Stammdaten

Register
Amtsgericht Neuruppin HRB 8872
Eingetragen
26.5.2010
Branche
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenGroßhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und LaborbedarfErbringung von Dienstleistungen von medizinischen Laboratorien
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Produkten sowie Dienstleistungen im Gesundheitswesen, insbesondere die Herstellung und der Vertrieb diagnostischer Erzeugnisse und Geräte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Ebmeyer
seit 2.4.2025
Prokura
Jan Schier
seit 10.2.2025
Geschäftsführer
David Santorum
seit 15.12.2022
Prokura
Sascha Johannes
seit 15.12.2022
Prokura
Elli Neu
seit 10.2.2021
Prokura
Prokura
Christian Theimer
seit 4.9.2020
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Thermo Luxembourg Holding S.à r.l.LUX
94.97%
Thermo Fisher Scientific C.V.NLD
5.03%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Oxoid Investments GmbH
Germany
5.271.815 €
94.97%
Phadia GmbH
Germany
278.925 €
5.03%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

B.R.A.H.M.S GmbH

Hennigsdorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

A) Grundlagen der Gesellschaft

1. Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft gehört zum US-amerikanischen Konzern der Thermo Fisher Scientific Inc., einem weltweit führenden Anbieter und Lieferanten für wissenschaftliche Anwendungen mit Börsennotierung in den USA (New York Stock Exchange: "TMO").

Ziel und Mission von Thermo Fisher ist es, den Kunden zu ermöglichen, die Welt gesünder, sauberer und sicherer zu machen. Dabei unterstützt der Gesamtkonzern seine Kunden dabei, die Forschung im Bereich der Biowissenschaften zu beschleunigen, komplexe analytische Herausforderungen zu lösen, die Produktivität in ihren Laboren zu steigern und die Patientengesundheit durch Diagnostik oder die Entwicklung und Herstellung neuer Therapien, zu verbessern.

Der Thermo Fisher Konzern hat im Geschäftsjahr 2023 Umsätze von 42,9 Mrd. USD (im Vorjahr: 44,9 Mrd. USD) erzielt und beschäftigt weltweit mehr als 120.000 Mitarbeiter. Der Konzern unterteilt seine weltweiten Aktivitäten in die Segmente "Analytical Instruments", "Special Diagnostics", "Life Science Solutions" und "Laboratory Products and Biopharma Services".

(Quelle: homepage Thermo Fisher Scientific Inc. USA)

2. Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die B•R•A•H•M•S GmbH ist ansässig in Hennigsdorf bei Berlin und gehört aufgrund ihres Produktportfolios zur Konzerngruppe "Specialty Diagnostics" (Spezialdiagnostika) von Thermo Fisher Scientific. Die Gesellschaft entwickelt und vertreibt in vitro Biomarkertests, um die Diagnose und Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten zu verbessern. Der Vertrieb der Biomarkerprodukte erfolgt sowohl über Konzerngesellschaften der Thermo Fisher Scientific Inc. als auch über Distributions- bzw. Vertriebspartner im Ausland.

Das Geschäftsmodell der B•R•A•H•M•S GmbH wird zusätzlich noch durch Auslizensierung von Patenten und Know-How des Biomarkerassays B•R•A•H•M•S PCTTM (PCT / Procalcitonin) an weltweit agierende Kooperationspartner in der Diagnostikindustrie ergänzt.

Als wesentliche Vertriebsregionen für alle B•R•A•H•M•S PCTTM Assays sind die Kernmärkte der Diagnostikindustrie Europa, USA und APAC zu benennen. Insbesondere die USA und China sind Märkte, in denen die B•R•A•H•M•S GmbH in Kooperation mit den Lizenznehmern stetiges Umsatzwachstum generiert. In enger Abstimmung mit den Lizenzpartnern werden Vertriebs- und Marketingaktivitäten initiiert, um eine stärkere Durchdringung des Marktes mit einhergehenden Marktanteilen mit dem Produktsegment Infektiologie und Sepsis zu erzielen.

Neben dem Umsatz mit B•R•A•H•M•S PCTTM Reagenzien werden signifikante Umsatzerlöse im Alleinvertrieb und mittels Distributoren in den Segmenten Endokrinologie (hier insbesondere Schilddrüsendiagnostik), Onkologie (Therapie- und Verlaufskontrolle), Pränatalscreening, Herz-Kreislauferkrankungen und Lungeninfektionen erzielt. Für die Durchführung der diagnostischen Tests vertreibt die B•R•A•H•M•S GmbH ihr eigenes Laborsystem KRYPTORTM.

3. Steuerungssysteme

Zur Geschäftsführung der B•R•A•H•M•S GmbH, der Steuerung und Überwachung der Geschäftstätigkeit werden unterschiedliche Leistungsindikatoren verwendet, von denen die bedeutendsten die Entwicklung der Umsatzerlöse und das operative Ergebnis (EBIT - Earnings before interest and taxes) sind. Anhand dieser Indikatoren, die nach US-Rechnungslegungsvorschriften ermittelt werden, wird die strategische bzw. operative Zielerreichung in regelmäßigen Abständen überprüft. Eine detaillierte Analyse der erzielten Umsatzerlöse und EBIT-Ergebnisse erfolgt in monatlichen Gesprächen innerhalb des Managementteams des Unternehmens sowie mit der Leitung der Division in den USA.

Wesentlicher nicht-finanzieller Leistungsindikator, der regelmäßig erhoben wird, ist der "CAS-Wert" (Customer Allegiance Score), der die Kundenzufriedenheit misst.

4. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft ist vollständig in das globale Forschungs- und Entwicklung-Netzwerk des Thermo Fisher Scientific-Gesamtkonzerns eingebunden. Das Geschäftsmodell der B•R•A•H•M•S GmbH bedingt einen kontinuierlichen Prozess der Erforschung, Entwicklung und Verbesserung von Produkten, um regelmäßig innovative, klinisch relevante und kundenorientierte Biomarker-Lösungen zu kreieren und der Labormedizin verfügbar zu machen. Der Schwerpunkt liegt in der Identifizierung innovativer Biomarker und in der Entwicklung und Kommerzialisierung von in-vitro Diagnostika (IVD) Geräte-Plattformen und IVD-Tests in den Indikationsbereichen Infektiologie und Pränatal-Diagnostik sowie kardiovaskuläre, endokrinologischer und onkologischer Erkrankungen. Im Jahr 2023 erreichte der Bereich Forschung und Entwicklung folgende Meilensteine:

Zulassung des Tumormarkers B•R•A•H•M•S CgA II KRYPTORTM in den USA

FDA De-Novo Zulassung der B•R•A•H•M•S sFlt-1 KRYPTORTM und B•R•A•H•M•S PlGF plus KRYPTORTM zur Risikoeinschätzung der Präeklampsie bei hospitalisierten Patientinnen

Zulassung diverser Produkte des Kryptor-Portfolios in den Indikationsbereichen Infektiologie und Kardiologie in China und zum Pränatalscreening in der EU.

Launch B•R•A•H•M•S MR-proADMTM Assay als Lizenzpartnerprodukt

Klinische Studien zur Zulassung und erweiterten Nutzung von B•R•A•H•M•S PCTTM für die Steuerung der Antibiotikatherapie im Zusammenhang mit Infektionen und Sepsis

Fortführung klinischer Evaluierungsstudien hinsichtlich der Anwendung der B•R•A•H•M•S Biomarker B•R•A•H•M•S MR-proADM KRYPTORTM zur Risikostratifizierung in der Notaufnahme

Fortführung der Entwicklung diverser Produkte zur Komplettierung unseres KRYPTORTM Assay Portfolios zur Ausweitung unseres Pränatalscreening- und Sepsis-Portfolios

Erteilung von 33 Patenten in den Bereichen Infektionsdiagnostik, Risikobewertung und Prognose von hospitalisierten Patienten sowie Krebsdiagnosik.

Zur regionalen Erweiterung des Patentportfolios wurden 6 neue nationale bzw. regionale Phasen in den zentralen Vertriebsgebieten der B•R•A•H•M•S GmbH eingeleitet. Darüber hinaus wurden für 2 Erfindungen prioritätsbegründende Patentanmeldung angemeldet.

Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der Gesellschaft rund TEUR 3.865 (Vorjahr: TEUR 4.412). Dies entspricht einem Anteil von ca. 1,5 % (Vorjahr: 1,7 %) vom Umsatz. Im Bereich Forschung und Entwicklung waren 31 (Vorjahr: 37) Mitarbeiter/Innen tätig.

5. Mitarbeiter, Umwelt- und Arbeitsschutz

Kooperationen im Konzernverbund

Zur Erzielung der Umsatzerlöse im europäischen Ausland und anderen Regionen der Welt, insbesondere in Europa, den USA und China, bedient sich das Unternehmen der Mitarbeiter der jeweiligen Thermo Fisher Scientific-Landesgesellschaften. Diese Mitarbeiter vertreiben ausschließlich Biomarkerprodukte und, sofern regionale Umsatzerlöse in Deutschland zu erfassen sind, werden die Vertriebskosten für diese Mitarbeiter an die B•R•A•H•M•S GmbH in Deutschland verrechnet.

Mitarbeiterqualifizierung

Durch Qualifizierungsprogramme sowie zielgerichtete Förderungsmaßnahmen ist ein hoher Qualifizierungsstandard der Mitarbeiter gewährleistet. Die B•R•A•H•M•S GmbH ist ein Unternehmen, das hinsichtlich seiner Produkte und der länderspezifischen Zulassungsanforderungen sehr hohe Qualitätsstandards erfüllt. Sämtliche Prozesse rund um die Biomarkerprodukte unterliegen umfangreichen Prozessanalysen und Dokumentationsanforderungen. Bei Audits und Überprüfungen durch internationale Partner und Organisationen, z.B. Notified Bodies oder Behörden, erzielt das Unternehmen durchweg gute Ergebnisse, auch Dank der hohen Qualifizierung der Mitarbeiter.

Umwelt- und Arbeitsschutz

Die Gesellschaft ist bestrebt, sämtliche gesetzliche Anforderungen des Umweltschutzes und alle in diesem Zusammenhang relevanten Belange abzudecken. Bei der Entwicklung von Produkten und Gestaltung von Produktionsprozessen wird auf geringen Rohstoff- und Energieverbrauch besonders geachtet. Die Produktionsanlagen werden regelmäßig auf Umweltverträglichkeit überprüft und weiterentwickelt. Es ist erforderlich, dass die weltweit verkauften Thermo Fisher Scientific-Produkte sowohl länderspezifische Sicherheitsbestimmungen als auch die internationalen Sicherheitsstandards erfüllen.

B) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Anstieg der Weltproduktion im Geschäftsjahr 2023 - gemessen auf Basis von Kaufpreisparitäten - beläuft sich nach Einschätzung von Wirtschaftsforschungsinstituten auf + 3,1 %. Nachdem die Weltwirtschaft im ersten Quartal 2023 deutlich angezogen hatte, expandierte sie im Sommerhalbjahr nur moderat. Im vierten Quartal ließ das Expansionstempo nochmals nach. Die Weltkonjunktur verlangsamte sich somit erneut gegen Ende des Jahres 2023. Die Industrieproduktion zeigt weltweit - trotz verbesserter Rahmenbedingungen durch die Beendigung der restriktiven Corona-Politik in China - im Jahresdurchschnitt nur einen Zuwachs von 0,9 %. Der Welthandel erlebte im ersten Halbjahr 2023 - nicht zuletzt durch die Krisen im Nahen Osten - einen Tiefpunkt. In der zweiten Jahreshälfte zeigte sich eine allmähliche Stabilisierung. Nach wie vor ist der Welthandel durch Einschränkungen bei der Nutzung des Suez Kanals und der damit verbundenen erheblichen Verlängerung der Transportwege zwischen Europa und Asien, zumindest kurzfristig beeinträchtigt.

Die Entwicklung im Jahr 2023 verlief international betrachtet unterschiedlich. In den USA, einem bedeutenden Markt für den Thermo Fisher Konzern, war ein robuster Anstieg des Wirtschaftswachstums von rund + 2,5 % zu verzeichnen. Im Vergleich zum Anstieg in den USA, entwickelte sich die Situation im Euroraum deutlich schwächer. Hier wird der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2023 nur mit + 0,5 % beziffert.

In China - einem strategisch ebenfalls wichtigen Markt für Thermo Fisher - konnte ein Wirtschaftswachstum von moderaten 5,2 % erreicht werden. Nach Beendigung der Null-Covid-Politik dürften im Wesentlichen strukturelle Probleme die wirtschaftliche Expansion beeinträchtigen.

Quelle für Prozentzahlen und Aussagen: ifw Kiel: Kieler Konjunkturbericht Welt Q1/2024, Stand März 2024

In Deutschland stagniert die Wirtschaftsleistung. Die Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2023 verglichen mit dem ohnehin schwachen Vorjahr liegt bei minus 0,3 %. Besonders betroffen ist die Wertschöpfung in der Industrie und in der Bauwirtschaft. Lediglich der private Konsum und die rückläufige Inflation wirkten sich positiv auf die deutsche Wirtschaftsleistung aus. Die aktuell vorliegenden Frühindikatoren deuten für den Jahresbeginn 2024 auf keine konjunkturelle Trendwende hin. Das ifo Institut geht davon aus, dass sich der Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2024 mit - 0,1 % gegenüber dem Vorquartal fortsetzen wird.

Quelle: ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2024

Die gesamtwirtschaftliche Situation stellt sich somit im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 bzw. unter Berücksichtigung der Frühindikatoren für das erste Quartal 2024 weniger positiv dar als im Vorjahr. Auf einzelne Branchen bezogen, können sich jedoch unterschiedliche Sichtweisen ergeben.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der B•R•A•H•M•S GmbH sind vor allem die Entwicklungen in den Kernmärkten der Diagnostikindustrie von hoher Bedeutung. Während das Unternehmen auf dem europäischen Markt bereits stark vertreten ist und Zuwächse moderater ausfallen, bieten die Märkte in den USA und Asien, insbesondere China überdurchschnittlich gute Wachstumschancen. Ziel ist es, hier weiterhin zusätzliche Marktanteile zu generieren.

Die B•R•A•H•M•S GmbH sieht sich auf dem europäischen Markt gut aufgestellt. Mit einem sehr hohen Marktanteil übernimmt sie in dem Produktsegment Sepsisdiagnostik nach eigener Einschätzung die Marktführerschaft. Jedoch sieht sich die Gesellschaft in den letzten Jahren einem stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt, da nach Ablauf von einzelnen Patenten zunehmend Generikahersteller auf den Markt drängen.

Der Markt in den USA gilt als der größte Diagnostikmarkt der Welt mit einem erheblichen Marktpotential. Die B•R•A•H•M•S GmbH ist auf diesem Markt überwiegend im Bereich Sepsis durch die B•R•A•H•M•S PCTTM Assayformate der Lizenzpartner vertreten; die dortige Marktdurchdringung wird als moderat eingeschätzt und bietet sehr gute Wachstumschancen.

Thermo Fisher Scientific hat in den vergangenen Jahren einen starken Fokus auf die asiatischen Märkte gelegt. Die Bereitstellung von Ressourcen hat die B•R•A•H•M•S GmbH in Zusammenarbeit mit den Lizenzpartnern genutzt und gezielt Aktivitäten entfaltet, auch in diesen Märkten eine starke Präsenz des B•R•A•H•M•S PCTTM im Sepsis-Bereich zu erreichen. Insbesondere der Aufbau einer eigenen Vertriebs- und Marketingorganisation in China und die Unterstützung der Aktivitäten durch die Lizenzpartner haben zu einem erfreulichen Anstieg der Lizenzerlöse in speziell diesem Markt geführt.

Für das Unternehmen ist die starke patentrechtliche Situation, die medizinische und gesundheitsökonomische Relevanz des Markers eine hervorragende Grundlage für weiteres Umsatzwachstum weltweit.

Die B•R•A•H•M•S GmbH hat Investitionen in Zulassungen von weiteren, patentgeschützten Biomarkern in den chinesischen Markt initiiert um das Infektionsmarkerpanel mit dem Marker B•R•A•H•M•S MR-proADM KRYPTORTMzu erweitern. Darüber hinaus wurden in China im Bereich Herz-Kreislauf nach dem Launch des B•R•A•H•M•S Copeptin proAVP KRYPTORTMBiomarkers intensive Marketingaktivitäten gestartet.

Die B•R•A•H•M•S GmbH hat den Marker B•R•A•H•M•S Copeptin proAVP KRYPTORTM entwickelt, um den Ärzten in der Notaufnahme bei der Entscheidungsfindung über den Ausschluss eines Myokardinfarkts sowie über die nächsten Behandlungsschritte Entscheidungshilfen anzubieten.

Im Produktsegment Pränatalscreening beobachtet die B•R•A•H•M•S GmbH eine technologische Weiterentwicklung. Neben dem Einsatz von Biomarkern, bei denen das Unternehmen wettbewerbstechnisch gut aufgestellt ist, kommt zusätzlich zur Ultraschalluntersuchung in mehreren Märkten zunehmend die nicht-invasive Testmethode (NIPT = Non-Invasive Prenatal Testing) zum Einsatz. In einigen Ländern wird diese Methode, mit möglichen Nachteilen für dieses Umsatzsegment des Unternehmens, von den nationalen Gesundheitsbehörden favorisiert. Ausgleichend wirken in diesem Produktsegment jedoch Umsatzchancen auf dem Gebiet des Präeklampsie Screening.

Die B•R•A•H•M•S GmbH verfügt über ein umfassendes Panel von Biomarkern in diesem Segment, dass international vermarktet wird und erwartet aufgrund der hohen Produktqualität ein steigendes Umsatzwachstum. Die B•R•A•H•M•S GmbH hat als erstes Unternehmen in den USA im Bereich der Diagnose zu Präeklampsie die De-Novo-Zulassung für die Biomarker B•R•A•H•M•S sFlt-1 KRYPTORTM und B•R•A•H•M•S PlGF plus KRYPTORTMdurch die FDA erteilt bekommen. Darüber hinaus wurde im europäischen Raum die Zulassung für die Indikationserweiterung unser B•R•A•H•M•S Biomarker für die Präeklampsiediagnostik im 2. und 3. Trimester erteilt. Das Unternehmen verknüpft mit den neuen Zulassungen ein großes Wachstumspotential.

Die B•R•A•H•M•S GmbH bietet in dem Produktsegement Onkologie eine umfassende Produktpalette von Tumormarkern zur Nachsorge und Verlaufskontrolle an. In Zusammenarbeit mit internationalen Kooperationspartnern hat das Unternehmen einen neuen Marker entwickelt für die Nachsorge von neuroendokrinen Tumoren. Perspektivisch wird das Unternehmen in Produkte zu Tumorarten investieren, in denen zum heutigen Zeitpunkt die Nachsorge mit Biomarkern nicht möglich ist. In diesem Segment besteht ein hoher klinischer Bedarf, dem jedoch gegenwärtig keine Produkte gegenüberstehen.

Die B•R•A•H•M•S GmbH sieht hier für die eigenen Produkte und neue Entwicklungen große Umsatzchancen. Insbesondere ergibt sich ein großes Wachstumspotential aus der Zulassung für den Tumormarker B•R•A•H•M•S CgA II KRYPTORTM durch die amerikanische FDA-Behörde, da dieser automatisierte Test ein Alleinstellungsmerkmal am US Markt besitzt.

Zukunftsorientiert wurde weiterhin in den Aufbau digitaler Plattformen investiert, um Ärzten und medizinischem Fachpersonal jederzeit Zugang zu Informationen und Trainingsmaterialien zu B•R•A•H•M•S Biomarker-Produkten zu ermöglichen. Diese Digitalisierungsstrategie findet in enger Zusammenarbeit mit weiteren Thermo Fisher Scientific-Gesellschaften statt, um Synergien durch einen weitreichenden gemeinsamen IT-Auftritt zu erzielen.

Die B•R•A•H•M•S GmbH sieht sich zunehmend mit restriktiver Ausgabenpolitik in den Gesundheitssystemen wichtiger Märkte konfrontiert. Diagnostische Produkte, und damit das Geschäftsfeld des Unternehmens, unterliegen grundsätzlich den Regularien der nationalen Gesundheitsbehörden hinsichtlich Qualitätssicherung, aber auch der Analyse von gesundheitsökonomischen Kosten-Nutzen-Relationen. Die B•R•A•H•M•S GmbH kommt diesen Anforderungen durch eigene Studien nach, um die Relevanz der eigenen Produkte für mögliche Kostenreduzierungen in den verschiedenen Gesundheitssystemen darzulegen.

Die Wettbewerbssituation für das B•R•A•H•M•S PCTTM hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere in den europäischen und asiatischen Märkten stark verändert. In mehreren Ländern lässt sich dies vor allem auf die erzielten hohen Marktanteile zurückführen.

Insgesamt kann die Positionierung der B•R•A•H•M•S GmbH innerhalb der Branche und mit Blick auf die einzelnen Märkte als sehr gut bezeichnet werden. Gleichwohl wird das Unternehmen die wirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen für jeden einzelnen Markt kontinuierlich sehr genau verfolgen, um schnell auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können.

2. Geschäftsverlauf

Wesentliche Ereignisse während des Geschäftsjahres

Die Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Verordnung 2017/746 des Europäischen Parlaments über In-vitro-Diagnostika (IVDR) wurden im Jahr 2023 mit dem Erhalt des IVDR Zertifikates abgeschlossen. Dies beinhaltete den Abschluss der Prüfungen der Zulassungsunterlagen bzw. technische Dokumentationen durch die benannte Stelle und deren Zertifizierungsstelle. Diese Prüfungen wurden im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen, so dass das IVDR-Zertifikat im März 2023 ausgestellt werden konnte und das gesamte B•R•A•H•M•S Produktportfolio somit IVDR zertifiziert ist.

