Kreissparkasse Vulkaneifel

Daun

Stammdaten

Register
Amtsgericht Wittlich HRA 12017
Vorher
Kreissparkasse Daun
Eingetragen
5.1.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Die Versorgung mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen, vorrangig im Gebiet des Errichtungsgewährträgers, zu sichern. ( § 2 SpkG )

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stephan Matthias Alt
seit 15.6.2015
Vorstandsmitglied
Dietmar Pitzen
seit 26.9.2012
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kreissparkasse Vulkaneifel

Daun

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

eingetragen beim Amtsgericht Amtsgericht Wittlich
Handelsregister-Nr. HR A12017

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 5.360.458,67 5.331
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 8.550.359,38 8.938
13.910.818,05 14.269
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 53.158.538,53 65.900
b) andere Forderungen 69.690.526,71 80.563
122.849.065,24 146.463
4. Forderungen an Kunden 880.982.193,55 882.489
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 297.104.750,41 EUR (300.798)
Kommunalkredite 60.765.338,12 EUR (58.331)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 27.774.180,85 28.070
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 27.774.180,85 EUR (28.070)
bb) von anderen Emittenten 52.226.352,32 71.771
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 38.585.257,88 EUR (62.980)
80.000.533,17 99.841
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
80.000.533,17 99.841
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 40.667.092,45 33.882
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 6.620.445,47 6.620
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 341.759,35 EUR (342)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 315
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 2.090.932,03 2.761
darunter:
Treuhandkredite 2.090.932,03 EUR (2.761)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.347,13 11
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
1.347,13 11
12. Sachanlagen 11.422.440,16 10.563
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.563.867,23 1.740
14. Rechnungsabgrenzungsposten 167.305,69 170
Summe der Aktiva 1.160.276.040,17 1.199.124

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 4.732.124,03 3.978
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 142.686.593,12 148.909
147.418.717,15 152.887
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 170.834.403,84 216.956
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 4.203.071,44 197
175.037.475,28 217.153
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 520.197.859,28 664.160
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 183.998.598,74 35.112
704.196.458,02 699.273
879.233.933,30 916.426
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 39.296,74 39
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
39.296,74 39
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 2.090.932,03 2.761
darunter:
Treuhandkredite 2.090.932,03 EUR (2.761)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.203.663,86 383
6. Rechnungsabgrenzungsposten 35.101,99 33
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 11.651.892,00 11.565
b) Steuerrückstellungen 1.246.921,41 763
c) andere Rückstellungen 5.831.570,10 5.600
18.730.383,51 17.928
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 31.000.000,00 29.000
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 79.072.842,87 78.406
79.072.842,87 78.406
d) Bilanzgewinn 1.451.168,72 1.261
80.524.011,59 79.667
Summe der Passiva 1.160.276.040,17 1.199.124
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 52.935.777,81 48.975
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
52.935.777,81 48.975
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 36.167.092,31 55.450
36.167.092,31 55.450

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 25.674.059,38 17.397
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (10)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 9.933,00 EUR (0)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 699.226,54 801
26.373.285,92 18.198
2. Zinsaufwendungen 6.203.883,77 2.243
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 31.672,26 EUR (316)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 107.569,85 EUR (372)
20.169.402,15 15.955
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.045.409,95 705
b) Beteiligungen 422.407,69 205
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
1.467.817,64 910
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 9.526.295,75 8.788
6. Provisionsaufwendungen 884.500,44 825
8.641.795,31 7.963
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.277.667,22 967
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 129.303,88 EUR (143)
9. (weggefallen)
31.556.682,32 25.795
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 10.116.568,34 9.459
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.880.775,37 3.605
darunter:
für Altersversorgung 1.044.038,80 EUR (1.821)
12.997.343,71 13.064
b) andere Verwaltungsaufwendungen 6.734.222,63 6.051
19.731.566,34 19.115
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 917.127,51 884
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 526.876,70 571
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 99.895,47 EUR (100)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 4.695.114,92 2.392
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0
4.695.114,92 2.392
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 0
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 89.378,55 13
89.378,55 13
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.000.000,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.775.375,40 2.847
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.298.452,17 1.544
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 25.754,51 41
2.324.206,68 1.586
25. Jahresüberschuss 1.451.168,72 1.261
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
1.451.168,72 1.261
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
1.451.168,72 1.261
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
29. Bilanzgewinn 1.451.168,72 1.261

Anhang

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern.

Bei der Fristengliederung nach den Vorschriften der §§ 8 und 9 RechKredV blieben anteilige Zinsen unberücksichtigt (§ 11 Satz 3 RechKredV).

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen an Kunden und Kreditinstitute haben wir grundsätzlich mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt. Von Dritten erworbene Schuldscheindarlehen sowie Namensschuldverschreibungen werden mit den Anschaffungskosten angesetzt. Von einer Vereinnahmung von Zinserträgen wird - ungeachtet des Rechtsanspruches - dann abgesehen, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Realisierung der Zinserträge nicht zu erwarten ist. Für akute Ausfallrisiken haben wir bei Forderungen in Höhe des zu erwartenden Ausfalls Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Außerdem haben wir auf Grundlage der zur internen Risikosteuerung verwendeten Methoden Pauschalwertberichtigungen für den latent ausfallgefährdeten Forderungsbestand sowie für Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen gebildet. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgte gemäß den Vorgaben des IDW RS BFA 7 in Höhe des 12-Monats Expected Loss im Sinne einer Bewertungsvereinfachung. Der Ausweis der Pauschalwertberichtigungen erfolgt als Risikovorsorge zu den Forderungen an Kunden (Aktivposten 4). Die für Eventualverbindlichkeiten sowie unwiderrufliche Kreditzusagen ermittelten Pauschalwertberichtigungen werden an den Unterstrichpositionen abgesetzt und als pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesen. Für widerrufliche Kreditzusagen erfolgt der Ausweis ebenfalls als pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c). Für die besonderen Risiken des Geschäftszweiges der Kreditinstitute bestehen Vorsorgereserven.

Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung (gemildertes Niederstwertprinzip) vorgenommen. Der niedrigere beizulegende Wert wurde grundsätzlich aus dem Börsen- oder Marktpreis am Bilanzstichtag abgeleitet. Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die festverzinslichen Wertpapiere und weiteren Finanzinstrumente daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiD II (Markets in Financial Instruments Directive-Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. Auf Basis der Abgrenzungskriterien liegen für die festverzinslichen Wertpapiere fast ausschließlich nicht aktive Märkte vor. In den Fällen, in denen wir nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten (insgesamt 78.000 TEUR Nominalvolumen der festverzinslichen Wertpapiere), haben wir die Bewertung anhand von Kursen des Kursinformationsanbieters Refinitv vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted-Cashflow-Modell zugrunde liegt.

Beteiligungen wurden ebenfalls zu ihren Anschaffungskosten bzw. einem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen wurden zu Anschaffungs-bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, bilanziert. Bei Bauten auf fremdem Grund und Boden sowie bei Einbauten in gemieteten Gebäuden wurde die Vertragsdauer angesetzt, wenn sie kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Vermögensgegenstände von geringem Wert, deren Anschaffungskosten 250 Euro nicht übersteigen, wurden aus Vereinfachungsgründen sofort als Sachaufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen 250 Euro und 1.000 Euro wurden in einen Sammelposten eingestellt, der jährlich mit einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst wird.

Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens nach dem modifizierten Teilwertverfahren ermittelt. Die Rückstellungen wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser Zinssatz beträgt 1,82 %. Für die Berechnungen wurden außerdem jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,00 % sowie Rentensteigerungen von jährlich 2,50 % unterstellt. Für die Jahre 2024 und 2025 wurden hiervon abweichend die bereits bekannten Tarifabschlüsse als Lohn- und Gehaltssteigerungen bzw. Rentensteigerungen unterstellt. Die zugrunde gelegten biometrischen Daten ergeben sich aus den HEUBECK Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck. Aufgrund einer gesetzlichen Neuregelung wird für die Abzinsung seit dem Geschäftsjahr 2016 ein Durchschnittszinssatz angewendet, dem ein zehnjähriger Betrachtungszeitraum zugrunde liegt. Gegenüber dem vorher zugrunde gelegten siebenjährigen Betrachtungszeitraum ergibt sich ein um 150 TEUR niedrigerer Ausweis der Pensionsrückstellungen. Der zuvor dargestellte Unterschiedsbetrag unterliegt einer Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Aufgrund bereits erfolgter Gewinnthesaurierungen in den Vorjahren resultiert daraus keine Ausschüttungssperre für den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres.

Für Beihilfeverpflichtungen gegenüber den berechtigten Mitarbeitern wurden Rückstellungen, die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt wurden, gebildet.

Für eventuelle Zinsansprüche von Kunden aus Prämiensparverträgen haben wir in unserem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen gebildet. Dabei haben wir im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung unter Berücksichtigung bisheriger und erwarteter Kundenreaktionen für bereits beendete Verträge die Wahrscheinlichkeit beurteilt, dass Ansprüche geltend gemacht werden, sowie für noch laufende Verträge die voraussichtlichen Belastungen aus Nachberechnungsansprüchen der Kunden am Ende der Vertragslaufzeit geschätzt. Bei der Bewertung dieser Rückstellung haben wir einen Referenzzinssatz für langfristige Spareinlagen zugrunde gelegt, der die vom BGH vorgegebenen Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Soweit im Übrigen Rückstellungen erforderlich waren, wurden sie in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Soweit erforderlich wurden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Für diese Rückstellungen wurde die Abzinsung im letzten Laufzeitjahr eingestellt. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungszinssatzes und der Restlaufzeit wurden in den Posten 1 und 2 der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente, insbesondere ZinsSwaps, des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Die quantitative Ermittlung von nicht-passivierten mittelbaren Pensionsverpflichtungen erfolgt nach einer auf Basis der Rechtsauffassung des IDW entwickelten Methodik. Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes-Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Rheinischen Zusatzversorgungskasse für Gemeinden und Gemeindeverbände (RZVK) mit Sitz in Köln. Die RZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlageverfahren. Hierbei wird im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Die RZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Im Geschäftsjahr 2023 betrug das Sanierungsgeld 3,50 %. Insgesamt betrug der Finanzierungssatz im Geschäftsjahr 2023 7,75 % der umlagepflichtigen Gehälter. Der Umlagesatz bleibt im Geschäftsjahr 2024 unverändert.

Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtaufwendungen für die Zusatzversorgung bei versorgungspflichtigen Entgelten von 8.613 TEUR betrugen im aktuellen Geschäftsjahr 681 TEUR.

Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) in der Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag auf 22.957 TEUR.

Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1,00 % und unter Anwendung der HEUBECK Richttafeln 2018G (modifiziert) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde.

Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des verantwortlichen Aktuars im Aktuargutachten für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.

Es besteht ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Strukturierte Produkte (Forward-Darlehen) werden unter Berücksichtigung der Stellungnahme zur Rechnungslegung des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW RS HFA 22) einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert.

Die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro erfolgte zu den Kassamittelkursen des Bilanzstichtages; die Sortenbestände wurden zu den Euro-Verkaufskursen der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Frankfurt am Main, bewertet.

C. Erläuterungen zur Jahresbilanz

AKTIVSEITE:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
3. Forderungen an Kreditinstitute
In dieser Position sind enthalten:
- Forderungen an die eigene Girozentrale 2.395 4.613
- Nachrangige Forderungen 28.000 28.000
Die Unterposition b) - andere Forderungen - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 5.656
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 10.000
- mehr als ein Jahr bis 5 Jahre 36.000
- mehr als 5 Jahre 17.000
4. Forderungen an Kunden
In dieser Position sind enthalten:
- Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 6.010 7.518
- Nachrangige Forderungen 2.000 2.000
Diese Position gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- unbestimmte Restlaufzeiten 36.457
- bis drei Monate 19.985
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 61.206
- mehr als ein Jahr bis 5 Jahre 287.325
- mehr als 5 Jahre 475.402
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
In der Unterposition b) - Anleihen und Schuldverschreibungen - sind enthalten:
- Nicht bevorrechtigte vorrangige Forderungen nach §46f Absatz 6 Satz 1 KWG 4.273 8.774
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind
- börsennotiert 77.716
- nicht börsennotiert 1.921
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren werden im Folgejahr fällig: 16.743
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind
- nicht börsennotiert 40.667
Nicht mit dem Niederstwert bewertet wurden Wertpapiere mit Buchwerten von insgesamt 28.332 TEUR und beizulegenden Zeitwerten von insgesamt 27.491 TEUR. Es handelt sich hierbei um Immobilienfondsanteile. Nach unserer Auffassung ist die Wertminderung bei den betroffenen Positionen nicht von Dauer, da es sich hierbei um zu berücksichtigende Rücknahmeabschläge für die vorzeitige Rückgabe der Immobilienfondsanteile handelt. Es ist derzeit keine Rückgabe der betroffenen Positionen beabsichtigt.
9. Treuhandvermögen
Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.
12. Sachanlagen
In dieser Position sind enthalten:
- im Rahmen der eigenen Geschäftstätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 8.179
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.243
13. Sonstige Vermögensgegenstände
In dieser Position sind enthalten:
- Nachrangige Vermögensgegenstände 1 1
14. Rechnungsabgrenzungsposten
In dieser Position sind enthalten:
- Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und höherem Auszahlungsbetrag von Forderungen 132 168

Mehrere Positionen der Aktivseite betreffende Angaben

Von den auf der Aktivseite ausgewiesenen Vermögensgegenständen lauten insgesamt 3.056 TEUR auf Fremdwährung.

