich von 84,7 Prozent auf 85,7 Prozent. Ursächlich hierfür sind insbesondere die zu Beginn des Jahres sehr stark gestiegenen Materialpreise - unter anderem für Aluminium, Granulat, Kupfer und Stahl - sowie höhere Personalkosten. Diese Mehrbelastung konnte nicht vollumfänglich durch umgesetzte Produktivitätssteigerungen sowie Preisanpassungen kompensiert werden. Zusätzlich belasteten die gestiegenen Kosten für Frachten und Sonderfrachten in Teilen sowohl die Herstellungskosten als auch die Vertriebskosten. Unsere Vertriebskosten haben sich um 68 Millionen Euro auf 629 Millionen Euro erhöht. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen von 503 Millionen Euro auf 573 Millionen Euro an. Die Quote zum Umsatz blieb mit 4,6 Prozent auf Vorjahresniveau. Trotz des schwierigen Umfelds hielten wir unsere Aufwendungen in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hoch und investierten mit 671 Millionen Euro absolut gesehen etwas mehr als im Vorjahr (Vorjahr: 666 Millionen Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 52 Millionen Euro auf 602 Millionen Euro, zugleich stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 140 Millionen Euro auf 431 Millionen Euro. Insgesamt verringerte sich dadurch der Saldo von 258 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro. Dies ist primär darauf zurückzuführen, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Sondereffekte wie eine Steuerrückerstattung in Südamerika entfielen und positive Effekte aus der Neubewertung von Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen geringer ausfielen. Ebenso beeinflussten höhere Aufwendungen aus Wechselkurseffekten diese Position negativ. Alle Kostenpositionen - mit Ausnahme der Forschungs- und Entwicklungskosten sowie der Verwaltungskosten - waren wie in den Vorjahren durch Effekte aus Kaufpreisallokationen nach HGB belastet. Insgesamt beliefen sich die Effekte aus Kaufpreisallokationen vor Steuern im Jahr 2022 auf 60 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch die planmäßigen Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 49 Millionen Euro sowie Auflösungen des passiven Unterschiedsbetrags in Höhe von 40 Millionen Euro.
Das Finanzergebnis hat sich 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 96 Millionen Euro auf -244 Millionen Euro verschlechtert. Grund dafür ist im Wesentlichen die negative Kursentwicklung des Planvermögens. Trotz negativem Konzernergebnis sind Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 135 Millionen Euro angefallen. Dies ist unter anderem durch ergebnisunabhängige Quellensteueraufwände bedingt sowie durch Steuerlasten auf positive Ergebnisse einzelner Gesellschaften, die steuerlich nicht mit Verlusten anderer Konzerngesellschaften verrechnet werden können. Gleichzeitig konnten aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge nicht in vollem Umfang aktiviert werden und es erfolgten Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern für temporäre Differenzen. In Summe resultierte daraus ein Jahresfehlbetrag von 332 Millionen Euro (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von 108 Millionen Euro). Vermögenslage Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 hat sich unsere Bilanzsumme gegenüber 2021 um 267 Millionen Euro auf 8.322 Millionen Euro verringert. Das Anlagevermögen lag dabei mit 3.383 Millionen Euro um 68 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. Da die Abschreibungen die Investitionen leicht überstiegen, hat das Sachanlagevermögen um 10 Millionen Euro abgenommen. Auch die immateriellen Vermögensgegenstände sind um 45 Millionen Euro zurückgegangen. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch planmäßige Abschreibungen auf den Goodwill und auf stille Reserven, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen aufgedeckt wurden. Ursächlich für die Bilanzverkürzung gegenüber dem Vorjahresende war größtenteils das Umlaufvermögen. Dieses reduzierte sich um 133 Millionen Euro auf 4.685 Millionen Euro. Dies ist unter anderem auf die deutliche Reduktion der flüssigen Mittel um 506 Millionen Euro auf 604 Millionen Euro zurückzuführen. Aufgrund der herausfordernden Umstände auf den Beschaffungsmärkten unternahmen wir erhebliche Anstrengungen, um die Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) zu begrenzen. Dennoch stieg das Vorratsvermögen um 102 Millionen Euro auf 1.485 Millionen Euro an. Dies ist primär auf Wechselkurseffekte und höhere Einkaufspreise zurückzuführen. Getrieben durch Wechselkurseffekte, das höhere Umsatzniveau sowie zum Bilanzstichtag ausstehende Forderungen aus verhandelten Preisanpassungen stiegen auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 258 Millionen Euro auf 2.580 Millionen Euro an. Die weiteren Vermögenswerte beliefen sich auf 253 Millionen Euro.
Das Eigenkapital ging 2022 um 373 Millionen Euro auf 1.677 Millionen Euro zurück. Der Rückgang ist in erster Linie auf den Jahresfehlbetrag zurückzuführen, gegenläufig wirkten positive Wechselkurseffekte in Höhe von 21 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote ging entsprechend von 23,9 Prozent auf 20,2 Prozent zurück, da der Effekt der Eigenkapitalverminderung nicht vollständig durch die Bilanzverkürzung kompensiert wurde. Aus der Übernahme des Klimatisierungsgeschäfts der Keihin Corporation (heute Hitachi Astemo, Ltd.) zum 1. Februar 2021 resultierte ein fortgeführter passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 63 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022. Die Rückstellungen verringerten sich auf 2.504 Millionen Euro und damit um 92 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresende. Dies ist primär auf den Rückgang der Rückstellungen im Personalbereich um 106 Millionen Euro zurückzuführen, insbesondere aufgrund von Restrukturierungsauszahlungen. Ebenso gingen die Rückstellungen für Garantie und Risiko um 21 Millionen Euro zurück. Gegenläufig wirkte die Erhöhung der Pensionsrückstellungen, vor allem aufgrund von Zinseffekten. Die Verbindlichkeiten haben sich in Summe um 232 Millionen Euro auf 4.024 Millionen Euro erhöht. Ursächlich dafür ist in erster Linie die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 616 Millionen Euro, da MAHLE ein Darlehen mit der Europäischen Investitionsbank über 300 Millionen Euro abgeschlossen hat. Gegenläufig wirkte die Tilgung einer im ersten Halbjahr 2022 fälligen Unternehmensanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich unter anderem aufgrund des gestiegenen Umsatzvolumens um 111 Millionen Euro auf 1.369 Millionen Euro. Unsere bilanzielle Nettoverschuldung stieg im Berichtsjahr insbesondere aufgrund der hohen Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) sowie des Jahresfehlbetrags von 1.056 Millionen Euro auf 1.678 Millionen Euro. Finanzlage Im Zuge seines globalen Wachstums hat MAHLE die Konzernfinanzierung in den vergangenen Jahren breit aufgestellt und diversifiziert. Neben einer Konsortialkreditlinie, Schuldscheinen und bilateralen Krediten sind in Euro denominierte Unternehmensanleihen Teil des Finanzierungsportfolios. Mit einer konservativen Finanzierungspolitik verfolgt MAHLE langfristig das Ziel eines impliziten Investment-Grade-Risikos. MAHLE wurde von Moody's im Jahr 2021 erstmals bewertet und erhielt ein Ba1-Corporate Family Rating (Ausblick stabil). Am 26. April 2022 änderte Moody's den Ausblick für die MAHLE-Ratings von stabil auf negativ und bestätigte die Ba1-Bewertung. Am 30. September 2022 stufte Moody's die Ratings der MAHLE GmbH von Ba1 auf Ba2 (negativer Ausblick) herab. Eine im Mai 2022 fällige Unternehmensanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro wurde im Wesentlichen mit Mitteln aus der Emission einer siebenjährigen Unternehmensanleihe in Höhe von 750 Millionen Euro aus dem Jahr 2021 getilgt. Im August 2022 schloss MAHLE ein Darlehen über 300 Millionen Euro mit der Europäischen Investitionsbank ab. Diese zusätzlichen Mittel ergänzen die bereits bestehende Konsortialkreditlinie über 1,8 Milliarden Euro, von denen 1,5 Milliarden Euro bis Mitte 2025 laufen. Einen zusätzlichen Finanzierungsbaustein bilden weitere fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von rund 189 Millionen Euro mit verschiedenen Restlaufzeiten bis Mitte 2024. Zum Bilanzstichtag belief sich die Ziehung der fest zugesagten Kreditlinien auf 319 Millionen Euro. Damit beliefen sich die nicht in Anspruch genommenen, fest zugesagten Kreditlinien zum Berichtsjahresende auf 1,7 Milliarden Euro und trugen wie die liquiden Mittel zur finanziellen Stabilität des MAHLE Konzerns bei. Die Anlage von flüssigen Mitteln erfolgte diversifiziert über verschiedene, nach Rating-Aspekten ausgewählte Banken.
Das Geschäftsjahr 2022 konnten wir mit einem Mittelzufluss in Höhe von 103 Millionen Euro aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abschließen. Dies war spürbar weniger als im Vorjahr und ist im Wesentlichen auf den Jahresfehlbetrag des Konzerns sowie eine hohe Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) zurückzuführen, insbesondere aufgrund gestiegener Vorräte und Forderungen. Der Nettomittelabfluss unseres Cashflows aus Investitionstätigkeit belief sich auf 478 Millionen Euro und war damit höher als im Jahr 2021, unter anderem aufgrund gestiegener Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wies einen Nettoabfluss von 361 Millionen Euro auf (Vorjahr: Nettozufluss von 345 Millionen Euro), was neben Zins- und Dividendenzahlungen in erster Linie auf die Verwendung von liquiden Mitteln zur Tilgung der Unternehmensanleihe zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkte unter anderem das abgeschlossene Darlehen mit der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 300 Millionen Euro. Investitionen Trotz der wirtschaftlichen Belastung durch ein global herausforderndes und volatiles Marktumfeld legten wir unseren Fokus weiterhin auf die technologische Transformation des MAHLE Konzerns. Dazu investierten wir im Berichtsjahr 461 Millionen Euro und damit absolut gesehen deutlich mehr als im Vorjahr in das Sachanlagevermögen (Vorjahr: 401 Millionen Euro). Die Investitionsquote, die die Relation von Investitionen zu Umsatzerlösen abbildet, lag mit 3,7 Prozent auf Vorjahresniveau. In wichtigen Zukunftsbereichen, insbesondere im Bereich Thermomanagement sowie Elektronik und Mechatronik, überstiegen die getätigten Investitionen die Abschreibungen deutlich. In verbrennungsmotorabhängigen Geschäftsbereichen setzten wir unsere Investitionszurückhaltung fort. Insgesamt resultierte damit für den Konzern eine Quote der Investitionen zu Abschreibungen von 94 Prozent. Diese lag somit substanziell über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 83 Prozent). Der größte Anteil unserer Investitionen in Sachanlagen entfiel, wie im Vorjahr, auf unseren Geschäftsbereich Thermomanagement. Im Hinblick auf die strukturelle Transformation unseres Konzerns wurde neben Investitionen im Zusammenhang mit Kundenprojekten auch in den Aufbau neuer Gebäude in Nordamerika sowie in die Fertigung von Produkten für batterieelektrische Fahrzeuge investiert. Im Geschäftsbereich Elektronik und Mechatronik haben wir die Investitionen in Sachanlagen deutlich erhöht; insbesondere wurde in die Vorbereitung für den Anlauf der nächsten On-Board Charger Generation in Spanien investiert. Einen weiteren Investitionsschwerpunkt bildete der Ausbau der Produktion und der Entwicklung von elektrischen Kompressoren an unseren europäischen und asiatischen Standorten. Angesichts der Transformation in der Automobilindustrie fokussierten wir in unserem Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten bewusst unser Investitionsverhalten. Im Berichtsjahr erweiterten wir schwerpunktmäßig die Kapazität einer Stahlkolben-Produktionslinie für Nutzfahrzeuge. In unserem Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie haben wir insbesondere in den Aufbau der Ölkühlerfertigung sowie den Ausbau der Werksinfrastruktur im Rahmen der Verlagerung der Produktionsaktivitäten von Mattighofen/Österreich nach Osteuropa investiert. Neben den Sachanlageinvestitionen nutzten wir im Berichtsjahr auch strategische Akquisitionen, um unsere Geschäftsfelder im Rahmen unserer Strategie auszubauen. Zur Stärkung unseres Kerngeschäfts Thermomanagement stockten wir zu Jahresbeginn 2022 unsere Beteiligungsquote an der MAHLE Behr Gruppe weiter auf. Zusätzliche Leistungsindikatoren
BESCHÄFTIGTE Unsere Beschäftigten sind ein wesentlicher Faktor für den langfristigen Erfolg des MAHLE Konzerns. Ihr Know-how, ihre Motivation und ihr Engagement sind die Grundlage für unsere nachhaltige Entwicklung. Daher haben wir auch im Berichtsjahr - trotz der weiterhin bestehenden Pandemie-Einschränkungen - konsequent in die Aus- und Weiterbildung unserer Belegschaft investiert und auch hier die Umstellung auf flexible Online-Formate vorangetrieben. Unsere Beschäftigten haben weltweit an insgesamt 72.056 Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen (2021: 71.281). Zusätzlich konnten durch die Erweiterung unseres Corporate E-Learning Angebots Online-Kurse von 30.631 Lernenden absolviert werden (2021: rund 26.300). Für den MAHLE Konzern waren zum Jahresende 2022 weltweit 71.947 Beschäftigte tätig. Das entspricht einem Personalanstieg gegenüber dem Vorjahr um 649 Personen beziehungsweise 0,9 Prozent. Wesentliche Gründe für diese Entwicklung sind unser organisches Wachstum speziell in Zukunftsbereichen, eine gute Auftragslage, eine starke Produktionsauslastung, insbesondere in Nordamerika, sowie der verstärkte Ausbau unserer Shared Service Center weltweit. Der weltweite Fehlstand (exklusive Joint Ventures) belief sich im Berichtsjahr auf 4,4 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent).