Geschäftsentwicklung

Für die B•R•A•H•M•S GmbH war die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 wie prognostiziert durch weitere Umsatzrückgänge geprägt. Bei Produkten im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie sind im Geschäftsjahr nochmals Nachfragerückgänge zu verzeichnen. Die Umsatzerlöse verminderten sich insgesamt um rund - 4,3 % auf TEUR 248.710 und lagen insgesamt in dem Bereich der Erwartungen für das Geschäftsjahr.

Das erreichte operative Ergebnis (EBIT) des Unternehmens in Höhe von TEUR 133.063 (Vorjahr: TEUR 139.675) liegt bedingt durch niedrigere Umsatzerlöse und höhere Materialkosten im Bereich der Erwartungen für das Geschäftsjahr; fällt mit einer Reduzierung um rund 4,7 % um 0,4 % höher aus als die Verminderung der Umsatzerlöse.

Lage der Gesellschaft

Zur Darstellung der Lage der Gesellschaft im Folgenden Angaben zur Ertragslage und hier insbesondere zur Umsatzentwicklung sowie zur Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens im Geschäftsjahres 2023. Die Vorjahreszahlen werden zu Vergleichszwecken herangezogen.

3. Finanzdaten und Mitarbeiter

3.1 Ertragslage

Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Steuerungskennzahlen sind nachfolgend dargestellt; sie erreichen aufgrund des nochmaligen Umsatzrückgangs bei Produkten im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie nicht die Vorjahresergebnisse, liegen aber im Bereich der Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023. Aufgrund der Verwendung von Zahlen nach US-amerikanischer Rechnungslegung für die interne Berichterstattung und Steuerung des Unternehmens ergeben sich für die hier dargestellten Zahlen gegenüber den internen Key Performance Indikatoren leichte Abweichungen.

Im Einklang mit handelsrechtlichen Vorschriften ergeben sich folgende finanzielle Leistungsindikatoren:

Finanzielle Leistungsindikatoren 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Umsatzerlöse 248.710 260.001 -11.291 -4,3
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 133.063 139.675 -6.612 -4,7

Als nicht finanzieller Leistungsindikator wird die Kundenzufriedenheit herangezogen. Die Kennzahlen werden regelmäßig anhand von Datenerhebungen und Abfragen erfasst und weisen für das abgelaufene Geschäftsjahr und auch im Vergleich zu den Vorjahren einen zufriedenstellenden Verlauf auf.

Umsatzentwicklung

Umsatzerlöse und Märkte 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Umsatzerlöse 248.710 260.001 -11.291 -4,3
davon Inland 31.135 40.326 -9.191 -22,8
davon EU-Ausland 71.651 76.452 -4.801 -6,3
davon Non-EU Ausland 145.924 143.223 2.701 1,9

Die Umsatzerlöse in Deutschland und in den europäischen Kernmärkten resultieren weitestgehend aus konzerninternen Lieferungen an die Thermo Fisher Scientific Vertriebsgesellschaften und liegen insgesamt in dem Bereich der Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023; die Gesamtentwicklung der Umsatzerlöse ist jedoch durch Veränderungen bei den erzielbaren Verkaufserlösen beeinflusst.

Die Umsatzerhöhung in den nicht europäischen Ländern ist geprägt durch höhere Erlöse aus Lizenzvereinbarungen mit Partnern, die geringere Produkterlöse in einigen Segmenten und Märkten kompensieren.

Entwicklung Materialaufwand

Materialaufwand 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Materialaufwand/bezogene Leistungen 67.166 66.892 274 0,4

Mit Blick auf die Fertigungsprozesse besteht eine enge Kooperation mit der Tochtergesellschaft Cezanne S.A.S. in Frankreich bei der Entwicklung und Produktion der Biomarkerprodukte und dem Vertrieb der Laborautomatenplattform KRYPTORTM. Die neue Generation des Laborautomaten, der B•R•A•H•M•S KRYPTOR GOLDTM, wird von der Konzerngesellschaft in Finnland produziert. Als Resultat aus dieser sehr engen Zusammenarbeit mit beiden Konzerngesellschaften wird die Kapazitätsauslastung kontinuierlich optimiert und erreicht weiterhin ein unverändert hohes Niveau. Die Beschaffungskosten für Rohstoffe und Materialien sind im Jahresvergleich weitestgehend konstant geblieben. Die Erhöhung des Materialaufwandes im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich aus höheren Produktionskosten in einzelnen Produktgruppen und steht im Einklang mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr.

Entwicklung Personalaufwand und Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Jahresverlauf verringert, von 231 Ende 2022 auf 211 zum Ende des Berichtszeitraums 2023. Absolut gesehen hat sich der Personalaufwand in 2023 um TEUR 1.394 verringert.

Die Vergütungen werden im Rahmen jährlicher Gehaltserhöhung angepasst. Teile der Vergütungen sind erfolgsabhängig; der Anteil liegt bei rund 10 % und basiert auf Unternehmenszielen, aber auch auf vertriebsorientierten und persönlichen Zielen. Je nach Zielerreichung können die Bezüge der einzelnen Mitarbeiter im Jahresvergleich variieren.

Die Fluktuationsrate bei den Mitarbeitern wird intern als niedrig eingestuft.

Entwicklung sonstiger betrieblicher Aufwand

Der Verringerung des sonstigen betrieblichen Aufwands in Höhe von TEUR 4.111 auf TEUR 29.945 (Vorjahr: TEUR 34.057) ergibt sich im Wesentlichen aus reduzierten konzerninternen Verrechnungen und geringeren Aufwendungen aus Währungskursschwankungen.

EBIT / Jahresergebnis vor Ergebnisabführung

Die Reduzierung der Produktumsätze mit B•R•A•H•M•S PCTTM Formaten und der daraus resultierende niedrigere Rohertrag bestimmen weitestgehend das Jahresergebnisses vor Zinsen und Steuern. Ein gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenes, positives Zinsergebnis von TEUR 19.859 (Vorjahr: TEUR 742) führt letztendlich zu einer Erhöhung des Jahresüberschusses vor Gewinnabführung von TEUR 140.409 im Vorjahr auf TEUR 152.876 im laufenden Geschäftsjahr. Der Jahresüberschuss wird im Rahmen eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführt.

3.2 Finanzlage

Finanzierung

Die Liquidität der Gesellschaft wird durch den Thermo Fisher Scientific-Konzern über das Cashpool-System sichergestellt. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten neben Cashpool-Guthaben auch Forderungen aus Konzernverrechnungen von Lieferungen und Leistungen in einer Gesamthöhe von TEUR 703.062 (Vorjahr: TEUR 851.331). Den Cashpool betreffen hiervon im Geschäftsjahr TEUR 690.753 (Vorjahr: TEUR 842.055).

Investitionen

Die Gesellschaft hat im laufenden Geschäftsjahr im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens TEUR 658 (Vorjahr: 654 TEUR) investiert. Investitionsschwerpunkte waren Gebäudeausstattung, Produktionsanlagen und technische Ausstattung sowie Marketingtools. Wesentliche finanzielle Verpflichtungen aus begonnenen oder geplanten Investitionen und damit verbundene Finanzierungsvorhaben bestehen nicht.

Die Finanzlage der B•R•A•H•M•S GmbH als Konzerngesellschaft der Thermo Fisher Scientific ist geprägt durch einen soliden Liquiditätsstatus in Folge nachhaltig positiver Ergebnisse sowie durch eine gesunde Vermögens- und Kapitalstruktur. Nach Ansicht der Geschäftsleitung ist die Gesellschaft jederzeit in der Lage ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.

3.3 Vermögenslage

Vermögensentwicklung

Bilanz, Aktiva 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 9.559 10.206 -647 -6,3
Umlaufvermögen, verb. Unternehmen 703.062 851.331 -148.269 -17,4
Umlaufvermögen, sonstiges Vermögen 44.077 44.491 -414 -0,9
Bilanzsumme 756.698 906.028 -149.330 -16,5

Die Vermögenslage der B•R•A•H•M•S GmbH ist weitestgehend geprägt durch die Forderungen gegen den Thermo Fischer Scientific Konzern aus dem Cashpool in Höhe von TEUR 690.753 (Vorjahr: TEUR 842.055), der sich aufgrund der vor dem Bilanzstichtag getätigten Vorabauszahlung auf die Ergebnisabführung für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 125.000 vermindert hat.

Die Veränderungen im Anlagevermögen sind bedingt durch höhere planmäßige Abschreibungen im Vergleich zu den Neuinvestitionen des Geschäftsjahres.

Im Vergleich über mehrere Geschäftsjahre haben sich die Kennzahlen zu den Vorräten aufgrund intensiven Bestandsmanagements positiv entwickelt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte liegen zum Abschlussstichtag leicht unter dem Vorjahreswert; Verluste aus Forderungsausfällen sind unwesentlich.

Eigenkapital und Verbindlichkeiten

Bilanz, Passiva 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital 617.111 617.111 0 0,0
Sonderposten mit Rücklageanteil 0 193 -193 -100,0
Rückstellungen, Verbindlichkeiten 52.373 189.325 -136.952 -72,3
Rechnungsabgrenzungsposten 87.214 99.399 -12.185 -12,3
Bilanzsumme 756.698 906.028 -149.330 -16,5

Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages ist das Eigenkapital unverändert. Die Eigenkapitalquote steigt auf 81,6 % (im Vorjahr: 68,1 %) und ist auf die reduzierte Bilanzsumme zurückzuführen.

Die Reduzierung der Verbindlichkeiten ergibt sich aus der vor dem Bilanzstichtag getätigten Vorabauszahlung auf die Ergebnisabführung von TEUR 125.000; die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich entsprechend von TEUR 167.107 auf TEUR 36.631. Im Geschäftsjahr 2022 wurde keine Vorabauszahlung auf die Ergebnisabführung geleistet. Die hierin enthaltenen Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung betragen TEUR 27.876 (Vorjahr: TEUR 140.409).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält u.a. erhaltene Zahlungen für zukünftige Lizenzerlöse, deren Realisierung in den Geschäftsjahren bis 2030 erfolgen wird.

Gesamtaussage zur Lage

Insgesamt sieht die Geschäftsleitung die Entwicklung und Lage der B•R•A•H•M•S GmbH positiv. Die Gesellschaft ist gut gerüstet, um den wirtschaftlichen Herausforderungen und Unsicherheiten aufgrund der globalen Risikolagen auch zukünftig erfolgreich zu begegnen; dabei spielt die Einbeziehung in den weltweiten Thermo Fisher Scientific-Konzern eine erhebliche Rolle.

C) Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagementsystem

Die Gesamtpalette von operativen Risiken in den Geschäftsbereichen Ein- und Verkauf, Personal, Produktion, Qualitätsmanagement, Vertrieb sowie im Finanzwesen sind Bestandteil des lokalen und Konzerncontrollings. Eine konzernweite standardisierte, monatliche Finanzberichterstattung aller Gesellschaften, unter Berücksichtigung von Analysen zu Budgetabweichungen, liefert einen zeitnahen Informationsfluss und eröffnet die Möglichkeit, korrigierende Maßnahmen einzuleiten.

1.1 Risikoberichterstattung

Im Folgenden werden Risiken im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Gesellschaft gewichtet. Der Betrachtungszeitraum entspricht dem Prognosezeitraum.

Globale Risikolage und Einfluss aktueller Krisenherde (Russland/Ukraine und Nahost) (Risikoeinschätzung mittel)

Die Gesellschaft hat nur absatzseitig einige wenige Berührungspunkte mit den Krisenregionen in Osteuropa und im Nahen Osten. Beschaffungsseitig zeichnete sich generell zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen bzw. in Bezug auf die Entwicklung der Energiepreise eine gewisse Entspannung ab. Insofern ist gegenwärtig von einer leichten Verbesserung der Gesamtsituation auszugehen. Es könnten sich jedoch - sollte die geopolitische Lage in Osteuropa oder in Nahost und hier insbesondere die Beeinträchtigung der Transportwege - weiterhin angespannt bleiben oder sich weiter verschlechtern - erneut nachhaltige Beeinträchtigungen im Bereich der Lieferketten verbunden mit Preisanstiegen bei Energie und industriellen Vorprodukten, ergeben.

Die B•R•A•H•M•S GmbH ist bestrebt, etwaige Preiserhöhungen bestmöglich abzufedern, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Preiserhöhungen nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung der B•R•A•H•M•S GmbH auswirken.

Das Management der Gesellschaft verfolgt die Veränderungen in den globalen Risikolagen sehr aufmerksam, um Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb frühzeitig zu identifizieren und um ggfs. geeignete Maßnahmen zu initiieren. Insgesamt wird hieraus zukünftig ein mittleres Risiko gesehen.

Währungsrisiko (Risikoeinschätzung mittel)

Ein Risiko ergibt sich, wenn Kursänderungen an den Finanzmärkten den Wert von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen negativ beeinflussen. Wechselkurschwankungen werden im Rahmen der Erfassung der Buchungstransaktionen zeitnah in der Ergebnisrechnung erfasst. Das Unternehmen verzeichnet insbesondere Risiken bei den Währungen US-Dollar, Schweizer Franken, Japanischen Yen und den skandinavischen Kronen. Besonders die erheblichen US-Dollar Schwankungen können Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Es erfolgen derzeit lokal keine Absicherungen dieser Geschäfte, was zu einer mittleren Risikoeinschätzung beiträgt.

Cyber- und IT Risiken (Risikoeinschätzung mittel)

Für die B•R•A•H•M•S GmbH als weltweit agierendes Unternehmen im Konzernverbund von Thermo Fischer Scientific hat die eingesetzte Informationstechnologie große Bedeutung. Eine erhebliche Störung oder Verletzung der Sicherheit unserer Informationstechnologiesysteme oder ein Verstoß gegen Datenschutzgesetze könnte sich nachteilig auf unser Geschäft auswirken. Als Teil unserer ständigen Bemühungen, unsere derzeitigen Informationssysteme zu aktualisieren, implementieren wir regelmäßig neue Enterprise-Resource-Planning-Software und andere Softwareanwendungen, um bestimmte unserer Geschäftsvorgänge zu verwalten. Während wir Funktionen implementieren und hinzufügen, können Probleme auftreten, die wir nicht vorhergesehen haben. Solche Probleme könnten unsere Fähigkeit beeinträchtigen, Angebote zu erstellen, Kundenbestellungen entgegenzunehmen und unser Geschäft anderweitig zeitnah zu führen. Wenn wir Systeme aktualisieren oder ändern, kann es zu Dienstunterbrechungen, Datenverlust oder eingeschränkter Funktionalität kommen. Wenn unsere neuen Systeme außerdem keine genauen Preis- und Kostendaten liefern, könnten unsere Betriebsergebnisse und Cashflows nachteilig beeinflusst werden.

Wir verlassen uns auf unsere Informationstechnologiesysteme, um elektronische Informationen (einschließlich sensibler Daten wie vertraulicher Geschäftsinformationen und personenbezogener Daten von Mitarbeitern, Kunden und anderen Geschäftspartnern) zu verarbeiten, zu übertragen und zu speichern und eine Vielzahl kritischer Geschäftsprozesse und Aktivitäten zu verwalten oder zu unterstützen und Aktivitäten (z.B. Interaktion mit Lieferanten, Verkauf unserer Produkte und Dienstleistungen, Erfüllung von Bestellungen und Rechnungsstellung, Einziehung und Durchführung von Zahlungen, Versand von Produkten, Bereitstellung von Dienstleistungen und Support für Kunden, Verfolgung von Kundenaktivitäten, Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen und sonstige Geschäftstätigkeit). Unsere Systeme können anfällig sein für Schäden oder Unterbrechungen durch Naturkatastrophen, Stromausfälle, Telekommunikationsausfälle, Terroranschläge, Computerhackerangriffe, Computerviren, Ransomware, Phishing, Computer-Denial-of-Service-Angriffe, unbefugten Zugriff auf Kunden- oder Mitarbeiterdaten oder Geschäftsgeheimnisse und Versuche, unseren Systemen zu schaden.

Einige unserer Systeme sind nicht redundant, und unsere Disaster-Recovery-Planung reicht nicht für alle Eventualitäten aus. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, die wir treffen, könnten solche Probleme unter anderem zu Unterbrechungen unserer Dienste führen, was unserem Ruf und unseren finanziellen Ergebnissen schaden könnte. Unsere wichtigsten Geschäftspartner sind ähnlichen Risiken ausgesetzt, und jede Sicherheitsverletzung ihrer Systeme könnte sich nachteilig auf unsere Sicherheitslage auswirken.

Jeder der oben beschriebenen Cyber-Angriffe, Sicherheitsverletzungen oder sonstigen Störungen oder Schäden könnte, sofern er erheblich ist, unseren Betrieb erheblich unterbrechen, die Produktion und den Versand verzögern, zum Diebstahl des geistigen Eigentums und der Geschäftsgeheimnisse von uns und unseren Kunden führen und dem Kunden oder Geschäftspartner Schaden zufügen und Mitarbeiterbeziehungen und unseren Ruf oder zu fehlerhaften Produkten oder Dienstleistungen, Rechtsansprüchen und Verfahren, Haftung und Strafen nach Datenschutzgesetzen und erhöhten Kosten für Sicherheit und Abhilfe führen, die sich jeweils nachteilig auf unsere Geschäfts- und Finanzergebnisse auswirken könnten.

Mitarbeiterrisiko (Risikoeinschätzung niedrig)

Die Mitarbeiterfluktuation bzw. die Neugewinnung von Mitarbeitern vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels stellt für die Gesellschaft vor dem Hintergrund einer attraktiven und innovativen Branche ein niedriges Risiko dar.

Markt- und Budgetrisiken (Risikoeinschätzung niedrig)

Die B•R•A•H•M•S GmbH vertreibt die Biomarkerprodukte weltweit und sieht sich in verschiedenen Ländern mit Budgetrestriktionen in den nationalen Gesundheitswesen konfrontiert. Die Marktentwicklungen in diesen Vertriebsgebieten, die regulatorischen Anforderungen und Gesundheitsbudgetrisiken werden intensiv analysiert, um frühzeitig Konsequenzen für die Produktpalette zu identifizieren. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf die Qualifikation der Vertriebsmitarbeiter, um nicht nur den medizinischen Nutzen der Produkte zu demonstrieren, sondern auch den ökonomischen Vorteil des Kunden aus dem Einsatz der Biomarkerprodukte zu verdeutlichen und zu belegen. Gegenwärtig wurden aufgrund der gesamtwirtschaftlichen und politischen Lage keine zusätzlichen Risiken identifiziert.

Produktrisiken (Risikoeinschätzung niedrig)

Das Unternehmen unterliegt den typischen Branchen- und Marktrisiken für Unternehmen, die sich mit der Erforschung und Entwicklung innovativer Medizinprodukte befassen. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit wird das Produktsortiment kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt. Es liegt in der Natur der Sache, dass in diesen Prozessen grundsätzlich das Risiko besteht, Produktideen nicht erfolgreich entwickeln zu können, für Produkte nicht die Zustimmung des Marktes zu finden oder dass Wettbewerber mit ihren Entwicklungen früher die Marktreife erlangen oder Patentverletzungen begehen. Zur Vermeidung von technischen Produktrisiken werden entlang der gesamten Entwicklungsprozesskette sämtliche Risikofaktoren intensiv analysiert. Dies beinhaltet unter anderem die Auswahl und Sicherstellung der gleichbleibend hohen Rohstoffqualität, die Durchführung einer kontinuierlich einwandfreien Produktion, das Testen der Produkte auf veränderte Umweltbedingungen, die Auswirkungen von fehlerhafter Handhabung bei der Durchführung von Diagnosen sowie die Auswertung der Ergebnisse von klinischen Studien. Die Gesellschaft sieht gegenwärtig ein geringes Risiko.

Beschaffungsmarktrisiko (Risikoeinschätzung niedrig)

Für die Produktion der qualitativ hochwertigen Biomarker ist die B•R•A•H•M•S GmbH auf spezielle Rohstoffe mit außerordentlich hervorragender Qualität angewiesen. Engpässe in der Rohstoffversorgung, steigende Preise und Transportkosten oder unterbrochene Lieferketten könnten für die Gesellschaft ein Risiko darstellen, dass aber gegenwärtig als gering eingestuft wird.

Bevor Rohstoffe verarbeitet werden, durchlaufen diese mehrere Qualitäts- und Prozessprüfungen. Genügt der Rohstoff dem hohen Anforderungsprofil, werden vorsorglich größere Mengen des Rohstoffes erworben und unter besonderen Lagerbedingungen dauerhaft eingelagert. Dadurch sichert sich das Unternehmen langfristig genügend Rohstoffe, um eventuelle Beschaffungsrisiken in späteren Jahren abzudecken. Gegenwärtig wurden keine zusätzlichen Risiken identifiziert.

Die B•R•A•H•M•S GmbH ist bei einigen Produkten auf Zulieferer angewiesen, mit denen langfristige Liefervereinbarungen getroffen worden sind. Hinsichtlich der qualitativen Anforderungen besteht mit diesen Zulieferern ein sehr enger Austausch zu Verfahren, Qualitätsanforderungen, Dokumenten und Produktionsabläufen. Die Zulieferer müssen ihrerseits ein Qualitätsmanagement in Anlehnung an ISO 13485 betreiben, welches bevorzugt zertifiziert ist. Sofern erforderlich, hat die B•R•A•H•M•S GmbH das Recht Qualitätsaudits durchzuführen. Hinsichtlich eines möglichen Ausfallsrisikos eines Zulieferers ist das Unternehmen gegebenenfalls in der Lage, Produktionsverfahren in Eigenregie zu übernehmen oder an einen neuen Kooperationspartner zu übertragen; hierzu bestehen weitgehende vertragliche Regelungen mit Partnern.