Anlagenspiegel

Anlagevermögen Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
TEUR
Zugang
TEUR
Abgang
TEUR
Umbuchungen
TEUR
31.122023
TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 34.255 6.783 5 - 41.033
Beteiligungen 6.684 - - - 6.684
Anteile an verbundenen Unternehmen 315 - 315 - -
I immaterielle Anlagewerte 323 - - - 323
Sachanlagen 23.433 2.061 719 24.775
- Grundstücke und Gebäude 17.153 - - - 17.153
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.280 2.061 719 - 7.622
Sonstige Vermögensgegenstände 1 - - - 1
Anlagevermögen Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Änderungen der gesamten kumulierten Abschreibungen im Zusammenhang mit
01.01.2023
TEUR
Abschreibungen im Geschäftsjahr
TEUR
Zuschreibungen im Geschäftsjahr
TEUR
Zugang
TEUR
Abgang
TEUR
Umbuchungen
TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 373 3 10 - - -
Beteiligungen 64 - - - - -
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - - -
I immaterielle Anlagewerte 312 10 - - - -
Sachanlagen 12.870 908 - - 425 -
- Grundstücke und Gebäude 8.462 512 - - - -
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.408 396 - - 425 -
Sonstige Vermögensgegenstände - - - - - -
Anlagevermögen Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Buchwerte
31.12.2023
TEUR
31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 366 40.667 33.882
Beteiligungen 64 6.620 6.620
Anteile an verbundenen Unternehmen - - 315
I immaterielle Anlagewerte 322 1 11
Sachanlagen 13.353 11.422 10.563
- Grundstücke und Gebäude 8.974 8.179 8.691
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.379 3.243 1.872
Sonstige Vermögensgegenstände - 1 1

PASSIVSEITE:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
In dieser Position sind enthalten:
- Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 95.409 110.414
Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 12.292
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 12.190
- mehr als ein Jahr bis 5 Jahre 53.141
- mehr als 5 Jahre 64.317
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für die in dieser Position enthaltenen Verbindlichkeiten beläuft sich auf 81.981
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
In dieser Position sind enthalten:
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 397
- Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.117 760
Die Unterposition a)ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 1
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 184
- mehr als ein Jahr bis 5 Jahre 4.007
Die Unterposition b)bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - gliedert sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 85.227
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 57.158
- mehr als ein Jahr bis 5 Jahre 35.100
- mehr als 5 Jahre 6.123
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
Von den in Unterposition a) enthaltenen Schuldverschreibungen werden im Folgejahr fällig 39 39
4. Treuhandverbindlichkeiten
Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).
6. Rechnungsabgrenzungsposten
In dieser Position sind enthalten:
- Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 0 1

Mehrere Positionen der Passivseite betreffende Angaben

Von den auf der Passivseite ausgewiesenen Verbindlichkeiten lauten insgesamt 2.920 TEUR auf Fremdwährung.

PASSIVSEITE UNTER DEM STRICH:

1. Eventualverbindlichkeiten

Soweit aus den hier ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag mit einer Inanspruchnahme zu rechnen war, wurden entsprechende Rückstellungen gebildet (Passivposten 7.c). Für die übrigen Eventualverbindlichkeiten lagen keine Anhaltspunkte für drohende Inanspruchnahmen vor.

2. Andere Verpflichtungen

Soweit aus den hier ausgewiesenen anderen Verpflichtungen am Bilanzstichtag mit einer Inanspruchnahme zu rechnen war, wurden entsprechende Rückstellungen gebildet (Passivposten 7.c). Für die übrigen anderen Verpflichtungen lagen keine Anhaltspunkte für drohende Inanspruchnahmen vor.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. Provisionserträge

Die Sparkasse hat Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Investmentanteilen, Lebensversicherungen, Bausparverträgen sowie Immobilien erhalten.

25. Jahresüberschuss

Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von 1.451 TEUR sieht vor, vom Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 einen Betrag von 594 TEUR an den Träger der Sparkasse auszuschütten und 857 TEUR der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

E. Sonstige Angaben

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Hier werden insbesondere die folgenden Anteile an Unternehmen ausgewiesen:

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital
TEUR
Jahresergebnis
TEUR
Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, Mainz 1,58 % - -
VBG Versicherungsbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, München 0,16 % 1.330.461 +12.898
(30.06.2023) (2022/2023)
VBG Versicherungsbeteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH, München 0,16 % 56 +5
(30.06.2023) (2022/2023)
Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG, Bad Homburg v.d. Höhe 0,06 % 697.090 +51.964
(30.09.2022) (2021/2022)

Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr.11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der Sparkasse von untergeordneter Bedeutung.

Derivative Finanzinstrumente

Die Sparkasse hat Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten abgeschlossen. Die am Bilanzstichtag 2023 noch nicht abgewickelten Geschäfte entfallen mit nominal 114.107 TEUR ausschließlich auf Zinsswapgeschäfte. Von diesen Zinsswapgeschäften entfallen nominal 107 TEUR auf Geschäfte, die mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz AdöR, Mainz (ISB) zur Absicherung von Zinsgarantien für Festzinsdarlehen der Sparkasse abgeschlossen wurden. Die Zeitwerte dieser Geschäfte beliefen sich Ende 2023 auf insgesamt -4 TEUR. Die Zeitwerte wurden näherungsweise anhand der im Jahr 2023 geleisteten Ausgleichszahlungen und der durchschnittlichen Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt.

Die übrigen Zinsswapgeschäfte in Höhe von nominal 114.000 TEUR mit einen Zeitwert von insgesamt +9.769 TEUR dienen im Rahmen von Makro-Hedge-Positionen zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken. Für diese Zinsswapgeschäfte wurde der jeweilige Zeitwert als Barwert zukünftiger Zahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode unter Heranziehung der SwapZinskurven zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Diese Geschäfte wurden in die Gesamtbetrachtung des Zinsänderungsrisikos einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten. Bei den Kontrahenten, mit denen diese Geschäfte abgeschlossen wurden, handelt es sich ausschließlich um Kreditinstitute der Sparkassen-Finanzgruppe.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Neben der Mitgliedschaft im Stützungsfonds der rheinland-pfälzischen Sparkassen ist die Sparkasse Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit kein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme erkennbar.

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat

Vorsitzende

Gieseking Julia, Landrätin

Stellvertretender Vorsitzender

Baumhardt Frank, Lehrer

Mitglieder gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 2 SpkG

Pauly Matthias, Bürgermeister i.R.

Grötz Thomas, selbständiger Unternehmer Schmitt Astrid, MdL

Demoulin Dieter, Immobilienkaufmann Schnieder Gordon, MdL

Johnen Dietmar, Sachbearbeiter Umweltbildungsmaßnahmen Pressel Volker, selbständiger Unternehmer Weber Marco, MdL

Dr. Hoffmann Rafael, selbständiger Arzt

Mitglieder gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 3 SpkG (Sparkassenmitarbeiter)

Cronenbroeck Rainer, Abteilungsdirektor Privatkundenbetreuung Blum Marco, Gutachter

Albrecht Tanja, Sachbearbeiterin Risikocontrolling

Jäger Eva Maria, Gewerbekundenberaterin

Simon Peter, Abteilungsdirektor Organisation und Marktservice

Vorstand

Vorsitzender

Pitzen Dietmar, Sparkassendirektor

Weitere Mitglieder

Alt Stephan, Sparkassendirektor

Gesamtbezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates betrugen im Geschäftsjahr 42 TEUR.

Gesamtbezüge und Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene

An frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden im Geschäftsjahr 2023 Versorgungsbezüge in Höhe von 276 TEUR gezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis beliefen sich Ende des Geschäftsjahres 2023 auf 7.254 TEUR.

Kreditgewährungen an den Vorstand und den Verwaltungsrat

Per 31. Dezember 2023 hatte die Sparkasse Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) an Mitglieder des Vorstandes in Höhe von 415 TEUR und an Mitglieder des Verwaltungsrates in Höhe von 2.518 TEUR ausgereicht.

Abschlussprüferhonorare

Für Abschlussprüfungen fielen im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von 219 TEUR an. Außerdem sind für andere Bestätigungsleistungen Aufwendungen in Höhe von 36 TEUR entstanden.

Mitarbeiter/-innen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Vollzeitkräfte 110
Teilzeit- und Ultimokräfte 60
170
Auszubildende 9
Insgesamt 179

 

Daun, den 04. März 2024

Kreissparkasse Vulkaneifel

Der Vorstand

Pitzen

Alt

Anlage gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum Jahresabschluss per 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Kreissparkasse Vulkaneifel hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Kreissparkasse Vulkaneifel besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Kreissparkasse Vulkaneifel definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands (Erträge und Aufwendungen saldiert) und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz für den Zeitraum 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 beträgt 31.557 TEUR.

Die Anzahl der beschäftigten Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt zum Jahresende 145 Mitarbeiter. Es werden zum Jahresende 11 Auszubildende beschäftigt.

Der Gewinn vor Steuern beträgt 3.775 TEUR. Die gezahlten laufenden Steuern auf Einkommen und Ertrag betragen im Geschäftsjahr 2.298 TEUR.

Die Kreissparkasse Vulkaneifel hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Kreissparkasse Vulkaneifel

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Kreissparkasse Vulkaneifel bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Kreissparkasse Vulkaneifel für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 2 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von größeren, risikobehafteten Kreditengagements von Firmenkunden mit höheren Blankoanteilen

Unsere nachfolgende Beschreibung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt aufgebaut:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse c) Verweis auf weitergehende Informationen

Bewertung von größeren, risikobehafteten Kreditengagements von Firmenkunden mit höheren Blankoanteilen

a) Im Jahresabschluss der Sparkasse werden zum 31.12.2023 unter dem Aktivposten 4 Forderungen an Kunden ausgewiesen, die rd. 76 % der Bilanzsumme ausmachen. Die Bewertung der Forderungen an Kunden hat deshalb wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage. Das im Vergleich zum Privatkundengeschäft weniger granulare Firmenkundenkreditgeschäft gehört zu den Kerngeschäftsfeldern der Sparkasse. Für die Bewertung derartiger Kreditforderungen an Firmenkunden mit größeren Blankoanteilen im Rahmen der Rechnungslegung ist neben der Sicherheitenbewertung die zukunftsorientierte Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen kreditnehmenden Firmenkunden von besonderer Bedeutung.

b) Die relevanten Kreditprozesse (einschließlich Forderungsbewertungsprozess) sowie die Aufbau- und Ablauforganisation (einschließlich interner Kontrollen) der Krediterst- und -weiterbearbeitung haben wir anhand der schriftlich fixierten Organisationsrichtlinien der Sparkasse im Rahmen einer zeitlich vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten und der Risikolage beurteilt. Darüber hinaus haben wir im Rahmen dieser Prüfung eine ebenfalls vorgezogene, risikoorientierte Einzelfallprüfung, die sich auf die Firmenkreditengagements mit höheren Kreditvolumina, höheren Blankoanteilen sowie schwächeren Ratings erstreckte, durchgeführt und dabei insbesondere die wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen Kreditnehmer anhand der der Sparkasse dazu vorliegenden Unterlagen beurteilt sowie die Werthaltigkeit der Sicherheiten und der Kreditforderungen bzw. den Risikovorsorgebedarf untersucht. Bei unserer Prüfung haben wir keine Erkenntnisse gewonnen, die auf nicht vertretbare Bonitätseinschätzungen und Sicherheitenbewertungen der Sparkasse für Zwecke der Forderungsbewertung hindeuten.

c) Weitere Informationen zu den Beständen und zu dem Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft sind im Jahresabschluss (Aktivposten 4 und Posten 13 der Gewinn- und Verlustrechnung) sowie in dem Anhang enthalten (Abschnitt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Abschnitt C. Erläuterungen zur Jahresbilanz, Aktivposten 4). Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitt 4.3 Kundenkreditvolumen, Abschnitt 5.1 Vermögenslage, Abschnitt 5.3 Ertragslage sowie Abschnitt 7.2 Adressenausfallrisiken).

Verantwortung des Vorstands und des Verwaltungsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Sparkasse abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand an gewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz ist gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 Sparkassengesetz Rheinland-Pfalz gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-APrVO in Einklang stehen.

Wir haben die folgenden Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung gemäß § 89 des Wertpapierhandelsgesetzes

Prüfung gemäß § 16j Abs. 2 Satz 3 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (FinDAG).

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Jürgen Kuhlmann.

 

Mainz, den 07.05.2024

Sparkassenverband Rheinland-Pfalz
Prüfungsstelle

Dr. Kuhlmann, Wirtschaftsprüfer

Lagebericht 2023

1. Grundlagen der Sparkasse

Die Sparkasse ist gemäß § 1 Abs. 1 Sparkassengesetz für Rheinland-Pfalz eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz (SVRP), Mainz, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Wittlich unter der Nummer HR A12017 im Handelsregister eingetragen. Träger der Sparkasse ist der Landkreis Vulkaneifel. Ausleihbezirk der Sparkasse sind das Gebiet des Trägers sowie die angrenzenden Kreise. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.

Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) und über dessen Sparkassenstützungsfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung"). Die Mitgliederversammlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hat einen gemeinsamen Beschluss zur Weiterentwicklung des gemeinsamen Sicherungssystems gefasst. Mit ihrer Entscheidung kommt die Gruppe entsprechenden Feststellungen der Aufsichtsbehörden nach. Kern der Einigung ist unter anderem ein zusätzlicher Sicherungsfonds, der von den Instituten ab dem Jahr 2025 zu befüllen ist und zusätzlich zu den bestehenden Sicherungsmitteln zur Verfügung stehen soll. Damit soll ermöglicht werden, im Falle einer Krise noch schneller handlungsfähig zu sein. Die Sparkasse bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte an, soweit das Sparkassengesetz keine Einschränkung vorsieht. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und ihre Leistungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Mittelstand und die öffentliche Hand nach wirtschaftlichen Grundsätzen und den Anforderungen des Marktes zu erbringen. Sie betreibt im Rahmen des Sparkassengesetzes Rheinland-Pfalz alle banküblichen Geschäfte.

Insgesamt sind zum Ende des Geschäftsjahres 181 Mitarbeiter bei der Sparkasse beschäftigt. Die Mitarbeiteranzahl hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 3 Mitarbeiter oder 1,7 Prozent wieder leicht erhöht. Von den beschäftigten Mitarbeitern sind 111 Personen vollzeitbeschäftigt, 59 Personen teilzeitbeschäftigt sowie 11 Personen in Ausbildung. Die leichte Erhöhung des Personalbestandes ist insbesondere auf die erfolgte Übernahme von Auszubildenden nach dem Ausbildungsende in ein Beschäftigungsverhältnis sowie auf vorgenommene Neueinstellungen in strategisch relevanten Geschäftsbereichen zurückzuführen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft verschlechterten sich im Jahr 2023 erneut. Die geopolitische Lage verschärfte sich: zu dem fortdauernden Krieg in der Ukraine kamen die Terroranschläge auf Israel, und auch die Beziehungen zwischen China und den westlichen Staaten verschlechterten sich weiter. Die Prognose zur Entwicklung der weltweiten Produktion, die der Internationale Währungsfonds (IWF) zum Jahresbeginn 2023 veröffentlicht hatte (+2,9 Prozent), wurde mit 3,1 Prozent leicht übertroffen, unter anderem aufgrund der dynamischeren wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und in mehreren Schwellenländern. Der Welthandel nahm jedoch lediglich um 0,4 Prozent zu, statt wie prognostiziert um 2,4 Prozent zuzulegen, was die deutsche Exportwirtschaft deutlich belastete. Deutschland verzeichnete im Jahr 2023 einen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 0,3 Prozent (arbeitstäglich bereinigt: -0,1 Prozent), die Prognosen hatten zwischen -0,7 Prozent bis +0,3 Prozent gelegen. Der BIP-Rückgang um 0,3 Prozent war insbesondere auf die Entwicklung der Konsumausgaben zurückzuführen. Die staatlichen Konsumausgaben wurden um 1,5 Prozent verringert und reduzierten das BIP damit um 0,3 Prozentpunkte. Die privaten Konsumausgaben legten nominal um 5,6 Prozent zu, gingen jedoch bedingt durch die hohe Inflation real um 0,7 Prozent zurück, was das gesamtwirtschaftliche Wachstum um 0,4 Prozentpunkte verminderte. Der Außenhandel, der sich in den Vorjahren erholt hatte, entwickelte sich im Jahr 2023 rückläufig. Da die Importe mit einem Minus von 3,4 Prozent jedoch stärker zurückgingen als die Exporte (-2,2 Prozent), erhöhte der Außenbeitrag das gesamtwirtschaftliche Wachstum um 0,6 Prozentpunkte. Die sinkende Investitionstätigkeit reduzierte das BIP-Wachstum im Jahr 2023 um 0,1 Prozent-Punkt. Während sich sowohl die Bauinvestitionen wie auch die Investitionen in sonstige Anlagen reduzierten, konnten die Ausrüstungsinvestitionen als einzige Verwendungskomponente des BIP 2023 real zulegen (+3,0 Prozent). Hierbei ist jedoch ein Sondereffekt zu beachten, da der staatliche Umweltbonus für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge zu einem deutlichen Anstieg der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen geführt hat.

