Stammdaten

Register
Amtsgericht Bielefeld HRB 33857
Vorher
Fischer Abfallentsorgung GmbH
Eingetragen
27.2.1991
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Erbringung von Dienstleistungen aller Art im Bereich der Kreislauf- und Recyclingwirtschaft. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig und nützlich erscheinen. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben auch Dritter bedienen sowie andere Unternehmen mit dem gleichen oder ähnlichen Gesellschaftszweck gründen, erwerben bzw. sich an ihnen beteiligen und solche Unternehmen leiten oder sich auf die Verwaltung der Beteiligung beschränken.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Maximilian Englert
seit 10.10.2023
Geschäftsführer
Meik Fränsing
seit 14.7.2020
Prokura
Jens Ußling
seit 5.2.2009
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
REMONDIS GmbH & Co. KGEigenbeteiligung
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
REMONDIS GmbH & Co. KG
Germany
26.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

REMONDIS OWL GmbH

Bielefeld

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Verkürzter Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

A. Allgemeines

Die REMONDIS OWL GmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der REMONDIS GmbH & Co. KG, Bochum, und gehört damit zum Unternehmensbereich der REMONDIS SE & Co. KG, Lünen.

Als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb erfüllt die REMONDIS OWL GmbH (kurz REMONDIS OWL) abfallwirtschaftliche Aufgaben, insbesondere Transport- und Logistikaufgaben sowie den Betrieb von Umschlag- und Sammelstellen für Abfälle aller Art an ihren Standorten in Bielefeld und Dörentrup. Des Weiteren wird am Standort Dörentrup eine Elektroschrottaufbereitungsanlage und Aktenvernichtungsanlage sowie eine Hackschnitzelheizung zur Wärmeversorgung des gesamten Standortes betrieben.

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

In 2020 standen der Erwerb des neuen Standortes in Dörentrup von der Veolia Umweltservice West GmbH zum 01.09.2020 per Asset-Deal sowie der Erwerb der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG, Bielefeld, (kurz Kastrup) und deren Integration in den Geschäftsbetrieb der REMONDIS OWL GmbH im Vordergrund.

Die REMONDIS OWL hat am 15.01.2020 sämtliche Geschäftsanteile an der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG erworben. Mit Austritt der Komplementärin zum 31.05.2020 ist die Kastrup Recycling GmbH & Co. KG auf die REMONDIS OWL angewachsen. Zusammen mit der Übernahme der Geschäftsanteile hat die REMONDIS OWL GmbH ebenfalls die Immobilien in Bielefeld von der KasImmo GmbH & Co. KG erworben.

Die Übernahme der neuen Standorte führte bei der REMONDIS OWL zu einer deutlichen Ausweitung des Geschäftsvolumens. Negativ wirkte sich jedoch der Verlust aus, der bei der Anwachsung der Kastrup auf die REMONDIS OWL entstanden ist. Dieser belastet das Betriebsergebnis mit 3.211 T€. Zudem ließen Investitionen in neue Behälter und deren sofortige Abschreibung für den ab dem Jahr 2021 neu gewonnenen Auftrag LVP-Sammlung im Kreis Lippe in Höhe von 2.762 T€ das Betriebsergebnis sinken.

Darüber hinaus war die gesamtwirtschaftliche Entwicklung geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die weite Teile der deutschen Wirtschaft zeitweise lahmlegte. Im zweiten Quartal des Jahres 2020 kam es nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zu einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung in nahezu allen Sektoren der Wirtschaft. Deutschland geriet in eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten, das Bruttoinlandsprodukt ging im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent zurück. Die Auswirkungen auf die Entsorgungswirtschaft zeigen sich in der Entwicklung der Abfallmengen. Nach Mitteilung des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgung-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE) zeigt sich eine Verschiebung der Abfallmengenströme aus dem gewerblichen in den privaten Bereich. Vor allem Glas- und Leichtverpackungsabfälle aus Privathaushalten nahmen zu, während die Abfallmengen aus Industrie, Handel und Gewerbe zurückgingen.

Erfreulicherweise waren bei der REMONDIS OWL GmbH in 2020 keine wesentlichen negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Ertragslage zu verzeichnen. Das Niveau des Vorjahres wurde beim Umsatz und Rohergebnis auch aufgrund des Erwerbs der beiden neuen Standorte deutlich übertroffen. Zudem ist die REMONDIS OWL im gewerblichen Bereich zumeist auf Branchen konzentriert, die relativ wenig von der Corona-Pandemie betroffen sind. Daher sind nur bei wenigen Kunden Umsätze weg- oder Forderungen ausgefallen. Das Betriebsergebnis ist vor allem aufgrund der beiden genannten Einmaleffekte Anwachsungsverlust und Behälterinvestitionen deutlich negativ.

B.2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

B.2.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im Berichtsjahr vor allem aufgrund des Erwerbs der neuen Standorte deutlich auf 20.731 T€ (Vorjahr: 5.375 T€) erhöht.