Vor dem Hintergrund der allgemeinen Inflation sind Kostensteigerungen bei unserer Beschaffung von Rohstoffen oder Vorprodukten nicht auszuschließen. Das Unternehmen kann Kostensteigerungen mit eigenen Margen auffangen, ist jedoch immer bemüht, Kostensteigerungen an seine Kunden weiterzugeben soweit dies im Marktumfeld möglich ist. Hier wird ein geringes Risiko für diesen Bereich gesehen.

Produktionsprozess (Risikoeinschätzung niedrig)

Das Diagnostikgeschäft bedingt, dass ein besonderes Augenmerk auf die Produktionsmaterialien, Rohstoffe und den gesamten Produktionsprozess gelegt wird. Ausgehend von den gesetzlichen Regelungen und den Anforderungen im Rahmen der Zertifizierungsprozesse wurde das bestehende Qualitätsmanagement weiter ausgebaut. Ergänzend hierzu wurde eine Anlagenqualifizierung und -validierung sowie eine Hygienevalidierung der Produktionsanlagen abgeschlossen. Die Summe der Maßnahmen hat dazu geführt, dass eine nachhaltige Reduzierung von Fehlerquoten erreicht wurde. Auf dem erreichten hohen Niveau werden die Prozesse kontinuierlich analysiert und konsistent optimiert.

Ergänzend zu den technischen Analysen werden die Produktionsprozesse anhand von ökonomischen Leistungskennzahlen untersucht. Aufgrund der Produktionsplanung werden Ausbringungsmengen und Preisergebnisse detailliert analysiert. Dies geschieht nicht nur vor dem Hintergrund einer kosteneffizienten Produktion, sondern auch um eine Risikominimierung in dem Bereich der speziellen Rohstoffe zu erzielen. Demzufolge wird für diesen Bereich ein geringes Risiko gesehen.

Qualitätsmanagement und regulatorische Aspekte (Risikoeinschätzung niedrig)

Die B•R•A•H•M•S GmbH entwickelt, produziert und vertreibt ihre Produkte unter dem internationalen Qualitätsmanagementstandard ISO 13485. Der Standard ISO 13485 ist ein speziell für Medizinproduktehersteller konzipierter Qualitätsmanagementstandard, der die Anforderungen für regulatorische Zwecke definiert. Das Unternehmen ist nach ISO 13485 zertifiziert und unterliegt somit Zertifizierungs- und jährlichen Überwachungsaudits durch externe Stellen (Zertifizierungsstelle / Notified Body). Im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems werden auf Produktebene Risikoanalysen durchgeführt, die auf dem internationalen Standard ISO 14971 beruhen. Dieser Standard gibt Vorgaben bezüglich der Analyse und Kontrolle von Risiken von Medizinprodukten für Patienten, Anwender und Dritte.

Unter dem Qualitätsmanagementsystem der B•R•A•H•M•S GmbH kommt auch ein System zur kontinuierlichen Prozessverbesserung, zur Fehleranalyse und -vermeidung zur Geltung. Ebenso tragen regelmäßige interne Audits zur Überwachung und ständigen Verbesserung bei.

Im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems stellt das Unternehmen zudem sicher, dass sämtliche anwendbare länderspezifischen Regularien und Anforderungen identifiziert und eingehalten werden.

Durch eine gute Vernetzung mit den relevanten Diagnostikverbänden und innerhalb des Thermo Fisher-Konzernverbunds wird sichergestellt, dass Entwicklungen im normativen und regulatorischen Bereich früh identifiziert werden, so dass eine entsprechende Implementierung bei der B•R•A•H•M•S GmbH frühzeitig geplant und fristgerecht durchgeführt werden kann.

Aufgrund der vielfältigen Maßnahmen in dem Bereich Qualität wird hier insgesamt ein geringes Risiko identifiziert.

Corrective And Preventive Action (CAPA) - Management (Risikoeinschätzung niedrig)

Die Geschäftsprozesse des Unternehmens sind umfassend in Standard Operating Procedures (SOP) Anweisungen definiert. Abweichungen von diesen Regelungen, die sich aus internen oder externen Erkenntnissen ergeben, werden in einer CAPA-Datenbank dokumentiert. Aus der Analyse der Ursachen werden Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Die Fortschreibung der Ergebnisse trägt nicht nur dazu bei, dass das hohe Qualitätsniveau sichergestellt ist, sondern unterstützt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in allen Ablaufschritten und eine Minimierung der Risiken in operativen Abläufen. Die Gesellschaft schätzt die Risiken als gering ein.

Absatz- und Ausfallrisiko (Risikoeinschätzung niedrig)

In den vergangenen Jahren waren Forderungsausfälle nur in sehr geringem Ausmaß zu verzeichnen. Jedoch werden die Forderungen laufend analysiert und die Gesellschaft geht davon aus, dass durch Wertberichtigungen für Forderungsausfälle das tatsächliche Risiko abgedeckt ist und sieht hier trotz der Pandemie insgesamt ein geringes Risiko aufgrund der guten Kundenstruktur.

Liquiditätsrisiko (Risikoeinschätzung niedrig)

In Folge der soliden Finanzlage und der Einbeziehung in das Cashpool-System des Konzerns wird das Liquiditätsrisiko als gering eingestuft. Das Liquiditätsrisiko für den konzernweiten Cashpool ist auf Ebene des Gesamtkonzerns Thermo Fisher Scientific in den USA zu beurteilen. Nach gegenwärtiger Einschätzung lassen sich für die B•R•A•H•M•S GmbH keine wesentlichen Liquiditätsrisiken hieraus ableiten.

Rechtliche Risiken (Risikoeinschätzung niedrig)

Die Gesellschaft ist branchenbedingt in Rechtsstreitigkeiten involviert, und zwar sowohl als Klägerin wie auch als Beklagte. Während auf der einen Seite mit den Aktiv-Rechtsstreitigkeiten eher Chancen einhergehen bzw. sich die Risiken im Wesentlichen auf Kostenrisiken reduzieren lassen, bestehen auf der anderen Seite im Fall der passiven Rechtsstreitigkeiten auch darüberhinausgehende Risiken. Die bilanzielle Risikovorsorge der Gesellschaft ist aus heutiger Sicht angemessen und ausreichend, diese bislang zum Teil noch sehr abstrakten Risiken abzudecken. Gegenwärtig kommt die Gesellschaft zu einer geringen Risikoeinschätzung.

Risiken (und Chancen) aus der Einbeziehung in den Konzernverbund (Risikoeinschätzung niedrig)

Als Produktions- und Entwicklungsgesellschaft ist die B.R.A.H.M.S GmbH zu einem gewissen Grad abhängig von der Beschaffungs- und Vertriebsstrategie des Konzerns. Dies kann sowohl ein Risiko als auch eine Chance darstellen. Die Einbindung in den Konzern eröffnet internationale Beschaffungs- und Absatzwege, Zugang zu Forschungs- und Entwicklungsergebnissen bzw. konzernweite Unterstützung bei eigenen Entwicklungen neuer Produkte und Verfahren. Darüber hinaus erfolgt eine finanzielle Absicherung unter dem internationalen Cashpool System. Andererseits ist die Gesellschaft in gewisser Weise von Entscheidungen, die auf übergeordneten Ebenen getroffen werden, abhängig. Daher leitet die B.R.A.H.M.S GmbH aus ihrer Konzernzugehörigkeit überwiegend Chancen ab.

Gesamtrisikoeinschätzung

Die Geschäftsleitung sieht ein global erhöhtes Risiko im Einklang mit der aktuellen weltpolitischen Entwicklung hauptsächlich in Folge bestehender Unsicherheiten über den weiteren Verlauf geopolitischer Konflikte und deren Auswirkungen. Ein Risiko für das künftige Fortbestehen des Unternehmens wird auf Basis der Auftragslage, der Branchensituation, der Geschäftsstruktur und der finanziellen Eingliederung in den Thermo Fisher Cashpool nicht gesehen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab sich aus Sicht der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr keine strukturelle Veränderung der Risikolandschaft.

2. Wesentliche Chancen

Die wesentliche Chance der Gesellschaft ist die Einbindung in den Thermo Fisher Scientific-Konzern.

Die B•R•A•H•M•S GmbH als Teil des weltweit operierenden Thermo Fischer Scientific-Konzerns generiert erhebliche Vorteile aus der Zusammenarbeit mit anderen Konzernunternehmen. Hier sind insbesondere vertriebliche Aspekte zu benennen, denn das Unternehmen kann kurzfristig und mit relativ geringem Aufwand auf existierende Unternehmensstrukturen in den wichtigen Kernmärkten zurückgreifen. Mitarbeiter können in diesen Gesellschaften angesiedelt werden, haben unverzüglich Zugriff auf die Infrastrukturen und Kommunikationswege, um die Biomarkerprodukte in Märkten zu entwickeln, Marktinformationen zu erlangen und vertriebliche Aktivitäten zu steuern. Hieraus ergeben sich wesentliche Chancen für ein Umsatzwachstum in den Regionen, die als zukünftige Wachstumsmärkte identifiziert wurden.

Diese weltweite Vernetzung bietet auch die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit den Kunden, um deren Bedürfnisse und Vorstellungen hinsichtlich der Produkte und deren Weiterentwicklungen kennenzulernen und diese Informationen in eine marktgerechte Produktentwicklung einfließen zu lassen. Diese zielgerichteten Produktentwicklungen, verbunden mit einem mittel- bis langfristigen Patentschutz, ermöglichen einen Vorsprung vor anderen Marktteilnehmern und sichern in dem Zusammenhang ein kontinuierliches Umsatzwachstum für einen längeren Zeitraum.

Ein patentrechtlicher Schutz bietet ein Zeitfenster, in dem die B•R•A•H•M•S GmbH die Produkte in den Märkten entwickeln und etablieren kann. Es ist möglich, dass zwischen einer Produktentwicklung und der Zulassung in einem Land ein größerer Zeitraum liegt, die B•R•A•H•M•S GmbH kann aber parallel zu dem Zulassungsprozess bereits Schritte unternehmen, um den Markt für die Produkteinführung vorzubereiten. Das Unternehmen verfügt über hochqualifiziertes Personal, das insbesondere in diesem Umfeld über erhebliche Erfahrungen verfügt. Dies eröffnet die Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum die Marktführerschaft zu übernehmen und mit Hilfe der hohen Produktqualität einen Qualitätsstandard zu etablieren. In diesem Zusammenhang eröffnen sich wiederum aus der Konzernvernetzung und den Zugriffsmöglichkeiten auf Infrastrukturen und weltweites Know-How erhebliche Chancen für die Weiterentwicklung des Unternehmens.