Beschäftigte nach Regionen An unseren europäischen Standorten waren zum Stichtag 31.165 Beschäftigte tätig und damit 1.282 Personen beziehungsweise 4,0 Prozent weniger als 2021. Dabei führten in vielen europäischen Ländern Restrukturierungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen zu einem Rückgang. Dies war zum einen der schwierigen Marktsituation geschuldet, zum anderen der allgemeinen Transformation der Automobilbranche. Der fortschreitende Aufbau des Geschäftsbereichs Elektronik und Mechatronik führte in einigen europäischen Ländern hingegen zu einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen. So erhöhte sich unter anderem die Anzahl der Beschäftigten in Slowenien um 136 sowie in Bosnien und Herzegowina um 50 Personen. In Nordamerika zählten wir zum Jahresende 2022 insgesamt 14.769 Beschäftigte und damit 1.570 beziehungsweise 11,9 Prozent mehr als 2021. Der dortige Personalaufbau betraf zum größten Teil die Bereiche Kompressoren und Thermomanagement in Mexiko und ist auf eine sehr gute Auftragslage, Neuanläufe und hohe Produktionsauslastung zurückzuführen. In Südamerika waren zum Ende des Berichtsjahres 8.763 Beschäftigte für uns tätig und damit 27 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach dem starken Personalabbau zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 setzte sich der Wachstumstrend aus dem letzten Geschäftsjahr weiter fort. In der Region Asien/Pazifik verzeichneten wir zum Berichtsjahresende mit 16.432 Beschäftigten 371 Personen beziehungsweise 2,3 Prozent mehr als 2021. In Afrika waren zum Stichtag 31. Dezember 2022 818 Beschäftigte an unseren Standorten tätig, insgesamt 37 Personen beziehungsweise 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Beschäftigte nach Geschäftsfeldern In unserem Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten verringerte sich der Personalstand um 581 Personen. Dennoch blieb der Geschäftsbereich mit insgesamt rund 32,9 Prozent der Beschäftigten an 40 Standorten derjenige mit den meisten Beschäftigten. Im Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie arbeiteten in 31 Werken 12,8 Prozent der Konzernbelegschaft, 50 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent mehr als 2021. Im Bereich Thermomanagement beschäftigten wir an 44 Standorten 28,4 Prozent unserer Gesamtbelegschaft, 199 Personen mehr als im Vorjahr. Im Geschäftsbereich Elektronik und Mechatronik waren am Geschäftsjahresende 8.583 Beschäftigte tätig, was einem Anteil an der gesamten Belegschaft von 11,9 Prozent entspricht. In unserem personell gesehen kleinsten Geschäftsbereich Aftermarket arbeiteten Ende 2022 insgesamt 80 Beschäftigte mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. In Profit Centern und Services verzeichneten wir im Vergleich zum Vorjahr einen Personalanstieg um 455 Beschäftigte. Dies lag vornehmlich am weiteren Ausbau und der Verlagerung in Shared Service Center in Wrocław/Polen, Belgrad/Serbien, Monterrey/Mexiko und Pune/Indien.
TECHNOLOGIE UND INNOVATION Trotz des schwierigen Umfelds investierten wir im Berichtsjahr 671 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung und damit absolut gesehen etwas mehr als im Vorjahr. Dabei entfiel ein Großteil unserer Aufwendungen in unsere strategischen Kernbereiche Elektrifizierung und Thermomanagement. In Relation zum Umsatz ergab sich für 2022 eine Quote von 5,4 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent). Zum 31. Dezember 2022 beschäftigten wir in diesem Bereich 5.456 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Berichtsjahr hat MAHLE 384 Patente neu angemeldet, ergänzt durch 462 Erfindungsmeldungen. Die gesamte Automobilindustrie befindet sich im Wandel, die technologische Transformation hat weiter an Tempo zugelegt. Dies gilt vor allem für den Vormarsch der Elektromobilität: Viele unserer Kunden passen ihre Planungen entsprechend an, ebenso wie MAHLE selbst. Den erforderlichen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz unterstützen wir durch eine technologieoffene Sicht auf Kunden und Märkte. Entsprechend arbeiten wir in unseren strategischen Kernbereichen an Technologien für alle Antriebs. Ausgewählte Innovationen des Geschäftsjahres 2022 Mit dem SCT (Superior Continuous Torque) E-Motor hat MAHLE 2022 einen Motor vorgestellt, der unbegrenzt lange mit hoher Leistung arbeiten und auf Kundenwunsch auch ohne den Einsatz seltener Erden gebaut werden kann. Geeignet ist die Neuentwicklung für Pkw, Nutzfahrzeuge sowie Land- und Baumaschinen. Damit wird MAHLE zum Vollsortimentsanbieter im Bereich elektrischer Antriebe und deckt vom Pedelec bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen, Offroad- und Industrieanwendungen alle Bedarfe ab. Erreicht wird diese Belastbarkeit beim neuen SCT E-Motor durch den Einsatz einer innovativen integrierten Ölkühlung. Durch die extrem kompakte Bauweise ergibt sich zusätzlich zur Performance ein Materialkosten- und Gewichtsvorteil. Eine besondere und übergreifende Bedeutung bei der Entwicklung effizienter und CO 2 -neutraler Antriebe hat das Thermomanagement - das Heizen und Kühlen im Fahrzeug. Seine Komplexität und die Anforderungen an seine Leistungsfähigkeit steigen bei batterieelektrischen Antrieben und Brennstoffzellensystemen erheblich. Mit Blick auf die zunehmende Diversifizierung im Antriebsmix bei Nutzfahrzeugen hat MAHLE einen modularen Aufbau des Systems auf der IAA Transportation vorgestellt. Damit kann für jede Anwendung und jedes Fahrzeug die ideale Systemarchitektur entwickelt und die Vielzahl an individuellen Fahrprofilen und Fahrzeugklassen im Nutzfahrzeugsektor abgedeckt werden - und das hoch effizient und zu optimierten Kosten. Auf der Fachmesse für maritime Wirtschaft SMM in Hamburg hat MAHLE 2022 Thermomanagement-Lösungen für die Brennstoffzellenperipherie elektrisch angetriebener Wasserfahrzeuge aller Klassen präsentiert. Mit klimaneutral erzeugtem Wasserstoff fahren sie emissionsfrei. Neben der Brennstoffzelle hat der Einsatz von Wasserstoff als Verbrennungskraftstoff das Potenzial, viele Schwerlast- und Offhighway-Anwendungen besonders schnell klimaneutral zu machen. Wasserstoffmotoren eignen sich ideal für hohe Lastzyklen mit plötzlichen Laststufen und sind unempfindlich gegen Hitze, Verunreinigungen sowie Vibrationen. Auf der IAA hat MAHLE erstmals eine neue Power Cell Unit - ein System aus Kolben, Kolbenringen, Pleuel, Bolzen und Laufbuchse - sowie einen Hochdruck-Impaktor zur Spülung des Kurbelgehäuses präsentiert. Damit kann Wasserstoff hocheffizient und sicher in Verbrennungsmotoren mit einer langen Lebensdauer eingesetzt werden. Zudem hat MAHLE gemeinsam mit Siemens eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich kabelloser Ladesysteme für E-Fahrzeuge unterzeichnet. Zukünftig wird gemeinsam das Gesamtsystem aus Infrastruktur und Fahrzeugtechnik entwickelt und getestet. Ein Schwerpunkt dabei ist das Vorantreiben technologischer Standards für die induktive Ladetechnologie, um eine breite Akzeptanz für kabelloses Laden zu ermöglichen. MAHLE Aftermarket wird für die Batteriediagnose von E-Fahrzeugen zusätzlich zum bestehenden OBD-Port künftig auch den Ladestecker nutzen. Dafür arbeitet unsere Service- und Ersatzteilsparte mit einem Partner zusammen. Er wertet die gemessenen Daten in der Cloud aus und stellt wertvolle Informationen über den Zustand der Fahrzeugbatterie bereit. So kann beispielsweise ein etwaiger Reparaturbedarf prognostiziert werden. Bereits seit Anfang 2022 wird die neue Diagnoselösung gemeinsam mit dem TÜV NORD Mobilität und einem namhaften europäischen Flottenbetreiber bei Pkw in der Praxis erprobt.