Während der Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in 2022 zu rasant steigenden Energiepreisen und einer hohen Versorgungsunsicherheit geführt hatte, standen in 2023 die negativen Folgeeffekte im Mittelpunkt, allen voran die Zinswende als Reaktion auf die hohe Inflation. Die Energiepreise blieben jedoch, trotz des deutlichen Rückgangs im Vergleich zu den Höchstständen im Jahr 2022, hoch und belasteten insbesondere die energieintensiven Industriezweige. Von Produktionsproblemen aufgrund von Materialengpässen berichteten im Jahresdurchschnitt noch rund ein Drittel der Unternehmen. Die nominal verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte nahmen in 2023 deutlich um 6,1 Prozent zu. Da jedoch die Verbraucherpreise fast im gleichen Maße stiegen, blieben die real verfügbaren Einkommen im Vergleich zum Vorjahr beinahe unverändert. Die im Vorjahr deutlich rückläufige Sparquote erhöhte sich im Jahr 2023 von 11,1 Prozent auf 11,4 Prozent. Damit lag die Sparquote leicht über dem Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie (Jahresdurchschnitt 2017 - 2019: 10,9 Prozent). Erste Folgen der konjunkturellen Schwächephase für den deutschen Arbeitsmarkt hatten sich bereits im Jahresverlauf 2022 gezeigt und verstärkten sich im abgelaufenen Jahr. So nahm die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2023 um 191.000 (+8 Prozent) auf 2.609.000 Personen zu. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,3 Prozent im Jahr 2022 auf 5,7 Prozent im vergangenen Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg dagegen um ca. 333.000 auf 45,93 Millionen, noch nie waren mehr Menschen in Deutschland erwerbstätig. Allerdings fiel der Zuwachs mit +0,7 Prozent nicht mehr so deutlich aus wie in den Vorjahren und schwächte sich im Jahresverlauf ab. Der größte Teil des Anstiegs entfiel auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die von Juni 2022 bis Juni 2023 um 264.000 Personen zunahm. Der Arbeitsmarkt hatte sich in den vergangenen Jahren auch deshalb als so robust erwiesen, weil die befürchtete Zunahme der Unternehmensinsolvenzen als Folge der Corona-Pandemie ausgeblieben war. Verschiedene Sonderregelungen im Insolvenzrecht, aber auch staatliche Stützungsmaßnahmen sowie die starke Ausweitung des Kurzarbeitergeldes hatten dafür gesorgt, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wenige Unternehmen in der Hochphase der Pandemie Insolvenz anmelden mussten. Mit dem schrittweisen Auslaufen dieser Maßnahmen und den wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine endete der langjährige Trend sinkender Unternehmensinsolvenzen in 2022 (+3,8 Prozent).

Im Jahr 2023 schlugen sich die weitere Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die hohen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre und die Belastung aufgrund des deutlichen Zinsanstiegs dann deutlich in den Insolvenzzahlen nieder. Die Zahl stieg um 23,5 Prozent auf geschätzte 18.100 Unternehmensinsolvenzen, lag damit jedoch immer noch knapp unter dem Niveau von 2019 (18.830) und weit entfernt von den Insolvenzzahlen früherer Jahre (z.B. 2013: 26.120). Alle Wirtschaftssektoren verzeichneten zweistellige Zuwächse der Insolvenzzahlen. Den stärksten Anstieg gab es im Verarbeitenden Gewerbe (+30,2 Prozent) und im Handel (+26 Prozent). Die Zahl der Insolvenzen im Baubereich stieg zwar weniger stark (+20,8 Prozent), das Insolvenzrisiko ist in diesem Bereich jedoch allgemein am höchsten. Durch den Bauboom der vergangenen Jahre hatte sich der Abstand zu den anderen Wirtschaftsbereichen verringert, er ist aber in den vergangenen zwei Jahren wieder stärker gestiegen. Im Jahr 2022 lag die Insolvenzquote im Baugewerbe bei 81 (Zahl der Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), gefolgt vom Handel mit einer Quote von 62. Die Verbraucherpreise sind in Deutschland im Gesamtjahr 2023 um 5,9 Prozent gestiegen. Bis auf das Vorjahr, in dem die Inflationsrate 6,9 Prozent betragen hatte, war dies der stärkste Anstieg seit 1981. Dazu trug erneut die Preisentwicklung bei der Haushaltsenergie bei, die sich um durchschnittlich 14 Prozent verteuerte, wobei sich die Preise der einzelnen Haushaltsenergieprodukte sehr unterschiedlich entwickelten. Auch die Nahrungsmittelpreise legten erneut zweistellig zu (+12,4 Prozent) und lagen damit im Jahresdurchschnitt 2023 gut 30 Prozent über dem Basisjahr 2020.

Der Blick auf die Inflationsentwicklung im Jahresverlauf zeigt einen fast durchgängigen Rückgang. Der Anstieg der Inflationsrate zum Jahresende ist auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen, da der Staat die Abschlagszahlungen der privaten Haushalte für Gas und Fernwärme im Dezember 2022 übernommen hatte, was nun wegfiel. Die Situation im Wohnungsbau hat sich 2023 angesichts stark gestiegener Zinsen und der Kostensteigerungen durch die Inflation weiter eingetrübt. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 94.100 (-26,6 Prozent) auf 260.100 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2012. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind im Gesamtjahr 2023 um 4,4 Prozent (real) gesunken, haben sich jedoch zuletzt stabilisiert. Die Baukonjunktur wurde eine Zeitlang noch durch die hohen Auftragsbestände der vorangegangenen Boomphase gestützt, allerdings wurden viele bereits geplante Bauprojekte zwischenzeitlich storniert. In Summe nahmen die bereits 2022 um 1,8 Prozent rückläufigen Bauinvestitionen im Jahr 2023 nochmals stärker ab (-2,7 Prozent).

Auch die Preise für Wohnimmobilien haben erst mit zeitlicher Verzögerung reagiert und sind seit dem 4. Quartal 2022 im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal rückläufig. Der Rückgang hat sich seitdem in jedem Quartal verstärkt und erreichte im 3. Quartal 2023 ein Minus von 10,2 Prozent. Dies ist der stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal seit dem Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Dennoch ist das Preisniveau durch den rasanten Anstieg der vorangegangenen Jahre immer noch hoch. Gemessen am Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes lagen die Häuserpreise im 3. Quartal 2023 knapp 60 Prozent über dem Wert vor zehn Jahren. Dies stellt, in Kombination mit dem deutlich gestiegenen Zinsniveau, viele Interessenten vor unüberwindbare Hürden beim Erwerb von Wohneigentum. Der im Jahr 2022 von den großen Notenbanken weltweit eingeleitete Kurswechsel in der Geldpolitik wurde 2023 fortgesetzt. Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins seit dem Frühjahr 2022 von annähernd Null auf ein Niveau von fast 5,5 Prozent geführt. Im Jahresverlauf 2023 erhöhte die Fed die Zinsen von einer Bandbreite von 4,25 Prozent bis 4,5 Prozent zu Jahresbeginn bis auf 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent zur Jahresmitte. Im weiteren Jahresverlauf blieben die Leitzinsen unverändert. Die EZB, die später die Zinswende vollzogen hatte, erhöhte den Hauptrefinanzierungssatz von 2,5 Prozent zu Jahresbeginn 2023 bis in den Herbst hinein auf 4,5 Prozent (ab dem 20. September 2023). Die Verzinsung der Einlagefazilität wurde im gleichen Zeitraum von 2 Prozent auf 4 Prozent angehoben. Die Erhöhung im September war die zehnte Zinserhöhung in Folge seit der Zinswende im Sommer 2022. Bei den Sitzungen im Oktober und Dezember 2023 ließ der EZB-Rat die Leitzinsen unverändert.

Die Daten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Rheinland-Pfalz zum 31. Dezember 2023 liegen noch nicht vor. Im dritten Quartal 2023 ist die rheinland-pfälzische Wirtschaft geschrumpft. Der Wert aller erzeugten Waren und Dienstleistungen (reales Bruttoinlandsprodukt) sank gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresquartal nahm die Wirtschaftsleistung um 5,3 Prozent ab. Das ergaben indikatorgestützte Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems. Der im Vergleich zum Bund stark überdurchschnittliche Rückgang der Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz ist zu einem beträchtlichen Teil auf einzelne Branchen zurückzuführen, die 2021 von der Entwicklung und der Produktion eines Impfstoffes gegen das Coronavirus profitierten.

Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete im dritten Quartal einen realen Rückgang der Bruttowertschöpfung um 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Diese Entwicklung ist auf die Vorleistungs-und Konsumgüterproduzenten zurückzuführen, die nominale Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Die Umsätze der Investitionsgüterproduzenten nahmen hingegen zu. Auch in den Dienstleistungsbereichen lag die Bruttowertschöpfung im dritten Quartal preis-, kalender- und saisonbereinigt unter dem Niveau des Vorjahresquartals (-2,4 Prozent). Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel und im Gastgewerbe gingen zurück, während sie im Großhandel stiegen. Im Baugewerbe nahm die Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 real um 0,7 Prozent zu. Während die nominalen Umsätze im Tiefbau zulegten, setzte der Hochbau weniger um als im Vorjahr. Im Gesamtjahr 2023 lagen die Warenwerte der Im- und Exporte im rheinlandpfälzischen Außenhandel unter denen des Vorjahres. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes wurden insgesamt Waren im Wert von 59,5 Mrd. Euro exportiert; das waren 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr (Deutschland: -2,0 Prozent). Der Warenwert der Importe sank um 5,1 Prozent auf 46,4 Mrd. Euro (Deutschland: -10,0 Prozent). Die Menge der exportierten Waren reduzierte sich um 11,0 Prozent und die der Importe um 1,1 Prozent.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Rheinland-Pfalz ist in den ersten drei Quartalen 2023 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stellten in diesem Zeitraum 529 Unternehmen einen Insolvenzantrag, rund 19 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (444). Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag mit 2.158 um 4,6 Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die Inflation zog zum Jahresende wieder an. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lagen die Verbraucherpreise im Dezember 2023 um 3,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im November hatte die Inflationsrate plus drei Prozent betragen. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Inflationsrate ist ein statistischer Basiseffekt im Bereich Haushaltsenergie. Im Dezember 2022 griff die sogenannte "Dezember-Soforthilfe", eine Maßnahme aus dem dritten Entlastungspaket der Bundesregierung. Dadurch entfiel in diesem Monat für einen Teil der privaten Haushalte die monatliche Abschlagszahlung für Erdgas und Fernwärme, was sich im Dezember 2022 dämpfend auf die Verbraucherpreise auswirkte. Weil die außergewöhnlich niedrigen Vorjahrespreise nun die Vergleichsbasis für die Preisentwicklung bilden, werden bei diesen Energieträgern im Dezember 2023 kräftige Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahresmonat ausgewiesen. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, war im Dezember hingegen weiter rückläufig. Sie belief sich auf +3,3 Prozent nach +3,6 Prozent im November. Im Jahresdurchschnitt waren die Verbraucherpreise 2023 um 5,8 Prozent höher als im Vorjahr. Dies ist der zweithöchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995. Nur 2022 war die Inflation noch stärker (+6,6 Prozent).

Die schwache Konjunktur ist im vergangenen Jahr nicht spurlos am Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz vorüber gegangen. Gemessen am Ausmaß der Belastungen und Unsicherheiten behauptet sich der Arbeitsmarkt aber nach wie vor gut. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung erreichten neue Höchstwerte. Im Durchschnitt des Jahres 2023 hatten 2,06 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Rheinland-Pfalz. Das waren 8.500 Personen oder 0,4 Prozent mehr als 2022. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2023 bei 5,0 Prozent, nach 4,9 Prozent im November und 4,6 Prozent im Dezember 2022.

2.2 Kredit- und Geldwirtschaft

Die im Jahr 2022 eingeleitete Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich im Berichtsjahr 2023 sowohl auf der Aktiv- wie auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der Kreditinstitute ausgewirkt. Wie von der EZB intendiert, ging die Kreditnachfrage deutlich zurück, was zum einen auf das gestiegene Zinsniveau zurückzuführen war, zum anderen aber auch durch die rückläufigen Anlageinvestitionen und die aktuelle Situation am Immobilienmarkt bedingt war. Im Aktivgeschäft verzeichneten die Kreditinstitute nach Angaben der Deutschen Bundesbank nur noch eine leichte Zunahme der Kredite an inländische Nichtbanken um 1,0 Prozent von Dezember 2022 bis Dezember 2023, nach einem Anstieg um 6,5 Prozent im Jahr 2022. Am Jahresende 2023 lag der Bestand an Unternehmenskrediten 1,1 Prozent über dem Wert des entsprechenden Vorjahres. Bei den Krediten an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen verzeichneten die Kreditinstitute ein Plus von 0,7 Prozent. Die Kreditnachfrage privater Haushalte zum Erwerb von Wohneigentum entwickelte sich, nach dem Einbruch um gut 60 Prozent im Jahresverlauf 2022, weiterhin schwach. Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig- bzw. Negativzinsen und der Mangel an sicheren Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der Sichteinlagen geführt. Der Anteil der Sichteinlagen an den Gesamteinlagen der Banken erreichte gegen Ende 2021 beinahe 70 Prozent.