Die Ausweitung der Geschäftstätigkeit schlägt sich auf der Aktivseite vor allem im Bereich des Anlagevermögens nieder. Dieses erhöhte sich von 3.396 T€ in 2019 auf 12.078 T€ in 2020. Der Anstieg resultiert dabei im Wesentlichen aus dem Erwerb der Immobilien in Bielefeld von der KasImmo GmbH & Co. KG sowie der Übernahme des übrigen Sachanlagevermögens aus der Anwachsung in Höhe von insgesamt 7.895 T€. Darüber hinaus wurden 2.096 T€ für den Erwerb der Immobilien in Dörentrup investiert. Weitere Investitionen betrafen unter anderem mit 2.897 T€ Behälter und mit 1.285 T€ den Fuhrpark. Den Zugängen des Geschäftsjahres stehen Abschreibungen in Höhe von 3.834 T€ (Vorjahr: 553 T€) gegenüber.

Im Bereich des Umlaufvermögens nahmen infolge der Ausweitung der Geschäftstätigkeit vor allem die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen um 1.532 T€ auf 1.578 T€ sowie gegen Dritte um 567 T€ auf 1.757 T€ zu. Auch der Vorratsbestand hat sich durch die Übernahme der neuen Standorte von 8 T€ in 2019 auf 667 T€ in 2020 erhöht. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind vor allem aufgrund von Steuererstattungsansprüchen in Höhe von 676 T€ (Vorjahr: 0 €) angestiegen.

Zur Erhöhung der Bilanzsumme hat auch der Anstieg der latenten Steuern in Höhe von 1.413 T€ beigetragen, der im Wesentlichen unterschiedliche Ansätze in Handels- und Steuerbilanz des übernommenen Firmenwertes der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge betrifft.

Da der Jahresfehlbetrag 2020 in Höhe von 3.309 T€ nicht durch das Eigenkapital kompensiert werden konnte, wird zum 31. Dezember 2020 erstmals ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 1.930 T€ ausgewiesen und auf die Aktivseite übertragen. Aufgrund dessen wird zum Stichtag ein Eigenkapital von 0 € (Vorjahr: 1.379 T€) ausgewiesen.

Auf der Passivseite der Bilanz haben sich innerhalb der Rückstellungen die sonstigen Rückstellungen um 523 T€ auf 614 T€ erhöht. Dies betrifft vor allem gestiegene ausstehende Eingangsrechnungen (230 T€), insbesondere für die neuen Standorte, sowie höhere Urlaubsrückstellungen (107 T€) infolge einer gestiegenen Mitarbeiterzahl. Zudem hat die REMONDIS OWL im Rahmen der Anwachsung der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG Pensionsrückstellungen in Höhe von 291 T€ übernommen.

Die Summe der Verbindlichkeiten erhöhte sich deutlich von 3.789 T€ in 2019 auf 19.726 T€ in 2020. Ursächlich dafür ist insbesondere die Aufnahme von Darlehen von einer Schwestergesellschaft (11,3 Mio. €) sowie von der Gesellschafterin REMONDIS GmbH & Co. KG i. H. v. 1,5 Mio. €. Die Aufnahme der Darlehen diente der Finanzierung des Erwerbs der Anteile an der Kastrup GmbH & Co. KG und der zugehörigen Immobilien sowie des Anlagevermögens des Standortes Dörentrup bzw. des gesamten Asset-Deals mit der Veolia Umweltservice West GmbH.

Des Weiteren ist mit der Anwachsung der Kastrup ein Bankdarlehen in Höhe von 1.195 T€ übergegangen, welches zum Stichtag mit 1.090 T€ valutierte. Auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich erhöht (2020: 1.504 T€; 2019: 398 T€), was vor allem die Folge der Ausweitung der Geschäftstätigkeit ist.

B.2.2. Finanzlage

Die Finanzlage der Gesellschaft ist durch konzerninterne Darlehen und die Einbindung in den REMONDIS Cashpool geprägt. Zur Beseitigung der bilanziellen Überschuldung und Sicherung der Finanzlage wurde von der REMONDIS GmbH & Co. KG ein Rangrücktritt auf ein gewährtes Darlehen in Höhe von 3.000 T€ erklärt und konzerninterne Darlehen von 11.300 T€ wurden mit Mindestlaufzeiten bis zum 01.01.2023 ausgestattet. Die Gesellschaft ist hinsichtlich der Darlehensrückführungen weiterhin von der finanziellen Unterstützung abhängig.

Entsprechend des angewandten Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 21 ergab sich ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 540 T€. Dazu haben vor allem der Aufbau von Forderungen und Vorräte (4.861) sowei von Verbindlichkeiten in Höhe von 1.720 T€ sowie das Jahresergebnis (-3.309 T€), bereinigt um die zahlungsunwirksamen Aufwendungen aus Abschreibungen (3.384 T€) und den Anwachsungsverlust (3.212 T€), beigetragen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war im Jahr 2020 mit -14.858 T€ deutlich negativ und betrifft im Wesentlichen den Erwerb der Anteile an der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG sowie des Immobilienvermögens in Bielefeld und Dörentrup. Auch die Investitionen in Behälter in Höhe von 2.897 T€ haben zu Mittelabflüssen geführt.

