Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 124966
Eingetragen
26.10.2012
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Errichtung von Unternehmen sowie der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Gesellschaftsanteilen von Unternehmen im In- und Ausland für eigene Rechnung als Holding für Gesellschaften vornehmlich auf dem Gebiete der nicht genehmigungspflichtigen Finanzdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Eva Dr. Griewel
seit 6.8.2024
Geschäftsführer
Clemens Hosemann
seit 10.3.2024
Prokura
Sebastian Pollmer
seit 1.3.2024
Geschäftsführer
Stephan Dr. Ohlmeyer
seit 4.12.2023
Geschäftsführer
Carsten Tidow
seit 9.2.2022
Geschäftsführer
Marwin Ramcke
seit 16.1.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Otto GmbH & Co. KGaA
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Otto (GmbH & Co KG)

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2022 bis zum 28.02.2023

KONZERN-FINANCIALS zum 28. Februar 2023

Otto (GmbH & Co KG)

KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG
VOM 1. MÄRZ 2022 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2023

Anhang [Ziffer] 2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung [6] 16.190.379 16.059.987
Sonstige betriebliche Erträge [7] 378.932 480.273
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 101.441 69.390
Materialaufwand [8] -8.801.625 -8.584.400
Personalaufwand [9] -2.351.550 -2.264.081
Sonstige betriebliche Aufwendungen [10] -4.884.699 -4.661.529
Beteiligungsergebnis [11] -43.744 104.591
Ergebnis von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen -48.975 102.336
Sonstiges Beteiligungsergebnis 5.231 2.255
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 589.134 1.204.231
Planmäßige Abschreibungen -522.774 -460.496
Außerplanmäßige Abschreibungen [12] -44.183 -66.325
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 22.177 677.410
Zinsen und ähnliche Erträge [13] 38.398 20.165
Zinsen und ähnliche Aufwendungen [13] -124.422 -122.581
Sonstiges Finanzergebnis [13] -160.487 1.287.723
Ergebnis vor Steuern (EBT) -224.334 1.862.717
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag [14] -189.158 -49.124
Jahresfehlbetrag/-überschuss -413.492 1.813.593
Auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallender Anteil am Jahresfehlbetrag/-überschuss -307.125 1.781.500
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Jahresfehlbetrag/-überschuss -119.985 8.706
Auf kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine entfallender Anteil am Jahresfehlbetrag/-überschuss 13.618 23.387

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
VOM 1. MÄRZ 2022 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2023

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Jahresfehlbetrag/-überschuss -413.492 1.813.593
Bestandteile, die in Folgeperioden erfolgswirksam umgegliedert werden
Veränderung des Ausgleichspostens aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen -7.950 60.335
Veränderung der Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges nach Steuern -14.767 33.001
erfolgsneutral erfasst 20.890 32.417
erfolgswirksam umgegliedert -35.657 584
Anteil am sonstigen Ergebnis von at Equity-bewerteten Beteiligungen, nach Steuern 6.156 3.767
Bestandteile, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam umgegliedert werden
Veränderung der Zeitwerte von sonstigen finanziellen Vermögenswerten nach Steuern 19.043 187.843
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen nach Steuern 310.495 239.455
Anteil am sonstigen Ergebnis von Equity-bewerteten Beteiligungen, nach Steuern (leistungsorientierte Versorgungspläne, Zeitwerte von sonstigen Finanzanlagen) -2.660 163.110
Sonstiges Ergebnis 310.317 687.511
Gesamtergebnis -103.175 2.501.104
Auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallender Anteil am Gesamtergebnis -13.178 2.462.033
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis -103.615 15.684
Auf kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine entfallender Anteil am Gesamtergebnis 13.618 23.387

KONZERN-BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2023

Anhang [Ziffer] 28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Immaterielle Vermögenswerte [15] 2.522.352 2.452.447
Sachanlagen [15] 1.435.042 1.118.981
Nutzungsrechte [37] 995.077 790.736
Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen [16] 1.042.264 1.029.057
Sonstige Finanzanlagen [16] 364.561 332.077
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen [18] 135.667 143.479
Forderungen aus Finanzdienstleistungen [18] 1.764.926 1.314.037
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen [19] 67.317 55.105
Sonstige Vermögenswerte [20] 213.445 162.075
Langfristige Vermögenswerte 8.540.651 7.397.994
Latente Steuern [14] 84.155 221.134
Vorräte [17] 2.710.946 2.598.028
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen [18] 858.858 1.077.332
Forderungen aus Finanzdienstleistungen [18] 577.995 433.420
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen [19] 39.690 27.981
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 58.414 41.732
Sonstige Vermögenswerte [20] 688.198 581.835
Wertpapiere 614 792
Flüssige Mittel 490.394 1.310.307
Kurzfristige Vermögenswerte 5.425.109 6.071.427
Bilanzsumme Aktiva 14.049.915 13.690.555
Anhang [Ziffer] 28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallender Anteil am Eigenkapital 3.644.915 3.770.553
Kommanditkapital der Otto (GmbH & Co KG) 820.000 820.000
Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital 2.955.023 3.350.967
Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben -69.698 -43.347
Kumulierte erfolgsneutral erfasste Erträge und Aufwendungen -73.101 -369.521
Kumuliertes sonstiges Eigenkapital 12.691 12.454
Nicht beherrschende Anteile 1.213.143 1.379.179
Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine 309.672 345.469
Eigenkapital [21] 5.167.730 5.495.201
Genussrechte [22] 24.451 22.399
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen [23] 1.062.980 1.460.265
Sonstige Rückstellungen [24] 77.312 143.805
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen [25] 623.462 621.084
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten [25] 711.371 302.362
Sonstige Finanzverbindlichkeiten [26] 24.685 22.241
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen [37] 912.503 753.424
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen [27] 452 455
Sonstige Verbindlichkeiten [28] 311.438 190.371
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 3.748.654 3.516.406
Latente Steuern [14] 192.529 187.351
Genussrechte [22] 1.357 806
Sonstige Rückstellungen [24] 89.721 76.362
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen [25] 153.850 9.293
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten [25] 622.260 98.170
Sonstige Finanzverbindlichkeiten [26] 11.496 16.714
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.210.802 2.357.837
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen [27] 245.043 192.610
Verbindlichkeiten aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 69.606 68.985
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen [37] 244.242 201.596
Sonstige Verbindlichkeiten [28] 1.292.625 1.469.224
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 4.941.002 4.491.597
Bilanzsumme Passiva 14.049.915 13.690.555

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
VOM 1. MÄRZ 2022 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2023

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 22.177 677.410
Ab-/Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte 565.988 526.146
Gewinne (-) /Verluste (+) von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 48.975 -102.336
Ausschüttungen von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 28.834 262.519
Zunahme (+) /Abnahme (-) der Wertberichtigungen auf Ausleihungen, Forderungen und Vorräte 92.649 122.868
Gewinne (-) /Verluste (+) aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -5.195 480
Pensionszahlungen, die den Aufwand für Pensionen übersteigen (-)/unterschreiten (+) -22.890 9.463
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge (-) und Aufwendungen (+) 349 568
Brutto-Cashflow 730.887 1.497.118
Abnahme (+)/Zunahme (-) des Working Capital -990.671 -813.507
Abnahme (+)/Zunahme (-) der Vorräte (brutto) -69.387 -785.067
Abnahme (+)/Zunahme (-) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) 129.591 -26.544
Abnahme (+)/Zunahme (-) der Forderungen aus Finanzdienstleistungen (brutto) -565.956 -37.493
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen -37.550 -57.025
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -189.570 -26.886
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegen nahestehende Personen und Unternehmen -42.513 -20.794
Veränderungen der übrigen Aktiva/Passiva -215.286 140.302
Aus laufendem Geschäft erwirtschaftete Zahlungsmittel -259.784 683.611
Gezahlte Ertragsteuern -119.927 -192.528
Erhaltene Zinsen 7.222 10.096
Zahlungswirksame Erträge/Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren 531 5.923
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -371.958 507.102
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -371.958 507.102
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen -591.934 -307.937
Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen bzw. Zugang von Zahlungsmitteln im Rahmen der Vollkonsolidierung von ehemals assoziierten Unternehmen -103.193 113.733
Auszahlungen für Investitionen in das übrige Finanzanlagevermögen -209.389 -101.478
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen 29.551 17.878
Einzahlungen aus Abgängen von konsolidierten Unternehmen 3.757 515.273
Einzahlungen aus Abgängen des übrigen Finanzanlagevermögens 23.817 122.190
Cashflow aus Investitionstätigkeit -847.391 359.659
Free Cashflow -1.219.349 866.761
Ausschüttungen -188.360 -163.759
davon Ausschüttungen an die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) -100.020 -100.020
Gezahlte Zinsen und Bankspesen -242.803 -254.089
Aus-/Einzahlungen aus Eigenkapitalherabsetzungen/-zuführungen -34.377 560.813
Auszahlungen für sukzessive Erwerbe von Anteilen an vollkonsolidierten Unternehmen -40.000 -856
Ein-/Auszahlungen (netto) aus der Gewährung/ dem Rückkauf von Genussrechten 2.131 -195
Auszahlungen für die Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -207.857 -185.428
Einzahlungen aus der Aufnahme von übrigen Finanzverbindlichkeiten 1.204.264 43.055
Auszahlungen aus der Tilgung von übrigen Finanzverbindlichkeiten -96.159 -806.366
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 396.839 -806.825
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 1.311.087 1.248.218
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -822.510 59.936
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 2.418 2.607
Umgliederung im Zusammenhang mit Veräußerungsgruppen 0 326
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (siehe Ziffer 31 im Konzernanhang) 490.995 1.311.087

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

Kommandit-
kapital der Otto (GmbH & Co KG)
in TEUR
Erwirtschaftetes
Konzern-
Eigenkapital
in TEUR
Ausgleichsposten
aus sukzessiven
Erwerben
in TEUR
Ausgleichsposten aus
der Umrechnung von
Fremdwährungs-
abschlüssen
in TEUR
Stand 1. März 2022 820.000 3.350.967 -43.347 -103.724
Konzern-Gesamtergebnis 0 -307.125 0 -8.263
Jahresfehlbetrag/-überschuss 0 -307.125 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -8.263
Kapitalerhöhung 0 0 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 2.599 363 0
Sukzessive Erwerbe 0 0 -26.714 0
Ausschüttungen 0 -100.020 0 0
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0 8.602 0 0
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2023 820.000 2.955.023 -69.698 -111.987
Zeitwerte von
Derivaten in
cash flow hedges
in TEUR
Neubewertung der
Nettoschuld aus
leistungsorientierten
Versorgungsplänen
in TEUR
Stand 1. März 2022 9.831 -675.106
Konzern-Gesamtergebnis -17.090 299.544
Jahresfehlbetrag/-überschuss 0 0
Sonstiges Ergebnis -17.090 299.544
Kapitalerhöhung 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 2.473
Sukzessive Erwerbe 0 0
Ausschüttungen 0 0
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0 0
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2023 -7.259 -373.089
Zeitwerte von sonstigen finanziellen Vermögenswerten
in TEUR
Anteil am sonstigen Ergebnis von at Equity-bewerteten Beteiligungen
in TEUR
Kumuliertes sonstiges Eigenkapital
in TEUR
Auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallender Anteil am Eigenkapital
in TEUR
Stand 1. März 2022 170.147 229.331 12.454 3.770.553
Konzern-Gesamtergebnis 19.111 645 0 -13.178
Jahresfehlbetrag/-überschuss 0 0 0 -307.125
Sonstiges Ergebnis 19.111 645 0 293.947
Kapitalerhöhung 0 0 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0 237 5.672
Sukzessive Erwerbe 0 0 0 -26.714
Ausschüttungen 0 0 0 -100.020
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0 0 0 8.602
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2023 189.258 229.976 12.691 3.644.915
Nicht beherrschende Anteile
in TEUR
Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine
in TEUR
Summe
in TEUR
Stand 1. März 2022 1.379.179 345.469 5.495.201
Konzern-Gesamtergebnis -103.615 13.618 -103.175
Jahresfehlbetrag/-überschuss -119.985 13.618 -413.492
Sonstiges Ergebnis 16.370 0 310.317
Kapitalerhöhung 623 -35.000 -34.377
Veränderung des Konsolidierungskreises 11.286 0 16.958
Sukzessive Erwerbe -13.286 0 -40.000
Ausschüttungen -73.925 -14.415 -188.360
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 12.881 0 21.483
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2023 1.213.143 309.672 5.167.730
Kommanditkapital der Otto (GmbH & Co KG)
in TEUR
Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital
in TEUR
Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben
in TEUR
Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen
in TEUR
Stand 1. März 2021 820.000 1.590.063 -218.255 -163.998
Konzern-Gesamtergebnis 0 1.781.500 0 60.274
Jahresüberschuss 0 1.781.500 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 60.274
Kapitalerhöhung 0 0 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 -5.619 7.709 0
Sukzessive Erwerbe / Teilabgänge 0 0 167.199 0
Ausschüttungen 0 -100.020 0 0
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0 85.043 0 0
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2022 820.000 3.350.967 -43.347 -103.724
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges
in TEUR
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
in TEUR
Stand 1. März 2021 -21.375 -911.182
Konzern-Gesamtergebnis 31.206 234.554
Jahresüberschuss 0 0
Sonstiges Ergebnis 31.206 234.554
Kapitalerhöhung 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 1.522
Sukzessive Erwerbe / Teilabgänge 0 0
Ausschüttungen 0 0
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0 0
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2022 9.831 -675.106
Zeitwerte von sonstigen finanziellen Vermögenswerten
in TEUR
Anteil am sonstigen Ergebnis von at Equity-bewerteten Beteiligungen
in TEUR
Kumuliertes sonstiges Eigenkapital
in TEUR
Auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallender Anteil am Eigenkapital
in TEUR
Stand 1. März 2021 111.809 62.675 12.454 1.282.191
Konzern-Gesamtergebnis 187.843 166.656 0 2.462.033
Jahresüberschuss 0 0 0 1.781.500
Sonstiges Ergebnis 187.843 166.656 0 680.533
Kapitalerhöhung 0 0 0 0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0 0 3.612
Sukzessive Erwerbe / Teilabgänge 0 0 0 167.199
Ausschüttungen 0 0 0 -100.020
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen -129.505 0 0 -44.462
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2022 170.147 229.331 12.454 3.770.553
Nicht beherrschende Anteile
in TEUR
Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine
in TEUR
Summe
in TEUR
Stand 1. März 2021 506.169 434.432 2.222.792
Konzern-Gesamtergebnis 15.684 23.387 2.501.104
Jahresüberschuss 8.706 23.387 1.813.593
Sonstiges Ergebnis 6.978 0 687.511
Kapitalerhöhung 647.698 -86.885 560.813
Veränderung des Konsolidierungskreises 441.413 0 445.025
Sukzessive Erwerbe / Teilabgänge -189.498 0 -22.299
Ausschüttungen -38.274 -25.465 -163.759
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen -4.013 0 -48.475
Konzern-Eigenkapital zum 28. Februar 2022 1.379.179 345.469 5.495.201

ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2022/23

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.03.2022
in TEUR
Zugänge Konsolidierungskreis
in TEUR
Zugänge
in TEUR
Abgänge
in TEUR
Umbuchungen
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 472.729 78 35.415 -6.767 50.522
Erworbene immaterielle Vermögenswerte 1.584.875 44.324 14.913 -46.504 13.384
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.397.929 112.575 0 -33 4.069
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 74.405 0 86.789 -9.861 -68.282
Immaterielle Vermögenswerte 3.529.938 156.977 137.117 -63.165 -307
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.511.605 1.739 13.803 -94.196 13.724
Technische Anlagen und Maschinen 443.511 48 33.235 -6.559 21.286
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 637.694 2.468 48.340 -53.704 18.147
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 144.951 0 361.378 -2.390 -52.850
Sachanlagen 2.737.761 4.255 456.756 -156.849 307
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.243.535 1.998 386.056 -68.506 0
Technische Anlagen und Maschinen 38.892 0 5.175 -1.201 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.854 0 8.071 -5.621 0
Nutzungsrechte 1.314.281 1.998 399.302 -75.328 0
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Währungsumrechnung
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 4.128 556.105
Erworbene immaterielle Vermögenswerte 9.168 1.620.160
Geschäfts- oder Firmenwerte 19.017 1.533.557
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.579 84.630
Immaterielle Vermögenswerte 33.892 3.794.452
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 34.513 1.481.188
Technische Anlagen und Maschinen 3.670 495.191
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.972 664.917
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 200 451.289
Sachanlagen 50.355 3.092.585
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 29.437 1.592.520
Technische Anlagen und Maschinen 373 43.239
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -13 34.291
Nutzungsrechte 29.797 1.670.050
Kumulierte Abschreibungen
01.03.2022
in TEUR
Zugänge Konsolidierungskreis
in TEUR
Abgänge
in TEUR
Planmäßige Abschreibungen
in TEUR
Außerplanmäßige Abschreibungen
in TEUR
Umbuchungen
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte -364.248 -78 9.034 -57.277 -23.781 0
Erworbene immaterielle Vermögenswerte -578.004 -248 42.001 -146.505 -1.805 0
Geschäfts- oder Firmenwerte -134.966 0 0 0 0 0
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte -273 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte -1.077.491 -326 51.035 -203.782 -25.586 0
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten -876.826 -1.615 83.693 -48.406 -157 -31
Technische Anlagen und Maschinen -288.314 -47 6.067 -19.354 -16.373 -108
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -453.521 -2.268 51.658 -50.068 -1.312 139
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -119 0 0 0 0 0
Sachanlagen -1.618.780 -3.930 141.418 -117.828 -17.842 0
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten -492.460 0 54.659 -187.827 -755 0
Technische Anlagen und Maschinen -16.879 0 1.179 -5.358 0 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -14.206 0 5.300 -7.978 0 0
Nutzungsrechte -523.545 0 61.138 -201.163 -755 0
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Zuschreibungen
in TEUR
Währungsumrechnung
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 445 -3.447 -439.352 116.753 108.481
Erworbene immaterielle Vermögenswerte 1 -8.931 -693.491 926.669 1.006.871
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 -4.018 -138.984 1.394.573 1.262.963
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 -273 84.357 74.132
Immaterielle Vermögenswerte 446 -16.396 -1.272.100 2.522.352 2.452.447
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 0 -29.587 -872.929 608.259 634.779
Technische Anlagen und Maschinen 0 -2.956 -321.085 174.106 155.197
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 522 -8.560 -463.410 201.507 184.173
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 -119 451.170 144.832
Sachanlagen 522 -41.103 -1.657.543 1.435.042 1.118.981
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 0 -10.582 -636.965 955.555 751.075
Technische Anlagen und Maschinen 0 -74 -21.132 22.107 22.013
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 8 -16.876 17.415 17.648
Nutzungsrechte 0 -10.648 -674.973 995.077 790.736

ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2021/22

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.03.2021
in TEUR
Zugänge Konsolidierungskreis
in TEUR
Zugänge
in TEUR
Abgänge
in TEUR
Umbuchungen
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 380.574 46.563 28.356 -12.272 24.241
Erworbene immaterielle Vermögenswerte 658.214 982.345 27.828 -95.412 5.151
Geschäfts- oder Firmenwerte 423.961 989.938 0 -32.485 0
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 39.277 10.339 52.048 -553 -28.140
Immaterielle Vermögenswerte 1.502.026 2.029.185 108.232 -140.722 1.252
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.499.496 233 11.225 -51.879 12.022
Technische Anlagen und Maschinen 455.526 31 12.428 -38.194 12.145
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 604.407 6.027 49.524 -66.184 30.039
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 80.650 125 119.646 -242 -55.458
Sachanlagen 2.640.079 6.416 192.823 -156.499 -1.252
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.028.242 24.623 207.978 -58.756 0
Technische Anlagen und Maschinen 35.545 0 6.159 -3.241 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 29.586 0 10.697 -8.356 0
Nutzungsrechte 1.093.373 24.623 224.834 -70.353 0
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Währungsumrechnung
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 5.267 472.729
Erworbene immaterielle Vermögenswerte 6.749 1.584.875
Geschäfts- oder Firmenwerte 16.515 1.397.929
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.434 74.405
Immaterielle Vermögenswerte 29.965 3.529.938
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 40.508 1.511.605
Technische Anlagen und Maschinen 1.575 443.511
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.881 637.694
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 230 144.951
Sachanlagen 56.194 2.737.761
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 41.448 1.243.535
Technische Anlagen und Maschinen 429 38.892
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -73 31.854
Nutzungsrechte 41.804 1.314.281
Kumulierte Abschreibungen
01.03.2021
in TEUR
Zugänge Konsolidierungskreis
in TEUR
Abgänge
in TEUR
Planmäßige Abschreibungen
in TEUR
Außerplanmäßige Abschreibungen
in TEUR
Umbuchungen
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte -291.146 -25.412 10.581 -48.537 -4.808 -163
Erworbene immaterielle Vermögenswerte -528.409 -3.371 90.561 -125.581 -6.355 163
Geschäfts- oder Firmenwerte -154.655 0 20.167 0 0 0
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte -273 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögenswerte -974.483 -28.783 121.309 -174.118 -11.163 0
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten -803.476 -193 43.695 -51.138 -33.970 -12
Technische Anlagen und Maschinen -301.591 -5 34.839 -20.036 -12 -364
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -450.753 -2.530 61.256 -49.471 -2.456 376
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -119 0 0 0 0 0
Sachanlagen -1.555.939 -2.728 139.790 -120.645 -36.438 0
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten -342.449 -8.053 41.686 -153.238 -16.691 0
Technische Anlagen und Maschinen -10.957 0 1.273 -5.025 -2.033 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -14.981 0 8.209 -7.470 0 0
Nutzungsrechte -368.387 -8.053 51.168 -165.733 -18.724 0
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Zuschreibungen
in TEUR
Währungsumrechnung
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
28.02.2021
in TEUR
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 0 -4.763 -364.248 108.481 89.428
Erworbene immaterielle Vermögenswerte 660 -5.672 -578.004 1.006.871 129.805
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 -478 -134.966 1.262.963 269.306
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 -273 74.132 39.004
Immaterielle Vermögenswerte 660 -10.913 -1.077.491 2.452.447 527.543
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 0 -31.732 -876.826 634.779 696.020
Technische Anlagen und Maschinen 0 -1.145 -288.314 155.197 153.935
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 -9.943 -453.521 184.173 153.654
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 -119 144.832 80.531
Sachanlagen 0 -42.820 -1.618.780 1.118.981 1.084.140
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 0 -13.715 -492.460 751.075 685.793
Technische Anlagen und Maschinen 0 -137 -16.879 22.013 24.588
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 36 -14.206 17.648 14.605
Nutzungsrechte 0 -13.816 -523.545 790.736 724.986

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Plattformen Markenkonzepte Händler
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 6.527.826 6.545.561 5.949.757 5.525.195 2.274.543 2.506.669
Innenumsatzerlöse (intersegmentär) 501.293 550.005 91.036 89.756 34.282 29.003
Materialaufwand -4.714.560 -4.800.394 -2.924.604 -2.457.417 -1.341.029 -1.454.083
Rohertrag 2.314.559 2.295.172 3.116.189 3.157.534 967.796 1.081.589
Betriebliche Erträge und Aufwendungen -2.189.594 -1.859.870 -2.059.901 -1.990.948 -724.621 -726.431
Personalaufwand -451.130 -420.114 -729.067 -661.892 -252.479 -265.376
Ergebnis von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 356 -10.395 0 -989 0 0
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) -231.755 71.002 342.197 512.502 -7.761 91.804
Planmäßige Abschreibungen -179.280 -129.865 -196.525 -174.694 -19.062 -30.627
Außerplanmäßige Abschreibungen -2.854 0 -291 0 -8.570 -54.409
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -413.889 -58.863 145.381 337.808 -35.393 6.768
Segmentvermögen 4.040.067 3.871.203 2.630.695 2.716.475 1.828.853 1.890.042
davon Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 0 366 0 0 0 0
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen * 75.857 2.106.030 81.296 80.760 25.976 19.833
Brutto-Cashflow -184.727 117.967 338.651 571.693 24.506 124.537
Mitarbeiter*innen (durchschnittliche Anzahl) ** 5.982 5.644 12.023 12.838 4.867 5.285

* Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 Zugänge in Höhe von 158.447 TEUR aus dem Erwerb der Medgate-Gruppe, die unter Sonstige/Holding/Konsolidierung ausgewiesen werden. Im Geschäftsjahr 2021/22 beinhalteten die Investitionen liquiditätsneutrale Zugänge aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen im Segment Plattformen in Höhe von 2.035.601 TEUR.

** Für das Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte eine Anpassung der im Segment Markenkonzepte ausgewiesenen Mitarbeiter*innen aufgrund einer veränderten Berücksichtigung von saisonbedingten Kurzzeitmitarbeiter*innen in der Crate and Barrel-Gruppe.

Services Finanzdienstleistungen Summe Segmente
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 389.733 626.055 983.394 813.043 16.125.253 16.016.523
Innenumsatzerlöse (intersegmentär) 961.556 951.694 19.517 17.678 1.607.684 1.638.136
Materialaufwand -552.823 -611.615 -122 0 -9.533.138 -9.323.509
Rohertrag 798.466 966.134 1.002.789 830.721 8.199.799 8.331.150
Betriebliche Erträge und Aufwendungen -218.303 -321.807 -273.598 -259.385 -5.466.017 -5.158.441
Personalaufwand -448.410 -459.381 -278.933 -280.991 -2.160.019 -2.087.754
Ergebnis von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen -86.505 13.987 39.262 32.043 -46.887 34.646
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 47.036 199.374 500.131 333.560 649.848 1.208.242
Planmäßige Abschreibungen -41.287 -39.489 -32.837 -34.428 -468.991 -409.103
Außerplanmäßige Abschreibungen -16.748 -275 -15.720 -2.704 -44.183 -57.388
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -10.999 159.610 451.574 296.428 136.674 741.751
Segmentvermögen 1.211.731 780.283 3.799.173 2.701.564 13.510.519 11.959.567
davon Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 117.386 82.123 590.866 424.035 708.252 506.524
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen * 331.718 65.383 19.725 22.423 534.572 2.294.429
Brutto-Cashflow 122.312 401.637 480.581 310.399 781.323 1.526.233
Mitarbeiter*innen (durchschnittliche Anzahl) ** 10.520 11.138 5.870 6.334 39.262 41.239

* Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 Zugänge in Höhe von 158.447 TEUR aus dem Erwerb der Medgate-Gruppe, die unter Sonstige/Holding/Konsolidierung ausgewiesen werden. Im Geschäftsjahr 2021/22 beinhalteten die Investitionen liquiditätsneutrale Zugänge aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen im Segment Plattformen in Höhe von 2.035.601 TEUR.

** Für das Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte eine Anpassung der im Segment Markenkonzepte ausgewiesenen Mitarbeiter*innen aufgrund einer veränderten Berücksichtigung von saisonbedingten Kurzzeitmitarbeiter*innen in der Crate and Barrel-Gruppe.

Sonstige/Holding/Konsolidierung Konzern
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 65.126 43.464 16.190.379 16.059.987
Innenumsatzerlöse (intersegmentär) -1.607.684 -1.638.136 0 0
Materialaufwand 731.513 739.109 -8.801.625 -8.584.400
Rohertrag -811.045 -855.563 7.388.754 7.475.587
Betriebliche Erträge und Aufwendungen 960.250 977.185 -4.505.767 -4.181.256
Personalaufwand -191.531 -176.327 -2.351.550 -2.264.081
Ergebnis von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen -2.088 67.690 -48.975 102.336
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) -60.714 -4.011 589.134 1.204.231
Planmäßige Abschreibungen -53.783 -51.393 -522.774 -460.496
Außerplanmäßige Abschreibungen 0 -8.937 -44.183 -66.325
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -114.497 -64.341 22.177 677.410
Segmentvermögen -504.364 -195.642 13.006.155 11.763.925
davon Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 334.012 522.533 1.042.264 1.029.057
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen * 220.533 42.227 755.105 2.336.656
Brutto-Cashflow -50.436 -29.115 730.887 1.497.118
Mitarbeiter*innen (durchschnittliche Anzahl) ** 1.924 1.466 41.186 42.705

* Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 Zugänge in Höhe von 158.447 TEUR aus dem Erwerb der Medgate-Gruppe, die unter Sonstige/Holding/Konsolidierung ausgewiesen werden. Im Geschäftsjahr 2021/22 beinhalteten die Investitionen liquiditätsneutrale Zugänge aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen im Segment Plattformen in Höhe von 2.035.601 TEUR.

** Für das Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte eine Anpassung der im Segment Markenkonzepte ausgewiesenen Mitarbeiter*innen aufgrund einer veränderten Berücksichtigung von saisonbedingten Kurzzeitmitarbeiter*innen in der Crate and Barrel-Gruppe.

KONZERNLAGEBERICHT zum 28. Februar 2023

Otto (GmbH & Co KG)

VORWORT ZUM GESCHÄFTSJAHR 2022/23

Der Konzernabschluss der Otto Group für das Geschäftsjahr 2022/23 und die Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sind stark durch das derzeitige Marktumfeld geprägt. Insbesondere die durch den Krieg in der Ukraine weiter verschärfte Inflation und die Verunsicherung in der Bevölkerung belasten das Konsumklima und damit die gesamte Handelsbranche. Diese schwierigen Rahmenbedingungen betreffen alle Marktteilnehmer.

Dabei ist zu beachten, dass das Geschäftsjahr der Otto Group jeweils am 1. März beginnt, also im vergangenen Jahr kurz nach dem Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine. Dementsprechend ist das gesamte Geschäftsjahr 2022/23 des Konzerns von den gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Folgen des Krieges in der Ukraine gekennzeichnet. Die noch stark positiven Umsatzwachstumsraten der Monate Januar und Februar 2022 finden im Konzernabschluss 2022/23 entsprechend keine Berücksichtigung.

Das Marktumfeld ist vor allem in Deutschland derzeit sehr herausfordernd. Eine besonders ausgeprägte Kaufzurückhaltung der Konsument*innen aufgrund der Inflation und der unsicheren geopolitischen Lage kennzeichnet die gesamtwirtschaftliche Situation. Einige internationale Märkte entwickeln sich hingegen besser. Die Diversifizierung in den verschiedenen Märkten und Geschäftsmodellen zeigt sich damit einmal mehr als große Stärke der Otto Group.

Ein weiterer Schritt in Richtung Diversifizierung wurde im Geschäftsjahr 2022/23 mit dem neuen Geschäftsfeld Digital Health gegangen. Der Einstieg der Otto Group in den digitalen Gesundheitsmarkt erfolgte zum 1. März 2022. Dieses neue Geschäftsfeld steht noch am Anfang und stellt kein eigenes berichtspflichtiges Segment im Sinne der Segmentberichterstattung im Konzernabschluss dar. Die entsprechenden Konzerngesellschaften sind in der Segmentberichterstattung in der Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung enthalten.

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Die Otto Group ist eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit durchschnittlich 41.186 Mitarbeiter*innen * und einem Umsatz von 16,2 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2022/23. Mit 30 wesentlichen Unternehmensgruppen ist sie vornehmlich in den drei Wirtschaftsräumen Deutschland, übriges Europa und USA präsent. Die Otto Group gehört mit einem Onlineumsatz von rund 12,0 Mrd. EUR zu den weltweit größten Onlinehändlern.

( * Eine weitergehende Darstellung erfolgt im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung".)

Die Handelsaktivitäten der Otto Group - vornehmlich über die Vertriebskanäle E-Commerce und stationärer Einzelhandel, aber auch Katalog - bilden den Geschäftskern der Unternehmensgruppe. Zum Sortiment gehören dabei Mode, Schuhe und Lifestyle-Artikel, Möbel und Einrichtungsaccessoires, Spielwaren, Technik-, Sport- und Freizeitartikel sowie Do-it-yourself-Sortimente rund um Renovierung und Gartenbau.

Die Otto Group gliedert ihre Aktivitäten in die folgenden Segmente:

Das Segment Plattformen umfasst im Wesentlichen die beiden E-Commerce-Plattformen OTTO und About You, bei denen der strategische Schwerpunkt neben dem eigenen Handelsgeschäft auch auf dem Betreiben einer Marktplatzlösung liegt, auf der teilnehmende Partner Waren und Dienstleistungen an Endkund*innen verkaufen. Zudem werden neben dem Handelsgeschäft und den dazugehörigen B2C-Services auch an das Handelsgeschäft angrenzende B2B-Services angeboten.

Das Segment Markenkonzepte umfasst international vertretene vertikale Konzepte und Produktmarken, darunter insbesondere die bonprix-, die Crate and Barrel- und die Witt-Gruppe, die sowohl Produkte eigener Marken als auch Lizenzmarken an Endkund*innen verkaufen. Dabei werden hauptsächlich eigene Vertriebskanäle, neben dem E-Commerce auch der stationäre Einzelhandel und Kataloge, genutzt.

Das Segment Händler umfasst Multichannel-Handelskonzepte, die vornehmlich Produkte von Eigen- und Fremdmarken ein- und verkaufen. Der E-Commerce bildet auch hier einen Schwerpunkt in den Vertriebskanälen. Zu diesem Segment gehören unter anderem die myToys-Gruppe inklusive der Shoppingangebote von limango, die Handelsaktivitäten der Baur-Gruppe inklusive der UNITO Versand & Dienstleistungen GmbH in Österreich sowie die Manufactum-Gruppe.

Das Segment Services umfasst die Logistik- und Einkaufsgesellschaften der Otto Group. Diese erbringen ihre Leistungen sowohl gegenüber Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe als auch für Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Die Hermes Gruppe prägt dieses Segment und bietet dabei zahlreiche Dienstleistungen entlang der logistischen Wertschöpfungskette an - vom Transport über Lagerung bis hin zur Zustellung an Privatkund*innen und Geschäftskunden.

Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst das Angebot an Finanzservices der Otto Group. Die international aufgestellte EOS Gruppe als einer der führenden Experten der technologiebasierten Bearbeitung notleidender Forderungen bestimmt die Hauptaktivität des Segments. Sie bietet mit ihren zahlreichen Konzerngesellschaften vielfältige Services rund um das Forderungsmanagement.

Das Portfolio der Otto Group setzt sich aus unterschiedlichen Konzerngesellschaften in den verschiedenen Segmenten zusammen. Die folgenden Fokusgesellschaften bilden dabei den Schwerpunkt der fokussierten Wachstumsstrategie der Unternehmensgruppe:

Segment Plattformen

Die Konzerngesellschaft OTTO * ist eines der erfolgreichsten E-Commerce-Unternehmen Europas und in Deutschland unter anderem ein großer Onlinehändler für die Sortimente Möbel und Wohnaccessoires. Bei OTTO stehen der Ausbau und die Weiterentwicklung des hybriden E-Commerce-Plattformgeschäftsmodells im Fokus. In diesem Konzept werden Umsätze aus drei Geschäftsfeldern erzielt: als klassischer Händler, als Marktplatz- und als Serviceanbieter. Der Onlineanteil am Umsatz liegt bei OTTO im Geschäftsjahr 2022/23 bei rund 95 % (2021/22: rund 97 %).

( * Otto (GmbH & Co KG) mit ihrer operativen Geschäftstätigkeit)

About You digitalisiert den klassischen Einkaufsbummel und schafft ein personalisiertes Einkaufserlebnis auf dem Smartphone. Kund*innen finden auf aboutyou.com sowie in der mehrfach ausgezeichneten About You App neben vielseitiger Inspiration ein umfangreiches Sortiment mit vielen Marken. Der Online-Fashion-Store ist in allen wesentlichen Märkten in Kontinentaleuropa vertreten und versendet in weitere europäische und nichteuropäische Länder. Des Weiteren bietet About You mit SCAYLE eine eigene E-Commerce-Infrastruktur als Lizenzprodukt an. Der Onlineanteil am Umsatz beträgt bei About You im Geschäftsjahr 2022/23 rund 94 % (2021/22: rund 92 %) **.

( ** In den About You Onlineshops in den Regionen DACH und Rest of Europe)

Segment Markenkonzepte

Die bonprix-Gruppe ist in über 25 Ländern weltweit vertreten. Die Unternehmensgruppe vertreibt über ihre Eigenmarken Mode zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und in einer großen Stil- und Größenvielfalt. Home-&-Living-Produkte ergänzen das breite Sortiment, das sich primär an die weibliche Zielgruppe richtet. Die Marke bonprix wird zu einer starken internationalen Modemarke weiterentwickelt. Der Onlineanteil am Umsatz liegt bei der bonprix-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23 bei rund 91 % (2021/22: rund 90 %).

Die Crate and Barrel-Gruppe ist Anbieter von Möbeln, Haushaltswaren und Wohnaccessoires für gehobene Ansprüche auf dem nordamerikanischen Markt. Neben der Marke Crate and Barrel betreibt die Gruppe außerdem die Marken CB2, Crate&kids und Hudson Grace. Mit Onlinehandel und Katalogen sowie über hundert Filialen hat sich die Crate and Barrel-Gruppe als Multichannel-Händler in den USA und in Kanada fest etabliert. Der Onlineanteil am Umsatz beträgt im Geschäftsjahr 2022/23 rund 60 % (2021/22: rund 63 %).

Die Witt-Gruppe zählt zu den führenden textilen Multichannel-Unternehmen für die Zielgruppe 50plus. Ihr Motto: "Für die beste Zeit des Lebens". Mit zehn Marken - darunter WITT WEIDEN, heine und Sieh an! - spricht sie Kund*innen mit unterschiedlichen Bedürfnissen in Bezug auf Kleidungsstil, Preis, Passform und Größenauswahl an. Die Witt-Gruppe erreicht ihre Kund*innen über Onlineshops, Kataloge und rund 120 Filialen in Deutschland. Der Onlineanteil am Umsatz liegt im Geschäftsjahr 2022/23 bei rund 38 % (2021/22: rund 37 %).

Segment Händler

Unter der Marke myToys betreibt die myToys-Gruppe einen Onlineshop für Spielzeug und Produkte rund ums Kind in Deutschland sowie 19 gleichnamige Filialen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 wurde angekündigt, dieses bisherige Multichannel-Konzept bis Februar 2024 aufzugeben und die Marke myToys künftig ausschließlich auf der Plattform otto.de anzubieten. Zu der auf die Zielgruppe Familien spezialisierten Unternehmensgruppe gehören neben myToys die Shopping-Angebote von limango und mirapodo. Auf die erfolgreiche Konzerngesellschaft Limango GmbH mit ihrem Geschäftsmodell einer Private-Shopping-Community für Familien hat die Entscheidung keine Auswirkungen. Die Marke mirapodo wird dagegen voraussichtlich nach dem Geschäftsjahr 2023/24 nicht weiter genutzt. Der Onlineanteil am Umsatz liegt bei der myToys-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23 bei rund 96 % (2021/22: rund 96 %).

Segment Services

Hermes ist ein international tätiger Logistikdienstleister mit Sitz in Hamburg. Die Unternehmen der Hermes Gruppe erbringen relevante handelsnahe Logistikdienstleistungen und sind Partner zahlreicher Multichannel-Händler und Online-Retailer im In- und Ausland sowie im Cross-Border-Bereich. Dabei entfällt der größte Teil des Geschäfts auf die Zusammenarbeit mit externen Kunden, daneben spielen aber auch Dienstleistungen gegenüber Konzerngesellschaften der Otto Group eine bedeutende Rolle. Die Hermes Fulfilment-Gruppe übernimmt beispielsweise das Warehousing für viele Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Im Geschäftsjahr 2020/21 übernahm Advent International 25 % der Anteile an der Hermes Germany GmbH sowie 75 % der Anteile an der Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien. Die entsprechenden Gesellschaften und ihre Tochterunternehmen werden seitdem nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Seit dem 11. März 2022 tritt die Minderheitsbeteiligung der Otto Group, die Hermes Parcelnet Limited in Großbritannien, unter dem Markennamen Evri auf.

Segment Finanzdienstleistungen

Die EOS Gruppe ist einer der international führenden Experten der technologiebasierten Bearbeitung notleidender Forderungen. Mit über 45 Jahren Erfahrung und Standorten in 25 Ländern bietet EOS Banken sowie Unternehmen aus den Bereichen Immobilien, Telekommunikation, Energieversorgung und E-Commerce smarte Services rund ums Forderungsmanagement, unter anderem den Ankauf von unbesicherten und besicherten Forderungsportfolios. Mithilfe eines internationalen Netzwerks von Partnerunternehmen hat die EOS Gruppe Zugriff auf Ressourcen in mehr als 180 Ländern.

Konzernstrategie

Shareholder-Vision, Geschäftsauftrag und Leitbild

Die Otto Group richtet ihr Handeln entlang der mit dem Vorstand gemeinsam entwickelten Shareholder-Vision "Responsible commerce that inspires" aus. Diese betont die Wichtigkeit von nachhaltigem Handel und Handeln und artikuliert den klaren Anspruch, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu vereinen.

Zusammen mit dem Geschäftsauftrag der Gesellschafter konkretisiert diese Shareholder-Vision, innerhalb welcher Rahmenbedingungen und Leitplanken nachhaltig profitable Geschäftsmodelle der Otto Group entwickelt und betrieben werden sollen. Darüber hinaus bildet das im Jahr 2017 partizipativ entwickelte Leitbild "Gemeinsam setzen wir Maßstäbe" das programmatische Fundament der Otto Group.

"Responsible commerce that inspires" ist somit die Richtungsvorgabe der Gesellschafter, die zusammen mit dem Leitbild den Rahmen für die strategische Entwicklung der Otto Group setzt. Dieser Rahmen wird als "Otto Group Path" weiter konkretisiert. Der Otto Group Path beschreibt den Entwicklungspfad der Unternehmensgruppe seit dem Jahr 2017. Er steckt die strategischen Ziele ab, setzt Schwerpunkte für alle Konzerngesellschaften der Otto Group und gibt den Handlungsrahmen für die Portfoliostrategie sowie für die Strategie zur Einhaltung der sozialen und ökologischen Verantwortung vor.

Die 2017 formulierten 5-Jahres-Ziele des Otto Group Path wurden vorfristig erreicht, sodass der Otto Group Path bereits im Geschäftsjahr 2020/21 mit einem Planungszeitraum bis zum Geschäftsjahr 2025/26 weiterentwickelt wurde. Mit gezielten Investitionen in den Auf- und Ausbau bestehender und neuer Geschäftsmodelle ist es das Ziel der Otto Group, sich in dieser Zeit zukunftsgerecht aufzustellen, während eine solide Kapitalstruktur und Bonität die nötige finanzielle Flexibilität für die Zukunft wahrt. Darüber hinaus steckt sich die Otto Group mit ihrer Corporate Responsibility-Strategie - nachfolgend CR-Strategie - weiterhin hohe Nachhaltigkeitsziele und verpflichtet sich unter anderem dazu, Netto-Null-Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette bis 2045 * zu erreichen.

( * Für weitere Informationen zu diesem Ziel wird auf die Ausführungen zur CR-Strategie am Ende dieses Kapitels verwiesen.)

Um dies zu erreichen, legt der Otto Group Path besondere Schwerpunkte auf den Code of Ethics als konzernweit gültigen Wertekompass, auf die Verbesserung der operativen Exzellenz sowie auf das mutige und leidenschaftliche Vorantreiben des Kulturwandels als Grundvoraussetzung für den Erhalt von Flexibilität und nachhaltiger Leistungsfähigkeit.

Darüber hinaus wird über eine klare Portfoliostrategie der strategische Handlungsrahmen für die Segmente Plattformen, Markenkonzepte, Händler, Services und Finanzdienstleistungen abgeleitet.

Innerhalb dieser Segmente verfolgt die Unternehmensgruppe eine fokussierte Wachstumsstrategie: Es werden gezielt marktrelevante Geschäftsmodelle und jene Konzerngesellschaften gefördert, von denen man ein besonders gutes Leistungsvermögen im Hinblick auf Wachstum und Rendite erwartet. Durch das Portfoliomanagement und andere Steuerungsmechanismen werden die Ziele des Otto Group Path auf die Konzerngesellschaften übertragen und so miteinander verknüpft. Der Konzernvorstand selbst ist sowohl auf die Erreichung der wirtschaftlichen als auch der CR-Ziele incentiviert.

Portfoliostrategie

Die Otto Group ist mit ihrer Präsenz in den drei Wirtschaftsräumen Deutschland, übriges Europa und USA international ausgerichtet und deckt nahezu alle relevanten Wertschöpfungsstufen in Handel, konsumentennahen Services sowie Finanzdienstleistungen ab. Diese strategische Ausrichtung wird die Otto Group fortführen.

Das Portfoliomanagement zielt auf die Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Otto Group ab, die den dynamischen Verschuldungsgrad (Netto-Finanzverschuldung/Cash EBITDA) und den Verschuldungskoeffizienten (Netto-Finanzverschuldung/Konzern-Eigenkapital) als finanzielle Leistungsindikatoren beinhaltet. Sowohl der dynamische Verschuldungsgrad als auch der Verschuldungskoeffizient sind im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Anstieg der Netto-Finanzverschuldung bei gleichzeitigem Ergebnisrückgang und Rückgang des Eigenkapitals deutlich angestiegen. *

( * Für die Entwicklung dieser finanziellen Leistungsindikatoren im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2022/23 wird auf das Kapitel "kennzahlen" verwiesen.)

Im Rahmen der aktiven Portfoliosteuerung sind auch selektive Mergers & Acquisitions ein Instrument in der Umsetzung der Strategie der Otto Group. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde erstmalig in das Geschäftsfeld Digital Health investiert. Der Erwerb der Medgate-Gruppe (inklusive der BetterDoc GmbH) sowie des ClaraVital-Onlineshops ist ein erster Schritt zu einer möglichen weiteren Diversifizierung des Portfolios. Daneben investiert die Otto Group im Rahmen der finanziellen Leitplanken entlang der Strategien in den einzelnen Segmenten gezielt in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle, Technologien und Kompetenzen sowie in die Erhöhung der Reichweite.

Zur Sicherstellung der langfristigen Leistungsfähigkeit überprüft die Otto Group fortlaufend die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit jeder einzelnen Konzerngesellschaft. Um die finanziellen Eckwerte und die Ertragskraft der Otto Group in der Zukunft zu stärken, sind auch Desinvestments von Konzerngesellschaften ein wichtiger Teil der Portfoliostrategie. In deren Umsetzung werden Verkaufsprozesse für Konzerngesellschaften ohne nachhaltige Perspektive in der Otto Group initiiert und Lösungen außerhalb der Otto Group gesucht. Mit der Veräußerung der collect Artificial Intelligence GmbH in Deutschland sowie der DBR CÓMERCIO DE ARTIGOS DO VESTUÁRIO S.A. in Brasilien hat die Otto Group die Bereinigung des Portfolios entlang der strategischen Zielsetzung fortgeführt.

Ein weiteres Beispiel für das konsequente Portfoliomanagement der Otto Group ist die angekündigte Einstellung des Geschäftsbetriebs der myToys.de GmbH. Trotz mehrfacher strategischer Neuausrichtungen und hoher Investitionen konnte keine solide wirtschaftliche Leistung und die erforderliche Rentabilität erreicht werden. Die Schließung wurde im März 2023 beschlossen und wird bis spätestens Februar 2024 umgesetzt. Die Marke myToys bleibt erhalten und wird zukünftig auf dem Marktplatz von OTTO angeboten.

Plattformen

Das Segment Plattformen umfasst plattformbasierte Geschäftsmodelle mit starker Marktposition in einem breit angelegten Themenfeld oder mit Fokus auf bestimmte Kategorien. Hier haben der mit hohen Investitionen verbundene Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform sowie die Weiterentwicklung der Handelsplattform About You hohe Priorität. Mit ihrer Reichweite tragen beide Konzerngesellschaften die Shareholder-Vision als faire und verantwortungsvolle Handelsplattformen und inspirierende Anlaufstellen für Kund*innen und Partner weiter.

Die Weiterentwicklung von OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zur E-Commerce-Plattform geht trotz des herausfordernden Marktumfeldes voran. Mittlerweile werden Umsätze in drei Geschäftsfeldern erzielt: als Händler, als Marktplatzanbieter und als Serviceanbieter. Hierbei spielen neben der Kund*innenzufriedenheit der weitere Hochlauf der Anzahl an Marktplatzpartnern, die Vereinheitlichung der Payment-Prozesse und der Ausbau der B2B- und B2C-Services eine entscheidende Rolle. Dank eines automatisierten Anmeldeverfahrens wächst die Anzahl der Kooperationen und Partner auf der Plattform weiterhin stark. Neben der erfolgreichen Entwicklung im Bereich Retail Media konnte die Otto Group insbesondere im Bereich Payments mit dem Erhalt der Bafin-Lizenz und dem darauffolgenden Start der OTTO Payments GmbH einen Meilenstein in der Transformation erreichen und die Customer Experience sowohl für Endkund*innen als auch Marktplatzpartner signifikant verbessern.

Nach dem Börsengang von About You im Jahr 2021 konnte About You trotz des herausfordernden Marktumfeldes seinen dynamischen Wachstumskurs fortsetzen - ein herausragendes Beispiel für operative Exzellenz im europäischen E-Commerce-Markt. Neben den Erfolgen im klassischen E-Commerce-Geschäft setzt About You zusätzlich durch die starke Entwicklung der eigens entwickelten Software-as-a-Service-Lösung SCAYLE Maßstäbe für Innovation innerhalb der Otto Group und des europäischen E-Commerce-Marktes.

Markenkonzepte

Im Segment Markenkonzepte sind margenstarke (vertikale) Produktmarken angesiedelt, die es schaffen, kanalübergreifend herausragende Einkaufserlebnisse für die Kund*innen zu erschaffen. Hier sind vor allem die international vertretenen Marken bonprix, Crate and Barrel sowie Witt zu nennen. Die Bedeutung dieses ertragsstarken Geschäftssegments wird durch einen anhaltend hohen Fokus auf den Ausbau der IT- und Logistikinfrastruktur sowie langfristiges Wachstum weiter gestärkt.

Händler

Händler sind Ein- und Verkäufer von Eigen- und Fremdmarken, die sich im Wesentlichen über die Händlermarge monetarisieren. Bei den Handelskonzepten der Otto Group liegt der Schwerpunkt darauf, Synergien zu heben, sowie auf der konsequenten Fortführung bereits laufender Transformationen hin zur stärkeren Digitalisierung, zukunftsfähiger Positionierung im Wettbewerb und Steigerung von operativer Exzellenz mit Fokus auf dem Erlebnis für die Kund*innen. Hierzu gehören unter anderem eine stärkere Personalisierung des Angebots sowie eine klare Ausrichtung auf eine inspirierende Customer Journey mit besonderem Blick auf den Handel über verschiedene Endgeräte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig das Ökosystem rund um die Plattformen der Otto Group zu stärken sowie die Reichweite der Unternehmensgruppe zu erhöhen.

Services

Services sind einer der bedeutendsten Faktoren im Endkund*innengeschäft. Einen weiteren Schwerpunkt der Strategie der Otto Group bilden daher B2C- und B2B-Services, die unter der Dachmarke Hermes gebündelt werden. Neben Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz der Lieferkette legt die Hermes Gruppe besonderen Wert auf die Servicequalität an allen Kontaktpunkten mit den Endkund*innen. Hervorzuheben sind hier die Bereiche im Distributionsgeschäft, mit denen über die Beteiligungsgesellschaft Hermes Germany GmbH in Deutschland erfolgreich operiert wird, das Zwei-Mann-Handling, in dem die HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG in Deutschland sowie GIRARD AGEDISS in Frankreich zu den Marktführern zählen, sowie Warehousing, das über die Hermes Fulfilment-Gruppe und die Logistikaktivitäten der Baur-Gruppe für die Handelsaktivitäten der Otto Group eine Schlüsselrolle spielt.

Insbesondere im Paket-Distributionsgeschäft konnte die Otto Group in den beiden großen europäischen E-Commerce-Märkten Deutschland und Großbritannien auch nach den zwei dynamischen Geschäftsjahren unter dem Einfluss der Corona-Pandemie weiterhin eine relevante Rolle spielen.

Im Bereich der Warehousing-Aktivitäten wurden im Geschäftsjahr 2021/22 weitreichende Transformationsmaßnahmen eingeleitet und strategische Entscheidungen zur Neuausrichtung getroffen, um das Wachstum unter dem Dach der Hermes Fulfilment-Gruppe zu gestalten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. An diesen strategischen Maßnahmen hält die Otto Group weiterhin fest, um in einem zunehmend internationaler werdenden Wettbewerb mit hoher Dynamik und hohem Kostendruck eine konkurrenzfähige und wirtschaftlich nachhaltige Ausrichtung der Konzernaktivitäten zu ermöglichen.

Im Geschäftsjahr 2022/23 lag der Investitionsschwerpunkt im Segment Services auf der Hermes Fulfilment-Gruppe, die mit ihren Warehousing-Aktivitäten eine Schlüsselrolle für die Handelsaktivitäten der Otto Group und das zukünftige Umsatzwachstum der Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler spielt. Die Hermes Fulfilment-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Volumen von 323,8 Mio. EUR signifikante Investitionen in bestehende und die Entwicklung neuer Warehousing-Standorte sowie die in diesem Zusammenhang relevanten technischen Anlagen und die IT-bezogenen Ausstattungen getätigt. Im April 2022 erfolgte die Grundsteinlegung für einen umfangreichen Neubau eines Versandzentrums am Standort im polnischen Ilowa. Dieses Versandzentrum wird zukünftig die logistische Abwicklung kleinvolumiger Sortimente der Konzerngesellschaft OTTO einschließlich Lagerung, Kommissionierung und Versand fokussieren und voraussichtlich Ende 2023 in Betrieb gehen. Am Logistikstandort im bayrischen Altenkunstadt hat die Hermes Fulfilment-Gruppe gemeinsam mit der Baur-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23 wesentliche Schritte bei der Weiterentwicklung des Standortes unternommen und unter anderem den Neubau eines 16.300 qm großen vollautomatisierten Shuttlelagers auf bestehender Fläche gestartet. Die bauliche und technische Weiterentwicklung des Standorts soll bis zum Frühjahr 2024 abgeschlossen sein. Das vollautomatisierte Shuttlelager wird die Lieferzeiten für die Kund*innen deutlich verkürzen und damit in Ergänzung zu dem bereits heute bestehenden Logistikbetrieb in Altenkunstadt ein wesentlicher Bestandteil des logistischen Netzwerks der Konzerngesellschaft About You werden. Die beiden Logistikprojekte in Ilowa und Altenkunstadt haben ihren Investitionsschwerpunkt im Wesentlichen in den Geschäftsjahren 2022/23 und 2023/24. Gegenüber den zuvor beschriebenen umfangreichen Investitionsmaßnahmen hat sich die Otto Group gegen die im vergangenen Geschäftsjahr angekündigte Erweiterung und Umgestaltung des bestehenden Logistikstandorts im hessischen Gernsheim entschieden.

Finanzdienstleistungen

Die Strategie der Otto Group im Segment Finanzdienstleistungen setzt vor allem auf die verantwortungsvolle nationale und internationale Weiterentwicklung des Forderungsmanagementgeschäfts. Der Fokus liegt hier auf der EOS Gruppe, die als führender Finanzdienstleister ihre Investitionsschwerpunkte auf unbesicherte und besicherte Forderungsportfolios sowie Immobilien setzt. In diesen Bereichen wurden die Services in den vergangenen Geschäftsjahren konsequent ausgebaut, sie werden inzwischen in 25 Ländern erfolgreich angeboten.

Auch in Zukunft werden sich die Finanzdienstleistungen der Otto Group, gestützt durch Investitionen in weiteres Wachstum sowie in die Digitalisierung, über ihre Professionalität sowie ein faires und verantwortungsvolles Angebot positiv vom Wettbewerb abheben und hiermit einen wesentlichen Beitrag zur Profitabilität der Otto Group leisten.

CR-Strategie

Der Vorstand ist überzeugt, dass die Otto Group Verantwortung für die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit trägt und Nachhaltigkeit die Basis für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmensgruppe darstellt. Maßgeblich für das Nachhaltigkeitsengagement der Otto Group ist die CR-Strategie. Sie ist fester Bestandteil der Unternehmensstrategie sowie des Otto Group Path. Damit sind die Grundsätze nachhaltigen Wirtschaftens tief im Konzern und in den Geschäftsprozessen verankert. Bereits seit dem Geschäftsjahr 2014/15 ist die variable Vergütung der Vorstände auch an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen gekoppelt - und seit dem Geschäftsjahr 2022/23 auch die der Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften OTTO, bonprix Handelsgesellschaft mbH und Josef Witt GmbH.

Die CR-Strategie der Otto Group umfasst sieben Themenbereiche, die sich aus der Wesentlichkeitsanalyse ergeben: Climate, Sustainable Materials, Supply Chain, Circularity, Empowered Employees, Conscious Customers und Digital Responsibility *. In diesen Themenfeldern hat die Otto Group die Möglichkeit, gezielt Einfluss zu nehmen, indem sie negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit messbar reduziert und darüber hinaus Möglichkeiten nutzt, positiv Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft zu nehmen. Innerhalb der sieben Themenbereiche wurden je ein "Transformational Goal" (langfristiges, transformatorisches Ziel) und mehrere "Core Priorities" (zeitlich begrenzte, konkrete, quantitative und qualitative Ziele) festgelegt. Die Zielsetzungen aus der CR-Strategie werden regelmäßig überprüft und an neue Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen angepasst.

( * Eine weitergehende Darstellung der CR-Strategie erfolgt im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung".)

Mit ihrer umfassenden CR-Strategie leistet die Otto Group einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und begegnet gleichzeitig den stetig wachsenden Anforderungen sowie dem zunehmenden Handlungsdruck von außen. Die CR-Strategie baut auf wesentlichen Prinzipien des Kulturwandels auf, die eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Bestrebungen der Otto Group sind: CR-Themen werden über alle Hierarchien und Fachbereiche hinweg sichtbar, es werden Gestaltungsspielräume für Konzerngesellschaften eröffnet, sodass sie ihre individuellen Beiträge zu den gruppenweiten Zielen formulieren können, und die Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb der Otto Group werden gefördert, um voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Über die Prinzipien des Kulturwandels hinaus ist die CR-Strategie flexibel gestaltet und sieht einen jährlichen Review der inhaltlichen Ziele vor. Auf diese Weise soll beständig neuen Anforderungen und Entwicklungen im Markt Rechnung getragen werden. Aus diesem Grund hat sich die Otto Group im Jahr 2022 dazu entschieden, ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel (Science Based Target, SBT) zu entwickeln, um die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2045 auf Netto-Null zu reduzieren. Die bisherigen Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen, also die Verringerung der Emissionen um 40 % bis 2025 beziehungsweise Klimaneutralität bis 2030 in den eigenen Geschäftsprozessen, werden in diesem wissenschaftsbasierten Ziel aufgehen. Das mittelfristige, wissenschaftsbasierte Klimaziel (near-term SBT) wird derzeit von der Science Based Target Initiative validiert. Im Geschäftsjahr 2022/23 sind für die Otto Group neben inhaltlichen Anforderungen die regulatorischen Entwicklungen im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive prägend - um erweiterten Reportingpflichten voraussichtlich ab dem Geschäftsjahr 2025/26 gerecht zu werden, beschäftigen sich bereits jetzt interdisziplinäre Teams mit den Implikationen für die Strategie und die Berichterstattung.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft konnte im Jahr 2022 trotz der durch den Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine ausgelösten hohen Energiepreise und großen Unsicherheiten weiterhin positive Wachstumsraten verzeichnen, da die postpandemischen Auftriebskräfte stark genug waren, die belastenden Folgewirkungen des Krieges in der Ukraine aufzufangen. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2022 ein Anstieg des globalen Bruttoinlandsproduktes - nachfolgend BIP - in Höhe von preisbereinigt 3,2 %, der gleichwohl deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,2 % lag. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion durch kriegs- und krisenbedingte Sondereffekte geschwächt, sodass diese im Schlussquartal des Jahres 2022 mit einem Plus von 0,3 % beinahe zum Stagnieren kam. Die im Jahresverlauf 2022 stark angestiegenen Rohstoff- und Energiepreise führten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu hohen Inflationsraten, welche belastend auf die Kaufkraft der privaten Haushalte wirkten. Vor allem in der Eurozone löste dies in Verbindung mit Realeinkommensverlusten eine Konsumzurückhaltung aus, wohingegen sich in den USA der Anstieg der privaten Konsumausgaben lediglich verlangsamte. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern wurde zusätzlich von einer stagnierenden Wirtschaftsleistung Chinas infolge erneuter Corona-Schutzmaßnahmen strapaziert. Die Industrieproduktion und der Welthandel ließen angesichts der abgeschwächten Nachfrage und den Auswirkungen des Lockdowns in China zum Jahresende 2022 spürbar nach. Infolgedessen zeigte sich das Welthandelsvolumen mit einer Veränderung von 3,2 % (2021: 10,3 %) deutlich weniger dynamisch als im Vorjahr.

Die gesamtwirtschaftliche Produktion der deutschen Volkswirtschaft zeigte sich im Jahr 2022, wenn auch mit weniger Dynamik, weiterhin aufwärtsgerichtet. Sie war durch einen Anstieg des realen BIP in Höhe von 1,8 % (2021: 2,6 %) gekennzeichnet. Nach einer postpandemischen Aufholbewegung zum Jahresbeginn 2022 zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung infolge des Einmarsches russischer Streitkräfte in die Ukraine und der damit ausgelösten Energiekrise zum Jahresende rückläufig. Die privaten Konsumausgaben, welche mit dem Wegfall sämtlicher Corona-Schutzmaßnahmen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zunächst dynamisch belebten, zeigten im vierten Quartal des Jahres 2022 aufgrund des steigenden Energiekostenniveaus eine erneute Ausgabenvorsicht. In der Gesamtjahresbetrachtung konnten die privaten Konsumausgaben einen preisbereinigten Anstieg von 4,3 % (2021: 0,4 %) verzeichnen, der nominal bei deutlichen 11,6 % (2021: 3,5 %) lag. Krisen- und kriegsbedingte Sondereffekte wie Material- und Lieferengpässe sowie hohe Preissteigerungen trieben die Verbraucherpreise in die Höhe, welche sich negativ auf die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen auswirkten. Angesichts der uneingeschränkten Konsummöglichkeiten, die im Zuge der Aufhebung sämtlicher Infektionsschutzmaßnahmen zurückkehrten, zeigte sich die Sparquote der privaten Haushalte im Jahresdurchschnitt 2022 rückläufig, wenngleich das hohe Energiekostenniveau zum Jahresende eine erneute Kaufzurückhaltung und daraus resultierend eine Erhöhung der Sparquote herbeiführte. Positive Impulse gingen von der hohen Erwerbstätigkeit aus, die 2022 einen neuen Höchststand erreichte. Die expansive Dynamik der öffentlichen Konsumausgaben schwächte sich angesichts des Rückgangs pandemiebedingter Mehrausgaben gleichwohl deutlich ab. Zusätzlich nahmen die Unternehmensinvestitionen im Vorjahresvergleich robust zu, obgleich steigende Baustoffpreise und gestörte Lieferketten das Investitionsklima grundsätzlich belasteten. Der Außenhandel wurde von den gesamtwirtschaftlichen Folgewirkungen des Krieges in der Ukraine geprägt und konnte insgesamt betrachtet keinen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten. Die Dynamik der Ausfuhren ließ zum Jahresende gegenüber allen Absatzregionen nach, insbesondere für energieintensive Waren, die infolge gestiegener Rohstoffpreise teurer wurden.

Die Konjunktur in der Eurozone entwickelte sich 2022 im Vorjahresvergleich aufwärtsgerichtet, was sich in einer Veränderung des realen BIP in Höhe von 3,5 % (2021: 5,3 %) widerspiegelte. Diese Entwicklung ist vor allem auf die erste Hälfte des Jahres 2022 zurückzuführen, wohingegen die gesamtwirtschaftliche Produktion der Eurozone im vierten Quartal zum Stillstand kam. Unter dem Einfluss der inflationsbedingten realen Kaufkraftverluste stieg der private Konsum 2022 mit einem Wachstum von 1,0 % (2021: 4,3 %) nur auf geringem Niveau. Hohe Rohstoff- und Energiepreisnotierungen infolge des Krieges in der Ukraine führten zu einem massiven Anstieg der Verbraucherpreise, die sich nach ihrem Höchststand im Oktober 2022 mit 10,6 % auf 8,4 % im Jahresdurchschnitt regulierten. Positive Impulse gingen von der rückläufigen Erwerbslosigkeit aus, die 2022 mit einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 6,7 % (2021: 7,8 %) ein historisch niedriges Niveau erreichte. Der Außenbeitrag entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls positiv, da die Exportquote das Importwachstum übersteigen konnte. In den nicht zur Eurozone gehörenden Ländern der Europäischen Union zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gleichermaßen aufwärtsgerichtet, sodass ein Anstieg des realen BIP von 3,6 % (2021: 5,4 %) in der gesamten Europäischen Union verzeichnet wurde. Insbesondere in den Ländern Mittel- und Osteuropas lasteten besonders drastische Inflationsanstiege, starke Handelsverflechtungen mit Russland und der Ukraine sowie hohe Unsicherheiten aufgrund der räumlichen Nähe zu Russland auf der konjunkturellen Entwicklung.

In den USA zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nach einem Rückgang im ersten Halbjahr zum Jahresende 2022 wieder dynamisch, was sich in einem preisbereinigten Anstieg des BIP in Höhe von 2,1 % (2021: 5,9 %) zeigte. Dabei stellte der private Konsum im Jahr 2022 mit einem realen Anstieg von 2,8 % (2021: 8,3 %) trotz der abgeschwächten Dynamik einen signifikant expansiven Faktor für die gesamtwirtschaftliche Produktion dar. Förderlich auf das Konsumklima äußerten sich die deutlich gestiegenen verfügbaren Einkommen infolge von Nominallohnanpassungen und einem ausgeprägten Rückgang bei den Abgaben. Auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sendete mit einer signifikanten Verminderung der Arbeitslosenquote auf 3,6 % (2021: 5,4 %) positive Impulse. Demgegenüber wirkte sich der starke Inflationsdruck belastend auf die Kaufkraft der privaten Haushalte aus. Mit einer Teuerungsrate von 8,0 % lag diese deutlich über dem Vorjahresdurchschnitt von 4,7 %. Der hohe Preisdruck sowie eine restriktivere Geldpolitik hemmten das Investitionsverhalten der Unternehmen. Vom Außenhandel ging im Jahr 2022, insgesamt betrachtet, kein positiver Beitrag aus, da die Einfuhren ein höheres Wachstum als die Ausfuhren verzeichneten.

Veränderung des realen BIP gegenüber dem Vorjahr 2022
in %
2021
in %
Welt 3,2 6,2
Deutschland 1,8 2,6
Eurozone 3,5 5,3
USA 2,1 5,9

Branchenspezifisches Umfeld

Plattformen, Markenkonzepte und Händler

Der deutsche Einzelhandel stand im Jahr 2022 unter dem Einfluss eines postpandemischen Erholungsprozesses, welcher jedoch infolge gesamtwirtschaftlich belastender Auswirkungen des Krieges in der Ukraine ausgebremst wurde. Die insgesamt aufwärtsgerichtete gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland äußerte sich in einem Anstieg des realen BIP sowie einer hohen Erwerbstätigkeit: Mit 45,6 Millionen Erwerbstätigen befand sie sich auf dem höchsten Niveau seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. Während die Nominallohnentwicklung mit einem Plus von 3,5 % den stärksten Anstieg seit 2008 verzeichnete, lasteten hohe Verbraucherpreise, die im Jahresdurchschnitt 2022 mit 6,9 % signifikant über der Jahresteuerungsrate des Vorjahres lagen, auf den verfügbaren Einkommen. Der historisch hohe Inflationsanstieg, der vor allem seit Beginn des Krieges in der Ukraine durch krisen- und kriegsbedingte Sondereffekte wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege getrieben wurde, mündete in einem starken Reallohnverlust von 3,1 % nach einer nahezu stagnierenden Reallohnentwicklung von -0,1 % im Vorjahr. Trotz der starken Reallohnverluste konnten die Konsumausgaben der privaten Haushalte nicht nur einen Nominalanstieg in Höhe von 11,6 % (2021: 3,5 %), sondern auch einen realen Anstieg von 4,3 % (2021: 0,4 %) verzeichnen. Auch hier äußerte sich die Differenz in der hohen Teuerung bei nahezu allen Ver- und Gebrauchsgütern für private Haushalte. Die stark positive Entwicklung der privaten Konsumausgaben trotz belastender Preisauftriebe ist im Zusammenhang mit dem Wegfall sämtlicher Corona-Schutzmaßnahmen und den bislang bestehenden Konsumeinschränkungen zu sehen. Die Erholung zeigte sich demnach vor allem bei Waren und Dienstleistungen, die pandemiebedingt besonders große Rückschläge erfuhren, wie aus den Bereichen Freizeit und Kultur sowie Tourismus und Gastronomie. Der wiederauflebende Konsum löste im Jahresdurchschnitt 2022 eine rückläufige Sparquote aus, die sich dem Vorkrisenniveau annäherte. Dieser Effekt beruhte vor allem auf der ersten Jahreshälfte 2022. Die im Zuge des Krieges in der Ukraine ausgelöste Energiekrise bewirkte Verunsicherungen in der Bevölkerung, die zu neuen Ersparnissen und Konsumzurückhaltung in der zweiten Jahreshälfte führte.