Im Zuge des steigenden Zinsniveaus wandten sich die Anleger im Jahr 2023 wieder stärker der aktiven Geldanlage zu. In der Folge kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten Anlageprodukten, die sich im laufenden Jahr fortsetzen dürften. In Summe nahmen die Einlagen von Nichtbanken bei Kreditinstituten im Inland im Jahr 2023 um 2,0 Prozent zu (2022: +4,1 Prozent). Während die täglich fälligen Bankguthaben um 6,6 Prozent zurückgingen (im Jahr 2022 hatte es noch ein Plus von 2,4 Prozent gegeben), gab es deutliche Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9 Prozent) sowie bei Sparbriefen, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfachten. Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte, führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss" und machte sich 2023 positiv in der Ertragslage der Banken bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hervorhebt, wird sich der Wertberichtigungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im Jahr 2023 voraussichtlich verringern, demgegenüber werden die Kreditinstitute voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden haben.

2.3 Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Die aufsichtsrechtlichen Regulierungsmaßnahmen wurden im Jahr 2023 fortgesetzt. Die endgültige Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) hat die BaFin im Juni 2023 veröffentlicht. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) an die Kreditvergabe und Überwachung in ein deutsches Rundschreiben überführt. Weitere Ergänzungen und Anpassungen betrafen insbesondere die Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts sowie Anforderungen an das Management von Nachhaltigkeitsrisiken. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Neue Anforderungen sind ab dem 1. Januar 2024 einzuhalten. Dies bezieht sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.

Ab Februar 2023 waren die bereits im Verlauf des Jahres 2022 von der BaFin angeordneten erhöhten Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Dies betraf zum einen die Anhebung des antizyklischen Kapitalpuffers von null auf 0,75 Prozent der risikogewichteten Aktiva mit dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit des deutschen Bankensystems präventiv zu stärken. Zum anderen wurde ein sektoraler Systemrisikopuffer von 2,0 Prozent der risikogewichteten Aktiva auf mit Wohnimmobilien besicherte Kredite eingeführt. Dieser soll zusätzlich den spezifischen Risiken am Immobilienmarkt entgegenwirken.

Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt. Aufgrund ihrer zentralen gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und Funktion spielen die Kreditinstitute bei den gesetzlichen Maßnahmen zum Thema "Nachhaltigkeit" eine bedeutsame Rolle. Insbesondere die sukzessive ab dem Geschäftsjahr 2024 deutlich erweiterten Berichtspflichten auf Basis detaillierter gesetzlicher Vorgaben haben von den Kreditinstituten im Jahr 2023 bereits vorbereitende Maßnahmen unter Einsatz erheblicher personeller und organisatorischer Ressourcen erforderlich gemacht.

3. Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren

Die Kennzahlen Betriebsergebnis nach Bewertung, dabei bezogen auf die durchschnittliche Bilanzsumme des Geschäftsjahres, sowie die regulatorische Gesamtkapitalquote nach CRR, die der internen Steuerung dienen und in die interne Berichterstattung einfließen, werden wie bereits im Vorjahr als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren definiert. Das Betriebsergebnis nach Bewertung definiert sich dabei als Summe des Zins- und Provisionsüberschusses zuzüglich des Saldos der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen abzüglich der Verwaltungsaufwendungen und des Aufwandes aus Bewertung und Risikovorsorge des Kredit- und Wertpapiergeschäftes (einschließlich des sonstigen Bewertungsergebnisses) gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleiches der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Kennzahl wird um periodenfremde und außergewöhnliche Positionen bereinigt. Die regulatorische Gesamtkapitalquote nach CRR stellt das Verhältnis der regulatorisch angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikogewichteten Positionswerte aus Adressenausfallrisiken, operationellen Risiken sowie CVA-Risiken dar.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand
2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
Prozent
Anteil in Prozent der Bilanzsumme
Bilanzsumme 1.160.276 1.199.124 -38.848 -3,2
Durchschnittliche Bilanzsumme 1.208.924 1.205.253 +3.671 +0,3
Geschäftsvolumen 1.213.212 1.248.099 -34.887 -2,8
Barreserve 13.911 14.269 -358 -2,5 1,2
Forderungen an Kreditinstitute 122.849 146.463 -23.614 -16,1 10,6
Forderungen an Kunden 883.073 885.250 -2.177 -0,2 76,1
Wertpapieranlagen 120.668 133.723 -13.055 -9,8 10,4
Beteiligungen 6.620 6.620 +0 +0,0 0,6
Sachanlagen 11.422 10.563 +859 +8,1 1,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 147.419 152.887 -5.468 -3,6 12,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 879.234 916.426 -37.192 -4,1 75,8
Rückstellungen 18.730 17.928 +802 +4,5 1,6
Eigenkapital 80.524 79.667 +857 +1,1 6,9

Das Geschäftsvolumen entspricht der Bilanzsumme zuzüglich der Eventualverbindlichkeiten. Die in der Tabelle ausgewiesenen Forderungen an Kunden enthalten neben dem Posten 4 auch den Posten 9 der Aktivseite der Bilanz. Die Wertpapieranlagen ergeben sich aus der Summe der Aktivposten 5 und 6.

4.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Sparkasse schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einer Bilanzsumme von 1.160.276 TEUR ab. Gegenüber dem Vorjahr ist die Bilanzsumme somit um 38.848 TEUR oder 3,2 Prozent gesunken. Die Bilanzsumme der Sparkasse liegt jedoch weiterhin deutlich über einem Wert von 1 Mrd. Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme des Jahres 2023 in Höhe von 1.208.923 TEUR lag dabei unter der für das Geschäftsjahr ursprünglich geplanten durchschnittlichen Bilanzsumme in Höhe von 1.230.222 TEUR. Das Geschäftsvolumen verringerte sich korrespondierend zum Rückgang der Bilanzsumme um 34.887 TEUR oder 2,8 Prozent auf 1.213.212 TEUR. Der Rückgang der Bilanzsumme sowie des Geschäftsvolumens ist im Wesentlichen auf einen Rückgang der Kundeneinlagen zurückzuführen, die aus den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2023 sowie den stark gestiegenen Zinsen an den Geld- und Kapitalmärkten resultieren. Aufgrund einer gegenüber den Vorjahren deutlich geringeren Kreditnachfrage verringerten sich der Refinanzierungsbedarf über Kundeneinlagen sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

4.2 Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten sich im Geschäftsjahr 2023 von 146.463 TEUR auf 122.849 TEUR. Der Bestandsrückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die von der Sparkasse vorgehaltene täglich fällige Überschussliquidität im Verlauf des Geschäftsjahres kontinuierlich reduzierte sowie fällige befristete Geldanlagen bei anderen Kreditinstituten nicht mehr prolongiert wurden. Der Bestand der Forderungen an Kreditinstitute zum Bilanzstichtag setzt sich hauptsächlich aus der bei der eigenen Girozentrale unterhaltenen täglich verfügbaren Liquiditätsreserve, Übernachtanlagen in der Einlagenfazilität bei der Deutschen Bundesbank, Termingeldanlagen bei anderen Kreditinstituten sowie erworbenen Schuldscheinen und Namensschuldverschreibungen anderer Kreditinstitute zusammen. Es werden Schuldscheine und Namensschuldverschreibungen in Höhe von 53.407 TEUR (im Vorjahr: 58.458 TEUR) gehalten, die ausschließlich Emittenten aus der Sparkassen-Finanzgruppe betreffen. Darüber hinaus bestehen befristete Termingeldanlagen bei anderen Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe in Höhe von 15.999 TEUR (im Vorjahr: 22.027 TEUR).

4.3 Kundenkreditvolumen

Die Forderungen an Kunden verringerten sich gegenüber dem Vorjahr von 885.250 TEUR auf 883.073 TEUR auf Basis von Stichtagsbeständen zum Jahresultimo 2023. Damit war erstmals seit mehreren Jahren wieder ein leichter Rückgang des insgesamt an Kunden ausgereichten Kreditvolumens auf Basis von Stichtagsbeständen zu verzeichnen. Auf Basis von Jahresdurchschnittsbeständen wurde das im Rahmen der mittelfristigen Finanz- und Geschäftsplanung geplante Wachstum des Kundenkreditgeschäfts in Höhe von 34.958 TEUR mit einem erzielten Wachstum von 33.341 TEUR ebenfalls leicht unterschritten. Der Rückgang des Kundenkreditvolumens auf Basis von Stichtagsbeständen vollzog sich größtenteils im mittel- bis langfristigem Bereich. Während bei den gewerblichen Kreditkunden Bestandszuwächse zu beobachten waren, war im Bereich der privaten Kreditnachfrage aufgrund der deutlich gestiegenen Finanzierungskonditionen und der schwierigen Rahmenbedingungen für Bauvorhaben und sonstige Modernisierungsvorhaben ein Bestandsrückgang zu verzeichnen. Die Darlehensneuzusagen belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 115.022 TEUR und lagen damit mit dem erzielten Neugeschäft um 54.373 TEUR deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Unter den Neukreditierungen betrugen die Darlehenszusagen an Privatpersonen 42.625 TEUR, die Darlehenszusagen an Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige betrugen 64.122 TEUR. Die in den vergangenen Geschäftsjahren zu verzeichnende kontinuierliche Steigerung des Kundenkreditvolumens konnte damit aufgrund der starken Zinssteigerungen an den Geld-und Kapitalmärkten und einem damit verbundenen starken Anstieg der Finanzierungskonditionen sowie in dem durch insgesamt schwierige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägten Geschäftsjahr 2023 nicht mehr fortgesetzt werden. Das Kundenkreditgeschäft stellt mit einem Anteil von rund Dreivierteln der Bilanzsumme dennoch weiterhin das für die Sparkasse wesentlichste Geschäftsfeld dar.

4.4 Wertpapieranlagen

Im Jahr 2023 verringerte sich der Bestand an eigenen Wertpapieranlagen gegenüber dem Vorjahr um 13.055 TEUR auf insgesamt 120.668 TEUR. Für die weitere Abnahme des Eigengeschäftsvolumens war insbesondere ein weiterer Rückgang des Bestandes der zinstragenden Anleihen und Schuldverschreibungen maßgeblich. Die bilanziellen Bestände von Anteilen an Immobilienfonds wurden dagegen aufgrund von bereits abgegebenen und zugleich unwiderruflichen Zeichnungszusagen weiter aufgestockt. Grundsätzlich wurde Liquidität aus dem Interbankengeschäft sowie dem Kundeneinlagengeschäft der Sparkasse weiterhin, sofern es nicht im Kundenkreditgeschäft an regionale Kreditnehmer ausgereicht werden konnte, in die Wertpapieranlagen der Sparkasse investiert, als Termingeldanlagen bei anderen Kreditinstituten oder als Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten.

4.5 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich im Geschäftsjahr 2023 von 152.887 TEUR auf 147.419 TEUR, damit verringerte sich der Bestand leicht um 5.468 TEUR. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich überwiegend um die Aufnahme von Refinanzierungsmitteln, die der Refinanzierung des Kundenkreditgeschäftes oder der Wertpapieranlagen der Sparkasse dienen. Neben einer Aufnahme von Refinanzierungsmitteln im Rahmen der Ausreichung von Weiterleitungsdarlehen im Förderkreditgeschäft war eine weitere Aufnahme von neuen Refinanzierungsmitteln bei anderen Kreditinstituten erforderlich.

4.6 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden verringerten sich im Jahr 2023 von 916.426 TEUR auf insgesamt 879.234 TEUR zum Jahresende. Die Bestände an Kundeneinlagen nahmen im Vergleich zum Vorjahr damit erstmals seit mehreren Geschäftsjahren wieder ab. Das ursprünglich geplante leichte Wachstum des Einlagenbestandes auf Basis von Jahresdurchschnittsbeständen wurde auf dieser Basis ebenfalls unterschritten. Die Verringerung des Mittelaufkommens von Kunden resultiert dabei aus einer deutlichen Verringerung der nur kurzfristig gebundenen Spar-, Sicht- und Geldmarkteinlagen. Das zu verzeichnende deutliche Wachstum der befristeten Termingeldeinlagen und Sparkassenbriefe konnte den Bestandsrückgang im Bereich der Sicht- und Geldmarktanlagen dabei nicht kompensieren. Vor dem Hintergrund des stark gestiegenen Zinsniveaus am Geld- und Kapitalmarkt bevorzugten die Kunden damit weiter zunehmend mittelfristig gebundene Anlageformen mit einer attraktiven Verzinsung. Insgesamt kann im Kundeneinlagengeschäft damit ein weiterer Zuwachs der kurz- bis mittelfristig befristeten Passivprodukte mit Laufzeitstruktur zu Lasten der kurzfristig verfügbaren Einlagen beobachtet werden. Die zuvor darstellte Entwicklung lässt sich auch deutlich in der Entwicklung der Bilanzstruktur erkennen.

4.7 Wertpapiergeschäft

Den Wertpapierkäufen der Kunden im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 103.560 TEUR standen Wertpapierverkäufe (einschließlich Einlösungen) in Höhe von 52.268 TEUR gegenüber. Der Wertpapierabsatz im Geschäftsjahr 2023 fiel daher wieder, wie im Vorjahr auch, mit einem deutlichen Nettozuwachs von +51.292 TEUR (im Vorjahr: +19.925 TEUR) positiv aus. Die Käufe gliedern sich auf die Hauptanlageklassen festverzinsliche Wertpapiere mit 53,4 Prozent, Aktien bzw. Derivate mit 15,4 Prozent sowie Investmentfonds mit 31,2 Prozent. Insgesamt war im Jahr 2023 eine positive Geldvermögensbildung als Summe aus der Entwicklung des Einlagengeschäftes und des Wertpapiergeschäftes zu verzeichnen.

4.8 Derivate

Die in den Büchern der Sparkasse befindlichen derivativen Finanzinstrumente dienen fast ausschließlich zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos des Anlagebuches und nicht spekulativen Zwecken. Bei den Kontrahenten, mit denen diese Geschäfte abgeschlossen wurden, handelt es sich ausschließlich um Kreditinstitute der Sparkassen-Finanzgruppe. Hinsichtlich der zum Jahresende bestehenden Geschäfte wird auf die Darstellung im Anhang zum Jahresabschluss verwiesen.

5. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

5.1 Vermögenslage

Die Vermögenslage der Sparkasse wird weiterhin durch einen hohen Anteil des Kundenkreditvolumens an der Bilanzsumme in Höhe von 76,1 Prozent (im Vorjahr: 73,8 Prozent) dominiert. Der Anteil des Kundenkreditgeschäftes hat sich damit bezogen auf die Bilanzsumme der Sparkasse erhöht. Der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden hat sich mit einem Wert von 75,8 Prozent (im Vorjahr: 76,4 Prozent) dagegen weiter, wenn auch nur leicht, verringert. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich insofern keine bedeutsamen Veränderungen in der Vermögensstruktur der Sparkasse. Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die vorhandenen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen. Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen. Stille Lasten in einem wesentlichen Umfang bestehen keine. Die zum Jahresende ausgewiesenen Gewinnrücklagen erhöhten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 durch die Zuführung des nach der erfolgten Gewinnausschüttung an den Träger der Sparkasse verbleibenden Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von 667 TEUR. Insgesamt weist die Sparkasse inklusive des erwirtschafteten Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital von 80.524 TEUR (im Vorjahr: 79.667 TEUR) aus. Neben den Gewinnrücklagen verfügt die Sparkasse über einen Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB.