EINKAUF Das Berichtsjahr war aus Einkaufssicht erneut anspruchsvoll. Das Marktumfeld war weiterhin geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie der Absicherung der Stabilität von Lieferketten und Abrufzahlen. Diese waren regional sehr unterschiedlich. Besonders erhebliche Implikationen gab es in China mit globalen Auswirkungen. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine erzeugte weitere massive Unsicherheiten im Markt und sorgte für deutlich höhere Rohstoffpreise, Unberechenbarkeiten bezüglich der Energieversorgung und beeinträchtigte Lieferketten. Insbesondere die zu Beginn des Jahres sehr stark gestiegenen Rohstoffpreise belasteten die Materialkosten von MAHLE. Auch nach wie vor hohe Kosten für Frachten, stark steigende Preise im indirekten Einkauf - insbesondere im Bereich Energie - sowie gestiegene Umarbeitungskosten der Rohstoffe führten zu Mehrbelastungen. Die Gesamtlage wurde zusätzlich durch bereits bestehende und sich weiter verschärfende Knappheiten im Halbleiterumfeld und bei einigen Rohstoffen verschärft. Um den Mehrpreisforderungen von Lieferanten zu begegnen, hat MAHLE den Prozess zum Umgang mit diesen Forderungen angepasst und teilweise neu strukturiert. Darüber hinaus haben wir im Rahmen eines konzernweiten Programms zur Materialkostenreduktion verschiedene Initiativen ins Leben gerufen. Neben einer breit angelegten Verhandlungsoffensive werden in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten auch verstärkt Potenziale zur Materialkostenreduktion durch technische oder prozessuale Anpassungen identifiziert, evaluiert und implementiert. Zudem wird ein immer stärkerer Fokus auf die Reduktion der CO 2 -äquivalenten Emissionen gelegt. Auch in diesem anspruchsvollen Umfeld konnten wir die Prozesstreue sowie die Qualität der bezogenen Waren und Dienstleistungen wahren. Die kontinuierliche Konsolidierung, aber auch Diversifizierung unseres Lieferantenportfolios bleibt wichtig. PRODUKTION Unsere Produktion begegnete auch 2022 zahlreichen Herausforderungen, bedingt durch die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen sowie Störungen in der Lieferkette. Vor allem einige europäische Standorte mussten aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie der steigenden Energiekosten und Rohstoffknappheit zeitnah Maßnahmen einleiten. Diese dienten dazu, die internen Kostensteigerungen zu begrenzen und gleichzeitig eine multidirektionale Versorgung sicherzustellen. Zudem lag der Fokus darauf, das Kostenbewusstsein zu schärfen, da die Transformation in der Automobilindustrie und volatile Märkte auch unsere Produktion stark beeinflussen. Entscheidend ist dabei, die operative Exzelllenz der Produktion kontinuierlich zu stärken, unter anderem durch den durchgängigen Wissenstransfer und -aufbau im Bereich Lean Management und Digitalisierung. Die zentrale strategische Ausrichtung auf operative Exzellenz setzt verstärkt auf Elemente wie Lean Management und unser einheitliches Produktionssystem. Auf der Basis der Wertströme rufen wir ganzheitliche Prozessverbesserungen hervor. In Stuttgart wurde eine "MAHLE Produktionssystem (MPS)-Lernfabrik" etabliert, um Wissen möglichst praxisnah in die Organisation zu tragen. Diese beinhaltet Trainingsangebote mit "Live"-Simulation in einem eigens dafür aufgebauten Produktionsbereich für unterschiedliche Zielgruppen. Weiterhin wurde die Ausbildung von Lean Experten und Trainern intensiviert. Um die Fertigungsstandorte in ihren operativen Prozessen bestmöglich zu befähigen, werden weltweit neue, digitale Technologien eingesetzt. Eine "Industrial Internet of Things"-Plattform befindet sich in einzelnen Werken in der Pilotierung. Damit können eine Reihe von digitalen Anwendungsfällen in der Produktion abgebildet werden, zum Beispiel Echtzeit-Visualisierung von Maschinenzuständen und Energiemonitoring bis auf Maschinenparkebene. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der durchgängigen Standardisierung der globalen Produktionsstandorte, auch im Hinblick auf die Cybersicherheit. So erhalten die neuen datengetriebenen Lösungen einen rechtlichen und sicherheitstechnischen Rahmen. MAHLE vereint die Synergien der Lean- und Digitalisierungsaktivitäten für die Fabriken unter dem Motto "Lean Digital Factory". Ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung aller Aktivitäten ist die Nutzung von Synergien über den gesamten Konzern hinweg. Dafür wurde eine neue Kommunikationsplattform geschaffen, die den globalen Austausch ermöglicht. QUALITÄTSMANAGEMENT Qualität ist die Basis unseres Erfolgs. Dafür sind innovative, fehlerfreie und zuverlässige Produkte sowie Systeme essenziell. Kernelement unserer unternehmerischen Jahresplanung sind daher Qualitätsziele, die wir top-down definieren, bottom-up konkretisieren und über die operativen Bereiche konsolidieren. Zudem kommt bereits seit vielen Jahren in allen unseren Geschäftsprozessen ein konzernweites Qualitätsmanagementsystem zum Einsatz. Das "MAHLE Quality Improvement Program" haben wir 2022 erfolgreich fortgesetzt. Ziel ist es, die Qualität unserer Produkte und Leistungen kontinuierlich weiter zu verbessern, die Ausschusskosten zu reduzieren sowie das Qualitätsbewusstsein und die konzernweite Anwendung von vereinbarten Standards zu stärken. Auch Schulungen für Beschäftigte sind Teil des Programms ebenso wie Projekte, mit denen wir Aktivitäten koordinieren, Abläufe standardisieren sowie unsere Produkte und Prozesse optimieren. Damit wollen wir Risiken weiter reduzieren und potenzielle Fehlerquellen bereits in der Produktentwicklung ausschließen. Risiken in der Serienfertigung vermindern wir durch umfangreiche qualitätssichernde Maßnahmen, wie zum Beispiel regelmäßige Audits. Durch das breit angelegte "MAHLE Quality Improvement Program" wird die konzernweite Kommunikation verbessert und der Austausch unserer Teams gefördert. Alle Ergebnisse fließen in unsere Abläufe ein und optimieren diese. Im November 2022 hielt MAHLE im Rahmen des weltweiten "World Quality Day" eine Veranstaltung ab, bei der sich alle unsere Produktionsstandorte über die Qualitäts-Performance sowie über den aktuellen Status, Prioritäten, Verbesserungen und Erfolge im Bereich Qualitätsmanagement austauschen konnten. Unsere Kunden liefern die Daten zu unserer Qualitäts-Performance in unterschiedlichen Formaten. Über unser einheitliches Reporting haben alle Standorte - in einer standardisierten Form - Zugriff auf diese Informationen, um bei Abweichungen zeitnah notwendige Korrekturmaßnahmen festzulegen. Die Kundenreklamationen im Bereich Automotive sind 2022 um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Anzahl der fehlerhaft ausgelieferten Teile konnten wir im Berichtsjahr in einem niedrigen Bereich stabil halten. Unsere Kunden haben darüber hinaus im Geschäftsjahr 2022 die Qualität unserer Produkte erneut mehr als 80-mal ausgezeichnet. ARBEITSSICHERHEIT, UMWELT UND KLIMASCHUTZ MAHLE lebt Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Konzerns. Besonderes Augenmerk genießen dabei Arbeitssicherheit, Umwelt und Klimaschutz. MAHLE trägt die Verantwortung für das Wohlergehen und die Sicherheit seiner Beschäftigten. Um Arbeitsrisiken zu minimieren, setzen wir technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen um. Basis dafür sind regelmäßige Risikobewertungen, aus denen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und Ziele zum Arbeitsschutz ableiten. Die Einhaltung der Ziele und Umsetzung der Maßnahmen überprüfen wir durch regelmäßige Audits und Begehungen. Die Unfallrate zeigt die Zahl der Unfälle pro eine Million Arbeitsstunden an, die zu Ausfallzeit beziehungsweise Beschäftigung an Schonarbeitsplätzen geführt haben. Im Geschäftsjahr 2022 betrug sie 3,5; dies sind rund 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt konnten wir damit den positiven Trend der letzten fünf Jahre fortsetzen. Verzeichneten wir vor fünf Jahren noch 6,8 Unfälle pro eine Million Arbeitsstunden, waren es 2022 nur noch etwa halb so viele. Ein wichtiger Pfeiler zur Verbesserung der Arbeitssicherheit in unseren Werken ist die Einführung und Aufrechterhaltung eines Arbeitsschutzmanagementsystems nach ISO 45001. Hier konnten wir weitere Fortschritte erzielen. So waren Ende 2022 bereits 103 MAHLE Standorte nach ISO 45001 zertifiziert. Wir planen weiterhin, in den kommenden Jahren schrittweise alle Produktionsstandorte zu zertifizieren. Unser Ansatz zum Umwelt- und Klimaschutz reicht von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Verwertung unserer Produkte. Bestehende Produkte, Verbrauchsstoffe, Prozesse und Maschinen werden kontinuierlich bewertet und verbessert, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Wir arbeiten weiterhin daran, an unseren Standorten Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 und/oder EMAS einzuführen. Ende 2022 waren 140 Standorte nach mindestens einem dieser Standards zertifiziert. Außerdem waren 13 Standorte nach dem Energiemanagementsystem ISO 50001 zertifiziert. In 2022 haben wir klimarelevante Aspekte noch stärker in unsere Kernprozesse integriert. Unsere CO 2 -Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe und dem Einsatz von Elektrizität sind im vergangenen Jahr vor allem durch den vermehrten Bezug von weniger kohlenstoffintensivem Strom um mehr als 12 Prozent gegenüber 2021 gesunken. Den größten Anteil an unserem CO 2 -Fußabdruck haben die vorgelagerten Emissionen der bezogenen Rohstoffe und Dienstleistungen sowie aus der Verwendung unserer Produkte (Scope 3 Kategorie 1 und 11 nach GHG-Protokoll). Wir haben uns deshalb neben den Zielen für Scope 1 und 2, die bereits 2020 verabschiedet wurden, ebenfalls Ziele für die Reduktion der Scope 3-Emissionen gesetzt. Diese wissenschaftsbasierten Klimaziele haben wir bei der Science Based Targets Initiative (SBTi) eingereicht. Unser Managementansatz zu Treibhausgasemissionen wurde von CDP im Dezember 2022 mit einem "B" (auf einer Skala von A bis D) bewertet. Ein wichtiger Schwerpunkt lag 2022 neben der CO 2 Roadmap in der Vorbereitung der Umsetzung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, insbesondere hinsichtlich unserer Lieferkette, um dafür zu sorgen, dass die Menschenrechts- und Umweltschutzgrundsätze in unserem Einflussbereich befolgt werden. Unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten wurden von EcoVadis mit Stand Februar 2022 mit einer "Silbermedaille" ausgezeichnet. Die detaillierten Ergebnisse unserer Aktivitäten werden im Nachhaltigkeitsbericht 2022 vorgestellt. Chancen und Risikobericht
Chancen und Risiken aus unserem Geschäftsbetrieb bewerten wir mithilfe eines Managementsystems. So gewinnen wir Erkenntnisse, aus denen wir Schlüsse ziehen, und passen unser Handeln entsprechend an. Unsere konzernweit tätige Innenrevision überprüft anhand jährlich wechselnder Prüfpläne regelmäßig die Ordnungsmäßigkeit und Effizienz unserer Prozesse und Kontrollsysteme.