Vor dem Hintergrund des volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes verzeichnete der gesamte deutsche Einzelhandel im Jahr 2022 zwar eine nominale Steigerung der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 7,8 % (2021: 2,7 %), was jedoch einem leichten preisbereinigten Rückgang von 0,6 % (2021: +0,7 %) entspricht. Damit konnten die deutschen Einzelhändler trotz nominal und real gestiegener Konsumausgaben der privaten Haushalte erstmalig in den vergangenen 13 Jahren keine preisbereinigte Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr erzielen, verzeichneten in Summe jedoch keine relevanten Umsatzeinbrüche.

Innerhalb des deutschen Einzelhandels zeigte sich der deutsche Online- und Versandhandel jedoch deutlich belastet, konnte seine Umsätze mit Waren im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr nicht halten und verzeichnete einen Rückgang um 8,8 % auf 91,4 Mrd. EUR (2021: 100,3 Mrd. EUR). Die Kaufzurückhaltung spiegelte sich entsprechend im E-Commerce-Bereich mit einer rückläufigen Umsatzentwicklung von 8,8 % (2021: +19,0 %) wider, wodurch 90,4 Mrd. EUR (2021: 99,1 Mrd. EUR) mit Waren im reinen Onlinegeschäft umgesetzt wurden. Am deutlichsten spürbar war dies bei Multichannel-Händlern, deren Onlineverkäufe sich teilweise aufgrund der Verlagerung ins eigene stationäre Geschäft rückläufig zeigten. Gleichwohl ist der warengetriebene E-Commerce in Deutschland seit dem Jahr 2018 insgesamt betrachtet um 38,9 % gewachsen. Der Umsatzrückgang im Jahr 2022 betrifft beinahe alle Warengruppen. In hohem Maße betroffen waren die Sortimente aus den Bereichen Bekleidung und Unterhaltung, darunter Elektronik- und Telekommunikationsartikel, Computerzubehör und -spiele sowie Softwareprodukte, die einen überdurchschnittlichen Umsatzrückgang erfuhren. Auch die in der Vergangenheit stark wachsenden Sortimente im Einrichtungsbereich konnten infolge von postpandemischen Sättigungseffekten und krisenbedingter Konsumzurückhaltung keine weiteren Anstiege verzeichnen.

Die Internetnutzung über Smartphones und Tablets zeigte sich im Jahr 2022 weiterhin dynamisch. Der Umsatzanteil der Warenbestellungen im deutschen E-Commerce, der über mobile Endgeräte erfolgte, lag im Jahr 2022 mit 41,1 % über dem Vorjahresniveau (2021: 40,2 %).

Services

Die deutsche Transport- und Logistikbranche war im Jahr 2022 ebenfalls durch die volatile gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst. Die im Zuge der weitreichenden Aufhebung von Corona-Schutzmaßnahmen erwartete Aufholbewegung in der gesamtwirtschaftlichen Produktion, dem Handelsvolumen sowie der Industrieproduktion stand unter dem Einfluss von neuen Sondereffekten wie Material- und Lieferengpässen sowie starken Preisauftrieben. Das gesamte Transportaufkommen in Deutschland sank daher im Jahresdurchschnitt um 0,4 % (2021: +1,3 %). Die Entwicklung im Straßengüterverkehr stabilisierte sich auf ähnlichem Niveau.

Neben dem weiterhin sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeld haben vor allem die Entwicklung der Lohnkosten und der Energiepreise einen spürbaren Einfluss auf die deutsche Transport- und Logistikbranche. Dabei zeigte sich das allgemeine Kostenniveau im deutschen Güterverkehr im Jahr 2022 sehr stark aufwärtsgerichtet. Die leicht rückläufigen, jedoch auf einem hohen Niveau verbleibenden Sendungsmengen im Online- und Versandhandel führten nach wie vor zu einer hohen Auslastung bei den Paketzulieferern. Der damit einhergehend hohe Personalbedarf traf auf den weiterhin bestehenden Fahrer*innenmangel in der Distributionslogistik, der sich im Zuge des demografischen Wandels weiter verschärft. Zusätzlich hob der zum 1. Oktober 2022 deutlich gestiegene gesetzliche Mindestlohn auf 12 EUR brutto je Stunde das Kostenniveau. In der Folge kam es auch im Jahr 2022 aufgrund von tariflichen Vereinbarungen sowie notwendigen Lohnanpassungen zu deutlich gestiegenen Personalaufwendungen. Die Kraftstoffkostenentwicklung war im Jahr 2022 insgesamt durch einen signifikanten Anstieg von abermals 26,8 % (2021: 22,6 %) zum Vorjahr gekennzeichnet. Die starke Verteuerung der Energiepreise ist insbesondere auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zurückzuführen.

Trotz des volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes und der nachlassenden Dynamik im E-Commerce-Bereich im Jahr 2022 bleibt die Entwicklung im deutschen Online- und Versandhandel mittelfristig ein dynamisches Umfeld mit starkem Sendungsmengenwachstum bei Paketlieferungen an Privathaushalte. Vor diesem Hintergrund haben die deutschen Paketdienstleister auch im Jahr 2022 weiterhin hohe Investitionen in die logistische Infrastruktur und die weitere Digitalisierung getätigt, um das hohe Sendungsmengenvolumen unter gleichzeitiger Minimierung der CO 2 -Emissionen bewältigen zu können. Es wurden weiterhin neue Lösungsansätze konzipiert und erprobt, um den sich verändernden Kund*innenanforderungen gerecht zu werden und umweltbewusste Zustellmethoden dauerhaft auszubauen. Darunter fallen unter anderem Fortschritte in der Digitalisierung wie die Implementierung intelligenter Softwares zur Optimierung von Zustellprozessen sowie der Ausbau der emissionsfreien Zustellung mittels E-Mobilität.

Finanzdienstleistungen

Die volatilen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen im Jahr 2022 wirkten sich auch auf den deutschen Finanzdienstleistungssektor aus. Der über zwölf Jahre anhaltende Rückgang der Anzahl insolventer Unternehmen endete im Jahr 2022 mit einem deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 4,3 % auf 14.590 Fälle (2021: 13.993 Fälle). Einen Anstieg im Vorjahresvergleich hatte es zuletzt während der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 gegeben. Hierbei ist das Auslaufen der durch den Gesetzgeber als staatliche Hilfsmaßnahme ausgesetzten Insolvenzantragspflicht von März 2020 bis Mai 2021 für überschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie zu beachten. Zusätzlich wurde temporär das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht für jene Unternehmen bis zum 31. Januar 2022 verlängert, deren Insolvenztatbestand auf den Auswirkungen der Starkregenfälle und des Hochwassers in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 beruhte. Die Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen sanken drastisch auf 14,8 Mrd. EUR (2021: 48,3 Mrd. EUR) und die durchschnittliche Forderungshöhe je Insolvenz betrug 1,0 Mio. EUR (2021: 3,5 Mio. EUR). Der überproportionale Rückgang der Forderungen im Vergleich zum Anstieg der Zahl der Unternehmensinsolvenzen resultiert aus der Tatsache, dass im Jahr 2022 eine geringere Zahl wirtschaftlich bedeutender Unternehmen als im Vorjahr Insolvenz anmelden musste. Bei Unternehmen wurden als Gründe für das Nichtnachkommen von Zahlungsverpflichtungen insbesondere hohe Zahlungsausfälle bei eigenen Kund*innen, das Ausnutzen von Lieferantenkrediten sowie Insolvenz genannt.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2022 zeigte nach einem deutlichen Anstieg im Vorjahr wieder eine rückläufige Entwicklung. Mit 66.428 Fällen lag sie um 16,6 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 79.620 Fällen. Der hohe Vorjahreswert ist im Zusammenhang mit dem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre zu sehen. Da das Gesetz zum 1. Oktober 2020 in Kraft trat, ist davon auszugehen, dass Anträge im Jahr 2021 bewusst nachgeholt wurden, um von den neuen gesetzlichen Regelungen Gebrauch machen zu können. Dieser Aufholeffekt scheint inzwischen beendet zu sein. Als Gründe für das erfolgte Nichtnachkommen von Zahlungsverpflichtungen bei Verbraucher*innen wurden insbesondere Überschuldung und Verbraucherinsolvenzen, Liquiditätsengpässe aufgrund der gestiegenen Verbraucherpreise sowie unwirtschaftliche Haushaltsführung genannt.

Gemäß des am 15. November 2022 veröffentlichten SchuldnerAtlas Deutschland 2022 von Creditreform, Boniversum und microm ist die Überschuldungsquote der Privatpersonen im Jahr 2022 zum vierten Mal in Folge rückläufig. Diese Positiventwicklung ist unter anderem durch einen nachhaltigen Rückgang der strukturellen Überschuldung infolge der Corona-Pandemie zu verzeichnen. Pandemiebedingte Einschränkungen führten zu einer Änderung der Gewohnheiten hinsichtlich Konsumverzicht, Konsumzurückhaltung und einer allgemeinen Ausgabenvorsicht.

GESCHÄFTSVERLAUF

Das Geschäftsjahr 2022/23 war durch das volatile gesamtwirtschaftliche Umfeld und insbesondere durch das belastete Konsumklima stark geprägt. Durch den Krieg in der Ukraine verschärften sich die Inflation und die Verunsicherung in der Bevölkerung, sodass die Kaufzurückhaltung, vor allem in Deutschland, besonders ausgeprägt war. Einige internationale Absatzmärkte der Otto Group entwickelten sich hingegen besser. Die Diversifizierung in den verschiedenen Märkten und Geschäftsmodellen zeigt sich damit einmal mehr als große Stärke der Otto Group.

Dennoch blickt die Otto Group umsatz- und ergebnisseitig auf ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2022/23 zurück, welches insgesamt betrachtet hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

Die Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung - nachfolgend vereinfachend Umsatz genannt - der Otto Group lagen im Geschäftsjahr 2022/23 bei 16,2 Mrd. EUR und damit auf dem pandemiebedingt außerordentlich starken Vorjahresniveau. Auf vergleichbarer Basis, das heißt bereinigt um Währungskurseffekte und Veränderungen im Konsolidierungskreis, sank der Umsatz um 2,0 % *.

( * Für die Ermittlung der vergleichbaren Basis werden die Veränderungen im Konsolidierungskreis durch eine entsprechende periodengerechte Anpassung des Vorjahres an die im Geschäftsjahr 2022/23 (anteilig) ausgewiesene Umsatzentwicklung berücksichtigt.)

Der Onlinehandel als mit Abstand wichtigster Vertriebskanal der Otto Group in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler sowie wesentlicher Zukunftstreiber der Unternehmensgruppe verblieb ebenfalls auf Vorjahresniveau. Die Onlineumsätze der Otto Group sind weltweit um 0,8 % auf rund 12,0 Mrd. EUR gesunken. Dies entspricht einem Rückgang auf vergleichbarer Basis von 5,3 %. Innerhalb des deutschen Einzelhandels zeigte sich vor allem der deutsche Online- und Versandhandel deutlich belastet. Er verzeichnete im E-Commerce-Bereich einen Rückgang um 8,8 %. In der Otto Group gingen die Onlineumsätze in Deutschland um 7,8 % auf 7,3 Mrd. EUR zurück. Dies entspricht einem Rückgang auf vergleichbarer Basis von 10,0 %. In Summe spiegelt die Geschäftsentwicklung der Otto Group daher die allgemeine Marktentwicklung wider.

Im Konzernlagebericht des Vorjahres wurde für das Geschäftsjahr 2022/23 ein weiterer Anstieg der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis prognostiziert, allerdings mit einer insgesamt betrachtet gedämpften Umsatzdynamik. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde auf vergleichbarer Basis ein Umsatzrückgang von 2,0 % verzeichnet. Die prognostizierte Umsatzentwicklung konnte nicht erreicht werden.

Die Otto Group verzeichnete einen deutlichen Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 677,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 22,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23. Die Fokusgesellschaften in Deutschland sind durch die Konsumzurückhaltung sowie deutlich gestiegene Faktorkosten stark belastet. Darunter waren insbesondere die Konzerngesellschaften des Segments Plattformen, welche trotz der erheblichen Belastungen den weiteren Ausbau ihrer plattformbasierten Geschäftsmodelle forciert und somit wesentlich in die Zukunft der Otto Group investiert haben. Der schwachen Wachstumsdynamik im Onlinehandel folgend entwickelte sich auch das Distributionsgeschäft der Hermes Gruppe und belastete das Ergebnis. Demgegenüber erwirtschafteten die Crate and Barrel-Gruppe und die EOS Gruppe weiterhin sehr deutlich positive EBIT-Beiträge. Das Geschäftsjahr 2022/23 enthält wie auch das Vorjahr hohe temporäre Belastungen wie beispielsweise aus der Transformation der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform sowie aus Investitionen in die logistische Infrastruktur.

Im Konzernlagebericht 2021/22 wurde für das Geschäftsjahr 2022/23 ein EBIT prognostiziert, welches ohne Berücksichtigung weiterer Portfolioveränderungen deutlich unterhalb des EBIT in Höhe von 677,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22 liegen sollte. Mit 22,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 lag das EBIT der Otto Group deutlich unter dem des Vorjahres. Auch wenn die Entwicklung prognostiziert war, lag das EBIT-Niveau aufgrund des schwierigen Marktumfeldes stark hinter den Erwartungen, die an das Geschäftsjahr geknüpft waren. Gleichwohl wurde dank der Diversifizierung des Unternehmensportfolios und der internationalen Ausrichtung der Geschäftsmodelle ein positives EBIT erzielt.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von -224,3 Mio. EUR lag ebenfalls deutlich unter dem EBT des Vorjahres in Höhe von 1.862,7 Mio. EUR. Das Finanzergebnis lag im Geschäftsjahr 2022/23 insbesondere aufgrund von außerordentlichen Effekten im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich unter dem Vorjahr. Die sehr positiven Effekte im Geschäftsjahr 2021/22 resultierten aus der Vollkonsolidierung von About You und der damit verbundenen Bewertung zum Zeitwert der von der Otto Group gehaltenen Anteile sowie der Entkonsolidierung von MONDIAL RELAY in Frankreich.

Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag muss die Otto Group nach einem Konzernjahresüberschuss in Höhe von 1.813,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22 nunmehr einen Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 413,5 Mio. EUR hinnehmen.

Ertragslage des Konzerns

Die wesentlichen Kennzahlen der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung (Kurzfassung) 2022/23
in Mio. EUR
2021/22
in Mio. EUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 16.190 16.060
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 589 1.204
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 22 677
Ergebnis vor Steuern (EBT) -224 1.863
Jahresfehlbetrag/-überschuss -413 1.814

Insgesamt wurden 83,8 % des ausgewiesenen Umsatzes der Otto Group mit dem Verkauf von Handelswaren (13.564,5 Mio. EUR, 2021/22: 87,3 %), 6,1 % mit Erlösen aus Finanzdienstleistungen (982,9 Mio. EUR, 2021/22: 5,0 %), 9,3 % mit Erlösen aus übrigen Dienstleistungen (1.498,4 Mio. EUR, 2021/22: 6,6 %) und 0,9 % mit Erlösen aus Kundenfinanzierung (144,6 Mio. EUR, 2021/22: 1,1 %) erzielt. Der Verkauf von Handelswaren über die Kanäle Onlinehandel, Katalogversand und stationärer Einzelhandel prägte die umsatzseitige Entwicklung der Unternehmensgruppe.

Die Umsatzentwicklung der Konzerngesellschaften und -gruppen, in die im Rahmen der fokussierten Wachstumsstrategie gezielt investiert wurde, bildet die unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Märkten und Geschäftsmodellen im Geschäftsjahr 2022/23 ab. So wurden Umsatzrückgänge in Deutschland durch Umsatzsteigerungen im Ausland, zum Beispiel in den USA, ausgeglichen. Zu den Fokusgesellschaften zählten im Geschäftsjahr 2022/23 die Plattformen OTTO und About You, die Markenkonzepte der bonprix-Gruppe, der Crate and Barrel-Gruppe und der Witt-Gruppe, die myToys-Gruppe, die Hermes Gruppe sowie die EOS Gruppe. Die genannten Fokusgesellschaften erzielten einen Umsatzzuwachs von 1,7 % und auf vergleichbarer Basis einen Rückgang um 1,7 %. *

( * Die Umsätze der operativen Tochtergesellschaften der ABOUT YOU Holding SE sind durch den Wechsel auf Vollkonsolidierung seit Juni 2021 in den Umsätzen der Otto Group enthalten. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2021/22 waren sie aufgrund der Einbeziehung nach der Equity-Methode nicht in den ausgewiesenen Umsätzen der Otto Group enthalten. Die Umsätze der at Equity einbezogenen Konzerngesellschaft Hermes Germany GmbH sind seit Dezember 2020 nicht mehr in den ausgewiesenen Umsätzen der Otto Group enthalten.)

Mit einem merklich gesunkenen Anteil von 55,8 % (2021/22: 60,9 %) am Umsatz der Otto Group war Deutschland im Geschäftsjahr 2022/23 weiterhin der bedeutendste regionale Absatzmarkt für die Unternehmensgruppe. Während im übrigen Europa 23,7 % (2021/22: 21,9 %) der Umsätze realisiert wurden, trugen die USA 19,2 % (2021/22: 15,7 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Der Umsatz nach Regionen stellt sich wie folgt dar:

Umsatz nach Regionen 2022/23
in Mio. EUR
2021/22
in Mio. EUR
Veränderung
in %
vergleichbar
in %
Deutschland 9.034 9.787 -7,7 -9,2
Übriges Europa 3.845 3.522 9,2 8,2
USA 3.105 2.518 23,3 11,2
Sonstige Regionen 206 233 -11,6 12,8
Konzern 16.190 16.060 0,8 -2,0
Inland 9.034 9.787 -7,7 -9,2
Ausland 7.156 6.273 14,1 9,6

Die Umsatzentwicklung verlief in den wesentlichen Absatzmärkten der Unternehmensgruppe sehr unterschiedlich.

Im Hauptabsatzmarkt Deutschland war ein ausgewiesener Umsatzrückgang von 7,7 % zu verzeichnen, auf vergleichbarer Basis in Höhe von 9,2 %. In Deutschland erzielten vor allem die Fokusgesellschaften OTTO und About You sowie die Witt- und die bonprix-Gruppe hohe Umsätze, die jedoch aufgrund der Kaufzurückhaltung nicht bei allen Konzerngesellschaften an das vorangegangene Geschäftsjahr heranreichen konnten. Der Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis fiel stärker aus. Ein Treiber ist About You, die auf vergleichbarer Basis eine deutliche Umsatzsteigerung realisieren konnte, wobei der ausgewiesene Umsatzanstieg noch höher ausfiel, da im Geschäftsjahr 2021/22 aufgrund der Vollkonsolidierung seit Juni 2021 nur neun Monate enthalten waren. Ein stützender Effekt auf die ausgewiesene Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2022/23 ergibt sich darüber hinaus aus der Umgliederung von Umsätzen aus Werbedienstleistungen, die im Vorjahr als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen wurden. Diese betreffen weit überwiegend die Konzerngesellschaft OTTO.

Im übrigen Europa wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein ausgewiesenes Umsatzwachstum von 9,2 %, auf vergleichbarer Basis von 8,2 %, realisiert. In den für die Otto Group wichtigen europäischen Absatzmärkten des DACH-Raums und Frankreich wurden deutliche Umsatzzuwächse erreicht. About You hat im europäischen Ausland einen maßgeblichen Zuwachs erzielt. In Frankreich konnte vor allem die EOS Gruppe ihre Umsätze signifikant ausweiten.

Die Umsätze in den USA, im Wesentlichen geprägt durch die Einrichtungs- und Lifestylegruppe Crate and Barrel, konnten einen Anstieg um 23,3 % verzeichnen. Dieses Wachstum wurde allerdings deutlich durch die Währungskursentwicklung des USD in zum EUR überzeichnet. Währungskursbereinigt betrug die Steigerung jedoch immer noch erfreuliche 11,2 %. Die deutlich positive Umsatzentwicklung resultierte im Geschäftsjahr 2022/23 unter anderem aus dem Abbau des Nachlieferungsbestands, also der Auslieferung von Aufträgen aus dem Geschäftsjahr 2021/22.

Der durchschnittliche Umsatz je Mitarbeiter*in konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich von 376,1 TEUR * auf 393,1 TEUR gesteigert werden, was im Wesentlichen aus Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen und Markenkonzepte resultierte, bei denen deutliche Umsatzsteigerungen mit unterproportional gestiegener beziehungsweise stabiler Mitarbeiter*innenanzahl realisiert wurden.

( * Der Vorjahreswert erhöhte sich aufgrund einer Anpassung der Mitarbeiter*innenzahl um 4,8 TEUR. Für weitere Details wird auf das Kapitel "Unternehmerische Verantwortung" verwiesen.)

Die Rohertragsquote der Unternehmensgruppe lag mit 45,6 % (2021/22: 46,5 %) unter dem Niveau des Vorjahres. Während der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres lag, ist der Materialaufwand deutlich gestiegen, sodass der Rohertrag absolut betrachtet um 86,8 Mio. EUR auf 7.388,8 Mio. EUR zurückging. Das entspricht einem leichten Rückgang von 1,2 %, der im Kontext von verstärkten Kaufanreizen für die Kund*innen sowie erhöhten Beschaffungskosten der Otto Group zu betrachten ist.

Bei den nachfolgenden Ausführungen zur Ertragslage des Konzerns und der Ertragslage des Segments Plattformen ist Folgendes zu beachten: About You wird - nach vorheriger Einbeziehung nach der Equity-Methode - seit Juni 2021 vollkonsolidiert in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Vergleichbarkeit der ausgewiesenen Aufwendungen und Erträge mit dem Vorjahr im Geschäftsjahr 2022/23 letztmalig beeinflusst ist. Die Aufwendungen und Erträge von About You sind in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2021/22 mit neun Monaten vollständig enthalten. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2021/22 wurden hingegen ausschließlich die anteilig zu bilanzierenden Verluste von About You im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Geschäftsjahr 2022/23 um 101,3 Mio. EUR zurück. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine Ausweisänderung. Die gebundenen Werbekostenzuschüsse werden seit Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 als Umsatzerlöse aus Dienstleistungen ausgewiesen, da sie insbesondere mit der Transformation von OTTO zur Plattform und dem damit einhergehenden Ausbau der Werbedienstleistungen künftig zu einer eigenständigen relevanten Umsatzsäule werden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 223,2 Mio. EUR an. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der oben erwähnten Veränderung des Konsolidierungskreises betreffend About You. Der Personalaufwand verzeichnete ebenfalls einen Anstieg. Der Anstieg um 87,5 Mio. EUR war im Wesentlichen bedingt durch die oben erwähnte Veränderung des Konsolidierungskreises, aber auch durch Nominallohnsteigerungen bei der Crate and Barrel-Gruppe.

Das Beteiligungsergebnis in Höhe von -43,7 Mio. EUR wies im Geschäftsjahr 2022/23 einen deutlichen Rückgang um 148,3 Mio. EUR aus. Diese Entwicklung ist in Höhe von 100,5 Mio. EUR auf gesunkene Beteiligungsergebnisse aus dem Segment Services in Deutschland und Großbritannien zurückzuführen. Das herausfordernde Marktumfeld mit der Kaufzurückhaltung hat sich auch auf das Distributionsgeschäft der Hermes Gruppe in Deutschland und der Minderheitsbeteiligung in Großbritannien durchgetragen. Darüber hinaus resultiert der Rückgang des Beteiligungsergebnisses in Höhe von 57,0 Mio. EUR aus Beteiligungen der Venture-Aktivitäten, die im Geschäftsjahr 2021/22 ein deutlich positives Beteiligungsergebnis ausgewiesen haben.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag, bedingt durch die vorstehend beschriebenen Effekte, im Geschäftsjahr 2022/23 mit 589,1 Mio. EUR unter dem EBITDA des Vorjahres in Höhe von 1.204,2 Mio. EUR.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 40,1 Mio. EUR auf 567,0 Mio. EUR an. Während die planmäßigen Abschreibungen anstiegen, verminderten sich die außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte. Die planmäßigen Abschreibungen lagen mit insgesamt 522,8 Mio. EUR über dem Vorjahreswert in Höhe von 460,5 Mio. EUR. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr hängt insbesondere damit zusammen, dass About You erst seit Juni 2021 im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wird. Hier wirken die hohen planmäßigen Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation im Bereich der immateriellen Vermögenswerte belastend. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte gingen von 66,3 Mio. EUR auf 44,2 Mio. EUR zurück. Der Wertminderungsbedarf aufgrund einer unzureichenden Ertragslage bei einzelnen Konzerngesellschaften im Planungszeitraum fiel geringer aus als im Vorjahr. In den Geschäftsjahren 2022/23 und 2021/22 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen.

Daneben wirkten weiterhin Maßnahmen für den Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler zu einer E-Commerce-Plattform sowie die Überarbeitung der Logistikstrategie in niedriger dreistelliger Millionenhöhe (2021/22: in hoher zweistelliger Millionenhöhe) ergebnisbelastend.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb im Geschäftsjahr 2022/23 unter Berücksichtigung der vorstehend dargestellten Effekte mit 22,2 Mio. EUR deutlich unter dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 677,4 Mio. EUR. Das EBIT ist absolut gesehen positiv, allerdings ergibt sich eine EBIT-Marge von nur 0,1 % nach 4,2 % im Vorjahr.

Das Finanzergebnis der Unternehmensgruppe weist im Geschäftsjahr 2022/23 mit -246,5 Mio. EUR einen Rückgang von 1.431,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 1.185,3 Mio. EUR auf. Dabei hat sich das Zinsergebnis im Wesentlichen durch Bewertungseffekte infolge gestiegener Zinsen um 16,4 Mio. EUR auf -86,0 Mio. EUR verbessert. Gegenläufig entwickelte sich das sonstige Finanzergebnis. Es betrug -160,5 Mio. EUR nach 1.287,7 Mio. EUR im Vorjahr. Der wesentliche Anteil des starken Rückgangs des Finanzergebnisses resultiert aus den sehr hohen Erträgen im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2021/22 beinhaltete das sonstige Finanzergebnis Erträge in Höhe von 947,0 Mio. EUR aus der Übergangskonsolidierung von About You von einem bislang assoziierten zu einem vollkonsolidierten Unternehmen. Des Weiteren verzeichnete die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 Erträge aus der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften, insbesondere aus dem Verkauf von MONDIAL RELAY, in Höhe von 456,4 Mio. EUR. Das sonstige Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2022/23 in Höhe von -160,5 Mio. EUR beinhaltete insbesondere Bankgebühren.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) weist mit -224,3 Mio. EUR gegenüber dem entsprechenden Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 1.862,7 Mio. EUR einen sehr starken Rückgang von 2.087,1 Mio. EUR aus.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Geschäftsjahr 2022/23 betrug 189,2 Mio. EUR und lag damit deutlich über dem Ertragsteueraufwand des Vorjahres in Höhe von 49,1 Mio. EUR. Trotz der Reduzierung der laufenden Steuern im Ausland, die im Wesentlichen durch eine abgeschwächte Geschäftsentwicklung unterschiedlicher Konzerngesellschaften, beispielsweise der Crate und Barrel-Gruppe, sowie den Verkauf von MONDIAL RELAY, einer französischen Paket-Distributionsgesellschaft, im Geschäftsjahr 2021/22 bedingt ist, führten negative Effekte aus latenten Steuern in Summe zur Erhöhung des Ertragsteueraufwands. Die negativen Effekte ergaben sich im Wesentlichen aus dem Wegfall und dem Nichtansatz von aktiven Steuerlatenzen auf Verlustvorträge.

Der Jahresüberschuss in Höhe von 1.813,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22 ging um 2.227,1 Mio. EUR auf einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 413,5 Mio. EUR zurück. Vom Jahresfehlbetrag/-überschuss entfielen auf die Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens -307,1 Mio. EUR (2021/22: 1.781,5 Mio. EUR), auf nicht beherrschende Anteile -120,0 Mio. EUR (2021/22: 8,7 Mio. EUR) und auf kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine 13,6 Mio. EUR (2021/22: 23,4 Mio. EUR).

Ertragslage der Segmente

Umsatz/EBIT Umsatz EBIT
2022/23
in Mio. EUR
2021/22
in Mio. EUR
2022/23
in Mio. EUR
2021/22
in Mio. EUR
Plattformen 6.528 6.546 -414 -59
Markenkonzepte 5.950 5.525 145 338
Händler 2.275 2.507 -35 7
Services 390 626 -11 160
Finanzdienstleistungen 983 813 452 296
Sonstige/Holding/Konsolidierung 64 43 -115 -64
Konzern 16.190 16.060 22 678

Plattformen

Das Segment Plattformen realisierte im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von 6.527,8 Mio. EUR (2021/22: 6.545,6 Mio. EUR) und trug einen relevanten Anteil von 40,3 % (2021/22: 40,8 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Die ausgewiesenen Umsatzerlöse lagen mit einem leichten Rückgang von 0,3 % auf Vorjahresniveau. Bereinigt um Währungskurseffekte und Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises gingen die Umsätze um 6,2 % gegenüber dem Vorjahr zurück.

Die für das Segment Plattformen wichtigsten Absatzmärkte sind Deutschland und das übrige Europa. Der ausgewiesene Umsatzrückgang ist im Geschäftsjahr 2022/23 vor allem mit der Kaufzurückhaltung in Deutschland zu erklären. Besonders betroffen war hiervon die Konzerngesellschaft OTTO. About You hat sowohl ausgewiesen als auch auf vergleichbarer Basis einen maßgeblichen Umsatzzuwachs erzielt.

Mit einem Umsatzrückgang von 6,2 % auf vergleichbarer Basis wurde die im Konzernlagebericht 2021/22 für das Segment Plattformen getroffene Prognose eines Umsatzniveaus deutlich über dem des Geschäftsjahres 2021/22 im Geschäftsjahr 2022/23 nicht erreicht.

Die Konzerngesellschaft OTTO zeigte einen Umsatzrückgang um 11,8 % auf rund 4,5 Mrd. EUR. Der Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler zu einer E-Commerce-Plattform verläuft dennoch weiterhin erfolgreich. In diesem Konzept werden Umsätze aus drei Geschäftsfeldern erzielt: als klassischer Händler, als Marktplatz- und als Serviceanbieter. Die Zahl der aktiven Kund*innen auf otto.de konnte mit 11,3 Millionen auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden, allerdings fielen ihre Warenkörbe kleiner aus. OTTO wird somit von den Kund*innen weiterhin als verlässlicher Anbieter und attraktive Einkaufsstätte angesehen. Die Anzahl an Marktplatzpartnern ist auf rund 5.000 gewachsen und auch das neue Geschäftsfeld Advertising Services entwickelte sich erfreulich. In diesem Zusammenhang wurde im Geschäftsjahr 2022/23 eine Ausweisänderung vorgenommen: Die gebundenen Werbekostenzuschüsse werden seit Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 als Umsatzerlöse aus Dienstleistungen ausgewiesen und wurden entsprechend von den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Umsatzerlöse umgegliedert. Weitere Konzerngesellschaften, die zur Plattformaktivität der Konzerngesellschaft OTTO gehören, sind beispielsweise die OTTO Payments GmbH, die LASCANA FASHION, INC. in den USA und die Otto B.V. in den Niederlanden, deren Umsätze im Segment Plattformen allerdings von untergeordneter Bedeutung sind. About You trägt im Geschäftsjahr 2022/23 mit 1,9 Mrd. EUR * zum Umsatz des Segments Plattformen bei.

( * Der in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung der Otto Group berücksichtigte Außenumsatz von About You weicht von dem von About You veröffentlichten Außenumsatz ab, da About You in geringfügigem Maße Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften der Otto Group erzielt, die im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung im Konzernabschluss der Otto Group eliminiert werden.)

Trotz des Umsatzrückgangs im Segment Plattformen konnte der Rohertrag bei einem leicht überproportional gesunkenen Materialaufwand um 19,4 Mio. EUR gesteigert werden. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2022/23 mit 35,5 % auf dem Niveau des Vorjahres (2021/22: 35,1 %). Im Segment Plattformen belasteten im Geschäftsjahr 2022/23 weitere Maßnahmen für den Geschäftsmodellwandel der Konzerngesellschaft OTTO von einem reinen Onlinehändler zu einer E-Commerce-Plattform das Ergebnis wie bereits im Vorjahr in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Das im Segment Plattformen berücksichtigte operative Ergebnis von About You, das sich noch in der Wachstumsphase befindet und im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verluste ausgeweitet hat, umfasst im Vorjahr 2021/22 nur neun Monate. In Summe sank das EBIT im Segment Plattformen von -58,9 Mio. EUR im Vorjahr auf -413,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23.

Markenkonzepte

Das Segment Markenkonzepte verzeichnete im Geschäftsjahr 2022/23 einen Anstieg des Umsatzes von 5.525,2 Mio. EUR auf 5.949,8 Mio. EUR, das entspricht einem Zuwachs von 7,7 %. Es trug einen Anteil von 36,7 % (2021/22: 34,4 %) zum Umsatz der Otto Group bei. Bereinigt um Währungskurseffekte - diese betrafen im Wesentlichen die US-Dollar-Entwicklung - und Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises - diese betrafen im Wesentlichen die Einstellung des operativen Geschäfts der bonprix-Gruppe in Russland - legten die Umsätze um 2,3 % gegenüber dem Vorjahr zu.

Mit dieser Umsatzsteigerung von 2,3 % auf vergleichbarer Basis wurde die im Konzernlagebericht 2021/22 für das Segment Markenkonzepte getroffene Prognose eines Umsatzanstiegs im unteren einstelligen Prozentbereich im Geschäftsjahr 2022/23 erreicht.

Die für das Segment Markenkonzepte wichtigsten Absatzmärkte sind die USA und Deutschland.

Bei der in den USA und Kanada tätigen Einrichtungs- und Lifestylegruppe Crate and Barrel stiegen die Umsätze um 28,1 %, währungskursbereinigt um 14,6 %. Die Umsätze wurden im Geschäftsjahr 2022/23 durch einen deutlichen Abbau des Nachlieferungsbestandes durch die Auslieferung von Aufträgen aus 2021/22 begünstigt. Der Onlineanteil am Umsatz ging bei der Crate and Barrel-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr nur auf rund 60 % nach rund 63 % im Vorjahr zurück, obwohl die Ladenlokale im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig nach der Corona-Pandemie wieder durchgehend geöffnet werden konnten. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass sich beide Vertriebskanäle - Online- und Stationärgeschäft - im Geschäftsjahr 2022/23 gut entwickelt haben.

Die Witt-Gruppe und die bonprix-Gruppe mit ihren überwiegend durch Textilien geprägten Sortimenten verzeichneten im Wesentlichen bedingt durch die Kaufzurückhaltung der Konsument*innen im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatzrückgang von 4,3 % beziehungsweise 9,1 %.

Trotz des Umsatzanstiegs im Segment Markenkonzepte ging der Rohertrag durch den überproportional gestiegenen Materialaufwand, vor allem bei der Crate and Barrel-Gruppe, durch stark gestiegene Fracht- und Containerkosten um 41,3 Mio. EUR zurück. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2022/23 mit 52,4 % deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (2021/22: 57,1 %). Die operativen Ergebnisse bei diversen Konzerngesellschaften, vor allem bei der Crate and Barrel-Gruppe, wirkten sich weiterhin positiv auf die Ertragslage des Segments Markenkonzepte aus, sind allerdings gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Bei der Crate and Barrel-Gruppe machte sich im Geschäftsjahr 2022/23 ein deutlich gestiegener Personalaufwand durch Nominallohnsteigerungen bemerkbar. Die Crate and Barrel-Gruppe leistete aber dennoch den größten Beitrag zum positiven EBIT dieses Segments. Bei der bonprix-Gruppe und der Witt-Gruppe belasteten hohe Beschaffungs- und Papierkosten das EBIT stark. In Summe führten die beschriebenen Faktoren zu dem starken Rückgang des EBIT im Segment Markenkonzepte im Geschäftsjahr 2022/23 von 337,8 Mio. EUR auf 145,4 Mio. EUR.

Händler

Im Segment Händler wurde im Geschäftsjahr 2022/23 ein Umsatzrückgang von 2.506,7 Mio. EUR auf 2.274,5 Mio. EUR realisiert, das entspricht einem Rückgang von 9,3 %. Der Anteil am Umsatz der Otto Group betrug 14,0 % (2021/22: 15,6 %). Bereinigt um marginale Währungskurseffekte und Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises nahmen die Umsätze um 7,2 % gegenüber dem Vorjahr ab.

Im Konzernlagebericht 2021/22 wurde für das Segment Händler eine Umsatzwachstumsrate im Geschäftsjahr 2022/23 prognostiziert, die auf vergleichbarer Basis an die Umsatzwachstumsrate des Vorjahres (2021/22: 4,4 %) heranreichen könnte. Mit einem Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis im Segment Händler wurde diese Prognose somit nicht erfüllt.

Der für das Segment Händler mit Abstand wichtigste Absatzmarkt ist Deutschland.

Die auf die Zielgruppe Familien spezialisierte myToys-Gruppe liegt mit ihrem Umsatz im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich unter dem hohen Umsatzniveau des vorangegangenen Geschäftsjahres. Die Umsätze sind um 11,3 % zurückgegangen, auf vergleichbarer Basis um 11,0 %. Die myToys.de GmbH mit ihrem Fokus auf Spielzeug hat im Geschäftsjahr 2022/23 die Kaufzurückhaltung in Deutschland deutlich zu spüren bekommen. Auch weitere Konzerngesellschaften im Segment Händler, zum Beispiel Baur Versand (GmbH & Co KG) und UNITO Versand & Dienstleistungen GmbH, konnten das hohe Umsatzniveau des Vorjahres nicht halten.

Durch den Umsatzrückgang im Segment Händler bei einem gleichzeitig gesunkenen Materialaufwand reduzierte sich der Rohertrag um 113,8 Mio. EUR. Die Rohertragsquote lag im Geschäftsjahr 2022/23 mit 42,5 % leicht unter der des Vorjahres (2021/22: 43,1 %). Abschreibungen deutlich unter Vorjahresniveau wirkten sich positiv auf die Entwicklung der Ertragslage des Segments Händler aus, konnten den Rückgang des Rohertrags aber nicht vollständig kompensieren. Das Segment Händler war im Geschäftsjahr 2022/23 durch außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 8,6 Mio. EUR nach 54,4 Mio. EUR im Vorjahr belastet. Die beschriebenen Faktoren führten im Wesentlichen zu dem Rückgang des EBIT im Segment Händler im Geschäftsjahr 2022/23 von 6,8 Mio. EUR auf -35,4 Mio. EUR.

Services

Das Segment Services verzeichnete im Geschäftsjahr 2022/23 einen ausgewiesenen Rückgang des Außenumsatzes von 626,1 Mio. EUR auf 389,7 Mio. EUR, das entspricht einer Abnahme von 37,7 %. Der Vorjahresvergleich ist allerdings durch Veränderungen im Konsolidierungskreis deutlich verzerrt. Bereinigt um Währungskurseffekte und die Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises ergab sich ein geringer Rückgang der Außenumsätze von 2,9 %. Die Veränderungen des Konsolidierungskreises betreffen im Segment Services vor allem die Paket-Distributionsgesellschaft MONDIAL RELAY in Frankreich, die im Geschäftsjahr 2021/22 vollständig verkauft wurde und in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2021/22 noch mit den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres enthalten ist. Die Außenumsätze, also Umsätze mit Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe, trugen im Segment Services nach 39,7 % im vorangegangenen Geschäftsjahr 28,8 % zum Gesamtumsatz des Segments im Geschäftsjahr 2022/23 bei. Der Anteil am Umsatz der Unternehmensgruppe sank aufgrund der vorstehend beschriebenen Veränderungen im Unternehmensportfolio von 3,9 % auf 2,4 %.

Im Konzernlagebericht 2021/22 wurde für das Segment Services eine Außenumsatzwachstumsrate auf vergleichbarer Basis im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich im Geschäftsjahr 2022/23 prognostiziert. Die Außenumsätze lagen bei einem leichten Rückgang um 2,9 % auf vergleichbarer Basis unter Vorjahresniveau und erfüllen die Prognose somit nicht.

Das Segment wird weiterhin vor allem durch die Konzerngesellschaften unter der Dachmarke Hermes geprägt. Insgesamt nahm der ausgewiesene Umsatz der Hermes Gruppe um 41,2 % ab. Bereinigt um Währungskurseffekte und Effekte aus der Veränderung des Konsolidierungskreises, in diesem Fall vor allem der oben beschriebene Verkauf von MONDIAL RELAY im Vorjahr, lag sie mit einem Rückgang von 0,4 % auf Vorjahresniveau. Das bestehende Portfolio war von den aufgrund der Kaufzurückhaltung gesunkenen E-Commerce-Umsätzen und der damit in Zusammenhang stehenden Abnahme der handelsnahen Dienstleistungen aus dem Servicebereich betroffen. Im Geschäftsjahr 2022/23 konnte die Hermes Gruppe ihren Außenumsatz vor allem im Bereich Zwei-Mann-Handling bei der HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG in Deutschland gegenüber dem Vorjahr steigern, in Frankreich bei GIRARD AGEDISS war das Geschäft jedoch rückläufig.

Das EBIT des Segments ging im Geschäftsjahr 2022/23 um 170,6 Mio. EUR auf -11,0 Mio. EUR zurück. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus den Ergebnisbeiträgen des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe in Deutschland und der Minderheitsbeteiligung in Großbritannien, die im Beteiligungsergebnis enthalten sind. Für das Paket-Distributionsgeschäft gilt ebenfalls die bereits oben beschriebene Abhängigkeit von der Entwicklung der E-Commerce-Umsätze, sodass im Geschäftsjahr 2022/23 ein deutliche Ergebnisbelastung zu verzeichnen war. Neben der deutlichen Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland zum Oktober 2022 und den gestiegenen Kraftstoffkosten belastete die Überarbeitung der Logistikstrategie das Ergebnis des Segments Services in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe (2021/22: in niedriger zweistelliger Millionenhöhe).

Finanzdienstleistungen

Das Segment Finanzdienstleistungen verzeichnete im Geschäftsjahr 2022/23 einen ausgewiesenen Umsatzanstieg von 20,9 %. Die Umsatzerlöse betrugen 983,4 Mio. EUR nach 813,0 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anteil des Segments am Umsatz der Unternehmensgruppe lag mit 6,1 % über dem Vorjahresniveau von 5,1 %. Währungskursbereinigt und bereinigt um die Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises betrug der Umsatzzuwachs im Segment Finanzdienstleistungen 24,1 %. Die EOS Gruppe, welche mit ihren internationalen Geschäftsaktivitäten das Segment Finanzdienstleistungen prägt, verzeichnete einen Umsatzanstieg von 170,5 Mio. EUR, das entspricht einem Anstieg von 21,6 %, auf vergleichbarer Basis 24,9 %. Hierbei ist zu beachten, dass der Umsatz der EOS Gruppe im Vorjahr durch Wertberichtigungen notleidender Forderungen in Russland geschmälert war. Diese notleidenden Forderungen unterlagen aufgrund des Kriegs in der Ukraine einem Risiko hinsichtlich der Realisierung und wurden mit mindernder Wirkung auf den Umsatz abgewertet.

Im Konzernlagebericht des Vorjahres wurde für das Geschäftsjahr 2022/23 eine umsatzseitige Entwicklung prognostiziert, die auf vergleichbarer Basis deutlich über der Wachstumsrate des Vorjahres in Höhe von 3,0 % liegen sollte. Mit der Umsatzsteigerung von 24,1 % auf vergleichbarer Basis wurde die prognostizierte Entwicklung im Segment Finanzdienstleistungen deutlich übertroffen.

Das EBIT des Segments Finanzdienstleistungen verbesserte sich im Geschäftsjahr 2022/23 um 155,1 Mio. EUR auf 451,6 Mio. EUR. Wie in den Vorjahren trug die EOS Gruppe mit einer weiterhin hohen Profitabilität zum hervorragenden EBIT dieses Segments bei.

Sonstige/Holding/Konsolidierung

In der Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung sind die Konzerngesellschaften enthalten, deren Geschäftstätigkeit in keinem der vorstehenden Segmente abgebildet ist. Enthalten sind unter anderem die Aktivitäten des neuen Geschäftsfelds Digital Health, die verbleibenden Aktivitäten der OGDS-Gruppe, für die weiterhin strategische Optionen geprüft werden, sowie die Venture-Aktivitäten. Darüber hinaus wurden hier neben Effekten der intersegmentären Konsolidierung auch übergreifende Kosten der Konzernfunktionen ausgewiesen, die den vorstehenden Segmenten nicht auf einer verlässlichen Basis zugeordnet werden konnten.

Das EBIT der Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung ging im Geschäftsjahr 2022/23 um 50,2 Mio. EUR auf -114,5 Mio. EUR zurück. Der Rückgang des Beteiligungsergebnisses aus Beteiligungen der Venture-Aktivitäten trug in Höhe von -57,0 Mio. EUR zu der Reduktion des EBIT bei. Dieser Rückgang resultiert daraus, dass im Vorjahr unter anderem eine Beteiligung der Venture-Aktivitäten sehr profitabel veräußert wurde. Darüber hinaus belastete das noch im Aufbau befindliche neue Geschäftsfeld Digital Health das Ergebnis. Gegenläufig verringerten sich die Belastungen aus Gratifikationszahlungen der Otto Group Holding im Geschäftsjahr 2022/23.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung) 2022/23
in Mio. EUR
2021/22
in Mio. EUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (bereinigt um Auszahlungen für Ankäufe durch die EOS Gruppe) 775 1.132
Auszahlungen für den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios durch die EOS Gruppe -1.147 -625
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (wie ausgewiesen) -372 507
Cashflow aus Investitionstätigkeit -847 360
davon: Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen -592 -308
Free Cashflow -1.219 867
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 397 -807
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -822 60
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 2 3
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 1.311 1.248
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 491 1.311

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Auszahlungen für den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios durch die EOS Gruppe stellt den finanziellen Leistungsindikator für die operative Zahlkraft und damit die Entschuldungsfähigkeit der Otto Group dar. Er lag im Geschäftsjahr 2022/23 mit 775,1 Mio. EUR deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 1.131,6 Mio. EUR. Diese Entwicklung lässt sich primär auf den deutlichen Rückgang des EBIT zurückführen, welches im Geschäftsjahr 2022/23 mit 22,2 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 677,4 Mio. EUR lag.

Demgegenüber belastete die Entwicklung des Working Capital bei Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit deutlich weniger stark als im Vorjahr. Dabei zeigten sich die Vorräte bei der Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte sowie bei der Konzerngesellschaft OTTO im Segment Plattformen besonders rückläufig. Die Crate and Barrel-Gruppe verzeichnete im Vorjahr eine signifikante Erhöhung des Vorratsbestandes, unter anderem infolge einer gezielten Erhöhung der Warenverfügbarkeit vor dem Hintergrund des überdurchschnittlich hohen Umsatzwachstums. Insbesondere im dritten und vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 reduzierte sich der Vorratsbestand durch verlangsamte Warenbestellungen, den erfolgten Abbau des Nachlieferungsbestandes sowie Effizienzsteigerungen in den logistischen Netzwerken deutlich. Die Konzerngesellschaft OTTO nahm aufgrund der Nachfrageentwicklung eine Reduzierung der Warenordervolumina bei einzelnen Sortimenten vor und verzeichnete damit deutlich unter dem Vorjahr liegende Wareneingänge, insbesondere im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23. Die Konzerngesellschaft About You im Segment Plattformen verzeichnete hingegen im Vorjahresvergleich einen signifikanten Bestandsaufbau bei den Vorräten, der unter anderem durch den Ausbau der dezentralen Lagerkapazitäten zur Erhöhung der Lieferfähigkeit bedingt ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich. Der Rückgang lässt sich im Wesentlichen auf die Segmente Plattformen und Markenkonzepte zurückführen. Während sich bei der Konzerngesellschaft OTTO der Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2022/23 entsprechend auch in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen niederschlägt, wurde bei der Witt-Gruppe unter anderem ein Factoring-Modell etabliert. Einen belastenden Effekt auf das Working Capital hatten hingegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Lieferungen. Diese reduzierten sich insbesondere bei der Konzerngesellschaft OTTO vor dem Hintergrund der Reduzierung der Warenordervolumina bei einzelnen Sortimenten deutlich. In den Veränderungen der übrigen Aktiva/Passiva zeigte sich darüber hinaus ein belastender Effekt aus dem Rückgang der Kundenanzahlungen bei der Crate and Barrel-Gruppe vor dem Hintergrund der im Geschäftsjahresverlauf 2022/23 nachlassenden Umsatzdynamik.

Die EOS Gruppe konnte aufgrund der außergewöhnlich guten marktseitigen Rahmenbedingungen die Forderungsmanagementtätigkeiten im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich ausweiten und außerordentlich hohe Portfolioinvestitionen tätigen. Die Auszahlungen für den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios bei der EOS Gruppe lagen dementsprechend mit 1.147,0 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von 624,5 Mio. EUR. Dieser Effekt spiegelt sich auch in der Entwicklung des Working Capital im Segment Finanzdienstleistungen wider. Neben einem signifikanten Anstieg der Forderungen aus Finanzdienstleistungen ergab sich ebenfalls eine Zunahme der in den Vorräten zu Handelszwecken ausgewiesenen Immobilienportfolios.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2022/23 wesentlich durch die anhaltend hohen Investitionen in die Logistik- und IT-Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Stationär- und Unternehmensstandorten unterschiedlicher Konzerngesellschaften geprägt. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen betrugen 591,9 Mio. EUR nach 307,9 Mio. EUR im Vorjahr. Der weit überwiegende Teil der Investitionen entfiel dabei auf die Hermes Fulfilment-Gruppe im Segment Services, die mit 323,8 Mio. EUR signifikante Investitionen in bestehende und die Entwicklung neuer Warehousing-Standorte inklusive der relevanten technischen Anlagen und IT-bezogenen Ausstattungen vornahm. Darüber hinaus tätigten Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen und Markenkonzepte wesentliche Investitionen. Bei den beiden Konzerngesellschaften OTTO und About You im Segment Plattformen wurde unter anderem der weitere Ausbau der plattformbasierten Geschäftsmodelle vorangetrieben. Im Geschäftsjahr 2022/23 ergaben sich darüber hinaus weitere wesentliche Zahlungsmittelabflüsse im Cashflow aus Investitionstätigkeit. Neben einer im Geschäftsjahr 2022/23 durchgeführten Eigenkapitalerhöhung bei der nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Hermes Germany GmbH aus dem Segment Services wurden weitere Investitionen in Beteiligungen der Venture-Aktivitäten getätigt. Darüber hinaus erfolgten Auszahlungen für den Erwerb von vollkonsolidierten Unternehmen in Höhe von 103,2 Mio. EUR, die insbesondere durch den Erwerb der Medgate-Gruppe im Geschäftsbereich Digital Health im März 2022 bedingt sind. Ein geringer Zahlungsmittelzufluss ergab sich im Geschäftsjahr 2022/23 aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Unternehmen, während im Vorjahr noch ein wesentlicher Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 500,6 Mio. EUR aus dem vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY, einer Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten war.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2022/23 im Wesentlichen durch die deutliche Erhöhung der Netto-Finanzverschuldung der Otto Group geprägt. Die Otto Group hat im Geschäftsjahr 2022/23 relevante strategische Investitionen im Rahmen ihrer fokussierten Wachstumsstrategie fortgeführt, um sich für die Zukunft bestmöglich zu positionieren. Diese umfassenden strategischen Investitionen konnten aufgrund der volatilen und herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, welche sich negativ auf die operative Geschäftsentwicklung vieler Konzerngesellschaften auswirkten, nicht in gleichem Maße durch positive Liquiditätsbeiträge aus der operativen Geschäftstätigkeit finanziert werden. Insgesamt betrachtet ergab sich im Geschäftsjahr 2022/23 daher eine signifikante Nettoerhöhung der Finanzverbindlichkeiten. Im Vorjahr war der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit durch die signifikante Entschuldung der Otto Group vor dem Hintergrund der sehr erfolgreichen umsatz- und ergebnisseitigen Geschäftsentwicklung, der strukturellen Veränderungen im Portfolio der Unternehmensgruppe sowie durch den Börsengang von About You und der hierbei erfolgten Kapitalerhöhung durch die Ausgabe neuer Aktien wesentlich beeinflusst.

Eigenkapital und Finanzierung

Die Konzern-Bilanz der Otto Group weist zum 28. Februar 2023 eine um 359,4 Mio. EUR erhöhte Bilanzsumme von 14.049,9 Mio. EUR aus. Dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 2,6 %.

Finanzierung 28.02.2023 28.02.2022
in Mio. EUR in % in Mio. EUR in %
Eigenkapital 5.168 36,8 5.495 40,1
Langfristiges Fremdkapital 3.749 26,7 3.516 25,7
Latente Steuern 192 1,3 188 1,4
Kurzfristiges Fremdkapital 4.941 35,2 4.492 32,8
Gesamtfinanzierung 14.050 100,0 13.691 100,0

Das Eigenkapital der Otto Group verminderte sich um 327,5 Mio. EUR auf 5.167,7 Mio. EUR und führte bei einer leicht über dem Vorjahreswert liegenden Bilanzsumme zu einem Rückgang der Quote des Konzern-Eigenkapitals von 40,1 % im Vorjahr auf 36,8 % zum 28. Februar 2023. Der maßgebliche Einflussfaktor ist der im Geschäftsjahr 2022/23 ausgewiesene Jahresfehlbetrag in Höhe von 413,5 Mio. EUR. Das Geschäftsjahr 2022/23 war für viele Konzerngesellschaften der Otto Group, insbesondere im Hauptabsatzmarkt Deutschland, umsatz- und ergebnisseitig sehr herausfordernd. Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2022/23 konnte daher nicht an das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2021/22 anknüpfen. Neben der Ergebnisentwicklung hatten Ausschüttungen an die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) und an nicht beherrschende Anteilseigner sowie Zahlungen an Genussschein- und Hybridkapitalgeber in Höhe von insgesamt 188,4 Mio. EUR einen eigenkapitalreduzierenden Effekt. Einen erhöhenden Effekt auf die Entwicklung des Eigenkapitals hatte hingegen das Sonstige Ergebnis in Höhe von 310,3 Mio. EUR. Dabei entfielen 310,5 Mio. EUR auf Bewertungen der Pensionsrückstellungen, wobei die erfolgsneutral erfassten Erträge maßgeblich in der Berücksichtigung von versicherungsmathematischen Gewinnen begründet liegen, welche nahezu vollständig aus dem Anstieg des Rechnungslegungszinssatzes resultierten.

Das langfristige Fremdkapital erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 232,2 Mio. EUR beziehungsweise 6,6 % auf 3.748,7 Mio. EUR. Im Vorjahresvergleich haben sich die im langfristigen Fremdkapital enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten deutlich um 409,0 Mio. EUR erhöht. Die Otto Group hat dabei im Geschäftsjahr 2022/23 im Rahmen einer Debütemission am Schuldscheinmarkt ein Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 382,0 Mio. EUR begeben, welches unter anderem zur weiteren Diversifizierung der Fremdkapitalfinanzierung der Otto Group beiträgt. Das Schuldscheindarlehen wurde mit unterschiedlichen Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren emittiert. Die im langfristigen Fremdkapital enthaltenen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen erhöhten sich ebenfalls deutlich um 159,1 Mio. EUR. Dieser Anstieg ergab sich insbesondere aus der Anmietung neuer Distributionszentren und Lagerkapazitäten bei About You und bei der Hermes Fulfilment-Gruppe, unter anderem in Deutschland und in Polen, sowie bei der Crate and Barrel-Gruppe. Zudem hat die Crate and Barrel-Gruppe weitere Stationärflächen in den USA und in Kanada neu angemietet und wesentliche Mietverträge über bestehende Stationärflächen verlängert. Ein vermindernder Effekt auf das langfristige Fremdkapital ergab sich hingegen aus einem deutlichen Rückgang der Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 397,3 Mio. EUR, der primär im Anstieg des Rechnungslegungszinssatzes begründet liegt.

Das kurzfristige Fremdkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich um 449,4 Mio. EUR beziehungsweise 10,0 % auf 4.941,0 Mio. EUR. Einen wesentlichen Einfluss auf den Anstieg des kurzfristigen Fremdkapitals hatten dabei die für die kurzfristige Finanzierung der Unternehmensgruppe relevanten Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie gegenüber Kreditinstituten, welche sich deutlich erhöhten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten legten um 524,1 Mio. EUR zu. Die Otto Group hat dabei ihren Kreditrahmen bei unterschiedlichen Hausbanken teilweise in Anspruch genommen. Die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen in Höhe von 144,6 Mio. EUR resultierte aus der Begebung von kurzfristigen Wertpapieren im Rahmen des Commercial-Paper-Programms mit einem Nominalvolumen von 145 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich im Geschäftsjahr 2022/23 um insgesamt 147,0 Mio. EUR. Im Segment Plattformen hat die Konzerngesellschaft OTTO die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Geschäftsjahresende deutlich reduziert. Hierbei wirkten sich vor allem aufgrund der Nachfrageentwicklung reduzierte Warenordervolumina bei einzelnen Sortimenten und damit deutlich unter dem Vorjahr liegende Wareneingänge, insbesondere im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23, aus. Die Crate and Barrel-Gruppe und die Witt-Gruppe im Segment Markenkonzepte verzeichneten ebenfalls wesentliche Rückgänge der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Diese sind im Wesentlichen durch deutlich verlangsamte Warenbestellungen bei der Crate and Barrel-Gruppe sowie durch ein anhaltend restriktives Warenorderverhalten bei der Witt-Gruppe bedingt. Einen deutlichen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verzeichnete hingegen About You im Segment Plattformen, der mit einem deutlichen Aufbau der Vorräte im Geschäftsjahr 2022/23, unter anderem bedingt durch den Ausbau dezentraler Lagerkapazitäten, einhergeht. Die sonstigen Verbindlichkeiten verminderten sich insgesamt betrachtet um 176,6 Mio. EUR, wobei sich unter anderem in den vertraglichen Verbindlichkeiten ein deutlicher Rückgang ergab. Dieser entfällt im Wesentlichen auf die Crate and Barrel-Gruppe, die vor dem Hintergrund einer im Geschäftsjahresverlauf 2022/23 nachlassenden Umsatzdynamik eine Abnahme der Kundenanzahlungen verzeichnete.

Netto-Finanzverschuldung

Die Netto-Finanzverschuldung der Otto Group ist im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich um 2.099,1 Mio. EUR auf 2.812,9 Mio. EUR angestiegen.

Trotz der volatilen und herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat die Otto Group im Geschäftsjahr 2022/23 relevante strategische Investitionen im Rahmen ihrer fokussierten Wachstumsstrategie fortgeführt, um sich für die Zukunft bestmöglich zu positionieren. Bei den beiden Konzerngesellschaften OTTO und About You im Segment Plattformen erfolgten hohe Investitionen in den weiteren Ausbau der plattformbasierten Geschäftsmodelle. Insbesondere die Konzerngesellschaft OTTO hat sich auf die Weiterentwicklung von einem reinen Onlinehändler hin zur E-Commerce-Plattform fokussiert und hohe Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie den weiteren Ausbau des Marktplatzgeschäftes getätigt, wodurch ein wesentlicher Beitrag zur zukunftsfähigen Aufstellung der Otto Group geleistet wird. Im Segment Services lag der Investitionsschwerpunkt bei der Hermes Fulfilment-Gruppe, die mit ihren Warehousing-Aktivitäten eine Schlüsselrolle für die Handelsaktivitäten der Otto Group spielt. Die Hermes Fulfilment-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022/23 signifikante Investitionen, unter anderem in einen neuen Standort im polnischen Ilowa sowie einen bestehenden Standort im bayrischen Altenkunstadt, getätigt. Diese Investitionen in die logistische Infrastruktur und den Ausbau der Next-Day-Delivery-Fähigkeit dienen insbesondere dazu, den steigenden Kund*innenbedürfnissen im Bereich der Logistik auch künftig gerecht zu werden. Daneben konnte die EOS Gruppe im Segment Finanzdienstleistungen aufgrund der außergewöhnlich guten marktseitigen Rahmenbedingungen die hochprofitablen Forderungsmanagementtätigkeiten im Geschäftsjahr 2022/23 stark ausweiten. Das Volumen der angekauften Forderungen und Immobilienportfolios lag hierbei deutlich über den Vorjahren und bietet ein hohes Liquiditätspotenzial in den nachfolgenden Geschäftsjahren. Zudem hat die Otto Group im März 2022 mit dem Erwerb der Medgate-Gruppe erstmalig in den Geschäftsbereich Digital Health investiert. Als Anbieter digitaler Gesundheitsservices, darunter auch telemedizinische Beratung, bietet die Medgate-Gruppe die Möglichkeit, zukünftig von den potenziellen Wachstumschancen im digitalen Gesundheitsmarkt zu profitieren.

Diese umfassenden strategischen Investitionen in die Zukunft der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2022/23 konnten aufgrund der volatilen und herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, welche sich negativ auf die umsatz- und ergebnisseitige Entwicklung vieler Konzerngesellschaften auswirkten, nicht in gleichem Maße durch positive Liquiditätsbeiträge aus der operativen Geschäftstätigkeit aufgefangen werden.

Zusätzliche Treiber für die Erhöhung der Netto-Finanzverschuldung der Otto Group im Geschäftsjahr 2022/23 waren die Ausschüttungen an die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) und an nicht beherrschende Anteilseigner sowie an Genussschein- und Hybridkapitalgeber auf Basis des sehr erfolgreichen Geschäftsjahres 2021/22. Darüber hinaus legten die in der Netto-Finanzverschuldung enthaltenen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ebenfalls deutlich zu. Dieser Anstieg ergab sich unter anderem aus der Anmietung neuer Distributionszentren und Lagerkapazitäten in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Services.

Insgesamt entwickelte sich die Netto-Finanzverschuldung der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2022/23 wie folgt:

Netto-Finanzverschuldung 28.02.2023
in Mio. EUR
28.02.2022
in Mio. EUR
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 777 630
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.334 401
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.157 955
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 36 39
Finanzverschuldung 3.304 2.025
abzüglich Wertpapiere -1 -1
abzüglich flüssige Mittel -490 -1.310
Netto-Finanzverschuldung 2.813 714

Vermögensstruktur

Das in der Konzern-Bilanz der Otto Group ausgewiesene Gesamtvermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022/23 um 359,4 Mio. EUR auf 14.049,9 Mio. EUR zum 28. Februar 2023. Dies entspricht einem leichten Anstieg in Höhe von 2,6 %.

Vermögen 28.02.2023 28.02.2022
in Mio. EUR in % in Mio. EUR in %
Anlagevermögen 6.359 45,3 5.723 41,8
Übrige langfristige Vermögenswerte 2.182 15,5 1.675 12,2
Latente Steuern 84 0,6 222 1,7
Kurzfristig gebundenes Vermögen 5.425 38,6 6.071 44,3
Gesamtvermögen 14.050 100,0 13.691 100,0

Das langfristig gebundene Vermögen (Anlagevermögen und übrige langfristige Vermögenswerte) lag im Geschäftsjahr 2022/23 mit 8.540,7 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert von 7.398,0 Mio. EUR und wird zu 104,4 % (2021/22: 121,8 %) durch langfristiges Kapital gedeckt. Der Anstieg des langfristig gebundenen Vermögens lässt sich weit überwiegend auf die deutlichen Zuwächse bei Sachanlagen und Nutzungsrechten sowie bei Forderungen aus Finanzdienstleistungen zurückführen.

Der Anstieg des Sachanlagevermögens um 316,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 ist insbesondere durch die Investitionstätigkeit der Hermes Fulfilment-Gruppe im Segment Services geprägt. Die noch laufenden Investitionstätigkeiten spiegeln sich dabei vor allem in den innerhalb des Sachanlagevermögens ausgewiesenen geleisteten Anzahlungen sowie Anlagen im Bau wider. Die Nutzungsrechte erhöhten sich im Vorjahresvergleich ebenfalls deutlich um 204,3 Mio. EUR. Dieser Anstieg ergab sich insbesondere aus der Anmietung neuer Distributionszentren und Lagerkapazitäten bei About You, bei der Hermes Fulfilment-Gruppe und bei der Crate and Barrel-Gruppe sowie durch die Anmietung neuer Stationärflächen beziehungsweise die Verlängerung bestehender Stationärflächen. Darüber hinaus ergaben sich innerhalb der immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2022/23 Effekte aus dem Erwerb und der Vollkonsolidierung der Medgate-Gruppe im März 2022. Diese betrafen im Wesentlichen Kundenlisten, Markenrechte und Software sowie einen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert, welche im Rahmen der erfolgten Kaufpreisallokation in den immateriellen Vermögenswerten angesetzt wurden.

Die im langfristig gebundenen Vermögen enthaltenen Forderungen aus Finanzdienstleistungen legten im Geschäftsjahr 2022/23 ebenfalls deutlich um 450,9 Mio. EUR zu. Die EOS Gruppe konnte dabei aufgrund der außergewöhnlich guten marktseitigen Rahmenbedingungen die Forderungsmanagementtätigkeiten im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich ausweiten und außerordentlich hohe Portfolioinvestitionen tätigen. Das Volumen der angekauften Forderungen lag hierbei erheblich über den Vorjahren.

Das kurzfristig gebundene Vermögen verminderte sich im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich um 646,3 Mio. EUR auf 5.425,1 Mio. EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 10,6 %. Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des kurzfristig gebundenen Vermögens hatte der Rückgang der flüssigen Mittel. Diese verminderten sich im Geschäftsjahr 2022/23 um 819,9 Mio. EUR. Die hohen Bestände an flüssigen Mitteln wurden insbesondere für die Fortführung der relevanten strategischen Investitionen im Rahmen der fokussierten Wachstumsstrategie der Otto Group genutzt, um sich für die Zukunft bestmöglich zu positionieren. Neben dem weiteren Ausbau der plattformbasierten Geschäftsmodelle bei den beiden Konzerngesellschaften OTTO und About You im Segment Plattformen hat die Hermes Fulfilment-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23 signifikante Investitionen in die logistische Infrastruktur und den Ausbau der Next-Day-Delivery-Fähigkeit getätigt. Daneben konnte die EOS Gruppe im Segment Finanzdienstleistungen das Volumen der angekauften Forderungen und Immobilienportfolios deutlich erhöhen. Im Vorjahr ergaben sich innerhalb der flüssigen Mittel einerseits hohe Zahlungsmittelzuflüsse aus dem erfolgten Börsengang von About You. Andererseits wurde ein wesentlicher Teil der weiteren flüssigen Mittel zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2021/22 verwendet.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich im Geschäftsjahr 2022/23 ebenfalls deutlich um 218,5 Mio. EUR. Der Rückgang lässt sich im Wesentlichen auf die Segmente Plattformen und Markenkonzepte zurückführen. Während sich bei der Konzerngesellschaft OTTO der Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2022/23 entsprechend auch in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen niederschlägt, wurden bei About You Factoringmaßnahmen zum Forderungsmanagement umgesetzt. Bei der Witt-Gruppe im Segment Markenkonzepte ist der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insbesondere auf die Etablierung eines Factoringmodells zurückzuführen. Einen gegenläufigen Effekt auf das kurzfristig gebundene Vermögen hatten die Vorräte. Diese legten im Geschäftsjahr 2022/23 in der Nettobetrachtung insgesamt betrachtet um 112,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zu. Insbesondere die Konzerngesellschaft About You im Segment Plattformen verzeichnete im Vorjahresvergleich einen signifikanten Bestandsaufbau bei den Vorräten. Ein Anstieg der Vorräte ergab sich zudem bei der EOS Gruppe, bei der die außerordentlich hohen Portfolioinvestitionen im Geschäftsjahr 2022/23 auch zu einer Erhöhung der in den Vorräten ausgewiesenen Immobilienportfolios führten. Deutlich rückläufig zeigten sich hingegen die Vorräte bei der Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte sowie bei der Konzerngesellschaft OTTO im Segment Plattformen. Die Crate and Barrel-Gruppe verzeichnete im Vorjahr eine signifikante Erhöhung des Vorratsbestandes, unter anderem infolge einer Erhöhung der Warenverfügbarkeit vor dem Hintergrund des überdurchschnittlich hohen Umsatzwachstums. Insbesondere im dritten und vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 reduzierte sich der Vorratsbestand durch verlangsamte Warenbestellungen und Effizienzsteigerungen in den logistischen Netzwerken deutlich. Die Konzerngesellschaft OTTO hat aufgrund der Nachfrageentwicklung eine Reduzierung der Warenordervolumina bei einzelnen Sortimenten vorgenommen und verzeichnete damit deutlich unter dem Vorjahr liegende Wareneingänge, insbesondere im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23. Analog zu den im langfristig gebundenen Vermögen enthaltenen Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich auch die entsprechenden kurzfristigen Forderungen vor dem Hintergrund der außerordentlich hohen Portfolioinvestitionen der EOS Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23. Diese legten um 144,6 Mio. EUR zu.