Die Eigenkapitalanforderungen der CRR wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit eingehalten. Die als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator definierte Gesamtkapitalquote nach CRR übertrifft zum 31. Dezember 2023 mit einem Wert von 16,0 Prozent (im Vorjahr: 15,4 Prozent) den vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0 Prozent gemäß CRR zuzüglich SREP-Kapitalzuschlag, kombinierter Kapitalpufferanforderung sowie Stresspuffer in Form der durch die Bankenaufsicht festgelegten aufsichtlichen Eigenmittelempfehlung deutlich. Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote lagen mit Werten von jeweils 15,0 Prozent deutlich über den aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Werten. Die regulatorische Gesamtkapitalquote lag mit einem Wert von 16,0 Prozent dabei über dem auf Basis der für das Geschäftsjahr 2023 erstellten Kapitalplanung ursprünglich prognostizierten Wert von 15,1 Prozent. Die positive Entwicklung der CRR-Gesamtkapitalquote sowie die deutlich höhere Kapitalquote im Vergleich mit der für das Geschäftsjahr 2023 ursprünglich prognostizierten Kapitalquote kann insbesondere auf die durchgeführten Maßnahmen zur Optimierung der Risikoaktiva sowie auf den im Rahmen der Erläuterung der Geschäftsentwicklung dargestellten Rückgang des insgesamt ausgereichten Kreditvolumens, welches gleichzeitig einen entsprechenden Rückgang der Risikoaktiva nach sich zieht, zurückgeführt werden.

Zum Bilanzstichtag verfügt die Sparkasse über eine ausreichende Eigenmittelbasis. Auf Grundlage der erstellten Finanz- und Kapitalplanung bis zum Geschäftsjahr 2028 ist damit eine ausreichende Kapitalbasis für das geplante künftige Bilanzwachstum zur Umsetzung der strategischen Ziele der Sparkasse vorhanden. In der erstellten Kapitalplanung zum Bilanzstichtag wurden die ab dem Jahr 2023 geltenden erhöhten Kapitalpufferanforderungen in Form eines antizyklischen Kapitalpuffers auf inländische Risikopositionen in Höhe von 0,75 Prozent sowie eines Systemrisikopuffers für durch Wohnimmobilien besicherte Risikopositionen in Höhe von 2,00 Prozent berücksichtigt. Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt am Bilanzstichtag 9,1 Prozent und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 Prozent.

5.2 Finanzlage

Die Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit zahlungsbereit. Die Anforderungen der Bankenaufsicht, die zur Beurteilung der Liquiditätslage eines Kreditinstituts dienen, wurden im Jahr 2023 stets eingehalten. Dabei dient die kurzfristige Liquiditätsdeckungsquote LCR (Liquidity-Coverage-Ratio) als quantitativer Mindeststandard zur Bestimmung der Liquiditätslage von Kreditinstituten. Die quantitative Mindestanforderung liegt bei einer LCR-Mindestkennziffer von 100,0 Prozent. Die am Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2023 ermittelte LCR beträgt 155,5 Prozent und erfüllt damit die quantitativen Mindestanforderungen mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand. Sie bewegte sich im Verlauf des Jahres 2023 in einer Bandbreite von 120,7 Prozent und 181,4 Prozent. Die strukturelle Liquiditätsquote NSFR (Net-Stable-Funding-Ratio), die im Geschäftsjahr 2021 als neue quantitative Mindestanforderung ab dem Anwendungszeitpunkt der CRR II (28. Juni 2021) von Seiten der Bankenaufsicht eingeführt wurde, betrug zum Bilanzstichtag 122,7 Prozent und erfüllt damit ebenfalls die NSFR-Mindestkennziffer von 100,0 Prozent mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand. Sie bewegte sich im Verlauf des Geschäftsjahres in einer Bandbreite von 120,0 Prozent und 122,7 Prozent.

Auf die von der Deutschen Bundesbank angebotenen Refinanzierungsgeschäfte wurde im Jahr 2023 teilweise zurückgegriffen. Darüber hinaus wurden die von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie anderen Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe angebotenen Refinanzierungsmöglichkeiten in Anspruch genommen. Zur Erfüllung der Mindestreservebestimmungen wurden stets ausreichende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Im Rahmen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)" bestehen angemessene Liquiditätsrisikomanagementprozesse. Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse ist auf Grundlage der aktuellen Finanzplanung gewährleistet.

5.3 Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung auf Basis des handelsrechtlichen Jahresabschlusses sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind nicht um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
Prozent
Zinsüberschuss 21.637 16.865 +4.772 +28,3
Provisionsüberschuss 8.642 7.963 +679 +8,5
Sonstige betriebliche Erträge 1.277 968 +309 +31,9
Personalaufwand 12.997 13.064 -67 -0,5
Anderer Verwaltungsaufwand 6.734 6.051 +683 +11,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.444 1.455 -11 -0,8
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 10.381 5.226 +5.155 +98,6
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 4.606 2.379 +2.227 +93,6
Zuführungen Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.000 0 +2.000 +100,0
Ergebnis vor Steuern 3.775 2.847 +928 +32,6
Steueraufwand 2.324 1.586 +738 +46,5
Jahresüberschuss 1.451 1.261 +190 +15,1

Bei Würdigung der zuvor dargestellten Zahlen ist zu beachten, dass der Zinsüberschuss den Saldo der GuV-Posten Nr. 1 bis 3 der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 darstellt. Der Provisionsüberschuss entspricht dem Saldo der GuV-Posten Nr. 5 und 6, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entsprechen dem Saldo der GuV-Posten Nr. 11 und 12. Der Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge entspricht dem Saldo der GuV-Posten 13 bis 16.

Zur nachfolgenden Analyse der Ertragslage wird der für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassen-Finanzgruppe eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse erfolgt. Zur Ermittlung des Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung der Bewertungsergebnisse für die jeweiligen Risikokategorien ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.

Im Geschäftsjahr 2023 hat sich der Zinsüberschuss deutlich günstiger entwickelt als erwartet. Er erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 28,0 Prozent auf 21.666 TEUR und lag damit deutlich über dem ursprünglich geplanten Wert in Höhe von 19.610 TEUR. Dabei übertraf die Erhöhung der Zinserträge die Veränderung der Zinsaufwendungen deutlich. Auch das im Vergleich zum ursprünglichen Plan deutlich bessere Zinsergebnis aus Swapvereinbarungen trug dazu bei, dass der Zinsüberschuss des Geschäftsjahres den ursprünglich geplanten Wert deutlich übertraf. Der erwirtschaftete Provisionsüberschuss hat sich im Geschäftsjahr 2023 ebenfalls weiter positiv entwickelt. Mit einem Wert von 8.615 TEUR lag er insbesondere aufgrund höherer Provisionserträge aus der Kontoführung sowie der Vermittlung von Verbundgeschäften deutlich über dem Vorjahreswert sowie dem ursprünglich geplanten Wert in Höhe von 8.336 TEUR. Gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr war im Jahr 2023 ein weiter steigender Personalaufwand zu verzeichnen. Insbesondere die Belastungen aus Tariferhöhungen sowie vorgenommene Neueinstellungen von Personal in strategisch relevanten Geschäftsbereichen führten zu einer Erhöhung des Personalaufwandes. Der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2023 lag insgesamt um 547 TEUR über dem Wert des Vorjahres. Der Sachaufwand stieg aufgrund von im Geschäftsjahr 2023 ungeplanten Kosten durch die vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen im Zusammenhang mit den zu verzeichnenden Geldautomatensprengungen sowie die insgesamten höheren Kosten durch die hohe Inflation im Geschäftsjahr 2023 um 548 TEUR auf 7.235 TEUR. Für das Geschäftsjahr war ursprünglich ein Sachaufwand von 6.770 TEUR geplant worden. Insgesamt lag der Verwaltungsaufwand des Geschäftsjahres 2023 mit einem Wert von 19.990 TEUR deutlich über dem ursprünglichen Planwert in Höhe von 19.150 TEUR.

Auf Basis der zuvor dargestellten Ergebnisgrößen beträgt das im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete Betriebsergebnis vor Bewertung 10.471 TEUR oder 0,87 Prozent (im Vorjahr: 6.138 TEUR oder 0,51 Prozent) der durchschnittlichen Bilanzsumme. Der für das Geschäftsjahr 2023 ursprünglich geplante Wert von 0,71 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme wurde damit deutlich übertroffen. Das erwirtschaftete Betriebsergebnis vor Bewertung lag dabei jedoch unter dem Durchschnitt der rheinland-pfälzischen Sparkassen. Als wesentlicher Grund für die positive Planabweichung in der operativen Ertragslage kann insbesondere der, wie im Vorjahr auch, deutlich höhere Zinsertrag als ursprünglich erwartet aufgrund der im Geschäftsjahr 2023 eingetretenen weiteren Erhöhung des Zinsniveaus am Geld- und Kapitalmarkt angeführt werden. Aber auch die erwirtschafteten Provisionserträge lagen deutlich über dem ursprünglichen Planniveau und konnten im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 weiter gesteigert werden. Der deutlich über dem Planwert liegende Verwaltungsaufwand konnte damit durch die über dem Planwert liegenden ordentlichen Zins- und Provisionserträge kompensiert werden. Die Cost-Income-Ratio (Relation der betrieblichen Aufwendungen zu den betrieblichen Erträgen) hat sich im Geschäftsjahr 2023 auf 65,6 Prozent (im Vorjahr: 75,5 Prozent) weiter verbessert. Um 1 Euro Ertrag zu erzielen, mussten im Geschäftsjahr 2023 somit rund 66 Cent Aufwendungen eingesetzt werden.

Abschreibungen und Wertberichtigungen nach Verrechnung mit Erträgen für die Bewertung und Risikovorsorge des Kredit- und Wertpapiergeschäftes fielen in Höhe von 6.688 TEUR (im Vorjahr: 2.379 TEUR) an. Zu beachten ist, dass der dargestellte Wert durch die Einbeziehung der Bildung von Vorsorgereserven in einem erheblichen Umfang modifiziert wurde, dabei wurde der Sonderposten nach § 340g HGB ebenfalls weiter aufgestockt. Neben einem negativen Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft war im Geschäftsjahr 2023 aufgrund des im Geschäftsjahr 2022 hohen zu verzeichnenden Abschreibungsbedarfs von zinstragenden Anleihen aufgrund des Restlaufzeitverkürzungseffektes bis zur Fälligkeit der jeweiligen Positionen in Verbindung mit einer nicht dauerhaften Wertminderung ein wesentliches positives Bewertungsergebnis für die Wertpapiereigenanlagen der Sparkasse zu verzeichnen. Sonstige Bewertungsmaßnahmen mit einem Ertragsüberschuss in Höhe von 82 TEUR fielen aus der Rückzahlung einer Beteiligung an.

Bei der als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator definierten Kennzahl Betriebsergebnis nach Bewertung wurde der ursprüngliche Planwert deutlich unterschritten. Das Betriebsergebnis nach Bewertung lag mit einem Wert von 3.863 TEUR oder 0,32 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme deutlich unter dem ursprünglich geplanten Wert von 9.664 TEUR oder 0,79 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Zu beachten ist allerdings, dass die Kennzahl durch die Einbeziehung der Bildung von Vorsorgereserven sowie einer Erhöhung des Sonderpostens nach § 340g HGB in einem erheblichen Umfang modifiziert wurde. Das Betriebsergebnis nach Bewertung hat sich damit relativ, bezogen auf die durchschnittliche Bilanzsumme des Geschäftsjahres, gegenüber dem Vorjahr leicht reduziert. Das neutrale Ergebnis beträgt -113 TEUR (im Vorjahr: -1.158 TEUR).

Vor dem Hintergrund der weiterhin sehr unsicheren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Auswirkungen der derzeitigen verschiedenen geopolitischen Krisensituationen sowie der sehr volatilen Entwicklung des Zinsniveaus am Geld- und Kapitalmarkt im Verlauf des Geschäftsjahres ist die Sparkasse mit der Entwicklung des erwirtschafteten Ergebnisses im Geschäftsjahr zufrieden. Der erwirtschaftete Jahresüberschuss ermöglicht wieder eine Gewinnthesaurierung, die deutlich oberhalb der ursprünglich geplanten Zuführung zu den Gewinnrücklagen und den Vorsorgereserven der Sparkasse liegt. Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Nettogewinn und Bilanzsumme des Vorjahres, betrug im Geschäftsjahr 0,29 Prozent.

5.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Die Kreissparkasse Vulkaneifel kann trotz der weiterhin schwierigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2023 wieder insgesamt auf eine positive Geschäftsentwicklung zurückblicken. Die Entwicklung der Bilanzsumme und des Geschäftsvolumens kann unter den gegebenen Bedingungen als zufriedenstellend betrachtet werden. Die im Rahmen der mittelfristigen Finanz- und Geschäftsplanung für das Jahr 2023 geplante Entwicklung des Kundenkreditgeschäfts auf Basis von Jahresdurchschnittsbeständen konnte annähernd erreicht werden. Die geplante Entwicklung des Einlagenbestandes auf der Passivseite der Bilanz wurde dagegen deutlich unterschritten. Insgesamt kann die Entwicklung der Vermögenslage der Sparkasse jedoch als zufriedenstellend betrachtet werden. Die zufriedenstellende Entwicklung der Vermögenslage wird durch die Entwicklung der als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator definierten regulatorischen Gesamtkapitalquote nach CRR bestätigt. Diese liegt mit einem Wert von 16,0 Prozent deutlich über dem ursprünglich prognostizierten Wert von 15,1 Prozent. Die positive Abweichung kann insbesondere auf den bereits zuvor erläuterten Rückgang der Risikoaktiva sowie die durchgeführten Maßnahmen zur Optimierung der Risikoaktiva zurückgeführt werden.