Durch die Transformation der Automobilindustrie und die Auswirkungen der allgemeinen geopolitischen Lage sowie der Corona-Krise, die sich beispielsweise in einer Knappheit an Halbleitern oder starken Kostensteigerungen zeigen, können sich Risikoschwerpunkte verändern. Um dies zu steuern, haben wir einen systematischen Risikomanagementprozess mit den folgenden Schwerpunkten eingeführt. MARKT - UND TECHNOLOGIETRENDS Langfristige Markt- und Technologietrends erfassen wir in einem systematischen Szenarioansatz. Grundlage ist ein Basisszenario, das auch die Entwicklungen unserer Geschäftseinheiten, Regionen, Produkte und Märkte bis ins Jahr 2035 umfasst. Davon ausgehend unterziehen wir unser Unternehmen mit den "Extremszenarien 2035" einem Stresstest in verschiedenen Dimensionen, beispielsweise für Märkte, Regionen, Antriebsarten, Stückzahlen und Technologien. Indem wir Markt- und Technologietrends systematisch berücksichtigen, stellen wir sicher, dass wir Chancen und Risiken frühzeitig identifizieren. Erkenntnisse aus diesen Analysen gehen in die Entscheidungen über künftige Geschäftsfelder und neue Produktionsverfahren ein. Daraus abgeleitete Maßnahmen bilden wir in der strategischen Unternehmens- beziehungsweise Budgetplanung ab. Im Zuge der Managementberichterstattung beobachten wir, ob und wie die beschlossenen Schritte umgesetzt werden. Chancen und Risiken ergeben sich beispielsweise aus der zunehmenden Sensibilisierung der Märkte für ökologische und nachhaltige Aspekte sowie aus neuen Normen zur Reduktion des Emissionsausstoßes. Deshalb binden wir alle relevanten Themen frühzeitig in unsere internationalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ein und setzen auf eine Vielzahl an Technologien zur Effizienzsteigerung sämtlicher Antriebsstranglösungen sowie auf ein ganzheitliches, intelligentes Thermomanagement-System. So sind wir in der Lage, unseren Kunden wettbewerbsfähige und innovative Produkte zu bieten. Aufgrund unseres stetig wachsenden Portfolios an elektrischen Traktionsantrieben, Leistungselektronik und Nebenaggregaten sowie weiterer Produkte im elektrischen Antriebsstrang profitieren wir vom expandierenden Markt elektrifizierter Kraftfahrzeuge. Diese Aktivitäten haben wir durch mehrere Zukäufe, die inzwischen in unseren Konzern integriert sind, gezielt gestärkt. Mithilfe von Akquisitionen haben wir auch unser Thermomanagement-Geschäft in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und unser Produktportfolio um Klimakompressoren erweitert sowie auch unseren regionalen Footprint in Asien gestärkt. Damit verfügt MAHLE über die notwendigen Ressourcen und das Know-how, Komponenten für den wachsenden Markt der Hybride und Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Geopolitische Spannungen oder gar kriegerische Auseinandersetzungen wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, Einschnitte in der Logistikkette von Rohstoffen bis hin zu fertigen Bauteilen, Konjunkturschwankungen oder gar konjunkturelle Einbrüche, Änderungen der politischen Rahmenbedingungen in einzelnen Regionen oder Ländern, Handelserschwernisse, sonstige die Weltwirtschaft beeinflussende Entwicklungen sowie die steigende Anzahl von Wettbewerbern, insbesondere aus Asien, können sich stark auf Marktentwicklungen und daher auch auf den Geschäftsverlauf unseres Unternehmens auswirken. Entsprechend beobachten wir Entwicklungen in diesem Zusammenhang kontinuierlich. Generell dienen unsere breite Aufstellung und globale Präsenz als wichtige Stabilisierungsfaktoren und helfen uns dabei, Markt- und Kundenrisiken zu begegnen. Auch unser stark diversifiziertes Kunden- und Produktportfolio trägt dazu bei. So lassen sich mögliche Nachfragerückgänge in einzelnen Märkten oder bei einzelnen Kunden zumindest teilweise kompensieren. Einen globalen Markteinbruch wie in der Wirtschaftskrise 2009, dessen Folgen unser Ergebnis stark belasten könnten, werten wir deshalb als eines der größten Risiken für unseren Konzern. Hierzu zählen auch weitgehend unvorhersehbare Ereignisse wie die Corona-Pandemie und ihre Folgeeffekte, beispielsweise die globale Knappheit an Halbleitern, oder geopolitische Zäsuren wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und infolgedessen starke Preissteigerungen, Energieknappheit und Einschnitte bei der Rohstoffverfügbarkeit. Mit entsprechenden Frühwarnsystemen und Maßnahmenplänen begrenzen wir die Konsequenzen daraus bestmöglich. Die Pläne und Diskussionen um ein Ende des Verbrennungsmotors und weitere generelle Fahrverbote sind wesentliche Unsicherheitsfaktoren für die gesamte Automobilindustrie, vor allem in Europa, den USA und China. Mittels entsprechender Maßnahmen wollen wir eventuelle wirtschaftliche Auswirkungen einer Technologiewende frühzeitig abmildern. Solche könnten sich auch aus möglichen Änderungen der Gesetzeslage wie einem Verbot von Pkw-Verbrennungsmotoren ab einem definierten Zeitpunkt in bestimmten Ländern oder Regionen ergeben. Durch unsere Strategie, mit der wir die Mobilitätswende sowohl im Bereich Elektrifizierung und Thermomanagement als auch bei Komponenten für saubere Verbrennungsmotoren aktiv begleiten wollen, bereiten wir uns auf künftige Szenarien dieser Art vor. Den vom Verbrennungsmotor unabhängigen Umsatzanteil wollen wir kontinuierlich erhöhen. BESCHAFFUNG UND PRODUKTION Schwerpunkte unseres Risikomanagements liegen darin, gemeinsam die weltweite Einkaufsteileversorgung aufrechtzuerhalten und negative Auswirkungen aus Beschaffungsmärkten zu minimieren. Regelmäßige Lieferantenbewertungen zur Risikoidentifikation sind hierfür die Grundvoraussetzung. Diese Aktivitäten haben wir in den vergangenen Jahren intensiviert und professionalisieren diese fortlaufend. Wir achten dabei darauf, dass die Unabhängigkeit unserer Lieferanten gewahrt bleibt. Zudem setzen wir weltweit ein Instrument zur Risikoüberwachung ein, das einen schnellen Überblick unter anderem bezüglich (Natur-) Katastrophen, Streiks und Insolvenzen ermöglicht. Dies erhöht die Transparenz und verringert somit das Risiko in der Lieferkette. Konkret auftretende Risiken, die zu Engpässen in der Einkaufsteileversorgung und so zu Produktionsunterbrechungen führen könnten - wie beispielsweise die Corona-Pandemie seit 2020, die Versorgungsschwierigkeiten mit Halbleitern und Kunststoffgranulaten seit 2021, der russische Angriffskrieg in der Ukraine seit Februar 2022 und die sich daraus ergebende Energiekrise in Europa - werden an das Supply Risk Committee berichtet und von Fokus/Task Force Teams gesteuert. Das Supply Risk Committee wird von der zentralen Einkaufsleitung geführt und besteht aus abteilungsübergreifenden Mitgliedern aus Vertrieb, Logistik, Produktion, Entwicklung, Controlling und Qualität, um eine bestmögliche Risikobegrenzung zu erzielen. Die Optimierung der Prozesse in den Werken stand auch in diesem Berichtsjahr im Hinblick auf Qualitäts- und Sicherheitsstandards stets im Fokus. Um die operativen Risiken weiterhin zu minimieren, haben wir eine Reihe an Initiativen verstärkt, die unsere Produktionsstätten vor allem dazu befähigen sollten, auf die aktuellen Schwankungen am Markt und Geschehnisse in der Wirtschaft und Politik zu reagieren. Hierzu gehört unter anderem die systematische und standardisierte Aufrüstung unserer Cyber-Sicherheit in den operativen Bereichen, um eine uneingeschränkte Produktion und deren Ergänzung um digitale Elemente abzusichern. Auch die weitere Etablierung und Neuausrichtung spezifischer Task Forces, mit dem aktuell starken Fokus auf Energieversorgungssicherheit, tragen einen essenziellen Bestandteil zur Risikoabschätzung und Maßnahmenanpassung für die Produktionsstätten bei. Das von der Energiekrise ausgehende Risiko hat unsere Arbeitsweise stark beeinflusst und erforderte werks- und funktionsübergreifendes Handeln zur Prävention einer Mangellage. Die darüberhinausgehende Zusammenarbeit der Komitees mit bereichsübergreifenden Mitgliedern zum Beispiel aus Logistik, Einkauf und Produktion wurde erfolgreich fortgeführt. Dadurch wird stets eine konzernweite Transparenz gewährleistet sowie die Handlungsdringlichkeit ungeplanter Vorkommnisse ermittelt, um die Fertigungsprozesse und Wertschöpfungskette der Werke zu jedem Zeitpunkt bestmöglich abzusichern. Unser Konzern ist nach anerkannten ISO-Normen und ähnlichen Vorgaben unserer Branche auditiert und zertifiziert, so beispielsweise im Hinblick auf Qualität, Umweltschutz und Arbeitssicherheit. Damit unterliegt unser Unternehmen einer wichtigen risikobegrenzenden, externen Kontrolle. Betriebsunterbrechungen, die aus Schäden resultieren, sowie Haftungsrisiken haben wir in einem wirtschaftlich sinnvollen Ausmaß über Versicherungen abgedeckt. Um Qualitäts- und Gewährleistungsfällen sowie ähnlichen Risiken vorzubeugen, haben wir bereichsübergreifend Gegenmaßnahmen festgelegt. So werden unsere Entwicklungsprozesse beispielsweise laufend auf den Prüfstand gestellt und optimiert, auch mit dem Ziel, die Risiken zu begrenzen, die sich aus weiter ansteigenden Forderungen unserer Kunden zur Übernahme von Garantieumfängen oder von zusätzlichen Kosten aufgrund verspäteter Serienanläufe ergeben könnten. Auch im Hinblick auf die erhöhten Anforderungen zur Produktsicherheit werden zur Risikominimierung die Entwicklungsprozesse optimiert. Soweit gesetzlich erforderlich, sind zum Bilanzstichtag verursachte und bekannt gewordene wirtschaftliche Belastungen aus Qualitäts- und Gewährleistungsfällen, die nach dem Bilanzstichtag zu Auszahlungen führen dürften, durch Rückstellungen im Rahmen der Risikovorsorge abgedeckt. FINANZMANAGEMENT Mit unserem systematischen konzernweiten Finanzmanagement stellen wir sicher, dass wir die Finanzierungsmöglichkeiten des Banken- und Kapitalmarkts optimal nutzen. Das Liquiditätsrisiko wird durch diversifizierte Finanzierungsfazilitäten mit gestuften Fälligkeitsprofilen abgedeckt, die den absehbaren Finanzbedarf unseres Konzerns deutlich übersteigen. Bei der Gestaltung unseres Finanzierungs-Mixes berücksichtigen wir Sicherheits-, Flexibilitäts- und Kostenaspekte. Ziel ist es, die finanzielle Unabhängigkeit unseres Konzerns abzusichern, Finanzierungsrisiken zu begrenzen und dafür zu sorgen, dass wir Geschäftschancen jederzeit nutzen können. Währungsrisiken identifizieren wir mit unserem konzernweiten Planungs- und Reportingsystem. Nach konzerneinheitlichen Prinzipien wirken wir diesen Risiken weitreichend entgegen und nutzen dazu prognosefreie Sicherungsgeschäfte über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten. Bei den Sicherungsgeschäften handelt es sich in der Regel um OTC FX Forwards oder Swaps in Form von Portfolio Hedges. Dabei ist der Einsatz derivativer Finanzinstrumente zwingend daran gebunden, dass ein operatives Grundgeschäft zugrunde liegt. Erwartete und noch nicht fakturierte Währungsrisiken werden mit im künftigen Zeitverlauf abnehmenden Sicherungsgraden versehen. Die entstehende Sicherungsbeziehung erzeugt Bewertungseinheiten nach der Critical-Term-Match-Methode. Das Zinsrisiko wird Value-at-Risk-Untersuchungen unterzogen. Aus OTC-Sicherungsgeschäften und anderen Finanztransaktionen entstehen Kontrahentenrisiken mit Finanzinstitutionen, die wir in unserem einheitlichen Berichtswesen konzernweit identifizieren und bewerten. Beim Überschreiten definierter Grenzwerte wird das Kontrahentenrisiko durch gezielte Risikostreuung gemindert. PERSONAL, IT UND RECHNUNGSLEGUNG Heute und in Zukunft ist "Employee Engagement" ein Grundpfeiler für unseren Erfolg. Hoch qualifizierte und motivierte Beschäftigte sind für uns von zentraler Bedeutung. Deshalb ist es uns wichtig, geeignetes Personal zu gewinnen und die Beschäftigten kontinuierlich zu fördern, weiterzuentwickeln und langfristig an unser Unternehmen zu binden. Um frühzeitig direkten Kontakt mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern aufnehmen und qualifizierte Beschäftigte rekrutieren zu können, haben wir ein umfassendes Personalmarketingkonzept entwickelt und eine Recruiting-Organisation etabliert. Damit reduzieren wir das Risiko, dass offene Stellen nicht oder nur verzögert besetzt werden. Um die Zukunft unseres Konzerns langfristig zu sichern und Chancen durch Markt- und Technologieveränderungen nutzen zu können, richten wir die Personalbedarfsplanung auf Entwicklungen in relevanten Märkten sowie strategisch bedeutsame Technologien und Geschäftsfelder aus. Leistungsgerechte Vergütungs- und moderne Altersversorgungssysteme sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zielen darauf ab, Beschäftigte in strategisch wichtigen Positionen zu motivieren und zu halten. In der IT schützen Vorgaben, Prozesse und Sicherheitstechnologien vor unberechtigten Datenzugriffen oder -missbrauch durch Innen- und Außentäter. Definierte Sicherheitsstandards umfassen nicht nur technische Spezifikationen von Hard- und Software, sondern auch funktionale Sicherheitsstrukturen und organisatorische Vorkehrungen. Die für den Betrieb als kritisch eingestuften IT-Systeme werden weitgehend redundant betrieben und sind zudem über ein Back-up-Rechenzentrum abgesichert. Detaillierte Back-up- und Recovery-Prozeduren verringern das Risiko schwerwiegender Störungen unter anderem dadurch, dass Zugangsverfahren gesichert und Daten tagesaktuell gespiegelt und archiviert werden. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz vor Cyberattacken, die aufgrund der bekannten Vorfälle in der Branche inzwischen als eines der größten Risiken gesehen werden. Beim Rechnungslegungsprozess zielt das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem darauf ab, die Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicherzustellen. Neben Richtlinien und Grundsätzen beinhaltet das System Maßnahmen, die dazu dienen, Berichtsfehlern vorzubeugen oder sie aufzudecken. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt zentral auf Basis der von den Tochtergesellschaften gemeldeten Daten. Die Einhaltung der MAHLE Richtlinien stellen wir durch systemische Kontrollen, fachliche Beratung, Prüfungsroutinen sowie Plausibilisierung der Daten seitens der Konzernrechnungslegung sowie durch Management Reviews sicher. REGELUNGEN UND GESETZE Richtlinien sowie Organisations- und Arbeitsanweisungen gewährleisten, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Indem wir interne und externe Expertinnen und Experten frühzeitig in die Prozesse einbinden, minimieren wir Risiken und nutzen Chancen, die sich beispielsweise aus steuerlichen, arbeits-, wettbewerbs-, patent-, kartell-, datenschutz- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen sowie Handelsbestimmungen ergeben könnten. Wesentliche Elemente unserer Compliance-Struktur sind der MAHLE Business Code, unsere globale Compliance-Organisation, das Hinweisgebersystem für interne und externe Compliancemeldungen sowie das Schulungskonzept für die relevanten Risikobereiche und Maßnahmen zur Prävention. GESAMTBEURTEILUNG Aus heutiger Sicht sind insgesamt keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand unseres Konzerns gefährden könnten, sofern entwicklungsbeeinträchtigende Risiken oder globale Extremkrisen wie die Corona-Pandemie nicht mehrfach in kurzer Folge vorkommen. Prognosebericht
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Für das Jahr 2023 prognostiziert der IWF in seinem Januar-Bericht ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung von rund 3 Prozent. Diese Prognose ist mit großer Unsicherheit behaftet und hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der Inflation und der damit einhergehenden Straffung der monetären Bedingungen ab. Der IWF sagt voraus, dass das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit rund 4 Prozent 2023 deutlich höher ausfallen wird als in den Industrieländern mit rund 1 Prozent. Für den Euro-Raum erwartet der IWF ein Plus von unter 1 Prozent, unter anderem beeinträchtigt durch die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Dahingegen begünstigt die sinkende Inflationserwartung die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum. Für Deutschland wird eine Wirtschaftsleistung auf Vorjahresniveau vorausgesagt. In Nordamerika soll der Zuwachs in den USA bei rund 1 Prozent liegen. Dabei leidet die Wirtschaft vor allem unter einer geringeren Nachfrage. Auch in Brasilien, der größten Volkswirtschaft Südamerikas, soll die Wirtschaft um rund 1 Prozent zulegen. Für die chinesische Wirtschaft prognostiziert der IWF insbesondere aufgrund der Abkehr von der Nulltoleranzpolitik in Bezug auf die Corona-Pandemie mit über 5 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Der Zuwachs der japanischen Wirtschaft wird mit rund 2 Prozent voraussichtlich in etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre liegen. ENTWICKLUNG DER FAHRZEUGMÄRKTE Entwicklung der Märkte für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge Wir erwarten, dass sich die globale Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Jahr 2023 nur verhalten entwickeln wird. Der Markt wird weiterhin durch viele Unsicherheitsfaktoren belastet. Derzeit ist nur schwer abzusehen, wie lange der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit verbundenen indirekten Auswirkungen auf die Fahrzeugproduktion andauern werden. Neben den geopolitischen Spannungen und der Verschärfung des Rezessionsrisikos spielen anhaltende Lieferengpässe bei Halbleitern, weiteren Rohstoffen und Vorprodukten eine wichtige Rolle, da diese zu signifikanten Produktionsausfällen führen könnten. Hinzu kommen massive Preissteigerungen, welche die Kaufkraft weiter verringern könnten. In Nordamerika wird das Vorkrisenniveau voraussichtlich erst in einigen Jahren wieder erreicht werden, in Europa erwarten wir, dass die Fahrzeugproduktion für viele Jahre nicht mehr das Vorkrisenniveau erreichen wird. Zudem trüben der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die voraussichtlich schwache Wirtschaftsentwicklung den Ausblick stark ein. In Südamerika, welches weniger von den Versorgungsengpässen im Pkw-Markt betroffen ist, sollte sich der Erholungstrend zunächst fortsetzen. Gleiches gilt für den Raum Asien/Pazifik: In einigen asiatischen Teilmärkten wird ein moderates Wachstum prognostiziert. In China ist jedoch unter anderem aufgrund einer gedämpften wirtschaftlichen Entwicklung und den Auswirkungen der auslaufenden Steuerreduzierung zunächst ein Rückgang der Produktionszahlen zu erwarten. Darüber hinaus ist der dortige Verlauf der Corona-Pandemie nur schwer abzusehen.
Entwicklung der Märkte für mittlere und schwere Nutzfahrzeuge Im Bereich der mittleren und schweren Nutzfahrzeuge rechnen wir für 2023 mit Wachstum. Dazu tragen insbesondere die regionalen Erholungstendenzen in den meisten Teilen Asiens bei. Den deutlichsten Aufwärtstrend erwarten wir in China, nachdem der zyklische Tiefpunkt wohl in 2022 erreicht war. In Europa und Nordamerika ist derzeit nur geringfügiges Wachstum zu erwarten. Der anhaltende russische Angriffskrieg auf die Ukraine, hohe Preissteigerungen für Güter, Rohstoffe und Warentransport, erschwerte Finanzierungskonditionen sowie die gedämpften Wirtschaftsprognosen führen zu großen Unsicherheiten und könnten die Wachstumserwartungen deutlich dämpfen und sich negativ auf die Fahrzeugmärkte auswirken. ENTWICKLUNG DES MAHLE KONZERNS Für das Geschäftsjahr 2023 rechnen wir mit einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld. Die daraus resultierenden Effekte auf die globale Wirtschaftsdynamik und insbesondere auf die Automobilmärkte sind nur schwer abschätzbar. Unter Vorbehalt einer sich nicht verschärfenden gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Situation prognostizieren wir für 2023 dennoch einen kräftigen organischen Umsatzanstieg. Beim EBIT beziehungsweise Betriebsergebnis erwarten wir eine deutliche Verbesserung. Trotz der wirtschaftlichen Belastung legen wir unseren Fokus weiterhin auf die technologische Transformation und unsere strategischen Ziele. Unsere Zukunftsthemen werden wir mit hoher Intensität vorantreiben und kurz- wie mittelfristig unser Augenmerk darauflegen, unser Unternehmen nachhaltig und erfolgreich für die Zukunft aufzustellen. Gleichzeitig fokussieren wir uns darauf, unsere Wettbewerbsfähigkeit sowohl beim Produktportfolio als auch bei Prozessen zu sichern und auszubauen. Dafür treiben wir den strukturellen Umbau des Konzerns global voran, setzen die Überprüfungen unserer weltweiten Standorte und des Produktportfolios konsequent fort und verstärken unsere konzernweite Kostendisziplin mit gezielten Programmen. Wir gehen davon aus, dass weitere signifikante Anstrengungen erforderlich sind, um die technologische und strukturelle Transformation zu bewältigen. Als Reaktion auf die Mobilitätswende und die daraus resultierende Abkehr vom Verbrennungsmotor sowie den steigenden Wettbewerbsdruck haben wir bereits die Einstellung der Produktionsaktivitäten am Standort Mattighofen/Österreich und die schrittweise Verlagerung ausgewählter Produktgruppen nach Osteuropa angekündigt. Darüber hinaus haben wir die Schließung des Standorts Oyama/Japan und die vollständige Verlagerung der Produktionsaktivitäten nach Thailand angekündigt. Zugleich bereiten wir uns auf weitere Belastungen vor. Um den vielfältigen Herausforderungen durch die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere durch steigende Energiepreise und Lohnkosten, zu begegnen, wird eine anteilige Verteilung der Mehrkosten über die Wertschöpfungskette hinweg auch im kommenden Geschäftsjahr unausweichlich sein. Zudem werden wir die zusätzlich eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Ertrags- und Liquiditätssituation weiter verstärken. Wir bereiten unsere internen Prozesse für die Zukunft vor und arbeiten konsequent an neuen Ideen. So machen wir MAHLE beispielsweise mit umfassenden Sicherheitskonzepten resilient gegen die ernste Bedrohung durch Cyberangriffe. Darüber hinaus treiben wir die digitale Transformation aktiv voran, um durch ein noch breiteres Anwendungsspektrum zur Prozessoptimierung und -standardisierung beizutragen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Bewältigung der globalen Herausforderungen im Bereich Klima- und Umweltschutz. Wir begegnen diesen unter anderem mit unserer Technologieoffenheit: Diese zeigt sich konkret in unseren Geschäftsaktivitäten, beispielsweise der Entwicklung von Produkten, die den Umstieg auf CO 2 -effiziente Antriebe unterstützen. Um unseren CO 2 -Fußabdruck weiter zu reduzieren, setzen wir in erster Linie auf regenerative Eigenerzeugung und geringere Energieverbräuche durch die Steigerung der Energieeffizienz. Den größten Anteil an unserem CO 2 -Fußabdruck haben die vorgelagerten Emissionen der bezogenen Rohstoffe und Dienstleistungen sowie aus der Verwendung unserer Produkte (Scope 3 Kategorie 1 und 11 nach GHG-Protokoll). Wir haben uns deshalb neben den Zielen für Scope 1 und 2, die bereits 2020 verabschiedet wurden, ebenfalls Ziele für die Reduktion der Scope 3-Emissionen gesetzt. Gemäß unserer Zielsetzung wollen wir die Emissionen in Scope 1 und 2 basierend auf 2019 bis 2030 um 49% reduzieren und bis 2040 CO 2 -neutral sein. Die Scope 3 Emissionen in der Lieferkette und durch die Produktnutzung sollen basierend auf 2019 bis 2030 um jeweils 28% reduziert werden. Als Fundament für die Umsetzung unserer Zukunftsstrategien sehen wir wirtschaftlichen Erfolg. Er ermöglicht es uns, in Forschung und Entwicklung zu investieren, neue Bereiche aufzubauen und Akquisitionen zu tätigen, die unser Portfolio ergänzen. Um eine starke Basis zu erhalten und auszuweiten, streben wir nach Umsatzwachstum mit klarer Priorität auf nachhaltige Profitabilität. Unsere finanzielle Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber potenziellen Krisen haben für uns immer Priorität. Entsprechend achten wir auf eine gesunde Bilanzstruktur und einen moderaten Nettoverschuldungsgrad. Die tragenden Säulen unserer Finanzpolitik sind daher eine solide Eigenkapitalausstattung und eine langfristig gesicherte Liquidität, die auf einem stabilen operativen Cashflow sowie diversifizierten Finanzierungsquellen und -instrumenten basiert. Dieser Bericht beinhaltet zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen künftiger Entwicklungen beruhen und damit Risiken und Unsicherheitsfaktoren unterliegen, die außerhalb unserer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen. Dies kann dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den hier getroffenen Aussagen abweichen. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