Investitionen

Die im Geschäftsjahr 2022/23 getätigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrafen im Wesentlichen die Logistik- und IT-Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Stationär- und Unternehmensstandorten unterschiedlicher Konzerngesellschaften. Der überwiegende Teil der Investitionen entfiel dabei auf Konzerngesellschaften mit dem Schwerpunkt Warehousing im Segment Services. Diese Investitionen lagen im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich über dem üblichen Niveau. Darüber hinaus tätigten Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen und Markenkonzepte sowie in Sonstige/Holding/Konsolidierung enthaltene Konzerngesellschaften wesentliche Investitionen.

Bei den im Geschäftsjahr 2022/23 getätigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen handelte es sich weit überwiegend um Erweiterungsinvestitionen.

Innerhalb der in der Segmentberichterstattung der Otto Group ausgewiesenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen des Geschäftsjahres 2022/23 in Höhe von 755,1 Mio. EUR ergaben sich in Sonstige/Holding/Konsolidierung wesentliche initiale Effekte aus dem Erwerb und der Vollkonsolidierung der Medgate-Gruppe in Höhe von 158,4 Mio. EUR. Diese betrafen im Wesentlichen Kundenlisten, Markenrechte und Software sowie einen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert. Innerhalb der ausgewiesenen Investitionen des Vorjahres in Höhe von 2.336,7 Mio. EUR ergaben sich im Segment Plattformen signifikante initiale Effekte aus der Vollkonsolidierung von About You in Höhe von 2.035,6 Mio. EUR. Diese betrafen im Wesentlichen Kundenlisten und Markenrechte sowie einen derivativen Geschäfts- oder Firmenwert.

Für eine bessere Vergleichbarkeit der klassischen Investitionstätigkeit der Otto Group zwischen den beiden Geschäftsjahren 2022/23 und 2021/22 werden die initialen Effekte aus der Vollkonsolidierung der Medgate-Gruppe sowie von About You bei den nachfolgenden Ausführungen nicht berücksichtigt und es wird auf die um diese Effekte bereinigten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen abgestellt. Diese legten von 301,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22 auf 596,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 zu. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich demnach ein signifikanter Anstieg der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 295,6 Mio. EUR.

Investitionen nach Segmenten 2022/23
in Mio. EUR
2021/22
in Mio. EUR
Plattformen 76 2.106
Markenkonzepte 81 81
Händler 26 20
Services 332 65
Finanzdienstleistungen 20 23
Sonstige/Holding/Konsolidierung 220 42
Konzern (wie ausgewiesen) 755 2.337
Bereinigung um Investitionen aufgrund von Veränderungen des Konsolidierungskreises in Sonstige/Holding/Konsolidierung -158 0
Bereinigung um Investitionen aufgrund von Veränderungen des Konsolidierungskreises im Segment Plattformen 0 -2.036
Konzern 597 301

Im Segment Plattformen fokussierte sich die Konzerngesellschaft OTTO bei den getätigten Investitionen auf die weitere Fortsetzung des bereits in großen Schritten vorangegangenen Geschäftsmodellwandels hin zu einer E-Commerce-Plattform. Es wurden auch im Geschäftsjahr 2022/23 hohe Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie in Zukunftstechnologien und den weiteren Ausbau des Marktplatzgeschäftes getätigt, um diese an die sich verändernden Kund*innenbedürfnisse anzupassen. Zudem erfolgten erneut hohe Investitionen bei der Otto Payments GmbH, die als Payment-Dienstleister zur Abwicklung von Zahlungen auf otto.de gegründet wurde, um Zahlungsdienstleistungen aus einer Hand für Kund*innen und Marktplatzpartner anbieten zu können. Die Handelsplattform About You legte den Investitionsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2022/23 erneut auf die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur, um den internationalen und technologischen Wachstumspfad konsequent fortführen zu können.

Im Segment Markenkonzepte fokussierten sich die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erneut auf den weiteren Ausbau und das Wachstum der vertikalen Markenkonzepte der Otto Group. Die Crate and Barrel-Gruppe in den USA und Kanada investierte vor dem Hintergrund der erneut guten operativen Geschäftsentwicklung und einer deutlichen Steigerung der E-Commerce-Umsatzerlöse signifikant in bestehende und neue Lagerkapazitäten sowie die Weiterentwicklung der Supply Chain. Zudem erfolgten Investitionen in die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur, der Onlineshops und in neue Stationärstandorte in den USA und in Kanada. Die Witt-Gruppe tätigte weitere Investitionen in den Ausbau und die Weiterentwicklung der eigenen Logistikstandorte. Bei den weiteren Handelskonzepten der Otto Group im Segment Händler lag der Investitionsfokus auf der Fortführung der laufenden Transformation hin zu einer stärkeren Digitalisierung der Geschäftsmodelle, auf einer zukunftsfähigen Positionierung im Wettbewerb, auf einer Weiterentwicklung der Onlineshops sowie auf der Steigerung operativer Exzellenz.

Im Segment Services lag der Investitionsschwerpunkt bei der Hermes Fulfilment-Gruppe, die mit ihren Warehousing-Aktivitäten eine Schlüsselrolle für die Handelsaktivitäten der Otto Group und das weitere Umsatzwachstum der Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler spielt. Die Hermes Fulfilment-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Volumen von 323,8 Mio. EUR signifikante Investitionen in bestehende und die Entwicklung neuer Warehousing-Standorte sowie die in diesem Zusammenhang relevanten technischen Anlagen und IT-bezogenen Ausstattungen getätigt. Im April 2022 erfolgte die Grundsteinlegung für einen umfangreichen Neubau eines Versandzentrums am Standort im polnischen Ilowa. Dieses Versandzentrum wird zukünftig die logistische Abwicklung kleinvolumiger Sortimente der Konzerngesellschaft OTTO, einschließlich Lagerung, Kommissionierung und Versand, fokussieren und voraussichtlich Ende 2023 in Betrieb gehen. Das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2022/23 belief sich auf 184,0 Mio. EUR. Am Logistikstandort im bayrischen Altenkunstadt hat die Hermes Fulfilment-Gruppe gemeinsam mit der Baur-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23 wesentliche Schritte bei der Weiterentwicklung des Standortes unternommen und unter anderem den Neubau eines 16.300 qm großen vollautomatisierten Shuttlelagers auf bestehender Fläche gestartet. Die bauliche und technische Weiterentwicklung des Standorts mit einem bisherigen Investitionsvolumen von 92,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 soll bis zum Frühjahr 2024 abgeschlossen sein. Das vollautomatisierte Shuttlelager wird die Lieferzeiten für die Kund*innen deutlich verkürzen und damit in Ergänzung zu dem bereits heute bestehenden Logistikbetrieb in Altenkunstadt ein wesentlicher Bestandteil des logistischen Netzwerks der Konzerngesellschaft About You werden. Die beiden Logistikprojekte in Ilowa und Altenkunstadt haben ihren Investitionsschwerpunkt im Wesentlichen in den Geschäftsjahren 2022/23 und 2023/24, sodass das Investitionsvolumen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Segment Services in diesen beiden Geschäftsjahren vorübergehend deutlich über dem Niveau der vorangegangenen Geschäftsjahre liegt.

Die Investitionstätigkeit der EOS Gruppe, die das Segment Finanzdienstleistungen wesentlich prägt, fokussierte im Geschäftsjahr 2022/23 die weitere Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle sowie die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur. Die primäre operative Investitionstätigkeit der EOS Gruppe zielt gleichwohl auf den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios im Rahmen der Ausweitung der Forderungsmanagementtätigkeiten ab. Diese Ankäufe sind Bestandteil der Entwicklung des Working Capital und werden nicht als klassische Investitionen ausgewiesen. Sie sind daher nicht in den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen enthalten.

Mittelbindung nach Segmenten

Die Mittelbindung der Otto Group wurde im Geschäftsjahr 2022/23 primär durch die Segmente Plattformen, Markenkonzepte und Finanzdienstleistungen geprägt:

Mittelbindung nach Segmenten 28.02.2023
in %
28.02.2022
in %
Plattformen 31,1 32,9
Markenkonzepte 20,2 23,1
Händler 14,1 16,1
Services 9,3 6,6
Finanzdienstleistungen 29,2 23,0
Sonstige/Holding/Konsolidierung -3,9 -1,7
Konzern 100,0 100,0

KENNZAHLEN

Als wesentliche Indikatoren der finanziellen Leistungsfähigkeit der Otto Group werden der dynamische Verschuldungsgrad sowie der Verschuldungskoeffizient verwendet. Dabei wird entsprechend des Marktstandards für Finanzdienstleister im Bereich Forderungsmanagement das sogenannte "Cash EBITDA" zur Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrads verwendet. Das bedeutet, dass Tilgungen auf Forderungspakete und aus Verkaufserlösen aus Immobilienverwertungen bei der EOS Gruppe zum ausgewiesenen EBITDA addiert werden. Hintergrund ist, dass die operativen Rückflüsse aus Finanzdienstleistungen gemäß IFRS - anders als Rückflüsse aus sonstigen Investitionen - nicht vollständig im EBITDA abgebildet werden, sondern bereits um diese Abschreibungskomponente saldiert werden. Das Cash EBITDA in zur Netto-Finanzverschuldung spiegelt somit die vollständige Entschuldungsfähigkeit der Otto Group wider.

Für die vollständige Rückführung der Netto-Finanzverschuldung inklusive der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen aus dem Cash EBITDA wäre theoretisch ein Zeitraum von 2,4 Jahren erforderlich. Der deutliche Anstieg zum Vorjahreswert (28. Februar 2022: 0,4 Jahre) ist im Wesentlichen durch den deutlichen Anstieg der Netto-Finanzverschuldung der Unternehmensgruppe bei gleichzeitigem Ergebnisrückgang bedingt.

Auch der Verschuldungskoeffizient stieg durch den Anstieg der Netto-Finanzverschuldung sowie den leichten Rückgang des Eigenkapitals an und lag zum 28. Februar 2023 bei 0,5 (28. Februar 2022: 0,1).

Mittelfristig plant die Otto Group, ihre Profitabilität zu stärken und die Verschuldung wieder zu reduzieren, um die Indikatoren zur finanziellen Leistungsfähigkeit, insbesondere den dynamischen Verschuldungsgrad, zu verbessern.

Die Quote des Konzern-Eigenkapitals ging aufgrund der in den vorherigen Kapiteln beschriebenen Entwicklungen von 40,1 % im Vorjahr auf 36,8 % zurück.

kennzahlen 2022/23 2021/22
(28.02.2023) (28.02.2022)
Quote des Konzern-Eigenkapitals in % 36,8 40,1
Netto-Finanzverschuldung in Mio. EUR 2.813 714
EBITDA in Mio. EUR 589 1.204
Anpassung (Tilgungen auf Forderungspakete, bereinigt um zahlungsunwirksame Wertanpassungen im Sinne des IFRS 9, und Tilgungen aus Verkaufserlösen aus Immobilienverwertungen) in Mio. EUR 588 560
Cash EBITDA in Mio. EUR 1.177 1.765
Dynamischer Verschuldungsgrad in Jahren 2,4 0,4
(Netto-Finanzverschuldung / Cash EBITDA)
Verschuldungskoeffizient 0,5 0,1
(Netto-Finanzverschuldung / Konzern-Eigenkapital)

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Governance-Systeme

Als Familienunternehmen ist die Otto Group nach den Werten ihres Code of Ethics tätig: respektvoll miteinander umgehen, verantwortungsvoll, fair und nachhaltig agieren. Diese Werte sind Teil der Unternehmenskultur, die von den Mitarbeiter*innen täglich gelebt und gestaltet wird. Regelkonformes Verhalten basiert wesentlich auf den Werten und dem Miteinander. Daneben ist die werteorientierte Steuerung von Risiken und Chancen integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der Otto Group.

Dazu hat die Otto Group diverse Governance-Systeme auf Basis des "Three Lines of Defence"-Modells konzeptioniert und etabliert. Kerngedanke dieses Modells ist, dass die operativ Verantwortlichen (1. Linie) - ausgehend von ihrer Risikobewertung und unter Berücksichtigung von Vorgaben - Maßnahmen und Kontrollen implementieren. Für risikobehaftete Themen erlässt die 2. Linie (Überwachung) Vorgaben und überwacht die Wirksamkeit der Maßnahmen und Kontrollen. Die 3. Linie (Revision) sorgt für eine unabhängige Prüfung der Risikobewältigung durch die 1. und 2. Linie:

Im Folgenden werden die einzelnen Governance-Systeme - das Risikomanagementsystem, das Interne Kontrollsystem, das Compliance Management System und das Interne Revisionssystem - näher beschrieben:

Risikomanagement- und Internes Kontrollsystem

Alle Konzerngesellschaften, an denen die Otto Group unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 50 % der Stimmrechte beteiligt ist oder über die sie einen beherrschenden Einfluss ausüben kann, sind über die konzernweit gültigen Richtlinien und Vorgaben in das Risikomanagementsystem - nachfolgend RMS - und Interne Kontrollsystem - nachfolgend IKS - einbezogen. Die Durchführung der Risikoerhebung vollzieht sich bottom-up, von den einzelnen Konzerngesellschaften stufenweise über die Konzerngruppen bis zum Konzern. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die Risiken am Ort ihres Entstehens erfasst werden. Die enge Vernetzung der bestehenden Kontroll- und Managementsysteme und die einheitlichen Methoden und Prozesse garantieren ein ganzheitliches Risikomanagement. Das RMS ermöglicht es, Risiken schnell zu identifizieren und gegebenenfalls umgehend geeignete Maßnahmen zu treffen oder Kontrollen abzuleiten, um entweder die Eintrittswahrscheinlichkeit zu senken oder die möglichen Auswirkungen der Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Falle ihres Eintritts zu begrenzen. Die hohe Transparenz im Hinblick auf Risiken und Maßnahmen in einem gemeinsamen Tool ermöglicht das Nutzen von Synergieeffekten zwischen den Konzerngesellschaften.

Der hierzu implementierte Prozess umfasst folgende Schritte:

Identifizierung und Bewertung

Der Aufruf zur Risikoerhebung erfolgt einmal jährlich durch den Konzern, die Erhebung dauert von Juli bis September und umfasst die Risiken für das gesamte Geschäftsjahr. Im Rahmen der Risikoerhebung sind die für die Unternehmenstätigkeit der Konzerngesellschaft relevanten Risikofelder zu identifizieren. Dabei orientieren sich die Verantwortlichen entlang der Wertschöpfungskette beziehungsweise der Geschäftsprozesse mithilfe des im RMS-Tool hinterlegten Risikokatalogs. Die von den Konzerngesellschaften und den Konzernfunktionen gemeldeten Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkungen beurteilt. Zur Bewertung der Schadenshöhe stehen fünf verschiedene Kategorien zur Verfügung (finanziell, operativ, strategisch, Compliance, Reputation). Die Bewertung erfolgt sowohl als Bruttobetrachtung vor Risikosteuerungsmaßnahmen als auch als Nettobetrachtung nach Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Um die gesamte Breite denkbarer Tendenzen aufzuzeigen, werden für relevante Risiken verschiedene Zukunftsszenarien erarbeitet und deren Auswirkungen auf die Otto Group quantitativ untersucht. Hierfür verwendet die Otto Group standardisierte Methoden. Relevante Risiken werden mit einheitlichen Schadensverteilungsmaßen beurteilt, zum Beispiel mit einer Dreiecksverteilung aus einem Best-Case-, wahrscheinlichsten und Worst-Case-Szenario. Die inhaltliche Qualität der Risikomeldung wird zusätzlich durch Validierungsmaßnahmen seitens der Holdingfunktionen der Otto Group gewährleistet. Außerdem erfolgt eine Prüfung der Risiken auf mögliche Reputationsschäden sowie Compliance-Verstöße. Zur Vervollständigung des Risikoinventars werden zudem mögliche Extremrisiken aus Konzernsicht erhoben und bewertet. Per definitionem ist ein Extremrisiko ein Risiko, das mit einer sehr niedrigen Wahrscheinlichkeit zu extremen negativen Auswirkungen (Extremereignissen) innerhalb von wenigen Jahren führen kann. Die Risikoerhebung orientiert sich dabei an makroökonomisch-politischen Umfeldanalysen und Krisenszenarien.

Seit Januar 2023 werden Risiken erstmals auch im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes betrachtet und bewertet. Hierzu werden die Risiken aus den deutschen Konzerngesellschaften zusätzlich aus der Betroffenensicht beziehungsweise Rechteinhaber-Perspektive beurteilt und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihrer möglichen Schwere bewertet. Zur Bewertung der Schwere werden drei Kategorien betrachtet (Ausmaß, Tragweite, Unumkehrbarkeit). Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird unter Zuhilfenahme weiterer interner und externer Daten bewertet. Die Bewertung erfolgt sowohl in Form einer Bruttobetrachtung vor Risikosteuerungsmaßnahmen und Präventionsmaßnahmen als auch als Nettobetrachtung nach Maßnahmen zur Risikobegrenzung.

Steuerung und Überwachung

Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, geeignete risikomindernde Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen sowie Chancen in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu nutzen. Darüber hinaus erarbeiten sie eine allgemeine Strategie zum Umgang mit den identifizierten Risiken. Zu diesen Strategien zählen Risikovermeidung, Risikoverringerung mit dem Ziel, die Auswirkung beziehungsweise die Eintrittswahrscheinlichkeit zu minimieren, Risikotransfer auf Dritte oder Risikoakzeptanz. Die Entscheidung über die Umsetzung der entsprechenden Strategie zur Steuerung des Risikos berücksichtigt auch die Kosten in Verbindung mit der Effektivität etwaiger geplanter risikomindernder Maßnahmen. Analog dazu werden entsprechende Kontrollen abgeleitet und die Wirksamkeit wird dokumentiert. Risikostrategien sowie für die Risiken relevante Indikatoren und Gegenmaßnahmen werden im Rahmen des Gesamtprozesses durch ein weiteres Augenpaar überwacht.

Berichterstattung

Gemäß individuell festgelegter Wesentlichkeitsgrenzen beziehungsweise von der Unternehmensgröße abhängiger Schwellenwerte zur Einstufung der Schadenshöhe fließen die Risiken in die Berichterstattung ein. Die in der jährlichen Risikoinventur gemeldeten Risiken werden unterjährig aktualisiert und zu den Beiratssitzungen der jeweiligen Konzerngesellschaften präsentiert. Die aus Konzernsicht wesentlichen Risiken werden in einer Risikomatrix dargestellt. Diese gliedert alle Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren jeweiligen Auswirkungen und stellt somit die Transparenz der Risikolage der Otto Group sicher. Zudem wird in jedem Geschäftsjahr die Risikotragfähigkeit der Otto Group bestimmt sowie die Gesamtrisikoposition mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat werden sowohl über eine potenzielle Bestandsgefährdung als auch über relevante Entwicklungen im Risikomanagement informiert. Mit Ad-hoc-Risikomeldungen können auch außerhalb der genannten offiziellen Meldezeitpunkte neue wesentliche Risiken umgehend an den Konzernvorstand gemeldet werden.

Die Verantwortung für das Risikomanagement liegt beim Konzernvorstand und den Geschäftsführer*innen der Konzerngesellschaften. Die enge Verzahnung des RMS mit dem IKS und dem Controlling/Berichtswesen dient der Wirksamkeit des RMS. Darüber hinaus dienen der Aufbau und das regelmäßige Überprüfen des Compliance Management Systems dazu, gesetzliche Bestimmungen und unternehmensinterne Richtlinien einzuhalten. Das RMS wird von dem organisatorisch verantwortlichen Management in Zusammenarbeit mit dem Otto Group Holding Fachbereich Risikomanagement fortlaufend weiterentwickelt und vom Fachbereich Group Audit überprüft.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Risikomanagements der Otto Group ist die koordinierte Unternehmenskommunikation. Durch die kontinuierliche und vertrauensbildende Kommunikation relevanter Themen beugt die Otto Group Reputationsrisiken generell vor.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem

Das rechnungslegungsbezogene IKS ist eingebettet in das IKS der Otto Group und berücksichtigt dessen Anforderungen.

Ziel des rechnungslegungsbezogenen IKS der Otto Group ist es, die Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung sowie der Finanzberichterstattung sicherzustellen. Dabei soll insbesondere gewährleistet werden, dass alle Geschäftsvorfälle auf Basis geltender Normen, Rechnungslegungsvorschriften sowie interner Konzernregelungen zeitnah, einheitlich und korrekt buchhalterisch erfasst werden. Fehler in der Rechnungslegung sollen vermieden beziehungsweise wesentliche Fehlbewertungen zeitnah aufgedeckt werden.

Der Konzernabschluss der Otto Group wird auf Basis eines zentral vorgegebenen konzeptionellen Rahmens erstellt. Dieser umfasst im Wesentlichen die folgenden organisatorischen und technischen Maßnahmen, in die alle Konzerngesellschaften einbezogen sind.

Die zentral vorgegebene Konzernrichtlinie sowie ergänzende Bilanzierungsanweisungen stellen die relevanten Regelungen der IFRS sowie die konzernweit verbindlichen Vorgaben für die Ausübung von Wahlrechten und Gestaltungsmöglichkeiten dar. Sie stellen sicher, dass die Bilanzierungsstandards nach IFRS einheitlich und konzernweit angewendet werden.

Darüber hinaus ist ein einheitlicher Konzernkontenplan für alle Konzerngesellschaften verpflichtend. Die Datenmeldung zur Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf der Detailebene dieses Kontenplans. Er hat die Aufgabe, zusammen mit der Konzernrichtlinie eine ordnungsgemäße und einheitliche Erstellung des Konzernabschlusses der Otto Group sicherzustellen, und ist deshalb wesentlicher Bestandteil der internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung.

Neuerungen in der internationalen Rechnungslegung werden vom Otto Group Holding Direktionsbereich Group Controlling & Accounting zeitnah auf Relevanz überprüft und ihre Umsetzung wird den Konzerngesellschaften frühzeitig, beispielsweise in monatlichen Newslettern, angekündigt.

Schließlich garantiert die konzerneinheitlich gesteuerte Durchführung des Abschlussprozesses im Rahmen eines zentral verwalteten Abschlusskalenders einen strukturierten Prozess der Rechnungslegung.

Die IFRS Einzelabschlüsse (Reporting Packages) der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften werden entweder lokal durch die Konzerngesellschaft oder durch ein Shared Service Center erstellt. Sie werden daraufhin in einem einheitlichen System erfasst. Automatische Plausibilitätsprüfungen und systemseitige Validierungen der Daten stellen qualitätssichernde Maßnahmen im Prozess der Datenerfassung dar. Die Konsolidierung erfolgt anschließend an einem zentralen Standort mithilfe einer weiteren Software. Bei den Systemen handelt es sich um etablierte Softwareprodukte, die auf Ordnungsmäßigkeit geprüft sind. Darüber hinaus sind zum Schutz vor nicht autorisiertem Zugriff in den rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen Zugriffsberechtigungen definiert. Letzteres erfolgt in Übereinstimmung mit den Bestimmungen zur Informationssicherheit der Otto Group.

Auf Konzernebene wird durch den Otto Group Holding Direktionsbereich Group Controlling & Accounting die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der von den Konzerngesellschaften berichteten IFRS Einzelabschlüsse überprüft.

Nach dem Finalisieren aller Konsolidierungsschritte wird der Konzernabschluss durch den Otto Group Holding Direktionsbereich Group Controlling & Accounting unter Einbeziehung weiterer Fachabteilungen erstellt. Die Erstellung des Konzernlageberichts erfolgt ebenfalls durch diesen Direktionsbereich in Zusammenarbeit mit den relevanten Fachbereichen der Otto Group Holding. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht durchlaufen während des Erstellungsprozesses mehrere Qualitätsdurchsichten. Die Mitglieder des Konzernvorstands erteilen der finalen Fassung die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Compliance Management System

Die Otto Group unterhält ein Compliance Management System - nachfolgend CMS. Dieses verfolgt das Ziel, Compliance als integrativen Bestandteil in allen Geschäftsprozesse fest zu verankern. In diesem Zusammenhang erhebt und bewertet die Otto Group die relevanten Compliance-Risiken und realisiert Maßnahmen, um regelwidriges Verhalten zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Richtlinien, Schulungen und Beratungen. Die Maßnahmen werden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft und stetig verbessert.

Zentrales Gremium des CMS ist das Compliance Committee - unter dem Vorsitz der Konzern-Vorständin für Finanzen, Controlling und Personal. In dem Committee sind unter anderem die Risikofunktionen der Otto Group vertreten. Die Mitglieder des Compliance Committee definieren das CMS der Otto Group und die verbindlichen Anforderungen für alle Konzerngesellschaften.

Unterstützt wird das Compliance Committee operativ durch das Compliance Office, dessen Mitglieder in der Otto Group als Ansprechpartner*innen für Compliance-Fragen zur Verfügung stehen. Zudem bildet das Compliance Office die Schnittstelle zu den Konzerngesellschaften. Diese haben eigene, dezentrale Compliance-Organisationen, die an den gruppenweiten Anforderungen und Standards ausgerichtet sind.

Die Compliance-Themen sind fachlich in verschiedenen Konzernbereichen verankert. Die Otto Group hat dabei Compliance-Kernthemen von gruppenweiter Bedeutung definiert, die von zentralen Themenverantwortlichen gesteuert werden. Die Compliance-Arbeit der Otto Group beschränkt sich indes nicht nur auf diese Compliance-Kernthemen, sondern berücksichtigt die vielfältigen Herausforderungen der Otto Group. Darüber hinaus werden die Prozesse fortlaufend hinterfragt und überprüft und neue Compliance-Risiken in die Strukturen des CMS integriert.

Damit Fehlverhalten und Zuwiderhandlungen rechtzeitig entdeckt, nachverfolgt und Abhilfemaßnahmen ergriffen werden können, hat die Otto Group ein Hinweisgebersystem etabliert. Alle Mitarbeiter*innen und Außenstehende können Verstöße gegen Gesetze und interne Regelungen über verschiedene Kanäle - auch anonym - melden. Jede eingehende Meldung wird sorgfältig geprüft und Verdachtsfällen wird nachgegangen.

Internes Revisionssystem

Die (Interne) Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen und unterstützt dadurch den Konzernvorstand und die Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften in ihren Überwachungsaufgaben. Die Revision ist darauf ausgerichtet, einen Mehrwert zu schaffen und die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Sie trägt zur Gewährleistung der Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Prozessen sowie zum Schutz des Vermögens und zur Verhinderung von Reputationsschäden bei. Dazu prüft die Revision insbesondere die Wirksamkeit (Angemessenheit und Funktionsfähigkeit) des RMS, des IKS, des CMS und der Führungs- und Überwachungsprozesse und hilft, diese zu verbessern.

Das Interne Revisionssystem - nachfolgend IRS - der Otto Group wird durch eine Konzernrichtlinie beschrieben und sieht vor, dass der Revisionsbedarf vom Konzernvorstand (hoheitliche Sicht) und den jeweiligen Geschäftsführer*innen für ihre Konzerngesellschaft (lokale Sicht) risikoorientiert zu erheben und angemessen abzudecken ist. Der Konzernvorstand kann Prüfungen im gesamten Geltungsbereich dieser Konzernrichtlinie veranlassen und beauftragt damit die Konzernrevision. Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften veranlassen Prüfungen in ihrer Gesellschaft sowie deren Tochtergesellschaften und beauftragen damit Group Audit, eine lokale Revision oder externe Prüfer. Die Leitung des Fachbereiches Group Audit koordiniert die Revisionsaktivitäten konzernweit und erlässt hierzu fachliche Vorgaben in einem "Manual Internal Auditing". Dazu sind ihr die lokalen Revisionen in den Konzerngesellschaften fachlich unterstellt. Diese "dotted-line" dient zudem der Förderung der Unabhängigkeit der lokalen Revisionen.

Prüfungsplanung

Die Revisionstätigkeit erfolgt risikoorientiert unter Berücksichtigung des Umfanges und des Risikogehaltes der Geschäftsprozesse. Grundsätzlich wird ein Jahresplan mit einem Kontingent für ungeplante Sonderprüfungen aufgestellt. Das Audit Universe umfasst alle operativen Konzerngesellschaften. In diesen Gesellschaften werden regelmäßig General Audits durchgeführt (diese Prüfungen umfassen unter anderem die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung sowie die Themengebiete IKS, RMS, CMS und IRS). Der hoheitliche Prüfungsplan wird vom Vorstandsvorsitzenden genehmigt und beinhaltet neben den oben genannten General Audits Risikoprüfungen (Konzernsicht). Lokale Prüfungspläne werden von der jeweiligen Geschäftsführung genehmigt.

Prüfungsdurchführung, Berichterstattung und Follow-up

Die Prüfungen der Revisionen werden in Anlehnung an die Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision und insbesondere dem Code of Ethics des Institute of Internal Auditors - nachfolgend IIA - durchgeführt. Über jede Prüfung wird zeitnah schriftlich berichtet. Zur Beseitigung der festgestellten Mängel und Begrenzung der identifizierten Risiken werden Empfehlungen abgeleitet, deren Umsetzung nachgehalten wird (Follow-up).

Wirksamkeit

Die Wirksamkeit des IRS der Otto Group und die Einhaltung der Berufsgrundsätze des IIA wird durch ein Qualitätssicherungs- und Verbesserungsprogramm gefördert. Dazu zählt insbesondere die regelmäßige (in der Regel alle fünf Jahre) Beauftragung von externen Quality Reviews. Zuletzt erfolgte dies im Januar 2019 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die Wirksamkeit des IRS der Otto Group wurde dabei bestätigt.

Chancenmanagement

Trotz der herausfordernden Marktlage verfolgt die Otto Group eine fokussierte Wachstumsstrategie, um bestehende Stärken nachhaltig auszubauen und sowohl national als auch international zu festigen sowie innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, die das bestehende Unternehmensportfolio optimal ergänzen. Insbesondere der Markteintritt in den digitalen Gesundheitsmarkt wird mittel- bis langfristig als eine gute Chance zum Wachsen angesehen.

Darüber hinaus werden fortlaufend Chancen für das Portfolio, beispielsweise durch die kontinuierliche Umsetzung der Plattformtransformation von OTTO identifiziert, bei der stets die Zufriedenheit der Kund*innen in den Mittelpunkt gestellt wird. Daneben trägt die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Bewusstsein der Kund*innen dazu bei, dass sich in der Otto Group verstärkt nachhaltige Produkte und Prozesse entlang des Portfolios etablieren.

Zusammenfassend wird mit der fokussierten Wachstumsstrategie auch in den kommenden Jahren ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der darauf abzielt, in diesen herausfordernden Zeiten bestehende Stärken auszubauen und neue Geschäftsfelder zu erschließen, um langfristigen Erfolg und eine solide Unternehmensentwicklung zu sichern.

Risikobericht

Die nachfolgende Berichterstattung bietet einen Gesamtüberblick über die wesentlichen Risiken und zeigt deren Bedeutung für die Otto Group auf. Dabei werden die Risiken anhand einer Matrix mit den Dimensionen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit klassifiziert. Für die Risikobewertung der Otto Group gelten folgende Schwellenwerte mit den entsprechenden Schadenshöhen, die basierend auf der Grundlage der Deutschen Rechnungslegungs Standards in diesem Chancen- und Risikobericht genannt werden. Die Referenzgröße bildet das EBT:

Eintrittswahrscheinlichkeit
Schadenshöhe gering / 0 - < 5
%
mittel / 5 - < 25
%
hoch / 25 - < 50
%
sehr hoch / 50 - 100
%
sehr hoch / > 100 Mio. EUR hoch sehr hoch sehr hoch sehr hoch
hoch / > 50 - 100 Mio. EUR mittel hoch sehr hoch sehr hoch
mittel / > 25 - 50 Mio. EUR gering mittel hoch sehr hoch
gering / 5 - 25 Mio. EUR gering gering mittel hoch

Sofern in der Szenariobetrachtung neben der Risikobetrachtung auch Chancenkomponenten ermittelt wurden, werden diese analog zur oben angegebenen Methodik bewertet.

Volkswirtschaftliche Chancen und Risiken

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und somit auch auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group. Unvorhersehbare Störungen innerhalb der globalen Wirtschaftsverflechtungen können zu schwer abschätzbaren Auswirkungen führen. Gesamtwirtschaftliche Risiken führen potenziell zu einer Reduzierung der Kaufkraft der privaten Haushalte in den betroffenen Ländern und Regionen und können damit einen Rückgang der Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen der Otto Group bewirken. Volkswirtschaftliche Risiken könnten wegen der damit verbundenen Absatzschwankungen mit hohen Ergebnisauswirkungen verbunden sein.

Geopolitik

Infolge des Einmarsches russischer Streitkräfte in die Ukraine kam es zu einem Anstieg der Energiepreise, zu Preissteigerungen bei Waren und Dienstleistungen, zu hoher Inflation sowie zur Eintrübung des Konsumklimas. Der Krieg und die in diesem Zuge verhängten Sanktionen haben zudem einen unmittelbar negativen Einfluss auf die operative Tätigkeit der wenigen, in Russland aktiven Konzerngesellschaften gehabt und mithin zu einem weitgehenden Rückzug der Handelsaktivitäten aus dem Markt geführt.

Die im Zusammenhang mit der strategischen Konkurrenz zwischen China und dem Westen sichtbaren Tendenzen zur Entkopplung von Märkten haben sich im Berichtszeitraum verstärkt, wie unter anderem verstärkte US-amerikanische Exportkontrollen zeigen. Diese Entwicklung kann mittelfristig auch negative Auswirkungen auf europäische Unternehmen haben. Neben der Beeinträchtigung von Lieferketten können diese auch erschwerte Bedingungen bei Geschäftstätigkeit in China sein.

Die Corona-Pandemie sorgte 2022 aufgrund zeitweiliger Lockdowns in China weiterhin für Störungen in den weltweiten Lieferketten und damit verbundenen Einschränkungen in der Warenverfügbarkeit. Aufgrund der Abkehr Chinas von der Lockdown-Politik Ende 2022 und dem allgemeinen Trend zur Rückkehr zur Normalität war auf diesem Gebiet zuletzt eine Entspannung zu beobachten.

Die Otto Group stuft das Risiko aus geopolitischen Entwicklungen als sehr hoch ein. Diesem Risiko wird mit der Überwachung geopolitischer Entwicklungen und Krisenstabstätigkeiten begegnet.

Zerfall der Eurozone

Das Risiko eines Zerfalls der Eurozone bleibt aufgrund wachsender öffentlicher Verschuldung und aufgrund von Wahlerfolgen populistischer Parteien, unter anderem in Italien, unverändert ein Risiko, das für die Otto Group mittlerweile als hoch eingestuft wird. Die Folgen des Brexits selbst sind für die Otto Group weiterhin von untergeordneter Bedeutung. Die Otto Group begegnet diesem Risiko mit Diversifizierung und Risikostreuung, um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Branchenspezifische und betriebliche Chancen und Risiken

Markt- und Wettbewerbsumfeld

Risiken ergeben sich marktseitig insbesondere aus den weitreichenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen infolge des Krieges in der Ukraine und dem daraus resultierenden volatilen Marktumfeld insbesondere in der Logistik.

Weiterhin sind eine Reihe von Risiken zu betrachten, die sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2023/24 materialisieren könnten. Dazu gehören eine Verschlechterung des Konsumklimas, anhaltend hohe Inflationsraten und dadurch getriebene weitere Zinserhöhungen sowie stärkere wirtschaftliche Verwerfungen mit China als einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

Bereits im Geschäftsjahr 2022/23 haben sich viele der oben genannten Effekte massiv auf das Umsatzwachstum und die Profitabilität von vielen Konzerngesellschaften der Otto Group ausgewirkt. Die während der Pandemiejahre deutlich gesteigerten Umsatzwachstumsraten im E-Commerce konnten aufgrund dieses schwierigen Umfelds sowie der hohen Vergleichswerte aus dem Geschäftsjahr 2021/22 nicht beibehalten werden. Daraus ergibt sich für die Otto Group nach Ablauf des vergangenen Geschäftsjahres insgesamt ein hohes Risiko.

Um Risiken aus dem Markt- und Wettbewerbsumfeld zu begegnen, wurde eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen. Primär wird weiterhin die fokussierte Wachstumsstrategie in Kombination mit einem differenzierten Kostenmanagement verfolgt. Des Weiteren zählt das aktive Portfoliomanagement der Otto Group zu den Maßnahmen, welche die erfolgreiche Umsetzung der strategischen Ziele der Unternehmensgruppe unterstützen. In der in regelmäßigen Abständen stattfindenden Portfolioanalyse wird jede Konzerngesellschaft der Otto Group auf ihre Wirtschaftlichkeit und ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft und das Portfolio bei Bedarf verändert oder erweitert. Zu den zuletzt erfolgten Portfoliomaßnahmen zählt unter anderem die mehrheitliche Beteiligung an der Schweizer Medgate Gruppe zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23. Der Kauf der Unternehmen aus dem Geschäftsfeld Digital Health, Medgate Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie der 4 your health GmbH ist ein Beispiel für ein Buy-Side-seitiges Portfoliomanagement und den Aufbau neuer Geschäftsfelder zur Diversifikation. Der Digital Health Markt bietet weltweit und in Deutschland mittel- bis langfristig großes Potenzial zum Wachstum durch neue Geschäftsmodelle, zum Beispiel Telemedizin und Telemonitoring, sowie durch Effizienzsteigerungen, welche unter anderem durch hybride Versorgungsmodelle, Digitalisierung oder Skaleneffekte in bestehenden Geschäftsmodellen erzielt werden können. In der jüngeren Vergangenheit führten auch verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen (Digitale-Versorgung-Gesetz, Krankenhauszukunftsgesetz et cetera) dazu, dass sich der Gesundheitsmarkt für Dritte wie die Otto Group öffnet. Die Otto Group will diese Wachstumschancen durch ihren Kund*innenzugang, ihre Marken und auch durch die Kompetenzen in den Bereichen Marketing, E-Commerce und Services für sich nutzen.

Darüber hinaus hat die Otto Group im vergangenen Geschäftsjahr erneut umfangreich in die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft des bestehenden Portfolios investiert, um sich resilienter und leistungsstärker aufzustellen. Beispiele hierfür sind die fortlaufende Skalierung des Marktplatz- und Werbegeschäfts der Konzerngesellschaft OTTO, das Wachstum der Crate and Barrel-Gruppe in den USA und die fortlaufende Stärkung der EOS Gruppe.

Die Strategie der Otto Group trägt durch die internationale Ausrichtung und die Bedienung unterschiedlicher Marktsegmente über verschiedene Vertriebskanäle langfristig zur Risikostreuung bei und begegnet mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen den je nach regionaler Marktentwicklung entstehenden Anforderungen.

Turnarounds

Die Otto Group ist nach wie vor dem Risiko ausgesetzt, dass angestrebte Neuausrichtungen bei einzelnen Konzerngesellschaften nicht gelingen. Aufgrund der potenziellen Liquiditäts- und Ergebnisbelastungen, aber auch aufgrund der Reputationsrisiken von Restrukturierungen und Unternehmensverkäufen wird das Risiko weiterhin als hoch eingestuft. Die geschäftlichen Aktivitäten, die sich in einem Prozess des Turnarounds befinden, werden beispielsweise durch ein geeignetes Meilensteinreporting überwacht. Aufgrund der schwierigen Marktbedingungen im Zuge des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 besteht gegenüber dem Vorjahr zudem ein erhöhtes Risiko, dass die Otto Group neue Turnaround-Prozesse anstoßen muss. Durch die im März 2023 beschlossene Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs von myToys zum Geschäftsjahresende 2023/24 wird das bisherige Turnaround-Risiko durch die im Plan verarbeiteten erwarteten Schließungskosten ersetzt. Darüber hinaus besteht prinzipiell das Risiko ungeplanter Schließungskosten sowie möglicher weiterer Belastungen aus der verbleibenden Geschäftsentwicklung.

Transformation

Es besteht eine Vielzahl an Projekten, die die unterschiedlichen Geschäftsmodelle in den Segmenten entwickeln und stärken. Hierfür werden im Geschäftsjahr 2023/24 sowie in den nachfolgenden Geschäftsjahren weiterhin strategische Investitionen getätigt, unter anderem in die logistische Infrastruktur, die Digitalisierung und in die technologische Transformation.

Während im Segment Plattformen bei der Konzerngesellschaft OTTO in Summe ein Umsatzrückgang zu verzeichnen war, konnte im Geschäftsjahr 2022/23 das Angebot auf der Plattform otto.de fortlaufend ausgebaut werden. Mehr als 5.000 Marktplatzpartner verkaufen bereits auf otto.de, mit deutlich steigender Tendenz. So bieten Partner zusammen mit OTTO rund 14,5 Millionen Produkte auf der Plattform an.

Eine neue Konzerngesellschaft zur Abwicklung von Zahlungen auf otto.de wurde mit der OTTO Payments GmbH gegründet, um zukünftig aus einer Hand wettbewerbsfähige Zahlungsdienstleistungen für Kund*innen und Marktplatzpartner anbieten zu können. Nach ihrem erfolgreichen Go-Live Mitte des Geschäftsjahres 2022/23 wird die Konzerngesellschaft OTTO im Laufe des Geschäftsjahres 2023/24 ihren Kund*innen einen einheitlichen Check-out ohne externen Anbieter anbieten können, unabhängig davon, ob ein Artikel von OTTO als Händler oder einem Marktplatzpartner verkauft wird.

Neben der rein technologischen Transformation von einem reinen Onlinehändler hin zu einer E-Commerce-Plattform passt OTTO auch die interne Organisation und die Prozesse im Rahmen eines Großprojektes auf das neue Geschäftsmodell an und startet somit in die Umsetzung der organisatorischen Transformation. Durch eine verstärkte Automatisierung und Standardisierung werden mit dem oben genannten Großprojekt die prozessualen und organisatorischen Voraussetzungen zum Skalieren der Plattform geschaffen.

Des Weiteren sind hohe Investitionen in die Konzerngesellschaften aus dem Segment Services geplant. Die Investitionen in die technologische und logistische Infrastruktur, die seitens der Hermes Fulfilment-Gruppe im Bereich Warehousing und Retourenabwicklung geleistet werden, sichern und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Otto Group insgesamt. Mit zwei Projekten werden im Geschäftsjahr 2023/24 hohe Investitionen in einen neuen Standort im polnischen Ilowa und gemeinsam mit der Baur-Gruppe im bayrischen Altenkunstadt getätigt.

Die oben erwähnten Projekte haben einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Otto Group. Es besteht - wie bei jedem Projekt - das Risiko, dass sich diese Projekte verzögern, sich Budgets erhöhen, Ziele nicht erreicht werden oder im Extremfall Projekte scheitern. Dieses Risiko besteht vor allem aufgrund der starken Abhängigkeiten der Projekte untereinander bezüglich der Zeitschiene, den notwendigen Ressourcen und des Budgets. Auch wenn das kurzfristige finanzielle Risiko als gering eingestuft wird, wird das Risiko insgesamt weiter als sehr hoch gewertet, da sich bei Nichtgelingen der angestrebten Transformationen mittel- und langfristig hohe Risiken für die Erreichung der Geschäftsziele und der Strategie der Otto Group ergeben. Im Vergleich zum Vorjahr wurde jedoch aufgrund von strukturellen Verbesserungen und starkem Fortschritt der Projekte die Eintrittswahrscheinlichkeit gesenkt.

Arbeitskräftemangel

Qualifizierte Arbeitskräfte sind bezüglich des Markt- und Wettbewerbsumfelds für die Zielerreichung ein strategisch hoch relevanter Wettbewerbsfaktor. Durch den demographischen Wandel sowie den steigenden Wettbewerb hat sich in den vergangenen Jahren arbeitsmarktseitig ein Arbeitnehmer*innenmarkt entwickelt, was die Akquirierung von hochqualifizierten Arbeitskräften immer schwieriger macht und das Risiko des Arbeitskräftemangels sowohl strategisch als auch operativ erhöht. Der Fachkräftemangel in Berufen mit hohem IT-Bezug stellt bereits ein bekanntes, branchenübergreifendes Risiko dar. Aus strategischer Sicht besteht hier das Risiko, dass die für die Zielerreichung benötigten Arbeitskräfte nicht ausreichend akquiriert werden können. Operativ zeigt sich das Risiko durch das Ausscheiden von Know-how-Träger*innen für betriebskritische Prozesse und Systeme (insbesondere IT) und perspektivisch das Fehlen gewerblicher Mitarbeiter*innen (zum Beispiel in der Logistik). Für die Otto Group ergibt sich hieraus ein sehr hohes Risiko. Diesbezüglich wurden Maßnahmen zur Arbeitgeberattraktivität sowie zur Stärkung der Mitarbeiter*innenbindung erarbeitet.

Beschaffung

Aus den operativen Aufgabenbereichen ergeben sich Chancen und Risiken in den Bereichen Beschaffung und Logistik. Die Lieferbereitschaft in hoher Qualität ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, sie hat für die Kund*innen der Unternehmensgruppe einen hohen Stellenwert.

Die Beeinträchtigungen der weltweiten Lieferketten, die im Jahr 2021 maßgeblich durch die Folgen der Corona-Pandemie und einer weltweiten Rohstoffknappheit entstanden, waren im Jahr 2022 rückläufig. Gleichzeitig haben die Lieferketten noch nicht wieder ihre volle Leistungsfähigkeit erreicht, was sich weiterhin in bestehenden Lieferengpässen oder -ausfällen ausdrückt, wenngleich diese auf einem geringeren Niveau als im vergangenen Jahr liegen. Große Seehäfen in China waren auch im Jahr 2022 von temporären oder partiellen Schließungen betroffen. Die Frachtraten aus China sind dennoch deutlich gesunken und liegen bei kurzfristigen Verträgen bereits nahezu wieder auf einem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Die Beendigung der Null-Covid-Strategie in China zum Jahresende 2022 sorgte kurzfristig für einen rasanten Anstieg der Infektionslage im Land, mittelfristig wird durch die veränderte Strategie der chinesischen Regierung aber eine weitere Stabilisierung der Lieferketten erwartet.

Mit Beginn des Krieges in der Ukraine und den damit verbundenen politischen Folgen haben sich im Jahr 2022 neue Risikofelder für die Beschaffung und Logistik ergeben.

So haben sich die weltweiten Holzhandelsströme aufgrund der Sanktionen gegen Russland und Weißrussland abrupt verändert und die Verfügbarkeit von Holz und Holzprodukten, insbesondere mit FSC®-Zertifizierung stark beeinträchtigt. Um dem Risiko von Produktionsausfällen und -engpässen entgegenzuwirken, wird die Basis an Lieferanten verbreitert, indem neue Produkte verstärkt bei Lieferanten aus unterschiedlichen Regionen platziert werden. Auf die stabile Warenversorgung zahlen außerdem die Bündelung des Einkaufs in der konzerneigenen und hoch spezialisierten Einkaufsorganisation Otto International-Gruppe sowie die langjährigen Beziehungen zu einer stark diversifizierten Lieferantenbasis positiv ein.

Ein weiteres Risikofeld für die Logistik aus den Folgen des Krieges in der Ukraine sind die entfallenen Transitländer Russland und Weißrussland vor allem für den Gütertransport auf Straße und Schiene. Zudem stellte vor allem in der ersten Jahreshälfte 2022 ein drastischer Mangel an Lkw-Fahrern aus der Ukraine die Spediteure vor große Herausforderungen. Zeitgleich setzen die allgemeinen Preissteigerungen bei Diesel und Gaskraftstoffen seit Ausbruch des Krieges die Transportlogistik massiv unter Druck.

Die Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten, die vor allem durch den Anstieg von Energiepreisen und Logistikkosten bedingt sind, sind Bestandteil oder potenzieller Treiber einer hohen Inflationsrate, das heißt sie sorgen für eine reduzierte Kaufkraft der Verbraucher*innen.

Die zeitliche Kombination aus Corona-Pandemie und Krieg in der Ukraine hat darüber hinaus die Finanzlage einiger für die Otto Group relevanter Handels-, Produktions- und Transportunternehmen deutlich verschlechtert. So werden aktuell vermehrt Insolvenzen von Lieferanten beobachtet.

Der Einsatz von konzernübergreifenden Taskforces zu Lieferanteninsolvenzen oder Beschaffung und Bevorratung von Verpackungen sichert eine durchgehend stabile Warenverfügbarkeit ab und bietet die Chance, dass Insolvenzen von wesentlichen Lieferanten frühzeitig begegnet werden kann. Über ihre Transport- und Beschaffungsnetzwerke ist die Otto Group auf ähnlich gelagerte Fälle vorbereitet.

Unter Berücksichtigung der oben ausgeführten Punkte wird das Risiko in der Beschaffung weiterhin als sehr hoch eingestuft, wobei die Eintrittswahrscheinlichkeit im Vergleich zum Vorjahr unter anderem aufgrund der oben genannten Maßnahmen gesenkt werden konnte.

Das Beschaffungsmanagement der Otto Group legt zudem einen besonderen Wert auf die Auswahl und Schulung der Lieferanten, um den ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsanforderungen durch direkte Lieferanten und durch deren Zulieferer gerecht zu werden. Im Rahmen der Risikoanalyse wurde das (reputative) Risiko als sehr hoch eingestuft. Zudem stellen mögliche Geldbußen bei Verstößen gegen gesetzliche ökologische und soziale Mindeststandards, beispielsweise aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, ein finanzielles Risiko dar.

Potenzielle Qualitätsmängel sind durch eine enge Zusammenarbeit mit den direkten Lieferanten und Herstellern sowie durch ständige Qualitätskontrollen weitgehend begrenzt. Ein besonderes Augenmerk legen die Konzerngesellschaften der Otto Group auf die Absicherung sozialverträglicher Arbeitsbedingungen. Diese sind Bestandteil der Supplier Declaration und damit Grundlage jeder Geschäftsbeziehung mit Lieferanten. Die Einhaltung wird im Rahmen von Sozial-Audits, die überwiegend nach den externen Anforderungen der Initiative amfori BSCI sowie dem Sozialstandard SA 8000 erfolgen, in den Endfertigungsfabriken überprüft. Auch die Einhaltung von Umweltanforderungen wird mithilfe von Richtlinien, Audits und Trainings kontrolliert. Zudem setzt die Otto Group auf die Beschaffung von zertifizierten Materialien wie Baumwolle mit dem Siegel der Initiative Cotton made in Africa oder Möbelholz und Papier mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council®, die sowohl ökologische als auch soziale Anforderungen beinhalten.

Aufgrund der komplexen Lieferkettenstrukturen fehlt es jedoch oft an Transparenz in der nachgelagerten Lieferkette. Das Ziel der CR-Strategie besteht daher darin, im Einklang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz über die Endfertigungsstätten hinaus Transparenz über die Produktionsbedingungen in der gesamten Lieferkette zu erlangen.

Logistik

Neben der Beschaffung ist eine stabile Logistik von den Produktionsstätten bis hin zu den Endkund*innen Grundvoraussetzung für weiteres Umsatzwachstum der Plattform-, Marken- und Handelskonzepte in der Otto Group. Diese entwickelt sich zu einem wettbewerbsdifferenzierenden Faktor. Dabei richtet die Otto Group ihre Logistikaktivitäten auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Konzerngesellschaften aus.

Aufgrund der weiterhin sehr dynamischen Lage werden die Risiken aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr die Otto Group auch im Geschäftsjahr 2023/24 begleiten: Die steigenden Kund*innenanforderungen an die Logistik treffen auf starke vertriebsseitige Volumenschwankungen wie beispielsweise durch den Black Friday oder das Weihnachtsgeschäft sowie auf Sortimentsschwankungen durch ein geändertes Konsumverhalten, auf den Fachkräftemangel im gewerblichen Bereich und auf Ressourcenengpässe. Die Eindämmung der Auswirkungen aus den oben genannten Faktoren auf die logistische Abwicklungsstabilität bleibt eine der wesentlichen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2023/24.

Größere und kurzfristige Schwankungen in der Nachfrage oder dem Angebot von Logistikkapazitäten sind mit erheblichen Auswirkungen auf die operative Planung von Ressourcen, insbesondere den Einsatz von Mitarbeiter*innen, sowie die notwendige Flexibilisierung im Netzwerk von Standorten zu berücksichtigen. Eine zu lange Adaptionszeit führt zu Wettbewerbsnachteilen und ist daher zu vermeiden. Besonders hohe Bestellmengen in kurzen Zeiträumen fordern von der Logistik flexibel skalierbare Kapazitäten. Um auch zukünftig eine schnelle, flexible und stabile Abwicklung gewährleisten zu können, investiert die Otto Group wie vorstehend bereits beschrieben in ihre Abwicklungskapazitäten bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Markenkonzepte und Services. Hierbei wird in den kommenden Geschäftsjahren die Serviceleistung für die Kund*innen gesteigert und die fokussierte Wachstumsstrategie der Otto Group gefestigt.

Im Bereich der Paket-Distributionslogistik hat die zum Segment Services zählende Hermes Germany GmbH * im Geschäftsjahr 2022/23 einen rückläufigen Umsatz zu verzeichnen. Am Standort Berlin hat die Hermes Germany GmbH den Einstieg in die emissionsfreie Zustellung "Green Delivery" begonnen, welche im Geschäftsjahr 2023/24 weiter ausgebaut wird. Mit der Strategie "Urban Blue" wird das Ziel verfolgt, in den Innenstadtbereichen der 80 größten deutschen Städte bis zum Jahr 2025 emissionsfrei zuzustellen. Für die komplett emissionsfreie Zustellung bedarf es neben den geeigneten Fahrzeugen auch einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur und zentraler Mikrodepots. Diese werden mit der Strategie ebenfalls angestrebt. Mit den starken logistischen Leistungen und dem zunehmenden Anteil emissionsfreier Belieferung hat sich die Hermes Germany GmbH gut aufgestellt, um im wie schon seit Jahren zunehmend aggressiven Wettbewerb bestehen zu können.

( * Die Hermes Germany GmbH wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Die Umsätze sind daher nicht in den in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ausgewiesenen Umsätzen der Otto Group enthalten.)

Trotz der dargestellten umfangreichen Maßnahmen und Projekte und der Erfüllung der geltenden regulatorischen Anforderungen wird das Risiko im Bereich Logistik weiterhin als hoch eingestuft und kann eine hohe Ergebniswirkung entfalten.

Eine positive Wirkung auf die Stabilität und Weiterentwicklung der Logistikaktivitäten in der Otto Group ergibt sich durch die unterstützende Rolle aus dem Bereich Supply Chain Management der Otto Group Holding. Konzernübergreifend werden gemeinsam Projekte umgesetzt, die Synergien in der gesamten Unternehmensgruppe heben. Eine übergeordnete Technologiestrategie ermöglicht die Nutzung einheitlicher und doch individuell nutzbarer IT-Systeme.

Risiken aus branchenunabhängigen beziehungsweise unterstützenden Prozessen

Informationssicherheit und IT

Der ausgeprägte Einsatz von Informationstechnologie durch den hohen Grad an Digitalisierung innerhalb der Otto Group erhöht den Schutzbedarf von Informationen deutlich. Neben den Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von elektronisch gehaltenen und verarbeiteten Informationen wachsen auch die Anforderungen an die damit verbundene IT.

Risiken im Zusammenhang mit unberechtigten Datenzugriffen und Datenmissbrauch (Cyberkriminalität), aber auch Unterbrechungen beziehungsweise Störungen von wesentlichen Geschäftsprozessen aufgrund von IT-Störungen zählen zu den wesentlichen Risiken für die Informationssicherheit und IT bei der Otto Group. Diese können eine hohe Ergebnisauswirkung haben und werden trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen und Erfüllung der geltenden regulatorischen Anforderungen hinsichtlich ihrer Risikohöhe als hoch eingestuft. Auch sind Reputationsschäden eine mittelbare Folge des Risikos.

Die Absicherung der Otto Group gegen Informationssicherheits- und IT-Risiken erfolgt über eine umfassende Sicherheitsstrategie, die neben organisatorischen Maßnahmen auch technische Maßnahmen beinhaltet.

Die organisatorischen Maßnahmen betreffend verfügt die Otto Group über ein umfassendes und konzernweites IT-Governance-Regelwerk mit Richtlinien und Grundsätzen zur kontinuierlichen Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen und regulatorischen Anforderungen. Hierzu zählen zum Beispiel Kommunikations-, Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für alle Anwender*innen, regelmäßige interne Prüfungen und Sicherheitsreviews durch die Interne Revision oder Teams der Otto Group Informationssicherheit, aber auch die Erarbeitung und Umsetzung von Group Information Security Mindeststandards für alle Cloud- und On-Premise-Anwendungen. Diese Maßnahmen schaffen ein hohes Sicherheitsverständnis und Risikobewusstsein.

Bei Kooperationen und Partnerbeziehungen schützt die Otto Group die Kund*innen- und Mitarbeiter*innendaten durch klar definierte Vorgaben zum Informationsschutz sowie zur Nutzung der Informationstechnologie. Zudem existieren Prozesse, um sicherzustellen, dass die Anforderungen der Otto Group an die Einhaltung von Vorschriften (das heißt Informationssicherheit, Datenschutz und vertragliche/rechtliche Anforderungen) in die entsprechenden Phasen der Beschaffung (zum Beispiel Beschaffung von Software und Anwendungen sowie externen Dienstleistungen und Outsourcing) integriert werden.

Die technischen Aspekte der Sicherheitsstrategie beinhalten unter anderem Firewall-Systeme auf unterschiedlichen Ebenen, den Einsatz von Virenscannern sowie Zugriffskontrollen auf Betriebssystem- und Anwendungsebene. Zur Erreichung eines konzernweit einheitlichen Sicherheitsniveaus wurden Anforderungen definiert, die von allen Konzerngesellschaften verpflichtend umzusetzen sind. Die Umsetzung dieser Anforderungen wird regelmäßig überprüft. Darüber hinaus werden regelmäßig Sicherheitstests durch interne und externe Spezialist*innen durchgeführt und daraus abgeleitete Maßnahmen konsequent umgesetzt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Central Security Incident Response Team etabliert. Im Geschäftsjahr 2023/24 soll das Tätigkeitsfeld dieses Teams sukzessive erweitert werden. Der Rollout der Advanced Threat Protection Lösung von Microsoft wird ebenso weiter vorangetrieben. Damit soll die Sichtbarkeit und Reaktionsfähigkeit in Bezug auf Cyberattacken kontinuierlich verbessert werden.

Der Rechenzentrumsbetrieb der Konzerngesellschaft OTTO gliedert sich in ein primäres Rechenzentrum, welches als Co-Location extern betrieben wird, sowie den Rechenzentrumsbetrieb am Standort der Otto Group in Hamburg-Bramfeld zur Nutzung als Sekundär-Rechenzentrum. Die externe Co-Location sowie die Netzwerk-Backend-Infrastruktur entsprechen damit höchsten Tier-3+-Standards. Die geschäftskritischen Systeme werden in zwei Rechenzentren redundant gehalten. Das gilt auch für die wichtigen Datenbestände, die permanent über beide Rechenzentren gespiegelt werden. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Sicherung der Datenbestände.

Der etablierte IT-Notfall-Managementprozess sorgt zusätzlich für den permanenten Ausbau der IT-Notfall-Vorsorgemaßnahmen. Regelmäßige Notfallübungen werden durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen einzeln und im Verbund zu überprüfen.

Unter Gesichtspunkten der Risikominimierung werden sämtliche Systementwicklungen grundsätzlich in separaten Umgebungen vorgenommen, vor der Übernahme in den Praxisbetrieb umfangreichen Tests unterzogen und erst nach Freigabe in den laufenden Betrieb übernommen.

Der Großteil der inländischen SAP-Systeme wird durch die Otto Group IT eigenständig auf Cloud-Ressourcen eines Hyperscalers betrieben. Das Hosting der Systeme im Human Capital Management erfolgt in den Rechenzentren eines strategischen Partners. Alle Hosting-Partner werden regelmäßig unter definierten Kriterien geprüft - inklusive der Prozesse und Leistungserbringung. Daneben ist die Otto Group IT als SAP Customer Center of Expertise zertifiziert, womit der Otto Group IT sowohl technische und funktionale Skills als auch prozessuale Exzellenz bestätigt werden.

Finanzrisiken

Auch aufgrund ihrer weltweiten Ausrichtung trifft die Otto Group auf eine Reihe finanzieller Risiken. Diese Risiken werden identifiziert und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen gesteuert. Für die Otto Group ist neben dem Kontrahentenrisiko und dem Liquiditätsrisiko auch das Währungsrisiko als Teil des Marktrisikos zu betrachten. Den Rahmen für den Umgang mit Finanzrisiken bildet eine konzernweit verbindliche Richtlinie.

Die Unternehmensgruppe ist einem Kontrahentenrisiko ausgesetzt, das durch Nichterfüllung von vertraglichen Vereinbarungen seitens der Kontrahenten entsteht. Im engeren Sinne wird darunter das Risiko verstanden, dass Kreditnehmer oder Kontrahenten aufgrund einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse Verbindlichkeiten gegenüber der Otto Group nicht oder nur zum Teil begleichen können.

Die Kreditausfallrisiken werden durch adäquate Kreditsteuerungssysteme unter Berücksichtigung einer angemessenen Risikosegmentierung des Kund*innenportfolios begrenzt. Die Risikosegmentierung wird permanent angepasst. Darüber hinaus werden die Kreditaktivitäten im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig auf die geschäftsmodellspezifischen Risiken aus der Veränderung von Umfeldfaktoren hin untersucht und die bestehenden Reaktionsmechanismen bei Bedarf modifiziert. Zudem arbeitet die Otto Group zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos grundsätzlich nur mit Geschäftsbanken zusammen, die über eine ausreichende Bonität verfügen. Sowohl durch diesen qualitativen Auswahlprozess als auch durch ein ausgewogenes Bankenportfolio wird das Ausfallrisiko auf ein vertretbares Maß reduziert. Die Bonität der Geschäftsbanken der Otto Group wird regelmäßig anhand verschiedener Instrumente vom Finanzrisikocontrolling überprüft.

Das Liquiditätsrisiko für die Otto Group besteht darin, dass sie nicht über genügend Finanzierungsmittel verfügen könnte, um fixierten Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, oder benötigte Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann.

Das Finanzierungsmanagement sichert die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Otto Group ab. So wird sichergestellt, dass für das operative Geschäft und für Investitionen jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Als Refinanzierungsinstrumente kommen grundsätzlich sämtliche Geld- und Kapitalmarktprodukte, aber auch Leasing und Factoring infrage. Die Verträge der zentralen Konzernfinanzierung werden ohne Financial Covenants abgeschlossen, was für die Otto Group ein hohes Maß an Finanzierungsstabilität - selbst bei einer etwaigen temporären Verschlechterung der Kennzahlen - bedeutet. Die Otto Group verfügt über ein ausgewogenes Bankenportfolio und einen komfortablen Puffer an freien Kreditlinien. Dank langfristiger, enger Bankbeziehungen ist die Otto Group auch in einem volatilen Finanzmarktumfeld in der Lage, flexibel auf geänderte Rahmenbedingungen zu reagieren und ihren Liquiditätsbedarf abzusichern. Neben dem Bankenmarkt hat die Otto Group zur Deckung von Finanzierungsbedarf Zugang zum Kapitalmarkt, an dem die Unternehmensgruppe sich über regelmäßige Anleihetransaktionen als Emittent etablieren konnte. In den vergangenen, von makroökonomischen Krisen geprägten Jahren stand der Kapitalmarkt allerdings nur phasenweise zur Verfügung. Hierauf wurde im Geschäftsjahr 2022/23 mit der erstmaligen Platzierung eines breit vermarkteten Schuldscheindarlehens reagiert, was der Otto Group Zugang zu einer weiteren Finanzierungsquelle verschafft. Wegen des allgemein steigenden Zinsniveaus erwartet die Otto Group in Zukunft höhere Refinanzierungskosten und schätzt das entsprechende Risiko als sehr hoch ein.

Der Liquiditätsbedarf der Otto Group wird über eine mindestens vierteljährliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von bis zu 24 Monaten, eine monatliche Liquiditätsplanung für das laufende Geschäftsjahr sowie eine tägliche Planung mit einem Horizont von mindestens vier Wochen ermittelt. Alle Planungen werden regelmäßigen Abweichungsanalysen unterzogen.

Marktrisiken im Sinne der Kategorien des IFRS 7 beschränken sich in der Otto Group auf Währungen und Zinssätze. Bedeutsame Währungsrisiken ergeben sich aus Zahlungseingängen in Fremdwährung aus dem Kund*innengeschäft sowie aus Zahlungsverpflichtungen gegenüber Lieferanten, die in einer Fremdwährung zu begleichen sind. Letztere entstehen zum großen Teil aus dem Wareneinkauf in US-Dollar beziehungsweise in Hongkong-Dollar und dem anschließenden Warenverkauf in Euro. Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Veränderung von Zinssätzen, die zu Gewinnen beziehungsweise Verlusten der zinstragenden Positionen führen. Währungs- und Zinsänderungsrisiken werden durch eine währungs- und fristenkongruente Refinanzierung begrenzt. Verbleibende Risiken aus den offenen Währungs- und Zinspositionen werden mit adäquaten Risikomessmethoden bewertet. Bei Bedarf erfolgt eine weitere Risikoreduzierung vor allem durch den Einsatz von Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäften sowie von Zinsswaps. Grundsätzliches Ziel des Risikomanagements ist es, Auswirkungen von Marktpreisänderungen auf Cashflows auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Die unabhängige Risikoüberwachung überprüft die Angemessenheit und Wirksamkeit der Steuerungsmaßnahmen und die Einhaltung der Referenz- beziehungsweise internen Verrechnungskurse. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko wird aufgrund der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte als gering eingestuft.

Im Rahmen der Kaufpreisallokation zum Zeitpunkt der Übergangskonsolidierung von About You im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Kundenlisten und Markenrechte in Höhe von insgesamt 976,2 Mio. EUR mit einer Nutzungsdauer von fünf bis acht Jahren beziehungsweise acht bis zehn Jahren angesetzt, welche in den Folgeperioden über die jeweilige Nutzungsdauer entsprechend planmäßig abgeschrieben werden. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der Kundenlisten sowie Markenrechte noch 797,2 Mio. EUR. Neben den Kundenlisten sowie Markenrechten ist ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 989,9 Mio. EUR entstanden, welcher nicht einer planmäßigen Abschreibung unterliegt und in den Folgeperioden regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft und bei vorliegendem Wertminderungsbedarf auf den erzielbaren Betrag wertgemindert werden muss. Sollten sich das gesamte Marktumfeld für den Onlinehandel sowie die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2023/24 nicht verbessern oder noch weiter eintrüben und zudem die Kapitalkosten, insbesondere der Zinssatz zur Diskontierung der Cashflows, weiter steigen, besteht sowohl für die Kundenlisten und Markenrechte als auch für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert ein Impairmentrisiko, das von der Otto Group als sehr hoch eingestuft wird.

Zur finanziellen Risikokonzentration wird auf den Konzernanhang verwiesen (siehe hierzu Konzernanhang zum 28. Februar 2023, Ziffer (35) "Finanzinstrumente").

Rechtliche und regulatorische Risiken

Als international tätige Unternehmensgruppe mit einem breit diversifizierten Unternehmensportfolio ist die Otto Group einer Vielzahl von rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Risiken ausgesetzt. Zu den Compliance-Risiken der Otto Group gehören segmentübergreifend - auch in Anbetracht des erheblichen Sanktionspotenzials - weiterhin Risiken im Bereich des Wettbewerbs- und Kartellrechts, des Datenschutzes sowie des Mahn- und Inkassowesens. Seit Mai 2022 wird der Bereich Public Affairs der Otto Group konsequent ausgebaut. Vom Standort Berlin aus koordiniert ein Team aus Kommunikationsexpert*innen und Jurist*innen die politische Kommunikation der Konzerngesellschaften der Otto Group und vertritt deren Interessen auf politischer Ebene in Berlin und Brüssel. Diese enge Begleitung der regulatorischen Fragestellungen im deutschen und europäischen Ausland hat zum Ziel, Risiken in diesem Bereich zu minimieren.