Die Entwicklung der Ertragslage des Geschäftsjahres 2023 kann ebenfalls als zufriedenstellend beurteilt werden. Der vorgesehene Planwert der als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator definierten Kennzahl Betriebsergebnis nach Bewertung in Höhe von 0,79 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme wurde mit einem Ergebnis von 0,32 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme zwar deutlich unterschritten, dies allerdings nur, weil die Kennzahl durch die Einbeziehung der Bildung von Vorsorgereserven aus dem erwirtschafteten Betriebsergebnis nach Bewertung erheblich modifiziert wurde. Das insgesamt erzielte Jahresergebnis ermöglicht wieder eine Zuführung zum bilanziellen Eigenkapital sowie den Vorsorgereserven. Die vorhandene Eigenkapitaldecke der Sparkasse stellt die Basis für das geplante bilanzielle Wachstum sowie für die Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen dar. Die Finanz- und Vermögenslage der Sparkasse ist weiterhin geordnet.

6. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

7. Risikobericht

7.1 Risikomanagementsystem

Die Risikotragfähigkeit bildet die Grundlage für das Risikomanagement der Sparkasse und steht im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie. Sie bezeichnet die Fähigkeit der Sparkasse, die Risiken des Bankgeschäfts durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abzuschirmen. Im Rahmen der einzurichtenden Risikotragfähigkeitskonzeption ist sowohl das Ziel der Fortführung des Instituts als auch der Gläubigerschutz angemessen in den Verfahren zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit zu berücksichtigen. Hierfür erfolgt die Abbildung einer normativen (Fortführung) und einer ökonomischen Perspektive (Gläubigerschutz). Zusätzlich werden Stresstests durchgeführt.

In der Geschäfts- und Risikostrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. Die Risikoinventur umfasst die systematische Identifizierung der Risiken sowie die Einschätzung der Wesentlichkeit unter Berücksichtigung der mit den Risiken verbundenen Risikokonzentrationen und wird jährlich durchgeführt. Basis der Risikoinventur bilden die relevanten Risikoarten bzw. -kategorien. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf Grundlage der durchgeführten Risikoinventur für das Geschäftsjahr 2023 wurden folgende Risiken als wesentlich in der ökonomischen Perspektive eingestuft. Darüber hinaus ist das Immobilienrisiko in der normativen Perspektive wesentlich.

Risikoart Risikokategorie
Adressenausfallrisiken Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiken Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Liquiditätsrisiken Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Refinanzierungskostenrisiko
Operationelle Risiken

Im Rahmen der normativen Perspektive ist sicherzustellen, dass alle regulatorischen und aufsichtlichen Mindestanforderungen sowie weitere relevante Zielgrößen im Bereich der Eigenmittelanforderungen sowie die Kapitalstrukturanforderungen (z.B. Leverage-Ratio oder Großkreditobergrenzen) eingehalten werden. Der Planungshorizont der normativen Perspektive umfasst das laufende sowie weitere drei volle Jahre. Die Kapitalplanung ist wesentlicher Bestandteil der normativen Perspektive. Im Rahmen der normativen Risikotragfähigkeit erfolgt die Betrachtung eines Planszenarios sowie eines adversen Szenarios, in dem ein schwerer konjunktureller Abschwung und dessen Auswirkungen auf die Risikolage simuliert wird. Das normative Risikodeckungspotenzial setzt sich aus den regulatorisch anrechenbaren Eigenmitteln, den ungebundenen und nicht angerechneten stillen Vorsorgereserven nach §340f HGB sowie dem künftigen Thesaurierungspotenzial, das sich aus dem geplanten GuV-Ergebnis ableitet, zusammen. Es ist sicherzustellen, dass sowohl für das Planszenario als auch für das adverse Szenario sämtliche relevanten aufsichtlichen Kennzahlen über einen Planungshorizont von drei Jahren eingehalten werden. Eine Limitierung und Quantifizierung von Risiken auf Höhe eines einheitlichen Konfidenzniveaus ist in der normativen Sicht nicht erforderlich. Dies erfolgt im Rahmen der ökonomischen Perspektive.

Um einen möglichen etwaigen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess im Rahmen der Ermittlung der normativen Risikotragfähigkeit. Dieser wurde letztmalig für die Jahre 2024 bis 2027 aktualisiert. Dabei wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung sowie den künftigen Kapitalbedarf getroffen. Für den im Rahmen der Kapitalplanung betrachteten Zeitraum bis zum Jahr 2027 können die Mindestanforderungen an die Eigenmittelausstattung der Sparkasse auch bei adversen Entwicklungen vollständig eingehalten werden. Im erwarteten Planszenario besteht ebenfalls ein ausreichendes normatives Risikodeckungspotenzial, um die normative Risikotragfähigkeit im Betrachtungszeitraum sicherstellen zu können.

Gemäß den Anforderungen der Bankenaufsicht dient die ökonomische Perspektive der langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts und somit dem in den MaRisk geforderten Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht. Es ist von einem solchen Gläubigerschutz auszugehen, wenn Risiken mit strengen, auf seltene Verlustausprägungen abstellenden Risikomaßen und Parametern quantifiziert und beurteilt werden und mit einem ökonomisch ermittelten Risikodeckungspotential abgedeckt werden. Die Risikoquantifizierung der als ökonomisch wesentlichen definierten Risken erfolgt vierteljährlich rollierend für einen Risikohorizont von einem Jahr. Auf Basis der aufsichtlichen Vorgaben wird dabei ein einheitliches Konfidenzniveau von 99,9 Prozent angewendet. Das Gesamtbankrisiko ergibt sich als Summe der Risikowerte der gemäß Risikoinventur wesentlichen Risikoarten. Das ökonomische Risikodeckungspotenzial ist zum Zeitpunkt t0 barwertig zu ermitteln. Der Anteil des gesamten Risikodeckungspotentials, der auf Basis des Risikoappetits zur Risikoabdeckung zur Verfügung gestellt wird, bildet das Risikotragfähigkeitslimit. Zwischen den wesentlichen Risikoarten werden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen und Spreads risikomindernde Diversifikationseffekte.

Das auf der Grundlage der ökonomischen Risikotragfähigkeit eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit
TEUR
Anrechnung
TEUR Prozent
Adressenausfallrisiken Gesamt 25.000 16.580 66,3
Kundengeschäft 21.000 14.744 70,2
Eigengeschäft 4.000 1.836 45,9
Marktpreisrisiken Gesamt 45.500 31.589 69,4
Zinsänderungsrisiko 40.000 28.080 70,2
Spreadrisiko 5.500 3.509 63,8
Liquiditätsrisiken Refinanzierungskostenrisiko 11.500 6.444 56,0
Operationelle Risiken 8.000 6.603 82,5
Gesamtbanklimit 90.000 61.216 68,0

Die zuständigen Abteilungen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstandes. Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und validiert. Stresstests werden regelmäßig durchgeführt. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei unerwartet eintretenden Szenarien die Risikotragfähigkeit gegeben ist. Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen dienen die Einrichtung von Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen sowie insbesondere die Tätigkeit der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.

Das gesamtbankbezogene Risikocontrolling in der Abteilung Unternehmenssteuerung, das aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Funktion, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Dem Risikocontrolling obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Einführung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse. Zusätzlich verantwortet das Risikocontrolling die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnungen und die laufende Überwachung der Einhaltung der festgelegten Risikolimite. Es unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die für die Überwachung und Steuerung von Risiken zuständige Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeiter der Abteilung Unternehmenssteuerung wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Leiter der Unternehmenssteuerung. Unterstellt ist er dem Überwachungsvorstand. Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen entsprechende Definitionen und Regelungen.

Das Konzept zur Risikoberichterstattung umfasst die regelmäßige Berichterstattung sowohl zum Gesamtbankrisiko als auch für die einzelnen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung der wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation auf der Grundlage des Gesamtrisikoberichtes informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.

7.2 Adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko ist das Risiko der negativen Abweichung von einem erwarteten Wert aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Schuldners. Die Steuerung der Adressenausfallrisiken des Kundengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.

Der Risikomanagementprozess der Sparkasse umfasst die folgenden wesentlichen Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstandes bei der Initiierung von Geschäften

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldiensttragfähigkeit

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit einer bonitätsabhängigen Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen o Interne Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen der CRR liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung.

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, welches gewährleistet, dass bei Auftreten von wesentlichen Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung der Adressenausfallrisiken für die normative und ökonomische Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting

Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich in zwei große Gruppen: Das Firmenkunden- bzw. Kommunalkreditgeschäft und das Privatkundenkreditgeschäft. Zum 31. Dezember 2023 wurden etwa 48,5 Prozent der zum Jahresende im Kundenkreditgeschäft ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen, wirtschaftlich selbstständige Personen sowie Kommunen vergeben. 51,5 Prozent wurden an wirtschaftlich unselbstständige Personen und sonstige Privatpersonen ausgereicht. Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch in der Struktur des Kreditgeschäftes der Sparkasse wider. Der größte Anteil entfällt dabei mit 7,2 Prozent der Ausleihungen auf das verarbeitende Gewerbe. Die Größenklassenstruktur des Kreditportfolios zeigt insgesamt eine breite Streuung. 57,2 Prozent des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs.1 KWG entfallen auf Kreditengagements mit einem Kreditvolumen bis 1.500 TEUR. Die Risikostrategie ist für die Neukreditierung auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten ausgerichtet. Insgesamt ist das Kreditportfolio der Sparkasse sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert. Zum Bilanzstichtag ergibt sich im Kundenkreditgeschäft die folgende Ratingklassenstruktur. Die Darstellung erfolgt dabei auf Basis von Kreditzusagen analog der für die interne Steuerung verwendeten Berichterstattung.

Ratingklasse Anteil
Prozent
Kreditvolumen
TEUR
1 bis 11 94,9 1.115.542
12 bis 15 2,1 24.904
16 bis 18 1,8 20.528
ungeratet 1,2 14.331
Summe 100,0 1.175.305

Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigung ist im Anhang erläutert. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, über die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken im Kreditgeschäft schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf dieses standardisierte Verfahren. Die Entwicklung der Risikovorsorge im Jahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand 2023
TEUR
Zuführung
TEUR
Auflösung
TEUR
Verbrauch
TEUR
Endbestand 2023
TEUR
Einzelwertberichtigungen 8.313 1.778 1.248 421 8.422
Rückstellungen 670 321 131 0 860
Pauschalwertberichtigungen einschl. Rückstellungen 2.274 910 0 0 3.184
Gesamt 11.257 3.009 1.379 421 12.466

Die Anrechnung der gesamten Adressenausfallrisiken auf das entsprechende Teilrisikolimit, bzw. auf die bestehenden Sublimite für das Kundengeschäft und das Eigengeschäft, erfolgt im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit anhand der über das Kreditportfoliomodell "Credit Portfolio View" ermittelten Risikowerte. Das ermittelte ökonomische Risiko beträgt im definierten Risikoszenario 16.580 TEUR für das gesamte Adressenausfallrisiko. Das ökonomische Verlustpotenzial bewegt sich damit innerhalb des bereitgestellten Teilrisikolimits. Im Rahmen der normativen Risikotragfähigkeit wird mit einem erwarteten negativen periodischen Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft in Höhe von 2.750 TEUR für das Geschäftsjahr 2024 gerechnet.

Die Adressenausfallrisiken im Eigengeschäft umfassen die Gefahr einer negativen Abweichung vom Erwartungswert, welche einerseits aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten resultiert, andererseits aus der Gefahr entsteht, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss. Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungsrisiko und ein Erfüllungsrisiko. Die Steuerung der Adressenausfallrisiken des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des jeweiligen Risikos der Emittenten.

Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Emittentenlimiten je Partner sowie von Strukturlimiten für das Eigengeschäft

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung der Adressenausfallrisiken für die normative und ökonomische Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 120.668 TEUR. Sie bestehen aus Anleihen und Schuldverschreibungen mit 80.001 TEUR sowie Immobilienfondsanteile mit 40.667 TEUR. Die direkt durch die Sparkasse gehaltenen Wertpapiere verfügen ausschließlich über ein Rating im Bereich des Investmentgrades. Zu den im Bestand befindlichen Anteilen an Immobilienfonds liegen keine Ratings vor. Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Forderungen an Landesbanken sowie weiterer verbundinterner Institute. Diese Konzentration ergibt sich als Folge der Mitgliedschaft dieser Institute in der Sparkassenorganisation.

7.3 Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken beschreiben die Gefahren negativer Entwicklungen der Geld- und Kapitalmärkte für die Sparkasse. Diese ergeben sich aus Veränderungen der Marktpreise von Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen, aus Schwankungen der Zinssätze und den daraus resultierenden Preisveränderungen der Derivate. Zu den Marktpreisrisiken der Sparkasse zählt in erster Linie das Zinsänderungsrisiko. Das Zinsänderungsrisiko, das sich im Wesentlichen aus der Fristentransformation ergibt, wird von der Sparkasse sowohl hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung (periodische Sichtweise) als auch im Hinblick auf mögliche Wertveränderungen (ökonomische Betrachtung) der verzinslichen Vermögens- und Schuldpositionen untersucht.

Die Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung resultieren aus unterschiedlichen Beständen an fest- und variabel verzinslichen Aktiva und Passiva. In vierteljährlichen Abständen wird das gesamte Zinsänderungsrisiko mithilfe einer periodischen Zinsspannensimulation im definierten adversen Szenario der normativen Risikotragfähigkeit ermittelt. Die erwartete Entwicklung der Zinsspanne wird über regelmäßige Ergebnisvorschaurechnungen fortgeschrieben.

Im Rahmen der ökonomischen Betrachtung des Zinsänderungsrisikos des Gesamtinstituts werden die Zahlungsströme (Cashflows) aus den zinstragenden Geschäften mit der aktuellen Marktzinsstruktur zum Barwert des Bewertungsstichtages abgezinst. Die Sparkasse ermittelt monatlich das auf den Barwert bezogene Zinsänderungsrisiko nach einem Varianz-Kovarianz-Ansatz (VKA) mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent auf einen Planungshorizont von 12 Monaten mit dem Risikomaß Value-at-Risk. Für die Ermittlung des Zinsänderungsrisikos greift die Sparkasse auf die Standardparameter für die Marktpreisrisikomessung der S-Rating- und Risikosysteme GmbH (SR) zurück. Geschäfte mit vertraglich nicht festgelegter Kapital- bzw. Zinsbindung werden sowohl in der periodischen Sichtweise als auch in der ökonomischen Betrachtung nach dem Verfahren der gleitenden Durchschnitte aus dem tatsächlichen Zinsanpassungsverhalten sowie dem erwarteten Kundenverhalten berücksichtigt. Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos erfolgt bei Bedarf der Einsatz von Zinsswapgeschäften. Die Anrechnung des ökonomischen Zinsänderungsrisiko auf das entsprechende Teilrisikolimit im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit erfolgt auf Basis des ermittelten Risikowertes. Das ermittelte ökonomische Risiko beträgt im definierten Risikoszenario 28.080 TEUR. Das ökonomische Verlustpotenzial bewegt sich damit innerhalb des bereitgestellten Limits.