Um die getätigten Investitionen zu finanzieren, wurden konzerninterne Darlehen in Höhe von 14,3 Mio. € aufgenommen, von denen 1,5 Mio. € getilgt wurden. Des Weiteren wurde im Rahmen der Anwachsung ein Bankdarlehen in Höhe von 1.195 T€ übernommen und im Laufe des Geschäftsjahres in Höhe von 105 T€ getilgt. Insgesamt ergibt sich daraus ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -13.890 T€.

Aufgrund der dargestellten Zahlungsmittelflüsse hat sich der Finanzmittelfonds bestehend aus liquiden Mitteln und Verbindlichkeiten aus dem Cashpool um 427 T€ auf 18 T€ vermindert.

B.2.3 Ertragslage

Im Berichtsjahr ergibt sich ein Jahresumsatz von 14.281 T€ (Vorjahr: 9.214 T€). Die Erhöhung in Höhe von 5.066 T€ ist vor allem auf die Übernahme des Geschäftsbetriebes der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG ab Juni 2020 sowie den Erwerb und den Betrieb des Standortes Dörentrup zum 01.09.2020 zurückzuführen.

Infolge der Ausweitung des Geschäftsvolumens sind auch die Materialaufwendungen von 5.200 T€ in 2019 auf 7.794 T€ in 2020 angestiegen. Die Erhöhung betrifft dabei mit 1.334 T€ (55%) die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und ist vor allem auf gestiegene Wertstoffmengen und -preise zurückzuführen.

Der Anstieg der Aufwendungen für bezogene Leistungen (2020: 4.027 T€; 2019: 2.767 T€) ist mit 46% im Verhältnis etwas geringer ausgefallen, da vor allem für den LVP-Auftrag Kreis Lippe des neuen Standortes Dörentrup im Verhältnis mehr Eigenleistungen erbracht wurden.

Der Rohertrag hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verbessert. Er stieg um 2.571 T€ auf 6.640 T€. Das Verhältnis des Rohertrages im Vergleich zum Umsatz hat sich dabei auch leicht von 44,2% in 2019 auf 46,5% in 2020 verbessert. Der Anstieg des Rohertrages resultiert ebenfalls aus dem in Dörentrup übernommenen LVP-Auftrag Kreis Lippe, aber auch aus übernommenem Geschäft durch die Anwachsung der Kastrup.

Auch im Bereich des Personalaufwandes haben sich die Kosten deutlich erhöht. Vor allem durch die Übernahme der Mitarbeiter der neuen Standorte ist der Personalaufwand um 1.617 T€ (114%) auf 3.033 T€ angestiegen. So hat sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von 37 in 2019 auf 83 in 2020 erhöht.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen haben im Berichtsjahr im Wesentlichen bedingt durch die Sofortabschreibung der für den neuen LVP-Auftrag des Kreises Lippe erworbenen Behälter (2.762 T€) und die Übernahmen der Immobilien der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG und in Dörentrup deutlich zugenommen (2020: 3.834 T€; 2019: 553 T€).

Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen hat sich vor allem der Verlust aus der Anwachsung der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG in Höhe von 3.211 T€ negativ ausgewirkt. Des Weiteren waren einmalige Aufwendungen in Höhe von 195 T€ als Ausgleich für Betriebsführungsleistungen des Verkäufers nach dem Erwerb des Standortes Dörentrup zu leisten. Darüber hinaus erhöhten sich die übrigen sonstigen Aufwendungen um 1.010 T€, was im Wesentlichen auf die Ausweitung der Geschäftstätigkeit zurückzuführen ist.

Insbesondere aufgrund der Sofortabschreibungen der Behälterinvestitionen sowie des Anwachsungsverlustes verminderte sich das Ergebnis vor Steuern deutlich von 1.152 T€ in 2019 auf -5.108 T€ in 2020. Dem steht ein positiver Steuereffekt in Höhe von 1.799 T€ (Vorjahr: -378 T€) gegenüber, welcher vor allem die Bildung von latenten Steuern betrifft. Insgesamt ergibt sich aufgrund der genannten Effekte ein negatives Jahresergebnis in Höhe von -3.309 T€ (Vorjahr: +774 T€).

B.3 Gesamtbeurteilung der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr

Das deutlich negative Ergebnis im Geschäftsjahr 2020 ist vor allem auf Einmaleffekte, wie den Anwachsungsverlust in Höhe von 3.212 T€ sowie die Investitionen in Behälter für den neuen LVP Auftrag in Höhe von 2.762 T€, zurückzuführen. Da diese Sondereffekte nicht in die Planung für das Geschäftsjahr 2020 mit einbezogen wurden, konnte das geplante Ergebnis nicht erreicht werden. Darüber hinaus kann die Entwicklung der Gesellschaft als gut eingestuft werden. Vor allem der Umsatz und das Rohergebnis haben sich verbessert bzw. erhöht.

Durch die Übernahme des Geschäfts der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG und des Standortes Dörentrup konnte der Umsatz deutlich gesteigert und Synergien genutzt werden.

C. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken

Zur Erfassung der Risiken und Chancen und zum Umgang mit diesen nutzen wir wirksame Steuerungs- und Kontrollinstrumente. Zudem ist die Gesellschaft in das konzernweite Risikofrüherkennungssystem der Rethmann SE & Co. KG einbezogen. Die Rethmann SE & Co. KG hat das von ihr angewandte Risikofrüherkennungssystem formalisiert und dokumentiert.

Aufkommende Risiken und Herausforderungen werden innerhalb der Geschäftsführung im direkten Dialog und in regelmäßigen Besprechungen aufgezeigt und Problemlösungen erarbeitet.

Die Berichtsgesellschaft erstellt ein monatliches Ergebnisreporting und eine jährliche Budgetierung inklusive Mittelfristplanung. Im Rahmen dieser regelmäßigen Prozesse wird die Ergebnis- und Liquiditätssituation der Gesellschaft überwacht, einem Planabgleich unterzogen und eine Früherkennung von Fehlentwicklungen ermöglicht.

Zur Minimierung des Ausfallrisikos von Leistungsforderungen betreibt die Gesellschaft ein intensives Debitorenmanagement mit strukturierten Bonitätsprüfungen, Mahn- und Inkassoprozessen. Ein Restrisiko ist jedoch nicht auszuschließen.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gehen wir davon aus, dass sich das Risiko aus Forderungsausfällen grundsätzlich erhöhen kann. Des Weiteren erwarten wir, dass die Risiken aus einer rückläufigen Nachfrage durch einen nachhaltigen Rückgang des globalen Handels, der wirtschaftlichen Aktivitäten sowie zeitweiser Werksschließungen zunehmen können.

Insgesamt schätzen wir das Risiko für die REMONDIS OWL aufgrund der bisherigen Erfahrungen in der Pandemie jedoch als gering ein. Wir gehen davon aus, dass die Gesellschaft mögliche negative Auswirkungen gut kompensieren kann.

Aufgrund der Einbindung in die REMONDIS-Gruppe, insbesondere in das Stoffstrommanagement, und der Möglichkeit zur Annahme von Hausmüllmengen wird das Mengen-/Auslastungsrisiko auch als Chance der Geschäftsentwicklung eingestuft.

Für das Jahr 2021 wird eine Verbesserung der Ergebnissituation angestrebt. Nutzbare Synergien der Zukäufe werden sich positiv auf das Ergebnis der Gesellschaft auswirken. Des Weiteren erwarten wir eine deutliche Umsatzsteigerung, da sich die Effekte aus dem Erwerb des Geschäfts der Kastrup und in Dörentrup erstmals für ein volles Geschäftsjahr auswirken. Auch der neue LVP-Auftrag im Kreis Lippe wird sich positiv im Umsatz und Ergebnis niederschlagen.

Des Weiteren wird sich der gewonnene Auftrag für die Verwertung des kommunalen Altpapiers der Stadt Bielefeld positiv auf die Auslastung der Anlagen und das Ergebnis auswirken.

Im Jahr 2021 ist die Zusammenlegung der beiden Bielefelder Standorte an der Carl-Severing-Straße geplant. Hierdurch werden weitere Synergien im Bereich Personal- und Maschineneinsatz und effizientere Prozesse erreicht.

Neben einer deutlichen Umsatzsteigerung erwarten wir daher für das Geschäftsjahr 2021 ein positives Jahresergebnis und somit eine deutliche Verbesserung gegenüber 2020.

Hinweise auf wesentliche Risiken, die einen bestandsgefährdenden Einfluss auf die Unternehmensfortführung haben, sind derzeit nicht bekannt. Der weitere Verlauf und die daraus resultierenden Auswirkungen der Corona-Pandemie bleiben abzuwarten. Das deutlich negative Ergebnis im Jahr 2020 und die eingetretene bilanzielle Überschuldung zum 31. Dezember 2020 sind vor allem auf die beschriebenen Einmaleffekte zurückzuführen. Aufgrund der Planung von positiven Ergebnissen in den folgenden Geschäftsjahren gehen wir davon aus, dass der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag in den nächsten vier Jahren wieder ausgeglichen wird.

In den ersten Monaten des Jahres 2021 haben sich die Mengen Lockdown-bedingt unter Vorjahresniveau bewegt. Wir erwarten im weiteren Verlauf des Jahres 2021 eine deutliche Verbesserung und gehen von einem positiven Gesamtergebnis auf Planniveau aus.

 

Bielefeld, den 24. Juni 2021

Die Geschäftsführung

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020
31.12.2019
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 48.681,00 0,00
II. Sachanlagen 11.939.670,70 3.371.234,50
III. Finanzanlagen 89.327,74 25.000,00
12.077.679,44 3.396.234,50
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 666.531,38 7.868,28
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.301.353,51 1.491.181,65
davon Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.578.307,33 45.967,44
davon Forderungen gegen Gesellschafter 157.623,96 216.108,93
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 328.848,82 444.375,64
5.296.733,71 1.943.425,57
C. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 20.700,00
D. Aktive Latente Steuern 1.427.010,00 14.173,00
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.929.705,59 0,00
20.731.128,74 5.374.533,07