Im Bereich des Wettbewerbs- und Kartellrechts ist nach wie vor eine ausgeprägte gesetzgeberische Aktivität zu verzeichnen, insbesondere in den Bereichen E-Commerce und digitale Plattformen. Zum 1. Juni 2022 sind die überarbeitete Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Vereinbarungen der Europäischen Kommission und die begleitenden Auslegungsleitlinien in Kraft getreten, die wesentliche Regelungen des Vertriebskartellrechts enthalten. Darüber hinaus formen weitere europäische Gesetzgebungsakte im Bereich digitaler Plattformen wie der Digital Markets Act und der Digital Services Act die Rahmenbedingungen für die Digitalökonomie, ebenso wie Gesetzesvorhaben auf nationaler Ebene (beispielsweise GWB-Novellen in Deutschland). Im Rahmen des CMS der Otto Group werden die Auswirkungen dieser Gesetzgebungsinitiativen auf die Geschäftsmodelle der Otto Group analysiert und risikominimierende Maßnahmen struktureller sowie organisatorischer Art abgeleitet, Handlungsempfehlungen erarbeitet und die Umsetzung in den Konzerngesellschaften begleitet. Neben zielgerichteten Workshops zu diesen und weiteren spezifischen Risikothemen werden die Mitarbeiter*innen für die relevanten Fragestellungen auch durch breiter gefasste Schulungsprogramme sensibilisiert. Auch unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Maßnahmen verbleiben Risiken, insbesondere vor dem Hintergrund fortbestehender Unsicherheiten im Plattformkontext und im Bereich der Digitalwirtschaft, auf einem sehr hohen Niveau.

Relevante Compliance-Risiken erwachsen nach wie vor aus einem möglichen Verstoß gegen die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Rechtsprechung hat unter anderem hohe Anforderungen an die Durchführung eines Onlinetrackings sowie an die Übermittlung von Daten in "unsichere" Drittländer und an die Erfüllung des Rechts auf Auskunft gestellt. Darüber hinaus schafft der Europäische Gesetzgeber aktuell eine Vielzahl an Regelungen, die bereits bestehende datenschutzrechtliche Vorgaben ergänzen beziehungsweise über diese hinausgehen. Die aktuellen Entwicklungen haben unter anderem für den Bereich des Online-Marketings Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und führen zu erheblichen Aufwänden zum Beispiel für die Verschlüsselung von Cloud-Infrastrukturen. Im Rahmen des CMS der Otto Group wurden zentrale Vorgaben zu Sicherheitsanforderungen in der Cloud-Infrastruktur erarbeitet und die relevanten Auswirkungen in den Bereichen Onlinetracking und Datentransfer in unsichere Drittstaaten evaluiert und risikominimierende Maßnahmen abgeleitet. Im Rahmen der bestehenden Schulungs- und Trainingsformate werden diese und weitere datenschutzrechtliche Themenstellungen fortlaufend in die Konzerngesellschaften transportiert und es werden einheitliche Vorgaben zum Umgang mit neuen Entwicklungen getätigt. Darüber hinaus beobachtet und begleitet die Otto Group aktuelle Gesetzgebungsprozesse und -initiativen. Trotz aller ergriffenen Maßnahmen bestehen in Anbetracht der bestehenden Rechtsunsicherheiten Risiken, welche die Otto Group gesamthaft als sehr hoch einstuft.

Weitere Compliance-Risiken beziehungsweise regulatorische Risiken können sich durch den Übergang der Kund*innenkonten auf die OTTO Payments GmbH ergeben und bestehen im Bereich des Mahn- und Inkassowesens. Die rechtlichen Rahmenbedingungen verändern sich stetig. Die in diesem Bereich tätigen Konzerngesellschaften der Otto Group sind zudem unterschiedlich durch entsprechende Aufsichtsbehörden beziehungsweise staatliche Institutionen in den für die Unternehmensgruppe relevanten Ländern reguliert. Das Risiko reduzierte sich trotz der sich tendenziell verschärfenden rechtlichen Rahmenbedingungen aufgrund der Absenkung der Mahngebühren mittlerweile auf mittel. Hinzu kommt, dass in Teilbereichen nur durch Rechtsverfahren eine verlässliche Konkretisierung des regulatorischen Rahmens stattfindet. Ein aktuell anhängiges Rechtsverfahren betrifft die EOS Investment GmbH. Im Rahmen einer Musterfeststellung wird ermittelt, ob diese Konzerngesellschaft für die EOS Gruppe beziehungsweise die Otto Group im Rahmen des sogenannten Konzerninkassos Inkassodienstleistungen erbringen und hierfür Kosten geltend machen darf. Die Otto Group ist überzeugt davon, sich rechtlich korrekt zu verhalten, und hat die Klage entsprechend erwidert. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Gerichte gegenteilig entscheiden. Die Otto Group verfolgt stetig die internationale Entwicklung des regulatorischen Rahmens und hat entsprechende risikominimierende Maßnahmen implementiert.

Gesamtrisikolage

Bestandsgefährdende Entwicklungen sind nicht nur als bestandsgefährdende Einzelrisiken anzusehen, sondern im Allgemeinen als Szenarien, bei denen eine beliebige Kombination bestehender Risiken zur Bestandsgefährdung führen kann. Die Früherkennung bestandsgefährdender Entwicklungen erfordert aufgrund der Nichtaddierbarkeit von Risiken eine Risikosimulation (Monte-Carlo-Simulation), also die Simulation des gleichzeitigen Eintritts mehrerer Risiken.

In der Gesamtbeurteilung der Risikosituation der Unternehmensgruppe lässt sich auf Grundlage der heute bekannten Informationen feststellen, dass weder aufgrund von Einzelrisiken noch aufgrund der Gesamtrisikoposition eine Bestandsgefährdung für die Otto Group besteht und auch für die Zukunft eine bestandsgefährdende Entwicklung unwahrscheinlich ist.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Mitarbeiter*innen

Die Mitarbeiter*innen sind für die Otto Group einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Ihre vielfältigen Kompetenzen, ihre Erfahrungen, ihre Leistungsfähigkeit und ihr Engagement sind die Grundlage für die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe.

In der Otto Group waren im Geschäftsjahr 2022/23 - auf Vollzeitkräfte umgerechnet - durchschnittlich 41.186 Mitarbeiter*innen beschäftigt (2021/22: 42.705) *.

(* Für das Vorjahr erfolgte eine Anpassung der im Segment Markenkonzepte ausgewiesenen Mitarbeiter*innenzahlen für die Crate and Barrel-Gruppe aufgrund einer veränderten Berücksichtigung von saisonbedingten Kurzzeitmitarbeiter*innen.)

Mitarbeiter*innen 2022/23
Anzahl
2021/22
Anzahl
Veränderung
in %
Plattformen 5.982 5.644 6,0
Markenkonzepte 12.023 12.838 -6,3
Händler 4.867 5.285 -7,9
Services 10.520 11.138 -5,5
Finanzdienstleistungen 5.870 6.334 -7,3
Sonstige/Holding 1.924 1.466 31,2
Konzern 41.186 42.705 -3,6
Inland 24.282 24.088 0,8
Ausland 16.904 18.617 -9,2

Die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter*innen in den Geschäftsjahren 2022/23 und 2021/22 wurde maßgeblich durch Veränderungen im Konsolidierungskreis sowie Entscheidungen zur Einstellung des operativen Geschäftsbetriebes einzelner Konzerngesellschaften beeinflusst. Der Anstieg im Segment Plattformen ist durch die unterjährige Vollkonsolidierung von About You im Geschäftsjahr 2021/22 bedingt, da im Vorjahr nur drei Quartale Berücksichtigung fanden. Der Rückgang in der Anzahl der Mitarbeiter*innen in den Segmenten Markenkonzepte und Händler im Geschäftsjahr 2022/23 resultiert im Wesentlichen aus der Einstellung der operativen Geschäftstätigkeit der bonprix-Gruppe in Russland sowie aus der Liquidation der MEKIS Japan Inc. i.L. Die Entwicklung im Segment Services ist primär auf den vollständigen Verkauf von MONDIAL RELAY, einer Paket-Distributionsgesellschaft der Hermes Gruppe in Frankreich, sowie im Segment Finanzdienstleistungen auf die Veräußerung von Konzerngesellschaften der EOS Gruppe in den USA und Kanada im Geschäftsjahr 2021/22 zurückzuführen. Das Wachstum in der Spalte Sonstige/Holding ist wesentlich von der mehrheitlichen Beteiligung an der Schweizer Medgate-Gruppe zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 geprägt. Insgesamt betrachtet zeigt sich die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter*innen in Deutschland mit einem leichten Zuwachs stabil. Die rückläufige Entwicklung der Mitarbeiter*innen im Ausland ist von Portfolioveränderungen geprägt.

Die Vielfalt, die in einer Gesellschaft vorhanden ist, ist auch ein wesentlicher Treiber für Veränderungen, Entwicklungen und Innovationen innerhalb der Otto Group. Als Unternehmensgruppe hat die Otto Group den Wert und die Relevanz einer ganzheitlichen Diversity-Arbeit erkannt - nicht nur für den Wettbewerb, sondern vor allem auch für die Mitarbeiter*innen, Kund*innen und die Wirksamkeit für die Gesellschaft.

Dafür hat sich die Otto Group zum Ziel gesetzt, die individuellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Mitarbeiter*innen weiterzuentwickeln und ein Umfeld zu schaffen, in dem alle ihr Potenzial einbringen können und Wertschätzung erfahren. Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels, dem andauernden "war for talents" und unter volatilen Rahmenbedingungen braucht es Diversity und Inclusion mehr denn je, da die Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten und das Gefühl von Zugehörigkeit Sicherheit geben und in diesen herausfordernden Zeiten eingefordert werden. Mit einer gezielten Förderung von Diversity und Inclusion schafft es eine Organisation wie die Otto Group, performant zu bleiben, sich zukunftsfähig aufzustellen und mit divergierenden Anforderungen und Veränderungen umzugehen.

Nach der Implementierung des holistischen Drei-Säulen-Ansatzes "Envision, Embrace und Grow" im vorherigen Geschäftsjahr, der ein maßnahmengeleitetes Vorgehen beinhaltet und dabei sowohl quantitative als auch kulturbildende Aspekte umfasst, standen im Geschäftsjahr 2022/23 die Verankerung und der Rollout verschiedener Maßnahmen im Vordergrund.

So lag der Schwerpunkt innerhalb der Säule "Embrace" (Fokus: Community-Arbeit und kulturprägende Formate) im abgelaufenen Geschäftsjahr unter anderem auf der Vernetzung und Stärkung von Personen in konzernweiten Netzwerken (Communities) sowie auf der weiteren Stärkung einer organisationalen Kultur des Miteinanders. Im Mittelpunkt des konzernübergreifenden Diversity-Netzwerks der Otto Group stand im Geschäftsjahr 2022/23 das Thema "Anti-Rassismus". Zur Säule "Embrace" zählt zudem das von der Initiative "Power of Diversity" (einem internen Female Top Executive Netzwerk) entwickelte Mentoring-Programm für etablierte Frauen in Führungspositionen. Mit dieser Maßnahme werden sukzessive interne Kandidatinnen für die Übernahme noch verantwortungsvollerer Positionen in der Otto Group gefördert. Dadurch wird sowohl die Zielerreichung im Hinblick auf die gesteckten Zielquoten im Rahmen der Gesetzgebung als auch das Thema Nachfolgeplanung fokussiert. Ein weiteres kulturstärkendes Element ist der Pilot des zweigliedrigen Unconscious-Bias-Trainings, der gemeinsam und innerhalb der Konzerngesellschaften bonprix Handelsgesellschaft mbH und OTTO erarbeitet wurde. Diese Trainings umfassen einen für Führungskräfte verpflichtenden digitalen Lernpfad sowie zielgruppenorientierte Reflexionsworkshops für Führungskräfte und Recruiter*innen. Die Maßnahme wird derzeit flächendeckend innerhalb der deutschsprachigen Konzerngesellschaften der Otto Group ausgerollt. Die EOS Holding GmbH wird hierzu als Konzerngesellschaft ein Pilotprojekt zur Entwicklung internationaler Unconscious-Bias-Trainings aufsetzen, die anschließend in den englischsprachigen Konzerngesellschaften der Otto Group ausgerollt werden sollen.

Um individuelle wie auch strukturelle Veränderungsbedarfe über konkrete Maßnahmen zu adressieren, wurden in der Säule "Grow" (Fokus: gezielte Maßnahmen zur Förderung diverser Talente) im Geschäftsjahr 2022/23 folgende Meilensteine erreicht: Die Otto Group hat ihre Karriereprogramme für Frauen angepasst und spezifischer auf die Zielgruppen zugeschnitten, um die Bedarfe an weiblichen Talenten auf den oberen Karrierestufen zu decken. Ergebnis dieser Weiterentwicklung sind differenzierte Karriereprogramme für Frauen, zu Beginn der Karriere sowie für höhere Führungsebenen. In der Otto Group sind zudem Co-Leadership-Tandems erfolgreich gestartet, die in fachlich wie disziplinarisch geteilter Führung ihren jeweiligen Bereich beziehungsweise ihre Direktion verantworten. Co-Leadership ist dabei in der Otto Group ganz grundsätzlich ein weiterer Meilenstein für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und ebenso im Hinblick auf die Entwicklung vielfältiger Lösungsansätze im Sinne von future work.

Im Rahmen von "Envision" (Fokus: quantitative Zielsetzungen und Reporting) wurden die gesetzten Zielquoten für Frauen in Führungspositionen (basierend auf dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, kurz FüPoG) nachgehalten und die Ist-Stände innerhalb der unter die Regelungen des FüPoG fallenden Konzerngesellschaften der Otto Group halbjährlich ermittelt. Derzeit lässt sich ein positiver Trend erkennen, der jedoch zur Zielerreichung beibehalten werden muss.

Im Kontext des FüPoG hat sich die Otto Group konkret folgende Ziele gesetzt, die nunmehr überprüft wurden: Im Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe wurde bis zum 28. Februar 2023 eine Zielquote von mindestens 25 % angestrebt. Dieses Ziel wurde mit einem Frauenanteil von 25 % erreicht. Das neue Ziel für den Aufsichtsrat zum 29. Februar 2028 wurde auf mindestens fünf Frauen und einen Frauenanteil von mindestens 25 % festgelegt. Für die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH wurde zum 28. Februar 2023 eine Zielquote von mindestens 30 % verfolgt. Dieses Ziel wurde aufgrund mangelnder Kandidatinnen, deren Profil zu den spezifischen Anforderungen der nachzubesetzenden Stellen innerhalb des Zielerreichungszeitraums passte, nicht erreicht. Das neue Ziel für die Geschäftsführung zum 29. Februar 2028 wird auf mindestens zwei Frauen und der Frauenanteil auf mindestens ein Drittel festgelegt.

Für die Konzerngesellschaften, die im Kontext von "Envision" das Thema Frauen in Führung besonders zu fördern beabsichtigen, * hat sich die Otto Group zum 31. Dezember 2025 folgende Ziele gesetzt: In den Geschäftsführungen dieser Konzerngesellschaften (ausgenommen der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH) wird angestrebt, dass jeweils mindestens eine Position von einer Frau besetzt wird. Für die erste Führungsebene setzen sich die Konzerngesellschaften das Ziel, zum 31. Dezember 2025 im Mittel eine Quote von 32 % ** zu erreichen, und auf der zweiten Führungsebene wird zum 31. Dezember 2025 eine Zielquote im Mittel von 39 % angestrebt.

( * Zur konzernweiten Förderung des Frauenanteils in Führungspositionen setzt sich die Otto Group Zielquoten für alle Konzerngesellschaften, die unter den Geltungsbereich des FüPoG fallen oder in der Regel mehr als 500 Mitarbeiter*innen beschäftigen. Insgesamt fallen zum 31.12.2022 zwölf Konzerngesellschaften hierunter.)

( ** Die Frist für die Zielerreichung bei der ABOUT YOU SE & Co. KG endet sowohl für die erste als auch für die zweite Führungsebene am 1. Juni 2026.)

Mit dem gewählten Drei-Säulen-Ansatz und den entsprechenden Zielquoten sind Diversity und Inclusion wesentliche Teile des Otto Group Path und gelebte Werte im Mindset der Otto Group.

Ebenso ist das Thema lebenslanges Lernen ein wesentlicher Bestandteil des Otto Group Path und essenzieller Schlüssel für die Transformation von Geschäftsmodellen sowie Unternehmen und damit auch für die Zukunftsfähigkeit der Otto Group. Die initiierte Weiterbildungsinitiative TechUcation, die allen Mitarbeiter*innen ein gemeinsames Verständnis für neue Arbeitswelten im Rahmen der Digitalisierung in Form eines videobasierten Grundkurses auf der Lernplattform Masterplan an die Hand gibt, ist ein Grundstein, auf dem die Lernkultur in der Otto Group aufgebaut und weiterentwickelt wird. Insgesamt haben sich bereits über 34.000 Mitarbeiter*innen der Otto Group auf der digitalen Lernplattform registriert und können dort eigenverantwortlich, individualisiert und arbeitsintegriert lernen. Die Aktivitätsquote * auf der Lernplattform konnte im Geschäftsjahr 2022/23 auf einem stabilen Niveau von circa 28 % gehalten werden.

( * Aktivitätsquote = Anteil der Nutzer*innen, die Masterplan mindestens einmal im Monat nutzen)

Durch die Initiative "TechUcation@Logistik" konnte auch im gewerblichen Bereich eine Basis für lebenslanges Lernen geschaffen werden: Rund 10.000 Mitarbeiter*innen haben zum 1. September 2022 den auf Masterplan zur Verfügung gestellten zielgruppenspezifischen Digitalisierungsgrundkurs abgeschlossen. Mit diesem Grundkurs wurde ein Grundverständnis für Digitalisierung geschaffen, Mitarbeiter*innen für neue Arbeitsformen aktiviert und somit auch der Kulturwandel gestärkt. Um die Lernkultur im gewerblichen Bereich weiter zu etablieren, wurden zwölf weitere zielgruppenspezifische Lerninhalte definiert, die gemeinschaftlich mit den beteiligten Konzerngesellschaften konzipiert und produziert wurden.

Lernen für alle Mitarbeiter*innen zu ermöglichen, war auch in der Zusammenarbeit mit den ausländischen Konzerngesellschaften von zentraler Bedeutung. So lag der Fokus im Geschäftsjahr 2022/23 auf dem weltweiten Rollout von Masterplan, bei dem bereits über ein Drittel der kaufmännischen Mitarbeiter*innen angebunden wurden.

Ein weiterer Aspekt der Weiterentwicklung der Lernkultur in der Otto Group ist die Community "Go for Learning", in der regelmäßig Themen geteilt werden, die zum Lernen inspirieren sollen. Auch der Austausch mit den Learning & Development Expert*innen der Otto Group ist ein wertvolles Element, mit dem das Thema lebenslanges Lernen in der Otto Group gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt wurde.

Für die Mitarbeiter*innen der Otto Group sind Angebote zu lebenslangem Lernen folglich eine Selbstverständlichkeit. Eine weitere, wesentliche Säule der gruppenweiten Personalstrategie bilden unter anderem die systematisch an den Bedarfen der Unternehmensgruppe orientierten Entwicklungsprogramme der Otto Group Academy für Führungskräfte und Professionals. Neben der Vermittlung von relevanten Methoden sowie Impulsen zu Themen rund um Leadership, agile Organisationen sowie Digitalisierung stehen Vernetzung im Konzern und persönliche Entwicklung im Vordergrund. Gleichzeitig bieten sie Raum für die Auseinandersetzung mit aktuell relevanten Themen, wie zum Beispiel Führen in herausfordernden Zeiten. Die Entwicklungsprogramme bilden einen Baustein in der Gestaltung von Karrierewegen und gehen Hand in Hand mit lokalen Maßnahmen in den Konzerngesellschaften.

Das Talent Management der Otto Group fokussiert sich darüber hinaus auf die weitere Etablierung konzernübergreifender Entwicklungswege zwischen den Konzerngesellschaften der Otto Group. Ziele sind dabei zum einen, Talenten vielfältigere Optionen zur Gestaltung ihrer Karrierewege zu bieten und zum anderen, Talente für anstehende Besetzungen aus den eigenen Reihen zu binden. Hierfür wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket entwickelt, das die Talentmobilität laufend fördert. HR-Systeme, HR-Prozesse sowie HR-Netzwerke greifen hierbei ineinander, um das Matching von Talenten und Vakanzen in der Otto Group zu unterstützen.

Alles in allem lässt sich zusammenfassen: "Menschen machen Business" - das gilt für alle Mitarbeiter*innen in der Otto Group. Da das Thema Organisationsentwicklung ebenfalls nicht nur auf der Ebene der Entscheider*innen zu verorten ist, wird es im Rahmen des seit 2015 sehr erfolgreich laufenden Kulturwandel 4.0-Prozesses über alle Hierarchieebenen partizipativ ausgestaltet. Über stetige Arbeit in verschiedenen Dimensionen der Konzerngesellschaften soll laufend Veränderung in der Organisation erzielt und die organisationale "Fitness" in Richtung stärkerer Anpassungsfähigkeit an ein sich veränderndes Marktumfeld und somit in Richtung Zukunftsfähigkeit gesteigert werden. Zur Förderung dessen liegt der Schwerpunkt auf regelmäßigen Veranstaltungen wie den International Organizational Design Days, die dem Wissensaufbau und -austausch sowie der Förderung der gruppenweiten (nationalen und internationalen) Vernetzung dienen. Außerdem sorgen regelmäßige Formate für gezielten Wissensaustausch auf Top-Management-Ebene.

Nachhaltigkeit

Die CR-Strategie der Otto Group umfasst die wirtschaftliche, ökologische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit und berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette. Sie beinhaltet sieben Themenfelder: Climate, Sustainable Materials, Supply Chain, Circularity, Conscious Customers, Empowered Employees und Digital Responsibility. Die Strategie gibt den Konzerngesellschaften einen Rahmen, in dem sie eigenständige, zu ihren jeweiligen Geschäftsmodellen passende Lösungen entwickeln können.

CR-Strategie ab 2021

Die CR-Strategie * ist, zusammen mit dem Code of Ethics, fest im Otto Group Path verankert. Die Ziele aus der CR-Strategie sind dynamisch, werden regelmäßig überprüft und können inhaltlich oder zeitlich angepasst werden, falls veränderte Rahmenbedingungen und neue Handlungsoptionen dies erfordern. Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 ist die jährliche variable Vergütung der Mitglieder des Konzernvorstands sowie seit dem Geschäftsjahr 2022/23 auch die der Bereichsvorstände der Konzerngesellschaft OTTO und der Geschäftsführungen der Konzerngesellschaften bonprix Handelsgesellschaft mbH und der Josef Witt GmbH an die Zielerreichung der CR-Strategie geknüpft.

( * Die Betrachtung der Kennzahlen erfolgt auf Basis des Kalenderjahres.)

Die CR-Strategie wird von allen Konzerngesellschaften umgesetzt, die in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren einen wesentlichen Beitrag zum Außenumsatz der Otto Group leisten. Die in die CR-Strategie einbezogenen Konzerngesellschaften sind für über 95 % der ökologischen Schadwirkungen verantwortlich und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2022/23 rund 79 % des ausgewiesenen Konzernaußenumsatzes. Entsprechend dieser Definition liegen insgesamt 16 Konzerngesellschaften oder -gruppen im Anwendungsbereich der CR-Strategie: Im Segment Plattformen betrifft dies die Konzerngesellschaft OTTO, im Segment Markenkonzepte werden die bonprix-Gruppe, die Witt-Gruppe, die Crate and Barrel-Gruppe, die zur bonprix-Gruppe gehörende Venus Fashion, Inc. und die sheego GmbH sowie im Segment Händler die Baur-Gruppe, die myToys-Gruppe, die Freemans Grattan Gruppe, die UNITO Versand & Dienstleistungen GmbH, die Limango GmbH als Teil der myToys-Gruppe und die Frankonia Handels GmbH & Co. KG berücksichtigt. Im Segment Finanzdienstleistungen liegen zudem die EOS Gruppe sowie im Segment Services die Hermes Fulfilment GmbH, die HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG und die Hermes Germany GmbH * im Anwendungsbereich der CR-Strategie. Bezüglich der im Segment Plattformen befindlichen Konzerngesellschaft About You wird im Hinblick auf die CR-Strategie auf die umfassende veröffentlichte ESG-Berichterstattung von About You verwiesen.

( * Die Hermes Germany GmbH wird seit dem Geschäftsjahr 2020/21 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen.)

Die jeweiligen Themenfelder gelten für eine Konzerngesellschaft oder -gruppe als verbindlich, sobald diese für die Konzerngesellschaften relevant sind und die je Teilstrategie definierte Wesentlichkeitsschwelle oder das Wesentlichkeitskriterium überschritten wurde.

Zielerreichungsstand zu den Teilstrategien

Die CR-Strategie der Otto Group definiert für jedes der sieben Themenfelder langfristige, visionäre Ziele ("Transformational Goals") ebenso wie Ziele mit klar definierten Zeithorizonten ("Core Priorities"). In den Themenfeldern Circularity, Conscious Customers, Empowered Employees und Digital Responsibility gelten auf Ebene der Otto Group verbindliche qualitative Ziele, die durch individuelle Maßnahmenpläne der Konzerngesellschaften konkretisiert werden. Für die Themenfelder Climate, Sustainable Materials und Supply Chain gibt die CR-Strategie verbindliche, mit quantitativen Indikatoren hinterlegte Ziele für alle im Anwendungsbereich der Strategie liegenden Konzerngesellschaften und -gruppen vor. Diese Indikatoren werden extern geprüft.

Im Themenfeld Climate verfolgt die Otto Group das langfristige Ziel, bis 2045 Netto-Null-Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Im Jahr 2022 hat sich die Unternehmensgruppe zur Entwicklung eines wissenschaftsbasierten Klimaziels (Science-Based Target, SBT) für die Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet, das mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens konform ist. Das mittelfristige wissenschaftsbasierte Klimaziel (near-term SBT) mit dem Zieljahr 2031 wird derzeit von der Science Based Target Initiative validiert. Die bisherigen Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen, also die Verringerung der Emissionen um 40 % bis 2025 beziehungsweise Klimaneutralität bis 2030 in den eigenen Geschäftsprozessen, werden in diesem wissenschaftsbasierten Ziel aufgehen.

Im Kalenderjahr 2025 will die Unternehmensgruppe eine Verringerung der bereinigten CO 2 e-Emissionen * um 40 % gegenüber dem Basisjahr 2018 erreichen. Im Jahr 2022 ** sind die bereinigten CO 2 e-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2018 von 385.965 t auf 303.812 t gesunken. Die Reduktion beträgt damit 21 % (2021: 18 %) und wurde vollständig ohne Kompensation über Zertifikate erreicht. Sie liegt damit innerhalb des Prognosewertes einer leichten Reduktion der CO 2 e-Emissionen. Das größte Potenzial, um CO 2 e-Emissionen zu reduzieren, liegt für die Otto Group auch zukünftig in der Umstellung der Warentransporte vom Flugzeug auf Schiff und Bahn, der weiteren Steigerung der Energieeffizienz sowie dem vollständigen Umstieg auf Grünstrom.

( * Unter CO 2 -Äquivalente (CO 2 e) werden alle Treibhausgase (CO 2 , CH 4 , N 2 O, SF 6 , HFC und PFC) entsprechend ihrer Treibhauswirkung im Vergleich zu CO 2 verstanden.)

( ** Bei den Transportdaten der Crate and Barrel-Gruppe (Beschaffung und Distribution) wurden aufgrund fehlender Werte für das Jahr 2022 die Vorjahreswerte aus 2021 übernommen.)

Um das langfristige Netto-Null-Ziel in der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen, ist die Otto Group zudem darauf angewiesen, in enger Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern unter anderem die Energieeffizienz der Produktionsprozesse in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu verbessern und den Einsatz erneuerbarer Energien über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu fördern. Auch der verstärkte Einsatz klimafreundlicher Materialien spielt für die Zielerreichung eine wichtige Rolle.

Im Themenfeld Sustainable Materials verfolgt die Otto Group jeweils spezifische Ziele für die Bereiche Textilien, Möbel, Katalogpapier und Verpackungen: Bis 2025 soll der Anteil sogenannter "Preferred Fibers" - also Textilfasern, die im Vergleich zu konventionellen Alternativen deutlich geringere negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben - auf 65 % steigen. Im Jahr 2022 lag ihr Anteil mit 55 % über dem Vorjahreswert von 53 %. Damit konnte der geplante leichte Anstieg erreicht werden. Auch das Ziel, bei Eigen- und Lizenzmarken 100 % nachhaltige Baumwolle einzusetzen, konnte mit einem Anteil von 95 % im Jahr 2022 fast vollständig erreicht werden und wird auch zukünftig weiterverfolgt. * Im Bereich Möbel strebte die Otto Group bisher an, bis 2025 ausschließlich Holz zu verarbeiten, welches aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt und vom Forest Stewardship Council® - nachfolgend FSC - zertifiziert wurde. Im Jahr 2022 lag der Anteil von FSC-zertifizierten Holzartikeln an der Gesamtanzahl bei 83 % (2021: 78 %). Damit wurde der Prognosewert einer leichten Reduktion übertroffen. Aufgrund des Einmarschs russischer Streitkräfte in die Ukraine und der erschwerten regionalen Verfügbarkeit werden zukünftig verstärkt Engpässe in der Beschaffung von FSC-zertifiziertem Holz erwartet, was die Zielerreichung für Holzmöbel negativ beeinflussen dürfte. Aus diesem Grund hat die Otto Group beschlossen, vier weitere Zertifikate (EU Ecolabel, Blauer Engel, Nordic Swan, ISO 38200) für die Zielerreichung im Möbelbereich zu akzeptieren. Für Kataloge soll bis 2025 ausschließlich Papier mit FSC-Zertifikat beziehungsweise EU-Ecolabel verwendet werden. Im Jahr 2022 hat die Otto Group den Prognosewert einer leichten Reduktion mit einem tatsächlichen Anteil von 90 % gegenüber dem Vorjahreswert von 77 % deutlich übertroffen. Der Anteil nachhaltiger Verpackungen lag 2022 mit 78 % (2021: 71 %) über der Prognose eines leichten Anstiegs.

( * Das Ziel "100 % nachhaltige Baumwolle" gilt für alle Konzerngesellschaften im Scope der CR-Strategie. Akzeptiert werden dabei Bio-Baumwolle, Cotton made in Africa und recycelte Baumwolle.)

Im Themenfeld Supply Chain verfolgt die Otto Group das übergeordnete Ziel, gemeinsam mit Geschäftspartnern messbare soziale und ökologische Verbesserungen entlang der gesamten Lieferkette umzusetzen. Dazu strebt die Otto Group an, 100 % der Lieferkettenakteure vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt für Eigen- und Lizenzmarken zu identifizieren. Im Jahr 2022 wurden dabei 1.996 neue Lieferkettenakteure (2021: +2.942) identifiziert (prozessuale Zählweise) * , der prognostizierte Wert in Bezug auf die Gesamtmenge bekannter Lieferkettenakteure wurde somit deutlich überschritten.

( * Ist ein Lieferkettenakteur für mehrere Geschäftspartner tätig oder führt mehrere hinreichend verschiedene Produktionsschritte aus, wird er mehrfach gezählt.)

In den Themenfeldern Circularity, Conscious Customers, Empowered Employees und Digital Responsibility verfolgt die Otto Group qualitative Ziele. Maßnahmen dieser Themen werden auf Ebene der Konzerngesellschaften und der Otto Group Holding gesetzt und variieren daher. Hierzu zählen beispielsweise durchgeführte Nachhaltigkeitstage und -wochen, die in mehreren Konzerngesellschaften sowohl digital als auch vor Ort stattfanden. Im Rahmen von Circularity bietet die bonprix-Gruppe Cradle to Cradle Certified ® Produkte an, auch OTTO brachte in Zusammenarbeit mit dem Start-up circular.fashion die erste "Circular Collection" auf den Markt. Kund*innen sollen im Rahmen von Conscious Customers für bewusste und nachhaltige Konsumentscheidungen sensibilisiert werden - dafür hat unter anderem die Witt-Gruppe eine Promotion zu Produkten aus 100 % nachhaltiger Baumwolle am World Cotton Day aufgesetzt, die sheego GmbH ist eine Kooperation mit dem Social Business "Stitch by Stitch" eingegangen. Die Konzerngesellschaft OTTO hat eine groß angelegte Marktstudie zu Nachhaltigkeit im E-Commerce durchgeführt, genauso hat die Crate and Barrel-Gruppe über Social Media und Feedbackkanäle den Dialog mit ihren Kund*innen zum Thema Nachhaltigkeit intensiviert. Unter Digital Responsibility fallen unter anderem interne Aktivitäten wie ein "Datenputz" durch die Mitarbeiter*innen sowie die Förderpartnerschaft für den Aufbau der ReDI School of Digital Integration am Standort Hamburg.

Themenfeld Core Priority Istwert 2021 Prognose 2022
Climate 40 % Reduktion der bereinigten * CO 2 e-Emissionen (im Vergleich zum Basisjahr 2018) ** , Klimaneutralität bis 2030 (Standorte, Transporte, Mitarbeiter*innenmobilität, externe Rechenzentren und Cloud-Services) -18 % leichte Reduktion
Sustainable Materials 65 % bevorzugte Textilfasern "preferred fibers", davon 100 % nachhaltige Baumwolle *** 53 % leichter Anstieg
100 % FSC-zertifizierte Möbelprodukte 78 % leichte Reduktion
100 % nachhaltiges Katalogpapier 77 % leichte Reduktion
100 % nachhaltige Verpackungen 71 % leichter Anstieg
Supply Chain 100 % transparente Lieferkette +2.942 neu identifizierte Lieferkettenakteure **** leichter Anstieg in Bezug auf die Gesamtmenge bekannter Lieferkettenakteure
Circularity Qualitative Ziele auf Ebene der Otto Group. Maßnahmen werden jedoch auf Ebene der Konzerngesellschaften gesetzt und variieren daher.
Conscious Customers
Empowered Employees
Digital Responsibility
Themenfeld Istwert 2022 Prognose 2023 Zielwert
Climate -21 % leichte Reduktion -40 % (bis 2025)
Sustainable Materials 55 % leichter Anstieg 65 % (bis 2025)
83 % deutlicher Rückgang 100 % (bis 2025)
90 % leichter Anstieg 100 % (bis 2025)
78 % mittlerer Anstieg 100 % (bis 2023)
Supply Chain +1.996 neu identifizierte Lieferkettenakteure **** leichter Anstieg in Bezug auf die Gesamtmenge bekannter Lieferkettenakteure 100 %
(ohne Zieljahr)
Circularity
Conscious Customers
Empowered Employees
Digital Responsibility

* Relativ zu ihren Leistungseinheiten dargestellt.

** Die Emissionen aus dem Bereich Standorte basieren aufgrund einer zeitlichen Verzögerung der Datenverfügbarkeit stets auf Vorjahreswerten. Emissionen aus Rechenzentren sowie Emissionen aus dem Bezug von Cloud-Dienstleistungen und externen Rechenzentren werden nicht relativ zu ihren Leistungseinheiten, sondern absolut erhoben. Die Emissionen aus Transporten, die von Konzerngesellschaften im Scope der aktuellen Klimastrategie bei der Hermes Germany GmbH und der Hermes Einrichtungs Service GmbH & Co. KG beauftragt werden, sind Teil der Otto Group Gesamtemissionen. Emissionen aus dem Drittgeschäft der Hermes Germany GmbH und der Hermes Einrichtungs Service GmbH & Co. KG, welches außerhalb der Otto Group stattfindet, werden nicht abgebildet. Bei den Transportdaten der Crate and Barrel-Gruppe (Beschaffung und Distribution) wurden aufgrund fehlender Werte für das Jahr 2022 die Vorjahreswerte aus 2021 übernommen.

*** In dem "Preferred Fiber Portfolio" werden Fasern definiert, die im Vergleich zu konventionellen Fasern derselben Faserkategorie eine geringere Auswirkung auf die Umwelt haben (zum Beispiel Bio-Baumwolle im Vergleich zu konventioneller Baumwolle), sowie recycelte Materialien und tierische Fasern, bei denen in besonderem Maße auf das Tierwohl geachtet wird.

**** Angabe der absoluten Zahl an Lieferkettenakteuren in der Lieferkette, die zusätzlich zu den schon bekannten Lieferkettenakteuren identifiziert werden sollen beziehungsweise bereits identifiziert wurden (prozessuale Zählweise).

AUSBLICK

Der Ausblick und die Prognosen für das Geschäftsjahr 2023/24 stehen unter dem Einfluss der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Folgewirkungen der geopolitischen Entwicklungen. Der am 24. Februar 2022 durch die einmarschierenden russischen Streitkräfte ausgelöste Krieg in der Ukraine traf die Weltwirtschaft inmitten eines sich von der Corona-Pandemie erholenden gesamtwirtschaftlichen Umfeldes. Er führte zu deutlich erhöhten Rohstoffpreisen, Störungen in den Lieferketten sowie schwindenden Absatzmöglichkeiten. Die von den Folgen des Krieges ausgelöste Energiekrise in Europa und insbesondere auch in Deutschland sowie die historisch hohe Inflation hinderten die Konjunktur an einer dynamischen postpandemischen Aufholbewegung, nachdem im Jahr 2022 sämtliche Corona-Infektionsschutzmaßnahmen aufgehoben wurden. Die gestiegenen Verbraucherpreise verringern die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen und belasten damit den privaten Konsum.

Die nachfolgenden Einschätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zur Branchenentwicklung und zur Entwicklung der Otto Group im Prognosezeitraum unterliegen vor diesem Hintergrund einem hohen Maß an Unsicherheit. Der Krieg in der Ukraine sowie die damit einhergehenden gesamtwirtschaftlichen Folgewirkungen bilden die wichtigsten Risikofaktoren im Prognosezeitraum, deren Verlauf nicht absehbar und daher nur unzureichend prognostizierbar sind. Diese Unvorhersehbarkeiten stellen eine große Herausforderung dar, um die Auswirkungen auf die für die Otto Group relevanten Absatz- und Beschaffungsmärkte verlässlich einzuschätzen.

Gleichwohl wird für eine Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weltweit, in Deutschland, in der Eurozone und in den USA sowie für eine Prognose der branchenbezogenen Entwicklungen grundsätzlich auf die gängigen Gutachten und Verbandseinschätzungen wie beispielsweise die Frühjahrskonjunkturgutachten vom Kiel Institut für Weltwirtschaft - nachfolgend IfW Kiel - zurückgegriffen. Insbesondere den Prognosen des IfW Kiel liegen dabei zwei zentrale Annahmen zugrunde: Zum einen wird unterstellt, dass das Corona-Virus sowie etwaige politische Restriktionen in diesem Zusammenhang keine unmittelbaren Auswirkungen mehr im Prognosezeitraum haben werden. Zum anderen wird erwartet, dass die bislang verhängten Sanktionen gegenüber Russland während des Prognosezeitraums nicht verschärft und der expansive Rohstoff- und Energiepreisanstieg sowie die bestehenden Lieferkettenstörungen schwinden werden.

Die Einschätzungen zur Entwicklung der Otto Group im Prognosezeitraum berücksichtigen die vorstehend genannten Prognosen und deren Annahmen.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Nach Einschätzungen des IfW Kiel vom 15. März 2023 wird die weltwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 durch einen preisbereinigten Anstieg des globalen BIP in Höhe von 2,5 % (2022: 3,2 %) gekennzeichnet sein. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Hartnäckige Inflation, gebremste Expansion" vom 15. März 2023) Das weltwirtschaftliche Expansionstempo wird sich demnach auch im Prognosezeitraum durch die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine spürbar verlangsamen. Neben der hohen Inflation wirkt sich zunehmend die restriktive Geldpolitik, die zu deutlich höheren Finanzierungskosten führt, bremsend auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum aus. Der Ausblick auf einen nachlassenden Preisdruck für Rohstoffe und Energieprodukte, schwindende Lieferengpässe und die Abkehr der Null-Covid-Politik in China lassen die allgemeine Stimmung bei Unternehmen und Haushalten dagegen aufhellen und das Risiko eines Abrutschens in eine Rezession sinken. Wenngleich die Jahresteuerungsrate im Jahr 2022 ihren Höhepunkt überschritten hat, dürfte die Kernrate der Inflation auch im Prognosejahr auf einem robust hohen Niveau verharren und den massiven Preisdruck aufrechterhalten, der sich negativ auf die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte auswirkt. Eine entlastende Wirkung auf die Konsumausgaben dürfte aus den großen finanziellen Ersparnissen resultieren, die während der Corona-Pandemie aufgebaut wurden. Die gesamtwirtschaftliche Abkühlung dürfte die fortgeschrittenen Volkswirtschaften angesichts der hohen Teuerungsrate sowie der späten, aber historisch sehr steilen Anhebung der Leitzinsen besonders stark treffen, sodass ein unterdurchschnittliches Wachstum der realen gesamtwirtschaftlichen Produktion von 0,9 % erwartet wird. In den Schwellenländern dürfte es aufgrund der Belebung der chinesischen Konjunktur zu einer überdurchschnittlichen Expansion der Wirtschaft kommen. Der Welthandel wird die im Schlussquartal 2022 verzeichnete Abwärtsdynamik zwar nicht fortsetzen, angesichts des angespannten konjunkturellen Umfeldes ist in der Gesamtjahresbetrachtung jedoch nur ein Wachstum von 1,2 % (2022: 3,2 %) zu erwarten.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wird im Jahr 2023 von einer konjunkturellen Schwächephase geprägt sein, die sich von den Folgewirkungen des Krieges in der Ukraine deutlich langsamer als andere Volkswirtschaften, wie die der Eurozone oder der USA, erholt. Das reale BIP dürfte preisbereinigt um 0,5 % (2022: 1,8 %) wachsen. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Konjunktur fängt sich, Auftriebskräfte eher gering" vom 14. März 2023) Für die Prognose wurde unterstellt, dass die dämpfenden Einflüsse der stark gestiegenen Energiepreise und der damit verbundenen Realeinkommensverluste der privaten Haushalte im Verlauf des Prognosejahres langsam nachgeben werden. Trotz der positiven Tendenzen befindet sich das Konsumklima zu Jahresbeginn 2023 auf einem historisch niedrigen Niveau, was sich bereits in den rückläufigen privaten Konsumausgaben im ersten Quartal 2023 abzeichnete. Aufgrund des schwachen Jahresauftaktes werden für den Prognosezeitraum insgesamt betrachtet rückläufige reale Konsumausgaben privater Haushalte in Höhe von 0,5 % (2022: +4,3 %) prognostiziert. Die eingeschränkten Konsummöglichkeiten während der Corona-Pandemie führten zwar insbesondere in den beiden Jahren 2020 und 2021 zu einer hohen aufgestauten Kaufkraft sowie einer erhöhten Sparquote, demgegenüber erzeugte der massive Preisdruck eine neue Ausgabenvorsicht und schmälerte die real verfügbaren Einkommen vor allem zum Jahresende 2022. Die Verbraucherpreise, die im Jahr 2022 einen historisch hohen Antrieb infolge des Krieges in der Ukraine erfuhren, werden im Prognosejahr weiter auf hohem Niveau steigen. Während sich der Preisanstieg für Energieprodukte zu entschleunigen scheint, bleibt die Kernrate ohne Energie übermäßig hoch und dürfte sich erst auf längere Sicht ihrem langfristigen Durchschnitt nähern. Positive Impulse auf die Inflationsrate senden staatliche Preisbremsen für Gas- und Strompreise. Im Jahresdurchschnitt 2023 wird ein Anstieg der Verbraucherpreise um 5,4 % erwartet. Für den Arbeitsmarkt wird prognostiziert, dass die Erwerbstätigkeit weiterhin robust ansteigen und im Prognosejahr ihren Zenit erreichen dürfte. Grund dafür ist die fortschreitende Alterung der Erwerbsbevölkerung und der damit verbundene Rückgang des Arbeitskräftepotenzials trotz Zuwanderung. Dies dürfte einen Effekt auf die Beschäftigungshöhe und damit die jahresdurchschnittliche Erwerbslosenquote haben, die voraussichtlich von 2,8 % im Jahr 2022 auf 2,7 % im Prognosejahr sinken wird. Die hohen Rohstoffpreise und schlechteren Finanzierungsbedingungen dürften weiterhin belastend auf die Unternehmensinvestitionen wirken, es wird jedoch von einer stabilen Entwicklung ausgegangen. Die Aussichten auf den deutschen Exportmärkten dürften weiterhin von den dämpfenden Einflüssen der Weltkonjunktur getrübt sein, sodass die deutschen Ausfuhren nach einem Rückgang im ersten Quartal 2023 im restlichen Prognosezeitraum voraussichtlich moderate Zuwächse verbuchen werden. Da die prognostizierten Ausfuhren mit einem leichten Anstieg, die Einfuhren demgegenüber mit einem Rückgang beziffert werden, dürfte vom Außenhandel im Prognosezeitraum ein positiver Expansionsbeitrag ausgehen.

Für die Eurozone wird auf Basis der Einschätzungen des IfW Kiel für das Jahr 2023 insgesamt betrachtet eine positive und zugleich deutlich geschwächte Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktion erwartet, sodass das preisbereinigte BIP voraussichtlich um 1,1 % (2022: 3,5 %) zulegen dürfte. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Energiekrise klingt ab, Konjunkturaussichten hellen sich auf" vom 14. März 2023) Die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften mit der schrittweisen Normalisierung der Energiepreise und steigenden Kaufkraft wieder an Fahrt gewinnen und im Prognosezeitraum noch einmal kräftiger als im Vorjahr um 2,5 % (2022: 1,0 %) zulegen, wenngleich das Konsumklima durch die hohe Inflationsrate belastet bleibt. Hier wirkt sich das aus der Corona-Pandemie resultierende Aufholpotenzial in Verbindung mit Überschussersparnissen positiv auf den Konsum aus, welcher sich in der Eurozone noch immer knapp unterhalb des Vorkrisenniveaus befindet. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt dürfte sich im Prognosezeitraum robust zeigen und durch eine jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 6,8 % gekennzeichnet sein, die damit leicht über dem Vorjahreswert in Höhe von 6,7 % liegt. Ein wachstumsmindernder Faktor dürfte sich aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld ergeben, da die Importquote die der Exporte übersteigen dürfte. Für die übrigen Länder der Europäischen Union wird im Prognosezeitraum ebenfalls ein Anstieg der realen gesamtwirtschaftlichen Produktion erwartet, wenngleich das preisbereinigte BIP der gesamten Europäischen Union leicht unterhalb dem der Eurozone liegen dürfte. Besonders bei den mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten äußern sich die geographische Nähe und die engeren Handelsverflechtungen mit Russland und der Ukraine wachstumshemmend.

In den USA dürfte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 mit einer deutlich verminderten Dynamik fortsetzen, sodass mit einem Anstieg des preisbereinigten BIP in Höhe von 0,8 % (2022: 2,1 %) gerechnet wird. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Hartnäckige Inflation, gebremste Expansion" vom 15. März 2023) Der private Konsum dürfte mit einem Wachstum in Höhe von 0,8 % zwar stabil bleiben, aber ebenfalls deutlich unter der Vorjahreswachstumsrate von 2,8 % liegen. Wenngleich sich die Inflationsrate von ihrem Rekordniveau im Jahr 2022 erholen dürfte, bleibt der Preisdruck auf Waren und Dienstleistungen hoch. Zusätzlich bremst die weiterhin restriktiv ausgerichtete Geldpolitik die Ausgabebereitschaft privater Haushalte. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt dürfte sich mit einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 4,3 % (2022: 3,6 %) spürbar verschlechtern. Auch die Unternehmensinvestitionen werden von erheblichen Zinserhöhungen belastet, was auf gedämpfte Absatzerwartungen schließen lässt. Der Außenhandel wird voraussichtlich infolge stark rückläufiger Importe einen positiven Expansionsbeitrag leisten.

(Prognostizierte) Veränderung des realen BIP gegenüber dem Vorjahr 2023
in %
2022
in %
Welt 2,5 3,2
Deutschland 0,5 1,8
Eurozone 1,1 3,5
USA 0,8 2,1

Branchenentwicklung

Plattformen, Markenkonzepte und Händler

Die Entwicklung des deutschen Einzelhandels dürfte im Jahr 2023 weiterhin von den wirtschaftlichen Folgewirkungen des Krieges in der Ukraine geprägt sein, sodass eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion auf geringem Niveau prognostiziert wird. (Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Konjunktur fängt sich, Auftriebskräfte eher gering" vom 14. März 2023) Nach einem kräftigen Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vorjahr wird für den Prognosezeitraum mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau gerechnet, der im Jahr 2023 im Zuge des demografischen Wandels seinen Zenit erreichen dürfte. Während sich das Konsumklima im Jahr 2022 mit dem Wegfall der Corona-Beschränkungen kurzzeitig erholte und auf Jahressicht sogar ein Anstieg der preisbereinigten Konsumausgaben der privaten Haushalte verzeichnet wurde, werden im Prognosejahr eine zurückkehrende Kaufzurückhaltung und Konsumverzicht erwartet. Der hohe Preisauftrieb infolge krisen- und kriegsbedingter Sondereffekte führte zu einem historisch hohen Anstieg der Verbraucherpreise, der die verfügbaren Einkommen empfindlich schmälerte. Der Preisauftrieb wird sich auch im Prognosezeitraum robust zeigen und zu einer weiterhin hohen Inflationsrate führen. Im Jahr 2023 wird ein Anstieg der Verbraucherpreise von 5,4 % prognostiziert. Für die zwischen den Jahren 2020 bis 2022 zurückgehaltenen Extra-Ersparnisse von rund 220 Mrd. EUR wird unter Berücksichtigung einer neu entstandenen Ausgabenvorsicht privater Haushalte, ausgelöst durch die Energiekrise, und der stark angestiegenen Verbraucherpreise erwartet, dass etwa 10 % dieser Ersparnisse für private Konsumzwecke aufgewendet werden. Im Gesamtjahresdurchschnitt wird ein nominaler Anstieg der privaten Konsumausgaben von 4,9 % unterstellt, was wiederum einem preisbereinigten Rückgang von 0,5 % entspräche.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel erwartet in der im Januar 2023 (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 26. Januar 2023) veröffentlichten jährlichen Prognose dennoch ein Wiederaufleben der positiven Entwicklung für den deutschen Online- und Versandhandel. Die Umsätze mit Waren im E-Commerce-Bereich werden demnach im Jahr 2023 voraussichtlich auf ungefähr 94,7 Mrd. EUR (2022: 90,4 Mrd. EUR) steigen, was einem Wachstum von rund 4,8 % (2022: -8,8 %) entspräche. In einer aktualisierten Veröffentlichung aus dem April 2023 (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 5. April 2023) gibt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel jedoch an, dass sich die zuletzt rückläufigen Wachstumsraten aus dem Jahr 2022 im ersten Quartal des Jahres 2023 fortsetzten. Gegenüber dem Vergleichsquartal 2022 - dem letzten Quartal, das trotz der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine positive Wachstumsraten verzeichnete - sanken die Umsätze mit Waren um deutliche 15 %. Besonders betroffen waren auch hier Multichannel-Einzelhändler mit überdurchschnittlich rückläufigen Umsatzentwicklungen. Unter den Warengruppen verzeichneten vor allem Sortimente aus den Bereichen Bekleidung und Unterhaltung, darunter Elektronik- und Telekommunikationsartikel, Computerzubehör und -spiele sowie Softwareprodukte, merkliche Rückgänge. Insgesamt betrachtet dürfte sich das Bild im weiteren Jahresverlauf entspannen, wenngleich mit einer Verschiebung der Nachfrage innerhalb der Warengruppen zu rechnen ist.

Nach sehr dynamischen Wachstumsausschlägen, insbesondere in den beiden Jahren 2020 und 2021, dürfte sich die Dynamik im deutschen E-Commerce-Bereich trotz krisenbedingter Ausgabenvorsicht langfristig stabilisieren, da der Onlinehandel seine Vorteile unter Beweis stellen konnte und in der Breite der Konsument*innen angekommen ist.

Services

Nach der Mittelfristprognose des Bundesamtes für Güterverkehr aus dem Oktober 2022 (Quelle: Bundesamt für Güterverkehr: "Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr - Kurzfristprognose Sommer 2022") wird für die deutsche Transport- und Logistikbranche für das Jahr 2023 vor dem Hintergrund des volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes infolge kriegs- und krisenbedingter Sondereffekte weiterhin eine leicht rückläufige Entwicklung erwartet. Der gesamte Güterverkehr dürfte in Deutschland im Prognosezeitraum um 0,1 % (2022: -0,4 %) sinken.

Einen wesentlichen Bestandteil der deutschen Transport- und Logistikbranche bilden die Distributionstätigkeiten der deutschen Paketdienstleister. Deren Entwicklung hängt unmittelbar mit der Umsatzentwicklung im deutschen Online- und Versandhandel zusammen. Die im Januar 2023 (Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) vom 26. Januar 2023) veröffentlichte Prognose des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel geht nach rückläufigen Zahlen im Jahr 2022 von einer Aufholbewegung sowie erneuten Umsatzsteigerungen im Prognosezeitraum aus. Wenngleich sich die Umsatzentwicklung des E-Commerce-Bereiches im ersten Quartal 2023 infolge krisenbedingter Konsumzurückhaltung und hoher Verbraucherpreise rückläufig zeigte, ist weiterhin kurz- und mittelfristig ein dynamischer Wachstumstrend aufgrund des stabilen Einkaufsverhaltens der Konsument*innen zu erwarten, sodass Paketdienstleister auch im Prognosezeitraum vor die große Herausforderung gestellt werden dürften, ein steigendes Sendungsmengenwachstum zu bewältigen. Das Kostenniveau in der deutschen Transport- und Logistikbranche wird sich weiterhin aufwärtsgerichtet zeigen. Während die Kraftstoffkosten im Jahr 2023 auf hohem Niveau verbleiben dürften, ist hinsichtlich des Fahrer*innenmangels in der Distributionslogistik weiterhin eine erschwerte Gewinnung von Arbeitskräften sowie in Anbetracht der hohen Inflation eine deutlich aufwärtsgerichtete Lohnkostenentwicklung zu erwarten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der hohe Anstieg der Faktorpreise zu einem Anstieg der Versandkosten und damit einer Weitergabe der Effekte an die Privatkund*innen und Unternehmenskunden führen wird.

Kurz- und insbesondere mittelfristig erfordert die Entwicklung im deutschen Online- und Versandhandel, dessen Dynamik sich stabilisieren dürfte, ein anhaltend hohes Investitionsniveau in der Paketdistribution, insbesondere für den Ausbau der logistischen Infrastruktur sowie die weitere Digitalisierung. Um das steigende Sendungsmengenvolumen trotz umfangreicher Anforderungen der Kund*innen, des anhaltenden Mitarbeiter*innenmangels in der Distribution und in der Lagerlogistik sowie der weiterhin angespannten verkehrlichen Situation bewältigen zu können, wird kontinuierlich an neuen (digitalen) Lösungsansätzen gearbeitet. Zusätzlich werden zunehmende Ansprüche an umweltbewusstes und nachhaltiges Wirtschaften den weiteren Ausbau der E-Mobilität zur Emissionsreduktion vorantreiben.

Finanzdienstleistungen

Die prognostizierte Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2023 wird sich auch auf den deutschen Finanzdienstleistungssektor auswirken. Angesichts der mit hoher Unsicherheit behafteten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist eine Prognose über die Solvenz der Unternehmen schwer zu treffen. Erkennbar haben fiskalpolitische und gesetzgeberische Maßnahmen der vergangenen Jahre, wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für infolge der Corona-Pandemie überschuldete Unternehmen oder für unternehmerische Insolvenztatbestände aufgrund der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, Unternehmen vor einer möglichen Insolvenz geschützt. Mit der Beendigung staatlicher Hilfsmaßnahmen konnte im Jahr 2022 ein Nachholeffekt beobachtet werden, der inzwischen beendet sein dürfte. Gleichwohl kann ein weiterer Anstieg der Unternehmensinsolvenzen vor dem Hintergrund der volatilen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Prognosezeitraum nicht ausgeschlossen werden.

Nachdem die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2022 aufgrund eines beendeten Nachholeffektes aus der Einführung des Gesetzes zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre wieder stark rückläufig war, könnten Engpässe in der Zahlungsfähigkeit im Zuge der hohen Inflation zu einem erneuten Anstieg der Verbraucherinsolvenzen führen. Hinsichtlich des insgesamt stark risikobehafteten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes im Prognosezeitraum wird mit einem Anstieg notleidender Forderungen und damit des Angebots an Forderungspaketen gerechnet.

Der in den zurückliegenden Jahren anhaltende Trend des Rückgangs der Überschuldungsquote von Verbraucher*innen wird sich nach der im November 2022 veröffentlichten Prognose von Creditreform, Boniversum und microm (Quelle: Creditreform, Boniversum, microm: "SchuldnerAtlas Deutschland 2022" vom 15. November 2022) infolge deutlicher Preisanstiege im Jahr 2022 - vor allem für Energieprodukte, deren Nachzahlung noch aussteht - sowie bestehender inflationärer Tendenzen im Prognosezeitraum voraussichtlich umkehren und die Überschuldungslage von Privatpersonen dürfte sich erwartungsgemäß verschlechtern.

Entwicklung der Otto Group

Nach dem Geschäftsjahr 2021/22, welches eines der erfolgreichsten in der Geschichte der Otto Group war, folgte unmittelbar eines der herausforderndsten Geschäftsjahre. Ein stark volatiles gesamtwirtschaftliches Umfeld, welches durch steigende Beschaffungskosten, Inflation und ein deutlich belastetes Konsumklima in relevanten Absatz- und Beschaffungsmärkten der Otto Group gekennzeichnet war, prägte das Geschäftsjahr 2022/23. Im Prognosejahr werden sich diese Rahmenbedingungen voraussichtlich nur teilweise verbessern.

Dabei ist auch in Geschäftsjahren mit einem volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeld und einer schwierigen Marktlage der Otto Group Path weiterhin die für die Otto Group relevante Richtungsvorgabe. Der Otto Group Path beschreibt den weiteren Entwicklungspfad der Otto Group, steckt strategische Ziele ab, setzt Schwerpunkte für alle Konzerngesellschaften der Unternehmensgruppe und gibt einen Handlungsrahmen für die Weiterentwicklung der Portfolio- und der CR-Strategie vor. Dabei leitet sich der Otto Group Path insbesondere aus der Vision der Gesellschafter "Reponsible commerce that inspires" ab, welche als Richtungsvorgabe die Wichtigkeit von nachhaltigem Handel betont und einen klaren Anspruch artikuliert, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu vereinen. Das Schaffen von herausragenden Kund*innenerlebnissen ist dabei der zentrale Anspruch, an dem die Otto Group ihr Handeln ausrichtet.

Trotz des herausfordernden Marktumfeldes verfolgt die Unternehmensgruppe auch im Prognosejahr und den nachfolgenden Geschäftsjahren mit ihrer fokussierten Wachstumsstrategie weiterhin einen ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, bestehende Stärken nachhaltig auszubauen und sowohl national als auch international zu festigen. Die Zielstellung für das Prognosejahr liegt darin, die relevanten strategischen Investitionen weiter voranzutreiben, um sich bestmöglich für die Zukunft zu positionieren und zugleich die finanzielle Stabilität und gute Bonität der Unternehmensgruppe zu festigen. Die Otto Group wird weiterhin innovativ agieren, erfolgreiche Geschäftsmodelle weiterentwickeln und marktseitige Chancen aktiv nutzen. Die Übernahme von Verantwortung für die Mitarbeiter*innen, Partner und die Gesellschaft bleibt zudem eine feste Leitplanke des zukünftigen Handelns der Unternehmensgruppe.

Neben der fokussierten Wachstumsstrategie wurden daher mit einer ambitionierten und umfassenden CR-Strategie ehrgeizige quantitative und qualitative Nachhaltigkeitsziele in sieben Themenfeldern gesteckt. Unter anderem hat sich die Otto Group im Jahr 2022 dazu entschieden, die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2045 auf Netto-Null zu reduzieren. Die Umsetzung der CR-Strategie wird langfristig positive Auswirkungen auf die Segmente der Otto Group haben. Sie zahlt auf die soziale und ökologische Verantwortung ein.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Otto Group und somit auch auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe. Die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe im Prognosejahr 2023/24 dürfte weiterhin maßgeblich durch die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Folgewirkungen der geopolitischen Entwicklungen durch den Krieg in der Ukraine bestimmt sein. Dieser traf die Weltwirtschaft inmitten eines sich von der Corona-Pandemie erholenden gesamtwirtschaftlichen Umfeldes und führte zu deutlich erhöhten Rohstoff- und Energiepreisen, Verschärfungen in den Lieferketten sowie schwindenden Absatzmöglichkeiten. Insbesondere die stark gestiegenen Verbraucherpreise verringerten die Kaufkraft der privaten Haushalte und belasteten den privaten Konsum. Im Prognosejahr dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zwar in allen relevanten Absatzmärkten durch einen realen Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktion gekennzeichnet sein. Gleichwohl wird insbesondere in Deutschland eine konjunkturelle Schwächephase prognostiziert, die unter anderem auch zu einem realen Rückgang der Konsumausgaben der privaten Haushalte führen dürfte. In den USA wird sich der private Konsum voraussichtlich stabil zeigen, aber deutlich unter der Vorjahreswachstumsrate liegen. Im übrigen Europa dürften die Konsumausgaben der privaten Haushalte mit der schrittweisen Normalisierung der Energiepreise und steigenden Kaufkraft wieder an Fahrt gewinnen und im Prognosezeitraum noch kräftiger als im Vorjahr zulegen, wenngleich das Konsumklima durch die hohe Inflationsrate belastet bleibt. Vor diesem Hintergrund erwartet die Otto Group auch im Prognosejahr in relevanten Absatzmärkten, insbesondere im Hauptabsatzmarkt Deutschland, negative Auswirkungen auf das allgemeine Konsumverhalten der Kund*innen der Unternehmensgruppe. Auf der Beschaffungsseite dürften sich ergebnisbelastende Auswirkungen infolge der sich normalisierenden Preisentwicklungen bei Energieprodukten und weiteren Rohstoffen, wie Holz oder Baumwolle, hingegen vermindern.

Die Unternehmensgruppe ist vor diesem Hintergrund mit einer nach wie vor bestehenden Prognoseunsicherheit in das neue Geschäftsjahr 2023/24 gestartet. Wie bereits vorstehend in den Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen und zur Branchenentwicklung dargelegt, wird gleichwohl unterstellt, dass sich keine weiteren Verschärfungen der geopolitischen Entwicklungen ergeben und sich die volatilen Rohstoff- und Energiepreisentwicklungen sowie partiell weiterhin bestehende Lieferkettenbelastungen nicht weiter verstärken, sondern durch eine schrittweise Normalisierung gekennzeichnet sein werden.

Die nachfolgenden Angaben und die Aussagen für die Otto Group und für die Segmente unterstellen grundsätzlich eine Geschäftsentwicklung, die nicht durch Währungskurseffekte beeinflusst wird. Darüber hinaus werden Effekte aus bereits bekannten Veränderungen des Konsolidierungskreises bei allen prognostischen Angaben berücksichtigt und demnach eine Prognose auf vergleichbarer Basis abgeleitet.

Die Umsatzerlöse im wachstumsstarken Segment Plattformen zeigten sich im Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Rückgang von 6,2 % auf vergleichbarer Basis, das heißt bereinigt um Veränderungen des Konsolidierungskreises, deutlich rückläufig. Die Otto Group erwartet, dass dieses Segment im Geschäftsjahr 2023/24 wieder ein Umsatzwachstum verzeichnen kann, und prognostiziert für das Segment einen Umsatzanstieg, der im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen dürfte. Mittelfristig erwartet die Unternehmensgruppe wieder ein deutliches Umsatzwachstum in diesem Segment.

Die konsequente Fortsetzung der bereits in wesentlichen Schritten vorangegangenen Transformation der Konzerngesellschaft OTTO zu einer E-Commerce-Plattform ist auch im Geschäftsjahr 2023/24 einer der prägenden strategischen Schwerpunkte. Es werden weiterhin hohe Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie in Zukunftstechnologien und den weiteren Ausbau des Marktplatzgeschäftes getätigt. Zudem wird sich OTTO im Rahmen der Transformation für weitere Marken und Händler öffnen und erwartet eine starke Skalierung der Anzahl der Marktplatzpartner. Das Produkt- und Artikelportfolio wird sich dementsprechend im Prognosezeitraum nochmals deutlich erweitern. Daneben fokussiert OTTO vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit im Bewusstsein der Kund*innen eine deutliche Erweiterung der auf otto.de angebotenen nachhaltigen Artikel und möchte sich zur Plattform mit dem größten nachhaltigen Sortiment in Deutschland weiterentwickeln. Der Ausbau der von OTTO angebotenen B2B-Services, insbesondere im Bereich der selbst entwickelten Werbelösungen für Lieferanten, Marktplatzpartner und Mediaagenturen, wird ebenfalls vorangetrieben. Nach den Umsatzrückgängen im Geschäftsjahr 2022/23 erwartet die Konzerngesellschaft OTTO im klassischen Handelsgeschäft im Prognosejahr eine umsatzseitige Stabilisierung. Im Marktplatzgeschäft sowie als Anbieter von B2B-Services im Advertising-Services-Bereich wird jedoch eine hohe umsatzseitige Wachstumsdynamik erwartet.

About You wird seinen Fokus im Geschäftsjahr 2023/24 auf die Weiterentwicklung als große Handelsplattform legen und mit der weiteren Skalierung der bestehenden Märkte im DACH-Raum und im restlichen Europa sowie dem Ausbau der B2B-Aktivitäten im Bereich Technologie, Medien und Enabling relevant zum prognostizierten Umsatzwachstum im Segment Plattformen beitragen.

Die Umsatzerlöse im Segment Markenkonzepte konnten im Geschäftsjahr 2022/23 auf vergleichbarer Basis um 2,3 % gesteigert werden. Die Unternehmensgruppe prognostiziert für das Geschäftsjahr 2023/24 einen leichten Rückgang der Umsatzerlöse in diesem Segment, der im unteren einstelligen Prozentbereich liegen dürfte. Die das Segment prägenden und international vertretenen vertikalen Markenkonzepte der Crate and Barrel-, der Witt- und der bonprix-Gruppe erwarten dabei eine heterogene Geschäftsentwicklung. Für die Crate and Barrel-Gruppe wird nach dem hohen Umsatzwachstum in den zurückliegenden Geschäftsjahren ein Umsatzrückgang im Prognosejahr erwartet. Dieser ist neben einer Stagnation der allgemeinen Nachfrage insbesondere durch das Abklingen des im Geschäftsjahr 2022/23 stark begünstigenden hohen Abbaus des Nachlieferungsbestandes als Folge der Corona-Pandemie bedingt. Die Witt-Gruppe erwartet aufgrund des allgemein belasteten Konsumklimas sowie einer reduzierten Katalogauflage infolge der hohen Papierpreisvolatilität einen leichten Umsatzrückgang, während der Ausbau des E-Commerce-Anteils klar im Fokus steht. Die Aktivitäten der bonprix-Gruppe dürften im Prognosejahr hingegen wieder ein klares Wachstum verzeichnen.

Das Segment Händler verzeichnete im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis in Höhe von 7,2 %. Für das Prognosejahr 2023/24 erwartet die Otto Group ebenfalls einen Rückgang der Umsatzerlöse, der jedoch auf vergleichbarer Basis nicht an den prozentualen Rückgang des Vorjahres heranreichen dürfte. Die Geschäftsentwicklung des Segments zeigt in Bezug auf die einzelnen Konzerngesellschaften ein heterogenes Bild und ist insbesondere durch die Entscheidung geprägt, die Marke myToys zukünftig ausschließlich auf der Plattform otto.de anzubieten und den operativen Geschäftsbetrieb der myToys.de GmbH im Geschäftsjahresverlauf 2023/24 einzustellen. Dieser umfasst auch die Schließung der 19 Stationärstandorte in Deutschland. Durch die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs wird die Konzerngesellschaft myToys im Prognosejahr deutlich unter dem Vorjahr liegende Umsatzerlöse erzielen. Andere Handelskonzepte, wie beispielsweise Manufactum oder Freemans Grattan Holdings, erwarten hingegen im Geschäftsjahr 2023/24 relevante Umsatzzuwächse, die die rückläufige Umsatzentwicklung bei myToys jedoch insgesamt betrachtet nicht ausgleichen werden.