Die Sparkasse ermittelt außerdem quartalsweise die Höhe ihres Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch und stellt es den aufsichtsrechtlich anrechenbaren Eigenmitteln gemäß EU-Verordnung Nr. 575/2013 des europäischen Parlamentes und des europäischen Rates vom 26. Juni 2013 (CRR) entsprechend der aufsichtsrechtlichen Vorgaben gegenüber. Bei einem Zinsschock von +200 Basispunkten gemäß den Vorgaben des Rundschreibens 06/2019 (BA) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beläuft sich der Rückgang des Barwertes des Zinsbuches auf 16.485 TEUR. Dies entspricht einem Barwertverlust von 14,4 Prozent bezogen auf die regulatorischen Eigenmittel der Sparkasse. Die Sparkasse ist somit nicht als "Institut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko" einzustufen. Die eingegangenen Zinsänderungsrisiken werden auf Grundlage der vorhandenen Eigenmittelausstattung der Sparkasse als beherrschbar bewertet. Der erneut starke Zinsanstieg im Jahr 2023 führte jedoch zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere starke Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Das ökonomische Spreadrisiko aus Eigenanlagen wird ebenfalls monatlich auf Basis aktueller Marktpreise und möglicher spreadinduzierten Marktpreisveränderungen ermittelt und an die zuständigen Stellen berichtet. Analog des Verfahrens für die Ermittlung des ökonomischen Zinsänderungsrisiko erfolgt die Risikomessung über einen Varianz-Kovarianz-Ansatz (VKA) mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent auf einen Planungshorizont von 12 Monaten mit dem Risikomaß Value-at-Risk. In der normativen Sicht erfolgt die Ermittlung des Spreadrisikos im Rahmen des adversen Szenarios. Für die Ermittlung der Spreadrisiken greift die Sparkasse auf die Standardparameter für die Marktpreisrisikomessung der S-Rating- und Risikosysteme GmbH (SR) zurück. Währungsrisiken sind bei der Sparkasse von untergeordneter Bedeutung, zur Steuerung und Überwachung dieser Risiken werden daher keine besonderen Instrumente eingesetzt.

Die Anrechnung des ökonomischen Spreadrisiko auf das entsprechende Teilrisikolimit im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit erfolgt auf Basis des ermittelten Risikowertes. Das ermittelte ökonomische Risiko beträgt im definierten Risikoszenario 3.509 TEUR. Das ökonomische Verlustpotenzial bewegt sich damit innerhalb des bereitgestellten Limits.

7.4 Immobilienrisiken

Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko. Immobilieninvestitionen umfassen in der Sparkasse nur indirekte Investitionen über Immobilienfonds. Immobilien im Eigenbestand werden nur zur sparkassenbetrieblichen Nutzung gehalten. Das Immobilienrisiko wurde auf Grundlage der für das Geschäftsjahr 2023 durchgeführten Risikoinventur nur in der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses erfolgt die Berücksichtigung von Immobilienrisiken in der normativen Perspektive über eine Berechnung von verschiedenen Szenarien, in dem mögliche Abschreibungsrisiken auf die gehaltenen Immobilienfondsanteile sowie verminderte Ausschüttungen simuliert werden. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

7.5 Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko setzt sich allgemein aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden nachfolgend definierten Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können. Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.

Das Refinanzierungskostenrisiko besteht bei einem Missverhältnis in der Laufzeit zwischen Aktiva und Passiva, wenn infolge längerfristiger Verwendung von kurzfristig zur Verfügung stehenden Mitteln im Aktivgeschäft oder durch zu geringe Platzierung von längerfristigen Einlagen die Refinanzierung nicht vorbehaltlos sichergestellt ist. Die Rückzahlungstermine für die Verbindlichkeiten liegen vor den entsprechenden Terminen der Forderungen. Um die Rückzahlung durchführen zu können, müssen Anschlussfinanzierungen sichergestellt werden. Je größer die Fristentransformation vom Umfang und ihrer zeitlichen Erstreckung, umso größer sind tendenziell die damit verbundenen Refinanzierungskostenrisiken. Analog des Verfahrens für die Ermittlung des ökonomischen Marktpreisrisikos erfolgt die Risikomessung für das ökonomische Refinanzierungskostenrisikos über einen Varianz-Kovarianz-Ansatz (VKA) mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent auf einen Planungshorizont von 12 Monaten. In der normativen Sicht erfolgt die Ermittlung des Refinanzierungskostenrisikos im Rahmen des adversen Szenarios. Für die Risikoermittlung wird auf die Standardparameter für die Liquiditätsrisikomessung der S-Rating- und Risikosysteme GmbH (SR) zurückgegriffen. Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Der Risikomanagementprozess umfasst folgende Elemente:

Regelmäßige Ermittlung, Überwachung und Prognose der Liquiditätsdeckungsquote LCR

Regelmäßige Ermittlung der strukturellen Refinanzierungsquote NSFR sowie der Survival-Period und Festlegung von Risikotoleranzen

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, die die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenüberstellt

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ermittlung des ökonomischen Refinanzierungskostenrisikos

Die Sparkasse hat einen Refinanzierungsplan aufgestellt, der die Liquiditätsstrategie und den Risikoappetit des Vorstands angemessen widerspiegelt. Der Planungshorizont umfasst den Zeitraum bis zum Jahr 2028. Grundlage des Refinanzierungsplans sind die geplanten Entwicklungen im Rahmen der mittelfristigen Finanz- und Geschäftsplanung. Darüber hinaus wird auch ein Szenario unter Berücksichtigung adverser Entwicklungen betrachtet. Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie die Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Liquiditätsrisiko- und Liquiditätsstressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird. An liquiditätsmäßig engen Märkten ist die Sparkasse nicht investiert. Im Risikofall beträgt die Survival-Period 14 Monate.

Die Anrechnung des ökonomischen Refinanzierungskostenrisiko auf das entsprechende Teilrisikolimit im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit erfolgt auf Basis des ermittelten Risikowertes. Das ermittelte ökonomische Risiko beträgt im definierten Risikoszenario 6.444 TEUR. Das ökonomische Verlustpotenzial bewegt sich damit innerhalb des bereitgestellten Limits. Konzentrationen bestehen beim Liquiditätsrisiko aufgrund der hohen Anteile von täglich fälligen Kundeneinlagen. Des Weiteren besteht bei der institutionellen Refinanzierung eine Konzentration auf einige wenige große Institute.

7.6 Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht die Sparkasse die Gefahr von Schäden, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten können. Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Der Risikomanagementprozess umfasst neben dem Einsatz einer Schadensfalldatenbank zur Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle die regelmäßige Messung operationeller Risiken mit der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" auf der Grundlage von bei der Sparkasse sowie überregional eingetretener Schadensfälle sowie die Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT. Beim "OpRisk-Schätzverfahren" stellen die individuellen OpRisk-Jahresschäden, der Verwaltungsaufwand, der institutsindividuelle Median aus Jahresschäden und Verwaltungsaufwand sowie die von der SR zur Verfügung gestellten Poolparameter die wesentlichen Einflussgrößen für die Ermittlung der ökonomischen Risikowerte dar. In der normativen Sicht erfolgt die Ermittlung der operationellen Risiken im Rahmen des adversen Szenarios durch eine Variation der erwarteten neutralen Aufwendungen.

Die Anrechnung des ökonomischen Verlustpotentials aus operationellen Risiken auf das entsprechende Teilrisikolimit im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit erfolgt auf Basis des ermittelten Risikowertes. Das ermittelte ökonomische Risiko beträgt im definierten Risikoszenario 6.603 TEUR. Das ökonomische Verlustpotenzial bewegt sich damit innerhalb des bereitgestellten Limits.

7.7 Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Sparkasse verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Durch die Risikomanagementprozesse der Sparkasse können frühzeitig die wesentlichen Risiken identifiziert, gesteuert sowie Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Der Vorstand stuft das eingerichtete Risikomanagementverfahren als angemessen ein. Es entspricht sowohl der beschlossenen Strategie als auch dem spezifischen Geschäftsmodell der Sparkasse.

Im Geschäftsjahr 2023 bewegten sich die ökonomischen Risiken jederzeit innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitsystems zur Begrenzung von Risiken im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit. Das bereitgestellte Gesamtbanklimit war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 stets eingehalten. Zum Bilanzstichtag belief sich dessen Auslastung auf 61.216 TEUR oder 68,0 Prozent. Die durchgeführten ökonomischen Stresstests sowie das simulierte adverse Szenario in der normativen Perspektive zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das jeweils vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können. Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind aktuell nicht zu erkennen.

Die normative Risikotragfähigkeit war im Geschäftsjahr 2023 ebenfalls jederzeit gegeben. Auf Basis der durchgeführten Kapitalplanung ist bei den bestehenden Eigenmittelanforderungen bis zum Ende des Planungshorizonts keine Einschränkung der normativen Risikotragfähigkeit zu erwarten. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen insbesondere durch mögliche negative Auswirkungen der aktuell sehr unsicheren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch die schlechte Konjunkturlage, durch eine weitere Eskalation der verschiedenen geopolitischen Krisen sowie durch weitere kurzfristige und starke Zinsveränderungen am Geld- und Kapitalmarkt, deren Folgen auch die Entwicklung der Sparkasse negativ beeinflussen können. Insgesamt ist die Risikolage der Sparkasse weiterhin als ausgewogen zu beurteilen.

Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Verbands teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse ist der besten Bewertungsstufe (Ampelfarbe "grün") zugeordnet.

8. Chancen- und Prognosebericht

8.1 Chancenbericht

Das "Chancenmanagement" der Sparkasse ist in den jährlichen Strategieüberprüfungs- und Finanzplanungsprozess integriert. Die Chance auf eine Erhöhung der operativen Ertragskraft soll genutzt werden, indem das Dienstleistungsgeschäft mit zusätzlichen Produkten und Dienstleistungen weiter ausgebaut wird, auf denen die Sparkasse bislang noch unterrepräsentiert ist. Darüber hinaus wird laufend daran gearbeitet, die Prozesse zu optimieren. Chancen ergeben sich auch aus Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien. Diese sollen genutzt werden, indem neben der Filialpräsenz in der Fläche und der flächendeckend angebotenen SB-Technik das Multikanalbanking sowie die digitalen Vertriebskanäle weiter ausgebaut werden. Des Weiteren besteht durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit den Verbundpartnern in der Sparkassenorganisation eine gute Möglichkeit, dem zunehmenden Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen.

8.2 Prognosebericht

Die geopolitischen Aussichten für das Jahr 2024 sind erneut von großer Unsicherheit geprägt. Der Krieg in der Ukraine dauert an, ebenso im Nahen Osten, dazu kommen die Angriffe auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer. In 76 Ländern, die für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stehen, finden im Jahr 2024 Wahlen statt. Als größte Volkswirtschaft der Welt kommt der Präsidentschaftswahl in den USA eine besondere Bedeutung zu, auch an den internationalen Kapitalmärkten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem ähnlichen Wachstum der Weltwirtschaft wie im vergangenen Jahr. Die Organisation hat ihre Prognose für die Weltproduktion (BIP) um 0,2 Prozent-Punkte auf 3,1 Prozent angehoben und erwartet einen Anstieg des Welthandels um 3,3 Prozent (2023: +0,4 Prozent). Im Folgejahr erwartet der IWF eine BIP-Wachstumsrate von 3,2 Prozent und eine weitere Zunahme des Welthandels um 3,6 Prozent.

Für Deutschland fallen die Prognosen weniger gut aus. Die großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihren jüngsten Prognosen von Dezember 2023 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um +0,5 Prozent bis +0,9 Prozent im Jahr 2024 und um 1,0 Prozent bis 1,4 Prozent im Jahr 2025 erwartet. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2024 gegenüber ihrer Herbstprognose deutlich reduziert auf nunmehr 0,2 Prozent für das laufende und 1,0 Prozent für das kommende Jahr. Die instabile geopolitische Lage hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Außenwirtschaft, sondern durch die Verunsicherung der Verbraucher ebenso auf den inländischen Konsum und die langfristigen Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Belastend wirken weiterhin die Auswirkungen der vorangegangenen geldpolitischen Straffung, die Unternehmensinvestitionen verteuern und in besonderem Maße den Immobilienmarkt stark belasten. Auch der extreme Anstieg der Verbraucherpreise in den vergangenen Jahren dürfte das Konsumverhalten zunächst noch negativ beeinflussen.

Positiv für die Konjunktur im Jahr 2024 ist zu vermerken, dass sich die Energiepreise wieder etwas normalisiert haben. Auch die Beschaffungssituation in der Industrie hat sich deutlich entspannt. Allerdings drohen hier aufgrund der verschlechterten Sicherheitslage auf dem Seeweg erneut Schwierigkeiten. Für die exportstarke deutsche Wirtschaft würde sich zudem die, beispielweise vom IWF, prognostizierte Belebung des Welthandels positiv auswirken. Im Inland dürften sich der Anstieg der Tariflöhne und im Zeitverlauf die nachlassende Inflation positiv auf den privaten Konsum auswirken. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der ifo-Geschäftsklimaindex nach einer gewissen Stabilisierung im Herbst 2023 zu Jahresbeginn 2024 nur schwach. Während die Dienstleistungsunternehmen sich mehrheitlich eher positiv zu ihrer aktuellen Geschäftslage äußerten, beurteilten die Unternehmen aller anderen Sektoren sowohl ihre aktuelle Lage wie auch die Aussichten negativ. Die Erwartungen im Bausektor sind im Februar 2024 auf den niedrigsten Stand seit 1991 gesunken. Die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe zeigt ein gemischtes Bild. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Auftragseingänge im Gesamtjahr 2023 um 5,9 Prozent niedriger als im Vorjahr. Dennoch befindet sich der Auftragsbestand auf einem hohen Niveau und die Unternehmen verfügen immer noch über ein Auftragspolster von mehr als einem halben Jahr (7 Monate). Die rückläufige Zahl der Baugenehmigungen und weitere Faktoren sprechen dafür, dass die Bauindustrie im Jahr 2024 einen weiteren Rückgang verzeichnen wird. Die großen Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren einen Rückgang der realen Bauinvestitionen um -0,6 Prozent bis -2,5 Prozent. Die Aussichten in den einzelnen Baubereichen fallen dabei recht unterschiedlich aus. Während es beim Wohnungsbau erste Anzeichen für ein Erreichen der Talsohle gibt, bleibt die Lage im Bereich der Gewerbe- und insbesondere der Büroimmobilien schwierig.