Passiva

31.12.2020
31.12.2019
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Gewinnvortrag 1.352.992,80 578.928,77
III. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: Jahresüberschuss) -3.308.698,39 774.064,03
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.929.705,59 0,00
0,00 1.378.992,80
B. Rückstellungen 1.005.210,01 191.382,26
C. Verbindlichkeiten 19.725.918,73 3.789.233,01
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.090.424,94 0,00
davon Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.422.897,18 152.790,92
davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 4.466.892,96 3.145.538,31
davon aus Steuern € 46.814,18; Vorjahr € 52.723,04
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 14.925,00
20.731.128,74 5.374.533,07

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020

2020
2019
1 Rohergebnis 6.640.264,21 4.069.288,09
2 Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -2.455.448,30 -1.159.656,84
b) Soziale Abgaben -577.762,65 -256.959,30
-3.033.210,95 -1.416.616,14
3 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.834.269,01 -552.948,25
4 Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.359.014,82 -942.665,61
5 Erträge aus Beteiligungen 501.682,78 0,00
(davon aus verbundenen Unternehmen € 501.682,78; Vorjahr € 0,00)
6 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 901,43 723,03
7 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -24.115,30 -5.773,69
(davon aus verbundenen Unternehmen € 11.319,99; Vorjahr € 2.884,69)
8 Ergebnis vor Steuern -5.107.761,66 1.152.007,43
9 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.799.063,27 -377.943,40
(davon aus latenten Steuern € 1.393.737,00; Vorjahr € 9.843,00)
10 Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag (Vorjahr Jahresüberschuss) -3.308.698,39 774.064,03

Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar - 31. Dezember 2020

REMONDIS OWLGmbH, Bielefeld

Registergericht: Bielefeld

Handelsregister-Nummer: HRB 33857

I. GRUNDLAGEN

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 und 4 HGB.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde unter Beachtung des HGB, der weiteren rechtsformspezifischen Vorschriften, etwaigen gesellschaftsindividuellen Vorgaben sowie der Rethmann-Bilanzierungsrichtlinien aufgestellt.

Mit Vertrag vom 26. August 2019 und wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2019 hat die REMONDIS OWL GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG, Bielefeld, erworben. Am 15. Januar 2020 wurde der Kauf vollzogen. Mit Austritt der Komplementärin zum 31. Mai 2020 ist die Kastrup Recycling GmbH & Co. KG auf die REMONDIS OWL GmbH angewachsen.

Mit Verschmelzungsvertrag vom 3. Juli 2020 und wirtschaftlicher Wirkung zum 01. Januar 2020 wurde die KRAMPUS Beteiligungs GmbH, Bielefeld, auf die REMONDIS OWL GmbH verschmolzen. Die Verschmelzung ist mit Handelsregistereintragung vom 10. August 2020 wirksam geworden.

Bei der Offenlegung werden Erleichterungen in Anspruch genommen.

II. BILANZIERUNGS-, BEWERTUNGS- UND AUSWEIS-METHODEN

Die Gliederungsschemata gemäß §§ 266 und 275 HGB wurden zur verbesserten Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage um folgende Positionen geändert:

In der Bilanz:

gesonderter Ausweis von Kundenstämmen und Vertragswerten innerhalb der immateriellen Vermögensgegenstände

gesonderter Ausweis des Fuhrparks innerhalb der Sachanlagen

gesonderter Ausweis der Forderungen gegen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

In der Gewinn- und Verlustrechnung:

Eingefügte Zwischensummen: Gesamtleistung, Rohergebnis, Ergebnis vor Steuern

Wegfall des Ausweises der sonstigen Steuern.

Die sonstigen Steuern werden zwecks Anpassung an international übliche Darstellungsmethoden nicht als eigenständige Position nach den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, sondern sind in der Position sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2020 bilanziell überschuldet. Die Bilanzierung und Bewertung im Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit vorgenommen, da die Gesellschafterin REMONDIS GmbH & Co. KG, Bochum, eine Rangrücktrittserklärung hinsichtlich Darlehensforderungen in Höhe von 3,0 Mio. € abgegeben hat. Demnach tritt die REMONDIS GmbH & Co. KG mit ihren Darlehensforderungen gegen die REMONDIS OWL GmbH hinter sämtliche Forderungen aller gegenwärtigen und zukünftigen anderen Gläubiger im Rang zurück.

Weiterhin wurden die Mindestlaufzeiten der Darlehen in Höhe von 11.300 T€ von der REMONDIS Kommunalen Dienste West GmbH verlängert, so dass die Verträge frühestens zum 01. Januar 2023 gekündigt werden können. Danach können die Darlehen täglich gekündigt werden. Eine finanzielle Unterstützung der Gesellschafterin ist weiterhin mit Einbindung in den REMONDIS Cashpool gegeben.

Im Rahmen der Anwachsung der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG ist der Gesellschaft ein Reinvermögen von 156 T€ zugegangen. Es wurden vor allem Sachanlagen (935 T€), Vorräte (539 T€), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2.052 T€), Flüssige Mittel (514 T€), Rückstellungen (1.242 T€) sowie Verbindlichkeiten (2.480 T€) übernommen. Des Weiteren sind 28 Mitarbeiter und ein Auszubildender gewechselt.