Im Segment Services spiegelt der in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung der Otto Group ausgewiesene Außenumsatz nur eingeschränkt die operative Entwicklung dieses Segmentes wider, da zum einen die Hermes Fulfilment-Gruppe das Warehousing und die Abwicklung der Retouren insbesondere gegenüber den Konzerngesellschaften der Otto Group bereitstellt und diese Aktivitäten nicht im Konzernumsatz der Otto Group enthalten sind. Zum anderen werden die Umsatzerlöse aus den Paket-Distributionsaktivitäten der Hermes Gruppe in Deutschland und der Minderheitsbeteiligung in Großbritannien nicht in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen. Die Außenumsatzentwicklung des Segments Services, welche im Geschäftsjahr 2022/23 auf vergleichbarer Basis durch einen Rückgang von 2,9 % gekennzeichnet war, dürfte im Prognosezeitraum durch eine Stabilisierung des ausgewiesenen Umsatzniveaus gekennzeichnet sein. Während für die Logistikaktivitäten der Baur-Gruppe und die im Geschäftsbereich 2-Mann-Handling tätige Konzerngesellschaft GIRARD AGEDISS in Frankreich leichte Umsatzzuwächse prognostiziert werden, wird für die ebenfalls im 2-Mann-Handling tätige HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG in Deutschland ein leichter Umsatzrückgang erwartet.

Relevante strategische Investitionen der Otto Group im Rahmen ihrer fokussierten Wachstumsstrategie sind hohe Investitionen in ein robustes Fulfilment mit einer schnellen Warenverfügbarkeit und der Ausbau der Next-Day-Delivery Fähigkeit im Segment Services. Diese dienen insbesondere dazu, den steigenden Kund*innenbedürfnissen im Bereich der Logistik auch zukünftig gerecht zu werden und sind gleichsam Grundvoraussetzung für die Fortsetzung der fokussierten Wachstumsstrategie und die weitere Entwicklung der Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Die Hermes Fulfilment-Gruppe, die mit ihren Warehousing-Aktivitäten eine Schlüsselrolle für die Otto Group spielt, hat im Geschäftsjahr 2022/23 signifikante Investitionen, unter anderem in einen neuen Standort im polnischen Ilowa sowie einen bestehenden Standort im bayrischen Altenkunstadt, getätigt und wird diese Investitionen auf hohem Niveau auch im Prognosejahr fortführen. Im April 2022 erfolgte die Grundsteinlegung für einen umfangreichen Neubau eines Versandzentrums am Standort im polnischen Ilowa. Dieses Versandzentrum wird zukünftig die logistische Abwicklung kleinvolumiger Sortimente der Konzerngesellschaft OTTO einschließlich Lagerung, Kommissionierung und Versand, fokussieren und voraussichtlich Ende des Jahres 2023 in Betrieb gehen. Am Logistikstandort im bayrischen Altenkunstadt hat die Hermes Fulfilment-Gruppe gemeinsam mit der Baur-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/23 wesentliche Schritte bei der Weiterentwicklung des Standortes unternommen und unter anderem den Neubau eines vollautomatisierten Shuttlelagers auf bestehender Fläche gestartet. Die bauliche und technische Weiterentwicklung des Standorts wird bis zum Frühjahr des Jahres 2024 abgeschlossen sein. Das vollautomatisierte Shuttlelager wird die Lieferzeiten für die Kund*innen deutlich verkürzen und damit in Ergänzung zu dem bereits heute bestehenden Logistikbetrieb in Altenkunstadt ein wesentlicher Bestandteil des logistischen Netzwerks der Konzerngesellschaft About You werden.

Das Segment Finanzdienstleistungen, welches im Wesentlichen durch die international tätige EOS Gruppe geprägt wird, verzeichnete im Geschäftsjahr 2022/23 einen deutlichen Umsatzanstieg auf vergleichbarer Basis in Höhe von 24,1 %. Für das Geschäftsjahr 2023/24 erwartet die Otto Group für dieses Segment einen leichten Rückgang der Umsatzerlöse, der im unteren einstelligen Prozentbereich liegen dürfte. Die EOS Gruppe konnte aufgrund der außergewöhnlich guten marktseitigen Rahmenbedingungen die Forderungsmanagementtätigkeiten im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich ausweiten und außerordentlich hohe Portfolioinvestitionen tätigen. Auch im Prognosejahr wird die EOS Gruppe die sich ergebenden Chancen aus dem voraussichtlich hohen Angebot an Forderungspaketen nutzen und unter Berücksichtigung der in den jeweiligen Märkten geltenden regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den hohen Ansprüchen an die Profitabilität weiter in den Ankauf von Forderungen und Immobilienportfolios investieren. Gleichwohl dürfte der Umfang der Portfolioinvestitionen nicht an das außerordentlich hohe Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2022/23 heranreichen. Die Umsatzentwicklung in den einzelnen Märkten der EOS Gruppe wird im Prognosezeitraum unterschiedlich ausfallen. Für den operativen Betrieb der EOS Gruppe im russischen Markt sind erneut keine weiteren Forderungsankäufe geplant, sodass die Umsatzerlöse hier stark rückläufig sein werden. In anderen Märkten, wie beispielsweise in Westeuropa mit einer im Geschäftsjahr 2022/23 in Portugal neu gegründeten Aktivität, werden hingegen Umsatzzuwächse prognostiziert.

Auf Konzernebene hat die Otto Group im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt betrachtet Umsatzerlöse in Höhe von 16.190,4 Mio. EUR erzielt und lag damit auf dem pandemiebedingt außerordentlich starken Vorjahresniveau. Vor dem Hintergrund der weiterhin volatilen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des herausfordernden Marktumfeldes erwartet die Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2023/24 trotz der Umsatzrückgänge aus der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs von myToys einen auf diesem Niveau liegenden Umsatz. In den nachfolgenden Geschäftsjahren plant die Otto Group, sukzessive auf ihren dynamischen Wachstumspfad zurückzukehren.

Die Profitabilität der Segmente dürfte sich im Prognosejahr 2023/24 unterschiedlich entwickeln. Das Segment Plattformen ist ergebnisseitig durch die Weiterentwicklung der beiden plattformbasierten Geschäftsmodelle der Konzerngesellschaften OTTO und About You geprägt und belastet. Die Konzerngesellschaft OTTO erwartet dennoch eine verbesserte Profitabilität, unter anderem durch steigende Ergebnisbeiträge aus der Marktplatztätigkeit sowie durch rückläufige Kostenpositionen wie beispielsweise Frachtkosten. About You erwartet durch die Skalierung der bestehenden Märkte sowie den Ausbau der B2B-Aktivitäten ebenfalls eine Verbesserung der Profitabilität und strebt im Geschäftsjahr 2023/24 auf Ebene des bereinigten EBITDA den ergebnisseitigen Break-Even an. Die Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte prognostiziert einen erneut hohen Ergebnisbeitrag, der sich vor dem Hintergrund des erwarteten Umsatzrückgangs insbesondere aus einer deutlichen Normalisierung der im Geschäftsjahr 2022/23 überdurchschnittlich hohen Transport- und Containerkosten ergeben wird. Im Segment Händler wird die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der myToys.de GmbH das Ergebnis einmalig in Höhe eines niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrags belasten. In den Folgejahren wird aus dieser Portfolioentscheidung eine Stärkung der Profitabilität der Otto Group erwartet. Für das durch die EOS Gruppe geprägte Segment Finanzdienstleistungen wird eine etwas geringere, aber immer noch ausgesprochen gute Profitabilität erwartet.

Trotz der volatilen und herausfordernden Rahmenbedingungen erwartet die Unternehmensgruppe für das Geschäftsjahr 2023/24 auf Konzernebene ein EBIT, das in einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen und damit das EBIT in Höhe von 22,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 deutlich übertreffen dürfte.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung der Otto Group

In dem ausgesprochen volatilen Umfeld der vergangenen Jahre, das insbesondere durch die Corona-Pandemie und durch den Krieg in der Ukraine geprägt war, hat es die Otto Group geschafft, sich stetig flexibel zu positionieren, kurzfristig zu agieren und, wenn nötig, auf Sicht zu steuern. Der Vorstand der Otto Group ist überzeugt, dass diese Flexibilität der gesamten Unternehmensgruppe und vor allem auch der Belegschaft für die nachfolgenden Geschäftsjahre von entscheidender Bedeutung ist. Der vor einigen Jahren initiierte Kulturwandel hat sich insoweit bereits mehr als ausgezahlt. Dennoch werden strategisch notwendige Projekte und Transformationsinitiativen weiter vorangetrieben. Sie sind Grundvoraussetzung für die zukünftige Entwicklung der Otto Group.

Die Otto Group bekennt sich zu ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von den Partnern und Lieferanten über die Mitarbeiter*innen bis hin zu den Kund*innen. Die Unternehmensgruppe vereint soziale und ökologische Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg und betrachtet diese nicht als Gegensätze. Die von den Gesellschaftern ausgegebene Vision "Responsible commerce that inspires" prägt das Handeln der Mitarbeiter*innen.

Die Beibehaltung finanzieller Stabilität und guter Bonität bleibt gerade in herausfordernden Zeiten ein Eckpfeiler der zukünftigen Entwicklung der Unternehmensgruppe.

Nach einer ersten Steigerung des EBIT im Prognosejahr kehrt die Otto Group in den nachfolgenden Geschäftsjahren sukzessiv zu einer verbesserten Profitabilität und zu einer erhöhten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zurück. Der Vorstand sieht die Otto Group für das Prognosejahr 2023/24 und für die nachfolgenden Geschäftsjahre ergebnisseitig auf einem guten Weg, obwohl die nach wie vor volatilen Marktbedingungen und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen belastend wirken können.

Mit einer soliden Finanz- und Vermögenslage der Otto Group beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche Lage der Unternehmensgruppe positiv.

 

Hamburg, den 12. Mai 2023

Die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH

Alexander Birken

Dr. Marcus Ackermann

Sergio Bucher

Sebastian Klauke

Petra Scharner-Wolff

Kay Schiebur

KONZERNANHANG zum 28. Februar 2023

Otto (GmbH & Co KG)

GRUNDLAGEN UND METHODEN DES KONZERNABSCHLUSSES

Die Otto (GmbH & Co KG), Werner-Otto-Straße 1-7, 22179 Hamburg, Deutschland (HRA 62024, Amtsgericht Hamburg), und ihre Tochterunternehmen (im Folgenden: "Otto Group") bilden einen Handels- und Dienstleistungskonzern, der im Wesentlichen in den drei Wirtschaftsräumen Deutschland, übriges Europa und USA tätig ist.

Die Tätigkeit des Konzerns umfasst Handelsaktivitäten über die Vertriebskanäle E-Commerce, stationärer Einzelhandel und Katalog, abgebildet in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler, sowie weitere Dienstleistungen in den Bereichen Logistik und Service zusammengefasst in dem Segment Services. Die Konzernaktivitäten im Segment Finanzdienstleistungen beinhalten im Wesentlichen den Ankauf von unbesicherten und besicherten Forderungsportfolios.

Die OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen, Hamburg, ist Mutterunternehmen und zugleich oberstes Mutterunternehmen der Otto (GmbH & Co KG). Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen sowie der Otto (GmbH & Co KG) werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH, Hamburg, hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Otto (GmbH & Co KG) am 12. Mai 2023 zur Veröffentlichung genehmigt.

1 Grundlagen

Der Konzernabschluss zum 28. Februar 2023 der Otto (GmbH & Co KG) wurde in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 i.V.m. § 315e Abs. 3 HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Zusätzlich wurden die gemäß § 315e Abs. 3 HGB i.V.m. § 315e Abs. 1 HGB geltenden ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt.

Die Anforderungen der IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf der Basis einer Bilanzierung der Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Davon ausgenommen sind einige originäre Finanzinstrumente, sämtliche derivative Finanzinstrumente sowie Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die jeweils zum am Bilanzstichtag geltenden Zeitwert angesetzt werden.

Auf der Grundlage des in IAS 1 enthaltenen Wahlrechts werden die ergebniswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt, während die Überleitung vom Periodenergebnis zum Gesamtergebnis über die erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen in einer separaten Gesamtergebnisrechnung gezeigt wird.

Einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung sowie der Konzern-Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Darstellung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert. Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

2 Konsolidierung

a Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss der Otto Group sind alle wesentlichen in- und ausländischen Konzerngesellschaften einbezogen, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) die Möglichkeit zur Beherrschung dieser Gesellschaften gemäß IFRS 10 oder die gemeinsame Beherrschung zusammen mit anderen Parteien gemäß IFRS 11 und IAS 28 hat. Beherrschung gemäß IFRS 10 liegt vor, wenn die Otto (GmbH & Co KG) die Entscheidungsgewalt über die relevanten Prozesse besitzt, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und infolge der Entscheidungsmacht die Höhe der variablen Rückflüsse beeinflussen kann.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt auf den Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode. Der Erwerbszeitpunkt stellt den Zeitpunkt dar, an dem die Möglichkeit der Beherrschung des Reinvermögens und der finanziellen und operativen Aktivitäten des erworbenen Unternehmens auf die Otto Group übergeht. Bei der Erwerbsmethode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile inklusive etwaiger bedingter Kaufpreisbestandteile mit dem anteiligen Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden und Eventualverbindlichkeiten der Konzerngesellschaft zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein aus der Verrechnung entstehender Unterschiedsbetrag wird als derivativer Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge, die aus der Kapitalkonsolidierung zum Erwerbszeitpunkt entstehen, werden sofort erfolgswirksam aufgelöst. Bestandteile der nicht beherrschenden Anteile werden zu deren Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile stehen, werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Die bei der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitwert im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden in den Folgeperioden entsprechend der Entwicklung der Vermögenswerte und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Ein derivativer Geschäfts- oder Firmenwert wird in den Folgeperioden regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft und bei vorliegendem Wertminderungsbedarf auf den erzielbaren Betrag wertgemindert.

Bei einem sukzessiven Erwerb von Anteilen an Unternehmen, in dessen Rahmen die Otto Group die Beherrschungsmöglichkeit über das Unternehmen erwirbt, werden die Regelungen des IFRS 3 hinsichtlich der vollständigen Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Erwerbs der Beherrschungsmöglichkeit angewandt. In die Bemessung der Anschaffungskosten werden die bereits von der Otto Group gehaltenen Anteile zum Zeitwert einbezogen. Eventuell bestehende Differenzen zum bisherigen Ansatz dieser Anteile werden inklusive der bisher in den kumulierten erfolgsneutral erfassten Erträgen und Aufwendungen enthaltenen Beträge erfolgswirksam erfasst.

Sukzessive Erwerbe bei Konzerngesellschaften, bei denen der Otto (GmbH & Co KG) im Gegensatz zu dem vorstehend beschriebenen Sachverhalt bereits vor der Transaktion direkt oder indirekt die Beherrschungsmöglichkeit hinsichtlich der jeweiligen Konzerngesellschaft zuzurechnen ist, werden als Transaktionen zwischen Gesellschaftern bilanziert. Ein aus diesem Erwerb resultierender Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem den außenstehenden Gesellschaftern bisher zuzurechnenden Anteil am Nettovermögen wird als Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Eine Aufdeckung stiller Reserven und Lasten bzw. die Bilanzierung eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt für derartige Transaktionen nicht.

Bei einem Verlust der Beherrschung an Konzerngesellschaften, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) einen maßgeblichen Einfluss weiterhin behält, werden die Vermögenswerte und Schulden der Konzerngesellschaften und alle etwaigen nicht beherrschenden Anteile an diesen Konzerngesellschaften ausgebucht. Der beizulegende Zeitwert der verbleibenden Anteile stellt zugleich den Zugangswert für die nachfolgende Bilanzierung nach der Equity-Methode dar.

Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse sind, sofern wesentlich, herausgerechnet.

Wesentliche assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen. Gemeinschaftliche Tätigkeiten sind mit ihren anteiligen Vermögenswerten und Schulden sowie mit anteiligen Erträgen und Aufwendungen zu bilanzieren. Eine gemeinsame Beherrschung an einer Gesellschaft gemäß IFRS 11 besteht, wenn eine vertraglich vereinbarte, gemeinsam ausgeübte Führung des Unternehmens vorliegt.

Als assoziierte Unternehmen werden Unternehmen definiert, bei denen die Otto (GmbH & Co KG) - in der Regel aufgrund eines Stimmrechtsanteils zwischen 20 % und 50 % - einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Gemäß IFRS 11 werden je nach Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Teilung von Kontrolle gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements) in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und in gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) unterteilt. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist ein rechtlich selbstständiges Unternehmen, bei dem die gemeinschaftlich führenden Parteien Rechte am Nettovermögen der Gesellschaft besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit besteht, wenn die gemeinschaftlich herrschenden Parteien unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten und unmittelbare Verpflichtung für die Verbindlichkeiten haben. In der Otto Group bestehen zurzeit keine gemeinschaftlichen Tätigkeiten, da die Otto Group bei allen Gesellschaften keinen Residualanspruch auf die in der gemeinschaftlichen Aktivität enthaltenen einzelnen Vermögenswerte und Schulden hat.

Disquotale Kapitalerhöhungen gegen Einlage bei assoziierten Unternehmen, die ein Abschmelzen der Beteiligungsquote der Otto Group an diesen Unternehmen zur Folge hat, führen zu einer erfolgswirksamen Anpassung des Equity-Buchwerts.

Hinsichtlich der Ermittlung von derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten sowie der anteiligen Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden gelten die Grundsätze der Vollkonsolidierung. Verluste aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, die den Beteiligungsbuchwert bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht. Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb dieser Anteile stehen, werden als Bestandteil der Anschaffungskosten aktiviert.

Die Abschlüsse der Otto (GmbH & Co KG) sowie der einbezogenen Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Abschlüsse der im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich auf den Stichtag der Konzernobergesellschaft erstellt. Konzerngesellschaften mit abweichendem Stichtag werden auf der Grundlage der auf ihren Abschlussstichtag aufgestellten Abschlüsse einbezogen, soweit der Abschlussstichtag höchstens drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag liegt. Vorgänge von besonderer Bedeutung zwischen den Abschlussstichtagen werden berücksichtigt.

b Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nicht anderweitig angegeben, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

Die Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum geltenden Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Eine Umrechnung mit dem Stichtagskurs erfolgt ebenfalls für derivative Geschäfts- oder Firmenwerte sowie stille Reserven und Lasten, die im Rahmen der Erstkonsolidierung einer Konzerngesellschaft bilanziert worden sind. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum gewogenen Durchschnittskurs des jeweiligen Geschäftsjahres umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten der Konzerngesellschaften werden zum entsprechenden historischen Kurs bei Entstehung umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden als Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen innerhalb des kumulierten sonstigen Ergebnisses bzw. der Anteile anderer Gesellschafter erfasst.

Für die Umrechnung relevanter Fremdwährungsabschlüsse in Euro wurden die folgenden Kurse verwendet:

Durchschnittskurs Stichtagskurs
Fremdwährung für 1
EUR
2022/23 2021/22 28.02.2023 28.02.2022
US-Dollar (USD) 1,044 1,170 1,062 1,120
Russischer Rubel (RUB) 72,060 86,808 79,813 115,484
Pfund Sterling (GBP) 0,861 0,852 0,877 0,836
Ungarischer Forint (HUF) 396,359 358,322 377,680 369,720
Polnischer Zloty (PLN) 4,713 4,570 4,713 4,684
Kanadischer Dollar (CAD) 1,372 1,466 1,441 1,426
Brasilianischer Real (BRL) 5,358 6,307 5,528 5,783
Hongkong Dollar (HKD) 8,182 9,103 8,335 8,751
Schweizer Franken (CHF) 0,997 1,075 0,995 1,034

3 Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

a Immaterielle Vermögenswerte

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die direkt und indirekt der Entwicklungsphase zurechenbaren Kosten.

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer liegen in der Otto Group nicht vor. Eine Ausnahme bilden derivative Geschäfts- oder Firmenwerte sowie angesetzte Markenrechte und Domains, die eine unbegrenzte Nutzungsdauer aufweisen. Diese Markenrechte und Domains bestehen im Wesentlichen im Segment Plattformen in Höhe von 3.389 TEUR (28. Februar 2022: 3.800 TEUR), sowie im Segment Händler in Höhe von 15.308 TEUR (28. Februar 2022: 16.594 TEUR). Für diese Markenrechte und Domains werden entsprechende Unterhaltungsinvestitionen getätigt, um die dauerhafte Werthaltigkeit zu erhalten. Alle anderen selbst erstellten und erworbenen immateriellen Vermögenswerte einschließlich Markenrechte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden ab dem Zeitpunkt der Nutzung linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:

Nutzungsdauer
in Jahren
Software 2-12
Lizenzen Vertragslaufzeit
Kundenlisten 5-8
Markenrechte 8-10
Konzessionen max. 20
Websites max. 1

Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

b Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Änderungen der Restwerte bzw. der Nutzungsdauern, die während der Nutzung der Vermögenswerte eintreten, werden in der Bemessung der Abschreibungsbeträge berücksichtigt. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen alle Einzelkosten sowie alle Gemeinkosten, die im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Nachträgliche Aufwendungen werden aktiviert, wenn diese zu einer Änderung des Nutzungszwecks bzw. zu einer Erhöhung des Nutzungswerts der Sachanlage führen. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzerneinheitlich über die folgenden Nutzungsdauern:

Nutzungsdauer
in Jahren
Gebäude 15-50
Mietereinbauten Mietdauer, max. 28
Technische Anlagen und Maschinen 4-30
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-30

c Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte

Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte sowie auf Sachanlagen und Nutzungsrechte werden vorgenommen, sofern die Buchwerte der Vermögenswerte nicht mehr durch die zu erwartenden Veräußerungserlöse bzw. die diskontierten Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung gedeckt sind. Wenn eine Ermittlung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte nicht möglich ist, wird der Cashflow für die nächsthöhere Gruppierung von Vermögenswerten bestimmt, für die ein derartiger Cashflow ermittelt werden kann. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und solche, die sich in der Entwicklung befinden, werden immer dann auf Wertberichtigungsbedarf überprüft, wenn bestimmte Ereignisse oder veränderte Umstände erwarten lassen, dass der erzielbare Betrag nicht mehr dem Buchwert entspricht, jedoch mindestens einmal jährlich. Die Zuordnung derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt zum Zweck der Überprüfung auf eine Wertminderung den Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die aus den Synergien der Unternehmenszusammenschlüsse Nutzen ziehen sollen. Da die derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte vom Vorstand der Otto Group grundsätzlich auf Ebene der Segmente überwacht werden, entsprechen die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Segmenten. Die Überwachung der derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgte erstmalig im Geschäftsjahr 2021/22 auf Ebene der Segmente. Die Veränderung steht im Zusammenhang mit dem veränderten management approach und der einhergehenden geänderten Segmentberichterstattung (siehe Ziffer 33). Eine Ausnahme bildet das Segment Finanzdienstleistungen, für das die Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der Konzerngesellschaften bzw. -gruppen innerhalb des Segments überwacht werden.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte werden auf Basis der jährlich durchgeführten Werthaltigkeitstests vorgenommen. Für die Bestimmung des erzielbaren Betrags bei der Bemessung der außerplanmäßigen Abschreibungen werden die diskontierten Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung (value in use) verwendet. Wesentliche Treiber sind die Free Cashflow-Marge (nach Steuern) in der ewigen Rente, der Kapitalisierungszins zur Diskontierung der zukünftigen Cashflows und der Wachstumsfaktor nach Ende des Prognosehorizonts.

Für das Geschäftsjahr 2021/22 wurde im Segment Plattformen für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung der Börsenkurs von der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, zum Bilanzstichtag des Vorjahres zugrunde gelegt. Für die operative Aktivität der Otto (GmbH & Co KG) inklusive der zu dieser Geschäftstätigkeit gehörenden Konzerngesellschaften erfolgte die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung unter Zugrundelegung diskontierter Cashflow-Prognosen, wobei die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Hierarchiestufe 3 zugeordnet war.

Die Ermittlung der Netto-Cashflows aus der weiteren Nutzung erfolgt grundsätzlich auf der Grundlage der Planungen der Konzerngesellschaften, auf deren Basis eine Trendermittlung der Netto-Cashflows für die nachfolgenden Perioden auf Grundlage eines Wachstumsfaktors vorgenommen wird. Der Konzernplanung liegen dabei Annahmen hinsichtlich makroökonomischer Entwicklungen sowie der Entwicklung von insbesondere Verkaufs- und Beschaffungspreisen zugrunde. Neben diesen aktuellen Prognosen werden auch Entwicklungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit berücksichtigt. Die Diskontierung der prognostizierten Netto-Cashflows wird unter Nutzung eines risikoadjustierten länderspezifischen Zinssatzes auf Nachsteuerbasis durchgeführt. Weitere Parameter werden standardisierten Branchenangaben entnommen.

Zuschreibungen werden vorgenommen, sofern in nachfolgenden Geschäftsjahren die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen entfallen sind. Eine Zuschreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne die Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte. Eine Zuschreibung auf außerplanmäßig abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt nicht.

d Finanzinstrumente

In der Otto Group werden originäre und derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese umfassen flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Finanzanlagen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten sowie Devisentermingeschäfte, Währungsswaps, Devisenoptionen und Zinsswaps.

Finanzielle Vermögenswerte werden in der Otto Group grundsätzlich bei Lieferung, das heißt zum Erfüllungstag, bilanziert. Eine Ausnahme bilden derivative Finanzinstrumente, deren Bilanzierung zum Handelstag erfolgt. Die erstmalige Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt anhand seiner Einstufung in die drei Kategorien des IFRS 9: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (AC), erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL). Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser in der Otto Group zum Zeitwert direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst, sofern dieser nicht der Kategorie FVPL zuzuordnen ist. Eine Ausnahme bilden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponenten, welche zum Transaktionspreis bewertet werden. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach IFRS 9 entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode oder erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam jeweils zum beizulegenden Zeitwert.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Zeitpunkt der Erstbilanzierung zum Zeitwert unter Berücksichtigung von Agien, Disagien und Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie FVPL erfolgt sowohl in der Erst- als auch in der Folgebilanzierung eine Bewertung zum Zeitwert.

Die Berechnung der Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten basiert gemäß IFRS 9 auf einem Modell der erwarteten Kreditausfälle. Dies erfordert Ermessensentscheidungen bezüglich der Beurteilung, inwieweit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Die Bewertung nach dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle ist immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Vertragsvermögenswerte ohne wesentliche Finanzierungskomponente anzuwenden sowie wenn das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist. Die Otto Group verwendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das vereinfachte Modell zur Abbildung der Risikovorsorge, wonach sich die Höhe der Wertberichtigung ab der erstmaligen Erfassung der Forderung anhand der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemisst.

Die pauschalen Wertberichtigungen für Expected Credit Losses (ECL) werden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Regel nach der Methode der Mahnstufenwanderung ermittelt, die jeder Mahnstufe eine explizite Ausfallwahrscheinlichkeit zuweist. Die Zuordnung ist möglich, da Forderungen, bevor sie an ein Inkassounternehmen abgegeben werden, bestimmte und klar definierte Prozessschritte des Kreditmanagements durchlaufen. Gemäß empirischer Beobachtung tritt eine Inkassoabgabe regelmäßig nur bei Forderungen ein, die mindestens 90 Tage überfällig sind. Nicht jede Forderung mit einer Zahlungsverzögerung von 90 Tagen wird zwingend dem Inkasso zugeführt, da zum Beispiel eine gewährte Stundung vorliegen kann. Die in diesem Modell angewandten Wertberichtigungsquoten basieren auf dem rollierenden Jahresdurchschnitt der vergangenen 5 Jahre und enthalten zudem eine Prognose zukünftiger makroökonomischer und politischer Verhältnisse bzw. individueller Risikoeinschätzungen.

Ein finanzieller Vermögenswert wird einzelwertberichtigt, wenn zum Abschlussstichtag Hinweise vorliegen, dass der Kreditnehmer seine Verpflichtungen gegenüber der Otto Group voraussichtlich nicht vollständig erfüllt bzw. der finanzielle Vermögenswert an ein Inkassounternehmen abgegeben wird. Die Otto Group gibt eine Forderung an ein Inkassounternehmen dann ab, wenn die zahlungsverzögerte Forderung die vorherigen Mahnstufen erfolglos durchlaufen hat. Zu diesem Zeitpunkt sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mindestens seit 90 Tagen überfällig. Ist von einer Uneinbringlichkeit auszugehen, zum Beispiel aufgrund von Insolvenz oder Tod der Kund*in, werden die entsprechenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden keine Änderungen an signifikanten Annahmen zur Einschätzung von Wertberichtigungen vorgenommen.

Für Forderungen aus Finanzdienstleistungen wird die Sondervorschrift für finanzielle Vermögenswerte mit objektivem Hinweis auf Wertminderungen bei Zugang verwendet. Diese sind mit ihrem, um die für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste reduzierten, Buchwert anzusetzen und entsprechend mit einem risikoadjustierten Effektivzinssatz zu amortisieren. Zum Abschlussstichtag sind nur die kumulierten Veränderungen der seit dem erstmaligen Ansatz über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertberichtigung zu erfassen.

Finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sofern entweder die Rechte auf die aus den Vermögenswerten generierbaren Zahlungsströme erloschen sind oder nahezu alle Risiken in einer Form auf einen Dritten übertragen wurden, sodass die Kriterien für eine Ausbuchung erfüllt sind. Von verschiedenen Konzerngesellschaften der Otto Group werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft und gehen aus der Konzern-Bilanz ab. Die Konzerngesellschaften haben sich gegenüber dem Käufer verpflichtet, auch nach dem Verkauf die Verwaltung dieser Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu übernehmen. Für diese Verpflichtungen werden zum Bilanzstichtag angemessene Rückstellungen in Höhe von 5.643 TEUR (28. Februar 2022: 5.727 TEUR) gebildet.

Finanzielle Schulden werden ausgebucht, wenn die Verpflichtungen entweder erfüllt, aufgehoben oder abgelaufen sind sowie bei wesentlichen Änderungen der Vertragsbedingungen.

Alle Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert im Abschluss bilanziert werden, werden in die folgenden Hierarchiestufen gemäß IFRS 13 eingeordnet:

Stufe 1: an aktiven, für das Unternehmen zugänglichen Märkten notierte (nicht angepasste) Preise für gleiche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten;

Stufe 2: Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachten lassen;

Stufe 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Reklassifizierungen zwischen den verschiedenen Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist, erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Die flüssigen Mittel umfassen die Kassenbestände und Bankguthaben. Sie sind zum Nominalwert bilanziert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Finanzdienstleistungen und sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte werden bei erstmaliger Erfassung mit ihren Zeitwerten angesetzt. In den Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind angekaufte Forderungen enthalten.

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Diese Kategorie beinhaltet Earn-Out-Vereinbarungen sowie Call-Optionen, deren Zeitwert an eine bestimmte vertraglich vereinbarte Voraussetzung geknüpft ist. Darüber hinaus sind Wertpapiere, die am Kapitalmarkt gehandelt werden, sowie Wandeldarlehen ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet.

Investitionen in Eigenkapitalinstrumente

Anteile an Unternehmen, die nicht nach IFRS 10, IFRS 11 bzw. IAS 28 bilanziert werden, werden in den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Für diese Investitionen in Eigenkapitalinstrumente sieht der IFRS 9 entweder eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) oder die Möglichkeit einer Erfassung der Wertänderungen in dem sonstigen Ergebnis (FVOCI) vor. Die Entscheidung zur Klassifizierung ist auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments zu treffen.

Die Otto Group erfasst die Investitionen in Eigenkapitalinstrumente sowohl erfolgsneutral als auch erfolgswirksam. Investitionen, für die es nicht möglich ist, die Wertänderungen in dem sonstigen Ergebnis zu berücksichtigen, sind erfolgswirksam bewertet. Dies ist der Fall, wenn die Anteile die in IAS 32 definierten Kriterien hinsichtlich der Eigenkapitalklassifizierung nicht erfüllen oder nicht zu strategischen Zwecken gehalten werden. Für alle anderen Beteiligungen ist grundsätzlich eine Bewertung zum Zeitwert erfolgsneutral möglich. Die Entscheidung für eine Klassifizierung zum FVOCI bzw. FVPL wird auf Einzelfallebene vorgenommen. Konzerngesellschaften, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Werden Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral erfasst wurden, veräußert oder aufgrund einer dauerhaften Wertminderung abgeschrieben, werden die bis zu diesem Zeitpunkt nicht realisierten Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung ihrer steuerlichen Auswirkungen erfolgsneutral in das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital umgegliedert. Bei erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Investitionen werden die aus der Veränderung des Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste direkt erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Die Otto Group bietet ausgewählten Lieferanten seit einigen Jahren Reverse-Factoring-Lösungen an. Hierbei erhalten Lieferanten eine zusätzliche Option bei der Gestaltung ihrer eigenen Refinanzierung. Die Forderungen der Lieferanten aus Reverse-Factoring-Lösungen im Rahmen von Supply-Chain-Finanzierungsvereinbarungen werden in der Konzern-Bilanz weiterhin in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Darüber hinaus besteht im Konzern seit dem Geschäftsjahr 2021/22 ein weiteres Reverse-Factoring-Programm, bei welchem es zu einer Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Berücksichtigung als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten kommt.

Zum 28. Februar 2023 wurden im Konzern im Rahmen von Reverse-Factoring-Lösungen Forderungen von Lieferanten in Höhe von 161.776 TEUR von Factoring-Anbietern vorfinanziert (28. Februar 2022: 205.873 TEUR). Davon entfallen 118.706 TEUR auf Supply-Chain-Finanzierungsvereinbarungen (28. Februar 2022: 156.579 TEUR) und auf das weitere Reverse-Factoring-Programm 43.070 TEUR (28. Februar 2022: 49.294 TEUR).

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Derivative Finanzinstrumente werden in der Otto Group zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken eingesetzt. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt dabei zum Zeitwert.

Die Bilanzierung von Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente hängt davon ab, ob diese Instrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 erfüllt sind.

Sind diese Voraussetzungen trotz eines bestehenden wirtschaftlichen Sicherungszusammenhangs nicht gegeben, werden die Zeitwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Der effektive Teil der Zeitwertänderung eines derivativen Finanzinstruments, das als Sicherungsinstrument bestimmt wurde und die Voraussetzungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung für die Absicherung von Zahlungsströmen erfüllt (Cash Flow Hedge), wird unter Berücksichtigung des darauf entfallenden steuerlichen Effekts unmittelbar in dem sonstigen Ergebnis bilanziert. Der ineffektive Teil wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der effektive Teil wird dann ergebniswirksam in die Umsatzerlöse bzw. direkt in die Anschaffungskosten der Vorräte einbezogen, wenn die erwarteten Zahlungsströme aus dem Grundgeschäft den Gewinn oder Verlust beeinflussen.

Des Weiteren bestehen Optionen auf Anteile an assoziierten Unternehmen, insbesondere hinsichtlich der Anteile an der COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, und an der Hermes Germany, Hamburg. Die Optionen werden entsprechend IFRS 9 mit dem Zeitwert bewertet. Änderungen der Zeitwerte werden erfolgswirksam im sonstigen Finanzergebnis erfasst.

Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb

Die Zeitwertänderung eines monetären Postens, der als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb klassifiziert ist und auf Veränderungen des Fremdwährungskurses zurückgeht, wird in dem kumulierten sonstigen Ergebnis bilanziert. Der Gewinn oder Verlust, der in dem kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst wurde, ist bei Veräußerung oder Liquidation des ausländischen Geschäftsbetriebs vom Konzern-Eigenkapital in die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung umzugliedern. Der monetäre Posten stellt einen Bestandteil der Nettoinvestition in den ausländischen Geschäftsbetrieb dar, wenn dessen Abwicklung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist.

Zeitwerte der Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der dem Preis zugrunde liegende Geschäftsvorfall entweder auf dem Hauptmarkt oder dem vorteilhaftesten Markt, zu dem die Otto Group Zugang hat, stattfindet. Der Preis bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung zugrunde legen würden, und beinhaltet die Berücksichtigung des Kreditrisikos.

Die Zeitwerte der Finanzinstrumente werden auf Basis entsprechender Marktwerte oder durch Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden bestimmt. Für flüssige Mittel und andere originäre kurzfristige Finanzinstrumente wird angenommen, dass der Zeitwert dem Buchwert entspricht.

Bei langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie langfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Bestimmung des Zeitwerts auf Grundlage der erwarteten Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag herrschenden Marktzinssätze. Die Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden auf Grundlage der zum Bilanzstichtag bestehenden Fremdwährungsterminkurse sowie Marktzinssätze ermittelt. Das Kreditausfallrisiko des jeweiligen Kontrahenten wird auf Basis des Add-on-Verfahrens unter Berücksichtigung der kontrahentenspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt. Dabei wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von liquiden CDS-Spreads oder marktnotierten Bondpreisen ermittelt.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Put-Optionen berücksichtigt vertraglich vereinbarte Zahlungen. Sofern geplante Erfolgskomponenten für den beizulegenden Zeitwert relevant sind, werden diese auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmensplanungen ermittelt. Die Abzinsungssätze basieren auf gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. Relevante nicht beobachtbare Inputfaktoren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sind geplante Erfolgskomponenten. Der Konzern führt eine regelmäßige Überprüfung der wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren sowie der Bewertungsanpassungen durch.

Bei den Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert. Die Bewertung der Devisenoptionen erfolgt mittels eines anerkannten finanzmathematischen Verfahrens (Black-Scholes-Modell) unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag geltenden Devisenkurse und Devisenvolatilitäten. Die Otto Group schließt Derivate ausschließlich mit Banken mit einem mindestens ausreichenden rating ab. Das eigene sowie das kontrahentenspezifische Ausfallrisiko werden regelmäßig überwacht und in die Ermittlung der Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente einbezogen.

e Vorräte

Die Bewertung der Vorräte zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar.

Für die in den Vorräten enthaltenen Handelswaren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnittswerts bzw. unter Anwendung der Standardkostenmethode.

Die Herstellungskosten der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten.

f Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensions- und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei auf Basis von Pensionsgutachten unter Einbeziehung der zur Deckung dieser Verpflichtungen bestehenden Vermögenswerte (Planvermögen). Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar in dem sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne in den Nettozinsaufwendungen enthaltene Zinserträge) und die Auswirkungen einer etwaigen Vermögensobergrenze (ohne in den Nettozinsaufwendungen enthaltene Zinserträge). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Periode verwendet wurde. Die Nettozinsaufwendungen sowie laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung erfasst.

g Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle zum Abschlussstichtag bestehenden, auf vergangene Ereignisse zurückzuführenden rechtlichen und faktischen Verpflichtungen der Otto Group gegenüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig ermittelt werden kann. Die Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet. Dieser stellt die bestmögliche Schätzung der Ausgabe dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.

Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen werden angesetzt, wenn die Maßnahmen zum Bilanzstichtag hinreichend konkretisiert sind und eine Kommunikation an die durch die Maßnahmen Betroffenen bzw. deren Interessenvertretung erfolgt ist.

h Leasingverhältnisse

Leasingnehmer

Zu Beginn eines Leasingverhältnisses wird beurteilt, ob der zugrunde liegende Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne des IFRS 16 begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Zum Bereitstellungszeitpunkt oder bei Änderungen eines Leasingverhältnisses wird das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise aufgeteilt und eine Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten vorgenommen. Sofern dies nicht möglich ist, wird die Erleichterungsvorschrift in Anspruch genommen, auf eine Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten zu verzichten.

Die Otto Group erfasst als Leasingnehmer zum Bereitstellungszeitpunkt grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen.

Das Nutzungsrecht wird zu Beginn zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen entsprechen. Zusätzlich erfolgt eine Anpassung um bereits geleistete Zahlungen am oder vor dem Bereitstellungsdatum etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts abzüglich etwaiger erhaltener Anreizzahlungen durch den Leasinggeber. Das Nutzungsrecht wird vom Bereitstellungszeitpunkt bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben. Geht hingegen das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Leasingnehmer über oder ist in den Kosten des Nutzungsrechts berücksichtigt, dass eine Kaufoption wahrgenommen wird, wird das Nutzungsrecht über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts abgeschrieben. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht, sofern notwendig, fortlaufend um Wertminderungen berichtigt und um bestimmte Neubewertungen oder Modifikationen der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angepasst.

Die Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen wird zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, die mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns diskontiert werden, angesetzt. Die in die Bewertung der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen einbezogenen Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen, einschließlich de facto fester Zahlungen, sowie variable Leasingzahlungen, die an einen Index gekoppelt sind. Die variablen Leasingzahlungen werden anhand des am Bereitstellungszeitpunkt gültigen Indexes bewertet. Ebenfalls einbezogen werden Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, sowie Ausübungspreise einer Kaufoption oder Leasingzahlungen für eine Verlängerungsoption, sofern hinreichend sicher ist, dass diese ausgeübt werden.

Die Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Verbindlichkeit wird neu bewertet, wenn sich die zukünftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Indexanpassung ändern oder wenn die Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie angepasst wird. Ebenfalls erfolgt eine Neubewertung, wenn der Leasingnehmer seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung verändert. Eine Modifikation der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen erfolgt, wenn eine Änderung von Leasingzahlungen eintritt, die im ursprünglichen Leasingvertrag nicht enthalten war.

Bei einer Neubewertung oder Modifikation der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen erfolgt eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts. Diese Anpassung wird erfolgswirksam vorgenommen, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts einen Wert von Null aufweist oder die Verringerung des Buchwerts des Nutzungsrechts von der Verringerung der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen absolut betrachtet abweicht.

Die Erleichterungsvorschriften des IFRS 16 Amendment für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen für unmittelbar aufgrund der Corona-Pandemie erhaltene Mietkonzessionen des Leasinggebers wurden letztmalig im Geschäftsjahr 2021/22 angewendet.

Die Otto Group wendet die Ausnahmeregelungen für Leasingverträge über kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte an und setzt für diese Leasingverhältnisse kein Nutzungsrecht und keine Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen an. Die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand erfasst.

Leasinggeber

In einem geringen Umfang tritt die Otto Group als Leasinggeber auf. In diesen Fällen erfolgt eine Klassifizierung der Leasingverhältnisse in Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse im Sinne der Definition des IFRS 16.

Als Leasinggeber bei einem Operating-Leasingverhältnis bilanziert die Otto Group das Leasingobjekt weiterhin als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen. Die vereinnahmten Leasingraten aus Operating-Leasingverhältnissen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Im Falle eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses wird der überlassene Leasinggegenstand ausgebucht und ein Vermögenswert aus dem Finanzierungs-Leasingverhältnis, dargestellt als Forderung, in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis eingebucht.

i Latente Steuern

Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und Schulden und deren Wertansätzen im IFRS-Abschluss sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres erlassenen Regelungen für die Geschäftsjahre, in denen sich die Differenzen ausgleichen bzw. die Verlustvorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge werden nur dann angesetzt, sofern ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesichert erscheint.

Auf temporäre Unterschiede, die aus der Zeitwertbilanzierung von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen von Unternehmenserwerben resultieren, werden latente Steuern bilanziert.

Latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede bei derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten nur dann angesetzt, wenn die Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich geltend gemacht werden können.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern sich diese auf Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und die laufenden Steuern miteinander verrechnet werden können.

Die Bilanzierung laufender und latenter Steuerschulden, bei denen Unsicherheiten bezüglich der ertragssteuerlichen Behandlung bestehen, erfolgt nur in den Fällen, in denen es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuerbeträge bezahlt oder erstattet werden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Steuerbehörden ihr Recht zur Überprüfung erklärter Beträge ausüben werden und dabei vollständige Kenntnis aller zugehörigen Informationen besitzen. In entsprechenden Fällen nimmt die Otto Group stets eine Einzelbetrachtung der steuerlichen Sachverhalte vor und bewertet diese mit dem wahrscheinlichsten Betrag.

j Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Umsatzerlöse werden dann realisiert, wenn die Leistungsverpflichtung durch Übergang der Kontrolle über das Gut bzw. die Leistung an die Kund*innen erfüllt ist.

In den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen. Somit wird der Umsatz realisiert, wenn die Verfügungsgewalt auf die Endkund*innen mit Übergabe des Gutes an diese übergeht. Einen Teil der Umsätze generieren Konzerngesellschaften der Otto Group durch die Bereitstellung von Handelsplattformen an externe Verkäufer. Die hieraus resultierenden Vermittlungsleistungen werden zum Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses mit den Endkund*innen realisiert.

Überwiegend erfolgen die Zahlungseingänge der Kund*innen vor Erreichen des Zahlungsziels. Die Zahlungsziele richten sich nach den geltenden Geschäftsbedingungen der jeweiligen Konzerngesellschaft. Der Anspruch auf Zahlung wird jedoch maximal 30 Tage (2021/22: 60 Tage) nach Lieferung fällig. Finanzierungskäufe auf Basis marktüblicher Zinssätze werden wie im Vorjahr mit einer Laufzeit von bis zu 68 Monaten angeboten. Bei Vereinnahmung der Zahlungen vor Erfüllung der vertraglichen Leistung werden diese als vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Sie resultieren im Wesentlichen aus von Kund*innen getätigten Anzahlungen, Kundenbindungsprogrammen, noch nicht eingelösten Kundengutscheinen und noch nicht in Anspruch genommenen Garantieverlängerungen. Zinserlöse aus Kundenfinanzierungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Zinsergebnisses ausgewiesen.

Der Transaktionspreis enthält variable Komponenten in Form von eingeräumten Rückgaberechten und Rabatten. Die prognostizierten Retouren werden auf Grundlage der Erwartungen für die einzelnen Produktkategorien bestimmt. Rücknahmeverpflichtungen für erwartete Erstattungen werden passivisch ausgewiesen. Ein Anspruch auf Rücklieferung der Ware wird als sonstiger Vermögenswert aktiviert.

Die Realisierung von Werbekostenzuschüssen wird in Abhängigkeit der erbrachten Leistung unter den Umsatzerlösen oder aufwandsmindernd im Materialaufwand erfasst. Bis zum Geschäftsjahr 2021/22 erfolgte der Ausweis von gebundenen Werbekostenzuschüssen in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Zentrale Indikatoren für den Ausweis sind die Identifizierbarkeit der Leistung nach Art und Umfang sowie ihre Nachprüfbarkeit.

Im Segment Services wird der Umsatz vor allem durch Transport- und Fulfilmentleistungen generiert und zeitraumbezogen erfasst. Den Kund*innen fließt der Nutzen aus der Dienstleistung zu, während diese erbracht wird. Die Umsatzerfassung richtet sich somit nach dem Leistungsfortschritt. Bei Transporterlösen entspricht dies zum Beispiel dem Verhältnis von bereits gefahrener Strecke zur Gesamtstrecke. Bei Umsätzen mit privaten Endverbraucher*innen, also im B2C-Geschäft, erfolgt der Zahlungseingang mit Aufgabe des Transportgutes. Die Zahlung wird in Abhängigkeit des Leistungsfortschritts als vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Im B2B-Geschäft wird ein Zahlungsziel von bis zu 90 Tagen (2021/22: 90 Tagen) gewährt. Der Zahlungseingang erfolgt überwiegend bis zu diesem Zeitpunkt.

Umsätze im Segment Finanzdienstleistungen werden im Treuhandinkasso zum Zeitpunkt der Leistungserbringung realisiert. Die Leistung gilt mit Zahlungseingang als erbracht. Die vereinbarte Provision wird von der Zahlung einbehalten und mindert den Auszahlungsbetrag an die Kund*innen. Erträge aus angekauften Forderungen werden bei Geldeingang in den Umsatzerlösen erfasst. Die Umsatzerlöse entsprechen den Geldeingängen aus den angekauften Forderungen vermindert um die nach der Effektivzinsmethode ermittelten Tilgungen.

Vertraglich festgelegte Boni werden auf Basis von Erwartungswerten als variable Komponente in den Transaktionspreis einbezogen.

In allen fünf berichtspflichtigen Segmenten unterteilt die Otto Group die vertraglichen Verbindlichkeiten in noch ausstehende Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr bzw. mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Diese beinhalten vor allem Kundenbindungsprogramme, Kundengutscheine und Garantieverlängerungen. Bei Kundenbindungsprogrammen und Kundengutscheinen wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme realisiert. Üblicherweise erfolgt die Inanspruchnahme innerhalb von 2 Monaten (2021/22: innerhalb von 2 Monaten) nach Kauf des Gutscheins bzw. innerhalb von 9 Monaten (2021/22: innerhalb von 13 Monaten) nach Erlangung der Bonuspunkte. Im Falle von Garantieverlängerungen wird der Umsatz im Zeitablauf linear realisiert. Weitere noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen weisen eine Laufzeit von bis zu einem Jahr auf und werden unter Anwendung der Vereinfachungsmöglichkeiten nicht gesondert ausgewiesen.

Kosten der Vertragserlangung bei einer Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr werden sofort aufwandswirksam erfasst. Die Erfassung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich zufließen wird.

Erträge aus Sale-and-lease-back-Transaktionen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Zinserträge, die in der Otto Group aus der Kreditierung des Verkaufs von Handelswaren entstehen, werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode periodengerecht vereinnahmt. Gebühren aus Bankdienstleistungen und sonstigen Finanzdienstleistungen wie dem Forderungsmanagement bzw. der Inkassotätigkeit werden als Erträge aus Finanzdienstleistungen erfasst, sobald die entsprechende Leistung erbracht worden ist.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. Die Kosten für Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen werden zu dem Zeitpunkt aufwandswirksam erfasst, an dem die Otto Group die Verfügungsmacht über die in dem Zusammenhang verwendeten Waren bzw. Dienstleistungen erlangt. Die Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen umfassen entsprechend dem IAS 38 auch die in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler verwendeten Kataloge.

Zinsen werden periodengerecht als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung und Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten werden gemäß IAS 23 aktiviert. Ein qualifizierter Vermögenswert ist ein Vermögenswert, für den bei der Otto Group in der Regel ein Zeitraum von über einem Jahr für die Anschaffung bzw. Herstellung vorgesehen ist.

Zinsvorteile aus unterverzinslichen Darlehen der öffentlichen Hand werden ergebniswirksam vereinnahmt und periodengerecht abgegrenzt, wobei der Anteil für zukünftige Geschäftsjahre in einen Abgrenzungsposten eingestellt wird.

Dividenden werden grundsätzlich mit der Entstehung des Rechtsanspruchs als Ertrag realisiert.

k Anteilsbasierte Vergütungsprogramme

Bei der Konzerngesellschaft ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, sind anteilsbasierte Vergütungsprogramme gewährt worden. Die nähere Ausgestaltung dieser Programme wird in Ziffer 29 beschrieben.

Zur Bilanzierung der Vergütungskomponente aufgrund der im Rahmen des Erwerbs der Medgate Holding AG, Basel, Schweiz, vereinbarten Put-Option auf Anteile des Managements wird auf Ziffer 5a verwiesen.

l Klassifizierung des Gesellschafterkapitals bei Personenhandelsgesellschaften

Die Otto (GmbH & Co KG) als Konzernobergesellschaft ist in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft organisiert, bei der der Gesellschafter durch Ausübung eines gesetzlichen Kündigungsrechts, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht ausgeschlossen werden kann, die Gesellschaft zur Auszahlung der Kapitaleinlagen und der auf sie entfallenden Gewinnanteile (Buchwertklausel) verpflichten kann.

Gemäß IAS 32 sind kündbare Finanzinstrumente bei Erfüllung bestimmter Bedingungen als Eigenkapital zu klassifizieren. Zu diesen Bedingungen zählen u.a. die Qualifizierung des Finanzinstruments als nachrangigste Klasse und der Anspruch der Inhaber der Finanzinstrumente auf das anteilige Nettoreinvermögen im Falle der Liquidation sowie die Abhängigkeit der für das Finanzinstrument erwarteten Cashflows vom Ergebnis bzw. von Wertänderungen des Nettoreinvermögens. Diese Bedingungen sind für die Kommanditanteile bei der Otto (GmbH & Co KG) aufgrund der gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen gegeben, sodass die Kommanditanteile im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen werden. Die Gewinnzuweisungen an die Kommanditisten werden dementsprechend in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals als Gesellschaftertransaktion außerhalb des Konzern-Gesamtergebnisses erfasst.

Die Anteile außenstehender Gesellschafter an konsolidierten Personenhandelsgesellschaften, bei denen derartige Kündigungsrechte bestehen, sind als Fremdkapital zu klassifizieren und werden unter dem Posten sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen, da diese Anteile die nach IAS 32 definierten Kriterien hinsichtlich der Eigenkapitalklassifikation nicht erfüllen. Die Wertänderungen und Zinsbestandteile der Verbindlichkeit werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung als Aufwand oder Ertrag erfasst.

m Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine

Finanzinstrumente, die die Otto Group am Kapitalmarkt ausgibt, werden als Eigenkapital klassifiziert, sofern aufgrund fehlender Inhaberkündigungsrechte die Otto Group keine Verpflichtung zur Rückzahlung des durch die Inhaber eingezahlten Kapitals hat. Die Vergütung für derartige Instrumente wird dementsprechend nicht als Zinsaufwand, sondern als Zuweisung im Rahmen der Ergebnisverwendung bilanziert.

Von der Otto Group ausgegebene Genussscheine sind Teil des Konzern-Eigenkapitals, sofern sich aufgrund der Ausgestaltung der Genussscheinbedingungen keine Verpflichtung der Otto Group zur Rückzahlung ergibt, deren Entstehung außerhalb des Ermessens der Otto Group steht. Die Vergütung auf diese Genussscheine wird dementsprechend im Rahmen der Ergebnisverwendung erfasst. Die Transaktionskosten werden als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.

n Genussrechte

Genussrechte, die die Otto Group an Mitarbeiter*innen ausgibt, werden gemäß IAS 32 als Fremdkapital klassifiziert, da nach Ablauf einer sechsjährigen Sperrfrist auf Verlangen des Genussrechtsinhabers eine Rücknahmeverpflichtung für die Otto Group entstehen kann. Sie zählen zur Klasse der kündbaren Finanzinstrumente, sogenannte Puttable Instruments, die im Liquidationsfall vorrangig vor den Ansprüchen der Gesellschafter bedient werden. Die auf die ausgegebenen Genussrechte gewährten Firmenzuschüsse werden im Personalaufwand und die erfolgsabhängigen Gewinn- und Verlustbeteiligungen unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen.

o Transaktionen in Fremdwährung

Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Lieferung geltenden Tageskurs umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem geltenden Währungskurs am Bilanzstichtag in die funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.

p Verwendung von Schätzungen und Annahmen

Die Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die Einfluss auf den Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen haben. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Beträgen, die sich aus Schätzungen und Annahmen ergeben, abweichen.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen wurden insbesondere hinsichtlich der Festlegung der konzerneinheitlichen Abschreibungsdauern auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte (siehe Ziffern 15 und 37), der Bewertung von Investments im Rahmen von Venture-Aktivitäten (siehe Ziffer 16), der Wertberichtigungen auf Handelswaren und Forderungen (siehe Ziffern 17 und 18), der Kaufpreisallokation im Rahmen des Erwerbs der Medgate Holding AG, Basel, Schweiz (siehe Ziffer 5a), der Festlegung der Retourenquoten für die Bemessung der Herausgabeansprüche aus erwarteten Retouren (siehe Ziffer 20), der Parameter für die Bewertung der Pensionsrückstellungen (siehe Ziffer 23), der Bestimmung des Zeitwerts der Verpflichtungen aus Put-/Call-Optionen und aktienbasierten Vergütungen (siehe Ziffer 29) sowie der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern (siehe Ziffer 14) vorgenommen. Den Bewertungen der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte im Rahmen von Werthaltigkeitstests nach IAS 36 wurden Plandaten für die Ermittlung von Cashflows sowie standardisierte Branchenangaben für die Bestimmung der Kapitalisierungszinssätze zugrunde gelegt.

Zahlreiche Leasingverträge wurden abgeschlossen, die Verlängerungs- und/oder Kündigungsoptionen enthalten. Verlängerungs- und/oder Kündigungsoptionen treten im Wesentlichen bei Leasingverträgen in der Anlagenklasse Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten auf. Die hinreichend sichere Ausübung bzw. Nichtausübung einer Option ist eine Ermessensentscheidung, bei der sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt werden, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder zur Nichtausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sofern ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung der Umstände eintritt, wird die Laufzeit erneut bestimmt.

Für Sensitivitätsanalysen im Rahmen der Angaben nach IFRS 7 in Ziffer 35c wurden fiktive Währungs- und Zinskurven verwendet, die von den tatsächlichen Marktdaten am Bilanzstichtag abweichen können.

Aufgrund der makroökonomischen Herausforderungen wie der gestiegenen Inflation und den globalen Auswirkungen des fortwährenden Kriegs in der Ukraine unterliegen die erforderlichen Schätzungen in einigen Bereichen größeren Unsicherheiten als üblicherweise. Dies betrifft insbesondere Wertberichtigungen auf Handelswaren und Forderungen, die Wertminderungstests der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte, den Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen sowie die Verfügbarkeit künftig zu versteuernder Ergebnisse als Voraussetzung für die Aktivierung latenter Steuern.

Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde bedingt durch den Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine und die in diesem Kontext antizipierten konjunkturellen Risiken eine Risikovorsorge in oberer zweistelliger Millionenhöhe vorgenommen. Dies betraf neben der Abwertung des Vorratsbestands bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen und Markenkonzepte auch die Abwertung auf angekaufte Forderungen einer in Russland tätigen Konzerngesellschaft aus dem Segment Finanzdienstleistungen.

q Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Otto Group erhielt im Geschäftsjahr 2022/23 sowie im Vorjahr Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche als Reaktion auf die Corona-Pandemie gewährt wurden. Die Zuwendungen umfassten personalbezogene staatliche Zuschüsse im Ausland sowie in Deutschland. Sie wurden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfielen.

Einzelne ausländische Konzerngesellschaften erhielten direkte nicht rückzahlbare mitarbeiterbezogene staatliche Zuschüsse in Höhe von insgesamt 413 TEUR (2021/22: 3.225 TEUR), die sowohl Löhne und Gehälter als auch Sozialabgaben betrafen.

Im Geschäftsjahr 2021/22 betrafen die Leistungen der öffentlichen Hand in Deutschland Sozialversicherungszuschüsse aus erfolgter Kurzarbeit. In den sozialen Abgaben waren aufwandsmindernd Erträge aus der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge als nicht rückzahlbare öffentliche Zuwendungen aus erfolgter Kurzarbeit erfasst. Es ergaben sich demnach Erträge aus der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 937 TEUR. Kurzarbeitergeld ist eine unmittelbare Leistung der öffentlichen Hand an die Mitarbeiter*innen, sodass die erfolgten Zahlungen durchlaufende Posten darstellten.

r Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften des IASB

Die im Geschäftsjahr 2022/23 erstmalig verpflichtend anzuwendenden Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Die folgenden vom IASB veröffentlichten Standards mit möglichem Einfluss auf den IFRS-Konzernabschluss der Otto Group sind aufgrund der noch nicht erfolgten Anerkennung durch die EU bzw. des noch nicht eingetretenen Erstanwendungszeitpunkts noch nicht verpflichtend anzuwenden. Sofern eine Anerkennung durch die EU bereits vorliegt, hat die Otto Group eine vorzeitige Anwendung nicht durchgeführt. Die Standards bzw. Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem angegebenen Anwendungszeitpunkt beginnen.

Anwendungszeitpunkt
IAS 1 Disclosure of Accounting Policies (Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2) 1. Januar 2023
IAS 8 Definition of Accounting Estimates (Amendments to IAS 8 Accounting Policies, Changes in Accounting Estimates and Errors) 1. Januar 2023
IAS 12 Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction (Amendments to IAS 12 Income Taxes) 1. Januar 2023
IAS 1 * Classification of Liabilities as Current or Non-current, Classification of Liabilities as Current or Non-current - Deferral of Effective Date and Non-current Liabilities with Covenants (Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements) 1. Januar 2024
IFRS 16 * Lease Liability in a Sale and Leaseback (Amendments to IFRS 16 Leases) 1. Januar 2024

* Der Standard oder die Standardänderungen wurden von der EU bisher nicht übernommen.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

4 Konsolidierungskreis

Eine Übersicht über die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises der Otto Group gibt die folgende Aufstellung:

2022/23 2021/22
Vollkonsolidierte Unternehmen
Inland 163 160
Ausland 160 164
Gesamt 323 324
Nach der Equity-Methode einbezogene assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen
Inland 12 12
Ausland 34 35
Gesamt 46 47

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden in der Otto Group 10 (2021/22: 9) Konzerngesellschaften verschmolzen.

In den Konzernabschluss wurden 8 (28. Februar 2022: 10) Konzerngesellschaften mit abweichendem Stichtag, der in der Regel dem 31. Dezember entspricht, einbezogen. Aus der Einbeziehung der Konzerngesellschaften mit einem abweichenden Stichtag ergeben sich keine signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group, da wesentliche Ereignisse nach dem abweichenden Stichtag berücksichtigt wurden.

Die Otto Group hält 49 % der Anteile an der Konzerngesellschaft Baur Versand (GmbH & Co KG), Burgkunstadt, und kann aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen die Beherrschung ausüben.

Die Otto Group hält 49,29 % der Anteile an der Konzerngesellschaft Creditable Opportunities Fund SCA SICAV-RAIF - Creditable Sub-Fund 1, Luxemburg, Luxemburg, und ihrer Tochtergesellschaften sowie 44 % der Anteile an der Gesellschaft Fonds Commun de Titrisation Foncred IV, Pantin, Frankreich, und kann aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelungen die Beherrschung ausüben.

Die Otto Group hält 37,36 % der Anteile an der Konzerngesellschaft ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften und kann aufgrund der Governance-Struktur die Beherrschung ausüben. Durch eine Aktionärsvereinbarung mit Heartland A/S, Aarhus, Dänemark, welches die Muttergesellschaft des zweitgrößten Aktionärs Aktieselskabet af 12.6.2018 ist, und einen Vertrag mit dem nahestehenden Unternehmen GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H., Hamburg, über das Pooling der gemeinsam gehaltenen Stimmrechte verfügt die Otto (GmbH & Co KG) insbesondere über die ausschlaggebende Stimme im Aufsichtsrat der ABOUT YOU Holding SE. Dies führt zur Kontrollerlangung der Otto (GmbH & Co KG) über die ABOUT YOU Holding SE. Mit Wirkung zu Beginn des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 werden die ABOUT YOU Holding SE und ihre Tochtergesellschaften vollkonsolidiert in den Konzernabschluss einbezogen. Aufgrund dessen ist eine Vergleichbarkeit einzelner Posten der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung mit dem Vorjahr nur bedingt gegeben.

Eine 100- %ige Tochtergesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) hält ein Prozent der Anteile an einer Tochtergesellschaft der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg. Darüber hinaus hält die Otto Group keine Anteile an der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H. kann jedoch aufgrund vertraglicher Gestaltungen die Beherrschung über die Gesellschaft und deren Tochtergesellschaften ausüben. Risiken aus Bürgschaften oder Garantien bestehen für die Otto Group nicht. Die Forum-Gruppe ist in das Konzern-Cashpooling eingebunden und verfügt darüber hinaus über konzerninterne Darlehen.

5 Veränderungen des Konsolidierungskreises

a Erwerbsvorgänge

Im März 2022 erlangte die Otto Group die Beherrschung über die Medgate Holding AG, Basel, Schweiz, mit ihren operativen Tochtergesellschaften, die Anbieter digitaler Gesundheitsservices sind. Gleichzeitig erwarb die Medgate Holding AG 100 % der Geschäftsanteile an der BetterDoc GmbH, Köln. Die BetterDoc GmbH ist Anbieter für Datenanalyse-Services, der Patient*innen hilft, die für ihre Erkrankung passenden Ärzt*innen und Kliniken zu identifizieren. Die Otto Group erweitert hiermit ihre digitalen Services in Richtung Digital Health.

Der Anteil der Otto Group an der Medgate Holding AG belief sich nach dem gesamten Erwerbsvorgang auf 65,84 %. Die restlichen 34,16 % werden von Altgesellschaftern gehalten, die weiterhin im Management der Medgate-Gruppe tätig sind.

Der vorgenannte Erwerbsvorgang lässt sich wie folgt überleiten:

Zeitwerte
in TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 42.548
Sachanlagen 198
Nutzungsrechte 1.326
Sonstige Finanzanlagen 193
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.362
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 10.784
Flüssige Mittel 22.849
Aktive latente Steuern 11
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.184
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.851
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 43.554
Passive latente Steuern 5.573
Nettoreinvermögen ohne Unterschiedsbeträge 25.109
Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert 110.816
Nicht beherrschende Anteile -8.931
Gegenleistung 126.994

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen in Höhe von 3.584 TEUR, wovon ein Betrag in Höhe von 222 TEUR zum Erwerbszeitpunkt als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurde.

Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert resultiert hauptsächlich aus dem erzielten Marktzugang zu digitalen Gesundheitsservices sowie den Fähigkeiten und fachlichen Qualifikationen der Mitarbeiter*innen der Medgate-Gruppe. Erwartungsgemäß ist der derivative Geschäfts- oder Firmenwert für Steuerzwecke nicht abzugsfähig.

Die übertragene Gegenleistung setzt sich aus den beizulegenden Zeitwerten von Zahlungsmitteln und bedingten Gegenleistungen in Höhe von umgerechnet 125.934 TEUR beziehungsweise 1.060 TEUR zusammen.

Im Rahmen des Erwerbsvorgangs wurde eine Put-/Call-Vereinbarung über den künftigen Erwerb sämtlicher nicht beherrschender Anteile geschlossen. Da die Höhe des Ausübungspreises teilweise von der Weiterbeschäftigung des Managements abhängt, wurde diese Komponente der Vereinbarung isoliert und als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich klassifiziert. Die Höhe des möglichen Abschlags bei einem vorzeitigen Austritt des Managements wurde mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und wird über den Erdienungszeitraum von fünf Jahren ratierlich erfasst. Die daraus entstehende Verpflichtung zum Stichtag beträgt 10.283 TEUR. Der von der Weiterbeschäftigung des Managements unabhängige Teil des Ausübungspreises wurde gemäß der Present-Access-Methode mit seinem Barwert angesetzt. Die Folgebewertung erfolgte im Konzern-Eigenkapital. Die entsprechende Verpflichtung in Höhe von 34.257 TEUR ist zum Stichtag in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.

Die Medgate-Gruppe trug bei Umsatzerlösen von 42.599 TEUR mit -23.547 TEUR zum EBT des Geschäftsjahres 2022/23 der Otto Group bei, wobei ein Betrag von -10.283 TEUR auf anteilsbasierte Vergütungen entfiel. Im Rahmen der Kaufpreisallokationen wurden Nutzungsrechte, Kundenlisten, Markenrechte und Software in Höhe von insgesamt 42.689 TEUR mit Restnutzungsdauern von rund zwei bis fünfzehn Jahren angesetzt. Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte wurden hauptsächlich die Residualwertmethode und die Lizenzpreisanalogiemethode angewendet.

Die mit dem vorgenannten Erwerb zusammenhängenden Kosten belaufen sich auf 4.047 TEUR und sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden zudem weitere Gesellschaften erstkonsolidiert, die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group von untergeordneter Bedeutung sind.

b Entkonsolidierungen

Die Otto Group hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 sämtliche Anteile an der collect Artificial Intelligence GmbH, Hamburg, veräußert. Sie war keinem berichtspflichtigen Segment zugeordnet und in Folge dessen unter Sonstige/Holding/Konsolidierung ausgewiesen.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 wurde der Geschäftsbetrieb der MEKIS Japan Inc., Tokio, Japan, eingestellt. Die Konzerngesellschaft war dem Segment Händler zugeordnet.

Des Weiteren wurde im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 die DBR CÓMERCIO DE ARTIGOS DO VESTUÁRIO S.A., Blumenau, Brasilien, veräußert. Die Konzerngesellschaft war dem Segment Händler zugeordnet.

Die im Rahmen der Entkonsolidierung aus der Konzern-Bilanz abgegangenen Vermögenswerte und Schulden der vorgenannten Konzerngesellschaften ergaben sich zum Zeitpunkt des Abgangs wie folgt:

in TEUR
Vermögenswerte
Anlagevermögen 3.485
Vorräte 967
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.875
Forderungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 5.010
Flüssige Mittel 6.858
Latente Steuern 92
Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Sonstige Rückstellungen 25
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 673
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.440
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 105
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 41
Sonstige Verbindlichkeiten 1.870

Die entkonsolidierten Gesellschaften erzielten im Geschäftsjahr 2022/23 bis zur Entkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 22.579 TEUR, der Jahresüberschuss betrug 1.226 TEUR.

Im Rahmen der Entkonsolidierung wurde ein Betrag in Höhe von 9.067 TEUR, der bislang im Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen innerhalb des sonstigen Ergebnisses erfasst wurde, aufwandswirksam umgegliedert.