Die Verbraucher schauen zu Jahresbeginn skeptisch in die Zukunft. Das GfK-Konsumklima, das kurzzeitig zum Jahresende 2023 eine leichte Erholung verzeichnete, ist erneut gesunken, und zwar um 4,3 Punkte auf -29,7. Laut der GfK-Umfrage in der ersten Januarhälfte sind die Verbraucher sowohl pessimistischer hinsichtlich der Entwicklung ihrer Einkommenssituation als auch in Bezug auf die allgemeine Konjunkturlage. Infolgedessen neigen sie vermehrt dazu, zu sparen, und zögern bei größeren Anschaffungen. Die schwierige Konjunkturlage schlägt sich bislang lediglich teilweise in einer steigenden Arbeitslosigkeit bzw. einer rückläufigen Nachfrage nach Arbeitskräften nieder. Auch im Jahr 2024 dürfte der deutsche Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil bleiben. Für das Gesamtjahr 2024 erwarten die großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute mehrheitlich einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,8 Prozent bis 5,9 Prozent und eine weitere Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen auf über 46 Millionen (+0,1 Prozent bis +0,2 Prozent). Nach den außergewöhnlichen Anstiegen der Inflationsrate in Deutschland in 2022 (+6,9 Prozent) und 2023 (+5,9 Prozent) lassen die aktuellen Daten zur Preisentwicklung erwarten, dass der Höhepunkt der Inflation überschritten ist. Den Prognosen der großen Wirtschaftsforschungsinstitute zufolge wird der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland 2024 mit +2,2 Prozent bis +3,0 Prozent nur etwa halb so hoch ausfallen wie im Vorjahr und im Folgejahr mit +1,8 Prozent bis +2,3 Prozent wieder weitgehend der 2,0 Prozent-EZB-Zielmarke entsprechen.

Der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen wird sich im laufenden Jahr voraussichtlich weiter fortsetzen. Der IWH-Insolvenztrend blieb zu Jahresbeginn auf hohem Niveau: 40 Prozent über dem Wert vor einem Jahr und 20 Prozent über dem Wert der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Neben dem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld dürften die Staatshilfen während der Corona-Pandemie dafür ursächlich sein, die zunächst viele Insolvenzen verhindert hatten. Nachdem der Insolvenztrend im Baugewerbe bereits im vergangenen Jahr klar aufwärtsgerichtet war und die Entwicklung der Baugenehmigungen als Konjunkturindikator auf eine weitere Verschlechterung der Baukonjunktur hinweist, ist ein weiterer Anstieg in diesem Wirtschaftsbereich wahrscheinlich.

Auch zu Jahresbeginn 2024 bleiben alle Einschätzungen zu den wirtschaftlichen Aussichten mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Risiken bestehen insbesondere bzgl. des weiteren Verlaufs des Krieges in der Ukraine und im Nahen Osten und dem Ausgang wichtiger Wahlen in diesem Jahr. Zudem ist es noch ungewiss, ob die Inflation wirklich nachhaltig auf ein stabilitätskonformes Niveau sinkt und im Zuge dessen, die Frage, wann die EZB die erneute geldpolitische Wende vollziehen wird. Der künftige Zinsverlauf ist wiederum ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung am Immobilienmarkt. Darüber hinaus steht die deutsche Wirtschaft unverändert vor strukturellen Herausforderungen. Der Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft hat sich unverändert ausgeweitet, die Lieferketten sind weiterhin fragil und die Zukunft insbesondere energieintensiver Industrien in Deutschland ist vor dem Hintergrund der Klimakrise ungewiss. Nachdem die Notenbanken in 2023 weltweit zunächst ihren restriktiven Kurs fortgeführt hatten und in den vergangenen Monaten das Leitzinsniveau stabil gehalten haben, deuten sich nunmehr erste Tendenzen für Zinssenkungen der Zentralbanken im Jahr 2024 an.

Die nachfolgenden Einschätzungen zur erwarteten Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse haben Prognosecharakter. Sie stellen die Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Der Planungszeitraum umfasst zunächst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr. Als Risiken im Sinne des vorliegenden Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Planungs- bzw. Zielabweichung führen können. Als Chancen werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Planungs- bzw. Zielabweichung führen können.

Abgeleitet aus der Bestandsentwicklung der vergangenen Geschäftsjahre sowie einer vorgenommenen zukunftsgerichteten Einschätzung wird im kommenden Geschäftsjahr mit einem nur moderaten Wachstum des Kundenkreditgeschäftes auf Basis von Jahresdurchschnittsbeständen um 2.813 TEUR, vorrangig getragen aus dem gewerblichen Kreditgeschäft, gerechnet. Im Bereich des Privatkreditgeschäftes wird, aufgrund der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen für das Baufinanzierungsgeschäft, von keinem Kreditwachstum ausgegangen. Das Einlagengeschäft wird auf Grundlage der erstellten Planungsrechnungen im Geschäftsjahr 2024 weiter durch das in den beiden vergangenen Geschäftsjahren stark gestiegene Zinsniveau am Geld- und Kapitalmarkt dominiert werden. Es wird auf dieser Grundlage im Einlagengeschäft mit weiter rückläufigen Beständen, dabei insbesondere durch Bestandsrückgänge in den Spareinlagen sowie den täglich fälligen Sichteinlagen, gerechnet. Eine zusätzliche Geldvermögensbildung soll jedoch aus dem Kundenwertpapiergeschäft generiert werden. Bei der durchschnittlichen Bilanzsumme wird aufgrund der zuvor dargestellten Entwicklungen im Kredit- und Einlagengeschäft für das folgende Geschäftsjahr ein Rückgang in Höhe von 35.597 TEUR auf dann insgesamt 1.173.327 TEUR erwartet. Aufgrund der Finanz- und Liquiditätsplanung der Sparkasse ist davon auszugehen, dass auch im Planungszeitraum die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet ist und die regulatorischen Anforderungen eingehalten werden können.

Aufgrund der erwarteten Entwicklung des Zinsniveaus am Geld- und Kapitalmarkt sowie der geplanten Entwicklung des Zinsertrages und des Zinsaufwandes wird im Geschäftsjahr 2024 mit einem geringeren Zinsüberschuss als im Geschäftsjahr 2023 gerechnet. Die Entwicklung des Zinsüberschusses wird dabei insbesondere durch einen deutlich höheren Zinsaufwand aus dem Kundeneinlagengeschäft geprägt. Aufgrund des deutlich gestiegenen Zinsniveaus am Geld- und Kapitalmarkt wird mit weiterhin hohen Neugeschäftszinssätzen im Kundeneigenanlagegeschäft der Sparkasse gerechnet. Der höhere Zinsaufwand aus dem Kundeneinlagengeschäft wird durch die weiter positive Entwicklung des Zinsergebnisses aus Derivaten teilweise kompensiert. Beim Provisionsüberschuss wird für das nächste Jahr in einem schwierigen Marktumfeld von einem leichten Rückgang in Höhe von 105 TEUR ausgegangen. Aufgrund der im Geschäftsjahr 2024 zu verzeichnenden Tariferhöhungen im Bereich der Personalaufwendungen und im kommenden Jahr vorgesehenen und zugleich strategisch relevanten Projekten wird im Jahr 2024 mit einem weiter steigenden Verwaltungsaufwand in Höhe von insgesamt 296 TEUR gerechnet. Zur nachhaltigen Reduktion der Sachkosten ist mit diversen Projekten begonnen worden, durch die in den kommenden Jahren Einsparungen zu erwarten sind. Insgesamt ergibt sich unter Berücksichtigung der zuvor dargestellten Annahmen für das Jahr 2024 ein erwartetes Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 8.550 TEUR. Das prognostizierte Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 0,73 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme des Geschäftsjahres. Damit wird im Geschäftsjahr 2024 ein um 1.921 TEUR niedrigeres operatives Ergebnis gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 erwartet.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist aufgrund der aktuell unsicheren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere durch mögliche Folgen der vielfältigen geopolitischen Krisen sowie der derzeit schlechten Konjunkturlage, nur mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren. Bei der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft wird trotz einer risikoorientierten Kreditvergabepolitik eine Belastung in Höhe von 2.750 TEUR für das Geschäftsjahr 2024 erwartet. Aus den eigenen festverzinslichen Wertpapieren sowie den weiteren Eigenanlagen in Immobilienfonds wird mit einem per Saldo positiven Bewertungsergebnis in Höhe von 410 TEUR gerechnet. Die Entwicklung des Bewertungsergebnisses aus dem zinstragenden Eigengeschäft der Sparkasse ist allerdings aufgrund der unverändert hohen Volatilitäten an den Geld- und Kapitalmärkten ebenfalls mit erhöhten Unsicherheiten behaftet. Größere Abweichungen von dem zuvor dargestellten Planwert können insofern insbesondere bei der Bewertung der zinstragenden Wertpapiere im Eigengeschäft der Sparkasse nicht ausgeschlossen werden.

Bei der Cost-Income-Ratio (Relation der betrieblichen Aufwendungen zu den betrieblichen Erträgen) wird für das Geschäftsjahr 2024 mit einem Verhältnis von 70,4 Prozent ein ungünstigerer Wert als im Geschäftsjahr 2023 erwartet. Für das Geschäftsjahr 2024 wird ein Jahresüberschuss in Höhe von 4.437 TEUR erwartetet, der eine weitere Stärkung der Eigenmittel in einem wesentlichen Umfang ermöglicht.

Die im Rahmen der Planungsrechnungen für das Geschäftsjahr 2024 intern festgelegte Mindest-Gesamtkapitalquote in Höhe von 13,6 Prozent, die dem aktuell vorgeschriebenen regulatorischen Mindestwert der CRR, den zu erfüllenden SREP-Kapitalanforderungen und aufsichtlichen Eigenmittelempfehlungen sowie einer kombinierten CRR-Kapitalpufferanforderung in Höhe von 3,50 Prozent entspricht, wird mit einem für das Jahr 2024 erwarteten Wert von 16,8 Prozent deutlich überschritten. Vor dem Hintergrund der dargestellten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Rahmenbedingungen und der Ertragslage der Sparkasse wird für das Geschäftsjahr 2024 die folgende Entwicklung der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren erwartet. Das Betriebsergebnis nach Bewertung ist dabei in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme des Geschäftsjahres definiert.

Finanzieller Leistungsindikator Ist Geschäftsjahr 2023 Prognose Geschäftsjahr 2024
Betriebsergebnis nach Bewertung 0,32 Prozent 0,53 Prozent *
regulatorische Gesamtkapitalquote nach CRR 16,0 Prozent 16,8 Prozent

* ohne Veränderung der Vorsorgereserven

Für das Betriebsergebnis nach Bewertung, gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichsschemas der Sparkassen-Finanzgruppe bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen, wird in Folge eines positiven Bewertungsergebnisses aus dem zinstragenden Eigengeschäft der Sparkasse ein erhöhtes Niveau für das Geschäftsjahr 2024 erwartet. Zu beachten ist allerdings, dass die Kennzahl für das Geschäftsjahr 2023 durch Einbeziehung der Bildung von stillen Vorsorgereserven sowie einer Erhöhung des Sonderpostens nach § 340g HGB in einem erheblichen Umfang modifiziert wurde. Für die regulatorische Gesamtkapitalquote erwartet die Sparkasse für das Folgejahr einen gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 weiter steigenden Wert. Neben einer erwarteten Reduzierung der Risikopositionsbeträge, resultierend aus der geplanten Veränderung der Risikoaktiva, trägt die aus dem Jahresgewinn 2023 vorgesehene Rücklagenthesaurierung in einem wesentlichen Umfang zur positiven Entwicklung der Kapitalquoten bei. Insbesondere bei einer weiteren konjunkturellen Abschwächung, einer weiterhin sehr volatilen Entwicklung der Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt sowie weiterer regulatorischer Verschärfungen für die Finanzwirtschaft können sich jedoch weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken.

8.3 Gesamtbeurteilung

Die prognostizierten Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024 lassen insgesamt erkennen, dass das hinsichtlich der globalen Krisenlagen, der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der Wettbewerbssituation ständig schwieriger werdende Umfeld auch an der Sparkasse nicht spurlos vorübergeht. Dennoch wird auf Grundlage der geplanten Entwicklung der Ertragslage eine weitere Erhöhung der Eigenmittel im kommenden Geschäftsjahr erwartet. Die Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 können in Bezug auf die aufgezeigten Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der erwarteten Entwicklung der als bedeutsam definierten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst weiterhin als zufriedenstellend beurteilt werden. Aufgrund einer vorausschauenden Finanz- und Liquiditätsplanung kann davon ausgegangen werden, dass auch im Planungszeitraum die normative und ökonomische Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennzahlen durchgängig gewährleistet ist. Anzeichen für eine künftige Beeinträchtigung der Finanz- und Liquiditätslage sind derzeit nicht erkennbar.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklungen durch die Folgen der vielfältigen geopolitischen Krisen sowie der schwachen Konjunkturlage sind alle gesamtwirtschaftlichen und daraus folgend auch alle sparkassenspezifischen Prognosen für das Jahr 2024 zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Prognoseberichtes allerdings mit erhöhten Unsicherheiten behaftet. Daher können auch die möglichen Auswirkungen auf die zuvor dargestellten Prognoseergebnisse im Rahmen des Prognoseberichtes für das Geschäftsjahr 2024 noch nicht abschließend beurteilt werden. Insofern können nennenswerte negative Abweichungen von den Planungsrechnungen bei den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren nicht ausgeschlossen werden. Im besonderen Maße gilt dies für den für das Geschäftsjahr 2024 erwarteten Zinsüberschuss, die notwendige Kreditrisikovorsorge im Kundenkreditgeschäft sowie die erforderlichen Bewertungsaufwendungen für das Eigengeschäft der Sparkasse.

 

Daun, 04. März 2024

Kreissparkasse Vulkaneifel

Der Vorstand

Pitzen

Alt

Bericht des Verwaltungsrates

Der Verwaltungsrat erfüllte im Jahre 2023 alle ihm aufgrund der sparkassenrechtlichen Bestimmungen obliegenden Aufgaben. Er wurde durch den Vorstand über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse, über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik sowie über besondere Vorgänge umfassend unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Verwaltungsrat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Jahr 2023 vorgelegt. Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht geprüft und erteilte den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. In seiner heutigen Sitzung hat der Verwaltungsrat das Prüfungsergebnis zur Kenntnis genommen. Der Jahresabschluss wurde festgestellt, der Lagebericht gebilligt und dem Vorstand Entlastung erteilt

Die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von 1.451 TEUR erfolgte entsprechend § 20 SpkG durch Beschluss des Verwaltungsrates. Der Jahresüberschuss wurde vollständig der Sicherheitsrücklage zugeführt.

 

Daun, den 17. Mai 2024

Kreissparkasse Vulkaneifel

Die Vorsitzende des Verwaltungsrates

Julia Gieseking, Landrätin

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