Das Unternehmen tätigt weiterhin große Investitionen in dem Bereich Forschung und Entwicklung und sieht die Produktfindung und -entwicklung als eine der Kernfunktionen des Unternehmens. Die Gewinnung von Marktanteilen für existierende Produkte sowie für innovative Produkte steht als weiterer Schwerpunkt im Fokus des Unternehmens. Das Unternehmen hält an der Strategie fest, gegebenenfalls auch die Möglichkeiten einer Auslizensierung von Produkten zu erwägen, sofern dies in ein Gesamtkonzept zur Marktentwicklung passt.

Für die B•R•A•H•M•S GmbH als produzierendes Unternehmen ergeben sich aus der engen Kooperation mit anderen Konzerngesellschaften Chancen auf Synergieeffekte und Kostenvorteile, insbesondere bei der Entwicklung und Produktion von Laborautomaten durch Zugriff auf Know-How und optimierte Prozessabläufe in anderen Gesellschaften.

Insgesamt sieht sich die B•R•A•H•M•S GmbH mit den Produkten, den Marktanteilen und den Umsatzchancen aus neu- und weiterentwickelten innovativen Biomarkern sowie den neuen Zulassungen in den USA und den neuen Registrierungen in China sehr gut aufgestellt.

D) Prognose und Ausblick

1. Allgemeine Wirtschaftsprognosen

Derzeitigen Wirtschaftsprognosen zur Folge wird mit einem Anstieg des Weltwirtschaftswachstums von +3,2 % für das Geschäftsjahr 2024 gerechnet.

Im Euroraum wird momentan für 2024 ein Wirtschaftswachstum von +0,9 % angenommen. Für die USA hingegen wird mit einem Wachstum von +2,2 %, für China wird ein Wachstum von +5,2 %, für Deutschland von lediglich + 0,2 % gerechnet.

Quelle: IfW Kiel, Konjunkturbericht Welt und Deutschland, Q2, 2024, Stand Juni 2024

Die Prognosen hängen unter anderem von der weiteren Entwicklung geopolitischer Auseinandersetzungen und den damit verbundenen, internationalen Auswirkungen, sowie der Inflations- und Zinsentwicklung ab und sind dementsprechend mit Unsicherheiten behaftet.

2. Prognose in Bezug auf die Entwicklung der Gesellschaft

Als Ergebnis einer Analyse zu Märkten und Wachstumspotential hat das Management im April 2024 beschlossen, die Produktions- und Vertriebsaktivitäten für das Produktportfolio RIA-Radioimmunoassays im Geschäftsjahr 2025 einzustellen. Die Auswirkungen auf die Umsatzerlöse liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Infolgedessen wird sich die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Standort Hennigsdorf voraussichtlich um rund 50 Personen reduzieren. Für das Geschäftsjahr 2024 werden nach Abschluss entsprechender Vereinbarungen umfassende Restrukturierungskostenrückstellungen gebildet. Darüber hinaus werden bereits im Geschäftsjahr 2024 Maßnahmen ergriffen, die Kostenstrukturen und Flächennutzung am Standort im Rahmen einer Sales-and-lease-back Vereinbarung zu optimieren. Hiervon sind insbesondere die Positionen Grundstück und Gebäude in Anlagevermögen betroffen. Die Auswirkungen auf die Vermögenslage der Gesellschaft sind wegen der fortgeschrittenen Abschreibungsdauer auf Gebäudeinvestitionen unwesentlich.

Aufgrund der insgesamt unsicheren Rahmenbedingungen, der geplanten Restrukturierung, aber trotz eines soliden Auftragsbestandes, erwartet die Gesellschaft ein herausforderndes Geschäftsjahr 2024 und eine Stabilisierung für 2025.

Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet die Gesellschaft mit einem Rückgang der finanziellen Leistungsindikatoren "Umsatzerlöse" im einstelligen Prozentbereich der aber aufgrund von Restrukturierungskosten zu einem deutlich verminderten "EBIT", "operating profit" führen wird. Für 2025 werden Umsätze auf dem Niveau von 2024 und ein deutlich verbessertes EBIT erwartet, da keine Restrukturierungskosten das Ergebnis belasten werden.

Darüber hinaus wird eine weiterhin positive Entwicklung bei dem nicht finanziellen Leistungsindikatoren Kundenzufriedenheit angestrebt und diese in 2025 dann gehalten werden können.

Die Liquidität wird wie vorstehend beschrieben als gesichert angesehen.

Allerdings sind - vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation - Prognosen mit gewissen Unsicherheiten behaftet.

 

Hennigsdorf, den 15. Juli 2024

BRAHMS GmbH

Die Geschäftsführung

Petrus van der Zande

Dr. Ralf Oliver Schlegel

Roberto Genaro Berdecio

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 724.147,33 755.078,53
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.120.062,18 3.859.175,09
2. Technische Anlagen und Maschinen 453.992,02 495.477,75
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 510.583,03 443.404,93
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 553.504,41 442.377,34
4.638.141,64 5.240.435,11
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.196.382,03 4.210.465,54
9.558.671,00 10.205.979,18
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.594.086,04 1.371.341,85
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.277.852,48 2.393.091,92
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.403.597,63 3.820.450,69
7.275.536,15 7.584.884,46
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 34.627.158,19 34.944.998,66
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 703.061.684,95 851.330.885,89
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.884.167,11 1.757.128,02
739.573.010,25 888.033.012,57
III. Guthaben bei Kreditinstituten 0,00 0,00
746.848.546,40 895.617.897,03
C. Rechnungsabgrenzungsposten 290.772,60 204.442,58
756.697.990,00 906.028.318,79

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.550.740,00 5.550.740,00
II. Kapitalrücklage 611.536.203,99 611.536.203,99
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 4.192,18 4.192,18
IV. Gewinnvortrag 19.840,59 19.840,59
617.110.976,76 617.110.976,76
B. Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 193.014,21
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.259.526,00 4.738.593,00
2. Sonstige Rückstellungen 5.345.335,68 7.471.534,79
9.604.861,68 12.210.127,79
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.584.680,07 4.872.309,73
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 36.630.578,18 167.107.429,60
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.552.733,56 5.134.961,61
42.767.991,81 177.114.700,94
E. Rechnungsabgrenzungsposten 87.214.159,75 99.399.499,09
756.697.990,00 906.028.318,79

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 248.709.867,08 260.001.235,35
2. Verminderung (Vorjahr Erhöhung) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -643.002,06 393.784,63
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.995.837,28 2.886.436,72
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -55.982.140,18 -53.758.576,18
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -11.184.227,32 -13.133.037,89
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -16.344.707,62 -17.408.502,24
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.875.660,40 -3.205.485,74
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.667.364,21 -2.043.822,93
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -29.945.481,48 -34.056.693,08
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 19.936.475,37 916.286,74
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen -14.083,51 0,00
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -77.643,00 -174.697,00
11. Ergebnis nach Steuern 152.907.869,95 140.416.928,38
12. Sonstige Steuern -31.833,39 -8.418,56
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne -152.876.036,56 -140.408.509,82
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Allgemeine Angaben

Angaben zum Unternehmen:

B∙R∙A∙H∙M∙S GmbH

Neuendorfstrasse 25 in 16761 Hennigsdorf

HRB 8872 NP beim Amtsgericht Neuruppin

Die B∙R∙A∙H∙M∙S GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft i.S.v. § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss wurde nach den für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 242 ff. HGB, den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) in EUR aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Aufwendungen und Erträge werden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung (going concern) aufgestellt.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist der Anhang in TEUR aufgestellt.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, im Anhang aufgeführt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hinsichtlich des Ausweises hat sich folgende Veränderung ergeben.

Im Zuge der konzerninternen Vereinheitlichung wurde im laufenden Geschäftsjahr eine Saldierung von konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten mit demselben Konzernpartner in Höhe von insgesamt TEUR 8.682 durchgeführt(im Vorjahr nicht salidert TEUR 2.106. Somit sind Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit dem Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar.

Anlagevermögen

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten (§ 255 Abs. 1 HGB) angesetzt und werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 Jahren linear abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wird mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten (§ 255 Abs. 1 und 2 HGB), vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten werden nicht einbezogen.

Gebäude werden über 25 Jahre, bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens werden überwiegend über eine Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben.

Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Nicht mehr genutzte Anlagegüter werden außerplanmäßig abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Es wurden außerplanmäßige Abschreibungen aus Vorjahren in Höhe von TEUR 379 wieder zurückgenommen. Im laufenden Geschäftsjahr sind keine außerplanmäßigen Abschreibungen angefallen.

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau im Sachanlagevermögen sind zum Nennwert bilanziert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250 werden sofort abgeschrieben.

Für geringwertige Anlagegüter, die nach dem 31. Dezember 2016 angeschafft wurden, werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800 im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben, wobei im Zugangsjahr auch der Abgang unterstellt wird.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten (§ 255 Abs.1 HGB) bzw. dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung angesetzt. Abschreibungen aufgrund dauerhafter Wertminderung waren in Höhe von TEUR 14 zu verzeichnen.

Vorräte

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren sind mit den Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB, nach dem gleitenden Durchschnittsverfahren oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 4 Satz 2 HGB. Die Herstellungskosten werden gemäß § 255 Abs.2 HGB unter Berücksichtigung von angemessenen Teilen der Material- und Fertigungsgemeinkosten ermittelt. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen.

Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und / oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen.

Forderungen und übrige Aktiva

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Ausfall- und Transferrisiken sowie allgemeine Kreditrisiken werden im Bedarfsfall grundsätzlich durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Eine Pauschalwertberichtigung wurde zum 31. Dezember 2023 nicht gebildet.

Die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit den Nennwerten bilanziert.

Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, sind unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Sonderposten mit Rücklageanteil

Der Sonderposten mit Rücklageanteil enthält Zuwendungen zu den Investitionen in Produktions- und Geschäftsgebäude. Die ertragswirksame Auflösung erfolgt in Übereinstimmung mit der Abschreibungsdauer der geförderten Investitionen. Zukünftig werden keine weiteren Erträge anfallen.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen im Rahmen von unmittelbaren Versorgungszusagen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet.

Es wurden die Anwendungsregelungen des Rechnungslegungshinweises FAB 1.021 für Pensionszusagen, die vollständig oder teilweise von einer Rückdeckungsversicherung abhängen bzw. für die eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen wurde, berücksichtigt.

Bewertungsgrundlagen für nicht rückgedeckte Bestandteile:

Zum 31. Dezember 2023 werden die Pensionsverpflichtungen mit dem 10-jährigen Durchschnittszinssatz von 1,83 % (Vorjahr: 1,78%) abgezinst. Der anzuwendende Diskontierungszinssatz wird von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) ermittelt und monatlich bekannt gegeben. Am 31. Dezember 2023 betrug der eigentlich anzuwendende Zinssatz 1,82 %; eine Anpassung war aufgrund der geringfügigen Zinsdifferenz nicht nötig. Es wird gemäß der Vereinfachungsregel des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden Rentensteigerungen von jährlich 1,5 % (im Vorjahr 1,5 %) zugrunde gelegt. In Höhe des Differenzbetrages der Diskontierung der Verpflichtung mit dem 7-jährigen Durchschnittszinssatz besteht grundsätzlich eine Ausschüttungssperre. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im Finanzergebnis erfasst.