Im Rahmen der Verschmelzung der KRAMPUS Beteiligungs GmbH ist der Gesellschaft ein Reinvermögen in Höhe von 24 T€ zugegangen, wobei es sich im Wesentlichen um Flüssige Mittel (25 T€) handelt.

In der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind jeweils die entsprechenden Vorjahresbeträge angegeben.

In Folge der Anwachsung und der Übernahme des Geschäftsbetriebes der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG ist ein direkter Vorjahresvergleich von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nur eingeschränkt möglich.

Aktiva:

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben.

Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren und Kundenstämme sowie Vertragsrechte über fünf Jahre bzw. in Abhängigkeit der jeweiligen Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen sind mit den Anschaffungskosten, im Fall abnutzbarer Sachanlagen vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, bewertet. Bei vor dem 1. Januar 2010 angeschafften Sachanlagen werden die planmäßigen Abschreibungen - soweit steuerlich zulässig - degressiv vorgenommen. Sofern die lineare Abschreibung zu höheren Beträgen als die degressive Abschreibung führt, wird ein Wechsel von der degressiven zu der linearen Abschreibung vorgenommen.

Bei Anlagegütern, die nach dem 1. Januar 2010 angeschafft wurden, erfolgt die Abschreibung näherungsweise gemäß dem tatsächlichen Nutzungsverlauf. Dabei kommt grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung.

Lediglich im Bereich der Fahrzeuge wird seit dem 1. Januar 2018 degressiv abgeschrieben, da dies dem tatsächlichen Entwertungsverlauf entspricht. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände dauerhaft ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern sind den Abschreibungen der einzelnen Sachanlagegruppen zugrunde gelegt worden:

- Gebäude 8-33 Jahre
- Maschinen, maschinelle Anlagen 2-20 Jahre
- Fahrzeuge des Entsorgungsbereichs 2-11 Jahre
- Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-20 Jahre

Zugänge zu Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Anschaffungskosten umfassen auch Nebenkosten und nachträgliche Anschaffungskosten. Dem Vermögensgegenstand direkt zurechenbare Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB.

Abgänge von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten und den aufgelaufenen Abschreibungen zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens verbucht.

Zugänge an Geringwertigen Wirtschaftsgütern bis 250 € (bis 2017: 150 €) werden direkt als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Als Ausnahme sind die Behälter bis 250 € (bis 2017: 150 €) zu nennen, die weiterhin aktiviert und im selben Jahr voll abgeschrieben werden.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 € (bis 2017: 150 €) und 800 € (bis 2017: 410 €) werden aktiviert und sofort im Monat des Zugangs voll abgeschrieben. Hierbei wird im Anlagengitter der Totalabgang nach 6 Jahren unterstellt.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen sowie die Wertpapiere zu Anschaffungskosten bewertet.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird durch Wertabschläge Rechnung getragen.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Anschaffungspreisminderungen aktiviert. Als Bewertungsvereinfachungsverfahren wird die Durchschnittsmethode angewandt.

Der Ansatz von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erfolgt grundsätzlich zu Nennwerten; alle erkennbaren Einzelrisiken und das allgemeine Kreditrisiko werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Einzelrisiken wird durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Deckung des allgemeinen Kreditrisikos wird bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusätzlich eine Pauschalwertberichtigung des Forderungsbestandes (ohne Umsatzsteuer) vorgenommen.

Die Bewertung der liquiden Mittel erfolgt zu Nennwerten.

Ausgaben bzw. Einnahmen, die Aufwendungen bzw. Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, sind im aktiven bzw. passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Zusätzlich werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt, sofern sie sich in einem Zeitraum von 5 Jahren voraussichtlich realisieren. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag kombinierten Steuersatzes. Eine sich insgesamt ergebende passive Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer ausgewiesen. Für eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung wird das Aktivierungswahlrecht ausgeübt. Der Ausweis erfolgt dann unter den aktiven latenten Steuern.

Passiva:

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach der Projected-Unit-Credit-Methode unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck und unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 2,12 % p.a. (Vorjahr: 2,71 % p.a.) bewertet. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Weiterhin wird eine dynamische Entwicklung der Renten in Höhe von 1,75 % p.a. (Vorjahr: 2,00 % p.a.) sowie eine durchschnittliche Fluktuation in Höhe von 2,00 % p.a. unterstellt.

Bei der Bildung der Steuer- und sonstigen Rückstellungen wurde den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Sie sind unter Berücksichtigung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen in der Höhe bemessen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist.

Alle Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Anlagevermögen:

Das Anlagengitter gemäß § 284 Abs. 3 HGB ist dem Anhang beigefügt.

Die Gesellschaft Kastrup Recycling GmbH & Co. KG ist zum 31. Mai 2020 auf die REMONDIS OWL GmbH angewachsen.

Zur Herstellung einer besseren Vergleichbarkeit ist das durch diesen Vorgang hinzugekommene Anlagevermögen im Anlagenspiegel gesondert aufgeführt. Hierbei werden die historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen des Rechtsvorgängers fortgeführt.