Aus der Entkonsolidierung vorgenannter Konzerngesellschaften entstand per Saldo ein Aufwand von 6.563 TEUR, der im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen wird.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden zudem weitere Konzerngesellschaften entkonsolidiert, die in ihrer Gesamtheit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Otto Group von untergeordneter Bedeutung sind.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG

6 Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung

Die Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung unterteilen sich wie folgt:

Plattformen
in TEUR
Markenkonzepte
in TEUR
Händler
in TEUR
Services
in TEUR
Finanzdienstleistungen
in TEUR
Deutschland 5.353.677 1.593.950 1.504.749 232.124 87.184
Übriges Europa 1.070.738 1.131.212 657.368 140.219 121.921
USA 43.102 3.050.336 0 4.507 383
Sonstige Regionen 684 165.936 22.594 4.422 1
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 6.468.201 5.941.434 2.184.711 381.272 209.489
Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 13.202 0 0 8.461 773.905
Umsatzerlöse 6.481.403 5.941.434 2.184.711 389.733 983.394
Erlöse aus Kundenfinanzierung 46.423 8.323 89.832 0 0
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 6.527.826 5.949.757 2.274.543 389.733 983.394
Sonstige/Holding/ Konsolidierung
in TEUR
Konzern
in TEUR
Deutschland 25.426 8.797.110
Übriges Europa 29.172 3.150.630
USA 0 3.098.328
Sonstige Regionen 10.528 204.165
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 65.126 15.250.233
Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 0 795.568
Umsatzerlöse 65.126 16.045.801
Erlöse aus Kundenfinanzierung 0 144.578
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 65.126 16.190.379

Für das Geschäftsjahr 2021/22 ergab sich folgende Aufteilung:

Plattformen
in TEUR
Markenkonzepte
in TEUR
Händler
in TEUR
Services
in TEUR
Finanzdienstleistungen
in TEUR
Deutschland 5.697.242 1.759.441 1.640.291 288.576 74.835
Übriges Europa 737.608 1.157.046 689.436 324.207 115.525
USA 35.858 2.463.673 6 3.871 19.443
Sonstige Regionen 265 137.718 78.752 635 8.348
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 6.470.973 5.517.878 2.408.485 617.289 218.151
Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 0 0 0 8.766 594.892
Umsatzerlöse 6.470.973 5.517.878 2.408.485 626.055 813.043
Erlöse aus Kundenfinanzierung 74.588 7.317 98.184 0 0
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 6.545.561 5.525.195 2.506.669 626.055 813.043
Sonstige/Holding/ Konsolidierung
in TEUR
Konzern
in TEUR
Deutschland 39.464 9.499.849
Übriges Europa 4.000 3.027.822
USA 0 2.522.851
Sonstige Regionen 0 225.718
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 43.464 15.276.240
Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 0 603.658
Umsatzerlöse 43.464 15.879.898
Erlöse aus Kundenfinanzierung 0 180.089
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 43.464 16.059.987

In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung der Otto Group werden die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kund*innen gemäß IFRS 15 und die sonstigen Umsatzerlöse gemäß IFRS 9 zusammengefasst als Umsatzerlöse in Höhe von 16.045.801 TEUR (2021/22: 15.879.898 TEUR) ausgewiesen. Die Erlöse aus Kundenfinanzierung in Höhe von 144.578 TEUR (2021/22: 180.089 TEUR) resultieren aus Zinserlösen aus Ratenkreditgeschäften sowie aus Erträgen aus Factoring-Abrechnungen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Segment Finanzdienstleistungen enthalten in Höhe von 26.755 TEUR (2021/22: 25.641 TEUR) Umsatzerlöse aus Vermietung und Verpachtung.

Der E-Commerce-Anteil der Umsätze in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler beläuft sich auf 11.974.123 TEUR (2021/22: 12.065.252 TEUR). In den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden sind Umsätze aus Vermittlungsleistungen in Höhe von 260.251 TEUR (2021/22: 310.312 TEUR) enthalten, die im Wesentlichen in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler erzielt wurden. Die Umsätze im Segment Services stammen in Höhe von 272.754 TEUR (2021/22: 479.212 TEUR) aus Transportdienstleistungen und in Höhe von 63.241 TEUR (2021/22: 95.459 TEUR) aus Fulfilment.

Seit dem Geschäftsjahr 2022/23 erfolgt der Ausweis der Erlöse aus den gebundenen Werbekostenzuschüssen unter den Umsatzerlösen und Erlösen aus Kundenfinanzierung. Diese wurden bisher unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die Erlöse aus gebundenen Werbekostenzuschüssen betragen im Geschäftsjahr 2022/23 124.295 TEUR.

7 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Erträge aus Nebengeschäften 66.235 63.384
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten 58.683 54.980
Erträge aus Forderungsinkasso 43.607 45.654
Erträge aus Leistungsverrechnungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen sowie Dritten 32.332 41.477
Erträge aus abgeschriebenen Forderungen 28.456 27.174
Erträge aus Lieferantenbelastungen 15.480 14.947
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 13.094 7.467
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 10.197 15.103
Werbe- und Katalogkostenzuschüsse 6.046 110.085
Erträge aus Vermietung und Verpachtung 3.228 5.419
Übrige betriebliche Erträge 101.574 94.583
Sonstige betriebliche Erträge 378.932 480.273

Der Ausweis der gebundenen Werbekostenzuschüsse erfolgt seit dem Geschäftsjahr 2022/23 aufgrund der Geschäftsmodelltransformation der Otto (GmbH & Co KG) unter den Umsatzerlösen und Erlösen aus Kundenfinanzierung.

8 Materialaufwand

Der Materialaufwand unterteilt sich wie folgt:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Aufwendungen für Handelswaren 8.049.773 7.927.945
Aufwendungen für bezogene Leistungen 725.352 636.770
Verpackungs- und Versandmaterial 26.500 19.685
Materialaufwand 8.801.625 8.584.400

9 Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Löhne und Gehälter 1.947.694 1.868.682
Soziale Abgaben 359.345 334.919
Aufwendungen für Altersversorgung 44.511 60.480
Personalaufwand 2.351.550 2.264.081

Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten die Leistungen der Konzerngesellschaften der Otto Group aus beitrags- und leistungsorientierten Pensionszusagen sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen. Der Zinsanteil in den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Beiträge des Arbeitgebers an die gesetzliche Rentenversicherung sind in den sozialen Abgaben enthalten.

Im Geschäftsjahr 2022/23 waren in der Otto Group durchschnittlich 47.885 Mitarbeiter*innen (2021/22: 49.789 Mitarbeiter*innen) beschäftigt. Auf Vollzeitkräfte umgerechnet entspricht dies durchschnittlich 41.186 Mitarbeiter*innen (2021/22: 42.705 Mitarbeiter*innen). Darin enthalten sind 18.592 Teilzeitkräfte (2021/22: 19.890 Teilzeitkräfte), die in 12.165 Vollzeitkräfte (2021/22: 13.283 Vollzeitkräfte) umgerechnet worden sind. Für die Aufteilung der Mitarbeiter*innen auf die Segmente wird auf die Segmentberichterstattung verwiesen.

10 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Katalog- und Werbekosten 1.805.774 1.764.350
Versandkosten 1.252.772 1.226.196
Kosten Fremdpersonal 262.467 249.668
Auftrags-, Lager- und Kommissionierkosten 232.804 171.910
Instandhaltung, Wartung und Reparatur 210.164 191.195
Gebäudenebenkosten 122.841 112.966
Recht und Prüfung 119.725 117.046
Büro- und Kommunikationskosten 111.051 97.787
Ausbuchungen und Veränderungen der Wertberichtigungen auf Forderungen 102.403 83.013
IT-Beratung 86.881 67.849
Provisionen und Vergütungen 80.006 113.274
Kosten für allgemeine Beratung 60.118 83.768
Miet- und Leasingaufwendungen 34.368 31.426
Kfz-Kosten 13.773 11.072
Übrige Aufwendungen 389.552 340.009
Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.884.699 4.661.529

11 Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis beinhaltet die anteiligen Ergebnisse der nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Des Weiteren werden im Beteiligungsergebnis die Erträge und Aufwendungen in Zusammenhang mit Dividenden- und Gewinnansprüchen und Verlustübernahmen von nicht konsolidiert verbundenen Konzerngesellschaften ausgewiesen.

12 Außerplanmäßige Abschreibungen

Außerplanmäßige Abschreibungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Außerplanmäßige Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte 0 0
Außerplanmäßige Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte 25.586 11.163
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 17.842 36.438
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte 755 18.724
Außerplanmäßige Abschreibungen 44.183 66.325

Im Geschäftsjahr 2022/23 sowie im Vorjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf derivative Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Der geschätzte erzielbare Betrag des Segments Plattformen liegt um 33.000 TEUR (28. Februar 2022: 1.000.000 TEUR) über dem Buchwert des Segments. Mögliche Änderungen von drei wesentlichen Annahmen können dazu führen, dass der Buchwert des Segments Plattformen den erzielbaren Betrag dieses Segments übersteigt. Diese wesentlichen Annahmen sind die Free-Cashflow-Marge (nach Steuern) in der ewigen Rente, bei der die Free Cashflows (nach Steuern) ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt werden, der Kapitalisierungszins zur Diskontierung der zukünftigen Cashflows und der Wachstumsfaktor nach Ende des Prognosehorizonts. Der erzielbare Betrag würde dem Buchwert des Segments Plattformen entsprechen, wenn die Free-Cashflow-Marge (nach Steuern) in Höhe von 2,8 % in der ewigen Rente um 0,03 Prozentpunkte vermindert, der Kapitalisierungszins zur Diskontierung der zukünftigen Cashflows um 0,08 Prozentpunkte angehoben oder der Wachstumsfaktor nach Ende des Prognosehorizonts um 0,08 Prozentpunkte vermindert werden würde. In den weiteren Segmenten zeigen entsprechende Sensitivitätsanalysen, dass es bei Anpassungen der wesentlichen Annahmen zu keiner außerplanmäßigen Abschreibung auf die Geschäfts- oder Firmenwerte käme. Die Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer wesentlichen Annahme, wobei die übrigen Annahmen unverändert bleiben.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte des Geschäftsjahres 2022/23 entfallen im Wesentlichen auf selbst erstellte Software sowie auf technische Anlagen und Maschinen. Sie betreffen insbesondere jeweils eine deutsche Konzerngesellschaft aus den Segmenten Services, Finanzdienstleistungen und Händler. Für die entsprechenden Vermögenswerte ergab sich ein Wertminderungsbedarf aufgrund mangelnder Nutzungsmöglichkeiten in der Zukunft. Das Geschäftsjahr 2021/22 betreffende außerplanmäßige Abschreibungen entfielen im Wesentlichen auf Einbauten in Lager, Gebäude sowie Nutzungsrechte für Gebäude und Flächen des Stationärhandels. Sie betrafen insbesondere eine deutsche Konzerngesellschaft aus dem Segment Händler.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Parameter der Werthaltigkeitstests im Geschäftsjahr 2022/23:

Plattformen Markenkonzepte Händler Services Finanzdienstleistungen Digital Health
Dauer des Prognosehorizonts in Jahren 5 3 3 3 3 3
Wachstumsfaktor nach Ende des Prognosehorizonts in Prozent 1,00 1,00 1,00 1,00 0,5 - 0,75 1,00
Kapitalisierungszinssatz in Prozent 8,83 8,45 8,79 7,58 6,84 - 11,17 9,95

Für das Segment Plattformen wurde im Geschäftsjahr 2022/23 die 5-jährige Planungsrechnung um zwei weitere Perioden erweitert. In den zusätzlichen Perioden wurden die notwendigen Anpassungsjahre zur Überführung in die ewige Rente technisch modelliert. Der Werthaltigkeitstest für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Digital Health erfolgte erstmalig im Geschäftsjahr 2022/23. Die Angaben zu den Parametern der Werthaltigkeitstests im Segment Finanzdienstleistungen beziehen sich auf die zu testenden Konzerngesellschaften bzw. -gruppen.

Im Vorjahr ergaben sich folgende Parameter:

Plattformen Markenkonzepte Händler Services Finanzdienstleistungen
Dauer des Prognosehorizonts in Jahren 5 3 3 3 3
Wachstumsfaktor nach Ende des Prognosehorizonts in Prozent 0,75 0,75 0,75 0,75 0,5 - 0,75
Kapitalisierungszinssatz in Prozent 6,71 6,66 7,96 6,25 5,77 - 9,74

13 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Zinserträge aus der Bewertung von sonstigen Rückstellungen 20.147 7.627
Erträge aus Zinsderivaten 9.095 4.201
Zinserträge aus Ausleihungen und Wertpapieren 4.598 6.398
Zinserträge aus Bankguthaben 3.861 1.500
Sonstige Zinserträge 697 439
Zinsen und ähnliche Erträge 38.398 20.165
Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen -47.221 -54.372
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten -27.423 -22.726
Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen -22.028 -15.003
Aufwendungen aus Zinsderivaten -2.982 -4.135
Sonstige Zinsaufwendungen -24.768 -26.345
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -124.422 -122.581
Zinsergebnis -86.024 -102.416
Erträge aus Finanzanlagen und Wertpapieren sowie aus der Veräußerung von Anteilen an vollkonsolidierten, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 42.140 527.881
Währungsgewinne/-verluste 28.537 -2.369
Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren sowie aus der Veräußerung von Anteilen an vollkonsolidierten, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen -90.368 -14.255
Bankspesen -137.099 -146.408
Erträge aus Übergangskonsolidierung von bislang assoziierten zu vollkonsolidierten Unternehmen 0 946.955
Übriges Finanzergebnis -3.697 -24.081
Sonstiges Finanzergebnis -160.487 1.287.723
Finanzergebnis -246.511 1.185.307

Die Erträge bzw. Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren sowie aus der Veräußerung von Anteilen an vollkonsolidierten, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen resultieren in Höhe von saldiert -6.563 TEUR (2021/22: 456.383 TEUR) aus der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften (siehe Ziffer 5b). Der Ertrag im Vorjahr entfiel im Wesentlichen auf die MONDIAL RELAY, Croix, Frankreich. In den Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren sowie aus der Veräußerung von Anteilen an vollkonsolidierten, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen ist im Geschäftsjahr 2022/23 zudem eine Belastung in Höhe von 74.602 TEUR aus der Bewertung einer Put-Option außenstehender Gesellschafter auf die Anteile an einer nicht vollkonsolidierten Gesellschaft enthalten.

Die Erträge aus der Übergangskonsolidierung von bislang assoziierten zu vollkonsolidierten Unternehmen resultierten im Geschäftsjahr 2021/22 aus der Vollkonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg.

14 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gelten die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Deutschland sowie den entsprechenden ausländischen Einkommen- und Ertragsteuern zusammen.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gliedert sich nach der Herkunft wie folgt auf:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Laufende Steuern im Inland 27.529 31.515
Laufende Steuern im Ausland 78.231 140.974
Laufende Steuern 105.760 172.489
Latente Steuern im Inland 39.560 -82.076
Latente Steuern im Ausland 43.838 -41.289
Latente Steuern 83.398 -123.365
davon latente Steuern auf temporäre Differenzen 9.775 -64.756
davon latente Steuern auf Verlustvorträge 73.623 -58.609
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 189.158 49.124

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Steueraufwendungen für Vorjahre in Höhe von 5.476 TEUR (2021/22: 4.941 TEUR). Diese sind bedingt durch Aufwendungen aus laufenden Steuern für Vorjahre in Höhe von 2.209 TEUR (2021/22: Erträge in Höhe von 4.078 TEUR) sowie durch Aufwendungen aus latenten Steuern für Vorjahre in Höhe von 3.267 TEUR (2021/22: 9.018 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 20.784 TEUR (2021/22: 137.915 TEUR) sowie Zinsvorträge in Höhe von 1.834 TEUR (2021/22: 7.028 TEUR) in Anspruch genommen. Im Berichtsjahr wurde der laufende Steueraufwand aufgrund bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften oder infolge einer bisher nicht berücksichtigten temporären Differenz einer früheren Periode in Höhe von 3.531 TEUR (2021/22: 17.068 TEUR) gemindert.

Der fiktive Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) in Höhe von 15 % auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern (EBT) ergeben hätte, lässt sich wie folgt auf die in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag überleiten:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Ergebnis vor Steuern (EBT) -224.334 1.862.717
Steuersatz der Otto (GmbH & Co KG) 15 % 15 %
Fiktiver Aufwand (+) / Ertrag (-) für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -33.650 279.408
Auswirkungen von nicht angesetzten bzw. Korrekturen von latenten Steuern 183.100 -42.384
Nicht abziehbare Betriebsausgaben 42.238 20.078
Ertragsteuern für Vorjahre 5.476 6.087
Ausländische Quellensteuer 3.507 2.764
Auswirkungen ergebniswirksamer Konsolidierungsbuchungen -6.767 2.990
Veränderung des anzuwendenden Steuersatzes 1.553 -1.296
Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen und Kürzungen -11.391 -16.320
Steuerfreie Erträge -32.090 -135.813
Permanente Differenzen 30.254 -123.754
Abweichende Steuersätze 6.816 69.929
Sonstige 112 -12.565
Abweichungen 222.808 -230.284
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 189.158 49.124

Die Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) unterliegt als Personenhandelsgesellschaft in Deutschland nur der Gewerbesteuerpflicht. Der relevante Steuersatz beträgt 15 %.

Bei in Deutschland ansässigen Konzerngesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft fallen darüber hinaus noch Körperschaftsteuern in Höhe von 15 % sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer an.

Körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge sind bei den inländischen Konzerngesellschaften bei einer positiven steuerlichen Bemessungsgrundlage bis zu einer Höhe von 1 Mio. EUR unbeschränkt nutzbar. Darüber hinausgehende positive steuerliche Bemessungsgrundlagen sind nur bis zu maximal 60 % um einen vorhandenen Verlustvortrag kürzbar. Der Abzug von Zinsaufwendungen für steuerliche Zwecke ist in Deutschland ausgeschlossen, wenn der Zinsaufwand mehr als 3 Mio. EUR beträgt, die Netto-Zinsaufwendungen 30 % des steuerlichen Ergebnisses vor Zinsen und Abschreibungen übersteigen und bestimmte Ausnahmeregelungen nicht zur Anwendung kommen. Der steuerlich nicht abziehbare Zinsaufwand ist als Zinsvortrag unbegrenzt vortragsfähig und kann in zukünftigen Perioden mit positiven steuerlichen Zinsergebnissen verrechnet werden.

Die Körperschaftsteuer und der Solidaritätszuschlag sowie die Auswirkungen abweichender Steuersätze für ausländische Steuern vom Einkommen und vom Ertrag vom Steuersatz der Konzernobergesellschaft Otto (GmbH & Co KG) sind in der steuerlichen Überleitungsrechnung unter der Position Abweichende Steuersätze ausgewiesen.

Die Auswirkungen von nicht angesetzten bzw. Korrekturen von latenten Steuern in Höhe von 183.100 TEUR betreffen im Wesentlichen latente Steuern auf Verlustvorträge bei inländischen und ausländischen Konzerngesellschaften. Im Berichtsjahr wurde der latente Steueraufwand aufgrund bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften oder infolge einer bisher nicht berücksichtigten temporären Differenz einer früheren Periode in Höhe von 185 TEUR (2021/22: 75.489 TEUR) gemindert.

Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:

28.02.2023 28.02.2022
Aktive latente Steuern
in TEUR
Passive latente Steuern
in TEUR
Aktive latente Steuer
in TEUR
Passive latente Steuern
in TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 3.427 341.784 1.227 363.497
Sachanlagen und Nutzungsrechte 30.303 50.944 48.457 54.508
Vorräte 10.498 6.290 12.463 6.375
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 10.339 46.145 17.588 42.592
Wertpapiere und Finanzanlagen 5.616 30.073 4.916 10.774
Rückstellungen 80.475 4.183 145.997 5.628
Verbindlichkeiten 76.330 8.029 79.791 29.343
Temporäre Differenzen 216.988 487.448 310.439 512.717
Verlustvorträge 162.086 0 236.061 0
Saldierung -294.919 -294.919 -325.366 -325.366
Gesamt 84.155 192.529 221.134 187.351

Das kumulierte sonstige Ergebnis enthält Steueraufwendungen aus der Veränderung der temporären Differenzen bei Finanzinstrumenten der Kategorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) in Höhe von 57 TEUR (2021/22: Steuererträge in Höhe von 7.198 TEUR), Steuererträge aus der Veränderung der temporären Differenzen der Derivate in cash flow hedges in Höhe von 7.891 TEUR (2021/22: Steueraufwendungen in Höhe von 6.593 TEUR) und Steueraufwendungen aus der Veränderung der temporären Differenzen bei den Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 66.839 TEUR (2021/22: 16.520 TEUR).

Aktive latente Steuern werden auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt, sofern deren Realisierung in der näheren Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 5.427.655 TEUR (2021/22: 3.822.063 TEUR) keine aktiven latenten Steuern bilanziert. Bei diesen steuerlichen Verlustvorträgen handelt es sich in Höhe von 3.334.762 TEUR (2021/22: 2.800.167 TEUR) um körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in- und ausländischer Konzerngesellschaften sowie in Höhe von 1.934.439 TEUR (2021/22: 895.260 TEUR) um gewerbesteuerliche Verlustvorträge deutscher Konzerngesellschaften. Die steuerlichen Verlustvorträge sind in Höhe von 5.427.174 TEUR (2021/22: 3.818.466 TEUR) unbegrenzt vortragsfähig und betreffen in Höhe von 3.334.281 TEUR (2021/22: 2.796.569 TEUR) körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und in Höhe von 1.934.439 TEUR (2021/22: 895.260 TEUR) gewerbesteuerliche Verlustvorträge. In Höhe von 10 TEUR (2021/22: 241 TEUR) sind die steuerlichen Verlustvorträge zeitlich begrenzt auf eine Nutzungsdauer zwischen fünf und zehn Jahren, sowie in Höhe von 471 TEUR (2021/22: 3.356 TEUR) zeitlich begrenzt auf eine Nutzungsdauer bis zu fünf Jahren.

Der Ansatz aktiver latenter Steuern für den Organkreis der Otto (GmbH & Co KG) erfolgt in Höhe von 31.979 TEUR (2021/22: 135.325 TEUR) und basiert auf einer spezifischen Planungsrechnung für den Organkreis. Der Überhang an aktiven latenten Steuern ist zum Bilanzstichtag in voller Höhe angesetzt worden, da von dessen vollständiger Nutzbarkeit in den Folgejahren ausgegangen wird.

Aus dem Entstehen bzw. der Auflösung von temporären Differenzen für die laufende Geschäftsperiode resultiert ein latenter Steueraufwand in Höhe von 21.744 TEUR (2021/22: latenter Steuerertrag in Höhe von 69.976 TEUR).

Im Berichtsjahr besteht in Deutschland ein unbegrenzt vortragsfähiger Zinsvortrag im Sinne des § 4h EStG in Höhe von 66.835 TEUR (2021/22: 63.574 TEUR), auf den keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden.

Auf einbehaltene und nicht zur Ausschüttung vorgesehene Gewinne bei ausländischen Konzerngesellschaften wurden passive latente Steuern in Höhe von 6.454 TEUR (2021/22: 7.182 TEUR) gebildet. Die einbehaltenen Gewinne bei Konzerngesellschaften sollen aus heutiger Sicht überwiegend investiert bleiben. Zukünftige Ausschüttungen würden deshalb in der Regel zu einem zusätzlichen Steueraufwand führen. Die Ermittlung der zu versteuernden temporären Differenzen wäre mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.

Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im jeweiligen Geschäftsjahr ausgewiesenen laufenden Steuern auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. -erstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es überwiegend wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können.

In der Otto Group sind mehrere Jahre noch nicht endgültig steuerlich veranlagt. Die Otto Group hat ausreichend Vorsorge für diese offenen Veranlagungsjahre getroffen. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Steuerzahlungen kommen kann, welche die im Konzernabschluss der Otto Group gebildete Vorsorge übersteigen. Aufgrund von zukünftiger Rechtsprechung oder Änderung der Auffassungen der Finanzverwaltungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Steuererstattungen für vergangene Jahre kommen wird.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ

15 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

In den geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 68.802 TEUR (28. Februar 2022: 64.498 TEUR) selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten, die sich noch in der Entwicklung befinden.

Die in den immateriellen Vermögenswerten bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte teilen sich wie folgt auf die Segmente auf:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Plattformen 994.009 989.940
Markenkonzepte 164.593 153.275
Händler 11.281 9.569
Services 8.732 8.732
Finanzdienstleistungen 101.912 101.405
Sonstige/Holding/Konsolidierung 114.044 40
In den immateriellen Vermögenswerten bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwerte 1.394.571 1.262.961

Die in den immateriellen Vermögenswerten bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren im Wesentlichen aus der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, im Segment Plattformen sowie aus der Konsolidierung der Crate and Barrel-Gruppe im Segment Markenkonzepte. Die im Segment Finanzdienstleistungen bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen vollständig auf Konzerngesellschaften bzw. -gruppen der EOS Gruppe. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Sonstige/Holding/Konsolidierung entfällt im Geschäftsjahr 2022/23 nahezu vollständig auf das neue nicht berichtspflichtige Segment Digital Health.

Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte bestehen in Höhe von 214 TEUR (28. Februar 2022: 1.089 TEUR).

Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen (Bestellobligo) bestehen in Höhe von 12.668 TEUR (28. Februar 2022: 6.396 TEUR).

16 Anteile an assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Finanzanlagen

Das wesentliche assoziierte Unternehmen COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, und dessen Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte 12.898.238 11.502.843
Kurzfristige Vermögenswerte 5.003.229 4.188.318
Langfristige Schulden 8.991.537 7.342.108
Kurzfristige Schulden 6.748.367 6.347.964
Nettoreinvermögen 2.161.563 2.001.089
Buchwert des Anteils im Konzern 432.313 400.218
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse 1.543.348 1.370.902
Jahresüberschuss 129.695 150.230
Sonstiges Ergebnis 30.779 2.347
Gesamtergebnis 160.474 152.577
davon Anteil des Konzerns 32.095 30.515
Erhaltene Dividenden/Ausschüttungen des Konzerns 0 0

COFIDIS PARTICIPATIONS, Villeneuve-d'Ascq, Frankreich, und dessen Tochterunternehmen werden mit einer unveränderten Anteilsquote von 20,00 % in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen. Sie weisen einen abweichenden Stichtag zum 31. Dezember auf, der dem Stichtag des beherrschenden Unternehmens dieser assoziierten Unternehmen entspricht. Die Gesellschaften sind im Finanzdienstleistungssektor, insbesondere im Konsumentenkreditgeschäft, tätig.

Bis zum Ablauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 am 31. Mai 2021 wurde die ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, mit ihrer operativen Tochtergesellschaft ABOUT YOU SE & Co. KG als weiteres wesentliches assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG) einbezogen. Zu Beginn des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2021/22 erlangte die Otto (GmbH & Co KG) die Beherrschung über die Gesellschaft, die fortan im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen wird. Die stimmrechtsfähigen (Gesamt-)Anteile der Otto Group betrugen bis zur Übergangskonsolidierung 53,30 %. Die für die Bilanzierung nach der Equity‐Methode relevante Anteilsquote der Stammanteile betrug 44,60 %.

Es ergaben sich folgende wesentliche Kenngrößen der ABOUT YOU Holding SE und der ABOUT YOU SE & Co. KG (auf 100 % basierend) sowie Überleitung auf die bis zur Übergangskonsolidierung im Konzernabschluss berücksichtigten Werte:

31.05.2021
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte 63.009
Kurzfristige Vermögenswerte 461.884
Langfristige Schulden 94.808
Kurzfristige Schulden 396.248
Nettoreinvermögen 33.837
Anteiliges Eigenkapital (rechnerisch) 15.091
Auf einzeln identifizierbare Vermögenswerte und Schulden entfallender Unterschiedsbetrag aus der Übergangskonsolidierung im Geschäftsjahr 2017/18 nach latenten Steuern - insbesondere Marke (vor planmäßiger Abschreibung/Auflösung) 53.534
Auf Goodwill entfallender Unterschiedsbetrag aus der Übergangskonsolidierung im Geschäftsjahr 2017/18 341.154
Aufteilung in Stammanteile und Vorzugsanteile im Geschäftsjahr 2018/19 -411.631
Anteilsverwässerungen und sonstige Anteilstransaktionen/Sonstiges 1.852
Buchwert des Anteils im Konzern 0
1. Quartal 2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse (100 %) 422.133
Jahresfehlbetrag (100 %) -23.520
Im Beteiligungsergebnis der Otto Group berücksichtigte Verluste des laufenden Jahres * -10.744

* Inklusive Abschreibung auf Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation im Geschäftsjahr 2017/18 in Höhe von 255 TEUR.

Seit dem Geschäftsjahr 2020/21 ist die Hermes Germany GmbH, Hamburg, ein wesentliches assoziiertes Unternehmen. Zum 30. November 2020 gab die Otto Group die Beherrschung über die vormals vollkonsolidierte Konzerngesellschaft sowie deren Tochterunternehmen ab. Die Hermes Germany GmbH und deren Tochterunternehmen werden mit einer Anteilsquote von 75,00 % in den Konzernabschluss der Otto Group nach der Equity-Methode einbezogen. Trotz des Mehrheitsanteils besteht keine Beherrschungsmöglichkeit, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen die Beherrschung des Unternehmens nur gemeinschaftlich mit mindestens einem weiteren Gesellschafter erfolgen kann. Die Hermes Germany GmbH und deren Tochterunternehmen sind im Wesentlichen im Paket-Distributionsgeschäft tätig.

Das wesentliche assoziierte Unternehmen Hermes Germany GmbH und deren Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte 439.803 457.952
Kurzfristige Vermögenswerte 343.194 307.837
Langfristige Schulden 368.848 427.811
Kurzfristige Schulden 300.127 276.170
Nettoreinvermögen 114.022 61.808
Anteiliges Eigenkapital (rechnerisch) 85.516 46.356
Auf einzeln identifizierbare Vermögenswerte und Schulden entfallender Unterschiedsbetrag aus der Übergangskonsolidierung im Geschäftsjahr 2020/21 nach latenten Steuern (vor planmäßiger Abschreibung) 39.473 39.473
Kumulierte Abschreibung auf einzeln identifizierbare Vermögenswerte und Schulden entfallender Unterschiedsbetrag aus der Übergangskonsolidierung im Geschäftsjahr 2020/21 nach latenten Steuern -8.768 -4.871
Auf Goodwill entfallender Unterschiedsbetrag aus der Übergangskonsolidierung im Geschäftsjahr 2020/21 1.165 1.165
Buchwert des Anteils im Konzern 117.386 82.123
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse 1.731.094 1.912.383
Jahresfehlbetrag * -102.547 -5.592
Sonstiges Ergebnis 38.167 35.111
Gesamtergebnis -64.380 29.519
Im Beteiligungsergebnis der Otto Group berücksichtigter Verlust -76.911 -4.194

* Inklusive Abschreibung auf Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation im Geschäftsjahr 2022/23 in Höhe von 3.897 TEUR (2021/22: 3.897 TEUR).

Ebenfalls zum 30. November 2020 gab die Otto Group die Beherrschung über die vormals vollkonsolidierte Konzerngesellschaft Hermes Parcelnet Limited, Leeds, Großbritannien, und deren Tochterunternehmen ab. Die Gesellschaften werden seitdem mit einer Anteilsquote von 25,00 % in den Konzernabschluss der Otto Group nach der Equity-Methode einbezogen. Hermes Parcelnet Limited und dessen Tochterunternehmen sind im Paket-Distributionsgeschäft in Großbritannien tätig.

Das wesentliche assoziierte Unternehmen Hermes Parcelnet Limited und dessen Tochterunternehmen weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte 1.295.390 1.325.616
Kurzfristige Vermögenswerte 240.576 217.397
Langfristige Schulden 1.547.591 1.525.201
Kurzfristige Schulden 395.034 309.119
Nettoreinvermögen -406.659 -291.307
Buchwert des Anteils im Konzern 0 0
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse 1.701.389 1.719.358
Jahresfehlbetrag/-überschuss -63.962 72.724
Sonstiges Ergebnis 50.739 13.177
Gesamtergebnis -13.223 85.901
Im Beteiligungsergebnis der Otto Group berücksichtigter Verlust/Ertrag -9.594 21.475
Erhaltene Dividenden/Ausschüttungen des Konzerns 0 215.802

Das Nettoreinvermögen ist im Geschäftsjahr 2022/23 sowie im Geschäftsjahr 2021/22 negativ. Der Ausschüttungsbetrag im Vorjahr in Höhe von 215.802 TEUR hatte den Buchwert des Anteils überschritten, sodass für den übersteigenden Betrag ein Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten gebildet wurde.

Die übrigen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogenen assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, welche jeweils für sich genommen unwesentlich für den Konzern sind, weisen die folgenden wesentlichen Kenngrößen (auf 100 % basierend) auf:

28.02.2023 28.02.2022
Gemeinschaftsunternehmen
in TEUR
Assoziierte Unternehmen
in TEUR
Gemeinschaftsunternehmen
in TEUR
Assoziierte Unternehmen
in TEUR
Buchwert der Anteile 19.947 472.619 24.192 522.525
2022/23 2021/22
Gemeinschaftsunternehmen
in TEUR
Assoziierte Unternehmen
in TEUR
Gemeinschaftsunternehmen
in TEUR
Assoziierte Unternehmen
in TEUR
Jahresfehlbetrag/-überschuss -19.278 67.939 988 178.920
Sonstiges Ergebnis 1 65 69 -169
Gesamtergebnis -19.277 68.004 1.057 178.751

Die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen wird untersucht, sofern Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Übersteigt der Buchwert einer Beteiligung ihren erzielbaren Betrag, ist in Höhe des Unterschiedsbetrags ein Wertminderungsaufwand zu erfassen.

Für die Anteile an Gesellschaften, die nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode einbezogen werden, und für die in den sonstigen Finanzanlagen enthaltenen Finanzinstrumente erfolgt der Wertansatz zum Bilanzstichtag gemäß IFRS 9 erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam zum Zeitwert:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete sonstige Finanzanlagen 253.897 227.585
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete sonstige Finanzanlagen 110.664 104.492
Sonstige Finanzanlagen 364.561 332.077

Für weitere Informationen zu den sonstigen Finanzanlagen wird auf Ziffer 35a verwiesen.

17 Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Handelswaren und zur Veräußerung gehaltene Immobilien 2.679.130 2.568.538
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 30.405 27.977
Fertige und unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.411 1.513
Vorräte 2.710.946 2.598.028

Im Vorratsvermögen sind erworbene und zur Weiterveräußerung bestimmte Immobilien in Höhe von 262.773 TEUR (28. Februar 2022: 186.770 TEUR) enthalten, die dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet sind.

Es sind Wertberichtigungen aufgrund von Gängigkeitsabschlägen in Höhe von 272.198 TEUR (28. Februar 2022: 268.005 TEUR) gebildet worden. Daraus abgeleitet betragen die Wertberichtigungsquoten auf die Bruttovorratsbestände 9,12 % (28. Februar 2022: 9,35 %).

18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen

Die Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 1.125.227 1.333.906
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -130.702 -113.095
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 994.525 1.220.811
Forderungen aus Finanzdienstleistungen, brutto 2.437.941 1.804.032
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen inklusive Wertanpassungen IFRS 9 -95.020 -56.575
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 2.342.921 1.747.457

Unter den Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden insbesondere von Dritten angekaufte Forderungen in Höhe von 2.320.453 TEUR (28. Februar 2022: 1.726.028 TEUR) ausgewiesen.

Die Fristigkeit der Forderungen ergibt sich wie folgt:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 858.858 135.667 0 994.525
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 577.995 1.224.349 540.577 2.342.921
Fristigkeit der Forderungen zum 28. Februar 2023 1.436.853 1.360.016 540.577 3.337.446
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.077.332 143.479 0 1.220.811
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 433.420 936.311 377.726 1.747.457
Fristigkeit der Forderungen zum 28. Februar 2022 1.510.752 1.079.790 377.726 2.968.268

Die für die bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Stand 1. März 113.095 111.436
Wechselkursänderungen -1.101 781
Konsolidierungskreisänderungen -1 1.080
Verbrauch -74.149 -65.178
Auflösung -9.088 -14.938
Zuführung 101.946 79.914
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am 28. Februar 130.702 113.095

Die für die bestehenden Forderungen aus Finanzdienstleistungen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Stand 1. März 56.575 -17.586
Wechselkursänderungen 22.941 -15.718
Konsolidierungskreisänderungen 1.202 -64
Verbrauch -443 -1.474
Auflösung -1.109 -165
Zuführung 18.133 3.100
Abschreibungen/Zuschreibungen gemäß IFRS 9 -2.279 88.482
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen am 28. Februar 95.020 56.575

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 95.020 TEUR (28. Februar 2022: 56.575 TEUR) beinhalten Wertanpassungen gemäß IFRS 9 in Höhe von -2.279 TEUR (28. Februar 2022: 88.482 TEUR). Die Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2021/22 entfielen im Wesentlichen auf die Aktivitäten einer Konzerngesellschaft der EOS Gruppe in Russland.

Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird im Wesentlichen auf Basis der Informationen zur Überfälligkeit beurteilt. Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen sowie die Ausfallrisikoquoten verteilen sich auf die relevanten Überfälligkeitsbänder folgendermaßen:

Nicht überfällig
in TEUR
Weniger als 30 Tage überfällig
in TEUR
30 bis 90 Tage überfällig
in TEUR
Mehr als 90 Tage überfällig
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
Forderungen, brutto 706.786 206.051 77.909 55.771 1.046.517
Wertberichtigungen ECL -30.709 -8.995 -16.932 -30.190 -86.826
Nicht in der Bonität beeinträchtigte Forderungen 676.077 197.056 60.977 25.581 959.691
Forderungen, brutto 0 0 0 78.710 78.710
Wertberichtigungen EWB 0 0 0 -43.876 -43.876
In der Bonität beeinträchtigte Forderungen 0 0 0 34.834 34.834
Buchwert Forderungen 676.077 197.056 60.977 60.415 994.525
Forderungen, brutto 706.786 206.051 77.909 134.481 1.125.227
Wertberichtigungen ECL und EWB -30.709 -8.995 -16.932 -74.066 -130.702
in % in % in % in % in %
Ausfallrisikoquote 4,34 4,37 21,73 55,08 11,62

Wertberichtigungen ECL (expected credit losses) sind pauschale Wertberichtigungen auf Basis erwarteter Ausfallwahrscheinlichkeiten. Wertberichtigungen EWB (Einzelwertberichtigungen) hingegen sind Wertberichtigungen auf Basis tatsächlich eingetretener Leistungsstörungen auf Seiten der Kreditnehmer*innen.

Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt:

Nicht überfällig
in TEUR
Weniger als 30 Tage überfällig
in TEUR
30 bis 90 Tage überfällig
in TEUR
Mehr als 90 Tage überfällig
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Forderungen, brutto 881.287 244.102 79.025 50.553 1.254.967
Wertberichtigungen ECL -29.903 -8.106 -14.940 -19.104 -72.053
Nicht in der Bonität beeinträchtigte Forderungen 851.384 235.996 64.085 31.449 1.182.914
Forderungen, brutto 0 0 0 78.939 78.939
Wertberichtigungen EWB 0 0 0 -41.042 -41.042
In der Bonität beeinträchtigte Forderungen 0 0 0 37.897 37.897
Buchwert Forderungen 851.384 235.996 64.085 69.346 1.220.811
Forderungen, brutto 881.287 244.102 79.025 129.492 1.333.906
Wertberichtigungen ECL und EWB -29.903 -8.106 -14.940 -60.146 -113.095
in % in % in % in % in %
Ausfallrisikoquote 3,39 3,32 18,91 46,45 8,48

Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen sowie die Ausfallrisikoquoten der Forderungen aus Finanzdienstleistungen im Segment Plattformen zum 28. Februar 2023 verteilen sich auf die relevanten Überfälligkeitsbänder wie folgt:

Nicht überfällig
in TEUR
Weniger als 30 Tage überfällig
in TEUR
30 bis 90 Tage überfällig
in TEUR
Mehr als 90 Tage überfällig
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
Forderungen, brutto 67.689 4.486 10.651 728 83.554
Wertberichtigungen ECL -271 -36 -943 -166 -1.416
Nicht in der Bonität beeinträchtigte Forderungen 67.418 4.450 9.708 562 82.138
Forderungen, brutto 0 0 0 0 0
Wertberichtigungen EWB 0 0 0 0 0
In der Bonität beeinträchtigte Forderungen 0 0 0 0 0
Buchwert Forderungen 67.418 4.450 9.708 562 82.138
Forderungen, brutto 67.689 4.486 10.651 728 83.554
Wertberichtigungen ECL und EWB -271 -36 -943 -166 -1.416
in % in % in % in % in %
Ausfallrisikoquote 0,40 0,80 8,85 22,80 1,69

Innerhalb des Segments Plattformen bestehen Forderungen aus Finanzdienstleistungen aus Payment-Dienstleistungen, deren Ausfallrisiko analog dem Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis der Informationen zur Überfälligkeit ermittelt wird. Bei den Forderungen aus Finanzdienstleistungen im Segment Plattformen handelt es sich um Zahlungsansprüche aus einem echten Factoring von Marktplatztransaktionen der Marktplatzpartner auf der Handelsplattform der Otto (GmbH & Co KG). Diese sind zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht leistungsgestört.

19 Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

Die Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Forderungen gegen nicht konsolidiert verbundene Unternehmen 4.685 7.440
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 76.445 45.802
Forderungen gegen sonstige nahestehende Personen und Unternehmen 25.877 29.844
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 107.007 83.086

Die Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Finanzforderungen.

Die für die bestehenden Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen gebildeten Wertberichtigungen haben sich im Einzelnen wie folgt entwickelt:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Wertberichtigungen 1. März 10.146 9.803
Abgang -4.950 -4
Zuführung 74 347
Wertberichtigungen am 28. Februar 5.270 10.146

Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich zum Bilanzstichtag wie folgt:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 39.690 27.981
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 5.777 1.727
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 61.540 53.378
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 107.007 83.086

20 Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Finanzforderungen aus Co-Investments 153.991 44.658
Factoringeinbehalt zukünftige Retouren 61.163 21.258
Positive Zeitwerte (Zins- und Devisenderivate) 42.365 60.663
Debitorische Kreditoren 29.883 27.766
Forderungen an Mitarbeiter*innen 4.144 1.892
Kautionen 3.852 9.360
Positive Zeitwerte (Sonstige Derivate) 157 12.012
Übrige finanzielle Vermögenswerte 184.521 158.490
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 480.076 336.099
Forderungen aus sonstigen Steuern 132.454 148.526
Herausgabeanspruch Ware aus erwarteten Retouren 112.477 93.505
Abgrenzungsposten 83.532 67.656
Vermögenswert leistungsorientiertes Planvermögen 34.592 61.818
Übrige Vermögenswerte 58.512 36.306
Sonstige übrige Vermögenswerte 421.567 407.811
Sonstige Vermögenswerte 901.643 743.910

Der Herausgabeanspruch Ware aus erwarteten Retouren in Höhe von 112.477 TEUR (28. Februar 2022: 93.505 TEUR) entspricht der Höhe der Anschaffungskosten der gelieferten Waren, bei denen eine Rücklieferung erwartet wird, abzüglich der für die Retourenabwicklung anfallenden Kosten und die bei der Verwertung entstehenden Verluste.

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte haben die folgenden Fälligkeiten:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Stand 28. Februar 2023 309.010 147.925 23.141 480.076
Stand 28. Februar 2022 243.647 85.468 6.984 336.099

Für die sonstigen Vermögenswerte wurden Wertberichtigungen in Höhe von 4.835 TEUR gebildet (28. Februar 2022: 3.340 TEUR).

21 Eigenkapital

Die nachhaltige Sicherung der langfristig zur Verfügung stehenden Kapitalbasis ist wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements der Otto Group. Als Steuerungsgröße wird dabei im Wesentlichen der Verschuldungskoeffizient (Netto-Finanzverschuldung im Verhältnis zum Konzern-Eigenkapital) genutzt. Die Veränderung des Konzern-Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

a Kommanditkapital

Die Kommanditanteile an der Otto (GmbH & Co KG) sind gemäß IAS 32 als kündbare Finanzinstrumente zu klassifizieren. Auf diese Kommanditanteile entfallen aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Regelungen derzeit die folgenden Beträge, die sich nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften bestimmen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Kommanditkapital Otto (GmbH & Co KG) 820.000 820.000
Gewinnrücklagen und Jahresergebnis -226.016 117.306
Kündbare Finanzinstrumente 593.984 937.306

Aufgrund der herrschenden Gesellschafterverhältnisse, die durch eine mittelbare Zurechnung aller Anteile zu Mitgliedern der Familie Otto und der Michael Otto Stiftung, in die die Anteile an der Otto (GmbH & Co KG) mehrheitlich im Geschäftsjahr 2014/15 eingebracht wurden, gekennzeichnet sind, kann von einer annähernd unendlichen Haltedauer der kündbaren Finanzinstrumente ausgegangen werden. Eine Bestimmung des Zeitwerts der Anteile ist aufgrund fehlender Markttransaktionen und aufgrund des Stiftungszwecks, der den dauerhaften Verbleib der Anteile im Stiftungsvermögen vorsieht, zum Stichtag nicht verlässlich möglich.

b Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital

Das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital umfasst die in den abgelaufenen Perioden erzielten Ergebnisse des Konzerns, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden.

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen sind zum 28. Februar 2023 28.960 TEUR (28. Februar 2022: 27.306 TEUR) des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals nicht zur Ausschüttung verfügbar.

c Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben

Der Ausgleichsposten enthält Unterschiedsbeträge, die aus dem sukzessiven Erwerb von Anteilen an Unternehmen, an denen die Otto Group bereits die Beherrschungsmöglichkeit hat, entstanden sind. Derartige Erwerbe sind als Transaktionen auf Gesellschafterebene zu behandeln.

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Gezahlte (-) oder erhaltene (+) Gegenleistungen -40.000 -22.299
Erhöhung (-)/Verringerung (+) auf nicht beherrschende Anteile entfallend 13.286 189.498
Effekte aus sukzessiven Anteilserwerben -26.714 167.199

d Kumuliertes sonstiges Eigenkapital

Das kumulierte sonstige Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Neubewertungsrücklage aus aufgedeckten stillen Reserven und Lasten im Rahmen von sukzessiven Erwerben mit Übergang der Beherrschungsmöglichkeit 13.603 13.603
Sonstige erfolgsneutral erfasste Steuern -912 -1.149
Kumuliertes sonstiges Eigenkapital 12.691 12.454

e Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf die außenstehenden Gesellschafter der ARGOSYN, Croix, Frankreich, und deren Tochtergesellschaften mit einem Anteil von 46,32 %, auf die außenstehenden Gesellschafter der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H., Hamburg, mit einem Anteil von 100 % und deren Tochtergesellschaften, sowie auf die außenstehenden Aktionäre der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, mit einem konsolidierungsrelevanten Anteil von 59,2 % und deren Tochtergesellschaften.

Die für die Argosyn-Gruppe, die Forum-Gruppe sowie die About You-Gruppe zusammengefassten Finanzinformationen (100 %, vor konzerninternen Aufrechnungen) sind im Folgenden aufgeführt, wobei die Werte für die About You-Gruppe zusätzlich die Zeitwertanpassungen (inklusive latenter Steuern), die zum Erwerbszeitpunkt ermittelt wurden, sowie die entsprechende Folgebilanzierung enthalten:

Forum-Gruppe * Argosyn-Gruppe About You-Gruppe
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte 456.138 421.792 432.860 400.777 1.112.025 1.035.806
Kurzfristige Vermögenswerte 22.111 46.236 47.810 139.470 880.211 1.051.145
Langfristige Verbindlichkeiten 150.672 148.043 935 1.592 282.224 175.304
Kurzfristige Verbindlichkeiten 68.143 77.232 5.290 22.402 634.600 547.764
Nettoreinvermögen 259.434 242.753 474.445 516.253 1.075.412 1.363.883
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend 259.068 242.378 219.763 239.128 636.494 821.148
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse ** 0 0 8.513 9.104 1.904.576 1.309.514
Jahresüberschuss/-fehlbetrag ** 29.630 30.669 32.012 43.574 -300.918 -120.377
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend ** 29.607 30.639 14.828 20.183 -178.101 -72.475
Sonstiges Ergebnis 6.203 3.343 6.156 469 -360 0
Gesamtergebnis ** 35.833 34.012 38.168 44.043 -301.278 -120.377
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend ** 35.809 33.982 17.679 20.400 -178.314 -72.475
Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelfonds ** 0 0 -91.397 17.384 -291.360 382.503
Gezahlte Dividenden/Ausschüttungen auf nicht beherrschende Anteile entfallend 19.145 18.937 37.055 0 0 0

* An einer Tochtergesellschaft der FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H. hält eine 100- %ige Konzerngesellschaft der Otto (GmbH & Co KG) 1 % der Anteile.

** Die für die About You-Gruppe ausgewiesenen Werte für das Geschäftsjahr 2021/22 beziehen sich auf den Zeitraum von neun Monaten seit der Übergangskonsolidierung. In den dargestellten Umsatzerlösen der About You-Gruppe sind Umsätze mit Konzerngesellschaften der Otto Group enthalten, die im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert werden.

f Kapitalmarktnotiertes Eigenkapital und Genussscheine

Das kapitalmarktnotierte Eigenkapital enthält die im Juli 2018 an der Luxemburger Börse platzierte nachrangige Anleihe mit einem ausstehenden Nominalvolumen in Höhe von 248.116 TEUR (28. Februar 2022: 248.116 TEUR).

Die EOS Holding GmbH, Hamburg, hat Genussscheine im Nominalvolumen von 55.000 TEUR ausgegeben. Die bonprix Handelsgesellschaft mbH, Hamburg, hat die ausstehenden Genussscheine in Höhe von 35.000 TEUR im Geschäftsjahr 2022/23 vollständig zurückgeführt. Die hier vorliegenden Genussscheintransaktionen sind aufgrund ihrer Ausgestaltung nach IAS 32 als Eigenkapital zu klassifizieren.

Zum 28. Februar 2023 werden in dieser Position ebenfalls die noch nicht gezahlten Vergütungen auf die genannten Eigenkapitalbestandteile in Höhe von 6.556 TEUR (28. Februar 2022: 7.353 TEUR) ausgewiesen.

22 Genussrechte

Für Mitarbeiter*innen ausgewählter inländischer Konzerngesellschaften bietet die Otto Group ein Kapitalbeteiligungsmodell in Form von Genussrechten an. Jede*r Mitarbeiter*in dieser Konzerngesellschaften hat dabei die Möglichkeit, jährlich ein Paket, das bis zu 20 Genussrechte im Nennwert von jeweils 250 EUR enthalten kann, zu erwerben. Die Genussrechte partizipieren auf Grundlage der gültigen Genussrechtebedingungen vom Januar 2022 am Konzern-Gewinn und -verlust der Otto Group auf Basis des IFRS-Konzernabschlusses der Otto (GmbH & Co KG). Bei bestimmten Genussrechten erfolgt jedoch eine Begrenzung der Verlustzuweisung auf 30 % des Nennwerts der Genussrechte. Grundsätzlich gilt eine Mindesthaltedauer der Pakete von sechs Jahren, sodass die als langfristig ausgewiesenen Genussrechte dem auf diesen Zeitraum entfallenden Anteil entsprechen.

Zum 28. Februar 2023 waren 29.994 Pakete mit einem Wert von 25.808 TEUR (28. Februar 2022: 27.901 Pakete mit einem Wert von 23.205 TEUR) gezeichnet.

23 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die betriebliche Altersvorsorge erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Aufwendungen für die beitrags- und leistungsorientierten Versorgungszusagen sind, mit Ausnahme des Zinsergebnisses, im Personalaufwand enthalten. Die Aufzinsung der in den Vorjahren erworbenen Nettopensionsverpflichtung wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Ausgestaltung der Altersvorsorge richtet sich nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder.

Bei den beitragsorientierten Versorgungssystemen leisten die Konzerngesellschaften der Otto Group Zahlungen an externe Versorgungseinrichtungen und haben keine weiteren Leistungsverpflichtungen gegenüber den Pensionsberechtigten. Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungssysteme ohne Berücksichtigung der Leistungen an gesetzliche Versorgungssysteme beträgt im Geschäftsjahr 2022/23 6.934 TEUR (2021/22: 6.488 TEUR).

Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen gegenüber ehemaligen und aktiven Mitarbeiter*innen der Otto Group sowie deren Hinterbliebenen gebildet. Die Plangestaltung basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt, Status sowie Eigenleistung der Mitarbeiter*innen.

Die wesentlichen leistungsorientierten Versorgungspläne entfallen auf die in Deutschland und Großbritannien ansässigen Konzerngesellschaften der Otto Group. In Deutschland liegen in der Regel nicht kapitalgedeckte Versorgungspläne vor. Diese bestehen aus arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen und sowohl arbeitgeber- als auch arbeitnehmerfinanzierten beitragsorientierten Leistungszusagen. Ein Großteil der arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen wurde zum 1. Januar 2014 für Neueintritte geschlossen. Bei den in Großbritannien ansässigen Konzerngesellschaften bestehen zumeist kapitalgedeckte Versorgungspläne. Diese Pläne basieren vorwiegend auf eingefrorenen Durchschnittsgehältern der Mitarbeiter*innen. Die Pläne in Großbritannien wurden mit Wirkung zum 28. Februar 2009 für Neuzugänge geschlossen. Die Leistungen aus den Plänen in Deutschland und Großbritannien erfolgen überwiegend in der Form von Rentenzahlungen.

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Plänen ist die Otto Group verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsänderungsrisiko ist die Otto Group dem Währungsrisiko sowie dem Kapitalmarkt- bzw. Anlagerisiko ausgesetzt. Die Versorgungsleistungen in Deutschland sind gegen die Folgen einer Insolvenz nach Maßgabe des Betriebsrentengesetzes abgesichert. Hierfür werden jährliche Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein VVaG geleistet.

Der wesentliche Teil des in der Otto Group vorhandenen Planvermögens entfällt auf die in Großbritannien ansässigen Konzerngesellschaften. Das Planvermögen dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Die Unterlegung dieser Leistungsverpflichtungen mit Finanzmitteln stellt eine Vorsorge für künftige Mittelabflüsse dar. Das Planvermögen wird von einem unabhängigen Treuhänder investiert und verwaltet. Die übergeordnete Anlagepolitik und Anlagestrategie basieren auf dem Ziel, mittelfristig eine Rendite auf das Planvermögen zu erwirtschaften, welche zusammen mit den Beiträgen ausreicht, den Versorgungsverpflichtungen nachzukommen. Aufgrund der derzeit bestehenden Unterdeckung hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, durch regelmäßige Dotierungen die Unterdeckung langfristig aufzulösen. Die Höhe der Dotierungen wird alle drei Jahre im Rahmen der Funding Discussions neu verhandelt. Die Versorgungsleistungen sind zu großen Teilen gegen die Folgen einer Insolvenz gesetzlich abgesichert. Hierfür werden jährliche Beiträge an den Pension Protection Fund geleistet. Für einen Teil des Pensionsplans in Großbritannien besteht seitens des Treuhänders ein Recht zur Einforderung der Ausfinanzierung. Die Wahrscheinlichkeit der Ausübung des Rechts wird als sehr gering eingestuft. Unter Berücksichtigung dieser Annahme wurde auf die Bilanzierung einer zusätzlichen Verbindlichkeit zum 28. Februar 2023 in Höhe von 26.581 TEUR (28. Februar 2022: 50.096 TEUR) verzichtet.

Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für die leistungsorientierten Versorgungssysteme erfolgt nach IAS 19 auf der Grundlage versicherungsmathematischer Annahmen. Der Bewertung liegen folgende gewichtete Annahmen zugrunde:

2022/23
in %
2021/22
in %
Rechnungszins 4,0 1,9
Gehaltstrend 1,4 1,4
Rententrend 2,2 1,9
Inflation 2,4 2,0
Fluktuation 8,0 8,0

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Barwert der nicht fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen 1.126.205 1.481.781
Barwert der fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen 436.791 645.628
Barwert der Pensionsverpflichtungen 1.562.996 2.127.409

Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

Barwert der Pensionsverpflichtungen Planvermögen Rückstellungen für Pensionen
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Stand 1. März 2.127.409 2.324.989 728.962 694.643 1.398.447 1.630.346
Laufender Dienstzeitaufwand 21.701 26.675 0 0 21.701 26.675
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 12.328 23.263 0 0 12.328 23.263
Effekte aus Plankürzungen und Abgeltungen -43 -550 0 0 -43 -550
Zinsaufwendungen/-erträge 40.357 29.308 18.330 14.305 22.027 15.003
Erfolgswirksam erfasste Veränderungen 74.343 78.696 18.330 14.305 56.013 64.391
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
aus demographischen Annahmen -4.584 -14.183 0 0 -4.584 -14.183
aus finanziellen Annahmen -618.831 -231.045 0 0 -618.831 -231.045
aus erfahrungsbedingten Anpassungen 26.723 1.599 0 0 26.723 1.599
Aufwand/Ertrag aus Planvermögen ohne Zinserträge 0 0 -221.162 11.271 221.162 -11.271
Wechselkursänderungen -25.932 27.857 -28.527 29.290 2.595 -1.433
Erfolgsneutral erfasste Veränderungen -622.624 -215.772 -249.689 40.561 -372.935 -256.333
Gezahlte Leistungen -59.499 -60.422 -26.046 -24.051 -33.453 -36.371
Übertragungen 187 -82 0 0 187 -82
Beiträge des Arbeitgebers 0 0 23.632 3.504 -23.632 -3.504
Änderungen des Konsolidierungskreises 43.180 0 39.419 0 3.761 0
Sonstige Veränderungen -16.132 -60.504 37.005 -20.547 -53.137 -39.957
Stand 28. Februar 1.562.996 2.127.409 534.608 728.962 1.028.388 1.398.447
davon Rückstellungen für Pensionen 1.062.980 1.460.265
davon Nettovermögenswert aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -34.592 -61.818

Das zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen zur Verfügung stehende Planvermögen gliedert sich wie folgt auf:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Wertpapiere 361.508 576.067
Liquide Mittel 10.916 3.351
Immobilien 6.221 7.121
Darlehen 0 1.317
Sonstiges 155.963 141.106
Planvermögen 534.608 728.962

Die Kosten für die Verwaltung des Planvermögens mindern den Ertrag aus Planvermögen. Die verbleibenden Verwaltungskosten werden nicht vom Ertrag aus Planvermögen abgezogen.

Der Konzern erwartet, dass im Geschäftsjahr 2023/24 Beiträge in Höhe von 25.622 TEUR in die leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind sowie Auszahlungen in Höhe von 65.194 TEUR aus den leistungsorientierten Plänen erfolgen werden.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt 15,1 Jahre (28. Februar 2022: 18,5 Jahre).

Die relative Auswirkung von singulären Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird im Folgenden aufgezeigt:

2022/23
in %
2021/22
in %
Rechnungszins +0,5 % -6,8 -8,5
Rechnungszins -0,5 % 7,7 9,7
Rententrend +0,25 % 1,8 2,1
Rententrend -0,25 % -1,7 -2,0
Lebenserwartung + 1 Jahr 1,0 2,0
Lebenserwartung - 1 Jahr -1,4 -2,3

Eine wesentliche Gehaltsabhängigkeit der Pläne liegt nicht vor. Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurden ungefähr 99 % des Verpflichtungsumfangs berücksichtigt. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert. Interdependenzen wurden nicht berücksichtigt.

24 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen zum 28. Februar 2023 setzen sich wie folgt zusammen:

01.03.2022
in TEUR
Währungskurseffekte/ Umbuchungen/ Veränderungen Konsolidierungskreis
in TEUR
Inanspruchnahme
in TEUR
Auflösung
in TEUR
Zuführung
in TEUR
Personalbezogene Rückstellungen 63.441 368 -3.873 -1.998 7.231
Restrukturierungsverpflichtungen 44.964 -318 -6.138 -12.551 1.991
Operative Rückstellungen 31.092 -1 -4.257 -1.752 2.645
Vertragliche Rückstellungen 7.503 -20 -376 -4.362 3.137
Übrige Rückstellungen 73.167 2.216 -14.983 -27.489 25.910
Sonstige Rückstellungen 220.167 2.245 -29.627 -48.152 40.914
Auf-/ Abzinsung
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
Personalbezogene Rückstellungen -15.872 49.297
Restrukturierungsverpflichtungen -446 27.502
Operative Rückstellungen -1.807 25.920
Vertragliche Rückstellungen -62 5.820
Übrige Rückstellungen -327 58.494
Sonstige Rückstellungen -18.514 167.033

Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Zusammensetzung:

01.03.2021
in TEUR
Währungskurseffekte/ Umbuchungen/ Veränderungen Konsolidierungskreis
in TEUR
Inanspruchnahme
in TEUR
Auflösung
in TEUR
Zuführung
in TEUR
Personalbezogene Rückstellungen 71.678 6.446 -3.124 -9.619 5.212
Restrukturierungsverpflichtungen 101.820 -11.582 -36.915 -12.620 4.012
Operative Rückstellungen 35.901 -2 -8.419 -2.316 5.144
Vertragliche Rückstellungen 8.239 -266 -2.157 -2.631 4.318
Übrige Rückstellungen 74.679 6.531 -14.818 -17.583 24.339
Sonstige Rückstellungen 292.317 1.127 -65.433 -44.769 43.025
Auf-/Abzinsung
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Personalbezogene Rückstellungen -7.152 63.441
Restrukturierungsverpflichtungen 249 44.964
Operative Rückstellungen 784 31.092
Vertragliche Rückstellungen 0 7.503
Übrige Rückstellungen 19 73.167
Sonstige Rückstellungen -6.100 220.167

In den personalbezogenen Rückstellungen sind im Wesentlichen die Aufstockungsbeträge für Altersteilzeitvereinbarungen sowie Jubiläumsansprüche enthalten.

Verpflichtungen aus Abfindungen und sonstige Personalkosten, die im Rahmen von eingeleiteten Restrukturierungen im Wesentlichen in Deutschland entstanden sind, werden in den Rückstellungen für Restrukturierungsverpflichtungen ausgewiesen.

In den operativen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückbau- und Wiederherstellungsverpflichtungen sowie Rückstellungen für Garantie- und Kulanzansprüche enthalten. Für Rückbau- und Wiederherstellungsverpflichtungen, die insbesondere bei Mietereinbauten bestehen, wurden Rückstellungen in Höhe des Barwerts der erwarteten Kosten angesetzt. Korrespondierend wurden diese Kosten zum Zeitpunkt der Entstehung der Verpflichtung als Bestandteil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der Vermögenswerte aktiviert. Die Rückstellungen für Garantien und Kulanz wurden für gesetzliche, freiwillige und vertraglich vereinbarte Garantien und Gewährleistungsansprüche von Kund*innen aus Warenlieferungen in Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme gebildet.

Verpflichtungen aus bereits anhängigen oder zu erwartenden Rechtsstreitigkeiten werden unter anderem in den vertraglichen Rückstellungen ausgewiesen.

Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen, die in der Höhe des wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden.

Es ergibt sich folgende Fälligkeitsstruktur der sonstigen Rückstellungen zum 28. Februar 2023:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Personalbezogene Rückstellungen 1.004 48.293 0 49.297
Restrukturierungsverpflichtungen 27.502 0 0 27.502
Operative Rückstellungen 10.233 7.725 7.962 25.920
Vertragliche Rückstellungen 5.733 87 0 5.820
Übrige Rückstellungen 45.249 13.245 0 58.494
Sonstige Rückstellungen 89.721 69.350 7.962 167.033

Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Fälligkeitsstruktur:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Personalbezogene Rückstellungen 895 62.545 0 63.440
Restrukturierungsverpflichtungen 18.684 26.280 0 44.964
Operative Rückstellungen 13.177 7.934 9.981 31.092
Vertragliche Rückstellungen 7.358 146 0 7.504
Übrige Rückstellungen 36.248 36.919 0 73.167
Sonstige Rückstellungen 76.362 133.824 9.981 220.167

25 Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Fälligkeitsstruktur der Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergibt sich wie folgt:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 153.850 513.615 109.847 777.312
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 622.260 399.527 311.844 1.333.631
Fristigkeit der Verbindlichkeiten zum 28. Februar 2023 776.110 913.142 421.691 2.110.943
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 9.293 511.252 109.832 630.377
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 98.170 154.963 147.399 400.532
Fristigkeit der Verbindlichkeiten zum 28. Februar 2022 107.463 666.215 257.231 1.030.909

Die zum 28. Februar 2023 bestehenden wesentlichen Anleihen sind durch die folgenden Nominalbeträge, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet:

Inanspruchnahme zum 28.02.2023
in TEUR
Nominalzinssatz Effektivzinssatz Fälligkeit
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS1625975153) *** 190.522 1,875 % 1,950 % 12.06.2024
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (CH0511961390) * , ** , *** 47.573 1,500 % 1,418 % 09.12.2024
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS1979274708) * , *** 184.420 2,625 % 2,625 % 10.04.2026
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS1979274708) * , *** 36.884 2,625 % 2,300 % 10.04.2026
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS1660709616) 50.000 Euribor + Aufschlag Euribor + Aufschlag 24.08.2026
Otto (GmbH & Co KG) Namensschuldverschreibung 15.000 3,400 % 3,400 % 25.03.2031
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS2028841489) * 30.000 3,400 % 3,400 % 17.07.2031
Otto (GmbH & Co KG) Namensschuldverschreibung * 10.000 3,000 % 3,000 % 24.01.2032
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS2111951690) * 40.000 3,000 % 3,000 % 30.01.2032
Otto (GmbH & Co KG) Inhaberschuldverschreibung (XS2063541358) * 15.000 3,180 % 3,180 % 10.10.2034

* Nachhaltige Anleihe

** Fremdwährungsanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 52,3 Mio. CHF

*** Nominalvolumen gegenüber ursprünglichem Emissionsbetrag im Rahmen eines Rückkaufs reduziert

Die Otto Group verfügt seit dem Geschäftsjahr 2013/14 über ein EMTN-Programm mit einem Gesamtvolumen von 2.000.000 TEUR an der Luxemburger Börse. Zum 28. Februar 2023 beträgt das Gesamtvolumen der im Rahmen des EMTN-Programms begebenen Anleihen 594.399 TEUR (28. Februar 2022: 594.399 TEUR).

Zudem existiert seit dem Geschäftsjahr 2016/17 ein Commercial-Paper-Programm mit einem Rahmenvolumen von 1.000.000 TEUR. Zum 28. Februar 2023 beträgt das Gesamtvolumen der ausstehenden Commercial-Paper 145.000 TEUR (28. Februar 2022: 0 TEUR).

Zum 28. Februar 2023 bestehen die folgenden, nach Endfälligkeit sortierten, wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber diversen in- und ausländischen Kreditinstituten:

Inanspruchnahme zum 28.02.2023
in TEUR
Zinssatz Endfälligkeit
Feste Verzinsung
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 10.000 4,5 % 2023
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 236.673 0,8 - 6,9 % 2024 - 2028
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 255.638 1,5 - 4,9 % 2029 - 2041
Variable Verzinsung
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 104 Euribor + variabler Aufschlag 2023
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 160.473 Euribor + variabler Aufschlag 2024 - 2028
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 84.252 Euribor + variabler Aufschlag 2029 - 2039

Für die Finanzverbindlichkeiten entspricht der ausgewiesene Zinssatz dem Effektivzinssatz.

Im Geschäftsjahr 2022/23 ist ein Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 382.000 TEUR emittiert worden, welches Laufzeiten zwischen drei bis zehn Jahren aufweist.

26 Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 36.181 TEUR (28. Februar 2022: 38.955 TEUR) entfallen vollständig auf Verbindlichkeiten aus Darlehen, deren Fälligkeitsstruktur sich wie folgt ergibt:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 11.496 16.714
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 14.636 18.822
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 10.049 3.419
Verbindlichkeiten aus Darlehen 36.181 38.955

27 Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidiert verbundene Unternehmen 15.718 12.386
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 228.831 177.667
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen 946 3.012
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 245.495 193.065

Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Hermes Germany GmbH, Hamburg, aus der laufenden Verrechnung von Paketdienstleistungen sowie aus kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Die Fälligkeitsstruktur ergibt sich wie folgt:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 245.043 192.610
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 0 0
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 452 455
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 245.495 193.065

28 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter*innen 276.801 315.128
Kreditorische Debitoren 114.210 124.085
Verbindlichkeiten aus kündbaren Finanzinstrumenten 73.651 68.911
Negative Zeitwerte (Sonstige Derivate) 68.933 6.186
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Anteilen 59.154 55.553
Negative Zeitwerte (Zins- und Devisenderivate) 42.925 24.706
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 98.171 129.580
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 733.845 724.149
Vertragliche Verbindlichkeiten 430.696 498.455
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 283.795 294.499
Abgrenzungsposten 133.604 114.316
Verbindlichkeiten aus Sozialabgaben 13.065 19.586
Verbindlichkeiten aus sonstigen Abgaben 8.245 7.732
Übrige Verbindlichkeiten 813 858
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 870.218 935.446
Sonstige Verbindlichkeiten 1.604.063 1.659.595

Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter*innen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Lohn und Gehalt, ausstehendem Urlaub bzw. Urlaubsgeld sowie Altersteilzeitvereinbarungen.

Entsprechend IAS 32 ist die Verpflichtung bei Ausübung der bestimmten Anteilseignern von Konzerngesellschaften eingeräumten Optionen, deren Anteile zum anteiligen Wert des Eigenkapitals erwerben zu müssen, in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrags als Verbindlichkeit zum Erwerb von Anteilen zu bilanzieren.