Bewertungsgrundlagen für rückgedeckte Bestandteile: (FAB 1.021)

Die Gesellschaft hat bei der Bilanzierung das Deckungskapitalverfahren (Primat der Aktivseite) angewendet. Für die Verzinsung wurde der Tarifzinssatz angewendet, falls dieser über dem Garantiezinssatz liegt. Bei den beiden abgeschlossenen Pensionsplänen wurden unterschiedliche Gesamtverzinsungserwartungen (2,5 % bzw. 2,6 %) zugrunde gelegt.

Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung dieser Verpflichtungen dienen und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Das verrechnete Deckungsvermögen beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 3.084 (Vorjahr: TEUR 3.101).

Im Einklang mit Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB hat die Gesellschaft außerdem mittelbare Verpflichtungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 168 (Vorjahr: TEUR 171) nicht als Rückstellungen ausgewiesen, sondern über eine Unterstützungskasse, die Thermo Electron Pension Trust GmbH, finanziert, die ihre Verpflichtung rückgedeckt hat. Es besteht eine Unterdeckung (Differenz zwischen Rückstellung und Deckungsvermögen) in Höhe von TEUR 52 (Vorjahr: TEUR 61) zum Bilanzstichtag.

Weiterhin bestehen auch unmittelbare Pensionszusagen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem zugrundeliegenden Deckungsvermögen, gemäß Mitteilungen der Versicherungen, bestimmen. Diese Zusagen werden gemäß HFA 30 Rn 71 ff. als wertpapiergebundene Versorgungszusagen angesehen. Das Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 445 (Vorjahr: TEUR 438) wird gemäß § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Da die Zusagen die Voraussetzungen von § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB erfüllen, wird die Pensionsrückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwertes angesetzt. Das Deckungsvermögen erfüllt die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB und wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

In diesem Zusammenhang anfallende Zinsaufwendungen sowie Erträge aus Deckungsvermögen betragen TEUR 18 (Vorjahr: TEUR 21).

Sonstige Rückstellungen:

Die sonstigen Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Beträge für den voraussichtlichen Verpflichtungsumfang der Gesellschaft aus Aktienoptionen und anderen aktienbasierten Vergütungen (Restricted Stock Units, "RSU"), die bestimmten Mitarbeitern der Gesellschaft von der Thermo Fisher Scientific Inc., Waltham, USA, gewährt wurden. Die Gesellschaft hat sich vertraglich verpflichtet, der Thermo Fisher Scientific Inc., sämtliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Ausübung dieser Aktienoptionen oder "RSUs" entstehen, zu ersetzen.

Der Verpflichtungsumfang bei Aktienoptionen besteht aus der Differenz zwischen dem künftigen Ausübungspreis und einer vom Mitarbeiter zu leistenden Zuzahlung. Im Fall gewährter RSUs entfällt die zu leistende Zuzahlung und es besteht somit ein Verpflichtungsumfang in Höhe des voraussichtlichen Börsenkurses zum Ausübungszeitpunkt pro gewährter Einheit zzgl. der über den Erdienungszeitraum aufgelaufenen Dividenden (Dividendenäquivalent).

Die Rückstellung für ausgeübte Aktienoptionen oder RSUs wird mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt und beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 390 (Vorjahr: TEUR 772).

Die Rückstellung für den noch nicht ausgeübten Verpflichtungsumfang in Höhe von TEUR 466 (Vorjahr: TEUR 872) wird folgendermaßen ermittelt:

Der Erfüllungsbetrag für RSUs wird ratierlich über den Erdienungszeitraum (von in der Regel bis zu 3,5 Jahren) angesammelt.

Der Verpflichtungsumfang für gewährte Aktienoptionen richtet sich nach folgenden Kriterien:

Aktienoptionen, die bereits ausübbar sind, werden mit ihrem inneren Wert (Börsenkurs am Bilanzstichtag abzüglich der vom Mitarbeiter zu leistenden Zuzahlung) bewertet.

Für noch nicht ausübbare Aktienoptionen wird das Verfahren nach Black-Scholes mit folgenden Annahmen zugrunde gelegt:

Aktienkurs zum Bilanzstichtag USD 530,79
erwartete jährliche Dividende USD 1,40
risikoloser Zins (USA) 4,179 %
Volatilität des Aktienkurses 25,48 %
Fluktuation 5 %

Verbindlichkeiten und übrige Passiva

Der Ausweis der Verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich mit dem Erfüllungsbetrag.

Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, passiviert.

Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Dabei wird ein konzernweit festgelegter und täglich aktualisierter Konzernkurs verwendet.

Die Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Latente Steuern

Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Thermo Fisher Scientific Germany BV & Co. KG. In Folge der bestehenden ertragssteuerlichen Organschaft mit der Thermo Fisher Scientific BV & Co. KG, werden latente Steuern beim Organträger gebildet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Aktiva

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem Anlagenspiegel ersichtlich, der diesem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Anteilsbesitz

31.12.2023 2023
Gesellschaft Währung Anteil am Kapital in % (direkt) Eigenkapital
TEUR
Jahresergebnis '
TEUR
BRAHMS UK Ltd., Altrincham/UK * EUR 100 0 ** -1.050
BRAHMS Biotech GmbH, Hennigsdorf EUR 94 256 235
Cezanne S.A.S, Nimes/Frankreich EUR 100 21.874 1.090

* Umrechnungskurs am Bilanzstichtag: GBP/EUR 1,1525

** Gesellschaft in Liquidation, verbleibendes Eigenkapital GBP 1

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 31. Dezember 2023 TEUR 34.627 (Vorjahr: TEUR 34.945) nach Abzug der Einzelwertberichtigung in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 43).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 12.309 (Vorjahr: TEUR 9.276) und Forderungen aus Cash Pool in Höhe von TEUR 690.753 (Vorjahr: TEUR 842.055). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Forderungen gegen die Gesellschafterin (Vorjahr: TEUR 4).

In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 1.884 (Vorjahr: TEUR 1.757) sind Forderungen aus Quellensteuer auf Cashpool Zinsen in Höhe von TEUR 1.359 (Vorjahr: TEUR 0) und debitorische Kreditoren mit TEUR 296 enthalten. Im Vorjahr waren Forderungen aus inländischer Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 1.087 enthalten.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält wie im Vorjahr hauptsächlich vorausbezahlte Kosten und Versicherungsbeiträge.

2. Passiva

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt wie im Vorjahr TEUR 5.551.

Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 611.536 hat sich zum Vorjahr nicht verändert.

Wie im Vorjahr besteht weiterhin ein Gewinnvortrag von TEUR 20. In Folge des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages ergibt sich ein Jahresüberschuss von TEUR 0.

Sonderposten mit Rücklageanteil

Bei dem Sonderposten handelte es sich um öffentliche Förderungen aus dem Fond Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA-Mittel) nach dem Investitionszulagengesetz aus dem Jahr 1999. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgte - letztmalig im laufenden Geschäftsjahr - in Anlehnung an die jährliche Abschreibung auf das Produktions- und Geschäftsgebäude.

Rückstellungen

Der Berechnung der Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde.

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtung beträgt TEUR 7.344 (Vorjahr: TEUR 7.840). Rückstellungspflichtige Altersversorgungsverpflichtungen aus Pensionszusagen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 4.260 (Vorjahr: TEUR 4.739). Der Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtung wurde mit Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 3.084 (Vorjahr: TEUR 3.101) gemäß § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Der Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht den Anschaffungskosten.

Bei den Pensionsrückstellungen ergibt sich aus der Anwendung des 10-jährigen Durchschnittszinssatzes im Vergleich zur Anwendung des 7-jährigen Durchschnittszinssatzes zum Bilanzstichtag ein Unterschiedsbetrag von TEUR 61 (Vorjahr: TEUR 337). Dieser Differenzbetrag ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB n.F. grundsätzlich ausschüttungsgesperrt. Eine analoge Anwendung der Ausschüttungssperre auf die Gewinnabführungssperre kommt nicht in Betracht, weil § 301 AktG, der den Höchstbetrag der Gewinnabführung bestimmt, keinen ausdrücklichen Verweis auf die Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB enthält. Diese kommt in Folge der übersteigenden frei verfügbaren Eigenkapitalbestandteile jedoch ohnehin nicht zum Tragen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Sonstige Personalkostenrückstellungen 1.160 1.302
Lieferantenrechnungen 1.084 1.209
Aktienoptionsvereinbarungen 856 1.644
Umsatzboni und sonstige Rückzahlungen 777 1.477
Lizenzverpflichtungen 500 525
Urlaubs- und Zeitguthaben 475 265
Gratifikationen, Prämien, Tantiemen 286 743
Andere sonstige Rückstellungen 207 307
Gesamt 5.345 7.472

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten TEUR 8.755 (Vorjahr: TEUR 26.699) aus Lieferungen und Leistungen und TEUR 27.876 abzüglich einer geleisteten Vorabauszahlung von TEUR 125.000 auf die Ergebnisabführung (Vorjahr: TEUR 140.409).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 680 (Vorjahr: TEUR 294), und aus Rückzahlungsverpflichtungen an die Kunden von TEUR 616 (Vorjahr: TEUR 4.828).

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält in Höhe von TEUR 87.214 (Vorjahr: TEUR 99.256) Vorauszahlungen aus langfristigen Lizenzverträgen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die B∙R∙A∙H∙M∙S GmbH Biomarkers erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt neuartige diagnostische Testverfahren zur Verbesserung der Frühdiagnose und Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten. Die Gesellschaft macht aus Gründen der Geschäftsstrategie von der Ausnahmeregelung gemäß § 286 Abs. 2 HGB Gebrauch und verzichtet auf eine weitergehende Aufgliederung.

Gliederung nach geografischen Märkten:

2023
TEUR
2022
TEUR
Erlöse Inland 31.135 40.326
Erlöse EU-Ausland 71.651 76.452
Erlöse Non-EU Ausland 145.924 143.223
Gesamt Umsatz 248.710 260.001

Sonstige betriebliche Erträge

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind unter anderem Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 985 (Vorjahr: TEUR 1.594), verrechnete Sachbezüge von TEUR 167 (Vorjahr: TEUR 160), Auflösungen von periodenfremden Rückstellungen von TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 400) und Erträge aus der Auflösung des Sonderposten mit Rücklageanteil von TEUR 193 (Vorjahr: TEUR 203) enthalten.

Weiterhin werden hier außergewöhnliche Erträge nach § 285 Nr. 31 HGB aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten gegenüber einer Tochtergesellschaft in Höhe von TEUR 1.046 und aus der Rücknahme von außerplanmäßigen Abschreibungen von TEUR 370 gezeigt. Diese beiden Beträge sind periodenfremd.