Eine Übersicht über die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (Anteilsbesitz) nach § 271 Abs. 1 HGB ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände:

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.578.307,33 € (Vorjahr: 45.967,44 €).

Die Forderungen gegen Gesellschafter schließen Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 157.623,96 € (Vorjahr: 216.108,93 €) ein.

Eigenkapital:

Das im Handelsregister eingetragene gezeichnete Kapital beträgt 26.000,00 €.

Im Eigenkapital ist ein Betrag von 1.427.010,00 € aus der Aktivierung latenter Steuern sowie ein Betrag von 27.491,00 € aus der Bewertungsänderung (Wechsel von dem 7-Jahres-Durchschnitt auf den 10-Jahres-Durchschnitt) bei den Zinssätzen der Pensionsrückstellungen zur Ausschüttung gesperrt.

Rückstellungen:

Aus der Bewertungsänderung (Wechsel von dem 7-Jahres-Durchschnitt auf den 10-Jahres-Durchschnitt) bei den Zinssätzen der Pensionsrückstellungen resultiert zum 31. Dezember 2020 ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 27.491,00 €.

Verbindlichkeiten:

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten geht aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel hervor.

Gesamt 31.12.2020 Restlaufzeiten Restlaufzeiten
≤ 1 Jahr
> 1 Jahr
davon > 5 Jahre
≤ 1 Jahr 31.12.2019
> 1 Jahr 31.12.2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.090.424,94 211.173,33 879.251,61 0,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.422.897,18 1.122.897,18 11.300.000,00 0,00 152.790,92 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 4.466.892,96 1.466.892,96 3.000.000,00 0,00 3.145.538,31 0,00
Gesamt 19.725.918,73 4.488.019,78 15.237.898,95 0,00 3.789.233,01 0,00

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Grundschuld gesichert.

Andere Verbindlichkeiten sind in Höhe von 74.647,42 € durch Eigentumsvorbehalte gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 810.118,42 € (Vorjahr: 152.790,92 €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern schließen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von 4.300.108,33 € (Vorjahr: 2.800.233,33 €) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 166.784,63 € (Vorjahr: 345.304,98 €) ein.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern haben in Folge des erklärten Rangrücktritts in Höhe von 3.000.000,00 € eine unbestimmte Laufzeit.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten:

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthielt im Vorjahr bereits erhaltene Zahlungen für zukünftige Ansprüche sowie bereits vereinnahmte Entsorgungserlöse, bei denen die angenommenen Abfallmengen noch nicht verwertet bzw. beseitigt wurden bzw. für Leistungen, die noch nicht vollständig erbracht worden sind.

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Sonstige betriebliche Aufwendungen:

Unter dieser Position sind sonstige Steuern von 65.857,40 € (Vorjahr: 18.150,45 €) erfasst.

Außergewöhnliche Aufwendungen:

In der Position Abschreibungen auf Sachanlagen sind Investitionen in Behälter in Höhe von 2.782.026,48 € enthalten, die als geringwertige Wirtschaftsgüter sofort abgeschrieben wurden.

In der Position sonstige betriebliche Aufwendungen sind folgende außergewöhnliche Aufwendungen enthalten:

- Verlust aus der Anwachsung der Kastrup Recycling GmbH & Co. KG in Höhe von 3.211.468,90 €

- Kompensationszahlung in Höhe von 194.583,90 €, die nach dem Erwerb eines neuen Standortes für Betriebsführungsleistungen des Veräußerers zu leisten waren.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag:

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind latente Körperschaftsteuer in Höhe von 588.352,00 € und latente Gewerbesteuer in Höhe von 805.385,00 € enthalten. Weiterhin sind aktive latente Steuern von 19.100,00 € im Wege der Anwachsung zugegangen.

Periodenfremde Erträge für Steuern entstanden durch den Verlustrücktrag in das Vorjahr in Höhe von 187.814,27 € sowie aus der Auflösung des nicht verbrauchten Teils der Rückstellung in Höhe von 217.512,00 €.

V. VORGÄNGE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM SCHLUSS DES GESCHÄFTSJAHRES

Zwischen Bilanzstichtag und Erstellung des Jahresabschlusses sind keine wertbegründenden Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

VI. ERGÄNZENDE ANGABEN

Arbeitnehmerzahlen:

Im Jahr 2020 waren durchschnittlich beschäftigt:

2020 2019
Angestellte 18 7
gewerbliche Mitarbeiter 57 27
Aushilfen 8 3
Summe Arbeitnehmer nach § 267 Abs. 5 HGB 83 37
Auszubildende 1 0
Gesamtsumme 84 37

Sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Als wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB sind nach Art und Betrag zu nennen:

Restlaufzeiten
Gesamt
≤ 1 Jahr
> 1 Jahr
davon > 5 Jahre
aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 907.642,27 322.971,16 584.671,11 0,00
davon mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen 61.500,00 61.500,00 0,00 0,00
aus sonstigen Verträgen 432.000,00 432.000,00 0,00 0,00
davon mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen 432.000,00 432.000,00 0,00 0,00
1.339.642,27 754.971,16 584.671,11 0,00

VII. BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN

Mitgliedschaft im Konzern:

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird gemäß §§ 290 ff. HGB in den Konzernabschluss der REMONDIS SE & Co. KG mit Sitz in Lünen, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, sowie in den Konzernabschluss der Rethmann SE & Co. KG mit Sitz in Selm, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss der Rethmann SE & Co. KG ist beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen und im elektronischen Bundesanzeiger bekannt machen zu lassen.