Hinsichtlich der Fälligkeit ergibt sich folgende Zusammensetzung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 486.061 596.321
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 246.201 121.405
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 1.583 6.423
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 733.845 724.149

Die vertraglichen Verbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Stand 1. März 498.455 339.000
Zuführung 427.399 525.562
In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse -523.227 -394.317
Währungskurseffekte/Veränderung des Konsolidierungskreises 28.069 28.210
Vertragliche Verbindlichkeiten zum 28. Februar 430.696 498.455

Der Gesamtbetrag der noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen mit deren Erfüllung in voraussichtlich mehr als zwölf Monaten gerechnet wird, beläuft sich zum 28. Februar 2023 auf 32.889 TEUR (28. Februar 2022: 31.097 TEUR).

29 Anteilsbasierte Vergütungsprogramme

Anteilsbasierte Vergütungsprogramme bestanden im Geschäftsjahr 2022/23 bei der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, (nachfolgend About You) und bei der Medgate Holding AG, Basel, Schweiz. Zur Bilanzierung der Vergütungskomponente aufgrund der im Rahmen des Erwerbs der Medgate Holding AG vereinbarten Put-Option auf Anteile des Managements wird auf Ziffer 5a verwiesen.

Für die zum Abschlussstichtag bestehenden anteilsbasierten Vergütungszusagen von About You wurden Aufwendungen in Höhe von 12.400 TEUR (2021/22: 14.823 TEUR) erfasst. Die für den Konzernabschluss wesentlichen anteilsbasierten Vergütungszusagen unterteilen sich in folgende acht Programme, welche nachfolgend ausführlich erläutert werden. Sämtliche der aufgeführten anteilsbasierten Vergütungszusagen für Vorstand, Management und Mitarbeiter*innen wurden im Geschäftsjahr 2022/23 durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Die Programme folgen der Grundannahme, dass die Regeln der Programme für sämtliche Teilnehmer*innen gleichermaßen gelten.

1. Vorstandsprogramm Long-Term Incentive (LTI) 2021

Neben der erfolgsunabhängigen Vergütung wurden den Vorstandsmitgliedern von About You im Rahmen der Neufassung der Vorstandsdienstverträge am 4. Juni 2021 jeweils in gleicher Höhe Optionen im Wege einer Einmalzuteilung im Rahmen des LTI 2021 zugeteilt. Jedem Mitglied des Vorstands wurden insgesamt 1.702.128 (in Summe 5.106.384) Optionen nach der folgenden Formel zugeteilt:

N = 80.000.000 / 2x Ausübungspreis

Das LTI 2021 ist ein Optionsprogramm, das neben der zeitlichen Komponente in Gestalt der fortgesetzten Vorstandstätigkeit ("Time Vesting") maßgeblich an die Entwicklung wichtiger Leistungsindikatoren von About You anknüpft und zudem Zielkriterien aus dem Bereich ESG (Environmental Social Governance) in Bezug nimmt ("Performance Vesting").

Die wesentlichen Bedingungen des LTI 2021 werden im Folgenden im Detail dargestellt:

Ausübungspreis

Der Ausübungspreis für jede Option entspricht dem Mittelwert der für jede Aktie bei der Platzierung im Rahmen des Börsengangs geltenden Preisspanne. Die Preisspanne wurde am 7. Juni 2021 auf 21,00 EUR bis 26,00 EUR festgelegt. Der Mittelwert beträgt dementsprechend 23,50 EUR ("Ausübungspreis").

Erdienungszeitraum - Time Vesting

Die zugeteilten Optionen werden nach Ablauf bestimmter Fristen unverfallbar, sofern das betreffende Vorstandsmitglied bei Fristablauf im Unternehmen verbleibt ("Time Vesting"):

• 12 % der Optionen am Ende des 28. Februar 2022

• 14 % der Optionen am Ende des 28. Februar 2023

• 16 % der Optionen am Ende des 29. Februar 2024

• 18 % der Optionen am Ende des 28. Februar 2025

• 20 % der Optionen am Ende des 28. Februar 2026

• 20 % der Optionen am Ende des 28. Februar 2027

In Abhängigkeit von den vorstehend dargestellten Zeitpunkten der Unverfallbarkeit sind die Optionen in zwei Tranchen eingeteilt, die im Rahmen des nachfolgend beschriebenen "Performance Vesting" unterschiedlichen Bedingungen unterliegen. Optionen, die bis zum 28. Februar 2025 (einschließlich) unverfallbar werden (insgesamt 3.063.830 Optionen), gehören zur Tranche 1 ("Tranche 1-Optionen"). Optionen, die mit Ablauf des 28. Februar 2026 und 28. Februar 2027 unverfallbar werden (insgesamt 2.042.554 Optionen), gehören zur Tranche 2 ("Tranche 2-Optionen").

Erdienungszeitraum - Performance Vesting

Neben der zeitlichen Komponente ist Voraussetzung für die Unverfallbarkeit der Optionen, dass innerhalb bestimmter Zeiträume auch bestimmte, vorab definierte Erfolgsziele erreicht werden ("Performance Vesting"). Diese Erfolgsziele wurden vom Aufsichtsrat vor der Privatplatzierung festgelegt und bestehen aus dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des About You Konzernumsatzes ("Umsatz CAGR"), der Entwicklung des bereinigten EBITDA von About You ("Adjusted EBITDA"), welches dem EBITDA abzüglich der Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, Restrukturierungskosten und nicht operativen Einmaleffekten entspricht, sowie verschiedenen Environmental, Social and Governance (ESG)-Parametern. Die Erfolgsziele fließen mit unterschiedlicher Gewichtung sowohl in Tranche 1 als auch in Tranche 2 ein, hierbei wird der "Umsatz CAGR" mit 60 %, das "Adjusted EBITDA" mit 30 % und die ESG-Parameter mit 10 % in der jeweiligen Tranche berücksichtigt. Der Zielerreichungsgrad wird auf Basis der vom Aufsichtsrat vor der Privatplatzierung festgelegten mittelfristigen Zielwerte ("Gegenwärtige Mittelfristige Erfolgsziele") und der vom Aufsichtsrat zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23 zu beschließenden zukünftigen mittelfristigen Zielwerte ("Zukünftige Mittelfristige Erfolgsziele") ermittelt, wobei für die im LTI 2021 festgelegte Kenngröße des Umsatz-CAGR stets der höhere Wert gemäß gegenwärtigen und zukünftigen mittelfristigen Erfolgszielen maßgeblich ist. Werden die jeweiligen Erfolgsziele zu weniger als 85 % erreicht, so verfallen die betroffenen Optionen entschädigungslos. Ist das jeweilige Ziel zu 85 % erfüllt, so verfallen 20 % der Optionen. Ist es zu 100 % erfüllt, verfällt keine Option. Im Bereich zwischen 85 % und 100 % nimmt der Anteil der verfallenden Optionen linear ab. Bei den Optionen, die auf ESG-Kriterien entfallen, wird lediglich zwischen dem Erreichen und dem Nichterreichen des Ziels differenziert: Wird es erreicht, verfällt keine Option. Bei Nichterreichung verfallen alle Optionen, die auf dieses Erfolgsziel allokiert sind. Tranche 1-Optionen können erstmals nach Ablauf des 30. Juni 2025 ausgeübt werden, Tranche 2-Optionen erstmals nach Ablauf des 30. Juni 2027. Optionen, die bis zum 30. Juni 2029 (einschließlich) nicht ausgeübt wurden, verfallen entschädigungslos. Die Ausübung der Optionen ist jeweils nur innerhalb bestimmter, in den LTI-Bedingungen näher bestimmter Ausübungsfenster von zwei Wochen möglich, die jeweils nach der Veröffentlichung der (vorläufigen) Geschäftszahlen für ein Geschäftsjahr, Halbjahr oder ein Quartal liegen. Die Ausübung ist binnen bestimmter im LTI 2021 definierter geschlossener Zeiträume (sogenannter Black-out-Perioden) nicht möglich. Die Ausübung der nach den vorgenannten Bedingungen unverfallbar gewordenen Optionen ist nur zulässig, wenn der Aktienkurs der Gesellschaft (gewichteter Durchschnittskurs je Aktie im XETRA-Handel binnen eines Zeitraums von drei Monaten vor dem betreffenden Datum) spätestens am 28. Februar 2027 sowie zusätzlich entweder (i) zu Beginn des jeweiligen Ausübungsfensters oder (ii) an mindestens drei Handelstagen an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines vorherigen Ausübungsfensters 200 % des Ausübungspreises, das heißt 47,00 EUR, erreicht ("Ausübungsschwelle").

Bedienung der Optionen

Bei Ausübung der Optionen ist dem jeweiligen Vorstandsmitglied von der Gesellschaft aus dem Bedingten Kapital eine Zahl von Aktien zu liefern, die dem Abrechnungswert der ausgeübten Optionen entspricht. Der Abrechnungswert der ausgeübten Optionen entspricht dem Betrag, um den der Aktienpreis bei Ausübung den Ausübungspreis übersteigt, beschränkt jedoch auf 200 % des Ausübungspreises (das heißt 47,00 EUR je Option - "Cap").

Statt der Lieferung von Aktien aus dem Bedingten Kapital kann About You an das jeweilige Vorstandsmitglied eine Barzahlung in Höhe des Abrechnungswerts pro Option (abzüglich Lohnsteuern und etwaiger sonstiger von About You einzubehaltender gesetzlicher Abgaben) leisten (Barausgleich) oder ihre Verpflichtung zur Lieferung von Aktien mit bestehenden eigenen Aktien bedienen.

Programme für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen

Zusätzlich zu den Management-Programmen aus dem Geschäftsjahr 2021/22 implementierte About You im Geschäftsjahr 2022/23 die Programme LTIP 2022, LTI RSUP 2022 und STI RSUP 2022 mit Wirkung zum 1. Oktober 2022. Nachfolgend werden alle im Geschäftsjahr 2022/23 ausgegebenen Programme erläutert. Hierbei wird zwischen fortlaufenden, einmalig gewährten und abgeschlossenen Programmen unterschieden. Innerhalb dieser Abschnitte sind die Programme chronologisch nach Einführung des Programms geordnet.

Fortlaufende Programme

2. Restricted Stock Unit Plan (RSUP) & Stock Option Plan (SOP) 2021

Mit dem Geschäftsjahr 2021/22 implementierte About You die Management-Programme Restricted Stock Unit Plan (RSUP) und Stock Option Plan (SOP) mit Wirkung zum 1. Oktober 2021. Die Programme können fortlaufend ausgegeben werden, mit zwei Tranchen pro Geschäftsjahr und den Gewährungszeitpunkten zum 1. April und zum 1. Oktober eines jeden Geschäftsjahres. Die Management-Programme RSUP & SOP folgen auf das VESOP 2017 - 2021 Programm, welches im Abschnitt abgeschlossene Programme erläutert wird.

Der Restricted Stock Unit Plan (RSUP) richtet sich an About You Führungskräfte und ausgewählte Leistungsträger*innen innerhalb der Organisation, während der Stock Option Plan (SOP) sich primär an führende Mitarbeiter*innen des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene unter dem Vorstand richtet, welche den Gewährungswert ihrer jährlichen anteilsbasierten Vergütung zum Ausgabezeitpunkt zwischen Restricted Stock Units (RSUs) und virtuellen Stock Options (SOs) gemäß folgender Verteilungen aufteilen können:

• Option 1: 100 % SOP, 0 % RSUP

• Option 2: 75 % SOP, 25 % RSUP

• Option 3: 50 % SOP, 50 % RSUP

• Option 4: 25 % SOP, 75 % RSUP

• Option 5: 0 % SOP, 100 % RSUP

Restricted Stock Unit Plan (RSUP) 2021

Der RSUP 2021 berechtigt Führungskräfte und ausgewählte Leistungsträger*innen innerhalb der Organisation zum Erhalt eines Vergütungsbestandteils mit langfristiger Anreizwirkung. Im Rahmen des Programms wurden zum 1. April 2022 insgesamt 84.836 RSUs und zum 1. Oktober 2022 insgesamt 829.024 RSUs zugeteilt. Die ermittelten Ausgabepreise der RSUs zu den Gewährungszeitpunkten wurden entsprechend der volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurse (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie von About You im XETRA-Handel während der letzten 90 Handelstage vor den Gewährungszeitpunkten ermittelt und betrugen für die Ausgabe zum 1. April 2022 16,91 EUR, zum 1. Oktober 2022 7,17 EUR. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt. Die Anzahl der RSUs wird durch Division des Gewährungswerts durch den jeweiligen Ausgabepreis ermittelt. Die zugeteilten RSUs unterliegen einem Vesting von drei Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt. Innerhalb der dreijährigen Vesting-Periode wird nach Ablauf jedes Jahres ein Teil der zugeteilten RSUs erdient. Das Vesting der Restricted Stock Units, die am 1. April 2022 zugeteilt wurden, erfolgt nach einem nichtlinearen Plan. Dementsprechend sind nach Ablauf des ersten Jahres 15 % der zugeteilten RSUs, nach Ablauf des zweiten Jahres 25 % der zugeteilten RSUs und nach Ablauf des dritten Jahres die verbleibenden 60 % Prozent der zugeteilten RSUs erdient. Ab dem Gewährungszeitpunkt des 1. Oktober 2022 wurden die Planbedingungen auf ein lineares Vesting abgeändert. Dementsprechend sind nach Ablauf jedes Jahres jeweils ein Drittel der zugeteilten RSUs erdient. Die Summe aller Auszahlungen einer Tranche ist auf 350 % des Gewährungswerts begrenzt. Die erdienten RSUs werden in echten About You Aktien ausgegeben. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen. Die Auszahlung erfolgt mit der Gehaltsabrechnung für den Monat, welcher der Bekanntgabe des ersten Finanzberichts (für ein Quartal, Halbjahr oder Geschäftsjahr) nach dem Ablauf des jeweiligen Vestingzeitpunkts folgt.

Stock Option Plan (SOP) 2021

Der SOP 2021 berechtigt Mitarbeiter*innen des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene zum Erhalt eines Vergütungsbestandteils mit langfristiger Anreizwirkung. Im Rahmen des Programms wurden zum 1. April 2022 insgesamt 5.323 virtuelle Stock Options (SOs) und zum 1. Oktober 2022 insgesamt 391.557 virtuelle Stock Options (SOs) zugeteilt. Die ermittelten Ausübungspreise der SOs in Abhängigkeit der Gewährungszeitpunkte wurden entsprechend der volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurse (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie von About You im XETRA-Handel während der letzten 90 Handelstage vor den Gewährungszeitpunkten ermittelt und betrugen für die Ausgabe zum 1. April 2022 16,91 EUR und für die Ausgabe am 1. Oktober 2022 7,17 EUR. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt. Für die Umwandlung der gewährten SOs in eine Anzahl virtueller Aktienoptionen wird zunächst der auf den SOP entfallene Gewährungswert mittels Division durch den Ausübungspreis in eine Anzahl von RSUs umgerechnet. Die so ermittelte Anzahl an RSUs wird anschließend mit einem Tauschfaktor multipliziert, um die Anzahl an zugeteilten virtuellen Aktienoptionen zu ermitteln. Der Tauschfaktor wird festgelegt und orientiert sich am Zeitwert einer virtuellen Aktienoption und am Zeitwert einer RSU. Das Tauschverhältnis kann von Tranche zu Tranche variieren, auch innerhalb eines Jahres, sofern mehrere Gewährungen im Jahr stattfinden, abhängig von der Ermittlung des Optionspreises zum jeweiligen Stichtag. Der beizulegende Zeitwert des Stock Options wurde nach der Monte-Carlo-Simulation bestimmt, einzelne Parameter für die Berechnung des Zeitwerts sind der konsolidierten Tabelle "Bewertung neu gewährter Optionen" zu entnehmen. Die zugeteilten virtuellen SOs unterliegen einem Vesting von drei Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt. Innerhalb der dreijährigen Vesting-Periode wird nach Ablauf jedes Jahres ein Teil der zugeteilten virtuellen SOs erdient. Das Vesting der virtuellen SOs, die am 1. April 2022 zugeteilt wurden, erfolgt nach einem nichtlinearen Plan. Dementsprechend sind nach Ablauf des ersten Jahres 15 % der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen, nach Ablauf des zweiten Jahres 25 % der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen und nach Ablauf des dritten Jahres die verbleibenden 60 % Prozent der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen erdient. Ab dem Gewährungszeitpunkt des 1. Oktober 2022 wurden die Planbedingungen analog zum RSUP 2021 ff. auf ein lineares Vesting abgeändert. Dementsprechend sind nach Ablauf jedes Jahres jeweils ein Drittel der zugeteilten RSUs erdient. Die virtuellen Aktienoptionen können erstmals nach Ablauf von vier Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt ausgeübt werden. Für die Anteile, die zum ersten Vestingzeitpunkt erdienen, beträgt damit die sich an das Vesting anschließende Wartezeit drei Jahre, für die Anteile, die zum zweiten Vestingzeitpunkt erdienen, beträgt die Wartezeit zwei Jahre. Für die Anteile, die zum dritten Vestingzeitpunkt erdienen, beträgt die Wartezeit ein Jahr. Die Summe aller Auszahlungen einer Tranche ist auf 350 % des Gewährungswerts begrenzt. Die Bedienung des SOP erfolgt in echten About You Aktien. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen. Vorbehaltlich etwaiger Insiderhandelsregeln und etwaiger Sperrfristen können alle erdienten virtuellen SOs erst nach Ablauf der jeweiligen Wartezeit und vor Ablauf des maßgeblichen Enddatums von maximal vier Jahren nach Ablauf der jeweiligen Wartezeit und nur jeweils innerhalb von vier Wochen beginnend am dritten Werktag nach Bekanntgabe des Finanzberichts für das jeweilige Quartal oder Geschäftsjahr ausgeübt werden.

3. Long-Term Incentive Program (LTIP) 2022

Mit dem Geschäftsjahr 2022/23 implementierte About You das Management-Programm LTIP 2022. Neben den unten näher definierten jährlichen aktienbasierten Vergütungsleistungen für Führungskräfte bei About You wurde ausgewählten Mitgliedern des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene unter dem Vorstand ein Management-LTIP gewährt. Im Rahmen des Programms wurden zum 1. Oktober 2022 insgesamt 12.166.687 virtuelle Stock Options (SOs) zugeteilt. Dieses Programm stellt eine erfolgsabhängige Vergütungskomponente dar, welche in ihren Bedingungen grundsätzlich einer ähnlichen Logik folgt wie das Management-Programm LTIP 2021, sich hier jedoch in zwei wesentlichen Punkten unterscheidet:

Ausübungspreis

Der Ausübungspreis für jede virtuelle Option entspricht dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie der About You im XETRA-Handel während der letzten 30 Handelstage vor dem Gewährungszeitpunkt. Der Ausübungspreis beträgt dementsprechend 6,00 EUR. Die Ausübung der virtuellen Optionen ist nur zulässig, wenn der Aktienkurs von About You (gewichteter Durchschnittskurs je Aktie im XETRA-Handel binnen eines Zeitraums von drei Monaten vor dem betreffenden Datum) entweder (i) zu Beginn des jeweiligen Ausübungsfensters oder (ii) an mindestens drei Handelstagen an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines vorherigen Ausübungsfensters, spätestens jedoch am letzten Tag der Vesting-Periode der Tranche 2-Optionen, 200 % des Ausübungspreises, das heißt 12,00 EUR, erreicht ("Ausübungsschwelle"). Der maximale Wert der virtuellen Optionen beschränkt sich jedoch auf 300 % des Ausübungspreises, das heißt 18,00 EUR je virtueller Option ("Cap").

Erdienungszeitraum - Time Vesting

Die gewährten virtuellen Optionen werden nach Ablauf bestimmter Fristen zugeteilt. Der Erdienungszeitraum beginnt zum 1. April und zum 1. Oktober des jeweiligen Kalenderjahres. Der Erdienungszeitraum endet spätestens am Ende des letzten Tages einer 72-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungszeitraum:

• 12 % der virtuellen Optionen werden am Ende des letzten Tages einer 12-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungsdatum zugeteilt

• 14 % der virtuellen Optionen werden am Ende des letzten Tages einer 24-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungsdatum zugeteilt

• 16 % der virtuellen Optionen werden am Ende des letzten Tages einer 36-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungsdatum zugeteilt

• 18 % der virtuellen Optionen werden am Ende des letzten Tages einer 48-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungsdatum zugeteilt

• 20 % der virtuellen Optionen werden am Ende des letzten Tages einer 60-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungsdatum zugeteilt

• 20 % der virtuellen Optionen werden am Ende des letzten Tages einer 72-monatigen Vesting-Periode ab dem Gewährungsdatum zugeteilt

Virtuelle Optionen mit einem Vesting-Zeitpunkt vor dem Ablauf von 48 Monaten ab dem Gewährungszeitpunkt gehören zur Tranche 1 ("Tranche 1-Optionen"), virtuelle Optionen mit dem Vesting-Zeitpunkt nach 60 bzw. 72 Monaten ab dem Gewährungszeitpunkt gehören zur Tranche 2 ("Tranche 2-Optionen"). Tranche 1-Optionen können nach einer Wartezeit von 52 Monaten ausgeübt werden, Tranche 2-Optionen können nach einer Wartezeit von 76 Monaten ausgeübt werden. Die Bedienung des LTIP 2022 erfolgt in echten About You Aktien. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen.

Einmalige Programme

4. Long-Term Incentive Program (LTIP) 2021

Mit dem Geschäftsjahr 2021/22 implementierte About You das einmalige Management-Programm LTIP 2021. Neben den im vorherigen Abschnitt näher definierten jährlichen aktienbasierten Vergütungsleistungen für Führungskräfte bei About You wurde ausgewählten Mitgliedern des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene unter dem Vorstand ein Management-LTIP gewährt. Dieses Programm stellt eine erfolgsabhängige Vergütungskomponente dar, welche in ihren Bedingungen hinsichtlich Ausübungspreis, Time Vesting, Performance Vesting und Bedienung der Optionen gänzlich analog zum erfolgsabhängigen Vergütungssystem des Vorstandes, "Vorstands-Programm - LTI 2021", aufgesetzt wurden. Im Rahmen des "Management-LTIP 2021" wurden im Geschäftsjahr 2022/23 weitere 238.669 Optionen zugeteilt, während 285.096 Optionen verwirkt sind. Optionen, die bis zum 28. Februar 2025 (einschließlich) unverfallbar werden (insgesamt 1.912.570 Optionen), gehören zur Tranche 1 ("Tranche 1-Optionen"). Optionen, die mit Ablauf des 28. Februar 2026 und 28. Februar 2027 unverfallbar werden (insgesamt 1.275.046 Optionen), gehören zur Tranche 2 ("Tranche 2-Optionen"). Die Bedienung des LTIP 2021 erfolgt in echten About You Aktien. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen.

5. Employee Free Share Plan (EFSP) 2021

Mit dem Geschäftsjahr 2021/22 implementierte About You den einmaligen Employee Free Share Plan, der sich an alle Mitarbeiter*innen unterhalb der Vorstandsebene richtet, welche zum Gewährungszeitpunkt des 1. Dezember 2021 mehr als sechs Monate als Mitarbeiter*innen bei About You beschäftigt sind. Im Rahmen dieses Programms wurden zum Gewährungszeitpunkt des 1. Dezember 2021 31.703 Restricted Stock Units (RSUs) von About You zugeteilt. Die RSUs wurden einmalig und freiwillig zum 1. Dezember 2021 gewährt, ohne Anspruch auf zukünftige weitere Gewährungen von RSUs oder anderen Vergütungen. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt, welcher abhängig von der Beschäftigungsdauer bei About You zum Gewährungszeitpunkt ist. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt weniger als oder genau sechs Monate bei About You angestellt sind, erhalten keine RSUs. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt mehr als sechs, jedoch weniger als 18 Monate bei About You angestellt sind, erhalten einen Gewährungswert in Höhe von 500 EUR. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt mindestens 18, jedoch weniger als 30 Monate bei About You angestellt sind, erhalten einen Gewährungswert in Höhe von 1.000 EUR. Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt mehr als 30 Monate bei About You angestellt sind, erhalten einen Gewährungswert in Höhe von 1.500 EUR. Für Mitarbeiter*innen, die zum Gewährungszeitpunkt seit mindestens 30 Monaten bei About You angestellt sind, kann der Vorstand von About You nach Ermessen einen Gewährungswert von mehr als 1.500 EUR festlegen. Der ermittelte Ausgabepreis an zugeteilten RSUs wurde entsprechend des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie der About You im XETRA-Handel während der letzten 90 Handelstage vor dem Gewährungszeitpunkt ermittelt und betrug für die Ausgabe zum 1. Dezember 2021 21,74 EUR. Die Anzahl der RSUs wird durch Division des Gewährungswerts durch den jeweiligen Ausgabepreis ermittelt. Die zugeteilten RSUs unterliegen einem Vesting von zwei Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt. Innerhalb der zweijährigen Vesting-Periode erdienen nach Ablauf jedes Jahres die Hälfte der zugeteilten RSUs. Dementsprechend sind zum ersten Vestingzeitpunkt nach Ablauf des ersten Jahres am 1. Dezember 2022 50 % der zugeteilten RSUs und zum zweiten Vestingzeitpunkt nach Ablauf des zweiten Jahres am 1. Dezember 2023 die verbleibenden 50 % der zugeteilten RSUs erdient. Die Auszahlung erfolgt mit der Gehaltsabrechnung für den Monat, welcher dem jeweiligen Vestingzeitpunkt folgt. Die erdienten RSUs werden in echten About You Aktien ausgegeben. Alternativ kann der Vorstand von About You nach seinem Ermessen eine Auszahlung in bar beschließen.

6. Short-Term Incentive Program Restricted Stock Unit Plan (STI RSUP) 2022

Mit dem Geschäftsjahr 2022/23 implementierte About You das einmalige Management-Programm STI RSUP 2022 für Führungskräfte bei About You und ausgewählte Leistungsträger*innen. Im Rahmen des Programms wurden zum 1. Oktober 2022 insgesamt 526.811 Restricted Stock Units (RSUs) zugeteilt. Die ermittelten Ausgabepreise der RSUs zu den Gewährungszeitpunkten wurden entsprechend der volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurse (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie der About You im XETRA-Handel während der letzten 30 Handelstage vor den Gewährungszeitpunkten ermittelt. Für die Ausgabe zum 1. Oktober 2022 betrug der ermittelte Ausgabepreis 6,00 EUR. Allen berechtigten Mitarbeiter*innen wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt. Die Anzahl der RSUs wird durch Division des Gewährungswerts durch den jeweiligen Ausgabepreis ermittelt. Die zugeteilten RSUs unterliegen einem Vesting von einem Jahr ab dem Gewährungszeitpunkt. Die Summe aller Auszahlungen einer Tranche ist auf 350 % des Gewährungswerts begrenzt. Die erdienten RSUs werden in echten About You Aktien ausgegeben. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen. Die Auszahlung erfolgt mit der Gehaltsabrechnung für den Monat, welcher der Bekanntgabe des ersten Finanzberichts (für ein Quartal, Halbjahr oder Geschäftsjahr) nach dem Ablauf des jeweiligen Vestingzeitpunkts folgt.

7. Long-Term Incentive Program Restricted Stock Unit Plan (LTI RSUP) 2022

Mit dem Geschäftsjahr 2022/23 implementierte About You das einmalige Management-Programm LTI RSUP 2022 für ausgewählte Mitglieder des Management-Teams in der 1. und 2. Ebene unter dem Vorstand. Im Rahmen des Programms wurden zum 1. Oktober 2022 insgesamt 141.189 Restricted Stock Units (RSUs) zugeteilt. Die ermittelten Ausgabepreise der RSUs zu den Gewährungszeitpunkten wurden entsprechend der volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurse (kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen) der Aktie der About You im XETRA-Handel während der letzten 30 Handelstage vor den Gewährungszeitpunkten ermittelt. Für die Ausgabe zum 1. Oktober 2022 betrug der ermittelte Ausgabepreis 6,00 EUR. Allen berechtigten Mitarbeitenden wird ein individueller Euro-Betrag als Gewährungsbetrag mitgeteilt. Die Anzahl der RSUs wird durch Division des Gewährungswerts durch den jeweiligen Ausgabepreis ermittelt. Die zugeteilten RSUs unterliegen einem nicht-linearen Vesting von sechs Jahren ab dem Gewährungszeitpunkt:

• 12 % der zugeteilten RSUs sind zum 30. September 2023 erdient

• 14 % der zugeteilten RSUs sind zum 30. September 2024 erdient

• 16 % der zugeteilten RSUs sind zum 30. September 2025 erdient

• 18 % der zugeteilten RSUs sind zum 30. September 2026 erdient

• 20 % der zugeteilten RSUs sind zum 30. September 2027 erdient

• 20 % der zugeteilten RSUs sind zum 30. September 2027 erdient

Die Summe aller Auszahlungen einer Tranche ist auf 350 % des Gewährungswerts begrenzt. Die erdienten RSUs werden in echten About You Aktien ausgegeben. Alternativ kann der Vorstand von About You eine Auszahlung in bar beschließen. Die Auszahlung erfolgt mit der Gehaltsabrechnung für den Monat, welcher der Bekanntgabe des ersten Finanzberichts (für ein Quartal, Halbjahr oder Geschäftsjahr) nach dem Ablauf des jeweiligen Vestingzeitpunkts folgt.

Abgeschlossene Programme

8. Virtual Employee Stock Option Plan (VESOP) 2017 - 2021

Mit dem Geschäftsjahr 2017/18 hat About You Führungskräften und ausgewählten Leistungsträger*innen jährlich virtuelle Anteile gewährt. Die virtuellen Anteile berechtigen Mitarbeiter*innen von About You zum Erhalt eines Bonus, je nachdem, ob es zu einem Börsengang oder zu einem privaten Verkauf kommt, bei dem vom Käufer direkt oder indirekt mehr als 75 % der stimmberechtigten Geschäftsanteile an der Gesellschaft gehalten werden. Für die Bewertung der virtuellen Anteile jeder Tranche wurde der aktuelle Unternehmenswert zum jeweiligen Gewährungszeitpunkt zugrunde gelegt. Durch den Abschluss des Börsengangs von About You am 16. Juni 2021 ist ein solches Bonusereignis eingetreten, bei dem die gesamten individuellen Boni der Mitarbeiter*innen in virtuelle Aktien von About You umgewandelt wurden. Kurz vor dem Ereignis wurde eine Modifizierung des Vertrags vorgenommen. Dabei wurde zusätzlich festgelegt, dass die zugeteilten virtuellen Aktien mit Vollzug des Börsengangs für alle beteiligten Mitarbeiter*innen unverfallbar werden und anschließend einer Sperrfrist von zwölf Monaten unterliegen. Mit dem Abschluss des Börsengangs von About You am 16. Juni 2021 wurden insgesamt 2.033.871 virtuelle Aktien gewährt. Für die Bestimmung der virtuellen Aktien von About You wurde zunächst der Bruttoanspruch der jeweiligen Mitarbeiter*innen auf Basis der jeweils kumulierten Boni entsprechend den Regelungen der VESOP-Vereinbarung ermittelt. Abweichend von den ursprünglichen Bestimmungen der VESOP-Vereinbarung werden nach der Modifikation durch den Börsengang entstehende Transaktionskosten bei der Berechnung des Unternehmenswerts allerdings nicht abgezogen. Aus dieser Modifikation haben sich keine wesentlichen Effekte ergeben. Die Anzahl der virtuellen Aktien wird bestimmt, indem der Bruttoanspruch der beteiligten Mitarbeiter*innen durch den Platzierungspreis geteilt wird. Der Platzierungspreis meint den im Rahmen des Börsengangs erzielten finalen Preis je Aktie von About You, dem der Unternehmenswert des Börsengangs zugrunde gelegt wurde. Er betrug für die Ausgabe zum 16. Juni 2021 23,00 EUR.

Mit dem Geschäftsjahr 2022/23 implementierte About You im Rahmen des VESOP 2017-2021 ein weiteres Programm zur Ausgabe von RSUs, RSUP 2022. Unter dem RSUP 2022 werden den Begünstigten bei Ausübung virtueller Aktienoptionen des VESOP 2017-2021 weitere RSUs gewährt. Im Rahmen des Programms wurden insgesamt 803.721 RSUs zugeteilt. Die gewährten RSUs werden im Anschluss an die drei zeitlich vordefinierten Ausübungsfenster abgewickelt, in denen About You den Beteiligten die Möglichkeit einräumt, virtuelle Aktien auszuüben. Somit wurden 237.936 Restricted Stock Units am 14. August 2022, gefolgt von 285.938 RSUs am 7. November 2022 und 279.847 RSUs am 4. Februar 2023 ausgeschüttet. Die gewährten RSUs unterliegen keinem weiteren Vesting.

Entwicklung ausstehender Optionen

LTI 2021 LTIP 2021 LTI SOP 2021
Anzahl Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in EUR
Anzahl Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in EUR
Anzahl Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in EUR
Zum 28. Februar 2022 ausstehend 5.106.384 23,50 3.234.043 23,50 179.316 22,71
In der Berichtsperiode gewährt (März 2022) 0 238.669 23,50 0
In der Berichtsperiode gewährt (April 2022) 0 0 391.557 16,91
In der Berichtsperiode gewährt (Oktober 2022) 0 0 5.323 7,17
In der Berichtsperiode verwirkt 0 -285.096 23,50 -19.949 22,71
In der Berichtsperiode ausgeübt 0 0 0
Zum 1. März 2023 ausstehend 5.106.384 23,50 3.187.616 23,50 556.247 18,48
LTIP 2022
Anzahl Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
in EUR
Zum 28. Februar 2022 ausstehend 0
In der Berichtsperiode gewährt 12.166.687 6,00
In der Berichtsperiode verwirkt 0
In der Berichtsperiode ausgeübt 0
Zum 1. März 2023 ausstehend 12.166.687 6,00

Bewertung neu gewährter Optionen

Bewertungsparameter LTI SOP 2021 LTI SOP 2021 LTIP 2022
Zuteilungszeitpunkt April 2022 Oktober 2022 Oktober 2022
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (in EUR) 16,91 7,17 6,00
Peer-Group Volatilität (in %) 40,31 53,51 53,30
Erwartete Dividenden (in %) 0,00 0,00 0,00
Optionslaufzeit (in Jahren, ab dem Gewährungstag) 7,50 7,50 8,30
Fristenäquivalenter risikoloser Zinssatz (in %) 0,41 1,94 2,80
Gewichteter durchschnittlicher beizulegender Zeitwert der Option (in EUR) 3,23 1,53 0,90

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

30 Definitionen

In der Otto Group ist der Brutto-Cashflow eine Kennzahl für den Liquiditätsbeitrag der Konzerngesellschaften und der Segmente. Der Brutto-Cashflow entspricht dem um Gewinne, Verluste und Ausschüttungen von assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie um wesentliche zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen angepassten Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

31 Zusammensetzung des Finanzmittelfonds

Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Flüssige Mittel 490.394 1.310.307
Wertpapiere mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten 601 780
Finanzmittelfonds 490.995 1.311.087

Aus dem in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Finanzmittelfonds wurden 14.382 TEUR (28. Februar 2022: 14.527 TEUR) als Sicherheit hinterlegt.

32 Nicht zahlungswirksame Transaktionen

Wesentliche nicht zahlungswirksame Vorgänge im Finanzierungs- und Investitionsbereich betreffen den Abschluss von Leasingverhältnissen im Sinne des IFRS 16 in Höhe von 399.303 TEUR (2021/22: 224.834 TEUR). Im Geschäftsjahr 2021/22 war zudem der liquiditätsneutrale Zugang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von 2.035.602 TEUR sowie von Nutzungsrechten in Höhe von 24.623 TEUR im Rahmen der Übergangskonsolidierung der ABOUT YOU Holding SE, Hamburg, enthalten.

ERLÄUTERUNGEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

33 Grundlagen

Die Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend den Vorschriften des IFRS 8 nach dem management approach. Hiernach orientiert sich die Segmentberichterstattung an der internen Berichterstattung an die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH, zudem beinhaltet sie die Informationen, die diesen Entscheidungsträgern im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung vorgelegt und von diesen zur Ressourcenallokation für die einzelnen Bereiche des Konzerns verwendet werden.

In Übereinstimmung mit der internen Steuerung des Konzerns ist die Segmentberichterstattung nach den Geschäftsfeldern des Konzerns gegliedert.

Das Segment Plattformen umfasst E-Commerce-Plattformen, bei denen der strategische Schwerpunkt neben dem eigenen Handelsgeschäft auch auf dem Betreiben einer Marktplatzlösung liegt, auf der teilnehmende Partner Waren und Dienstleistungen an Endkund*innen verkaufen. Zudem werden neben dem Handelsgeschäft und den dazugehörigen B2C-Services auch an das Handelsgeschäft angrenzende B2B-Services angeboten.

Das Segment Markenkonzepte umfasst international vertretene vertikale Konzepte und Produktmarken, die sowohl Produkte eigener Marken als auch Lizenzmarken an Endkund*innen verkaufen. Dabei werden hauptsächlich eigene Vertriebskanäle, neben dem E-Commerce auch der stationäre Einzelhandel und Kataloge, genutzt.

Das Segment Händler umfasst Multichannel-Handelskonzepte, die vornehmlich Produkte von Eigen- und Fremdmarken ein- und verkaufen. Der E-Commerce bildet auch hier einen Schwerpunkt in den Vertriebskanälen.

Das Segment Services umfasst Logistik- und Einkaufsdienstleistungen der Otto Group. Diese erbringen ihre Leistungen sowohl gegenüber Kund*innen außerhalb der Otto Group als auch für Konzerngesellschaften aus den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler. Die Logistikdienstleistungen umfassen dabei zahlreiche Dienstleistungen entlang der logistischen Wertschöpfungskette von Transport über Lagerung bis hin zur Zustellung an Privatkund*innen und Geschäftskunden.

Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst das Angebot an internationalen Finanzservices der Otto Group insbesondere rund um das Forderungsmanagement.

In Ergänzung zu den Geschäftsfeldern erfolgen Zusatzinformationen zu den geographischen Regionen. Die Aktivitäten der Otto Group sind neben Deutschland insbesondere auf das übrige Europa und die USA ausgerichtet. Die Sonstigen Regionen enthalten die Aktivitäten in den weiteren Regionen.

34 Segmentinformationen

Die Segmentberichterstattung unterscheidet zwischen berichtspflichtigen Segmenten einerseits und nicht berichtspflichtigen Segmenten und sonstigen Aktivitäten andererseits. Zu den berichtspflichtigen Segmenten gehören die Segmente Plattformen, Markenkonzepte, Händler, Services und Finanzdienstleistungen. In der Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung werden neben dem nicht berichtspflichtigen operativen Segment Digital Health und den Konsolidierungseffekten sonstige Konzerngesellschaften erfasst, die keinem operativen Segment im Sinne des IFRS 8 zugeordnet werden, sowie Holdingfunktionen. Zu den sonstigen Konzerngesellschaften gehören unter anderem Venture-Aktivitäten und die Grundstücksgesellschaften der Forum-Gruppe.

Die folgende Tabelle enthält für wesentliche Posten eine Überleitung von den berichtspflichtigen Segmenten auf den Konzern zum 28. Februar 2023, wobei die Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung weitergehend unterteilt ist:

Summe der berichtspflichtigen Segmente
in TEUR
Nicht berichtspflichtige Segmente und sonstige Aktivitäten
in TEUR
Holding/ Konsolidierung
in TEUR
Konzern
in TEUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 16.125.253 65.126 0 16.190.379
Innenumsatzerlöse (intersegmentär) 1.607.684 33.097 -1.640.781 0
EBITDA 649.848 25.969 -86.683 589.134
EBIT 136.674 -808 -113.689 22.177
Segmentvermögen 13.510.519 1.885.986 -2.390.350 13.006.155
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 534.572 214.826 5.707 755.105
Brutto-Cashflow 781.323 41.174 -91.610 730.887
Mitarbeiter*innen (durchschnittliche Anzahl) 39.262 968 956 41.186

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 Zugänge in Höhe von 158.447 TEUR aus dem Erwerb der Medgate-Gruppe, die unter den nicht berichtspflichtigen Segmenten und sonstigen Aktivitäten ausgewiesen werden.

Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Aufteilung:

Summe der berichtspflichtigen Segmente
in TEUR
Nicht berichtspflichtige Segmente und sonstige Aktivitäten
in TEUR
Holding/ Konsolidierung
in TEUR
Konzern
in TEUR
Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung 16.016.523 37.993 5.471 16.059.987
Innenumsatzerlöse (intersegmentär) 1.638.136 33.727 -1.671.863 0
EBITDA 1.208.242 125.333 -129.346 1.204.231
EBIT 741.751 90.061 -154.403 677.410
Segmentvermögen 11.959.567 1.615.702 -1.811.344 11.763.925
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 2.294.429 26.195 16.032 2.336.656
Brutto-Cashflow 1.526.233 69.835 -98.951 1.497.118
Mitarbeiter*innen (durchschnittliche Anzahl) 41.239 537 929 42.705

Im Geschäftsjahr 2021/22 beinhalteten die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen liquiditätsneutrale Zugänge aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen im Segment Plattformen in Höhe von 2.035.601 TEUR.

Die Segmentdaten werden auf der Grundlage der im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ermittelt. Die Umsatzerlöse mit Dritten repräsentieren den Umsatz aus dem Verkauf von Handelswaren sowie der Erbringung von Dienstleistungen inklusive Finanzdienstleistungen. Die Innenumsatzerlöse resultieren aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den einzelnen Segmenten. Forderungen, Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge, die aus Transaktionen zwischen den einzelnen Segmenten resultieren, werden in der Spalte Sonstige/Holding/Konsolidierung eliminiert. Derartige Transaktionen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Das Segmentvermögen umfasst die langfristigen Vermögenswerte des jeweiligen Segments, das heißt die immateriellen Vermögenswerte inklusive derivativer Geschäfts- oder Firmenwerte, die Sachanlagen, die Nutzungsrechte und die Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen sowie die kurzfristigen Vermögenswerte. Vom Segmentvermögen ausgenommen sind die sonstigen Beteiligungen, die Finanzforderungen, die Ansprüche aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, die aktiven latenten Steuern und die flüssigen Mittel. Nur im Segment Finanzdienstleistungen sind die Finanzforderungen im Segmentvermögen enthalten.

Das Segmentvermögen kann auf die Aktiva des Konzerns wie folgt übergeleitet werden:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Segmentvermögen 13.006.155 11.763.925
Sonstige Finanzanlagen 361.056 325.909
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 108.155 69.280
Flüssige Mittel 490.394 1.310.307
Aktive latente Steuern 84.155 221.134
Vermögenswerte des Konzerns 14.049.915 13.690.555

Für die geographischen Informationen werden die Umsatzerlöse (exklusive der Erlöse aus Kundenfinanzierung) nach dem Standort der Kund*innen segmentiert. Das Vermögen wird auf der Grundlage des Standortes der Konzerngesellschaft ermittelt und umfasst die langfristigen Vermögenswerte der geographischen Regionen und enthält somit immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte:

Umsatzerlöse mit Dritten Langfristiges Vermögen
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Deutschland 8.970.120 9.690.229 3.488.048 3.346.397
Übriges Europa 3.763.475 3.438.479 622.374 285.736
USA 3.104.888 2.518.365 802.220 690.375
Sonstige Regionen 207.318 232.825 39.830 39.656
Konzern 16.045.801 15.879.898 4.952.472 4.362.164

SONSTIGE ANGABEN

35 Finanzinstrumente

a Originäre Finanzinstrumente

Die Otto Group verwendet eine Vielzahl von Finanzinstrumenten in ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern.

In den folgenden Tabellen sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend den Kategorien der Finanzinstrumente nach IFRS 9 zum Buchwert und beizulegenden Zeitwert zum 28. Februar 2023 dargestellt. Cash flow hedges und die als Stufe 3 eingestuften sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden gesondert ausgewiesen. Die Tabellen enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.

Aktiva

Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)
in TEUR
Zeitwert, erfolgswirksam (FVPL)
in TEUR
Zeitwert, erfolgsneutral (FVOCI)
in TEUR
Zeitwert, erfolgsneutral (FVOCI) ohne Reklassifizierung
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen 0 110.664 0 253.897
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 994.525 0 0 0
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 2.342.921 0 0 0
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 107.007 0 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 352.554 85.000 0 0
Wertpapiere 614 0 0 0
Flüssige Mittel 490.394 0 0 0
Zins- und Devisenderivate 0 5.994 0 0
Sonstige Derivate 0 157 0 0
Cash flow hedges 0 0 0 0
Stand zum 28. Februar 2023 4.288.015 201.815 0 253.897

Passiva

Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)
in TEUR
Zeitwert, erfolgswirksam (FVPL)
in TEUR
Genussrechte 25.808 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 777.312 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.333.631 0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 36.181 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.210.802 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 245.495 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 562.833 0
Zins- und Devisenderivate 0 15.658
Sonstige Derivate 0 68.933
Cash flow hedges 0 0
Stand zum 28. Februar 2023 5.192.062 84.591
Keiner Bewertungskategorie zugeordnet
in TEUR
Buchwert
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen 0 364.561
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 994.525
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 0 2.342.921
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 0 107.007
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 437.554
Wertpapiere 0 614
Flüssige Mittel 0 490.394
Zins- und Devisenderivate 0 5.994
Sonstige Derivate 0 157
Cash flow hedges 36.371 36.371
Stand zum 28. Februar 2023 36.371

Passiva

Keiner Bewertungskategorie zugeordnet
in TEUR
Buchwert
in TEUR
Genussrechte 0 25.808
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 0 777.312
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 1.333.631
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 36.181
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.156.745 1.156.745
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 2.210.802
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 0 245.495
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 59.154 621.987
Zins- und Devisenderivate 0 15.658
Sonstige Derivate 0 68.933
Cash flow hedges 27.267 27.267
Stand zum 28. Februar 2023 1.243.166

Zum Stichtag der Vergleichsperiode bestanden folgende Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten:

Aktiva

Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)
in TEUR
Zeitwert, erfolgswirksam (FVPL)
in TEUR
Zeitwert, erfolgsneutral (FVOCI)
in TEUR
Zeitwert, erfolgsneutral (FVOCI) ohne Reklassifizierung
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen 0 104.492 0 227.585
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.220.811 0 0 0
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 1.747.457 0 0 0
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 83.086 0 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 176.887 86.538 0 0
Wertpapiere 792 0 0 0
Flüssige Mittel 1.310.307 0 0 0
Zins- und Devisenderivate 0 26.484 0 0
Sonstige Derivate 0 12.012 0 0
Cash flow hedges 0 0 0 0
Stand zum 28. Februar 2022 4.539.340 229.526 0 227.585

Passiva

Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)
in TEUR
Zeitwert, erfolgswirksam (FVPL)
in TEUR
Genussrechte 23.205 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 630.377 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 400.532 0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 38.955 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.357.837 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 193.065 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 637.705 0
Zins- und Devisenderivate 0 11.232
Sonstige Derivate 0 6.186
Cash flow hedges 0 0
Stand zum 28. Februar 2022 4.281.676 17.418
Keiner Bewertungskategorie zugeordnet
in TEUR
Buchwert
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen 0 332.077
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 1.220.811
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 0 1.747.457
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 0 83.086
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 263.425
Wertpapiere 0 792
Flüssige Mittel 0 1.310.307
Zins- und Devisenderivate 0 26.484
Sonstige Derivate 0 12.012
Cash flow hedges 34.179 34.179
Stand zum 28. Februar 2022 34.179

Passiva

Keiner Bewertungskategorie zugeordnet
in TEUR
Buchwert
in TEUR
Genussrechte 0 23.205
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 0 630.377
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 400.532
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 38.955
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 955.020 955.020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 2.357.837
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 0 193.065
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 55.553 693.258
Zins- und Devisenderivate 0 11.232
Sonstige Derivate 0 6.186
Cash flow hedges 13.474 13.474
Stand zum 28. Februar 2022 1.024.047

Im Geschäftsjahr 2022/23 sowie im Vorjahr haben keine Reklassifizierungen zwischen den verschiedenen Stufen der Zeitwerthierarchie gemäß IFRS 13 stattgefunden.

Die Zeitwerthierarchie stellt sich für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten folgendermaßen dar:

Aktiva

Stufe 1
in TEUR
Stufe 2
in TEUR
Stufe 3
in TEUR
Zeitwert
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen 0 0 364.561 364.561
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 0 0 0 0
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 0 0 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 85.000 85.000
Wertpapiere 0 0 0 0
Flüssige Mittel 0 0 0 0
Zins- und Devisenderivate 0 5.994 0 5.994
Sonstige Derivate 0 0 157 157
Cash flow hedges 0 36.371 0 36.371
Stand zum 28. Februar 2023 0 42.365 449.718 492.083

Passiva

Stufe 1
in TEUR
Stufe 2
in TEUR
Stufe 3
in TEUR
Zeitwert
in TEUR
Genussrechte 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 441.193 298.411 0 739.604
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 1.317.321 0 1.317.321
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 0 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 59.154 59.154
Zins- und Devisenderivate 0 15.658 0 15.658
Sonstige Derivate 0 0 68.933 68.933
Cash flow hedges 0 27.267 0 27.267
Stand zum 28. Februar 2023 441.193 1.658.657 128.087 2.227.937

Die Zeitwerthierarchie des Vorjahres setzte sich folgendermaßen zusammen:

Aktiva

Stufe 1
in TEUR
Stufe 2
in TEUR
Stufe 3
in TEUR
Zeitwert
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen 0 0 332.077 332.077
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 0 0 0 0
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 0 0 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 86.538 86.538
Wertpapiere 0 0 0 0
Flüssige Mittel 0 0 0 0
Zins- und Devisenderivate 0 26.484 0 26.484
Sonstige Derivate 0 0 12.012 12.012
Cash flow hedges 0 34.179 0 34.179
Stand zum 28. Februar 2022 0 60.663 430.627 491.290

Passiva

Stufe 1
in TEUR
Stufe 2
in TEUR
Stufe 3
in TEUR
Zeitwert
in TEUR
Genussrechte 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 482.429 177.203 0 659.632
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 447.560 0 447.560
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 0 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 15.553 15.553
Zins- und Devisenderivate 0 11.232 0 11.232
Sonstige Derivate 0 0 6.186 6.186
Cash flow hedges 0 13.474 0 13.474
Stand zum 28. Februar 2022 482.429 649.469 21.739 1.153.637

Bei den in Stufe 3 eingestuften sonstigen Finanzanlagen handelt es sich um Beteiligungen an Unternehmen und an Investmentfonds. Der beizulegende Zeitwert wird mit einer Bewertungsmethode ermittelt, bei der die wesentlichen Inputfaktoren auf nicht beobachtbaren Marktdaten beruhen. Die Bewertung erfolgt nach dem jeweils passenden Bewertungsverfahren. Den besten Anhaltspunkt bieten in den meisten Fällen Informationen aus zuletzt durchgeführten Finanzierungsrunden. Darüber hinaus werden auch Market Multiples zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts herangezogen. Aufgrund der Vielzahl an Investments lassen sich Sensitivitäten nicht sinnvoll darstellen.

Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Vermögenswerte eine nachträgliche, bedingte Kaufpreiskomponente für eine im Geschäftsjahr 2017/18 veräußerte Konzerngesellschaft in Höhe von 85.000 TEUR (28. Februar 2022: 85.000 TEUR). Die nachträgliche Kaufpreiskomponente wurde auf Basis einer im Geschäftsjahr 2020/21 abgeschlossenen Vereinbarung in voller Höhe angesetzt, da das Eintreten der Bedingung und die Erfüllung der Kaufpreisforderungen im Geschäftsjahr 2022/23, ebenso wie im Vorjahr, als sehr wahrscheinlich eingestuft wird.

Bei den als Stufe 3 eingestuften sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um zwei Put-Optionen. Zum einen betrifft es eine Put-Option nicht beherrschender Gesellschafter im Segment Händler. Zum 28. Februar 2023 ist diese Put-Option mit der Veräußerung der Konzerngesellschaft entfallen. Bis zur Veräußerung wurde sie im Erwerbszeitpunkt und im Rahmen der Folgebilanzierung regelmäßig mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung basierte im Wesentlichen auf nicht am Markt beobachtbaren Inputdaten. Für die Berechnung wurden grundsätzlich vertraglich vereinbarte Multiples auf das Vorsteuer-Ergebnis verwendet. Die zweite Put-Option bezieht sich auf nicht beherrschende Gesellschafter, die im Rahmen eines Media-4-Equity-Programms gewährt wurden. Der Wert der Put-Option ist vertraglich fixiert, sodass keine Sensitivitäten dargestellt werden können. In dem kumulierten sonstigen Ergebnis ist ein Betrag in Höhe von 383 TEUR (28. Februar 2022: 1.169 TEUR) aus der Währungsumrechnung enthalten.

Bei den in Stufe 3 eingestuften Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten handelt es sich um eine Put-/Call-Vereinbarung auf Anteile an assoziierten Unternehmen. Der beizulegende Zeitwert wurde mittels eines Optionspreismodells ermittelt. Hierfür wurden zukünftige erwartete Cashflows zugrunde gelegt und, soweit verfügbar, Marktparameter verwendet. Unter Beibehaltung der anderen Inputfaktoren würde eine Erhöhung des Basiswertes der Put-/Call-Vereinbarung um 10 % zu einer Erhöhung der finanziellen Vermögenswerte um 118 TEUR und einer Verringerung der finanziellen Verbindlichkeiten um 4.037 TEUR führen. Ein Rückgang des Basiswertes um 10 % würde wiederum zu einer Verringerung der finanziellen Vermögenswerte um 74 TEUR und einer Erhöhung der finanziellen Verbindlichkeiten um 4.108 TEUR führen.

Die folgende Tabelle stellt für Finanzinstrumente, die regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet und der Stufe 3 zugeordnet werden, eine Überleitung der jeweiligen beizulegenden Zeitwerte auf den Abschlussstichtag dar:

Sonstige Finanzanlagen (FVPL)
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen (FVOCI)
in TEUR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Derivate (FVPL)
in TEUR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (FVOCI)
in TEUR
Stand 1. März 2022 104.492 227.585 98.550 0
In der Berichtsperiode erfasste Zeitwertänderungen 261 19.100 -14.615 0
Zugänge 8.958 7.437 1.222 0
Abgänge aus Veräußerungen/Tilgungen -556 -3.889 0 0
Sonstige Veränderungen -2.491 3.664 0 0
Stand zum 28. Februar 2023 110.664 253.897 85.157 0
Sonstige Derivate, Passiva (FVPL)
in TEUR
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, keiner Bewertungskategorie zugeordnet
in TEUR
Stand 1. März 2022 6.186 15.553
In der Berichtsperiode erfasste Zeitwertänderungen 62.747 2.681
Zugänge 0 45.749
Abgänge aus Veräußerungen/Tilgungen 0 -4.829
Sonstige Veränderungen 0 0
Stand zum 28. Februar 2023 68.933 59.154

Zum Stichtag der Vergleichsperiode stellt sich die Herleitung zu den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten wie folgt dar:

- Sonstige Finanzanlagen (FVPL)
in TEUR
Sonstige Finanzanlagen (FVOCI)
in TEUR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Derivate (FVPL)
in TEUR
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (FVOCI)
in TEUR
Stand 1. März 2021 35.990 121.377 85.000 390.429
In der Berichtsperiode erfasste Zeitwertänderungen 55.264 102.553 0 0
Zugänge 21.264 19.155 13.550 422.254
Abgänge aus Veräußerungen/Tilgungen -7.733 -21.105 0 -812.683
Sonstige Veränderungen -293 5.605 0 0
Stand zum 28. Februar 2022 104.492 227.585 98.550 0
- Sonstige Derivate, Passiva (FVPL)
in TEUR
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, keiner Bewertungskategorie zugeordnet
in TEUR
Stand 1. März 2021 0 24.268
In der Berichtsperiode erfasste Zeitwertänderungen 0 0
Zugänge 6.186 1.552
Abgänge aus Veräußerungen/Tilgungen 0 0
Sonstige Veränderungen 0 -10.267
Stand zum 28. Februar 2022 6.186 15.553

Die sonstigen Finanzanlagen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beinhalten im Wesentlichen Beteiligungen an Venture Capital Funds in innovative Unternehmen mit Schwerpunkten in den Bereichen Internet- und mobile Anwendungen, TV-Shopping, Kundengewinnung und Suchmaschinen-Marketing. Die Beteiligungen dienen der Unterstützung von Neugründungen in innovative Wachstumsmärkte und der Teilnahme an neuen Netzwerken für digitale Medien. Hierbei handelt es sich um strategische Beteiligungen, bei denen keine kurzfristigen Gewinnerzielungsabsichten bestehen. Erwerbe und Veräußerungen dieser Investments basieren auf geschäftspolitischen Investitionsentscheidungen.

Die Zeitwertänderungen bei den sonstigen Finanzanlagen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Die erfassten Zeitwertänderungen bei den sonstigen Finanzanlagen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind im kumulierten sonstigen Konzern-Eigenkapital erfasst und werden bei Realisierung in das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital umgebucht. Bei den Zugängen und Abgängen handelt es sich im Wesentlichen um zusätzliche Fondsinvestments bzw. um Verkäufe von Fondsinvestments der Venture-Aktivitäten. Die sonstigen Veränderungen entstehen größtenteils aus Wechselkurseffekten sowie aus Änderungen in der Einbeziehungsart von Konzerngesellschaften.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden Dividenden aus Anteilen an Gesellschaften, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 4.855 TEUR (2021/22: 6.150 TEUR) im Finanzergebnis erfasst. Die Dividenden entfallen vollständig auf für zum Stichtag noch im Bestand befindliche Venture Capital Funds. In der Berichtsperiode wurden keine Erträge (2021/22: 4.108 TEUR) aus dem sonstigen Ergebnis in das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital reklassifiziert. Die Erträge des Geschäftsjahres 2021/22 resultierten ausschließlich aus der Veräußerung von Investments und waren im Konzern-Eigenkapital in den sonstigen erfolgsneutralen Veränderungen enthalten.

Zeitwertänderungen bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten und sonstige Derivate, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Bei den Zugängen zu den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, die keiner Bewertungskategorie zugeordnet sind, handelt es sich im Wesentlichen um eine Put-/Call-Vereinbarung, die im Rahmen des Erwerbsvorgangs der Medgate-Gruppe geschlossen wurde (siehe Ziffer 5a).

Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Steuern enthalten Effekte aus Wertberichtigungen, aus der Währungsumrechnung, aus der Bewertung zum Zeitwert und aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten und teilen sich wie folgt auf die einzelnen Bewertungskategorien des IFRS 9 auf:

erfolgsneutral
in TEUR
erfolgswirksam
in TEUR
Buchwert
in TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 945.612 945.612
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 6.890 6.890
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 -39.615 -39.615
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 -45.691 -45.691
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, ohne Reklassifizierung 19.111 4.855 23.966
Nettogewinne/Nettoverluste zum 28. Februar 2023 19.111 872.051 891.162

Zum Stichtag der Vergleichsperiode ergab sich folgende Aufteilung:

erfolgsneutral
in TEUR
erfolgswirksam
in TEUR
Buchwert
in TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 739.555 739.555
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 -17.901 -17.901
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 129.760 129.760
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 -45.152 -45.152
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 82.288 0 82.288
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, ohne Reklassifizierung 105.555 6.150 111.705
Nettogewinne/Nettoverluste zum 28. Februar 2022 187.843 812.412 1.000.255

Die oben genannten Finanzinstrumente wurden hinsichtlich ihrer erfolgswirksamen Effekte in den Umsatzerlösen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen, im Beteiligungsergebnis und im sonstigen Finanzergebnis erfasst.

b Derivative Finanzinstrumente

Die Otto Group ist aufgrund ihrer internationalen Aktivitäten insbesondere Risiken aus Währungskurs- und Zinsänderungen ausgesetzt. Zur Begrenzung dieser Risiken werden durch die Konzerngesellschaften der Otto Group derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch entsprechende Richtlinien der Otto Group geregelt und erfolgt allein zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte sowie geplanter Transaktionen mit hinreichend hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, die Handlungsrahmen und die Berichterstattung sowie die strikte Trennung von Handel, Controlling und Abwicklung verbindlich festgelegt. Der Abschluss von Handelsgeschäften im Zusammenhang mit derivativen Finanzinstrumenten ist gemäß dieser Richtlinien nur mit Banken ausreichender Bonität erlaubt.

Die Otto Group nutzt bedingte und unbedingte Devisentermingeschäfte zur Absicherung abgeschlossener bzw. erwarteter Geschäfte in einer risikobehafteten Währung. Im Rahmen der Zinssicherung werden die Risiken durch den Abschluss von Zinsderivaten in Form von Zinsswaps begrenzt.

Die derivativen Geschäfte, welche die Otto Group nach dieser Maßgabe abschließt, sind an ein Transaktionsregister gemäß den Vorschriften der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) zu melden. Wo es möglich ist, nimmt die Otto Group Befreiungstatbestände in Anspruch oder delegiert die Erfüllung der Meldepflicht an ihre Kontrahenten. Die Compliance mit EMIR wird regelmäßig durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und bestätigt.

Währungsrisiko

In der Otto Group bestehen Risiken aus Fremdwährungstransaktionen aus Ein- und Auszahlungen in Währungen, die von der funktionalen Währung der Konzerngesellschaften abweichen. Dies betrifft Zahlungsströme aus zukünftig höchstwahrscheinlichen Transaktionen, hauptsächlich aus dem Wareneinkauf, den Umsatzerlösen sowie aus der Refinanzierung. Bei den funktionalen Währungen handelt es sich in erster Linie um den Euro. Die genannten Transaktionen werden vorwiegend auf der Grundlage von Euro, US-Dollar, Schweizer Franken und Hongkong Dollar durchgeführt. Das wesentliche Währungsrisiko-Exposure ist abgesichert. Die Absicherung kann sich aus Sicht der Konzerngesellschaft auf 100 % der geschätzten Fremdwährungsrisiken aus zukünftig höchstwahrscheinlichen Transaktionen belaufen. Zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos werden Devisengeschäfte genutzt, die grundsätzlich als Absicherungen von Zahlungsströmen klassifiziert werden. Eine Übersicht zur Entwicklung der wesentlichen sowie relevanten auf den Konzernabschluss wirkenden Währungen findet sich in Ziffer 2b.

Die Otto Group designiert die Spot-Komponente von qualifizierten Devisenderivaten zur Absicherung des Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminkomponenten von Devisenderivaten sind von der Designation ausgeschlossen. Sie werden als Kosten der Absicherung gesondert bilanziert und im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen.

Das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft wird auf der Grundlage von Währung, Betrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme bestimmt. Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatemethode in Verbindung mit der Dollar-Offset-Methode, ob im Rahmen der designierten Hedgebeziehungen relevante Ineffektivitäten entstanden sind. Bei diesen Sicherungsbeziehungen werden keine Ineffektivitäten erwartet, da nicht davon ausgegangen wird, dass sich Währung, Betrag und Zeitpunkt der jeweiligen Zahlungsströme der Grundgeschäfte bis zur Fälligkeit ändern.

Zinsänderungsrisiko

Die Otto Group verfolgt für aufgenommene Darlehen eine Sicherungsstrategie, bei der ein Großteil der variabel verzinslichen Darlehen und Anleihen durch entsprechende Zinsderivate in fixe Zinszahlungen gewandelt werden.

Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird bei Abschluss unter Anwendung der Critical-Term-Match-Methode geprüft. Wichtige Geschäftsdaten (critical terms) zur Überprüfung der Übereinstimmung von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument bei der Absicherung von Zinsänderungsrisiken sind unter anderem Referenzzinssatz, Nominalbetrag, Zinskonvention sowie Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsströme. Das so adressierte Zinsrisiko-Exposure ist nach dieser Methode zu 100 % gesichert.

Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatemethode in Verbindung mit der Dollar-Offset-Methode, ob im Rahmen der designierten Hedgebeziehungen relevante Ineffektivitäten entstanden sind. Die Hauptursachen für Ineffektivitäten im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen sind die Berücksichtigung von Kreditausfallrisiken der jeweiligen Kontrahenten bei der Ermittlung der Zeitwerte der sich im Hedge befindlichen Swaps sowie die Zinsabsicherung variabel verzinslicher Darlehen mittels Zinsswaps, die bereits zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss über einen inneren Wert verfügt haben (late designation).

Absicherung von Zahlungsströmen

Die Fälligkeitsstruktur der Nominalwerte der von der Otto Group gehaltenen Instrumente zur Absicherung gegen Wechselkurs- und Zinssatzänderungen setzen sich zum Stichtag folgendermaßen zusammen:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Devisenderivate 654.208 350.021 0
Zinsderivate 104 61.181 84.252
Gesamt Aktiva 654.312 411.202 84.252
Devisenderivate 753.152 313.044 0
Zinsderivate 0 50.000 0
Gesamt Passiva 753.152 363.044 0

Im Vorjahr setzten sich die Nominalwerte der Zins- und Devisenderivate wie folgt zusammen:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Devisenderivate 735.255 293.757 0
Gesamt Aktiva 735.255 293.757 0
Devisenderivate 609.380 288.546 0
Zinsderivate 19.021 67.627 54.239
Gesamt Passiva 628.401 356.173 54.239

Die Otto Group bilanziert bestimmte Derivate, die die Kriterien des IFRS 9 hinsichtlich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, als cash flow hedges. Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Sicherungsinstrumente, die diese Kriterien erfüllen:

28.02.2023 28.02.2022
Nominalbetrag
in TEUR
Zeitwert Aktiva
in TEUR
Zeitwert Passiva
in TEUR
Nominalbetrag
in TEUR
Zeitwert Aktiva
in TEUR
Zeitwert Passiva
in TEUR
Devisenderivate
Umsatzerlöse 265.370 350 13.161 298.851 677 8.468
Refinanzierung 533.527 11.757 7.886 216.083 13.788 7
Vorräte 783.223 11.869 5.804 585.325 19.714 960
Zinsderivate
Zinsswaps 195.537 12.395 416 140.887 0 4.039
Derivate in cash flow hedges 1.777.657 36.371 27.267 1.241.146 34.179 13.474

Positive Zeitwerte werden in den sonstigen Vermögenswerten (siehe Ziffer 20) bzw. negative Zeitwerte in den sonstigen Verbindlichkeiten (siehe Ziffer 28) ausgewiesen.

Die Beträge, die sich auf Posten beziehen, die als Sicherungsinstrumente designiert sind, und die Ineffektivitäten der Sicherungsbeziehungen stellen sich folgendermaßen dar:

Designierte Risikokomponente Kosten der Absicherung
Erfolgsneutral erfasst
in TEUR
Umgegliedert in die Anschaffungskosten
in TEUR
Erfolgswirksam umgegliedert
in TEUR
Erfolgsneutral erfasst
in TEUR
Umgegliedert in die Anschaffungskosten
in TEUR
Erfolgswirksam umgegliedert
in TEUR
Devisenderivate
Umsatzerlöse -21.340 0 10.405 -2.649 0 -1.206
Refinanzierung 6.050 0 -6.050 -7.470 0 5
Vorräte 45.403 -61.366 0 -165 585 0
Zinsderivate
Zinsswaps 12.355 0 2.888 0 0 0
Veränderung der Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges zum 28. Februar 2023 42.468 -61.366 7.243 -10.284 585 -1.201
Designierte Risikokomponente Kosten der Absicherung
Erfolgsneutral erfasst
in TEUR
Umgegliedert in die Anschaffungskosten
in TEUR
Erfolgswirksam umgegliedert
in TEUR
Erfolgsneutral erfasst
in TEUR
Umgegliedert in die Anschaffungskosten
in TEUR
Erfolgswirksam umgegliedert
in TEUR
Devisenderivate
Umsatzerlöse -11.407 0 2.909 -688 0 -1.158
Refinanzierung 8.157 0 -8.157 9.012 0 20
Vorräte 28.637 3.958 0 -596 -1.822 0
Zinsderivate
Zinsswaps 5.631 0 4.948 0 0 0
Veränderung der Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges zum 28. Februar 2022 31.018 3.958 -300 7.728 -1.822 -1.138

Die erfolgswirksam umgegliederten Beträge aus Devisenderivaten werden in den Umsatzerlösen (siehe Ziffer 6) bzw. im sonstigen Finanzergebnis (siehe Ziffer 13) ausgewiesen. Die erfolgswirksam umgegliederten Beträge aus Zinsswaps werden im Zinsergebnis berücksichtigt (siehe Ziffer 13).