Personalaufwand

Die Gesellschaft weist TEUR 132 (Vorjahr: TEUR 494) für Altersversorgung und Unterstützung aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden folgende Aufwendungen ausgewiesen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Dienstleistungen Konzernunternehmen 16.444 19.402
Gebäudekosten, Instandhaltung und Mieten 4.288 3.453
Rechtsberatung und Patentgebühren 3.757 3.560
Honorare und Studienkosten 1.124 1.384
Vertriebs- und Marketingkosten 1.039 1.316
Aufwendungen aus Währungsumrechnungen 715 1.542
Sonstige Aufwendungen 2.578 3.400
Sonstiger betrieblicher Aufwand 29.945 34.057

Zinsaufwendungen und -erträge

Zinserträge beinhalten Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 0). Sie bestehen in Höhe von TEUR 19.910 (Vorjahr: TEUR 917) mit verbundenen Unternehmen.

Unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen von TEUR 78 (Vorjahr: TEUR 175) ausgewiesen.

Ertragsteuern

Aufgrund der bestehenden Organschaft werden Ertragsteuern nicht im Abschluss der Organgesellschaft, sondern auf Ebene des Organträgers ausgewiesen.

V. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse gemäß § 251 i.V.m. § 268 Abs.7 HGB bestanden am Bilanzstichtag nicht.

Außerbilanzielle Geschäfte

Zum Zwecke der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes werden Kfz-Leasingverträge mit i.d.R. bis zu dreijährigen Laufzeiten eingegangen. Darüber hinaus werden Mietverträge (Gebäude, Lagerhallen, EDV-Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung), mit i.d.R. bis zu fünfjährigen Laufzeiten abgeschlossen. Mögliche Risiken ergeben sich aus den Kündigungsrechten, da die Verträge in der Regel für längere Laufzeiten abgeschlossen und nur aus wichtigem Grund gekündigt werden können. Vorteile ergeben sich aus der Einsparung von Verwaltungsaufgaben, verbesserter Liquidität sowie Entfall des Verwertungsrisikos.

Aus Dienstleistungsverträgen und Bestellungen bestehen zum Jahresende finanzielle Verpflichtungen in Höhe TEUR 6.100 (Vorjahr: TEUR 2.600). Hiervon werden TEUR 5.260 (Vorjahr: TEUR 1.539) innerhalb eines Jahres fällig und TEUR 840 (Vorjahr: TEUR 1.061) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Sonstige finanzielle Verpflichtungen mit einer Fristigkeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht. Davon betreffen TEUR 250 (Vorjahr: TEUR 163) verbundene Unternehmen.

Darüber hinaus bestehen finanzielle Verpflichtungen aus wiederkehrenden Dienstleistungsverträgen sowie aus Miet- und Leasingvereinbarungen in einer Höhe von rund TEUR 1.700 (Vorjahr: TEUR 1.930) jährlich. Davon betreffen TEUR 850 (Vorjahr: TEUR 950) verbundene Unternehmen.

Der Gesamtbetrag an sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich damit auf TEUR 7.800 (Vorjahr: TEUR 4.530).

Anzahl der Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter ohne Auszubildende und Geschäftsführer kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Mitarbeiter nach Bereichen 2023 2022
Produktion 86 93
Vertrieb 60 64
Verwaltung 33 36
Entwicklung 31 35
Service 7 8
Anzahl Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 217 236

Abschlussprüferhonorare

Die vom Abschlussprüfer abgerechneten Honorare betragen TEUR 56 und betreffen ausschließlich das Honorar für Abschlussprüfungen.

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung im Berichtszeitraum wurde durch folgende Personen ausgeübt:

Herr Dr. Ralf Oliver Schlegel, Senior Corporate Counsel & Senior Director, Bremen

Herr Petrus van der Zande, Senior Director Finance & Tax Operations EMEA, SH Halsteren/Niederlande

Herr Ludwig Brömse, Operativer Geschäftsführer, Berlin, (bis zum 9. Mai 2023)

Herr Roberto Genaro Berdecio, Operativer Finanz-Geschäftsführer, Berlin, (ab dem 9. Mai 2023)

Die Geschäftsführer Petrus van der Zande und Dr. Schlegel sind einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Hinsichtlich der Angaben entsprechend § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabea HGB wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Absatz 4 HGB Gebrauch gemacht, da nicht alle Geschäftsführer Gehalt von der Gesellschaft beziehen. Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 5.345 bestehen vollumfänglich für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung. Die Pensionsbezüge hieraus belaufen sich auf TEUR 236.

VI. Offenlegung

Der Jahresabschluss der B∙R∙A∙H∙M∙S GmbH für das Geschäftsjahr 2023 wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

VII. Nachtragsbericht

Folgende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wirken sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft aus.

Als Ergebnis einer Analyse zu Märkten und Wachstumspotential hat das Management im April 2024 beschlossen, die Produktions- und Vertriebsaktivitäten für das Produktportfolio RIA-Radioimmunoassays im Geschäftsjahr 2025 einzustellen. Die Auswirkungen auf die Umsatzerlöse liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Infolgedessen wird sich die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Standort Hennigsdorf voraussichtlich um rund 50 Personen reduzieren. Für das Geschäftsjahr 2024 werden nach Abschluss entsprechender Vereinbarungen umfassende Restrukturierungskostenrückstellungen gebildet. Darüber hinaus werden bereits im Geschäftsjahr 2024 Maßnahmen ergriffen, die Kostenstrukturen und Flächennutzung am Standort im Rahmen einer Sales-and-lease-back Vereinbarung zu optimieren. Hiervon sind insbesondere die Positionen Grundstück und Gebäude in Anlagevermögen betroffen. Die Auswirkungen auf die Vermögenslage der Gesellschaft sind wegen der fortgeschrittenen Abschreibungsdauer auf Gebäudeinvestitionen unwesentlich.

VIII. Ergebnisverwendung

Der Jahresüberschuss 2023 vor Ergebnisabführung in Höhe von TEUR 152.876 (Vorjahr: TEUR 140.409) wird aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags an die Thermo Fisher Scientific Germany BV & Co, KG, abgeführt. Der Gewinnvortrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

IX. Konzernbeziehungen und Konzernabschluss

Die Gesellschaftsanteile der B∙R∙A∙H∙M∙S GmbH werden von der Oxoid Investments GmbH (94,975 %) und der Phadia GmbH (5,025 %) gehalten. Diese sind wiederum mittelbare Tochterunternehmen der Thermo Fisher Scientific Inc, Waltham / MA, USA, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis aufstellt. Der Jahresabschluss der B∙R∙A∙H∙M∙S GmbH, wird in den Konzernabschluss der Thermo Fisher Scientific Inc., Waltham / MA, USA, einbezogen. Die Thermo Fisher Scientific Inc. und die in ihren Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden als verbundene Unternehmen im Abschluss der Gesellschaft dargestellt.

Da unsere Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Thermo Fisher Scientific Inc., Waltham / MA, USA, einbezogen werden, hat unsere Gesellschaft darauf verzichtet, einen Teilkonzernabschluss aufzustellen. Der befreiende Konzernabschluss der Thermo Fisher Scientific Inc. wird nach den US- amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) aufgestellt. Der befreiende Konzernabschluss und der befreiende Konzernlagebericht der Thermo Fisher Scientific Inc. sind einem nach § 291 Abs. 2 HGB aufgestellten Konzernabschluss und Konzernlagebericht gleichwertig und der befreiende Konzernabschluss wird geprüft.

Unterschiede zwischen US-GAAP und den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ergeben sich im Wesentlichen aus der Bilanzierung und Bewertung des Anlagevermögens, der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und Verbindlichkeiten, der Bewertung des Vorratsvermögens, der Umsatzrealisation, den unterschiedlichen Kriterien bei der Zuordnung des wirtschaftlichen Eigentums bei Leasinggeschäften, dem Ansatz und der Bewertung latenter Steuern sowie dem Ansatz und der Bewertung von Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen.

Der Konzernabschluss der Thermo Fisher Scientific Inc. wird nach den US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) aufgestellt und ist auf Anforderung am Sitz der Thermo Fisher Scientific Inc. in Waltham, Massachusetts / USA, sowie im EDGAR (Electronic Data Gathering, Analysis and Retrieval-) System der US-amerikanischen Börsenaufsicht unter der Registernummer 0000097745, erhältlich. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister unter Thermo Fisher Scientific Germany BV & Co. KG, Braunschweig, HRA 14421, Braunschweig, in englischer Sprache veröffentlicht.

 

Hennigsdorf, den 15. Juli 2024

BRAHMS GmbH

Die Geschäftsführung

Petrus van der Zande

Dr. Ralf Oliver Schlegel

Roberto Genaro Berdecio

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Umbuchungen Abgänge
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.483.278,29 0,00 323.655,85 52.598,96 13.754.335,18
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.103.272,29 0,00 130.122,97 472.026,76 16.761.368,50
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.205.536,74 0,00 92.605,23 62.823,54 5.235.318,43
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.875.813,69 0,00 0,00 952.618,57 4.923.195,12
4. Geleistete Anlagen und Anlagen im Bau 442.377,34 657.511,12 -546.384,05 0,00 553.504,41
28.627.000,06 657.511,12 -323.655,85 1.487.468,87 27.473.386,46
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.460.997,68 0,00 0,00 0,00 4.460.997,68
46.571.276,03 657.511,12 0,00 1.540.067,83 45.688.719,32
kumulierte Abschreibungen
01.01.2023
Zugänge
Zuschreibung Abgänge
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.728.199,76 396.237,05 41.650,00 52.598,96 13.030.187,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.244.097,20 869.234,88 0,00 472.025,76 13.641.306,32
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.710.058,99 134.089,96 0,00 62.822,54 4.781.326,41
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.432.408,76 267.802,32 336.861,42 950.737,57 4.412.612,09
4. Geleistete Anlagen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
23.386.564,95 1.271.127,16 336.861,42 1.485.585,87 22.835.244,82
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 250.532,14 14.083,51 0,00 0,00 264.615,65
36.365.296,85 1.681.447,72 378.511,42 1.538.184,83 36.130.048,32
Buchwerte
31.12.2023
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 724.147,33 755.078,53
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.120.062,18 3.859.175,09
2. Technische Anlagen und Maschinen 453.992,02 495.477,75
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 510.583,03 443.404,93
4. Geleistete Anlagen und Anlagen im Bau 553.504,41 442.377,34
4.638.141,64 5.240.435,11
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.196.382,03 4.210.465,54
9.558.671,00 10.205.979,18

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die B.R.A.H.M.S GmbH, Hennigsdorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der B.R.A.H.M.S GmbH, Hennigsdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der B.R.A.H.M.S GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 12. September 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hedwig Schürmeyer, Wirtschaftsprüferin

ppa. Peter Wasserfuhr, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 13.11.2024 festgestellt.

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