VIII. ANGABEN ZU GESELLSCHAFTSORGANEN

Der Geschäftsführung der Berichtsgesellschaft gehörten im Berichtsjahr an:

 

Jens Ußling

Geschäftsführer der REMONDIS OWL GmbH

 

Klaus Erlenbach

Geschäftsführer der REMONDIS Verwaltungsgesellschaft mbH

(bis zum 14. Januar 2020)

 

Jean-Michael Hachmann

Geschäftsführer der REMONDIS OWL GmbH

(seit dem 14. Januar 2020)

Auf die Angabe der Vergütung für die Mitglieder des Geschäftsführungsorgans und des Aufsichtsrates wurde gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da im Geschäftsjahr 2020 nur drei Geschäftsführer beschäftigt waren.

 

Bielefeld, den 24. Juni 2021

REMONDIS OWL GmbH

Jens Ußling

Jean-Michael Hachmann

ANLAGEN ZUM ANHANG

Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens 2020

Anschaffungskosten
01.01.2020
Zugänge
Zugänge aus Anwachsung Umbuchungen
Abgänge
31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0,00 225.001,77 0,00 0,00 225.001,77
2. Kundenverträge / Vertragsrechte 0,00 45.493,88 0,00 0,00 0,00 45.493,88
0,00 45.493,88 225.001,77 0,00 0,00 270.495,65
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.542.081,81 7.168.135,47 2.436.266,65 24.469,15 0,00 11.170.953,08
2. Technische Anlagen und Maschinen
Entsorgungseinrichtungen 775.749,59 34.946,55 1.239.553,52 0,00 0,00 2.050.249,66
3. Fuhrpark 1.766.590,39 1.284.944,16 279.581,48 0,00 -40.560,08 3.290.555,95
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.549.665,12 2.968.719,61 2.744.785,96 0,00 -104.164,47 7.159.006,22
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 19.881,65 14.602,92 176.948,62 -24.469,15 0,00 186.964,04
5.653.968,56 11.471.348,71 6.877.136,23 0,00 -144.724,55 23.857.728,95
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 3.367.468,90 0,00 0,00 -3.392.468,90 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 88.827,74 0,00 0,00 88.827,74
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 500,00 0,00 0,00 0,00 500,00
25.000,00 3.367.968,90 88.827,74 0,00 -3.392.468,90 89.327,74
Gesamt 5.678.968,56 14.884.811,49 7.190.965,74 0,00 -3.537.193,45 24.217.552,34
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2020
Zugänge
Zugänge aus Anwachsung Umbuchungen
Abgänge
31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 10.706,00 208.074,77 0,00 0,00 218.780,77
2. Kundenverträge / Vertragsrechte 0,00 3.033,88 0,00 0,00 0,00 3.033,88
0,00 13.739,88 208.074,77 0,00 0,00 221.814,65
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 53.380,96 289.233,81 2.348.375,65 0,00 0,00 2.690.990,42
2. Technische Anlagen und Maschinen
Entsorgungseinrichtungen 313.330,59 161.871,55 729.538,52 0,00 0,00 1.204.740,66
3. Fuhrpark 989.139,39 309.423,16 268.231,48 0,00 -25.663,08 1.541.130,95
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 926.883,12 3.060.000,61 2.595.534,96 0,00 -101.222,47 6.481.196,22
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2.282.734,06 3.820.529,13 5.941.680,61 0,00 -126.885,55 11.918.058,25
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt 2.282.734,06 3.834.269,01 6.149.755,38 0,00 -126.885,55 12.139.872,90
Restbuchwerte
31.12.2020
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.221,00 0,00
2. Kundenverträge / Vertragsrechte 42.460,00 0,00
48.681,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.479.962,66 1.488.700,85
2. Technische Anlagen und Maschinen
Entsorgungseinrichtungen 845.509,00 462.419,00
3. Fuhrpark 1.749.425,00 777.451,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 677.810,00 622.782,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 186.964,04 19.881,65
11.939.670,70 3.371.234,50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 25.000,00
2. Beteiligungen 88.827,74 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 500,00 0,00
89.327,74 25.000,00
Gesamt 12.077.679,44 3.396.234,50

Anlage 2

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Name/ Sitz Anteil
in %
Eigenkapital
in €
Ergebnis
in €
Jahr
Mittelbare Beteiligungen
- Beteiligungen
TOPREC GmbH Pinneberg 33,30 235.060,18 61.920,21 2019

Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk vom 30. Juni 2021 erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die REMONDIS OWL GmbH, Bielefeld

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der REMONDIS OWL GmbH, Bielefeld, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der REMONDIS OWL GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020.

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, den 30. Juni 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stefan Wienands, Wirtschaftsprüfer

ppa. Holger Schubert, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde am 9. September 2021 festgestellt.

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