Die Ineffektivitäten der Sicherungsgeschäfte belaufen sich bei den Devisenderivaten auf -2 TEUR (28. Februar 2022: 8 TEUR) und beziehen sich alleinig auf die Refinanzierung. Diese werden im sonstigen Finanzergebnis (siehe Ziffer 13) berücksichtigt. Es bestehen Ineffektivitäten bei den Zinsderivaten in Höhe von 1.430 TEUR (28. Februar 2022: -68 TEUR). Darüber hinaus wurden -2.888 TEUR (28. Februar 2022: -2.041 TEUR) aufgrund weggefallener Grundgeschäfte aus der Cashflow-Rücklage ergebniswirksam umgegliedert. Die Aufwendungen aus beiden Sachverhalten werden im Zinsergebnis (siehe Ziffer 13) ausgewiesen.

Zum 28. Februar 2023 besteht bei Devisenderivaten eine Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts in Höhe von -25.896 TEUR (28. Februar 2022: 27.002 TEUR) bzw. bei Zinsderivaten in Höhe von 15.376 TEUR (28. Februar 2022: 5.645 TEUR). Das gesicherte Grundgeschäft dient als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehung.

Die folgende Tabelle enthält die Überleitung der Risikokategorien der Eigenkapitalkomponenten und der Analyse der Positionen in dem sonstigen Ergebnis nach Steuern, die aus der Bilanzierung zur Absicherung von Zahlungsströmen resultieren:

Designierte Risikokomponente
in TEUR
Kosten der Absicherung Devisentermingeschäfte
in TEUR
Kosten der Absicherung Optionsgeschäfte
in TEUR
Stand 1. März 2022 auf die Gesellschafter der Otto (GmbH Co KG) entfallend und nach Berücksichtigung latenter Steuern 9.206 429 196
Veränderung der Zeitwerte im Geschäftsjahr 2022/23 vor Abzug nicht beherrschender Anteile und vor Berücksichtigung latenter Steuern
Devisenderivate - Vorräte 45.353 6.708 -6.872
Devisenderivate - Umsatzerlöse -21.340 -2.649 0
Devisenderivate - Refinanzierung 6.050 -7.470 0
Zinsderivate - Zinsswaps 12.355 0 0
Erfolgswirksam umgegliedert im Geschäftsjahr 2022/23 vor Abzug nicht beherrschender Anteile und vor Berücksichtigung latenter Steuern
Devisenderivate - Umsatzerlöse 10.405 -1.206 0
Devisenderivate - Refinanzierung -6.050 5 0
Zinsderivate - Zinsswaps 2.888 0 0
In die Anschaffungskosten der Vorräte umgegliedert im Geschäftsjahr 2022/23 vor Abzug nicht beherrschender Anteile und vor Berücksichtigung latenter Steuern
Devisenderivate - Vorräte -61.366 -3.450 4.035
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges vor Berücksichtigung nicht beherrschender Anteile und latenter Steuern für das Geschäftsjahr 2022/23 -2.499 -7.633 -2.641
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Veränderung der Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges im Geschäftsjahr 2022/23 -3.400 1.000 0
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallend -5.899 -6.633 -2.641
Effekte aus latenten Steuern aus Veränderungen im Geschäftsjahr 2022/23 3.076 3.461 1.377
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallend nach Berücksichtigung latenter Steuern am 28. Februar 2023 -2.823 -3.172 -1.264
Designierte Risikokomponente
in TEUR
Kosten der Absicherung Devisentermingeschäfte
in TEUR
Kosten der Absicherung Optionsgeschäfte
in TEUR
Stand 1. März 2021 auf die Gesellschafter der Otto (GmbH Co KG) entfallend und nach Berücksichtigung latenter Steuern -17.492 -4.189 307
Veränderung der Zeitwerte im Geschäftsjahr 2021/22 vor Abzug nicht beherrschender Anteile und vor Berücksichtigung latenter Steuern
Devisenderivate - Vorräte 28.601 961 -1.557
Devisenderivate - Umsatzerlöse -11.407 -688 0
Devisenderivate - Refinanzierung 8.157 9.012 0
Zinsderivate - Zinsswaps 5.631 0 0
Erfolgswirksam umgegliedert im Geschäftsjahr 2021/22 vor Abzug nicht beherrschender Anteile und vor Berücksichtigung latenter Steuern
Devisenderivate - Umsatzerlöse 2.909 -1.158 0
Devisenderivate - Refinanzierung -8.157 20 0
Zinsderivate - Zinsswaps 4.948 0 0
In die Anschaffungskosten der Vorräte umgegliedert im Geschäftsjahr 2021/22 vor Abzug nicht beherrschender Anteile und vor Berücksichtigung latenter Steuern
Devisenderivate - Vorräte 3.958 -3.392 1.570
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges vor Berücksichtigung nicht beherrschender Anteile und latenter Steuern für das Geschäftsjahr 2021/22 17.148 566 320
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Veränderung der Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges im Geschäftsjahr 2021/22 -2.129 133 0
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallend 15.019 699 320
Effekte aus latenten Steuern im Geschäftsjahr 2021/22 -5.813 -270 -124
Zeitwerte von Derivaten in cash flow hedges auf die Gesellschafter der Otto (GmbH & Co KG) entfallend nach Berücksichtigung latenter Steuern am 28. Februar 2022 9.206 429 196

Die Kosten der Absicherung betreffen transaktionsbezogene gesicherte Grundgeschäfte.

Die gesicherten Grundgeschäfte treten in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren bei Devisenderivaten und von bis zu 17 Jahren bei Zinsderivaten ein. Die voraussichtlichen Effekte auf die Zahlungsströme werden sich jeweils im gleichen Zeitraum einstellen. Den Nominalvolumina der Sicherungsgeschäfte stehen bereits bilanzierte Grundgeschäfte in Höhe von 624.325 TEUR (28. Februar 2022: 363.542 TEUR) bei den Devisenderivaten und in Höhe von 195.537 TEUR (28. Februar 2022: 140.887 TEUR) bei den Zinsderivaten sowie geplante Transaktionen gegenüber. Für bilanzierte Grundgeschäfte aus einer Sicherungsbeziehung mit Devisenderivaten werden -10.523 TEUR (28. Februar 2022: -7.519 TEUR) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Anschaffungskosten der Vorräte sowie in die Umsatzerlöse einbezogen. Davon entfallen -9.781 TEUR (28. Februar 2022: -7.376 TEUR) auf die designierte Risikokomponente und -742 TEUR (28. Februar 2022: -143 TEUR) auf die Kosten der Absicherung.

Die Otto Group schließt innerhalb des bestehenden Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte Derivategeschäfte ab. Bei Eintritt bestimmter Kreditereignisse wie eines Verzugs von Zahlungen oder einer Kündigung der unter diesem Vertrag abgeschlossenen Geschäfte werden alle ausstehenden Transaktionen der in Verzug geratenen Derivategeschäfte beendet und der Wert zur Beendigung wird ermittelt. Hierfür ist ein einziger Nettobetrag zum Ausgleich aller Transaktionen zu verwenden. Da ein bestimmtes Kreditereignis wie ein Verzug eines Bankdarlehens zurzeit nicht gegeben ist und somit kein Rechtsanspruch auf Saldierung der erfassten Beträge besteht, erfüllen die abgeschlossenen Vereinbarungen nicht die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz.

Es bestehen die folgenden Finanzinstrumente, die dem Deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte unterliegen:

28.02.2023 28.02.2022
Brutto- und Nettobetrag ausgewiesen in der Bilanz
in TEUR
nicht in der Bilanz saldierter Betrag
in TEUR
Nettobetrag
in TEUR
Brutto- und Nettobetrag ausgewiesen in der Bilanz
in TEUR
nicht in der Bilanz saldierter Betrag
in TEUR
Nettobetrag
in TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
Zins- und Devisenderivate 42.365 24.518 17.847 60.663 19.912 40.752
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zins- und Devisenderivate 42.925 24.518 18.407 24.706 19.912 4.794

Zum 28. Februar 2023 hält die Otto Group Devisen- und Zinsderivate zu folgenden Konditionen:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
Wechselkursrisiko
Durchschnittlicher EUR/USD-Terminkurs 1,069 1,113
Durchschnittlicher EUR/HKD-Terminkurs 8,311
Durchschnittlicher EUR/CHF-Terminkurs 1,027 1,026
Zinssatzänderungsrisiko
Durchschnittlicher fixer EUR-Zinssatz (in %) 4,59 2,44 2,15

Zum Stichtag der Vergleichsperiode hielt die Otto Group Devisen- und Zinsderivate zu folgenden Konditionen:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
Wechselkursrisiko
Durchschnittlicher EUR/USD-Terminkurs 1,172 1,150
Durchschnittlicher EUR/HKD-Terminkurs 9,193
Durchschnittlicher EUR/CHF-Terminkurs 1,070 1,054
Zinssatzänderungsrisiko
Durchschnittlicher fixer EUR-Zinssatz (in %) 2,76 1,91

c Finanzrisiken

Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist die Otto Group finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen aus Änderungen von Wechselkursen und Zinssätzen. Im Rahmen der bestehenden Treasury- und Risikomanagementprozesse werden diese Risiken reduziert.

Grundsätzlich werden alle wesentlichen Zinsänderungs- und Währungsrisiken durch währungs- und fristenkongruente Refinanzierungen begrenzt. Verbleibende wesentliche Inkongruenzen werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente wie beispielsweise Zinsswaps und Devisentermingeschäfte weiter reduziert.

Die Otto Group ist durch ihre Geschäftstätigkeit im Wesentlichen Währungsrisiken aus der Schwankung des US-Dollar (USD), des Hongkong Dollar (HKD) und des Schweizer Franken (CHF) ausgesetzt. Zur Ermittlung der nachfolgend dargestellten Sensitivitäten wird eine hypothetische Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber diesen Währungen zum 28. Februar 2023 um 10 % angenommen. Alle anderen Variablen bleiben unverändert. Unter diesen Bedingungen hätten sich folgende wesentliche Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) und das Konzern-Eigenkapital der Otto Group ergeben:

EBT Eigenkapital
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Kursschwankung des USD +10 % -3.571 -24.286 -82.994 -54.482
-10 % -1.101 18.080 90.713 62.739
Kursschwankung des HKD + 10 % -4.283 -2.132 -5.682 -439
-10 % 3.377 2.319 5.682 439
Kursschwankung des CHF +10 % 2.756 1.046 24.658 26.645
-10 % -2.756 -1.047 -24.658 -26.030
Gesamtauswirkung +10 % -5.098 -25.372 -64.018 -28.276
Gesamtauswirkung -10 % -479 19.352 71.737 37.148

Währungskurssicherungen werden in der Otto Group im größtmöglichen Umfang als cash flow hedge nach IFRS 9 bilanziert. Die dazugehörigen Marktwertschwankungen werden im Konzern-Eigenkapital gezeigt.

Die ausgewiesenen Effekte auf das Ergebnis resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsschwankungen von Derivaten, die zur Sicherung von Cashflows aus dem operativen Geschäft und der Innenfinanzierung abgeschlossen wurden, jedoch nicht in eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 designiert sind. Diesen Derivaten stehen auch geplante, noch nicht abgeschlossene Kontrakte gegenüber, deren Währungskursrisiko sich gegenläufig entwickelt. In die Berechnungen der Ergebniseffekte wurden diese Cashflows der operativen Grundgeschäfte nicht einbezogen. Das tatsächliche Risiko der Nettoposition ist somit deutlich geringer.

Für die Otto Group ergeben sich weiterhin Zinsrisiken aus variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten.

Bei einer hypothetischen Erhöhung bzw. Senkung des Marktzinsniveaus für alle Währungen um jeweils 50 Basispunkte (Parallelverschiebung der Zinskurven) und gleichzeitig unveränderten sonstigen Variablen hätten sich folgende Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) und das Konzern-Eigenkapital der Otto Group ergeben:

EBT Eigenkapital
2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Verschiebung des Zinsniveaus +50 bp 33 -113 4.029 3.053
Verschiebung des Zinsniveaus -50 bp -33 115 -4.197 -3.348

Eine Risikokonzentration in Bezug auf die dargestellten Finanzrisiken besteht nicht.

d Ausfallrisiko

Für die Otto Group besteht das Risiko, dass Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Ein finanzieller Vermögenswert gilt im Konzern als ausgefallen, wenn der Geschäftspartner seine Verpflichtungen gegenüber der Otto Group voraussichtlich nicht vollständig erfüllen wird oder der finanzielle Vermögenswert an ein Inkassounternehmen abgegeben wird. Zur Verminderung des Ausfallrisikos, dessen Maximalbetrag den bei den jeweiligen finanziellen Vermögenswerten bilanzierten Buchwerten entspricht, werden prüfungen vorgenommen. Für erkennbare Ausfallrisiken, insbesondere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen, werden angemessene Wertberichtigungen anhand des anzuwendenden Konzepts der erwarteten Kreditausfälle gemäß IFRS 9 gebildet. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften gemäß IFRS 9, der Wertminderungsaufwand ist jedoch unwesentlich.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzdienstleistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber privaten Endkund*innen und sind in der Regel mit Ausnahme branchenüblicher Eigentumsvorbehalte im Einzelhandel nicht durch spezielle Instrumente gesichert. Durch die sehr hohe Streuung der Forderungen entfallen auf einzelne Kund*innen nur geringe Beträge. Das Risiko eines maximalen Ausfalls ist unwahrscheinlich.

Einlagen bei Banken und Finanzanlagen werden grundsätzlich nur bei Partnern unterhalten, die eine ausreichende Bonität nach dem Rating einer anerkannten internationalen Ratingagentur aufweisen.

Überfällige Kredite und Forderungen werden in den verschiedenen Geschäftsfeldern intensiv überwacht. In den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte, Händler sowie Finanzdienstleistungen ist das Debitorenmanagement ein wichtiger Baustein in den betrieblichen Prozessen.

Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Ausfallrisikos erfahren hat, basiert auf einer regelmäßig durchgeführten Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen.

Forderungen, die nur durch Nachverhandlung nicht wertgemindert oder überfällig sind, und überfällige sonstige finanzielle Vermögenswerte, die nicht wertgemindert sind, bestehen nur in sehr geringem Umfang mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr. Es liegen keine objektiven Hinweise vor, dass die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.

Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu messen. Die Ausfallraten werden überwiegend nach der Methode der Rollrate berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung durch aufeinanderfolgende Stufen in der Zahlungsverzögerung fortschreitet. Die erwarteten Ausfallraten basieren auf der Ausfallhistorie der vergangenen Jahre sowie auf Prognosen zukünftiger wirtschaftlicher Ereignisse. Das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird in Ziffer 18 erläutert.

Im Segment Finanzdienstleistungen bestehen Forderungen im Wesentlichen aus Treuhandinkasso sowie aus angekauften Forderungen. Im Rahmen des Treuhandgeschäfts existieren keine wesentlichen finanziellen Vermögenswerte oder Finanzinstrumente, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind. Bei den angekauften Forderungen handelt es sich grundsätzlich um bereits überfällige wertgeminderte Forderungen.

Die wesentlichen Ausfallrisiken im Segment Finanzdienstleistungen ergeben sich aus dem Ankauf zahlungsgestörter Forderungen. Im Rahmen des Risikomanagements wurden deshalb Methoden entwickelt, um mit diesen Risiken systematisch umzugehen. Wesentliche Elemente bei der Handhabung der Risiken sind die vertragliche Gestaltung, Portfoliostruktur- und Zeitreihenanalysen und Investitionsrechnungen im Rahmen der Due Diligence sowie die regelmäßige Nachkalkulation. Hierzu wird das Zahlungsverhalten der Schuldner ständig überwacht, sodass strukturelle Veränderungen derselben frühzeitig festgestellt und berücksichtigt werden können.

Durch die Nachkalkulation wird die Prognosequalität der Systeme zur Forderungsbewertung fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden strukturelle Veränderungen im Zahlungsverhalten von der Inkassoabwicklung laufend überwacht und an das Risikomanagement gemeldet, sodass eine frühzeitige Anpassung der Bewertungsprämissen gewährleistet ist und diese Informationen in die Analyse zukünftiger Ankäufe fließen können. Durch die Anpassung von Bewertungsprämissen sind Ausfallrisiken im Rahmen der bestehenden Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien in den Buchwerten der angekauften Forderungen bereits berücksichtigt.

Eine Abhängigkeit des Ausfallrisikos von wenigen Schuldnern ergibt sich aufgrund der Vielzahl der Einzelforderungen in den jeweiligen Portfolios zahlungsgestörter angekaufter Forderungen nicht.

Teilweise sind zahlungsgestörte angekaufte Forderungen dinglich besichert. Eine Verwertung der Immobilien erfolgt durch freihändigen Verkauf oder Zwangsversteigerung, führt aber nicht in jedem Fall dazu, dass die jeweilige Gesamtforderung beglichen werden kann. Eine Verwertung der Immobilien im Wege der Zwangsversteigerung trägt zur Stützung des Forderungseinzugs bei.

Der Buchwert der einzelnen angekauften Forderungspakete wird regelmäßig anhand eines standardisierten Bewertungsmodells überprüft. Diesem Bewertungsmodell liegen die geschätzten Netto-Geldeingänge des jeweiligen Forderungspakets über die zum Bewertungszeitpunkt noch verbleibende Restlaufzeit zugrunde. Die zukünftigen Netto-Geldeingänge werden mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz abgezinst.

Die erwarteten Kreditausfälle werden auf der gleichen Portfolioebene ermittelt, wie sie sich beim Kauf ergeben hat. Insofern ergibt sich keine veränderte Zusammenfassung der Instrumente.

e Liquiditätsrisiko

Das Finanzierungsmanagement sichert die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Otto Group. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass für das operative Geschäft und für Investitionen immer ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Minimierung der Finanzierungskosten ist dabei eine wesentliche Nebenbedingung für ein effizientes Finanzierungsmanagement. Grundsätzlich gilt, offene Positionen fristenkongruent zu refinanzieren. Als Refinanzierungsinstrumente können Geld- und Kapitalmarktprodukte wie zum Beispiel Kredite, Anleihen oder ABS (asset-backed securities), aber auch Avale, Leasing, sale and lease back und Factoring verwendet werden. Die erforderlichen Basisdaten werden über eine mindestens vierteljährliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von bis zu 24 Monaten, eine monatliche Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von zwölf Monaten sowie eine tägliche Planung mit einem Horizont von mindestens vier Wochen ermittelt. Beide Planungen werden regelmäßigen Abweichungsanalysen unterzogen. Eine Risikokonzentration in Bezug auf die dargestellten Liquiditätsrisiken besteht nicht.

Folgende Tabelle zeigt den zum 28. Februar 2023 bereits vertraglich fixierten Mittelabfluss aus finanziellen Verbindlichkeiten:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 160.250 549.257 125.459 834.966
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 639.199 475.659 344.029 1.458.887
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.254.116 0 0 2.254.116
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 248.713 0 452 249.165
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 267.299 753.155 344.515 1.364.969
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 11.496 14.636 10.049 36.181
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 486.061 246.201 1.583 733.845
davon derivative Finanzinstrumente 23.035 31.305 0 54.340

Zum 28. Februar 2022 bestand der nachfolgend dargestellte vertraglich fixierte Mittelabfluss aus finanziellen Verbindlichkeiten:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren
in TEUR
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
in TEUR
Summe
in TEUR
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 14.424 558.112 128.966 701.502
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 104.810 179.403 168.008 452.221
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.414.162 0 0 2.414.162
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 193.005 0 455 193.460
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 211.712 545.271 285.370 1.042.353
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 16.714 18.822 3.419 38.955
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 596.321 121.405 6.423 724.149
davon derivative Finanzinstrumente 12.481 12.044 1.881 26.406

36 Zahlungswirksame und zahlungsunwirksame Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten

Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten stellen sich zum Stichtag folgendermaßen dar:

Zahlungsunwirksame Veränderungen
01.03.2022
in TEUR
Zahlungswirksame Veränderungen
in TEUR
Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises/ Umbuchungen
in TEUR
Währungskurseffekte
in TEUR
Genussrechte 23.205 2.603 0 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 630.377 147.900 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 400.532 918.355 19.739 2
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 955.020 -235.280 1.751 23.560
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 38.955 -3.084 310 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 2.048.089 830.494 21.800 23.562
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Effekte aus dem Abschluss neuer sowie angepasster Leasingverträge
in TEUR
Effekte aus Zinsabgrenzung/Aufzinsung
in TEUR
Genussrechte 0 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 0 -965
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 -4.997
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 384.271 27.423
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 384.271 21.461
28.02.2023
in TEUR
Genussrechte 25.808
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 777.312
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.333.631
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.156.745
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 36.181
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 3.329.677

Zum Vergleichsstichtag haben sich die Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten wie folgt entwickelt:

Zahlungsunwirksame Veränderungen
01.03.2021
in TEUR
Zahlungswirksame Veränderungen
in TEUR
Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises/ Umbuchungen
in TEUR
Währungskurseffekte
in TEUR
Genussrechte 22.832 373 0 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 1.028.639 -403.389 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 716.007 -314.851 2 -29
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 886.464 -208.154 3.925 35.208
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 39.961 -1.006 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 2.693.903 -927.027 3.927 35.179
Zahlungsunwirksame Veränderungen
Effekte aus dem Abschluss neuer sowie angepasster Leasingverträge
in TEUR
Effekte aus Zinsabgrenzung/Aufzinsung
in TEUR
Genussrechte 0 0
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 0 5.127
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 -597
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 214.851 22.726
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 214.851 27.256
28.02.2022
in TEUR
Genussrechte 23.205
Verbindlichkeiten aus Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen 630.377
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 400.532
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 955.020
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 38.955
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 2.048.089

37 Leasingverhältnisse

Leasingnehmerverhältnisse, die in der Otto Group als wesentlich identifiziert wurden, betreffen insbesondere die Anmietung von Stationärflächen (Filialgeschäfte) durch Konzerngesellschaften in den Segmenten Plattformen, Markenkonzepte und Händler in den USA und in Deutschland sowie die Anmietung von Logistikstandorten und der entsprechenden technischen Ausstattung durch Konzerngesellschaften in den Segmenten Services und Markenkonzepte. Ebenfalls wesentliche Leasingverhältnisse ergeben sich aus der Anmietung von Büroflächen und -gebäuden durch eine Vielzahl von Konzerngesellschaften in allen Segmenten.

Die vertragliche Ausgestaltung der Leasingverhältnisse erfolgt grundsätzlich durch die einzelnen Konzerngesellschaften unter Berücksichtigung landestypischer Gepflogenheiten. Die bestehenden Leasingverhältnisse weisen in Abhängigkeit der Leasingklasse sowie bei Immobilien in Abhängigkeit des jeweiligen Standorts unterschiedliche Grundlaufzeiten auf.

In der Regel enthalten Leasingverhältnisse für Immobilien Verlängerungsoptionen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Ablauf der unkündbaren Grundlaufzeit ausübbar sind. Durch die Ausübung von Verlängerungsoptionen, die zum 28. Februar 2023 nicht in der Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen passiviert sind, würde eine potenzielle Leasingzahlung in Höhe von 1.074.839 TEUR (28. Februar 2022: 936.831 TEUR) entstehen. Beim Abschluss neuer Leasingverhältnisse wird möglichst die Aufnahme von Verlängerungsoptionen vereinbart, um eine hohe operative Flexibilität zu gewährleisten.

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie vereinbarte die Otto Group im Geschäftsjahr 2021/22 mit Vermietern Mietkonzessionen für einzelne Leasingverhältnisse für Stationärgeschäfte, die überwiegend Deutschland betrafen. Im Vorjahr entfielen 698 TEUR auf erfolgswirksam erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen, für die der Konzern den praktischen Behelf für Mietkonzessionen im Rahmen des IFRS 16 Amendment für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen angewendet hat.

Die Fälligkeitsstruktur der ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ergibt sich wie folgt:

28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 244.242 201.596
Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren 639.198 515.232
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 273.305 238.192
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.156.745 955.020

Im Geschäftsjahr 2022/23 fielen planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 201.163 TEUR (2021/22: 165.732 TEUR) sowie außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 755 TEUR (2021/22: 18.724 TEUR) an.

In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung sind für das Geschäftsjahr 2022/23 entsprechend der Regelungen des IFRS 16 Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 2.635 TEUR (2021/22: 3.077 TEUR) sowie Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 1.664 TEUR (2021/22: 2.281 TEUR) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Zudem werden Erträge aus Unterleasingverhältnissen von Nutzungsrechten in Höhe von 1.319 TEUR (2021/22: 1.708 TEUR) in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die im Finanzergebnis enthaltenen Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen betragen 27.423 TEUR (2021/22: 22.726 TEUR).

Für die gemäß IFRS 16 bilanzierten Leasingverhältnisse ergeben sich im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 235.337 TEUR (2021/22: 208.154 TEUR), die im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit abgebildet werden. Davon entfallen 207.857 TEUR (2021/22: 185.428 TEUR) auf Tilgungszahlungen sowie 27.423 TEUR (2021/22: 22.726 TEUR) auf Zinszahlungen. Im Brutto-Cashflow verbleiben Auszahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 2.635 TEUR (2021/22: 3.077 TEUR) und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 1.664 TEUR (2021/22: 2.281 TEUR).

38 Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Otto Group die Personen und Unternehmen, die die Otto Group beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese ausüben oder durch die Otto Group beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden die Mitglieder der Familie Otto und die Michael Otto Stiftung, die durch diese Familie und die Stiftung beherrschten bzw. maßgeblich beeinflussten Unternehmen, die Mitglieder der Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH sowie die Konzerngesellschaften und assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen der Otto Group als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Konzerngesellschaften bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen:

Gewinn- und Verlustrechnung 2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Umsatzerlöse 53.878 145.771
Sonstige betriebliche Erträge 21.485 32.004
Materialaufwand 142.305 163.400
Personalaufwand 9.228 41.006
Sonstige betriebliche Aufwendungen 565.160 612.231
Finanzergebnis 2.802 -2.919
Bilanz 28.02.2023
in TEUR
28.02.2022
in TEUR
Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen 107.007 83.086
Flüssige Mittel 10.033 25.884
Pensionsverpflichtungen gegenüber nahestehenden Personen 50.399 62.560
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 245.495 193.065

a Beziehungen zu assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen

Die Umsatzerlöse mit assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen betragen im Geschäftsjahr 2022/23 46.746 TEUR (2021/22: 138.224 TEUR) und resultieren aus Umsatzerlösen aus Factoring-Abrechnungen mit der Hanseatic Bank GmbH & Co KG, Hamburg, in Höhe von 25.761 TEUR (2021/22: 67.242 TEUR), sowie Umsatzerlöse mit der Hermes Germany GmbH, Hamburg, in Höhe von 16.672 TEUR (2021/22: 20.640 TEUR). Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden 46.173 TEUR mit der ABOUT YOU SE & Co. KG, Hamburg, erzielt. Diese Umsatzerlöse beziehen sich auf das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2021/22, da bis zum Ablauf des ersten Quartals am 31. Mai 2021 die ABOUT YOU SE & Co. KG als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG) einbezogen wurde.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Geschäftsjahr 2022/23 11.379 TEUR (2021/22: 23.161 TEUR) und resultieren im Wesentlichen aus Erträgen in Höhe von 8.485 TEUR (2021/22: 15.588 TEUR) mit der Hermes Germany GmbH.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahrs 2022/23 in Höhe von 487.528 TEUR (2021/22: 495.478 TEUR) sind Aufwendungen in Höhe von 476.279 TEUR (2021/22: 476.266 TEUR) aus Beziehungen mit der Hermes Germany GmbH enthalten.

An die Hanseatic Bank GmbH & Co KG werden von verschiedenen Konzerngesellschaften der Segmente Plattformen und Händler Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Diese Forderungen werden zu unter Dritten üblichen Konditionen übertragen und gehen aus der Bilanz der verkaufenden Konzerngesellschaften vollständig ab. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden entsprechende Forderungen im Gesamtwert von 2.045.653 TEUR (2021/22: 2.152.385 TEUR) verkauft. Der Stichtagswert dieser Forderungen beträgt 1.710.037 TEUR (28. Februar 2022: 1.710.554 TEUR). Zum 28. Februar 2023 betragen die flüssigen Mittel bei der Hanseatic Bank GmbH & Co KG 10.033 TEUR (28. Februar 2022: 25.884 TEUR).

Hinsichtlich der Höhe der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen wird auf die Ziffern 19 und 27 verwiesen. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie Kontokorrentfinanzierungen zwischen Konzerngesellschaften der Otto Group und assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen.

b Beziehungen zu den Gesellschaftern

Mit Gesellschaftern der Otto (GmbH & Co KG) bestanden weder zum 28. Februar 2023 noch zum 28. Februar 2022 Darlehensbeziehungen.

c Beziehungen zu sonstigen nahestehenden Unternehmen

Konzerngesellschaften der Otto Group haben zu marktüblichen Konditionen diverse Verträge über die Anmietung von Immobilien und Grundstücken geschlossen, die sich im Eigentum von Tochtergesellschaften der ECE Group GmbH & Co. KG, Hamburg, befinden.

Zum 28. Februar 2023 bestehen Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen in Höhe von 25.877 TEUR (28. Februar 2022: 29.844 TEUR). Die Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Finanzforderungen.

d Beziehungen zu nahestehenden Personen

Die im Aufwand des Geschäftsjahres erfassten Gesamtbezüge der Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH betragen im Geschäftsjahr 2022/23 5.252 TEUR (2021/22: 31.511 TEUR) und sind mit 7.452 TEUR (2021/22: 26.217 TEUR) kurzfristig und mit -2.200 TEUR (2021/22: 5.295 TEUR) aus der Anpassung im laufenden Geschäftsjahr langfristig fällig. Die im Geschäftsjahr 2022/23 gewährten Gesamtbezüge von 9.102 TEUR (2021/22: 27.483 TEUR) enthalten variable Vergütungsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung, soweit zum Bilanzstichtag alle Bedingungen erfüllt sind. Sie entfallen mit 4.095 TEUR (2021/22: 4.095 TEUR) auf fixe Bestandteile sowie mit 5.007 TEUR (2021/22: 23.388 TEUR) auf variable Bestandteile. Für den Kreis der Geschäftsführer*innen der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH wurde im Geschäftsjahr 2017/18 ein Vertrag über ein Long Term Incentive mit rollierenden jährlichen Tranchen abgeschlossen. Die Tranchen umfassen erstmals beginnend am 1. März 2018 jeweils drei Geschäftsjahre und bestehen aus einer Kombination von zwei variablen Komponenten. Die Komponenten setzen ab einem festgelegten Schwellenwert ein und steigen dann linear an. Bezugsgrößen sind die Umsatzerlöse und Erlöse aus Kundenfinanzierung und das Return on Capital Employed (ROCE) der Otto Group, bei dem das EBIT ins Verhältnis zum durchschnittlichen gebundenen Kapital gesetzt wird. Die Veränderung der für den Long Term Incentive im Aufwand erfassten Bezüge betragen im Berichtsjahr -2.750 TEUR (2021/22: 7.148 TEUR). Zum Bilanzstichtag wurde hierfür eine Verbindlichkeit in Höhe von insgesamt 3.278 TEUR (28. Februar 2022: 9.148 TEUR) gebildet.

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern der Geschäftsführung belaufen sich auf 9.088 TEUR (28. Februar 2022: 12.157 TEUR). Die Zuführungen zu Pensionsrückstellungen betragen 687 TEUR (2021/22: 3.558 TEUR).

Bezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 3.289 TEUR (2021/22: 3.140 TEUR). Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sind 41.311 TEUR (28. Februar 2022: 50.403 TEUR) zurückgestellt.

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH beträgt im Geschäftsjahr 2022/23 280 TEUR (2021/22: 280 TEUR).

39 Eventualverbindlichkeiten

Die Eventualverbindlichkeiten der Otto Group setzen sich aus Bürgschaften und sonstigen Verpflichtungen in Höhe von 52.681 TEUR (28. Februar 2022: 95.895 TEUR) zusammen und beinhalten im Wesentlichen Zusagen im Zusammenhang mit Versorgungsverpflichtungen in Großbritannien.

40 Abschlussprüferhonorare

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers der Otto Group setzt sich wie folgt zusammen:

2022/23
in TEUR
2021/22
in TEUR
Honorar für die Abschlussprüfungsleistungen 2.832 2.559
Honorar für andere Bestätigungsleistungen 268 386
Honorar für Steuerberatungsleistungen 9 2.818
Honorar für sonstige Leistungen 1.759 1.365
Abschlussprüferhonorare 4.868 7.128

Im Berichtsjahr entfallen von den Honoraren für die Abschlussprüfungen 80 TEUR (2021/22: 197 TEUR) und für sonstige Leistungen 143 TEUR (2021/22: 210 TEUR) auf das Vorjahr.

41 Anteilsbesitzliste

Die folgende Darstellung enthält die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Otto Group zum 28. Februar 2023. Die Otto (GmbH & Co KG) nutzt die Erleichterungen des § 264b HGB. Im Folgenden sind die Konzernunternehmen, die im Rahmen der Bestimmungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB u.a. von der Befreiung der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse Gebrauch machen, mit (1) gekennzeichnet:

A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
"CROIX" Industrie-Administration G.m.b.H. Hamburg, Deutschland 100,00 %
4 your health GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
ABOUT YOU Beteiligungs GmbH Hamburg, Deutschland 37,36 %
ABOUT YOU Holding SE Hamburg, Deutschland 37,36 %
ABOUT YOU SE & Co. KG Hamburg, Deutschland 37,36 %
ABOUT YOU Verwaltungs SE Hamburg, Deutschland 37,36 %
Achtundfünfzigste Otto Vorrats-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Adference GmbH Lüneburg, Deutschland 37,36 %
Altenkunstadter Logistik Immobilien GmbH & Co KG Burgkunstadt, Deutschland 54,10 % (1)
Altenkunstadter Logistik Immobilienholding GmbH Burgkunstadt, Deutschland 54,10 %
ambria GmbH Neumarkt i.d.Oberpfalz, Deutschland 99,99 % (1)
Amelliora Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz, Deutschland 0,00 %
AproductZ GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
ARGOSYN Villeneuve d'Ascq, Frankreich 53,68 %
Argus Inkasso GmbH Kamp-Lintfort, Deutschland 100,00 % (1)
ARTANOLE Croix, Frankreich 53,68 %
ARTHUR Holding GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
ASCQ Industrie-Administration G.m.b.H. Hamburg, Deutschland 100,00 %
Astra (Bangladesh) Supply Chain Services Limited Gazipur, Bangladesh 100,00 %
Astra (China) Supply Chain Services Limited Pudong Shanghai, China 100,00 %
Astra Supply Chain Services Limited Hong Kong, China 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Aurora Asset I, Sociedad Limitada A Coruña, Spanien 100,00 %
Aurora Asset II, Sociedad Limitada Madrid, Spanien 100,00 %
B.I.G. Baur-Immobiliengesellschaft mbH Burgkunstadt, Deutschland 49,00 %
B2C Russia Holding GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Balata Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz, Deutschland 93,99 % (1)
Baur Hermes Fulfilment GmbH & Co KG Burgkunstadt, Deutschland 54,10 % (1)
Baur Hermes Fulfilment Verwaltungsgesellschaft mbH Burgkunstadt, Deutschland 100,00 %
Baur Versand (GmbH & Co KG) Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
Baur-Immobilien-Verwaltungs-GmbH Hamburg, Deutschland 49,00 %
BetterDoc GmbH Köln, Deutschland 65,84 %
BFS Baur Fulfillment Solutions GmbH Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
BON PRIX DO BRASIL LTDA. Blumenau, Brasilien 100,00 %
Bon Prix Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
bon prix Sp. z o.o. Lodz, Polen 100,00 %
BONPRIX Marcq en Baroeul, Frankreich 100,00 %
bonprix Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
bonprix Handelsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
bonprix s.r.l. Valdengo, Italien 100,00 %
Boreal Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz, Deutschland 93,99 % (1)
bpx Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft Wandsbeker Straße mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
bpx Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Bramfeld mbH Hamburg, Deutschland 1,00 %
bpx Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Wandsbeker Straße mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
BVB Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
CINTHIA Real Estate GmbH Monheim, Deutschland 100,00 % (1)
Corso Handelsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
CPI2 - Carbon Performance Improvement Initiative GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Crate & Barrel Holdings, Inc. Wilmington, USA 100,00 %
CRATE AND BARREL CANADA INC. Toronto, Kanada 100,00 %
creation L Handelsgesellschaft mbH Regensburg, Deutschland 99,99 % (1)
CreationL, Inc. Wilmington, USA 100,00 %
Creddis GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Credinvest 3 Finance GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Creditable Opportunities BA d.o.o. Sarajevo, Bosnien und Herzegowina 49,29 %
Creditable Opportunities Fund SCA SICAV-RAIF - Creditable Sub-Fund 1 Luxemburg, Luxemburg 49,29 %
Creditable Opportunities Fund SCA SICAV-RAIF - Creditable Sub-Fund 2 Luxemburg, Luxemburg 100,00 %
Creditable Opportunities Fund SCA SICAV-RAIF - Southrock Sub-Fund Luxemburg, Luxemburg 99,14 %
Die Quh GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Direct Home Shopping Brands Limited i.L. Bradford, Großbritannien 100,00 %
direxi Croix, Frankreich 53,68 %
EDI Sourcing LLC Wilmington, USA 100,00 %
empiriecom GmbH & Co. KG Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
empiriecom Verwaltungsgesellschaft mbH Weismain, Deutschland 49,00 %
EOS Aremas Belgium SA/NV Brüssel, Belgien 50,03 %
EOS CONTENTIA Belgium Mouscron, Belgien 100,00 %
EOS Corporate Asset Management ECAM Paris, Frankreich 100,00 %
EOS Credit Funding Designated Activity Company Dublin, Irland 100,00 %
EOS Danmark A/S Tilst, Dänemark 100,00 %
EOS Deutscher Inkasso-Dienst GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Deutschland GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Faktor Magyarorszag Zrt. Budapest, Ungarn 100,00 %
EOS Field Services GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Finance GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
EOS Finance IFN S.A. Bukarest, Rumänien 100,00 %
EOS France S.A.S Paris, Frankreich 100,00 %
EOS Holding GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Immobilienworkout GmbH Mülheim, Deutschland 100,00 % (1)
EOS International Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS International Investments d.o.o. Belgrad, Republik Serbien 100,00 %
EOS Invest EE GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
EOS INVEST SI, upravljanje naložb d.o.o. Ljubljana, Slowenien 100,00 %
EOS Invest WE GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Investissement S.A.S. Paris, Frankreich 100,00 %
EOS Investment CA GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
EOS Investment CEE GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Investment GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Investment HR GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Investment Poland GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Investment RO GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS IT Services SRL Bukarest, Rumänien 100,00 %
EOS KSI Ceská republika s.r.o. Prag, Tschechische Republik 100,00 %
EOS KSI Inkasso Deutschland GmbH Bad Rappenau, Deutschland 100,00 % (1)
EOS KSI Magyarország Inkasszó Kft. Budapest, Ungarn 100,00 %
EOS KSI Romania S.R.L. Bukarest, Rumänien 100,00 %
EOS KSI Slovensko s.r.o. Bratislava, Slowakei 100,00 %
EOS KSI upravljanje terjatev d.o.o. Ljubljana, Slowenien 100,00 %
EOS Mascarenes Ltd Ebène, Mauritius 100,00 %
EOS Matrix D.O.O. Belgrad, Republik Serbien 100,00 %
EOS MATRIX d.o.o. for business services Zagreb, Kroatien 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
EOS MATRIX DOOEL Skopje, Mazedonien 100,00 %
EOS Matrix EOOD Sofia, Bulgarien 100,00 %
EOS Matrix Ltd. for business services Sarajevo Sarajevo, Bosnien und Herzegowina 100,00 %
EOS Matrix nekretnine d.o.o. Sarajevo, Bosnien und Herzegowina 100,00 %
EOS Matrix Receivables Management from Loans and Credits Greece Societe Anonyme Athen, Griechenland 100,00 %
EOS Matrix Single Member Societe Anonyme for Notifications of debtors for due claims Athen, Griechenland 100,00 %
EOS NEKRETNINE d.o.o. for real estate management Zagreb, Kroatien 100,00 %
EOS ÖID Inkasso-Dienst Ges. m.b.H. Wien, Österreich 100,00 %
EOS Poland KANCELARIA PRAWNA Adamczuk i Szych sp.k. Warschau, Polen 99,80 %
EOS Poland Sp. z o.o. Warschau, Polen 100,00 %
EOS relatum d.o.o. for services Zagreb, Kroatien 100,00 %
EOS Schweiz AG Kloten, Schweiz 100,00 %
EOS Securitisation GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Slovensko Finance s.r.o. Bratislava, Slowakei 100,00 %
EOS Slovensko Investment LC, s.r.o. Bratislava, Slowakei 100,00 %
EOS Solutions UK plc Warrington, Großbritannien 100,00 %
EOS Spain, S.L. A Coruña , Spanien 100,00 %
EOS Technology Solutions GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS Verbriefungsspezialgesellschaft 2 GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
EOS Verbriefungsspezialgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
EOS1 Fundusz Inwestycyjny Zamkniety Niestandaryzowany Fundusz Sekurytyzacyjny Danzig, Polen 100,00 %
EPM 1 Sp. z o.o Warschau, Polen 100,00 %
Erste Mercator Vermietungsgesellschaft mbH & Co KG Hamburg, Deutschland 0,00 % (1)
Euromarket Designs, Inc. Wilmington, USA 100,00 %
eVenture Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
eVenture Cayman Investments 2 L.P. Kaimaninseln, Kaimaninseln 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
eVenture China Fund II L.P. Kaimaninseln, Kaimaninseln 50,00 %
FCT Foncred II - Compartiment Foncred II-A Pantin, Frankreich 100,00 %
Featuring Limited Hong Kong, China 100,00 %
FEGRO-Markt Eschborn, Verwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
finlit foundation gGmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
FinTecrity GmbH Mannheim, Deutschland 100,00 % (1)
Fonds Commun de Titrisation Credinvest - Compartiment Credinvest 2 Pantin, Frankreich 100,00 %
Fonds Commun de Titrisation Fedinvest Pantin, Frankreich 100,00 %
Fonds Commun de Titrisation Foncred IV Pantin, Frankreich 44,00 %
Fonds Commun de Titrisation Foncred V Pantin, Frankreich 100,00 %
Fonte Real Estate GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
FONTEOS, S.A. Lissabon, Portugal 100,00 %
FORUM Grundstücksgesellschaft m.b.H. Hamburg, Deutschland 0,00 %
Frankfurter Inkasso Gesellschaft mit beschränkter Haftung Potsdam, Deutschland 100,00 % (1)
Frankonia Handels GmbH & Co. KG Rottendorf, Deutschland 100,00 % (1)
Frankonia Verwaltungs GmbH Rottendorf, Deutschland 100,00 % (1)
Freemans Grattan Holdings Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
Freemans plc Bradford, Großbritannien 100,00 %
Fünfundfünfzigste Otto Vorrats-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Funnel Plus GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
GfG Altona Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
GIRARD AGEDISS La Roche sur Yon, Frankreich 100,00 %
GPI - Gesellschaft für Grundbesitzmanagement mbH & Co. Kommanditgesellschaft Mülheim, Deutschland 94,90 % (1)
Grattan (Leicester) Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
Grattan Logistics Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
Grattan PLC Bradford, Großbritannien 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Grundstücksgesellschaft für Grossverkaufsstätten m.b.H. Hamburg, Deutschland 0,00 %
Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Bramfeld mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Haldensleben mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Versandbetrieb Bramfeld mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
GUSTO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
Hanseatic Handelsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Hanseatic Versicherungs-Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hanseatic Versicherungsdienst GmbH Versicherungsvermittlung Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Health Professional Sourcing GmbH Lörrach, Deutschland 65,84 %
Health Professional Sourcing S.L. Madrid, Spanien 65,84 %
Heinrich Heine Beteiligungs GmbH Karlsruhe, Deutschland 100,00 % (1)
Heinrich Heine GmbH Karlsruhe, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes Auslieferungsbasis Haldensleben GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes Auslieferungsbasis Ohrdruf GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
HERMES Einrichtungs Service GmbH & Co. KG Löhne, Deutschland 55,00 % (1)
Hermes Europe GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes Fulfilment Ansbach GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes Fulfilment Gernsheim GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes Fulfilment GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
HERMES FULFILMENT SPÓLKA Z OGRANICZONA ODPOWIEDZIALNOSCIA Warschau, Polen 100,00 %
Hermes Fulfilment Tech Solutions GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes General Service Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Hermes Logistik GmbH Schwechat, Österreich 100,00 %
Hermes NexTec LLC Wilmington, USA 100,00 %
Hermes Transport Logistics Asia Limited i.L. Hong Kong, China 100,00 %
Hermes UK Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Hermes Zweite Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
HF Holding Villeneuve d'Ascq, Frankreich 100,00 %
HH22-H385 Vorrats GmbH Hamburg, Deutschland 37,36 %
House of Brands GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
HSG Hermes Service Gesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 55,00 % (1)
Immobilière Suffren SAS Paris, Frankreich 100,00 %
Josef Witt GmbH Weiden, Deutschland 99,99 % (1)
Kaleidoscope Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
Kommanditgesellschaft SSU Grundstücks-Verwaltungs GmbH & Co. Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
KS-Europe s.r.o. St'áhlavy, Tschechische Republik 100,00 %
Küche & Co Austria GmbH Salzburg, Österreich 100,00 %
Küche & Co GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
LASCANA FASHION, INC. Wilmington, USA 100,00 %
Lascana Handelsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Limango GmbH München, Deutschland 98,97 %
Limango Polska Spólka z o.o. Warschau, Polen 98,97 %
Limited liability company Hermes Russia i.L. Moskau, Russland 100,00 %
LLC EOS Moskau, Russland 100,00 %
LLC eSolutions Moskau, Russland 100,00 %
Look Again Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
Magazin Versandhandelsgesellschaft mbH Stuttgart, Deutschland 100,00 %
Manufactum Brot & Butter GmbH Waltrop, Deutschland 100,00 %
Manufactum Gastronomie GmbH Waltrop, Deutschland 100,00 %
Manufactum GmbH Waltrop, Deutschland 100,00 %
Manufactum Handels GmbH Wien, Österreich 100,00 %
MARTINTER Croix, Frankreich 53,68 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Matrix Imoti EOOD Sofia, Bulgarien 100,00 %
Meadowbrook L.L.C. Springfield, USA 100,00 %
Medgate (Asia) Holdings Pty Ltd New South Wales, Australien 52,59 %
Medgate (Indonesia) Holdings Pty Ltd New South Wales, Australien 52,59 %
Medgate (Philippines) Holdings Pty Ltd New South Wales, Australien 52,59 %
Medgate AG Basel, Schweiz 65,84 %
Medgate Deutschland GmbH Berlin, Deutschland 65,84 %
Medgate Holding AG Basel, Schweiz 65,84 %
Medgate Integrated Care Holding AG Basel, Schweiz 65,84 %
Medgate Mini Clinic AG Basel, Schweiz 64,19 %
Medgate Philippines Inc. Makati Manila, Philippinen 52,59 %
MEDIA Handelsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Menos-Grundstücksholding GmbH Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
Mercator Receivables Finance GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
myToys Logistik GmbH Gernsheim, Deutschland 98,97 %
myToys Tech Lab, S.L. Madrid, Spanien 98,97 %
myToys.de GmbH Berlin, Deutschland 98,97 %
Nemrod Frankonia Ensisheim, Frankreich 100,00 %
Neue OGW Grundstücksverwaltung GmbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
OFFICE PLANET GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OKO Inkasso-Auskünfte GmbH & Co KG Linz, Österreich 67,87 %
ondemandcommerce GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
OOO BUSINESS SERVICE Tver, Russland 100,00 %
OOO DIRECT CATALOGUE SERVICE Moskau, Russland 100,00 %
OOO MT click i.L. Moskau, Russland 99,18 %
OOO Post Service Moskau, Russland 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Otto (Shanghai) Procurement Consulting Company Limited Shanghai, China 100,00 %
OTTO AUSTRIA Grundstücksverwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO B.V. Tilburg, Niederlande 100,00 %
Otto Brasilien Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Otto China Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
OTTO China Company Limited Shanghai, China 100,00 %
OTTO DO BRASIL PARTICIPACOES LTDA. São Paulo, Brasilien 100,00 %
Otto eCommerce-Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Finance Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Otto Finance GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Finanzplus GmbH Versicherungsvermittlung Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO FRANCE HOLDING Villeneuve d'Ascq, Frankreich 100,00 %
OTTO FRANCE MANAGEMENT SERVICES Villeneuve d'Ascq, Frankreich 100,00 %
Otto Gießen Beteiligungs GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Group Accounting Solutions GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Group Brand Hub GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Group data.works GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Otto Group Digital Solutions GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Group Kazakhstan LLP i.L. Almaty, Kasachstan 100,00 %
Otto Group Media GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Group Solution Provider (OSP) GmbH Dresden, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO GROUP SOLUTION PROVIDER SPAIN, S.L. Madrid, Spanien 100,00 %
Otto Import Solutions GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Otto International (Dong Guan) Company Limited Dongguan, China 100,00 %
OTTO INTERNATIONAL (HONG KONG) LIMITED Hong Kong, China 100,00 %
OTTO INTERNATIONAL (VIETNAM) LIMITED Hong Kong, China 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Otto International GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Otto International Holdings (USA) Corporation Wilmington, USA 100,00 %
Otto International Scan-Thor Africa Limited Nairobi, Kenia 50,00 %
Otto International Scan-Thor ApS Herning, Dänemark 50,00 %
Otto International Scan-Thor Baltics Riga, Lettland 50,00 %
Otto International Scan-Thor Bulgaria EOOD Sofia, Bulgarien 50,00 %
Otto International Scan-Thor Italy s.r.l. Mailand, Italien 50,00 %
Otto International Scan-Thor Poland spólka z ograniczona odpowiedzialnoscia Warschau, Polen 37,50 %
Otto International Scan-Thor Romania S.R.L. Bukarest, Rumänien 50,00 %
Otto International Scan-Thor Scandinavia ApS Herning, Dänemark 50,00 %
Otto KW Handelsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Otto Paper & Print GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO Payments GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
Otto Russland Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO Warenverteilcenter GmbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
OTTO Zwei-Mann-Handling Beteiligungs-Verwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO/AGN INTERNATIONAL LIMITED Hong Kong, China 55,00 %
OTTO-ASIA Beteiligungs-Verwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO-CHEER Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OTTO-EUROPE Beteiligungs-Verwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
OVC Venture Capital GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
P+L Services GmbH Mülheim, Deutschland 100,00 % (1)
PLEMATO Croix, Frankreich 53,68 %
Presles Investissement SAS Paris, Frankreich 100,00 %
Risk Ident, Inc. Wilmington, USA 100,00 %
Risk.Ident GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
S.C.I. OISE PICARDIE Croix, Frankreich 53,68 %
SAINT BRICE S.A. Orcq-lez-Tournai, Belgien 100,00 %
SCAN-THOR GROUP SPAIN, S.L. Alicante, Spanien 50,00 %
Scan-Thors Baltikum LLC Minsk, Weißrussland 50,00 %
SCHWAB Beteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 99,99 %
SCHWAB Grundstücks-Verwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 99,99 %
SCI EOS SUFFREN Paris, Frankreich 100,00 %
Sechsundfünfzigste Otto Vorrats-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
sheego GmbH Frankfurt am Main, Deutschland 99,99 %
Siebenundfünfzigste Otto Vorrats-Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Sieh an! Handelsgesellschaft mbH Amberg, Deutschland 99,99 % (1)
SIP Société d'Investigation Privée S.A.S. Paris, Frankreich 100,00 %
SOCIÉTÉ CIVILE EPINOY Roubaix, Frankreich 100,00 %
Southrock Property Company Five Single Member A.E. Athen, Griechenland 99,14 %
Southrock Property Company Four Single Member A.E. Athen, Griechenland 99,14 %
Southrock Property Company One A.E. Athen, Griechenland 99,14 %
Southrock Property Company Seven Single Member S.A. Athen, Griechenland 99,14 %
Southrock Property Company Six Single Member A.E. Athen, Griechenland 99,14 %
Southrock Property Company Three SIngle Member A.E. Athen, Griechenland 99,14 %
SOUTHROCK PROPERTY COMPANY TWO S.A Athen, Griechenland 99,14 %
Systain Consulting GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 % (1)
TEXTILE DU GLATEGNIES S.A. Tournai, Belgien 53,68 %
TM IP Holdings Pty Ltd New South Wales, Australien 52,59 %
TROKERS Villeneuve d'Ascq, Frankreich 53,68 %
TT-Service und Beteiligungs-Verwaltungs GmbH Frankfurt am Main, Deutschland 99,99 % (1)
Twenty1 - Consultores e Servicos Unipessoal LDA. Maia, Portugal 50,00 %
A. Vollkonsolidierte verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
UNITO Versand & Dienstleistungen GmbH Salzburg, Österreich 67,87 %
US Asset Management Inc. Wilmington, USA 100,00 %
Venus Fashion, Inc. Wilmington, USA 100,00 %
Verwaltungsgesellschaft Baur Versand mbH Burgkunstadt, Deutschland 100,00 % (1)
Verwaltungsgesellschaft HERMES Einrichtungs Service mbH Hamburg, Deutschland 55,00 % (1)
VPF I Niestandaryzowany Sekurytyzacyjny Fundusz Inwestycyjny Zamkniety Warschau, Polen 100,00 %
WCF Finetrading GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
WG Datenmanagement GmbH Weiden, Deutschland 99,99 % (1)
Witt Group France Villeneuve d'Ascq, Frankreich 100,00 %
WVZ Warenverteilzentrum Manteler Forst Grundstücks-Verwaltungs GmbH & Co. KG. Mainz, Deutschland 93,99 % (1)
WW WITT-Weiden Grundstücks-Verwaltungs GmbH Hamburg, Deutschland 99,99 %
YAPITAL Financial A.G. i.L. Luxemburg, Luxemburg 100,00 %
Zweite HERMES TranStore Service GmbH & Co. KG Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
Zweite HERMES TranStore Service Verwaltungsgesellschaft mbH Burgkunstadt, Deutschland 49,00 % (1)
Zweite Mercator Vermietungsgesellschaft mbH Hamburg, Deutschland 0,00 %
B. Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
AI Concert & Cy S.C.A. Luxemburg, Luxemburg 25,00 %
AI Concert Management GP S.à r.l. Luxemburg, Luxemburg 25,00 %
ALOS RE, trgovanje z lastnimi nepremicninami, d.o.o. Ljubljana, Slowenien 50,00 %
APM 2 Spolka z ograniczon odpowiedzialnosci Warschau, Polen 40,00 %
Balbec Europe SCA SICAV-RAIF Luxemburg, Luxemburg 20,00 %
BENTON GRUP S.A. Sant Fruitós de Bages, Spanien 50,00 %
BV eVenture Fund II L.P. Wilmington, USA 49,00 %
CleanDye Europe B.V. Made, Niederlande 41,65 %
CleanDye Garments Hong Kong Limited Hongkong, China 41,65 %
CleanDye Holding B.V. Made, Niederlande 41,65 %
CleanDye Machines B.V. Made, Niederlande 41,65 %
CleanDye Vietnam Company Ltd. Ho Chi Minh-Stadt, Vietnam 41,65 %
COFIDIS Villeneuve d ́Ascq, Frankreich 20,00 %
COFIDIS PARTICIPATIONS Villeneuve d'Ascq, Frankreich 20,00 %
COFIDIS S.A. Tournai, Belgien 20,00 %
COFIDIS S.p.A. Mailand, Italien 20,00 %
COFIDIS s.r.o. Prag, Tschechische Republik 20,00 %
Concert Bidco Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
Concert Midco Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
CONCERT NEWCO LIMITED Leeds, Großbritannien 25,00 %
Concert Topco Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
CREATIS Villeneuve d ́ Ascq, Frankreich 20,00 %
e.ventures europe V GmbH & Co. KG Hamburg, Deutschland 33,36 %
e.Ventures US V, LP Wilmington, USA 42,94 %
EOS Credit Funding BL Designated Activity Company Dublin, Irland 46,67 %
EOS KSI Forderungsmanagement GmbH & Co. KG Künzelsau, Deutschland 50,00 %
B. Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
EOS NEXT Services SRL Bukarest, Rumänien 50,00 %
eVenture Fonds 2 GmbH & Co KG Hamburg, Deutschland 47,12 %
Fonds Commun de Titrisation Foncred III Saint-Denis, Frankreich 50,00 %
Guido M. Kretschmer Ajour GmbH Hamburg, Deutschland 20,00 %
Hanseatic Bank GmbH & Co KG Hamburg, Deutschland 25,00 %
Hermes BorderGuru GmbH Hamburg, Deutschland 75,00 %
Hermes European Logistics Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
Hermes General Service UK Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
Hermes Germany GmbH Hamburg, Deutschland 75,00 %
Hermes Parcelnet Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
LeGer GmbH Hamburg, Deutschland 40,00 %
LieferFactory GmbH Berlin, Deutschland 75,00 %
MARGEM MEDIACAO DE SEGUROS LDA Lissabon, Portugal 20,00 %
MONABANQ. Croix, Frankreich 20,00 %
Non-Stadardized Securization Closed End Fund Aneto Warschau, Polen 40,00 %
Parcelnet Limited Leeds, Großbritannien 25,00 %
Project A Ventures GmbH & Co. KG Berlin, Deutschland 43,75 %
Stocksquare GmbH & Co. KG Hamburg, Deutschland 50,00 %
Stocksquare Management GmbH Hamburg, Deutschland 50,00 %
SynerGIE Villeneuve d'Ascq, Frankreich 20,00 %
C. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
ABC I Corporation Florida, USA 100,00 %
ABOUT YOU Zweite Beteiligungs GmbH Hamburg, Deutschland 37,36 %
Ackermann Vertriebs AG Otelfingen, Schweiz 67,87 %
AVISTANE Villeneuve d'Ascq, Frankreich 100,00 %
bon prix Handelsgesellschaft AG Otelfingen, Schweiz 100,00 %
Crate & Barrel Global Services, LLC Wilmington, USA 100,00 %
Crate & Barrel Hospitality Group LLC Delaware, USA 100,00 %
Creditable Investment Partners S.A.R.L. Luxemburg, Luxemburg 100,00 %
Creditable Opportunities Fund SCA SICAV-RAIF Luxemburg, Luxemburg 100,00 %
Creditable Opportunities RS d.o.o. Beograd Belgrad, Serbien 49,29 %
eVenture Cayman Investments GP 2 Ltd. Kaimaninseln, Kaimaninseln 100,00 %
eVenture China Fund GP 2 Ltd. Kaimaninseln, Kaimaninseln 100,00 %
Frankonia Austria GmbH Ried im Innkreis, Österreich 100,00 %
Frankonia Moda AG Otelfingen, Schweiz 100,00 %
GPI - Verwaltungs-Gesellschaft für Grundbesitzmanagement mbH Mülheim, Deutschland 100,00 %
GSG Gastro Service GmbH Karlsruhe, Deutschland 100,00 %
Guardian Society of Scotland Ltd. Edinburgh, Großbritannien 100,00 %
Heinrich Heine B.V. Tilburg, Niederlande 100,00 %
Heinrich Heine Gesellschaft m.b.H. Wien, Österreich 100,00 %
Heinrich Heine Handelsgesellschaft AG Otelfingen, Schweiz 100,00 %
Initiative Zukunft gGmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Jelmoli Versand AG Otelfingen, Schweiz 100,00 %
Manufactum AG Otelfingen, Schweiz 100,00 %
Manufactum Limited i.L. London, Großbritannien 100,00 %
OKO Inkasso-Auskünfte Beteiligungs GmbH Salzburg, Österreich 67,87 %
Otto (Shanghai) Trading Company Limited Shanghai, China 100,00 %
C. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen Sitz, Land Beteiligung Konzern Stichtag
Otto GmbH Graz, Österreich 67,87 %
Otto Group Solution Provider (OSP) Bangkok Limited Bangkok, Thailand 100,00 %
Otto Group Solution Provider (OSP) Taipei Co., Ltd Taipei, Taiwan 100,00 %
Otto International (India) Limited Hong Kong, China 100,00 %
Quelle GmbH Salzburg, Österreich 67,87 %
Quelle GmbH Burgkunstadt, Deutschland 67,87 %
Quelle Vertriebs AG Otelfingen, Schweiz 67,87 %
RPeV I-C L.P. Kaimaninseln, Kaimaninseln 50,00 %
Shanghai OTTO-CHEER Mailorder Co., Ltd. Shanghai, China 80,00 %
Sieh an! Handelsgesellschaft AG Otelfingen, Schweiz 99,99 %
Southrock Property Company Eight Single Member S.A. Athen, Griechenland 99,14 %
TechUcation@school gGmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
Universal Versand GmbH Salzburg, Österreich 67,87 %
VADREL Villeneuve d'Ascq, Frankreich 100,00 %
Witt (UK) Limited Bradford, Großbritannien 100,00 %
WITT Versandhandel GmbH Graz, Österreich 99,99 %
Witt Weiden Versandhandelsgesellschaft AG Otelfingen, Schweiz 99,99 %
Zitra GmbH Hamburg, Deutschland 100,00 %
D. Beteiligungen Sitz, Land Kapitalanteil Eigenkapital Ergebnis des Geschäftsjahres
6PM GmbH Frankfurt am Main, Deutschland 7,46 % EUR k.A. k.A.
ALLIANSYS Euralille, Frankreich 3,24 % EUR k.A. k.A.
CAUMANS Boves, Frankreich 15,87 % EUR k.A. k.A.
Design Foundry LLC Delaware, USA 50,00 % USD k.A. k.A.
e.ventures europe VI GmbH & Co. KG Hamburg, Deutschland 10,00 % EUR 79.494.009,64 -2.927.001,91 2)
e.ventures Growth II, L.P. Wilmington, USA 17,78 % USD 187.497.262,00 -1.959.093,00 2)
ENB Property Solutions S.R.L. Bukarest, Rumänien 46,66 % RON 1.138.947,00 -1.301.833,00 2)
EOS KSI Verwaltungsgesellschaft für Forderungsmanagement GmbH Künzelsau, Deutschland 51,00 % EUR 138.191,13 746,16 2)
EVENTURES GROWTH, L. P. Wilmington, USA 18,33 % USD 258.829.773,00 -1.721.701,00 2)
Headline Europe VII GmbH & Co. KG Berlin, Deutschland 7,24 % EUR k.A. k.A.
Headline Growth III AIV L.P. Delaware, USA 0,00 % USD k.A. k.A.
Headline Growth III. L.P. Wilmington, USA 7,69 % USD 185.814.006,00 -5.612.388,00 2)
Headline US VI, L.P. San Francisco, USA 4,36 % USD 209.167.115,00 -5.673.990,00 2)
Headline US VII, L.P. Delaware, USA 0,00 % USD k.A. k.A.
LUX Kapitalmarkt Management AG Luxemburg/ Luxemburg 11,97 % EUR k.A. k.A.
NTG Network Toys Germany GmbH Köln, Deutschland 16,67 % EUR k.A. k.A.
NVC Fund 2 (E) AB Stockholm, Schweden 10,16 % EUR k.A. k.A.
Project A Ventures II GmbH & Co KG Berlin, Deutschland 8,91 % EUR 129.431.897,29 31.931.884,15 2)
Project A Ventures III GmbH & Co. KG Berlin, Deutschland 6,31 % EUR 132.200.589,25 41.692.507,23 2)
D. Beteiligungen Sitz, Land Kapitalanteil Eigenkapital Ergebnis des Geschäftsjahres
Project A Ventures IV GmbH & Co KG Berlin, Deutschland 8,52 % EUR 100,00 -1.431.661,67 2)
Revent Ventures I GmbH & Co. KG Berlin, Deutschland 8,33 % EUR 7.965.039,16 -1.349.424,60 2)
Schober Direct Media Verwaltung GmbH i.L. Stuttgart, Deutschland 50,00 % EUR 26.381,73 122,52 2)
SCHUFA Holding AG Wiesbaden, Deutschland 5,62 % EUR k.A. k.A.
Service Management Akademie GmbH Weiden, Deutschland 50,00 % EUR k.A. k.A.
Soko München GmbH München, Deutschland 13,45 % EUR k.A. k.A.
Southrock Asset Management Societe Anonyme Athen, Griechenland 50,00 % EUR k.A. k.A.
STARTUPBOOTCAMP 2011 APS Kopenhagen, Dänemark 11,76 % DKK k.A. k.A.
Supreme GmbH Rostock, Deutschland 8,59 % EUR k.A. k.A.
TAU Clean Water LLC Delaware, USA 10,00 % USD k.A. k.A.
THE HAUS Apparel GmbH Berlin, Deutschland 18,31 % EUR k.A. k.A.
WhyNot Enterprises GmbH Berlin, Deutschland 16,06 % EUR k.A. k.A.

(1) Gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB befreite Konzerngesellschaften

(2) Angaben beziehen sich auf den 31.12.2021

42 Persönlich haftende Gesellschafterin

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Verwaltungsgesellschaft Otto mbH, Hamburg, mit einem gezeichneten Kapital von 50.000 EUR.

Die persönlich haftende Gesellschafterin hat die folgenden Organe:

Aufsichtsrat
Prof. Dr. Michael Otto, Hamburg Vorsitzender, Unternehmer
Alexander Otto, Hamburg Vorsitzender der Geschäftsführung ECE Group
GmbH & Co. KG
Benjamin Otto, Hamburg Stiftungsvorstand der Holistic Foundation
Birgit Rössig, Hittbergen * Stv. Betriebsratsvorsitzende Otto (GmbH & Co KG), Konzernbetriebsratsvorsitzende
Frederic Arndts, Hamburg Vorstand GSV Aktiengesellschaft für Beteiligungen
Marius Marschall von Bieberstein, Berlin Geschäftsführender Gesellschafter evoreal Holding GmbH & Co. KG
Jürgen Bühler, Hanau * Betriebsratsvorsitzender sheego GmbH
Thorsten Furgol, Magdeburg * Landesfachbereichsleiter ver.di Handel Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Dr. Rainer Hillebrand, Hamburg Selbstständiger Management- und Strategieberater
Heike Lattekamp, Hamburg * Landesfachbereichsleiterin ver.di Handel
Thomas Mort, Luhe-Wildenau * Stv. Betriebsratsvorsitzender Witt-Gruppe, stv. Konzernbetriebsratsvorsitzender
Heinrich Reisen, Grevenbroich * Gesamtbetriebsratsvorsitzender Hermes Germany GmbH
Lars-Uwe Rieck, Hamburg * Landesfachbereichsleiter Postdienste und Logistik ver.di
Benjamin Schaper, Hamburg Geschäftsführer GFH Gesellschaft für Handelsbeteiligungen m.b.H.
Hans-Otto Schrader, Hamburg Aufsichtsratsvorsitzender OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen
Dr. Winfried Steeger, Hamburg Rechtsanwalt
Monika Vietheer-Grupe, Barsbüttel * Betriebsratsvorsitzende bonprix Handelsgesellschaft mbH
Sandra Widmaier-Gebauer, Hamburg * Leitende Angestellte, Direktorin Konzern Personal
Prof. Dr. Peer Witten, Hamburg Aufsichtsratsvorsitzender GSV Aktiengesellschaft für Beteiligungen
Inka Wolff, Haldensleben * Betriebsrätin Hermes Fulfilment GmbH

* Vertreter*innen der Arbeitnehmer*innen

Geschäftsführung
Alexander Birken, Hamburg Vorstandsvorsitzender
Dr. Marcus Ackermann, Hamburg Konzern-Vorstand Multichannel Distanzhandel
Sergio Bucher, Hamburg Konzern-Vorstand Brands and Retail
Sebastian Klauke, Reinbek Konzern-Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures
Petra Scharner-Wolff, Hamburg Konzern-Vorständin Finanzen, Controlling, Personal
Kay Schiebur, Hamburg Konzern-Vorstand Services

43 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im März 2023 hat die Otto Group angekündigt, den operativen Geschäftsbetrieb der myToys.de GmbH, Berlin, im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 einzustellen. Die Marke myToys wird künftig ausschließlich auf der Plattform otto.de angeboten. In Folge der Ankündigung dürfte das Konzernergebnis 2023/24 aufgrund verschiedener Einflussfaktoren einmalig in Höhe eines niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrags belastet werden.

Weitere Ereignisse, die für die Otto Group von wesentlicher Bedeutung sind, sind nach dem Bilanzstichtag zum 28. Februar 2023 nicht eingetreten.

 

Hamburg, den 12. Mai 2023

Die Geschäftsführung der Verwaltungsgesellschaft Otto mbH

Alexander Birken

Dr. Marcus Ackermann

Sergio Bucher

Sebastian Klauke

Petra Scharner-Wolff

Kay Schiebur

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Otto (GmbH & Co KG), Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Otto (GmbH & Co KG), Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 28. Februar 2023, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie der Segmentberichterstattung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2022 bis zum 28. Februar 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Otto (GmbH & Co KG) für das Geschäftsjahr vom 1. März 2022 bis zum 28. Februar 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2022 bis zum 28. Februar 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Darstellung, den Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 15. Mai 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Schmelzer, Wirtschaftsprüfer

gez. Heckert, Wirtschaftsprüfer

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