1) In den Angaben enthalten sind Anpassungseffekte für die Hochinflationsländer Argentinien und Türkei nach DRS 25 Konzernanhang 2022ALLGEMEINER HINWEISDer vorliegende Konzernabschluss der MAHLE GmbH wurde gemäß den § 290 ff. HGB aufgestellt. KONSOLIDIERUNGSKREISDer Konzernabschluss umfasst die MAHLE GmbH (Mutterunternehmen) mit Sitz und Amtsgericht in Stuttgart (Handelsregisternummer 638) sowie 22 inländische und 127 ausländische Tochterunternehmen. Darüber hinaus wurden 13 Unternehmen anteilmäßig entsprechend der Anteilsquote konsolidiert und sechs Unternehmen wurden at-equity bewertet. Die konsolidierten Unternehmen sind aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes ersichtlich. Folgende Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr erstmals vollkonsolidiert:
Zwei Unternehmen wurden im Berichtsjahr auf andere Konzerngesellschaften verschmolzen. Ein vollkonsolidiertes Unternehmen wurde im Geschäftsjahr 2022 liquidiert. Im Berichtsjahr wurde bei zehn Unternehmen wegen deren untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss auf eine Einbeziehung verzichtet. Bei zwei Unternehmen wurde aufgrund untergeordneter Bedeutung auf eine at-equity-Bewertung verzichtet. Wesentliche Veränderungen des Konsolidierungskreises Im Berichtsjahr ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen im Konsolidierungskreis. BEFREIUNGSVORSCHRIFTEN FÜR INLÄNDISCHE GESELLSCHAFTENDie folgenden Tochterunternehmen nehmen die Erleichterungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB beziehungsweise des § 264b HGB hinsichtlich der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse und/oder der Aufstellung des Lageberichts in Anspruch: MAHLE Aftermarket GmbH, Stuttgart; MAHLE Aftermarket Deutschland GmbH, Schorndorf; MAHLE Beteiligungen GmbH, Stuttgart; MAHLE Blechtechnologie GmbH, Stuttgart; MAHLE Filtersysteme GmbH, Stuttgart; MAHLE Immobilien GmbH, Stuttgart; MAHLE Industrial Thermal Systems GmbH & Co. KG, Kornwestheim; MAHLE Industriebeteiligungen GmbH, Stuttgart; MAHLE Industriemotoren-Komponenten GmbH, Stuttgart; MAHLE International GmbH, Stuttgart; MAHLE Kleinmotoren-Komponenten GmbH & Co. KG, Stuttgart; MAHLE New Mobility Solutions GmbH, Kornwestheim; MAHLE Powertrain GmbH, Stuttgart; MAHLE Ventiltrieb GmbH, Stuttgart; MAHLE Versicherungsvermittlung GmbH, Stuttgart. KONSOLIDIERUNGSMETHODEDie Konsolidierung der bis zum 31. Dezember 2009 vollkonsolidierten Gesellschaften erfolgte unverändert nach der Buchwertmethode. Danach sind die Beteiligungswerte des Mutterunternehmens zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung, die mit dem Erwerb der Beteiligung vorgenommen wird, mit dem anteiligen buchmäßigen Eigenkapital der Tochterunternehmen zu verrechnen. Bei erstmals ab dem Jahr 2010 einbezogenen Unternehmen wurden die erworbenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Kaufpreisallokation zum Zeitpunkt, als das Unternehmen Tochterunternehmen wurde, mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Zum Bilanzstichtag bestehen aktive Unterschiedsbeträge von TEUR 166.385, von denen TEUR 16.415 auf Unterschiedsbeträge entfallen, die in den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen entstanden sind. Die Abschreibung der aktiven Unterschiedsbeträge erfolgt planmäßig über zehn Jahre, da die für den MAHLE Konzern relevanten Märkte von einer kleinen Anzahl von Anbietern und hohen Markteintrittsbarrieren geprägt sind und sich historisch eine Nutzbarkeit der erworbenen Firmenwerte von durchschnittlich zehn Jahren herausgestellt hat. Zusätzlich erfolgt mindestens jährlich ein Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) zur Bestimmung eines möglichen außerplanmäßigen Wertminderungsbedarfs gemäß DRS 23.129 S. 1. Hierbei wird zur Ermittlung des außerplanmäßigen Abschreibungsbedarfs der Zeitwert der Beteiligung am Tochterunternehmen mit der Summe aus dem Konzernbuchwert des Reinvermögens des Tochterunternehmens und dem Restbuchwert des aktiven Unterschiedsbetrags verglichen. Im Geschäftsjahr waren keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf aktive Unterschiedsbeträge notwendig. Weiterhin besteht zum Bilanzstichtag ein fortgeführter passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 63.380 für das im Jahr 2021 erworbene Klimatisierungsgeschäft der früheren Keihin Corporation (heute Hitachi Astemo, Ltd.). Dieser resultiert einerseits aus in den folgenden Geschäftsjahren zu erwartenden Verlusten. Entsprechend der in den folgenden Geschäftsjahren anfallenden Verluste wird der passive Unterschiedsbetrag ergebniswirksam aufgelöst. Ein weiterer Teil des passiven Unterschiedsbetrags ist auf einen günstigen Gelegenheitskauf zurückzuführen und wird über die durchschnittliche gewichtete Restnutzungsdauer des identifizierten Anlagevermögens ergebniswirksam aufgelöst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte eine Auflösung in Höhe von TEUR 40.031. Die MAHLE Beteiligungen GmbH hat im Berichtsjahr ihre Beteiligung an der MAHLE Behr GmbH & Co. KG durch die Übernahme der Anteile von Mitgesellschaftern mit Wirkung zum 1. Januar 2022 von 70,71 Prozent auf 75,71 Prozent und an der MAHLE Behr Verwaltung GmbH von 70,71 Prozent auf 75,71 Prozent erhöht. Dies führte zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 17.846. Die Aufstockung von Anteilen an Tochterunternehmen ohne Statuswechsel wurde dabei als Erwerbsvorgang abgebildet. Das Ergebnis aus der Änderung des Equity-Wertes wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Kürzung um Ertragsteuern ausgewiesen. Der konzerninterne Liefer- und Leistungsaustausch sowie gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten wurden aufgerechnet, Zwischenergebnisse wurden eliminiert. Latente Steuern, die durch erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen entstehen, wurden mit einem Steuersatz von 22 Prozent bilanziert. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEDie bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen bewertet. Planmäßige Abschreibungen wurden entsprechend den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern linear vorgenommen. Waren niedrigere Wertansätze geboten, erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte wurden nicht aktiviert. Darüber hinaus sind im Rahmen der Unternehmenserwerbe aufgedeckte stille Reserven in den immateriellen Vermögensgegenständen enthalten. Diese umfassen Markenrechte, Wettbewerbsverbote, Kundenbeziehungen, Technologielizenzen und Entwicklungsleistungen. Als Nutzungsdauer wurden bei den immateriellen Vermögensgegenständen je nach Kategorie drei bis zehn Jahre angewendet. Finanzanlagen wurden ebenfalls mit den Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt, sofern von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen ist. Die Vorräte sind mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden unter Einbeziehung angemessener Teile von Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens bewertet. Lagen die Marktpreise oder die beizulegenden Werte unter den Buchwerten oder war die Gängigkeit eingeschränkt, erfolgten in ausreichendem Umfang Abwertungen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung gebildet. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Die Rückstellungen für Steuern und die sonstigen Rückstellungen decken ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften angemessen ab. Die Bewertung erfolgt zum Erfüllungsbetrag, notwendige Kostensteigerungen wurden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für die Abzinsung von Verpflichtungen in Fremdwährung wurde, sofern sachgerecht, analog ein restlaufzeitentsprechender durchschnittlicher lokaler Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre bestimmt, um die tatsächliche wirtschaftliche Lage abzubilden. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind konzernweit nach den versicherungsmathematischen Grundsätzen (entsprechend der Projected-Unit-Credit-Method) errechnet und mit dem Zehn-Jahres-Durchschnittssatz gemäß § 253 HGB auf den Barwert abgezinst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden folgende Rechnungszinssätze bei der Berechnung zugrunde gelegt: Inland 1,07 - 1,92 Prozent, Ausland 0,51 - 4,09 Prozent. Das Wahlrecht, eine pauschale restliche Laufzeit von 15 Jahren zu unterstellen, wurde nicht in Anspruch genommen. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 1,79 - 5,40 Prozent, erwartete Fluktuationsraten mit 3,00 - 6,96 Prozent und bei den inländischen Gesellschaften ein Rententrend mit 1,50 Prozent berücksichtigt. Bei der Berechnung wurden die im jeweiligen Land anerkannten Sterbetafeln zugrunde gelegt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen in Form von handelbaren Wertpapieren) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Übersteigende Beträge werden in der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" erfasst. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Forderungen, Bankguthaben und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Sofern die Restlaufzeit mehr als ein Jahr betrug, erfolgte die Bewertung grundsätzlich mit dem Anschaffungskurs oder zum niedrigeren beziehungsweise höheren Devisenkurs zum Zeitpunkt der Bilanzierung. Änderungen von Wechselkursen, Warenpreisschwankungen und Zinssätzen stellen für das operative Geschäft ein nur schwer einschätzbares Risiko dar. Zur Minimierung dieses Risikos werden daher entsprechende Sicherungsgeschäfte, wie beispielsweise derivative Finanzinstrumente, eingesetzt. Die Geschäfte werden nur mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen. Ihr Einsatz erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts sowie die damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt. Soweit effektive Sicherungsbeziehungen zwischen operativen Grundgeschäften beziehungsweise hochwahrscheinlichen Transaktionen (im Wesentlichen zukünftiger Liefer- und Leistungsverkehr) und dem Währungs- oder Zinssicherungsgeschäft bestanden, wurden diese zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst und unter Anwendung der sogenannten Einfrierungsmethode gemeinsam bewertet. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind erhaltene Zahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Aktive und passive latente Steuern sind für sämtliche temporäre und quasi-permanente Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsrechtlichen Wertansätzen gebildet. Des Weiteren wurden latente Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge und Steuergutschriften aktiviert, soweit erwartet wurde, diese innerhalb der nächsten fünf Jahre realisieren zu können. Die latenten Steuern wurden auf der Grundlage der Steuersätze ermittelt, die zum Realisierungszeitpunkt erwartet werden. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag verabschiedeten Regelungen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Die Steuersätze bewegen sich in einer Bandbreite von 5,00 bis 35,00 Prozent. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDie Abschlüsse der ausländischen Unternehmen wurden, sofern sie nicht in Euro aufgestellt sind, wie folgt umgerechnet:
Im Anlagenspiegel wurden die Umrechnungsdifferenzen aus der Anwendung des Stichtagskursverfahrens als "Währungsumrechnung 01.01." gezeigt, Abweichungen aus der Umrechnung der Bewegungen des laufenden Jahres werden in einer separaten Spalte des Anlagenspiegels ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag aus der differenzierten Umrechnung der Bilanzpositionen in Euro wurde innerhalb des Konzerneigenkapitals unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Die Davon-Vermerke zur Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung umfassen sowohl die unrealisierten als auch die realisierten Währungskursdifferenzen. Für die Gesellschaft in dem Hochinflationsland Argentinien sowie erstmals für zwei Gesellschaften in dem Hochinflationsland Türkei werden nach den Regelungen des DRS 25 indexierte Abschlüsse verwendet. ANGABEN ZUR BILANZ DES MAHLE KONZERNSForderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Von den Forderungen hatten im Vorjahr Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.042), Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 843) sowie sonstige Vermögensgegenstände (TEUR 10.188) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind enthalten in Höhe von TEUR 859 (Vorjahr: TEUR 38) gegen verbundene Unternehmen und in Höhe von TEUR 757 (Vorjahr: TEUR 988) gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Nur in den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 58) enthalten. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält keine Unterschiedsbeträge zwischen der Auszahlungs- und der Rückzahlungssumme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Disagien) (Vorjahr: TEUR 88). Eigenkapital Der Konzern-Bilanzgewinn entspricht dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft und enthält den Vortrag des Vorjahres in Höhe von TEUR 70. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie sonstige Rückstellungen Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 S. 2 HGB:
Der Unterschiedsbetrag zur Abzinsung mit dem Sieben-Jahres-Durchschnittssatz gemäß § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt TEUR 44.029. Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Gutschriften und Rabatte, ausstehende Eingangsrechnungen, Garantie- und Gewährleistungsrisiken sowie Verpflichtungen aus Restrukturierung und Arbeitsverhältnissen. Aus der Neubewertung von Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen ergab sich insgesamt eine positive Ergebnisauswirkung von außerordentlicher Größenordnung und Bedeutung in Höhe von TEUR 18.651. Verbindlichkeiten
Von den Verbindlichkeiten hatten im Vorjahr die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 128.024), die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen (TEUR 10.588), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.255.718), die Wechselverbindlichkeiten (TEUR 64.535), die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 772), die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (TEUR 2.372) sowie die sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 264.215) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren TEUR 143 (Vorjahr: TEUR 118) aus den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren TEUR 162 (Vorjahr: TEUR 461) aus den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 60 (Vorjahr: TEUR 0). Es bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die durch Grundpfandrechte oder durch ähnliche Rechte gesichert sind (Vorjahr: TEUR 0). Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bilanzansätzen im immateriellen Vermögen, im Sachanlagevermögen und in den Rückstellungen. Die temporären Differenzen auf Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen unterschiedliche Wertansätze zwischen Steuerbilanz und Konzernbilanz bei Pensions- und pensionsähnlichen Rückstellungen sowie aus steuerlich nicht ansetzbaren Rückstellungen wie beispielsweise Drohverlustrückstellungen. Die passiven latenten Steuern resultieren hauptsächlich aus temporären Differenzen im Sachanlagevermögen und Planvermögen aufgrund von unterschiedlichen Abschreibungsmethoden und Wertansätzen in Steuer- und Konzernbilanz. Ferner führen die stillen Reserven, die im Rahmen der für die Unternehmenserwerbe durchgeführten Kaufpreisallokationen aufgedeckt wurden, zu passiven latenten Steuern, vor allem im immateriellen Vermögen. Auf innerhalb von fünf Jahren realisierbare steuerliche Verlustvorträge wurden aktive latente Steuern gebildet. Eine Wertberichtigung besteht zum 31. Dezember 2022 für aktive latente Steuern auf temporären Differenzen, deren Realisierung nicht für hinreichend wahrscheinlich gehalten wird. Außerbilanzielle Geschäfte Zum Bilanzstichtag bestehen außerbilanzielle Transaktionen im Rahmen von wesentlichen Miet- und Leasingverträgen insbesondere für Gebäude und Grundstücke (TEUR 147.918). Des Weiteren bestehen außerbilanzielle Transaktionen im Rahmen von Forderungsverkäufen (TEUR 80.513). Diese tragen zum Bilanzstichtag zu einer Diversifizierung der Finanzierungsquellen bei. Der Finanzmittelabfluss wird durch die Transaktionen meist in die Zukunft verschoben. Aus diesen Geschäften werden keine wesentlichen Risiken erwartet. Haftungsverhältnisse
Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können von den betreffenden Gesellschaften nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen. Die Haftungsverhältnisse enthalten keine Verpflichtungen, welche die Altersversorgung betreffen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten keine Verpflichtungen, welche die Altersversorgung betreffen. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DES MAHLE KONZERNSDie Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung des MAHLE Konzerns folgt dem Umsatzkostenverfahren. Dabei werden den Umsatzerlösen die zu ihrer Erzielung angefallenen Aufwendungen gegenübergestellt, die grundsätzlich den Funktionsbereichen Herstellung, Vertrieb, allgemeine Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung zugeordnet werden. Die Herstellungskosten enthalten die zur Erzielung der Umsätze angefallenen Material- und Fertigungskosten, die Einstandskosten des Handelsgeschäfts sowie die Kosten der Dotierung von Rückstellungen für Gewährleistung. Darüber hinaus sind in dieser Position auch die Abschreibungen auf stille Reserven, die im Rahmen der für die Unternehmenserwerbe durchgeführten Kaufpreisallokationen aufgedeckt wurden, enthalten. Diese umfassen Technologien, technische Anlagen und Maschinen sowie Grundstücke und Gebäude. Die Vertriebskosten enthalten insbesondere Personal- und Sachkosten, Abschreibungen des Vertriebsbereichs, Logistik-, Marktforschungs-, Verkaufsförderungs-, Versand- und Werbekosten. Darüber hinaus sind die Abschreibungen auf die im Rahmen der Unternehmenserwerbe aufgedeckten stillen Reserven enthalten. Diese umfassen Markenrechte, Wettbewerbsverbote und Kundenbeziehungen. Zu den allgemeinen Verwaltungskosten gehören Personal- und Sachkosten sowie die auf den Verwaltungsbereich entfallenden Abschreibungen. Die auf den Forschungs- und Entwicklungsbereich entfallenden Personal- und Sachkosten sowie Abschreibungen sind für den MAHLE Konzern von erheblicher Bedeutung. Um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens klarer darzustellen, wurden sie als gesonderter Posten in das Gliederungsschema aufgenommen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 199.606 enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen. Von den Erträgen aus Finanzierung betreffen TEUR 34.452 (Vorjahr: TEUR 39.997) Gewinne aus Währungsumrechnung und TEUR 255 (Vorjahr: TEUR 0) Gewinne aus Finanzinstrumenten. Die periodenfremden Erträge enthalten Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung aus der Auflösung von Rückstellungen für Restrukturierungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind weiterhin Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung in Höhe von TEUR 40.031 aus der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags vereinnahmt. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 4.600 enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen Veräußerungen von abnutzbaren Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens. Von den Aufwendungen aus Finanzierung betreffen TEUR 48.171 (Vorjahr: TEUR 43.388) Verluste aus Währungsumrechnung und TEUR 1.454 (Vorjahr: TEUR 4.414) Aufwendungen aus Finanzinstrumenten. In den Funktionsbereichen sind Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung für die Zuführung zu Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen enthalten. Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen
Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten (Zielgebiet)
Personalaufwand
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Folgebewertung aus der Kaufpreisallokation im Rahmen der Unternehmenserwerbe *)
*) Betrifft MAHLE Behr, ehemalige Delphi-Thermal-Einheiten, ehemalige Keihin-Thermal Einheiten, MAHLE Electric Drives, MAHLE Electronics sowie ehemalige BHS Einheiten. Für eine bessere Darstellung wurden die Abschreibung auf Goodwill wie auch die Auflösung aus dem passiven Unterschiedsbetrag gegenüber dem Vorjahr in der Tabelle hinzugefügt. SONSTIGE ANGABENIm Jahresdurchschnitt beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer *)
*) Ohne Auszubildende In der Gesamtzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind anteilig 2.283 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von anteilmäßig einbezogenen Unternehmen enthalten. Derivative Finanzinstrumente Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten derivativen Finanzinstrumente gemäß §§ 285, 314 HGB gliedern sich wie folgt:
*) Die Nominalbeträge der derivativen Finanzinstrumente basieren auf absoluten Beträgen, d.h. long & short Positionen werden mit ihren Nominalwerten aufaddiert. **) Der beizulegende Zeitwert der währungs- und warenbezogenen Geschäfte entspricht dem Marktwert der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag, der nach der Net-Present-Value-Methode ermittelt wurde. Die Kontrahenten im Derivategeschäft per 31. Dezember 2022 sind im Außenverhältnis ausschließlich Kreditinstitute. Für währungsbezogene Absicherungsgeschäfte, die eine effektive Beziehung zum Grundgeschäft aufweisen, wurden Bewertungseinheiten gebildet. Für alle weiteren Absicherungsgeschäfte, aus denen sich drohende Verluste ergeben haben, wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.060 gebildet. Bewertungseinheiten Für zwei konzerninterne Fremdwährungsdarlehen in USD wurde mit betrags- und fristenkongruenten USD Schuldscheindarlehen eine Bewertungseinheit gebildet (Natural Hedge). Da die Positionen gegenläufig sind und sich kompensieren, ist die Effektivität der Sicherungsbeziehung sichergestellt. Das Volumen in Transaktionswährung beträgt TUSD 213.000. Aus den derivativen Finanzinstrumenten wurden folgende Bewertungseinheiten gebildet, die saldiert dargestellt werden:
Die Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte gleichen sich im Sicherungszeitraum aus, da entsprechend den Vorgaben des Konzernrisikomanagements Risikopositionen (gebuchte Grundgeschäfte) unmittelbar nach ihrer Entstehung in vom Betrag her gleicher Höhe in derselben Währung und mit der gleichen Laufzeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden. Die Risiken einer potenziellen zukünftigen Änderung von Zahlungsströmen, welche aus Grundgeschäften stammen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit anfallen, im Wesentlichen zukünftiger Liefer- und Leistungsverkehr, werden durch Sicherungsgeschäfte ausgeglichen. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die zukünftigen Transaktionen, je weiter sie in der Zukunft liegen, unter Berücksichtigung der generellen Planungsunsicherheit nicht vollständig abgesichert werden. Der Sicherungszeitraum für die in Bewertungseinheiten einbezogenen währungsbezogenen Geschäfte beträgt im Normalfall zwei Jahre. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass diese Strategie bei antizipativen Bewertungseinheiten zur Sicherung der Zahlungsströme geführt hat. Durch die im Zeitverlauf steigende Sicherungsquote für potenzielle zukünftige Transaktionen hat sich im Zeitpunkt, in dem diese potenziell zukünftigen Grundgeschäfte zu gebuchten Grundgeschäften werden, eine vollständige Absicherung in mehreren Stufen ergeben. Diese besteht dann aus einem Portfolio an sukzessiv aufgebauten Sicherungsgeschäften. Die zu einem Zeitpunkt fällig werdenden gebuchten Grundgeschäfte können wiederum aus diversen einzelnen Buchtransaktionen bestehen. Der Sicherungszusammenhang wird als Portfolio Hedge bezeichnet. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "Critical-Term-Match-Methode" verwendet. Nachtragsbericht Nach dem Abschlussstichtag ergaben sich keine weiteren Ereignisse mit Rückwirkung auf den Konzernabschluss. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Situation, besteht für das Geschäftsjahr 2023 weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld. Die daraus resultierenden Effekte auf die globale Wirtschaftsdynamik und insbesondere auf die Automobilmärkte sind nur schwer abschätzbar. Die vielfältigen Herausforderungen durch die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere durch steigende Energiepreise und Lohnkosten, werden zu weiteren Belastungen führen. Entsprechend können sich Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ergebniszahlen ergeben, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht belastbar abgeschätzt werden können. Gewinnverwendung Bilanzgewinn
Vorgeschlagene Verwendung des Ergebnisses der MAHLE GmbH
Bezüge der Organmitglieder der MAHLE GmbH (Muttergesellschaft)
Die Gesamtvergütung der Geschäftsführung umfasst fixe und variable Bestandteile sowie Abfindungen. Die Höhe der fixen Vergütungsbestandteile betrug für das Geschäftsjahr 2022 TEUR 5.158, während TEUR 11.933 auf den variablen Anteil 2022 und die Abfindungen entfallen. Daneben wurde bei den ausgewiesenen Bezügen eine Anpassung für das Vorjahr vorgenommen. In den fixen Vergütungsbestandteilen sind Sachbezüge enthalten, die im Wesentlichen aus den geldwerten Vorteilen der Dienstwagennutzung bestehen. Die Aufwendungen für im laufenden Geschäftsjahr erdienten Pensionsansprüche der aktiven Mitglieder der Geschäftsführung betragen TEUR 676. Der auf das Geschäftsjahr entfallende Anspruch auf andere langfristige Leistungen (in der oben genannten fixen Vergütung enthalten) beträgt TEUR 619. Die Bezüge früherer Geschäftsführer und ihrer Hinterbliebenen betrugen insgesamt TEUR 2.736. Für diese Personengruppe sind in den Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2022 TEUR 36.309 passiviert. Honorar des Abschlussprüfers Das für das Geschäftsjahr als Aufwand gebuchte Gesamthonorar für den Konzernabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB setzt sich wie folgt zusammen:
Stuttgart, 17. März 2023 Die Geschäftsführung der MAHLE GmbH Arnd Franz Jumana Al-Sibai Dr. Beate Bungartz Georg Dietz Wilhelm Emperhoff Markus Kapaun Martin Weidlich Konzern-Anlagenspiegel vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
1) Enthält die Fortschreibung des at-equity-Ansatzes sowie Abgänge aufgrund von Dividendenzahlungen 2) Davon nach der at-equity-Methode bewertete Anteile an verbundenen Unternehmen TEUR 664 3) In den Angaben enthalten sind Anpassungseffekte für die Hochinflationsländer Argentinien und Türkei nach DRS 25 Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022
1) Anteil 50 % + 1 Aktie 2) Gesellschaft aus Konzernsicht zu 100 % enthalten 3) Verbundenes Unternehmen, at-equity bewertet 4) Gesellschaft aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht at-equity bewertet 5) Abschluss nach lokalen Regeln BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die MAHLE GmbH, Stuttgart Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der MAHLE GmbH, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der MAHLE GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 17. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Jürgen Berghaus, Wirtschaftsprüfer Marc Hummel, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, selten war ein Geschäftsjahr für die Automobilzulieferindustrie so herausfordernd wie das vergangene Jahr 2022. Unsere Hoffnung, dass wir nach den herausfordernden Pandemiejahren zu halbwegs normalen Arbeitsbedingungen zurückkehren könnten, wurde besonders im ersten Halbjahr massiv enttäuscht. Ausgelöst durch geopolitische Ereignisse haben sich die bereits im Vorjahr einsetzenden Kostensteigerungen in vielen Materialbereichen teilweise explosionsartig verschärft. Dazu kamen massive Lieferkettenprobleme für produktrelevante Rohstoffe, insbesondere für Elektronikbauteile, die schwerpunktmäßig für unsere Geschäftsbereiche Elektronik und Mechatronik sowie Thermomanagement eine Herausforderung darstellten. Vereinbarungen mit unseren Kunden über die Weitergabe dieser Kostensteigerungen, aber auch der Verteuerungen im allgemeinen Inflationsbereich (Personal-, Energie- und Frachtkosten etc.) konnten erst in den letzten Monaten des Geschäftsjahres ihre Wirkung in einem gewissen Umfang entfalten. Dennoch verblieb ein massiver Block an Kostensteigerungen in unserem Unternehmen, während unsere Kunden durch geschickte Preis- und Portfoliopolitik außergewöhnlich hohe Gewinnmargen erzielen konnten. Deshalb setzen wir auch im laufenden Geschäftsjahr 2023 auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden beim Management der Effekte aus hoher Inflation und Energiekosten. Darüber hinaus sind die Pläne der EU zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes von Neufahrzeugen sehr weitreichend und in ihrer Konsequenz kaum nachvollziehbar. Statt einen technologieoffenen Wettbewerb zwischen E-Antrieben, grünem Wasserstoff und nachhaltigen Kraftstoffen, wie E-Fuels, zuzulassen, beschränkt sich die EU-Politik auf die Förderung reiner BEV-Antriebe. Wir sind allerdings fest davon überzeugt, dass Technologieoffenheit unverzichtbar für eine zügige Dekarbonisierung des Straßenverkehrs ist. Daher muss dieser Weg regulatorisch offenbleiben. In anderen Weltregionen wird bewusst auf technologieoffene Antriebsstrategien gesetzt, so beispielsweise in technologisch führenden Ländern wie Japan und Südkorea. Trotz dieser vielfältigen Aufgabenstellungen haben wir im Geschäftsjahr 2022 unsere Anstrengungen und Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung nicht reduziert. Auch wenn dies nicht zu kurzfristigen Ergebnisverbesserungen führt, sind wir uns der langfristigen Erfolgsaussichten dieses Vorgehens sicher. Der Aufsichtsrat hat alle Entscheidungen bezogen auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns eingehend diskutiert und beraten. Er trat im Geschäftsjahr insgesamt zu fünf Sitzungen zusammen. Zusätzlich gab es mehrere Sitzungen des Personalausschusses zu aktuellen Personalthemen. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 alle ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Darüber hinaus fanden regelmäßige mündliche und schriftliche Abstimmungen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden sowie den Mitgliedern der Geschäftsführung zu strategischen und operativen Themen statt. Der Aufsichtsrat wurde unterjährig durch mündliche und schriftliche Berichte der Geschäftsführung sowie im Rahmen der Sitzungen regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft, des Konzerns, seiner Geschäftsbereiche und seiner Beteiligungen informiert. Neben den operativen und strategischen Themen war auch die Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen Gegenstand der Sitzungen. Der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung streben an, den aktuellen Anteil von Frauen in allen Führungsebenen deutlich zu erhöhen. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitgliedern, die im Laufe des Geschäftsjahres 2022 aus den Gremien ausgeschieden sind, für deren konstruktive Mitarbeit: Herrn Martin Röll - zum 30.04.2022 ausgeschieden und am 01.05.2022 durch Herrn Udo Abelmann per gerichtlicher Bestellung ersetzt, Herrn Josef Haering - zum 31.05.2022 ausgeschieden, auf ihn folgte am 01.06.2022 Herr Klaus Güntert als gewähltes Ersatzmitglied. Der Dank für die langjährige engagierte Mitarbeit gilt den Herren Prof. Dr. Stefan Pischinger und Dr. Franz-Josef Paefgen. Beide haben am 31.12.2022 den Aufsichtsrat verlassen. Frau Claudia Diem und Herr Dr. Rolf Breidenbach wurden zum 01.01.2023 in den Aufsichtsrat aufgenommen. Herr Arnd Franz wurde vom Aufsichtsrat zum 01.11.2022 zum Mitglied der Geschäftsführung bestellt und zu deren Vorsitzenden ernannt. Herr Michael Frick, seit 2014 Geschäftsführer für den Bereich Finanzen (CFO) und seit dem 01.05.2022 Interims CEO, hat auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen und ist am 30.11.2022 ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Frick für dessen langjährige engagierte Mitarbeit im Konzern. Als sein Nachfolger wurde Herr Markus Kapaun vom Aufsichtsrat zum 01.11.2022 bestellt. Frau Anke Felder hat ihren zum 31.12.2022 ausgelaufenen Anstellungsvertrag als Geschäftsführerin für das Ressort Personalwesen und als Arbeitsdirektorin nicht verlängert und ist auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausgeschieden. Frau Felder hat in einer außerordentlich herausfordernden Phase der Corona-Pandemie hervorragende Arbeit geleistet. Als ihre Nachfolgerin in der Position wurde Frau Dr. Beate Bungartz vom Aufsichtsrat mit Wirkung zum 01.01.2023 bestellt. Am 01.05.2023 wird Herr Wilhelm Emperhoff in den Ruhestand treten. Er war von 2012 bis 2019 als Geschäftsführer für den Bereich Filtration und Motorperipherie und seit 2020 für den neu geschaffenen Geschäftsbereich Elektronik/Mechatronik verantwortlich. Diese Aufgabe hat Herr Emperhoff bis zum Ausscheiden in den Ruhestand mit hohem Einsatz verfolgt. Hierfür gebührt ihm der Dank des Aufsichtsrats. Sein Nachfolger als Geschäftsführer für den Geschäftsbereich Elektronik/Mechatronik wird zum 01.05.2023 Herr Martin Wellhöffer, zuletzt als Corporate Executive Vice President Vertrieb und Anwendungsentwicklung tätig. Die als Abschlussprüfer beauftragte PricewaterhouseCoopers GmbH prüfte die nach HGB aufgestellten Jahresabschlüsse und Lageberichte des MAHLE Konzerns sowie der MAHLE GmbH für das Geschäftsjahr 2022 und erteilte uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Der Aufsichtsrat trat nach eingehender Analyse der Prüfungsberichte und des Berichts der Abschlussprüfer in der Aufsichtsratssitzung den Prüfungsergebnissen bei. Der Aufsichtsrat billigt die Jahresabschlüsse und die Lageberichte des MAHLE Konzerns sowie der MAHLE GmbH. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MAHLE Konzerns für ihren außerordentlichen Einsatz in einem außergewöhnlichen Jahr. Lassen Sie uns zuversichtlich in das Geschäftsjahr 2023 blicken.
Stuttgart, 20. April 2023 Für den Aufsichtsrat Professor Dr. Heinz K. Junke, Aufsichtsratsvorsitzender des MAHLE Konzerns Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 20.04.2023 gebilligt. |
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